Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137;BBl 2018 1607). ↩
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Bei der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens des Ehegatten ist nach der Rechtsprechung eine realistische, dem Einzelfall angemessene Anpassungsfrist einzuräumen. Eine vorgängige Abmahnung in irgendeiner Form ist dafür nicht erforderlich; das in Art. 21 Abs. 4 ATSG geregelte Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren findet in diesem Zusammenhang keine Anwendung.
“Dies gilt dort nicht, wo mit Blick auf einen absehbaren künftigen EL-Bezug des einen Ehepartners, beispielsweise infolge Eintritts in das AHV-Rentenalter und Aufgabe der Erwerbstätigkeit, dem anderen Ehepartner im Vorfeld genügend Zeit zur Verfügung stand, um sich erwerblich einzugliedern (BGE 142 V 12 Regeste, E. 3.2 und E. 5.4 mit Hinweisen). Für nichtinvalide Ehegatten gibt es rechtsprechungsgemäss keine analoge Regelung zu Art. 25 Abs. 4 ELV, wonach die Herabsetzung einer laufenden Ergänzungsleistung von Teilinvaliden und nicht invaliden Witwen infolge der Anrechnung eines Mindesteinkommens nach den Art. 14a Abs. 2 und 14b ELV erst sechs Monate nach Zustellung der entsprechenden Verfügung wirksam wird (BGE 142 V 12 E. 5.2). Es ist eine realistische, dem Einzelfall angemessene Anpassungsfrist einzuräumen (BGE 142 V 12 E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2013 vom 29. September 2014 E. 3 und E. 5.1). Dabei bedarf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens des Ehegatten bei Einräumung einer angemessenen Anpassungsfrist keiner vorgängigen Abmahnung in irgendeiner Form (Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2013 vom 29. September 2014 E. 5.2 mit Hinweisen); namentlich das in Art. 21 Abs. 4 ATSG vorgesehene Mahn- und Bedenkzeitverfahren ist nicht anwendbar (Urteil des Bundesgerichts 9C_326/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.2).”
“Ein ergänzungsleistungsrechtliches Verbot rückwirkender Anrechnung hypothetischen Erwerbseinkommens des Ehegatten besteht nicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2013 vom 29. September 2014 E. 5.2). Für nichtinvalide Ehegatten gibt es rechtsprechungsgemäss zudem keine analoge Regelung zu Art. 25 Abs. 4 ELV, wonach die Herabsetzung einer laufenden Ergänzungsleistung von Teilinvaliden und nicht invaliden Witwen infolge der Anrechnung eines Mindesteinkommens nach den Art. 14a Abs. 2 und 14b ELV erst sechs Monate nach Zustellung der entsprechenden Verfügung wirksam wird (BGE 142 V 12 E. 5.2). Es ist eine realistische, dem Einzelfall angemessene Anpassungsfrist einzuräumen (BGE 142 V 12 E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2013 vom 29. September 2014 E. 3 und E. 5.1). Dabei bedarf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens des Ehegatten bei Einräumung einer angemessenen Anpassungsfrist keiner vorgängigen Abmahnung in irgendeiner Form (Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2013 vom 29. September 2014 E. 5.2 mit Hinweisen); namentlich das in Art. 21 Abs. 4 ATSG vorgesehene Mahn- und Bedenkzeitverfahren ist nicht anwendbar (Urteil des Bundesgerichts 9C_326/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.2).”
Ein Behandlungserfolg kann bei der Pflicht zur Selbsteingliederung vorweggenommen werden, wenn dieser unmittelbar vom Verhalten der versicherten Person abhängt und die betroffene Massnahme aus eigener Initiative ohne (weitere) fachliche Hilfe umsetzbar und erfolgversprechend ist (z. B. Einnahme verschriebener Medikamente). In solchen Fällen ist ein vorgängiges Mahn- und Bedenkzeitverfahren nicht erforderlich; die Selbsteingliederung geht dem Rentenanspruch vor.
“Bedeutsam bleibt die Therapierbarkeit des Leidens in folgenden Zusammenhängen: Im Rahmen der Einschätzung der Arbeits- resp. Erwerbsunfähigkeit kann die Behandelbarkeit ein Element für die Bestimmung der Funktionseinschränkung bilden, indem sie den Schweregrad der gesundheitlichen Beeinträchtigung indiziert; das Scheitern einer fachgerechten Therapie legt eine negative Prognose nahe (BGE 143 V 409 E. 4.4; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2; vgl. für den vorliegenden Fall aber oben E. 4). Bei der Invaliditätsbemessung darf ein Behandlungserfolg unter dem Titel der Pflicht zur Selbsteingliederung - einer Anspruchsvoraussetzung - vorweggenommen, d.h. unmittelbar angerechnet werden, ohne dass zuvor ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren (Art. 7b Abs. 1 IVG und Art. 21 Abs. 4 ATSG) durchgeführt werden müsste, wenn der Erfolg direkt vom Verhalten der versicherten Person abhängt, indem diese selbst ohne (weitere) Hilfe von Fachleuten die Leistungskapazität realisieren könnte (BRUNNER/VOLLENWEIDER, a.a.O., N. 99 zu Art. 21 ATSG; MEIER/LIENHARD, Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 13. Oktober 2022 [8C_326/2022] [BGE 148 V 397], in: Pflegerecht 2023 S. 111; MONIKA WEHRLI, Selbsteingliederung durch medizinische Behandlungen in der Invalidenversicherung, 2015, Rz. 29 ff.). Dies trifft dann zu, wenn therapeutische Vorkehren, die eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erwarten lassen (z.B. Einnahme verschriebener Medikamente), aus Eigeninitiative umsetzbar sind. Insoweit geht die Selbsteingliederung dem Rentenanspruch (und auch gesetzlichen Eingliederungsleistungen) vor (BGE 148 V 397 E. 7 mit Hinweisen). Besteht keine aus Eigeninitiative umsetzbare Selbsteingliederungspflicht, weil die versicherte Person es nicht ohne Weiteres selber in der Hand hat, Arbeitsfähigkeit herzustellen (vgl.”
“Bedeutsam bleibt die Therapierbarkeit des Leidens in folgenden Zusammenhängen: Im Rahmen der Einschätzung der Arbeits- resp. Erwerbsunfähigkeit kann die Behandelbarkeit ein Element für die Bestimmung der Funktionseinschränkung bilden, indem sie den Schweregrad der gesundheitlichen Beeinträchtigung indiziert; das Scheitern einer fachgerechten Therapie legt eine negative Prognose nahe (BGE 143 V 409 E. 4.4; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2; vgl. für den vorliegenden Fall aber oben E. 4). Bei der Invaliditätsbemessung darf ein Behandlungserfolg unter dem Titel der Pflicht zur Selbsteingliederung - einer Anspruchsvoraussetzung - vorweggenommen, d.h. unmittelbar angerechnet werden, ohne dass zuvor ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren (Art. 7b Abs. 1 IVG und Art. 21 Abs. 4 ATSG) durchgeführt werden müsste, wenn der Erfolg direkt vom Verhalten der versicherten Person abhängt, indem diese selbst ohne (weitere) Hilfe von Fachleuten die Leistungskapazität realisieren könnte (BRUNNER/VOLLENWEIDER, a.a.O., N. 99 zu Art. 21 ATSG; MEIER/LIENHARD, Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 13. Oktober 2022 [8C_326/2022] [BGE 148 V 397], in: Pflegerecht 2023 S. 111; MONIKA WEHRLI, Selbsteingliederung durch medizinische Behandlungen in der Invalidenversicherung, 2015, Rz. 29 ff.). Dies trifft dann zu, wenn therapeutische Vorkehren, die eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erwarten lassen (z.B. Einnahme verschriebener Medikamente), aus Eigeninitiative umsetzbar sind. Insoweit geht die Selbsteingliederung dem Rentenanspruch (und auch gesetzlichen Eingliederungsleistungen) vor (BGE 148 V 397 E. 7 mit Hinweisen). Besteht keine aus Eigeninitiative umsetzbare Selbsteingliederungspflicht, weil die versicherte Person es nicht ohne Weiteres selber in der Hand hat, Arbeitsfähigkeit herzustellen (vgl.”
Die IV-Stelle muss die versicherte Person gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG schriftlich mahnen und die einzuhaltenden Bedingungen der vorgeschlagenen Behandlung oder Eingliederungsmassnahme festlegen sowie die Durchführung und die Wirksamkeit zu einem späteren Zeitpunkt überprüfen. Unterlässt die IV-Stelle dies, kann ein nicht unerheblicher Zweifel an der Befolgung und an der Wirksamkeit der Massnahme verbleiben.
“En définitive, il convient d'admettre qu'en faisant une prévision concernant l'amélioration de la capacité de travail en fonction de l'adaptation du traitement médicamenteux, l’experte n'a pas formulé un constat médical sur l’état de santé existant, mais une hypothèse sur l’évolution normalement attendue de la maladie après traitement. Or, seule une constatation médicale effectuée à la suite du traitement serait en mesure de préciser si celui-ci a eu, ou non, les effets escomptés et de tirer des conclusions quant à la capacité de travail à ce moment-là. Il était donc nécessaire que l'OAI mette l'assurée en demeure de se soumettre audit traitement, en lui fixant les conditions à respecter, et réévalue la situation au moment voulu. A défaut, il subsiste un doute non négligeable, tant sur le respect du traitement par l'assurée que sur son efficacité. Il appartiendra dès lors à l'Office intimé d'examiner ce point en fonction de la situation actuelle de la recourante et, sous réserve d'un changement des circonstances, de lui enjoindre de se soumettre au traitement recommandé par la Dre E.________ en procédant à une mise en demeure écrite conformément à l'art. 21 al. 4 LPGA, en relation avec les art. 7b al. 1 et 7 al. 2 let. d LAI. Cas échéant, l'OAI invitera préalablement l'experte précitée à se déterminer au sujet du rapport déposé par la recourante à l'appui de ses contre-observations (rapport du 1er avril 2021 établi par la Dre S.________). 5. Est enfin contesté le moment du début du droit à la rente: l'OAI a retenu que l'arrêt de travail n'était médicalement justifié qu'à partir du 28 mai 2017, date à laquelle l'assurée a été hospitalisée, raison pour laquelle le droit à une rente ne peut être admis qu'à partir du mois de mai 2018, au terme du délai d'attente d'une année. La recourante s'est pour sa part référée au dossier de l'assureur perte de gain maladie pour prétendre qu'elle présentait déjà une telle incapacité en septembre 2016, de sorte qu'un droit à une rente devrait lui être reconnu à partir du 1er septembre 2017. 5.1. Il ressort du dossier précité que l'assurée a effectivement subi plusieurs périodes d'incapacité de travail avant le 27 mai 2017.”
Ist eine versicherte Person bei psychischen Problemen nicht einsichtig und lehnt sie eine Therapie ab, kann dies — soweit die fehlende Einsicht Teil der Erkrankung ist — dazu führen, dass ihr kein Verschulden zugerechnet wird. Ob dies zutrifft, ist im Einzelfall zu prüfen. Im Rahmen des Mahn‑ und Bedenkzeitverfahrens ist der versicherten Person schriftlich und substantiiert mitzuteilen, welches Verhalten gefordert wird und welche Rechtsfolgen bei Widersetzlichkeit eintreten können.
“Der Tatbestand des Art. 21 Abs. 4 ATSG enthält verschiedene Elemente: Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt einerseits die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine - je nach den Umständen zu konkretisierende - gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. Ist eine versicherte Person bezüglich einer psychischen Problematik nicht einsichtig und lehnt eine entsprechende Therapie ab, gereicht ihr dies unter Umständen dann nicht zum Verschulden, wenn die fehlende Krankheitseinsicht gerade Teil des Leidens selbst ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2013 vom 20. März 2013 E. 3 mit Hinweisen). Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip müssen das Mass der Sanktion (Leistungskürzung oder -verweigerung) und der voraussichtliche Eingliederungserfolg (Verbesserung oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit) einander entsprechen.”
“Der Tatbestand des Art. 21 Abs. 4 ATSG enthält verschiedene Elemente: Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt einerseits die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine – je nach den Umständen zu konkretisierende – gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. Ist eine versicherte Person bezüglich einer psychischen Problematik nicht einsichtig und lehnt eine entsprechende Therapie ab, gereicht ihr dies unter Umständen dann nicht zum Verschulden, wenn die fehlende Krankheitseinsicht gerade Teil des Leidens selbst ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2013 vom 20. März 2013 E. 3 mit Hinweisen). Der versicherten Person ist im Rahmen des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens unter substantiierter Bezugnahme auf das von ihr geforderte Verhalten schriftlich mitzuteilen, welche Folgen ihre Widersetzlichkeit nach sich ziehen kann, und sie ist aufzufordern, ihrer Schadenminderungspflicht nachzukommen (Kieser, ATSG-Kommentar, 4.”
“Nach Art. 7b Abs. 1 IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist. Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG). Ist eine versicherte Person bezüglich einer psychischen Problematik nicht einsichtig und lehnt eine entsprechende Therapie ab, gereicht ihr dies unter Umständen dann nicht zum Verschulden, wenn die fehlende Krankheitseinsicht gerade Teil des Leidens selbst ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2013 vom 20. März 2013 E. 3 mit Hinweisen).”
Bei Sanktionen gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG ist die Angemessenheit der Sanktion (Leistungsverweigerung oder -kürzung) unter Beachtung von Art. 7b Abs. 3 IVG und des Verhältnismässigkeitsgebots zu prüfen. Die Rechtsprechung geht praxisgemäss davon aus, dass bei Verletzungen der Eingliederungs- oder Selbsteingliederungspflichten regelmässig eine Kürzung der Leistung vorgenommen wird.
“Denn die grundsätzliche Behandelbarkeit einer Gesundheitsbeeinträchtigung in der Invalidenversicherung schliesst einen Anspruch nicht per se aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.4 sowie grundlegend BGE 127 V 294 E. 4; BGE 145 V 215 E. 8.2). Die Beschwerdegegnerin hat sich im angefochtenen Entscheid dementsprechend auch nicht mit dem Anspruchserfordernis der Invalidität bezüglich berufliche Massnahmen und eines Rentenanspruchs inhaltlich befasst und zufolge deren Fehlens entsprechende Ansprüche abgelehnt. Zur Begründung einer Leistungsverweigerung zufolge einer - im Entscheid ausserdem nicht explizit genannten - Verletzung der Schadenminderungspflicht nach Art. 7 und 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG fehlt es in den Erwägungen des angefochtenen Entscheides ferner an einer näheren Auseinandersetzung mit der Frage der angemessenen Sanktion (Verweigerung, Kürzung der Leistung) nach dem Ausmass des Verschuldens der versicherten Person. Denn die Festlegung einer Sanktion in Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG hat nach Massgabe von Art. 7b Abs. 3 IVG zu erfolgen. Diese ist aufgrund aller Fallumstände, insbesondere aber nach dem Ausmass des Verschuldens der versicherten Person vorzunehmen und sie hat vor allem auch das Gebot der Verhältnismässigkeit, namentlich die Relation zur günstigen Wirkung der streitbetroffenen Massnahme zu wahren. Mit anderen Worten darf eine Sanktion nicht weiter gehen, als wenn die Schadenminderungspflicht befolgt worden wäre. Praxisgemäss bildet bei den Verletzungen der Eingliederungs- bzw. Selbsteingliederungslasten die Kürzung der Leistung die Regel (Urteil des Bundesgerichts 8C_865/2017 vom 19. Oktober 2018 E. 5.2.2).”
“Chiamato a pronunciarsi in un caso in cui l’autorità giudiziaria cantonale aveva accolto parzialmente il ricorso inoltrato contro la decisione di sospensione e ridotto la prestazione riconosciuta, da intera a mezza rendita, perché l’assicurato non si era sottoposto al provvedimento (astinenza dal consumo di cannabis) richiesto, il TF, nella STF 8C_865/2017 del 19 ottobre 2018 (resa nella composizione di 5 giudici), ha precisato che oggetto della lite era la sanzione pronunciata in base all’art. 21 cpv. 4 LPGA secondo l’art. 7b cpv. 3 LAI. L’Alta Corte ha, infatti, evidenziato che “(…) insofern und namentlich mit Blick auf ihr Vorbringen, es sei ein korrekter Einkommensvergleich durchzuführen, scheint die Beschwerdeführerin den Zweck der streitbetroffenen Massnahme zu verkennen. Denn Anfechtungs- und Streitgegenstand bildet nicht der Rentenanspruch an sich, mithin nicht die Bemessung der anspruchsrelevanten Arbeitsunfähigkeit und ihrer erwerblichen Folgen, sei es im Rahmen einer erstmaligen oder einer revisionsweisen Anspruchsprüfung, sondern die Festlegung einer Sanktion in Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG, nach Massgabe von Art. 7b Abs. 3 IVG. Diese hat - wie eingangs gezeigt - aufgrund aller Fallumstände, insbesondere aber nach dem Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu erfolgen und sie hat vor allem auch das Gebot der Verhältnismässigkeit, namentlich die Relation zur günstigen Wirkung der streitbetroffenen Massnahme zu wahren. Mit anderen Worten darf eine Sanktion nicht weiter gehen, als wenn die Schadenminderungspflicht befolgt worden wäre. (…)” (STF 8C_865/2017, consid. 5.2.2, la sottolineatura è del redattore). 2.3. Secondo l’art. 4 cpv. 1 LAI in relazione con gli art. 7 e 8 della LPGA, con invalidità s’intende l'incapacità al guadagno presunta permanente o di rilevante durata, cagionata da un danno alla salute fisica o psichica, conseguente ad infermità congenita, malattia o infortunio. Gli elementi fondamentali dell'invalidità, secondo la surriferita definizione, sono quindi un danno alla salute fisica o psichica conseguente a infermità congenita, malattia o infortunio, e la conseguente incapacità di guadagno.”
Die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG muss verhältnismässig sein. Bei der Bemessung sind alle Umstände des Einzelfalls, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen. Eine Sanktion darf nicht weiter gehen, als wenn die Schadenminderungspflicht befolgt worden wäre.
“Die Sanktion in Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG hat aufgrund aller Fallumstände, insbesondere aber nach dem Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu erfolgen und sie hat vor allem auch das Gebot der Verhältnismässigkeit, namentlich die Relation zur günstigen Wirkung der streitbetroffenen Massnahme zu wahren. Eine Sanktion darf nicht weiter gehen, als wenn die Schadenminderungspflicht befolgt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_865/2017 vom 19. Oktober 2018 E. 5.2.2). Zu prüfen bleibt daher, ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad korrekt bemessen hat. Die Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad korrekt anhand eines Einkommensvergleichs ermittelt (Urk. 2 S. 3, Urk. 11/234/12 f.). Das Gericht legte das Valideneinkommen im Urteil vom 28. April 2006 auf Fr. 62'755.55 fest, wobei es auf die Angaben der Post als letzte Arbeitgeberin für das Jahr 2004 abstellte (Urk. 11/70/4 f.). In der angefochtenen Verfügung stützte sich die Beschwerdegegnerin beim Valideneinkommen neu auf die Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2016 (TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Ziffer 52 [Lagerei], Kompetenzniveau 1, Männer, Urk.”
“Gemäss Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Die Regelungen von Art. 43 Abs. 3 ATSG (Nichteintreten oder Sachentscheid aufgrund der Akten) und Art. 7b Abs. 1 IVG (Kürzung oder Verweigerung der Leistung) sind grundsätzlich nebeneinander anwendbar. Die Sanktion bei verletzter Schadenminderungs- oder Mitwirkungspflicht hat sich an das Verhältnismässigkeitsprinzip zu halten und insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_370/2013 vom 22.”
“Chiamato a pronunciarsi in un caso in cui l’autorità giudiziaria cantonale aveva accolto parzialmente il ricorso inoltrato contro la decisione di sospensione e ridotto la prestazione riconosciuta, da intera a mezza rendita, perché l’assicurato non si era sottoposto al provvedimento (astinenza dal consumo di cannabis) richiesto, il TF, nella STF 8C_865/2017 del 19 ottobre 2018 (resa nella composizione di 5 giudici), ha precisato che oggetto della lite era la sanzione pronunciata in base all’art. 21 cpv. 4 LPGA secondo l’art. 7b cpv. 3 LAI. L’Alta Corte ha, infatti, evidenziato che “(…) insofern und namentlich mit Blick auf ihr Vorbringen, es sei ein korrekter Einkommensvergleich durchzuführen, scheint die Beschwerdeführerin den Zweck der streitbetroffenen Massnahme zu verkennen. Denn Anfechtungs- und Streitgegenstand bildet nicht der Rentenanspruch an sich, mithin nicht die Bemessung der anspruchsrelevanten Arbeitsunfähigkeit und ihrer erwerblichen Folgen, sei es im Rahmen einer erstmaligen oder einer revisionsweisen Anspruchsprüfung, sondern die Festlegung einer Sanktion in Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG, nach Massgabe von Art. 7b Abs. 3 IVG. Diese hat - wie eingangs gezeigt - aufgrund aller Fallumstände, insbesondere aber nach dem Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu erfolgen und sie hat vor allem auch das Gebot der Verhältnismässigkeit, namentlich die Relation zur günstigen Wirkung der streitbetroffenen Massnahme zu wahren. Mit anderen Worten darf eine Sanktion nicht weiter gehen, als wenn die Schadenminderungspflicht befolgt worden wäre. (…)” (STF 8C_865/2017, consid. 5.2.2, la sottolineatura è del redattore). 2.3. Secondo l’art. 4 cpv. 1 LAI in relazione con gli art. 7 e 8 della LPGA, con invalidità s’intende l'incapacità al guadagno presunta permanente o di rilevante durata, cagionata da un danno alla salute fisica o psichica, conseguente ad infermità congenita, malattia o infortunio. Gli elementi fondamentali dell'invalidità, secondo la surriferita definizione, sono quindi un danno alla salute fisica o psichica conseguente a infermità congenita, malattia o infortunio, e la conseguente incapacità di guadagno.”
“Kommt die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nach, können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG). Vor allem ist auch das Gebot der Verhältnismässigkeit, namentlich die Relation zur günstigen Wirkung der streitbetroffenen Massnahme zu wahren. Mit anderen Worten darf eine Sanktion nicht weiter gehen, als wenn die Schadenminderungspflicht befolgt worden wäre (SVR 2019 IV Nr. 16 S. 49 E. 3.2 und S. 50 E. 5.2.2).”
“Anfechtungs- und Streitgegenstand bildet nicht die materielle Begründetheit des Anspruchs auf eine Rente respektive auf berufliche Massnahmen, sondern die Festlegung einer Sanktion in Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG, nach Massgabe von Art. 7b Abs. 3 IVG. Diese hat, wie hiervor ausgeführt, aufgrund aller Fallumstände, insbesondere aber nach dem Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu erfolgen und sie hat vor allem auch das Gebot der Verhältnismässigkeit, namentlich die Relation zur günstigen Wirkung der streitbetroffenen Massnahme, zu wahren. Eine Sanktion darf damit nicht weiter gehen, als wenn die Schadenminderungspflicht befolgt worden wäre. Damit die Widersetzlichkeit angenommen werden kann, ist die richtige Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ausserhalb des hier nicht einschlägigen Anwendungsbereichs von Art. 7b Abs. 2 IVG zwingend (E. 1.4 hiervor). Im Mahn- und Bedenkzeitverfahren ist die versicherte Person dabei schriftlich unter substantiierter Bezugnahme auf das von ihr geforderte Verhalten aufzufordern, dass sie ihrer Schadenminderungspflicht nachkommt (E. 1.4 hiervor).”
“Hingegen ist dem Beschwerdeführer insoweit zuzustimmen, als der angefochtene Entscheid Art. 7b Abs. 3 IVG nur ungenügend Rechnung trägt. Denn eine Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG nach Massgabe von Art. 7b Abs. 2 IVG hat aufgrund der Fallumstände, insbesondere nach dem Ausmass des Verschuldens der versicherten Person zu erfolgen und sie hat vor allem auch dem Gebot der Verhältnismässigkeit Rechnung zu tragen, namentlich hat sie die Relation zur günstigen Wirkung der streitbetroffenen Massnahme zu wahren (E. 1.4). Wie der Beschwerdeführer zu Recht monierte, hat sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) zu keinem dieser Punkte geäussert und liess sich auch in der Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2021 nicht dazu vernehmen (Urk. 8). Mit Blick auf die medizinische Aktenlage steht zwar ausser Frage, dass es sich bei der auferlegten pulmologischen Behandlung mit Raucherentwöhnung jedenfalls um eine medizinisch indizierte Behandlung handelt. Jedoch lässt sich weder dem Bericht von Dr. D.___ (E. 3.2) noch demjenigen des B.___ (E. 3.3) eine Angabe zur Eingliederungswirksamkeit dieser Massnahme entnehmen. Ob damit (nur) eine Stagnation der Erkrankung respektive eine Verlangsamung der von Dr.”
Bei unentschuldigter Mitwirkungsverweigerung kommen je nach Situation verschiedene Verfügungen in Betracht: Nichteintreten oder Sachentscheid aufgrund der Akten (Art. 43 Abs. 3 ATSG) sowie die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG (vgl. auch Art. 7b IVG). Sanktionen dürfen zurückhaltend angewendet werden und setzen voraus, dass die verlangte Mitwirkung rechtmässig war und die Verletzung unentschuldbar ist.
“Celui qui fait valoir son droit à des prestations doit fournir gratuitement tous les renseignements nécessaires pour établir ce droit et fixer les prestations dues (al. 2). L’assuré doit se soumettre à des examens médicaux ou techniques si ceux-ci sont nécessaires à l’appréciation du cas et qu’ils peuvent être raisonnablement exigés (art. 43 al. 2 LPGA). Si l’assuré ou d’autres requérants refusent de manière inexcusable de se conformer à leur obligation de renseigner ou de collaborer à l’instruction, l’assureur peut se prononcer en l’état du dossier ou clore l’instruction et décider de ne pas entrer en matière. Il doit leur avoir adressé une mise en demeure écrite les avertissant des conséquences juridiques et leur impartissant un délai de réflexion convenable (art. 43 al. 3 LPGA). Par ailleurs, l’art. 7 al. 1 LAI dispose que l’assuré doit entreprendre tout ce qui peut raisonnablement être exigé de lui pour réduire la durée et l’étendue de l’incapacité de travail (art. 6 LPGA) et pour empêcher la survenance d’une invalidité (art. 8 LPGA). Aux termes de l’art. 21 al. 4 LPGA, les prestations peuvent être réduites ou refusées temporairement ou définitivement si l’assuré se soustrait ou s’oppose, ou encore ne participe pas spontanément, dans les limites de ce qui peut être exigé de lui, à un traitement ou à une mesure de réinsertion professionnelle raisonnablement exigible et susceptible d’améliorer notablement sa capacité de travail ou d’offrir une nouvelle possibilité de gain. Une mise en demeure écrite l’avertissant des conséquences juridiques et lui impartissant un délai de réflexion convenable doit lui avoir été adressée. Selon l’art. 7b al. 1 LAI, les prestations peuvent aussi être réduites ou refusées conformément à l’art. 21 al. 4 LPGA si l’assuré a manqué aux obligations prévues à l’art. 7 LAI ou à l’art. 43 al. 2 LPGA. 2.4 Il convient de ne faire usage de la faculté de ne pas entrer en matière sur une demande de prestations qu’avec la plus grande parcimonie (ATF 131 V 42 c. 3). Un refus d’entrer en matière n’est envisageable que si l’examen matériel de la demande de prestations s’avère impossible sur la base de l’ensemble du dossier sans la participation de la partie concernée.”
“Gemäss Art. 7 Abs. l IVG muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Nach Art. 7 Abs. 2 IVG muss die versicherte Person an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, worunter insbesondere auch medizinische Massnahmen nach Art. 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) fallen. Nach Art. 7b Abs. l IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen sind. Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Art. 43 Abs. 2 ATSG bestimmt, dass sich die versicherte Person ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen zu unterziehen hat, soweit diese für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind. Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- und Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann nach Art.”
“Das bedeutet, dass eine Verletzung der Pflicht, bei medizinischen Untersuchungen umfassend mitzuwirken, erst nach der erfolglosen Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens durch eine Kürzung oder Verweigerung der anbegehrten Leistung geahndet werden darf (vgl. zum Ganzen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. August 2020, IV 2018/206, E. 5.1). Im Rahmen eines Rentenrevisionsverfahrens, bei dem der Verdacht besteht, dass die versicherte Person zu weniger als 40% invalid sein könnte, stellt nur die Einstellung der Rente die geeignete Sanktion dar. Der Beschwerdeführer hat im Rahmen der medizinischen Begutachtung durch Dres. J.___ und K.___, also in einem Anwendungsfall von Art. 43 Abs. 2 ATSG, eingeschränkt mitgewirkt. Er hat damit seine Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung verletzt. Nach dem in E. 5.1 Gesagten hätte die Beschwerdegegnerin das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG durchführen müssen, dies unter der Androhung einer Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG. Weil sie dies unterlassen hat, hat sie Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG und Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG verletzt. Die Sache ist daher zur erneuten psychiatrischen Begutachtung (inklusive eine erneute neuropsychologische Abklärung) nach der Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG unter der Androhung einer Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird dem Beschwerdeführer also androhen, dass sie die Rentenzahlungen stoppen werde, wenn er bei der erneuten Begutachtung nicht vollumfänglich mitwirken sollte. Die Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur erneuten psychiatrischen Begutachtung ist ohne weiteres zulässig, da es zur gesetzlichen Pflicht der den Sachverhalt abklärenden Verwaltung gehört, bei einer Verletzung der Mitwirkungspflicht der versicherten Person das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen. Das Instrument des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ist dem für das Versicherungsgericht anwendbaren kantonalen Verfahrensrecht (Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.”
“Gemäss Art. 7b Abs. 1 IVG können Leistungen der Invalidenversicherung nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist. Als Folge der verletzten Mitwirkungspflicht kann der Versicherungsträger gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG Nichteintreten beschliessen oder das von der versicherten Person eingereichte Gesuch mit der Begründung abweisen, der Sachverhalt, aus dem diese ihre Rechte ableiten wolle, sei nicht erwiesen (Urteil des Bundesgerichts 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 3.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer bezieht sich in seinem Gesuch vom 23. Juli 2019 auf die letztinstanzlich mit Bundesgerichtsurteil 9C_29/2020 vom 16. März 2020 (Urk. 6/201) bestätigte Verfügung vom 21. Juni 2017 (Urk. 6/176), in welchem der Rentenanspruch ab 1. November 2010 beurteilt und verneint wurde (Unfall im Juli 2009, Anmeldung bei der Invalidenversicherung im Mai 2010, Art. 29 Abs. 1 IVG). Der Beschwerdeführer hatte sich seinerzeit auch nach dem rechtskonform durchgeführten Mahn- und Bedenkzeitverfahren geweigert, an der von der Beschwerdegegnerin angeordneten B.”
“Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger nach Art. 43 Abs. 3 ATSG auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 43 Abs. 3 ATSG). Nach Art. 7b Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung; AS 2007 5129; BBl 2005 4459) können die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person sich zumutbaren und notwendigen ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen nicht unterzieht (Art. 43 Abs. 2 ATSG). Die Regelung von Art. 43 Abs. 3 ATSG (Nichteintreten oder Sachentscheid aufgrund der Akten) und Art. 7b Abs. 1 IVG (Kürzung oder Verweigerung der Leistung) sind nunmehr grundsätzlich nebeneinander anwendbar (Urteile des BGer 9C_744/2011 vom 30. November 2011 E. 5.1, 9C_370/2013 vom 22. November 2013 E. 3, je m.H.). Voraussetzung der Sanktion ist, dass die Mitwirkung, die verlangt wurde, rechtmässig war (SVR 1998 UV Nr. 1), und dass die Verletzung in unentschuldbarer Weise erfolgte. Dies ist dann der Fall, wenn kein Rechtfertigungsgrund erkennbar ist oder sich das Verhalten der versicherten Person als völlig unverständlich erweist (vgl. dazu Urteile des BGer 8C_528/2009 vom 3. November 2009 E. 7 und I 166/06 vom 30. Januar 2007 E. 5.1).”
Art. 21 Abs. 5 ATSG bezweckt, invaliden und validen Inhaftierten in Bezug auf den Wegfall von Erwerbseinkommen gleich zu behandeln. Die Möglichkeit der teilweisen oder vollständigen Sistierung von Geldleistungen stellt sicher, dass eine inhaftierte Person nicht wirtschaftlich bessergestellt wird, weil sie während des Straf- oder Massnahmenvollzugs ihr Erwerbseinkommen verliert.
“Ernsthafte, sachliche Gründe für ein Abweichen von dieser Rechtsprechung sind weder ersichtlich noch in der Beschwerdeschrift rechtsgenüglich dargetan (vgl. zu den Voraussetzungen für eine Praxisänderung: BGE 145 V 304 E. 4.4; 141 II 297 E. 5.5.1). Ganz im Gegenteil erhellt auch in der vorliegenden Sachlage nicht, weshalb der Beschwerdeführer, welcher vor Antritt der stationären therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB invaliditätsbedingt keiner Arbeitstätigkeit nachgehen konnte und deshalb Rentenleistungen bezog, besser gestellt werden sollte als ein unter dieselben Massnahmen gestellter Täter, welcher vor Massnahmeantritt einer Erwerbstätigkeit nachgegangen war (vgl. auch Urteil 9C_523/2016 vom 29. November 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 466 E. 4.2). Obwohl der Staat für den Unterhalt beider aufzukommen hat, sollte der Invalide nach Ansicht des Beschwerdeführers weiterhin in den Genuss der Rentenleistungen gelangen, während dem Nichtinvaliden keine Möglichkeit verbleibt, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Es ist gerade Sinn und Zweck von Art. 21 Abs. 5 ATSG, derlei Ungleichbehandlungen zu verhindern.”
“Dans le cas d’espèce, on peut s’interroger sur la recevabilité du recours, nullement motivé, alors que l’avocate du recourant disposait du dossier constitué par l’intimée et était ainsi en mesure de motiver son recours. Cette question peut cependant rester ouverte, dès lors que le recours doit être rejeté. 3. Le litige porte sur le point de savoir si c'est à bon droit que l'intimée a suspendu le versement de la moitié des indemnités journalières durant l’incarcération du recourant. 4. Aux termes de l'art. 21 al. 5 LPGA, si l'assuré subit une mesure ou une peine privative de liberté, le paiement des prestations pour perte de gain peut être partiellement ou totalement suspendu à l'exception des prestations destinées à l'entretien des proches visées à l'al. 3. Selon cet alinéa, dans la mesure où des assurances sociales ayant le caractère d’assurance de perte de gain ne prévoient aucune prestation en espèces pour les proches, les prestations en espèces ne peuvent être réduites en vertu de l’al. 1 que de moitié. Pour l’autre moitié, la réduction prévue à l’al. 2 est réservée. L'art. 21 al. 5 LPGA est l'expression d'un principe juridique général. L'entrée en vigueur de cette disposition n'a pas modifié la jurisprudence développée antérieurement (arrêt du Tribunal fédéral I 540/05 du 5 décembre 2005 consid. 4.1), selon laquelle la suspension des prestations est justifiée principalement par le fait qu'un détenu invalide ne doit pas tirer d'avantage économique de l'exécution de la peine, dès lors qu'un détenu non invalide perd généralement son revenu dans une telle situation (arrêt du Tribunal fédéral I 540/05 du 5 décembre 2005 consid. 4.1). En effet, le détenu, qui est entretenu par la collectivité publique, perd en règle générale son salaire ou ses revenus professionnels durant l'exécution de sa peine, qu'il soit ou non invalide (ATF 129 V 119 consid. 3.1). La ratio legis de cette disposition est ainsi de traiter de manière égale les détenus invalides et les détenus valides qui perdent leur revenu pendant une peine privative de liberté. Il est déterminant que la personne soit empêchée de poursuivre une activité lucrative en raison de l'exécution d'une peine.”
Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren sind vor der Anordnung von Kürzungs‑ oder Verweigerungsfolgen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen. Leistet die versicherte Person entsprechende Gegenäusserungen oder ist strittig, ob eine Mahnung ergangen ist, obliegt dem Verwaltungsträger die Beweislast für das Stattfinden der Mahnung.
“Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren (BGE 145 V 211 E. 5.1; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts vom 20. Januar 2020, 8C_235/2019, E. 3.2.1, in: SVR 2020 IV Nr. 39 S. 138). Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotential auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 4. Juni 2020, 8C_648/2019, E. 4.1 und vom 8. April 2020, 9C_685/2019, E. 3.1, in: SVR 2020 IV Nr. 47 S. 161). Entzieht oder widersetzt sich die versicherte Person Eingliederungsmassnahmen, können ihr die Leistungen gekürzt oder verweigert werden. Vorausgesetzt ist immerhin, dass die IV-Stelle zuvor ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt hat (Art. 21 Abs. 4 ATSG i.V.m. Art. 7b IVG; vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 9. Juli 2020, 9C_50/2020, E. 3.1 und vom 16. Oktober 2019, 9C_574/2019, E. 3.1). Ein Begehren auf Weiterausrichtung der Invalidenrente schliesst einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen vor der Rentenaufhebung jedoch nicht aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. Januar 2020, 8C_235/2019, E. 3.2.3, in: SVR 2020 IV Nr. 39 S. 138).”
“Zusammengefasst ergibt sich, dass die IV-Stelle die Verwertbarkeit der wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit zu prüfen und die nach den konkreten Umständen sich als unerlässlich herausstellenden Eingliederungsmassnahmen an die Hand zu nehmen hat, sofern und soweit deren Voraussetzungen erfüllt sind. Falls die Beschwerdeführerin keine Motivation zur Eingliederung aufbringt, ist ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen. Anschliessend ist über die Aufhebung des Rentenanspruchs neu zu verfügen. Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin bis zur Durchführung beruflicher Massnahmen bzw. - je nach Motivation der Beschwerdeführerin - eines allfälligen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente hat.”
“___ wendete (Urk. 6/46). Dr. G.___ äusserte sich am 6. Dezember 2022 und teilte mit, dass die Beschwerdeführerin vom 23. Februar bis 9. März 2022 stationär behandelt worden sei und eine tagesklinische Behandlung wegen der Sprachbarriere ablehne (Urk. 6/49; vgl. vorstehend E. 3.9). In der Folge erliess die Beschwerdegegnerin den Vorbescheid mit der Begründung, die Beschwerdeführerin habe an keiner Massnahme teilgenommen und die Beurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit könne nicht erfolgen, da eine Behandlung diese verbessern könne. Es handle sich nicht um eine stabile Erkrankung, welche abschliessend beurteilt werden könne. Es sei vorgesehen, das Leistungsbegehren abzuweisen (Urk. 6/56). Die in Art. 43 Abs. 3 ATSG vorgesehenen Sanktionen (Entscheid aufgrund der Akten oder Einstellung der Erhebungen und Nichteintreten; vgl. vorstehend E. 4.3) können jedoch nur nach der Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens angeordnet werden. Dieses Verfahren entspricht dem-jenigen, welches nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen ist. Es handelt sich rechtsprechungsgemäss (BGE 122 V 219 f. in analoger Anwendung) um eine ausnahmslos zu beachtende Verfahrensregel, und es kann auch nicht davon abgewichen werden, wenn die betreffende Person zu erkennen gibt, dass sie der ihr obliegenden Pflicht jedenfalls nicht nachkommen wolle. Dabei obliegt dem Verwaltungsträger die Beweislast, wenn der Nachweis der Mahnung strittig ist (Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Rz. 104 zu Art. 43 ATSG). Dementsprechend wird im Kreisschreiben über die Invalidität und Hilflosigkeit (KSIH, Stand 1. Januar 2021) in Randziffer 7020 ff. auf das erforderliche Mahn und Bedenkzeitverfahren hingewiesen und ist auch in Randziffer 5046 KSVI in Verbindung mit Randziffer 5006 ff. KSVI vorgesehen, dass die IV-Stelle eine Mahnung in Form einer Mitteilung ohne Rechtsmittelbelehrung erlässt, wenn die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht in unentschuldbarer Weise innerhalb der gesetzten Frist nicht nachkommt. Die Mahnung hat einen Hinweis auf das pflichtwidrige Verhalten, eine Beschreibung des zu erwartenden Verhaltens, eine angemessene Bedenkzeit, die Androhung der Rechtsfolgen bei Nichtbefolgung oder Zuwiderhandlung sowie die gesetzliche Grundlage zu enthalten.”
Das Mahn‑ und‑Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG findet auch bei Entscheiden auf Aktenlage Anwendung. Die versicherte Person muss zuvor schriftlich gemahnt, auf die Rechtsfolgen hingewiesen und ihr eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt worden sein; nach einer solchen vorherigen Mitteilung kann der Versicherungsträger bei weiterer Säumnis auf Aktenlage entscheiden bzw. das Gesuch mit der Begründung abweisen, der geltend gemachte Sachverhalt sei nicht erwiesen.
“Art. 43 Abs. 3 ATSG sieht sodann vor, dass, wenn die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nachkommen, der Versicherungsträger auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen kann. Er muss die Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Dieses Mahn- und Bedenkzeitverfahren entspricht demjenigen, welches nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen ist (Kürzung und Verweigerung von Leistungen; nicht in BGE 139 V 585 publizierte E. 3.3 des Urteils des Bundesgerichts 8C_481/2013 vom 7. November 2013; Urteil des Bundesgerichts 8C_110/2012 vom 16. November 2012 E. 2). Gegebenenfalls kann der Versicherungsträger, welcher die versicherte Person vorher auf die Rechtsfolge eines Entscheid auf Grund der Akten hingewiesen hat, bei Säumnis androhungsgemäss das von der versicherten Person eingereichte Gesuch mit der Begründung abweisen, der Sachverhalt, aus dem diese ihre Rechte ableiten wolle, sei nicht erwiesen (Urteile des Bundesgerichts 8C_396/2012 vom 16. Oktober 2012 E. 2.2 und 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 3.1; BGE 117 V 261 E. 3b).”
Die Verweigerung oder Nichtbeteiligung an zumutbaren Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen kann nach Art. 21 Abs. 4 ATSG zur vorübergehenden oder dauernden Kürzung bzw. Verweigerung von Leistungen führen, sofern das gesetzliche Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren (schriftliche Mahnung, Hinweis auf Rechtsfolgen, angemessene Bedenkzeit) durchgeführt wurde. Die Praxis anerkennt jedoch, dass in bestimmten, aus medizinischer Sicht begründeten Fällen auf ein solches Verfahren verzichtet werden kann.
“Gemäss Art. 7b Abs. 1 IVG können die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist. Die Teilnahme an zumutbaren Wiedereingliederungsmassnahmen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. e IVG stellt eine solche mittels Sanktionen durchsetzbare Pflicht dar. Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Mit Art. 7 Abs. 2 lit. e IVG wird ein Aspekt des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht für Rentenbezügerinnen und -bezüger ausdrücklich definiert (BGE 145 V 2 E. 4.2.2 S. 8).”
“Grundsätzlich sind die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst. Nach der Rechtsprechung ist die fortgesetzte Krankheitsbehandlung, die insbesondere auch die dauernde Einnahme ärztlich verschriebener Medikamente umfasst, in aller Regel eine jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenminderung (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.1 mit Hinweisen). Die aus fachärztlicher Sicht indizierten und zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten hat die versicherte Person in kooperativer Weise optimal und nachhaltig auszuschöpfen. Welche konkreten Behandlungsmöglichkeiten indiziert und zumutbar sind, bestimmt der Facharzt oder die Fachärztin (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.2 mit Hinweisen). 4.3 Gemäss Art. 7b Abs. 1 IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist. Die Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG stellt eine solche mittels Sanktionen durchsetzbare Pflicht dar. Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die in Art. 7b Abs. 1 IVG angesprochene Bestimmung von Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen vor, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt (Satz 1). Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden und es ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art.”
“1 UVG angenommen. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung durfte die Suva in Würdigung der von ihr angeführten medizinischen Berichte (vgl. E. 4.3 hiervor) und aufgrund der Weigerung des Beschwerdegegners, sich einer Rückeninfiltration zu unterziehen, ohne Verletzung von Bundesrecht von einem stabilen Zustand - und somit von einem Endzustand - ausgehen. Die Suva macht denn auch zu Recht geltend, dass dieser operative Eingriff höchstens eine Verringerung der Beschwerden herbeigeführt hätte. In einer solchen Konstellation ist - entgegen der Auffassung der Vorinstanz und des Beschwerdegegners - ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren praxisgemäss nicht erforderlich, wie die Suva richtig vorbringt (vgl. Urteil 8C_186/2016 vom 30. September 2016 E. 3.5). Somit ist ihr beizupflichten, dass das angefochtene Urteil insofern bundesrechtswidrig und aufzuheben ist, als die Vorinstanz sie angewiesen hat, bei Zumutbarkeit der Infiltration für den Beschwerdegegner ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen. Nach dem Gesagten kann der Beschwerdegegner aus den Urteilen BGE 134 V 189 E. 2 und 8C_836/2013 vom 27. März 2014 E. 6.3, aus denen er die Notwendigkeit des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens begründet, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Damit bleibt es im Ergebnis bei der vorinstanzlich angeordneten Rückweisung zwecks Klärung der Dauerleistungen.”
“Den Ausführungen der Suva ist beizupflichten. Die Einwände des Beschwerdegegners überzeugen nicht. Entgegen seiner Auffassung ist für die prognostische Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit, wie die Suva einlässlich darlegt, entscheidend, dass er sich der von den Ärzten vorgeschlagenen, mithin aus medizinischer Sicht zumutbaren Handgelenksversteifung während Jahren, auch noch während des Einspracheverfahrens (vgl. Bericht der Dr. med. F.________ vom 4. Februar 2019), nicht unterziehen wollte. Daher ist der Einwand des Beschwerdegegners, die Suva hätte das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG durchführen müssen, haltlos und bei der hier gegebenen Sachlage nicht zu hören. Dabei ist zu verdeutlichen und mit zu berücksichtigen, dass selbst der Beschwerdegegner von der vorgeschlagenen Arthrodese und je nach Ergebnis von einem weiteren chirurgischen Eingriff (PRC) keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit im Sinne der in E. 2.2 hievor zitierten Rechtslage erwartete. So hielt Dr. med. F.________ im Bericht vom 4. Februar 2019 fest, der Patient habe eine Handgelenksschiene zur Simulation einer Arthrodese bekommen, damit sei er im Alltag doch recht eingeschränkt gewesen, weshalb er sich nicht für den vorgeschlagenen chirurgischen Eingriff habe entscheiden können. Diese Angaben verstärken den Eindruck, dass der Beschwerdegegner über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Januar 2018 hinaus Taggeldleistungen erwirken wollte, wie die Suva implizit zu Recht beanstandet. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass das kantonale Gericht den Sachverhalt unrichtig festgestellt und damit zu Unrecht erkannt hat, von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung sei bezogen auf die Leistungseinstellung per 31.”
Art. 21 Abs. 5 ATSG betrifft einzig den Straf- und Massnahmevollzug. Freiheitsentziehungen im Rahmen des Erwachsenenschutzrechts (z.B. fürsorgerische Unterbringung nach Art. 426 ff. ZGB) sind davon nicht erfasst.
“Nicht stichhaltig ist schliesslich der Hinweis des Beschwerdeführers auf Rz. 6004 des Kreisschreibens des BSV über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH; in der seit 1. Januar 2021 geltenden Fassung). Danach soll die Rente nicht sistiert, sondern weiterhin ausgerichtet werden, wenn bei einer fürsorgerischen Unterbringung nach Art. 426 ff. ZGB das Leiden, das zur Invalidität führt, den Grund für die Freiheitsentziehung darstellt. Der Beschwerdeführer lässt ausser Acht, dass Art. 21 Abs. 5 ATSG einzig den Straf- und Massnahmevollzug betrifft und keinerlei Regelung zu einer allfälligen Rentensistierung unter den Massnahmen des Erwachsenenschutzrechts enthält. Was die Verwaltungsweisung in Rz. 6004 KSIH anbelangt, ist diese - wie der Beschwerdeführer selber einräumt - für das Gericht nicht verbindlich und gelangte im vorliegenden Fall auch nicht zur Anwendung. Weiterungen dazu erübrigen sich.”
Nach den zitierten Entscheidungen und der Verwaltungspraxis rechtfertigt ein Wechsel in eine erleichterte Vollzugsform (z. B. Halbgefangenschaft) die Aufhebung einer nach Art. 21 Abs. 5 ATSG verfügten Sistierung. Diese Auffassung wird in der genannten Rechtsprechung jedoch kritisch gewürdigt; eine automatische Aufhebung der Sistierung ist demnach nicht geboten und erfordert eine einzelfallbezogene Prüfung.
