910.17•Verordnung über Einzelkulturbeiträge im Pflanzenbau und die Zulage für Getreide
910.17EKBVFederal Council Ordinance01.01.2014
(Einzelkulturbeitragsverordnung, EKBV)
vom 23. Oktober 2013 (Stand am 1. Januar 2026)
Der Schweizerische Bundesrat,
gestützt auf die Artikel 54 Absatz 2, 55 Absatz 2, 170 Absatz 3 und 177 Absatz 1
des Landwirtschaftsgesetzes vom 29. April 19981,2
verordnet:
Der Einzelkulturbeitrag beträgt pro Hektare und Jahr für:
| Franken | |
|---|---|
| a. Raps, Sonnenblumen, Ölkürbisse, Öllein, Mohn und Saflor | 700 |
| b.9 Saatgut von Kartoffeln | 2500 |
| c.10 Saatgut von Futtergräsern, Futterleguminosen und Mais | 1500 |
| d. Soja | 1000 |
| e.11 Bohnen (Phaseolus ), Erbsen (Pisum ), Lupinen (Lupinus ), Wicken (Vicia ), Kichererbsen (Cicer ) und Linsen (Lens ) sowie Mischungen nach Artikel 6b Absatz 2 | 1000 |
| f.12 Zuckerrüben zur Zuckerherstellung | 2100 |
| g.13 Zusatzbeitrag für Zuckerrüben zur Zuckerherstellung | 200 |
Die Getreidezulage pro Hektare und Jahr errechnet sich aus den für die Zulage bewilligten Mitteln und der zur Zulage berechtigenden Getreidefläche. Das Resultat wird auf ganze Franken abgerundet.
Der Kanton kann die nach Artikel 14 erforderlichen Arbeiten delegieren. Er regelt die Abgeltung der delegierten Arbeiten und überwacht die Kontrolltätigkeit stichprobenmässig.
Die Ackerbaubeitragsverordnung vom 7. Dezember 199839wird aufgehoben.
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2014 in Kraft.
(Art. 18 Abs. 1)
1.1 Die Beiträge und die Zulage eines Beitragsjahres werden beim Feststellen von Mängeln mit Abzügen von Pauschalbeträgen, Beträgen pro Einheit, eines Prozentsatzes eines betreffenden Beitrags oder eines Prozentsatzes aller Einzelkulturbeiträge oder der Zulage gekürzt. Die Kürzung eines Beitrags oder der Zulage kann höher sein als der Beitrags- oder Zulagenanspruch und wird in diesem Fall bei anderen Beiträgen abgezogen. Maximal können jedoch die gesamten Einzelkulturbeiträge und die Zulage eines Beitragsjahres gekürzt werden.
1.2 Ein Wiederholungsfall liegt vor, wenn beim selben Kontrollpunkt der gleiche oder ein analoger Mangel bereits in einer Kontrolle für das gleiche Beitragsjahr oder in einer Kontrolle für die drei vorangehenden Beitragsjahre beim selben Bewirtschafter oder bei derselben Bewirtschafterin festgestellt wurde.
1.3 Für unvollständige, fehlende, unbrauchbare oder ungültige Dokumente können die Kantone und Kontrollstellen den Bewirtschaftern und Bewirtschafterinnen Fristen zur Nachreichung setzen. Keine Nachreichung ist möglich für:
1.4 Ist eine Kontrolle aufgrund unvollständiger, fehlender, unbrauchbarer oder ungültiger Dokumente nicht möglich, so sind zusätzlich zu den Kürzungen für die entsprechenden Dokumente bei denjenigen Kontrollpunkten Kürzungen vorzunehmen, die aufgrund der mangelnden Information nicht als erfüllt beurteilt werden können.
1.5 Der Kanton oder die Kontrollstelle kann dem Bewirtschafter oder der Bewirtschafterin die Mehraufwände, die das Nachreichen von Dokumenten verursachen, in Rechnung stellen.
1.6 Der Kanton kann bei begründeten speziellen betrieblichen Situationen und wenn die Summe aller Kürzungen mehr als 20 Prozent der gesamten Einzelkulturbeiträge des betreffenden Jahres ausmacht, die Kürzungen um maximal 25 Prozent erhöhen oder reduzieren. Er eröffnet solche Entscheide dem BLW.
1.7 Erfolgen Widerhandlungen vorsätzlich oder wiederholt, so können die Kantone die Gewährung von Beiträgen oder der Zulage während höchstens fünf Jahren verweigern.
