Fassung gemäss Anhang Ziff. 10 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 21971069;BBl 2001 4202). ↩
16 commentaries
Bei Kompetenzzweifeln/Kompetenzstreitigkeiten zwischen Behörden muss die angegangene/ersuchte Behörde die Anfrage unverzüglich an die zuständige Vertretung/im Ausland weiterleiten; die gemeinsame Aufsichtsbehörde entscheidet auch bei Zuständigkeitsstreit infolge fehlendem gegenseitigem Zuständigkeitsgeständnis.
“1 Tout d'abord, le Tribunal relève que c'est à juste titre que le SEM a retenu, dans le cadre de l'échange d'écritures, que seules les représentations suisses à l'étranger étaient compétentes pour l'examen premier des demandes de visa humanitaire. Cela ressort en effet du dispositif légal et réglementaire tel que présenté ci-dessus (cf. supra consid. 4.1). Certes, ce motif n'a pas été avancé en tant que tel dans la décision entreprise, mais apparaît néanmoins comme un argument implicite de la motivation du SEM. Il n'en demeure pas moins que cet élément n'est pas de nature à permettre à l'autorité intimée de se limiter à un refus d'entrer en matière sur une demande qui lui est présentée. En effet, si le SEM estime qu'il n'est pas compétent, comme cela ressort de ses écrits subséquents, il lui appartient de transmettre sans délai la requête à l'autorité qu'il estime compétente, comme le prévoit l'art. 8 al. 1 PA, ou d'ouvrir, en cas de doute sur la compétence, un échange de vues avec l'autorité qu'il considère comme compétente (art. 8 al. 2 PA). Une décision ne pouvant alors intervenir, dans le cadre de l'art. 9 PA, qu'en cas de contestation d'une partie (art. 9 al .1 et 2 PA) ou de conflit de compétences (art. 9 al. 3 PA). Quoi qu'il en soit, une telle décision, qui devrait être précédée d'un échange d'écritures, ne saurait constituer un refus, formel et non matériel, d'entrer en matière, sous la forme de décision d'irrecevabilité qualifiée, que dans le cas où une partie prétendrait que l'autorité est compétente alors qu'elle se tient pour incompétente (THOMAS FLÜCKIGER, in : Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 2ème éd. 2016, ad art. 9 PA). Il apparaît donc déjà que la décision de refus d'entrer en matière prononcée par le SEM était contraire au droit, cette autorité, d'une part, n'étant pas, dans les circonstances du cas d'espèce, compétente pour prononcer un tel refus - qui relève en effet des tâches réservées aux représentations suisses à l'étranger en exécution du mandat qu'elles exercent par la volonté du législateur - et, d'autre part, le prononcé d'une telle fin de non-recevoir n'étant pas le comportement attendu par le droit fédéral en cas de demande adressée à une autorité incompétente.”
“Das Verfahren bei der Vorinstanz richtet sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz (Art. 53 FINMAG). Die Behörde prüft ihre Zuständigkeit von Amtes wegen (Art. 7 Abs. 1 VwVG). Die Behörde, die sich als unzuständig erachtet, überweist die Sache ohne Verzug der zuständigen Behörde (Art. 8 Abs. 1 VwVG). Im Zweifel führt sie gestützt auf Art. 8 Abs. 2 VwVG einen Meinungsaustausch mit der Behörde, deren Zuständigkeit in Frage kommt, wobei ein allfälliger Kompetenzkonflikt zwischen Behörden von der gemeinsamen Aufsichtsbehörde oder dem Bundesrat beurteilt wird (Art. 9 Abs. 3 VwVG). Die Überweisungs- oder Weiterleitungspflicht dient dazu, dass der Rechtsuchende nicht ohne Not um die Beurteilung seines Rechtsbegehrens durch die zuständige Instanz gebracht werden soll (vgl. BGE 140 III 636 E. 3.5 f.). Art. 8 VwVG soll die Erledigung durch Nichteintretensverfügung verhindern (BGE 108 Ib 540 E. 2a/aa), gelangt jedoch nur zur Anwendung, wenn die Behörde ihre Zuständigkeit nicht ohne Weiteres bejahen kann und keine Partei diese Zuständigkeit behauptet (Thomas Flückiger, in: Praxiskommentar VwVG, Art. 8 N 1). Der Beschwerdeführer erklärt im Gesuch an die Vorinstanz, der Grund für die Einführung des jährlichen Kontrollintervalls sei die von der Vorinstanz verlangte Länderrisikoeinstufung, er sei damit von einem Verwaltungsakt der Vorinstanz betroffen, und will sein Gesuch durch die Vorinstanz materiell beurteilt wissen. Er behauptet somit die Zuständigkeit der Vorinstanz, was er denn auch mit Schreiben vom 28. August 2023 bekräftigt, weshalb die Regelung von Art. 8 VwVG nicht zu Tragen kommt.”
Streitigkeits- und Verfahrensaspekte der Zuständigkeitsfeststellung: Die Behörde muss bei behaupteter Zuständigkeit zwingend mit Verfügung entscheiden, damit die Partei Beschwerde erheben kann.
“Erachtet eine Behörde ihre Zuständigkeit als eindeutig nicht gegeben oder als zweifelhaft, gelangt gemäss Art. 8 VwVG grundsätzlich ein verwaltungsinternes Verfahren - ohne Erlass einer Verfügung - zur Anwendung mit dem Ziel, die zuständige Behörde zu ermitteln. Art. 9 Abs. 2 VwVG durchbricht dieses Prinzip für den Fall, dass eine Partei die Zuständigkeit der Behörde - entgegen deren eigener Beurteilung - behauptet. In dieser Situation schreibt das Gesetz der Behörde vor, mittels Verfügung über ihre Zuständigkeit zu befinden. Dadurch wird der betroffenen Partei die Möglichkeit eröffnet, ihren Standpunkt auf dem Rechtsmittelweg geltend zu machen (vgl. FLÜCKIGER, a.a.O. N 8 ff. zu Art. 9 VwVG).”
Die Vorinstanz darf bei einem Zuständigkeitsstreit nicht auf die Sache eintreten; ist die Vorinstanz bereits abgeschlossen, ist gegebenenfalls der Revisionsweg beim Bundesverwaltungsgericht massgeblich.
“Mit der Vorinstanz ist zunächst festzuhalten, dass das erste Asylverfahren des Beschwerdeführers mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-5979/2020 vom 16. Mai 2023 abgeschlossen worden ist. Unter diesen Umständen wären die vorbestandenen Beweismittel tatsächlich nicht im Rahmen eines Mehrfachgesuchs bei der Vorinstanz, sondern mit einem Gesuch um Revision des Urteils E-5979/2020 beim Bundesverwaltungsgericht einzureichen gewesen. Sodann sind das Verhandlungsprotokoll vom (...) 2023, der UYAP-Auszug vom (...) 2023 und das Schreiben des türkischen Rechtsanwalts des Beschwerdeführers vom (...) 2023 zwar nach dem genannten Urteil entstanden, sie beziehen sich aber auf vorbestehende Tatsachen - nämlich die bereits vom Bundesverwaltungsgericht beurteilten Strafverfahren -, weshalb auch sie grundsätzlich Revisionsgründe im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG darstellen (vgl. BVGE 2013/22 E. 13 S. 318 f.). Diesbezüglich ist die Vorinstanz somit zu Recht mangels funktioneller Zuständigkeit gemäss Art. 9 Abs. 2 VwVG nicht auf die als «Neues Asylgesuch» bezeichnete Eingabe vom 11. September 2023 eingetreten.”