“Schliesslich läge im Ergebnis eine unerhörte, durch nichts zu rechtfertigende Härte beziehungsweise Leistungsverweigerung vor, wenn die wiedererwägungsweise Zusprache einer Rente wegen eines früheren Fehlers – nicht des Versicherten, sondern der IV-Stelle! – erst auf einen deutlich späteren Zeitpunkt als eine ursprüngliche Rentenzusprache bei ansonsten identischen tatsächlichen Verhältnissen erfolgen könnte. Zusammenfassend kann der Art. 88bis Abs. 1 lit. c IVV jedenfalls vorliegend nicht einschlägig sein. Die von der Beschwerdegegnerin verfügte Rentenzusprache ab dem 1. April 2018 erweist sich damit als rechtswidrig. Der Beschwerdeführer hat mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2011 einen Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Da sich der Gesundheitszustand respektive die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers in der Zeit von Oktober 2011 bis Ende Februar 2019 nicht relevant verändert hat, steht eine „revisionsanaloge“ Abstufung der wiedererwägungsweise neu zuzusprechenden Rente nicht zur Diskussion. Nach Art. 21 Abs. 5 ATSG kann die Auszahlung von Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter während der Zeit, in der sich eine versicherte Person im Straf- oder Massnahmenvollzug befindet, ganz oder teilweise eingestellt werden. Der Beschwerdeführer hat sich ab dem 18. September 2013 im Massnahmenvollzug befunden, weshalb die Rente ab dem 1. Oktober 2013 (vgl. Rz. 6007 des Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) zu sistieren ist. Dem Beschwerdeführer ist im Dezember 2015 eine Vollzugserleichterung gewährt worden, die es ihm grundsätzlich ermöglicht hätte, eine Arbeitsstelle anzunehmen und einer Arbeit nachzugehen. Effektiv hat er erst im April 2017 einen Arbeitsversuch begonnen. Nach der Verwaltungspraxis und der Auffassung des Bundesgerichtes rechtfertigt der Wechsel in eine Halbgefangenschaft respektive eine Erleichterung eines Massnahmenvollzugs die Aufhebung einer in Anwendung des Art. 21 Abs. 5 ATSG verfügten Rentensistierung (vgl. Rz. 6003 ff. KSIH). Diese Auffassung hält einer kritischen Würdigung nicht stand, wie sich aus der ausführlichen Begründung in SVR 2018 IV Nr.”
“Schliesslich läge im Ergebnis eine unerhörte, durch nichts zu rechtfertigende Härte beziehungsweise Leistungsverweigerung vor, wenn die wiedererwägungsweise Zusprache einer Rente wegen eines früheren Fehlers – nicht des Versicherten, sondern der IV-Stelle! – erst auf einen deutlich späteren Zeitpunkt als eine ursprüngliche Rentenzusprache bei ansonsten identischen tatsächlichen Verhältnissen erfolgen könnte. Zusammenfassend kann der Art. 88bis Abs. 1 lit. c IVV jedenfalls vorliegend nicht einschlägig sein. Die von der Beschwerdegegnerin verfügte Rentenzusprache ab dem 1. April 2018 erweist sich damit als rechtswidrig. Der Beschwerdeführer hat mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2011 einen Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Da sich der Gesundheitszustand respektive die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers in der Zeit von Oktober 2011 bis Ende Februar 2019 nicht relevant verändert hat, steht eine „revisionsanaloge“ Abstufung der wiedererwägungsweise neu zuzusprechenden Rente nicht zur Diskussion. Nach Art. 21 Abs. 5 ATSG kann die Auszahlung von Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter während der Zeit, in der sich eine versicherte Person im Straf- oder Massnahmenvollzug befindet, ganz oder teilweise eingestellt werden. Der Beschwerdeführer hat sich ab dem 18. September 2013 im Massnahmenvollzug befunden, weshalb die Rente ab dem 1. Oktober 2013 (vgl. Rz. 6007 des Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) zu sistieren ist. Dem Beschwerdeführer ist im Dezember 2015 eine Vollzugserleichterung gewährt worden, die es ihm grundsätzlich ermöglicht hätte, eine Arbeitsstelle anzunehmen und einer Arbeit nachzugehen. Effektiv hat er erst im April 2017 einen Arbeitsversuch begonnen. Nach der Verwaltungspraxis und der Auffassung des Bundesgerichtes rechtfertigt der Wechsel in eine Halbgefangenschaft respektive eine Erleichterung eines Massnahmenvollzugs die Aufhebung einer in Anwendung des Art. 21 Abs. 5 ATSG verfügten Rentensistierung (vgl. Rz. 6003 ff. KSIH). Diese Auffassung hält einer kritischen Würdigung nicht stand, wie sich aus der ausführlichen Begründung in SVR 2018 IV Nr.”
Fehlt die schriftliche Mahnung mit Hinweis auf die Rechtsfolgen und die Gewährung einer angemessenen Bedenkzeit, ist eine vorübergehende oder dauernde Kürzung bzw. Verweigerung von Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG aus formellen Gründen nicht zulässig, selbst wenn bereits wiederholt Behandlungen stattgefunden haben.
“Bei der final konzipierten Invalidenversicherung besteht keine Grundlage dafür, das Herbeiführen einer Suchterkrankung durch den willentlichen Konsum von Suchtmitteln zum Anlass zu nehmen, einen versicherten Gesundheitsschaden zum vornherein zu verneinen und mit der Begründung eines Selbstverschuldens auf die Prüfung der funktionellen Einschränkungen zu verzichten. Allerdings kommt der versicherten Person bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms eine Schadenminderungspflicht zu, sodass von ihr die aktive Teilnahme an einer zumutbaren medizinischen Behandlung verlangt werden kann. Kommt sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhält willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, ist eine Verweigerung oder Kürzung von Leistungen möglich (BGE 145 V 225 f. E. 5.3.1 mit Hinweisen). Damit von einer willentlichen Herbeiführung bzw. Aufrechterhaltung oder Verschlimmerung eines Gesundheitsschadens ausgegangen werden kann, die zu einer Kürzung oder Verweigerung von Leistungen führt (vgl. Art. 21 Abs. 1 ATSG), müssen der versicherten Person die entsprechenden Auflagen sowie die bei deren Missachtung drohenden Rechtsfolgen aber gehörig angedroht werden (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Eine solche Androhung ist im vorliegenden Fall gerade nicht aktenkundig, was dem Beigeladenen nicht zum Nachteil gereichen darf. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin dem Beigeladenen zu Unrecht keine Auflagen hinsichtlich des Suchtmittelkonsums gemacht hätte, dürfte dies nach dem Gesagten grundsätzlich nicht zu einer sofortigen Leistungsverweigerung bzw. -kürzung führen. Eine solche käme erst nach Androhung der Auflagen und Ablauf einer Bedenkzeit in Frage (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Vorliegend ist denn aber auch nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin auf Auflagen verzichtet hat. Der Beigeladene ist nämlich mehrfach (teil-)stationär behandelt worden (IV-act. 15, 18, 62, 73, 111, 131 und 137). Er hat auch an ambulanten Behandlungen teilgenommen (vgl. IV-act. 10, 12 und 102) und sich aktiv über lange Zeit an Eingliederungsversuchen beteiligt (vgl. IV-act. 30, 32, 38, 40, 47, 49, 52, 55, 59, 79, 82, 95, 97, 104, 107, 113 ff., 123 und 130-22). Er hat sogar selbständig nach einer Anstellung gesucht, womit er seinen Arbeitswillen bekräftigt hat, wenn er dabei auch seine Leistungsfähigkeit überschätzt hat (vgl.”
“Soweit die Vorinstanz mit dem Vorwurf, die Beschwerdeführerin habe sich trotz entsprechender Verpflichtung nicht einer regelmässigen psychiatrischen Behandlung unterzogen, die Aufhebung der Invalidenrente rechtfertigen möchte, ist festzuhalten, dass gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen nur erfolgen kann, wenn die versicherte Person vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen und ihr eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt worden ist. Mangels Durchführung eines solchen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im vorliegenden Fall kommt eine Aufhebung der Rente gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG schon aus formellen Gründen nicht in Betracht.”
Bei Untersuchungshaft kann die Sistierung nach Ablauf von drei Monaten verfügt und rückwirkend ab dem 1. Tag des Monats angeordnet werden, der dem Beginn der Untersuchungshaft folgt. Dauert die Untersuchungshaft insgesamt weniger als drei Monate (90 Tage), ist eine Sistierung unzulässig.
“Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe oder Massnahme an einer Erwerbstätigkeit gehindert wird. Nur wenn die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit bietet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, verbietet es sich, den Rentenanspruch zu sistieren. Massgebend für eine Sistierung der Rentenleistungen einer invaliden Person ist demnach, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde (BGE 137 V 154 E. 5.1; BGE 133 V 1 E. 4.2.4.1). Weil bei Untersuchungshaft eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin grundsätzlich kein Anspruch auf Lohnfortzahlung nach Art. 324a des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) vom 30. März 1911 besteht, da es sich in der Regel um eine selbstverschuldete Arbeitsverhinderung handelt, ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Rentenanspruch – entgegen dem Wortlaut von Art. 21 Abs. 5 ATSG – auch bei dieser Art des Freiheitsentzugs zu sistieren (BGE 133 V 1 E. 4.2.4.2). Bei Untersuchungshaft wird die Sistierung nach Ablauf von drei Monaten verfügt. Die Rente kann sodann rückwirkend ab dem 1. Tag des Monats, der dem Beginn der Untersuchungshaft folgt, sistiert werden. Dauert die Untersuchungshaft insgesamt weniger als drei Monate (90 Tage), ist eine Sistierung unzulässig (vgl. BGE 133 V 1 E. 4.4; Rz. 7205 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Januar 2024). 3. Der Beschwerdeführer befand sich nachweislich vom 29. August 2023 bis zum 22. Januar 2024 in Untersuchungshaft (vgl. Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom 18. Januar 2024). Damit war der Freiheitsentzug strafrechtlich begründet und dauerte mehr als drei Monate. Eine Sistierung der Invalidenrente im Sinne von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers grundsätzlich möglich.”
“März 1911 besteht, da es sich in der Regel um eine selbstverschuldete Arbeitsverhinderung handelt, ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Rentenanspruch – entgegen dem Wortlaut von Art. 21 Abs. 5 ATSG – auch bei dieser Art des Freiheitsentzugs zu sistieren (BGE 133 V 1 E. 4.2.4.2). Bei Untersuchungshaft wird die Sistierung nach Ablauf von drei Monaten verfügt. Die Rente kann sodann rückwirkend ab dem 1. Tag des Monats, der dem Beginn der Untersuchungshaft folgt, sistiert werden. Dauert die Untersuchungshaft insgesamt weniger als drei Monate (90 Tage), ist eine Sistierung unzulässig (vgl. BGE 133 V 1 E. 4.4; Rz. 7205 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Januar 2024). 3. Der Beschwerdeführer befand sich nachweislich vom 29. August 2023 bis zum 22. Januar 2024 in Untersuchungshaft (vgl. Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom 18. Januar 2024). Damit war der Freiheitsentzug strafrechtlich begründet und dauerte mehr als drei Monate. Eine Sistierung der Invalidenrente im Sinne von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers grundsätzlich möglich. Der Beschwerdeführer bringt schliesslich auch keine Gründe vor, weswegen die rückwirkende Sistierung unzulässig sein sollte. Das von ihm zitierte Urteil vom 25. Oktober 2007, 8C_176/2007, hält lediglich fest, dass Art. 21 Abs. 5 ATSG auf die Untersuchungshaft anwendbar sei. Das Urteil äussert sich jedoch nicht zur Frage, ab wann die Rente sistiert werden darf und ob die Sistierung rückwirkend erfolgen kann. Eine rückwirkende Sistierung ist nach dem vorstehend gesagten (vgl. E. 2 hiervor) nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer bringt sodann vor, dass die Sistierung per 18. Januar 2024 aufzuheben sei, weil die Möglichkeit bestehe, im vorzeitigen Vollzug eine Arbeitstätigkeit auszuüben. Gemäss der Auskunft der Leitung des Straf- und Massnahmevollzugs vom 5. April 2024 befindet sich der Beschwerdeführer jedoch in einem geschlossenen Vollzug und kann keiner Erwerbstätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt nachkommen.”
“Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe oder Massnahme an einer Erwerbstätigkeit gehindert wird. Nur wenn die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit bietet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, verbietet es sich, den Rentenanspruch zu sistieren. Massgebend für eine Sistierung der Rentenleistungen einer invaliden Person ist demnach, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde (BGE 137 V 154 E. 5.1; BGE 133 V 1 E. 4.2.4.1). Weil bei Untersuchungshaft eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin grundsätzlich kein Anspruch auf Lohnfortzahlung nach Art. 324a des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) vom 30. März 1911 besteht, da es sich in der Regel um eine selbstverschuldete Arbeitsverhinderung handelt, ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Rentenanspruch – entgegen dem Wortlaut von Art. 21 Abs. 5 ATSG – auch bei dieser Art des Freiheitsentzugs zu sistieren (BGE 133 V 1 E. 4.2.4.2). Bei Untersuchungshaft wird die Sistierung nach Ablauf von drei Monaten verfügt. Die Rente kann sodann rückwirkend ab dem 1. Tag des Monats, der dem Beginn der Untersuchungshaft folgt, sistiert werden. Dauert die Untersuchungshaft insgesamt weniger als drei Monate (90 Tage), ist eine Sistierung unzulässig (vgl. BGE 133 V 1 E. 4.4; Rz. 7205 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Januar 2024). 3. Der Beschwerdeführer befand sich nachweislich vom 29. August 2023 bis zum 22. Januar 2024 in Untersuchungshaft (vgl. Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom 18. Januar 2024). Damit war der Freiheitsentzug strafrechtlich begründet und dauerte mehr als drei Monate. Eine Sistierung der Invalidenrente im Sinne von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers grundsätzlich möglich.”
Art. 21 Abs. 4 ATSG entspricht inhaltlich weitgehend den früheren IVG‑Regelungen; daher ist die zu Art. 31 Abs. 1 IVG ergangene Rechtsprechung heranzuziehen. Bei der Zumutbarkeitsprüfung sind die gesamten objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Bei medizinischen Massnahmen, die stark in die persönliche Integrität eingreifen können, ist kein strenger Massstab anzulegen. Ob eine Massnahme eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit versprochen hätte, ist prospektiv zu beurteilen; es genügt, dass ihr Erfolg mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu erwarten gewesen wäre.
“Per quanto riguarda il quesito di sapere se e quando un trattamento che promette un essenziale miglioramento della capacità di guadagno di un assicurato sia esigibile o meno, l’art. 21 cpv. 4 LPGA non ha sostanzialmente modificato quanto previsto in precedenza (STFA U 348/04 del 12 ottobre 2006, consid. 2.3). Il TFA, in una sentenza del 16 agosto 2006 (I 462/05), ha sviluppato la seguente considerazione: " (…) 3. 3.1 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). 3.2 Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar (Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG). Er stimmt inhaltlich weitgehend mit der Regelung von alt Art. 10 Abs. 2 IVG und alt Art. 31 IVG (je in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002) überein. Die hiezu ergangene Rechtsprechung ist somit zu beachten (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, N 54 ff. zu Art. 21). Es betrifft dies insbesondere die formellen Erfordernisse des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Bereich der Invalidenversicherung (BGE 122 V 218; SVR 2005 IV Nr. 30 S. 113). Art. 7 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung verweist bezüglich der Kürzung und Verweigerung von Leistungen ausdrücklich auf Art. 21 Abs. 4 ATSG (vgl. altrechtlich ZAK 1965 S. 507). 3.3 Was als zumutbar im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG zu gelten hat, wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. Kieser, a.a.O., N 60 zu Art. 21), kann auf die zu Art. 31 Abs. 1 IVG ergangene Rechtsprechung verwiesen werden.”
“4 ATSG zu gelten hat, wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. Kieser, a.a.O., N 60 zu Art. 21), kann auf die zu Art. 31 Abs. 1 IVG ergangene Rechtsprechung verwiesen werden. Danach sind bei der Beurteilung der Zumutbarkeit einer Massnahme die gesamten objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen. Namentlich bei medizinischen Massnahmen, die einen starken Eingriff in die persönliche Integrität der versicherten Person darstellen können, ist an die Zumutbarkeit kein strenger Massstab anzulegen (ZAK 1985 S. 326 Erw. 1). (…)" (STFA I 462/05 del 16 agosto 2006, consid. 3) L’Alta Corte, nella STF I 824/06 del 13 marzo 2007 pubblicata in SVR 2008 IV Nr. 7, chiamata a pronunciarsi nel caso in cui un assicurato non si era sottoposto al trattamento psichiatrico prospettatogli, in particolare, riguardo al successo del trattamento, ha osservato: " (…) 3.2 Eine Kürzung oder Verweigerung der Leistung ist nach Art. 21 Abs. 4 ATSG im Weiteren davon abhängig, dass die fragliche Massnahme eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit verspricht. Vorausgesetzt wird also, dass die medizinische oder erwerbliche Vorkehr geeignet ist, eine erhebliche Minderung des versicherten Schadens zu bewirken. 3.2.1 Die Frage, ob die verweigerte Leistung zu einer Steigerung der Erwerbsfähigkeit beigetragen hätte, wird zuweilen unter dem Aspekt der Zumutbarkeit (so in Art. 18 Abs. 2 MVG), jedenfalls aber als Problem des Kausalzusammenhangs zwischen der Verweigerung und dem Ausbleiben der Zustandsverbesserung behandelt (vgl. Gabriela Riemer-Kafka, Die Pflicht zur Selbstverantwortung, Zürich 1999, S. 160 ff.). Die Kausalität muss notwendigerweise prospektiv und damit hypothetisch beurteilt werden (Meyer-Blaser, a.a.O., S. 84 Fn. 381 und S. 140 bei Fn. 587). Es bedarf keines strikten Beweises, dass die verweigerte Massnahme tatsächlich zum erwarteten Erfolg geführt hätte; es genügt, wenn die Vorkehr mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erfolgreich gewesen wäre.”
Wird die Mitwirkung nachträglich erbracht, bezieht sich die zuvor verfügte Kürzung oder Verweigerung grundsätzlich nur auf die Zeitspanne, in der die Mitwirkung verweigert wurde. Spätestens mit der erklärten Mitwirkungsbereitschaft entfällt der Kausalzusammenhang zur früheren Verfügung; eine spätere Bereitschaft ist in der Regel als Neuanmeldung bzw. für eine Neubewertung zu behandeln. Wird die Mitwirkung hingegen nicht ausdrücklich und vorbehaltlos angeboten, besteht kein Anspruch auf Fortsetzung der bisherigen Leistungen; die ursprünglich verfügte Einstellung kann daher zunächst dauerhaft erfolgen.
“3 ATSG zu verfügenden Sanktion der Verhältnismässigkeitsgrundsatz. Denn wenn die verweigerte Mitwirkung in einem späteren Zeitpunkt erbracht wird, kann sich die festgelegte Sanktion nur auf diejenige Zeitspanne beziehen, während der die Mitwirkung verweigert wurde (BGE 139 V 585 E. 6.3.7.5 S. 590 f.). Spätestens bei der nachträglichen Erklärung der Mitwirkungsbereitschaft entfällt der Kausalzusammenhang zwischen der verfügten Leistungseinstellung und der Verletzung der Mitwirkungspflicht. Hat indessen - wie im hier zu beurteilenden Fall - die versicherte Person die ihr obliegende Mitwirkung später nicht ausdrücklich und vorbehaltlos angeboten, hat sie keinen Anspruch darauf, dass ihr die Invalidenrente auf Zusehen hin weiterhin auszurichten ist. Andernfalls hätte es der Versicherte in der Hand, die Dauer der Rentenzahlungen zu verlängern. Analog zum Fall einer anhaltenden Mitwirkungspflichtverweigerung im Falle einer Erstanmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG hat hier die verfügte Einstellung der Invalidenrente vorerst auf Dauer zu erfolgen, wobei eine später allenfalls erklärte Bereitschaft, an der psychiatrischen Begutachtung mitzuwirken, als Neuanmeldung zu betrachten wäre (Urteile 9C_994/2009 vom 22. März 2010 E. 5, 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 5.6). Massgebend ist der Zeitpunkt, in welchem der Versicherte seine verweigernde Haltung aufgibt und sich bereit erklärt, sich der gebotenen medizinischen Untersuchung zu unterziehen, und es ist für die Zukunft zu prüfen, ob auf die bisherige Leistungsablehnung zurückzukommen ist (zitiertes Urteil 9C_994/2009 E. 4).”
“Wer Versicherungsleistungen beansprucht, muss unentgeltlich alle Auskünfte erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der Versicherungsleistungen erforderlich sind (Art. 28 Abs. 2 ATSG). Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 43 Abs. 3 ATSG). Die Leistungen können gemäss Art. 7b Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist. Gestützt auf Art. 7b Abs. 2 IVG können die Leistungen in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG in den dort aufgezählten Fällen ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden. Die Leistungsverweigerung oder –einstellung wegen unterlassener Mitwirkung im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG ist in dem Sinne als resolutiv bedingter Endentscheid zu verstehen, als die Leistungen ab demjenigen Zeitpunkt wieder zu erbringen sind, ab dem die Mitwirkung nachträglich geleistet wird, sofern sich die Anspruchsvoraussetzungen alsdann als erfüllt erweisen (vgl. BGE 139 V 585 E. 6.3.7.5; vgl. auch Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 43 Rz 114). Wurde ein Leistungsanspruch infolge Widersetzlichkeit gegen zumutbare Abklärungen abgelehnt, so ist er keiner materiellen Prüfung unterzogen worden, weshalb bei einer Neuanmeldung keine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen nachgewiesen werden muss. Es genügt diesfalls, dass die versicherte Person ihren Widerstand aufgibt und mit der Verwaltung kooperiert. Die in Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV (vorstehend E.”
Die versicherte Person hat die zumutbaren Anstrengungen zur Verwertung ihrer restlichen Erwerbsfähigkeit zu erbringen; dies kann auch die Aufnahme einer anderen Tätigkeit oder einer neuen Erwerbstätigkeit betreffen. Massgeblich ist, was unter Berücksichtigung der konkreten objektiven und subjektiven Umstände (z. B. Restfähigkeiten, Alter, berufliche Situation, Wohnortsbindung, Arbeitsmarkt) vernünftigerweise verlangt werden kann. Unterlassene, ungebührliche Untätigkeit kann daher eine Kürzung der Geldleistungen nach Art. 21 ATSG rechtfertigen.
“Tutto ben considerato, dunque, non vi sono elementi oggettivi tali per scostarsi dalle considerazioni e dalle conclusioni che il Servizio Medico Regionale ha tratto l'11 novembre 2020 e nelle successive annotazioni sulle condizioni di salute dell'assicurata e che ha avallato in altre occasioni anche dopo avere esaminato i passati referti specialistici dei curanti. Essendo convincenti e non essendo state sufficientemente contestate dalla ricorrente, che non ha suffragato la sua tesi con dei validi certificati medici che attestano oggettivamente una precedente situazione clinica peggiore tanto da giustificare un'inabilità lavorativa perdurante da un decennio, le esposte considerazioni del dr. med. __________ vanno fatte proprie dal Tribunale. La scrivente Corte conferma dunque una comprovata inabilità lavorativa dell'80% presente dal 1° luglio 2018. 2.6. L'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auf die Invalidenversicherung anwendbar. Das IVG ergänzt dies: Versicherte müssen nach Art. 7 IVG alles Zumutbare unternehmen und aktiv an zumutbaren Massnahmen zur Erhaltung des Arbeitsplatzes oder zur (Wieder‑)Eingliederung ins Erwerbsleben teilnehmen; dazu gehören namentlich auch medizinische und berufliche Integrationsmassnahmen.
“Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Diese Bestimmung ist auch auf die Invalidenversicherung anwendbar (Art. 1 IVG), wird aber im IVG wie folgt ergänzt (zum Verhältnis der nachfolgenden Bestimmungen zu Art. 21 Abs. 4 ATSG vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_830/ 2012 vom 13. März 2013 E. 2.2): Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbesondere medizinische Behandlungen nach Art. 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG, Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art.”
“Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Diese Bestimmung ist auch auf die Invalidenversicherung anwendbar (Art. 1 IVG), wird aber im IVG wie folgt ergänzt (zum Verhältnis der nachfolgenden Bestimmungen zu Art. 21 Abs. 4 ATSG vgl. Urteil 8C_830/2012 vom 13. März 2013 E. 2.2; MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Rz. 1 f. S. 81) : Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbesondere Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung und Massnahmen beruflicher Art (Art. 7 Abs. 2 lit. b und c IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art.”
Beim Beginn des Straf- oder Massnahmenvollzugs ist zu prüfen, ob statt einer blossen Sistierung die formell korrekte Berichtigung oder Rücknahme einer zuvor ergangenen, unrichtig erachteten Verfügung geboten ist.
“Mai 2011 festgehalten hatte, die zuvor erfolgten häufigen Arbeitsplatzwechsel seien als Symptom der – damals noch nicht hinreichend geklärten – gesundheitlichen Problematik zu qualifizieren. Vor diesem Hintergrund hat ein Stellenantritt natürlich keine hinreichende Aussagekraft in Bezug auf die massgebende Arbeitsfähigkeit haben können. Tatsächlich hat sich kurz darauf herausgestellt, dass der Beschwerdeführer jene Arbeitsstelle (wiederum) nur für kurze Zeit hatte halten können und dass er sich bald darauf bereits wieder hatte in eine stationäre psychiatrische Behandlung begeben müssen. Da nach dem Vorbescheid vom 5. Dezember 2012 noch keine entsprechende Verfügung ergangen war, hat die Beschwerdeführerin damals – im Verlauf des Jahres 2013 – noch die Möglichkeit gehabt, eine von Beginn weg richtige Verfügung zu erlassen. Allerdings hat der Beschwerdeführer im September 2013 einen Strafvollzug angetreten, was zur Folge gehabt hätte, dass eine noch zuzusprechende Rente in Anwendung des Art. 21 Abs. 5 ATSG hätte sistiert werden müssen. Die Beschwerdegegnerin hat das aus nicht nachvollziehbaren Gründen zum Anlass genommen, die Sachverhaltsabklärung abzubrechen. Offenbar ist sie der Ansicht gewesen, dass es keine Rolle spiele, ob sie eine sistierte Rente oder gar keine Rente zuspreche. Da im damals aktuellsten Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik C.___ vom 30. September 2013 aufgrund eines administrativen Versehens fälschlicherweise eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert worden war, hat die Beschwerdegegnerin den offenkundig falschen Schluss gezogen, die ursprünglich vorgesehene Befristung der Rente per 30. April 2012 sei korrekt, weshalb sie am 18. Juni 2014 entsprechend verfügt hat. Wie sie im Mai 2018 zu Recht festgehalten hat, ist die Befristung der Rente bis zum 30. April 2012 vor diesem Hintergrund als zweifellos unrichtig zu qualifizieren. Die Berichtigung dieses Fehlers ist von erheblicher Bedeutung. Die Beschwerdegegnerin hat die ursprüngliche Verfügung vom 18. Juni 2014 deshalb zu Recht wiedererwägungsweise aufgehoben.”
Vorsatz setzt voraus, dass auf den Eintritt des versicherten Ereignisses (das die Leistungsberechtigung begründet) abgestellt wird; Eventualvorsatz genügt. Eine blosses Erhöhen des Risikos ist nicht ausreichend. Die Sanktion kann auch eine absichtliche Verschlimmerung der Folgen des Ereignisses (z.B. Umfang der Gesundheitsschädigung, Dauer der Arbeitsunfähigkeit) betreffen. Vorausgesetzt wird die Urteilsfähigkeit im Sinne von Art. 16 ZGB/CC; die Beweislast für die Fahrlässigkeit bzw. den Vorsatz liegt beim leistungspflichtigen Sozialversicherer.
“1 LPGA se l’assicurato ha provocato l’evento assicurato intenzionalmente o commettendo intenzionalmente un crimine o un delitto, le prestazioni pecuniarie (e dunque anche le rendite: art. 15 LPGA) possono essergli temporaneamente o definitivamente ridotte oppure, in casi particolarmente gravi, rifiutate. A proposito dell’art. 21 LPGA, Anne-Sylvie Dupont in: Dupont/Moser-Szeless, Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018, nn. 10-13 e 17-19 pag. 301-303, ha in particolare sviluppato le seguenti considerazioni riguardo al comportamento dell’assicurato: " a) La faute de l’assuré 11 une sanction peut être pronocée, en premier lieu, à l’égard de l’assuré qui, par sa propre faute, a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement, ce qui suppose la capacité de discernement au sens de l’art. 16 CC. Le dol éventuel est suffisant, mais n’est pas aisément démontré en pratique. La preuve de la faute incombe à l’assureur social qui entend prononcer une sanction. 12 L’adoption de l’art. 21 LPGA a, sur ce point, permis à la législation helvétique de se mettre en conformité avec ses engagements internationaux. En effet, avant l’entrée en vigueur de la LPGA, l’art. 7 aLAI permettait la réduction des prestations en espèce de l’assurance-invalidité en cas de «faute grave» de l’assuré. Cette disposition a été jugée contraire à l’art. 32 § 1 let. e de la Convention OIT n° 128 et à l’art. 68 let. f CESS par le Tribunal fédéral. La négligence grave ne suffit dès lors plus à justifier une réduction des prestations, sous réserve d’exceptions prévues par les lois spéciales. 13 L’intention doit porter sur la réalisation du risque, ce par quoi il faut entendre la survenance de l’éventualité assurée (décès, incapacité de travail, incapacité de gain, etc.) ouvrant un droit aux prestations sociales. En tant que tel, un risque ne peut pas être aggravé; sur ce point, la formulation de l’art. 21 al. 1 LPGA est maladroite. Il faut en réalité comprendre que la sanction est susceptible de viser la personne assurée qui a aggravé les conséquences de la réalisation du risque, par exemple l’ampleur de l’atteinte à la santé, la durée de l’incapacité de travail, etc.”
“1 LPGA se l’assicurato ha provocato l’evento assicurato intenzionalmente o commettendo intenzionalmente un crimine o un delitto, le prestazioni pecuniarie (e dunque anche le rendite: art. 15 LPGA) possono essergli temporaneamente o definitivamente ridotte oppure, in casi particolarmente gravi, rifiutate. A proposito dell’art. 21 LPGA, Anne-Sylvie Dupont in: Dupont/Moser-Szeless, Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018, nn. 10-13 e 17-19 pag. 301-303, ha in particolare sviluppato le seguenti considerazioni riguardo al comportamento dell’assicurato: " a) La faute de l’assuré 11 une sanction peut être pronocée, en premier lieu, à l’égard de l’assuré qui, par sa propre faute, a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement, ce qui suppose la capacité de discernement au sens de l’art. 16 CC. Le dol éventuel est suffisant, mais n’est pas aisément démontré en pratique. La preuve de la faute incombe à l’assureur social qui entend prononcer une sanction. 12 L’adoption de l’art. 21 LPGA a, sur ce point, permis à la législation helvétique de se mettre en conformité avec ses engagements internationaux. En effet, avant l’entrée en vigueur de la LPGA, l’art. 7 aLAI permettait la réduction des prestations en espèce de l’assurance-invalidité en cas de «faute grave» de l’assuré. Cette disposition a été jugée contraire à l’art. 32 § 1 let. e de la Convention OIT n° 128 et à l’art. 68 let. f CESS par le Tribunal fédéral. La négligence grave ne suffit dès lors plus à justifier une réduction des prestations, sous réserve d’exceptions prévues par les lois spéciales. 13 L’intention doit porter sur la réalisation du risque, ce par quoi il faut entendre la survenance de l’éventualité assurée (décès, incapacité de travail, incapacité de gain, etc.) ouvrant un droit aux prestations sociales. En tant que tel, un risque ne peut pas être aggravé; sur ce point, la formulation de l’art. 21 al. 1 LPGA est maladroite. Il faut en réalité comprendre que la sanction est susceptible de viser la personne assurée qui a aggravé les conséquences de la réalisation du risque, par exemple l’ampleur de l’atteinte à la santé, la durée de l’incapacité de travail, etc.”
Ist der medizinische Zustand unzureichend gutachterlich abgeklärt, ist die Sache zur ergänzenden gutachterlichen Abklärung zurückzuweisen. Erst nach dieser Ergänzung sind die Zumutbarkeit von therapeutischen Massnahmen sowie gegebenenfalls ein Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG zu prüfen und über eine Leistungskürzung zu entscheiden.
“Nach dem Dargelegten ist der (psychische) Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ungenügend abgeklärt. Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen und die Verfügung vom 18. November 2020 (AB 243) ist aufzuheben. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt gutachterlich abklärt. Im Zuge dieser weiteren Abklärungen hat die Beschwerdegegnerin auch die Zumutbarkeit von therapeutischen Massnahmen zu prüfen. Gegebenenfalls hat sie die Beschwerdeführerin zu solchen – unter Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG – aufzufordern, damit letztere auch diese potenzielle Möglichkeit zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ausschöpft und insofern ihrer Schadenminderungspflicht nachkommt. Nach dieser erneuten Abklärung des medizinischen Zustands der Beschwerdeführerin – auch unter besonderer Berücksichtigung der Therapieoptionen – und einer daran anschliessenden abermaligen Abklärung der Einschränkungen im Aufgabenbereich hat die Beschwerdegegnerin über den Rentenanspruch neu zu verfügen. Da der Gesundheitszustand im gesamten Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) im Verwaltungsverfahren bisher nicht gutachterlich erhoben wurde und insoweit eine Ergänzung notwendig ist, ist die Rückweisung zulässig (BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100, 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264; SVR 2016 IV Nr. 4 S. 12 E. 3.1). Dies entspricht denn auch dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 1, Rechtsbegehren 2).”
“Nach dem Dargelegten ist der (psychische) Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ungenügend abgeklärt. Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen und die Verfügung vom 18. November 2020 (AB 243) ist aufzuheben. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt gutachterlich abklärt. Im Zuge dieser weiteren Abklärungen hat die Beschwerdegegnerin auch die Zumutbarkeit von therapeutischen Massnahmen zu prüfen. Gegebenenfalls hat sie die Beschwerdeführerin zu solchen – unter Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG – aufzufordern, damit letztere auch diese potenzielle Möglichkeit zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ausschöpft und insofern ihrer Schadenminderungspflicht nachkommt. Nach dieser erneuten Abklärung des medizinischen Zustands der Beschwerdeführerin – auch unter besonderer Berücksichtigung der Therapieoptionen – und einer daran anschliessenden abermaligen Abklärung der Einschränkungen im Aufgabenbereich hat die Beschwerdegegnerin über den Rentenanspruch neu zu verfügen. Da der Gesundheitszustand im gesamten Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) im Verwaltungsverfahren bisher nicht gutachterlich erhoben wurde und insoweit eine Ergänzung notwendig ist, ist die Rückweisung zulässig (BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100, 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264; SVR 2016 IV Nr. 4 S. 12 E. 3.1). Dies entspricht denn auch dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 1, Rechtsbegehren 2).”
Voraussetzungen der Sanktion: Die unterbliebene Behandlung oder Eingliederung muss geeignet sein, eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Es ist kein strikter Beweis des Erfolgs erforderlich; es genügt eine – in den Umständen zu konkretisierende – gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Massnahme erfolgreich gewesen wäre. Die Sanktion (Art. 21 Abs. 4 ATSG) muss in ihrer konkreten Gestalt verhältnismässig sein, insbesondere müssen Kürzungsumfang und die zu erwartende günstige Wirkung der Massnahme zueinander in angemessenem Verhältnis stehen.
“Der Tatbestand des Art. 21 Abs. 4 ATSG enthält verschiedene Elemente: Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt einerseits die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vorkehr geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine – je nach den Umständen zu konkretisierende – gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre (SVR 2019 IV Nr. 16 S. 48 E. 3.3 und 5.2.2, 2017 IV Nr. 65 S. 204 E. 2.2 und 4.1.1).”
“Zum andern muss diese Vorkehr geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine – je nach den Umständen zu konkretisierende – gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. Im Weiteren muss sich die versicherte Person einer solchen Massnahme widersetzt oder entzogen oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beigetragen haben; ab welchem Zeitpunkt eine entsprechende Annahme getroffen werden darf, ist von der richtigen Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens abhängig. Im Übrigen muss die Sanktion in ihrer konkreten Gestalt verhältnismässig sein, indem das Kürzungsmass und die voraussichtliche günstige Wirkung der zumutbaren Massnahme auf den Erwerbsschaden einander entsprechen (SVR 2019 IV Nr. 16 S. 48, 8C_865/2017 E. 3.3, 2017 IV Nr. 65 S. 203, 9C_671/2016 E. 2.2 und 4.1.1; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_865/2017 vom 19. Oktober 2018 E. 3.3 und 5.2.2). Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG sind streng, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst bzw. perpetuiert (Urteil des BGer 9C_155/2019 vom 24. Juni 2019 E. 2.2.2).”
“Kommt die versicherte Person ihrer Schadenminderungspflicht nicht nach, ist sie grundsätzlich so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungsplicht wahrgenommen hätte (Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juni 2019, 9C_155/2019, E. 2.2.1 f. mit Verweisen). Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG sind streng, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst resp. perpetuiert (Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juni 2019, 9C_155/2019, E. 2.2.1 f. mit Verweisen). Da die Schadenminderungspflicht auch Massnahmen zur Vermeidung des Eintritts einer Invalidität erfasst, ist die Eingliederungspflicht nicht dadurch ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführer bereits ohne die empfohlenen medizinischen Massnahmen zu 70 % arbeitsfähig ist. Die IV-Ärztin hat in ihrer Stellungnahme vom 14. März 2023 deren voraussichtlich positiven Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und deren Zumutbarkeit ausführlich und überzeugend bestätigt (IV-act. 193-3 ff.). Die vom Gutachter formulierten medizinischen Massnahmen einer absoluten Abstinenz von Alkohol und Cannabis sowie einer Intensivierung der Psychotherapie (evtl. stationäre oder tagesklinische Behandlung) und einer leitliniengerechten psychiatrischen Medikation für Angsterkrankungen (siehe detaillierter: IV-act.”
Die versicherte Person ist nach Art. 21 verpflichtet, das Zumutbare zu unternehmen, um ihre restliche Erwerbsfähigkeit in einer anderen, den gesundheitlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit zu verwerten. Unter dem Gebot der Schadensminderung müssen nur jene Massnahmen verlangt werden, die unter Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalls als zumutbar gelten. Zu diesen Umständen zählen etwa die verbleibende Arbeitsfähigkeit, Alter, berufliche Situation, Bindungen am Wohnort, die Lage auf dem Arbeitsmarkt und die voraussichtliche Dauer einer Erwerbstätigkeit.
“- ha ottenuto un grado AI del 60% (doc. VI/2). Per il secondo periodo, tenuto sempre conto dell'obbligo di ridurre il danno e del fatto che l'assicurata aveva ripreso a lavorare dapprima al 50% dal 1° novembre 2017 poi al 40% dal 1° marzo 2018, applicando il metodo ordinario di raffronto dei redditi anche dal 1° marzo 2018 ha stabilito come segue la perdita di guadagno: - nel 68%, considerando un reddito da invalida statistico in attività adeguate semplici e ripetitive di Fr. 19'822.- (doc. 45); - nel 60%, se il reddito da invalida fosse stato ritenuto su base statistica nel settore specifico in ragione del 40% (Fr. 24'917,60); - nel 59%, considerando il reddito effettivamente percepito dall'assicurata nell'attività di impiegata presso __________ lavorando al 40% (Fr. 25'792.-), e ha verificato dove v'era il minore discapito economico. 2.3. L'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
“Val la pena nuovamente sottolineare che ai fini dell’attribuzione delle prestazioni assicurative dell’AI le problematiche inerenti al mercato occupazionale non sono di rilievo, per le stesse assumendo esclusiva rilevanza la capacità lavorativa, rispettivamente la perdita di guadagno che ne deriva, mentre che l’eventuale mancata occupazione di per sé dovrebbe se del caso essere oggetto di esame da parte di altri enti assicurativi, segnatamente dell’assicurazione contro la disoccupazione A ragione quindi l’amministrazione si è basata, per definire il reddito da invalido, sui rilevamenti statistici ufficiali, editi dall'Ufficio federale di statistica (DTF 126 V 76 consid. 3b/bb; RCC 1991 p. 332 consid. 3c, 1989 p. 485 consid. 3b). Inammissibile si avvera in effetti l’allegazione del ricorrente per il quale sarebbe “sproporzionata l'esigenza che l’assicurato abbandoni un'attività che può essere considerata adeguata per un'ipotetica attività teoricamente "ancor più adeguata" sperando ch'egli riesca, sempre teoricamente, a svolgerla al 100%”. In merito va in effetti nuovamente ricordato l’obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi che discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige infatti il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; RCC 1968 pag. 434). Quindi, malgrado il danno alla salute, l’assicurato è in grado, giusta gli approfonditi accertamenti medici di cui si è detto sopra, di mettere a frutto la sua capacità lavorativa piena sia nella propria attività di giardiniere che in un’attività rispettosa delle limitazioni poste dagli specialisti.”
“Questo sarà in particolare il caso qualora dovessero mancare indicazioni riguardanti l'ultima attività professionale dell'assicurato o se l'ultimo salario da lui percepito non corrisponde manifestamente a quello che egli sarebbe stato in grado di conseguire con ogni verosimiglianza in qualità di persona valida; per esempio se l'assicurato, prima di essere riconosciuto definitivamente incapace al lavoro, si trovava in disoccupazione o aveva già delle difficoltà professionali a causa del deterioramento progressivo del suo stato di salute o ancora percepiva una remunerazione inferiore alle usuali norme salariali. Entra ugualmente in linea di conto la situazione in cui il posto di lavoro della persona assicurata prima dell'insorgenza del danno alla salute non esiste più al momento determinante della valutazione dell'invalidità (STF 9C_151/2020 del 5 maggio 2020, consid. 6.1), come nel recente caso ticinese giudicato dall'Alta Corte (STF 9C_445/2022 del 27 settembre 2023). 2.9.2. Riguardo al reddito da invalido, l'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
Eigeninitiative (Selbstrehabilitation) kann den Anspruch auf eine Rente ausschliessen, wenn die versicherte Person durch eigenes, zumutbares Verhalten — notfalls durch einen Berufswechsel — ein Einkommen erzielen könnte, das eine rentenbegründende Invalidität ausschliesst. Die Rechtsprechung macht diese Pflicht zur Schadensminderung auch im Zusammenhang mit Ansprüchen auf Eingliederungsmassnahmen geltend (Art. 21 Abs. 4 ATSG).
“ATF 146 V 16 consid. 4.1 et ss. et les références). L'étendue de l'abattement justifié dans un cas concret relève du pouvoir d'appréciation (ATF 132 V 393 consid. 3.3). 8.3 D'après la jurisprudence, on applique de manière générale dans le domaine de l'assurance-invalidité le principe selon lequel un invalide doit, avant de requérir des prestations de l'AI, entreprendre de son propre chef tout ce qu'on peut raisonnablement attendre de lui pour atténuer le mieux possible les conséquences de son invalidité ; c'est pourquoi un assuré n'a pas droit à une rente lorsqu'il serait en mesure, au besoin en changeant de profession, d'obtenir un revenu excluant une invalidité ouvrant droit à une rente (sur ce principe général du droit des assurances sociales, voir ATF 123 V 233 consid. 3c, 117 V 278 consid. 2b, 400 consid. 4b et les arrêts cités). La réadaptation par soi-même est un aspect de l'obligation de diminuer le dommage et prime aussi bien le droit à une rente qu'à celui des mesures de réadaptation (art. 21 al. 4 LPGA). 8.4 Selon l'art. 8 al. 1er LAI, les assurés invalides ou menacés d'une invalidité (art. 8 LPGA) ont droit à des mesures de réadaptation pour autant que ces mesures soient nécessaires et de nature à rétablir, maintenir ou améliorer leur capacité de gain ou leur capacité d'accomplir leurs travaux habituels (let. a) et que les conditions d'octroi des différentes mesures soient remplies (let. b). Le droit aux mesures de réadaptation n'est pas lié à l'exercice d'une activité lucrative préalable. Lors de la fixation de ces mesures, il est tenu compte de la durée probable de la vie professionnelle restante (art. 8 al. 1bis LAI en vigueur dès le 1er janvier 2008). L'art. 8 al. 3 let. b LAI dispose que les mesures de réadaptation comprennent les mesures d'ordre professionnel (orientation professionnelle, formation professionnelle initiale, reclassement, placement, aide en capital). 8.4.1 Pour déterminer si une mesure est de nature à maintenir ou à améliorer la capacité de gain d'un assuré, il convient d'effectuer un pronostic sur les chances de succès des mesures demandées (ATF 132 V 215 consid.”
“Pour le surplus, la comparaison des revenus effectuée par l’OAI pour aboutir à un taux d’invalidité de zéro n’est pas critiquée par le recourant. 10.2 S’agissant d’éventuelles mesures de réadaptation, il sied de rappeler que, d’après la jurisprudence, on applique de manière générale dans le domaine de l’assurance-invalidité le principe selon lequel un invalide doit, avant de requérir des prestations de l’assurance-invalidité, entreprendre de son propre chef tout ce qu’on peut raisonnablement attendre de lui pour atténuer le mieux possible les conséquences de son invalidité ; c’est pourquoi un assuré n’a pas droit à une rente lorsqu’il serait en mesure, au besoin en changeant de profession, d’obtenir un revenu excluant une invalidité ouvrant droit à une rente (sur ce principe général du droit des assurances sociales, voir ATF 123 V 233 consid. 3c, 117 V 278 consid. 2b, 400 consid. 4b et les arrêts cités). La réadaptation par soi-même est un aspect de l’obligation de diminuer le dommage et prime aussi bien le droit à une rente que celui à des mesures de réadaptation (art. 21 al. 4 LPGA). Selon l’art. 8 al. 1er LAI, les assurés invalides ou menacés d’une invalidité (art. 8 LPGA) ont droit à des mesures de réadaptation pour autant que ces mesures soient nécessaires et de nature à rétablir, maintenir ou améliorer leur capacité de gain ou leur capacité d’accomplir leurs travaux habituels (let. a) et que les conditions d’octroi des différentes mesures soient remplies (let. b). Le droit aux mesures de réadaptation n’est pas lié à l’exercice d’une activité lucrative préalable. Lors de la fixation de ces mesures, il est tenu compte de la durée probable de la vie professionnelle restante (art. 8 al. 1bis LAI en vigueur dès le 1er janvier 2008). L’art. 8 al. 3 let. b LAI dispose que les mesures de réadaptation comprennent les mesures d’ordre professionnel (orientation professionnelle, formation professionnelle initiale, reclassement, placement, aide en capital). Pour déterminer si une mesure est de nature à maintenir ou à améliorer la capacité de gain d'un assuré, il convient d'effectuer un pronostic sur les chances de succès des mesures demandées (ATF 132 V 215 consid.”
Schadenminderungspflicht: Die versicherte Person hat gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG (in Verbindung mit Art. 7 IVG) alles ihr Zumutbare zu unternehmen, um eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu erreichen. Dies umfasst aktive Eigenbemühungen und die Teilnahme an zumutbaren Eingliederungs- bzw. medizinischen Behandlungs‑massnahmen.
“Schwerwiegende somatische Erkrankungen, welche ressourcenhemmend wirken, bestehen nicht (Urk. 6/97/19) und werden auch nicht behauptet. Der Invaliditätsbemessung sind rechtsprechungsgemäss die im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns gegebenen gesundheitlichen Umstände zu Grunde zu legen. Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Ansicht (Urk. 1 S. 2 und S. 4) hat daher die langjährige Leidensgeschichte in früheren Jahren ausser Acht zu bleiben, wenn sie keine Auswirkungen auf die aktuelle Leistungsfähigkeit mehr zeigt. Davon ist auszugehen, da den massgebenden medizinischen Akten nichts anderes zu entnehmen ist. Das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung schlossen die Gutachter aus. In sozialer Hinsicht und bei der Freizeitgestaltung ist die Beschwerdeführerin aktiv (Urk. 6/97/37-38), was diese nicht in Abrede stellte (Urk. 1 S. 3 f.). An dieser Betrachtungsweise ändert auch nichts, dass sie diesen Hobbys vorab eine therapeutische Wirkung für ihr Wohlbefinden zuschrieb (Urk. 1 S. 4), denn ihr obliegt eine Schadenminderungspflicht (Art. 21 Abs. 4 ATSG; Art. 7 Abs. 1 IVG) und sie hat aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare zur Erhaltung und Verbesserung der Erwerbsfähigkeit vorzukehren. Die Beschwerdeführerin verfügt über ein unterstützendes soziales Netz (Urk. 6/97/20). Dass sie kurz nach Abschluss ihrer Erstausbildung noch zu Hause bei den Eltern lebt, ist nicht derart ungewöhnlich, dass daraus auf eine gesundheitsbedingte Einschränkung zu schliessen wäre. Zudem gab sie den Gutachtern an, bereits jetzt etwa die Hälfte der Zeit bei ihrem Verlobten zu wohnen und bei der Haushaltarbeit nicht eingeschränkt zu sein (Urk. 6/97/37). Deshalb bestehen entgegen ihrer Ansicht keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass sie aktuell und im Fall eines zukünftigen definitiven Auszugs bei ihren Eltern aufgrund von (allenfalls neu hinzukommenden) Haushaltaufgaben erheblich in ihrem beruflichen Leistungsvermögen eingeschränkt wäre und – bei Steigerung des aktuellen 60%igen Erwerbspensums auf 80 % - in eine Überlastungssituation geriete (Urk. 1 S.”
