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Arglist: Massgeblich ist ein arglistiges Verhalten im Sinne von Art. 146 StGB; oft sind komplexe Machenschaften oder ein Lügengebäude erforderlich, blosses Schweigen kann jedoch in Vertrauensverhältnissen ausreichen. Arglistige Täuschung kann auch zulasten Dritter erfolgen und bei Gewährung von Bürgschaften zu einer Vermögensdisposition führen.
“Arglist ist auch bei einfachen falschen Angaben gegeben, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist sowie dann, wenn der Täter den Getäuschten von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieser die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2 S. 154 f.; 135 IV 76 E. 5.2 S. 81 f. m.w.H.). Wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder einen Dritten durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt und so für sich oder einen andern unrechtmässig unter anderem einen Beitrag oder eine andere Leistung des Gemeinwesens erschleicht, wird mit Gefängnis oder mit Busse bestraft (Art. 14 Abs. 1 VStrR; Leistungsbetrug). Grundsätzlich kommt jede dem Gemeinwesen zuzuordnende Leistung in Betracht (Maeder, Basler Kommentar, 2020, Art. 14 VStrR N. 92). Eine Bereicherungsabsicht ist – im Unterschied zum Betrug gemäss Art. 146 StGB – nicht vorausgesetzt (Maeder, a.a.O., Art. 14 VStrR N. 100). Der Arglistbegriff von Art. 14 VStrR orientiert sich gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich am Betrugstatbestand von Art. 146 StGB (BGE 115 Ib 68 E. 3a/bb). Nach schweizerischem Recht fällt Subventionsbetrug zum Nachteil der Eidgenossenschaft unter Art. 14 Abs. 1 VStrR. Nach der Rechtsprechung ist Subventionsbetrug zulasten eines Kantons demgegenüber nach Art. 146 StGB strafbar, wenn die Elemente dieses Straftatbestandes vorliegen (Urteil des Bundesgerichts 1A.214/2001 vom 19. Februar 2002 E. 4.2 unter Hinweis auf BGE 112 Ib 55 E. 5d/cc zu Art. 148 aStGB). Soweit den Beschuldigten in Deutschland nicht Subventionsbetrug zulasten des Bundes, sondern zum Nachteil eines Landes vorgeworfen wird, kommt es für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit somit darauf an, ob das den Beschuldigten zur Last gelegte Verhalten vom Tatbestand des Betruges nach Art. 146 StGB erfasst wird.”
“der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhebungen im Original): Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte als Täter in Frage kommt. Wie im allgemeinen Teil ausgeführt kann dies jedermann sein, es braucht keine besondere Beziehung zum Gemeinwesen und der Täter muss auch nicht zu seinem eigenen Vorteil handeln, die Täuschung kann auch zu Gunsten eines anderen erfolgen. Primär von der Bundesbürgschaft begünstigt war die Q.________ AG, eine juristische Person, bei welcher der Beschuldigte in der fraglichen Zeit keine Funktion hatte. Indirekt begünstigt war jedoch auch die gesamte D.________-Gruppe und damit auch er selbst. Es sei daran erinnert, dass das Gericht beweiswürdigend zum Schluss kam, dass die D.________ AG an dem ganzen Geschäft über CHF 3 Mio. verdient hatte. Auch wurde bereits in Ziff. IV.B.2.1, S. 188 ausgeführt, dass das BT.________ bzw. die für dieses handelnden Personen (in concreto BX.________, BY.________ und BZ.________) Teil der Verwaltung waren und folglich als Getäuschte im Sinne von Art. 14 VStrR in Frage kommen. Die Tathandlung besteht wie bereits mehrfach ausgeführt in einer arglistigen Irreführung des Gemeinwesens über Tatsachen, die für dessen Leistungserbringung kausal waren, wobei die Definition der Arglist gleich ist wie beim Betrugstatbestand gemäss Art. 146 StGB. Angeklagt ist die Arglistform der Machenschaften. Beweiswürdigend kam das Gericht zum Schluss, dass zwischen der D.________ AG und der DK.________ wie angeklagt ein Kaufpreis von USD 20,675 Mio. statt wie gegenüber dem BT.________ und der Q.________ AG behauptet von USD 24 Mio. vereinbart und bezahlt wurde. Indem der Beschuldigte dem BT.________ (und der Q.________ AG) nur das MoA mit dem höheren Kaufpreis einreichte, das Addendum und den side letter aber verheimlichte, zudem den Kaufvertrag zwischen der D.________ AG und der Q.________ AG abgab und auch in der dem BT.________ schon im September 2012 eingereichten prospektiven Kapitalflussrechnung einen Kaufpreis von USD 24 Mio. ausgewiesen hatte, schuf er eine regelrechte Inszenierung, um das BT.”
“Der Arglistbegriff von Art. 14 VStrR orientiert sich gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich am Betrugstatbestand von Art. 146 StGB (BGE 115 Ib 68 E. 3a/bb). Ein Abgabebetrug im Sinne von Art. 14 Abs. 2 VStrR muss – anders als der Steuerbetrug im Sinne von Art. 186 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG; SR 642.11) – nicht notwendigerweise durch Verwendung falscher oder gefälschter Urkunden begangen werden, sondern es sind auch andere Fälle arglistiger Täuschung denkbar. Nach der Rechtsprechung sind jedoch immer besondere Machenschaften, Kniffe oder ganze Lügengebäude erforderlich, damit eine arglistige Täuschung anzunehmen ist. Unter Umständen kann auch blosses Schweigen arglistig sein, wenn der Täuschende den Getäuschten von einer möglichen Überprüfung abhält oder voraussieht, dass dieser mit Rücksicht auf ein besonderes Vertrauensverhältnis von einer Überprüfung absehen wird (BGE 125 II 250 E. 3b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2011 vom 5. August 2011 E.”
Ist eine höhere Spezialgesetzgebung anwendbar, gilt deren höherer administrativer Strafmaximalbetrag anstelle des in Art. 14 Abs. 3 VStrR genannten DPA-Höchstbetrags.
“Selon l'art. 61 LIA, celui qui, intentionnellement ou par négligence, à son propre avantage ou à celui d'un tiers : soustrait des montants d'impôt anticipé à la Confédération (let. a), ne satisfait pas à l'obligation de déclarer une prestation imposable (art. 19 et 20) ou fait une fausse déclaration (let. b), obtient un remboursement injustifié de l'impôt anticipé, ou quelque autre avantage fiscal illicite (let. c), encourt, pour soustraction d'impôt, une amende jusqu'à concurrence de 30 000 francs ou, s'il en résulte un montant supérieur, jusqu'au triple de l'impôt soustrait, à moins que l'art. 14 DPA ne soit applicable. Selon l'art. 14 al. 3 DPA, si une loi administrative spéciale prévoit pour les infractions analogues, mais dépourvues de caractère astucieux, un maximum de l'amende plus élevé, celui-ci est également applicable dans les cas prévus aux al. 1 et”
Erheblichkeit: Als erheblich gelten vorenthaltene Beträge ab CHF 15'000.
“Nach Art. 14 Abs. 2 VStrR (Abgabebetrug) wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder Busse bis zu Fr. 30'000.-- bestraft, wer durch sein arglistiges Verhalten bewirkt, dass dem Gemeinwesen unrechtmässig und in einem erheblichen Betrag eine Abgabe, ein Beitrag oder eine andere Leistung vorenthalten oder dass es sonst am Vermögen geschädigt wird. Art. 14 Abs. 2 VStrR bezieht sich auf die indirekten Steuern des Bundes (vgl. Art. 1 VStrR zum Geltungsbereich des Gesetzes). Als erheblich im Sinne von Art. 14 Abs. 2 VStrR gelten vorenthaltene Beträge ab Fr. 15'000.-- (s. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2011 vom 5. August 2011 E. 6.3.4 m.w.H.). Der Abgabebetrug bestraft in der ersten Variante die betrügerische Vermeidung von finanziellen Abgaben, welche an das Gemeinwesen zu entrichten wären, aber von diesem infolge der arglistigen Täuschung nicht eingefordert werden (Maeder, a.a.O., Art. 14 VStrR, N. 30). In der zweiten Variante wird der Eintritt eines Vermögensschadens zum Nachteil des Gemeinwesens als Folge des Täterverhaltens genannt (Maeder, a.a.O., Art. 14 VStrR, N. 109 bis 111; der Vermögensschaden besteht gemäss Hürlimann-Fersch [Die Voraussetzungen für die Amts- und Rechtshilfe in Steuerstrafsachen, 2010, S. 99] und Michael [Der Steuer- und Abgabetrug im schweizerischen Recht, 1992, S. 131 ff.] in unrechtmässig vorenthaltenem Steuersubstrat). Im Falle des Abgabebetrugs ist das Gemeinwesen der fordernde Teil (Hauri, a.a.O., Art. 14, S. 48). Wie beim Leistungsbetrug durch ungerechtfertigte Rückerstattung festgehalten, ist auch hier zu bemerken, dass nach der Rechtsprechung nicht ausgeschlossen ist, dass eine Steuerverkürzung oder ungerechtfertigte Steuerrückerstattung den Tatbestand des gemeinrechtlichen Betrugs im Sinne von Art. 146 StGB erfüllt (s. beispielhaft Urteil des Bundesgerichts 1A.233/2004 vom 8. November 2004 E. 2, insbes.”
Arglistige Fälle rechtfertigen oft umfassende Sicherungsmassnahmen (Vermögensarreste, Konten-, Immobilienbeschlagnahme) und können bereits vor Eintritt der Verjährung zivilrechtliche Konsequenzen für Steuerforderungen bewirken.
“________ entre 2006 et 2009 et a confirmé que c’était à bon droit que le Tribunal administratif fédéral avait considéré que la renonciation par la société E3.________SA au produit de la vente d’alumine en faveur de la société proche E2.________Ltd constituait une prestation appréciable en argent soumise à l’impôt anticipé. (…) ». 3. La présente affaire s’inscrit dans le prolongement d’une vaste enquête internationale initiée en 2008 à la suite d’une plainte déposée par la société U.________ et menée notamment au [...] et [...] dans un contexte de corruption internationale à large échelle en lien avec le commerce d’alumine. Le MPC a ouvert sa propre instruction en date du 5 octobre 2009 après réception d’une demande d’entraide judiciaire du Ministère de la justice [...] datée du 25 novembre 2008. Les éléments recueillis par le MPC en relation avec la société E3.________SA, domiciliée à [...], ont été communiqués à l’AFC en date du 21 février 2012 qui a alors ouvert sa propre procédure pénale administrative sur la base des art. 37 ss DPA en raison de soupçons d’escroquerie en matière de contributions au sens de l’art. 14 al. 2 DPA, respectivement de soustraction d’impôts au sens de l’art. 61 al. 1 let. a LIA (loi fédérale sur l’impôt anticipé du 13 octobre 1965 ; RS 642.21). Les faits dénoncés étaient en relation avec des infractions commises dans le cadre de la gestion de la société E3.________SA concernant les déclarations fiscales pour les exercices 2005 à 2009. Cette dernière enquête a notamment été dirigée contre X.________ de par sa qualité d’ayant droit économique des sociétés impliquées. Plusieurs comptes bancaires au nom du prévenu, de son épouse, de leur fille et de la société E3.________SA ont fait l’objet de séquestres, de même que l’immeuble au nom de l’épouse de X.________ situé au [...], où le prévenu est domicilié depuis le 10 juin 2008. Un procès-verbal final a été établi par la DAPE de l’AFC en date du 21 mars 2016. L’AFC a ensuite établi un prononcé pénal en date du 25 janvier 2019 à l’encontre de X.________ qui a été condamné pour escroquerie en matière de contributions au sens de l’art. 14 al.”
“Au surplus, il faut encore insister sur le fait que ce n’est pas comme si le prévenu n’avait pas eu le contrôle des événements à l’une ou l’autre des étapes du processus et qu’il n’avait donc pas eu la possibilité de maîtriser une des opérations en lien avec le commerce de l’alumine au travers de ses sociétés. Bien au contraire, X.________ dirigeait seul l’entier de la manœuvre et était également le seul à être en mesure de le faire, respectivement à en avoir les moyens et le pouvoir de décision. Il était le seul à posséder une vision d’ensemble et à intervenir à tous les stades du processus. Enfin, on relèvera encore que malgré l’ampleur des documents recueillis durant l’enquête, il n’est pas possible de mettre la main sur un courrier, un courriel ou un autre document rédigé par le prévenu, qui a manifestement pris un soin extrême à ne laisser aucune trace écrite des directives qu’il donnait aux personnes qu’il mandatait ou qu’il engageait. En définitive, tous les éléments constitutifs objectifs et subjectifs étant réalisés, X.________ sera reconnu coupable d’escroquerie en matière de contributions au sens de l’art. 14 al. 2 DPA. » 11. Par ordonnance du 23 juin 2021 (P. 99/1), le MPC a décidé que la procédure pénale ouverte à l’encontre d’inconnus pour blanchiment d’argent et corruption d’agents publics étrangers et de X.________ pour gestion déloyale et blanchiment d’argent était classée (1) et que la reprise de la procédure préliminaire, au sens de l’art. 323 CPP, était réservée (2). Les faits fondant l’ordonnance de classement sont les suivants : « 1. Historique de la procédure 1. A la suite d'une demande d'entraide judiciaire internationale en matière pénale adressée à la Suisse par les [...], le MPC a ouvert le 5 octobre 2009 une instruction (référencée sous SV.09.0152) contre inconnus pour corruption active d'agents publics étrangers au sens de l'art. 322septies CP. 2. Le 19 mai 2010, le MPC a ouvert une procédure pénale distincte (référencée sous SV.10.0071) contre inconnu pour blanchiment d'argent (art. 305bis CP) et corruption d'agents publics étrangers (art. 322septies CP) suite à une dénonciation du Bureau de communication en matière de blanchiment d'argent (MROS) du 10 mai 2010 transmettant une communication de la banque S1.”
“________ et menée notamment au Royaume-Uni (UK) et aux États-Unis d'Amérique (USA) dans un contexte de corruption internationale à large échelle en lien avec le commerce d'alumine. B.c. Un jugement d'acquittement a été rendu en faveur du recourant par un tribunal anglais le 10 décembre 2013. B.d. Après réception d'une demande d'entraide judiciaire du Ministère de la justice des USA datée du 25 novembre 2008, le Ministère public de la Confédération (MPC) a ouvert une instruction le 5 octobre 2009. Le MPC a rendu, en faveur du recourant, une ordonnance de classement partiel le 8 avril 2015 dans la procédure SV 09.0152, ainsi qu'une ordonnance de classement le 23 juin 2021 dans la même procédure. B.e. Les éléments recueillis par le MPC en relation avec la société D.________ SA, sise à Lausanne, ont été dénoncés à l'Administration fédérale des contributions (AFC) le 21 février 2012. Le 15 août 2012, l'AFC a alors ouvert sa propre procédure pénale administrative sur la base des art. 37 ss de la Loi fédérale sur le droit pénal administratif du 22 mars 1974 (DPA; RS 313.0), en raison de soupçons d'escroquerie en matière de contributions (art. 14 al. 2 DPA), respectivement de soustraction d'impôts (art. 61 al. 1 let. a de la Loi fédérale sur l'impôt anticipé du 13 octobre 1965 [LIA; RS 642.21]). Les faits dénoncés étaient en relation avec des infractions commises dans la gestion de la société D.________ SA concernant les déclarations fiscales des exercices 2005 à 2009. L'enquête était dirigée notamment contre A.A.________, de par sa qualité d'ayant droit économique des sociétés impliquées. Plusieurs comptes bancaires au nom de A.A.________, de son épouse, de leur fille et de la société D.________ SA ont fait l'objet de séquestres, de même que l'immeuble au nom de l'épouse de A.A.________ situé à U.________, où A.A.________ est domicilié depuis le 10 juin 2008. Un procès-verbal final a été établi par la Division affaires pénales et enquêtes (DAPE) de l'AFC en date du 21 mars 2016. L'AFC a établi un prononcé pénal en date du 25 janvier 2019 à l'encontre de A.A.________, qui a été condamné pour escroquerie en matière de contributions au sens de l'art.”
“Comme indiqué précédemment, les informations qui précèdent ont pu être obtenues sur la base du curriculum vitae produit par le prévenu peu avant les débats de première instance et ressortent également des informations publiées sur le site Internet à son nom, celui de sa fondation ou encore sur différents sites Internet aisément accessibles. Interpellé aux débats de première instance sur sa situation financière actuelle, le prévenu a fait usage de son droit au silence et n’a pas voulu donner de précision, se contentant d’indiquer qu’il avait « des moyens ». Différents médias sur Internet prétendent que le prévenu serait milliardaire. L’extrait du casier judiciaire suisse du prévenu ne comporte aucune inscription. 2. 2.1 A.T.________ a été renvoyé devant le Tribunal correctionnel de l’arrondissement de Lausanne ensuite de l’opposition qu’il a formée contre le prononcé pénal rendu le 25 janvier 2019 (Pièce DAPE 170.090.001) par l’AFC, qui l’a condamné pour escroquerie en matière de contributions au sens de l’art. 14 al. 2 DPA. Le 2 mai 2019, l’AFC a établi un acte de renvoi pour jugement, valant acte d’accusation en vertu de l’art. 73 DPA. Les faits dénoncés sont les suivants : « (…) 1. De la procédure pénale Suite à une dénonciation du 21 février 2012 MPC, l’AFC a ouvert le 15 août 2012 une procédure pénale administrative sur la base des articles 37 et suivants DPA à l’encontre de A.T.________ domicilié à [...] et de F.________, domicilié à [...] en raison de soupçons d’escroqueries en matière de contributions au sens de l’article 14, alinéa 2 DPA, respectivement de soustractions d’impôt au sens de l’article 61, lettre a de la loi fédérale du 13 octobre 1965 sur l’impôt anticipé (LIA ; RS 642.21), commises dans la gestion de la société B.________ SA [ci-après : B.________ SA] sise à [...] pour les exercices 2005 à 2009. 1.1 Résultats de l’enquête L’enquête a permis d’établir ce qui suit : Au cours des exercices 2005 à 2009, la société B.________ SA a effectué 236 opérations de vente d’alumine à U.________ (U.”
“Dans certaines situations, la décision relative à l'assujettissement à une prestation doit donc être rendue, pour des motifs liés à la prescription, avant que l'instruction pénale soit achevée. Afin de corriger le plus simplement possible cette omission aux conséquences singulières, un renvoi complémentaire à l'art. 105, al. 4, LTVA s'impose. L'ajout de cette précision permet de mener à terme l'instruction pénale et d'établir suffisamment les faits avant que la décision relative à l'assujettissement à la prestation soit rendue ». 6.9 6.9.1 En l'espèce, il ressort du dossier qu'une enquête relevant du droit pénal administratif a été ouverte à l'encontre du recourant, le 24 janvier 2018, en raison de soupçons d'infractions au sens des art. 14 DPA, 96 et 98 LTVA. A l'appui de sa décision sur réclamation, l'AFC a relevé qu'un prononcé pénal a été notifié au recourant en date du 23 décembre 2022 et que les faits qui lui sont reprochés pour les périodes fiscales en cause ont été qualifiés d'escroquerie au sens de l'art. 14 al. 2 DPA. Interpellée par le Tribunal, l'AFC a transmis une copie du prononcé pénal du 20 décembre 2022, aux termes duquel le recourant a notamment été déclaré coupable d'escroquerie en matière de contributions au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, commise dans le cadre de son entreprise individuelle, durant les périodes fiscales 2011 à 2015 (cf. Faits, let. N supra). Dans ses déterminations du 31 janvier 2024, l'AFC s'est référée au chiffre 2 de sa décision sur réclamation. Elle a ajouté que sa décision du 27 mai 2022 et sa décision sur réclamation du 22 décembre 2022 valent, selon la récente jurisprudence du Tribunal fédéral (cf. consid. 6.7 supra), jugements de première instance au sens de l'art. 105 al. 2 LTVA. L'AFC en déduit ainsi « que les créances pour les périodes fiscales 2012 à 2017 étaient déjà imprescriptibles non seulement dès la notification du prononcé pénal du 20 décembre 2022, mais déjà dès le prononcé de la décision du 27 mai 2022 » (p. 2). Or, ce faisant, on doit constater que plus de 7 ans (délai de l'art.”
Generalklausel/Neuregelung: Die vorgeschlagene oder geplante Erweiterung zu einer Generalklausel (Ausdehnung auf ‹andere Leistungen des Gemeinwesens›) stellt eine echte Gesetzesänderung dar und entfaltet vor ihrem Inkrafttreten keine Vorwirkung.
“zu Art. 14 VE-VStrR). Die vorgeschlagene Neuformulierung von Art. 14 Abs. 1 VStrR wurde im Vernehmlassungsverfahren ausdrücklich begrüsst (s. Stellungnahme der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Genf vom 28. März 2024 S. 6 ["clarification bienvenue"]). Aus dem erläuternden Bericht ergibt sich e contrario, dass nach geltendem Recht die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs nur erfüllt, wer den Entzug einer der in Art. 14 Abs. 1 VStrR ausdrücklich genannten Leistungen (d.h. Konzessionen, Bewilligungen oder Kontingenten) verhindert. Die vorgeschlagene Neuregelung, welche die Einführung einer Generalklausel bei der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs vorsieht, stellt keine blosse "inhaltliche Klarstellung" einer Rechtsnorm, sondern eine Gesetzesänderung dar. Die vorgeschlagene, noch nicht in Kraft getretene Änderung von Art. 14 Abs. 1 VStrR entfaltet keine Vorwirkung (vgl. grundsätzlich zur Vorwirkung: BGE 136 I 142 E. 3.2; 129 V 455 E. 3; 125 II 278 E. 3c; je mit Hinweisen).”
“1 VE-VStrR wird wegen Leistungsbetrugs bestraft, wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder Dritte durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt und so für sich oder eine andere Person unrechtmässig eine Konzession, eine Bewilligung oder ein Kontingent, einen Beitrag, die Rückerstattung von Abgaben, eine andere Leistung des Gemeinwesens erschleicht, oder bewirkt, dass der Entzug einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents oder die Rückforderung einer anderen Leistung des Gemeinwesens unterbleibt. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) führt im erläuternden Bericht vom 31. Januar 2024 zur Eröffnung des Vernehmlassungsverfahrens betreffend die Totalrevision des Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR) aus, der neue Absatz 1 a.E. von Art. 14 VE-VStrR [d.h. die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs] werde "konsequenterweise" in dem Sinne ergänzt, dass "künftig nicht nur strafbar" sei, wer den Entzug einer der dort ausdrücklich genannten Leistungen verhindere, "sondern auch", wer bewirke, dass die Rückforderung einer "anderen Leistung des Gemeinwesens" unterbleibe. Diese Ergänzung erfolge in Anlehnung an die Generalklausel ("eine andere Leistung des Gemeinwesens"), welche die Liste der ausdrücklich genannten Leistungen erweitere, die nach dem geltenden Art. 14 Abs. 1 VStrR Gegenstand eines Eingehungsbetrugs sein könnten. Gemäss der vorgeschlagenen Neuregelung werde der Erfüllungsbetrug ausdrücklich gleich bestraft wie der Eingehungsbetrug. Damit werde die "Kontroverse in der Lehre" beendet, ob der geltende Art. 14 Abs. 1 a.E. VStrR eine solche Verhinderung einer Rückforderung erfasse oder nicht (Erläuternder Bericht, S. 35 Ziff.”
“Gemäss den Ausführungen in der Botschaft zur Totalrevision des Landesversorgungsgesetzes vom 3. September 2014 (nachfolgend: Botschaft zum LVG) stützte sich der Gesetzgeber beim Erlass dieser Bestimmung auf Art. 104 Abs. 2 StPO (BBl 2014 7119, S. 7164 ff.). Obwohl die Parteirechte gestützt auf Art. 104 Abs. 2 StPO gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nichts mit der Frage der Geschädigteneigenschaft zu tun habe, und die Behörde nach Ansicht des Bundesgerichts dabei nicht als Privatklägerin auftrete, wurden dem BT.________ in Art. 56 LVG explizit die Rechte der Privatklägerschaft zugewiesen. Dieser spezifische Wortlaut kann nicht anders verstanden werden, als dass sich die Bestimmung auf die strafprozessuale Privatklage bezieht und in Anwendung von Art. 118 Abs. 1 StPO sowohl die Straf- als auch die Zivilklage umfasst. Der klare Wortlaut lässt keinen Platz für eine anderweitige Auslegung dieser Bestimmung. Zu beurteilen ist vorliegend der Vorwurf des Leistungsbetrugs nach Art. 45 aLVG bzw. Art. 51 LVG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 VStrR. Das BT.________ ist gestützt auf Art. 56 LVG somit grundsätzlich befugt, als Strafklägerin im Prozess aufzutreten und adhäsionsweise Zivilklage zu erheben, um Ersatz für den Schaden geltend zu machen, der ihm als Folge eines Delikts nach Art. 49 ff. LVG entstanden ist. Der Umstand, dass die Zivilklage in der Botschaft zum LVG nicht als Beispiel aufgeführt wurde, ändert an diesem klaren Wortlaut nichts (BBl 2014 7119, S. 7164 ff.). Privatklägerschaft setzt sodann (auch bei Beteiligung lediglich als Strafklägerin) Geschädigteneigenschaft gemäss Art. 115 Abs. 1 StPO voraus. Geschädigte Person ist, wer durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Nach der Rechtsprechung geht die Umschreibung der unmittelbaren Verletzung in eigenen Rechten vom Begriff des Rechtsguts aus. Unmittelbar verletzt und damit Geschädigter im Sinne von Art. 115 StPO ist, wer Träger des durch die verletzte Strafnorm geschützten oder zumindest mitgeschützten Rechtsguts ist.”
“oben). Der Tatbestand bezweckt damit genau den Schutz vor Schäden, wie sie vorliegend eingetreten sind, weil das Gemeinwesen eine gewährte Leistung nicht entziehen konnte. Kombiniert mit der gesetzlich explizit vorgesehenen Möglichkeit zur Erhebung einer Zivilklage gemäss Art. 56 LVG stellt Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 VStrR eine geeignete Schutznorm dar. Zusätzlich sind auch die Urkundenfälschungen wegen der Erstellung der falschen Jahresrechnungen geeignete Schutznormen. Der Beschuldigte hat somit im Sinne von Art. 41 OR widerrechtlich gehandelt. Kausalität Es wurde bereits im Rahmen des Strafpunkts begründet, dass die Straf- und Zivilklägerin 10 aufgrund des Leistungsbetrugs durch Bewirken des Unterbleibens eines Entzugs und den Urkundenfälschungen des Beschuldigten keine geeigneten Massnahmen getroffen hat, um sich aus den Bürgschaftsverpflichtungen zu Gunsten der J.________ AG, der I.________ AG und der L.________ AG zu lösen. In der Folge wurden die Bürgschaften in Anspruch genommen, was zum aufgezeigten Schaden für die Straf- und Zivilklägerin 10 führte. Angesichts der finanziellen Verhältnisse der Schiffsgesellschaften, die durch die unwahren Geschäftsberichte versteckt wurden, war mit einem Schaden in der erreichten Grössenordnung zu rechnen. Die adäquate Kausalität ist damit gegeben. Die Verteidigung argumentiert, die Kausalität zwischen dem angeblich strafbaren Verhalten des Beschuldigten und den behaupteten Forderungen sei überhaupt nicht dargelegt.”
Bei besonders hohen Beträgen (insbesondere über CHF 300'000) können zusätzliche verwaltungs- bzw. strafrechtliche Massnahmen relevant werden: Zusatzbussen nach Art. 14 Abs. 4 VStrR, verwaltungsrechtliche Bussen (z.B. Geldwäscherei/Verwaltungsverfahren) sowie Einstufung des Verschuldens als besonders schwer.
