Eigenheimzulage for housing cooperatives requires actual member promotion

BFH IX B 171/10Bfh / Division 921 de set. de 2011Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Fiscal Court dismissed the complainant’s non-admission complaint. It held that no question of fundamental importance existed, because the decisive requirements of § 17 EigZulG could be answered directly from the statute and the case concerned expired law. The alleged divergence to other fiscal court decisions was also rejected, as those cases were summary enforcement-suspension rulings and depended on their specific facts. The court further found no arbitrary or manifestly unlawful assessment by the Finance Court, which had permissibly held that a housing cooperative must actually promote its members through cooperative business, not merely by its bylaws.

Sumário Omnilex

§ 17 EigZulG; § 115 Abs. 2 Nr. 1 and Nr. 2 FGO; housing cooperative as beneficiary of Eigenheimzulage: a cooperative must, in addition to its statutory purpose, actually promote the acquisition or economic interests of its members through cooperative business. A complaint for leave to appeal is inadmissible or unfounded where the asserted legal question is directly answered by the statute, concerns expired law without continuing clarification need, or only challenges fact-specific assessment. Divergence requires a principled conflict in legal doctrine, not merely a different assessment of the facts or evidence; alleged misapplication of law does not suffice. Factual findings on the predominance of member transactions are generally not reviewable as arbitrary (consid. 2-6).

Texto completo

BFH — IX B 171/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-09-21

Aktenzeichen: IX B 171/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 17 EigZulG, § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 115 Abs 2 Nr 2 FGO, § 1 Abs 1 GenG, § 8 Abs 1 Nr 5 GenG

Vorinstanz: vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg, 10. November 2010, Az: 12 K 2248/05 B, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Eigenheimzulage - Genossenschaftliches Wohnen als Förderzweck - Förderung durch tatsächliches Handeln

Leitsatz

NV: Vor dem Hintergrund des genossenschaftlichen Wohnens als Förderzweck und einem entsprechenden Satzungszweck (Wohnungsgenossenschaft) wird zu Recht verlangt, dass eine Genossenschaft i.S.v. § 17 EigZulG (als solche nach § 1 Abs. 1 GenG) nicht nur gemäß ihrer Satzung, sondern auch mit ihrem tatsächlichen Handeln den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange durch gemeinschaftlichen, d.h. genossenschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern hat .

Gründe

1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die von der Klägerin und Be-schwerdeführerin (Klägerin) geltend gemachten Zulassungsgründe liegen nicht vor.

2 1. Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Abgesehen davon, dass Rechtsfragen zur Eigenheimzulage (hier: § 17 des Eigenheimzulagengesetzes --EigZulG--) ausgelaufenes oder auslaufendes Recht betreffen und daher regelmäßig keine grundsätzliche Bedeutung mehr haben (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 23. September 2009 IX B 84/09, BFH/NV 2010, 395, unter 1., m.w.N.), fehlt es an der erforderlichen Klärungsbedürftigkeit auch dann, wenn sich die streitigen Rechtsfragen ohne Weiteres aus dem Gesetz beantworten lassen, d.h. wenn die betreffenden Rechtsfragen offensichtlich so zu beantworten sind, wie das Finanzgericht (FG) es getan hat (vgl. BFH-Beschlüsse vom 22. Februar 2000 IX B 1/00, BFH/NV 2000, 843; vom 24. September 2001 IX B 84/01, BFH/NV 2002, 307). So verhält es sich im Streitfall.