“Unter Hinweis auf die antizipierte Beweiswürdigung des Gerichts sei anzumerken, dass die neu eingereichten Bilder kaum geeignet sein dürften, eine wesentliche Veränderung der Sachlage herbeizuführen. Last but not least sei anzumerken, dass einem spezialisierten Rechtsvertreter bekannt sein dürfte, dass der nachgereichte aktualisierte Lagebericht kein Beweismittel im vorliegenden Verfahren bilde, da er keinerlei konkreten Bezug zum Beschwerdeführer aufweise. Anders zu entscheiden hiesse, dass auch bei Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils jederzeit durch Einreichung einer selbständig verfassten Stellungnahme oder eines allgemeinen Zeitungsberichts eine Neubeurteilung durch die erste Instanz herbeigeführt werden könnte. Zu prüfen bleibe, ob die Behauptung der Zuständigkeit durch das SEM im Sinne von Art. 9 Abs. 2 VwVG vorliege. Es sei explizit das SEM als die für die Behandlung der Eingabe zuständige Behörde bezeichnet worden. Demnach sei diese Voraussetzung gegeben, womit in Anwendung von Art. 9 Abs. 2 VwVG auf das Gesuch vom 18. August 2016 mangels Zuständigkeit nicht einzutreten sei.”
“Die nicht datierte und daher nicht als nach dem Urteil entstanden zu bezeichnende Fotodokumentation, die ihn bei einer regierungskritischen Demonstration der tamilischen Diaspora zeige, belege die bereits auf Beschwerdeebene geltend gemachte exilpolitische Tätigkeit des Beschwerdeführers. Unter Hinweis auf die antizipierte Beweiswürdigung des Gerichts sei anzumerken, dass die neu eingereichten Bilder kaum geeignet sein dürften, eine wesentliche Veränderung der Sachlage herbeizuführen. Last but not least sei anzumerken, dass einem spezialisierten Rechtsvertreter bekannt sein dürfte, dass der nachgereichte aktualisierte Lagebericht kein Beweismittel im vorliegenden Verfahren bilde, da er keinerlei konkreten Bezug zum Beschwerdeführer aufweise. Anders zu entscheiden hiesse, dass auch bei Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils jederzeit durch Einreichung einer selbständig verfassten Stellungnahme oder eines allgemeinen Zeitungsberichts eine Neubeurteilung durch die erste Instanz herbeigeführt werden könnte. Zu prüfen bleibe, ob die Behauptung der Zuständigkeit durch das SEM im Sinne von Art. 9 Abs. 2 VwVG vorliege. Es sei explizit das SEM als die für die Behandlung der Eingabe zuständige Behörde bezeichnet worden. Demnach sei diese Voraussetzung gegeben, womit in Anwendung von Art. 9 Abs. 2 VwVG auf das Gesuch vom 18. August 2016 mangels Zuständigkeit nicht einzutreten sei.”
Bei vermuteter oder tatsächlicher Unzuständigkeit muss die betroffene Behörde die Eingabe bzw. das Gesuch unverzüglich an die zuständige Schweizer Vertretung/Vertretung im Ausland weiterleiten.
“1 Tout d'abord, le Tribunal relève que c'est à juste titre que le SEM a retenu, dans le cadre de l'échange d'écritures, que seules les représentations suisses à l'étranger étaient compétentes pour l'examen premier des demandes de visa humanitaire. Cela ressort en effet du dispositif légal et réglementaire tel que présenté ci-dessus (cf. supra consid. 4.1). Certes, ce motif n'a pas été avancé en tant que tel dans la décision entreprise, mais apparaît néanmoins comme un argument implicite de la motivation du SEM. Il n'en demeure pas moins que cet élément n'est pas de nature à permettre à l'autorité intimée de se limiter à un refus d'entrer en matière sur une demande qui lui est présentée. En effet, si le SEM estime qu'il n'est pas compétent, comme cela ressort de ses écrits subséquents, il lui appartient de transmettre sans délai la requête à l'autorité qu'il estime compétente, comme le prévoit l'art. 8 al. 1 PA, ou d'ouvrir, en cas de doute sur la compétence, un échange de vues avec l'autorité qu'il considère comme compétente (art. 8 al. 2 PA). Une décision ne pouvant alors intervenir, dans le cadre de l'art. 9 PA, qu'en cas de contestation d'une partie (art. 9 al .1 et 2 PA) ou de conflit de compétences (art. 9 al. 3 PA). Quoi qu'il en soit, une telle décision, qui devrait être précédée d'un échange d'écritures, ne saurait constituer un refus, formel et non matériel, d'entrer en matière, sous la forme de décision d'irrecevabilité qualifiée, que dans le cas où une partie prétendrait que l'autorité est compétente alors qu'elle se tient pour incompétente (THOMAS FLÜCKIGER, in : Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 2ème éd. 2016, ad art. 9 PA). Il apparaît donc déjà que la décision de refus d'entrer en matière prononcée par le SEM était contraire au droit, cette autorité, d'une part, n'étant pas, dans les circonstances du cas d'espèce, compétente pour prononcer un tel refus - qui relève en effet des tâches réservées aux représentations suisses à l'étranger en exécution du mandat qu'elles exercent par la volonté du législateur - et, d'autre part, le prononcé d'une telle fin de non-recevoir n'étant pas le comportement attendu par le droit fédéral en cas de demande adressée à une autorité incompétente.”
Wenn Kompetenzkonflikte erst spät (z. B. in der Replik) vorgebracht werden, bleibt die Frage häufig unbehandelt mit Hinweis auf eine Zuständigkeitsklärung durch die Aufsichtsbehörde.
“Kapitel des EBG beziehe sich auf besondere Leistungen für öffentliche Verwaltungen, wobei das Eisenbahnunternehmen jeweils Leistungserbringer und der Bund, die Kantone, die Gemeinden oder andere öffentliche Körperschaften und deren Anstalten und Betriebe Leistungsbezieher seien. Es ergebe sich aus der Natur der Regelung, dass auch Behörden Adressaten der entsprechenden Entscheide bzw. Verfügungen seien. Strittig sei nicht die Mitwirkungspflicht, sondern die Frage der Vergütung von besonderen Leistungen. Es liege auch kein Kompetenzkonflikt nach Art. 9 Abs. 3 VwVG vor. Das Kompetenzkonfliktthema sei zudem von der Beschwerdeführerin erstmals in der Replik aufgeworfen worden. Bis dahin seien weder die Vorinstanz noch die Beschwerdeführerin von einem Kompetenzkonflikt ausgegangen.”