“Selon la jurisprudence, une attitude astucieuse, au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, doit être admise en présence d'une société de domicile fondée dans le seul but de dissimuler des éléments relevant du point de vue du droit fiscal et de tromper les autorités fiscales, si ces dernières ne peuvent que difficilement s'apercevoir de la tromperie (v. ATF 139 II 404 consid. 9.4 et la référence citée). Une déclaration en douane peut, en outre, constituer un titre (Unseld, Internationale Rechtshilfe im Steuerrecht: Akzessorische Rechtshilfe, Auslieferung und Vollstreckungshilfe bei Fiskaldelikten, 2011, pag. 91 et s. et jurisprudence citée). Quant aux montants des contributions concernées, ils dépassent largement le seuil des CHF 15'000.-- (v. supra consid. 2.6.1). 2.8.3 En tant qu'ils dépassent également largement les CHF 300'000.--, lesdits montants, obtenus avec le concours de tiers, en l'occurrence les recourantes, peuvent également être considérés comme particulièrement importants, au sens de l'art. 14 al. 4 DPA (v. Capus/Beretta, Droit pénal administratif, Bâle, 2021, n. 314, p., 91), disposition constitutive de crime, selon le droit suisse (art. 10 al. 2 CP), de sorte que c'est à bon droit que le MPC a retenu que les éléments constitutifs de l'infraction de blanchiment d'argent pouvaient également, à première vue, entrer en ligne de compte, en l'espèce. 2.9 Partant, la condition de la double incrimination est ainsi réalisée, sans qu'il soit nécessaire d'examiner les autres infractions retenues par le MPC (v. supra consid. 2.5). 2.10 Le grief est infondé. 3. Au titre d'une violation du principe de la proportionnalité, les recourantes renvoyant à l'argumentation développée au grief précédent, s'agissant de l'insuffisance de soupçons à l'appui de la demande, estiment que la demande d'entraide équivaut à une recherche indéterminée de moyens de preuve (act. 1, p. 24). 3.1 3.1.1 Selon la jurisprudence relative au principe de la proportionnalité, lequel découle de l'art. 63 al. 1 EIMP, la question de savoir si les renseignements demandés sont nécessaires ou simplement utiles à la procédure pénale est en principe laissée à l'appréciation des autorités de poursuite de l'Etat requérant.”
“Selon la jurisprudence, une attitude astucieuse, au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, doit être admise en présence d'une société de domicile fondée dans le seul but de dissimuler des éléments relevant du point de vue du droit fiscal et de tromper les autorités fiscales, si ces dernières ne peuvent que difficilement s'apercevoir de la tromperie (v. ATF 139 II 404 consid. 9.4 et la référence citée). Une déclaration en douane peut, en outre, constituer un titre (Unseld, Internationale Rechtshilfe im Steuerrecht: Akzessorische Rechtshilfe, Auslieferung und Vollstreckungshilfe bei Fiskaldelikten, 2011, pag. 91 et s. et jurisprudence citée). Quant aux montants des contributions concernées, ils dépassent largement le seuil des CHF 15'000.-- (v. supra consid. 2.6.1). 2.8.3 En tant qu'ils dépassent également largement les CHF 300'000.--, lesdits montants, obtenus avec le concours de tiers, en l'occurrence les recourantes, peuvent également être considérés comme particulièrement importants, au sens de l'art. 14 al. 4 DPA (v. Capus/Beretta, Droit pénal administratif, Bâle, 2021, n. 314, p., 91), disposition constitutive de crime, selon le droit suisse (art. 10 al. 2 CP), de sorte que c'est à bon droit que le MPC a retenu que les éléments constitutifs de l'infraction de blanchiment d'argent pouvaient également, à première vue, entrer en ligne de compte, en l'espèce. 2.9 Partant, la condition de la double incrimination est ainsi réalisée, sans qu'il soit nécessaire d'examiner les autres infractions retenues par le MPC (v. supra consid. 2.5). 2.10 Le grief est infondé. 3. Au titre d'une violation du principe de la proportionnalité, les recourantes renvoyant à l'argumentation développée au grief précédent, s'agissant de l'insuffisance de soupçons à l'appui de la demande, estiment que la demande d'entraide équivaut à une recherche indéterminée de moyens de preuve (act. 1, p. 24). 3.1 3.1.1 Selon la jurisprudence relative au principe de la proportionnalité, lequel découle de l'art. 63 al. 1 EIMP, la question de savoir si les renseignements demandés sont nécessaires ou simplement utiles à la procédure pénale est en principe laissée à l'appréciation des autorités de poursuite de l'Etat requérant.”
Bemessung von Bussen/Strafen: Bei der Sanktionierung sind die persönliche und wirtschaftliche Lage des Täters massgeblich zu berücksichtigen.
“encourt une amende jusqu'à concurrence de 30'000 fr. ou, s'il en résulte un montant supérieur, jusqu'au triple de l'impôt soustrait, à moins que l'art. 14 DPA ne soit applicable. La quotité précise de l'amende doit être fixée en tenant compte des dispositions de la partie générale du CP qui ont vocation à s'appliquer en droit pénal fiscal. Conformément à l'art. 106 al. 3 CP, l'amende doit être fixée en tenant compte de la situation de l'auteur, afin que la peine corresponde à la faute commise. Les principes régissant la fixation de la peine prévus à l'art. 47 CP s'appliquent. En droit pénal fiscal, les éléments principaux à prendre en considération sont le montant de l'impôt éludé, la manière de procéder, les motivations, ainsi que les circonstances personnelles et économiques de l'auteur (ATF 144 IV 136 consid. 7.2.2; arrêts 2C_41/2020 du 24 juin 2020 consid. 9.1; 2C_78/2019 précité consid. 9.2.2). L'art. 53 CP prévoit, dans sa version en vigueur depuis le 1er juillet 2019, que lorsque l'auteur a réparé le dommage ou accompli tous les efforts que l'on pouvait raisonnablement attendre de lui pour compenser le tort qu'il a causé, l'autorité compétente renonce à le poursuivre, à le renvoyer devant le juge ou à lui infliger une peine s'il encourt une peine privative de liberté d'un an au plus avec sursis, une peine pécuniaire avec sursis ou une amende (let.”
Als «erheblich» für die Qualifikation (Schaden/Entzug) wird in der Rechtsprechung regelmässig ein Betrag von rund CHF 15'000 festgesetzt.
“Gemäss Art. 14 Abs. 2 VStrR erfüllt den objektiven Tatbestand des Abgabebetrugs, wer durch sein arglistiges Verhalten bewirkt, dass dem Gemeinwesen unrechtmässig und in einem erheblichen Betrag (gemäss Rechtsprechung: ab Fr. 15'000.--; Urteil des BGer 6B_79/2011 vom 5. August 2011 E. 6.3.4; Capus/Beretta, Droit pénal administratif, 2021, N 298) eine Abgabe, ein Beitrag oder eine andere Leistung vorenthalten oder dass es sonst am Vermögen geschädigt wird. Art. 14 Abs. 2 VStrR schliesst dabei direkt an Abs. 1 an, in dem das arglistige Verhalten insofern genauer beschrieben wird, also dort davon die Rede ist, dass sich des Leistungsbetrugs schuldig macht, wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder einen Dritten durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt. Im Übrigen kann bezüglich der Arglist auf die Auslegung von Art. 146 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) verwiesen werden (vgl. Urteil des BGer 6B_79/2011 vom 5.”
“Nach Art. 14 Abs. 2 VStrR (Abgabebetrug) wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder Busse bis zu Fr. 30'000.-- bestraft, wer durch sein arglistiges Verhalten bewirkt, dass dem Gemeinwesen unrechtmässig und in einem erheblichen Betrag eine Abgabe, ein Beitrag oder eine andere Leistung vorenthalten oder dass es sonst am Vermögen geschädigt wird. Art. 14 Abs. 2 VStrR bezieht sich auf die indirekten Steuern des Bundes (vgl. Art. 1 VStrR zum Geltungsbereich des Gesetzes). Als erheblich im Sinne von Art. 14 Abs. 2 VStrR gelten vorenthaltene Beträge ab Fr. 15'000.-- (s. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2011 vom 5. August 2011 E. 6.3.4 m.w.H.). Der Abgabebetrug bestraft in der ersten Variante die betrügerische Vermeidung von finanziellen Abgaben, welche an das Gemeinwesen zu entrichten wären, aber von diesem infolge der arglistigen Täuschung nicht eingefordert werden (Maeder, a.a.O., Art. 14 VStrR, N. 30). In der zweiten Variante wird der Eintritt eines Vermögensschadens zum Nachteil des Gemeinwesens als Folge des Täterverhaltens genannt (Maeder, a.a.O., Art. 14 VStrR, N. 109 bis 111; der Vermögensschaden besteht gemäss Hürlimann-Fersch [Die Voraussetzungen für die Amts- und Rechtshilfe in Steuerstrafsachen, 2010, S. 99] und Michael [Der Steuer- und Abgabetrug im schweizerischen Recht, 1992, S. 131 ff.] in unrechtmässig vorenthaltenem Steuersubstrat).”
Konkrete Anwendungsfragen (Rückforderung/Entzug): Diskussion besteht, ob das Unterbleiben der Rückforderung bzw. der Entzug einer bereits gewährten Leistung (z. B. bei aufrechter Bundesbürgschaft die Möglichkeit der Rückgängigmachung) vom Tatbestand des Erfüllungsbetrugs erfasst wird; die Materialien geben hierzu keine abschliessende Begründung.
“1 VE-VStrR wird wegen Leistungsbetrugs bestraft, wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder Dritte durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt und so für sich oder eine andere Person unrechtmässig eine Konzession, eine Bewilligung oder ein Kontingent, einen Beitrag, die Rückerstattung von Abgaben, eine andere Leistung des Gemeinwesens erschleicht, oder bewirkt, dass der Entzug einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents oder die Rückforderung einer anderen Leistung des Gemeinwesens unterbleibt. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) führt im erläuternden Bericht vom 31. Januar 2024 zur Eröffnung des Vernehmlassungsverfahrens betreffend die Totalrevision des Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR) aus, der neue Absatz 1 a.E. von Art. 14 VE-VStrR [d.h. die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs] werde "konsequenterweise" in dem Sinne ergänzt, dass "künftig nicht nur strafbar" sei, wer den Entzug einer der dort ausdrücklich genannten Leistungen verhindere, "sondern auch", wer bewirke, dass die Rückforderung einer "anderen Leistung des Gemeinwesens" unterbleibe. Diese Ergänzung erfolge in Anlehnung an die Generalklausel ("eine andere Leistung des Gemeinwesens"), welche die Liste der ausdrücklich genannten Leistungen erweitere, die nach dem geltenden Art. 14 Abs. 1 VStrR Gegenstand eines Eingehungsbetrugs sein könnten. Gemäss der vorgeschlagenen Neuregelung werde der Erfüllungsbetrug ausdrücklich gleich bestraft wie der Eingehungsbetrug. Damit werde die "Kontroverse in der Lehre" beendet, ob der geltende Art. 14 Abs. 1 a.E. VStrR eine solche Verhinderung einer Rückforderung erfasse oder nicht (Erläuternder Bericht, S. 35 Ziff.”
“Der Botschaft vom 21. April 1971 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht (BBl 1971 I 1008 Ziff. 3) ist keine Erklärung dafür zu entnehmen, weshalb in Art. 14 Abs. 1 VStrR die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs auf den Entzug einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents beschränkt und dort keine Generalklausel (im Sinne einer "anderen Leistung des Gemeinwesens") wie bei der Tatbestandsvariante des Eingehungsbetrugs vorgesehen wurde (vgl. HUMBEL, a.a.O., S. 146; LEHMKUHL, a.a.O., § 24 Rz. 67). Auch im Rahmen der parlamentarischen Debatte wurde diese Einschränkung bei der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs weder im Ständerat (vgl. AB 1971 S 835 ff., 843; AB 1973 S 578 ff., 581, 756 f.; AB 1974 S 134) noch im Nationalrat (vgl. AB 1973 N 451 ff., 469 ff., 1489 f.; AB 1974 N 669) näher diskutiert. Vor diesem Hintergrund ist festzuhalten, dass aufgrund fehlender klarer Erläuterungen weder die Botschaft noch die parlamentarische Beratung einen klaren gesetzgeberischen Willen erkennen lassen.”
“51 LVG auf die Strafnorm des VStrR jegliche Wirkung verfehlen, was nicht die Intention des Gesetzgebers sein konnte. Die in der von der Vorinstanz zitierten Literatur vorgeschlagene «grosszügige Auslegung» des Tatbestands des Erfüllungsbetrugs ist vor diesem Hintergrund gerechtfertigt (Humbel, Subventionsbetrug, in: ZStStr - Zürcher Studien zum Strafrecht Band/Nr. 48, S. 139 ff., S. 146; vgl. auch Eicker/Frank/Achermann, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafverfahrensrecht, Bern 2012, S. 108 Fn. 377). Entgegen der seit dem erstinstanzlichen Urteil neu erschienenen Meinung von Maeder ist diese Auslegung dank dem Verweis im LVG auch mit Art. 1 StGB zu vereinbaren (BSK VStrR-Maeder, N 92 zu Art. 14): Aufgrund der Verweisnorm in Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG ist klar, dass sämtliche Leistungen nach dem LVG vom Tatbestand des Leistungsbetrugs erfasst sein sollen. Wie die Vorinstanz geht demnach auch die Kammer davon aus, dass die Bürgschaften gemäss Bürgschaftsverordnung grundsätzlich von beiden Tatbestandsvarianten des Leistungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR erfasst sind. Durch die Gewährung der Solidarbürgschaften bei der Finanzierung der vier BW.________-Schiffe hat das BT.________ den jeweiligen Schiffsgesellschaften somit Leistungen gewährt, deren unterbliebener Entzug der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs entsprechen kann. Daran ändert sich auch nichts durch den Umstand, dass sich das BT.________ mit den eingegangenen Solidarbürgschaften gegenüber den finanzierenden Banken verpflichtet hatte: Wie beweiswürdigend festgehalten, ermöglichten die Bundesbürgschaften den jeweiligen Schiffsgesellschaften die Finanzierung ihrer Schiffe zu günstigen Konditionen, was den Kauf der Schiffe überhaupt erst zuliess. Die Schiffsgesellschaften profitierten somit wesentlich von der Gewährung der Bürgschaften durch das BT.________, so dass ohne weiteres von einer Leistung zu Gunsten dieser Gesellschaften gesprochen werden kann. Fraglich ist weiter, ob im Zusammenhang mit den Bürgschaften der Bürgschaftsverordnung von einem «Entzug» resp. «unterbliebenen Entzug» im Sinne der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs gesprochen werden kann.”
Verjährung/Preskription: Bei Verfahren nach Art. 14 (inkl. DPA-Sachverhalte) gelten regelmässig längere Verjährungsfristen (häufig bis zu sieben Jahren); strafprozessuale Entscheidungen oder Vollstreckungs-/Strafverfahrensentscheidungen können die Verfolgungsverjährung hemmen oder unterbrechen; einzelne Regeln gelten speziell bei DPA und steuerlichen Delikten.
“3 LTVA, si la prescription est interrompue par l'AFC ou par une instance de recours, le délai recommence à courir ; le nouveau délai est de deux ans. Aux termes de l'art. 42 al. 4 LTVA, la prescription est suspendue tant qu'une procédure pénale fiscale fondée sur la présente loi est en cours pour la période fiscale concernée et a été annoncée au débiteur (cf. aussi art. 104 al. 4 LTVA). L'al. 5 de l'art. 42 LTVA prévoit que l'interruption et la suspension de la prescription ont effet à l'égard de tous les débiteurs. Le droit de taxation se prescrit dans tous les cas par dix ans à compter de la fin de la période fiscale pendant laquelle la créance est née (cf. art. 42 al. 6 LTVA ; prescription absolue). 3.3.2 L'art. 105 LTVA - disposition qui traite de la prescription de l'action pénale - prévoit une exception à ce système à son al. 3 let. b dans la mesure où il précise que la prescription de l'assujettissement à une prestation ou à une restitution selon l'art. 12 DPA est réglé en cas d'infraction aux art. 96 al. 4, 97 al. 2 ou 99 LTVA ou aux art. 14 à 17 DPA selon les al. 1 et 2. Ainsi, en cas notamment d'infraction à l'art. 14 DPA (qui traite d'escroquerie en matière de prestations et de contributions), les règles de la prescription de l'action pénale des al. 1 et 2 de l'art. 105 LTVA doivent être appliquées à la prescription de l'assujettissement à une prestation ou à une restitution au sens de l'art. 12 DPA (cf. ATF 150 II 177 consid. 5.7.1). Selon l'art. 105 al. 1 let. e LTVA (cf. dans le même sens l'actuel art. 105 al. 1 let. b ch. 3 LTVA en vigueur depuis le 1er janvier 2018), le droit d'engager une poursuite pénale se prescrit pour les délits visés à l'art. 99 LTVA, et pour les délits visés aux art. 14 à 17 DPA par sept ans après la fin de la période fiscale concernée. La prescription ne court plus si une décision pénale ou un jugement de première instance a été rendu avant l'échéance du délai de prescription (art. 105 al. 2 LTVA). A cet égard, une décision de perception subséquente au sens de l'art. 12 DPA présente la qualité d'un jugement et est donc propre à interrompre la prescription (cf. ATF 150 II 177 consid.”
“Une déclaration écrite sujette à réception visant à fixer ou à corriger la créance fiscale, une décision, une décision sur réclamation ou un jugement interrompent la prescription, de même que l'annonce d'un contrôle ou le début d'un contrôle non annoncé selon l'art. 78 al. 3 LTVA (art. 42 al. 2 LTVA). Si la prescription est interrompue par l'AFC ou par une instance de recours, le délai recommence à courir. Le nouveau délai est de deux ans (art. 42 al. 3 LTVA). La prescription est cependant suspendue tant qu'une procédure pénale fiscale fondée sur la LTVA est en cours pour la période fiscale concernée et a été annoncée au débiteur (art. 42 al. 4 LTVA). Enfin, le droit de taxation se prescrit dans tous les cas par dix ans à compter de la fin de la période fiscale pendant laquelle la créance est née (art. 42 al. 6 LTVA). 6.2 Aux termes de l'art. 105 al. 3 LTVA, la prescription de l'assujettissement à une prestation ou à une restitution selon l'art. 12 DPA est réglée : en principe, selon l'art. 42 LTVA (let. a) ; en cas d'infraction aux art. 96 al. 4, 97 al. 2, ou 99 LTVA ou aux art. 14 à 17 DPA, selon l'art. 105 al. 1 et 2 LTVA (let. b). Ainsi, en cas notamment d'infraction à l'art. 14 DPA, les règles de la prescription de l'action pénale des al. 1 et 2 de l'art. 105 LTVA doivent être appliquées à la prescription de l'assujettissement à une prestation ou à une restitution au sens de l'art. 12 DPA (arrêt du TF 9C_716/2022 du 15 décembre 2023 consid. 5.7.1 [destiné à la publication aux ATF]). En application de l'alinéa premier de l'art. 105 LTVA, l'assujettissement à une prestation ou à une restitution au sens de l'art. 12 DPA se prescrit par sept ans (art. 105 al. 1 let. e LTVA dans la version en vigueur jusqu'au 31 décembre 2017 [RO 2009 5203 ss, 5253] ; dans le même sens, art. 105 al. 1 let. b ch. 3 LTVA dans la version en vigueur depuis le 1er janvier 2018 [RO 2017 3575]). Quant au second alinéa de l'art. 105 LTVA, il prévoit que la prescription (« Verfolgungsverjährung » dans la version allemande, « L'azione penale non si prescrive più » dans la version italienne) ne court plus si une décision pénale ou un jugement de première instance a été rendu avant l'échéance du délai de prescription.”
“Etant donné que ces alinéas réglementent uniquement la prescription pour engager une poursuite pénale et qu'il manque un renvoi à la prescription de l'exécution visée à l'al. 4, l'assujettissement à une prestation ou à une restitution peut se prescrire avant que la poursuite pénale soit prescrite. Dans certaines situations, la décision relative à l'assujettissement à une prestation doit donc être rendue, pour des motifs liés à la prescription, avant que l'instruction pénale soit achevée. Afin de corriger le plus simplement possible cette omission aux conséquences singulières, un renvoi complémentaire à l'art. 105, al. 4, LTVA s'impose. L'ajout de cette précision permet de mener à terme l'instruction pénale et d'établir suffisamment les faits avant que la décision relative à l'assujettissement à la prestation soit rendue ». 6.9 6.9.1 En l'espèce, il ressort du dossier qu'une enquête relevant du droit pénal administratif a été ouverte à l'encontre du recourant, le 24 janvier 2018, en raison de soupçons d'infractions au sens des art. 14 DPA, 96 et 98 LTVA. A l'appui de sa décision sur réclamation, l'AFC a relevé qu'un prononcé pénal a été notifié au recourant en date du 23 décembre 2022 et que les faits qui lui sont reprochés pour les périodes fiscales en cause ont été qualifiés d'escroquerie au sens de l'art. 14 al. 2 DPA. Interpellée par le Tribunal, l'AFC a transmis une copie du prononcé pénal du 20 décembre 2022, aux termes duquel le recourant a notamment été déclaré coupable d'escroquerie en matière de contributions au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, commise dans le cadre de son entreprise individuelle, durant les périodes fiscales 2011 à 2015 (cf. Faits, let. N supra). Dans ses déterminations du 31 janvier 2024, l'AFC s'est référée au chiffre 2 de sa décision sur réclamation. Elle a ajouté que sa décision du 27 mai 2022 et sa décision sur réclamation du 22 décembre 2022 valent, selon la récente jurisprudence du Tribunal fédéral (cf. consid. 6.7 supra), jugements de première instance au sens de l'art. 105 al. 2 LTVA. L'AFC en déduit ainsi « que les créances pour les périodes fiscales 2012 à 2017 étaient déjà imprescriptibles non seulement dès la notification du prononcé pénal du 20 décembre 2022, mais déjà dès le prononcé de la décision du 27 mai 2022 » (p.”
Beweismittel und Akten aus unrechtmässigen oder nichtigen Verfahrenshandlungen (z.B. unrechtmässige Ermittlungen, Verfahrensnichtigkeiten, unzulässige Delegation) sind nach Art. 14 VStrR in der Regel nicht verwertbar; entsprechende Aufzeichnungen sind aus den Akten zu entfernen, unter Verschluss zu halten und zu vernichten. Auch daraus resultierende Strafverfügungen und Bescheide sind nicht verwertbar.
“Da sämtliche Strafbescheide und die Strafverfügungen zu weiten Teilen auf nichtigen Verfahrenshandlungen basieren, sind auch diese als nichtig zu betrachten, auch wenn sie nicht von Emanuel Lauber und / oder Sascha Pollace unterzeichnet wurden (inwieweit sie von diesen verfasst wurden, ergibt sich aus den Akten nicht abschliessend, es ist aber angesichts der zeitlichen Abläufe davon auszugehen, dass sie in weiten Teilen von ihnen erstellt wurden). Die Aufzeichnungen dieser Verfahrenshandlungen sind aus den Akten zu entfernen, bis zum Abschluss des Verfahrens unter separatem Verschluss zu halten und anschliessend zu vernichten. Zum gleichen Schluss kommt man im Übrigen auch in Anwendung von Art. 141 Abs. 2 StPO: Dieser besagt, dass Beweise, die Strafbehörden in Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, nicht verwertet werden dürfen, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich. Zuständigkeitsvorschriften in Bezug auf die Verfahrensführung sind als solche Gültigkeitsvorschriften zu qualifizieren. Schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO liegen in casu nicht vor: Zwar definiert die StPO den Begriff der "schweren Straftat" nicht, in der Praxis wird aber eine Beschränkung auf Verbrechenstatbestände bzw. auf Taten, die ausschliesslich mit Freiheitsstrafe bedroht sind, befürwortet (vgl. BGE 146 I 11 E.4.2). Den Beschuldigten wird eine Verletzung von Art. 37 f. SuG i.V.m. Art. 14 VStrR bzw. eine Verletzung der Rechtspflichten gemäss Art. 6 Abs. 2 VStrR zur Abwendung von Leistungsbetrug gemäss Art. 14 Abs. 1 VStR vorgeworfen. Dabei handelt es sich um Vergehen, die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht sind, folglich nicht um schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO. 19. Art. 329 Abs. 2 StPO bestimmt, dass dann, wenn ein Urteil zurzeit nicht ergehen kann, das Gericht das Verfahren sistiert. Falls erforderlich, weist es die Anklage zur Ergänzung oder Berichtigung an die Staatsanwaltschaft zurück. Wie bereits festgehalten, führt die unzulässige Delegation der Untersuchung an Emanuel Lauber und Sascha Pollace zur Nichtigkeit der von ihnen vorgenommenen Untersuchungshandlungen und Verfügungen. Daher liegt keine gültige Anklage vor, über die das Gericht urteilen könnte. Es hat das Verfahren gestützt auf Art. 329 Abs. 2 StPO zurückzuweisen. Das fedpol wird einen gewissen Teil der Untersuchung wiederholen müssen, es wird ein neues Schlussprotokoll verfassen und allenfalls neue Strafbescheide und / oder Einstellungsverfügungen erlassen müssen.”
“Da sämtliche Strafbescheide und die Strafverfügungen zu weiten Teilen auf nichtigen Verfahrenshandlungen basieren, sind auch diese als nichtig zu betrachten, auch wenn sie nicht von Emanuel Lauber und / oder Sascha Pollace unterzeichnet wurden (inwieweit sie von diesen verfasst wurden, ergibt sich aus den Akten nicht abschliessend, es ist aber angesichts der zeitlichen Abläufe davon auszugehen, dass sie in weiten Teilen von ihnen erstellt wurden). Die Aufzeichnungen dieser Verfahrenshandlungen sind aus den Akten zu entfernen, bis zum Abschluss des Verfahrens unter separatem Verschluss zu halten und anschliessend zu vernichten. Zum gleichen Schluss kommt man im Übrigen auch in Anwendung von Art. 141 Abs. 2 StPO: Dieser besagt, dass Beweise, die Strafbehörden in Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, nicht verwertet werden dürfen, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich. Zuständigkeitsvorschriften in Bezug auf die Verfahrensführung sind als solche Gültigkeitsvorschriften zu qualifizieren. Schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO liegen in casu nicht vor: Zwar definiert die StPO den Begriff der "schweren Straftat" nicht, in der Praxis wird aber eine Beschränkung auf Verbrechenstatbestände bzw. auf Taten, die ausschliesslich mit Freiheitsstrafe bedroht sind, befürwortet (vgl. BGE 146 I 11 E.4.2). Den Beschuldigten wird eine Verletzung von Art. 37 f. SuG i.V.m. Art. 14 VStrR bzw. eine Verletzung der Rechtspflichten gemäss Art. 6 Abs. 2 VStrR zur Abwendung von Leistungsbetrug gemäss Art. 14 Abs. 1 VStR vorgeworfen. Dabei handelt es sich um Vergehen, die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht sind, folglich nicht um schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO.”
“Da sämtliche Strafbescheide und die Strafverfügungen zu weiten Teilen auf nichtigen Verfahrenshandlungen basieren, sind auch diese als nichtig zu betrachten, auch wenn sie nicht von Emanuel Lauber und / oder Sascha Pollace unterzeichnet wurden (inwieweit sie von diesen verfasst wurden, ergibt sich aus den Akten nicht abschliessend, es ist aber angesichts der zeitlichen Abläufe davon auszugehen, dass sie in weiten Teilen von ihnen erstellt wurden). Die Aufzeichnungen dieser Verfahrenshandlungen sind aus den Akten zu entfernen, bis zum Abschluss des Verfahrens unter separatem Verschluss zu halten und anschliessend zu vernichten. Zum gleichen Schluss kommt man im Übrigen auch in Anwendung von Art. 141 Abs. 2 StPO: Dieser besagt, dass Beweise, die Strafbehörden in Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, nicht verwertet werden dürfen, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich. Zuständigkeitsvorschriften in Bezug auf die Verfahrensführung sind als solche Gültigkeitsvorschriften zu qualifizieren. Schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO liegen in casu nicht vor: Zwar definiert die StPO den Begriff der "schweren Straftat" nicht, in der Praxis wird aber eine Beschränkung auf Verbrechenstatbestände bzw. auf Taten, die ausschliesslich mit Freiheitsstrafe bedroht sind, befürwortet (vgl. BGE 146 I 11 E.4.2). Den Beschuldigten wird eine Verletzung von Art. 37 f. SuG i.V.m. Art. 14 VStrR bzw. eine Verletzung der Rechtspflichten gemäss Art. 6 Abs. 2 VStrR zur Abwendung von Leistungsbetrug gemäss Art. 14 Abs. 1 VStR vorgeworfen. Dabei handelt es sich um Vergehen, die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht sind, folglich nicht um schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO. 19. Art. 329 Abs. 2 StPO bestimmt, dass dann, wenn ein Urteil zurzeit nicht ergehen kann, das Gericht das Verfahren sistiert. Falls erforderlich, weist es die Anklage zur Ergänzung oder Berichtigung an die Staatsanwaltschaft zurück. Wie bereits festgehalten, führt die unzulässige Delegation der Untersuchung an Emanuel Lauber und Sascha Pollace zur Nichtigkeit der von ihnen vorgenommenen Untersuchungshandlungen und Verfügungen. Daher liegt keine gültige Anklage vor, über die das Gericht urteilen könnte. Es hat das Verfahren gestützt auf Art. 329 Abs. 2 StPO zurückzuweisen. Das fedpol wird einen gewissen Teil der Untersuchung wiederholen müssen, es wird ein neues Schlussprotokoll verfassen und allenfalls neue Strafbescheide und / oder Einstellungsverfügungen erlassen müssen.”