“Die Schadenminderungspflicht stellt ein allgemeines Prinzip des Sozialversicherungsrechts dar (Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, 2020, N 90 Vorbemerkungen). Sie bezweckt eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit (Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über das Verfahren in der Invalidenversicherung Rz. 5020; vgl. auch Art. 21 Abs. 4 ATSG). Im Rahmen der Schadenminderung muss die versicherte Person gemäss Art. 7 Abs. 1 IVG alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zu verringern und den Eintritt einer Invalidität zu verhindern. Nach Art. 7 Abs. 2 IVG muss sie an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, worunter insbesondere auch medizinische Behandlungen fallen.”
Die Kürzung nach Art. 21 ATSG ist als Dauerrechtsverhältnis zu verstehen, das grundsätzlich so lange aufrechterhalten werden kann, wie das kausal verursachende qualifizierte Verschulden der versicherten Person wirkt. Für dieses Dauerrechtsverhältnis gelten revisionsrechtliche Grundsätze; d.h. eine bereits formell rechtskräftig angeordnete Kürzung kann bei nachträglich eintretenden erheblichen Tatsachen überprüft und angepasst werden. Als Beispiel ist in der Rechtsprechung der Eintritt eines zusätzlichen, verschuldensunabhängigen invalidisierenden Gesundheitsschadens als Revisionsgrund genannt.
“In zeitlicher Hinsicht besteht die Rechtsfolge von Art. 21 ATSG und Art. 7b IVG grundsätzlich in einer andauernden Kürzung oder Verweigerung von Leistungen, die so lange aufrechtzuerhalten ist, als das den Eintritt oder die Verschlimmerung der Invalidität kausal verursachende qualifizierte Verschulden der versicherten Person wirkt (BGE 119 V 241, Urteil des Bundesgerichts 8C_394/2018 vom 11. März 2019 E. 3.2, Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 4. Auflage 2022, Rn. 48 zu Art. 7-7b). Im Hinblick darauf, dass mit Art. 21 ATSG/Art. 7b IVG das qualifiziert fehlerhafte Verhalten so lange sanktioniert werden soll, als dieses invalidisierend wirkt, ist die Kürzung im Sinne eines Dauerrechtsverhältnisses Anpassungen zugänglich. Da sich die Faktoren der Verursachung ändern können, hat die Rechtsprechung die revisionsrechtlichen Grundsätze (heute: Art. 17 ATSG) analog auf die den Kürzungstatbeständen der heute geltenden Art. 21 ATSG/Art. 7b IVG entsprechenden Regelungssachverhalte angewendet. Die Rentenkürzung ist, wie die Rentenberechtigung (Art. 28 IVG) als solche, ein Dauerrechtsverhältnis, dessen verbindliche Regelung durch formell rechtskräftige Verfügung unter dem Vorbehalt des nachträglichen Eintritts neuer erheblicher Tatsachen steht. Der Eintritt eines zusätzlichen verschuldensunabhängigen invalidisierenden Gesundheitsschadens stellt einen solchen Revisionsgrund für die rechtskräftig verfügte Kürzung dar. Der Zeitpunkt für die Neufestsetzung, Aufhebung oder Herabsetzung der Kürzung ist in sinngemässer Anwendung der Art.”
“In zeitlicher Hinsicht besteht die Rechtsfolge von Art. 21 ATSG und Art. 7b IVG grundsätzlich in einer andauernden Kürzung oder Verweigerung von Leistungen, die so lange aufrechtzuerhalten ist, als das den Eintritt oder die Verschlimmerung der Invalidität kausal verursachende qualifizierte Verschulden der versicherten Person wirkt (BGE 119 V 241, Urteil des Bundesgerichts 8C_394/2018 vom 11. März 2019 E. 3.2, Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 4. Auflage 2022, Rn. 48 zu Art. 7-7b). Im Hinblick darauf, dass mit Art. 21 ATSG/Art. 7b IVG das qualifiziert fehlerhafte Verhalten so lange sanktioniert werden soll, als dieses invalidisierend wirkt, ist die Kürzung im Sinne eines Dauerrechtsverhältnisses Anpassungen zugänglich. Da sich die Faktoren der Verursachung ändern können, hat die Rechtsprechung die revisionsrechtlichen Grundsätze (heute: Art. 17 ATSG) analog auf die den Kürzungstatbeständen der heute geltenden Art. 21 ATSG/Art. 7b IVG entsprechenden Regelungssachverhalte angewendet. Die Rentenkürzung ist, wie die Rentenberechtigung (Art. 28 IVG) als solche, ein Dauerrechtsverhältnis, dessen verbindliche Regelung durch formell rechtskräftige Verfügung unter dem Vorbehalt des nachträglichen Eintritts neuer erheblicher Tatsachen steht. Der Eintritt eines zusätzlichen verschuldensunabhängigen invalidisierenden Gesundheitsschadens stellt einen solchen Revisionsgrund für die rechtskräftig verfügte Kürzung dar. Der Zeitpunkt für die Neufestsetzung, Aufhebung oder Herabsetzung der Kürzung ist in sinngemässer Anwendung der Art. 88a und Art. 88bis IVV zu bestimmen (Meyer/Reichmuth, a.a.O., Rn. 49 zu Art. 7-7b).”
Nur strafrechtlich vorsätzlich begangene Taten sind nach Art. 21 Abs. 1 relevant; fahrlässig begangene Straftaten sowie einfache Ordnungswidrigkeiten/Contraventiones fallen nicht darunter. Erforderlich ist mindestens Vorsatz im Sinne des dolus eventualis (Bewusstsein und Willen). Die Sozialversicherungsinstanzen sind an die Feststellungen der Strafbehörden nicht gebunden; liegt kein strafgerichtliches Urteil vor, haben sie vorfrageweise über das Vorliegen der tatbestandlichen Voraussetzungen zu entscheiden.
“13 L’intention doit porter sur la réalisation du risque, ce par quoi il faut entendre la survenance de l’éventualité assurée (décès, incapacité de travail, incapacité de gain, etc.) ouvrant un droit aux prestations sociales. En tant que tel, un risque ne peut pas être aggravé; sur ce point, la formulation de l’art. 21 al. 1 LPGA est maladroite. Il faut en réalité comprendre que la sanction est susceptible de viser la personne assurée qui a aggravé les conséquences de la réalisation du risque, par exemple l’ampleur de l’atteinte à la santé, la durée de l’incapacité de travail, etc. (…) b) La commission par la personne assurée d’un crime ou d’un délit 17 Une sanction doit également être prononcée lorsque le risque se réalise ou que ses conséquences en sont aggravées alors que la personne assuré commet intentionnellement un crime ou un délit. 18 un crime est une infraction pénale passible d’une peine privative de liberté de plus de trois ans; un délit est une infraction pénale passible d’une peine privative de la liberté n’excédant pas trois ans ou d’une peine pécuniaire. Le prononcé d’une sanction administrative en application de l’art. 21 al. 1 LPGA suppose que tous les éléments constitutifs d’un état de fait pénal soient remplis, tant sur le plan objectif que subjectif. Sur ce second plan, seules les infractions commises intentionnellement, au moins au stade du dol éventuel, sont pertinentes, ce qui suppose conscience et volonté de la part de l’assuré. Les infractions pénales commises par négligence ne permettent pas d’appliquer les conséquences prévues par l’art. 21 al. 1 LPGA. Il en va de même pour la commission, même intentionnelle, d’une simple contravention. 19 L’assureur social, respectivement le juge des assurances sociales, ne sont liés ni par les constatations de fait opérées par les autorités pénales ni par les conséquences juridiques qu’elles en ont tirées. Ils ne s’en écartent cependant que si les faits établis au cours de l’instruction pénale et leur qualification juridique ne sont pas convaincants, ou s’ils se fondent sur des considérations spécifiques du droit pénal qui ne sont pas déterminantes en droit des assurances sociales.”
“(…) b) La commission par la personne assurée d’un crime ou d’un délit 17 Une sanction doit également être prononcée lorsque le risque se réalise ou que ses conséquences en sont aggravées alors que la personne assuré commet intentionnellement un crime ou un délit. 18 un crime est une infraction pénale passible d’une peine privative de liberté de plus de trois ans; un délit est une infraction pénale passible d’une peine privative de la liberté n’excédant pas trois ans ou d’une peine pécuniaire. Le prononcé d’une sanction administrative en application de l’art. 21 al. 1 LPGA suppose que tous les éléments constitutifs d’un état de fait pénal soient remplis, tant sur le plan objectif que subjectif. Sur ce second plan, seules les infractions commises intentionnellement, au moins au stade du dol éventuel, sont pertinentes, ce qui suppose conscience et volonté de la part de l’assuré. Les infractions pénales commises par négligence ne permettent pas d’appliquer les conséquences prévues par l’art. 21 al. 1 LPGA. Il en va de même pour la commission, même intentionnelle, d’une simple contravention. 19 L’assureur social, respectivement le juge des assurances sociales, ne sont liés ni par les constatations de fait opérées par les autorités pénales ni par les conséquences juridiques qu’elles en ont tirées. Ils ne s’en écartent cependant que si les faits établis au cours de l’instruction pénale et leur qualification juridique ne sont pas convaincants, ou s’ils se fondent sur des considérations spécifiques du droit pénal qui ne sont pas déterminantes en droit des assurances sociales. si l'affaire n’a pas encore fait ou ne fera pas l’objet d’une décision pénale, l’assureur, respectivement le juge des assurances sociales, doivent statuer à titre préjudiciel sur la question de la réalisation des éléments constitutifs de l’infraction pénale. Les circonstances conduisant, dans l’analyse pénale, à une réduction de la peine, voire à la renonciation à toute sanction, n’ont pas à être prises en considération dans le cadre de l’application de l’art.”
“(…) b) La commission par la personne assurée d’un crime ou d’un délit 17 Une sanction doit également être prononcée lorsque le risque se réalise ou que ses conséquences en sont aggravées alors que la personne assuré commet intentionnellement un crime ou un délit. 18 un crime est une infraction pénale passible d’une peine privative de liberté de plus de trois ans; un délit est une infraction pénale passible d’une peine privative de la liberté n’excédant pas trois ans ou d’une peine pécuniaire. Le prononcé d’une sanction administrative en application de l’art. 21 al. 1 LPGA suppose que tous les éléments constitutifs d’un état de fait pénal soient remplis, tant sur le plan objectif que subjectif. Sur ce second plan, seules les infractions commises intentionnellement, au moins au stade du dol éventuel, sont pertinentes, ce qui suppose conscience et volonté de la part de l’assuré. Les infractions pénales commises par négligence ne permettent pas d’appliquer les conséquences prévues par l’art. 21 al. 1 LPGA. Il en va de même pour la commission, même intentionnelle, d’une simple contravention. 19 L’assureur social, respectivement le juge des assurances sociales, ne sont liés ni par les constatations de fait opérées par les autorités pénales ni par les conséquences juridiques qu’elles en ont tirées. Ils ne s’en écartent cependant que si les faits établis au cours de l’instruction pénale et leur qualification juridique ne sont pas convaincants, ou s’ils se fondent sur des considérations spécifiques du droit pénal qui ne sont pas déterminantes en droit des assurances sociales. si l'affaire n’a pas encore fait ou ne fera pas l’objet d’une décision pénale, l’assureur, respectivement le juge des assurances sociales, doivent statuer à titre préjudiciel sur la question de la réalisation des éléments constitutifs de l’infraction pénale. Les circonstances conduisant, dans l’analyse pénale, à une réduction de la peine, voire à la renonciation à toute sanction, n’ont pas à être prises en considération dans le cadre de l’application de l’art.”
Im Bereich des UVG konkretisiert Art. 61 UVV die Folgen einer Weweigerung oder Entziehung zumutbarer Behandlungs‑ oder Eingliederungsmassnahmen und ist in Beziehung zu Art. 21 Abs. 4 ATSG zu setzen. Zudem ist bei Anordnungen zur zweckmässigen Behandlung auf Art. 48 Abs. 1 UVG Rücksicht zu nehmen.
“61 UVV können einer versicherten Person, welche sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht oder widersetzt, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder die nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt, die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Gemäss Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG kann eine Verletzung der Behandlungs- oder Eingliederungspflicht erst angenommen werden, nachdem die versicherte Person mit schriftlicher Mahnung auf die betreffenden Rechtsfolgen hingewiesen und ihr eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt wurde. Art. 61 UVV konkretisiert und präzisiert die Folgen einer Weigerung der Versicherten im Bereich der Unfallversicherung. Er sieht vor, dass die Versicherten den Anteil des Schadens tragen müssen, den sie selbst verschuldet haben. Einer versicherten Person, die sich ohne zureichenden Grund weigert, sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederungsmassnahme zu unterziehen, werden gemäss Art. 61 UVV nur diejenigen Leistungen des UVG gewährt, die beim Erfolg dieser Massnahmen wahrscheinlich hätten entrichtet werden müssen. Dieser Bestimmung kommt jedoch keine selbstständige Tragweite zu. Sie muss vielmehr in Beziehung zu Art. 21 Abs. 4 ATSG gesetzt werden (BGE 134 V 189, 194 E. 2.2.).”
“Zu ergänzen ist, dass gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Zu beachten ist zudem Art. 48 Abs. 1 UVG, welcher bestimmt, dass der Versicherer, unter angemessener Rücksichtnahme auf den Versicherten und seine Angehörigen, die nötigen Anordnungen zur zweckmässigen Behandlung des Versicherten treffen kann. Art. 61 UVV konkretisiert und präzisiert die Folgen einer Weigerung des Versicherten im Bereich der Unfallversicherung. Die Bestimmung lautet: Weigert sich ein Versicherter ohne zureichenden Grund, sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederungsmassnahme zu unterziehen, so werden ihm nur die Leistungen gewährt, die beim erwarteten Erfolg dieser Massnahmen wahrscheinlich hätten entrichtet werden müssen.”
Bei der Zumutbarkeitsprüfung nach Art. 21 ATSG sind sowohl objektive als auch subjektive Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Zu den in der Rechtsprechung genannten Kriterien gehören insbesondere die verbleibende Arbeitsfähigkeit, die persönlichen Verhältnisse, das Alter, die berufliche Situation und der Berufsverlauf, die Bindungen am Wohnort, die Lage auf dem Arbeitsmarkt sowie die voraussichtliche Dauer und Verwendbarkeit einer infrage kommenden Tätigkeit.
“L'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
“Considerato l'impedimento del 31% nello svolgere le mansioni di casalinga, l'Ufficio AI ha quindi considerato che il grado di invalidità parziale per la quota parte salariata del 34,64% (90% [percentuale di lavoro come salariata] x 38,49% [impedimento come salariata]) va a sommarsi al grado AI parziale del 3,10% per la quota parte di casalinga (10% [percentuale lavorativa come casalinga] x 31% [impedimento come casalinga]) e quindi si ottiene un grado AI totale del 37,74%, inferiore al minimo del 40% dell'art. 28 LAI anche dopo arrotondamento al 38%. Riconosciuto il valore invalidante della malattia reumatica infiammatoria (spondiloartropatia), occorre ora verificare, dal profilo economico, le conseguenze del danno alla salute subìto. 2.11. L'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
“Va qui ricordato che nella citata DTF 148 V 174 il TF ha stabilito che “attualmente non si presenta alcun motivo oggettivo serio per un cambiamento di giurisprudenza secondo cui per l'accertamento del reddito da invalido sulla base dei dati statistici occorre fondarsi di principio sui valori centrali o mediani delle RSS (consid. 9.2.3 e 9.2.4). Un cambiamento di giurisprudenza non è nemmeno opportuno alla luce della revisione della LAI e dell'OAI entrata in vigore il 1° gennaio 2022 (consid. 9.3)”. Nel caso concreto, sempre dalla decisione impugnata si evince che l’Ufficio AI ha correttamente utilizzato le citate tabelle dell’inchiesta sulla struttura dei salari elaborata dall’Ufficio federale di statistica (Tabella TA1_Skill level, categoria 1, uomini), giungendo ad un importo di fr. 68'959,50 (inc. AI pag. 239). L’assicurato ritiene impossibile riprendere il lavoro non potendo restare in piedi più di 30 minuti. In primo luogo occorre ricordare l'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
Bei dauerhafter Unfähigkeit für die bisherige Tätigkeit kann die versicherte Person verpflichtet sein, ihre restliche Erwerbsfähigkeit in einer anderen, ihrer gesundheitlichen Lage entsprechenden Tätigkeit zu verwerten (z. B. Berufswechsel oder Umschulung). Die Rechtsprechung sieht hierfür üblicherweise eine Anpassungsfrist von rund 3–5 Monaten vor; diese Frist ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der konkreten Umstände anzupassen.
“Va in primo luogo rammentato che nell’ambito dell'assicurazione d'indennità giornaliera, in applicazione del principio secondo cui l'assicurato deve fare tutto quanto da lui esigibile per ridurre lo scapito economico derivante dal danno alla salute, questi deve sfruttare la sua residua capacità lavorativa in attività diverse da quella esercitata al momento del verificarsi del danno alla salute (cfr. sentenza 9C_787/2012 del 20 dicembe 2012, consid. 3; sentenza 8C_709/2008 del 3 aprile 2009; DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Eugster, Vergleich der Krankentaggeldversicherung nach KVG und nach VVG, in: Krankentaggeldversicherung: Arbeits- und versicherungsrechtliche Aspekte, 2007, pag. 83 e seguenti). Non è quindi dato alcun diritto ad una prestazione se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a). In caso d'incapacità lavorativa durevole nell'ambito dell'attività abituale (art. 6 LPGA), in ossequio all'obbligo di ridurre il danno (art. 21 LPGA) e di mettere quindi a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi, l'assicurato è tenuto a cambiare professione (DTF 141 V 625, consid. 4.1). In altre parole, l'indennità per perdita di guadagno interviene laddove vi è un'incapacità di lavoro temporanea. Quando viene accertato che un rientro nella precedente attività non è più possibile, questa funzione "ponte" della prestazione viene meno e occorre esaminare se la persona assicurata possa esercitare, eventualmente in quale misura, un'altra attività confacente al suo stato di salute. In tal caso, la giurisprudenza riconosce che alla persona assicurata occorra assegnare un termine di 3-5 mesi per adattarsi alla sua nuova attività (DTF 141 V 625, consid. 4.1, STF 8C_489/2021 dell’8 febbraio 2022, consid. 5, STF 4A_384/2019 del 9 dicembre 2019, consid. 5.3, STF 9C_787/2012 del 20 dicembe 2012, consid. 3; STF K 224/05 del 29 marzo 2007). Il periodo di adattamento nel singolo caso può, entro tali limiti (cfr.”
Untersuchungshaft: Eine Sistierung der Rentenauszahlung ist auch bei Untersuchungshaft grundsätzlich möglich; eine Sistierung gilt nach den Verweisungen in der Rechtsprechung nicht, wenn die Untersuchungshaft insgesamt weniger als drei Monate dauert. Unrechtmässig bezogene Leistungen sind nach Art. 25 ATSG zurückzufordern. Eine rückwirkende Sistierung bzw. Rückforderung kann sich nach dem Zeitpunkt richten, zu dem die IV‑Stelle von der Haft Kenntnis erlangte.
“Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht vom 13. November 2023 (720 23 245 / 256) Invalidenversicherung Art. 21 Abs. 5 ATSG; der Rentenanspruch ist auch bei Untersuchungshaft zu sistieren Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A. , gegen IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Rückforderung A. Der 1996 geborene A. bezieht eine ganze Invalidenrente. Vom 22. Juli 2022 bis 25. April 2023 befand er sich in Untersuchungshaft. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) davon Kenntnis erlangt hatte, sistierte sie die Invalidenrente gestützt auf Art. 21 Abs. 5 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 rückwirkend ab 1. August 2022 (Verfügung vom 6. Juni 2023). Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Mit Verfügung vom 3. Juli 2023 forderte sie die im Zeitraum August 2022 bis Mai 2023 ausbezahlten Invalidenrenten im Betrag von Fr. 16'130.-- zurück. B. Hiergegen erhob A. , vertreten durch seine Beiständin, am 7. August 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht).”
“Dauert die Untersuchungshaft insgesamt weniger als drei Monate (90 Tage), ist eine Sistierung unzulässig (vgl. Rz. 7205 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Juli 2023). 2.2 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Rückerstattungspflichtig sind der Bezüger oder die Bezügerin der unrechtmässig gewährten Leistungen (Art. 25 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 lit. a ATSV). 3. Vorauszuschicken ist, dass die Sistierungsverfügung vom 6. Juni 2023 unangefochten in Rechtskraft erwachsen und deshalb einer gerichtlichen Überprüfung nicht mehr zugänglichen ist. In diesem Zusammenhang ist aber Folgendes klarzustellen: Der Beschwerdeführer befand sich nachweislich vom 22. Juli 2022 bis 25. April 2023 in Untersuchungshaft (vgl. Mitteilung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 31. Mai 2023; act. 144). Damit war der Freiheitsentzug strafrechtlich begründet und dauerte mehr als drei Monate. Eine Sistierung der Invalidenrente im Sinne von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers grundsätzlich möglich. Soweit er sich auf die Empfehlung der Adhoc-Kommission Schaden UVG 1/2004 beruft, wonach Art. 21 Abs. 5 ATSG bei Untersuchungshaft nicht anwendbar sei, ist ihm entgegenzuhalten, dass es sich dabei nicht um eine für die Beschwerdegegnerin und das Kantonsgericht verbindliche Richtlinie handelt. Die Adhoc-Kommission Schaden UVG erlässt Empfehlungen zu Fragestellungen, die gesetzlich oder durch die Rechtsprechung nicht oder nicht abschliessend geklärt sind. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist aber der Rentenanspruch auch bei Untersuchungshaft zu sistieren (vgl. E. 2.1 hiervor). Dass die Sistierung rückwirkend erfolgte, liegt darin begründet, dass die IV-Stelle erst am 31. Mai 2023 von der Untersuchungshaft des Beschwerdeführers Kenntnis erlangte. Folglich können die während des Freiheitsentzugs zu Unrecht bezogenen Rentenleistungen rückwirkend ab Beginn der Sistierung zurückgefordert werden (vgl. Rz.”
Art. 21 ATSG setzt grundsätzlich eine vorsätzliche Herbeiführung oder Verschlimmerung des Versicherungsfalls voraus. Für die Unfallversicherung sieht die LAA jedoch eine Ausnahme vor: Bei Nichtberufsunfällen kann grobe Fahrlässigkeit eine Kürzung der Taggelder/Leistungen während der ersten zwei Jahre rechtfertigen; die Reduktion darf unter den dort genannten Voraussetzungen höchstens die Hälfte betragen.
“56 de la loi fédérale sur la partie générale du droit des assurances sociales, du 6 octobre 2000 (LPGA - RS 830.1) relatives à la loi fédérale sur l'assurance-accidents, du 20 mars 1981 (LAA - RS 832.20). Sa compétence pour juger du cas d’espèce est ainsi établie. 1.2 À teneur de l'art. 1 al. 1 LAA, les dispositions de la LPGA s'appliquent à l'assurance-accidents, à moins que la loi n'y déroge expressément. 1.3 Le délai de recours est de 30 jours (art. 56 LPGA ; art. 62 al. 1 de la loi sur la procédure administrative du 12 septembre 1985 [LPA - E 5 10]). Interjeté dans la forme et le délai prévus par la loi, le recours est recevable. 2. Le litige porte sur la question de savoir si les prestations auxquelles le recourant a droit peuvent être réduites de moitié au titre d'une entreprise téméraire ou d’une négligence grave. 3. Aux termes de l'art. 6 al. 1 LAA, l'assureur-accidents verse des prestations à l'assuré en cas d'accident professionnel, d'accident non professionnel et de maladie professionnelle. 3.1 Selon l’art. 21 LPGA, si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. À teneur de l’art. 37 LAA, si l’assuré a provoqué intentionnellement l’atteinte à la santé ou le décès, aucune prestation d’assurance n’est allouée, sauf l’indemnité pour frais funéraires (al. 1). Si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels. La réduction ne peut toutefois excéder la moitié du montant des prestations lorsque l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à des rentes de survivants (al. 2). Si l’assuré a provoqué l’accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent, en dérogation à l’art.”
“56 de la loi fédérale sur la partie générale du droit des assurances sociales, du 6 octobre 2000 (LPGA - RS 830.1) relatives à la loi fédérale sur l'assurance-accidents, du 20 mars 1981 (LAA - RS 832.20). Sa compétence pour juger du cas d’espèce est ainsi établie. 1.2 À teneur de l'art. 1 al. 1 LAA, les dispositions de la LPGA s'appliquent à l'assurance-accidents, à moins que la loi n'y déroge expressément. 1.3 Le délai de recours est de 30 jours (art. 56 LPGA ; art. 62 al. 1 de la loi sur la procédure administrative du 12 septembre 1985 [LPA - E 5 10]). Interjeté dans la forme et le délai prévus par la loi, le recours est recevable. 2. Le litige porte sur la question de savoir si les prestations auxquelles le recourant a droit peuvent être réduites de moitié au titre d'une entreprise téméraire ou d’une négligence grave. 3. Aux termes de l'art. 6 al. 1 LAA, l'assureur-accidents verse des prestations à l'assuré en cas d'accident professionnel, d'accident non professionnel et de maladie professionnelle. 3.1 Selon l’art. 21 LPGA, si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. À teneur de l’art. 37 LAA, si l’assuré a provoqué intentionnellement l’atteinte à la santé ou le décès, aucune prestation d’assurance n’est allouée, sauf l’indemnité pour frais funéraires (al. 1). Si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels. La réduction ne peut toutefois excéder la moitié du montant des prestations lorsque l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à des rentes de survivants (al. 2). Si l’assuré a provoqué l’accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent, en dérogation à l’art.”
Untersuchungshaft kann — entgegen dem strikten Wortlaut von Art. 21 Abs. 5 ATSG — zur Sistierung von Leistungen mit Erwerbsersatzcharakter führen, weil bei Untersuchungshaft in der Regel kein Anspruch auf Lohnfortzahlung besteht und somit ein Erwerbsausfall eintritt. Nach der Praxis ist eine solche Sistierung bei Untersuchungshaft jedoch erst ab einer gewissen Dauer gerechtfertigt; die Rechtsprechung bzw. Lehre nimmt insoweit eine Analogie an, wonach die Sistierung erst ab einer dreimonatigen Untersuchungshaft rechtfertigbar sein kann.
“Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gibt Untersuchungshaft von gewisser Dauer trotz des Wortlautes von Art. 21 Abs. 5 ATSG (Straf- oder Massnahmenvollzug) in gleicher Weise Anlass zur Rentensistierung wie jede andere Form des von einer Strafbehörde angeordneten Freiheitsentzuges. Ratio legis dieser Bestimmung ist die Gleichbehandlung der invaliden mit der validen inhaftierten Person, welche durch einen Freiheitsentzug ihr Einkommen verliert. Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe oder Massnahme an einer Erwerbstätigkeit gehindert wird. Nur wenn die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit bietet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, verbietet es sich, den Rentenanspruch zu sistieren. Massgebend für eine Sistierung der Rentenleistung eines Invaliden ist somit, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde. Unerheblich für die Rentensistierung ist dagegen, ob die Behandlungsbedürftigkeit oder die Sozialgefährlichkeit überwiegt.”
“Januar 2022 traten die geänderten Bestimmungen des ATSG, der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. September 2002, des IVG sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in Kraft. In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen –grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnen-den oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1; 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 2022 und die Rückforderung betrifft die Monate August 2022 bis Mai 2023. Folglich sind die ab 1. Januar 2022 gültigen Rechtsvorschriften anwendbar. Sie werden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 2.1 Befindet sich die versicherte Person im Straf- oder Massnahmenvollzug, so kann während dieser Zeit die Auszahlung von Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter ganz oder teilweise eingestellt werden (Art. 21 Abs. 5 ATSG). Ratio legis dieser Bestimmung ist die Gleichbehandlung der invaliden mit der validen inhaftierten Person, welche durch einen Freiheitsentzug ihr Einkommen verliert. Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe oder Massnahme an einer Erwerbstätigkeit gehindert wird. Nur wenn die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit bietet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, verbietet es sich, den Rentenanspruch zu sistieren. Massgebend für eine Sistierung der Rentenleistungen einer invaliden Person ist demnach, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde (BGE 137 V 154 E. 5.1; BGE 133 V 1 E. 4.2.4.1). Weil bei Untersuchungshaft eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin grundsätzlich kein Anspruch auf Lohnfortzahlung nach Art. 324a des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) vom 30. März 1911 besteht, da es sich in der Regel um eine selbstverschuldete Arbeitsverhinderung handelt, ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Rentenanspruch – entgegen dem Wortlaut von Art.”
“5 LPGA permet à l’administration de suspendre partiellement ou totalement le paiement des prestations pour perte de gain si l’assuré exécute une peine ou une mesure. Cette disposition a pour but de garantir une égalité de traitement entre personnes invalides et valides, les valides étant, dans l’optique du législateur, les personnes subissant une perte de revenu du fait de leur détention, y compris lorsque cette détention est « préventive » (ATF 133 V 1), c’est-à-dire « provisoire » selon la terminologie du Code de procédure pénale suisse du 5 octobre 2007, en vigueur depuis le 1er janvier 2011 (CPP – RS 312.0 ; cf. aussi le ch. 3.6.2.1.01 des Directives concernant les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI (DPC)). Malgré sa formulation potestative, l’art. 21 al. 5 LPGA laisse en réalité uniquement à l’administration la faculté de tenir compte de ce que certaines mesures ou certaines formes de détention permettent de réaliser un gain pendant leur exécution (cf. Anne-Sylvie DUPONT, in Commentaire romand de la LPGA, 2018, n. 74 ad art. 21). Les « prestations pour perte de gain » au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA incluent notamment les indemnités journalières, les rentes d’invalidité et les prestations complémentaires qui s’y rattachent, mais non les rentes de vieillesse et les prestations qui les complètent (cf. Ueli KIESER, op. cit., n. 166 et 175 ad art. 21 LPGA). Sous l’angle de l’invalidité, l’exécution d’une peine ou d’une mesure ne constitue pas un motif de révision, mais de suspension de la rente, ce qui était déjà le cas sous l’empire de la jurisprudence antérieure à la LPGA (cf. ATF 113 V 273). Puisque l’éventualité considérée entraîne une suspension de la rente, cette dernière doit être servie dans son intégralité pour le mois durant lequel l’exécution de la peine ou de la mesure débute. Une fois cette durée d’exécution accomplie, la rente est à nouveau servie pour le mois entier au cours duquel la sortie de prison a lieu (cf. ATF 114 V 143 consid. 3 ; Ueli KIESER, op. cit., n. 168 ad art. 21 LPGA). En revanche, lorsque la personne assurée est incarcérée sous le régime de la détention provisoire, la suspension des rentes d’invalidité n’est justifiée qu’à partir du moment où cette détention a duré trois mois, en application par analogie de l’art.”
“Januar 2022 traten die geänderten Bestimmungen des ATSG, der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. September 2002, des IVG sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in Kraft. In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen –grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnen-den oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1; 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 2022 und die Sistierung betrifft die Monate ab September 2022. Folglich sind die ab 1. Januar 2022 gültigen Rechtsvorschriften anwendbar. Sie werden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 2. Befindet sich die versicherte Person im Straf- oder Massnahmenvollzug, so kann während dieser Zeit die Auszahlung von Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter ganz oder teilweise eingestellt werden (Art. 21 Abs. 5 ATSG). Ratio legis dieser Bestimmung ist die Gleichbehandlung der invaliden mit der validen inhaftierten Person, welche durch einen Freiheitsentzug ihr Einkommen verliert. Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe oder Massnahme an einer Erwerbstätigkeit gehindert wird. Nur wenn die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit bietet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, verbietet es sich, den Rentenanspruch zu sistieren. Massgebend für eine Sistierung der Rentenleistungen einer invaliden Person ist demnach, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde (BGE 137 V 154 E. 5.1; BGE 133 V 1 E. 4.2.4.1). Weil bei Untersuchungshaft eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin grundsätzlich kein Anspruch auf Lohnfortzahlung nach Art. 324a des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) vom 30. März 1911 besteht, da es sich in der Regel um eine selbstverschuldete Arbeitsverhinderung handelt, ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Rentenanspruch – entgegen dem Wortlaut von Art.”
Art. 7b Abs. 2 IVG nennt vier abschliessend aufgeführte Tatbestände, bei deren Vorliegen die IV-Stelle in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG sofort und ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren Leistungen kürzen oder verweigern kann (u.a. Verletzung von Auskunfts-, Melde- und Anmeldepflicht sowie unrechtmässige Leistungserwirkung). Die Rechtsprechung beschränkt die sofortige Anwendung dieser Ausnahme auf Fälle qualifizierter Pflichtverletzungen (z. B. strafrechtlich relevante Betrugshandlungen oder bewusstes Verfälschen von Untersuchungsergebnissen). Bei sonstigen Mitwirkungspflichtverletzungen ist grundsätzlich zunächst das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen; im Entscheid über Kürzung oder Verweigerung sind indessen die Umstände des Einzelfalls, insbesondere das Ausmass des Verschuldens, zu berücksichtigen.
“Während Art. 7b Abs. 1 IVG für den Regelfall auf Art. 21 Abs. 4 ATSG verweist, enthält Art. 7b Abs. 2 IVG vier abschliessend aufgezählte Tatbestände, die, wenn erfüllt, die IV-Stelle berechtigen, die Leistungen in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG unverzüglich und ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren zu kürzen oder zu verweigern. Es sind dies die Verletzungen der Auskunfts-, Melde- und Anmeldepflicht sowie die unrechtmässige Leistungserwirkung mitsamt dem Versuch dazu. Hervorzuheben ist hier Art. 7b Abs. 2 lit. b IVG, der die Leistungskürzung oder -verweigerung bei einer Meldepflichtverletzung nach Art. 31 Abs. 1 ATSG betrifft. Die Rechtsprechung hat den Anwendungsbereich von Art. 7b Abs. 2 IVG auf Fälle qualifizierter Pflichtverletzung beschränkt, z.B. strafrechtlich relevante Betrugshandlung oder wenigstens bewusste Verfälschung medizinischer Untersuchungsergebnisse, etwa durch Vortäuschen eines beeinträchtigten Gesundheitszustandes mit dem Ziel, Versicherungsleistungen zu erschleichen; in allen anderen Fällen ist selbst bei unentschuldbarer Verletzung der Mitwirkungspflicht zunächst das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen (MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 4.”
“Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs.”
“Art. 7b Abs. 2 IVG enthält vier abschliessend aufgezählte Tatbestände, die, wenn erfüllt, die IV-Stelle berechtigen, die Leistungen in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG unverzüglich und ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren zu kürzen oder zu verweigern. Es sind dies die Verletzungen der Auskunfts-, Melde- und Anmeldepflicht sowie die unrechtmässige Leistungserwirkung mitsamt dem Versuch dazu. Die Rechtsprechung hat den Anwendungsbereich von Art. 7b Abs. 2 IVG auf Fälle qualifizierter Pflichtverletzung beschränkt, z.B. strafrechtlich relevante Betrugshandlung oder wenigstens bewusste Verfälschung medizinischer Untersuchungsergebnisse, etwa durch Vortäuschen eines beeinträchtigten Gesundheitszustandes mit dem Ziel, Versicherungsleistungen zu erschleichen; in allen anderen Fällen ist selbst bei unentschuldbarer Verletzung der Mitwirkungspflicht zunächst das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen (Urteil des BGer 8C_743/2018 vom 27. Mai 2019 E. 5.2.2 m.w.H.; Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 4. Aufl. 2022, S. 86 Rz. 30 zu Art. 7-7b IVG mit Hinweis auf Urteil 9C_744/2011 vom 30. November 2011). Die Regelungen von Art. 43 Abs. 3 ATSG und Art.”
Bei der Zumutbarkeitsprüfung sind sowohl die objektiven als auch die subjektiven Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Die subjektiven Umstände (z. B. Alter, Gesundheitszustand, frühere Erfahrungen) sind jedoch objektiv zu würdigen; massgebend ist das objektiv Zumutbare.
“1 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). 3.2 Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar (Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG). Er stimmt inhaltlich weitgehend mit der Regelung von alt Art. 10 Abs. 2 IVG und alt Art. 31 IVG (je in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002) überein. Die hiezu ergangene Rechtsprechung ist somit zu beachten (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, N 54 ff. zu Art. 21). Es betrifft dies insbesondere die formellen Erfordernisse des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Bereich der Invalidenversicherung (BGE 122 V 218; SVR 2005 IV Nr. 30 S. 113). Art. 7 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung verweist bezüglich der Kürzung und Verweigerung von Leistungen ausdrücklich auf Art. 21 Abs. 4 ATSG (vgl. altrechtlich ZAK 1965 S. 507). 3.3 Was als zumutbar im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG zu gelten hat, wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. Kieser, a.a.O., N 60 zu Art. 21), kann auf die zu Art. 31 Abs. 1 IVG ergangene Rechtsprechung verwiesen werden. Danach sind bei der Beurteilung der Zumutbarkeit einer Massnahme die gesamten objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen. Namentlich bei medizinischen Massnahmen, die einen starken Eingriff in die persönliche Integrität der versicherten Person darstellen können, ist an die Zumutbarkeit kein strenger Massstab anzulegen (ZAK 1985 S. 326 Erw. 1). (…)" (STFA I 462/05 del 16 agosto 2006, consid. 3) L’Alta Corte, nella STF I 824/06 del 13 marzo 2007 pubblicata in SVR 2008 IV Nr. 7, chiamata a pronunciarsi nel caso in cui un assicurato non si era sottoposto al trattamento psichiatrico prospettatogli, in particolare, riguardo al successo del trattamento, ha osservato: " (…) 3.”
“31) und neuropsychologischen [IV-Akte 113, S. 38] Gutachten sowie psychiatrischen Konsiliargutachten [IV-Akte 113, S. 60] der Kliniken C____). 5. 5.1. Art. 43 Abs. 2 ATSG zufolge setzt die Pflicht zur Teilnahme von versicherten Person an ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen voraus, dass diese wie soeben ausgeführt (vgl. E. 4.1.1.-4.1.2. hiervor und Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG sowie Art. 57 Abs. 3 IVG) notwendig und zumutbar sind. Bei der Beurteilung der zweiten, kumulativ zu erfüllenden Voraussetzung der Zumutbarkeit von ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen gelten die zu Art. 21 Abs. 4 ATSG entwickelten Grundsätze, wo es um die Zumutbarkeit einer Behandlung oder einer Massnahme zur Eingliederung ins Erwerbsleben geht, analog (vgl. Peter Forster, Art. 43 N 28, in: Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux (Hrsg.), Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ATSG, 1. Auflage, Zürich 2021 und Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich 2020, N 92 zu Art. 43 ATSG). Gemäss der Rechtsprechung zu Art. 21 Abs. 4 ATSG ist die Mitwirkung zumutbar, wenn der verfolgte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zur Beeinträchtigung des Pflichtigen steht. Für diese Beurteilung sind sowohl die objektiven als auch die subjektiven Umstände zu berücksichtigen. Massgebend ist das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive Wertung der versicherten Person (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_128/2015 vom 25. Juni 2015 E. 1.2 mit Hinweisen und 8C_128/2007 vom 14. Januar 2008 E. 3.1). Dabei ist die Frage der subjektiven Zumutbarkeit ebenfalls objektiv zu klären. Es geht mithin nicht etwa darum, ob die betreffende Person aus ihrer eigenen, subjektiven Wahrnehmung heraus die Untersuchung als zumutbar erachtet, sondern darum, dass die subjektiven Umstände, etwa Alter, Gesundheitszustand, bisherige Erfahrungen mit Abklärungen, in einer objektiven Betrachtung dahingehend gewürdigt werden, ob diese Umstände die Untersuchung zulassen oder nicht. Die objektive Zumutbarkeit hängt sodann unter anderem damit zusammen, dass eine medizinische Untersuchung oder gar eine Begutachtung die persönliche Freiheit einer versicherten Person tangieren kann, wobei lediglich leichte Eingriffe in die Grundrechte der persönlichen Freiheit von den Versicherten in Kauf genommen werden müssen.”
“Ferner beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarkts nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 276 E. 4 mit Hinweisen). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 276 E. 4b; AHI 1998 S. 291 E. 3b). Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der von der versicherten Person auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls nicht zumutbar sind (Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des EVG vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen). Für die Invaliditätsbemessung ist hingegen nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 287 E. 3b, I 198/97).”
Grundsatz: Vor einer Kürzung oder Verweigerung der Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG ist die versicherte Person schriftlich zu mahnen, auf die Rechtsfolgen hinzuweisen und ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Ausnahme: Von diesem Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren kann abgewichen werden, wenn die versicherte Person ihre Anmelde-, Melde‑ oder Auskunftspflicht verletzt hat oder Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat.
“Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, namentlich auch an medizinischen Behandlungen nach Art. 25 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Wenn die versicherte Person diesen Pflichten nicht nachgekommen ist, können die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden (Art. 7b Abs. 1 IVG). Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht vor, dass eine versicherte Person, die sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder die nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt, unter Ansetzung einer angemessenen Bedenkzeit schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden muss, bevor ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. In Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG können die Leistungen ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren nur dann gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person ihre Anmelde-, Melde- oder Auskunftspflicht verletzt oder wenn sie Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat (vgl.”
In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt und nicht verweigert.
“4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
Bei Versicherten, die zum Zeitpunkt der Entscheidung älter als 55 Jahre sind, ist grundsätzlich zu prüfen, ob berufliche Reintegrations- bzw. Rehabilitationsmassnahmen durchzuführen sind. Eine vorgängige Prüfung und Umsetzung solcher Massnahmen kann entfallen, wenn feststeht, dass die versicherte Person aus Gründen, die nicht in der Invalidität liegen, subjektiv nicht zur Rehabilitationsbereitschaft vorhanden ist.
“Dans de telles situations, l'office de l'assurance-invalidité doit vérifier dans quelle mesure l'assuré a besoin de la mise en œuvre de mesures d'ordre professionnel, même si ce dernier a recouvré une capacité de travail et indépendamment du taux d'invalidité qui subsiste (TF 9C_303/2022 du 31 mai 2023 consid. 5.2 et les références). Dans l'ATF 145 V 209, le Tribunal fédéral a précisé qu'en cas de réduction ou de suppression de la rente d'invalidité d'un assuré âgé de plus de 55 ans, il y a lieu, en principe, de mettre en œuvre des mesures de réadaptation également lorsque l'on statue sur la limitation et/ou l'échelonnement en même temps que sur l'octroi de la rente. b) Selon la jurisprudence, en l'absence d'aptitude subjective à la réadaptation, c'est-à-dire lorsque la volonté de se réadapter n'existe pas pour des raisons étrangères à l'invalidité, la rente peut être réduite ou supprimée sans examen préalable de mesures de réinsertion et sans qu'il soit nécessaire d'engager préalablement une procédure de mise en demeure avec un délai de réflexion au sens de l'art. 21 al. 4 LPGA (TF 8C_19/2016 du 4 avril 2016 consid. 5.2.3, in SVR 2016 IV n° 27 p. 80; TF 9C_442/2017 du 8 juin 2018 consid. 3.2.3 et les nombreuses références). La question du moment auquel la limite des 55 ans doit être déterminée a été laissée ouverte par le Tribunal fédéral jusqu’à l’arrêt 8C_104/2021 du 27 juin 2022 (destiné à la publication). Le moment déterminant pour l’aptitude à la réadaptation par soi-même dans ce cadre est celui de la décision, même dans le cadre de l’octroi d’une rente d’invalidité limitée dans le temps et octroyée avec effet rétroactif (TF 8C_104/2021 précité, consid. 7.3.2). Notre Haute Cour a de plus indiqué que cette question devait être examinée d’office (idem, consid. 7.1.4). c) En l’espèce, le recourant, né en [...], avait atteint l’âge de 55 ans révolus au moment de la décision du 18 juillet 2022. Théoriquement, au vu des principes développés ci-avant, il pourrait ainsi prétendre à l’octroi de mesures de réadaptation. Toutefois, selon le service de réadaptation de l’intimé aucune mesure professionnelle n’était envisageable chez l’assuré qui ne s’était jamais senti apte à reprendre une activité (document intitulé « REA – Rapport final » du 2 février 2021).”
Die IV‑Stelle muss in der Verfügung die Gründe für den Abbruch von Eingliederungsmassnahmen nachvollziehbar darlegen; pauschale oder vage Formulierungen (z. B. «nicht mehr zielführend») genügen nicht.
“Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahme vom 20. August 2019). Mit Schreiben vom 28. August 2019 folgte die entsprechende schriftliche Mitteilung und schliesslich am 12. September 2019 die verfügungsweise Beendigung der beruflichen Massnahmen. 6. Ist die objektive Eingliederungsfähigkeit nicht mehr gegeben, sind die Eingliederungsmassnahmen abzuschliessen. Das Fehlen der objektiven Eingliederungsfähigkeit kann sich unter anderem namentlich aufgrund einer dauerhaften Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergeben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 27. April 2015, 9C_64/2015, E. 3 und vom 6. September 2016, 8C_667/2015, E. 5.3). Beim Fehlen der subjektiven Eingliederungsfähigkeit setzt die Einstellung von Leistungen - namentlich auch von beruflichen Eingliederungsmassnahmen - grundsätzlich voraus, dass zuvor ein ordnungsgemässes Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 durchgeführt wurde (Art. 7b Abs. 1 IVG). Gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG können Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. 7.1 Die IV-Stelle begründete den Abbruch der beruflichen Massnahmen in der Verfügung vom 12. September 2019 damit, dass diese nicht mehr zielführend gewesen seien. Was darunter zu verstehen ist, erläuterte sie nicht. 7.2 Erst in ihrer Vernehmlassung vom 11. Dezember 2019 äusserte sich die IV-Stelle näher zu den Gründen des Abbruchs der beruflichen Massnahmen. Das selbstlimitierende Verhalten des Versicherten bzw. seine ungenügende Eingliederungsbereitschaft habe zur Einstellung der Massnahmen geführt.”
Erfolgt trotz schriftlicher Mahnung und gesetzter Frist keine ausreichende Mitwirkung, kann die IV bzw. der Leistungsträger die Rehabilitationsmassnahmen einstellen und anschliessend die Leistungsberechtigung unter Berücksichtigung einer hypothetisch angenommenen Erwerbsfähigkeit (z. B. 100 %) neu prüfen.
“Plusieurs démarches de réadaptation ont dès lors été mises en place dès début 2016 et différents projets ont été évoqués tels que : experte en prévention des infections associées aux soins, spécialiste en codage médical, spécialiste dans le traitement des plaies, évaluatrice RAI … Dans le cadre des derniers stages que vous avez effectués, la prise en charge d’une formation de type CAS ou MAS a été envisagée, pour autant que vous soyez présente à 100 %. Or, vous n’avez jamais dépassé un taux de présence de 50-60 % et vous n’êtes pas d’accord avec la capacité de travail dans une activité adaptée fixée à 100 %. Pour rappel, cette appréciation de la capacité de travail a été déterminée à plusieurs reprises, notamment dans le cadre de la dernière expertise pluridisciplinaire effectuée au début de l’année 2021. Selon l’art. 7 LAI, l’assuré doit entreprendre tout ce qui peut être raisonnablement exigé de lui pour réduire la durée et l’étendue de l’incapacité de travail et pour empêcher la survenance d’une invalidité. Dans ce cadre, il doit participer activement à la mise en œuvre de toutes les mesures raisonnablement exigibles contribuant soit au maintien de son emploi actuel, soit à sa réadaptation à la vie professionnelle ; il s’agit en particulier des mesures d’ordre professionnel. L’art. 21 al. 4 LPGA précise que les prestations peuvent être réduites ou refusées temporairement ou définitivement si l’assuré se soustrait ou s’oppose, ou encore ne participe pas spontanément, dans les limites de ce qui peut être exigé de lui, à un traitement ou à une mesure de réinsertion professionnelle raisonnablement exigible et susceptible d’améliorer notablement sa capacité de travail ou d’offrir une nouvelle possibilité de gain. Au vu de ce qui précède, nous vous laissons un délai au 31 mai 2021 pour nous confirmer par écrit que vous acceptez la capacité de travail de 100 % dans une activité adaptée fixée par le SMR et collaborerez pleinement tout au long des mesures qui seront alors mises en place. En cas de réponse négative, ou sans réponse de votre part dans le délai fixé, nous mettrons un terme à nos démarches de réadaptation et évaluerons votre droit à la rente en tenant compte d’une capacité de travail de 100 % dans une activité adaptée à vos limitations fonctionnelles et des gains que vous auriez été en mesure de réaliser après avoir effectué une des formations évoquées.”
