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Bei Rodungen sind Ausnahmebewilligungen zu prüfen; diese setzen strenge Voraussetzungen voraus (schwere/überwiegende bzw. schwerwiegende, überragende Gründe) und erfordern eine Interessenabwägung, wobei Nachweise zur Standortabhängigkeit und zur Raumplanungsvereinbarkeit praxisrelevant sind.
“Art. 3 WaG bestimmt den Grundsatz, dass Waldfläche nicht vermindert werden soll (vgl. auch Art. 77 BV). Der Wald soll als naturnahe Lebensgemeinschaft in seiner Fläche und räumlichen Verteilung erhalten bleiben (Art. 1 Abs. 1 lit. a und b WaG). Überdies ist dafür zu sorgen, dass der Wald seine Funktionen, namentlich seine Schutz-, Wohlfahrts- und Nutzfunktion erfüllen kann (Art. 1 Abs. 1 lit. c WaG). Rodungen sind verboten (Art. 5 Abs. 1 WaG). Eine Ausnahmebewilligung darf nach Art. 5 Abs. 2 WaG erteilt werden, wenn der Gesuchsteller nachweist, dass für die Rodung wichtige Gründe bestehen, die das Interesse an der Walderhaltung überwiegen und zudem die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind: das Werk, für das gerodet werden soll, muss auf den vorgesehenen Standort angewiesen sein (lit. a), es muss die Voraussetzungen der Raumplanung sachlich erfüllen (lit.”
“L'art. 3 LFo pose le principe selon lequel l'aire forestière ne doit pas être diminuée (cf. également art. 77 Cst.). A titre exceptionnel, une autorisation de défricher peut être accordée si le requérant démontre que le défrichement répond à des exigences primant l'intérêt à la conservation de la forêt (art. 5 al. 2 LFo) et si les conditions suivantes sont remplies: l'ouvrage pour lequel le défrichement est sollicité doit pouvoir n'être réalisé qu'à l'endroit prévu (art. 5 al. 2 let. a LFo), il doit remplir, du point de vue matériel, les conditions posées en matière d'aménagement du territoire (art. 5 al. 2 let. b LFo) et le défrichement ne doit pas présenter de sérieux dangers pour l'environnement (art. 5 al. 2 let. c LFo). L'exigence de l'art. 5 al. 2 let. a LFo est relative et une pesée globale des intérêts doit être opérée dans chaque cas; il n'est pas nécessaire de prouver la nécessité absolue de l'emplacement retenu pour le défrichement, du moment que ce n'est qu'un des éléments à prendre en considération lors de la pesée des intérêts en présence.”
“La LFo ha lo scopo di conservare la foresta nella sua estensione e ripartizione geografica, di proteggerla come ambiente naturale di vita e di garantire che possa svolgere le sue funzioni, in particolare protettive, sociali ed economiche (cfr. art. 1 cpv. 1 lett. a-c LFo). L'area forestale non va diminuita (art. 3 LFo) e i dissodamenti, ovvero i cambiamenti durevoli o temporanei delle finalità del suolo boschivo (art. 4 LFo), sono vietati (art. 5 cpv. 1 LFo). Allo scopo di attenuarne il rigore, la legge stessa prevede tuttavia deroghe al divieto, in casi del tutto eccezionali e a determinate condizioni. Così, secondo l'art. 5 cpv. 2 LFo, una deroga può essere concessa se il richiedente comprova l'esistenza di gravi motivi preponderanti rispetto all'interesse alla conservazione della foresta e se sono inoltre adempiute le condizioni seguenti: a. l'opera per la quale si richiede il dissodamento è attuabile soltanto nel luogo previsto (ubicazione vincolata); b. l'opera soddisfa materialmente alle condizioni della pianificazione del territorio; c. il dissodamento non comporta seri pericoli per l'ambiente.”
Die Erhaltungspflicht gilt unabhängig von Waldqualität, -häufigkeit oder -verbreitung; Zeitpunkt der Aufnahme und aktueller Zustand sind unerheblich.
“An der Betroffenheit des Walderhaltungsinteresses ändern auch die weiteren Einwände der Beschwerdeführerin nichts, wonach die betroffene Waldgesellschaft Blockschutt-Fichtenwald im Berner Oberland nicht selten und der Wald daher nicht besonders geschützt sei. Zudem nehme der Waldbestand seit Jahren erheblich zu (Beschwerde S. 13, 15, 24). – Zwar beinhaltet der Grundsatz der Walderhaltung neben quantitativen auch qualitative Aspekte und stehen diese Elemente gleichwertig nebeneinander (Roland Norer, in Norer/Wild/Wisard [Hrsg.], Kommentar zum Waldgesetz, 2022, Art. 1 N. 9). Der Wald kann seine Funktionen, namentlich seine Schutz-, Wohlfahrts- und Nutzfunktion (Art. 1 Abs. 1 Bst. c WaG), indessen nur erfüllen, wenn die Waldfläche vorab quantitativ bestehen bleibt. Entsprechend sieht Art. 3 WaG vor, dass die Waldfläche nicht vermindert werden soll (Norer, a.a.O., Art. 1 N. 15; Anne Petitpierre Sauvain, in Norer/Wild/Wisard [Hrsg.], Kommentar zum Waldgesetz, 2022, Art. 3 N. 5 f., 12 f.; zum Rodungsersatz vgl. hinten E. 7.9). Der betroffene Wald ist damit unabhängig von seiner Qualität und Ausbreitung zu erhalten. Abklärungen zum Aufnahmezeitpunkt des Guferwalds in das WNI und zum aktuellen Zustand des Waldes sind daher nicht notwendig; die entsprechenden Beweisanträge werden abgewiesen (Beschwerde S. 15).”
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