Tatobjekt/Leistungsarten: Die Norm schützt das Vermögen des Gemeinwesens; bei Eingehungsbetrug ist der Katalog der Gemeinwesensleistungen nicht abschliessend (jede zuordenbare Leistung kommt in Frage), während die Erfüllungsbetrugsvariante in der Praxis oft auf ausdrücklich genannte Leistungen (Konzession, Bewilligung, Kontingent) beschränkt gesehen wird; strittig ist, ob weitere Leistungen (z.B. Bundesbürgschaften, Solidarbürgschaften oder sonstige Leistungen des Gemeinwesens) erfasst sind.
“Während die Tatbestandsvariante des Eingehungsbetrugs eine Generalklausel ("andere Leistung des Gemeinwesens") enthält, ist die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs gemäss dem Wortlaut von Art. 14 Abs. 1 VStrR explizit auf Konzessionen, Bewilligungen und Kontingente beschränkt (vgl. ACKERMANN, a.a.O., § 4 Rz. 25). Dem Gesetz lässt sich klar entnehmen, welche Leistungen des Gemeinwesens Gegenstand eines Erfüllungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR bilden können. Die vorliegend zur Diskussion stehenden Bürgschaften des Bundes zur Finanzierung von Hochseeschiffen gemäss Bürgschaftsverordnung lassen sich unter keinen der drei Begriffe subsumieren, die in Art. 14 Abs. 1 VStrR bei der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs aufgeführt sind. Eine grammatikalische Auslegung spricht aufgrund des klaren Wortlauts von Art. 14 Abs. 1 VStrR gegen die Möglichkeit, unter diese Tatbestandsvariante Leistungen des Gemeinwesens zu subsumieren, die im Gesetz nicht ausdrücklich erwähnt sind (vgl. LEHMKUHL, a.a.O., § 24 Rz. 67; MAEDER, a.a.O., N. 92 zu Art. 14 VStrR).”
“1 VStrR unter anderem voraus, dass der Getäuschte auf Grund des täuschungsbedingten Irrtums eine bestimmte, dem Gemeinwesen zuzuordnende Leistung zuspreche oder sie nicht zurückfordere respektive nicht "entziehe". Nach diesen Autoren sei die Strafbarkeit der "unterbliebenen Rückforderung einer finanziellen Leistung" nach strenger Wortlautinterpretation des Tatbestands von Art. 14 Abs. 1 VStrR eigentlich nicht vorgesehen, sollte aber "analog" der Strafbarkeit des unterbliebenen nachträglichen Entzugs einer Konzession, Bewilligung oder eines Kontingents "mitgedacht bzw. hineingelesen" werden (EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 108 Fn. 377). Demnach solle von der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs etwa die Nichteinziehung einer Konzession, einer Bewilligung, eines bestimmten Kontingents, eines Beitrags, einer Abgabe oder einer anderen Leistung (Generalklausel) erfasst sein (EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 108 f.). MAEDER geht hingegen davon aus, dass eine solche (extensive) Auslegung von Art. 14 Abs. 1 VStrR mit Art. 1 StGB unvereinbar sei. Nach diesem Autor könne Art. 14 Abs. 1 VStrR nicht greifen, wenn es nicht um die unterbliebene Rückforderung einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents gehe (MAEDER, a.a.O., N. 92 zu Art. 14 VStrR).”
“Zusammenfassend ist festzuhalten, dass nach geltendem Recht die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs nur erfüllt, wer den Entzug einer der in Art. 14 Abs. 1 VStrR ausdrücklich genannten Leistungen (d.h. Konzessionen, Bewilligungen oder Kontingenten) verhindert. Indem die Vorinstanz diese Tatbestandsvariante auf Bürgschaften gemäss der Bürgschaftsverordnung für anwendbar erklärt hat, hat sie gegen Bundesrecht verstossen. Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen Leistungsbetrugs gemäss Anklage-Ziffer A.1.1.2 erweist sich als bundesrechtswidrig, weshalb die Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen ist. Damit erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit den im Zusammenhang mit diesem Vorwurf erhobenen weiteren Rügen des Beschwerdeführers”
“Der Beschwerde ist kein Erfolg beschieden, soweit der Beschwerdeführer 1 weiter vorbringt, die ausgerichtete Bundesbürgschaft sei keine "andere Leistung des Gemeinwesens" im Sinne von Art. 14 Abs. 1 VStrR. Die Vorinstanz nimmt mit Verweis auf die Literatur (MAEDER, a.a.O., N. 92 zu Art. 14 VStrR; EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 109) zutreffend an, dass der Katalog von Leistungen, die Gegenstand eines Leistungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR sein können, bei der Tatbestandsvariante des Eingehungsbetrugs bloss beispielhaft und nicht abschliessend sei, und dass aufgrund der Generalklausel jede dem Gemeinwesen zuzuordnende Leistung als Leistungsdisposition in Betracht komme (vgl. oben E. 9.5).”
“1 VE-VStrR wird wegen Leistungsbetrugs bestraft, wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder Dritte durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt und so für sich oder eine andere Person unrechtmässig eine Konzession, eine Bewilligung oder ein Kontingent, einen Beitrag, die Rückerstattung von Abgaben, eine andere Leistung des Gemeinwesens erschleicht, oder bewirkt, dass der Entzug einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents oder die Rückforderung einer anderen Leistung des Gemeinwesens unterbleibt. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) führt im erläuternden Bericht vom 31. Januar 2024 zur Eröffnung des Vernehmlassungsverfahrens betreffend die Totalrevision des Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR) aus, der neue Absatz 1 a.E. von Art. 14 VE-VStrR [d.h. die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs] werde "konsequenterweise" in dem Sinne ergänzt, dass "künftig nicht nur strafbar" sei, wer den Entzug einer der dort ausdrücklich genannten Leistungen verhindere, "sondern auch", wer bewirke, dass die Rückforderung einer "anderen Leistung des Gemeinwesens" unterbleibe. Diese Ergänzung erfolge in Anlehnung an die Generalklausel ("eine andere Leistung des Gemeinwesens"), welche die Liste der ausdrücklich genannten Leistungen erweitere, die nach dem geltenden Art. 14 Abs. 1 VStrR Gegenstand eines Eingehungsbetrugs sein könnten. Gemäss der vorgeschlagenen Neuregelung werde der Erfüllungsbetrug ausdrücklich gleich bestraft wie der Eingehungsbetrug. Damit werde die "Kontroverse in der Lehre" beendet, ob der geltende Art. 14 Abs. 1 a.E. VStrR eine solche Verhinderung einer Rückforderung erfasse oder nicht (Erläuternder Bericht, S. 35 Ziff.”
“Der Botschaft vom 21. April 1971 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht (BBl 1971 I 1008 Ziff. 3) ist keine Erklärung dafür zu entnehmen, weshalb in Art. 14 Abs. 1 VStrR die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs auf den Entzug einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents beschränkt und dort keine Generalklausel (im Sinne einer "anderen Leistung des Gemeinwesens") wie bei der Tatbestandsvariante des Eingehungsbetrugs vorgesehen wurde (vgl. HUMBEL, a.a.O., S. 146; LEHMKUHL, a.a.O., § 24 Rz. 67). Auch im Rahmen der parlamentarischen Debatte wurde diese Einschränkung bei der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs weder im Ständerat (vgl. AB 1971 S 835 ff., 843; AB 1973 S 578 ff., 581, 756 f.; AB 1974 S 134) noch im Nationalrat (vgl. AB 1973 N 451 ff., 469 ff., 1489 f.; AB 1974 N 669) näher diskutiert. Vor diesem Hintergrund ist festzuhalten, dass aufgrund fehlender klarer Erläuterungen weder die Botschaft noch die parlamentarische Beratung einen klaren gesetzgeberischen Willen erkennen lassen.”
“oben). Die dortigen Ausführungen müssen umso mehr für die Tatbestandsvariante des Eingehungsbetrugs gelten, der in der Aufzählung explizit eine Generalklausel für «andere Leistungen des Gemeinwesens» vorsieht. Die Gewährung einer Bundesbürgschaft nach der Bürgschaftsverordnung, die sich wiederum auf das LVG stützt, stellt demnach eine Vermögens- resp. Leistungsdisposition im Sinne von Art. 14 Abs. 1 VStrR dar. Dies steht in Einklang mit den Ausführungen in der Lehre, wonach der Katalog von Leistungen, die Gegenstand des Leistungsbetrugs sein können, bloss beispielhaft und nicht abschliessend sei. Aufgrund der Generalklausel komme letztlich jede dem Gemeinwesen zuzuordnende Leistung als Leistungsdisposition in Betracht (BSK VStrR-Maeder, N 92 f. zu Art. 14; Eicker/Frank/Achermann, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafverfahrensrecht, Bern 2012, S. 109). Vor diesem Hintergrund ist auch die gesetzlich vorgeschriebene Einräumung eines Pfandrechts am Schiff bei der Beurteilung der Leistungsdisposition nicht von Bedeutung. Die ausgerichtete Leistung sei gemäss Verteidigung sodann nicht unrechtmässig gewesen. Die Straf- und Zivilklägerin 11 habe CHF 24 Mio. für das Schiff bezahlt und genau 20% des Preises aus Eigenmitteln aufgebracht. Die Kammer hat bereits im Rahmen der Beweiswürdigung aufgezeigt, dass das BT.________ die Finanzierung der Q.________ nicht im erfolgten Umfang gewährt hätte, wenn ihm bekannt gewesen wäre, wie sich der von der Straf- und Zivilklägerin 11 bezahlte Kaufpreis von USD 24 Mio.”
Unterscheidung Eingehungs- vs. Erfüllungsbetrug: Erfüllungsbetrug nach Abs. 1 ist auf Konzessionen, Bewilligungen und Kontingente beschränkt; Eingehungsbetrug ist nicht auf einen abschliessenden Katalog beschränkt (Beispiele sind Solidarbürgschaften, LVG-Leistungen, Subventionen, Verrechnungssteuerfälle und grenzüberschreitende Sachverhalte).
“Der Leistungsbetrug gemäss Art. 14 Abs. 1 VStrR erfasst zwei Tatbestandsvarianten: Im ersten Fall des sog. Eingehungsbetrugs erteilt die zuständige Stelle aufgrund des täuschungsbedingten Irrtums zu Unrecht eine Leistung des Gemeinwesens. Im zweiten Fall des sog. Erfüllungsbetrugs unterlässt es diese Stelle aufgrund des täuschungsbedingten Irrtums zu Unrecht, eine Konzession, eine Bewilligung oder ein Kontingent wieder zu entziehen (vgl. EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 106 und 108 f.; JÜRG-BEAT ACKERMANN, in: Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, 2. Aufl. 2021, § 4 Rz. 25; LEHMKUHL, a.a.O., § 24 Rz. 64 und 67; MAEDER, a.a.O., N. 30 zu Art. 14 VStrR).”
“Während die Tatbestandsvariante des Eingehungsbetrugs eine Generalklausel ("andere Leistung des Gemeinwesens") enthält, ist die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs gemäss dem Wortlaut von Art. 14 Abs. 1 VStrR explizit auf Konzessionen, Bewilligungen und Kontingente beschränkt (vgl. ACKERMANN, a.a.O., § 4 Rz. 25). Dem Gesetz lässt sich klar entnehmen, welche Leistungen des Gemeinwesens Gegenstand eines Erfüllungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR bilden können. Die vorliegend zur Diskussion stehenden Bürgschaften des Bundes zur Finanzierung von Hochseeschiffen gemäss Bürgschaftsverordnung lassen sich unter keinen der drei Begriffe subsumieren, die in Art. 14 Abs. 1 VStrR bei der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs aufgeführt sind. Eine grammatikalische Auslegung spricht aufgrund des klaren Wortlauts von Art. 14 Abs. 1 VStrR gegen die Möglichkeit, unter diese Tatbestandsvariante Leistungen des Gemeinwesens zu subsumieren, die im Gesetz nicht ausdrücklich erwähnt sind (vgl. LEHMKUHL, a.a.O., § 24 Rz. 67; MAEDER, a.a.O., N. 92 zu Art. 14 VStrR).”
“Der Beschwerde ist kein Erfolg beschieden, soweit der Beschwerdeführer 1 weiter vorbringt, die ausgerichtete Bundesbürgschaft sei keine "andere Leistung des Gemeinwesens" im Sinne von Art. 14 Abs. 1 VStrR. Die Vorinstanz nimmt mit Verweis auf die Literatur (MAEDER, a.a.O., N. 92 zu Art. 14 VStrR; EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 109) zutreffend an, dass der Katalog von Leistungen, die Gegenstand eines Leistungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR sein können, bei der Tatbestandsvariante des Eingehungsbetrugs bloss beispielhaft und nicht abschliessend sei, und dass aufgrund der Generalklausel jede dem Gemeinwesen zuzuordnende Leistung als Leistungsdisposition in Betracht komme (vgl. oben E. 9.5).”
“Arglist ist auch bei einfachen falschen Angaben gegeben, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist sowie dann, wenn der Täter den Getäuschten von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieser die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2 S. 154 f.; 135 IV 76 E. 5.2 S. 81 f. m.w.H.). Wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder einen Dritten durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt und so für sich oder einen andern unrechtmässig unter anderem einen Beitrag oder eine andere Leistung des Gemeinwesens erschleicht, wird mit Gefängnis oder mit Busse bestraft (Art. 14 Abs. 1 VStrR; Leistungsbetrug). Grundsätzlich kommt jede dem Gemeinwesen zuzuordnende Leistung in Betracht (Maeder, Basler Kommentar, 2020, Art. 14 VStrR N. 92). Eine Bereicherungsabsicht ist – im Unterschied zum Betrug gemäss Art. 146 StGB – nicht vorausgesetzt (Maeder, a.a.O., Art. 14 VStrR N. 100). Der Arglistbegriff von Art. 14 VStrR orientiert sich gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich am Betrugstatbestand von Art. 146 StGB (BGE 115 Ib 68 E. 3a/bb). Nach schweizerischem Recht fällt Subventionsbetrug zum Nachteil der Eidgenossenschaft unter Art. 14 Abs. 1 VStrR. Nach der Rechtsprechung ist Subventionsbetrug zulasten eines Kantons demgegenüber nach Art. 146 StGB strafbar, wenn die Elemente dieses Straftatbestandes vorliegen (Urteil des Bundesgerichts 1A.214/2001 vom 19. Februar 2002 E. 4.2 unter Hinweis auf BGE 112 Ib 55 E. 5d/cc zu Art. 148 aStGB). Soweit den Beschuldigten in Deutschland nicht Subventionsbetrug zulasten des Bundes, sondern zum Nachteil eines Landes vorgeworfen wird, kommt es für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit somit darauf an, ob das den Beschuldigten zur Last gelegte Verhalten vom Tatbestand des Betruges nach Art. 146 StGB erfasst wird.”
“1 VStrR als «steuerstrafrechtlicher Tatbestand» ist vor dem Hintergrund dieses Sachverhalts zu verstehen. Zudem zeigt bereits der Umstand, dass Art. 14 Abs. 1 VStrR nicht nur das Erschleichen einer Rückerstattung von Abgaben, sondern auch das Erschleichen einer Konzession, einer Bewilligung, eines Kontingents, eines Beitrags oder einer anderen Leistung des Gemeinwesens erfasst, dass sich der Tatbestand nicht nur auf das Steuerstrafrecht bezieht. Dies gilt umso mehr im vorliegenden Fall, in dem Art. 14 Abs. 1 VStrR aufgrund der Verweisung in Art. 45 aLVG bzw. Art. 51 LVG zur Anwendung kommt und somit der Betrug um Leistungen des LVG zu beurteilen ist, die mit Steuerrecht nichts zu tun haben. Entsprechend wäre es nicht sachgerecht, vorliegend die Grundsätze des Steuerstrafrechts anzuwenden. Es kann nicht der Zweck des Leistungsbetrugs nach Art. 45 aLVG bzw. Art. 51 LVG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 VStrR sein, die Mitwirkung des Steuerpflichtigen bei der Steuerfestsetzung zu sichern. Die Straf- und Zivilklägerin 10 ist somit Trägerin des von Art. 45 aLVG bzw. Art. 51 LVG i.V.m. Art. 14 VStrR geschützten Rechtsguts und macht im vorliegenden Verfahren eine unmittelbare Verletzung dieser Rechte geltend. Im Ergebnis ist die Straf- und Zivilklägerin 10 legitimiert, im vorliegenden Verfahren als Straf- und Zivilklägerin aufzutreten. Die Evokation des BH.________ gestützt auf Art. 47 Abs. 4 RVOG ist nicht zu beanstanden. Für die Frage, ob für die mit der Zivilklage konkret geltend gemachte Forderung eine Aktivlegitimation i.S.v. Art. 122 StPO besteht, wird auf die Erwägungen zur Zivilklage verwiesen (siehe Ziff. 84 unten). Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil mit Ausnahme der Einstellungen und Freisprüche vollumfänglich angefochten. Der Freispruch wegen Leistungsbetrugs durch Bewirken des Unterbleibens eines Entzugs wurde indes von der Generalstaatsanwaltschaft und der Straf- und Zivilklägerin 10 beanstandet. Die Einstellungen (Ziff. I des erstinstanzlichen Dispositivs) sowie die Freisprüche gemäss Ziff.”
“14 VStrR in objektiver Hinsicht folglich geringer als bei Art. 146 StGB (EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 108 f.). Weiter erwog die Vorinstanz (pag. 18 1397 f., S. 189 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Eine Solidarbürgschaft lässt sich unter keinen der drei Begriffe subsumieren. Wird jedoch berücksichtigt, dass im gesamten LVG, das seinerseits ja auf das VStrR verweist, die Begriffe Konzession, Bewilligung und Kontingent nicht vorkommen, das LVG aber dennoch den Leistungsbetrug unter Strafe stellen will, so muss die Solidarbürgschaft von Art. 14 VStrR i.V.m. Art. 45 aLVG umfasst sein. Für eine extensive Auslegung der drei Begriffe sind denn auch alle in Ziff. IV.A.2.2, S. 168 zitierten Lehrmeinungen. Käme man zu anderen Schlüssen, so könnte gar nie ein Erfüllungsbetrug nach LVG i.V.m. VStrR vorliegen (da nur der Eingehungsbetrug nach Art. 14 VStrR auch eine Generalklausel „eine andere Leistung des Gemeinwesens“ enthält). Das Gericht gelangt zusammengefasst zum Ergebnis, dass die Solidarbürgschaften auch dann unter Art. 14 VStrR fallen, wenn es um die Frage des Nicht-Entzugs, also den Erfüllungsbetrug, geht. Die Kammer schliesst sich diesen Erwägungen an, wobei folgende Überlegung besonders ins Gewicht fällt: Der Straftatbestand von Art. 14 Abs. 1 VStrR kann vorliegend nicht isoliert betrachtet werden. Hintergrund der Anwendung dieses Tatbestands ist die Verweisung auf das VStrR in Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG. Dadurch wird für Leistungs- und Abgabebetrug im Zusammenhang mit dem LVG der Straftatbestand des VStrR für anwendbar erklärt, wenn auch mit der Einschränkung einer höheren Strafandrohung. Dieser Zusammenhang darf bei der Anwendung von Art. 14 Abs. 1 VStrR in der vorliegenden Konstellation nicht ausser Acht gelassen werden. Es liegt auf der Hand, dass durch den Verweis in Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG der Betrug um Leistungen des LVG unter den Straftatbestand von Art. 14 Abs. 1 VStrR gestellt werden sollten und zwar unter beide Tatbestandsvarianten. Eine andere Auslegung dieser Tatbestände würde bedeuten, dass der Betrug um bedeutende Leistungen nach dem LVG trotz dem Verweis in Art.”
“Die Verrechnungssteuer ist zwar mit den Einkommens- und Vermögenssteuern verflochten und die Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Einkommensbesteuerung sind namentlich auch auf die Verrechnungssteuer anwendbar (zur Einordnung der Verrechnungssteuer ins Steuersystem s. Bauer-Balmelli/Reich, VStG-Kommentar, Vorbemerkungen N. 50 ff., N. 58 ff. mit einer Übersicht über die Doktrin zur Zuordnung als indirekte oder direkte Steuer). Diese Umstände ändern allerdings nichts daran, dass die Verrechnungssteuer unter Art. 14 Abs. 4 VStrR fällt. Bezüglich der indirekten Steuern inkl. Verrechnungssteuer ermöglicht demnach Art. 3 Abs. 3 lit. b IRSG die Auslieferung in Fällen des qualifizierten Abgabebetrugs nach Art. 14 Abs. 4 VStrR (BBl 2014 626). Im Zusammenhang mit der Verrechnungssteuer ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass die in Art. 61 bzw. 62 VStG geregelte Steuerhinterziehung bzw. Steuergefährdung (Übertretungen) subsidiär zu Art. 14 (Leistungs- und Abgabebetrug, s. nachfolgend) bis Art. 16 VStrR ist (Beusch/Malla, VStG-Kommentar, Art. 61 VStG N. 15 und Art. 62 VStG N. 22 ff.). Gemäss Art. 61 lit. c VStG wird wegen Hinterziehung bestraft, sofern nicht Art. 14 VStrR zutrifft, wer vorsätzlich oder fahrlässig, zum eigenen oder zum Vorteil eines andern eine ungerechtfertigte Rückerstattung der Verrechnungssteuer oder einen andern unrechtmässigen Steuervorteil erwirkt (zu den Voraussetzungen des Rückerstattungsanspruchs s. Art. 21 VStG ff.). Wer die gesetzmässige Durchführung der Verrechnungssteuer gefährdet, indem er vorsätzlich oder fahrlässig Rückerstattungsansprüche geltend macht, die ihm nicht zustehen oder für die er bereits befriedigt worden ist, wird, sofern nicht Art. 14-16 VStrR zutrifft, mit Busse bestraft (Art. 62 Abs. 1 lit. e VStG). Wird eine Rückerstattung erwirkt, ohne dass ein Anspruch darauf bestünde, so liegt ein Fall von Art. 61 lit. c VStG vor (s. Beusch/Malla, a.a.O., Art. 62 VStG N. 19). Echte Konkurrenz besteht dagegen zu den Delikten aus dem Bereich der Einkommens- und Vermögenssteuern (Beusch/Malla, a.a.O., Art. 62 VStG N. 22).”
“Per quanto attiene ai fatti oggetto di condanna penale e alla loro trasposizione in diritto svizzero, nemmeno il ricorrente mette in dubbio che simulare operazioni commerciali tra società, creando a tal fine documenti falsi nel loro contenuto, per evitare l'imposizione di tributi (in specie sui redditi e sul valore aggiunto) sia un comportamento di tutta evidenza perseguibile anche in Svizzera. Tale fattispecie realizza infatti i reati di falsità in documenti, frode fiscale e truffa fiscale, infrazioni previste dall'art. 251 CP (cfr. Bernard Corboz, Les infractions en droit suisse, Vol. II, III ed., Berna 2010, ad art. 251 n. 155, in tema di fatture contenutisticamente false inserite in contabilità), dall'art. 186 della legge sull'imposta federale diretta del 14 dicembre 1990 (LIFD; RS 642.11; che presuppone l'uso di documenti falsi), dall'art. 97 cpv. 2 della legge federale del 12 giugno 2009 concernente l'imposta sul valore aggiunto (LIVA; RS 641.20; segnatamente il citato disposto precisa che in caso di circostanze aggravanti, come il fatto di reclutare una o più persone allo scopo di commettere la sottrazione d'imposta, si possa infliggere una pena detentiva sino a due anni) e dall'art. 14 DPA, che concerne specificatamente le truffe commesse in ambito di imposte indirette, tra cui l'imposta sul valore aggiunto (cfr. sul tema Henri Torrione, Les infractions fiscales en matière d’impôts directs et dans le domaine de l’impôt anticipé, des droits de timbre et de la TVA, in: Les procédures en droit fiscal, Berna 2021, IV ed., pag. 1096 e segg. e pag. 1180 e segg.). Egli sostiene tuttavia che il suo ruolo sarebbe stato del tutto marginale, essendosi limitato a mettere in contatto due entità giuridiche e senza alcuna volontà di commettere il reato in esame; ciò che, tuttavia, non risulta affatto dagli atti. Benché la sentenza del 20 dicembre 2018 riporti sinteticamente i fatti contestati (pag. 2, doc. 1), si evince dal testo della stessa che al ricorrente è stato rimproverato di avere, in concorso con altri due imputati, e meglio del socio-direttore e del manager della H__________ Ltd, emesso la contestata fattura di € 130'000.-, per operazioni inesistenti, al fine di permettere alla __________ Srl di evadere le imposte sul reddito e sul valore aggiunto.”
Verfolgungsverjährung: Für Taten nach dem 1.1.2014 beträgt die Verfolgungsverjährung in Fällen des Art. 14 Abs. 1 VStrR zehn Jahre; bei Wegfall der Garantenstellung enden Beurteilung und mögliche Unterlassungsanklagen, sodass Verjährung eintreten kann.
“Art. 14 Abs. 1 VStrR sieht als Sanktion Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor, gleiches gilt für Art. 6 Abs. 2 i.V.m. Art. 14 Abs. 1 VStrR. Beide Straftatbestände sind folglich als Vergehen qualifiziert. Für Taten, die nach dem 1. Januar 2014 abgeschlossen wurden, beträgt die Verfolgungsverjährung daher 10 Jahre (Art-. 97 Abs. 1 lit. c StGB). In Bezug auf die einzelnen Beschuldigten bedeutet dies Folgendes: - Dem Beschuldigten 1, A., wird in der Strafverfügung vorgeworfen, die letzte massgebliche Tathandlung am 22. April 2014, mit der Einreichung der IST-Spartenrechnung 2013, begangen zu haben (pag. 02.301.0098). Daraus folgt, dass sämtliche ihm gemachten Vorwürfe spätestens am 23. April 2024 verjährt sind. Es ist offensichtlich, dass der verfahrensleitende Entscheid für das fedpol in Bezug auf den Beschuldigten 1 einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil verursacht, sind doch, wenn die Strafverfügung ihm gegenüber nichtig ist, die ihm vorgeworfenen Taten verjährt. - Dem Beschuldigten 2, B.”
“f.). Per diesen Datums endete auch seine Garantenstellung. Es ist zumindest fraglich, ob er sich nach diesem Datum einer Unterlassung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 i.V.m. Art. 14 Abs. 1 VStrR schuldig machen konnte. Daraus folgt aber auch, dass die letzten ihm vorwerfbaren Unterlassungen spätestens am 1. Mai 2026, also in rund eineinviertel Jahren, verjährt sein dürften. Damit hat der verfahrensleitende Entscheid für das fedpol auch in Bezug auf den Beschuldigten B. einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil zur Folge. - Den Beschuldigten 3, 4 und 5, C., D. und E., werden in den sie betreffenden Strafverfügungen Widerhandlungen gegen Art. 14 Abs. 1 VStrR, begangen bis am 22. April 2014 (betreffend die Abgeltungen für die Jahre 2014 / 2015), bis am 17. April 2015 (betreffend die Abgeltungen für das Jahr 2016), bis am 20. April 2016 (betreffend die Abgeltungen für das Jahr 20167) und bis am 5. Mai 2017 (betreffend die Abgeltungen für die Jahre 2017 / 2018) vorgeworfen (vgl. pag.”
Die Verweisung in Spezialgesetzen (z.B. LVG) macht Art. 14 Abs. 1 VStrR auf diese Spezialtatbestände anwendbar; dabei kann jedoch der Strafrahmen im Spezialgesetz (LVG) abweichend und härter sein.
“Nach Art. 14 Abs. 1 VStrR macht sich wegen Leistungsbetrugs strafbar, wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder einen Dritten durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt und so für sich oder einen andern unrechtmässig eine Konzession, eine Bewilligung oder ein Kontingent, einen Beitrag, die Rückerstattung von Abgaben oder eine andere Leistung des Gemeinwesens erschleicht oder so bewirkt, dass der Entzug einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents unterbleibt. Gemäss Art. 51 Satz 2 LVG wird die Straftat - anders als bei Art. 14 Abs. 1 VStrR - mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.”