Die Zuständigkeitsfrage ist besonders relevant bei kurz nach Rechtskraft eingereichten (neuen) Asylgesuchen bzw. bei kurzer Frist zwischen Entscheiden und neuem Gesuch; es ist vorgängig zu prüfen, ob es sich gegebenenfalls um ein Revisionsgesuch handelt.
“Das Bundesverwaltungsgericht hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 18. November 2015 mit Entscheid (...) vom (...) 2019 rechtskräftig abgelehnt. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren stellt sich lediglich die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht wegen mangelhafter Begründung (Art. 111c Abs. 1 Satz 1 AsylG) beziehungsweise mangels funktioneller Zuständigkeit (Art. 9 Abs. 2 VwVG) auf das neue Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 27. August 2019, das mithin nur wenige Wochen nach dem Abweisungsentscheid beim SEM eingereicht wurde, nicht eingetreten ist. Im Wegweisungs- und Vollzugspunkt hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt (vgl. auch Urteil des BVGer D-5344/2024 vom 12. September 2024 E. 4.1).”
“Im vorliegenden Fall ist zu klären, ob das SEM die Eingabe vom 30. Juli 2024 und vom 19. August 2024 sowie vom 28. August 2024 korrekterweise als (allfälliges) Revisionsgesuch qualifiziert hat und ob das SEM auf die Gesuche des Beschwerdeführers infolge fehlender Zuständigkeit zu Recht gestützt auf Art. 9 Abs. 2 VwVG nicht eingetreten ist.”
“Juli 2024 auch nicht in substantiierter Art und Weise dargelegt, weshalb der Beschwerdeführer nun acht Jahre nach seiner Ausreise im Jahr 2016 beziehungsweise fünfzehn Jahre nach seiner im Jahr 2009 erfolgten Flucht aus einem Internierungslager von den sri-lankischen Behörden gesucht beziehungsweise vorgeladen werden sollte. Selbst wenn dem so wäre, so lasse sich aus den eingereichten Beweismitteln unter den gegebenen Umständen ohnehin nicht ableiten, dass die behaupteten Massnahmen mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit zu flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen führen würden. Die neu eingereichten Beweismittel seien nicht geeignet zu belegen, dass der Beschwerdeführer im Heimatstaat mit einer behördlichen Verfolgung zu rechnen hätte. Des Weiteren stellte das SEM fest, jene Beweismittel, welche aus dem Zeitraum vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 6. Dezember 2023 stammen würden, wären in einem allfälligen Revisionsverfahren geltend zu machen. Mangels funktioneller Zuständigkeit trete es auf die betreffendenVorbringen gestützt auf Art. 9 Abs. 2 VwVG nicht ein.”
“Mit der Vorinstanz ist zunächst festzuhalten, dass das erste Asylverfahren des Beschwerdeführers mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-5979/2020 vom 16. Mai 2023 abgeschlossen worden ist. Unter diesen Umständen wären die vorbestandenen Beweismittel tatsächlich nicht im Rahmen eines Mehrfachgesuchs bei der Vorinstanz, sondern mit einem Gesuch um Revision des Urteils E-5979/2020 beim Bundesverwaltungsgericht einzureichen gewesen. Sodann sind das Verhandlungsprotokoll vom (...) 2023, der UYAP-Auszug vom (...) 2023 und das Schreiben des türkischen Rechtsanwalts des Beschwerdeführers vom (...) 2023 zwar nach dem genannten Urteil entstanden, sie beziehen sich aber auf vorbestehende Tatsachen - nämlich die bereits vom Bundesverwaltungsgericht beurteilten Strafverfahren -, weshalb auch sie grundsätzlich Revisionsgründe im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG darstellen (vgl. BVGE 2013/22 E. 13 S. 318 f.). Diesbezüglich ist die Vorinstanz somit zu Recht mangels funktioneller Zuständigkeit gemäss Art. 9 Abs. 2 VwVG nicht auf die als «Neues Asylgesuch» bezeichnete Eingabe vom 11. September 2023 eingetreten.”
Ein Zwischenentscheid über die Zuständigkeit ist auch dann nicht zwingend, wenn die Zuständigkeit bestritten wird; die Nichtigerklärung der Verfügung folgt daraus nicht automatisch.
“Die Vorinstanz hat es unterlassen, in einem Zwischenentscheid über ihre Zuständigkeit (Art. 9 Abs. 1 VwVG) zu befinden. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist jedoch selbst im Bestreitungsfall ein Zwischenentscheid über die Zuständigkeit nicht zwingend (Thomas Flückiger, in: Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 3. Aufl. 2023 [nachfolgend: Praxiskommentar VwVG], Art. 9 N 5 m.w.H.). Die angefochtene Verfügung ist deswegen keinesfalls nichtig.”
Bei fehlender funktioneller Zuständigkeit hat die unzuständige Behörde die Eingabe durch Verfügung zu behandeln und das Nicht-Eintreten nach Art. 9 Abs. 2 VwVG zu erklären (anstatt materiell abzuweisen) oder die Sache an die mutmasslich zuständige Behörde/Schweizer Vertretung zu überweisen.
“Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Wahrung des Instanzenzugs sowie der Bestimmungen über die Überweisungspflicht und den Meinungsaustausch gemäss Art. 8 VwVG darf das Bundesverwaltungsgericht in einer Konstellation wie der zu beurteilenden anstelle der funktionell zuständigen Behörde nicht in der Sache selbst entscheiden. Vielmehr ist die Angelegenheit grundsätzlich an die mutmasslich zuständige Behörde zu überweisen (vgl. Art. 8 Abs. 1 VwVG). Das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern hat selbständig und in eigener Verantwortung zu prüfen, welchen Instanzenzug das kantonale Recht vorsieht. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde - entgegen der Rechtsmittelbelehrung in der angefochtenen Verfügung - funktionell nicht zuständig. Mangels funktioneller Zuständigkeit ist auf die hier zu beurteilende Beschwerde nicht einzutreten (Art. 9 Abs. 2 VwVG). Sie ist zur weiteren Behandlung als Beschwerde zuständigkeitshalber an das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern zu überweisen (vgl. Art. 8 Abs. 1 VwVG).”
“Eine Behörde darf einen Antrag nur dann abweisen, wenn er sich in der Sache als unbegründet erweist. Die Vorinstanz hat den weitergehenden Antrag um Anerkennung des Berufsabschlusses für die Lehrbefähigung an Maturitätsschulen in der Sache nicht geprüft und durfte ihn aufgrund der (beschränkten) Zuständigkeit auch nicht prüfen. Aufgrund der fehlenden Zuständigkeit wäre sie gehalten gewesen, den weitergehenden Antrag an die EDK formlos weiterzuleiten (Art. 8 Abs. 1 VwVG) oder durch Verfügung auf die Sache nicht einzutreten, wenn ihre Zuständigkeit behauptet worden wäre (Art. 9 Abs. 2 VwVG). Durch die Abweisung der Vorinstanz erfolgte die falsche Erledigungsform, was mit Blick auf die Rechtskraft Bundesrecht verletzt.”