2.1 Die Bestimmungen nach Anhang 8 Ziffern 2.2.1–2.2.6 DZV41sind anwendbar, soweit die Kürzungen nicht oder nicht vollständig bei den Direktzahlungen vorgenommen werden können. Betragen die Punkte aus Wiederholungsfällen nach Anhang 8 Ziffer 2.2 oder 2.3 DZV 110 oder mehr, so werden im Beitragsjahr keine Einzelkulturbeiträge und keine Getreidezulage ausgerichtet. 2.2 Die Bestimmungen nach Anhang 8 Ziffern 2.11.1, 2.11.2 und 2.11.4 DZV sind anwendbar. Die Kürzung beträgt beim erstmaligen Verstoss 500 Franken. Ab dem ersten Wiederholungsfall beträgt die Kürzung 25 Prozent der gesamten Einzelkultur-beiträge und Zulagen, jedoch maximal 3000 Franken. 2.3 Die Kürzungen nach den Ziffern 2.4–2.8 erfolgen mit Abzügen von Pauschalbeträgen, von Beträgen pro Einheit, eines Prozentsatzes der betreffenden Einzelkulturbeiträge oder der Getreidezulage oder eines Prozentsatzes aller Einzelkulturbeiträge und Zulagen. Werden Angaben nach den Ziffern 2.5, 2.6 und 2.8 korrigiert, so erfolgt die Auszahlung der Beiträge oder der Zulage nach den richtigen Angaben. 2.4 Gesuchseinreichung
| Mangel beim Kontrollpunkt | Kürzung oder Massnahme | |
|---|---|---|
| a. Verspätete Gesuchseinreichung: Kontrolle kann ordnungsgemäss durchgeführt werden | erste Feststellung erster und zweiter Wiederholungsfall ab dem dritten Wiederholungsfall | 100 Fr. 200 Fr. 100 % der betreffenden Einzelkulturbeiträge oder der Zulage |
| b. Verspätete Gesuchseinreichung: Kontrolle kann nicht ordnungsgemäss durchgeführt werden | 100 % der betreffenden Einzelkulturbeiträge oder der Zulage | |
| c. Gesuch unvollständig oder mangelhaft | Frist für Ergänzung oder Korrektur |
2.5 Spezifische Angaben, Kulturen, Ernte und Verwertung
| Mangel beim Kontrollpunkt | Kürzung | |
|---|---|---|
| a. Kulturen mit Einzelkulturbeiträgen oder Zulage | Vorhandene Sorten und Kulturen stimmen nicht mit der Deklaration überein Kultur wurde nicht oder nicht im ordentlichen Reifezustand geerntet oder es fand keine ordentliche Verwertung der Ernte statt (landwirtschaftliche, technische oder industrielle Verwertung) | Korrektur auf richtige Angaben und zusätzlich 500 Fr. 120 % der betreffenden Einzelkulturbeiträge oder der Zulage |
| b. Vertrag für Zuckerlieferung | Fehlender Vertrag für Zuckerlieferung Abweichende Vertragsmenge | 100 % der Einzelkulturbeiträge für Zuckerrüben Korrektur auf richtige Angaben |
| c. Vertragsfläche Saatgutproduktion | Zu tiefe Angabe Zu hohe Angabe | Korrektur auf richtige Angaben Korrektur auf richtige Angabe und zusätzliche Kürzung in der Höhe der Beitragsdifferenz (deklarierte minus richtige Angaben) |
2.6 Angaben zu den Flächenmassen mit Einzelkulturbeiträgen oder der Getreidezulage
| Mangel beim Kontrollpunkt | Kürzung | |
|---|---|---|
| Deklaration Flächenmasse nicht korrekt | Zu tiefe Angabe Zu hohe Angabe | Korrektur auf richtige Angabe Korrektur auf richtige Angabe und zusätzliche Kürzung in der Höhe der Beitragsdifferenz (deklarierte minus richtige Angaben) |
2.7 Kontrolle auf dem Betrieb
| Mangel beim Kontrollpunkt | Kürzung | |
|---|---|---|
| a. Kontrollen werden erschwert; mangelhafte Mitwirkung oder Drohungen führen zu Mehraufwand | Mangelhafte Mitwirkung oder Drohungen im Bereich ÖLN oder Tierschutz Andere Bereiche für Einzelkulturbeiträge und die Zulage | 10 % aller Einzelkulturbeiträge und der Zulage, mind. 500 Fr., max. 10 000 Fr. 10 % der betreffenden Einzelkulturbeiträge und der Zulage mind. 200 Fr., max. 2000 Fr. |
| b. Verweigerung der Kontrolle | Verweigerung im Bereich ÖLN oder Tierschutz Andere Bereiche für Einzelkulturbeiträge und die Zulage | 100 % aller Einzelkulturbeiträge und der Zulage 120 % der betreffenden Einzelkulturbeiträge und Zulage |
2.8 Bewirtschaftung auf dem Betrieb
| Mangel beim Kontrollpunkt | Kürzung | |
|---|---|---|