“Der Straftatbestand des Leistungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR kommt im vorliegenden Fall aufgrund der Verweisung in Art. 51 Satz 1 LVG bzw. Art. 45 Abs. 1 aLVG zur Anwendung (vgl. MAEDER, a.a.O., N. 26 zu Art. 14 VStrR). Mit dieser Verweisung wurde vom Gesetzgeber der Zweck verfolgt, die mit der Einführung des VStrR bei den betrugsähnlichen Tatbeständen in den einzelnen Sondergesetzen herbeigeführte Vereinheitlichung auch für das LVG gelten zu lassen (vgl. Botschaft vom 9. September 1981 zu einem Bundesgesetz über die wirtschaftliche Landesversorgung, BBl 1981 III 444 f. Ziff. 3; Botschaft vom 21. April 1971 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht, BBl 1971 I 998 ff. Ziff. 2.3). Der Umstand, dass das LVG auf Art. 14 Abs. 1 VStrR verweist, ist Voraussetzung dafür, dass diese Strafbestimmung zur Anwendung gelangt. Indessen führt diese Verweisung nicht zu einer Erweiterung des Anwendungsbereichs von Art. 14 Abs. 1 VStrR über den klaren Gesetzeswortlaut betreffend die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs hinaus (vgl. oben E. 9.6.2).”
Tatbestandskonkurrenzen und Teilnahme: Bei fingierten Rechnungen oder Mitwirkung an solchen Vorgängen können Urkundenfälschung und Steuer-/Abgabebetrug konkurrent oder nebenstellig auftreten; auch tatbestandliche Teilnahme ist relevant.
“Per quanto attiene ai fatti oggetto di condanna penale e alla loro trasposizione in diritto svizzero, nemmeno il ricorrente mette in dubbio che simulare operazioni commerciali tra società, creando a tal fine documenti falsi nel loro contenuto, per evitare l'imposizione di tributi (in specie sui redditi e sul valore aggiunto) sia un comportamento di tutta evidenza perseguibile anche in Svizzera. Tale fattispecie realizza infatti i reati di falsità in documenti, frode fiscale e truffa fiscale, infrazioni previste dall'art. 251 CP (cfr. Bernard Corboz, Les infractions en droit suisse, Vol. II, III ed., Berna 2010, ad art. 251 n. 155, in tema di fatture contenutisticamente false inserite in contabilità), dall'art. 186 della legge sull'imposta federale diretta del 14 dicembre 1990 (LIFD; RS 642.11; che presuppone l'uso di documenti falsi), dall'art. 97 cpv. 2 della legge federale del 12 giugno 2009 concernente l'imposta sul valore aggiunto (LIVA; RS 641.20; segnatamente il citato disposto precisa che in caso di circostanze aggravanti, come il fatto di reclutare una o più persone allo scopo di commettere la sottrazione d'imposta, si possa infliggere una pena detentiva sino a due anni) e dall'art. 14 DPA, che concerne specificatamente le truffe commesse in ambito di imposte indirette, tra cui l'imposta sul valore aggiunto (cfr. sul tema Henri Torrione, Les infractions fiscales en matière d’impôts directs et dans le domaine de l’impôt anticipé, des droits de timbre et de la TVA, in: Les procédures en droit fiscal, Berna 2021, IV ed., pag. 1096 e segg. e pag. 1180 e segg.). Egli sostiene tuttavia che il suo ruolo sarebbe stato del tutto marginale, essendosi limitato a mettere in contatto due entità giuridiche e senza alcuna volontà di commettere il reato in esame; ciò che, tuttavia, non risulta affatto dagli atti. Benché la sentenza del 20 dicembre 2018 riporti sinteticamente i fatti contestati (pag. 2, doc. 1), si evince dal testo della stessa che al ricorrente è stato rimproverato di avere, in concorso con altri due imputati, e meglio del socio-direttore e del manager della H__________ Ltd, emesso la contestata fattura di € 130'000.-, per operazioni inesistenti, al fine di permettere alla __________ Srl di evadere le imposte sul reddito e sul valore aggiunto.”
“Selon l'art. 14 al. 1 DPA, celui qui aura astucieusement induit en erreur l'administration, une autre autorité ou un tiers par des affirmations fallacieuses ou par la dissimulation de faits vrais ou les aura astucieusement confortés dans leur erreur, et aura de la sorte, pour lui-même ou pour un tiers, obtenu sans droit une concession, une autorisation, un contingent, un subside, le remboursement de contributions ou une autre prestation des pouvoirs publics ou aura évité le retrait d'une concession, d'une autorisation ou d'un contingent, sera puni de l'emprisonnement ou de l'amende. Pour l’interprétation de la notion d’escroquerie fiscale au sens de l’art. 14 DPA, la définition donnée par le code pénal (art. 146 CP) et la jurisprudence du Tribunal fédéral y relative sont déterminantes (ATF 115 Ib 68 consid. 3a/bb). Pour qu'il y ait escroquerie, une simple tromperie ne suffit pas ; il faut encore qu'elle soit astucieuse. L'astuce est réalisée lorsque l'auteur recourt à un édifice de mensonges, à des manœuvres frauduleuses ou à une mise en scène, mais aussi lorsqu'il donne simplement de fausses informations, si leur vérification n'est pas possible, ne l'est que difficilement ou ne peut raisonnablement être exigée, de même que si l'auteur dissuade la dupe de vérifier ou prévoit, en fonction des circonstances, qu'elle renoncera à le faire (ATF 135 IV 76 consid. 5.2 p. 81 s. et les arrêts cités). Tel est notamment le cas si l'auteur conclut un contrat en ayant d'emblée l'intention de ne pas fournir sa prestation alors que son intention n'était pas décelable (ATF 118 IV 359 consid. 2 p. 361 s.), s'il exploite un rapport de confiance préexistant qui dissuade la dupe de vérifier (ATF 122 IV 246 consid.”
“2023 il procuratore pubblico ha comunicato l’imminente chiusura dell’istruzione prospettando l’abbandono dei procedimenti per aggressione, truffa, falsità in documenti, riciclaggio di denaro e contravvenzione all’ordinanza sulle fideiussioni solidali covid-19 e l’emanazione di un decreto di accusa per falsità in documenti, fissando un termine per presentare istanze probatorie e di indennità per ingiusto procedimento (art. 429 ss. CPP). c. Con istanza 7/10.10.2023 RE 1 ha postulato la rifusione di CHF 122'301.20, di cui CHF 59'540.20 per spese legali, CHF 44'761.00 per danno materiale e CHF 18'000.00 per torto morale. Ha chiesto che le spese fossero poste a carico dello Stato. d. Con decreto 1536/2023 del 10.10.2023 il magistrato inquirente ha abbandonato i procedimenti promossi a carico di RE 1 (ad eccezione di una fattispecie, oggetto di decreto di accusa). Il pubblico ministero, ricordati ed esposti gli atti istruttori compiuti nei diversi incarti, segnatamente i verbali di interrogatorio, ha anzitutto indicato in cosa consistevano le “frodi carosello”. Ha poi fatto riferimento all’art. 14 DPA ed all’art. 146 CP, evidenziando che il Tribunale federale qualifica le frodi carosello quali truffa. Rammentato il principio in dubio pro duriore, il magistrato inquirente ha osservato che inizialmente il focus era stato posto su una “classica” frode carosello IVA, perpetrata in particolare da __________, alla cui base c’era il fittizio commercio di materiale elettronico tra diversi paesi dell’Unione Europa. Dagli atti di inchiesta era poi emerso un nuovo possibile modello di business criminoso, sussumibile sempre quale truffa carosello, vertente però sulla presunta compravendita e commercializzazione di licenze e prodotti software del tipo “__________” (così come __________, licenze __________, ecc.), tra compiacenti (e che si riteneva essere spesso controllate/gestite dalle stesse persone) società in Italia, Svizzera, Dubai, Hong Kong, Repubblica Ceca ed altri paesi dell’Unione Europea, messe in atto fra gli altri anche da RE 1. Per il procuratore pubblico, inizialmente erano dati quei necessari indizi di reato tali da condurre agli accertamenti poi esperiti.”
Steuerliche Aspekte und DPA: Bei Rückerstattungen von Verrechnungssteuer sowie komplexen Steuerbetrugsfällen ist Art. 14 VStrR anwendbar; die steuerrechtliche Beurteilung (z.B. Beweislast für Abzüge, Zusammenhang mit Umsatz) und gegebenenfalls höhere Spezialbussen des Verwaltungsrechts sind zu berücksichtigen; DPA-Verfahren können die Straf- und Zivilverjährung beeinflussen.
“Die Verrechnungssteuer ist zwar mit den Einkommens- und Vermögenssteuern verflochten und die Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Einkommensbesteuerung sind namentlich auch auf die Verrechnungssteuer anwendbar (zur Einordnung der Verrechnungssteuer ins Steuersystem s. Bauer-Balmelli/Reich, VStG-Kommentar, Vorbemerkungen N. 50 ff., N. 58 ff. mit einer Übersicht über die Doktrin zur Zuordnung als indirekte oder direkte Steuer). Diese Umstände ändern allerdings nichts daran, dass die Verrechnungssteuer unter Art. 14 Abs. 4 VStrR fällt. Bezüglich der indirekten Steuern inkl. Verrechnungssteuer ermöglicht demnach Art. 3 Abs. 3 lit. b IRSG die Auslieferung in Fällen des qualifizierten Abgabebetrugs nach Art. 14 Abs. 4 VStrR (BBl 2014 626). Im Zusammenhang mit der Verrechnungssteuer ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass die in Art. 61 bzw. 62 VStG geregelte Steuerhinterziehung bzw. Steuergefährdung (Übertretungen) subsidiär zu Art. 14 (Leistungs- und Abgabebetrug, s. nachfolgend) bis Art. 16 VStrR ist (Beusch/Malla, VStG-Kommentar, Art. 61 VStG N. 15 und Art. 62 VStG N. 22 ff.). Gemäss Art. 61 lit. c VStG wird wegen Hinterziehung bestraft, sofern nicht Art. 14 VStrR zutrifft, wer vorsätzlich oder fahrlässig, zum eigenen oder zum Vorteil eines andern eine ungerechtfertigte Rückerstattung der Verrechnungssteuer oder einen andern unrechtmässigen Steuervorteil erwirkt (zu den Voraussetzungen des Rückerstattungsanspruchs s. Art. 21 VStG ff.). Wer die gesetzmässige Durchführung der Verrechnungssteuer gefährdet, indem er vorsätzlich oder fahrlässig Rückerstattungsansprüche geltend macht, die ihm nicht zustehen oder für die er bereits befriedigt worden ist, wird, sofern nicht Art. 14-16 VStrR zutrifft, mit Busse bestraft (Art. 62 Abs. 1 lit. e VStG). Wird eine Rückerstattung erwirkt, ohne dass ein Anspruch darauf bestünde, so liegt ein Fall von Art. 61 lit. c VStG vor (s. Beusch/Malla, a.a.O., Art. 62 VStG N. 19). Echte Konkurrenz besteht dagegen zu den Delikten aus dem Bereich der Einkommens- und Vermögenssteuern (Beusch/Malla, a.a.O., Art. 62 VStG N. 22).”
“En application de l'art. 61 let. a LIA (loi fédérale du 13 octobre 1965 sur l'impôt anticipé ; RS 642.21), celui qui, intentionnellement ou par négligence, à son propre avantage ou à celui d'un tiers soustrait des montants d'impôt anticipé à la Confédération encourt, pour soustraction d'impôt, une amende jusqu'à concurrence de 30'000 fr. ou, s'il en résulte un montant supérieur, jusqu'au triple de l'impôt soustrait, à moins que l'art. 14 DPA (loi fédérale sur le droit pénal administratif ; RS 313.0) ne soit applicable. En matière fiscale, conformément à la répartition du fardeau de la preuve, il incombe au contribuable d'apporter la preuve que la totalité des dépenses comptabilisées est en relation directe avec l'acquisition ou le maintien du chiffre d'affaires (TF 2A.461/2001 du 21 février 2002 consid. 3.1 ; ATA/1270/2017 ; ATA/562/2015 ; ATA/201/2014). Selon la jurisprudence, il suffit qu'il existe un rapport de causalité objectif entre la dépense et le but économique de l'entreprise pour que celle-ci soit justifiée commercialement. Le lien de causalité existe lorsque la dépense aurait été consentie par un gestionnaire ordinaire faisant preuve de la diligence objective requise par le droit commercial. Tel n'est pas le cas des dépenses encourues pour l'entretien et l'amortissement de biens acquis par la société qui ne servent qu'à l'entretien de l'actionnaire ou à son propre plaisir. Dans ce cas, la société grève indûment son compte de résultats en prenant à sa charge des dépenses privées sous couvert de frais commerciaux (TF 2C_124/2016 du 31 janvier 2017 consid.”
“Selon l'art. 61 LIA, celui qui, intentionnellement ou par négligence, à son propre avantage ou à celui d'un tiers : soustrait des montants d'impôt anticipé à la Confédération (let. a), ne satisfait pas à l'obligation de déclarer une prestation imposable (art. 19 et 20) ou fait une fausse déclaration (let. b), obtient un remboursement injustifié de l'impôt anticipé, ou quelque autre avantage fiscal illicite (let. c), encourt, pour soustraction d'impôt, une amende jusqu'à concurrence de 30 000 francs ou, s'il en résulte un montant supérieur, jusqu'au triple de l'impôt soustrait, à moins que l'art. 14 DPA ne soit applicable. Selon l'art. 14 al. 3 DPA, si une loi administrative spéciale prévoit pour les infractions analogues, mais dépourvues de caractère astucieux, un maximum de l'amende plus élevé, celui-ci est également applicable dans les cas prévus aux al. 1 et”
“Etant donné que ces alinéas réglementent uniquement la prescription pour engager une poursuite pénale et qu'il manque un renvoi à la prescription de l'exécution visée à l'al. 4, l'assujettissement à une prestation ou à une restitution peut se prescrire avant que la poursuite pénale soit prescrite. Dans certaines situations, la décision relative à l'assujettissement à une prestation doit donc être rendue, pour des motifs liés à la prescription, avant que l'instruction pénale soit achevée. Afin de corriger le plus simplement possible cette omission aux conséquences singulières, un renvoi complémentaire à l'art. 105, al. 4, LTVA s'impose. L'ajout de cette précision permet de mener à terme l'instruction pénale et d'établir suffisamment les faits avant que la décision relative à l'assujettissement à la prestation soit rendue ». 6.9 6.9.1 En l'espèce, il ressort du dossier qu'une enquête relevant du droit pénal administratif a été ouverte à l'encontre du recourant, le 24 janvier 2018, en raison de soupçons d'infractions au sens des art. 14 DPA, 96 et 98 LTVA. A l'appui de sa décision sur réclamation, l'AFC a relevé qu'un prononcé pénal a été notifié au recourant en date du 23 décembre 2022 et que les faits qui lui sont reprochés pour les périodes fiscales en cause ont été qualifiés d'escroquerie au sens de l'art. 14 al. 2 DPA. Interpellée par le Tribunal, l'AFC a transmis une copie du prononcé pénal du 20 décembre 2022, aux termes duquel le recourant a notamment été déclaré coupable d'escroquerie en matière de contributions au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, commise dans le cadre de son entreprise individuelle, durant les périodes fiscales 2011 à 2015 (cf. Faits, let. N supra). Dans ses déterminations du 31 janvier 2024, l'AFC s'est référée au chiffre 2 de sa décision sur réclamation. Elle a ajouté que sa décision du 27 mai 2022 et sa décision sur réclamation du 22 décembre 2022 valent, selon la récente jurisprudence du Tribunal fédéral (cf. consid. 6.7 supra), jugements de première instance au sens de l'art. 105 al. 2 LTVA. L'AFC en déduit ainsi « que les créances pour les périodes fiscales 2012 à 2017 étaient déjà imprescriptibles non seulement dès la notification du prononcé pénal du 20 décembre 2022, mais déjà dès le prononcé de la décision du 27 mai 2022 » (p.”
Abgrenzung zu anderen Delikten (StGB Art.146 / Betrug): Arglistig erschlichene Rückerstattungen bzw. unrechtmässige Rückforderungen (z. B. von Abgaben oder Verrechnungssteuer) fallen regelmässig unter den Betrug nach Art.146 StGB bzw. andere strafrechtliche Regelungen und nicht unter Art. 14 Abs. 1 VStrR; die Auslegung der arglistigen Täuschung orientiert sich an Art.146 StGB und einschlägiger Rechtsprechung.
“14 VStrR verneinte er ebenfalls, wobei sich seine Ausführungen auch hier nicht auf den Sachverhaltsvorwurf im Auslieferungsersuchen, sondern auf seine eigene Herleitung des massgeblichen Sachverhalts bezogen (act. 9 S. 4 ff.). Gleichzeitig hielt er allerdings daran fest, dass allenfalls höchstens ein Fiskaldelikt vorläge, um sich sodann darüber auszuschweigen, worin dieses Fiskaldelikt läge (act. 1 S. 5). Eine Rückerstattung der Verrechnungssteuer ist in der Schweiz namentlich ungerechtfertigt, wenn auf sie kein Anspruch besteht, weil die Voraussetzungen gemäss VStG nicht erfüllt sind, oder wenn der Anspruch bereits befriedigt worden ist (s. Beusch/Malla, a.a.O., Art. 61 N. 13 f.). War die Verrechnungssteuer zuvor gar nicht geleistet worden, welche überdies ohnehin nicht geschuldet war, liegt bei der Auszahlung oder Verrechnung des betreffenden Betrags freilich in zweifacher Hinsicht eine ungerechtfertigte «Rückerstattung» vor. Eine in diesem Sinne ungerechtfertigte (und arglistig erschlichene) Rückerstattung einer nicht geleisteten und auch nicht geschuldeten Abgabe wird nach der gefestigten Rechtsprechung als gemeinrechtlicher Betrug und nicht als Leistungsbetrug im Sinne von Art. 14 Abs. 1 VStrR qualifiziert, wenn alle Tatbestandsvoraussetzungen des Betrugs zum Nachteil des Gemeinwesens vorliegen, da es diesfalls um die rein deliktische Ausnützung des Systems der Rückerstattung und die vorsätzliche Schädigung des Gemeinwesens geht (s.o.). Selbst wenn bei einer prima facie Beurteilung das dem Beschwerdeführer vorgeworfene Vorgehen (d.h. die systematische, über Jahre hinweg, in einer Vielzahl von Fällen, zusammen mit Dritten, arglistig bewirkte zweimalige Auszahlung einer nur einmal einbehaltenen [Verrechnungs-]Steuer zum Nachteil des Gemeinwesens in Millionenhöhe) ausschliesslich unter Art. 14 Abs. 1 oder 2 VStrR (Leistungs- oder Abgabebetrug) fiele (s. supra E. 4.2.4), wären in beiden Fällen die qualifizierenden Tatbestandsmerkmale von Abs. 4 (Gewerbsmässigkeit, Zusammenwirken mit Dritten, Verrechnungssteuersachen, unrechtmässiger Vorteil in besonders erheblichem Umfang, besonders erhebliche Schädigung des Gemeinwesens) ohnehin als erfüllt zu erachten. Soweit der Beschwerdeführer bestreitet, dass das Tatbestandsmerkmal der Arglist im Sachverhalt umschrieben worden sei, ist er auf die vorstehenden Erwägungen zu verweisen.”
“und 2.6; zum Ganzen nachfolgend E. 4.4). Das arglistige Erschleichen einer (quasi doppelt) ungerechtfertigten «Rückerstattung» von nicht entrichteten und auch nicht zu entrichtenden Abgaben fällt grundsätzlich nicht unter Art. 14 Abs. 1 VStrR sondern unter den gemeinrechtlichen Betrugstatbestand gemäss Art. 146 StGB, wenn die weiteren Tatbestandsvoraussetzungen des Betrugs vorliegen (s. nachfolgend E. 4.4; vgl. insbesondere Urteil des Bundesgerichts 1A.233/2004 vom 8. November 2004 E. 2.4; vgl. im Ergebnis auch Urteil des Bundesgerichts 1A.189/2001 vom 22. Februar 2002 E. 5.3). Selbst wenn ein solcher Vorwurf unter Art. 14 Abs. 1 VStrR fallen würde, wäre ein Fiskaldelikt im Sinne von Art. 3 Abs. 3 Satz 1 IRSG (s. supra E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.155/1990 vom 15. Februar 1991 E. 4.6) zu verneinen, wenn zwar in Zusammenhang mit öffentlichen Abgaben und unter Verletzung der fiskalischen Verfahrensordnung arglistig eine Leistung des Gemeinwesens erschlichen, aber damit keine, auch nicht im Ergebnis, Verkürzung der entsprechenden Abgabe bewirkt wird und die Tat auch nicht darauf gerichtet erscheint. So würde es sich fragen, weshalb der Fiskalvorbehalt in einem solchen Fall greifen sollte (vgl. auch BGE 112 Ib 55 E.”
Bei Konkurrenz von Strafverfahren (z. B. DPA, AFC, Strafgericht) ist Doppelverfolgung zu vermeiden; DPA- und AFC-Verfahren treten bei Steuerdelikten häufig zugleich auf.
“Cela vaut d'autant plus qu'il ressort du dossier que la jonction des procédures a, en l'espèce, bel et bien été envisagée. Dans ses déterminations du 4 mai 2015 (procédure SV.yy.yyyy), le MPC annonçait que, "conformément au principe d'unité de la procédure ancré à l'art. 29 CPP, [il examinerait] le moment venu la possibilité de reprendre et joindre la procédure pénale fiscale menée par les autorités fiscales", au motif que "la procédure de la DAPE menée par l'AFC [soulevait] la même problématique que celle sous-jacente à l'infraction de gestion déloyale" (cf. observations du MPC sur le recours du recourant du 20 avril 2015 au TPF, pièce 225, p. 8). Il ne s'agit donc pas du cas, comme dans le domaine des infractions contre la circulation routière, où seul le concours des deux autorités (pénale et administrative) permet de subsumer l'état de fait à toutes les règles juridiques (cf. ATF 137 I 363 précité consid. 2.4). À cela s'ajoute que les procédures visent toutes deux à sanctionner un comportement illicite et diposent des mêmes sanctions pénales (cf. art. 158 CP et art. 14 al. 2 DPA, qui prévoient une peine privative de liberté de trois ans au plus ou une peine pécuniaire). Il est dès lors indifférent que la DAPE dispose d'une compétence spécifique pour poursuivre les infractions à la LIA en vertu de l'art. 67 al. 1 LIA. Dans ces circonstances, la duplication des procédures de nature pénale est contraire à l'interdiction de la double poursuite.”
“Les éléments recueillis par le MPC en relation avec la société E3.________SA, domiciliée à [...], ont été communiqués à l’AFC en date du 21 février 2012 qui a alors ouvert sa propre procédure pénale administrative sur la base des art. 37 ss DPA en raison de soupçons d’escroquerie en matière de contributions au sens de l’art. 14 al. 2 DPA, respectivement de soustraction d’impôts au sens de l’art. 61 al. 1 let. a LIA (loi fédérale sur l’impôt anticipé du 13 octobre 1965 ; RS 642.21). Les faits dénoncés étaient en relation avec des infractions commises dans le cadre de la gestion de la société E3.________SA concernant les déclarations fiscales pour les exercices 2005 à”
“Ob der qualifizierte Abgabebetrug gemäss Art. 14 Abs. 4 VStrR der Strafnorm des StGB als lex specialis vorgeht und ein (insbesondere qualifizierter) Betrug zum Nachteil des Gemeinwesens nicht unter Art. 146 StGB fällt (unechte Konkurrenz), wirkt sich auslieferungsrechtlich insofern nicht aus, als eine Auslieferung für beide Tatbestände in Frage kommt, sofern die übrigen Auslieferungsvoraussetzungen erfüllt sind. Anders liegt die Ausgangslage demgegenüber beim einfachen Abgabebetrug gemäss Art. 14 Abs. 2 VStrR, da das schweizerische Recht inkl. Staatsvertragsrecht eine Auslieferung bei einem einfachen Abgabebetrug – ausserhalb des Bereichs der Verbrauchsteuern, der Mehrwertsteuern oder des Zolls, wo bereits eine qualifizierte Steuerhinterziehung auslieferungsfähig ist, soweit sie Art. 2 Ziff. 1 EAUe (Strafdrohung im Höchstmass von mindestens einem Jahr) erfüllt, – nach wie vor nicht zulässt (vgl. dazu [vor Einführung der Auslieferungsverpflichtung gemäss Art. 3 Abs. 3 lit. b IRSG ergangene] Urteile des Bundesgerichts 1A.189/2001 vom 22. Februar 2002 E. 4 f.; 1A.233/2004 vom 8. November 2004 E. 2.1; 1A.194/2005 vom 18. August 2005 E. 2.3,”
“Les éléments recueillis par le MPC en relation avec la société B.________ SA, domiciliée à [...], ont été communiqués à l’AFC en date du 21 février 2012 qui a alors ouvert sa propre procédure pénale administrative sur la base des art. 37ss DPA en raison de soupçons d’escroquerie en matière de contributions au sens de l’art. 14 al. 2 DPA, respectivement de soustraction d’impôts au sens de l’art. 61 al. 1 let. a de la Loi fédérale sur l’impôt anticipé du 13 octobre 1965 (LIA ; RS 642.21). Les faits dénoncés étaient en relation avec des infractions commises dans le cadre de la gestion de la société B.________ SA concernant les déclarations fiscales pour les exercices 2005 à”
Bei Erfüllung von Art.14 Abs.2 VStrR verlängert sich in der Praxis die Verfolgungsverjährung/relative Nachsteuerfrist (MWSTG/indirekte Bundessteuern) auf sieben Jahre; bei Fehlen des objektiven Tatbestands bleibt die kürzere (fünfjährige) Frist massgeblich.
“Ist vorliegend der objektive Tatbestand des Art. 14 Abs. 2 VStrR nicht erfüllt, so bleibt es bei der Anwendbarkeit der fünfjährigen Frist gemäss Art. 42 Abs. 1 MWSTG. Damit sind die vorliegend streitigen Steuernachforderungen verjährt; entsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen und das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Mai 2024 und der Einspracheentscheid der ESTV vom 15. Dezember 2022 sind, soweit sie die Jahre 2014 und 2015 betreffen, aufzuheben.”
“Demgegenüber wäre gemäss den insoweit letztinstanzlich ebenfalls unbestritten gebliebenen vorinstanzlichen Erwägungen bei einer Anwendbarkeit der Fünfjahresfrist gemäss Art. 42 Abs. 1 MWSTG die relative Verjährung bereits eingetreten. Das Bundesverwaltungsgericht hat jedoch erwogen, der Beschwerdeführer habe mit seinem Verhalten den objektiven Straftatbestand des Art. 14 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) erfüllt. Damit betrage die relative Verjährungsfrist in Anwendung von Art. 105 Abs. 1 lit. e MWSTG (in der bis 31. Dezember 2017 gültig gewesenen Fassung; vgl. auch Art. 105 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 MWSTG in der seit dem 1. Januar 2018 geltend Fassung) nicht wie in Art. 42 Abs. 1 MWSTG vorgesehen, fünf, sondern sieben Jahre. Diese siebenjährige Frist habe die Beschwerdegegnerin mit ihrer Leistungsverfügung vom 25. Oktober 2021 rechtzeitig unterbrochen, weshalb die noch streitigen Forderungen nicht verjährt seien. Der Beschwerdeführer rügt, die vorinstanzliche Argumentation sei in verschiedener Hinsicht bundesrechtswidrig. Zu prüfen ist vorab sein Einwand, er habe den objektiven Tatbestand des Art. 14 Abs. 2 VStrR nicht erfüllt; trifft dieser Einwand zu, bleibt es im Vorneherein bei der Anwendbarkeit der Fünfjahresfrist des Art. 42 Abs. 1 MWSTG, womit die noch streitigen Forderungen ebenfalls verjährt wären.”
“Damit flossen vorliegend geschäftlich begründete Zahlungen auf ein angeblich privates Konto des Beschwerdeführers, welches - soweit ersichtlich - auch nicht im Rahmen der Mehrwertsteuerkontrolle offengelegt wurde. Damit hat der Beschwerdeführer nicht nur die entsprechenden Einnahmen nicht angegeben, sondern der Steuerverwaltung das Entdecken dieser Einnahmen erschwert. Ausserdem hat er mehrfach behauptet, über das besagte Konto keine geschäftsmässig bedingten Einnahmen erhalten zu haben, was - wie zu zeigen sein wird - nicht den Tatsachen entspricht. Dieses Verhalten ist als arglistig zu betrachten, weil es der Vorinstanz so nur schwer möglich war zu überprüfen, ob alle geschäftsmässig bedingten Transaktionen korrekt verbucht worden waren. Deshalb ist der objektive Tatbestand von Art. 14 Abs. 2 VStrR erfüllt. Dass die dadurch nicht abgerechnete Mehrwertsteuer mehr als Fr. 15'000.-- betrug und damit diese Grenze (E. 2.3.7) überschritten wurde, wird ebenfalls zu zeigen sein (E. 4.3.1). Auf die sich aus Art. 12 VStrR ergebende Steuerschuld kommt nicht die relative Verjährungsfrist von fünf, dann zwei Jahren gemäss Art. 42 Abs. 1 und 3 MWSTG zur Anwendung, sondern jene von sieben Jahren gemäss Art. 105 Abs. 3 Bst. b in Verbindung mit Art. 105 Abs. 1 Bst. e MWSTG (in der hier anwendbaren Fassung; dazu E. 2.3.5). Im Rahmen der Beurteilung der von der Vorinstanz vorgenommenen Ermessenseinschätzung wird auf weitere Sachverhaltselemente einzugehen sein. In Bezug auf die Frage der Verjährung genügt aber das gerade Ausgeführte.”