“Quoi qu'il en soit, une telle décision, qui devrait être précédée d'un échange d'écritures, ne saurait constituer un refus, formel et non matériel, d'entrer en matière, sous la forme de décision d'irrecevabilité qualifiée, que dans le cas où une partie prétendrait que l'autorité est compétente alors qu'elle se tient pour incompétente (THOMAS FLÜCKIGER, in : Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 2ème éd. 2016, ad art. 9 PA). Il apparaît donc déjà que la décision de refus d'entrer en matière prononcée par le SEM était contraire au droit, cette autorité, d'une part, n'étant pas, dans les circonstances du cas d'espèce, compétente pour prononcer un tel refus - qui relève en effet des tâches réservées aux représentations suisses à l'étranger en exécution du mandat qu'elles exercent par la volonté du législateur - et, d'autre part, le prononcé d'une telle fin de non-recevoir n'étant pas le comportement attendu par le droit fédéral en cas de demande adressée à une autorité incompétente. En effet, dans de telles circonstances, comme précisé ci-dessus, il appartient à l'autorité saisie de transmettre la requête (art. 8 al. 1 PA) ou d'ouvrir un échange de vues en cas de doute (art. 8 al. 2 PA), une décision d'irrecevabilité ne pouvant intervenir que dans les conditions prévues à l'art. 9 al. 2 PA, qui ne sont manifestement pas données en l'espèce. 6.2 Ensuite, se pose la question de savoir à quelle représentation suisse à l'étranger la demande du 3 novembre 2023 aurait dû être transmise en tant qu'elle concernait des personnes domiciliées dans le Territoire palestinien occupé, et plus spécifiquement à Gaza. Selon les informations disponibles sur le site Internet du DFAE, la Suisse ne reconnaît pas la Palestine en tant qu'Etat, mais entretient au niveau bilatéral des relations avec l'Autorité palestinienne depuis 1993. Dans ce contexte, elle a ouvert en 2001 un bureau de représentation auprès de l'Autorité palestinienne à Ramallah (cf. https://www.eda.admin.ch/countries/occupied-palestinian-territory/fr/home/relations-bilaterales/bilaterale.html [site consulté en novembre 2024]). En outre - toujours selon les informations disponibles sur le site Internet du DFAE, mais uniquement en anglais - c'est cette dernière représentation (Representative Office of Switzerland in the Occupied Palestinian Territory) qui est compétente pour recevoir les demandes des résidents de Jérusalem-Est (East Jerusalem), de la Cisjordanie (West Bank) et de la Bande de Gaza (Gaza) visant l'obtention d'un visa humanitaire (cf.”
“Umso mehr gelte dies vorliegend angesichts des ausdrücklichen Begehrens, die Sache sei nicht als Revisionsgesuch zu behandeln. Das Gericht sehe sich deshalb nicht veranlasst, die Eingabe vom 18. August 2016 als Revisionsgesuch entgegenzunehmen, weshalb diese gestützt auf Art. 8 Abs. 1 VwVG an das SEM zurücküberwiesen werde. Der Vollständigkeit halber sei anzumerken, dass die Revision unter anderem verlangen könne, wer nachträglich erhebliche Tatsachen erfahre (Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG). Bereits bekannte, jedoch bewusst verschwiegene Tatsachen dürften darunter nicht zu subsumieren sein. Schliesslich wies das Bundesverwaltungsgericht darauf hin, dass Verfahren, zu deren Behandlung sich das SEM als nicht zuständig erachte, nicht automatisch in die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts fielen. Werde die Zuständigkeit des SEM von einem patentierten Rechtsanwalt oder einem anderen, in Asylverfahren erfahrenen Rechtsvertreter behauptet, stehe dem SEM, sollte es sich zur Anhandnahme der Eingabe als unzuständig erachten, die Möglichkeit offen, seine Unzuständigkeit mittels Verfügung festzustellen (Art. 9 Abs. 2 VwVG). I. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2016 trat das SEM auf die als "Neues Asylgesuch" bezeichnete Eingabe vom 18. August 2016 nicht ein und stellte fest, die Verfügung vom 9. Juli 2015 sei rechtskräftig und vollstreckbar. Gleichzeitig erhob es eine Gebühr von Fr. 600.-. J. J.a Mit als «Verwaltungsbeschwerde» und «Gesuch um vorsorgliche Massnahmen» bezeichneter Eingabe seines Rechtsvertreters vom 11. November 2016 liess der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben. In dieser wurde beantragt, das Bundesverwaltungsgericht (BVGer) habe nach Eingang der vorliegenden Verwaltungsbeschwerde unverzüglich darzulegen, welche Gerichtspersonen mit der Behandlung der vorliegenden Sache betraut würden. Gleichzeitig habe das BVGer mit geeigneten Mitteln zu belegen, dass diese Gerichtspersonen tatsächlich zufällig ausgewählt worden seien [1]. Die Verfügung des SEM vom 27. Oktober 2016 sei wegen Verletzung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen [2].”
“Erachtet eine Behörde ihre Zuständigkeit als eindeutig nicht gegeben oder als zweifelhaft, gelangt gemäss Art. 8 VwVG grundsätzlich ein verwaltungsinternes Verfahren - ohne Erlass einer Verfügung - zur Anwendung mit dem Ziel, die zuständige Behörde zu ermitteln. Art. 9 Abs. 2 VwVG durchbricht dieses Prinzip für den Fall, dass eine Partei die Zuständigkeit der Behörde - entgegen deren eigener Beurteilung - behauptet. In dieser Situation schreibt das Gesetz der Behörde vor, mittels Verfügung über ihre Zuständigkeit zu befinden. Dadurch wird der betroffenen Partei die Möglichkeit eröffnet, ihren Standpunkt auf dem Rechtsmittelweg geltend zu machen (vgl. FLÜCKIGER, a.a.O. N 8 ff. zu Art. 9 VwVG).”
Bei Eingaben durch erfahrene Rechtsvertreter ist zurückhaltend zu prüfen, ob auf Grund von Treu und Glauben mit einer Weiterleitung an die zuständige Behörde gerechnet werden durfte; bewusst an die falsche Behörde gerichtete Eingaben begründen in der Regel kein Vertrauen und rechtfertigen daher die Zurückweisung/Nichteintreten.