| a. Fläche wird nicht vom Betrieb bewirtschaftet. Rechnung und Gefahr für die Fläche liegt nicht beim Betrieb (Art. 16 LBV42) | Betrieb hat Fläche einem anderen Bewirtschafter zur Verfügung gestellt (entgeltlich oder unentgeltlich) | Korrektur auf richtige Angabe und zusätzlich 500 Fr./ha der betroffenen Fläche |
| b. Flächen sind nicht sachgerecht bewirtschaftet (Art. 16 LBV) | Fläche ist nicht bewirtschaftet, stark verunkrautet oder vergandet | Ausschluss der Fläche aus der LN, keine Beiträge oder keine Zulage auf dieser Fläche |
SR 910.1 ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943). ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 2. Nov. 2022, in Kraft seit 1. Jan. 2023 (AS 2022 752). ↩
SR 910.91 ↩
SR 910.13 ↩
Eingefügt durch Ziff. I der V vom 2. Febr. 2022 (AS 2022 86). Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 der V vom 13. April 2022, in Kraft seit 1. Jan. 2023 (AS 2022 264). ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 2. Nov. 2022, in Kraft seit 1. Jan. 2023 (AS 2022 752). ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 2. Febr. 2022, in Kraft vom 1. März 2022 bis zum 31. Dez. 2026 (AS 2022 86). ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 25. Febr. 2026, in Kraft seit 1. Jan. 2026 (AS 2026 98). ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 25. Febr. 2026, in Kraft seit 1. Jan. 2026 (AS 2026 98). ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 2. Nov. 2022, in Kraft seit 1. Jan. 2023 (AS 2022 752). ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 2. Febr. 2022, in Kraft vom 1. März 2022 bis zum 31. Dez. 2026 (AS 2022 86). ↩
Eingefügt durch Ziff. I der V vom 2. Febr. 2022, in Kraft vom 1. März 2022 bis zum 31. Dez. 2026 (AS 2022 86). ↩
SR 910.13 ↩
SR 910.91 ↩
SR 910.13 ↩
SR 910.13 ↩
SR 910.91 ↩
Die Software für die landwirtschaftliche Betriebsplanung «ART-Arbeitsvoranschlag» ist abrufbar unter:www.arbeitsvoranschlag.ch. ↩
SR 916.151.1 ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 29. Okt. 2025, in Kraft seit 1. Jan. 2026 (AS 2025 715). ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 2. Nov. 2022, in Kraft seit 1. Jan. 2023 (AS 2022 752). ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943). ↩
SR 910.91 ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943). ↩
SR 919.117.71 ↩
Fassung gemäss Anhang Ziff. II 10 der V vom 23. Nov. 2016 über die elektronische Signatur, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4667). ↩
SR 943.03 ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943). ↩
Eingefügt durch Ziff. I der V vom 29. Okt. 2014 (AS 2014 3963). Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017, mit Wirkung seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6079). ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6079). ↩
Eingefügt durch Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017 (AS 2017 6079). Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943). ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943). ↩
SR 910.15 ↩
Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. 3 der V vom 31. Okt. 2018 über die Koordination der Kontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 4171). ↩
Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017, mit Wirkung seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6079). ↩
Fassung gemäss Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6079). ↩
Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 29. Okt. 2025, mit Wirkung seit 1. Jan. 2026 (AS 2025 715). ↩
[AS 1999 393,1698; 2001 250,2507; 2003 5345; 2006 885,4829; 2007 6175; 2008 3809,5821; 2009 2575Ziff. II 2; 2010 5855Ziff. II 2; 2011 5297Anhang 2 Ziff. 5] ↩
[AS 1999 393,1698; 2001 250,2507; 2003 5345; 2006 885,4829; 2007 6175; 2008 3809,5821; 2009 2575Ziff. II 2; 2010 5855Ziff. II 2; 2011 5297Anhang 2 Ziff. 5] ↩
SR 910.13 ↩
SR 910.91 ↩
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