“Zwar richtet sich die Verjährung der Verpflichtung, Abgaben nach Art. 12 VStrR nachzuleisten, grundsätzlich nach Art. 12 Abs. 4 VStrR (Urteil des BVGer A-5624/2018 vom 19. Juli 2019 E. 5.6.2; Teilurteil und Zwischenentscheid des BVGer A-550/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.3.1). Laut Art. 101 Abs. 1 MWSTG sind aber unter anderem die Art. 11 und 12 Abs. 4 VStrR im Mehrwertsteuerrecht ausdrücklich nicht anwendbar. Die Verjährung der Leistungs- und Rückleistungspflicht gemäss Art. 12 VStrR richtet sich in Fällen von (unter anderem) Art. 14 Abs. 2 VStrR (zu diesem Artikel E. 2.3.7) nach Art. 105 Abs. 3 Bst. b MWSTG. Wie die Nachleistungspflicht an sich wird auch deren Verjährung ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer Person geprüft. Mit anderen Worten reicht es aus, wenn ein Tatbestand gemäss Art. 105 Abs. 3 Bst. b MWSTG in objektiver Hinsicht erfüllt ist (vgl. E. 2.3.2; Valérie Paris, in: Zweifel/Beusch/Glauser/Robinson [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, 2015 [nachfolgend: Kommentar MWSTG 2015], Art. 105 N 16; siehe ferner auch Urteil des BGer 2C_185/2013 vom 16. Juli 2013 E. 8.3). Letztere Bestimmung verweist auf die Regelung der strafrechtlichen Verfolgungsverjährung von Art. 105 Abs. 1 und 2 MWSTG, welche folglich analog anzuwenden ist. Art. 105 Abs. 1 MWSTG regelt eigentlich die Verjährung des Rechts, eine Strafuntersuchung einzuleiten (Urteil des BVGer A-2871/2020 vom 16. August 2022 E. 7.1.3). Dieser Absatz kann also nur zur Anwendung gelangen, wenn dieses Recht noch nicht verjährt ist (vgl.”
“Die Verjährung der Pflicht, Abgaben nach Art. 12 VStrR nachzuleisten, richtet sich nach Art. 12 Abs. 4 VStrR (Urteil des BVGer A-5624/2018 vom 19. Juli 2019 E. 5.6.2; Teilurteil und Zwischenentscheid des BVGer A-550/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.3.1). Nach dieser Vorschrift verjährt (soweit hier interessierend) die Nachleistungspflicht nicht, «solange die Strafverfolgung und Strafvollstreckung nicht verjährt sind». Insbesondere gilt für qualifizierte Übertretungen in Form einer Hinterziehung oder einer Gefährdung von Abgaben nach Art. 11 Abs. 2 VStrR gemäss Rechtsprechung - und entgegen dem Wortlaut des Gesetzes - eine Verfolgungsverjährungsfrist von sieben Jahren entsprechend dem nach Art. 97 Abs. 1 Bst. c StGB für Vergehen (und damit auch für den Abgabebetrug im Sinne von Art. 14 Abs. 2 VStrR) geltenden Mass (eingehend: BGE 134 IV 328 E. 2.1; vgl. auch BGE 143 IV 228 E. 4.4, 139 IV 62 E. 1.3.2; BVGE 2009/59 E. 4.3 ff.; Urteile des BVGer A-5624/2018 vom 19. Juli 2019 E. 5.6.2, A-7466/2016 vom 25. September 2017 E. 2.6.1; Teilurteil und Zwischenentscheid des BVGer A-550/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.3.3; Michael Beusch/Jasmin Malla, in: Zweifel/Beusch/Bauer-Balmelli [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer [VStG], 2. Aufl. 2012, Vorbemerkungen zu Art. 61-67 N 54a).”
“Die Verjährung der Pflicht, Abgaben nach Art. 12 VStrR nachzuleisten, richtet sich nach Art. 12 Abs. 4 VStrR (Urteil des BVGer A-5624/2018 vom 19. Juli 2019 E. 5.6.2; Teilurteil und Zwischenentscheid des BVGer A-550/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.3.1). Nach dieser Vorschrift verjährt (soweit hier interessierend) die Nachleistungspflicht nicht, «solange die Strafverfolgung und Strafvollstreckung nicht verjährt sind». Insbesondere gilt für qualifizierte Übertretungen in Form einer Hinterziehung oder einer Gefährdung von Abgaben nach Art. 11 Abs. 2 VStrR gemäss Rechtsprechung - und entgegen dem Wortlaut des Gesetzes - eine Verfolgungsverjährungsfrist von sieben Jahren entsprechend dem nach Art. 97 Abs. 1 Bst. c StGB für Vergehen (und damit auch für den Abgabebetrug im Sinne von Art. 14 Abs. 2 VStrR) geltenden Mass (eingehend: BGE 134 IV 328 E. 2.1; vgl. auch BGE 143 IV 228 E. 4.4, 139 IV 62 E. 1.3.2; BVGE 2009/59 E. 4.3 ff.; Urteile des BVGer A-5624/2018 vom 19. Juli 2019 E. 5.6.2, A-7466/2016 vom 25. September 2017 E. 2.6.1; Teilurteil und Zwischenentscheid des BVGer A-550/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.3.3; Michael Beusch/Jasmin Malla, in: Zweifel/Beusch/Bauer-Balmelli [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer [VStG], 2. Aufl. 2012, Vorbemerkungen zu Art. 61-67 N 54a).”
“Ob der qualifizierte Abgabebetrug gemäss Art. 14 Abs. 4 VStrR der Strafnorm des StGB als lex specialis vorgeht und ein (insbesondere qualifizierter) Betrug zum Nachteil des Gemeinwesens nicht unter Art. 146 StGB fällt (unechte Konkurrenz), wirkt sich auslieferungsrechtlich insofern nicht aus, als eine Auslieferung für beide Tatbestände in Frage kommt, sofern die übrigen Auslieferungsvoraussetzungen erfüllt sind. Anders liegt die Ausgangslage demgegenüber beim einfachen Abgabebetrug gemäss Art. 14 Abs. 2 VStrR, da das schweizerische Recht inkl. Staatsvertragsrecht eine Auslieferung bei einem einfachen Abgabebetrug – ausserhalb des Bereichs der Verbrauchsteuern, der Mehrwertsteuern oder des Zolls, wo bereits eine qualifizierte Steuerhinterziehung auslieferungsfähig ist, soweit sie Art. 2 Ziff. 1 EAUe (Strafdrohung im Höchstmass von mindestens einem Jahr) erfüllt, – nach wie vor nicht zulässt (vgl. dazu [vor Einführung der Auslieferungsverpflichtung gemäss Art. 3 Abs. 3 lit. b IRSG ergangene] Urteile des Bundesgerichts 1A.189/2001 vom 22. Februar 2002 E. 4 f.; 1A.233/2004 vom 8. November 2004 E. 2.1; 1A.194/2005 vom 18. August 2005 E. 2.3,”
Art. 14 Abs. 4 VStrR begründet nicht automatisch Teilfreigaben bei Vermögenswerten aus mehreren Vorstrafen; Zusatzbussen können trotz teilweiser Entlastung durch Freistellungen bestehen.
“6 S'agissant de la disproportion alléguée des montants actuellement saisis sur les comptes des recourantes, celles-ci estiment que les séquestres devraient être partiellement levés pour atteindre la somme totale, pour leurs deux comptes, de CHF 3,5 millions, montant correspondant à celui de l'infraction préalable (act. 1, p. 22). Dans leur réplique, elles requièrent, à titre subsidiaire, une réduction plus drastique encore, à hauteur, pour les deux comptes, de CHF 51'400.--, somme des taxes éludées retenue dans un jugement ukrainien de refus de séquestre du 15 juin 2022 (act. 12). 2.7 Les recourantes ne peuvent être suivies s'agissant des montants articulés. D'une part, quand bien même il s'agit de la somme retenue par le MPC dans sa décision du 14 juillet 2021 pour justifier la levée partielle des séquestres, les CHF 3,5 millions correspondraient uniquement au montant de la fraude à la TVA, en lien avec l'importation de matériel électronique par l'une des trois sociétés ukrainiennes précitées, par l'intermédiaire, notamment, des recourantes (v. supra consid. 2.2). C'est également le cas du montant de CHF 51'400.-- (soit UAH 1,5 millions; act. 12.1 et 13.1). Or, la fraude à la TVA, soit, en droit suisse, l'escroquerie fiscale (art. 14 al. 4 DPA), n'est qu'une des infractions préalables au blanchiment d'argent objet de la procédure pénale suisse, les autres étant celles relatives aux impôts directs, selon l'art. 305bis ch. 1bis CP (v. supra consid. 2.3). Il en va d'ailleurs de même dans la procédure ukrainienne, les autorités enquêtant sur des infractions aux impôts tant directs qu'indirects (v. supra consid. 2.2). Au surplus, le séquestre prononcé le 23 juin 2022 porte sur la totalité des sommes au crédit des deux relations bancaires des recourantes près la banque C. (act. 13.1). Partant, les mesures de séquestre actuelles ne sont pas disproportionnées. Ce grief doit ainsi être écarté. 3. Au vu de ce qui précède, les recours sont rejetés. 4. En tant que parties qui succombent, les recourantes supporteront solidairement les frais de la présente procédure de recours (v. art. 428 al. 1 CPP). Ceux-ci se limitent en l'espèce à un émolument ascendant à CHF 2'000.-- (v. art. 5 et 8 al. 1 du règlement du Tribunal pénal fédéral du 31 août 2010 sur les frais, émoluments, dépens et indemnités de la procédure pénale fédérale (RFPPF; RS 173.”
Beschlagnahme/Einziehung: Bei Abgabebetrug (Art. 14 VStrR) sind Beschlagnahme von Beweismitteln und einziehungsfähigen Vermögenswerten gemäss Art. 46 VStrR möglich; auch bei Verdacht auf Verrechnungssteuerhinterziehung kann Art. 14 VStrR zur Verfolgung herangezogen werden.
“(Straf-) Verfahren im Sinn des Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) fallen unter Art. 44 SchKG (BGE 120 IV 365 E. 2b). Daher gilt die dort statuierte Ausnahme sowohl für besondere Steueruntersuchungen im Sinn von Art. 190 ff. des Bundesgesetzes über die Direkte Bundessteuer (DGB; SR 642.11) i.V.m. Art. 19 bis Art. 50 VStrR, als auch für Verwaltungsstrafverfahren wegen Verdachts auf Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer (Art. 61 Bst. a i.V.m. Art. 67 Abs. 1 VStG [SR 642.21]), wegen Verdachts auf Hinterziehung der Mehrwertsteuer (Art. 96 Abs. 1 i.V.m. Art. 103 Abs. 1 Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer [MWSTG; SR 641.20]) und wegen Verdachts auf Abgabebetrug (Art. 14 VStrR). Nach Art. 46 Abs. 1 VStrR hat der untersuchende Beamte mit Beschlag zu belegen: Gegenstände, die als Beweismittel von Bedeutung sein können (lit. a), Gegenstände und andere Vermögenswerte, die voraussichtlich der Einziehung unterliegen (lit.”
“Die Vorinstanz legte im angefochtenen Urteil ausführlich und zutreffend dar, unter welchen Voraussetzungen von verrechnungssteuerpflichtigen geldwerten Leistungen an nahestehende Personen auszugehen ist (vgl. dazu auch Urteil 2C_578/2019 vom 31. März 2020 E. 4 mit Hinweisen). Auch zeigte sie in bundesrechtskonformer Weise auf, dass aufgrund des von ihr festgestellten Sachverhalts der hinreichende Verdacht besteht, es sei ein entsprechender Leistungsfluss erfolgt und in diesem Zusammenhang ein Abgabebetrug (vgl. Art. 14 VStrR) oder eine Hinterziehung von Verrechnungssteuern (vgl. Art. 61 des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 1965 über die Verrechnungssteuer [Verrechnungssteuergesetz, VStG; SR 642.21]) begangen worden. Was die Beschwerdeführerin in rechtlicher Hinsicht entgegnet, verfängt - wie im Folgenden ersichtlich wird - nicht.”
Einfache Falschangaben oder Schweigen begründen Arglist nur, wenn sie Überprüfungen erheblich erschweren oder bewusst vereiteln; blosses Verwenden eines Privatkontos genügt nicht immer.
“Betrügerische Machenschaften, durch welche er der Steuerverwaltung aktiv das Aufdecken dieser Transaktionen erschwert hätte, sind vorliegend durch das Bundesverwaltungsgericht nicht festgestellt worden und auch nicht ersichtlich. Insbesondere ist festzuhalten, dass die streitbetroffenen Einnahmen nicht etwa auf ein Geheimkonto geflossen sind, sondern auf das private Konto des Beschwerdeführers. Über dieses hat der Beschwerdeführer auch verschiedene korrekt verbuchte Zahlungen zwischen ihm und den mit ihm verbundenen Unternehmen abgewickelt. Somit war es unter verwaltungsstrafrechtlichen Gesichtspunkten zumutbar, bei einer Kontrolle nachzuprüfen, ob auf diesem Konto auch nicht verbuchte, geschäftsmässig begründete Zahlungen eingegangen waren. Es ist nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer das Aufdecken der Transaktionen durch die Steuerverwaltung aktiv verhindert oder auch nur erschwert hätte. Damit hat das Bundesverwaltungsgericht Bundesrecht verletzt, als es das Verhalten des Beschwerdeführers als arglistig qualifiziert und damit den objektiven Tatbestand von Art. 14 Abs. 2 VStrR als erfüllt erachtet hat.”
“Gemäss dem Schlussprotokoll, welches die Steuerperioden 2009 bis 2013 betrifft (act. 44), hat der Beschwerdeführer in diesen Jahren den objektiven Tatbestand von Art. 14 Abs. 2 VStrR erfüllt. Unter anderem liess er geschäftsmässig begründete Einnahmen, die auf sein Bankkonto ***1 bei der [Bank] geflossen waren, nicht in die Buchhaltung einfliessen. Demnach deklarierte er die Beträge nicht und sie blieben unversteuert. Dieses Verhalten wird dem Beschwerdeführer in Bezug auf die Ermessenseinschätzung auch für die Steuerperioden 2014 und 2015 vorgeworfen.”
“Gemäss Art. 14 Abs. 2 VStrR erfüllt den objektiven Tatbestand des Abgabebetrugs, wer durch sein arglistiges Verhalten bewirkt, dass dem Gemeinwesen unrechtmässig und in einem erheblichen Betrag (gemäss Rechtsprechung: ab Fr. 15'000.--; Urteil des BGer 6B_79/2011 vom 5. August 2011 E. 6.3.4; Capus/Beretta, Droit pénal administratif, 2021, N 298) eine Abgabe, ein Beitrag oder eine andere Leistung vorenthalten oder dass es sonst am Vermögen geschädigt wird. Art. 14 Abs. 2 VStrR schliesst dabei direkt an Abs. 1 an, in dem das arglistige Verhalten insofern genauer beschrieben wird, also dort davon die Rede ist, dass sich des Leistungsbetrugs schuldig macht, wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder einen Dritten durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt. Im Übrigen kann bezüglich der Arglist auf die Auslegung von Art. 146 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) verwiesen werden (vgl. Urteil des BGer 6B_79/2011 vom 5.”
Bei konkreter Verjährungsprüfung ist zu prüfen, ob Art.14 Abs.2 VStrR objektiv für die betreffenden Steuerperioden erfüllt ist; bei fehlenden Anhaltspunkten für fiktive Leistungen oder vorgetäuschte Tatsachen scheitert die Tatbestandsverwirklichung.
“wurden solche bis heute von der Beschwerdeführerin nicht eingereicht. Diesen Buchungen liegen Leistungen zugrunde, bei denen es sich nicht um Aufwendungen handelt, die im Rahmen der geschäftsmässigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin angefallen sind, sondern um Leistungen, die eng verbundenen bzw. diesen nahestehenden Personen zugeflossen sind. Die Übernahme von Kosten von eng verbundenen Personen stellt in diesen Fällen eine steuerbare geldwerte Leistung dar (vgl. E. 7.2.3, 7.3.5.4, 7.3.6.3). Zudem wurden Privatanteile für Geschäftsfahrzeuge überhaupt nicht deklariert (vgl. E. 7.5.3). Dadurch wurde die Steuerforderung des Staates verkürzt. Folglich ist der objektive Tatbestand von Art. 96 Abs. 1 Bst. a MWSTG (Steuerhinterziehung, E. 2.11) vorliegend erfüllt, womit die objektive Leistungspflicht nach Art. 12 Abs. 1 VStrR gegeben ist (vgl. E. 3.1). Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Vorinstanz im Schlussprotokoll den objektiven Tatbestand des Abgabebetrugs im Sinne von Art. 14 Abs. 2 VStrR als nicht erfüllt erachtet hat (vgl. Sachverhalt Bst. B.i). Dabei hielt die Vorinstanz namentlich fest, dass weder Tatsachen noch Indizien zu erkennen seien, welche für die Annahme fiktiver Leistungen sprechen würden; es seien weder Tatsachen noch Indizien zu erkennen, welche darauf hinweisen würden, dass E._______ relevante Tatsachen vorgetäuscht hätte (vgl. act. 6, Einsprachebeilage 11, Ziff. 2.2). Für das Bundesverwaltungsgericht ergeben sich auch aus den Akten keine Anhaltspunkte, dass der objektive Tatbestand dieser Widerhandlung vorliegend erfüllt sein könnte. Eine gesonderte Prüfung des Abgabebetrugs - welcher gegebenenfalls zur Unverjährbarkeit der Steuerforderung führen würde - , ist im vorliegenden Fall nicht angezeigt (vgl. für Grundsätzliches zur Frage der Unverjährbarkeit: Urteil des BGer A-582/2023 vom 17. Mai 2024 [gutgeheissen infolge Verjährung mit Urteil des BGer 9C_370/2024 vom 2. Dezember 2024] E. 2.3.4 ff.). Die Verjährung der gestützt auf Art. 12 VStrR i.V.m. Art.”
“Die Frage der Verjährung ist von Amtes wegen zu prüfen (E. 2.1). Damit ist zu klären, ob sich die Verjährung vorliegend nach Art. 42 MWSTG richtet, wie dies die Vorinstanz und der Beschwerdeführer annehmen, oder ob Art. 105 Abs. 3 Bst. b MWSTG in Verbindung mit Art. 12 VStrR zur Anwendung gelangt. Dazu ist festzustellen, ob ein entsprechender Tatbestand - hier konkret derjenige von Art. 14 Abs. 2 VStrR - objektiv erfüllt ist und zwar in Bezug auf die vorliegend zu beurteilenden Steuerperioden 2014 und”
“Ist vorliegend der objektive Tatbestand des Art. 14 Abs. 2 VStrR nicht erfüllt, so bleibt es bei der Anwendbarkeit der fünfjährigen Frist gemäss Art. 42 Abs. 1 MWSTG. Damit sind die vorliegend streitigen Steuernachforderungen verjährt; entsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen und das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Mai 2024 und der Einspracheentscheid der ESTV vom 15. Dezember 2022 sind, soweit sie die Jahre 2014 und 2015 betreffen, aufzuheben.”
“Les éléments recueillis par le MPC en relation avec la société E3.________SA, domiciliée à [...], ont été communiqués à l’AFC en date du 21 février 2012 qui a alors ouvert sa propre procédure pénale administrative sur la base des art. 37 ss DPA en raison de soupçons d’escroquerie en matière de contributions au sens de l’art. 14 al. 2 DPA, respectivement de soustraction d’impôts au sens de l’art. 61 al. 1 let. a LIA (loi fédérale sur l’impôt anticipé du 13 octobre 1965 ; RS 642.21). Les faits dénoncés étaient en relation avec des infractions commises dans le cadre de la gestion de la société E3.________SA concernant les déclarations fiscales pour les exercices 2005 à”
In grenzüberschreitenden Konzernstrukturen dienen Scheinfirmen, konzerninterne Scheinverkäufe oder manipulierte Intrafirm-Preise häufig der Verschleierung und begründen Arglist im Sinne von Art.14 Abs.2 VStrR; dies eröffnet regelmässig internationale Rechtshilfe.
“2 Lorsqu'une demande est présentée pour la poursuite d'une escroquerie fiscale, la Suisse en tant qu'Etat requis déroge à la règle selon laquelle l'autorité d'exécution n'a pas à se déterminer sur la réalité des faits. Sans avoir à apporter des preuves de la culpabilité de la personne poursuivie, l'Etat requérant doit exposer des soupçons suffisants qu'une escroquerie fiscale a été commise. Ces exigences particulières ont pour but d'écarter le risque que soient éludées les normes excluant l'entraide en matière fiscale et de politique monétaire, commerciale ou économique selon l'art. 3 al. 3 EIMP (ATF 125 II 250 consid. 5b et réf. citées; TPF 2008 128 consid. 5.5). 2.6.3 Le Tribunal fédéral a admis l'escroquerie fiscale, au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, dans le cas d'un acheteur et d'un vendeur s'étant entendus sur le prix établi dans de fausses factures, lequel était inférieur à celui effectivement payé, afin de réduire le bénéfice du vendeur (Zimmermann, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 5e éd. 2019, n. 649, p. 702-704, et arrêts cités, notamment ATF 114 Ib 56 consid. 3b; 111 Ib 242 consid. 5). Il a également retenu l'application de l'art. 14 al. 2 DPA dans le cas d'utilisation de fausses factures établies de concert entre plusieurs sociétés successives afin de réduire l'impôt douanier dû (Zimmermann, op. cit. , n. 649, p. 704-705; arrêt du Tribunal fédéral 1A.35/2002 du 18 juin 2006 consid. 6.2; v. également arrêt du Tribunal pénal fédéral RR.2009.7 du 3 avril 2009 consid. 4.4. et 4.5). 2.7 Selon l'art. 305bis ch. 1 CP (blanchiment d'argent), celui qui aura commis un acte propre à entraver l'identification de l'origine, la découverte ou la confiscation de valeurs patrimoniales dont il savait ou devait présumer qu'elles provenaient d'un crime ou d'un délit fiscal qualifié, sera puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Sont considérés comme des délits fiscaux qualifiés au sens de l'art. 305bis ch. 1bis CP les infractions aux art. 186 LIFD et 59 LHID, lorsque les impôts soustraits par période fiscale se montent à plus de CHF 300'000. 2.8 2.8.1 En l'espèce, il ressort, en particulier, de la demande d'entraide que le matériel électronique acheté à une société chinoise en Chine par des sociétés du groupe E.”
“1 En l'espèce, il ressort, en particulier, de la demande d'entraide que le matériel électronique acheté à une société chinoise en Chine par des sociétés du groupe E. LLC, aurait été revendu en Ukraine à des sociétés ukrainiennes du groupe, par le biais des deux recourantes, non domiciliées en Ukraine, à des prix inférieurs à la valeur marchande, afin de minimiser les taxes à l'importation. La première recourante, A. Ltd, aurait été utilisée pour procéder, au nom de la seconde, B. LLP, à de fausses déclarations douanières, sous-estimant manifestement soit la quantité soit la valeur douanière des marchandises chinoises importées. Cela a, en particulier, permis à deux sociétés ukrainiennes, G. LLC et H. LLC, destinataires des marchandises, qu'elles revendaient – à leur prix réel – en Ukraine, de soustraire au fisc de l'Etat requérant, des sommes chiffrées respectivement à plus d'UAH 5.1 millions et d'USD 2.75 millions de TVA (v. supra Faits, let. A). 2.8.2 Transposés en droit suisse, ces agissements sont susceptibles de réaliser, prima facie, les éléments constitutifs d'une escroquerie fiscale, selon l'art. 14 al. 2 DPA, comme l'a, à juste titre, retenu le MPC (act. 1.1, p. 10 et s.). Constitue, en effet, un comportement astucieux le fait de présenter de fausses déclarations en douane, plus particulièrement des factures mensongères, mentionnant des prix sous-estimés, dans le cadre de vente de marchandises entre des sociétés apparemment indépendantes, mais en réalité liées économiquement entre elles, de sorte que l'absence de lien apparent empêche d'identifier que le prix mentionné ne correspond pas au prix réel (v. supra consid. 2.6.3). Il semblerait également que la recourante A. Ltd, ayant fonctionné comme intermédiaire entre la société chinoise et les sociétés ukrainiennes, puisse revêtir la forme d'une société de domicile. Selon la jurisprudence, une attitude astucieuse, au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, doit être admise en présence d'une société de domicile fondée dans le seul but de dissimuler des éléments relevant du point de vue du droit fiscal et de tromper les autorités fiscales, si ces dernières ne peuvent que difficilement s'apercevoir de la tromperie (v.”
“Ceci vaut seulement pour la fiscalité directe, dans la mesure où, s'agissant de fiscalité indirecte, l'Accord anti-fraude (v. supra consid. 1.1), qui vise à étendre l'assistance administrative et l'entraide judiciaire en matière pénale (v. art. 1 AAF), prévoit expressément son application dans le cadre de la violation de la législation fiscale en matière de taxe sur la valeur ajoutée (TVA; art. 2 al. 1 let. a AAF), sans distinction entre soustraction et escroquerie fiscale (v. arrêt du Tribunal pénal fédéral RR.2015.257 du 22 décembre 2015 consid. 3.1 et réf. citées). 3.6.2 En l'espèce, le fait de faire usage d'une fausse attestation, constitue un comportement astucieux, visant à soustraire aux pouvoirs publics une contribution d'un montant important, au sens de la jurisprudence précitée (v. supra consid. 3.6.1); à ce stade, l'instruction a mis en évidence un virement occulte d'EUR 1 million réalisé par la société. Il semblerait, en outre, que la société C. Inc. puisse revêtir la forme d'une société de domicile. Selon la jurisprudence, une attitude astucieuse, au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, doit être admise en présence d'une société de domicile fondée dans le seul but de dissimuler des éléments relevant du point de vue du droit fiscal et de tromper les autorités fiscales, si ces dernières ne peuvent que difficilement s'apercevoir de la tromperie (v. ATF 139 II 404 consid. 9.4 et la référence citée). 3.6.3 Au surplus, l'Accord anti-fraude peut trouver application en l'espèce, en matière de TVA; tels que présentés, les faits sont susceptibles de réaliser prima facie les éléments constitutifs des infractions au Titre 6 (art. 96 ss) de la loi fédérale du 12 juin 2009 régissant la taxe sur la valeur ajoutée (LTVA; RS 641.20). 3.7 Dès lors qu'il suffit que les faits décrits dans la demande soient punissables sous l'angle d'une seule disposition pénale (v. supra consid. 3.1.2), la condition de la double incrimination est ainsi réalisée, sans qu'il soit nécessaire d'examiner l'infraction de blanchiment d'argent. Cette interprétation correspond à la notion d'entraide « la plus large possible » dont il est question aux art.”
“Ceci vaut seulement pour la fiscalité directe, dans la mesure où, s'agissant de fiscalité indirecte, l'Accord anti-fraude (v. supra consid. 1.1), qui vise à étendre l'assistance administrative et l'entraide judiciaire en matière pénale (v. art. 1 AAF), prévoit expressément son application dans le cadre de la violation de la législation fiscale en matière de taxe sur la valeur ajoutée (TVA; art. 2 al. 1 let. a AAF), sans distinction entre soustraction et escroquerie fiscale (v. arrêt du Tribunal pénal fédéral RR.2015.257 du 22 décembre 2015 consid. 3.1 et réf. citées). 3.6.2 En l'espèce, le fait de faire usage d'une fausse attestation, constitue un comportement astucieux, visant à soustraire aux pouvoirs publics une contribution d'un montant important, au sens de la jurisprudence précitée (v. supra consid. 3.6.1); à ce stade, l'instruction a mis en évidence un virement occulte d'EUR 1 million réalisé par la société. Il semblerait, en outre, que la société C. Inc. puisse revêtir la forme d'une société de domicile. Selon la jurisprudence, une attitude astucieuse, au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, doit être admise en présence d'une société de domicile fondée dans le seul but de dissimuler des éléments relevant du point de vue du droit fiscal et de tromper les autorités fiscales, si ces dernières ne peuvent que difficilement s'apercevoir de la tromperie (v. ATF 139 II 404 consid. 9.4 et la référence citée). 3.6.3 Au surplus, l'Accord anti-fraude peut trouver application en l'espèce, en matière de TVA; tels que présentés, les faits sont susceptibles de réaliser prima facie les éléments constitutifs des infractions au Titre 6 (art. 96 ss) de la loi fédérale du 12 juin 2009 régissant la taxe sur la valeur ajoutée (LTVA; RS 641.20). 3.7 Dès lors qu'il suffit que les faits décrits dans la demande soient punissables sous l'angle d'une seule disposition pénale (v. supra consid. 3.1.2), la condition de la double incrimination est ainsi réalisée, sans qu'il soit nécessaire d'examiner l'infraction de blanchiment d'argent. Cette interprétation correspond à la notion d'entraide « la plus large possible » dont il est question aux art.”