“Die Anwendung von Art. 9 Abs. 2 VwVG und somit das Bestehen einer Behauptung der Zuständigkeit ist vorliegend gerechtfertigt, da die Eingabe des Beschwerdeführers von seiner Rechtsvertretung ausdrücklich an das SEM gerichtet und als «Asylgesuch nach Art. 111C AsylG» betitelt war und es sich beim damaligen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers um einen seit mehreren Jahren in Asylbeschwerdeverfahren tätigen Rechtsvertreter handelt. Aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) ergibt sich, dass, wer an eine Behörde gelangt, obwohl er deren Unzuständigkeit kennt, nicht mit einer Überweisung seiner Eingabe rechnen darf (vgl. dazu Auer/Binder, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Auflage 2019, N 16). Dem langjährig im Asylrecht tätigen Rechtsvertreter musste die für die Behandlung eines Revisionsgesuchs zuständige Behörde bekannt sein. Es mussdeshalb angenommen werden, dass er das Gesuch vom 14. Oktober 2024 bewusst beim SEM eingereicht hat und eine Neubeurteilung des Gesuches durch das SEM angestrebt hat.”
“Diese Begründung erweist sich als verkürzt und würde für sich alleine nicht genügen, um das Bestehen einer Behauptung der Zuständigkeit bejahen zu können. Die Einschätzung der Vorinstanz ist indessen im Ergebnis zu bestätigen. Beim Rechtsvertreter des Beschwerdeführers handelt es sich um einen seit mehreren Jahren in Asylbeschwerdeverfahren tätigen Rechtsvertreter. Aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) ergibt sich, dass, wer an eine Behörde gelangt, obwohl er deren Unzuständigkeit kennt, nicht mit einer Überweisung seiner Eingabe rechnen darf (vgl. dazu Daum/Bieri, in: Kommentar VwVG, a.a.O., Art. 8 N. 12). Dem Rechtsvertreter musste die für die Behandlung eines Revisionsgesuch zuständige Behörde bekannt sein. Ferner führt er aus, man habe Dokumente im Asylentscheid vom 19. April 2024 übersehen, wobei er sinngemäss einen weiteren Revisionsgrund vorbringt (vgl. Art. 121 Bst. d BGG). Es kann deshalb angenommen werden, dass er das Gesuch vom 30. Juli 2024 bewusst beim SEM eingereicht hat und eine Zuständigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 2 VwVG behauptete.”
“Das SEM begründet die Anwendung von Art. 9 Abs. 2 VwVG ausschliesslich damit, dass die Eingabe des Beschwerdeführers von seiner Rechtsvertretung ausdrücklich an das SEM gerichtet und als «Wiedererwägungsgesuch» betitelt worden sei. Diese Begründung erweist sich als verkürzt und würde für sich alleine nicht genügen, um das Bestehen einer Behauptung der Zuständigkeit bejahen zu können. Die Einschätzung der Vorinstanz ist indessen im Ergebnis zu bestätigen. Beim Rechtsvertreter des Beschwerdeführers handelt es sich um einen seit mehreren Jahren in Asylbeschwerdeverfahren tätigen Rechtsvertreter. Aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) ergibt sich, dass, wer an eine Behörde gelangt, obwohl er deren Unzuständigkeit kennt, nicht mit einer Überweisung seiner Eingabe rechnen darf (vgl. dazu Daum/Bieri, in: Kommentar VwVG, a.a.O., Art. 8 N. 12). Dem Rechtsvertreter musste die für die Behandlung eines Revisionsgesuch zuständige Behörde bekannt sein. Ferner führt er aus, man habe Dokumente im Asylentscheid vom 19. April 2024 übersehen, wobei er sinngemäss einen weiteren Revisionsgrund vorbringt (vgl.”
“Die Behörde, die sich als unzuständig erachtet, überweist die Sache ohne Verzug der zuständigen Behörde (Art. 8 Abs. 1 VwVG). Wenn eine Partei indessen die Zuständigkeit der Behörde, die sich als unzuständig erachtet, behauptet, tritt die Behörde durch Verfügung auf die Sache nicht ein (Art. 9 Abs. 2 VwVG). Dies ist namentlich der Fall, wenn die Partei erkennen lässt, dass sie die angerufene Behörde nicht nur für zuständig hält, sondern ihr an einer Beurteilung gerade durch diese Amtsstelle gelegen ist. Die Behauptung der Zuständigkeit ist nicht an eine bestimmte Form gebunden und kann sich auch aus den Umständen ergeben. Dabei stellt eine Eingabe an eine Behörde für sich alleine genommen noch keine Behauptung der Zuständigkeit dieser Behörde dar, eine solche ist aber gegeben, wenn aus den Ausführungen und Vorbringen der Partei deutlich wird, dass sie die angerufene Behörde für zuständig hält und auf diesen Umstand Wert legt (vgl. Flückiger, a.a.O., Art. 9 N. 10 f. m.w.H.; Daum/Bieri, in: Kommentar VwVG, a.a.O, Art. 9 N. 6).”
Die Behauptung der Zuständigkeit kann sich aus den Umständen und dem konkreten Vorbringen der Partei ergeben; ein ausdrückliches, auch formfreies Zuständigkeitsbegehren (z.B. Titel «Wiedererwägungsgesuch» oder ausdrückliche Anrede) genügt meist als Zuständigkeitsbehauptung.
“Die Behörde, die sich als unzuständig erachtet, überweist die Sache ohne Verzug der zuständigen Behörde (Art. 8 Abs. 1 VwVG). Wenn eine Partei indessen die Zuständigkeit der Behörde, die sich als unzuständig erachtet, behauptet, tritt die Behörde durch Verfügung auf die Sache nicht ein (Art. 9 Abs. 2 VwVG). Dies ist dann der Fall, wenn die Partei erkennen lässt, dass sie die angerufene Behörde nicht nur für zuständig hält, sondern ihr an einer Beurteilung gerade durch diese Amtsstelle gelegen ist. Die Behauptung der Zuständigkeit ist nicht an eine bestimmte Form gebunden und kann sich auch aus den Umständen ergeben. Dabei stellt eine Eingabe an eine Behörde für sich alleine genommen noch keine Behauptung der Zuständigkeit dieser Behörde dar, eine solche ist aber gegeben, wenn aus den Ausführungen und Vorbringen der Partei deutlich wird, dass sie die angerufene Behörde für zuständig hält und auf diesen Umstand Wert legt (vgl. Flückiger, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], 3. Aufl. 2023, N. 10 und 11 zu Art. 9 m.w.H.; Daum/Bieri, in: Kommentar VwVG, Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 2. Aufl. 2019, Art. 9 N. 6).”
“Das SEM stellte zur Begründung der angefochtenen Verfügung fest, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Vorbringen ausschliesslich solche seien, die bereits im ordentlichen Asylverfahren und im Beschwerdeverfahren vorgebracht worden seien und mit denen sich das Bundesverwaltungsgericht im Urteil D-706/2024 vom 26. März 2024 bereits materiell auseinandergesetzt habe. Eine allfällige neue Beurteilung der Vorbringen wäre im Rahmen eines Revisionsverfahrens durch das Bundesverwaltungsgericht vorzunehmen. Gemäss Art. 8 Abs. 1 VwVG überweise die Behörde, die sich als unzuständig erachte, die Sache ohne Verzug der zuständigen Behörde. Eine Behörde, die sich als unzuständig erachte, trete durch Verfügung auf die Sache nicht ein, wenn eine Partei die Zuständigkeit behaupte (Art. 9 Abs. 2 VwVG). Die Eingabe vom 14. Oktober 2024 sei von der Rechtsvertretung an das SEM gerichtet und als «Asylgesuch nach Art. 111c AsylG» betitelt, wodurch unmissverständlich die Zuständigkeit des SEM behauptet werde. Mangels funktionaler Zuständigkeit trete das SEM auf die Eingabe vom 14. Oktober 2024 folglich nicht ein.”