In der zitierten Entscheidung wurde festgehalten, dass die Behandler keine Therapieresistenz dargetan hatten; dies sprach gegen eine Leistungskürzung nach Art. 21 Abs. 4 ATSG in diesem Fall. Damit wird ersichtlich, dass die Darstellung des Behandlungsverlaufs und das Vorliegen bzw. Fehlen einer Therapieresistenz in der Praxis für die Beurteilung einer Kürzung nach Art. 21 Abs. 4 ATSG von Bedeutung sein kann.
“Mit Bezug auf den medizinischen Sachverhalt bestehen gesamthaft betrachtet somit klare Anhaltspunkte für ein psychisches Leiden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, wobei aber auch nur zeitweise eine konsequente Behandlung erfolgte, wie sie für die theoretisch günstige Prognose bzw. die Eingliederungsfähigkeit allseits vorausgesetzt wurde. Eine Therapieresistenz wurde seitens der Behandler dabei nicht dargetan; ob die Überlegungen zur Mitwirkungspflicht in der Telefonnotiz vom Februar 2021 von der RAD-Ärztin oder der Eingliederungsberaterin stammen, ist insoweit unerheblich. Eine Therapierbarkeit steht dem Eintritt einer rentenbegründenden Invalidität allerdings nicht absolut entgegen. Eine Leistungsverweigerung oder -kürzung mit der Begründung, die versicherte Person schöpfe ihre Behandlungsressourcen nicht aus, würde sodann ein Vorgehen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG voraussetzen (etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_327/2022 vom 10. Oktober 2023 E. 4.2). Faktisch konnte die Beschwerdeführerin bisher auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht Fuss fassen, wobei sie zu Beginn der Eingliederung vermehrt Eigeninitiative (zweijährige Fernausbildung und intensive Stellensuche) und später zunehmend Motivationsschwierigkeiten zeigte.”
Zur Beurteilung, ob während des Straf- oder Massnahmenvollzugs Erwerbstätigkeit möglich gewesen wäre, kommt es auf die tatsächlichen Vollzugsbedingungen an. Liegen diese—z. B. im Normalvollzug—so, dass eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft faktisch nicht möglich ist, genügt dies für die Sistierung; eine ausschliessliche Prüfung gesundheitlicher Beeinträchtigungen ist nicht erforderlich.
“Hinsichtlich dieses Vollzugs blieb unbestritten sowie ist aufgrund der Bestätigung der BVD vom 26. Januar 2022 ausgewiesen, dass sich die Beschwerdeführerin vom 1. November 2017 bis am 14. April 2019 im ordentlichen Strafvollzug befunden hat (Urk. 6/443), womit die erste in Art. 21 Abs. 5 ATSG statuierte Voraussetzung für die Rentensistierung erfüllt ist. Sodann verneinten die BVD die Frage der IV-Stelle danach, ob die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit in dieser Vollzugsart die Möglichkeit gehabt hätte, eine Erwerbstätigkeit in der freien Wirtschaft auszuüben (Urk. 6/442-443). Die Ausführungen der Beschwerdeführerin bestätigen diesen Umstand insofern, als sie darlegte, die Strafanstalt Y.___ habe ihr das Ausüben einer Erwerbstätigkeit in Z.___ verweigert, obwohl sie eine entsprechende Stelle erhalten hätte (Urk. 1 S. 2). Dass die Beschwerdeführerin in dieser Vollzugsart selbst bei guter Gesundheit keine Möglichkeit gehabt hätte, einer Erwerbstätigkeit in der freien Wirtschaft nachzugehen, überzeugt sodann vor dem Hintergrund, dass die gefangene Person im Normalvollzug ihre Arbeits-, Ruhe- und Freizeit in der Regel in der Anstalt verbringt (Art. 77 StGB). Hinweise darauf, dass diese Vollzugsart überwiegend durch die gesundheitliche Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin bedingt gewesen wäre (vgl.”
Die grundsätzliche Behandelbarkeit einer Gesundheitsbeeinträchtigung (auch psychischer Leiden) schliesst die Feststellung einer Erwerbsunfähigkeit und damit einer rentenbegründenden Invalidität nicht von vornherein aus; Behandelbarkeit allein verhindert die Invaliditätsfeststellung nicht automatisch.
“bestimmtes Urteil 8C_104/2024 vom 22. Oktober 2024 [Adipositas]). Ferner ist die Rechtsprechung hinsichtlich der Feststellung von Arbeitsunfähigkeit früher davon ausgegangen, leicht- und mittelgradige depressive Störungen seien - weil definitionsgemäss bloss minderschwere Beeinträchtigungen - regelmässig gut behandelbar; sie wirkten sich daher nur bei erwiesener Therapieresistenz invalidisierend aus. Auch diese Betrachtungsweise ist mittlerweile überholt (Änderung der Rechtsprechung durch BGE 143 V 409; ANDREAS TRAUB, Behandelbarkeit der Adipositas und rentenbegründende Invalidität, in: SZS 2025 S. 56 f.). Die grundsätzliche Behandelbarkeit einer Gesundheitsbeeinträchtigung schliesst eine Erwerbsunfähigkeit und damit eine rentenbegründende Invalidität begrifflich also nicht von vornherein aus (erwähntes Urteil 8C_104/2024 E. 5.9 und 5.11; BGE 145 V 215 E. 8.2; 143 V 409 E. 4.4; 127 V 294 E. 4c; Urteil 9C_327/2022 vom 10. Oktober 2023 E. 4.2; BRUNNER/VOLLENWEIDER, in: Basler Kommentar, ATSG, 2020, N. 101 zu Art. 21 ATSG).”
“bestimmtes Urteil 8C_104/2024 vom 22. Oktober 2024 [Adipositas]). Ferner ist die Rechtsprechung hinsichtlich der Feststellung von Arbeitsunfähigkeit früher davon ausgegangen, leicht- und mittelgradige depressive Störungen seien - weil definitionsgemäss bloss minderschwere Beeinträchtigungen - regelmässig gut behandelbar; sie wirkten sich daher nur bei erwiesener Therapieresistenz invalidisierend aus. Auch diese Betrachtungsweise ist mittlerweile überholt (Änderung der Rechtsprechung durch BGE 143 V 409; ANDREAS TRAUB, Behandelbarkeit der Adipositas und rentenbegründende Invalidität, in: SZS 2025 S. 56 f.). Die grundsätzliche Behandelbarkeit einer Gesundheitsbeeinträchtigung schliesst eine Erwerbsunfähigkeit und damit eine rentenbegründende Invalidität begrifflich also nicht von vornherein aus (erwähntes Urteil 8C_104/2024 E. 5.9 und 5.11; BGE 145 V 215 E. 8.2; 143 V 409 E. 4.4; 127 V 294 E. 4c; Urteil 9C_327/2022 vom 10. Oktober 2023 E. 4.2; BRUNNER/VOLLENWEIDER, in: Basler Kommentar, ATSG, 2020, N. 101 zu Art. 21 ATSG).”
Die Verwaltung kann im Rahmen des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens prüfen, die versicherte Person zur Aufnahme einer leitliniengerechten medikamentösen antidepressiven Therapie zu verpflichten und die Therapieadhärenz (z. B. mittels Serumspiegelkontrollen) zu überwachen; anschliessend kann sie ein weiteres psychiatrisches Gutachten einholen und auf dieser Grundlage über die Leistungspflicht neu entscheiden.
“Auch wenn auf die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters nicht abgestellt werden kann (vgl. vorne E. 3.3.2 und 3.4), überzeugen diese Ausführungen. Mithin ist das therapeutische Potential nicht ausgeschöpft und auch im Hinblick auf eine erneute psychiatrische Begutachtung ist die Aufnahme einer leitliniengerechten antidepressiven Therapie inklusive entsprechender psychopharmakologischer Medikation, wobei die Therapieadhärenz mittels Serumspiegelbestimmung zu kontrollieren sein wird, angezeigt. Aufgrund der notwendigen Vorbereitungs- und Kontrollmassnahmen, die den Beizug des RAD notwendig machen dürften, ist eine Rückweisung der Sache an die Verwaltung angezeigt (vgl. Thomas Flückiger, Welchen Beitrag leisten die Gerichte zur Effektivität des Rechtsschutzes im Sozialversicherungsrecht?, in: Fuhrer/Kieser/Weber [Hrsg.], Mehrspuriger Schadenausgleich, 2022, S. 1117). Diese hat zunächst die möglichen Behandlungsoptionen zu prüfen, die Beschwerdeführerin mittels des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens (Art. 21 Abs. 4 ATSG bzw. Art. 7 IVG) dazu zu verpflichten, sich einer kontrollierten, medikamentösen antidepressiven Therapie zu unterziehen und parallel dazu bei einem mit der Beschwerdeführerin noch nicht befassten Sachverständigen ein weiteres psychiatrisches Gutachten i.S.v. Art. 44 ATSG einzuholen sowie hiernach über den Rentenanspruch erneut zu befinden.”
Die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG kann nur so lange angewendet werden, als zwischen dem verweigerten Mitwirken und dem eingetretenen Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Gibt die versicherte Person die frühere Verweigerung auf, fällt für die Zukunft grundsätzlich der Kausalzusammenhang dahin; ab diesem Zeitpunkt ist mit Wirkung für die Zukunft zu prüfen, ob die bisherige Kürzung oder Verweigerung der Leistungen zurückzunehmen ist.
“Die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt nicht nur die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Die Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, muss darüber hinaus auch geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine - je nach den Umständen zu konkretisierende - gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. Zu ergänzen bleibt, dass die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG nur so lange greifen kann, als zwischen Verhaltensweise und Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Entschliesst sich die versicherte Person, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt für die Zukunft der Kausalzusammenhang grundsätzlich dahin. Deshalb ist ab diesem Zeitpunkt und mit Wirkung für die Zukunft zu prüfen, ob auf die bisherige Kürzung bzw. Verweigerung der Leistung zurückzukommen ist (Ueli Kieser, a.a.O., Art. 21 N 164).”
“Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt somit einerseits die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, geeignet sein, eine (wesentliche) Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine je nach den Umständen zu konkretisierende gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. 3.6. Die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG kann nur so lange greifen, als zwischen Verhaltensweise und Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Der versicherten Person steht es frei, um Zusprechung beruflicher Massnahmen für die Zukunft zu ersuchen, sobald sie ihre verweigernde Haltung aufgegeben hat. Entschliesst sie sich, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt für die Zukunft der Kausalzusammenhang grundsätzlich dahin. Es ist deshalb ab diesem Zeitpunkt mit Wirkung für die Zukunft zu prüfen, ob auf die bisherige Kürzung bzw. Verweigerung der Leistung zurückzukommen ist. Die nach Erlass einer auf Art. 21 Abs. 4 ATSG gestützten Verfügung erklärte subjektive Eingliederungsbereitschaft macht die Widersetzlichkeit, welche zur Verfügung geführt hat, nicht ungeschehen. Doch wenn die verweigerte Mitwirkung zu einem späteren Zeitpunkt erbracht wird, kann sich die festgelegte Sanktion nur auf diejenige Zeitspanne beziehen, während der die Mitwirkung verweigert wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_244/2016 E. 3.3 mit weiterem Hinweis). Die nachträgliche Erklärung der versicherten Person ist gegebenenfalls als Neuanmeldung zu betrachten (Urteil des Bundesgerichts 9C_994/2009 vom 22. März 2010 E. 5.1) bzw. sollte zu einem regulären Abklärungsverfahren führen (vgl. dazu die berechtigte Kritik von Lendfers, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht Zeitraum Juli 2016 bis und mit Juli 2017, in: JaSo 2018, S. 96). 4. 4.1. Die Beschwerdegegnerin hatte bereits mit Verfügung vom 10. November 2020 (IV-Akte 59) einen Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen wegen Nichteinhaltens der Schadenminderungsauflage abgelehnt.”
Vor einer Kürzung oder Verweigerung von Leistungen ist zu prüfen, ob ein Revisions- oder Rechtsmittelverfahren missbräuchlich eingeleitet wurde; die Rechtsprechung verbindet den Entzug des aufschiebenden Effekts bei Kürzungsentscheidungen mit der Voraussetzung, dass die Revision beziehungsweise das Rechtsmittel nicht missbräuchlich war.
“55 PA). La jurisprudence a également précisé que le retrait de l'effet suspensif prononcé dans le cadre d'une décision de diminution ou de suppression de rente à la suite d'une procédure de révision couvrait également la période courant jusqu'à ce qu'une nouvelle décision soit rendue après le renvoi de la cause par le tribunal cantonal des assurances pour instruction complémentaire, pour autant que la procédure de révision n'a pas été initiée de façon abusive (ATF 129 V 370 et 106 V 18; voir également arrêt du Tribunal fédéral 8C_451/2010 du 10 novembre 2010 consid. 2 à 4, in SVR 2011 IV n° 33 p. 96; arrêt du Tribunal fédéral 9C_207/2014 du 1er mai 2014 consid. 5.3). 4.1.3 Selon l’art. 21 al. 1 LPGA, si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Selon l’art. 21 al. 2 LPGA, les prestations en espèces dues aux proches ou aux survivants de l’assuré ne sont réduites ou refusées que si ceux-ci ont provoqué la réalisation du risque intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit. Selon l’art. 37 al. 1 LAA, si l’assuré a provoqué intentionnellement l’atteinte à la santé ou le décès, aucune prestation d’assurance n’est allouée, sauf l’indemnité pour frais funéraires. Selon l’al. 37 al. 2 LAA, si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels. La réduction ne peut toutefois excéder la moitié du montant des prestations lorsque l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à des rentes de survivants. Selon l’art. 37 al. 3 LAA, si l’assuré a provoqué l’accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèce peuvent, en dérogation à l’art.”
In den in Art. 7b IVG genannten Fällen (insbesondere Nichtbefolgung der Meldepflicht, unrechtmässige Erwirkung von Leistungen, Verweigerung erforderlicher Auskünfte) können Leistungen abweichend von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden. Bei der Entscheidung sind die Umstände des Einzelfalls, namentlich das Ausmass des Verschuldens, zu berücksichtigen. Bei unrechtmässiger Leistungsausrichtung oder Verletzung der Meldepflicht kann die Herabsetzung bzw. Aufhebung der Leistung rückwirkend erfolgen.
“Wer Versicherungsleistungen beansprucht, muss unentgeltlich alle Auskünfte erteilen, die zur Abklärung des Leistungsanspruches und zur Festsetzung der Versicherungsverhältnisse erforderlich sind (Art. 28 Abs. 2 ATSG). Jede wesentliche Änderung in den für eine Leistung massgebenden Verhältnissen ist unter anderem von den Bezügerinnen dem Versicherungsträger oder dem jeweils zuständigen Durchführungsorgan zu melden (Art. 31 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 77 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) hat der Berechtigte jede für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit, der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse, unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen. Gemäss Art. 7b Abs. 2 IVG können die Leistungen in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem (b) der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist oder (c) Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat. Wird eine Leistung der Invalidenversicherung zu Unrecht ausgerichtet und ist dies darauf zurückzuführen, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung (Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV, in der bis Ende 2014 geltenden Fassung). Seit 1. Januar 2015 gilt dies unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war.”
“Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs.”
Während des Straf- oder Massnahmenvollzugs können Leistungen mit Erwerbsersatzcharakter sistiert werden. In der Praxis sind daneben insbesondere die Meldepflicht des Leistungsbezugs, die Korrekturwirkung von Verfügungen bei unrechtmässigem Leistungsbezug und die Vollstreckungsverwirkung (z. B. 10-Jahres-Frist) zu beachten; unrechtmässig ausgerichtete Leistungen können zurückgefordert werden.
“Das kantonale Gericht legte die massgebliche gesetzliche Bestimmung und die Rechtsprechung zur Sistierung der Leistungsausrichtung bei Straf- oder Massnahmenvollzug zutreffend dar (Art. 21 Abs. 5 ATSG; BGE 137 V 154 E. 3.3; 133 V 1 E. 4.2.4.1). Gleiches gilt für die Meldepflicht des Leistungsbezügers bei veränderten Verhältnissen (Art. 31 Abs. 1 ATSG, Art. 77 IVV), die zeitliche Wirkung der Korrektur von Verfügungen bei unrechtmässigem Leistungsbezug nach Meldepflichtverletzungen im Sinne von Art. 88 bis Abs. 2 lit. b IVV und die Frist von zehn Jahren für die Vollstreckungsverwirkung bei rechtskräftig festgesetzten Leistungen (BGE 146 V 1). Darauf wird verwiesen.”
“Während des Straf- oder Massnahmenvollzugs werden Leistungen der Invalidenversicherung eingestellt (vgl. Art. 21 Abs. 5 ATSG). Der Beschwerdeführer befindet sich offenbar seit dem 14. April 2022 im Straf- oder Massnahmenvollzug. Die von ihm seither bezogenen Leistungen der Invalidenversicherung wurden ihm damit zu Unrecht ausgerichtet und sind von ihm zurückzuerstatten. Die Beschwerdegegnerin forderte von ihm entsprechend Fr. 45'404.-- für vom 1. Mai 2022 bis 31. August 2024 zu Unrecht bezogenen Leistungen der Invalidenversicherung zurück. In seiner Beschwerde machte der Beschwerdeführer mit keinem Wort geltend, dass er die Leistungen zu Recht erhalten hätte und anerkannte damit den Rückforderungsanspruch der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer brachte einzig vor, dass der Rückforderungsanspruch nicht durchsetzbar sei, da sein Vermögen im Rahmen des Strafverfahrens sichergestellt worden sei und er keine Verfügungsmacht darüber habe. Die Frage der Durchsetzbarkeit der Rückforderung hat aber mit der Frage, ob der Beschwerdeführer zu Recht zur Rückerstattung von Fr. 45'404.-- verpflichtet wurde, nichts zu tun und ist nicht in vorliegendem Verfahren zu klären.”
Bei Suchtstörungen kann die Verweigerung des Eintritts in das Leistungsverfahren nicht allgemein allein mit der bestehenden Abhängigkeit begründet werden. Vielmehr ist die Abhängigkeit—sofern sie durch Fachärzte diagnostiziert ist—in eine medizinisch‑multidisziplinäre Abklärung einzubeziehen, die die Auswirkungen sämtlicher Gesundheitsbeeinträchtigungen auf die Erwerbsfähigkeit beurteilt. Eine pauschale Forderung nach Abstinenz als Voraussetzung für das Eintreten auf ein Leistungsbegehren ist nach der angeführten Rechtsprechung unzulässig; Fragen eines erforderlichen Entzugs sind gegebenenfalls im Rahmen der Prüfung der Obliegenheit zur Schadenminderung zu behandeln.
“4 En conséquence, il faut retenir qu'en l'espèce, afin de pouvoir évaluer l'état de santé de la recourante et ses conséquences sur la capacité de travail, il y a lieu de procéder à une expertise médicale pluridisciplinaire englobant l'ensemble des atteintes à la santé de la recourante, y compris le syndrome de dépendance ou la consommation problématique d'alcool constatés par les divers avis médicaux figurant au dossier, qui fournira les renseignements nécessaires à une évaluation de l'invalidité au moyen des indicateurs standards découlant de la grille d'évaluation normative et structurée en deux niveaux, applicable d'après la jurisprudence relative aux troubles psychiques et affections assimilées (voir ci-dessus la jurisprudence citée au ch. 2.2). De cette expertise résultera une proposition d'appréciation de la capacité de travail qui devra être contrôlée par les organes d'application de l'AI. On précisera particulièrement que l'expertise devra aussi se prononcer sur la question de l'exigibilité de mesures thérapeutiques et sur la résistance à la thérapie, sous l'angle de l'obligation de diminution du dommage au sens des art. 7 et 7b al. 1 LAI (ATF 145 V 215 c. 8.2; voir ci-dessus c. 2.3). A cet égard, force est en effet de constater que les avis médicaux au dossier ne suffisent pas, en l'état, pour soit exclure matériellement d'emblée un droit à des prestations de l'AI, soit se prononcer sur une réduction de celles-ci, dans l'hypothèse où l'on voudrait examiner la cause sous l'angle de l'obligation de diminuer le dommage (art. 7 al. 1 et 2 let. d LAI en lien avec l'art. 21 al. 4 LPGA; TF 9C_309/2019 du 7 novembre 2019 c. 4.2.2 in fine et voir c. 1.1 ci-dessus). 4.5 Dès lors, il faut conclure que la nécessité d'une abstinence de la recourante à l'alcool en vue de réaliser une expertise médicale afin d'évaluer son invalidité n'est pas réalisée. Il s'ensuit que l'intimé ne pouvait refuser d'entrer en matière sur la demande de prestations du fait du résultat de l'analyse de cheveux de la recourante, qui démontrait que celle-ci ne s'était pas conformée à la sommation qui lui avait été adressée. 5. 5.1 Au vu de ce qui précède, le recours est admis et la décision contestée du 30 juillet 2019 est annulée. La cause est renvoyée à l'intimé afin qu'il entre en matière sur la demande de prestations de la recourante, continue de l'instruire au sens des considérants et rende une décision matérielle. 5.2 Les frais de la procédure devant le TA, fixés forfaitairement à Fr. 800.-, sont mis à la charge de l'Office AI Berne, qui succombe (art. 69 al. 1bis LAI et 108 al. 1 et 2 phr. 2 LPJA; JAB 2009 p.”
“7 en lien avec l'ATF 141 V 281), de clarifier au moyen d'une grille d'évaluation normative et structurée si la dépendance à des substances addictives diagnostiquée par des spécialistes influe sur la capacité de travail de la personne concernée (voir ci-dessus c. 2.2). L'ancienne jurisprudence était en principe compatible avec la sanction d'un refus d'entrer en matière en cas de violation du devoir de collaborer à l'instruction au sens de l'art. 43 al. 3 LPGA dans l'hypothèse d'une addiction maladive primaire, c'est-à-dire, selon la conception remise en question par l'ATF 145 V 215 c. 1, une dépendance indépendante d'autres atteintes antérieures l'ayant provoquée. En revanche, déjà à la lumière de l'ancienne jurisprudence, pour les addictions secondaires, l'exigence d'un sevrage ne pouvait être envisagée que sous l'angle de l'obligation de diminuer le dommage (voir ci-dessus c. 2.4). Avec la nouvelle jurisprudence, une sommation sous peine de refus d'entrer en matière, visant un sevrage, ne peut plus être formulée, tant en ce qui concerne les addictions primaires que secondaires, que dans le contexte de la diminution du dommage, qui exclut la sanction du refus d'entrer en matière qui n'est pas prévue par les art. 21 al. 4 LPGA et 7b al. 1 LAI. En conséquence, l'exigence d'une abstinence de la personne assurée aux substances addictives ne peut plus être posée comme condition d'entrée en matière sur sa demande de prestations, dans la mesure où la dépendance à de telles substances, dûment diagnostiquée par un médecin spécialiste, représente, selon la nouvelle jurisprudence du TF précitée, en elle-même une atteinte à la santé ayant valeur de maladie. Dès lors, elle doit bien plus être englobée dans une évaluation idoine des conséquences de l'ensemble des atteintes à la santé diagnostiquées sur la capacité de travail et de gain de la personne assurée, dans le cadre de l'examen matériel de la demande (dans ce sens, voir TF 9C_309/2019 du 7 novembre 2019 c. 4.2.2). Cette nouvelle jurisprudence s'applique en principe directement et pour tous les cas qui sont pendants au moment de ce changement de jurisprudence (TF 9C_309/2019 c. 4.1 et référence citée; VGE 200.2019.572.IV du 21 août 2020 c. 2.2.2). 4.3 Dans le cas de la recourante, il découle de ce qui précède que la nécessité de faire la distinction entre, d'une part, l'influence sur la capacité de travail et de gain de sa dépendance à l'alcool, à la cocaïne et à d'autres substances en elle-même (dite primaire) et, d'autre part, les conséquences découlant des autres atteintes psychiques diagnostiquées ou d'éventuelles maladies induites par l'addiction, n'a plus lieu d'être pour juger du caractère invalidant de l'ensemble des troubles dont souffre l'assurée.”
“1 LAI (ATF 145 V 215 c. 8.2; voir ci-dessus c. 2.4). A cet égard, force est en effet de constater que les avis médicaux au dossier ne suffisent pas, en l'état, pour soit exclure, soit octroyer matériellement d'emblée un droit à des prestations de l'AI, ni pour se prononcer sur une éventuelle réduction de celles-ci, dans l'hypothèse où l'on voudrait examiner la cause sous l'angle de l'obligation de diminuer le dommage (art. 7 al. 1 et 2 let. d LAI en lien avec l'art. 21 al. 4 LPGA; TF 9C_309/2019 du 7 novembre 2019 c. 4.2.2 in fine). 4.5 Dès lors, il faut conclure que le refus d'entrée en matière sur la demande de prestations sanctionnant la violation de l'obligation d'abstinence signifiée à la recourante, en vue de réaliser une expertise médicale afin d'évaluer son invalidité est illégal. La non-entrée en matière doit être annulée et l'intimé instruira la situation médicale de la recourante sans exiger de sevrage. Le cas échéant, l'intimé examinera cette question sous l'angle de la diminution du dommage (art. 21 al. 4 LPGA), en lien avec une mesure de réadaptation, si une telle option est envisageable médicalement (voir TF 9C_618/2019 du 16 mars 2020 c. 10). 5. 5.1 Au vu de ce qui précède, le recours est admis et la décision contestée du 15 juin 2020 est annulée. La cause est renvoyée à l'intimé afin qu'il entre en matière sur la demande de prestations de la recourante, qu'il procède au sens des considérants et rende une décision matérielle. 5.2 Les frais de la présente procédure devant le TA, fixés forfaitairement à Fr. 800.-, sont mis à la charge de l'Office AI Berne, qui succombe (art. 69 al. 1bis LAI et 108 al. 1 et 2 phr. 2 LPJA; JAB 2009 p. 186 c. 4). 5.3 L'assurée, qui obtient gain de cause dans la présente procédure et est représentée par un avocat, a droit à l'octroi de dépens (art. 61 let. g LPGA et 104 al. 1 LPJA). Ceux-ci, après examen de la note d'honoraires de son mandataire du 17 septembre 2020, qui ne prête pas à discussion, compte tenu du gain de cause, de l'importance et de la complexité de la procédure judiciaire ainsi que de la pratique du TA dans des cas comparables, sont fixés à Fr.”
Bei Unsicherheit der Diagnose können Auflagen wie Abstinenz oder eine psychiatrisch‑psychotherapeutische Behandlung zur Abklärung bzw. zur Schadenminderung gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG in Betracht gezogen werden. Gleichwohl ist die Zulässigkeit des Vorgehens prozessrechtlich zu beachten; die Rechtsprechung hat Einschränkungen etwa beim Umgang mit Mitwirkungspflichten im Abklärungsverfahren aufgezeigt.
“En précisant qu'il n'y avait pas d'argument univoque en faveur du fait que les manifestations du trouble schizotypique soient induites par le cannabis, on peut supposer qu'il a cherché à éviter qu'un diagnostic relatif à la consommation de cannabis ne soit compris, à tout le moins partiellement, comme une dépendance primaire qu'il aurait à tort prise en considération dans son appréciation. Interpellé après la publication des jurisprudences de juillet puis novembre 2019, l'intimé lui-même a expliqué qu'au vu de l'incertitude des constats de l'expert concernant l'influence de la consommation de cannabis sur la capacité de travail et les diagnostics, aussi sur conseil de son SMR, il s'était conformé aux recommandations de l'expert et avait invité l'assuré à s'abstenir de cannabis et à suivre un traitement pour exclure du profil d'exigibilité une éventuelle part d'incapacité de travail volontaire non couverte par l'AI. L'intimé a encore précisé que cette sommation visait aussi une amélioration de l'état de santé à court terme (diminution du dommage, art. 21 al. 4 LPGA). Cette explication de sa démarche par l'intimé montre qu'il remettait en cause le caractère probant des deux seuls diagnostics de l'expert et l'absence de toute capacité de travail indépendamment de la consommation de cannabis qui en découlait. Ces considérations mettent aussi en évidence qu'il interprétait le diagnostic en fonction des réserves émises par l'expert et qu'il poursuivait l'instruction du cas pour vérifier si, véritablement, cette consommation n'était pas aussi au moins partiellement à l'origine des troubles schizotypiques et de l'humeur déterminant l'incapacité de travail. Ainsi, d'une part, il résulte de ce qui précède qu'une qualification d'uniquement récréative, non abusive et sans répercussion sur la capacité de travail de la consommation de cannabis est exclue par le contexte de l'expertise. D'autre part, se pose la question de savoir si l'évolution de la jurisprudence, soit d'abord en novembre 2017, l'extension de l'analyse structurée à toutes les maladies psychiques (voir ci-dessus c.”
“Die hier mit Schreiben der IV-Stelle vom 14. August 2019 (Urk. 6/55) mitgeteilte Auflage zur Alkoholabstinenz und psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung hätte somit allein als medizinische Behandlungsmassnahme gestützt auf die Schadenminderungspflicht (Art. 7 und 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG) erfolgen dürfen. Da die Beschwerdegegnerin diese Anordnung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren sowie (nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren) die Leistungsprüfung schliesslich ohne Weiterungen aufgrund der Akten vornahm, war das Vorgehen im Lichte der neuesten Rechtsprechung nicht zulässig (E. 3.3.1).”
Fehlende Bereitschaft oder Fähigkeit zur Eingliederung (z. B. ausgeprägte Krankheitsüberzeugung oder mangelnde Arbeitsmotivation) kann als Motiv ausserhalb der Invalidität gelten und unter den in der Rechtsprechung genannten Voraussetzungen eine Kürzung oder Aufhebung von Leistungen rechtfertigen. Bei der Beurteilung sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen zur Krankheitsüberzeugung und Arbeitsmotivation zu berücksichtigen.
“Altersjahr zurückgelegt haben; vgl. hierzu BGE 145 V 212 E. 5.2.3) ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-)Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinn einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen resp. gestellten Anträge (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2021, 8C_138/2021, E. 5.1 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin führt unter diesem Aspekt zu Recht ins Feld (act. G 4, III. Rz 10), dass die von ihr früher bereits erbrachten Eingliederungsbemühungen hauptsächlich an der Krankheitsüberzeugung und an der mangelhaften Motivation des Beschwerdeführers gescheitert sind (IV-act.”
“Altersjahr zurückgelegt haben; vgl. hierzu BGE 145 V 212 E. 5.2.3) ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-)Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinn einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen resp. gestellten Anträge (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2021, 8C_138/2021, E. 5.1 mit Hinweisen). Im gesamten Verwaltungsverfahren und auch noch im Beschwerdeverfahren verharrte der Beschwerdeführer in seiner (gemäss gutachterlicher Beurteilung nicht authentischen) Krankheitsüberzeugung, dass er für jegliche Erwerbstätigkeiten vollumfänglich arbeitsunfähig sei.”
“des Dispositions finales de la modification du 18 mars 2011 (6e révision de l'AI, premier volet) de la LAI est exclue. 10.3 10.3.1 Au demeurant, il y a lieu de rappeler qu'avant de réduire ou de supprimer une rente d'invalidité, l'administration doit examiner si la capacité de travail que la personne assurée a recouvrée sur le plan médico-théorique se traduit pratiquement par une amélioration de la capacité de gain et, partant, une diminution du degré d'invalidité ou si, le cas échéant, il est nécessaire de mettre préalablement en oeuvre une mesure d'observation professionnelle (afin d'établir l'aptitude au travail, la résistance à l'effort, etc.), voire des mesures de réadaptation au sens de la loi. Le manque de volonté ou de capacité subjective à la réadaptation constitue toutefois un motif étranger à l'invalidité, pour lequel la rente peut être réduite ou supprimée sans examen préalable de mesures de réinsertion et sans qu'il soit nécessaire d'engager préalablement une procédure de mise en demeure avec un délai de réflexion au sens de l'art. 21 al. 4 LPGA (arrêts du TF 9C_407/2021 du 17 mai 2022 consid. 6 et 9C_442/2017 du 8 juin 2018 consid. 3.2.3). L'absence de volonté de réadaptation ou d'aptitude subjective à la réadaptation ne doit être présumée que si elle est établie au degré de la vraisemblance prépondérante ; il faut notamment tenir compte des déclarations faites à l'administration et aux experts médicaux concernant la conviction d'être malade ou la motivation au travail ou des explications et demandes formulées dans la procédure de préavis et devant l'instance inférieure (arrêt du TF 9C_407/2021 du 17 mai 2022 consid. 6.3.1 et réf. cit.). 10.3.2 En l'espèce, l'OAIE oppose à bon droit à l'assuré de s'être éloigné du marché du travail pour des motifs étrangers à l'invalidité. En effet, l'assuré a manifesté un manque de volonté respectivement de capacité subjective à la réadaptation tant en majorant ses symptômes psychiques depuis avril 2014 que par ses déclarations à l'administration et aux experts concernant sa conviction d'être malade (respectivement incapable de travailler) et sa démotivation à travailler.”
“Il en découle - sous réserve de cas où la personne concernée dispose d'emblée de capacités suffisantes lui permettant une réadaptation par soi-même - que ce n'est qu'à l'issue d'un examen concret de la situation de la personne concernée et de la mise en oeuvre d'éventuelles mesures de réadaptation sur le marché du travail que l'office AI peut définitivement statuer sur la révision de la rente d'invalidité et, le cas échéant, réduire ou supprimer le droit à la rente. Par conséquent, dans ces situations, l'examen et l'exécution des éventuelles mesures constituent une condition de la suppression (ou réduction) de la rente, cette suppression (ou réduction) ne pouvant prendre effet antérieurement (ATF 148 V 321 consid. 7.1.2 à 7.1.4 ; 145 V 209 consid. 5.1 ; arrêt du TF 9C_227/2020 du 5 octobre 2020 consid. 2.2 ; arrêt du TAF C-1885/2021 du 7 juin 2023 consid. 4.2.2). Le manque de volonté ou de capacité subjective à la réadaptation constitue toutefois un motif étranger à l'invalidité, pour lequel la rente peut être réduite ou supprimée sans examen préalable de mesures de réinsertion et sans qu'il soit nécessaire d'engager préalablement une procédure de mise en demeure avec un délai de réflexion au sens de l'art. 21 al. 4 LPGA (arrêts du TF 9C_407/2021 du 17 mai 2022 consid. 6 et 9C_442/2017 du 8 juin 2018 consid. 3.2.3). L'absence de volonté de réadaptation ou d'aptitude subjective à la réadaptation ne doit être présumée que si elle est établie au degré de la vraisemblance prépondérante ; il faut notamment tenir compte des déclarations faites à l'administration et aux experts médicaux concernant la conviction d'être malade ou la motivation au travail ou des explications et demandes formulées dans la procédure de préavis et devant l'instance inférieure (arrêt du TF 9C_407/2021 du 17 mai 2022 consid. 6.3.1 et réf. cit.). 14.2 En l'espèce, le recourant était âgé de plus de 55 ans au moment où il a été mis au bénéfice d'une rente entière d'invalidité limitée dans le temps par décision du 16 février 2023 (concernant le moment auquel il convient de déterminer si l'âge de référence de 55 ans est atteint, cf. ATF 148 V 321 consid. 7.3). Le recourant appartient donc à la catégorie d'assurés dont il convient de présumer selon le Tribunal fédéral qu'ils ne peuvent en principe pas entreprendre de leur propre chef tout ce que l'on peut raisonnablement attendre d'eux pour tirer profit de leur capacité de travail - sur son appartenance au cercle des assurés malgré son domicile en France et la continuation de l'assurance jusqu'à la liquidation définitive du cas sous l'angle de l'AI suisse, par le versement d'une rente entière (et l'octroi de mesures de réadaptation en parallèle) ou par une réadaptation mise en oeuvre avec succès [cf.”
Schadenminderungsauflagen sind als schriftliche Aufforderung zu erlassen; sie müssen den Inhalt der Auflage, eine angemessene Frist und den Hinweis auf die bei Nichteinhaltung drohenden Rechtsfolgen klar darstellen. Fehlt eine derartigen gehörige Androhung, rechtfertigt dies in der Regel nicht unmittelbar eine Kürzung oder Verweigerung von Leistungen; eine Kürzung/Verweigerung kommt erst nach Androhung der Auflage und Ablauf einer angemessenen Bedenkzeit in Betracht.
“Das IVG verpflichtet die versicherte Person, alles ihr Zumutbare zu unternehmen, um die Dauer und das Ausmass einer Arbeitsunfähigkeit zu verringern, um den Eintritt einer Invalidität zu verhindern oder die Erwerbsunfähigkeit deutlich zu verbessern (Art. 21 Abs. 4 ATSG; Art 7 Abs. 1 IVG). Dieser Grundsatz der Schadenminderungspflicht konkretisiert sich unter anderem darin, dass die IV-Stellen der versicherten Person im Zusammenhang mit einer Leistung, z.B. einer Rente, Auflagen machen können. Damit fordern sie die versicherte Person zu einer bestimmten Verhaltensweise auf, welche nach Beurteilung der IV-Stellen geeignet ist, den versicherungsrechtlichen Schaden zu mindern (z.B. eine medizinische Behandlung). Das auferlegte Verhalten muss verhältnismässig und zumutbar sein. Die Auflagen zur Schadenminderung erfolgen in Form einer schriftlichen Aufforderung, in welcher der Inhalt der Auflage beschrieben ist, eine angemessene Frist gesetzt und auf die Rechtsfolgen bei Nichteinhaltung hingewiesen wird. Beim Hinweis auf die Schadenminderungspflicht mit konkreten Vorkehren ohne Androhung von Rechtsnachteilen im Zusammenhang mit der Zusprechung einer ganzen Invalidenrente handelt es sich nicht um eine Anordnung i.S.v. Art. 49 Abs. 1 ATSG (Urteil des Bundesgerichts vom 12.”
“Kommt sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhält willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, ist eine Verweigerung oder Kürzung von Leistungen möglich (BGE 145 V 225 f. E. 5.3.1 mit Hinweisen). Damit von einer willentlichen Herbeiführung bzw. Aufrechterhaltung oder Verschlimmerung eines Gesundheitsschadens ausgegangen werden kann, die zu einer Kürzung oder Verweigerung von Leistungen führt (vgl. Art. 21 Abs. 1 ATSG), müssen der versicherten Person die entsprechenden Auflagen sowie die bei deren Missachtung drohenden Rechtsfolgen aber gehörig angedroht werden (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Eine solche Androhung ist im vorliegenden Fall gerade nicht aktenkundig, was dem Beigeladenen nicht zum Nachteil gereichen darf. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin dem Beigeladenen zu Unrecht keine Auflagen hinsichtlich des Suchtmittelkonsums gemacht hätte, dürfte dies nach dem Gesagten grundsätzlich nicht zu einer sofortigen Leistungsverweigerung bzw. -kürzung führen. Eine solche käme erst nach Androhung der Auflagen und Ablauf einer Bedenkzeit in Frage (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Vorliegend ist denn aber auch nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin auf Auflagen verzichtet hat. Der Beigeladene ist nämlich mehrfach (teil-)stationär behandelt worden (IV-act. 15, 18, 62, 73, 111, 131 und 137). Er hat auch an ambulanten Behandlungen teilgenommen (vgl. IV-act. 10, 12 und 102) und sich aktiv über lange Zeit an Eingliederungsversuchen beteiligt (vgl. IV-act. 30, 32, 38, 40, 47, 49, 52, 55, 59, 79, 82, 95, 97, 104, 107, 113 ff., 123 und 130-22). Er hat sogar selbständig nach einer Anstellung gesucht, womit er seinen Arbeitswillen bekräftigt hat, wenn er dabei auch seine Leistungsfähigkeit überschätzt hat (vgl. IV-act. 127 und 125). Zwar ist es richtig, dass aus den Berichten der stationären Aufenthalte hervorgeht, dass der Beigeladene bei Einweisung häufig Substanzen konsumiert hat, und es wird vom RAD auch nicht in Abrede gestellt, dass dieser Substanzkonsum die psychischen Auffälligkeiten verstärken kann (vgl. z.B. act. G”
Kann der Erfolg einer zumutbaren Selbsteingliederungsmassnahme unmittelbar durch das Verhalten der versicherten Person und aus eigener Initiative erzielt werden (z. B. Einnahme verschriebener Medikamente), so darf ein erwarteter Behandlungserfolg bei der Invaliditäts- bzw. Rentenbemessung vorweggenommen werden. In diesem Fall ist kein vorheriges Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG erforderlich.
“Bedeutsam bleibt die Therapierbarkeit des Leidens in folgenden Zusammenhängen: Im Rahmen der Einschätzung der Arbeits- resp. Erwerbsunfähigkeit kann die Behandelbarkeit ein Element für die Bestimmung der Funktionseinschränkung bilden, indem sie den Schweregrad der gesundheitlichen Beeinträchtigung indiziert; das Scheitern einer fachgerechten Therapie legt eine negative Prognose nahe (BGE 143 V 409 E. 4.4; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2; vgl. für den vorliegenden Fall aber oben E. 4). Bei der Invaliditätsbemessung darf ein Behandlungserfolg unter dem Titel der Pflicht zur Selbsteingliederung - einer Anspruchsvoraussetzung - vorweggenommen, d.h. unmittelbar angerechnet werden, ohne dass zuvor ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren (Art. 7b Abs. 1 IVG und Art. 21 Abs. 4 ATSG) durchgeführt werden müsste, wenn der Erfolg direkt vom Verhalten der versicherten Person abhängt, indem diese selbst ohne (weitere) Hilfe von Fachleuten die Leistungskapazität realisieren könnte (BRUNNER/VOLLENWEIDER, a.a.O., N. 99 zu Art. 21 ATSG; MEIER/LIENHARD, Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 13. Oktober 2022 [8C_326/2022] [BGE 148 V 397], in: Pflegerecht 2023 S. 111; MONIKA WEHRLI, Selbsteingliederung durch medizinische Behandlungen in der Invalidenversicherung, 2015, Rz. 29 ff.). Dies trifft dann zu, wenn therapeutische Vorkehren, die eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erwarten lassen (z.B. Einnahme verschriebener Medikamente), aus Eigeninitiative umsetzbar sind. Insoweit geht die Selbsteingliederung dem Rentenanspruch (und auch gesetzlichen Eingliederungsleistungen) vor (BGE 148 V 397 E. 7 mit Hinweisen). Besteht keine aus Eigeninitiative umsetzbare Selbsteingliederungspflicht, weil die versicherte Person es nicht ohne Weiteres selber in der Hand hat, Arbeitsfähigkeit herzustellen (vgl. erwähntes Urteil 8C_104/2024 E. 6.1) oder auf ihre Eingliederungsfähigkeit hinzuwirken (vgl. BGE 148 V 397 E. 6.2.4), kann bei einem noch nicht austherapierten Leiden ein Rentenanspruch entstehen (oben E.”
Sanktionen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG sind an das Verhältnismässigkeitsprinzip gebunden; bei der Bemessung ist insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person zu berücksichtigen. Die Anwendung setzt voraus, dass die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist. Gemäss Art. 7b IVG gibt es abschliessend bestimmte qualifizierte Pflichtverletzungen, bei denen Leistungen auch ohne vorangehendes Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden können.
“Gemäss Art. 7 Abs. 1 IVG muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Die versicherte Person muss gemäss Art. 7 Abs. 2 IVG an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Die Sanktion bei verletzter Schadenminderungs- oder Mitwirkungspflicht hat sich an das Verhältnismässigkeitsprinzip zu halten und insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_370/2013 vom 22. November 2013 E. 3 mit Hinweisen).”
“Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs.”
“20) muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, namentlich auch an medizinischen Behandlungen nach Art. 25 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Wenn die versicherte Person diesen Pflichten nicht nachgekommen ist, können die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden (Art. 7b Abs. 1 IVG). Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht vor, dass eine versicherte Person, die sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder die nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt, unter Ansetzung einer angemessenen Bedenkzeit schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden muss, bevor ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. In Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG können die Leistungen ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren nur dann gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person ihre Anmelde-, Melde- oder Auskunftspflicht verletzt oder wenn sie Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat (vgl. die in Art. 7b Abs. 2 IVG abschliessend aufgezählten Tatbestände qualifizierter Pflichtverletzung).”
“1 mit Hinweisen). Die aus fachärztlicher Sicht indizierten und zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten hat die versicherte Person in kooperativer Weise optimal und nachhaltig auszuschöpfen. Welche konkreten Behandlungsmöglichkeiten indiziert und zumutbar sind, bestimmt der Facharzt oder die Fachärztin (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.2 mit Hinweisen). 4.3 Gemäss Art. 7b Abs. 1 IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist. Die Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG stellt eine solche mittels Sanktionen durchsetzbare Pflicht dar. Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die in Art. 7b Abs. 1 IVG angesprochene Bestimmung von Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen vor, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt (Satz 1). Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden und es ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind sodann alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG). Zudem ist bei der Festlegung der Sanktion dem Verhältnismässigkeitsprinzip Beachtung zu schenken (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 21 N 157). 4.4 Die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt nicht nur die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus.”
Fehlen im angefochtenen Entscheid konkrete Feststellungen dazu, ob die versicherte Person den Versicherungsfall vorsätzlich herbeigeführt oder verschlimmert hat, sind diese Feststellungen nachzuholen. Unterlässt die Vorinstanz solche Feststellungen, hat der Bundesgerichtshof den Fall regelmässig zur ergänzenden Sachverhaltsfeststellung und erneuten Entscheidung über die Kürzung bzw. Verweigerung der Leistungen zurückgewiesen.
“17 zu Art. 21 ATSG; MAURER/SCARTAZZINI/HÜRZE-LER, Bundessozialversicherungsrecht, 2009, S. 41 N. 36; ULRICH MEYER, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 2010, S. 75). Mangels einer strafrichterlichen Beurteilung hat der Sozialversicherungsrichter selbstständig zu prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind (BGE 129 V 354 E. 3.2 S. 358; 119 V 241 E. 3b S. 245) (…)” (STF 9C_55/2010 dell’8 ottobre 2011 consid. 5.2 e 5.3)). In quell’evenienza, ritenuto che la sentenza impugnata non conteneva alcun accertamento in merito alla questione a sapere se vi fosse stata una infrazione intenzionale dell’art. 91 cpv. 1 LCStr.: “(…) Der angefochtene Entscheid enthält keine Feststellungen dazu, ob die Versicherte vorsätzlich gegen Art. 91 Abs. 1 SVG verstossen hat. Damit fehlen die notwendigen sachverhaltlichen Grundlagen für die Beurteilung der Kürzung. Die Angelegenheit ist deshalb zu ergänzender Sachverhaltsfeststellung und zum Entscheid über die Kürzung gemäss Art. 21 Abs. 1 ATSG an das kantonale Gericht zurückzuweisen. Dieses Vorgehen rechtfertigt sich auch, weil der Entscheid über das Kürzungsmass ein Ermessensentscheid ist (Urteil 1C_109/2009 vom 7. August 2009 E. 2, publ. in: RtiD 2010 I S. 186). (…)” (STF 9C_55/2010 dell’8 ottobre 2011, consid. 5.5.2, in SVR 6/2011 IV Nr. 34), il TF ha annullato la sentenza impugnata e ha rinviato gli atti all’autorità giudiziaria affinché, completata la fattispecie ai sensi dei considerandi, rendesse un nuovo provvedimento. In una sentenza 9C_174/2012 del 30 agosto 2012, concernente il caso di un assicurato al quale erano state ridotte le prestazioni ex art. 21 cpv. 1 LPGA, ritenendo che egli avesse perso il controllo del proprio veicolo mentre era alla guida in stato di ebbrezza, il Tribunale federale ha rinviato gli atti ai primi giudici, dopo avere constatato che la prima istanza non aveva provveduto ad alcun tipo di constatazione a proposito del carattere intenzionale o meno del delitto compiuto dall’assicurato.”
Die IV‑Stelle hat vor einer Leistungsänderung die Verwertbarkeit einer wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit zu prüfen. Die vorgesehene Sanktion muss nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip im Verhältnis zum erwarteten Eingliederungserfolg stehen; die Verwaltung hat die erforderlichen Abklärungen zu treffen.
“Zusammengefasst ergibt sich, dass die IV-Stelle die Verwertbarkeit der wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit zu prüfen und die nach den konkreten Umständen sich als unerlässlich herausstellenden Eingliederungsmassnahmen an die Hand zu nehmen hat, sofern und soweit deren Voraussetzungen erfüllt sind. Falls die Beschwerdeführerin keine Motivation zur Eingliederung aufbringt, ist ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen. Anschliessend ist über die Aufhebung des Rentenanspruchs neu zu verfügen. Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin bis zur Durchführung beruflicher Massnahmen bzw. - je nach Motivation der Beschwerdeführerin - eines allfälligen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente hat.”
“Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG sind streng, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst resp. perpetuiert. Nach Art. 7a IVG gilt als Ausfluss einer verstärkten Schadenminderungspflicht und Ausdruck des Prinzips "Eingliederung statt Rente" der Grundsatz der Zumutbarkeit jeder Massnahme, die der Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen Aufgabenbereich dient (BGE 145 V 2 E. 4.2.3). Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt somit bei der versicherten Person (Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.3). Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip müssen das Mass der Sanktion (Leistungskürzung oder -verweigerung) und der voraussichtliche Eingliederungserfolg (Verbesserung oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit) einander entsprechen. Die versicherte Person ist grundsätzlich so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungspflicht wahrgenommen hätte.”
“Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch auf die Invalidenversicherung anwendbar (Art. 1 IVG) und wird im IVG wie folgt ergänzt: Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt der Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sodann muss sie an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, insbesondere an medizinischen Behandlungen nach Art. 25 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10; Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt bei der versicherten Person (BGer 9C_155/2019 E.”
Für die Anwendung von Art. 21 Abs. 1 ATSG ist Vorsatz erforderlich; relevant kann auch dolus eventualis sein. Schwere oder grobe Fahrlässigkeit genügt nach dem zitierten Wortlaut nicht zur Rechtfertigung einer Leistungskürzung. Die Beweislast für das Verschulden, das eine Sanktion rechtfertigen soll, trägt der Sozialversicherer, der die Kürzung oder Verweigerung der Geldleistungen geltend macht.
“La preuve de la faute incombe à l’assureur social qui entend prononcer une sanction. 12 L’adoption de l’art. 21 LPGA a, sur ce point, permis à la législation helvétique de se mettre en conformité avec ses engagements internationaux. En effet, avant l’entrée en vigueur de la LPGA, l’art. 7 aLAI permettait la réduction des prestations en espèce de l’assurance-invalidité en cas de «faute grave» de l’assuré. Cette disposition a été jugée contraire à l’art. 32 § 1 let. e de la Convention OIT n° 128 et à l’art. 68 let. f CESS par le Tribunal fédéral. La négligence grave ne suffit dès lors plus à justifier une réduction des prestations, sous réserve d’exceptions prévues par les lois spéciales. 13 L’intention doit porter sur la réalisation du risque, ce par quoi il faut entendre la survenance de l’éventualité assurée (décès, incapacité de travail, incapacité de gain, etc.) ouvrant un droit aux prestations sociales. En tant que tel, un risque ne peut pas être aggravé; sur ce point, la formulation de l’art. 21 al. 1 LPGA est maladroite. Il faut en réalité comprendre que la sanction est susceptible de viser la personne assurée qui a aggravé les conséquences de la réalisation du risque, par exemple l’ampleur de l’atteinte à la santé, la durée de l’incapacité de travail, etc. (…) b) La commission par la personne assurée d’un crime ou d’un délit 17 Une sanction doit également être prononcée lorsque le risque se réalise ou que ses conséquences en sont aggravées alors que la personne assuré commet intentionnellement un crime ou un délit. 18 un crime est une infraction pénale passible d’une peine privative de liberté de plus de trois ans; un délit est une infraction pénale passible d’une peine privative de la liberté n’excédant pas trois ans ou d’une peine pécuniaire. Le prononcé d’une sanction administrative en application de l’art. 21 al. 1 LPGA suppose que tous les éléments constitutifs d’un état de fait pénal soient remplis, tant sur le plan objectif que subjectif. Sur ce second plan, seules les infractions commises intentionnellement, au moins au stade du dol éventuel, sont pertinentes, ce qui suppose conscience et volonté de la part de l’assuré.”
“La preuve de la faute incombe à l’assureur social qui entend prononcer une sanction. 12 L’adoption de l’art. 21 LPGA a, sur ce point, permis à la législation helvétique de se mettre en conformité avec ses engagements internationaux. En effet, avant l’entrée en vigueur de la LPGA, l’art. 7 aLAI permettait la réduction des prestations en espèce de l’assurance-invalidité en cas de «faute grave» de l’assuré. Cette disposition a été jugée contraire à l’art. 32 § 1 let. e de la Convention OIT n° 128 et à l’art. 68 let. f CESS par le Tribunal fédéral. La négligence grave ne suffit dès lors plus à justifier une réduction des prestations, sous réserve d’exceptions prévues par les lois spéciales. 13 L’intention doit porter sur la réalisation du risque, ce par quoi il faut entendre la survenance de l’éventualité assurée (décès, incapacité de travail, incapacité de gain, etc.) ouvrant un droit aux prestations sociales. En tant que tel, un risque ne peut pas être aggravé; sur ce point, la formulation de l’art. 21 al. 1 LPGA est maladroite. Il faut en réalité comprendre que la sanction est susceptible de viser la personne assurée qui a aggravé les conséquences de la réalisation du risque, par exemple l’ampleur de l’atteinte à la santé, la durée de l’incapacité de travail, etc. (…) b) La commission par la personne assurée d’un crime ou d’un délit 17 Une sanction doit également être prononcée lorsque le risque se réalise ou que ses conséquences en sont aggravées alors que la personne assuré commet intentionnellement un crime ou un délit. 18 un crime est une infraction pénale passible d’une peine privative de liberté de plus de trois ans; un délit est une infraction pénale passible d’une peine privative de la liberté n’excédant pas trois ans ou d’une peine pécuniaire. Le prononcé d’une sanction administrative en application de l’art. 21 al. 1 LPGA suppose que tous les éléments constitutifs d’un état de fait pénal soient remplis, tant sur le plan objectif que subjectif. Sur ce second plan, seules les infractions commises intentionnellement, au moins au stade du dol éventuel, sont pertinentes, ce qui suppose conscience et volonté de la part de l’assuré.”
Fehlt die subjektive Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen und steht dies mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, darf die Rente ohne vorgängige Durchführung des Mahn‑ und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. In allen andern Fällen ist das Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren erforderlich.
“Nach der Rechtsprechung darf bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit, das heisst wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben ist, die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_317/2017 vom 19. Juni 2017 E. 3.1, 8C_19/ 2016 vom 4. April 2016 E. 5.2.3, und 9C_231/2015 vom 7. September 2015 E. 4.2).”
“Allein schon aufgrund des inzwischen wieder erheblich verschlechterten Gesundheitszustands und des erheblich grösseren Eingliederungsbedarfs vermag die Beschwerdegegnerin nichts aus den zeitlich weit zurückliegenden erfolglosen Eingliederungsversuchen zu ihren Gunsten abzuleiten. Zu ergänzen bleibt, dass «der letztendliche Auslöser für den Abbruch» der Integrationsmassnahme im September 2014 ein mehrtägiger Spitalaufenthalt des Beschwerdeführers bildete (IV-act. 133-2; siehe auch den Eintrag im Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom 21. August 2014, IV-act. 134-2). Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer an allen zumutbaren Massnahmen, die seiner (Wieder-)Eingliederung ins Erwerbsleben dienen, aktiv teilzunehmen hat (Art. 7 Abs. 2 IVG). Praxisgemäss darf bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit, d.h. wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben ist, die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-)Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Von fehlendem Eingliederungswillen bzw. fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit ist allerdings nur dann auszugehen, wenn sie mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2019, 8C_611/2018, E. 6.1 f.). Die angefochtene Verfügung ist nach dem Gesagten aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie vor der Herabsetzung der ganzen auf eine Dreiviertelsrente zunächst die notwendigen Abklärungen zur Wiedereingliederung ins Erwerbsleben bzw. den Verhältnissen angepasste befähigende Massnahmen durchführe. Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf rückwirkende Nachzahlung und Weiterausrichtung der ganzen Rente (samt Kinderrenten) bis zum Abschluss der Eingliederung (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2020, 8C_798/2019, E. 6.3). Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr.”
“Mit der IV-Stelle ist festzuhalten, dass rechtsprechungsgemäss die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt kein Kriterium ist, welches zu einem Abzug vom Invalideneinkommen berechtigen würde (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2019 [9C_353/2019], E. 3.3). Da weitere Kriterien wie beispielsweise Aufenthaltskategorie oder Dauer der Betriebszugehörigkeit nicht erfüllt sind, erscheint der von der IV-Stelle vorgenommene Abzug von 10% als angemessen. Ein höherer Abzug rechtfertigt sich nicht. 5. 5.1. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle zu Recht mit Verfügung vom 9. Juli 2020 die Integrationsmassnahmen eingestellt hat. 5.2. Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen - von hier nicht interessierenden Ausnahmen abgesehen - vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des Bundesgerichts vom 11. August 2008 [8C_156/2008, E. 2.2] mit Hinweisen). 5.3. In Erwägung der Aktenlage ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer bei der Durchführung der Integrationsmassnahmen an der subjektiven Eingliederungsbereitschaft gefehlt hat. Den Akten ist zu entnehmen, dass er zunächst jeweils aus medizinischen Gründen ein Erstgespräch bzw. Vorstellungsgespräch nicht wahrgenommen hat (IV-Akte 277). Erst als der Beschwerdeführer im Rahmen eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens darauf hingewiesen wurde, dass kein medizinischer Grund bestehe, der gegen eine berufliche Eingliederung spreche (IV-Akte 250), nahm er an einem Vorstellungsgespräch bei der Institution G____ teil. Anlässlich dieses Gesprächs teilte er jedoch wiederum mit, es sei aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, einer Arbeit nachzugehen. Dies belegte er mit einem Arbeitsunfähigkeitsattest seines behandelnden Hausarztes (IV-Akte 253). In der Folge veranlasste die IV-Stelle ein weiteres Mahn- und Bedenkzeitverfahren und wies den Beschwerdeführer wiederum darauf hin, bei den beruflichen Massnahmen mitzuwirken.”
Die Anforderungen von Art. 21 Abs. 4 ATSG — insbesondere schriftliche Mahnung mit substantiierter Aufforderung, Gewährung einer angemessenen Bedenkzeit und Wahrung der Verhältnismässigkeit der Sanktion — sind form- und verfahrensrechtlich verbindlich. In der Lehre und Rechtsprechung wird anerkannt, dass dieselben Grundsätze in vergleichbaren Fällen des Privatversicherungsrechts bzw. bei Analogieanwendung zu berücksichtigen sind.
“Auparavant, dans d'autres contestations en matière d'assurance privée, le Tribunal fédéral avait renvoyé une affaire à la juridiction cantonale parce que celle-ci devait examiner si un changement de profession était exigible et si le délai fixé par l'assureur était « approprié aux circonstances » (arrêt 5C.176/1998 du 23 octobre 1998, consid. 2). Dans un autre cas, le tribunal avait relevé que d'après les constatations de fait déterminantes, il n'apparaissait pas qu'un changement de profession fût raisonnablement exigible ni que l'assureur eût imparti à l'assuré, à cette fin, un « délai adéquat pour trouver un emploi » (arrêt 5C.211/2000 du 8 janvier 2001, consid. 4c). Dans une troisième cause, le tribunal avait rejeté la critique de l'assuré qui se plaignait d'un délai d'adaptation trop bref, fixé à trois mois par la juridiction cantonale (arrêt 5C.74/2002 du 7 mai 2002, consid. 3). En doctrine, plusieurs auteurs mentionnent ces décisions et ils en déduisent sans plus d'explication que l'art. 21 al. 4 LPGA fait règle aussi en droit des assurances privées (Bettina Kahil-Wolff et Emmanuelle Simonin, Révision totale de la LCA : l'avant-projet et les assurances sociales, in Quoi de neuf en droit social ?, 2009, p. 130; Gebhard Eugster, Vergleich der Krankentaggeldversicherung (KTGV) nach KVG und nach VVG, in Krankentaggeldversicherung : Arbeits- und versicherungsrechtliche Aspekte, 2007, p. 85; Vincent Brulhart, L'assurance collective contre la perte de gain en cas de maladie, in Le droit social dans la pratique de l'entreprise, 2006, p. 107; voir aussi Jean-Louis Duc, Le droit applicable aux assurances complémentaires, PJA 2010 p. 473). Leur opinion doit être approuvée dans la mesure où la démarche imposée à l'assureur, selon le principe de l'art. 21 al. 4 LPGA, est une concrétisation des règles de la bonne foi qu'en vertu de l'art. 2 al. 1 CC, chacun doit respecter dans l'exercice de ses droits et l'exécution de ses obligations. Selon la jurisprudence, il y a abus de droit manifeste, prohibé par l'art.”
“Anfechtungs- und Streitgegenstand bildet nicht die materielle Begründetheit des Anspruchs auf eine Rente respektive auf berufliche Massnahmen, sondern die Festlegung einer Sanktion in Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG, nach Massgabe von Art. 7b Abs. 3 IVG. Diese hat, wie hiervor ausgeführt, aufgrund aller Fallumstände, insbesondere aber nach dem Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu erfolgen und sie hat vor allem auch das Gebot der Verhältnismässigkeit, namentlich die Relation zur günstigen Wirkung der streitbetroffenen Massnahme, zu wahren. Eine Sanktion darf damit nicht weiter gehen, als wenn die Schadenminderungspflicht befolgt worden wäre. Damit die Widersetzlichkeit angenommen werden kann, ist die richtige Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ausserhalb des hier nicht einschlägigen Anwendungsbereichs von Art. 7b Abs. 2 IVG zwingend (E. 1.4 hiervor). Im Mahn- und Bedenkzeitverfahren ist die versicherte Person dabei schriftlich unter substantiierter Bezugnahme auf das von ihr geforderte Verhalten aufzufordern, dass sie ihrer Schadenminderungspflicht nachkommt (E. 1.4 hiervor).”
Art. 21 Abs. 5 ATSG betrifft nur Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter (Leistungen zur Kompensation von Erwerbsausfall). Leistungen in Natur für Krankheit und Invalidität (z. B. Heilbehandlungen, Krankheitskosten) fallen nicht in den Anwendungsbereich dieser Bestimmung und sind nicht durch die dort vorgesehene Suspendierung erfasst.
“3c). L’interprétation téléologique de cette disposition corrobore également ce constat puisqu’on infère de la ratio legis de celle-ci que la personne incarcérée invalide ne doit percevoir aucun avantage économique par rapport à une personne détenue en bonne santé et privée de tout revenu (voir c. 3.1). Au surplus, on relèvera que le résultat univoque auquel aboutissent ces diverses méthodes interprétatives trouve appui dans la doctrine, où la notion de perte de gain au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA est définie comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative (Anne-Sylvie Dupont, in Dupont/Moser-Szeless [éd.], Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018 [ci-après: Commentaire romand], art. 21 n. 75). La lettre circulaire AI n° 406 relative à la révision de la LPGA, édictée le 22 décembre 2020 et modifiée le 31 mars 2021 par l’Office fédéral des assurances sociales (OFAS), indique du reste aussi que la suspension prévue à l’art 21 al. 5 LPGA concerne uniquement les prestations en espèces ayant le caractère d’allocations pour perte de gain (ch. 1). 4.2 A l’inverse des prestations en espèces, les frais de maladie et d’invalidité en leur qualité de prestations en nature ne rentrent pas dans le champ d’application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Le recourant défend à juste titre cette interprétation, qui est également celle soutenue par la doctrine (voir Stefan Keller, Lücken und Tücken der Deckung der Sozial-versicherung und Sozialhilfe im Freiheitsentzug, in RSC 1/2008 p. 26 § 2.2.3; voir également Ueli Kieser, Kommentar zum ATSG, 4e éd. 2020, art. 21 n. 174). N’en contredise l’intimée, on ne saurait en revanche faire dépendre le droit d’obtenir le remboursement de ces prestations en nature de la perception d’une PC annuelle par la personne concernée. Certes, la terminologie utilisée à l’art. 14 al. 1 LPGA tend à soutenir ce point de vue, étant donné que la version française de cette même disposition réserve le remboursement des frais de maladie et d’invalidité aux "bénéficiaires d’une prestation complémentaire annuelle" (voir c.”
“6 LPC prescrit, quant à lui, que les personnes qui, en raison de revenus excédentaires, n’ont pas droit à une prestation complémentaire annuelle, peuvent prétendre au remboursement des frais de maladie et d’invalidité qui dépassent la part des revenus excédentaires. 4. Se pose singulièrement la question de savoir si les frais de maladie et d’invalidité sujets à indemnisation au titre des PC tombent sous le coup de l’art. 21 al. 5 LPGA. 4.1 Dès l’abord, on relèvera que la lettre de cette disposition est claire en ce sens que seul le paiement des prestations pour perte de gain peut faire l’objet d’une suspension partielle ou totale pendant la durée de la peine ou de la mesure exécutée par la personne concernée. Dans sa pratique, le TF a précisé que revêtent un tel caractère les prestations en espèces, telles la rente d’invalidité et la PC annuelle, dès lors que ces prestations ont pour but de suppléer à une perte de gain, respectivement de compenser cette perte de gain lorsque celle-ci n’est pas entièrement couverte par la rente de l’AI et les éventuels autres revenus (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 c. 3.2 et la référence). Cette interprétation littérale rejoint au demeurant celle historique de l’art. 21 al. 5 LPGA, dès lors qu’on peut déduire de la genèse de cette disposition que le législateur a voulu poser le principe de la suspension des prestations en espèces pendant l'exécution d'une peine ou d'une mesure sous réserve du privilège des proches (ATF 141 V 466 c. 4.9). D’ailleurs, si la version française de l’art. 21 al. 5 LPGA parle simplement de "prestations pour perte de gain", la teneur allemande de cet article évoque des "Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter" et celle italienne des "prestazioni pecuniarie con carattere di indemnita per perdita di guadagno" (jugement du Tribunal cantonal vaudois [ci-après: jugement TC VD] PC 34/21 du 25 avril 2022 c. 3c). L’interprétation téléologique de cette disposition corrobore également ce constat puisqu’on infère de la ratio legis de celle-ci que la personne incarcérée invalide ne doit percevoir aucun avantage économique par rapport à une personne détenue en bonne santé et privée de tout revenu (voir c. 3.1). Au surplus, on relèvera que le résultat univoque auquel aboutissent ces diverses méthodes interprétatives trouve appui dans la doctrine, où la notion de perte de gain au sens de l’art.”
“1). Au surplus, on relèvera que le résultat univoque auquel aboutissent ces diverses méthodes interprétatives trouve appui dans la doctrine, où la notion de perte de gain au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA est définie comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative (Anne-Sylvie Dupont, in Dupont/Moser-Szeless [éd.], Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018 [ci-après: Commentaire romand], art. 21 n. 75). La lettre circulaire AI n° 406 relative à la révision de la LPGA, édictée le 22 décembre 2020 et modifiée le 31 mars 2021 par l’Office fédéral des assurances sociales (OFAS), indique du reste aussi que la suspension prévue à l’art 21 al. 5 LPGA concerne uniquement les prestations en espèces ayant le caractère d’allocations pour perte de gain (ch. 1). 4.2 A l’inverse des prestations en espèces, les frais de maladie et d’invalidité en leur qualité de prestations en nature ne rentrent pas dans le champ d’application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Le recourant défend à juste titre cette interprétation, qui est également celle soutenue par la doctrine (voir Stefan Keller, Lücken und Tücken der Deckung der Sozial-versicherung und Sozialhilfe im Freiheitsentzug, in RSC 1/2008 p. 26 § 2.2.3; voir également Ueli Kieser, Kommentar zum ATSG, 4e éd. 2020, art. 21 n. 174). N’en contredise l’intimée, on ne saurait en revanche faire dépendre le droit d’obtenir le remboursement de ces prestations en nature de la perception d’une PC annuelle par la personne concernée. Certes, la terminologie utilisée à l’art. 14 al. 1 LPGA tend à soutenir ce point de vue, étant donné que la version française de cette même disposition réserve le remboursement des frais de maladie et d’invalidité aux "bénéficiaires d’une prestation complémentaire annuelle" (voir c. 3.2), le texte allemand aux "Bezügerinnen und Bezügern einer jährlichen Ergänzungsleistung" et celui italien aux "beneficiari di una prestazione complementare annua". Il est également vrai que l’intimée s’appuie dans son interprétation de l’art.”
Bei Abhängigkeitserkrankungen ist zunächst im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens zu klären, ob und in welchem Umfang die Abhängigkeit die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt. Eine Entzugsbehandlung darf nicht bereits vor einer solchen Begutachtung unter dem Vorwand einer Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren angeordnet werden, da dadurch die Qualifikation des Suchtgeschehens vorweggenommen würde. Hingegen kann eine zumutbare Entzugs‑ oder andere Behandlungsmassnahme als Schadenminderungsmassnahme angeordnet werden. Kommt die versicherte Person dieser zumutbaren Behandlung nicht nach und erhält sie willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, kann dies (allenfalls) eine vorübergehende oder dauernde Kürzung bzw. Verweigerung von Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG rechtfertigen.
“Dabei kann und muss im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden (E. 6.3). Diesem komme nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängigkeitserkrankungen - wie auch bei anderen psychischen Störungen - oft eine Gemengelage aus krankheitswertiger Störung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorliege. Letztere seien auch bei Abhängigkeitserkrankungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen würden. Weiter wird im Urteil festgehalten, dass auch bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms die Schadenminderungspflicht (Art. 7 IVG) zur Anwendung komme, so dass von der versicherten Person etwa die aktive Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen verlangt werden könne (Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Komme sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhalte willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, sei nach Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich (E. 5.3.1).”
“Bei der Anwendung von Art. 43 Abs. 3 ATSG und Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG ist aufgrund der mit dem bundesgerichtlichen Leitentscheid BGE 145 V 215 (Urteil vom 11. Juli 2019) geänderten Rechtsprechung bei Suchterkrankungen indes das Folgende zu beachten: Die bisherige Rechtsprechung zu den primären Suchterkrankungen bejahte grundsätzlich die Möglichkeit der Anordnung einer Entzugsbehandlung unter dem Titel der Abklärungsmassnahme, wo es darum ging, die erwerblichen Auswirkungen einer - invaliditätsfremden - primären Abhängigkeit von denjenigen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens abzugrenzen. Hingegen kam eine solche Massnahme bei - invalidenversicherungsrechtlich beachtlicher - sekundärer Abhängigkeit unter dem Titel der Schadenminderungspflicht in Frage. Nach geänderter Rechtsprechung sind auch primäre Abhängigkeiten von psychotropen Substanzen als - potenziell - invalidisierende Gesundheitsschäden abzuklären (vgl. E. 1.2.2 hiervor). Wie bei den sekundären Suchtgeschehen ist demnach neu auch bei primären Abhängigkeitssyndromen die Anordnung einer Entzugsbehandlung im Vorfeld einer Begutachtung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren nicht statthaft, würde damit doch die Qualifikation des Suchtgeschehens und seiner erwerblichen Auswirkungen als zum vornherein invalidenversicherungsrechtlich irrelevant und deshalb auszuscheiden vorweggenommen.”
“Wie bei den sekundären Suchtgeschehen ist demnach neu auch bei primären Abhängigkeitssyndromen die Anordnung einer Entzugsbehandlung im Vorfeld einer Begutachtung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren nicht statthaft, würde damit doch die Qualifikation des Suchtgeschehens und seiner erwerblichen Auswirkungen als zum vornherein invalidenversicherungsrechtlich irrelevant und deshalb auszuscheiden vorweggenommen. Wie es sich damit verhält, ist indes nach dem Gesagten im Abklärungsverfahren erst zu untersuchen. Demgegenüber darf eine Entzugsbehandlung als Behandlungsmassnahme (zur Qualifikation als Leidensbehandlung vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_218/2007 vom 19. November 2007 E. 2.4) - sofern im konkreten Fall zumutbar - unverändert jederzeit zur Schadenminderung angeordnet werden (BGE 145 V 215 E. 8.2). Eine Verletzung von Schadenminderungspflichten berechtigt die Verwaltung nicht zum Nichteintreten auf das Leistungsersuchen, sondern allenfalls zur Kürzung oder Verweigerung von Leistungen (Art. 7 Abs. 1 sowie Abs. 2 lit. d IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 9C_309/2019 vom 7. November 2019 E. 4.2.2 mit Hinweisen).”
Art. 21 Abs. 5 ATSG ist als Kann‑Vorschrift formuliert; dies bedeutet jedoch nicht, dass die Verwaltung ein völlig freies Ermessen habe. Die Leistungsaufhebung ist nur zulässig, wenn der im Gesetz genannte Tatbestand vorliegt; die Verwaltung hat insbesondere zu prüfen, ob während des Straf‑ oder Massnahmenvollzugs tatsächlich Erwerb möglich ist. Aus Gründen der Gleichbehandlung wurde in der Rechtsprechung und der Praxis zudem vertreten, dass zur rechtsgleichen Behandlung in vielen Fällen alle Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter während des Vollzugs sistiert werden müssen, sofern keine konkrete Erwerbsmöglichkeit festgestellt werden kann.
“Auch der in der Rechtsprechung wiederholt erwähnte Umstand, dass der Staat während der Dauer einer Haftstrafe für den Unterhalt der inhaftierten Person aufkomme, kann keine unterschiedliche Behandlung rechtfertigen, denn das mag zwar für Kost und Logis zutreffen, aber nicht für die übrigen laufenden Unkosten der invaliden Person. Gerade während einer nur relativ kurzen Haftstrafe wird die invalide Person nicht umhin kommen, ihre Wohnungsmiete, die Prämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, die Steuern etc. weiter zu bezahlen. Für diese Unkosten kommt der Staat während einer Haftstrafe nicht auf. Aus der Sicht der invaliden Person ändert sich folglich mit einem Haftantritt weder auf der Einnahmen- noch auf der Ausgabenseite etwas; ihr Leistungsbedarf bleibt unverändert. Die Sistierung der Rente für die Dauer des Strafvollzugs lässt sich deshalb nicht mit dem im Art. 8 BV verankerten Gleichbehandlungsgebot in Übereinstimmung bringen, weshalb der Art. 21 Abs. 5 ATSG an sich als verfassungswidrig qualifiziert werden müsste. Der Art. 190 BV verpflichtet aber die rechtsanwendenden Behörden und die Gerichte zur Anwendung der Bundesgesetze, was bedeutet, dass der Art. 21 Abs. 5 ATSG ungeachtet seiner Verfassungskonformität angewendet werden muss. Die Auslegung dieser Bestimmung muss aber so verfassungskonform und damit auch so rechtsgleich wie möglich erfolgen. Da es also Fälle geben muss, in denen eine Rente oder eine andere Geldleistung mit Erwerbsersatzcharakter zu sistieren ist, und da es keine Kriterien zur (dem Gleichbehandlungsgebot genügenden) Unterscheidung einzelner Fallkonstellationen gibt, kann die möglichst rechtsgleiche Behandlung nur darin bestehen, ausnahmslos alle Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter während der Dauer eines Strafvollzugs zu sistieren (vgl. SVR 2018 IV Nr. 41). Der Beschwerdeführer hat im September 2013 einen Massnahmenvollzug angetreten, weshalb die Rente mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2013 zu sistieren ist. Bis zur Eröffnung der angefochtenen Verfügung vom 28. Februar 2019 hat er sich weiterhin im Massnahmenvollzug befunden. Das Gleichbehandlungsgebot zwingt aus den oben dargelegten Gründen dazu, die Lockerungen des Massnahmenvollzugs und den Antritt einer Arbeitsstelle zu ignorieren.”
“Der Beschwerdeführer hat richtig erkannt, dass Art. 21 Abs. 5 ATSG als "Kann-Vorschrift" formuliert ist. Sofern er indessen eine Ermessensunterschreitung rügt mit der Begründung, der Sozialversicherung stehe aufgrund bundesgerichtlicher Vorgaben gar kein Ermessen für einen adäquaten Einzelfallentscheid mehr zu, kann ihm nicht gefolgt werden. So erlaubt die Ausgestaltung von Art. 21 Abs. 5 ATSG als "Kann-Vorschrift" wohl, den besonderen Umständen Rechnung zu tragen, wenn eine gesunde Person trotz Straf- oder Massnahmevollzug einer Erwerbstätigkeit nachgehen könnte. Anders als die Einwände in der Beschwerde suggerieren, steht der Entscheid über einen Verzicht auf eine Leistungssistierung aber nicht im freien Ermessen des Versicherers. Vielmehr sind die Leistungen aus Gründen der Rechtsgleichheit (vgl. dazu Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 409) jeweils dann einzustellen, wenn der im Gesetz genannte Tatbestand gegeben ist (BGE 141 V 466 E. 4.3; 138 V 140 E. 5.3.6; vgl. auch Jürg Maeschi, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung [MVG] vom 19.”
“En matière de prestations complémentaires cantonales, la LPC et ses dispositions d’exécution fédérales et cantonales, ainsi que la LPGA et ses dispositions d’exécution, sont applicables par analogie en cas de silence de la législation cantonale (art. 1A LPCC). 1.3 Quoique succinct, le courrier du 29 septembre 2023 de l’intéressée permet de comprendre quelle est la décision attaquée. De même, il comporte un exposé des faits et énonce les motifs du désaccord. On comprend en outre que l’intéressée demande l’annulation de la décision litigieuse, de sorte que son courrier respecte les formes prescrites pour un acte de recours (art. 61 let. b LPGA). Bien que cet acte ait été adressé, le 29 septembre 2023, à une autorité incompétente, le recours est réputé avoir été formé en temps utile (art. 39 al. 2 et 60 LPGA ; art. 64 al. 2 LPA), de sorte qu’il est recevable. 2. Le litige porte sur le bien-fondé du rejet de la demande de remise de l’obligation de restituer la somme de CHF 11'420.-. 3. L’art. 21 al. 5 LPGA permet à l’administration de suspendre partiellement ou totalement le paiement des prestations pour perte de gain si l’assuré exécute une peine ou une mesure. Cette disposition a pour but de garantir une égalité de traitement entre personnes invalides et valides, les valides étant, dans l’optique du législateur, les personnes subissant une perte de revenu du fait de leur détention, y compris lorsque cette détention est « préventive » (ATF 133 V 1), c’est-à-dire « provisoire » selon la terminologie du Code de procédure pénale suisse du 5 octobre 2007, en vigueur depuis le 1er janvier 2011 (CPP – RS 312.0 ; cf. aussi le ch. 3.6.2.1.01 des Directives concernant les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI (DPC)). Malgré sa formulation potestative, l’art. 21 al. 5 LPGA laisse en réalité uniquement à l’administration la faculté de tenir compte de ce que certaines mesures ou certaines formes de détention permettent de réaliser un gain pendant leur exécution (cf. Anne-Sylvie DUPONT, in Commentaire romand de la LPGA, 2018, n.”
Bei Abhängigkeitssyndromen finden die Schadenminderungs‑ und Mitwirkungspflichten Anwendung. Kommt die versicherte Person den zumutbaren Behandlungs‑ bzw. Eingliederungsmassnahmen nicht nach, sondern erhält sie den krankhaften Zustand willentlich aufrecht, können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden.
“Dabei kann und muss im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden (E. 6.3). Diesem komme nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängigkeitserkrankungen - wie auch bei anderen psychischen Störungen - oft eine Gemengelage aus krankheitswertiger Störung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorliege. Letztere seien auch bei Abhängigkeitserkrankungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen würden. Weiter wird im Urteil festgehalten, dass auch bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms die Schadenminderungspflicht (Art. 7 IVG) zur Anwendung komme, so dass von der versicherten Person etwa die aktive Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen verlangt werden könne (Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Komme sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhalte willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, sei nach Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich (E. 5.3.1).”
“Sowohl bei sekundären Suchtgeschehen wie auch bei primären Abhängigkeitssyndromen ist die Anordnung einer Entzugsbehandlung im Vorfeld einer Begutachtung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren nicht statthaft, würde damit doch die Qualifikation des Suchtgeschehens und seiner erwerblichen Auswirkungen als zum vornherein invalidenversicherungsrechtlich irrelevant und deshalb auszuscheiden vorweggenommen. Wie es sich damit verhält, ist indes im Abklärungsverfahren erst zu untersuchen. Demgegenüber darf eine Entzugsbehandlung als Behandlungsmassnahme – sofern im konkreten Fall zumutbar – jederzeit zur Schadenminderung angeordnet werden (Entscheid des BGer vom 7. November 2019, 9C_309/2019, E. 4.2.2). Kommt die versicherte Person den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhält willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, ist nach Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich (BGE 145 V 215 E. 5.3.1 S. 225).”
“Diese Grundsätze gelten auch bei Abhängigkeitssyndromen (vgl. E. 2.2.2 vorne). Kommt die versicherte Person den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhält willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, ist nach Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich (BGE 145 V 215 E. 5.3.1 S. 225).”
“Somit ist gestützt auf das Gutachten von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mit geringer unmittelbarer Integrationsnotwendigkeit und mit der Möglichkeit selbst gewählter Pausen und zum Rückzug auszugehen (vgl. IV-act. 149-49). Dabei ist es dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der Antwortverzerrung zumutbar, alle 14 Tage etwa 3 Stunden an einem ausserhäuslichen Arbeitsplatz zu verbringen (IV-act. 180-9). Weiter hielt der Gutachter fest, zum aktuellen Zeitpunkt sei von der Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer angepassten Tätigkeit auszugehen (IV-act. 149-49). Unter Durchführung einer leitliniengerechten medikamentösen Behandlung der Angsterkrankung sowie einer überwachten absoluten Abstinenz bezüglich Alkohol, Cannabis, CBD und anderer Wirkstoffe bestehe die Möglichkeit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit innerhalb von 2 bis 3 Jahren. Die Massnahmen seien zumutbar (IV-act. 149-50 ff.). Bezüglich der Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % steht die Selbsteingliederungs- (Art. 7 IVG) sowie Schadenminderungspflicht (Art. 21 Abs. 4 ATSG) des Beschwerdeführers im Raum. Nach Art. 7 IVG besteht eine Selbsteingliederungspflicht der versicherten Personen. So haben diese alles ihnen Zumutbare zu unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG64) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Abs. 1). Dazu gehören namentlich berufliche wie medizinische Massnahmen (Abs. 2). Nach Art. 7a IVG gilt als Ausfluss einer verstärkten Schadenminderungspflicht der Grundsatz der Zumutbarkeit jeder Massnahme, die der Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen Aufgabenbereich dient. Kommt die versicherte Person ihrer Schadenminderungspflicht nicht nach, ist sie grundsätzlich so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungsplicht wahrgenommen hätte (Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juni 2019, 9C_155/2019, E. 2.2.1 f. mit Verweisen). Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden.”
Art. 21 Abs. 5 ATSG ermöglicht die ganz oder teilweise Sistierung von Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter während eines Straf- oder Massnahmenvollzugs. Lehre und Rechtsprechung qualifizieren namentlich IV‑Renten (und je nach Fall auch Taggelder) als solche Geldleistungen und halten die Sistierung unter den in Art. 21 Abs. 5 genannten Voraussetzungen für zulässig.
“21 LPGA parle simplement de « prestations pour perte de gain », la version allemande précise « Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter » et la version italienne utilise les termes de « prestazioni pecuniarie con carattere di indemnita per perdita di guadagno ». La lettre circulaire AI n° 406 sur la révision de la LPGA du 2 décembre 2020, modifiée le 31 mars 2021, indique également que la suspension concerne les prestations en espèces (ch. 1). La notion de perte de gain de l’art. 21 al. 5 LPGA doit être comprise comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative. Dans ce sens, les prestations sociales qui peuvent faire l’objet d’une suspension au sens de cet article sont principalement les indemnités journalières et les rentes, ainsi que, cas échéant, les prestations complémentaires qui leur sont associées (Dupont, op. cit., n. 73 et 75 ad art. 21 LPGA). Ainsi, les rentes de l'assurance-invalidité sont clairement des prestations en espèces ayant le caractère d'une allocation pour perte de gain au sens de l'art. 21 al. 5 LPGA (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 consid. 3.2). 4. Pour ce qui concerne les prestations complémentaires, la LPC opère une distinction entre la prestation complémentaire annuelle (art. 3 let. a LPC) et le remboursement des frais de maladie et d’invalidité (art. 3 let b. LPC). Selon l’alinéa 2 de l’art. 3 LPC, la prestation complémentaire annuelle est une prestation en espèces au sens de l’art. 15 LPGA et le remboursement des frais de maladie et d’invalidité est une prestation en nature au sens de l’art. 14 LPGA. Ces derniers ne sont pas pris en considération dans le cadre de la fixation du droit à la prestation complémentaire annuelle mais font l’objet d’un remboursement séparé (Michel Valterio, Commentaire de la loi sur les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI, Genève/Zurich/Bâle 2015, p. 221 ad art. 14 LPC). Les prestations annuelles complémentaires à la rente d'invalidité ont pour but de compléter la compensation de la perte de gain qui n'est pas entièrement couverte par les rentes d'invalidité et les éventuels autres revenus.”
“8), spricht nicht gegen das Vorliegen des Normalvollzugs als Grundform der Freiheitsstrafe, da die Formel «in der Regel» auch gewisse Ausnahmen - beispielsweise für Untersuchungen im Spital - zulässt (Trechsel/Aebersold, in: Trechsel/Pieth, Praxiskommentar Schweizerisches Strafgesetzbuch, 4. Auflage 2021, N 1-2 zu Art. 77). Ob der Normalvollzug im Sinne von Art. 77 StGB in einer geschlossenen oder in einer offenen Strafanstalt vollzogen wurde (vgl. Art. 76 StGB), spielt dabei keine Rolle. Nach dem Gesagten bestehen keine Zweifel an den Angaben der BVD, wonach die Strafe im ordentlichen Strafvollzug und ohne Möglichkeit der Ausübung einer Erwerbstätigkeit erfolgt ist, womit die strittige, von Rechtsprechung und KSIH vorgegebenen Voraussetzung des Fehlens der Möglichkeit einer Erwerbstätigkeit auch im Gesundheitsfall (vgl. E. 1.2 vorstehend) erfüllt ist. Da es sich bei der Rente der Invalidenversicherung zudem um eine Leistung mit Erwerbsersatzcharakter handelt (Brunner/Vollenweider, in: Basler Kommentar [BSK] zum ATSG, 1. Auflage 2020, N 106 zu Art. 21; Kieser, a.a.O., N 175 zu Art. 21 ATSG), war die Sistierung der Invalidenrente gestützt auf Art. 21 Abs. 5 ATSG zulässig.”
PC, die an eine AVS-Alters‑ oder Hinterlassenenrente gekoppelt sind (und somit nicht als Leistungen zur Kompensation eines Erwerbsausfalls gelten), dürfen nicht allein wegen des Freiheitsentzugs des Rentenempfängers suspendiert werden. Nach Rechtsprechung und DPC kommt eine Suspendierung solcher Leistungen nur in Betracht, wenn der Versicherungsfall fahrlässig bzw. «fautive» realisiert wurde.
“02 des DPC intègre cette distinction entre prestations compensant ou pas une perte de gain, précisant ce qui suit : « Les rentes de vieillesse et de survivants de l’AVS, les allocations pour impotent ainsi que les PC versées avec lesdites prestations ne peuvent être suspendues qu’en cas de réalisation fautive du cas d’assurance. Les cas dans lesquels les prestations de l’AVS ou de l’AI en faveur d’une personne subissant l’exécution d’une peine ou d’une mesure n’ont pas été suspendues doivent être soumis à l’OFAS. » Cela étant, dès lors que l’on ne voit pas que l’on puisse – au sens des directives précitées (lesquelles se rapportent sans doute au cas d’application de l’art. 21 al. 1 et 2 LPGA) – réaliser fautivement le cas d’assurance qu’est la vieillesse, respectivement le fait de parvenir à l’âge de la retraite, la rente vieillesse d’un assuré en détention ne peut être suspendue. C’est donc à juste titre que la rente de base de l’assuré recourant ne l’a pas été. Partant, au même titre que les PC de l’AI recouvrent le caractère compensatoire des prestations de cette assurance, les PC rattachées à une rente vieillesse, qui n’est pas réputée couvrir une perte de gain, ne sauraient elles non plus être qualifiées de compensatoires, échappant ainsi au cas d’application de la suspension prévue à l’art. 21 al. 5 LPGA. En d’autres termes, dans le cas de PC liées, comme en l’espèce, à une rente AVS, il convient d’admettre que leur versement en espèces ne peut être suspendu du seul fait que son bénéficiaire subit une mesure ou une peine privative de liberté, non seulement en raison du parallélisme qu’implique le respect de la systématique de la loi s’agissant de prestations qui sont ou ne sont pas réputées compensatoires, mais également eu égard à la lettre et à l’esprit des DPC, lesquelles excluent explicitement cette suspension lorsque la réalisation du cas d’assurance n’est pas fautive. En conclusion, à défaut d’autre base légale topique que l’art. 21 al. 5 LPGA, lequel est réputé s’appliquer au cas spécial de l’assuré en détention, l’intimée ne pouvait se fonder, ni sur cette disposition, ni sur ses propres Directives, pour suspendre – ni a fortiori supprimer – le droit aux PC litigieuses. Il convient en conséquence d’admettre le recours et de réformer la décision sur opposition attaquée du 1er octobre 2015, en ce sens que les décisions rectificatives que celle-ci recouvre sont annulées, cette annulation emportant celle de la demande en restitution de l’indu, qui devient sans objet.”
“5 LPGA qui prévoit qu’il y a lieu de suspendre partiellement ou totalement le paiement des prestations pour perte de gain (et non de les réduire ou de les refuser), ceci à l’exception des prestations destinées à l’entretien des proches. En application de cette disposition spéciale, on admet qu’il y a également lieu de suspendre le versement de la prestation complémentaire lorsque, suite à une mesure ou une peine privative de liberté, le versement de la rente AI (ou des indemnités journalières de l’AI) est suspendu (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 ; Michel Valterio, Commentaire de la loi sur les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI, Genève/Zurich/Bâle 2015, p. 52, ad art. 8 LPC). Ainsi, au chapitre 2.6.2 afférent au cas particulier du droit aux PC durant l’exécution de peines ou de mesures, les DPC prescrivent ce qui suit, sous ch. 2620.01 : « Durant la période au cours de laquelle un assuré subit l’exécution d’une peine ou d’une mesure, le versement des rentes AI et des indemnités journalières peut être suspendu en application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Si la suspension de la prestation a été ordonnée, il importe pour la même période considérée de suspendre également le versement de la PC. Par contre la PC continue d’être versée pour toutes les autres personnes comprises dans le calcul de la PC. » Au regard de la réglementation, de la jurisprudence et de la doctrine précitées, la situation est donc claire s’agissant de détenus au bénéfice des prestations de l’AI, respectivement des PC rattachées à cette assurance, laquelle assure le paiement de prestations « pour perte de gain », ceci à la lettre de l’art. 21 al. 5 LPGA qui trouve dès lors à s’appliquer. Tel n’est cependant pas le cas des prestations de l’AVS, singulièrement d’une rente vieillesse, lesquelles ne sont pas de nature compensatoire, respectivement n’ont pas, comme c’est le cas de l’AI, vocation à compenser une perte de gain. Ainsi, le ch. 2620.02 des DPC intègre cette distinction entre prestations compensant ou pas une perte de gain, précisant ce qui suit : « Les rentes de vieillesse et de survivants de l’AVS, les allocations pour impotent ainsi que les PC versées avec lesdites prestations ne peuvent être suspendues qu’en cas de réalisation fautive du cas d’assurance.”
“C’est donc à juste titre que la rente de base de l’assuré recourant ne l’a pas été. Partant, au même titre que les PC de l’AI recouvrent le caractère compensatoire des prestations de cette assurance, les PC rattachées à une rente vieillesse, qui n’est pas réputée couvrir une perte de gain, ne sauraient elles non plus être qualifiées de compensatoires, échappant ainsi au cas d’application de la suspension prévue à l’art. 21 al. 5 LPGA. En d’autres termes, dans le cas de PC liées, comme en l’espèce, à une rente AVS, il convient d’admettre que leur versement en espèces ne peut être suspendu du seul fait que son bénéficiaire subit une mesure ou une peine privative de liberté, non seulement en raison du parallélisme qu’implique le respect de la systématique de la loi s’agissant de prestations qui sont ou ne sont pas réputées compensatoires, mais également eu égard à la lettre et à l’esprit des DPC, lesquelles excluent explicitement cette suspension lorsque la réalisation du cas d’assurance n’est pas fautive. En conclusion, à défaut d’autre base légale topique que l’art. 21 al. 5 LPGA, lequel est réputé s’appliquer au cas spécial de l’assuré en détention, l’intimée ne pouvait se fonder, ni sur cette disposition, ni sur ses propres Directives, pour suspendre – ni a fortiori supprimer – le droit aux PC litigieuses. Il convient en conséquence d’admettre le recours et de réformer la décision sur opposition attaquée du 1er octobre 2015, en ce sens que les décisions rectificatives que celle-ci recouvre sont annulées, cette annulation emportant celle de la demande en restitution de l’indu, qui devient sans objet.” Cet arrêt n’a pas été contesté. b) Reprenant l’instruction du cas, la Caisse a rendu des décisions le 8 avril 2016 aux termes desquelles elle a recalculé le droit aux prestations complémentaires en faveur de l’assuré dès le 1er septembre 2013, conformément à l’arrêt cantonal précité. Par décision du 3 novembre 2017, la Caisse a mis fin au droit à la PC au 30 novembre 2017 au motif que l’assuré n’avait pas produit les justificatifs demandés. Le 5 février 2018, l’assuré s’est opposé à cette décision en exposant que les courriers n’avaient pas été envoyés à son adresse en détention à [.”
Ergibt sich aus den Akten, dass Unterbrechungen der Medikamenteneinnahme im Zusammenhang mit der Krankheit stehen, so kann dem Betroffenen keine schuldhafte Verletzung seiner Mitwirkungspflichten zugerechnet werden und wegen dieser Unterbrechungen allein eine Kürzung oder Verweigerung der Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG nicht gerechtfertigt sein.
“Abgesehen von der Beanstandung der gutachterlichen Annahme, mit einer Anpassung der medikamentösen und therapeutischen Behandlung liesse sich allenfalls noch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreichen (vgl. act. G 1 S. 8 f. und 6 S. 3; IV-act. 285 S. 39 und 41), macht der Beschwerdeführer keine konkreten Mängel des Gutachtens geltend (vgl. act. G 1 und 6). Es ist davon auszugehen, dass allfällige Unterbrechungen in der Medikamenteneinnahme, wie sie der Beschwerdeführer angeblich behauptet hat (vgl. IV-act. 285 S. 16 f.), in einem Zusammenhang mit der Krankheit stehen. Denn aus der Aktenlage geht hervor, dass die Durchhaltefähigkeit des Beschwerdeführers eingeschränkt ist, er teilweise sprunghaft agiert und Abmachungen nicht immer einhalten kann (vgl. z.B. IV-act. 285 S. 40, unten, und 25, oben, 141 S. 6; 38 S. 2, unten und 96 S. 1). Da dem Beschwerdeführer selbst bei Unterbrüchen in der Medikamenteneinnahme also keine schuldhafte Verletzung seiner Mitwirkungspflichten vorgeworfen werden könnte, und die Beschwerdegegnerin ihn auch nicht zu einer Therapieänderung aufgefordert hat (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG), würde ein vorhandenes Verbesserungspotential in der medizinischen Behandlung der Annahme einer rentenbegründenden Invalidität in diesem Verfahren nicht entgegenstehen (vgl. BGE 143 V 414 ff. E. 4.4 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 15. Februar 2018, 9C_590/2017, E. 5.1). Entscheidend für die Beurteilung des Invaliditätsgrades ist somit vorliegend, inwiefern der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der bisherigen Therapie arbeitsfähig ist. Die psychiatrische Gutachterin hat ihre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der medizinischen Aktenlage sowie der seitens des Beschwerdeführers geklagten Leiden abgegeben. Sie hat den Beschwerdeführer ausführlich zu seinem Alltag, seinen Einschränkungen und Vorstellungen befragt und auch testdiagnostische Mittel zur Beurteilung der Einschränkungen eingesetzt. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Aspekte in der Begutachtung nicht berücksichtigt worden wären (vgl. IV-act. 285). Die Gutachterin hat die von ihr gestellten Diagnosen sodann schlüssig begründet (vgl.”
Art. 21 Abs. 1 ATSG gestattet nach herrschender Rechtsprechung und Lehre lediglich die Kürzung (oder ggf. Verweigerung) von Geldleistungen. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung erbringt im Regelfall Sachleistungen; daher kommen Kürzungen oder Verweigerungen von Sachleistungen gestützt auf Art. 21 Abs. 1 ATSG nicht in Betracht.