Bei Auslieferungs- und Rechtshilfefragen genügt, dass im ersuchenden Staat eine Steuerverkürzung/Steuerdelikt nach dessen Recht vorliegt; die schweizerische rechtliche Qualifikation ist nicht erforderlich. Hinreichende Verdachtsmomente/Arglist können für Zusatzbussen gemäss Art. 14 Abs. 4 VStrR ausreichen; weitere Unterlagen sind in der Regel nicht erforderlich.
“Im Zusammenhang mit (auslieferungsfähigen) Fiskaldelikten ist Folgendes zu ergänzen. Ob eine Tat als qualifizierter Abgabebetrug im Sinne von Art. 14 Abs. 4 VStrR zu qualifizieren ist, beurteilt sich allein nach den erwähnten Grundsätzen des schweizerischen Rechts und es ist unerheblich, ob das fragliche Verhalten nach dem Recht des ersuchenden Staates ebenfalls als Abgabebetrug gilt oder als Steuerhinterziehung geahndet wird (BGE 125 II 250 E. 3b; Sansonetti, La coopération entre autorités fiscales et pénales, in: SJ 1999 II Nr. 14, S. 376). Ob es sich nach dem Steuerrecht des ersuchenden Staats bei der fraglichen Abgabe um eine indirekte Steuer handelt oder nicht, spielt ebenfalls keine Rolle. Ob der behauptete Sachverhalt, wäre er in der Schweiz geschehen, hier überhaupt zu einer Abgabeverkürzung geführt hätte, ist unter dem Aspekt der doppelten Strafbarkeit nicht zu prüfen (s. betreffend Auslieferung: Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2013.181 vom 2. August 2013 E. 3.13; vgl. für die akzessorische Rechtshilfe: Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2010.69-75 vom 9. März 2011 E. 5.10; RR.2007.108 vom 16. November 2007 E. 4.4). In diesem Punkt genügt es, dass die vom ersuchenden Staat geltend gemachte Steuerverkürzung nach dessen Steuerrechtssystem gegeben ist, wovon grundsätzlich auszugehen ist (s.”
“4 (Gewerbsmässigkeit, Zusammenwirken mit Dritten, Verrechnungssteuersachen, unrechtmässiger Vorteil in besonders erheblichem Umfang, besonders erhebliche Schädigung des Gemeinwesens) ohnehin als erfüllt zu erachten. Soweit der Beschwerdeführer bestreitet, dass das Tatbestandsmerkmal der Arglist im Sachverhalt umschrieben worden sei, ist er auf die vorstehenden Erwägungen zu verweisen. Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers haben die ersuchenden Behörden vorliegend darüber hinaus ausreichend glaubhaft gemacht, dass der Beschwerdeführer arglistig gehandelt hat. In den Auslieferungsersuchen existieren hinreichende Verdachtsmomente und es bestünde kein Anlass, weitergehende Informationen oder Unterlagen einzufordern. Soweit der Beschwerdeführer den gegen ihn erhobenen Hauptvorwurf als Fiskaldelikt im Sinne von Art. 3 Abs. 1 Satz 1 IRSG demnach verstanden wissen will (s. supra E. 4.2.2 ff.), wäre gestützt darauf von einem auslieferungsfähigen Fiskaldelikt im Sinne von Art. 3 Abs. 2 lit. b IRSG i.V.m. Art. 14 Abs. 4 VStrR ausgehen, selbst wenn den verwaltungsstrafrechtlichen Bestimmungen gegenüber Art. 146 StGB Vorrang einzuräumen wäre (s. supra E. 4.5).”
“b kann einem Ersuchen nach allen Teilen des Rechtshilfegesetzes – und im Unterschied zu lit. a damit auch einem Auslieferungsersuchen – entsprochen werden, wenn ein qualifizierter Abgabebetrug im Sinne von Art. 14 Abs. 4 VStrR Gegenstand des Verfahrens ist (zur Einführung der am 1. Februar 2009 in Kraft getretenen Auslieferungsverpflichtung, zunächst beschränkt auf den grenzüberschreitenden Warenverkehr und somit auf die Mehrwertsteuer bei der Einfuhr, die Zollabgaben und die besonderen Verbrauchsabgaben im grenzüberschreitenden Kontext, durch Anpassung von Art. 3 Abs. 3 IRSG [mit Bundesgesetz vom 3. Oktober 2008 zur Umsetzung der revidierten Empfehlungen der Groupe d'action financière] im Zusammenhang mit der Einführung des Tatbestands des bandenmässigen Schmuggels und Aufnahme des qualifizierten Leistungs- und Abgabebetrugs als Art. 14 Abs. 4 ins VStrR, s. BBl 2007 6269, 6278 ff., 6293 ff.; zu der am 1. Januar 2016 in Kraft getretenen Ausweitung dieser Auslieferungsverpflichtung [s. nachfolgend E. 4.2.4] mit Revision von Art. 14 Abs. 4 VStrR ohne Änderung von Art. 3 Abs. 3 lit. b IRSG s. BBl 2014 605, 624-626). Auch hier besteht trotz des Wortlauts des Gesetzes (Kann-Vorschrift) eine Pflicht zur Auslieferung, wenn die übrigen Voraussetzungen dafür erfüllt sind (s.o).”
“Ob der qualifizierte Abgabebetrug gemäss Art. 14 Abs. 4 VStrR der Strafnorm des StGB als lex specialis vorgeht und ein (insbesondere qualifizierter) Betrug zum Nachteil des Gemeinwesens nicht unter Art. 146 StGB fällt (unechte Konkurrenz), wirkt sich auslieferungsrechtlich insofern nicht aus, als eine Auslieferung für beide Tatbestände in Frage kommt, sofern die übrigen Auslieferungsvoraussetzungen erfüllt sind. Anders liegt die Ausgangslage demgegenüber beim einfachen Abgabebetrug gemäss Art. 14 Abs. 2 VStrR, da das schweizerische Recht inkl. Staatsvertragsrecht eine Auslieferung bei einem einfachen Abgabebetrug – ausserhalb des Bereichs der Verbrauchsteuern, der Mehrwertsteuern oder des Zolls, wo bereits eine qualifizierte Steuerhinterziehung auslieferungsfähig ist, soweit sie Art. 2 Ziff. 1 EAUe (Strafdrohung im Höchstmass von mindestens einem Jahr) erfüllt, – nach wie vor nicht zulässt (vgl. dazu [vor Einführung der Auslieferungsverpflichtung gemäss Art. 3 Abs. 3 lit. b IRSG ergangene] Urteile des Bundesgerichts 1A.189/2001 vom 22. Februar 2002 E.”
Keine Erfordernis der Bereicherungsabsicht für Leistungsbetrug: Leistungsbetrug erfasst primär das Erschleichen finanzieller oder sonstiger Leistungen zulasten des Gemeinwesens; auch ohne Bereicherungsabsicht sind nicht-fiskalische Leistungen erfasst.
“1 VStrR (Leistungsbetrug) wird mit Gefängnis oder Busse bestraft, wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder einen Dritten durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt und so für sich oder einen andern unrechtmässig eine Konzession, eine Bewilligung oder ein Kontingent, einen Beitrag, die Rückerstattung von Abgaben, eine andere Leistung des Gemeinwesens erschleicht, oder bewirkt, dass der Entzug einer Konzession, eine Bewilligung oder eines Kontingent unterbleibt. Mit Blick auf den Leistungsbetrug handelt es sich somit bei Art. 14 VStrR nicht um eine (reine) Fiskalvorschrift (BBl 1976 II 444, S. 454). Er erfasst in erster Linie das betrügerische Erschleichen von finanziellen und anderen Leistungen, die infolge arglistiger Täuschung auf Kosten des Gemeinwesens gewährt werden, sowie das betrügerische Verhalten, durch welches der Täter einem Entzug der genannten Leistungen entgeht (Maeder, Basler Kommentar, 2020, Art. 14 VStR N. 30). Grundsätzlich kommt jede dem Gemeinwesen zuzuordnende Leistung in Betracht (Maeder, a.a.O., Art. 14 VStrR N. 92). Eine Bereicherungsabsicht ist – im Unterschied zum Betrug gemäss Art. 146 StGB – nicht vorausgesetzt (Maeder, a.a.O., Art. 14 VStrR N. 100). Im Falle des Leistungsbetrugs ist der Private der fordernde Teil (Hauri, Verwaltungsstrafrecht VStrR, 1998, Art. 14, S. 48). Wird arglistig eine ungerechtfertigte Rückerstattung von rechtmässig erhobenen Abgaben erschlichen, steht die Leistung des Gemeinwesens in Zusammenhang mit öffentlichen Abgaben und insofern kann auch der Leistungsbetrug den Fiskaldelikten im Sinne von Art. 3 Abs. 3 Satz 1 IRSG zugeordnet werden. Mit einer solchen ungerechtfertigten Rückerstattung wird gleichzeitig auf betrügerische Art die betreffende finanzielle Abgabe rückwirkend im Ergebnis vermieden, weshalb unter diesem Aspekt grundsätzlich auch das mit dem Abgabebetrug im Sinne von Art. 14 Abs. 2 VStrR (s. nachfolgend E. 4.2.6) sanktionierte Resultat vorliegt. Zu betonen ist, dass nach der Rechtsprechung nicht ausgeschlossen ist, dass eine Steuer—verkürzung oder ungerechtfertigte Steuerrückerstattung den Tatbestand des gemeinrechtlichen Betrugs im Sinne von Art.”
Bei Auslandsermittlungen (z.B. UK/USA) werden Erkenntnisse oft von der Steuerbehörde genutzt und führen zu parallelen Straf- und Steuerverfahren sowie grenzüberschreitender Koordination und ggf. Auslieferung/Amtshilfe.
“________ et menée notamment au Royaume-Uni (UK) et aux États-Unis d'Amérique (USA) dans un contexte de corruption internationale à large échelle en lien avec le commerce d'alumine. Un jugement d'acquittement a été rendu en faveur du recourant par un tribunal britannique le 10 décembre 2013. Après réception d'une demande d'entraide judiciaire du Ministère de la justice des USA datée du 25 novembre 2008, le Ministère public de la Confédération (MPC) a ouvert une instruction le 5 octobre 2009. Le MPC a rendu, en faveur du recourant, une ordonnance de classement partiel le 8 avril 2015 dans la procédure SV.yy.yyyy, ainsi qu'une ordonnance de classement le 23 juin 2021 dans la même procédure. Les éléments recueillis par le MPC en relation avec la société D.D.________ SA, sise à U.________, ont été dénoncés à l'Administration fédérale des contributions (AFC) le 21 février 2012. Le 15 août 2012, l'AFC a ouvert sa propre procédure pénale administrative sur la base des art. 37 ss de la loi fédérale sur le droit pénal administratif du 22 mars 1974 (DPA; RS 313.0), en raison de soupçons d'escroquerie en matière de contributions (art. 14 al. 2 DPA), respectivement de soustraction d'impôts (art. 61 al. 1 let. a de la loi fédérale sur l'impôt anticipé du 13 octobre 1965 [LIA; RS 642.21]). Les faits dénoncés étaient en relation avec des infractions commises dans la gestion de la société D.D.________ SA concernant les déclarations fiscales des exercices 2005 à 2009. L'enquête était dirigée notamment contre A.A.________, de par sa qualité d'ayant droit économique des sociétés impliquées. Plusieurs comptes bancaires au nom de A.A.________, de son épouse, de leur fille et de la société D.D.________ SA ont fait l'objet de séquestres, de même que l'immeuble au nom de l'épouse de A.A.________ situé à V.________, où A.A.________ est domicilié depuis le 10 juin 2008. Un procès-verbal final a été établi par la Division affaires pénales et enquêtes (DAPE) de l'AFC en date du 21 mars 2016. L'AFC a établi un prononcé pénal en date du 25 janvier 2019 à l'encontre de A.A.________, qui a été condamné pour escroquerie en matière de contributions au sens de l'art.”
“________ entre 2006 et 2009 et a confirmé que c’était à bon droit que le Tribunal administratif fédéral avait considéré que la renonciation par la société E3.________SA au produit de la vente d’alumine en faveur de la société proche E2.________Ltd constituait une prestation appréciable en argent soumise à l’impôt anticipé. (…) ». 3. La présente affaire s’inscrit dans le prolongement d’une vaste enquête internationale initiée en 2008 à la suite d’une plainte déposée par la société U.________ et menée notamment au [...] et [...] dans un contexte de corruption internationale à large échelle en lien avec le commerce d’alumine. Le MPC a ouvert sa propre instruction en date du 5 octobre 2009 après réception d’une demande d’entraide judiciaire du Ministère de la justice [...] datée du 25 novembre 2008. Les éléments recueillis par le MPC en relation avec la société E3.________SA, domiciliée à [...], ont été communiqués à l’AFC en date du 21 février 2012 qui a alors ouvert sa propre procédure pénale administrative sur la base des art. 37 ss DPA en raison de soupçons d’escroquerie en matière de contributions au sens de l’art. 14 al. 2 DPA, respectivement de soustraction d’impôts au sens de l’art. 61 al. 1 let. a LIA (loi fédérale sur l’impôt anticipé du 13 octobre 1965 ; RS 642.21). Les faits dénoncés étaient en relation avec des infractions commises dans le cadre de la gestion de la société E3.________SA concernant les déclarations fiscales pour les exercices 2005 à 2009. Cette dernière enquête a notamment été dirigée contre X.________ de par sa qualité d’ayant droit économique des sociétés impliquées. Plusieurs comptes bancaires au nom du prévenu, de son épouse, de leur fille et de la société E3.________SA ont fait l’objet de séquestres, de même que l’immeuble au nom de l’épouse de X.________ situé au [...], où le prévenu est domicilié depuis le 10 juin 2008. Un procès-verbal final a été établi par la DAPE de l’AFC en date du 21 mars 2016. L’AFC a ensuite établi un prononcé pénal en date du 25 janvier 2019 à l’encontre de X.________ qui a été condamné pour escroquerie en matière de contributions au sens de l’art. 14 al.”
“________ et menée notamment au Royaume-Uni (UK) et aux États-Unis d'Amérique (USA) dans un contexte de corruption internationale à large échelle en lien avec le commerce d'alumine. B.c. Un jugement d'acquittement a été rendu en faveur du recourant par un tribunal anglais le 10 décembre 2013. B.d. Après réception d'une demande d'entraide judiciaire du Ministère de la justice des USA datée du 25 novembre 2008, le Ministère public de la Confédération (MPC) a ouvert une instruction le 5 octobre 2009. Le MPC a rendu, en faveur du recourant, une ordonnance de classement partiel le 8 avril 2015 dans la procédure SV 09.0152, ainsi qu'une ordonnance de classement le 23 juin 2021 dans la même procédure. B.e. Les éléments recueillis par le MPC en relation avec la société D.________ SA, sise à Lausanne, ont été dénoncés à l'Administration fédérale des contributions (AFC) le 21 février 2012. Le 15 août 2012, l'AFC a alors ouvert sa propre procédure pénale administrative sur la base des art. 37 ss de la Loi fédérale sur le droit pénal administratif du 22 mars 1974 (DPA; RS 313.0), en raison de soupçons d'escroquerie en matière de contributions (art. 14 al. 2 DPA), respectivement de soustraction d'impôts (art. 61 al. 1 let. a de la Loi fédérale sur l'impôt anticipé du 13 octobre 1965 [LIA; RS 642.21]). Les faits dénoncés étaient en relation avec des infractions commises dans la gestion de la société D.________ SA concernant les déclarations fiscales des exercices 2005 à 2009. L'enquête était dirigée notamment contre A.A.________, de par sa qualité d'ayant droit économique des sociétés impliquées. Plusieurs comptes bancaires au nom de A.A.________, de son épouse, de leur fille et de la société D.________ SA ont fait l'objet de séquestres, de même que l'immeuble au nom de l'épouse de A.A.________ situé à U.________, où A.A.________ est domicilié depuis le 10 juin 2008. Un procès-verbal final a été établi par la Division affaires pénales et enquêtes (DAPE) de l'AFC en date du 21 mars 2016. L'AFC a établi un prononcé pénal en date du 25 janvier 2019 à l'encontre de A.A.________, qui a été condamné pour escroquerie en matière de contributions au sens de l'art.”
“2 Lorsqu'une demande est présentée pour la poursuite d'une escroquerie fiscale, la Suisse en tant qu'Etat requis déroge à la règle selon laquelle l'autorité d'exécution n'a pas à se déterminer sur la réalité des faits. Sans avoir à apporter des preuves de la culpabilité de la personne poursuivie, l'Etat requérant doit exposer des soupçons suffisants qu'une escroquerie fiscale a été commise. Ces exigences particulières ont pour but d'écarter le risque que soient éludées les normes excluant l'entraide en matière fiscale et de politique monétaire, commerciale ou économique selon l'art. 3 al. 3 EIMP (ATF 125 II 250 consid. 5b et réf. citées; TPF 2008 128 consid. 5.5). 2.6.3 Le Tribunal fédéral a admis l'escroquerie fiscale, au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, dans le cas d'un acheteur et d'un vendeur s'étant entendus sur le prix établi dans de fausses factures, lequel était inférieur à celui effectivement payé, afin de réduire le bénéfice du vendeur (Zimmermann, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 5e éd. 2019, n. 649, p. 702-704, et arrêts cités, notamment ATF 114 Ib 56 consid. 3b; 111 Ib 242 consid. 5). Il a également retenu l'application de l'art. 14 al. 2 DPA dans le cas d'utilisation de fausses factures établies de concert entre plusieurs sociétés successives afin de réduire l'impôt douanier dû (Zimmermann, op. cit. , n. 649, p. 704-705; arrêt du Tribunal fédéral 1A.35/2002 du 18 juin 2006 consid. 6.2; v. également arrêt du Tribunal pénal fédéral RR.2009.7 du 3 avril 2009 consid. 4.4. et 4.5). 2.7 Selon l'art. 305bis ch. 1 CP (blanchiment d'argent), celui qui aura commis un acte propre à entraver l'identification de l'origine, la découverte ou la confiscation de valeurs patrimoniales dont il savait ou devait présumer qu'elles provenaient d'un crime ou d'un délit fiscal qualifié, sera puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Sont considérés comme des délits fiscaux qualifiés au sens de l'art. 305bis ch. 1bis CP les infractions aux art. 186 LIFD et 59 LHID, lorsque les impôts soustraits par période fiscale se montent à plus de CHF 300'000. 2.8 2.8.1 En l'espèce, il ressort, en particulier, de la demande d'entraide que le matériel électronique acheté à une société chinoise en Chine par des sociétés du groupe E.”
“Im Bereich der Verbrauchsteuern, der Mehrwertsteuern oder des Zolls ermöglicht demnach Art. 63 i.V.m. Art. 50 Abs. 1 SDÜ die Auslieferung, sofern die Voraussetzungen von Art. 2 EAUe (Strafdrohung im Höchstmass von mindestens einem Jahr) erfüllt sind. Namentlich ist nach Art. 2 Ziff. 1 EAUe für die qualifizierte Steuerhinterziehung nach Art. 96 i.V.m. Art. 97 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer vom 12. Juni 2009 (Mehrwertsteuergesetz, MWSTG; SR 641.20), welche mit Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bedroht wird, die Auslieferung zu gewähren (s. anstelle vieler Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2010.95 vom 25. August 2010 E. 4.3.3; zu den Verweigerungsvoraussetzungen s. Art. 50 Abs. 4 SDÜ). Stellen die im Auslieferungsersuchen geschilderten Handlungen einen Abgabebetrug nach Art. 14 Abs. 2 VStrR im Bereich der Verbrauchsteuern, der Mehrwertsteuern oder des Zolls dar, sind auch die Auslieferungsvoraussetzungen nach Art. 2 Ziff. 1 EAUe i.V.m. Art. 63 und Art. 50 Abs. 1 SDÜ ohne weiteres erfüllt (s. zum Ganzen BGE 136 IV 88 E. 3, mit weiteren Hinweisen; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2009.116 vom 8. Juli 2009 E. 6.5). Angesichts der staatsvertraglichen Auslieferungsverpflichtung kommt der Fiskalvorbehalt von Art. 3 Abs. 3 IRSG im Bereich der Verbrauchsteuern, der Mehrwertsteuern oder des Zolls im Verhältnis zu den betreffenden Vertragsstaaten nicht zum Tragen.”
Die Gesetzesmaterialien geben keine überzeugende Begründung dafür, warum Erfüllungsbetrug auf Konzessionen/Bewilligungen/Kontingente beschränkt sein soll.
“Der Botschaft vom 21. April 1971 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht (BBl 1971 I 1008 Ziff. 3) ist keine Erklärung dafür zu entnehmen, weshalb in Art. 14 Abs. 1 VStrR die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs auf den Entzug einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents beschränkt und dort keine Generalklausel (im Sinne einer "anderen Leistung des Gemeinwesens") wie bei der Tatbestandsvariante des Eingehungsbetrugs vorgesehen wurde (vgl. HUMBEL, a.a.O., S. 146; LEHMKUHL, a.a.O., § 24 Rz. 67). Auch im Rahmen der parlamentarischen Debatte wurde diese Einschränkung bei der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs weder im Ständerat (vgl. AB 1971 S 835 ff., 843; AB 1973 S 578 ff., 581, 756 f.; AB 1974 S 134) noch im Nationalrat (vgl. AB 1973 N 451 ff., 469 ff., 1489 f.; AB 1974 N 669) näher diskutiert. Vor diesem Hintergrund ist festzuhalten, dass aufgrund fehlender klarer Erläuterungen weder die Botschaft noch die parlamentarische Beratung einen klaren gesetzgeberischen Willen erkennen lassen.”
Das Gemeinwesen und dessen Vermögen (einschliesslich Eidgenossenschaft, Gemeinden, Bürgschaften und solidarbürgschaftliche Verpflichtungen sowie andere nicht-finanzielle Leistungen) gelten als durch Art. 14 VStrR geschützte Rechtsgüter; Art. 41 OR und verwandte Normen können herangezogen werden und Art. 14 erfasst neben fiskalischen Leistungen auch sonstige zuordenbare Leistungen des Gemeinwesens.
“7) zutreffend an, dass die Beschwerdegegnerin 11 keinen verwaltungsrechtlichen Rückerstattungsanspruch gegenüber den begünstigten Gesellschaften geltend mache, sondern dass sich ihre Schadenersatzforderung gegenüber dem Beschwerdeführer 1 auf die ausservertragliche Haftung von Art. 41 OR stütze, die zivilrechtlicher Natur sei (vgl. oben E. 6.5.2). Wie bereits erwogen (vgl. oben E. 6.4.2), ist das Vermögen des Gemeinwesens mitgeschütztes Rechtsgut des Leistungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR. Damit liegt eine Schutznorm im Sinne von Art. 41 OR vor, welche dem Schutz vor Schädigungen dieses Vermögens dient. Daran ändert nichts, dass die Tatbestandsverwirklichung des Leistungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR das Vorliegen eines Vermögensschadens nicht voraussetzt (CAPUS/BERETTA, a.a.O., Rz. 281; EICKER/FRANK/ACHERMANN, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafverfahrensrecht, 2012, S. 105 und 109; KURT HAURI, Verwaltungsstrafrecht [VStrR], 1998, N. 1 zu Art. 14 VStrR; MAEDER, a.a.O., N. 32 zu Art. 14 VStrR; FABIAN HUMBEL, Subventionsbetrug, 2008, S. 142 f.). Beruht der angefochtene Entscheid - wie vorliegend - auf mehreren voneinander unabhängigen Alternativbegründungen, so ist für jede einzelne darzutun, weshalb sie Recht im Sinne von Art. 95 BGG verletzt; andernfalls wird darauf nicht eingetreten (BGE 149 III 318 E. 3.1.3; 142 III 364 E. 2.4; 133 IV 119 E. 6.3; je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer 1 setzt sich mit der vorinstanzlichen Qualifikation von Art. 251 Ziff. 1 StGB als Schutznorm im Sinne von Art. 41 OR (vgl. oben E. 6.5.2) nicht begründet auseinander (Art. 42 Abs. 2 BGG). Damit einhergehend vermag er nicht darzulegen, dass und weshalb diese Norm seitens der Vorinstanz nicht als Schutznorm im Sinne von Art. 41 OR hätte herangezogen werden dürfen. Darauf ist mangels tauglicher Begründung nicht weiter einzugehen.”
“Als geschädigte Person gilt die Person, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Unmittelbar verletzt und damit in eigenen Rechten betroffen ist, wer Träger des durch die verletzte Strafnorm geschützten oder zumindest mitgeschützten Rechtsgutes ist (BGE 147 IV 269 E. 3.1; 145 IV 491 E. 2.3; 143 IV 77 E. 2.2; 141 IV 454 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Geschütztes Rechtsgut von Art. 14 Abs. 1 VStrR (SR 313.0) ist unter anderem das Vermögen des Gemeinwesens (vgl. CAPUS/BERETTA, Droit pénal administratif, 2021, Rz. 281; MARIANNE JOHANNA LEHMKUHL, in: Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, Jürg-Beat Ackermann [Hrsg.], 2. Aufl. 2021, § 24 Rz. 60; STEFAN MAEDER, in: Basler Kommentar, Verwaltungsstrafrecht, 2020, N. 19 zu Art. 14 VStrR; vgl. auch Botschaft vom 21. April 1971 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht, BBl 1971 I 999 Ziff. 2.3, 1008 Ziff. 3). Die Vorinstanz nimmt zutreffend an, dass die Schweizerische Eidgenossenschaft (d.h. die Beschwerdegegnerin 11) Trägerin dieses Rechtsgutes sei. Dies wird vom Beschwerdeführer 1 nicht in Abrede gestellt.”
“1 VStrR als «steuerstrafrechtlicher Tatbestand» ist vor dem Hintergrund dieses Sachverhalts zu verstehen. Zudem zeigt bereits der Umstand, dass Art. 14 Abs. 1 VStrR nicht nur das Erschleichen einer Rückerstattung von Abgaben, sondern auch das Erschleichen einer Konzession, einer Bewilligung, eines Kontingents, eines Beitrags oder einer anderen Leistung des Gemeinwesens erfasst, dass sich der Tatbestand nicht nur auf das Steuerstrafrecht bezieht. Dies gilt umso mehr im vorliegenden Fall, in dem Art. 14 Abs. 1 VStrR aufgrund der Verweisung in Art. 45 aLVG bzw. Art. 51 LVG zur Anwendung kommt und somit der Betrug um Leistungen des LVG zu beurteilen ist, die mit Steuerrecht nichts zu tun haben. Entsprechend wäre es nicht sachgerecht, vorliegend die Grundsätze des Steuerstrafrechts anzuwenden. Es kann nicht der Zweck des Leistungsbetrugs nach Art. 45 aLVG bzw. Art. 51 LVG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 VStrR sein, die Mitwirkung des Steuerpflichtigen bei der Steuerfestsetzung zu sichern. Die Straf- und Zivilklägerin 10 ist somit Trägerin des von Art. 45 aLVG bzw. Art. 51 LVG i.V.m. Art. 14 VStrR geschützten Rechtsguts und macht im vorliegenden Verfahren eine unmittelbare Verletzung dieser Rechte geltend. Im Ergebnis ist die Straf- und Zivilklägerin 10 legitimiert, im vorliegenden Verfahren als Straf- und Zivilklägerin aufzutreten. Die Evokation des BH.________ gestützt auf Art. 47 Abs. 4 RVOG ist nicht zu beanstanden. Für die Frage, ob für die mit der Zivilklage konkret geltend gemachte Forderung eine Aktivlegitimation i.S.v. Art. 122 StPO besteht, wird auf die Erwägungen zur Zivilklage verwiesen (siehe Ziff. 84 unten). Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil mit Ausnahme der Einstellungen und Freisprüche vollumfänglich angefochten. Der Freispruch wegen Leistungsbetrugs durch Bewirken des Unterbleibens eines Entzugs wurde indes von der Generalstaatsanwaltschaft und der Straf- und Zivilklägerin 10 beanstandet. Die Einstellungen (Ziff. I des erstinstanzlichen Dispositivs) sowie die Freisprüche gemäss Ziff.”
