742.162•Verordnung des UVEK über die Beteiligung der Infrastrukturbetreiberinnen an den Vorhaltekosten der Wehrdienste für Einsätze auf Eisenbahnanlagen
742.162VWEVDepartmental Ordinance01.01.2014
(VWEV1)
vom 20. August 2013 (Stand am 10. Mai 2024)
Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und
Kommunikation (UVEK),
gestützt auf Artikel 32a Absatz 3 des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 19572(EBG),
verordnet:
Diese Verordnung regelt die Vorhalteleistungen von Wehrdiensten für Einsätze auf Eisenbahnanlagen sowie die Berechnung der Beteiligung der Infrastrukturbetreiberinnen (ISB) nach Artikel 2 Buchstabe a EBG an den Vorhaltekosten.
In dieser Verordnung bedeuten:
Die ISB schliessen mit den betroffenen Kantonen Vereinbarungen über die Vorhalteleistungen der Feuer- und Chemiewehren und die Beteiligung an den Vorhaltekosten ab.
Als Ereignisse auf Eisenbahnanlagen gelten insbesondere:
Das Risiko auf Eisenbahnanlagen wird aufgrund folgender Einflussgrössen ermittelt:
Die Feuer- und Chemiewehren treffen den Risiken angepasste Vorbereitungen, soweit diese verhältnismässig sind, um Ereignisse auf Eisenbahnanlagen bewältigen zu können.
Das BAV vollzieht diese Verordnung.
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2014 in Kraft.
(Art. 7 Abs. 3 und 8 Abs. 2)
(Stand am 1. Januar 2011)
Tabelle 1: Erforderliche Anzahl einsetzbarer Angehöriger der Feuer- und Chemiewehren für die Bewältigung von Ereignissen auf Eisenbahnanlagen
| Ereignisse | Stützpunkte | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Feuerwehr | Chemiewehr | Chemiewehr mit Zusatzaufgaben | |||
| Intervention auf Gewässern | Intervention bei grösseren Ereignissen | ||||
| Entgleisung/Zusammenstoss | 103+104 | – | – | – | |
| Brand ohne Gefahrgut | |||||
| Brand im Tunnel | 5+10 | 0+20 | |||
| Brand mit Gefahrgut | 5+10 | ||||
| Freisetzung humantoxischer Gase | – | ||||
| Freisetzung ökotoxischer Flüssigkeiten | 5+10 |
Es sind maximal dreimal so viele Personen aus- und weiterzubilden, wie in Tabelle 1 jeweils für die Bewältigung des Ereignisses festgelegt ist.
1Für die Ausbildung dieser Personen gelten folgende Mindestdauern: – Grundkenntnisse der Intervention auf Eisenbahnanlagen: 2 Tage – Orts- und Anlagenkenntnisse: 1 Tag
2Vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung absolvierte Ausbildungen werden anerkannt.
– Intervention auf Eisenbahnanlagen: ½ Tag pro Jahr – Orts- und Anlagenkenntnisse: ½ Tag pro Jahr
1Die einsetzbaren Angehörigen der Feuer- und Chemiewehren müssen alle drei Jahre mindestens an einer eintägigen Einsatzübung teilnehmen. Die Zusammenarbeit jeder ISB mit jeder für ihre Eisenbahnanlagen zuständigen Feuer- und Chemiewehr ist mindestens alle drei Jahre zu üben. Dabei ist insbesondere die Zusammenarbeit mit den Betriebswehren zu üben.
2In folgenden Rangierbahnhöfen ist jährlich alternierend eine Alarm- beziehungsweise eine Einsatzübung durchzuführen: – Basel RB – Buchs SG – Chiasso sm – Däniken RB – Lausanne triage – RB Limmattal – Zürich Mülligen
3Vor der Inbetriebnahme von besonderen Eisenbahnanlagen wie z.B. langen Tunnels sind spezifische Übungen durchzuführen. Die Mehrkosten der Teilnahme der Feuer- und Chemiewehren an diesen Übungen wird zusätzlich zu den Beteiligungen an den Vorhaltekosten von den ISB abgegolten.
