Non-admission complaint inadmissible; family rental not clarified

BFH IX B 33/13Bfh / Division 922 de abr. de 2013Inadmissible

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Resumo Omnilex

The BFH held that the complainants’ non-admission complaint was inadmissible because it did not satisfy the reasoning requirements of Section 116(3) sentence 3 FGO. The asserted need for clarification regarding an alleged site inspection of the attic apartment was not capable of clarification, since no such inspection by an expert had undisputedly occurred. The question whether a lease between close relatives is tax-recognized was also not of fundamental significance, as it is already well settled and depends on the particular facts of each case.

Sumário Omnilex

§ 116 Abs. 3 Satz 3 FGO; non-admission complaint must substantiate the asserted grounds for admission in a concrete manner; a question of fundamental significance or legal development requires a specific showing that the issue is disputed in case law and literature and that a BFH decision serves the general interest beyond the individual dispute. A question is not capable of clarification if the assumed factual premise is undisputedly absent (consid. 2). Recognition of leases between close relatives is governed by established case law and, where decisive circumstances depend on the individual case, normally does not raise a general need for clarification (consid. 3).

Texto completo

BFH — IX B 33/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-04-22

Aktenzeichen: IX B 33/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 116 Abs 3 S 3 FGO, § 118 Abs 2 FGO, § 115 Abs 2 Nr 2 FGO, § 15 AO

Vorinstanz: vorgehend FG Münster, 6. Dezember 2012, Az: 3 K 2682/09 E, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Nichtzulassungsbeschwerde: Mietverhältnis, Klärungsbedürftigkeit und Klärungsfähigkeit

Leitsatz

  1. NV: Die zur Ortsbesichtigung aufgeworfene Rechtsfrage nach den Grenzen der Zumutbarkeit und des Übermaßverbotes ist nicht klärungsfähig, wenn eine Besichtigung der (vermieteten?) Dachgeschosswohnung durch einen Sachverständigen unstreitig nicht stattgefunden hat.

  2. NV: Die Frage, inwieweit ein Mietverhältnis zwischen nahen Angehörigen steuerrechtlich anzuerkennen ist, ist nicht grundsätzlich bedeutsam, sondern durch eine Vielzahl von höchstrichterlicher Rechtsprechung geklärt und zudem nicht klärungsbedürftig, wenn ihre Beantwortung wesentlich von den Umständen des Einzelfalls abhängt.

Gründe

1 Die Beschwerde ist unzulässig. Denn ihre Begründung genügt nicht den Darlegungsanforderungen des § 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Im Übrigen ist der von den Klägern und Beschwerdeführern (Kläger) geltend gemachte Zulassungsgrund auch nicht gegeben.

2 Die grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) und die Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 1. Alt. FGO) haben die Kläger nicht hinreichend dargelegt i.S. von § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO. So fehlt es an substantiierten und konkreten Angaben dazu, inwiefern die aufgeworfenen Fragen in Rechtsprechung und Schrifttum umstritten sind und weshalb eine Entscheidung des BFH zu einer bestimmten Rechtsfrage aus Gründen der Rechtsklarheit oder der Rechtsfortbildung über die materiell-rechtliche Beurteilung des Streitfalles hinaus im Allgemeininteresse liegt (vgl. BFH-Beschlüsse vom 27. Mai 2008 IX B 12/08, BFH/NV 2008, 1509; vom 31. März 2010 IV B 131/08, BFH/NV 2010, 1487). Die zur Ortsbesichtigung aufgeworfene Rechtsfrage ist im Streitfall auch nicht klärungsfähig, weil eine Besichtigung der (vermieteten?) Dachgeschosswohnung ihres Hauses durch einen Sachverständigen, die die Kläger als Eingriff "in ihre grundgesetzlich gesicherte Intimsphäre" und "als rechtswidrige Durchsuchung empfinden", unstreitig nicht stattgefunden hat. Die Frage nach den Grenzen "der Zumutbarkeit und des Übermaßverbotes" stellt sich daher nicht. Darauf kommt es ebenso wie auf mögliche (selbst durchgeführte) Änderungen am Dachgeschoss zudem nicht an, weil das Finanzgericht (FG) das behauptete Mietverhältnis zwischen den Klägern und ihrer Tochter steuerrechtlich nicht anerkannt hat. Es war Sache der Kläger als Vermieter, den Abschluss und die Durchführung eines mit ihrer Tochter abgeschlossenen (fremdüblichen) Mietverhältnisses nachzuweisen; dies ist nach den mit Verfahrensrügen nicht angegriffenen und daher den Senat bindenden tatsächlichen Feststellungen des FG (vgl. § 118 Abs. 2 FGO) nicht geschehen.

3 Im Übrigen ist die Frage, "inwieweit ein Mietverhältnis zwischen nahen Angehörigen anzuerkennen ist", nicht grundsätzlich bedeutsam, sondern durch eine Vielzahl von höchstrichterlicher Rechtsprechung geklärt (vgl. Blümich/Heuermann, EStG, § 21 Rz 125 ff.; Schmidt/Kulosa, EStG, 32. Aufl., § 21 Rz 45 ff.) und zudem nicht klärungsbedürftig, wenn ihre Beantwortung --wie hier-- wesentlich von den Umständen des Einzelfalls abhängt (vgl. BFH-Beschlüsse vom 20. Juli 2012 IX B 24/12, BFH/NV 2012, 1970; vom 3. Februar 2012 IX B 126/11, BFH/NV 2012, 741).

Palavras-chave

non-admission complainttax lawfamily leaseclarification needfundamental importancelegal developmentreasoning requirementsevidentiary burden

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Questão jurídica principal

Whether the non-admission complaint sufficiently complied with the statutory reasoning requirements.

Decisão extraída

No. The complaint did not meet the required substantiation under Section 116(3) sentence 3 FGO.

Fundamentação extraída

The applicants failed to concretely show why the asserted questions were disputed in case law and literature or why a BFH ruling was needed for legal clarity or development beyond the individual case.

Questão jurídica principal

Whether the asserted need for clarification concerning an on-site inspection of the attic apartment was capable of clarification.

Decisão extraída

No. The question was not capable of clarification because no expert inspection had undisputedly taken place.

Fundamentação extraída

Since the alleged expert inspection did not occur, the asserted limits of reasonableness and proportionality were not actually relevant.

Questão jurídica principal

Whether a rental relationship between close relatives is of fundamental significance and needs further clarification.

Decisão extraída

No. The issue is already settled by extensive higher-court case law and depends heavily on the circumstances of the individual case.

Fundamentação extraída

Because recognition of intra-family leases turns on the specific facts and is broadly clarified in jurisprudence, no general need for clarification existed.

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