“14 VStrR in objektiver Hinsicht folglich geringer als bei Art. 146 StGB (EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 108 f.). Weiter erwog die Vorinstanz (pag. 18 1397 f., S. 189 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Eine Solidarbürgschaft lässt sich unter keinen der drei Begriffe subsumieren. Wird jedoch berücksichtigt, dass im gesamten LVG, das seinerseits ja auf das VStrR verweist, die Begriffe Konzession, Bewilligung und Kontingent nicht vorkommen, das LVG aber dennoch den Leistungsbetrug unter Strafe stellen will, so muss die Solidarbürgschaft von Art. 14 VStrR i.V.m. Art. 45 aLVG umfasst sein. Für eine extensive Auslegung der drei Begriffe sind denn auch alle in Ziff. IV.A.2.2, S. 168 zitierten Lehrmeinungen. Käme man zu anderen Schlüssen, so könnte gar nie ein Erfüllungsbetrug nach LVG i.V.m. VStrR vorliegen (da nur der Eingehungsbetrug nach Art. 14 VStrR auch eine Generalklausel „eine andere Leistung des Gemeinwesens“ enthält). Das Gericht gelangt zusammengefasst zum Ergebnis, dass die Solidarbürgschaften auch dann unter Art. 14 VStrR fallen, wenn es um die Frage des Nicht-Entzugs, also den Erfüllungsbetrug, geht. Die Kammer schliesst sich diesen Erwägungen an, wobei folgende Überlegung besonders ins Gewicht fällt: Der Straftatbestand von Art. 14 Abs. 1 VStrR kann vorliegend nicht isoliert betrachtet werden. Hintergrund der Anwendung dieses Tatbestands ist die Verweisung auf das VStrR in Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG. Dadurch wird für Leistungs- und Abgabebetrug im Zusammenhang mit dem LVG der Straftatbestand des VStrR für anwendbar erklärt, wenn auch mit der Einschränkung einer höheren Strafandrohung. Dieser Zusammenhang darf bei der Anwendung von Art. 14 Abs. 1 VStrR in der vorliegenden Konstellation nicht ausser Acht gelassen werden. Es liegt auf der Hand, dass durch den Verweis in Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG der Betrug um Leistungen des LVG unter den Straftatbestand von Art. 14 Abs. 1 VStrR gestellt werden sollten und zwar unter beide Tatbestandsvarianten. Eine andere Auslegung dieser Tatbestände würde bedeuten, dass der Betrug um bedeutende Leistungen nach dem LVG trotz dem Verweis in Art.”
“der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhebungen im Original): Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte als Täter in Frage kommt. Wie im allgemeinen Teil ausgeführt kann dies jedermann sein, es braucht keine besondere Beziehung zum Gemeinwesen und der Täter muss auch nicht zu seinem eigenen Vorteil handeln, die Täuschung kann auch zu Gunsten eines anderen erfolgen. Primär von der Bundesbürgschaft begünstigt war die Q.________ AG, eine juristische Person, bei welcher der Beschuldigte in der fraglichen Zeit keine Funktion hatte. Indirekt begünstigt war jedoch auch die gesamte D.________-Gruppe und damit auch er selbst. Es sei daran erinnert, dass das Gericht beweiswürdigend zum Schluss kam, dass die D.________ AG an dem ganzen Geschäft über CHF 3 Mio. verdient hatte. Auch wurde bereits in Ziff. IV.B.2.1, S. 188 ausgeführt, dass das BT.________ bzw. die für dieses handelnden Personen (in concreto BX.________, BY.________ und BZ.________) Teil der Verwaltung waren und folglich als Getäuschte im Sinne von Art. 14 VStrR in Frage kommen. Die Tathandlung besteht wie bereits mehrfach ausgeführt in einer arglistigen Irreführung des Gemeinwesens über Tatsachen, die für dessen Leistungserbringung kausal waren, wobei die Definition der Arglist gleich ist wie beim Betrugstatbestand gemäss Art. 146 StGB. Angeklagt ist die Arglistform der Machenschaften. Beweiswürdigend kam das Gericht zum Schluss, dass zwischen der D.________ AG und der DK.________ wie angeklagt ein Kaufpreis von USD 20,675 Mio. statt wie gegenüber dem BT.________ und der Q.________ AG behauptet von USD 24 Mio. vereinbart und bezahlt wurde. Indem der Beschuldigte dem BT.________ (und der Q.________ AG) nur das MoA mit dem höheren Kaufpreis einreichte, das Addendum und den side letter aber verheimlichte, zudem den Kaufvertrag zwischen der D.________ AG und der Q.________ AG abgab und auch in der dem BT.________ schon im September 2012 eingereichten prospektiven Kapitalflussrechnung einen Kaufpreis von USD 24 Mio. ausgewiesen hatte, schuf er eine regelrechte Inszenierung, um das BT.”
“Mio. Fazit Der von der Straf- und Zivilklägerin 10 geltend gemachte Schaden von insgesamt CHF 52'645'333.83 ist nachvollziehbar und belegt. Widerrechtlichkeit Der Beschuldigte wird mit vorliegendem Urteil wegen Leistungsbetrugs durch Bewirken des Unterbleibens eines Entzugs sowie wegen Urkundenfälschung verurteilt. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung ist Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 VStrR eine geeignete Schutznorm, um eine Haftung nach Art. 41 OR zu begründen. Es wurde bereits in Zusammenhang mit der Legitimation der Straf- und Zivilklägerin 10 dargelegt, dass der Leistungsbetrug von Art. 14 VStrR unter anderem das Vermögen des Gemeinwesens schützt und die Straf- und Zivilklägerin 10 dadurch wie eine Private unmittelbar in ihren Vermögensinteressen verletzt wurde (siehe Ziff.”
Schutzwirkung und zivilrechtliche Folgen: Art. 14 Abs. 1 VStrR schützt das Gemeinwesenvermögen; bei arglistiger Irreführung kann zusätzlich zivilrechtlicher Schadenersatz nach Art. 41 OR geltend gemacht werden, und das Gemeinwesenvermögen begründet gegebenenfalls adhäsionsweise Ersatzansprüche.
“Die Beschwerdegegnerin 11 gilt in Bezug auf den Vorwurf des Leistungsbetrugs als unmittelbar und wie eine Private in ihren Interessen geschädigt (vgl. oben E. 6.4.10). Die Vorinstanz nimmt aufgrund der vertraglichen Konstellation mit der finanzierenden Bank (vgl. oben E. 6.4.7) zutreffend an, dass die Beschwerdegegnerin 11 keinen verwaltungsrechtlichen Rückerstattungsanspruch gegenüber den begünstigten Gesellschaften geltend mache, sondern dass sich ihre Schadenersatzforderung gegenüber dem Beschwerdeführer 1 auf die ausservertragliche Haftung von Art. 41 OR stütze, die zivilrechtlicher Natur sei (vgl. oben E. 6.5.2). Wie bereits erwogen (vgl. oben E. 6.4.2), ist das Vermögen des Gemeinwesens mitgeschütztes Rechtsgut des Leistungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR. Damit liegt eine Schutznorm im Sinne von Art. 41 OR vor, welche dem Schutz vor Schädigungen dieses Vermögens dient. Daran ändert nichts, dass die Tatbestandsverwirklichung des Leistungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR das Vorliegen eines Vermögensschadens nicht voraussetzt (CAPUS/BERETTA, a.a.O., Rz. 281; EICKER/FRANK/ACHERMANN, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafverfahrensrecht, 2012, S. 105 und 109; KURT HAURI, Verwaltungsstrafrecht [VStrR], 1998, N. 1 zu Art. 14 VStrR; MAEDER, a.a.O., N. 32 zu Art. 14 VStrR; FABIAN HUMBEL, Subventionsbetrug, 2008, S. 142 f.). Beruht der angefochtene Entscheid - wie vorliegend - auf mehreren voneinander unabhängigen Alternativbegründungen, so ist für jede einzelne darzutun, weshalb sie Recht im Sinne von Art. 95 BGG verletzt; andernfalls wird darauf nicht eingetreten (BGE 149 III 318 E. 3.1.3; 142 III 364 E. 2.4; 133 IV 119 E. 6.3; je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer 1 setzt sich mit der vorinstanzlichen Qualifikation von Art. 251 Ziff. 1 StGB als Schutznorm im Sinne von Art. 41 OR (vgl. oben E. 6.5.2) nicht begründet auseinander (Art. 42 Abs. 2 BGG). Damit einhergehend vermag er nicht darzulegen, dass und weshalb diese Norm seitens der Vorinstanz nicht als Schutznorm im Sinne von Art.”
“der Anklageschrift Die vom BT.________ ausgerichteten Bürgschaften hatten ihre Rechtsgrundlage in der Bürgschaftsverordnung, welche sich ihrerseits auf das LVG stützte. Gemäss Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG gelten für Leistungs- und Abgabebetrug, Urkundenfälschung, Erschleichen einer falschen Beurkundung und Unterdrückung von Urkunden die Artikel 14-16 VStrR, wenn auch mit einer höheren Strafandrohung. Gemäss Art. 14 Abs. 1 VStrR macht sich des Leistungsbetrugs schuldig, wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder einen Dritten durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt und so für sich oder einen andern unrechtmässig eine Konzession, eine Bewilligung oder ein Kontingent, einen Beitrag, die Rückerstattung von Abgaben, eine andere Leistung des Gemeinwesens erschleicht (sog. Eingehungsbetrug), oder bewirkt, dass der Entzug einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents unterbleibt (sog. Erfüllungsbetrug). Zu erwähnen ist, dass im Unterschied zum Betrug nach Art. 146 StGB beim Leistungsbetrug weder ein Vermögensschaden noch Bereicherungsabsicht vorliegen muss. Verjährung Wie sogleich aufgezeigt, ereignete sich der vorliegend zu beurteilende Erfüllungsbetrug zwischen dem 27. Juni 2006 und Dezember 2017 (siehe Ziff.”
“Mio. Fazit Der von der Straf- und Zivilklägerin 10 geltend gemachte Schaden von insgesamt CHF 52'645'333.83 ist nachvollziehbar und belegt. Widerrechtlichkeit Der Beschuldigte wird mit vorliegendem Urteil wegen Leistungsbetrugs durch Bewirken des Unterbleibens eines Entzugs sowie wegen Urkundenfälschung verurteilt. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung ist Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 VStrR eine geeignete Schutznorm, um eine Haftung nach Art. 41 OR zu begründen. Es wurde bereits in Zusammenhang mit der Legitimation der Straf- und Zivilklägerin 10 dargelegt, dass der Leistungsbetrug von Art. 14 VStrR unter anderem das Vermögen des Gemeinwesens schützt und die Straf- und Zivilklägerin 10 dadurch wie eine Private unmittelbar in ihren Vermögensinteressen verletzt wurde (siehe Ziff.”
“Gemäss Art. 14 Abs. 1 VStrR (Leistungsbetrug) wird mit Gefängnis oder Busse bestraft, wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder einen Dritten durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt und so für sich oder einen andern unrechtmässig eine Konzession, eine Bewilligung oder ein Kontingent, einen Beitrag, die Rückerstattung von Abgaben, eine andere Leistung des Gemeinwesens erschleicht, oder bewirkt, dass der Entzug einer Konzession, eine Bewilligung oder eines Kontingent unterbleibt. Mit Blick auf den Leistungsbetrug handelt es sich somit bei Art. 14 VStrR nicht um eine (reine) Fiskalvorschrift (BBl 1976 II 444, S. 454). Er erfasst in erster Linie das betrügerische Erschleichen von finanziellen und anderen Leistungen, die infolge arglistiger Täuschung auf Kosten des Gemeinwesens gewährt werden, sowie das betrügerische Verhalten, durch welches der Täter einem Entzug der genannten Leistungen entgeht (Maeder, Basler Kommentar, 2020, Art. 14 VStR N.”
Art. 14 Abs. 4 VStrR findet ausdrücklich Anwendung bei Bundessachen wie Verrechnungssteuer und Zollabgaben; sie ermöglicht neben strafrechtlicher Verantwortlichkeit auch die Verhängung verwaltungsrechtlicher Bussen und erfasst zivilrechtlich erhebliche Bundesschäden.
“Gemäss Art. 14 Abs. 4 VStrR (qualifizierter Abgabebetrug) wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer gewerbsmässig oder im Zusammenwirken mit Dritten Widerhandlungen nach Absatz 1 oder 2 (s. nachfolgend E. 4.2.5 f.) in Abgaben- oder Zollangelegenheiten begeht und sich oder einem andern dadurch in besonders erheblichem Umfang einen unrechtmässigen Vorteil verschafft oder das Gemeinwesen am Vermögen oder an andern Rechten besonders erheblich schädigt. Mit der Freiheitsstrafe ist eine Geldstrafe zu verbinden (Fassung gemäss Ziff. I 5 des Bundesgesetzes vom 12. Dezember 2014 zur Umsetzung der 2012 revidierten Empfehlungen der Groupe d'action financière, in Kraft seit 1. Januar 2016 [AS 2015 1389; BBl 2014 605]). Art. 14 Abs. 4 VStrR findet auf alle vom Bund, d.h. von der Eidgenössischen Steuerverwaltung und der Eidgenössischen Zollverwaltung, im Steuer- und im Zollbereich erhobenen Steuern, Gebühren und Abgaben Anwendung. Das betrifft namentlich die Verrechnungssteuer (BBl 2014 605, 624; Art.”
“31 VStG vor, dass die Kantone den Anspruch in der Regel bis zur Höhe der vom Antragsteller zu entrichtenden Kantons- und Gemeindesteuern in Form der Verrechnung, für den Überschuss durch Rückerstattung in bar befriedigen; sie können in ihren Vollzugsvorschriften die volle Rückerstattung in bar vorsehen (s. im Einzelnen Zwahlen, VStG-Kommentar, Art. 31 VStG N. 1 ff.). Die Verrechnungssteuer ist zwar mit den Einkommens- und Vermögenssteuern verflochten und die Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Einkommensbesteuerung sind namentlich auch auf die Verrechnungssteuer anwendbar (zur Einordnung der Verrechnungssteuer ins Steuersystem s. Bauer-Balmelli/Reich, VStG-Kommentar, Vorbemerkungen N. 50 ff., N. 58 ff. mit einer Übersicht über die Doktrin zur Zuordnung als indirekte oder direkte Steuer). Diese Umstände ändern allerdings nichts daran, dass die Verrechnungssteuer unter Art. 14 Abs. 4 VStrR fällt. Bezüglich der indirekten Steuern inkl. Verrechnungssteuer ermöglicht demnach Art. 3 Abs. 3 lit. b IRSG die Auslieferung in Fällen des qualifizierten Abgabebetrugs nach Art. 14 Abs. 4 VStrR (BBl 2014 626). Im Zusammenhang mit der Verrechnungssteuer ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass die in Art. 61 bzw. 62 VStG geregelte Steuerhinterziehung bzw. Steuergefährdung (Übertretungen) subsidiär zu Art. 14 (Leistungs- und Abgabebetrug, s. nachfolgend) bis Art. 16 VStrR ist (Beusch/Malla, VStG-Kommentar, Art. 61 VStG N. 15 und Art. 62 VStG N. 22 ff.). Gemäss Art. 61 lit. c VStG wird wegen Hinterziehung bestraft, sofern nicht Art. 14 VStrR zutrifft, wer vorsätzlich oder fahrlässig, zum eigenen oder zum Vorteil eines andern eine ungerechtfertigte Rückerstattung der Verrechnungssteuer oder einen andern unrechtmässigen Steuervorteil erwirkt (zu den Voraussetzungen des Rückerstattungsanspruchs s. Art. 21 VStG ff.). Wer die gesetzmässige Durchführung der Verrechnungssteuer gefährdet, indem er vorsätzlich oder fahrlässig Rückerstattungsansprüche geltend macht, die ihm nicht zustehen oder für die er bereits befriedigt worden ist, wird, sofern nicht Art. 14-16 VStrR zutrifft, mit Busse bestraft (Art.”
Lehre und Auslegungsspielräume: In der Lehre ist umstritten, ob Erfüllungsbetrug über die ausdrücklich genannten Tatobjekte hinaus auf weitere Leistungen des Gemeinwesens ausgedehnt werden soll; es bestehen unterschiedliche Auffassungen zur Reichweite der Norm.
“1 VStrR unter anderem voraus, dass der Getäuschte auf Grund des täuschungsbedingten Irrtums eine bestimmte, dem Gemeinwesen zuzuordnende Leistung zuspreche oder sie nicht zurückfordere respektive nicht "entziehe". Nach diesen Autoren sei die Strafbarkeit der "unterbliebenen Rückforderung einer finanziellen Leistung" nach strenger Wortlautinterpretation des Tatbestands von Art. 14 Abs. 1 VStrR eigentlich nicht vorgesehen, sollte aber "analog" der Strafbarkeit des unterbliebenen nachträglichen Entzugs einer Konzession, Bewilligung oder eines Kontingents "mitgedacht bzw. hineingelesen" werden (EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 108 Fn. 377). Demnach solle von der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs etwa die Nichteinziehung einer Konzession, einer Bewilligung, eines bestimmten Kontingents, eines Beitrags, einer Abgabe oder einer anderen Leistung (Generalklausel) erfasst sein (EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 108 f.). MAEDER geht hingegen davon aus, dass eine solche (extensive) Auslegung von Art. 14 Abs. 1 VStrR mit Art. 1 StGB unvereinbar sei. Nach diesem Autor könne Art. 14 Abs. 1 VStrR nicht greifen, wenn es nicht um die unterbliebene Rückforderung einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents gehe (MAEDER, a.a.O., N. 92 zu Art. 14 VStrR).”
“Der Botschaft vom 21. April 1971 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht (BBl 1971 I 1008 Ziff. 3) ist keine Erklärung dafür zu entnehmen, weshalb in Art. 14 Abs. 1 VStrR die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs auf den Entzug einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents beschränkt und dort keine Generalklausel (im Sinne einer "anderen Leistung des Gemeinwesens") wie bei der Tatbestandsvariante des Eingehungsbetrugs vorgesehen wurde (vgl. HUMBEL, a.a.O., S. 146; LEHMKUHL, a.a.O., § 24 Rz. 67). Auch im Rahmen der parlamentarischen Debatte wurde diese Einschränkung bei der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs weder im Ständerat (vgl. AB 1971 S 835 ff., 843; AB 1973 S 578 ff., 581, 756 f.; AB 1974 S 134) noch im Nationalrat (vgl. AB 1973 N 451 ff., 469 ff., 1489 f.; AB 1974 N 669) näher diskutiert. Vor diesem Hintergrund ist festzuhalten, dass aufgrund fehlender klarer Erläuterungen weder die Botschaft noch die parlamentarische Beratung einen klaren gesetzgeberischen Willen erkennen lassen.”
“________ AG ausgesprochen wurde, erfolgten die Täuschungshandlungen, die dazu führten, durch den Beschuldigten. Mit den von der Vorinstanz zutreffend umschriebenen Vorkehrungen des Beschuldigten von den falschen Angaben im Bürgschaftsgesuch bis zum selektiven Einreichen von Vertragsunterlagen und Verheimlichen der geheimen Nebenabreden wurde das Tatbestandsmerkmal der arglistigen Täuschung zweifellos erfüllt. Bestritten wird von der Verteidigung weiter das Vorliegen einer Vermögensdisposition. Zum einen sei die ausgerichtete Bundesbürgschaft keine «andere Leistung des Gemeinwesens» im Sinne des Tatbestands von Art. 14 Abs. 1 VStrR. Zum anderen sei mit der Gewährung der Bürgschaft keine unmittelbare Vermögensverminderung eingetreten, es habe somit keine Vermögensverfügung im Sinne des Tatbestands vorgelegen. Die Bundesbürgschaft sei zudem mit einer Schiffsverschreibung in der Höhe von CHF 30 Mio. pfandgesichert gewesen. Auch deshalb habe keine unmittelbare Vermögensverminderung bestanden. Dem kann nicht gefolgt werden: Der Tatbestand von Art. 14 Abs. 1 VStrR wird vorliegend aufgrund des Verweises in Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG angewendet. Aufgrund dieser Verweisung sind Leistungen, die gestützt auf das LVG vom Gemeinwesen gewährt wurden, vom Tatbestand des Leistungsbetrugs erfasst. Es wird dazu auf die Ausführungen zum Erfüllungsbetrug verwiesen (siehe Ziff.”
“oben). Der Tatbestand bezweckt damit genau den Schutz vor Schäden, wie sie vorliegend eingetreten sind, weil das Gemeinwesen eine gewährte Leistung nicht entziehen konnte. Kombiniert mit der gesetzlich explizit vorgesehenen Möglichkeit zur Erhebung einer Zivilklage gemäss Art. 56 LVG stellt Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 VStrR eine geeignete Schutznorm dar. Zusätzlich sind auch die Urkundenfälschungen wegen der Erstellung der falschen Jahresrechnungen geeignete Schutznormen. Der Beschuldigte hat somit im Sinne von Art. 41 OR widerrechtlich gehandelt. Kausalität Es wurde bereits im Rahmen des Strafpunkts begründet, dass die Straf- und Zivilklägerin 10 aufgrund des Leistungsbetrugs durch Bewirken des Unterbleibens eines Entzugs und den Urkundenfälschungen des Beschuldigten keine geeigneten Massnahmen getroffen hat, um sich aus den Bürgschaftsverpflichtungen zu Gunsten der J.________ AG, der I.________ AG und der L.________ AG zu lösen. In der Folge wurden die Bürgschaften in Anspruch genommen, was zum aufgezeigten Schaden für die Straf- und Zivilklägerin 10 führte. Angesichts der finanziellen Verhältnisse der Schiffsgesellschaften, die durch die unwahren Geschäftsberichte versteckt wurden, war mit einem Schaden in der erreichten Grössenordnung zu rechnen. Die adäquate Kausalität ist damit gegeben. Die Verteidigung argumentiert, die Kausalität zwischen dem angeblich strafbaren Verhalten des Beschuldigten und den behaupteten Forderungen sei überhaupt nicht dargelegt.”
Arglist (Art.14 Abs.2 VStrR) setzt typischerweise aktive, vorsätzliche Erschwerung oder ein systematisches Lügengebäude voraus (z. B. Briefkastenfirmen, fingierte Rechnungen, Verlagerung auf «private» Konten) und kann sich aus wiederholtem Verschweigen oder systematischer Täuschung ergeben.
“Der Arglistbegriff von Art. 14 Abs. 2 VStrR orientiert sich grundsätzlich an der Rechtsprechung zum gemeinrechtlichen Betrugstatbestand nach Art. 146 StGB (vgl. Urteil 1A.244/2002 vom 24. Oktober 2003 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 125 II 250 E. 5a). Nach der bundesgerichtlichen Praxis setzt Abgabebetrug nicht notwendigerweise die Verwendung falscher oder verfälschter Urkunden voraus. Wer seiner Steuererklärung unrichtige oder unvollständige Unterlagen beilegt, handelt unter Umständen selbst dann arglistig, wenn es sich dabei nicht um Urkunden im strafrechtlichen Sinne handelt. Zwar seien für die Annahme von Arglist "immer besondere Machenschaften, Kniffe oder ganze Lügengebäude erforderlich". Unter gewissen Umständen könnten aber auch blosse Falschangaben oder sogar "blosses Schweigen arglistig sein, wenn der Täuschende den Getäuschten von einer möglichen Überprüfung abhält oder voraussieht, dass dieser mit Rücksicht auf ein besonderes Vertrauensverhältnis von einer Überprüfung absehen wird" (vgl. zitiertes Urteil 1A.244/2002 vom 24.”
“Betrügerische Machenschaften, durch welche er der Steuerverwaltung aktiv das Aufdecken dieser Transaktionen erschwert hätte, sind vorliegend durch das Bundesverwaltungsgericht nicht festgestellt worden und auch nicht ersichtlich. Insbesondere ist festzuhalten, dass die streitbetroffenen Einnahmen nicht etwa auf ein Geheimkonto geflossen sind, sondern auf das private Konto des Beschwerdeführers. Über dieses hat der Beschwerdeführer auch verschiedene korrekt verbuchte Zahlungen zwischen ihm und den mit ihm verbundenen Unternehmen abgewickelt. Somit war es unter verwaltungsstrafrechtlichen Gesichtspunkten zumutbar, bei einer Kontrolle nachzuprüfen, ob auf diesem Konto auch nicht verbuchte, geschäftsmässig begründete Zahlungen eingegangen waren. Es ist nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer das Aufdecken der Transaktionen durch die Steuerverwaltung aktiv verhindert oder auch nur erschwert hätte. Damit hat das Bundesverwaltungsgericht Bundesrecht verletzt, als es das Verhalten des Beschwerdeführers als arglistig qualifiziert und damit den objektiven Tatbestand von Art. 14 Abs. 2 VStrR als erfüllt erachtet hat.”
“Damit flossen vorliegend geschäftlich begründete Zahlungen auf ein angeblich privates Konto des Beschwerdeführers, welches - soweit ersichtlich - auch nicht im Rahmen der Mehrwertsteuerkontrolle offengelegt wurde. Damit hat der Beschwerdeführer nicht nur die entsprechenden Einnahmen nicht angegeben, sondern der Steuerverwaltung das Entdecken dieser Einnahmen erschwert. Ausserdem hat er mehrfach behauptet, über das besagte Konto keine geschäftsmässig bedingten Einnahmen erhalten zu haben, was - wie zu zeigen sein wird - nicht den Tatsachen entspricht. Dieses Verhalten ist als arglistig zu betrachten, weil es der Vorinstanz so nur schwer möglich war zu überprüfen, ob alle geschäftsmässig bedingten Transaktionen korrekt verbucht worden waren. Deshalb ist der objektive Tatbestand von Art. 14 Abs. 2 VStrR erfüllt. Dass die dadurch nicht abgerechnete Mehrwertsteuer mehr als Fr. 15'000.-- betrug und damit diese Grenze (E. 2.3.7) überschritten wurde, wird ebenfalls zu zeigen sein (E. 4.3.1). Auf die sich aus Art. 12 VStrR ergebende Steuerschuld kommt nicht die relative Verjährungsfrist von fünf, dann zwei Jahren gemäss Art. 42 Abs. 1 und 3 MWSTG zur Anwendung, sondern jene von sieben Jahren gemäss Art. 105 Abs. 3 Bst. b in Verbindung mit Art. 105 Abs. 1 Bst. e MWSTG (in der hier anwendbaren Fassung; dazu E. 2.3.5). Im Rahmen der Beurteilung der von der Vorinstanz vorgenommenen Ermessenseinschätzung wird auf weitere Sachverhaltselemente einzugehen sein. In Bezug auf die Frage der Verjährung genügt aber das gerade Ausgeführte.”
“Gemäss Art. 14 Abs. 2 VStrR erfüllt den objektiven Tatbestand des Abgabebetrugs, wer durch sein arglistiges Verhalten bewirkt, dass dem Gemeinwesen unrechtmässig und in einem erheblichen Betrag (gemäss Rechtsprechung: ab Fr. 15'000.--; Urteil des BGer 6B_79/2011 vom 5. August 2011 E. 6.3.4; Capus/Beretta, Droit pénal administratif, 2021, N 298) eine Abgabe, ein Beitrag oder eine andere Leistung vorenthalten oder dass es sonst am Vermögen geschädigt wird. Art. 14 Abs. 2 VStrR schliesst dabei direkt an Abs. 1 an, in dem das arglistige Verhalten insofern genauer beschrieben wird, also dort davon die Rede ist, dass sich des Leistungsbetrugs schuldig macht, wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder einen Dritten durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt. Im Übrigen kann bezüglich der Arglist auf die Auslegung von Art. 146 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) verwiesen werden (vgl. Urteil des BGer 6B_79/2011 vom 5.”
