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Art. 43a

210CCFederal ActJan 1, 1912Original source
  1. In relation to the registration of civil status, the Federal Council is responsible for safeguarding the personality and constitutional rights of persons in respect of whom data is processed.
  2. It regulates the disclosure of data to private persons who may show a direct interest warranting protection.
  3. It stipulates those authorities, in addition to the register authorities, to whom the data necessary for the performance of their legal duties may be disclosed periodically or on request. The disclosure provisions under cantonal law are reserved. 3bis. The register authorities are required to report to the competent authority any criminal offences that come to their attention while carrying out their official duties.1
  4. The following bodies have online access to data required for proving the identity of a person:
  5. the issuing authorities under the Federal Act of 22 June 20012on Identification Documents for Swiss Nationals; 2.3 the federal agency responsible for operating the computerised police search system under Article 15 of the Federal Act of 13 June 20084on the Federal Police Information Systems and the filtering agencies of the cantonal and communal police forces linked into the search system; 3.5 the federal authority responsible for operating the VOSTRA Register of Criminal Records information system in accordance with Article 3 of the Criminal Records Register Act of 17 June 20166;
  6. the federal agency responsible for investigations regarding missing persons7; 5.8 the Federal Intelligence Service for the early detection and prevention of threats to internal or external security in accordance with Article 6 paragraph 1 letter a of the Intelligence Service Act of 25 September 20159; 6.10 the authorities responsible for keeping the cantonal and communal registers of residents in accordance with the Register Harmonisation Act of 23 June 200611; 7.12 the federal agencies responsible for keeping the central registers of insured persons in accordance with Article 71 paragraph 4 letter a of the Federal Act of 20 December 194613on Old-Age and Survivors Insurance; 8.14 the federal agencies at the Federal Department of Foreign Affairs responsible for keeping the register of Swiss living abroad in accordance with Article 4 paragraph 1 of the Federal Act of 24 March 200015on the Processing of Personal Data.
  7. The federal agency responsible for operating the information system in accordance with Article 21a of the Loss of Earnings Compensation Act of 25 September 195216shall have online access to data that is required to establish the existence of parent-child relationships.17

Footnotes

  1. Inserted by No I 3 of the FA of 15 June 2012 on Measures against Forced Marriages, in force since 1 July 2013 (AS 2013 1035;BBl 2011 2185).

  2. SR 143.1

  3. Amended by Annex 1 No 4 of the FA of 13 June 2008 on the Federal Police Information Systems, in force since 5 Dec. 2008 (AS 2008 4989;BBl 2006 5061).

  4. SR 361

  5. Amended by Annex 1 No 2 of the Criminal Records Register Act of 17 June 2016, in force since 23 Jan. 2023 (AS 2022 600;BBl 2014 5713).

  6. SR 330

  7. Currently the Federal Office of Police.

  8. Inserted by Annex No II 4 of the Intelligence Service Act of 25 Sept. 2015, in force since 1 Sept. 2017 (AS 2017 4095;BBl 2014 2105).

  9. SR 121

  10. Inserted by No I 1 of the FA of 15 Dec. 2017 (Registration of Civil Status and Land Register), in force since 1 Jan. 2019 (AS 2018 4017;BBl 2014 3551).

  11. SR 431.02

  12. Inserted by No I 1 of the FA of 15 Dec. 2017 (Registration of Civil Status and Land Register), in force since 1 Jan. 2019 (AS 2018 4017;BBl 2014 3551).

  13. SR 831.10

  14. Inserted by No I 1 of the FA of 15 Dec. 2017 (Registration of Civil Status and Land Register), in force since 1 Jan. 2019 (AS 2018 4017;BBl 2014 3551).

  15. SR 235.2

  16. SR 834.1

  17. Inserted by Annex No 1 of the FA of 14 June 2024 (Digitalisation of the Loss of Earnings Compensation System), in force since 1 Jan. 2025 (AS 2024 681;BBl 2023 2245).

3 commentaries

N1.Fehlende Abstimmung mit Öffentlichkeitsgesetz

Bei Erlass von Art. 43a ZGB erfolgte keine Koordination mit dem Öffentlichkeitsgesetz.