“Grundvoraussetzung für den Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach Art. 25 KVG bildet das Vorliegen einer Krankheit. Gemäss Art. 3 Abs. 1 ATSG gilt jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat, als Krankheit. Bei fahrlässigem Verhalten der versicherten Person ist eine Kürzung oder Verweigerung der Leistungen der Krankenversicherung ausgeschlossen. Art. 21 Abs. 1 ATSG lässt lediglich die Kürzung von Geldleistungen zu. Auch bei vorsätzlichem Verhalten fällt die Kürzung oder Verweigerung einer Sachleistung vollständig ausser Betracht. Die Krankenpflegeversicherung erbringt grundsätzlich keine Geldleistungen, sondern Sachleistungen, weshalb gestützt auf Art. 21 Abs. 1? ATSG keine Kürzungen vorgenommen werden können (Urteil des hiesigen Gerichts vom 27. Januar 2021, Prozess Nr. KV.2020.00076, E. 4.4; Kieser/Gehring/Bollinger, KVG/UVG Kommentar, 2018, N 4 zu Art. 21 ATSG, Brunner/Vollenweider, Basler Kommentar zum ATSG, 1. Aufl. 2020, N 122 zu Art. 21 ATSG). Die ambulanten Pflegeleistungen können von der OKP somit nicht infolge eines Verschuldens des Versicherten oder infolge der Begehung einer Straftat bei der Entstehung des Gesundheitsschadens gekürzt oder verweigert werden. Dies im Gegensatz zu dem in vergleichbaren Konstellationen nach dem Z.___ gewährten Langzeitpflegegeld. Auch diesbezüglich liegt somit eine erhebliche Lücke im Versicherungsschutz vor (vorstehend E.”
“Grundvoraussetzung für den Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach Art. 25 KVG bildet das Vorliegen einer Krankheit. Gemäss Art. 3 Abs. 1 ATSG gilt jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat, als Krankheit. Bei fahrlässigem Verhalten der versicherten Person ist eine Kürzung oder Verweigerung der Leistungen der Krankenversicherung ausgeschlossen. Art. 21 Abs. 1 ATSG lässt lediglich die Kürzung von Geldleistungen zu. Auch bei vorsätzlichem Verhalten fällt die Kürzung oder Verweigerung einer Sachleistung vollständig ausser Betracht. Die Krankenpflegeversicherung erbringt grundsätzlich keine Geldleistungen, sondern Sachleistungen, weshalb gestützt auf Art. 21 Abs. 1? ATSG keine Kürzungen vorgenommen werden können (Urteil des hiesigen Gerichts KV.2020.00076 vom 27. Januar 2021 E. 4.4 sowie KV.2021.00008 vom 11. Mai 2021 E. 4.6; Kieser/Gehring/Bollinger, KVG/UVG Kommentar, 2018, N 4 zu Art. 21 ATSG, Brunner/Vollenweider, Basler Kommentar zum ATSG, 1. Aufl. 2020, N 122 zu Art. 21 ATSG). Gemäss schweizerischem Krankenversicherungsrecht wird der Sucht ein leistungsbegründender Krankheitswert zugemessen (BGE 118 V 107 E. 1b, BGE 101 V 77 E. 1a, BGE 137 V 295 E. 5.3.2). Die Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) anerkennt denn auch in ihrem Anhang 1, Ziffer 8, die Substitutionsbehandlung bei Opiatabhängigkeit ausdrücklich als Pflichtleistung.”
“»), was die Beschwerdegegnerin ebenfalls zu Recht bemängelte. Denn Grundvoraussetzung für den Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach Art. 25 KVG bildet das Vorliegen einer Krankheit. Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) gilt jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat, als Krankheit. Bei fahrlässigem Verhalten der versicherten Person ist eine Kürzung oder Verweigerung der Leistungen der Krankenversicherung ausgeschlossen. Art. 21 Abs. 1 ATSG lässt lediglich die Kürzung von Geldleistungen zu. Auch bei vorsätzlichem Verhalten fällt die Kürzung oder Verweigerung einer Sachleistung vollständig ausser Betracht. Die Krankenpflegeversicherung erbringt grundsätzlich keine Geldleistungen, sondern Sachleistungen, weshalb gestützt auf Art. 21 Abs. 1 ATSG keine Kürzungen vorgenommen werden können (Urteil des hiesigen Gerichts KV.2022.00038 vom 15. November 2022 E. 3.3 sowie KV.2021.00008 vom 11. Mai 2021 E. 4.6; Kieser/ Gehring/Bollinger, KVG/UVG Kommentar, 2018, N. 4 zu Art. 21 ATSG, Brunner/ Vollenweider, Basler Kommentar zum ATSG, 1. Aufl. 2020, N. 122 zu Art. 21 ATSG). Bei dieser Ausgangslage ist eine uneingeschränkte Übernahme der Pflichtleistungen nicht erstellt und durch die Versicherungsbestimmungen des C.___ sowie die Angaben in den Versicherungsbestätigungen vom 13. Januar (Urk. 9/6) und 12. Oktober 2021 (Urk. 9/13/2) sowie 11. August 2023 (Urk. 9/16) eine eingeschränkte Kostenübernahme ausgewiesen. Mithin ist die Versicherungsdeckung nicht gleichwertig.”
“lit. a der Regulations ausgeschlossen («No benefits shall be paid in respect of medical care in case of illness or injury deliberately contracted or inflicted upon him/herself by a protected person.»), was die Beschwerdegegnerin ebenfalls zu Recht bemängelte. Denn Grundvoraussetzung für den Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach Art. 25 KVG bildet das Vorliegen einer Krankheit. Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) gilt jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat, als Krankheit. Bei fahrlässigem Verhalten der versicherten Person ist eine Kürzung oder Verweigerung der Leistungen der Krankenversicherung ausgeschlossen. Art. 21 Abs. 1 ATSG lässt lediglich die Kürzung von Geldleistungen zu. Auch bei vorsätzlichem Verhalten fällt die Kürzung oder Verweigerung einer Sachleistung vollständig ausser Betracht. Die Krankenpflegeversicherung erbringt grundsätzlich keine Geldleistungen, sondern Sachleistungen, weshalb gestützt auf Art. 21 Abs. 1 ATSG keine Kürzungen vorgenommen werden können (Urteil des hiesigen Gerichts KV.2022.00038 vom 15. November 2022 E. 3.3 sowie KV.2021.00008 vom 11. Mai 2021 E. 4.6; Kieser/ Gehring/Bollinger, KVG/UVG Kommentar, 2018, N. 4 zu Art. 21 ATSG, Brunner/ Vollenweider, Basler Kommentar zum ATSG, 1. Aufl. 2020, N. 122 zu Art. 21 ATSG). Bei dieser Ausgangslage ist eine uneingeschränkte Übernahme der Pflichtleistungen nicht erstellt und durch die Versicherungsbestimmungen des C.___ sowie die Angaben in den Versicherungsbestätigungen vom 13. Januar (Urk. 9/6) und 12. Oktober 2021 (Urk. 9/13/2) sowie 11. August 2023 (Urk. 9/16) eine eingeschränkte Kostenübernahme ausgewiesen. Mithin ist die Versicherungsdeckung nicht gleichwertig.”
Nach ständiger Rechtsprechung muss die versicherte Person alles Zumutbare zur Selbstrehabilitation unternehmen; kann sie durch Berufswechsel oder berufliche Réadaptation voraussichtlich eine Erwerbsfähigkeit erreichen, steht dies dem Anspruch auf Rente entgegen. Die berufliche Eingliederung hat Vorrang vor der Rentenzuteilung; eine Rente kommt erst in Betracht, wenn die berufliche Réadaptation wegen des Gesundheitszustands ausgeschlossen oder nicht voraussichtlich erfolgreich ist.
“Pour le surplus, la comparaison des revenus effectuée par l’OAI pour aboutir à un taux d’invalidité de zéro n’est pas critiquée par le recourant. 10.2 S’agissant d’éventuelles mesures de réadaptation, il sied de rappeler que, d’après la jurisprudence, on applique de manière générale dans le domaine de l’assurance-invalidité le principe selon lequel un invalide doit, avant de requérir des prestations de l’assurance-invalidité, entreprendre de son propre chef tout ce qu’on peut raisonnablement attendre de lui pour atténuer le mieux possible les conséquences de son invalidité ; c’est pourquoi un assuré n’a pas droit à une rente lorsqu’il serait en mesure, au besoin en changeant de profession, d’obtenir un revenu excluant une invalidité ouvrant droit à une rente (sur ce principe général du droit des assurances sociales, voir ATF 123 V 233 consid. 3c, 117 V 278 consid. 2b, 400 consid. 4b et les arrêts cités). La réadaptation par soi-même est un aspect de l’obligation de diminuer le dommage et prime aussi bien le droit à une rente que celui à des mesures de réadaptation (art. 21 al. 4 LPGA). Selon l’art. 8 al. 1er LAI, les assurés invalides ou menacés d’une invalidité (art. 8 LPGA) ont droit à des mesures de réadaptation pour autant que ces mesures soient nécessaires et de nature à rétablir, maintenir ou améliorer leur capacité de gain ou leur capacité d’accomplir leurs travaux habituels (let. a) et que les conditions d’octroi des différentes mesures soient remplies (let. b). Le droit aux mesures de réadaptation n’est pas lié à l’exercice d’une activité lucrative préalable. Lors de la fixation de ces mesures, il est tenu compte de la durée probable de la vie professionnelle restante (art. 8 al. 1bis LAI en vigueur dès le 1er janvier 2008). L’art. 8 al. 3 let. b LAI dispose que les mesures de réadaptation comprennent les mesures d’ordre professionnel (orientation professionnelle, formation professionnelle initiale, reclassement, placement, aide en capital). Pour déterminer si une mesure est de nature à maintenir ou à améliorer la capacité de gain d'un assuré, il convient d'effectuer un pronostic sur les chances de succès des mesures demandées (ATF 132 V 215 consid.”
“17 LAI, l’assuré a droit au reclassement dans une nouvelle profession si son invalidité rend cette mesure nécessaire et que sa capacité de gain peut ainsi, selon toute vraisemblance, être maintenue ou améliorée (al. 1). La rééducation dans la même profession est assimilée au reclassement (al. 2). 4.3 D’après la jurisprudence, on applique de manière générale dans le domaine de l’assurance-invalidité le principe selon lequel un invalide doit, avant de requérir des prestations de l’assurance-invalidité, entreprendre de son propre chef tout ce qu’on peut raisonnablement attendre de lui pour atténuer le mieux possible les conséquences de son invalidité ; c’est pourquoi un assuré n’a pas droit à une rente lorsqu’il serait en mesure, au besoin en changeant de profession, d’obtenir un revenu excluant une invalidité ouvrant droit à une rente (sur ce principe général du droit des assurances sociales, voir ATF 123 V 233 consid. 3c ; 117 V 278 consid. 2b et les arrêts cités). La réadaptation par soi-même est un aspect de l’obligation de diminuer le dommage et prime aussi bien le droit à une rente qu’à celui des mesures de réadaptation (art. 21 al. 4 LPGA). Si l'assuré peut prétendre à des prestations de l'assurance-invalidité, l'allocation d'une rente d'invalidité à l'issue du délai d'attente, n'entre en considération que si l'intéressé n'est pas, ou pas encore, susceptible d'être réadapté professionnellement en raison de son état de santé (principe dit de la priorité de la réadaptation sur la rente ; ATF 121 V 190 consid. 4c ; arrêt du Tribunal fédéral 9C_559/2021 du 14 juillet 2022 consid. 2.2). Le principe de la priorité de la réadaptation sur la rente s’oppose à l’octroi d’une rente d’invalidité lorsqu’une mesure de réadaptation est susceptible d’avoir une incidence sur la capacité de gain de la personne assurée (arrêt du Tribunal fédéral 9C_489/2019 du 10 juin 2020). La preuve de l'absence de capacité de réadaptation comme condition à l'octroi d'une rente d'invalidité doit présenter un degré de vraisemblance prépondérante. Dans les autres cas, une rente de l'assurance-invalidité ne peut être allouée avec effet rétroactif que si les mesures d'instruction destinées à démontrer que l'assuré est susceptible d'être réadapté ont révélé que celui-ci ne l'était pas (ATF 121 V 190 consid.”
Werden im Rahmen der Schadenminderung Auflagen (z.B. eine mindestens dreimonatige oder eine sechsmonatige Abstinenz) verlangt, kann die Nichterfüllung dieser Auflagen zu einer vorübergehenden oder dauernden Kürzung bzw. Verweigerung von Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG führen; dies gilt auch, wenn die Auflagen im Zusammenhang mit der Mitwirkungspflicht/Schadenminderungspflicht auferlegt wurden.
“6/37) dazu auf, eine mindestens dreimonatige Abstinenz von Kokain und Amphetamin zu erreichen, wobei in der Begründung darauf hingewiesen wurde, dass ohne Abstinenz keine beruflichen Massnahmen gestartet werden könnten. Cannabis und Alkohol durften zudem keine hohen Werte aufweisen. In der Verfügung vom 29. Mai 2020 (Urk. 2) werden als Gründe für die Abweisung des Leistungsbegehrens die Verletzung der dreimonatigen Abstinenzpflicht genannt, dass die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden könne und dass die Behandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft seien. Ob es sich bei den angeordneten Massnahmen um solche im Rahmen der Mitwirkungspflicht bei der Abklärung (Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 43 Abs. 2 ATSG) handelt - wovon die Beschwerdegegnerin in ihrem Schreiben vom 23. Oktober 2019 ausging - oder ob sie dem Beschwerdeführer unter dem Titel der Schadenminderungspflicht (Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG) auferlegt wurden - wie dies im Feststellungsblatt (Urk. 6/50/8) ausgeführt wurde - kann vorliegend offen bleiben. Denn Art. 7b Abs. 1 IVG legt in beiden Fällen fest, dass Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden können, wenn die auferlegten Massnahmen nicht erfüllt wurden. Eine Entzugsbehandlung kann zudem unter beiden Titeln nur angeordnet werden, wenn sie zumutbar ist (Art. 21 Abs. 4 und Art. 43 Abs. 2 ATSG, Art. 7a IVG).”
“Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom 14. Januar 2021 (AB 227) unter Hinweis auf Art. 21 Abs. 4 ATSG fest, die Laborkontrollen vom 2. Juni und vom 24. September 2020 hätten gezeigt, dass der Beschwerdeführer der Aufforderung zur Schadenminderung mittels mindestens sechsmonatiger Cannabisabstinenz nicht nachgekommen sei. Das Dossier im Eingliederungsmanagement werde deshalb abgeschlossen. In Bezug auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers präsentieren sich die Akten – soweit entscheidwesentlich – wie folgt:”
Bei laufender Invalidenrente ist eine Entzugsbehandlung (stationär oder ambulant) im Lichte der aktuellen medizinischen Aktenlage kaum als unzumutbar zu erachten. Die IV hat bestehende schadenmindernde Auflagen revisionsweise anhand der aktualisierten Aktenlage zu überprüfen und dem Versicherten bei Festhalten an einer Auflage diese neu und konkret mitzuteilen.
“Im Hinblick auf eine revisionsweise Überprüfung der Invalidenrente wird die Beschwerdegegnerin die am 26. April 2021 auferlegte schadenmindernde Massnahme (Urk. 8/57) im Lichte der aktualisierten medizinischen Aktenlage zu überprüfen haben und dem Beschwerdeführer bei Festhalten an einer schadenmindernden Auflage in Nachachtung von Art. 21 Abs. 4 ATSG die schadenmindernden Massnahmen neuerlich und konkret mitzuteilen haben. Der Beschwerdeführer ist in diesem Zusammenhang bereits hier darauf hinzuweisen, dass er im Rahmen der Schadenminderungspflicht (BGE 113 V 22 E. 4a) jederzeit gehalten ist, sich im Sinn der Selbsteingliederung einer zumutbaren medizinischen Behandlung zu unterziehen, wenn die Möglichkeit dazu besteht (vgl. Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Grundsätzlich sind die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst (BGE 113 V 22 E. 4d, Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 4.1 mit Hinweisen). Im Lichte des laufenden Rentenbezugs sowie der aktuellen medizinischen Aktenlage wird eine Entzugsbehandlung – ob stationär oder ambulant – kaum als unzumutbar zu betrachten sein.”
In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG sieht Art. 37 Abs. 2 UVG vor, dass in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt werden können, wenn der Versicherte den Unfall grobfahrlässig herbeigeführt hat.
“Gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG werden in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn der Versicherte den Unfall grobfahrlässig herbeigeführt hat. Grobfahrlässig nach Art. 37 Abs. 2 UVG handelt, wer jene elementaren Vorsichtsgebote unbeachtet lässt, die jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter den gleichen Umständen befolgt hätte, um eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge vorhersehbare Schädigung zu vermeiden (BGE 138 V 522 E. 5.2.1 mit Hinweisen).”
“Gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG werden in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn der Versicherte den Unfall grobfahrlässig herbeigeführt hat. Die Kürzung beträgt jedoch höchstens die Hälfte der Leistungen, wenn der Versicherte im Zeitpunkt des Unfalls für Angehörige zu sorgen hat, denen bei seinem Tode Hinterlassenenrenten zustehen würden (Abs. 2). Grobfahrlässig nach Art. 37 Abs. 2 UVG handelt, wer jene elementaren Vorsichtsgebote unbeachtet lässt, die jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter den gleichen Umständen befolgt hätte, um eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge vorhersehbare Schädigung zu vermeiden. Die Fahrlässigkeit besteht aus einer objektiven und subjektiven, nach ihrer Schwere graduell abzustufenden Verschuldenskomponente, wobei sich der Grad der Fahrlässigkeit primär nach dem Grad des subjektiven Verschuldens beurteilt. Das Verhalten muss, um – durch Verletzung elementarster Vorsichtsgebote – Rechtsnachteile zu gewärtigen, Unverständnis, Kopfschütteln und Tadel auslösen, eine moralische Verurteilung nach sich ziehen und die Grenze des Tolerierbaren überschreiten (BGE 138 V 522 E.”
“In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden gemäss Art. 37 UVG in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn der Versicherte den Unfall grobfahrlässig herbeigeführt hat. Die Kürzung beträgt jedoch höchstens die Hälfte der Leistungen, wenn der Versicherte im Zeitpunkt des Unfalls für Angehörige zu sorgen hat, denen bei seinem Tode Hinterlassenenrenten zustehen würden (Abs. 2). Hat der Versicherte den Unfall bei nicht vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt, so können ihm in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG die Geldleistungen gekürzt oder in besonders schweren Fällen verweigert werden. Hat der Versicherte im Zeitpunkt des Unfalles für Angehörige zu sorgen, denen bei seinem Tode Hinterlassenenrenten zustünden, so werden Geldleistungen höchstens um die Hälfte gekürzt (Abs. 3). Liegt ein grob fahrlässiges Verhalten i. S. v. Art. 37 Abs. 2 UVG vor, das gleichzeitig den Tatbestand des Verbrechens oder Vergehens i.”
Art. 21 Abs. 1 ATSG wird durch Spezialvorschriften eingeschränkt. Insbesondere weicht Art. 37 UVG/LAA in der Versicherung der Nichtberufsunfälle von Art. 21 Abs. 1 ATSG ab: Bei grober Fahrlässigkeit können die während der ersten zwei Jahre ausgerichteten Taggelder gekürzt werden; in den ausdrücklich genannten Fällen ist eine Kürzung auf höchstens die Hälfte vorgesehen. Als grob fahrlässig gilt nach den Quellen das unbeachtliche Lassen jener elementaren Vorsichtsgebote, die ein verständiger Mensch in derselben Lage befolgt hätte.
“Gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG werden in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn der Versicherte den Unfall grobfahrlässig herbeigeführt hat. Die Kürzung beträgt jedoch höchstens die Hälfte der Leistungen, wenn der Versicherte im Zeitpunkt des Unfalls für Angehörige zu sorgen hat, denen bei seinem Tode Hinterlassenenrenten zustehen würden (Abs. 2). Grobfahrlässig nach Art. 37 Abs. 2 UVG handelt, wer jene elementaren Vorsichtsgebote unbeachtet lässt, die jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter den gleichen Umständen befolgt hätte, um eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge vorhersehbare Schädigung zu vermeiden. Die Fahrlässigkeit besteht aus einer objektiven und subjektiven, nach ihrer Schwere graduell abzustufenden Verschuldenskomponente, wobei sich der Grad der Fahrlässigkeit primär nach dem Grad des subjektiven Verschuldens beurteilt. Das Verhalten muss, um – durch Verletzung elementarster Vorsichtsgebote – Rechtsnachteile zu gewärtigen, Unverständnis, Kopfschütteln und Tadel auslösen, eine moralische Verurteilung nach sich ziehen und die Grenze des Tolerierbaren überschreiten (BGE 138 V 522 E.”
“Gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG werden in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn der Versicherte den Unfall grobfahrlässig herbeigeführt hat. Grobfahrlässig nach Art. 37 Abs. 2 UVG handelt, wer jene elementaren Vorsichtsgebote unbeachtet lässt, die jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter den gleichen Umständen befolgt hätte, um eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge vorhersehbare Schädigung zu vermeiden (BGE 138 V 522 E. 5.2.1 mit Hinweisen).”
“21 LPGA, si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. À teneur de l’art. 37 LAA, si l’assuré a provoqué intentionnellement l’atteinte à la santé ou le décès, aucune prestation d’assurance n’est allouée, sauf l’indemnité pour frais funéraires (al. 1). Si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels. La réduction ne peut toutefois excéder la moitié du montant des prestations lorsque l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à des rentes de survivants (al. 2). Si l’assuré a provoqué l’accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA être réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Si l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à une rente de survivants, les prestations en espèces sont réduites au plus de moitié. S’il décède des suites de l’accident, les prestations en espèces pour les survivants peuvent, en dérogation à l’art. 21 al. 2 LPGA, aussi être réduites au plus de moitié (al. 3). L’art. 39 LAA dispose que le Conseil fédéral peut désigner les dangers extraordinaires et les entreprises téméraires qui motivent dans l'assurance des accidents non professionnels le refus de toutes les prestations ou la réduction des prestations en espèces. La réglementation des cas de refus ou de réduction peut déroger à l'art. 21 al. 1 à 3 LPGA. Fondé sur cette norme de délégation de compétence, l'art. 50 de l’ordonnance sur l'assurance-accidents du 20 décembre 1982 (OLAA - RS 832.202) prévoit qu'en cas d'accidents non professionnels dus à une entreprise téméraire, les prestations en espèces sont réduites de moitié ; elles sont refusées dans les cas particulièrement graves (al.”
Beweislast und Abklärung: Nach Art. 7a IVG liegt die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer angeordneten Massnahme bei der versicherten Person; gleichwohl bleibt der Untersuchungsgrundsatz anwendbar. Vor einer Kürzung oder Verweigerung von Leistungen gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG sind daher in der Regel weitere Abklärungen vorzunehmen; dies kann namentlich eine polydisziplinäre Begutachtung erfordern, wenn auf Grundlage der vorhandenen Akten nicht abschliessend beurteilt werden kann, ob die Massnahme zumutbar ist und eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit verspricht.
“Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Diese Bestimmung ist Ausfluss einer verstärkten Schadenminderungspflicht (BGE 145 V 2 E. 4.2.3). Der Gesetzgeber strebt mit Art. 7a IVG im Verhältnis zu Art. 21 Abs. 4 ATSG in Bezug auf die Zumutbarkeitsfrage eine Verschiebung der Beweislast an. Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt somit neu bei der versicherten Person (Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.3 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst indes die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein (BGE 115 V 111 E. 3d/bb; Maurer, Sozialversicherungsrecht, Bd. I,”
“Bei diesem Ergebnis wurde die bisherig ausgerichtete halbe Rente zu Unrecht gestützt auf Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG und Art. 43 Abs. 3 ATSG eingestellt. Der angefochtene Entscheid ist deshalb aufzuheben. Die Sache wird an die Vorinstanz zur erneuten Veranlassung einer polydisziplinären Begutachtung unter Beachtung der vorgenannten Rahmenbedingungen und Parteirechte zurückgewiesen.”
“Eine Sanktionierung aufgrund einer Verletzung der Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 43 ATSG setzt voraus, dass die verweigerten Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind (vgl. E 1.5.1), während eine Kürzung beziehungsweise Aufhebung der Rente aufgrund einer Verletzung der Schadenminderungspflicht gemäss Art. 7 und Art. 7b IVG i.V.m. Art. 21 Abs 4 ATSG unter anderem davon abhängt, ob die angeordnete Massnahme zumutbar und geeignet ist, eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit herbeizuführen (vgl. E. 1.6.3). Zu prüfen ist demgemäss, ob der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers mit den aktuell vorliegenden medizinischen Akten bereits umfassend abgeklärt ist und ob gestützt darauf beurteilt werden kann, ob die angeordnete Massnahme zumutbar ist und eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit verspricht oder ob allenfalls weitere Abklärungen erforderlich sind. Diesbezüglich liegt insbesondere das psychiatrisch-neuropsychologische Gutachten von Dr. G.___ und lic. phil. H.___ vom 19. März 2020 (Urk. 7/119) vor.”
In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG sieht Art. 37 Abs. 3 UVG vor, dass Geldleistungen gekürzt oder — in besonders schweren Fällen — verweigert werden können, wenn der Versicherte den Unfall bei nicht vorsätzlicher Begehung eines Verbrechens oder Vergehens verursacht hat. Ergibt sich gleichzeitig grobe Fahrlässigkeit, so ist Art. 37 Abs. 3 UVG als speziellere Regel anzuwenden (lex specialis).
“1 de la loi du 6 octobre 2000 sur la partie générale du droit des assurances sociales (LPGA; RS 830.1), si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. 2.2. L’art. 37 al. 2 1ère phrase de la loi fédérale du 20 mars 1981 sur l’assurance-accidents (LAA; RS 832.20) énonce que si l'assuré a provoqué l'accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l'art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels. Cet alinéa vise les cas où l’accident a été causé par une faute grave de l’assuré. L’art. 37 al. 3 1ère phrase LAA prévoit quant à lui que si l’assuré a provoqué l’accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, être réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Cet alinéa vise notamment les cas où l’accident a été causé par la commission d’un délit par l’assuré, à savoir lorsque l’infraction à l’origine de l’accident est passible d’une peine privative de liberté n’excédant pas trois ans ou d’une peine pécuniaire (délit au sens de l’art. 10 al. 3 du Code pénal du 13 décembre 2002; CP; RS 311.0). Dans le domaine de l’assurance-accidents, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, la loi prévoit donc une réduction des prestations même dans des cas où le comportement causal de l’assuré n’est pas intentionnel. 2.3. Si l’accident a été causé simultanément par une faute grave au sens de l’art. 37 al. 2 LAA et par la commission d’un délit, l’art. 37 al. 3 LAA est applicable en tant que lex specialis (Frésard/Moser-Szeless, L’assurance-accidents obligatoire in Sécurité sociale, SBVR vol. XIV 3ème édition 2016, p. 1021 n. 412 et les références citées). 2.4. L’application de l’art. 37 al. 3 LAA suppose que l’accident soit survenu à l’occasion de la commission d’une infraction, ce qui implique l’existence d’un lien objectif et temporel entre l’acte délictueux et l’atteinte à la santé ; il n’est pas nécessaire que l’acte comme tel soit la cause de l’atteinte à la santé.”
“In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden gemäss Art. 37 UVG in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn der Versicherte den Unfall grobfahrlässig herbeigeführt hat. Die Kürzung beträgt jedoch höchstens die Hälfte der Leistungen, wenn der Versicherte im Zeitpunkt des Unfalls für Angehörige zu sorgen hat, denen bei seinem Tode Hinterlassenenrenten zustehen würden (Abs. 2). Hat der Versicherte den Unfall bei nicht vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt, so können ihm in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG die Geldleistungen gekürzt oder in besonders schweren Fällen verweigert werden. Hat der Versicherte im Zeitpunkt des Unfalles für Angehörige zu sorgen, denen bei seinem Tode Hinterlassenenrenten zustünden, so werden Geldleistungen höchstens um die Hälfte gekürzt (Abs. 3). Liegt ein grob fahrlässiges Verhalten i. S. v. Art. 37 Abs. 2 UVG vor, das gleichzeitig den Tatbestand des Verbrechens oder Vergehens i. S. v. Art. 37 Abs. 3 UVG erfüllt, stelle Art. 37 Abs. 3 UVG die speziellere Norm dar und komme als lex specialis zur Anwendung. Stellt die strafbare Handlung lediglich eine Übertretung dar, kommt Art. 37 Abs. 2 UVG zur Anwendung (Gehring in KOSS, UVG Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 2018, Rz. 21 zu Art. 37). Bezogen auf Verkehrsregelverletzungen kommen bei schweren Verkehrsregelverletzungen nach Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetztes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) (Vergehen) die Regeln von Art. 37 Abs. 3 UVG zur Anwendung. Bei Verkehrsregelverletzungen nach Art.”
Eine bisher unterlassene psychiatrische Behandlung schliesst den Anspruch auf Rente für die zurückliegende Zeit nicht aus, solange die bestehende Erwerbsunfähigkeit nicht durch geeignete Eingliederungsmassnahmen tatsächlich behoben oder in für den Rentenanspruch erheblicher Weise verringert worden ist. Kann nach Experteneinschätzung durch eine solche Behandlung eine deutlich bessere Arbeitsfähigkeit erreicht werden, kommt allenfalls eine Schadenminderungspflicht des Versicherten in Frage.
“Nach der Rechtsprechung ist dann, wenn ein medizinisches Gutachten die versicherte Person als (teilweise) arbeitsunfähig erklärt, aber gleichzeitig festhält, dass nach durchgeführter erfolgreicher Eingliederung wieder eine deutlich bessere Arbeitsfähigkeit erreichbar sein sollte, der Anspruch auf eine Rente für die zurückliegende Zeit so lange nicht ausgeschlossen, als die bestehende Erwerbsunfähigkeit nicht (oder noch nicht) mit geeigneten Eingliederungsmassnahmen tatsächlich behoben oder in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verringert werden konnte. Folglich steht die bis anhin nicht erfolgte psychiatrische Behandlung einem Rentenanspruch nicht entgegen. Da die medizinischen Experten davon ausgehen, dass nach durchgeführter psychiatrischer Behandlung wieder eine deutlich bessere Arbeitsfähigkeit erreichbar sein sollte, kann dem Versicherten aber allenfalls eine Schadenminderungspflicht auferlegt werden (vgl. Andreas Brunner/Doris Vollenweider, in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 99-101 zu Art. 21 ATSG). Insgesamt sind keine Gründe ersichtlich, die dazu Anlass geben könnten, an den Ergebnissen des Gutachtens zu zweifeln, zumal auch der RAD-Arzt Dr. D.____ das Gutachten als beweistaugliche Beurteilungsgrundlage qualifizierte und die darin veranschlagte Arbeitsunfähigkeit als nachvollziehbar beurteilte. Auch der RAD-Arzt Dr. C.____ stellt in seiner Stellungnahme vom 12. Oktober 2020 die im Gutachten attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht in Frage. Es ist zwar zu beachten, dass der Rechtsanwender gemäss bundesgerichtlicher Praxis die Indikatoren und ihre Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit frei überprüfen darf. Da die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aber eine medizinische und keine juristische Frage ist, kann eine Überprüfung und Abweichung von der gutachterlichen Zumutbarkeitsbeurteilung nur dann zulässig sein, wenn die gutachterliche Einschätzung mit den objektiven Umständen ganz offensichtlich nicht in Einklang zu bringen ist (vgl. BGE 141 V 281; Urteil des Bundesgerichts vom 1.”
“Nach der Rechtsprechung ist dann, wenn ein medizinisches Gutachten die versicherte Person als (teilweise) arbeitsunfähig erklärt, aber gleichzeitig festhält, dass nach durchgeführter erfolgreicher Eingliederung wieder eine deutlich bessere Arbeitsfähigkeit erreichbar sein sollte, der Anspruch auf eine Rente für die zurückliegende Zeit so lange nicht ausgeschlossen, als die bestehende Erwerbsunfähigkeit nicht (oder noch nicht) mit geeigneten Eingliederungsmassnahmen tatsächlich behoben oder in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verringert werden konnte. Folglich steht die bis anhin nicht erfolgte psychiatrische Behandlung einem Rentenanspruch nicht entgegen. Da die medizinischen Experten davon ausgehen, dass nach durchgeführter psychiatrischer Behandlung wieder eine deutlich bessere Arbeitsfähigkeit erreichbar sein sollte, kann dem Versicherten aber allenfalls eine Schadenminderungspflicht auferlegt werden (vgl. Andreas Brunner/Doris Vollenweider, in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 99-101 zu Art. 21 ATSG). Insgesamt sind keine Gründe ersichtlich, die dazu Anlass geben könnten, an den Ergebnissen des Gutachtens zu zweifeln, zumal auch der RAD-Arzt Dr. D.____ das Gutachten als beweistaugliche Beurteilungsgrundlage qualifizierte und die darin veranschlagte Arbeitsunfähigkeit als nachvollziehbar beurteilte. Auch der RAD-Arzt Dr. C.____ stellt in seiner Stellungnahme vom 12. Oktober 2020 die im Gutachten attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht in Frage. Es ist zwar zu beachten, dass der Rechtsanwender gemäss bundesgerichtlicher Praxis die Indikatoren und ihre Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit frei überprüfen darf. Da die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aber eine medizinische und keine juristische Frage ist, kann eine Überprüfung und Abweichung von der gutachterlichen Zumutbarkeitsbeurteilung nur dann zulässig sein, wenn die gutachterliche Einschätzung mit den objektiven Umständen ganz offensichtlich nicht in Einklang zu bringen ist (vgl. BGE 141 V 281; Urteil des Bundesgerichts vom 1.”
Stellt sich die Frage der Beurteilung eines Gesundheitsschadens oder der Eingliederungsfähigkeit als zweifelhaft dar, ist eine vertiefte medizinische Abklärung anzuordnen. Soweit die Quellen dies anzeigen, gehört hierzu mindestens ein psychiatrisches Gutachten; ein neuropsychologischer Zusatz oder weitere fachärztliche Beteiligung sind nach Bedarf hinzuzuziehen. Eine stationäre Abklärung ist nur dann erforderlich, wenn die Beurteilung andernfalls nicht möglich ist.
“Nach wiederholten Labors zur Bestimmung des Medikamentenspiegels betreffend die vom behandelnden Arzt aktuell verordneten Medikamente wird eine psychiatrische Begutachtung unter Einbezug der Hilfsdisziplin der Neuropsychologie (insbesondere auch zur Abgrenzung von allfälligen Bildungsdefiziten) und erforderlichenfalls der Pharmazie (zwecks Klärung der Laborwerte) zu erfolgen haben. Dabei werden die Anzahl und die Intervalle der Laborbestimmungen vom regionalen ärztlichen Dienst der Beschwerdegegnerin festzulegen sein. Der Beschwerdeführer wird zufolge der bisherigen Erfahrungen anlässlich des Gutachtens mindestens zweimal persönlich psychiatrisch und unter Ausschluss von anderen Personen bei allen Abklärungen zu untersuchen sein. Einzig wenn sich anlässlich der gutachterlichen Abklärung zeigen sollte, dass ein Gesundheitsschaden und dessen Auswirkungen ohne kurze stationäre Abklärung nicht beurteilt werden kann, wäre eine solche anzuordnen. Offenbleiben kann deshalb derzeit, ob eine stationäre Behandlung zur Schadenminderung im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG notwendig ist und ob dem SVSA die vom behandelnden Arzt festgestellte fehlende Fahrtauglichkeit gemeldet werden muss (Art. 66c IVG). Immerhin ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass wenn die von ihm postulierte schwere psychische Störung vorliegen sollte, er sich bereits eigenverantwortlich vom Führen eines Fahrzeugs vollständig fernhalten muss (vgl. act. II 108 S. 2).”
“78 ATSG eine Amtspflichtverletzung voraus; es muss also eine Garantenpflicht verletzt worden sein, welche nur durch rechtliche Vorschriften begründet werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 8C_510/2007, E. 7.3.1). Die auf einer fehlerhaften Rechtsanwendung beruhende Verweigerung von Sozialversicherungsleistungen fällt grundsätzlich nicht unter den Begriff der Widerrechtlichkeit im Sinn dieser Bestimmung (Urteil des Bundesgerichts vom 24. Januar 2017, 8C_283/2016, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 5.1. Im vorliegenden Fall fehlt es bereits an der Anspruchsvoraussetzung eines Schadens. Das Gericht hat in seinem Urteil vom 19. November 2020 (720 19 340) – wie der Beschwerdeführer zurecht angeführt hat – festgestellt, dass die IV-Stelle den Abbruch der beruflichen Massnahmen am 12. September 2019 verfügt habe, ohne das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG durchgeführt zu haben, was grundsätzlich die Aufhebung der Verfügung zur Folge hat. Es stellte jedoch weiter fest, dass ein Abbruch der Massnahmen ohne Durchführung des Verfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG dann zulässig sein kann, wenn objektive Gründe, wie gesundheitliche, dafür sprechen würden. Diesbezüglich führte das Gericht in seinem Urteil aus, dass der medizinische Sachverhalt vermuten lasse, dass die Eingliederung des Versicherten durch die Rückenbeschwerden gefährdet sei, womit sich die Frage der objektiven Eingliederungsfähigkeit stelle. Der Bericht von RAD-Arzt Dr. med. D. , Facharzt für Arbeits- und Unfallmedizin, vom 21. Februar 2019 hätte Anlass bieten müssen, den Gesundheitszustand umfassend abzuklären, habe Dr. D. doch die objektive Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers noch vor Beginn der beruflichen Massnahmen in Frage gestellt. Ferner sei die Rückenproblematik seitens des Wirbelsäulenfacharztes Dr. med. E. , FMH Orthopädische Chirurgie, in seinem Bericht vom 29. Mai 2019 bestätigt und nicht zuletzt auch in den Abschlussberichten der verschiedenen Massnahmen, namentlich im Bericht des B. vom 11. Juli 2019, eingehend dokumentiert worden. Wenn wie hier die Frage zu beantworten sei, ob die versicherte Person eingliederungsfähig sei, sei die IV-Stelle gehalten, im Rahmen von Art.”
“Certes, le Tribunal fédéral a jugé que le changement de jurisprudence selon l’ATF 145 V 215 ne constitue pas un motif suffisant pour déroger au principe selon lequel il n’y a pas à adapter une décision administrative entrée en force à une modification de jurisprudence ni à entrer en matière sur une nouvelle demande (ATF 147 V 234 consid. 5. et les références citées). Il n’en demeure pas moins en l’espèce que, dans la mesure où l’intimé est entré en matière, et que la situation telle qu’elle se présentait en 2012 ne semble plus d’actualité, l’état de santé du recourant ayant plausiblement connu une évolution, l’OAI ne pouvait, sans autres mesures d’instruction, écarter la demande de prestations. Il convient désormais aussi d’évaluer si l’échec du traitement peut indiquer une aggravation des troubles psychiques et un épuisement des ressources. La question du traitement devra également être examinée sous l’angle de son exigibilité et de l’obligation du recourant de diminuer le dommage, étant rappelé que d’éventuelles prestations de l’assurance-invalidité peuvent être conditionnées à la mise en œuvre d’un traitement ou réévaluées en fonction des résultats de celui-ci (art. 7 et 7b LAI en relation avec l’art. 21 al. 4 LPGA ; ATF 145 V 215 consid. 8.2). » c) Selon l’arrêt de renvoi, l’OAI était tenu de « mettre en œuvre une expertise médicale, comportant à tout le moins un volet psychiatrique, le cas échéant un volet neuropsychologique, et de rendre une nouvelle décision » (consid. 8, let. b). Ainsi, l’office intimé n’avait pas l’obligation, selon les termes de l’arrêt du 28 novembre 2022, de compléter l’expertise psychiatrique par un volet neuropsychologique, l’opportunité du second étant laissé à l’appréciation du SMR, respectivement de l’expert désigné, mieux à même d’en évaluer l’opportunité et la nécessité. 8. a) L’OAI a confié la réalisation d’une expertise psychiatrique du recourant au Dr X.________, qui l’a examiné les 17 avril et 5 juin 2023. Dans son rapport du 7 juin 2023, l’expert a posé les diagnostics – avec effet sur la capacité de travail – de trouble dépressif récurrent moyen avec syndrome somatique depuis 2017 au présent (F33.11), de dépendance à plusieurs substances (cannabis et benzodiazépines avec utilisation continue, opiacés avec utilisation épisodique, éthylique et à la cocaïne actuellement abstinent ; F19.”
Ist der Gesundheitszustand stabilisiert, kann der Unfallversicherer die Taggeldzahlungen einstellen und den Fall abschliessen. Werden dauerhafte Leistungen tangiert, ist hingegen eine formelle Entscheidung erforderlich; eine bloss vereinfachte Beendigung genügt nicht.
“Le moment déterminant à partir duquel un joueur professionnel est censé avoir recouvré sa capacité de travail et n’a donc plus droit à l’indemnité journalière est en règle générale celui où il est à nouveau en mesure d’effectuer le programme d’entraînement complet (arrêt du Tribunal fédéral U 204 du 4 juillet 1994 in RAMA 1994 V 204). Si une activité de substitution est exigible, un laps de temps suffisant, compris entre trois et cinq mois, doit être imparti à l'assuré pour lui permettre de retrouver un emploi adapté à son état de santé (ATF 129 V 462 s. consid. 4.2 et 4.3 et les références). Dès lors que l'état de santé de l'assuré est stabilisé et qu'il y a en conséquence lieu d'examiner s’il a droit à une rente d'invalidité, l'assureur-accidents n'est pas tenu de lui impartir un délai pour s'adapter aux nouvelles circonstances et de continuer de lui verser les indemnités journalières pendant cette période. Il doit clore le cas et mettre un terme au paiement de l'indemnité journalière (arrêt du Tribunal fédéral 8C_39/2020 du 19 juin 2020 consid. 3.2 et 4.3 et les références citées). Un assuré doit entreprendre tout ce qui peut être raisonnablement exigé de lui pour réduire la durée et l’étendue de l’incapacité de travail et pour empêcher la survenance d’une invalidité (art. 21 al. 4 LPGA, art. 7 et 7b LAI). Dans le cadre de cette obligation de réduire le dommage, il doit participer activement à des mesures de réadaptation et suivre des traitements médicaux afin d’améliorer sa capacité de gain ou sa faculté d’accomplir ses travaux habituels et de permettre une réadaptation correspondante. 5.2.3 Aux termes de l'art. 50 LPGA, les litiges portant sur des prestations des assurances sociales peuvent être réglés par transaction (al. 1). L'assureur est tenu de notifier la transaction sous la forme d'une décision sujette à recours (al. 2). Les al. 1 et 2 s'appliquent par analogie à la procédure d'opposition ainsi qu'à la procédure de recours (al. 3). Un assureur-accidents ne peut pas nier définitivement le droit à toute prestation en relation avec un accident assuré en mettant simplement fin, en procédure simplifiée, à l'octroi de prestations temporaires (indemnité journalière et traitement médical). Dans la mesure où des prestations durables sont en jeu, il lui appartient de rendre une décision formelle (ATF 132 V 412 consid.”
Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar. Die Bestimmung entspricht inhaltlich weitgehend der früheren IV-Regelung; die hierzu ergangene Rechtsprechung und insbesondere die formellen Erfordernisse des schriftlichen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens sind weiterhin zu beachten.
“" Per quanto riguarda il quesito di sapere se e quando un trattamento che promette un essenziale miglioramento della capacità di guadagno di un assicurato sia esigibile o meno, l’art. 21 cpv. 4 LPGA non ha sostanzialmente modificato quanto previsto in precedenza (STFA U 348/04 del 12 ottobre 2006, consid. 2.3). Il TFA, in una sentenza del 16 agosto 2006 (I 462/05), ha sviluppato la seguente considerazione: " (…) 3. 3.1 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). 3.2 Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar (Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG). Er stimmt inhaltlich weitgehend mit der Regelung von alt Art. 10 Abs. 2 IVG und alt Art. 31 IVG (je in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002) überein. Die hiezu ergangene Rechtsprechung ist somit zu beachten (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, N 54 ff. zu Art. 21). Es betrifft dies insbesondere die formellen Erfordernisse des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Bereich der Invalidenversicherung (BGE 122 V 218; SVR 2005 IV Nr. 30 S. 113). Art. 7 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung verweist bezüglich der Kürzung und Verweigerung von Leistungen ausdrücklich auf Art. 21 Abs. 4 ATSG (vgl. altrechtlich ZAK 1965 S. 507). 3.3 Was als zumutbar im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG zu gelten hat, wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. Kieser, a.a.O., N 60 zu Art. 21), kann auf die zu Art. 31 Abs. 1 IVG ergangene Rechtsprechung verwiesen werden.”
Erfolgt durch die konkrete Vollzugsart eine Möglichkeit zur Ausübung einer externen Erwerbstätigkeit (z. B. Arbeitsexternat/Halbgefangenschaft oder bewilligte externe Arbeit/Vollzugserleichterung), ist die Sistierung grundsätzlich aufzuheben und die Leistung wieder auszurichten. Dagegen rechtfertigt eine ausschliesslich interne Beschäftigung im Vollzug, die kein externes Erwerbseinkommen ermöglicht (z. B. interne Arbeitsplätze mit nur geringem Pekulium), den Fortbestand der Sistierung. Entscheidend ist die tatsächliche Möglichkeit, Erwerbseinkommen zu erzielen; dies entspricht der in Rechtsprechung und Praxis dargestellten Prüfung der Vollzugsart.
“Und schliesslich attestierte auch der RAD dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. Bericht vom 5. August 2019, IV-Akte 37, S. 2, vom 22. April 2020, IV-Akte 66, S. 2 und vom 20. Juli 2020, IV-Akte 77, S. 2) dies sei erwähnt, auch wenn im Übrigen aus den oben genannten Gründen nicht auf die Berichte des RAD abgestellt wird. Dies führt dazu, dass dem Beschwerdeführer kein Invalideneinkommen bzw. ein solches von Fr. 0.00 angerechnet werden kann. Damit beträgt sein Invaliditätsgrad 100 %, womit er Anspruch auf eine ganze ausserordentliche Rente der Invalidenversicherung hat (vgl. E. 5.2.). 5.4. Wie die Beschwerdegegnerin in ihrem ursprünglichen Vorbescheid vom 28. Juli 2020 (IV-Akte 79) festhielt, befand sich der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Rentenbeginns im Massnahmenvollzug. Ab dem 2. März 2020 war es ihm dann möglich, einer externen Arbeit nachzugehen (vgl. Schreiben des Straf- und Massnahmenvollzugs vom 2. März 2020, IV-Akte 72). Für die Zeit während des Massnahmenvollzugs kann die Rente sistiert werden (vgl. Art. 21 Abs. 5 ATSG; vgl. auch Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Stand 1. Januar 2021, N 6001 ff.). Sobald die Vollzugsart es dem Beschwerdeführer ermöglicht, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, darf der Rentenanspruch nicht mehr sistiert werden (vgl. BGE 137 V 154, 161 E. 5.1. und E. 6.). Entsprechend dem von der Beschwerdegegnerin ersetzten Vorbescheid vom 28. Juli 2020 ist die Rente vorliegend bis zum 1. März 2020 zu sistieren und ab dem 2. März 2020 auszurichten. 6. 6.1. Infolge der obigen Ausführungen ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfügung vom 18. Februar 2021 ist aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin hat ihm ab dem 2. März 2020 eine ganze ausserordentliche Rente auszurichten. 6.2. Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin die ordentlichen Kosten, bestehend aus einer Gebühr von Fr. 800.00 zu tragen (Art. 69 Abs.1bis IVG). 6.3. Der obsiegende Beschwerdeführer hat gegenüber der Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten.”
“Da sich der Gesundheitszustand respektive die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers in der Zeit von Oktober 2011 bis Ende Februar 2019 nicht relevant verändert hat, steht eine „revisionsanaloge“ Abstufung der wiedererwägungsweise neu zuzusprechenden Rente nicht zur Diskussion. Nach Art. 21 Abs. 5 ATSG kann die Auszahlung von Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter während der Zeit, in der sich eine versicherte Person im Straf- oder Massnahmenvollzug befindet, ganz oder teilweise eingestellt werden. Der Beschwerdeführer hat sich ab dem 18. September 2013 im Massnahmenvollzug befunden, weshalb die Rente ab dem 1. Oktober 2013 (vgl. Rz. 6007 des Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) zu sistieren ist. Dem Beschwerdeführer ist im Dezember 2015 eine Vollzugserleichterung gewährt worden, die es ihm grundsätzlich ermöglicht hätte, eine Arbeitsstelle anzunehmen und einer Arbeit nachzugehen. Effektiv hat er erst im April 2017 einen Arbeitsversuch begonnen. Nach der Verwaltungspraxis und der Auffassung des Bundesgerichtes rechtfertigt der Wechsel in eine Halbgefangenschaft respektive eine Erleichterung eines Massnahmenvollzugs die Aufhebung einer in Anwendung des Art. 21 Abs. 5 ATSG verfügten Rentensistierung (vgl. Rz. 6003 ff. KSIH). Diese Auffassung hält einer kritischen Würdigung nicht stand, wie sich aus der ausführlichen Begründung in SVR 2018 IV Nr. 41 ergibt. Laut den Art. 77b und 79 StGB hängt der Entscheid, ob eine Strafe in Halbgefangenschaft verbüsst werden kann, nämlich nicht von der Arbeits- respektive Erwerbsfähigkeit, sondern massgebend davon ab, ob die zu inhaftierende Person effektiv erwerbstätig ist (vgl. dazu BSK Strafrecht I-Baechtold, Art. 77b N 8 sowie Art. 79 N 4 und 10; Günter Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil, Band II, 2. Aufl. 2006, §4 N 29, mit Hinweisen). Folglich ist die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Zeitpunkt des Haftantritts auch das einzige Kriterium für die Beantwortung der Frage, ob eine allfällige Rente der Invalidenversicherung für die Dauer des Strafvollzugs zu sistieren sei. Das bedeutet, dass jene Invalide, die ihre allfällige Resterwerbsfähigkeit im Zeitpunkt des Haftantritts effektiv verwerten, ihre Rente weiter beziehen können, während die Rente jener Invaliden, die ihre Resterwerbsfähigkeit nicht verwerten oder die überhaupt nicht mehr erwerbsfähig sind, für die Dauer des Strafvollzugs sistiert wird.”