Tabelle 2: Ausrückzeiten der Feuer- und Chemiewehren in Abhängigkeit von Risiko und Zugänglichkeit der Eisenbahnanlagen
| grosses Risiko | mittleres Risiko | kleines Risiko | ||
|---|---|---|---|---|
| Gute Zugänglichkeit | Feuerwehr | 45 min | 60 min | 75 min |
| Chemiewehr | ||||
| Schlechte Zugänglichkeit | Feuerwehr | 60 min | 75 min | 90 min |
| Chemiewehr | 90 min | 120 min | 150 min |
1Die Ausrückzeiten sind von den Angehörigen der Feuer- und Chemiewehren, die für die Bewältigung von Ereignissen auf Eisenbahnanlagen einsetzbar sind, in der nach Tabelle 1 erforderlichen Anzahl einzuhalten.
2In Voralpen, Alpen und Jura wird eine schlechte Zugänglichkeit vorausgesetzt, in den übrigen Gebieten eine gute Zugänglichkeit.
3Für Orte, die nur über die Schiene zugänglich sind, gelten die Ausrückzeiten bis zu einem bestimmten Verladeort. Für diesen wird eine gute Zugänglichkeit vorausgesetzt.
4Abweichungen sind in den Vereinbarungen festzuhalten.
(Art. 10 Abs. 2)
(Stand am 31. Dezember 2013)
Tabelle 1: Gesamte Vorhaltekosten der Feuer- und Chemiewehren für Einsätze auf Eisenbahnanlagen
| Stützpunktart | Vorhaltekosten pro Stützpunkt [CHF/Jahr] | Anzahl Stützpunkte | Gesamtkosten in der Schweiz [CHF/Jahr] |
|---|---|---|---|
| Feuerwehr | 700 000 | 35 | 24 500 000 |
| Chemiewehr | 350 000 | 29 | 10 150 000 |
| Chemiewehr mit Zusatzaufgaben | |||
| – Intervention bei grösseren Ereignissen | 150 000 | 4 | 600 000 |
| – Intervention auf Gewässern | 100 000 | 12 | 1 200 000 |
1Die Vorhaltekosten der Chemiewehren beziehen sich nur auf Eisenbahnanlagen mit Gefahrguttransporten.
2Die Beiträge werden alle vier Jahre überprüft und auf der Grundlage des Landesindexes der Konsumentenpreise der Teuerung angepasst, wenn diese seit der letzten Veröffentlichung der Abgeltungen durch das BAV mindestens +/– 5 % beträgt. Die erste Überprüfung erfolgt per 1. Januar 2018.
Tabelle 2: Beteiligung der ISB an den Vorhaltekosten der Feuer- und Chemiewehren
| Stützpunktart | Beteiligung der ISB |
|---|---|
| Feuerwehr | ISB mit Betriebswehr: 2 % ISB ohne Betriebswehr: 5 % |
| Chemiewehr | 20 % |
| Chemiewehr mit Zusatzaufgaben | |
| – Intervention bei grösseren Ereignissen | 20 % |
| – Intervention auf Gewässern | 20 % |
1Die den ISB anrechenbaren Vorhaltekosten ergeben sich aus den gesamten Vorhaltekosten der Feuer- und Chemiewehren (Tabelle 1) und der Beteiligung der ISB (Tabelle 2).