“Die Behörde, die sich als unzuständig erachtet, überweist die Sache ohne Verzug der zuständigen Behörde (Art. 8 Abs. 1 VwVG). Wenn eine Partei indessen die Zuständigkeit der Behörde, die sich als unzuständig erachtet, behauptet, tritt die Behörde durch Verfügung auf die Sache nicht ein (Art. 9 Abs. 2 VwVG). Dies ist dann der Fall, wenn die Partei erkennen lässt, dass sie die angerufene Behörde nicht nur für zuständig hält, sondern ihr an einer Beurteilung gerade durch diese Amtsstelle gelegen ist. Die Behauptung der Zuständigkeit ist nicht an eine bestimmte Form gebunden und kann sich auch aus den Umständen ergeben. Dabei stellt eine Eingabe an eine Behörde für sich alleine genommen noch keine Behauptung der Zuständigkeit dieser Behörde dar, eine solche ist aber gegeben, wenn aus den Ausführungen und Vorbringen der Partei deutlich wird, dass sie die angerufene Behörde für zuständig hält und auf diesen Umstand Wert legt (vgl. Flückiger, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], 3. Aufl. 2023, N. 10 und 11 zu Art. 9 m.w.H.; Daum/Bieri, in: Kommentar VwVG, Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 2. Aufl. 2019, Art. 9 N. 6). Die Anwendung von Art. 9 Abs. 2 VwVG und somit das Bestehen einer Behauptung der Zuständigkeit ist vorliegend gerechtfertigt, da die Eingabe des Beschwerdeführers von seiner Rechtsvertretung ausdrücklich an das SEM gerichtet und als «Wiedererwägungsgesuch» betitelt war und es sich beim damaligen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers um einen patentierten Rechtsanwalt handelt.”
“Wenn eine Partei indessen die Zuständigkeit der Behörde, die sich als unzuständig erachtet, behauptet, tritt die Behörde durch Verfügung auf die Sache nicht ein (Art. 9 Abs. 2 VwVG). Dies ist dann der Fall, wenn die Partei erkennen lässt, dass sie die angerufene Behörde nicht nur für zuständig hält, sondern ihr an einer Beurteilung gerade durch diese Amtsstelle gelegen ist. Die Behauptung der Zuständigkeit ist nicht an eine bestimmte Form gebunden und kann sich auch aus den Umständen ergeben. Dabei stellt eine Eingabe an eine Behörde für sich alleine genommen noch keine Behauptung der Zuständigkeit dieser Behörde dar, eine solche ist aber gegeben, wenn aus den Ausführungen und Vorbringen der Partei deutlich wird, dass sie die angerufene Behörde für zuständig hält und auf diesen Umstand Wert legt (vgl. Flückiger, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], 3. Aufl. 2023, N. 10 und 11 zu Art. 9 m.w.H.; Daum/Bieri, in: Kommentar VwVG, Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 2. Aufl. 2019, Art. 9 N. 6). Die Anwendung von Art. 9 Abs. 2 VwVG und somit das Bestehen einer Behauptung der Zuständigkeit ist vorliegend gerechtfertigt, da die Eingabe des Beschwerdeführers von seiner Rechtsvertretung ausdrücklich an das SEM gerichtet und als «Wiedererwägungsgesuch» betitelt war und es sich beim damaligen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers um einen patentierten Rechtsanwalt handelt. Aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) ergibt sich, dass, wer an eine Behörde gelangt, obwohl er deren Unzuständigkeit kennt, nicht mit einer Überweisung seiner Eingabe rechnen darf (vgl. dazu Auer/Binder, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Auflage 2019, N 16). Dem langjährig im Asylrecht tätigen Rechtsvertreter musste die für die Behandlung eines Revisionsgesuchs zuständige Behörde bekannt sein. Es kann deshalb angenommen werden, dass er das Gesuch vom 19. Juli 2023 bewusst beim SEM eingereicht hat und eine Neubeurteilung des Gesuches durch das SEM angestrebt hat.”
“Die Behörde, die sich als unzuständig erachtet, tritt durch Verfügung auf die Sache nicht ein, wenn eine Partei die Zuständigkeit behauptet (Art. 9 Abs. 2 VwVG).”
Bei Nichteintreten nach Art. 9 Abs. 2 VwVG prüft die Beschwerdeinstanz nur, ob das Nichteintreten rechtmäßig war; eine materielle Prüfung der Sache findet nicht statt.
“Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide nach Art. 9 Abs. 2 VwVG ist die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht einen Nichteintretensentscheid gefällt hat (vgl. BGE 132 V 74 E. 1.1). Die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl bilden demgegenüber nicht Gegenstand des angefochtenen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden Verfahrens. Auf die entsprechenden Anträge auf Überprüfung und Gutheissung des Asylgesuches ist deshalb nicht einzutreten (vgl. Beschwerde, S. 11).”
“Prüfungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet einzig die Frage, ob die Vorinstanz gemäss Art. 111c Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 VwVG zu Recht auf das neue Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 11. September 2023 nicht eingetreten ist. Wird die Beschwerde gutgeheissen enthält sich die Beschwerdeinstanz einer selbständigen materiellen Prüfung; sie hebt die angefochtene Verfügung auf und weist die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 m.w.H.).”
“Der in der Beschwerde vertretenen Ansicht, das SEM habe auch bei einem Nichteintretensentscheid die Frage der Zulässigkeit und der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu prüfen (vgl. E. 4.2.2), trifft nicht zu. Erachtet sich das SEM als funktionell unzuständig für die Behandlung einer beispielsweise als neues Asylgesuch" oder als "Wiedererwägungsgesuch" bezeichneten Eingabe, weil es davon ausgeht, es handle sich um ein Revisionsgesuch, zu dessen Behandlung das Bundesverwaltungsgericht zuständig sei, und tritt es, weil seine Zuständigkeit von der gesuchstellenden Partei behauptet wird, auf die Eingabe gestützt auf Art. 9 Abs. 2 VwVG nicht ein, hat es sich mit der Eingabe materiell nicht zu befassen und mangels Zuständigkeit auch nicht (erneut) über die Frage zu befinden, ob der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich ist (vgl. in diesem Sinne die Urteile des BVGer D-4800/2022 vom 3. November 2022 E. 4.2 und E. 5.3, D-2506/2019 vom 26. Juli 2019 E. 5.2.2, D-1539/2019 vom 16. April 2019 E. 5.2,). Die in der Beschwerde eventuell gestellten Begehren, die Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur Prüfung des Wegweisungsvollzugs an die Vorinstanz zurückzuweisen [6] beziehungsweise, eventuell sei die Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur Feststellung der Unzulässigkeit eventuell der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zurückzuweisen [7], sind abzuweisen.”