“Sobald der Beschwerdeführer eine geschützte externe Arbeitsstelle antreten könne und diese im Rahmen der schrittweisen Vollzugsöffnungen bewilligt sei, werde auch die Invalidenrente wieder ausgerichtet, denn der geschützte Arbeitsplatz habe Erwerbsersatzcharakter. Anders sei dies, wenn der Beschwerdeführer wie aktuell ausschliesslich einer internen Beschäftigung im Wohnheim E____ nachgehen dürfe. Eine gesunde Person könne diesfalls kein Erwerbseinkommen erzielen, welches über ein blosses Pekulium hinausgehe, weshalb die Rente sistiert bleibe (Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2022). 2.3. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Wiederausrichtung der Invalidenrente für die Zeit vom 1. Februar 2022 bis 30. Juni 2022 hat. 3. 3.1. Befindet sich die versicherte Person im Straf- oder Massnahmenvollzug, so kann während dieser Zeit die Auszahlung von Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter ganz oder teilweise eingestellt werden (Art. 21 Abs. 5 Satz 1 ATSG). 3.2. Ratio legis von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist die Gleichbehandlung der invaliden mit der validen inhaftierten Person, die durch einen Freiheitsentzug ihr Einkommen verliert. Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe an einer Erwerbstätigkeit verhindert ist. Bietet die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, verbietet sich eine Sistierung. Massgebend ist, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde (BGE 138 V 140 E. 2.2, BGE 137 V 154 E. 3.3, BGE 133 V 1 E. 4.2.4.1). Die Kann-Vorschrift erlaubt es, den besonderen Umständen Rechnung zu tragen, wenn eine gesunde Person trotz Straf- oder Massnahmenvollzug einer Erwerbstätigkeit nachgehen könnte wie in der Halbgefangenschaft im Sinne von Art. 77b StGB oder Halbfreiheit, bzw., nach heutiger Terminologie, Arbeitsexternat im Sinne von Art. 77a StGB (vgl. BGE 141 V 466, 469 E.”
“Die Vorinstanz stellte fest, der Beschwerdeführer befinde sich seit November 2006 in einer gestützt auf aArt. 43 StGB bzw. Art. 59 StGB (gültig ab 1. Januar 2007) angeordneten strafrechtlich motivierten stationären therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 21 Abs. 5 ATSG. Gemäss schriftlicher Auskunft der zuständigen Strafvollzugsbehörde bestehe für ihn aufgrund der Vollzugsart keine (auch keine theoretische) Möglichkeit, einer externen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Im Lichte der klaren bundesgerichtlichen Rechtsprechung in Bezug auf derlei Konstellationen bestehe kein Raum, auf die Sistierung der Rentenleistungen des Beschwerdeführers zu verzichten.”
Bei drohender oder bestehender Rentenauslösung gelten die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht als besonders streng. Nach Rechtsprechung und Lehre kann der Verzicht auf zumutbare schadenmindernde Massnahmen — namentlich fortgesetzte krankheitsbezogene Behandlung, in der Regel auch die dauernde Einnahme ärztlich verordneter Medikamente, sowie fachärztlich indizierte Behandlungen — die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG rechtfertigen. Konkrete Indikation und Zumutbarkeit der Behandlungsoptionen sind fachärztlich zu beurteilen; die versicherte Person hat zumutbare, indizierte Massnahmen kooperativ auszuschöpfen.
“1 IVG), wird aber im IVG wie folgt ergänzt (zum Verhältnis der nachfolgenden Bestimmungen zu Art. 21 Abs. 4 ATSG vgl. Urteil 8C_830/2012 vom 13. März 2013 E. 2.2; MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Rz. 1 f. S. 81): Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbesondere medizinische Behandlungen nach Art. 25 KVG (Art. 7 Abs. 2 lit. b IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Die Leistungen können nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person insbesondere den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist (Art. 7b Abs. 1 IVG). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG). 2.2.2. Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG sind streng, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst (SVR 2007 IV Nr. 34 S. 120, I 744/06 E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil 8C_128/2015 vom 25. Juni 2015 E. 1.2) resp. perpetuiert. Nach Art. 7a IVG gilt als Ausfluss einer verstärkten Schadenminderungspflicht und Ausdruck des Prinzips "Eingliederung statt Rente" der Grundsatz der Zumutbarkeit jeder Massnahme, die der Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen Aufgabenbereich dient (BGE 145 V 2 E.”
“Grundsätzlich sind die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst. Nach der Rechtsprechung ist die fortgesetzte Krankheitsbehandlung, die insbesondere auch die dauernde Einnahme ärztlich verschriebener Medikamente umfasst, in aller Regel eine jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenminderung (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.1 mit Hinweisen). Die aus fachärztlicher Sicht indizierten und zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten hat die versicherte Person in kooperativer Weise optimal und nachhaltig auszuschöpfen. Welche konkreten Behandlungsmöglichkeiten indiziert und zumutbar sind, bestimmt der Facharzt oder die Fachärztin (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.2 mit Hinweisen). 4.3 Gemäss Art. 7b Abs. 1 IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist. Die Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG stellt eine solche mittels Sanktionen durchsetzbare Pflicht dar. Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die in Art. 7b Abs. 1 IVG angesprochene Bestimmung von Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen vor, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt (Satz 1). Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden und es ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art.”
“Prognostisch könne gegebenenfalls nach zwei Jahren intensiver therapeutischer Bemühungen, allenfalls auch in einem stationären Rahmen mit einer spezialisierten Therapie in einem leidensgerechten Rahmen mit einem Wiedereinstieg gerechnet werden, zunächst allerdings in einem bescheidenen Rahmen. Der RAD-Arzt Dr. E.___ hielt am 4. Januar 2021 fest, auf das Gutachten müsse abgestellt werden; der Versicherte sei vollständig arbeitsunfähig (IV-act. 182). Am 5. Februar 2021 teilte die IV-Stelle dem Versicherten in einem mit „Auflage bei Rentenzusprechung“ betitelten Schreiben mit (IV-act. 188), dass er „nach wie vor“ einen Anspruch auf eine ganze Rente habe. Die Arbeitsfähigkeit könne allerdings gemäss dem Gutachten von Dr. F.___ mittels einer gezielten Therapie gesteigert werden. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht müsse sich der Versicherte einer intensiven störungsspezifischen traumafokussierten Therapie unterziehen. Im Rahmen der amtlichen Revision im März 2024 werde die IV-Stelle prüfen, ob eine solche Therapie in Angriff genommen worden sei. Sollte dies nicht der Fall sein, werde sie eine Einstellung oder Kürzung der Rente in Anwendung des Art. 21 Abs. 4 ATSG prüfen. Mit einem Vorbescheid vom selben Datum teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung ab dem 1. Januar 2014 vorsehe (IV-act. 189). Dagegen liess die Pensionskasse am 15. März 2021 einwenden (IV-act. 193), das Gutachten von Dr. F.___ überzeuge nicht. Die Diagnosestellung nach ICD-11 sei unzulässig, weil der ICD-11 noch nicht „in Kraft getreten“ sei. Das Trauma sei nicht hinreichend belegt. Der Versicherte habe eine weitgehend unauffällige Schulzeit verbracht, eine kaufmännische Lehre absolviert und während 20 Jahren in stabilen Verhältnissen gelebt. Die Diagnose einer depressiven Störung überzeuge ebenfalls nicht, weil der Sachverständige sie ungenügend begründet habe. Auch die Diagnose einer Agoraphobie sei nicht nachvollziehbar, da der Versicherte offenkundig ein Fitnesscenter besuchen könne. Anhand des vom Bundesgericht definierten „Standardindikatoren-Kataloges“ lasse sich keine relevante Invalidität nachvollziehen, denn in erster Linie fehle es an der Compliance bezüglich der Schadenminderungspflicht.”
Zuständigkeit der IV‑Stelle — Die IV‑Stelle hat dem Versicherten allfällige zumutbare schadenmindernde Massnahmen aufzutragen und deren Wirkung innert angemessener Frist zu überprüfen. Sind die medizinischen oder tatsächlichen Verhältnisse unklar, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen bzw. die Sache zur weiteren Abklärung an die Verwaltung zurückzuweisen.
“Auch eine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen kann nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt werden, ebenso wenig etwa das Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhinderung eines Mitarbeiters anbetrifft (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.2). Mangelnde Sprachkenntnisse oder ungenügende Ausbildung sind nicht abzugsrelevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenzniveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7). Dem unterdurchschnittlichen Valideneinkommen wurde zudem im Rahmen der Parallelisierung Rechnung getragen. Per 2013 führt dies zu einem Invaliditätsgrad von 60 % ([Fr. 59'411.70 - Fr. 23'635.35] x 100 / Fr. 59'411.70 = 60.21). Der Beschwerdeführer hat demnach für die Zeit ab 1. Januar 2013 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang aber auf die bisher nicht ausreichend wahrgenommenen Therapieoptionen. In dieser Hinsicht ist in Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verhaltensänderung anzustreben. Es ist Sache der IV-Stelle, dem Versicherten eine entsprechende Schadenminderungspflicht aufzuerlegen und innert angemessener Frist deren Auswirkung im Rahmen einer Revision zu überprüfen.”
“Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass im Gebiet der Invalidenversicherung ganz allgemein der Grundsatz gilt, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Auch hierzu sind allenfalls medizinische Beurteilungen notwendig. Soweit die Beschwerdegegnerin auf die nicht ausreichend wahrgenommenen resp. noch ausstehenden Therapieoptionen hinwies, hat sie in Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verhaltensänderung anzustreben. Es ist Sache der IV-Stelle, der Versicherten eine entsprechende Schadenminderungspflicht aufzuerlegen und innert angemessener Frist deren Auswirkung zu überprüfen.”
“Nach dem Gesagten kann bei gegebener Akten- und Rechtslage nicht abschliessend über die Fragen der Verletzung einer Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 7 ff. IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG und des Anspruchs des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung entschieden werden. Die angefochtene Verfügung vom 5. Oktober 2020 (Urk. 2) ist somit aufzuheben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen (E. 3.4.3 und E. 3.5) und zu neuem Entscheid über die Leistungsansprüche des Beschwerdeführers zurückzuweisen. In diesem Sinne ist die Beschwerde folglich gutzuheissen.”
Strafrechtliche Entscheidungen binden die Sozialversicherung nicht automatisch. Bei der Anwendung von Art. 21 Abs. 1 ATSG sind die Sozialversicherungsinstanzen zu eigenen Feststellungen zur Verwirklichung des Vorsatzes verpflichtet; sie dürfen von den im Strafverfahren getroffenen Tatsachenfeststellungen und rechtlichen Bewertungen abweichen, insbesondere wenn diese auf strafrechtlichen Erwägungen beruhen, die im Sozialversicherungsrecht nicht entscheidend sind. Strafmildernde Umstände im Strafverfahren müssen im Sozialversicherungsverfahren nicht übernommen werden.
“Il en va de même pour la commission, même intentionnelle, d’une simple contravention. 19 L’assureur social, respectivement le juge des assurances sociales, ne sont liés ni par les constatations de fait opérées par les autorités pénales ni par les conséquences juridiques qu’elles en ont tirées. Ils ne s’en écartent cependant que si les faits établis au cours de l’instruction pénale et leur qualification juridique ne sont pas convaincants, ou s’ils se fondent sur des considérations spécifiques du droit pénal qui ne sont pas déterminantes en droit des assurances sociales. si l'affaire n’a pas encore fait ou ne fera pas l’objet d’une décision pénale, l’assureur, respectivement le juge des assurances sociales, doivent statuer à titre préjudiciel sur la question de la réalisation des éléments constitutifs de l’infraction pénale. Les circonstances conduisant, dans l’analyse pénale, à une réduction de la peine, voire à la renonciation à toute sanction, n’ont pas à être prises en considération dans le cadre de l’application de l’art. 21 al. 1 LPGA.” L’art. 90 cpv. 2 LCStr stabilisce che: " È punito con una pena detentiva sino a tre anni o con una pena pecuniaria chiunque, violando gravemente le norme della circolazione, cagiona un serio pericolo per la sicurezza altrui o assume il rischio di detto pericolo”. 2.4. Penalmente punibile non è solo la commissione intenzionale di un reato, ma anche quella per negligenza (art. 100 cpv. 1 LCStr). Commette con intenzione un crimine o un delitto chi lo compie consapevolmente e volontariamente (art. 12 cpv. 2 CP). Per darsi l'intenzionalità, la volontà e la consapevolezza devono riferirsi agli elementi oggettivi del reato. Non è per contro richiesta anche la consapevolezza dell'illiceità dell'azione (o omissione; DTF 107 IV 185 consid. 5 pag. 192). Basta che l'autore ritenga possibile il realizzarsi dell'atto e se ne accolli il rischio (dolo eventuale; art. 12 cpv. 2 seconda frase CP).”
Wurde das in Art. 21 Abs. 4 ATSG vorgesehene schriftliche Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren nicht durchgeführt, hat dies in der Regel die Aufhebung der entsprechenden Verfügung zur Folge. Ein Abbruch von Behandlungs‑ oder Eingliederungsmassnahmen ohne Durchführung dieses Verfahrens kann nur aus objektiven Gründen gerechtfertigt sein (beispielsweise bei Gefährdung durch den Gesundheitszustand).
“Anhaltspunkte, die für eine subjektive Eingliederungsunfähigkeit des Beschwerdeführers und somit für einen berechtigten Abbruch der beruflichen Massnahmen sprechen würden, sind vorliegend nicht erkennbar. Im Gegenteil sprechen die Berichte der C.____ vom 12. November 2018, 4. Februar 2019 und vom 6. Mai 2019 sowie der Bericht des B.____ vom 11. Juli 2019 von einer hohen Motivation des Beschwerdeführers und einem sehr guten Arbeitsverhalten. Aber selbst wenn Anhaltspunkte für eine mangelnde Eingliederungsbereitschaft vorliegen würden, wäre die Verfügung der IV-Stelle vom 12. September 2019 aufzuheben, da sie das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nicht durchgeführt hat. Ein Abbruch der Massnahmen ohne Durchführung des Verfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG wäre lediglich zulässig, wenn objektive Gründe, wie gesundheitliche, dafür sprechen würden.”
“Juli 2014, 9C_143/2014, E.3). Falls die Widerrechtlichkeit aus einer Unterlassung hergeleitet wird, setzt die Verantwortlichkeit nach Art. 78 ATSG eine Amtspflichtverletzung voraus; es muss also eine Garantenpflicht verletzt worden sein, welche nur durch rechtliche Vorschriften begründet werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 8C_510/2007, E. 7.3.1). Die auf einer fehlerhaften Rechtsanwendung beruhende Verweigerung von Sozialversicherungsleistungen fällt grundsätzlich nicht unter den Begriff der Widerrechtlichkeit im Sinn dieser Bestimmung (Urteil des Bundesgerichts vom 24. Januar 2017, 8C_283/2016, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 5.1. Im vorliegenden Fall fehlt es bereits an der Anspruchsvoraussetzung eines Schadens. Das Gericht hat in seinem Urteil vom 19. November 2020 (720 19 340) – wie der Beschwerdeführer zurecht angeführt hat – festgestellt, dass die IV-Stelle den Abbruch der beruflichen Massnahmen am 12. September 2019 verfügt habe, ohne das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG durchgeführt zu haben, was grundsätzlich die Aufhebung der Verfügung zur Folge hat. Es stellte jedoch weiter fest, dass ein Abbruch der Massnahmen ohne Durchführung des Verfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG dann zulässig sein kann, wenn objektive Gründe, wie gesundheitliche, dafür sprechen würden. Diesbezüglich führte das Gericht in seinem Urteil aus, dass der medizinische Sachverhalt vermuten lasse, dass die Eingliederung des Versicherten durch die Rückenbeschwerden gefährdet sei, womit sich die Frage der objektiven Eingliederungsfähigkeit stelle. Der Bericht von RAD-Arzt Dr. med. D. , Facharzt für Arbeits- und Unfallmedizin, vom 21. Februar 2019 hätte Anlass bieten müssen, den Gesundheitszustand umfassend abzuklären, habe Dr. D. doch die objektive Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers noch vor Beginn der beruflichen Massnahmen in Frage gestellt. Ferner sei die Rückenproblematik seitens des Wirbelsäulenfacharztes Dr. med. E. , FMH Orthopädische Chirurgie, in seinem Bericht vom 29.”
“Soweit die Vorinstanz mit dem Vorwurf, die Beschwerdeführerin habe sich trotz entsprechender Verpflichtung nicht einer regelmässigen psychiatrischen Behandlung unterzogen, die Aufhebung der Invalidenrente rechtfertigen möchte, ist festzuhalten, dass gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen nur erfolgen kann, wenn die versicherte Person vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen und ihr eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt worden ist. Mangels Durchführung eines solchen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im vorliegenden Fall kommt eine Aufhebung der Rente gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG schon aus formellen Gründen nicht in Betracht.”
Widersetzt sich die versicherte Person trotz Mahnung fortgesetzt einer zumutbaren Massnahme, kann die Versicherung die Leistungen unter Beachtung des Mahn‑ und Bedenkzeitverfahrens (mit Fristsetzungen und gegebenenfalls Vorbescheid) einstellen oder kürzen.
“10/143/24). Am 19. März 2020 teilte der Jugendcoach mit, dem Betrieb werde die Ausbildungslizenz entzogen, da dies nicht das erste Mal gewesen sei (Urk. 10/143/25). Am 5. April 2020 wurde der Lehrvertrag aufgelöst (Urk. 10/137/1). Am 20. April 2020 berichtete der Jobcoach, er habe den Beschwerdeführer nicht mehr erreichen können (Urk. 10/143/25). Der Beschwerdeführer teilte gleichentags mit, er habe momentan ziemlich viel um die Ohren (Urk. 10/143/25). Mit Einschreiben vom 29. April 2020 (Urk. 10/136) forderte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer nochmals auf, seinen Pflichten gemäss Zielvereinbarung ab sofort und bis Ende Ausbildung nachzukommen. Sollten die Rückmeldungen von G.___ bis am 13. Mai 2020 und auf weiteres nicht deutlich zufriedenstellender ausfallen, sei man leider gezwungen, die Massnahme abzubrechen und aufgrund der Akten zu entscheiden, was zur Abweisung des Gesuches führen werde (S. 1 f.). Dabei wies die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer erneut auf Art. 21 Abs. 4 ATSG hin. Zudem teilte sie diesem mit, es sei ihm zumutbar, gewissenhaft und rechtzeitig eine neue Lehrstelle zu suchen und seine Ausbildung fortzusetzen. Er lege seine Prioritäten anders und verweigere die Zusammenarbeit mit seinem Coach. Obwohl er gute Chancen auf eine neue Lehrstelle habe, riskiere er, im Sommer ohne Anschlusslehre dazustehen (S. 1). Am 13. Mai 2010 teilte der Jugendcoach mit, der Beschwerdeführer habe sich nach wie vor nicht mit ihm in Verbindung gesetzt. Aus seiner Sicht mache ein Jobcoaching keinen Sinn mehr (Urk. 10/143/26). In der Folge erliess die Beschwerdegegnerin am 14. Mai 2020 einen Vorbescheid (Urk. 10/139). Gleichentags entschuldigte sich der Beschwerdeführer für seine Abwesenheit und wies auf familiäre Probleme und die Arbeitssituation hin. Er wolle seinen Vater glücklich machen, bevor dieser an Krebs sterbe. Die Arbeit bei seinem Chef bei der M.___ habe ihm jegliche Motivation genommen. Zudem sei sein Laptop in der Reparatur. Er sei sehr aufgeschmissen ohne Laptop und bitte um Verständnis (Urk.”
“März 2023, dass die aktuelle Massnahme der Klärung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit diene und eine Verweigerung, die Zielvereinbarung zu unterzeichnen, als fehlende Bereitschaft zur Mitwirkung ausgelegt werden könne. Daraufhin folgte die Bitte, die unterzeichnete Zielvereinbarung bis spätestens zum 17. März 2023 einzuschicken und Bereitschaft und Mitwirkung bei der Teilnahme an der Massnahme schriftlich zu bestätigen (IV-Akte 423). Wenige Tage später informierte die coachende Person die Beschwerdegegnerin darüber, dass die Beschwerdeführerin nichts Anderes machen möchte als die Tätigkeit als MPA auszuüben. Sie sei bereits bei drei Stellen zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Sie suche eine Anstellung zwischen 30 % und 50 %, mehr als 50 % könne sie sich nicht vorstellen. Die Beschwerdeführerin sei der Auffassung, dass diese Tätigkeit für sie nicht geeignet sei, wie dies in der Zielvereinbarung stehe, stimme nicht (E-Mail vom 9. März 2023, IV-Akte 424). Die Beschwerdegegnerin reagierte auf die Verweigerung der Beschwerdeführerin, die Zielvereinbarung zu unterzeichnen mit einer Mitteilung vom 21. März 2023 (IV-Akte 426). Darin machte sie die Beschwerdeführerin auf die Bestimmung von Art. 21 Abs. 4 ATSG (vgl. E. 3.3.) aufmerksam. Sie setzte der Beschwerdeführerin zudem eine letzte Frist bis zum 31. März 2023 um die Zielvereinbarung einzureichen und wies sie darauf hin, dass sie die Bearbeitung im Rahmen der Eingliederung zur Evaluation der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit umgehend einstelle und aufgrund der Akten entscheide, sollte die Zielvereinbarung nicht bis zum genannten Datum eingereicht werden. Da sich die Beschwerdeführerin weiterhin weigerte, die Zielvereinbarung zu unterschreiben, erliess die Beschwerdegegnerin in der Folge am 5. April 2023 einen Vorbescheid, mit welchem sie der Beschwerdeführerin die Einstellung der Eingliederungsmassnahme Arbeitsvermittlung in Aussicht stellte (IV-Akte 430) und am 31. Mai 2023 die entsprechende und nun angefochtene Verfügung (IV-Akte 440). 4.2. Die Beschwerdeführerin kritisiert nun im Wesentlichen, dass die Beschwerdegegnerin ihren Abklärungspflichten nicht genügend nachgekommen sei (vgl. E. 2.2.). Wie unter E. 3.3. ausgeführt, verpflichtet Art.”
“Ein Arbeitsversuch hätte die 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bestätigen können, er hätte aber auch Zweifel daran wecken können. Der Umstand, dass mit einer Arbeitsvermittlung bzw. einem Arbeitsversuch ein höheres Pensum angestrebt wurde, als der Beschwerdeführerin als angemessen erscheint, ändert nichts an deren Zumutbarkeit. Auch führt dies nicht dazu, dass die Massnahme dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht im Sinne von Art. 7a IVG angemessen war bzw. gewesen wäre. 4.3. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Eingliederungsmassnahme Arbeitsvermittlung inklusive der Zielvereinbarung, welche die Beschwerdegegnerin erstellt hatte, für die Beschwerdeführerin nicht unzumutbar und ihrem Gesundheitszustand angemessen war bzw. gewesen wäre. Dadurch, dass sie sich weigerte, die von der Beschwerdegegnerin aufgesetzte Zielvereinbarung zu unterschreiben, hat sie ihre Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. c IVG verletzt. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG durchgeführt. Sie hat die Beschwerdeführerin dabei mit Schreiben vom 6. März 2023 (IV-Akte 423) und mit Mitteilung vom 21. März 2023 aufgefordert, die Zielvereinbarung zu unterschreiben und einzureichen. Dabei hat sie ihr jeweils eine neue Frist zur Einreichung gesetzt und sie auf die Folgen einer Verweigerung dessen aufmerksam gemacht. Die Beschwerdeführerin hatte genügend Zeit um die Zielvereinbarung in Kenntnis dieser Folgen doch noch zu unterschreiben und einzureichen, hat jedoch mehrfach mitgeteilt bzw. mitteilen lassen, dass sie dies nicht zu tun gedenke (vgl. E. 4.1.). Die Beschwerdegegnerin hat somit ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG durchgeführt. Es ist folglich nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Eingliederungsmassnahme Arbeitsvermittlung mit Vorbescheid vom 5. April 2023 (IV-Akte 430) und Verfügung vom 31. Mai 2023 (IV-Akte 440) eingestellt hat. 4.4. Wie bereits aus E. 1.2. hervorgeht, kann sich das Gericht zu den weiteren Anträgen und Vorbringen der Beschwerdeführerin, welche nicht die Einstellung der Eingliederungsmassnahme betreffen, mangels Anfechtungsobjekt nicht äussern.”
“Vorliegend hat die IVSTA mit Verfügung vom 11. Dezember 2019 und Vernehmlassung vom 26. November 2020 festgehalten, dass der Beschwerdeführer in unentschuldbarer Weise seine Mitwirkungspflicht dadurch verletzt habe, dass er nicht an der angeordneten polydisziplinären Begutachtung in der Q._______ AG in (...) teilgenommen habe, weshalb die Rentenzahlungen gestützt auf Art. 7b Abs. 1 IVG sowie Art. 21 Abs. 4 und 43 Abs. 3 ATSG eingestellt worden seien. Es ist daher nachfolgend zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht weitere Leistungen gestützt auf Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG verweigert und die Rentenzahlungen eingestellt hat.”
Vorbehalte (z. B. Abstinenzauflagen) sowie aktiver Konsum können die Beurteilung der Zumutbarkeit von Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen und damit die Frage von Kürzungen oder Verweigerungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG beeinflussen. Verzögerungen oder Access-Beschränkungen bei der Behandlung (z. B. pandemiebedingte Einschränkungen oder lange Wartezeiten) können die Zumutbarkeitsbeurteilung relativieren und in konkreten Fällen dazu führen, dass Sanktionen nicht gerechtfertigt sind.
“Lemma 2), womit der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit einer Leistungszusprache zur Schadenminderung aufgefordert werden müsste (vgl. Art. 7 Abs. 1 und 2 lit. d IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG; SVR 2020 IV Nr. 11 S. 42 E. 4.2.2). Bereits im Rahmen der leistungsabweisenden und hier als Referenz dienenden Verfügung vom 12. Dezember 2013 (AB 37) stand die seitens der Beschwerdegegnerin angenommene Arbeitsfähigkeit von 100 % unter dem Vorbehalt einer anhaltenden Abstinenz (AB 31 S. 4 Ziff. 1.7). Wenn die Ergänzung von Dr. med. B.________ (AB 96) dahingehend zu interpretieren wäre, dass trotz aktivem Konsumverhalten (AB”
“b) Il ressort par ailleurs des différents courriels du recourant à l’intimé qu’il s’est déclaré prêt à entamer un suivi psychiatrique, ce dès que l’intimé le lui a signifié par courrier recommandé du 9 décembre 2020. Depuis lors, le recourant a régulièrement informé l’intimé de ses démarches en vue de se conformer à ses exigences, à savoir de lui adresser les coordonnées de son psychiatre traitant. Le recourant a exposé l’insuccès de ses divers contacts auprès de nombreux spécialistes en psychiatrie et psychothérapie. Il a finalement été en mesure d’obtenir un rendez-vous auprès de la Dre B.________, agendé au 4 juin 2021, ce dont il a renseigné l’intimé par courriel du 18 mai 2021. c) Quoi qu’en dise l’intimé, compte tenu du contexte lié à la crise sanitaire survenue en mars 2020, les difficultés relatées par le recourant pour être pris en charge sur le plan psychiatrique n’apparaissent pas invraisemblables ou disproportionnées, au point de considérer que son comportement serait constitutif d’une violation de son obligation de diminuer le dommage au sens de l’art. 21 al. 4 LPGA. d) Indépendamment de ce qui précède, on retiendra que le premier rendez-vous auprès de la Dre B.________ a été communiqué par le recourant à l’intimé le 18 mai 2021 et a eu lieu le 4 juin 2021, soit antérieurement à l’établissement de la décision litigieuse. Dès lors, en dépit de la mise en demeure du 9 décembre 2020, l’intimé n’était pas légitimé à rendre la décision entreprise après que le recourant a finalement été en mesure de se conformer à ses exigences et de lui transmettre les coordonnées de son nouveau psychiatre traitant. La décision litigieuse n’est par conséquent pas fondée, en ce qu’elle met fin au versement de la rente d’invalidité au 31 mars 2021, au motif d’une violation de l’obligation de diminuer le dommage. 7. a) En définitive, le recours doit être admis et la décision attaquée réformée, en ce sens que le recourant a droit à une rente entière extraordinaire d’invalidité dès le 1er septembre 2018. b) En dérogation à l’art. 61 let. a LPGA, la procédure de recours en matière de contestations portant sur l’octroi ou le refus de prestations de l’AI devant le tribunal cantonal des assurances est soumise à des frais de justice (art.”
Bei Untersuchungshaft ist eine Sistierung der Geldleistungen nach Art. 21 Abs. 5 ATSG grundsätzlich möglich, wenn der Freiheitsentzug mehr als drei Monate (90 Tage) gedauert hat; dauert die Untersuchungshaft weniger als drei Monate, ist eine Sistierung unzulässig. Eine rückwirkende Sistierung kann erfolgen; sie ist jedoch mit der tatsächlichen Möglichkeit zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit während des Vollzugs zu vereinbaren (bei fehlender Möglichkeit zur Erwerbstätigkeit im geschlossenen Vollzug war die rückwirkende Sistierung in der zitierten Entscheidung zulässig).
“Tag des Monats, der dem Beginn der Untersuchungshaft folgt, sistiert werden. Dauert die Untersuchungshaft insgesamt weniger als drei Monate (90 Tage), ist eine Sistierung unzulässig (vgl. BGE 133 V 1 E. 4.4; Rz. 7205 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Januar 2024). 3. Der Beschwerdeführer befand sich nachweislich vom 29. August 2023 bis zum 22. Januar 2024 in Untersuchungshaft (vgl. Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom 18. Januar 2024). Damit war der Freiheitsentzug strafrechtlich begründet und dauerte mehr als drei Monate. Eine Sistierung der Invalidenrente im Sinne von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers grundsätzlich möglich. Der Beschwerdeführer bringt schliesslich auch keine Gründe vor, weswegen die rückwirkende Sistierung unzulässig sein sollte. Das von ihm zitierte Urteil vom 25. Oktober 2007, 8C_176/2007, hält lediglich fest, dass Art. 21 Abs. 5 ATSG auf die Untersuchungshaft anwendbar sei. Das Urteil äussert sich jedoch nicht zur Frage, ab wann die Rente sistiert werden darf und ob die Sistierung rückwirkend erfolgen kann. Eine rückwirkende Sistierung ist nach dem vorstehend gesagten (vgl. E. 2 hiervor) nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer bringt sodann vor, dass die Sistierung per 18. Januar 2024 aufzuheben sei, weil die Möglichkeit bestehe, im vorzeitigen Vollzug eine Arbeitstätigkeit auszuüben. Gemäss der Auskunft der Leitung des Straf- und Massnahmevollzugs vom 5. April 2024 befindet sich der Beschwerdeführer jedoch in einem geschlossenen Vollzug und kann keiner Erwerbstätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt nachkommen. (vgl. E-Mail vom 5. April 2024). Der Beschwerdeführer bestreitet diese Auskunft auch nicht. Somit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer keine Möglichkeit zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit hat und die rückwirkende Sistierung der Invalidenrente demnach zulässig war. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen.”
“Tag des Monats, der dem Beginn der Untersuchungshaft folgt, sistiert werden. Dauert die Untersuchungshaft insgesamt weniger als drei Monate (90 Tage), ist eine Sistierung unzulässig (vgl. BGE 133 V 1 E. 4.4; Rz. 7205 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Januar 2024). 3. Der Beschwerdeführer befand sich nachweislich vom 29. August 2023 bis zum 22. Januar 2024 in Untersuchungshaft (vgl. Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom 18. Januar 2024). Damit war der Freiheitsentzug strafrechtlich begründet und dauerte mehr als drei Monate. Eine Sistierung der Invalidenrente im Sinne von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers grundsätzlich möglich. Der Beschwerdeführer bringt schliesslich auch keine Gründe vor, weswegen die rückwirkende Sistierung unzulässig sein sollte. Das von ihm zitierte Urteil vom 25. Oktober 2007, 8C_176/2007, hält lediglich fest, dass Art. 21 Abs. 5 ATSG auf die Untersuchungshaft anwendbar sei. Das Urteil äussert sich jedoch nicht zur Frage, ab wann die Rente sistiert werden darf und ob die Sistierung rückwirkend erfolgen kann. Eine rückwirkende Sistierung ist nach dem vorstehend gesagten (vgl. E. 2 hiervor) nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer bringt sodann vor, dass die Sistierung per 18. Januar 2024 aufzuheben sei, weil die Möglichkeit bestehe, im vorzeitigen Vollzug eine Arbeitstätigkeit auszuüben. Gemäss der Auskunft der Leitung des Straf- und Massnahmevollzugs vom 5. April 2024 befindet sich der Beschwerdeführer jedoch in einem geschlossenen Vollzug und kann keiner Erwerbstätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt nachkommen. (vgl. E-Mail vom 5. April 2024). Der Beschwerdeführer bestreitet diese Auskunft auch nicht. Somit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer keine Möglichkeit zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit hat und die rückwirkende Sistierung der Invalidenrente demnach zulässig war. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen.”
Für die Anwendung von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist allein darauf abzustellen, ob die gewählte Form der Vollstreckung oder Durchführung der Massnahme die versicherte Person tatsächlich daran hindert, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die rechtliche Natur der Massnahme (z. B. therapeutischer Charakter) ist für diese Prüfung nicht relevant. Ergibt die Form der Vollstreckung, dass Erwerbseinkommen währenddessen ohnehin nicht erzielt werden kann, kommt eine Einstellung der Geldleistungen in Betracht; wäre Erwerbstätigkeit trotz der Massnahme möglich, ist eine Suspendierung nicht zulässig.
“b) La formulation potestative de cette disposition confère aux assureurs sociaux une liberté décisionnelle, sur le principe de la suspension également. Cette liberté est toutefois relative : elle leur laisse en réalité uniquement la faculté de tenir compte de ce que certaines mesures ou certaines formes de détention permettent de réaliser un gain pendant leur exécution. C’est notamment le cas de la semi-détention au sens de l’art. 77b CP, ou de certaines mesures de substitution au sens de l’art. 237 CPP (Code de procédure pénale suisse du 5 octobre 2007 ; RS 312.0). En revanche, la nature de la mesure (en raison de la dangerosité sociale ou à des fins thérapeutiques) ou de la détention (exécution d’une peine ferme, détention préventive ou à des fins de sûreté) n’a pas à être prise en considération. Si la forme choisie pour l’exécution de la mesure ou de la peine privative de liberté aurait de toute manière empêché la personne assurée de réaliser un gain durant ce laps de temps, les conséquences de l’art. 21 al. 5 LPGA doivent être appliquées (Anne-Sylvie Dupont, in Anne-Sylvie Dupont/Margit Moser-Szeless [édit.], Loi sur la partie générale des assurances sociales, Commentaire romand, 2018, n. 74 ad art. 21 LPGA). C’est ainsi qu’en matière de suspension du droit à la rente d’invalidité durant l’exécution d’une mesure thérapeutique institutionnelle au sens de l’art. 59 CP (dans sa teneur en vigueur depuis le 1er janvier 2007), le Tribunal fédéral a jugé que pour qu’une rente puisse être suspendue sur la base de l’art. 21 al. 5 LPGA, il convient uniquement d’examiner si l’exécution du traitement institutionnel au sens de l’art. 59 CP autorise ou non l’exercice d’une activité lucrative. L’art. 21 al. 5 LPGA vise une égalité de traitement entre les personnes détenues invalides et les personnes détenues valides, lesquelles perdent leur revenu en cas de privation de liberté. L’élément décisif est que la personne condamnée soit empêchée d’exercer une activité lucrative, du fait de l’exécution d’une peine ou mesure.”
“En revanche, la nature de la mesure (en raison de la dangerosité sociale ou à des fins thérapeutiques) ou de la détention (exécution d’une peine ferme, détention préventive ou à des fins de sûreté) n’a pas à être prise en considération. Si la forme choisie pour l’exécution de la mesure ou de la peine privative de liberté aurait de toute manière empêché la personne assurée de réaliser un gain durant ce laps de temps, les conséquences de l’art. 21 al. 5 LPGA doivent être appliquées (Anne-Sylvie Dupont, in Anne-Sylvie Dupont/Margit Moser-Szeless [édit.], Loi sur la partie générale des assurances sociales, Commentaire romand, 2018, n. 74 ad art. 21 LPGA). C’est ainsi qu’en matière de suspension du droit à la rente d’invalidité durant l’exécution d’une mesure thérapeutique institutionnelle au sens de l’art. 59 CP (dans sa teneur en vigueur depuis le 1er janvier 2007), le Tribunal fédéral a jugé que pour qu’une rente puisse être suspendue sur la base de l’art. 21 al. 5 LPGA, il convient uniquement d’examiner si l’exécution du traitement institutionnel au sens de l’art. 59 CP autorise ou non l’exercice d’une activité lucrative. L’art. 21 al. 5 LPGA vise une égalité de traitement entre les personnes détenues invalides et les personnes détenues valides, lesquelles perdent leur revenu en cas de privation de liberté. L’élément décisif est que la personne condamnée soit empêchée d’exercer une activité lucrative, du fait de l’exécution d’une peine ou mesure. Lorsque le mode d’exécution donnerait à l’assuré la possibilité d’exercer une activité lucrative et de subvenir lui-même à ses besoins, il est interdit de suspendre son droit à la rente. Est ainsi déterminant pour la suspension de la rente d’un invalide, le fait de savoir si une personne valide, dans la même situation, subirait une perte de revenu en raison de sa privation de liberté (ATF 137 V 154 consid. 5.1 ; 133 V 1 consid. 4.2.4.1 ; 116 V 20 consid. 3b). c) Selon l’art. 59 al. 1 CP, lorsque l’auteur souffre d’un grave trouble mental, le juge peut ordonner un traitement institutionnel à la condition que l’auteur ait commis un crime ou un délit en relation avec ce trouble (let. a) et qu’il soit à prévoir que cette mesure le détournera de nouvelles infractions en relation avec ce trouble (let.”
Bei Rentenbezügern eröffnet erst die aktive Teilnahme an zumutbaren Eingliederungs- oder Behandlungsmassnahmen die Möglichkeit einer Rentenrevision; bleibt eine aktive Teilnahme aus, bestehen die eingeleiteten Kürzungs- oder Verweigerungsmassnahmen in der Regel fort. (Dies setzt voraus, dass das Mahn- und Bedenkzeitverfahren und die Zumutbarkeitsprüfung korrekt durchgeführt wurden.)
“Die (neue) Regelung fokussiert auf Rentenbezügerinnen und -bezüger, welche keine revisionsrechtlich relevante Änderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG erfahren haben (SVR 2014 IV Nr. 18 S. 69, 8C_667/2013 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_572/2012 vom 18. Oktober 2012 E. 2.3.1). Erst die Teilnahme der versicherten Person an zumutbaren Massnahmen soll zu einer Rentenrevisionsmöglichkeit führen. Die Teilnahme an Wiedereingliederungsmassnahmen ist nicht ins Belieben der rentenbeziehenden Person gestellt. Trotz allfälliger subjektiver Eingliederungsunfähigkeit muss sie an allen zumutbaren Massnahmen teilnehmen, und zwar aktiv, damit ihr Eingliederungspotential ausgeschöpft werden kann (E. 4.2.4). Der Verpflichtung zur aktiven Teilnahme an Eingliederungsmassnahmen wird durch die Sanktionierungsmöglichkeiten der Kürzung oder Verweigerung von Rentenleistungen Nachdruck verliehen (E. 4.3.1). Voraussetzung hierfür ist die Einhaltung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens (Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG; vgl. E. 5.3.2). Strittig und zu prüfen ist im Folgenden zunächst, wie es sich mit der Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers verhält.”
“Zusammenfassend führte die Beschwerdegegnerin das Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG im Grundsatz korrekt durch. Der Beschwerdeführer hat trotz durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren seine Mitwirkungspflicht verletzt und nicht an den ihm zumutbaren Wiedereingliederungsmassnahmen teilgenommen respektive diese von sich aus abgebrochen. Ob die Rente allenfalls wieder zur Ausrichtung gelangen kann, sobald der Beschwerdeführer aktiv an Wiedereingliederungsmassnahmen teilnimmt, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens und muss dementsprechend nicht geprüft werden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.”
“Die Arbeit war ihm aus medizinischer Sicht zumutbar und er brachte überdies mit seiner Aussage, er könne sich nicht vorstellen, das Aufbautraining hier zu absolvieren, deutlich sein Desinteresse an der Eingliederungsmassnahme zum Ausdruck (Urk. 11/235/11). In der Folge bemühte er sich auch nicht unmittelbar um eine andere Arbeitstätigkeit in der Stiftung B.___. Daran ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer in seinem Einwand vom 29. März 2019 nochmals Eingliederungsmassnahmen in der Form einer niederschwelligen Tätigkeit von vier Stunden pro Woche beantragte, wie er sie im Zentrum G.___ ausübe (Urk. 11/246/6). Bei dieser Arbeit handelt es sich um einen Tagesstättenplatz zur Beschäftigung (Urk. 11/233/2). Eine solche Massnahme wäre mit Blick auf die Funktion der Integrationsmassnahme als Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung nicht zielführend. Zudem wird bei Integrationsmassnahmen ohnehin eine Präsenz von zwei Stunden täglich verlangt (Art. 4quater Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV), die der Beschwerdeführer subjektiv nicht in Stande ist zu leisten. Insgesamt verletzte der Beschwerdeführer mit seinem Verhalten seine Mitwirkungspflicht, was die in Art. 21 Abs. 4 ATSG aufgeführten Sanktionsmöglichkeiten eröffnet. Diese wurden dem Beschwerdeführer im Sinne des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens am 28. November 2018 unbestrittenermassen rechtsgenüglich angedroht (Urk. 11/222).”
Auch bei teilweiser Verminderung der Urteilsfähigkeit durch Alkohol kann eine Kürzung nach Art. 21 ATSG gerechtfertigt sein. Die Rechtsprechung hält in solchen Fällen häufig fest, dass das Verhalten über einfache Fahrlässigkeit hinausgeht und als schwere Fahrlässigkeit oder zumindest als eventualvorsätzlich zu qualifizieren sein kann, sodass die Voraussetzungen für eine Leistungsreduktion erfüllt sein können.
“1 LPGA, si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. L’art. 37 al. 3 LAA prévoit quant à lui que si l'assuré a provoqué l'accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent, en dérogation à l'art. 21 al. 1 LPGA, être réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées (1ère phrase). Toutefois, si l'assuré doit, au moment de l'accident, pourvoir à l'entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à une rente de survivants, les prestations en espèces sont réduites au plus de moitié (2ème phrase). S'il décède des suites de l'accident, les prestations en espèces pour les survivants peuvent, en dérogation à l'art. 21 al. 2 LPGA, aussi être réduites au plus de moitié (3ème phrase). Même si la loi ne le précise pas, la réduction des prestations en application de cette disposition s'applique à plus forte raison en cas de commission intentionnelle d'un crime ou d'un délit (cf. ATF 134 V 277 consid. 3.5). L'art. 37 al. 3 LAA contient une double dérogation à l'art. 21 LPGA. En premier lieu, la LAA permet une réduction des prestations allouées à l'assuré ou aux survivants en cas de crime ou de délit non intentionnel. En second lieu, quand l'assuré décédé a lui-même commis un crime ou un délit, les prestations en espèces pour les survivants peuvent être réduites de moitié au plus (voir ATF 134 V 277 consid. 2.4). Ces dérogations à la LPGA ont été voulues par le législateur, qui entendait maintenir le régime des sanctions instauré par l'ancien art. 37 al. 3 LAA. Par ces dérogations, il avait en vue, principalement, les accidents causés par un conducteur pris de boisson. Cette intention ressort de manière non équivoque du rapport de la Commission du Conseil national de la sécurité sociale et de la santé du 26 mars 1999 (FF 1999 p. 4168). A ce sujet, en effet, la commission s'est exprimée en ces termes (p. 4346; cf. aussi ATF 134 V 277 consid. 3.3): « L'art. 37, al. 3, LAA règle la réduction en cas d'accident en relation avec la commission d'un délit ou d'une infraction.”
“8‰), era precipitata mentre cercava di raggiungere il piano terra scendendo dal balcone del suo appartamento, la Corte federale ha ammesso che tale agire era oggettivamente costitutivo di un atto temerario. D’altro canto, ritenuto che, in base alle risultanze di una perizia psichiatrica, la capacità di discernimento dell’assicurata era soltanto diminuita (e non soppressa) dall’alcool, il Tribunale federale ha confermato la riduzione delle prestazioni in contanti decisa dall’assicuratore LAINF. Al considerando 4.2.1, l’Alta Corte ha in particolare ricordato che, secondo la giurisprudenza, occorre rinunciare a ridurre o a rifiutare le prestazioni a titolo di atto temerario, se la persona assicurata è completamente priva della facoltà di agire ragionevolmente al momento determinante (in questo senso, si veda pure BSK UVG – A. Brunner/D. Vollenweider, Art. 39 n. 45). Stante quanto precede, è a ragione che il patrocinatore del ricorrente sostiene che gli articoli 21 cpv. 1 LPGA e 50 OAINF hanno quale comune denominatore il fatto che la persona assicurata debba aver agito con coscienza e volontà (per l’art. 21 LPGA, cfr. il consid. 5.3 non pubblicato della DTF 136 V 362). La conseguenza non può però essere quella che lui auspica. In effetti, che la capacità d’intendere e volere dell’assicurato al momento dell’infortunio fosse alterata in ragione della contemporanea presenza nell’organismo di alcool, cannabis e farmaci antidepressivi, è una circostanza di cui l’istituto assicuratore era a conoscenza al momento in cui ha rilasciato la decisione formale del 16 luglio 2019. Essa emergeva già chiaramente dal rapporto di Polizia del 10 ottobre 2018, documento che figurava nell’incarto a disposizione dell’assicuratore. Per questa ragione essa non costituisce un “fatto nuovo” ai sensi dell’art. 53 cpv. 1 LPGA, fondante la revisione processuale del provvedimento in questione (cfr. supra, consid. 2.4.). La sentenza 32.2021.12 di questo Tribunale non può essere considerata alla stregua di un “nuovo mezzo di prova” ai sensi dell’art.”
“Dadurch, dass er trotz der Angetrunkenheit und ohne Fahrerlaubnis und somit ohne die nötige Sicherheit sowie Fahrpraxis das Motorrad lenkte und dies trotz vieler parkierter Fahrzeuge sowie Stau auf der Strasse zudem in unangepasster Geschwindigkeit tat, erhöhte er die Gefahr, einen Unfall zu verursachen oder in einen solchen verwickelt zu werden und insbesondere sich dabei selber ernstlich und irreversibel zu verletzen. Das Verschulden geht somit eindeutig über eine blosse Fahrlässigkeit hinaus (vgl. zum Ganzen auch BSK-ATSG, Andreas Brunner / Doris Vollenweider, Art. 21 N 22 f). Mit Bezug auf die zwei Vergehen ist somit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer diese zumindest eventualvorsätzlich begangen hat. Auch der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen der Begehung der Delikte sowie dem Eintritt des Versicherungsfalles ist gegeben. Als nüchterner Motorradfahrer mit Führerausweis und Fahrpraxis wäre es nicht zu einer Kollision mit dem parkierten Fahrzeug auf der Strasse gekommen. Vermutlich wäre er noch nicht einmal zur Fahrt aufgebrochen. Gleichzeitig steht damit auch fest, dass das parkierte Fahrzeug bzw. das Fehlverhalten des fraglichen Fahrzeughalters den Kausalzusammenhang auch nicht unterbrochen hat (vgl. BSK-ATSG, a.a.O., Art. 21 N. 25 f.). Damit sind die Voraussetzungen für eine Kürzung der zu leistenden Invalidenrente gemäss Art. 21 ATSG erfüllt.” Con comunicato stampa del 16 giugno 2022 riguardante la sentenza 4A_179/2021 del 20 maggio 2022 il Tribunale federale ha rilevato che: " La città di Zurigo non è responsabile del grave incidente tra un uomo e un tram dei trasporti pubblici di Zurigo (“VBZ”). Egli era in piedi alla fermata del tram – con lo sguardo al cellulare – quando all’improvviso e senza guardare a sinistra è entrato nell’area dei binari ed è stato investito dal tram. Poiché vi è stata colpa grave da parte del ferito, la città di Zurigo è stata esonerata dalla sua responsabilità ai sensi del diritto ferroviario. Il Tribunale federale ha accolto il ricorso della Città di Zurigo e annullato la decisione del Tribunale d’appello del Canton Zurigo. Il 20 febbraio 2019, l'uomo era in piedi alla fermata del tram con le spalle rivolte a un tram "VBZ" in arrivo. Egli stava guardando il cellulare quando è entrato improvvisamente e senza guardare a sinistra nell'area dei binari.”
