7 commentaries
art. 62 LPD reprend essentiellement la règle antérieure de l'art. 35a de l'ancienne LPD, mais il en élargit le champ d'application : alors que l'art. 35a de l'ancienne LPD ne portait que sur les données personnelles particulièrement dignes de protection et les profils de personnalité, l'art. 62 LPD couvre désormais toutes les catégories de données personnelles secrètes. Cette extension du champ de protection peut accroître considérablement le domaine d'application ; elle n'influe toutefois pas nécessairement sur l'appréciation juridique dans chaque cas concret.
“Art. 62 DSG übernimmt im Wesentlichen die bisherige Regelung von Art. 35 aDSG. Einzig der Anwendungsbereich wird erheblich erweitert. Während Art. 35 aDSG lediglich geheime besonders schützenswerte Personendaten und Persönlichkeitsprofile schützte, erfasst Art. 62 DSG neu alle Arten von geheimen Personendaten (Mathys/Thomann, in: Basler Kommentar, Datenschutzgesetz/Öffentlichkeits- gesetz, 4. Aufl. 2024, N. 2 und 4 zu Art. 62 DSG mit weiteren Hinweisen; Simmler, in: Kommentar zum Schweizerischen Datenschutzgesetz mit weiteren Erlassen, 2023, N. 2 zu Art. 62 DSG). Diese Änderung hat aber keinen Einfluss auf die Beurteilung der sich vorliegend stellenden Rechtsfrage und sagt auch nichts über die Notwendigkeit des Vorliegens eines Vertrauensverhältnisses aus. Es ist unbestritten, dass die Art der weitergegebenen Personendaten sowohl unter Art. 35a DSG als auch Art. 62 DSG fällt, womit Art. 62 DSG im konkreten Fall nicht günstiger ist als Art. 35 aDSG. Letztlich kann die Frage des anwendbaren Rechts aber offenbleiben, da sie für den vorliegenden Fall keine entscheidende Rolle spielt.”
Citation : LPD art. 62 n. 6 Selon la doctrine et la jurisprudenÎ dominantes, l'art. 62 LPD doit être compris comme une norme relative au secret professionnel. Est donc principalement protégée la personne qui a confié des données à une personne exerçant une activité professionnelle (le « titulaire primaire du secret »). Les personnes qui n'entretiennent pas une telle relation de confianÎ ne peuvent pas se prévaloir de la violation pénale du secret professionnel en matière de protection des données.
“Auch die herrschende Lehre ist sich einig, dass Art. 62 DSG wie bereits Art. 35 aDSG als Berufsgeheimnisnorm zu interpretieren ist, weshalb nur der sogenannte primäre Geheimnisherr geschützt ist. Es geht nicht um die allgemeine Einhaltung von Standards zum Schutz von Personendaten im Sinn des DSG, sondern um den spezifischen Schutz einer oder eines Anvertrauenden gegenüber einer dieses Vertrauen missbrauchenden berufstätigen Person (Simmler, a.a.O., N. 10 zu Art. 62 DSG; Gassmann, in Onlinekommentar zum neuen Datenschutzgesetz in der Schweiz, N. 15 zu Art. 62 DSG sowie Ferrari-Visca Reto, a.a.O., N. 160). Das von Art. 62 DSG bzw. Art. 35 aDSG geschützte Rechtsgut ist die Wahrung der Geheimsphäre der Personen, die ihre Personendaten Dritten anvertrauen (Wohlers, a.a.O., N. 4 zu Art. 62 DSG). Beliebige Drittpersonen sollen sich nicht auf die datenschutzrechtliche Verletzung des Berufsgeheimnisses berufen können (Ferrari-Visca Reto, a.a.O., N. 170). Da die Schweigepflicht im Strafrecht auf der Beziehung der betroffenen Person zur berufsausübenden Person beruht, kann sich nur diejenige Person auf die Verletzung des Berufsgeheimnisses berufen, welche die Informationen der berufstätigen Person anvertraut hat. Das hat mit Blick auf die soeben gemachten Ausführungen auch für die datenschutzrechtliche Verletzung des Berufsgeheimnisses zu gelten (vgl. Simmler, a.a.O., N. 10 zu Art. 62 DSG; Mathys/Thomann, a.a.O., N. 31 zu Art. 62 DSG; Gassmann, a.a.O, N. 15 zu Art.”