Oktober 2001 und damit zu einem Zeitpunkt in das Gesetz aufgenommen, als das Öffentlichkeitsgesetz noch nicht beschlossen war. Die Botschaft zur betreffenden Gesetzesrevision enthält daher keine Hinweise zur Koordination mit dem Öffentlichkeitsgesetz (vgl. Botschaft vom 14. Februar 2001 über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Elektronische Führung der Personenstandsregister], BBl 2001 1639, 1653 f.). Aus den Materialien zum Öffentlichkeitsgesetz ergibt sich im Zusammenhang mit dem Vorbehalt von Spezialbestimmungen immerhin, dass die für die öffentlichen Register über die Rechtsverhältnisse des Privatrechts wie namentlich das Zivilstandsregister geltenden Spezialbestimmungen als solche im Sinne von Art. 4 BGÖ gelten (Botschaft Öffentlichkeitsgesetz, BBl 2003 1963, 1989 f.). Allein daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, die Zivilstandsverordnung schliesse (im Sinn eines qualifizierten Schweigens) sämtliche Ansprüche auf Auskunft aus, die nicht explizit in der Verordnung geregelt sind. Zum Zeitpunkt des Erlasses von Art. 43a ZGB war das Öffentlichkeitsprinzip, wie bereits ausgeführt, gesetzlich noch nicht verankert und es bestand mithin kein Anlass für eine diesbezügliche Regelung oder eine Koordination. Zudem sind nach der Rechtsprechung spezialgesetzliche Bestimmungen nicht leichthin so auszulegen, dass damit die vom Gesetzgeber gewollte Transparenz des Verwaltungshandels ausgehöhlt wird (BGE 146 II 265 E. 5.3).

N2.Ergänzende Auskunftsansprüche neben Zivilstandsverordnung

Die Zivilstandsverordnung regelt nicht abschliessend alle Auskunftsansprüche gegenüber dem Zivilstandsregister/Infostar; andere Rechtsgrundlagen (z.B. das BGÖ) können ergänzend anwendbar sein und die Verordnung schliesst nicht automatisch alle nicht ausdrücklich geregelten Auskunftsansprüche aus.

Oktober 2001 und damit zu einem Zeitpunkt in das Gesetz aufgenommen, als das Öffentlichkeitsgesetz noch nicht beschlossen war. Die Botschaft zur betreffenden Gesetzesrevision enthält daher keine Hinweise zur Koordination mit dem Öffentlichkeitsgesetz (vgl. Botschaft vom 14. Februar 2001 über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Elektronische Führung der Personenstandsregister], BBl 2001 1639, 1653 f.). Aus den Materialien zum Öffentlichkeitsgesetz ergibt sich im Zusammenhang mit dem Vorbehalt von Spezialbestimmungen immerhin, dass die für die öffentlichen Register über die Rechtsverhältnisse des Privatrechts wie namentlich das Zivilstandsregister geltenden Spezialbestimmungen als solche im Sinne von Art. 4 BGÖ gelten (Botschaft Öffentlichkeitsgesetz, BBl 2003 1963, 1989 f.). Allein daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, die Zivilstandsverordnung schliesse (im Sinn eines qualifizierten Schweigens) sämtliche Ansprüche auf Auskunft aus, die nicht explizit in der Verordnung geregelt sind. Zum Zeitpunkt des Erlasses von Art. 43a ZGB war das Öffentlichkeitsprinzip, wie bereits ausgeführt, gesetzlich noch nicht verankert und es bestand mithin kein Anlass für eine diesbezügliche Regelung oder eine Koordination. Zudem sind nach der Rechtsprechung spezialgesetzliche Bestimmungen nicht leichthin so auszulegen, dass damit die vom Gesetzgeber gewollte Transparenz des Verwaltungshandels ausgehöhlt wird (BGE 146 II 265 E. 5.3).

N3.Auskunftsrecht Privater und Subsidiaritätsprinzip

Privaten steht nur ein eingeschränktes Auskunftsrecht zu; es muss ein Interesse nachgewiesen werden und das Subsidiaritätsprinzip (Prüfung der Notwendigkeit gegenüber anderen Mitteln) beachtet werden.

Gemäss Art. 43a ZGB sorgt der Bundesrat auf dem Gebiet der Beurkundung des Personenstandes für den Schutz der Persönlichkeit und der Grundrechte der Personen, über die Daten bearbeitet werden (Abs. 1). Er regelt sodann die Bekanntgabe von Daten an Private, die ein unmittelbares schutzwürdiges Interesse nachweisen können. Gestützt unter anderem auf diese Bestimmungen hat der Bundesrat die Zivilstandsverordnung erlassen. Diese enthält in den Art. 58 ff. Bestimmungen zur Bekanntgabe auf Anfrage. Die Bekanntgabe an Private findet sich in Art. 59 ZStV geregelt. Demnach werden Privaten, die ein unmittelbares und schutzwürdiges Interesse nachweisen, Personenstandsdaten bekannt gegeben, wenn die Beschaffung bei den direkt betroffenen Personen nicht möglich oder offensichtlich nicht zumutbar ist. Privaten, die Auskunft über die Personenstandsdaten von Dritten wünschen, steht nach dem Gesagten nur ein eingeschränktes Auskunftsrecht zu; das Auskunftsrecht steht unter dem Vorbehalt eines Interessennachweises und es gilt zudem das Subsidiaritätsprinzip.

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