2Tabelle 3: Den ISB anrechenbare Vorhaltekosten der Feuer- und Chemiewehren in der Schweiz
| Stützpunktart | Den ISB anrechenbare Vorhaltekosten V [CHF/Jahr] |
|---|---|
| Feuerwehr | 669 000 |
| Chemiewehr inkl. Chemiewehr mit Zusatzaufgaben | 2 390 000 |
| Total | 3 059 000 |
1Pro Stützpunktart berechnet sich der jährliche Beitrag einer ISB an einen Kanton (VISB/Kt) wie folgt:
VISB/Kt= (VCH/LgewCH) · LgewISB/Kt· fC/Kt[CHF/Jahr]
wobei
| V | = | den ISB anrechenbare Vorhaltekosten der Feuer- und Chemiewehren in der Schweiz nach Tabelle 3 [CHF/Jahr] |
|---|---|---|
| L | = | gesamte gewichtete Streckenlänge in der Schweiz [Ax-km] |
| L | = | gewichtete Streckenlänge der betroffenen ISB im betroffenen Kanton [Ax-km] |
| f | = | Kantonaler Faktor Chemiewehr [–]; zur Berechnung der Feuerwehrbeiträge wird dieser Faktor gleich 1 gesetzt. |
2Die Streckenlänge wird abhängig von der Stützpunktart gewichtet:
| Feuerwehr | L |
|---|---|
| Chemiewehr | L |
wobei
| L | = | Länge der betroffenen Eisenbahnstrecken [Ax-km]. Bei der Chemiewehr werden nur Strecken mit Gefahrguttransporten berücksichtigt. Für die Rangierbahnhöfe und Rheinhäfen werden die pauschalen Werte nach Tabelle 4 eingesetzt. |
|---|---|---|
| r | = | Risikofaktor nach Tabelle 5. |
Tabelle 4: Pauschale Längen zur Berücksichtigung der Rangierbahnhöfe und Rheinhäfen
| Anlage | L [Ax-km] |
|---|---|
| Basel RB | 50 |
| Buchs SG | 25 |
| Chiasso sm | 50 |
| Däniken RB | 25 |
| Lausanne triage | 50 |
| RB Limmattal | 50 |
| Zürich Mülligen | 25 |
| Rheinhafen Kleinhüningen | 25 |
| Rheinhäfen Au/Birsfelden | 25 |
Tabelle 5: Risikofaktoren zur Berechnung der gewichteten Streckenlängen
| Feuerwehr | r |
|---|---|
| R ≤ 35 | 1 |
| 35 < R ≤ 70 | 2 |
| R > 70 | 3 |
| Chemiewehr | r |
| B | 0 |
| B | 1 |
| 3 ≤ B | 2 |
| B | 3 |
Tabelle 6: Einflussgrössen zur Darstellung des Risikos auf den einzelnen Eisenbahnstrecken
| Einflussgrössen | Kriterien | Einzusetzende Werte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| R | Allgemeines Risiko | R = 10·P + 5·G + 7·B | |||
| P | Reisende | <2000 Personen/Tag | P = 0.5 | ||
| 2000–20 000 Personen/Tag | P = 2 | ||||
| > 20 000 Personen/Tag | P = 3 | ||||
| G | Transportierte Güter | < 100 000 Tonnen/Jahr | G = 0 | ||
| 0,1–1 Mio. Tonnen/Jahr | G = 1 | ||||
| 1–10 Mio. Tonnen/Jahr | G = 2 | ||||
| > 10 Mio. Tonnen/Jahr | G = 3 | ||||
| B | Personenrisiken | kein Gefahrgut | B | ||
| aus dem | Personenrisiken akzeptabel | B | |||
| Gefahrguttransport | Personenrisiken im Übergangsbereich | B | |||
| Personenrisiken nicht akzeptabel | B | ||||
| B | Umweltrisiken | kein Gefahrgut | B | ||
| aus dem | Umweltrisiken akzeptabel | B | |||
| Gefahrguttransport | Umweltrisiken im Übergangsbereich | B | |||
| Umweltrisiken nicht akzeptabel | B | ||||
| T | Tunnel | kein Tunnel mit mehr als 1 km Länge | T = 0 | ||
| Tunnel mit mehr als 1 km Länge | T = 2 | ||||
| N | Naturgefahren | geringe Naturgefahren | N = 0 | ||
| mässige Naturgefahren | N = 1 | ||||
| erhebliche Naturgefahren | N = 2 |
3Das BAV veröffentlicht eine detaillierte Übersicht über die Eisenbahnanlagen in der Schweiz sowie über die entsprechenden Risikofaktoren und Einflussgrössen.
Tabelle 7: Faktoren Chemiewehr fC/Kt
| Kanton | f | Kanton | f | |
|---|---|---|---|---|
| AG | 2.00 | NW | 0.25 | |
| AI | 0.00 | OW | 0.25 | |
| AR | 0.00 | SG | 0.25 | |
| BE | 1.00 | SH | 0.25 | |
| BL | 1.00 | SO | 1.50 | |
| BS | 0.50 | SZ | 1.00 | |
| FR | 0.25 | TG | 0.25 | |
| GE | 0.25 | TI | 2.00 | |
| GL | 0.50 | UR | 3.50 | |
| GR | 0.25 | VD | 1.50 | |
| JU | 0.25 | VS | 1.50 | |
| LU | 0.50 | ZG | 1.00 | |
| NE | 1.00 | ZH | 0.50 |
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