“Beliebige Drittpersonen sollen sich nicht auf die datenschutzrechtliche Verletzung des Berufsgeheimnisses berufen können (Ferrari-Visca Reto, a.a.O., N. 170). Da die Schweigepflicht im Strafrecht auf der Beziehung der betroffenen Person zur berufsausübenden Person beruht, kann sich nur diejenige Person auf die Verletzung des Berufsgeheimnisses berufen, welche die Informationen der berufstätigen Person anvertraut hat. Das hat mit Blick auf die soeben gemachten Ausführungen auch für die datenschutzrechtliche Verletzung des Berufsgeheimnisses zu gelten (vgl. Simmler, a.a.O., N. 10 zu Art. 62 DSG; Mathys/Thomann, a.a.O., N. 31 zu Art. 62 DSG; Gassmann, a.a.O, N. 15 zu Art. 62 DSG). Es kann bei Art. 62 DSG bzw. Art. 35 aDSG kein Raum entstehen für ein sekundäres und womöglich konträres Geheimhaltungsinteresse einer anderen betroffenen Person, die nicht mit dem Geheimnisträger in einer (Vertrauens-)Beziehung steht (Mathys/Thomann, a.a.O., N. 31 zu Art. 62 DSG). Da vorliegend nicht die Beschwerdeführerin dem Beschuldigten Informationen über sich anvertraut hat, gilt sie nicht als primäre Geheimnisherrin und kann sich nicht auf Art. 62 DSG oder Art. 35 aDSG berufen. Eine Strafbarkeit des Beschuldigten liegt damit offensichtlich nicht vor, weshalb die Staatsanwaltschaft zu Recht eine Nichtanhandnahmeverfügung erlassen hat. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.”
Citation : LPD art. 62 n. 5 L'acte matériel consiste en la divulgation, c'est-à-dire en la mise à disposition de données personnelles confidentielles à des tiers qui ne les connaissaient pas encore. Par cette mise à disposition, l'infraction est consommée ; il ne s'agit pas d'une infraction continue.
“Gemäss Art. 62 Abs. 1 DSG macht sich strafbar, wer geheime Personenda- ten vorsätzlich offenbart, von denen sie oder er bei der Ausübung ihres oder sei- nes Berufes, der die Kenntnis solcher Daten erfordert, Kenntnis erlangt hat. Ge- mäss Art. 62 Abs. 2 DSG macht sich strafbar, wer vorsätzlich geheime Personen- daten offenbart, von denen sie oder er bei der Tätigkeit für eine geheimhaltungs- pflichtige Person oder während der Ausbildung bei dieser Kenntnis erlangt hat. Bei Art. 62 DSG besteht die Tathandlung in der Offenbarung der Personendaten. Das ist das Zugänglichmachen der Personendaten für Dritte, welche diese noch nicht kennen (vgl. dazu Wolfgang Wohlers, in: Bruno Baeriswyl/Kurt Pärli/Domi- nika Blonski, Datenschutzgesetz (DSG), 2. Auflage, Bern 2023, N. 15 ff. zu Art. 62 DSG). Mit der Offenbarung ist das Delikt vollendet. Es handelt sich insbesondere nicht um ein Dauerdelikt. Damit kann auf das unter E. II.3.5 Gesagte verwiesen werden.”
L'élément matériel de l'infraction au sens de l'art. 62 al. 1 LPD consiste en la mise à disposition de données personnelles secrètes à des tiers ; par cette divulgation, l'infraction est consommée. Il ne s'agit pas d'une infraction continue.
