LGBL_KA_20101223_94•Europaschutzgebiet „Tiebelmündung“
LGBL_KA_20101223_94Europaschutzgebiet „Tiebelmündung“Gazette23.12.2010
Aufgrund des § 24a des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002, LGBl. Nr. 79/2002, idF LGBl. Nr. 10/2009, sowie des § 2a Abs. 1 und 2 des Kärntner Kundmachungsgesetzes, LGBl. Nr. 25/1986, zuletzt geändert durch das Landesverfassungsgesetz LGBl. Nr. 57/2002, wird verordnet:
§ 1
Schutzgebiet
(1)Das Gebiet der Tiebelmündung, welches auch einen Großteil des mit Verordnung der Landesregierung vom 19.5.1959, LGBl. Nr. 30/1959 idF LGBl. Nr. 1/2003 erklärten Naturschutzgebietes Tiebelmündung sowie einen Teil des mit Verordnung der Landesregierung vom 3.2.1970, LGBl. Nr. 26/1970 idF LGBl. Nr. 1/2003 erklärten Landschaftsschutzgebietes „Ossiacher See-Ost“ umfasst, wird zum Europaschutzgebiet „Tiebelmündung“ erklärt.
(2)Das Europaschutzgebiet „Tiebelmündung“ umfasst Gebietsteile der Gemeinden Steindorf am Ossiachersee und Ossiach (politischer Bezirk Feldkirchen) und ist innerhalb der im Abs. 3 umschriebenen Grenzen in den Katastralgemeinden Steindorf und Ossiach gelegen.
(3)Die Grenzen des Europaschutzgebietes sind in der planlichen Darstellung – Anlage B (Maßstab 1:6.000 – DIN A3) vom November 2010 (Datum Bearbeitungsstand) festgelegt. Diese planliche Darstellung ist wesentlicher Inhalt dieser Verordnung und liegt bei der für rechtliche Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Abteilung des Amtes der Kärntner Landesregierung und bei der Bezirkshauptmannschaft Feldkirchen sowie bei den Gemeinden Steindorf am Ossiachersee und Ossiach während der für den Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden (§ 13 Abs. 5 AVG) zur allgemeinen Einsicht auf.
§ 2
Erhaltungsziele
Diese Verordnung dient der Bewahrung, Entwicklung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der im Europaschutzgebiet Tiebelmündung vorkommenden Schutzgüter gemäß Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie (79/409/EWG) und den Anhängen I, II und IV der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) bzw. der in der Anlage A aufgelisteten Schutzgüter.
§ 3
Schutzbestimmungen
(1)Im Europaschutzgebiet sind folgende Eingriffe untersagt:
(2)Innerhalb der in der planlichen Darstellung (Anlage B) ausgewiesenen ökologischen Vorrangzone („Flutungsbereich“) mit Betretungsverbot ist jede Nutzung und jeder menschliche Eingriff, insbesondere das Betreten und Befahren, ganzjährig verboten.
§ 4
Ausnahmen von den Schutzbestimmungen
(1)Von den Schutzbestimmungen nach § 3 Abs. 1 sind ausgenommen:
(2)Von den Schutzbestimmungen nach § 3 Abs. 2 sind ausgenommen:
§ 5
Ausnahmebewilligungen
(1)Die Bezirksverwaltungsbehörde kann auf Ansuchen im Einzelfall Ausnahmen von den Verboten des § 3 bewilligen, soweit diese Maßnahmen den Erhaltungszielen nach § 2 nicht widersprechen und keine erhebliche Beeinträchtigung des Europaschutzgebietes zu erwarten ist.
(2)Als Maßnahmen, die einer Bewilligung im Sinne des Abs. 1 zugänglich sind, werden insbesondere festgelegt:
Die Kennzeichnung des Schutzgebietes hat durch Tafeln, die die Aufschrift „Europaschutzgebiet Tiebelmündung“ und das Kärntner Landeswappen tragen, zu erfolgen. Weitere, dem Schutzzweck entsprechende Hinweise sind zulässig.
§ 7
Strafen
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Verordnung werden als Verwaltungsübertretung nach § 67 des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002 bestraft.
Für die Kärntner Landesregierung:
Der Landeshauptmann:
Dörfler
Anlage A:
Schutzgüter sind folgende natürliche Lebensräume und Tierarten.
Vogelarten nach Anhang I Vogelschutz-Richtlinie:
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
A002
Prachttaucher
Gavia arctica
A021
Rohrdommel
Botaurus stellaris
A022
Zwergdommel
Ixobrychus minutus
A026
Seidenreiher
Egretta garzetta
A029
Purpurreiher
Ardea purpurea
A030
Schwarzstorch
Ciconia nigra
A031
Weißstorch
Ciconia ciconia
A072
Wespenbussard
Pernis apivorus
A081
Rohrweihe
Circus aeruginosus
A082
Kornweihe
Circus cyaneus
A084
Wiesenweihe
Circus pygargus
A094
Fischadler
Pandion haliaetus
A103
Wanderfalke
Falco peregrinus
A119
Tüpfelsumpfhuhn
Porzana porzana
A120
Kleines Sumpfhuhn
Porzana parva
A166
Bruchwasserläufer
Tringa glareola
A215
Uhu
Bubo bubo
A229
Eisvogel
Alcedo atthis
A234
Grauspecht
Picus canus
A272
Blaukehlchen
Luscinia [svecica]
cyanecula
A293
Mariskensänger
Acrocephalus melanopogon
A338
Neuntöter
Lanius collurio
Lebensräume nach der FFH-Richtlinie Anhang I:
Code Nr. Lebensraumtyp
3150
Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrochartions
3260
Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit
Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion
6430
Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen
bis alpinen Stufe
7140
Übergangs- und Schwingrasenmoore
91D0
*Moorwälder
Säugetiere nach Anhang II FFH-Richlinie:
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
1303
Kleine Hufeisennase
Rhinolophus hipposideros
1324
Großes Mausohr
Myotis myotis
Amphibien nach Anhang II FFH-Richtlinie:
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
1167
Alpen-Kammmolch
Triturus carnifex
1193
Gelbbauchunke
Bombina variegata
Wirbellose nach Anhang II FFH-Richtlinie:
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
1016
Bauchige Windelschnecke
Vertigo moulinsiana
1078
*Russischer Bär
Callimorpha quadripunctaria
Fischarten nach Anhang II FFH-Richtlinie:
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
1098
Ukrainisches Neunauge
Eudontomyzon spp.
1134
Bitterling
Rhodeus sericeus amarus
1149
Steinbeißer
Cobitis taenia
Arten des Anhang IV FFH-Richtlinie:
Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
Würfelnatter
Natrix tessellata
Laubfrosch
Hyla aborea
Moorfrosch
Rana arvalis wolterstorffi
Wasserfledermaus
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