Die Prüfung der Zuständigkeit/Kompetenz umfasst die materiellen, territorialen und funktionellen Zuständigkeitsaspekte; die Praxis zieht dabei häufig einschlägige Rechtsprechung heran (vgl. ATF 142 II 182).
“Selon l'art. 9 PA, l'autorité qui se tient pour compétente le constate dans une décision si une partie conteste sa compétence (al. 1). A l'inverse, l'autorité qui se tient pour incompétente prend une décision d'irrecevabilité si une partie prétend qu'elle est compétente (al. 2). La compétence au sens de l'art. 9 PA concerne la compétence matérielle, territoriale et fonctionnelle de l'autorité (cf. ATF 142 II 182 consid. 3.2.2; DAUM/BIERI, in AUER/MÜLLER/SCHINDLER [édit.], VwVG, Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren Kommentar, 2e éd. 2018, no 1 ad art. 9 PA et no 3 et 5 à 9 ad art. 7 PA: BENOÎT BOVAY, Procédure administrative, 2e éd. 2015, p. 112 s., p. 122).”
Die Verfügung über Unzuständigkeit/Irrecevabilité kann bereits vor der Überweisung an die zuständigen Behörden ergehen; in der Praxis führt eine Zuständigkeitsrüge oft zur sofortigen Abweisung (Irrecevabilité) und die Übermittlung an die zuständige Behörde erfolgt erst nach Rechtskraft bzw. nach Ergehen der Unzuständigkeitsverfügung.
“2 PA, l'autorité qui se tient pour incompétente prend une décision d'irrecevabilité si une partie prétend qu'elle est compétente. Une transmission de l'affaire en vertu de l'art. 8 al. 1 PA, c'est-à-dire sans prononcé d'une décision formelle, n'est pas possible dans ce cas (ATAF 2009/1 consid. 3 ; arrêt du TAF A-3290/2011 du 29 septembre 2011 consid. 2.1.4 ; Laurent Butticaz, in : CR-PA, art. 8 PA n° 10 ; Thomas Flückiger, in : Waldmann/Krauskopf [éd.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz [VwVG], 3e éd. 2023 [ci-après : Praxiskommentar VwVG], art. 8 PA n° 11 ; Daum/Bieri, in : Komm. VwVG, art. 8 PA n° 13). Cela n'exclut toutefois pas que l'autorité saisie transmette le dossier à l'autorité compétente après avoir rendu une décision d'irrecevabilité. Il convient néanmoins d'attendre l'entrée en force de la décision d'irrecevabilité avant de transmettre l'affaire à l'autorité compétente (arrêts du TAF A-3150/2016 du 3 juillet 2018 consid. 9.5 ; A-759/2014 du 28 avril 2014, ch. 2 du dispositif ; Laurent Butticaz, in : CR-PA, art. 9 PA n° 11 ; Thomas Flückiger, in : Praxiskommentar VwVG, art. 8 PA n° 11 et art. 9 PA n° 9). 5.2 En l'espèce, il ressort de la note téléphonique du 9 décembre 2024 que, contacté par les recourants au sujet de la demande de restitution, l'OFDF les a renvoyés à agir devant le Tribunal. Dans ses déterminations du 19 décembre 2024, il a affirmé que la demande de restitution s'intégrait dans la procédure A-2221/2024 et qu'il incombait au Tribunal de se prononcer à ce sujet. Autrement dit, en tant que partie à la procédure A-2221/2024, il a affirmé que le Tribunal était compétent pour se prononcer sur la restitution. En application de l'art. 9 al. 2 PA, le Tribunal doit donc rendre une décision d'irrecevabilité. 5.3 Il ressort de ce qui précède que la demande de restitution de la montre (...) adressée le 10 décembre 2024 au TAF doit être déclarée irrecevable. Elle sera transmise à l'OFDF pour raison de compétence, dès l'entrée en force la présente décision. 6. 6.1 A teneur de l'art. 63 al. 1 PA, les frais de procédure sont en règle générale mis à la charge de la partie qui succombe.”
Parteivorbringen zur Zuständigkeit: Eine Partei muss deutlich machen, dass sie eine Entscheidung gerade von der angerufenen Behörde verlangt; wer die Zuständigkeit behauptet, verhindert in der Regel die Überweisung, wobei der Widerspruch ausdrücklich oder konkludent erfolgen kann.
“A titre subsidiaire, le recourant a conclu à ce que l'autorité inférieure soit enjointe de transmettre sa demande de reconnaissance à l'autorité compétente. 3.1 L'art. 8 al. 1 PA prévoit que l'autorité qui se tient pour incompétente transmet sans délai l'affaire à l'autorité compétente. Cette disposition établit ainsi une obligation pour les autorités administratives fédérales énumérées à l'art. 1 al. 2 PA de transmettre d'office l'affaire à l'autorité compétente (cf. arrêt du TF 1C_464/2019 du 5 décembre 2019 consid. 8.1 ; arrêt du TAF A-445/2015 du 18 novembre 2015 consid. 14.2.1; Michel Daum, in : Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2ème éd., no 1 art. 8). En revanche, l'autorité qui se tient pour incompétente prend une décision d'irrecevabilité si une partie prétend qu'elle est compétente (cf. art. 9 al. 2 PA). L'allégation de compétence peut être explicite ou implicite (cf. arrêts du TAF C-7565/2015 du 23 mai 2017 consid. 3.6 et C-485/2016 du 17 mai 2017 consid. 5.1 ; Daum, op. cit., no 6 ad art. 9 PA). La partie doit faire savoir qu'elle tient à ce qu'une décision soit prise précisément par l'autorité saisie (cf. ATF 108 Ib 540 consid. 2a/aa ; arrêt du TF 2C_372/2018 du 25 juillet 2018 consid. 4.1.3). En d'autres termes, on doit pouvoir déduire du comportement de la partie qu'elle s'oppose à une transmission de la cause au sens de l'art. 8 al. 1 PA (cf. Daum, op.cit., no 6 ad art. 9 ; Thomas Flückiger, in : Praxiskommentar VwVG, 3ème éd., no 11 ad art. 9). 3.2 Selon la jurisprudence, la loi ne protège pas l'attitude contradictoire (venire contra factum proprium) lorsque le comportement antérieur d'une partie a inspiré une confiance légitime chez l'autre partie et déterminé celle-ci à des actes qui se révèlent préjudiciables à ses intérêts une fois que la situation a changé (cf. ATF 137 III 208 consid. 2.5, 130 III 113 consid. 4.2, 129 III 493 consid. 5.1 et les réf. cit. ; Paul-Henri Steinauer, Le titre préliminaire du code civil, in Traité de droit privé suisse, tome II/1, 2009, no 583).”
Die Nichteintretensverfügung (Unzuständigkeitsverfügung/Irrecevabilité) muss formell verfügt und in Rechtskraft erwachsen sein, bevor die Weiterleitung an eine andere Behörde erfolgen darf; eine blosse Weiterleitung ohne Entscheid ist unzulässig.