“Gemäss Art. 62 Abs. 1 DSG macht sich strafbar, wer geheime Personenda- ten vorsätzlich offenbart, von denen sie oder er bei der Ausübung ihres oder sei- nes Berufes, der die Kenntnis solcher Daten erfordert, Kenntnis erlangt hat. Ge- mäss Art. 62 Abs. 2 DSG macht sich strafbar, wer vorsätzlich geheime Personen- daten offenbart, von denen sie oder er bei der Tätigkeit für eine geheimhaltungs- pflichtige Person oder während der Ausbildung bei dieser Kenntnis erlangt hat. Bei Art. 62 DSG besteht die Tathandlung in der Offenbarung der Personendaten. Das ist das Zugänglichmachen der Personendaten für Dritte, welche diese noch nicht kennen (vgl. dazu Wolfgang Wohlers, in: Bruno Baeriswyl/Kurt Pärli/Domi- nika Blonski, Datenschutzgesetz (DSG), 2. Auflage, Bern 2023, N. 15 ff. zu Art. 62 DSG). Mit der Offenbarung ist das Delikt vollendet. Es handelt sich insbesondere nicht um ein Dauerdelikt. Damit kann auf das unter E. II.3.5 Gesagte verwiesen werden.”
La poursuite fondée sur l'art. 62 LPD suppose une plainte pénale (art. 30 CP). Le délai pour déposer la plainte est de trois mois et commenÎ à courir le jour où l'auteur devient connu de la personne habilitée à déposer la plainte (art. 31 CP). À l'expiration de ce délai, le droit de déposer la plainte s'éteint; toute prorogation est exclue. Cette limitation temporelle répond au principe d'accélération (art. 6 ch. 1 CEDH; art. 29 al. 1 Cst.).
“Die Verfolgung der Verletzung der beruflichen Schweigepflicht gemäss Art. 62 DSG setzt einen Strafantrag (Art. 30 StGB) voraus, dessen Antragsfrist drei Monate beträgt. Die Frist beginnt mit dem Tag, an welchem der antragsberechtigten Person der Täter bekannt wird (Art. 31 StGB). Der Täter soll nicht über längere Zeit darüber im Ungewissen sein, ob gegen ihn eine Strafverfolgung eingeleitet wird oder nicht. Die Befristung dient also letztlich dem Beschleunigungsgebot von Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und Art. 29 Abs. 1 BV. Mit Ablauf der Frist «erlischt» das Antragsrecht. Wie bei gesetzlichen Fristen allgemein (Art. 89 Abs. 1 StPO), so ist auch eine Erstreckung der Strafantragsfrist ausgeschlossen (Riedo, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 4. Auflage 2019, Art. 31 StGB N 1, 2, 4).”
“Die Verfolgung der Verletzung der beruflichen Schweigepflicht gemäss Art. 62 DSG setzt einen Strafantrag (Art. 30 StGB) voraus, dessen Antragsfrist drei Monate beträgt. Die Frist beginnt mit dem Tag, an welchem der antragsberechtigten Person der Täter bekannt wird (Art. 31 StGB). Der Täter soll nicht über längere Zeit darüber im Ungewissen sein, ob gegen ihn eine Strafverfolgung eingeleitet wird oder nicht. Die Befristung dient also letztlich dem Beschleunigungsgebot von Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und Art. 29 Abs. 1 BV. Mit Ablauf der Frist «erlischt» das Antragsrecht. Wie bei gesetzlichen Fristen allgemein (Art. 89 Abs. 1 StPO), so ist auch eine Erstreckung der Strafantragsfrist ausgeschlossen (Riedo, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 4. Auflage 2019, Art. 31 StGB N 1, 2, 4).”
Selon la doctrine et la jurisprudenÎ dominantes, l'art. 62 LPD protège en priorité le titulaire primaire du secret — c'est‑à‑dire la personne qui a confié des informations à une personne exerçant une activité professionnelle. D'autres tiers ne peuvent pas se prévaloir de la protection du secret professionnel au titre du droit de la protection des données prévue à l'art. 62 LPD.