3 Es kann dahingestellt bleiben, ob sich die von der Klägerin aufgeworfenen Fragen (zur Vorbereitungsphase, zu Beginn, Art und Umfang der Investitionstätigkeit, zum Konzept, zur Auswahl der zu erwerbenden Objekte) überhaupt stellen, und ebenso, ob die nach Ansicht der Finanzbehörden (vgl. Schreiben des Bun-desministeriums der Finanzen vom 21. Dezember 2004, BStBl I 2005, 305 Tz. 78 ff.) zu erfüllenden Satzungs- und Tätigkeitsanforderungen zu rechtfertigen sind. Jedenfalls hat das FG angesichts des genossenschaftlichen Wohnens als Förderzweck zu Recht verlangt, dass eine Genossenschaft i.S. von § 17 EigZulG (als solche nach § 1 Abs. 1 des Genossenschaftsgesetzes --GenG--) nicht nur gemäß ihrer Satzung, sondern auch mit ihrem tatsächlichen Handeln den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange durch gemeinschaftlichen, d.h. genossenschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern hat (vgl. § 1 Abs. 1 GenG; Beuthien, GenG, § 1 Rz 30 a.E.). Entsprechend ist auch bei der Klägerin, einer Wohnungsgenossenschaft, die Förderung ihrer Mitglieder vorrangig (§ 2 Abs. 1, 3 der Satzung der Klägerin). Zwar ist die Ausdehnung des Geschäftsbetriebes auf Nichtmitglieder nach § 2 Abs. 4 der Satzung zugelassen (vgl. § 8 Abs. 1 Nr. 5 GenG); indes steht das Recht zur Nutzung einer Genossenschaftswohnung "in erster Linie Mitgliedern" und das Recht auf Erwerb eines Eigenheims oder einer Wohnung "ausschließlich den Mitgliedern der Genossenschaft" zu (s. § 14 Abs. 1 der Satzung). Vor diesem gesetzlichen und satzungsmäßigen Hintergrund hat das FG --in Anlehnung an die schon vorhandene Rechtsprechung (insbesondere BFH-Urteile vom 29. März 2007 IX R 28/06, BFH/NV 2007, 1635, und vom 19. August 2008 IX R 3/08, BFHE 223, 563, BStBl II 2009, 447)-- innerhalb des Geschäftsbetriebs der Klägerin kein Überwiegen von Mitgliedergeschäften (gegenüber solchen mit Nichtmitgliedern; s. Bauer, Genossenschafts-Handbuch, § 1 GenG Rz 38) feststellen können. Diese Würdigung des FG ist tatsächlicher Natur und wäre auch revisionsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl. § 118 Abs. 2 FGO).

4 Entsprechend ist auch keine Entscheidung des BFH zur Fortbil-dung des Rechts i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 1 1. Alt. FGO erforderlich.

5 2. Die gerügte Divergenz zu bestimmten Entscheidungen der Fi-nanzgerichte (FG Baden-Württemberg, Sächsisches FG) liegt nicht vor. Zum einen handelte es sich um (summarische) Entscheidungen zur Aussetzung der Vollziehung von Steuerbescheiden, zum anderen wurde in den Entscheidungen auf viele kumulative Anforderungen abgestellt, so dass angesichts der Umstände des Einzelfalls die erforderliche Abweichung im Grundsätzlichen nicht erkennbar wird. Im Übrigen kann mit der Rüge einer unzutreffenden Tatsachen- und Beweiswürdigung sowie der einer fehlerhaften Rechtsanwendung oder schlichter Subsumtionsfehler die Zulassung der Revision nicht erreicht werden (vgl. BFH-Beschlüsse vom 14. Oktober 2010 IX B 105/09, BFH/NV 2010, 443, unter 1. a.E.; vom 16. Mai 2006 VIII B 160/05, BFH/NV 2006, 1477, m.w.N.).

6 Wegen der nicht zu beanstandenden Würdigung des FG (s. unter 1.) ist auch keine willkürliche oder zumindest greifbar gesetzwidrige (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 2. März 2011 IX B 144/10, BFH/NV 2011, 1367) FG-Entscheidung gegeben.

Palavras-chave

Eigenheimzulagehousing cooperativefundamental importancedivergencearbitrarinessmember promotioncooperative business

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Questão jurídica principal

Whether the case raised a question of fundamental importance under § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO.

Decisão extraída

No; the legal questions were either already answered by the statute or concerned expired law, so no need for clarification existed.

Fundamentação extraída

The court held that § 17 EigZulG could be applied directly. Where the answer follows clearly from the statute, a fundamental question is not shown.

Questão jurídica principal

Whether the FG decision deviated from other FG decisions in a way warranting leave to appeal under § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO.

Decisão extraída

No divergence was established.

Fundamentação extraída

The cited decisions were only summary interlocutory decisions on suspension of enforcement and turned on cumulative case-specific factors; alleged factual or legal misapplication does not constitute divergence.

Questão jurídica principal

Whether the FG decision was arbitrary or manifestly contrary to law.

Decisão extraída

No; the FG’s assessment was not objectionable.

Fundamentação extraída

The FG could find that the cooperative did not predominantly conduct member transactions; this was a factual assessment not reviewable as arbitrary.

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