“Cela n'exclut toutefois pas que l'autorité saisie transmette le dossier à l'autorité compétente après avoir rendu une décision d'irrecevabilité. Il convient néanmoins d'attendre l'entrée en force de la décision d'irrecevabilité avant de transmettre l'affaire à l'autorité compétente (arrêts du TAF A-3150/2016 du 3 juillet 2018 consid. 9.5 ; A-759/2014 du 28 avril 2014, ch. 2 du dispositif ; Laurent Butticaz, in : CR-PA, art. 9 PA n° 11 ; Thomas Flückiger, in : Praxiskommentar VwVG, art. 8 PA n° 11 et art. 9 PA n° 9). 5.2 En l'espèce, il ressort de la note téléphonique du 9 décembre 2024 que, contacté par les recourants au sujet de la demande de restitution, l'OFDF les a renvoyés à agir devant le Tribunal. Dans ses déterminations du 19 décembre 2024, il a affirmé que la demande de restitution s'intégrait dans la procédure A-2221/2024 et qu'il incombait au Tribunal de se prononcer à ce sujet. Autrement dit, en tant que partie à la procédure A-2221/2024, il a affirmé que le Tribunal était compétent pour se prononcer sur la restitution. En application de l'art. 9 al. 2 PA, le Tribunal doit donc rendre une décision d'irrecevabilité. 5.3 Il ressort de ce qui précède que la demande de restitution de la montre (...) adressée le 10 décembre 2024 au TAF doit être déclarée irrecevable. Elle sera transmise à l'OFDF pour raison de compétence, dès l'entrée en force la présente décision. 6. 6.1 A teneur de l'art. 63 al. 1 PA, les frais de procédure sont en règle générale mis à la charge de la partie qui succombe. A titre exceptionnel, ils peuvent être entièrement remis (art. 63 al. 1 PA, dernière phrase). Aucun frais de procédure n'est mis à la charge des autorités inférieures (art. 63 al. 2 PA). L'autorité de recours peut allouer, d'office ou sur requête, à la partie ayant entièrement ou partiellement gain de cause une indemnité pour les frais indispensables et relativement élevés qui lui ont été occasionnés (art. 64 al. 1 PA). 6.2 Compte tenu des indications erronées délivrées par l'OFDF aux recourants, il n'y a pas lieu de percevoir de frais de procédure pour la présente décision.”
“6 Il est rappelé que selon la jurisprudence du Tribunal fédéral, le séquestre de gage douanier doit être traité dans une procédure séparée de celle du fond (cf. consid. 2.2). Par ailleurs, en l'espèce, les recourants 1 et 2 ont requis que leur demande de restitution soit traitée rapidement. Or, l'échange d'écriture n'étant pas clos, la cause A-2221/2024 n'est pas en état d'être jugée. Il est donc dans l'intérêt des recourants que la restitution puisse être tranchée dans une procédure séparée et autonome de la procédure au fond. Dans ces conditions, un élargissement de l'objet de la contestation à la question de la restitution n'entre pas en ligne de compte. 4.7 Il s'ensuit que seul l'OFDF est compétent à ce stade pour traiter la demande de restitution de la montre (...), à l'exclusion du Tribunal, qui n'a ni à se prononcer sur cette question, ni à donner son approbation. Le cas échéant, la décision de l'OFDF sur la restitution pourra, dans un deuxième temps, faire l'objet d'un recours auprès du TAF. 5. 5.1 A teneur de l'art. 9 al. 2 PA, l'autorité qui se tient pour incompétente prend une décision d'irrecevabilité si une partie prétend qu'elle est compétente. Une transmission de l'affaire en vertu de l'art. 8 al. 1 PA, c'est-à-dire sans prononcé d'une décision formelle, n'est pas possible dans ce cas (ATAF 2009/1 consid. 3 ; arrêt du TAF A-3290/2011 du 29 septembre 2011 consid. 2.1.4 ; Laurent Butticaz, in : CR-PA, art. 8 PA n° 10 ; Thomas Flückiger, in : Waldmann/Krauskopf [éd.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz [VwVG], 3e éd. 2023 [ci-après : Praxiskommentar VwVG], art. 8 PA n° 11 ; Daum/Bieri, in : Komm. VwVG, art. 8 PA n° 13). Cela n'exclut toutefois pas que l'autorité saisie transmette le dossier à l'autorité compétente après avoir rendu une décision d'irrecevabilité. Il convient néanmoins d'attendre l'entrée en force de la décision d'irrecevabilité avant de transmettre l'affaire à l'autorité compétente (arrêts du TAF A-3150/2016 du 3 juillet 2018 consid. 9.5 ; A-759/2014 du 28 avril 2014, ch. 2 du dispositif ; Laurent Butticaz, in : CR-PA, art.”
Art. 9 Abs. 3 VwVG greift nur bei einem Behördenkompetenzkonflikt (Streit zwischen Behörden um Entscheidungsbefugnis). Bloße Bestreitungen oder Zuständigkeitsrügen von Verfahrensbeteiligten, bzw. wenn eine Partei keinen eigenen Entscheidungsanspruch/keine Entscheidungsbefugnis geltend macht, begründen keinen Einsatz von Art. 9 Abs. 3 VwVG.
“Es ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin auch kein Nichtigkeitsgrund gegeben, weil die Vorinstanz kein Verfahren nach Art. 9 Abs. 3 VwVG eingeleitet hat. In der vorliegenden Konstellation liegt kein Anwendungsfall von Art. 9 Abs. 3 VwVG vor. Die Beschwerdeführerin beansprucht keine eigene Entscheidungsgewalt, sondern bestreitet als Verfahrensbeteiligte die Zuständigkeit der Vorinstanz zur Beurteilung der Vergütungsansprüche der Beschwerdegegnerin.”
“Die Vorinstanz ist der Auffassung, dass die Befugnisse der Beschwerdeführerin nicht strittig seien. Es gehe vielmehr um die Tragung der von der Beschwerdeführerin verursachten Kosten, weil sie auf dem Eisenbahnareal tätig sei und die entsprechenden Kosten damit den Betrieb von Eisenbahnen im Sinne von Art. 1 EBG betreffen würden. Die zollrechtlichen Erlasse würden dazu keine Regelung enthalten, wohl aber die eisenbahnrechtlichen Erlasse. Mit der Aufhebung von Art. 46 aEBG sei Art. 41 EBG anwendbar. An der Zuständigkeit gemäss Art. 48 Abs. 1 EBG habe sich nichts geändert. Die Beschwerdeführerin sei von den Kosten wie eine Privatperson betroffen. Ihre hoheitlichen Befugnisse würden unberührt bleiben. Dementsprechend liege kein Kompetenzkonflikt vor, der nach Art. 9 Abs. 3 VwVG zu lösen wäre. Art. 48 Abs. 1 EBG gehe Art. 9 Abs. 3 VwVG vor.”
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