“Auch die herrschende Lehre ist sich einig, dass Art. 62 DSG wie bereits Art. 35 aDSG als Berufsgeheimnisnorm zu interpretieren ist, weshalb nur der sogenannte primäre Geheimnisherr geschützt ist. Es geht nicht um die allgemeine Einhaltung von Standards zum Schutz von Personendaten im Sinn des DSG, sondern um den spezifischen Schutz einer oder eines Anvertrauenden gegenüber einer dieses Vertrauen missbrauchenden berufstätigen Person (Simmler, a.a.O., N. 10 zu Art. 62 DSG; Gassmann, in Onlinekommentar zum neuen Datenschutzgesetz in der Schweiz, N. 15 zu Art. 62 DSG sowie Ferrari-Visca Reto, a.a.O., N. 160). Das von Art. 62 DSG bzw. Art. 35 aDSG geschützte Rechtsgut ist die Wahrung der Geheimsphäre der Personen, die ihre Personendaten Dritten anvertrauen (Wohlers, a.a.O., N. 4 zu Art. 62 DSG). Beliebige Drittpersonen sollen sich nicht auf die datenschutzrechtliche Verletzung des Berufsgeheimnisses berufen können (Ferrari-Visca Reto, a.a.O., N. 170). Da die Schweigepflicht im Strafrecht auf der Beziehung der betroffenen Person zur berufsausübenden Person beruht, kann sich nur diejenige Person auf die Verletzung des Berufsgeheimnisses berufen, welche die Informationen der berufstätigen Person anvertraut hat. Das hat mit Blick auf die soeben gemachten Ausführungen auch für die datenschutzrechtliche Verletzung des Berufsgeheimnisses zu gelten (vgl. Simmler, a.a.O., N. 10 zu Art. 62 DSG; Mathys/Thomann, a.a.O., N. 31 zu Art. 62 DSG; Gassmann, a.a.O, N. 15 zu Art. 62 DSG). Es kann bei Art. 62 DSG bzw. Art. 35 aDSG kein Raum entstehen für ein sekundäres und womöglich konträres Geheimhaltungsinteresse einer anderen betroffenen Person, die nicht mit dem Geheimnisträger in einer (Vertrauens-)Beziehung steht (Mathys/Thomann, a.”
art. 62 LPD doit être compris comme un complément de type clause générale : la norme se rattache à l'art. 321 CP et vise à combler les lacunes résultant du cercle d'auteurs restreint couvert par les obligations légales de secret (arts. 320 et 321 CP). Elle étend la protection du secret à d'autres secteurs professionnels pour lesquels les devoirs de secret sont également indispensables.
“Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden. Vorab kann auf die zutreffenden Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft verwiesen werden, welchen sich die Beschwerdekammer anschliesst. Es trifft zu, dass das Wort «anvertrauen» weder in Art. 35 aDSG noch Art. 62 DSG vorkommt. Mit Blick auf Sinn und Zweck dieser Normen wird aber klar, dass sie sich an Art. 321 StGB anlehnen und insbesondere dort vorhandene Lücken schliessen wollen, die aufgrund des eingeschränkten Täterkreises bei den gesetzlichen Geheimhaltungspflichten nach Art. 320 StGB (Amtsgeheimnis) und Art. 321 StGB (Berufsgeheimnis) bestehen. Art. 62 DSG will in weiteren Berufsbereichen, in denen der Schutz der Vertraulichkeit ebenfalls unerlässlich ist, die Schweigepflicht regeln (vgl. Botschaft zum DSG [BBl 1988 II 413] S. 485 sowie Botschaft über die Totalrevision des DSG [BBl 2017 6941] S. 7102). Dabei läuft dieser Tatbestand auf eine generalklauselartige Ergänzung des Katalogs der Berufsausübenden hinaus, die traditionellerweise einer strafrechtlichen Geheimhaltungsvorschrift unterstellt sind (Mathys/Thomann, in: Basler Kommentar, Datenschutzgesetz/Öffentlichkeitsgesetz, 4. Aufl. 2024, N. 2 und 4 zu Art. 62 DSG mit Hinweisen auf Botschaft DSG-Revision 2017, 7102).”
Utilisez la page actuelle comme contexte pour rechercher, résumer, comparer ou rédiger.