“________ et menée notamment au Royaume-Uni (UK) et aux États-Unis d'Amérique (USA) dans un contexte de corruption internationale à large échelle en lien avec le commerce d'alumine. B.c. Un jugement d'acquittement a été rendu en faveur du recourant par un tribunal anglais le 10 décembre 2013. B.d. Après réception d'une demande d'entraide judiciaire du Ministère de la justice des USA datée du 25 novembre 2008, le Ministère public de la Confédération (MPC) a ouvert une instruction le 5 octobre 2009. Le MPC a rendu, en faveur du recourant, une ordonnance de classement partiel le 8 avril 2015 dans la procédure SV 09.0152, ainsi qu'une ordonnance de classement le 23 juin 2021 dans la même procédure. B.e. Les éléments recueillis par le MPC en relation avec la société D.________ SA, sise à Lausanne, ont été dénoncés à l'Administration fédérale des contributions (AFC) le 21 février 2012. Le 15 août 2012, l'AFC a alors ouvert sa propre procédure pénale administrative sur la base des art. 37 ss de la Loi fédérale sur le droit pénal administratif du 22 mars 1974 (DPA; RS 313.0), en raison de soupçons d'escroquerie en matière de contributions (art. 14 al. 2 DPA), respectivement de soustraction d'impôts (art. 61 al. 1 let. a de la Loi fédérale sur l'impôt anticipé du 13 octobre 1965 [LIA; RS 642.21]). Les faits dénoncés étaient en relation avec des infractions commises dans la gestion de la société D.________ SA concernant les déclarations fiscales des exercices 2005 à 2009. L'enquête était dirigée notamment contre A.A.________, de par sa qualité d'ayant droit économique des sociétés impliquées. Plusieurs comptes bancaires au nom de A.A.________, de son épouse, de leur fille et de la société D.________ SA ont fait l'objet de séquestres, de même que l'immeuble au nom de l'épouse de A.A.________ situé à U.________, où A.A.________ est domicilié depuis le 10 juin 2008. Un procès-verbal final a été établi par la Division affaires pénales et enquêtes (DAPE) de l'AFC en date du 21 mars 2016. L'AFC a établi un prononcé pénal en date du 25 janvier 2019 à l'encontre de A.A.________, qui a été condamné pour escroquerie en matière de contributions au sens de l'art.”
“2 Lorsqu'une demande est présentée pour la poursuite d'une escroquerie fiscale, la Suisse en tant qu'Etat requis déroge à la règle selon laquelle l'autorité d'exécution n'a pas à se déterminer sur la réalité des faits. Sans avoir à apporter des preuves de la culpabilité de la personne poursuivie, l'Etat requérant doit exposer des soupçons suffisants qu'une escroquerie fiscale a été commise. Ces exigences particulières ont pour but d'écarter le risque que soient éludées les normes excluant l'entraide en matière fiscale et de politique monétaire, commerciale ou économique selon l'art. 3 al. 3 EIMP (ATF 125 II 250 consid. 5b et réf. citées; TPF 2008 128 consid. 5.5). 2.6.3 Le Tribunal fédéral a admis l'escroquerie fiscale, au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, dans le cas d'un acheteur et d'un vendeur s'étant entendus sur le prix établi dans de fausses factures, lequel était inférieur à celui effectivement payé, afin de réduire le bénéfice du vendeur (Zimmermann, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 5e éd. 2019, n. 649, p. 702-704, et arrêts cités, notamment ATF 114 Ib 56 consid. 3b; 111 Ib 242 consid. 5). Il a également retenu l'application de l'art. 14 al. 2 DPA dans le cas d'utilisation de fausses factures établies de concert entre plusieurs sociétés successives afin de réduire l'impôt douanier dû (Zimmermann, op. cit. , n. 649, p. 704-705; arrêt du Tribunal fédéral 1A.35/2002 du 18 juin 2006 consid. 6.2; v. également arrêt du Tribunal pénal fédéral RR.2009.7 du 3 avril 2009 consid. 4.4. et 4.5). 2.7 Selon l'art. 305bis ch. 1 CP (blanchiment d'argent), celui qui aura commis un acte propre à entraver l'identification de l'origine, la découverte ou la confiscation de valeurs patrimoniales dont il savait ou devait présumer qu'elles provenaient d'un crime ou d'un délit fiscal qualifié, sera puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Sont considérés comme des délits fiscaux qualifiés au sens de l'art. 305bis ch. 1bis CP les infractions aux art. 186 LIFD et 59 LHID, lorsque les impôts soustraits par période fiscale se montent à plus de CHF 300'000. 2.8 2.8.1 En l'espèce, il ressort, en particulier, de la demande d'entraide que le matériel électronique acheté à une société chinoise en Chine par des sociétés du groupe E.”
“1 En l'espèce, il ressort, en particulier, de la demande d'entraide que le matériel électronique acheté à une société chinoise en Chine par des sociétés du groupe E. LLC, aurait été revendu en Ukraine à des sociétés ukrainiennes du groupe, par le biais des deux recourantes, non domiciliées en Ukraine, à des prix inférieurs à la valeur marchande, afin de minimiser les taxes à l'importation. La première recourante, A. Ltd, aurait été utilisée pour procéder, au nom de la seconde, B. LLP, à de fausses déclarations douanières, sous-estimant manifestement soit la quantité soit la valeur douanière des marchandises chinoises importées. Cela a, en particulier, permis à deux sociétés ukrainiennes, G. LLC et H. LLC, destinataires des marchandises, qu'elles revendaient – à leur prix réel – en Ukraine, de soustraire au fisc de l'Etat requérant, des sommes chiffrées respectivement à plus d'UAH 5.1 millions et d'USD 2.75 millions de TVA (v. supra Faits, let. A). 2.8.2 Transposés en droit suisse, ces agissements sont susceptibles de réaliser, prima facie, les éléments constitutifs d'une escroquerie fiscale, selon l'art. 14 al. 2 DPA, comme l'a, à juste titre, retenu le MPC (act. 1.1, p. 10 et s.). Constitue, en effet, un comportement astucieux le fait de présenter de fausses déclarations en douane, plus particulièrement des factures mensongères, mentionnant des prix sous-estimés, dans le cadre de vente de marchandises entre des sociétés apparemment indépendantes, mais en réalité liées économiquement entre elles, de sorte que l'absence de lien apparent empêche d'identifier que le prix mentionné ne correspond pas au prix réel (v. supra consid. 2.6.3). Il semblerait également que la recourante A. Ltd, ayant fonctionné comme intermédiaire entre la société chinoise et les sociétés ukrainiennes, puisse revêtir la forme d'une société de domicile. Selon la jurisprudence, une attitude astucieuse, au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, doit être admise en présence d'une société de domicile fondée dans le seul but de dissimuler des éléments relevant du point de vue du droit fiscal et de tromper les autorités fiscales, si ces dernières ne peuvent que difficilement s'apercevoir de la tromperie (v.”
“Ceci vaut seulement pour la fiscalité directe, dans la mesure où, s'agissant de fiscalité indirecte, l'Accord anti-fraude (v. supra consid. 1.1), qui vise à étendre l'assistance administrative et l'entraide judiciaire en matière pénale (v. art. 1 AAF), prévoit expressément son application dans le cadre de la violation de la législation fiscale en matière de taxe sur la valeur ajoutée (TVA; art. 2 al. 1 let. a AAF), sans distinction entre soustraction et escroquerie fiscale (v. arrêt du Tribunal pénal fédéral RR.2015.257 du 22 décembre 2015 consid. 3.1 et réf. citées). 3.6.2 En l'espèce, le fait de faire usage d'une fausse attestation, constitue un comportement astucieux, visant à soustraire aux pouvoirs publics une contribution d'un montant important, au sens de la jurisprudence précitée (v. supra consid. 3.6.1); à ce stade, l'instruction a mis en évidence un virement occulte d'EUR 1 million réalisé par la société. Il semblerait, en outre, que la société C. Inc. puisse revêtir la forme d'une société de domicile. Selon la jurisprudence, une attitude astucieuse, au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, doit être admise en présence d'une société de domicile fondée dans le seul but de dissimuler des éléments relevant du point de vue du droit fiscal et de tromper les autorités fiscales, si ces dernières ne peuvent que difficilement s'apercevoir de la tromperie (v. ATF 139 II 404 consid. 9.4 et la référence citée). 3.6.3 Au surplus, l'Accord anti-fraude peut trouver application en l'espèce, en matière de TVA; tels que présentés, les faits sont susceptibles de réaliser prima facie les éléments constitutifs des infractions au Titre 6 (art. 96 ss) de la loi fédérale du 12 juin 2009 régissant la taxe sur la valeur ajoutée (LTVA; RS 641.20). 3.7 Dès lors qu'il suffit que les faits décrits dans la demande soient punissables sous l'angle d'une seule disposition pénale (v. supra consid. 3.1.2), la condition de la double incrimination est ainsi réalisée, sans qu'il soit nécessaire d'examiner l'infraction de blanchiment d'argent. Cette interprétation correspond à la notion d'entraide « la plus large possible » dont il est question aux art.”
“Ceci vaut seulement pour la fiscalité directe, dans la mesure où, s'agissant de fiscalité indirecte, l'Accord anti-fraude (v. supra consid. 1.1), qui vise à étendre l'assistance administrative et l'entraide judiciaire en matière pénale (v. art. 1 AAF), prévoit expressément son application dans le cadre de la violation de la législation fiscale en matière de taxe sur la valeur ajoutée (TVA; art. 2 al. 1 let. a AAF), sans distinction entre soustraction et escroquerie fiscale (v. arrêt du Tribunal pénal fédéral RR.2015.257 du 22 décembre 2015 consid. 3.1 et réf. citées). 3.6.2 En l'espèce, le fait de faire usage d'une fausse attestation, constitue un comportement astucieux, visant à soustraire aux pouvoirs publics une contribution d'un montant important, au sens de la jurisprudence précitée (v. supra consid. 3.6.1); à ce stade, l'instruction a mis en évidence un virement occulte d'EUR 1 million réalisé par la société. Il semblerait, en outre, que la société C. Inc. puisse revêtir la forme d'une société de domicile. Selon la jurisprudence, une attitude astucieuse, au sens de l'art. 14 al. 2 DPA, doit être admise en présence d'une société de domicile fondée dans le seul but de dissimuler des éléments relevant du point de vue du droit fiscal et de tromper les autorités fiscales, si ces dernières ne peuvent que difficilement s'apercevoir de la tromperie (v. ATF 139 II 404 consid. 9.4 et la référence citée). 3.6.3 Au surplus, l'Accord anti-fraude peut trouver application en l'espèce, en matière de TVA; tels que présentés, les faits sont susceptibles de réaliser prima facie les éléments constitutifs des infractions au Titre 6 (art. 96 ss) de la loi fédérale du 12 juin 2009 régissant la taxe sur la valeur ajoutée (LTVA; RS 641.20). 3.7 Dès lors qu'il suffit que les faits décrits dans la demande soient punissables sous l'angle d'une seule disposition pénale (v. supra consid. 3.1.2), la condition de la double incrimination est ainsi réalisée, sans qu'il soit nécessaire d'examiner l'infraction de blanchiment d'argent. Cette interprétation correspond à la notion d'entraide « la plus large possible » dont il est question aux art.”
“Der Arglistbegriff von Art. 14 VStrR orientiert sich gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich am Betrugstatbestand von Art. 146 StGB (BGE 115 Ib 68 E. 3a/bb). Ein Abgabebetrug im Sinne von Art. 14 Abs. 2 VStrR muss – anders als der Steuerbetrug im Sinne von Art. 186 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG; SR 642.11) – nicht notwendigerweise durch Verwendung falscher oder gefälschter Urkunden begangen werden, sondern es sind auch andere Fälle arglistiger Täuschung denkbar. Nach der Rechtsprechung sind jedoch immer besondere Machenschaften, Kniffe oder ganze Lügengebäude erforderlich, damit eine arglistige Täuschung anzunehmen ist. Unter Umständen kann auch blosses Schweigen arglistig sein, wenn der Täuschende den Getäuschten von einer möglichen Überprüfung abhält oder voraussieht, dass dieser mit Rücksicht auf ein besonderes Vertrauensverhältnis von einer Überprüfung absehen wird (BGE 125 II 250 E. 3b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2011 vom 5. August 2011 E. 6.3.4 m.w.H.). Im Falle von blossen Falschdeklarationen müssen zur einfachen Lüge weitere Arglistmerkmale hinzutreten. Diese können grundsätzlich bejaht werden, wenn der Angeschuldigte den Getäuschten von der Überprüfung der Falschangaben abhält, wenn die Angaben objektiv nicht (oder selbst von der zuständigen Veranlagungsbehörde nur sehr schwer) überprüfbar sind, oder falls der Angeschuldigte Anlass hatte, den Verzicht auf eine Überprüfung vorauszusehen (vgl.”
“Comme indiqué précédemment, les informations qui précèdent ont pu être obtenues sur la base du curriculum vitae produit par le prévenu peu avant les débats de première instance et ressortent également des informations publiées sur le site Internet à son nom, celui de sa fondation ou encore sur différents sites Internet aisément accessibles. Interpellé aux débats de première instance sur sa situation financière actuelle, le prévenu a fait usage de son droit au silence et n’a pas voulu donner de précision, se contentant d’indiquer qu’il avait « des moyens ». Différents médias sur Internet prétendent que le prévenu serait milliardaire. L’extrait du casier judiciaire suisse du prévenu ne comporte aucune inscription. 2. 2.1 A.T.________ a été renvoyé devant le Tribunal correctionnel de l’arrondissement de Lausanne ensuite de l’opposition qu’il a formée contre le prononcé pénal rendu le 25 janvier 2019 (Pièce DAPE 170.090.001) par l’AFC, qui l’a condamné pour escroquerie en matière de contributions au sens de l’art. 14 al. 2 DPA. Le 2 mai 2019, l’AFC a établi un acte de renvoi pour jugement, valant acte d’accusation en vertu de l’art. 73 DPA. Les faits dénoncés sont les suivants : « (…) 1. De la procédure pénale Suite à une dénonciation du 21 février 2012 MPC, l’AFC a ouvert le 15 août 2012 une procédure pénale administrative sur la base des articles 37 et suivants DPA à l’encontre de A.T.________ domicilié à [...] et de F.________, domicilié à [...] en raison de soupçons d’escroqueries en matière de contributions au sens de l’article 14, alinéa 2 DPA, respectivement de soustractions d’impôt au sens de l’article 61, lettre a de la loi fédérale du 13 octobre 1965 sur l’impôt anticipé (LIA ; RS 642.21), commises dans la gestion de la société B.________ SA [ci-après : B.________ SA] sise à [...] pour les exercices 2005 à 2009. 1.1 Résultats de l’enquête L’enquête a permis d’établir ce qui suit : Au cours des exercices 2005 à 2009, la société B.________ SA a effectué 236 opérations de vente d’alumine à U.________ (U.”
Verweis/Anwendbarkeit in Spezialgesetzen (LVG): Durch Verweisung in Spezialgesetzen wie dem LVG wird Art. 14 Abs. 1 VStrR auch auf LVG-Fälle angewendet; dies ruft beide Formen des VStrR-Betrugs (Eingehungs- und Erfüllungsbetrug) in Anwendung, wobei das LVG abweichende/höhere Strafrahmenregelungen vorsehen kann.
“Nach Art. 14 Abs. 1 VStrR macht sich wegen Leistungsbetrugs strafbar, wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder einen Dritten durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt und so für sich oder einen andern unrechtmässig eine Konzession, eine Bewilligung oder ein Kontingent, einen Beitrag, die Rückerstattung von Abgaben oder eine andere Leistung des Gemeinwesens erschleicht oder so bewirkt, dass der Entzug einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents unterbleibt. Gemäss Art. 51 Satz 2 LVG wird die Straftat - anders als bei Art. 14 Abs. 1 VStrR - mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.”
“Der Straftatbestand des Leistungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR kommt im vorliegenden Fall aufgrund der Verweisung in Art. 51 Satz 1 LVG bzw. Art. 45 Abs. 1 aLVG zur Anwendung (vgl. MAEDER, a.a.O., N. 26 zu Art. 14 VStrR). Mit dieser Verweisung wurde vom Gesetzgeber der Zweck verfolgt, die mit der Einführung des VStrR bei den betrugsähnlichen Tatbeständen in den einzelnen Sondergesetzen herbeigeführte Vereinheitlichung auch für das LVG gelten zu lassen (vgl. Botschaft vom 9. September 1981 zu einem Bundesgesetz über die wirtschaftliche Landesversorgung, BBl 1981 III 444 f. Ziff. 3; Botschaft vom 21. April 1971 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht, BBl 1971 I 998 ff. Ziff. 2.3). Der Umstand, dass das LVG auf Art. 14 Abs. 1 VStrR verweist, ist Voraussetzung dafür, dass diese Strafbestimmung zur Anwendung gelangt. Indessen führt diese Verweisung nicht zu einer Erweiterung des Anwendungsbereichs von Art. 14 Abs. 1 VStrR über den klaren Gesetzeswortlaut betreffend die Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs hinaus (vgl. oben E. 9.6.2).”
“Als geschädigte Person gilt die Person, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Unmittelbar verletzt und damit in eigenen Rechten betroffen ist, wer Träger des durch die verletzte Strafnorm geschützten oder zumindest mitgeschützten Rechtsgutes ist (BGE 147 IV 269 E. 3.1; 145 IV 491 E. 2.3; 143 IV 77 E. 2.2; 141 IV 454 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Geschütztes Rechtsgut von Art. 14 Abs. 1 VStrR (SR 313.0) ist unter anderem das Vermögen des Gemeinwesens (vgl. CAPUS/BERETTA, Droit pénal administratif, 2021, Rz. 281; MARIANNE JOHANNA LEHMKUHL, in: Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, Jürg-Beat Ackermann [Hrsg.], 2. Aufl. 2021, § 24 Rz. 60; STEFAN MAEDER, in: Basler Kommentar, Verwaltungsstrafrecht, 2020, N. 19 zu Art. 14 VStrR; vgl. auch Botschaft vom 21. April 1971 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht, BBl 1971 I 999 Ziff. 2.3, 1008 Ziff. 3). Die Vorinstanz nimmt zutreffend an, dass die Schweizerische Eidgenossenschaft (d.h. die Beschwerdegegnerin 11) Trägerin dieses Rechtsgutes sei. Dies wird vom Beschwerdeführer 1 nicht in Abrede gestellt.”
“51 LVG auf die Strafnorm des VStrR jegliche Wirkung verfehlen, was nicht die Intention des Gesetzgebers sein konnte. Die in der von der Vorinstanz zitierten Literatur vorgeschlagene «grosszügige Auslegung» des Tatbestands des Erfüllungsbetrugs ist vor diesem Hintergrund gerechtfertigt (Humbel, Subventionsbetrug, in: ZStStr - Zürcher Studien zum Strafrecht Band/Nr. 48, S. 139 ff., S. 146; vgl. auch Eicker/Frank/Achermann, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafverfahrensrecht, Bern 2012, S. 108 Fn. 377). Entgegen der seit dem erstinstanzlichen Urteil neu erschienenen Meinung von Maeder ist diese Auslegung dank dem Verweis im LVG auch mit Art. 1 StGB zu vereinbaren (BSK VStrR-Maeder, N 92 zu Art. 14): Aufgrund der Verweisnorm in Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG ist klar, dass sämtliche Leistungen nach dem LVG vom Tatbestand des Leistungsbetrugs erfasst sein sollen. Wie die Vorinstanz geht demnach auch die Kammer davon aus, dass die Bürgschaften gemäss Bürgschaftsverordnung grundsätzlich von beiden Tatbestandsvarianten des Leistungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR erfasst sind. Durch die Gewährung der Solidarbürgschaften bei der Finanzierung der vier BW.________-Schiffe hat das BT.________ den jeweiligen Schiffsgesellschaften somit Leistungen gewährt, deren unterbliebener Entzug der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs entsprechen kann. Daran ändert sich auch nichts durch den Umstand, dass sich das BT.________ mit den eingegangenen Solidarbürgschaften gegenüber den finanzierenden Banken verpflichtet hatte: Wie beweiswürdigend festgehalten, ermöglichten die Bundesbürgschaften den jeweiligen Schiffsgesellschaften die Finanzierung ihrer Schiffe zu günstigen Konditionen, was den Kauf der Schiffe überhaupt erst zuliess. Die Schiffsgesellschaften profitierten somit wesentlich von der Gewährung der Bürgschaften durch das BT.________, so dass ohne weiteres von einer Leistung zu Gunsten dieser Gesellschaften gesprochen werden kann. Fraglich ist weiter, ob im Zusammenhang mit den Bürgschaften der Bürgschaftsverordnung von einem «Entzug» resp. «unterbliebenen Entzug» im Sinne der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs gesprochen werden kann.”
“________ AG ausgesprochen wurde, erfolgten die Täuschungshandlungen, die dazu führten, durch den Beschuldigten. Mit den von der Vorinstanz zutreffend umschriebenen Vorkehrungen des Beschuldigten von den falschen Angaben im Bürgschaftsgesuch bis zum selektiven Einreichen von Vertragsunterlagen und Verheimlichen der geheimen Nebenabreden wurde das Tatbestandsmerkmal der arglistigen Täuschung zweifellos erfüllt. Bestritten wird von der Verteidigung weiter das Vorliegen einer Vermögensdisposition. Zum einen sei die ausgerichtete Bundesbürgschaft keine «andere Leistung des Gemeinwesens» im Sinne des Tatbestands von Art. 14 Abs. 1 VStrR. Zum anderen sei mit der Gewährung der Bürgschaft keine unmittelbare Vermögensverminderung eingetreten, es habe somit keine Vermögensverfügung im Sinne des Tatbestands vorgelegen. Die Bundesbürgschaft sei zudem mit einer Schiffsverschreibung in der Höhe von CHF 30 Mio. pfandgesichert gewesen. Auch deshalb habe keine unmittelbare Vermögensverminderung bestanden. Dem kann nicht gefolgt werden: Der Tatbestand von Art. 14 Abs. 1 VStrR wird vorliegend aufgrund des Verweises in Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG angewendet. Aufgrund dieser Verweisung sind Leistungen, die gestützt auf das LVG vom Gemeinwesen gewährt wurden, vom Tatbestand des Leistungsbetrugs erfasst. Es wird dazu auf die Ausführungen zum Erfüllungsbetrug verwiesen (siehe Ziff.”
Arglist/Beweisführung: Arglist kann bereits durch einfache falsche Angaben erfüllt sein, insbesondere wenn deren Überprüfung unzumutbar, systematisch verhindert oder bei fortlaufenden Täuschungen (z. B. wiederholte falsche Jahresrechnungen oder systematische Mehrfachauszahlungen) gegeben ist.
“Arglist ist auch bei einfachen falschen Angaben gegeben, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist sowie dann, wenn der Täter den Getäuschten von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieser die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2 S. 154 f.; 135 IV 76 E. 5.2 S. 81 f. m.w.H.). Wer die Verwaltung, eine andere Behörde oder einen Dritten durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig bestärkt und so für sich oder einen andern unrechtmässig unter anderem einen Beitrag oder eine andere Leistung des Gemeinwesens erschleicht, wird mit Gefängnis oder mit Busse bestraft (Art. 14 Abs. 1 VStrR; Leistungsbetrug). Grundsätzlich kommt jede dem Gemeinwesen zuzuordnende Leistung in Betracht (Maeder, Basler Kommentar, 2020, Art. 14 VStrR N. 92). Eine Bereicherungsabsicht ist – im Unterschied zum Betrug gemäss Art. 146 StGB – nicht vorausgesetzt (Maeder, a.a.O., Art. 14 VStrR N. 100). Der Arglistbegriff von Art. 14 VStrR orientiert sich gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich am Betrugstatbestand von Art. 146 StGB (BGE 115 Ib 68 E. 3a/bb). Nach schweizerischem Recht fällt Subventionsbetrug zum Nachteil der Eidgenossenschaft unter Art. 14 Abs. 1 VStrR. Nach der Rechtsprechung ist Subventionsbetrug zulasten eines Kantons demgegenüber nach Art. 146 StGB strafbar, wenn die Elemente dieses Straftatbestandes vorliegen (Urteil des Bundesgerichts 1A.214/2001 vom 19. Februar 2002 E. 4.2 unter Hinweis auf BGE 112 Ib 55 E. 5d/cc zu Art. 148 aStGB). Soweit den Beschuldigten in Deutschland nicht Subventionsbetrug zulasten des Bundes, sondern zum Nachteil eines Landes vorgeworfen wird, kommt es für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit somit darauf an, ob das den Beschuldigten zur Last gelegte Verhalten vom Tatbestand des Betruges nach Art. 146 StGB erfasst wird.”
“Subjektiver Tatbestand Wie beweiswürdigend festgehalten, waren dem Beschuldigten sämtliche Voraussetzungen für die Gewährung und Aufrechterhaltung einer Bundesbürgschaft bekannt. Zugleich war er massgeblich beteiligt, als den vier Schiffsgesellschaften im Rahmen einer Aktienkapitalerhöhung fiktives Aktienkapital zugeführt wurde, um die Einhaltung der Eigenkapitalvorschriften des N.________ vorzutäuschen. In Kenntnis dieser Umstände wies der Beschuldigte in den Jahresrechnungen der zunächst vier, dann drei Schiffsgesellschaften Jahr für Jahr ein zu hohes Aktienkapital aus und reichte diese dem BT.________ im Rahmen der jährlichen Überprüfung der Bürgschaften ein. Damit beabsichtigte er zu verhindern, dass die nach wie vor nicht rechtskonforme Eigenkapitalsituation der Schiffsgesellschaften bekannt und der N.________ Massnahmen ergreifen würde, um sich aus den Bürgschaftsverpflichtungen zu lösen. Er handelte dadurch vorsätzlich. Fazit Der Beschuldigte erfüllte mit seinem Handeln mehrfach den Tatbestand des Erfüllungsbetrugs gemäss Art. 14 Abs. 1 VStrR i.V.m. Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG. Rechtfertigende oder schuldausschliessende Elemente sind keine zu berücksichtigen. Konkurrenzen Die Verteidigung bringt vor, die Einreichung der Jahresbilanzen habe neben dem (angeblichen) Erschleichen der Bürgschaft keine eigenständige Bedeutung mehr gehabt: Nach Unterzeichnung der Bürgschaftsverträge habe das BT.________ gar nicht mehr getäuscht werden können. Der Erfüllungsbetrug gemäss Ziff.”
“14 VStrR verneinte er ebenfalls, wobei sich seine Ausführungen auch hier nicht auf den Sachverhaltsvorwurf im Auslieferungsersuchen, sondern auf seine eigene Herleitung des massgeblichen Sachverhalts bezogen (act. 9 S. 4 ff.). Gleichzeitig hielt er allerdings daran fest, dass allenfalls höchstens ein Fiskaldelikt vorläge, um sich sodann darüber auszuschweigen, worin dieses Fiskaldelikt läge (act. 1 S. 5). Eine Rückerstattung der Verrechnungssteuer ist in der Schweiz namentlich ungerechtfertigt, wenn auf sie kein Anspruch besteht, weil die Voraussetzungen gemäss VStG nicht erfüllt sind, oder wenn der Anspruch bereits befriedigt worden ist (s. Beusch/Malla, a.a.O., Art. 61 N. 13 f.). War die Verrechnungssteuer zuvor gar nicht geleistet worden, welche überdies ohnehin nicht geschuldet war, liegt bei der Auszahlung oder Verrechnung des betreffenden Betrags freilich in zweifacher Hinsicht eine ungerechtfertigte «Rückerstattung» vor. Eine in diesem Sinne ungerechtfertigte (und arglistig erschlichene) Rückerstattung einer nicht geleisteten und auch nicht geschuldeten Abgabe wird nach der gefestigten Rechtsprechung als gemeinrechtlicher Betrug und nicht als Leistungsbetrug im Sinne von Art. 14 Abs. 1 VStrR qualifiziert, wenn alle Tatbestandsvoraussetzungen des Betrugs zum Nachteil des Gemeinwesens vorliegen, da es diesfalls um die rein deliktische Ausnützung des Systems der Rückerstattung und die vorsätzliche Schädigung des Gemeinwesens geht (s.o.). Selbst wenn bei einer prima facie Beurteilung das dem Beschwerdeführer vorgeworfene Vorgehen (d.h. die systematische, über Jahre hinweg, in einer Vielzahl von Fällen, zusammen mit Dritten, arglistig bewirkte zweimalige Auszahlung einer nur einmal einbehaltenen [Verrechnungs-]Steuer zum Nachteil des Gemeinwesens in Millionenhöhe) ausschliesslich unter Art. 14 Abs. 1 oder 2 VStrR (Leistungs- oder Abgabebetrug) fiele (s. supra E. 4.2.4), wären in beiden Fällen die qualifizierenden Tatbestandsmerkmale von Abs. 4 (Gewerbsmässigkeit, Zusammenwirken mit Dritten, Verrechnungssteuersachen, unrechtmässiger Vorteil in besonders erheblichem Umfang, besonders erhebliche Schädigung des Gemeinwesens) ohnehin als erfüllt zu erachten. Soweit der Beschwerdeführer bestreitet, dass das Tatbestandsmerkmal der Arglist im Sachverhalt umschrieben worden sei, ist er auf die vorstehenden Erwägungen zu verweisen.”
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