Die Gründe für eine Leistungsverweigerung nach Art. 21 Abs. 1 ATSG sind der betroffenen Person im verwaltungsrechtlichen Verfahren darzulegen, damit sie sich hierzu äussern kann; die IV-Stelle darf ihre entsprechende Subsumtion nicht erst erstmals im erstinstanzlichen Verfahren überraschend vorbringen.
“Nicht zu überzeugen vermag schliesslich auch die Auffassung des kantonalen Gerichts, es habe die Frage einer Leistungsverweigerung gestützt auf Art. 21 Abs. 1 ATSG noch nicht beantworten dürfen. Entgegen seiner offensichtlich unrichtigen Feststellung hat sich die IV-Stelle, wenn auch nicht in ihrer Verfügung vom 29. Juni 2018, so doch aber in ihrer vorinstanzlichen Beschwerdeantwort vom 31. März 2023 zu dieser Thematik geäussert und dargelegt, weshalb die Rentenleistungen gestützt auf Art. 21 Abs. 1 ATSG zu verweigern seien. Die Beschwerdegegnerin hätte sich dazu im Rahmen ihrer ausführlichen Replik vom 16. Mai 2023, zu welcher ihr das kantonale Gericht Gelegenheit gab, ohne Weiteres äussern und damit ihr rechtliches Gehör wahrnehmen können, was sie letztlich jedoch nicht tat. Vor diesem Hintergrund läuft das Vorgehen der Vorinstanz im Wesentlichen darauf hinaus, die IV-Stelle zu verpflichten, ihre bereits in der Beschwerdeantwort geäusserte Auffassung in Verfügungsform zu wiederholen. Inwiefern die direkte Beurteilung durch das kantonale Gericht vor diesem Hintergrund zu einer unzulässigen Verkürzung des Rechtsmittelweges zu Lasten der Beschwerdegegnerin geführt hätte, ist nicht ohne Weiteres ersichtlich. Mangels eines sachlichen Grundes für die Rückweisung hält diese somit trotz des grundsätzlich weiten Ermessensspielraums des kantonalen Gerichts in dieser Frage (vgl. BGE 131 V 407 E. 2.1.1) nicht vor Bundesrecht stand. Vielmehr hätte es seine volle Kognition sowohl in sachverhaltlicher als auch und rechtlicher Hinsicht (Art.”
“%. Da ein gewisser Zusammenhang zwischen der Eröffnung des Strafverfahrens und der Gesundheitsbeeinträchtigung bestehe, stelle sich jedoch die Frage nach einer Leistungskürzung oder -verweigerung nach Art. 21 Abs. 1 ATSG. Die IV-Stelle habe diese Frage nicht beantwortet, weil sie überzeugt gewesen sei, dass die Beschwerdegegnerin ohnehin nicht rentenbegründend invalid sei. Eine Beantwortung im Beschwerdeverfahren, ohne dass sich die Beschwerdegegnerin vorgängig damit befasst hätte, hätte zur Folge, dass diese die "erstinstanzliche" Subsumtion nur noch mit einer Beschwerde an das Bundesgericht anfechten könnte. Deshalb werde kein Feststellungsentscheid betreffend die Rentenstufe und den Rentenbeginn gefällt, sondern lediglich festgestellt, dass die Beschwerdegegnerin ab dem 30. Juni 2015 zu”
Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auf die Invalidenversicherung anwendbar und wird durch IVG-Regeln ergänzt: Die versicherte Person muss alles Zumutbare unternehmen und aktiv an zumutbaren Eingliederungs- oder Erhaltungsmassnahmen teilnehmen. Als besonders relevante Eingliederungsmassnahmen werden in der Praxis medizinische Behandlungen nach Art. 25 KVG genannt.
“März 2013 teilte sie der Versicherten mit, dass die Ausrichtung einer ganzen Rente vorgesehen sei, und forderte sie unter Hinweis auf die Schadenminderungspflicht auf, sich einer mehrmonatigen stationären und anschliessend tagesklinischen psychiatrischen Behandlung zu unterziehen. Dies werde sie mit amtlicher Revision per 1. März 2014 überprüfen; die fehlende Mitwirkung könne zur Einstellung oder Kürzung der Rente führen. (…)”) – si è confermata nella propria giurisprudenza adducendo: " (…) 2.2.1. Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Diese Bestimmung ist auch auf die Invalidenversicherung anwendbar (Art. 1 IVG), wird aber im IVG wie folgt ergänzt (zum Verhältnis der nachfolgenden Bestimmungen zu Art. 21 Abs. 4 ATSG vgl. Urteil 8C_830/2012 vom 13. März 2013 E. 2.2; MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Rz. 1 f. S. 81): Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbesondere medizinische Behandlungen nach Art. 25 KVG (Art. 7 Abs. 2 lit. b IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art.”
“Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Diese Bestimmung ist auch auf die Invalidenversicherung anwendbar (Art. 1 IVG), wird aber im IVG wie folgt ergänzt (zum Verhältnis der nachfolgenden Bestimmungen zu Art. 21 Abs. 4 ATSG vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_830/ 2012 vom 13. März 2013 E. 2.2): Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbesondere medizinische Behandlungen nach Art. 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG, Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art.”
Wurde Art. 21 ATSG bei der ursprünglichen Leistungsprüfung nicht geprüft, kann diese Unterlassung — sofern die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Wiedererwägung oder Revision vorliegen — zur nachträglichen Überprüfung des Entscheids und damit zur Prüfung einer Leistungskürzung herangezogen werden.
“Soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung (BGE 125 V 383 E. 3 S. 389 f.) in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (BGE 141 V 405 E. 5.2 S. 414 f.; Urteil 9C_766/2016 vom 3. April 2017 E. 1.1.2 mit diversen Hinweisen)» (so Urteil 8C_634/2017, E. 5.3). 61 Eine zweifellose Unrichtigkeit betrifft in der Regel einen Verwaltungsentscheid aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln oder einen Verwaltungsentscheid, der massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt hat. Zurückhaltend kann eine solche Unrichtigkeit angenommen werden, wenn es um die Beurteilung von materiellen Anspruchsvoraussetzungen geht, bei denen der Entscheid regelmässig Ermessenszüge aufweist (so SVR 2010 IV Nr. 5, 8C_1012/2008, E. 2.2; vgl. auch SVR 2010 AHV Nr. 12, 9C_1094/2009, bezogen auf eine beitragsrechtliche Frage). Einen Anwendungsfall bildet die unterlassene Prüfung, ob gestützt auf Art. 21 ATSG eine Leistungskürzung infrage kommt (dazu den Anwendungsfall in SVR 2013 IV Nr. 3, 9C_174/2012, E. 4.2).” 2.4. Nel caso di specie l’amministrazione ha riconsiderato le decisioni informali del 19 novembre 2021, 15 dicembre 2021 e 17 gennaio 2022 (doc. 7), emesse in applicazione dell’art. 51 cpv. 1 LPGA (cfr. art. 8 cpv. 5 Ordinanza COVID-19 perdita di guadagno), con cui aveva riconosciuto le indennità giornaliere per il coronavirus alla ricorrente, ritenendo che esse erano errate. Pur trattandosi di decisioni informali, l’amministrazione può modificarle liberamente unicamente entro il termine di opposizione di 30 giorni. In caso contrario, ossia se, come in concreto, il termine di 30 giorni è spirato, la Cassa può riesaminarle solo se sono dati i presupposti di una riconsiderazione o di una revisione ai sensi dell’art. 53 LPGA (STF C 119/06 del 24 aprile 2007 consid. 3.2, pubblicata in SVR 2007, AIV, n. 24; U. Kieser, in: Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG, 4a edizione, Zurigo, Basilea, Ginevra 2020, n.”
“Soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung (BGE 125 V 383 E. 3 S. 389 f.) in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (BGE 141 V 405 E. 5.2 S. 414 f.; Urteil 9C_766/2016 vom 3. April 2017 E. 1.1.2 mit diversen Hinweisen)» (so Urteil 8C_634/2017, E. 5.3). 61 Eine zweifellose Unrichtigkeit betrifft in der Regel einen Verwaltungsentscheid aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln oder einen Verwaltungsentscheid, der massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt hat. Zurückhaltend kann eine solche Unrichtigkeit angenommen werden, wenn es um die Beurteilung von materiellen Anspruchsvoraussetzungen geht, bei denen der Entscheid regelmässig Ermessenszüge aufweist (so SVR 2010 IV Nr. 5, 8C_1012/2008, E. 2.2; vgl. auch SVR 2010 AHV Nr. 12, 9C_1094/2009, bezogen auf eine beitragsrechtliche Frage). Einen Anwendungsfall bildet die unterlassene Prüfung, ob gestützt auf Art. 21 ATSG eine Leistungskürzung infrage kommt (dazu den Anwendungsfall in SVR 2013 IV Nr. 3, 9C_174/2012, E. 4.2).” 2.4. Nel caso di specie l’amministrazione ha riconsiderato le decisioni informali del 19 novembre 2021, 15 dicembre 2021 e 17 gennaio 2022 (doc. 7), emesse in applicazione dell’art. 51 cpv. 1 LPGA (cfr. art. 8 cpv. 5 Ordinanza COVID-19 perdita di guadagno), con cui aveva riconosciuto le indennità giornaliere per il coronavirus alla ricorrente, ritenendo che esse erano errate. Pur trattandosi di decisioni informali, l’amministrazione può modificarle liberamente unicamente entro il termine di opposizione di 30 giorni. In caso contrario, ossia se, come in concreto, il termine di 30 giorni è spirato, la Cassa può riesaminarle solo se sono dati i presupposti di una riconsiderazione o di una revisione ai sensi dell’art. 53 LPGA (STF C 119/06 del 24 aprile 2007 consid. 3.2, pubblicata in SVR 2007, AIV, n. 24; U. Kieser, in: Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG, 4a edizione, Zurigo, Basilea, Ginevra 2020, n.”
“Soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung (BGE 125 V 383 E. 3 S. 389 f.) in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (BGE 141 V 405 E. 5.2 S. 414 f.; Urteil 9C_766/2016 vom 3. April 2017 E. 1.1.2 mit diversen Hinweisen)» (so Urteil 8C_634/2017, E. 5.3). 61 Eine zweifellose Unrichtigkeit betrifft in der Regel einen Verwaltungsentscheid aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln oder einen Verwaltungsentscheid, der massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt hat. Zurückhaltend kann eine solche Unrichtigkeit angenommen werden, wenn es um die Beurteilung von materiellen Anspruchsvoraussetzungen geht, bei denen der Entscheid regelmässig Ermessenszüge aufweist (so SVR 2010 IV Nr. 5, 8C_1012/2008, E. 2.2; vgl. auch SVR 2010 AHV Nr. 12, 9C_1094/2009, bezogen auf eine beitragsrechtliche Frage). Einen Anwendungsfall bildet die unterlassene Prüfung, ob gestützt auf Art. 21 ATSG eine Leistungskürzung infrage kommt (dazu den Anwendungsfall in SVR 2013 IV Nr. 3, 9C_174/2012, E. 4.2).” 2.4. Nel caso di specie l’amministrazione ha riconsiderato le decisioni informali del 19 novembre 2021, 15 dicembre 2021 e 17 gennaio 2022 (doc. 7), emesse in applicazione dell’art. 51 cpv. 1 LPGA (cfr. art. 8 cpv. 5 Ordinanza COVID-19 perdita di guadagno), con cui aveva riconosciuto le indennità giornaliere per il coronavirus alla ricorrente, ritenendo che esse erano errate. Pur trattandosi di decisioni informali, l’amministrazione può modificarle liberamente unicamente entro il termine di opposizione di 30 giorni. In caso contrario, ossia se, come in concreto, il termine di 30 giorni è spirato, la Cassa può riesaminarle solo se sono dati i presupposti di una riconsiderazione o di una revisione ai sensi dell’art. 53 LPGA (STF C 119/06 del 24 aprile 2007 consid. 3.2, pubblicata in SVR 2007, AIV, n. 24; U. Kieser, in: Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG, 4a edizione, Zurigo, Basilea, Ginevra 2020, n.”
Bei Suspendierung von Erwerbsersatzleistungen während Straf‑ oder Massnahmenvollzug ist eine teilweise Kürzung möglich; eine vollständige Einstellung ist nicht in jedem Fall zulässig. Insbesondere sieht die Rechtsprechung/Quelle vor, dass Leistungen für den Unterhalt von Angehörigen nicht beliebig gekürzt werden dürfen: Soweit die einschlägigen Sozialversicherungen selbst keine Leistungen für Angehörige vorsehen, darf die Kürzung der baren Leistungen nur bis zur Hälfte erfolgen.
“56 de la loi fédérale sur la partie générale du droit des assurances sociales du 6 octobre 2000 (LPGA - RS 830.1) relatives à la loi fédérale sur l'assurance-accidents du 20 mars 1981 (LAA ‑ RS 832.20). 2. Selon l’art. 61 let. b LPGA, l’acte de recours doit contenir un exposé succinct des faits et des motifs invoqués, ainsi que les conclusions ; si l’acte n’est pas conforme à ces règles, le tribunal impartit un délai convenable au recourant pour combler les lacunes, en l’avertissant qu’en cas d’inobservation le recours sera écarté. Dans le cas d’espèce, on peut s’interroger sur la recevabilité du recours, nullement motivé, alors que l’avocate du recourant disposait du dossier constitué par l’intimée et était ainsi en mesure de motiver son recours. Cette question peut cependant rester ouverte, dès lors que le recours doit être rejeté. 3. Le litige porte sur le point de savoir si c'est à bon droit que l'intimée a suspendu le versement de la moitié des indemnités journalières durant l’incarcération du recourant. 4. Aux termes de l'art. 21 al. 5 LPGA, si l'assuré subit une mesure ou une peine privative de liberté, le paiement des prestations pour perte de gain peut être partiellement ou totalement suspendu à l'exception des prestations destinées à l'entretien des proches visées à l'al. 3. Selon cet alinéa, dans la mesure où des assurances sociales ayant le caractère d’assurance de perte de gain ne prévoient aucune prestation en espèces pour les proches, les prestations en espèces ne peuvent être réduites en vertu de l’al. 1 que de moitié. Pour l’autre moitié, la réduction prévue à l’al. 2 est réservée. L'art. 21 al. 5 LPGA est l'expression d'un principe juridique général. L'entrée en vigueur de cette disposition n'a pas modifié la jurisprudence développée antérieurement (arrêt du Tribunal fédéral I 540/05 du 5 décembre 2005 consid. 4.1), selon laquelle la suspension des prestations est justifiée principalement par le fait qu'un détenu invalide ne doit pas tirer d'avantage économique de l'exécution de la peine, dès lors qu'un détenu non invalide perd généralement son revenu dans une telle situation (arrêt du Tribunal fédéral I 540/05 du 5 décembre 2005 consid.”
Das Mahn- und Bedenkzeitverfahren ist als Verfahrensregel ausnahmslos zu beachten; von ihm darf nicht abgewichen werden, auch wenn die versicherte Person erklärt, nicht mitwirken zu wollen.
“Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin berechtigt war, ohne vorgängige Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG den Begutachtungsauftrag beim Zentrum K.____ abzubrechen und Nichteintreten zu verfügen. Dieses Verfahren entspricht demjenigen, welches nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen ist, und es handelt sich dabei um eine ausnahmslos zu beachtende Verfahrensregel (BGE 122 V 118 E. 4b; Kieser, ATSG-Kommentar, a.a.O., Art. 43 Abs. 3 Rz. 104 mit Hinweisen). Es kann selbst dann nicht davon abgewichen werden, wenn die betreffende Person zu erkennen gibt, dass sie der ihr obliegenden Pflicht jedenfalls nicht nachkommen will.”
Vor einer Kürzung oder Verweigerung von Leistungen ist ein schriftliches Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren durchzuführen. Soweit das Schreiben deutlich die von der versicherten Person erwartete Handlung sowie die bei Unterlassen drohenden Rechtsfolgen nennt und eine angemessene Bedenkzeit einräumt, kann ein derartiges Schreiben auch ohne ausdrückliche, formelle Anordnung die Anforderungen erfüllen.
“November 2021 ein, wobei sie androhte, diesfalls die weiteren Versicherungsleistungen so zu beurteilen, wie wenn die Massnahme erfolgreich durchgeführt worden wäre (Suva-act. 114). Das Schreiben vom 8. November 2021 enthält zwar keine explizite Anordnung zur Durchführung der Antibiotikatherapie. Aus den entsprechenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin geht jedoch klar hervor, dass sie eine solche von der Beschwerdeführerin erwartete. Die Rechtsfolgen im Unterlassungsfall werden klar dargelegt. Die Bedenkzeit von etwas mehr als 20 Tagen erscheint – insbesondere auch angesichts der bereits wiederholt mit der Beschwerdeführerin geführten Diskussion über die Durchführung einer solchen Therapie – als angemessen. Das Schreiben vom 8. November 2021 erfüllt nach Gesagtem die Voraussetzungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG. Mithin konnte frühestens nach Abschluss des am 8. November 2021 korrekt eingeleiteten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens – d. h. nach Ablauf der Bedenkzeit bis zum 30. November 2021 – die in Art. 21 Abs. 4 ATSG vorgesehene Rechtsfolge in Form einer Einstellung der Versicherungsleistungen eintreten. Hinsichtlich des Zeitpunkts bzw. des Umfangs der Leistungseinstellung präzisiert Art. 61 UVV bekanntlich, dass nur noch diejenigen Leistungen gewährt werden, die auch beim erwarteten Erfolg der Massnahme wahrscheinlich hätten entrichtet werden müssen. Die Beweislast dafür, welche Leistungen auch bei einer erfolgreichen Behandlung hätten ausgerichtet werden müssen, obliegt der versicherten Person (André Nabold, N 16 zu Art. 48 m. w. H., in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019). Ob und gegebenenfalls welche Leistungsansprüche nach Ablauf der Bedenkzeit bei Durchführung der Antibiotikatherapie noch bestehen würden, würde sich nur bei bzw. nach tatsächlicher Durchführung derselben zeigen. Insbesondere führten auch die Dres. E.___ und F.___ aus, es sei schwierig, zum zeitlichen Verlauf einer Besserung bei Durchführung einer Antibiotikatherapie eine Aussage zu treffen.”
“Art. 43 Abs. 3 ATSG sieht sodann vor, dass, wenn die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nachkommen, der Versicherungsträger auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen kann. Er muss die Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Dieses Mahn- und Bedenkzeitverfahren entspricht demjenigen, welches nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen ist (Kürzung und Verweigerung von Leistungen; nicht in BGE 139 V 585 publizierte E. 3.3 des Urteils des Bundesgerichts 8C_481/2013 vom 7. November 2013; Urteil des Bundesgerichts 8C_110/2012 vom 16. November 2012 E. 2). Gegebenenfalls kann der Versicherungsträger, welcher die versicherte Person vorher auf die Rechtsfolge eines Entscheid auf Grund der Akten hingewiesen hat, bei Säumnis androhungsgemäss das von der versicherten Person eingereichte Gesuch mit der Begründung abweisen, der Sachverhalt, aus dem diese ihre Rechte ableiten wolle, sei nicht erwiesen (Urteile des Bundesgerichts 8C_396/2012 vom 16. Oktober 2012 E. 2.2 und 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 3.1; BGE 117 V 261 E. 3b).”
Leistungsminderungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG können sich auch auf Eingliederungsmassnahmen beziehen. Bei fehlender Mitwirkung darf die Verwaltung im Rahmen der Rentenberechnung eine hypothetische, durch eine angebotene Reha mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreichbare Erwerbsfähigkeit zugrunde legen (in der Rechtsprechung wurde in einem Fall etwa 70 % angenommen).
“Die Renteneinstellung zufolge mangelnder Mitwirkung im Rahmen der Eingliederung muss mithin grundsätzlich an einer (Wieder-) Eingliederungsmassnahme anknüpfen, die der versicherten Person angeboten wurde, aber zufolge deren Widerstands entweder gar nicht oder nicht mit dem bei pflichtgemässer Mitwirkung überwiegend wahrscheinlich zu erwartenden Erfolg durchgeführt werden konnte. Zu den Eingliederungsmassnahmen gehören gemäss Art. 8a Abs. 2 IVG (mit Verweis auf die Art. 14a Abs. 2, Art. 15-18, Art. 21-21 quater IVG) etwa Massnahmen der sozial-beruflichen Rehabilitation, Beschäftigungsmassnahmen, Berufs- oder Ausbildung, Umschulungen, Arbeitsvermittlung, Arbeitsversuche, Einarbeitungszuschüsse, etc. Offensichtlich keine Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 8a IVG ist es hingegen, von einem Rentenbezüger - gestützt auf eine revisionsrechtlich nicht massgebliche abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit - eine bestimmte Anzahl eigenständiger Bewerbungen zu verlangen. Das hat zur Folge, dass die Rente des hier am Recht stehenden Versicherten nicht gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG (i.V.m. Art. 7b Abs. 1 IVG) aufgehoben werden konnte weil er es versäumt hat, solche zu tätigen.”
“Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG; vgl. auch Art. 7b Abs. 1 IVG, welcher auf Art. 21 Abs. 4 ATSG verweist). Der Kürzung und Verweigerung von Leistungen unterliegen grundsätzlich auch Eingliederungsmassnahmen (Meyer/Reichmuth, a.a.O., S. 79, Rz. 8).”
“Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin eine Überprüfung der laufenden ganzen Rente in Anwendung von Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG, wonach eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich sind (E. 3.5 hiervor), vornahm. Denn der Beschwerdeführer ist grundsätzlich so zu stellen, wie wenn er seine Schadenminderungspflicht wahrgenommen hätte (vgl. E. 5.3.2 hiernach). Bei ordentlicher Mitwirkung hätte er das Aufbautraining in der G.________ bereits am 13. August 2022 abgeschlossen (act. IIA 285). Weiter ist davon auszugehen, dass er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429) durch diese sozial-berufliche Rehabilitation (Art. 14a Abs. 2 lit. a IVG) die Präsenzzeit und Leistungsfähigkeit faktisch auf das Ausmass der medizinisch-theoretisch attestierten Restarbeitsfähigkeit von 70 % (30 % Einschränkung in einer angepassten Arbeit [act. IIA 271]) hätte steigern können. Die Beschwerdegegnerin nahm deshalb zu Recht einen Einkommensvergleich unter Berücksichtigung einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 % vor.”
Die Aussetzung nach Art. 21 Abs. 5 ATSG betrifft ausschliesslich Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter; Sachleistungen bzw. Leistungen in Natur (z. B. Rückerstattung von Krankheits‑ und Invaliditätskosten) sind davon nicht erfasst und können während der Haft weitergewährt werden.
“En revanche, la PC continue d’être versée pour toutes les personnes comprises dans le calcul, soit les prestations destinées à l’entretien des proches. Cela ressort notamment du chapitre 2.6.2 des Directives concernant les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI (DPC) afférent au cas particulier du droit aux PC durant l’exécution de peines ou de mesures qui prescrivent ce qui suit, sous ch. 2620.01 : « Durant la période au cours de laquelle un assuré subit l’exécution d’une peine ou d’une mesure, le versement des rentes AI et des indemnités journalières peut être suspendu en application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Si la suspension de la prestation a été ordonnée, il importe pour la même période considérée de suspendre également le versement de la PC. Par contre, la PC continue d’être versée pour toutes les autres personnes comprises dans le calcul de la PC. » Ainsi, le droit à la rente et aux PC n’est pas supprimé pendant la détention, mais c’est le paiement des prestations en espèces qui en découlent qui est suspendu, ce qui résulte explicitement du texte de l’art. 21 al. 5 LPGA. Avant l’entrée en vigueur de cette disposition, le Tribunal fédéral avait d’ailleurs eu l’occasion de prononcer que la détention (ou toute autre forme de privation de liberté ordonnée par une autorité pénale) constituait un motif de suspension – et non plus de révision – du droit à la rente d'invalidité versée par l'assurance-invalidité et que le droit à la rente subsistait en tant que tel (ATF 113 V 273). Il était en outre possible de prévoir des mesures d’ordre professionnel organisées par l’AI en collaboration avec l’autorité d’exécution des mesures pénales (TF I 189/02 du 15 janvier 2003 consid. 3.1.). Les bénéficiaires ne perdent ainsi pas leur droit aux prestations mais le versement des prestations en espèces à caractère de perte de gain est suspendu pendant la durée de la détention. A contrario, les prestations en nature ne sont pas suspendues. Par conséquent, le droit au remboursement des frais de maladie et d’invalidité du recourant subsiste et n’est pas suspendu durant la détention.”
“N’en contredise l’intimée, l’établissement pénitentiaire ne pourvoit en effet pas à ce type de dépenses (voir à ce sujet: art. 19 al. 1 let. e du Concordat du 5 mai 2006 de la Suisse du Nord-Ouest et de la Suisse centrale sur l'exécution des peines et des mesures [RSB 349.1-1]), mais uniquement à l’entretien général de la personne détenue (logement, nourriture, etc.) ordinairement couvert par une autre source de revenus (salaire ou rente de l’AI, par ex.). Le fait d’accorder à la personne invalide détenue le remboursement des frais de maladie et d’invalidité à titre de PC ne lui confère ainsi aucun avantage financier, mais tend bien plus à la prémunir contre tout préjudice économique futur. 4.3 Il découle dès lors de ce qui précède que la cessation du paiement de la PC annuelle ensuite d’une incarcération ne fait nullement obstacle au remboursement pendant celle-ci des frais de maladie et d’invalidité par le biais de la même assurance sociale. Le sort de ces deux types de prestations doit être en effet différencié. L’application de l’art. 21 al. 5 LPGA n’engendre que la suspension du versement de la PC annuelle lorsque, à la suite d’une mesure ou d’une peine privative de liberté, le paiement de la rente AI (ou des indemnités journalières de l’AI) est suspendu (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 c. 3.2 s.; Michel Valterio, Commentaire de la loi fédérale sur les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI, 2015, art. 8 n. 3). Intrinsèquement liée à la rente de l’AI, la PC annuelle a en effet aussi le caractère d’une allocation pour perte de gain et suit de ce fait le sort de cette rente (Brunner/Vollenweider, in Frésard-Fellay/Klett/ Leuzinger [éd.], Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozial-versicherungsrechts, 2020, art. 21 n. 106; U. Kieser, op. cit., art. 21 n. 175; voir en ce sens aussi Anne-Sylvie Dupont, loc. cit.). Partant, ni le droit à la rente de l’AI ni celui à la PC annuelle ne sont supprimés pendant la détention, mais uniquement le paiement des prestations en espèces à caractère de perte de gain qui en découlent. A contrario, les prestations en nature ne sont ainsi pas suspendues (jugement TC VD PC 34/21 du 25 avril 2022 c.”
“1). Au surplus, on relèvera que le résultat univoque auquel aboutissent ces diverses méthodes interprétatives trouve appui dans la doctrine, où la notion de perte de gain au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA est définie comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative (Anne-Sylvie Dupont, in Dupont/Moser-Szeless [éd.], Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018 [ci-après: Commentaire romand], art. 21 n. 75). La lettre circulaire AI n° 406 relative à la révision de la LPGA, édictée le 22 décembre 2020 et modifiée le 31 mars 2021 par l’Office fédéral des assurances sociales (OFAS), indique du reste aussi que la suspension prévue à l’art 21 al. 5 LPGA concerne uniquement les prestations en espèces ayant le caractère d’allocations pour perte de gain (ch. 1). 4.2 A l’inverse des prestations en espèces, les frais de maladie et d’invalidité en leur qualité de prestations en nature ne rentrent pas dans le champ d’application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Le recourant défend à juste titre cette interprétation, qui est également celle soutenue par la doctrine (voir Stefan Keller, Lücken und Tücken der Deckung der Sozial-versicherung und Sozialhilfe im Freiheitsentzug, in RSC 1/2008 p. 26 § 2.2.3; voir également Ueli Kieser, Kommentar zum ATSG, 4e éd. 2020, art. 21 n. 174). N’en contredise l’intimée, on ne saurait en revanche faire dépendre le droit d’obtenir le remboursement de ces prestations en nature de la perception d’une PC annuelle par la personne concernée. Certes, la terminologie utilisée à l’art. 14 al. 1 LPGA tend à soutenir ce point de vue, étant donné que la version française de cette même disposition réserve le remboursement des frais de maladie et d’invalidité aux "bénéficiaires d’une prestation complémentaire annuelle" (voir c. 3.2), le texte allemand aux "Bezügerinnen und Bezügern einer jährlichen Ergänzungsleistung" et celui italien aux "beneficiari di una prestazione complementare annua". Il est également vrai que l’intimée s’appuie dans son interprétation de l’art.”
PC, die eine AI‑Rente oder die AI‑Taggelder ergänzen, können während der Zeit, in der die entsprechende AI‑Leistung nach Art. 21 Abs. 5 ATSG suspendiert wird, ebenfalls suspendiert werden. Demgegenüber können PC, die an eine AHV‑Altersrente gebunden sind, nicht allein aufgrund von Art. 21 Abs. 5 ATSG ausgesetzt werden; eine Suspendierung der AHV‑Rente (und damit der daran gekoppelten PC) kommt nur bei einer verwirklichten, schuldhaften Herbeiführung des Versicherungsfalls in Betracht.
“En application de cette disposition spéciale, on admet qu’il y a également lieu de suspendre le versement de la prestation complémentaire lorsque, suite à une mesure ou une peine privative de liberté, le versement de la rente AI (ou des indemnités journalières de l’AI) est suspendu (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 ; Michel Valterio, Commentaire de la loi sur les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI, Genève/Zurich/Bâle 2015, p. 52, ad art. 8 LPC). Ainsi, au chapitre 2.6.2 afférent au cas particulier du droit aux PC durant l’exécution de peines ou de mesures, les DPC prescrivent ce qui suit, sous ch. 2620.01 : « Durant la période au cours de laquelle un assuré subit l’exécution d’une peine ou d’une mesure, le versement des rentes AI et des indemnités journalières peut être suspendu en application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Si la suspension de la prestation a été ordonnée, il importe pour la même période considérée de suspendre également le versement de la PC. Par contre la PC continue d’être versée pour toutes les autres personnes comprises dans le calcul de la PC. » Au regard de la réglementation, de la jurisprudence et de la doctrine précitées, la situation est donc claire s’agissant de détenus au bénéfice des prestations de l’AI, respectivement des PC rattachées à cette assurance, laquelle assure le paiement de prestations « pour perte de gain », ceci à la lettre de l’art. 21 al. 5 LPGA qui trouve dès lors à s’appliquer. Tel n’est cependant pas le cas des prestations de l’AVS, singulièrement d’une rente vieillesse, lesquelles ne sont pas de nature compensatoire, respectivement n’ont pas, comme c’est le cas de l’AI, vocation à compenser une perte de gain. Ainsi, le ch. 2620.02 des DPC intègre cette distinction entre prestations compensant ou pas une perte de gain, précisant ce qui suit : « Les rentes de vieillesse et de survivants de l’AVS, les allocations pour impotent ainsi que les PC versées avec lesdites prestations ne peuvent être suspendues qu’en cas de réalisation fautive du cas d’assurance. Les cas dans lesquels les prestations de l’AVS ou de l’AI en faveur d’une personne subissant l’exécution d’une peine ou d’une mesure n’ont pas été suspendues doivent être soumis à l’OFAS. » Cela étant, dès lors que l’on ne voit pas que l’on puisse – au sens des directives précitées (lesquelles se rapportent sans doute au cas d’application de l’art. 21 al. 1 et 2 LPGA) – réaliser fautivement le cas d’assurance qu’est la vieillesse, respectivement le fait de parvenir à l’âge de la retraite, la rente vieillesse d’un assuré en détention ne peut être suspendue.”
“On extrait le passage suivant de cet arrêt : “3. L’AVS et l’AI peuvent réduire temporairement ou refuser les prestations lorsque l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation, au sens de l’art. 21 al. 1 LPGA, sanctions qui s’appliquent également aux prestations dues aux proches ou survivants, en application de l’art. 21 al. 2 LPGA. Dans ces hypothèses, à teneur de l’art. 8 LPC, les prestations complémentaires sont refusées temporairement ou définitivement si une rente a été refusée sur la base de l’art. 21 al. 1 ou 21 al. 2 LPGA précités. Le sort de la prestation complémentaire, servie en espèces, suit ainsi celui de la prestation principale de l’AVS ou de l’AI, dont elle est le complément afin de couvrir des besoins vitaux (art. 2 LPC). En revanche, le cas particulier de l’assuré qui, comme en l’espèce, subit une mesure ou une peine privative de liberté (respectivement se trouve en détention préventive pour une durée excédant 3 mois ; ATF 133 V 1), est traité à l’art. 21 al. 5 LPGA qui prévoit qu’il y a lieu de suspendre partiellement ou totalement le paiement des prestations pour perte de gain (et non de les réduire ou de les refuser), ceci à l’exception des prestations destinées à l’entretien des proches. En application de cette disposition spéciale, on admet qu’il y a également lieu de suspendre le versement de la prestation complémentaire lorsque, suite à une mesure ou une peine privative de liberté, le versement de la rente AI (ou des indemnités journalières de l’AI) est suspendu (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 ; Michel Valterio, Commentaire de la loi sur les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI, Genève/Zurich/Bâle 2015, p. 52, ad art. 8 LPC). Ainsi, au chapitre 2.6.2 afférent au cas particulier du droit aux PC durant l’exécution de peines ou de mesures, les DPC prescrivent ce qui suit, sous ch. 2620.01 : « Durant la période au cours de laquelle un assuré subit l’exécution d’une peine ou d’une mesure, le versement des rentes AI et des indemnités journalières peut être suspendu en application de l’art.”
“02 des DPC intègre cette distinction entre prestations compensant ou pas une perte de gain, précisant ce qui suit : « Les rentes de vieillesse et de survivants de l’AVS, les allocations pour impotent ainsi que les PC versées avec lesdites prestations ne peuvent être suspendues qu’en cas de réalisation fautive du cas d’assurance. Les cas dans lesquels les prestations de l’AVS ou de l’AI en faveur d’une personne subissant l’exécution d’une peine ou d’une mesure n’ont pas été suspendues doivent être soumis à l’OFAS. » Cela étant, dès lors que l’on ne voit pas que l’on puisse – au sens des directives précitées (lesquelles se rapportent sans doute au cas d’application de l’art. 21 al. 1 et 2 LPGA) – réaliser fautivement le cas d’assurance qu’est la vieillesse, respectivement le fait de parvenir à l’âge de la retraite, la rente vieillesse d’un assuré en détention ne peut être suspendue. C’est donc à juste titre que la rente de base de l’assuré recourant ne l’a pas été. Partant, au même titre que les PC de l’AI recouvrent le caractère compensatoire des prestations de cette assurance, les PC rattachées à une rente vieillesse, qui n’est pas réputée couvrir une perte de gain, ne sauraient elles non plus être qualifiées de compensatoires, échappant ainsi au cas d’application de la suspension prévue à l’art. 21 al. 5 LPGA. En d’autres termes, dans le cas de PC liées, comme en l’espèce, à une rente AVS, il convient d’admettre que leur versement en espèces ne peut être suspendu du seul fait que son bénéficiaire subit une mesure ou une peine privative de liberté, non seulement en raison du parallélisme qu’implique le respect de la systématique de la loi s’agissant de prestations qui sont ou ne sont pas réputées compensatoires, mais également eu égard à la lettre et à l’esprit des DPC, lesquelles excluent explicitement cette suspension lorsque la réalisation du cas d’assurance n’est pas fautive. En conclusion, à défaut d’autre base légale topique que l’art. 21 al. 5 LPGA, lequel est réputé s’appliquer au cas spécial de l’assuré en détention, l’intimée ne pouvait se fonder, ni sur cette disposition, ni sur ses propres Directives, pour suspendre – ni a fortiori supprimer – le droit aux PC litigieuses. Il convient en conséquence d’admettre le recours et de réformer la décision sur opposition attaquée du 1er octobre 2015, en ce sens que les décisions rectificatives que celle-ci recouvre sont annulées, cette annulation emportant celle de la demande en restitution de l’indu, qui devient sans objet.”
Nach der Rechtsprechung kann bei fehlender Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit die Teilnahme an Eingliederungsmassnahmen grundsätzlich als zumutbar gelten. Leistungsverweigerung durch die versicherte Person kann unter diesen Voraussetzungen zur vorübergehenden oder dauernden Kürzung bzw. Verweigerung der Leistungen (Art. 21 Abs. 4 ATSG) führen.
“Zusammenfassend ergibt sich demnach gestützt auf die schlüssigen Ergebnisse im Gerichtsgutachten von Prof. Dr. G. vom 15. November 2022, dass beim Beschwerdeführer keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden kann. Unter diesen Umständen war ihm die Teilnahme an den von der IV-Stelle im Juli 2020 eingeleiteten Eingliederungsmassnahmen im Sinne von Art. 7a IVG grundsätzlich zumutbar. Nachdem er sich weigerte, daran teilzunehmen, war die IV-Stelle berechtigt, die Leistungen einzustellen (Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG). Die gegen die Verfügung vom 1. Juli 2021 erhobene Beschwerde erweist sich daher als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss.”
“Zusammenfassend ergibt sich demnach gestützt auf die schlüssigen Ergebnisse im Gerichtsgutachten von Prof. Dr. G. vom 15. November 2022, dass beim Beschwerdeführer keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden kann. Unter diesen Umständen war ihm die Teilnahme an den von der IV-Stelle im Juli 2020 eingeleiteten Eingliederungsmassnahmen im Sinne von Art. 7a IVG grundsätzlich zumutbar. Nachdem er sich weigerte, daran teilzunehmen, war die IV-Stelle berechtigt, die Leistungen einzustellen (Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG). Die gegen die Verfügung vom 1. Juli 2021 erhobene Beschwerde erweist sich daher als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss.”
Fehlendes Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren hat in der Praxis konkrete Folgen: Wurde die versichertenrechtlich gebotene schriftliche Mahnung mit angemessener Bedenkzeit nicht durchgeführt, sind nach den vorliegenden Entscheiden Sanktionen (Leistungskürzung oder -verweigerung) in der Regel nicht zulässig; entsprechende Verfügungen sind gegebenenfalls aufzuheben oder zurückzuweisen. Eine Ausnahme besteht, wenn eine subjektive Eingliederungsunfähigkeit vorliegt, sodass eine Kürzung oder Aufhebung ohne vorgängige Durchführung des Mahn‑ und Bedenkzeitverfahrens gerechtfertigt sein kann.
“Die Beschwerdegegnerin mass diesen Beschwerden gestützt auf die Einschätzung ihres RAD-Arztes Dr. D.___ (E. 3.11) keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu, da altersgemäss dege-nerative LWS-Veränderungen vorlägen respektive der Gesundheitsschaden behandelbar sei (E. 3.11). Dass Dr. D.___ altersgemäss degenerativen Veränderungen der LWS keine Auswirkungen für die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zumass, erscheint schlüssig. Hinsichtlich der von Dr. D.___ angeführten Behandelbarkeit gilt es jedoch zu beachten, dass die Behandelbarkeit eines Leidens dem Eintritt einer rentenbegründenden Invalidität nicht grundsätzlich im Wege steht (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 127 V 294 E. 4). Dies gilt grundsätzlich auch für durch eine Adipositas (mit-)begründete Beschwerden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_496/2012 vom 19. September 2012 E. 2.2 und E. 3.2). Eine allenfalls fehlende Inanspruchnahme einer Behandlung könnte dem Beschwerdeführer erst nach Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG zum Vorwurf gemacht werden. Ein solches wurde von der Beschwerdegegnerin jedoch nie durchgeführt. Das heisst, es ist für den Anspruch auf eine Invalidenrente grundsätzlich nicht massgeblich, ob die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden, namentlich die Schmerzen und Gefühlsstörungen in den Oberschenkeln, behandelbar sind oder nicht. Da sich aus den Ausführungen von Dr. D.___ nicht klar ergibt, inwieweit er lediglich aufgrund einer – angeblichen – Behandelbarkeit der Beschwerden einen invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden verneint hat, bildet seine Einschätzung keine schlüssige Beurteilungsgrundlage für die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers.”
“Entscheid Versicherungsgericht, 09.10.2020 Art. 7 Abs. 2 lit. c, Art. 7a und Art. 7b IVG. Art. 21 Abs. 4 ATSG. Mahn- und Bedenkzeitverfahren bei beruflichen Eingliederungsmassnahmen. Der Beschwerdeführer leidet an einer im Erwachsenenalter persistierenden ADHS. Eine medikamentöse Behandlung hat er mehrfach abgebrochen. Die Weigerung, eine medikamentöse Behandlung durchzuführen, ist nicht krankheitsbedingt. Eine leitliniengerechte medikamentöse Behandlung ist dem Beschwerdeführer möglich und zumutbar. Die Beschwerdegegnerin hat die beruflichen Eingliederungsmassnahmen ohne die Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens abgeschlossen, obwohl sie davon ausgegangen ist, dass der Beschwerdeführer unter einer leitliniengerechten Behandlung möglicherweise eine erstmalige berufliche Ausbildung absolvieren könnte. Sie hat damit Art. 7 Abs. 2 lit. c in Verbindung mit Art. 7b Abs. 1 IVG und Art. 21 Abs. 4 ATSG verletzt. Rückweisung zur Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Oktober 2020, IV 2019/188). Entscheid vom 9. Oktober 2020 Besetzung Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Viviane Kull Geschäftsnr.”
“Somit ist die Annahme von Dr. E.____ und letztlich der IV-Stelle, dass der Beschwerdeführer mangelnde Bereitschaft zeige, sich einzugliedern, weil er sein Pensum von 60% nicht auf 100% steigere, was womöglich auf den hängigen Prozess mit der Suva zurückzuführen sei, nicht haltbar. 7.5 Anhaltspunkte, die für eine subjektive Eingliederungsunfähigkeit des Beschwerdeführers und somit für einen berechtigten Abbruch der beruflichen Massnahmen sprechen würden, sind vorliegend nicht erkennbar. Im Gegenteil sprechen die Berichte der C.____ vom 12. November 2018, 4. Februar 2019 und vom 6. Mai 2019 sowie der Bericht des B.____ vom 11. Juli 2019 von einer hohen Motivation des Beschwerdeführers und einem sehr guten Arbeitsverhalten. Aber selbst wenn Anhaltspunkte für eine mangelnde Eingliederungsbereitschaft vorliegen würden, wäre die Verfügung der IV-Stelle vom 12. September 2019 aufzuheben, da sie das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nicht durchgeführt hat. Ein Abbruch der Massnahmen ohne Durchführung des Verfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG wäre lediglich zulässig, wenn objektive Gründe, wie gesundheitliche, dafür sprechen würden. 8. Der medizinische”
“Nach der Rechtsprechung darf bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit, das heisst wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben ist, die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_317/2017 vom 19. Juni 2017 E. 3.1, 8C_19/ 2016 vom 4. April 2016 E. 5.2.3, und 9C_231/2015 vom 7. September 2015 E. 4.2).”
“Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer seinen Therapeuten nicht gewechselt hat, hätte er entsprechend des erforderlichen Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG spätestens mit Schreiben vom 11. Dezember 2018 (Urk. 6/92) auf die Folgen einer kontraproduktiven Therapie bei der bisherigen Therapeutin hingewiesen werden müssen. Die anzudrohende Folge wäre gewesen, dass sein (bereits angemeldetes) Leistungsgesuch unter der Annahme geprüft würde, wie wenn er die anempfohlenen Therapien (Therapiewechsel einschliesslich Therapeutenwechsel und Entzugsbehandlung) während mindestens sechs Monaten durchgeführt hätte. Nachdem weder im Schreiben vom 6. Dezember noch in demjenigen vom 11. Dezember 2018 noch in demjenigen vom 24. Juli 2019 darauf hingewiesen wurde, dass entsprechend der durch adäquate Therapie zu erwartenden Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ein Entzug allfälliger Leistungen drohe, kann dem Beschwerdeführer auch nach Ablauf der notwendigen Therapiedauer gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG nicht entgegengehalten werden, er habe keine fachspezialärztliche Behandlung in Anspruch genommen resp. nicht sämtliche schadenmindernde Vorkehren ausgeschöpft. Mangels eines ordnungsgemäss durchgeführten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ist das Abstellen auf eine Arbeitsfähigkeit von 100 % daher auch nicht nach sechs bzw. zwölf Monaten zulässig, weshalb es bei der vom psychiatrischen Gutachter attestierten 60%igen Arbeitsunfähigkeit bis zum Zeitpunkt der Begutachtung und 40%igen Arbeitsunfähigkeit ab Begutachtung für die Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bleiben hat (E. 3.3). Die Auferlegung einer Schadenminderungspflicht ist vorliegend indessen angezeigt.”
“Das bedeutet, dass eine Verletzung der Pflicht, bei medizinischen Untersuchungen umfassend mitzuwirken, erst nach der erfolglosen Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens durch eine Kürzung oder Verweigerung der anbegehrten Leistung geahndet werden darf (vgl. zum Ganzen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. August 2020, IV 2018/206, E. 5.1). Im Rahmen eines Rentenrevisionsverfahrens, bei dem der Verdacht besteht, dass die versicherte Person zu weniger als 40% invalid sein könnte, stellt nur die Einstellung der Rente die geeignete Sanktion dar. Der Beschwerdeführer hat im Rahmen der medizinischen Begutachtung durch Dres. J.___ und K.___, also in einem Anwendungsfall von Art. 43 Abs. 2 ATSG, eingeschränkt mitgewirkt. Er hat damit seine Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung verletzt. Nach dem in E. 5.1 Gesagten hätte die Beschwerdegegnerin das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG durchführen müssen, dies unter der Androhung einer Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG. Weil sie dies unterlassen hat, hat sie Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG und Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG verletzt. Die Sache ist daher zur erneuten psychiatrischen Begutachtung (inklusive eine erneute neuropsychologische Abklärung) nach der Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG unter der Androhung einer Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird dem Beschwerdeführer also androhen, dass sie die Rentenzahlungen stoppen werde, wenn er bei der erneuten Begutachtung nicht vollumfänglich mitwirken sollte. Die Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur erneuten psychiatrischen Begutachtung ist ohne weiteres zulässig, da es zur gesetzlichen Pflicht der den Sachverhalt abklärenden Verwaltung gehört, bei einer Verletzung der Mitwirkungspflicht der versicherten Person das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen. Das Instrument des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ist dem für das Versicherungsgericht anwendbaren kantonalen Verfahrensrecht (Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1) fremd, womit dem Versicherungsgericht im Rahmen der Einholung eines Gerichtsgutachtens auch kein Mittel zur Verfügung stünde, auf eine versicherte Person, die ihre Mitwirkungspflicht verletzt, Druck auszuüben, damit sie ihrer Pflicht nachkommen würde.”
Ein ausdrücklicher, klarer und endgültiger Verzicht der versicherten Person gegenüber der zuständigen Stelle kann dazu führen, dass weitergehende Reintegrationsmassnahmen als entbehrlich gelten und Leistungen gekürzt oder aufgehoben werden können, insbesondere wenn die versicherte Person bereits über Erwerbsfähigkeit verfügt und der Verzicht nicht zurückgenommen wurde.
“Contrairement à ce qu'il soutient, l'Office AI n'est pas tenu d'ordonner des mesures de réadaptation aptes à lui permettre de recouvrer son salaire antérieur. Pour une personne qui ne répond pas aux conditions mentionnées dans l'ATF 145 V 209, la rente s'éteint en effet trois mois après le recouvrement de la capacité de travail. Peu importe que l'assuré réalise effectivement un revenu. En effet, de par la loi, l'assuré est tenu de mobiliser sa capacité de travail sans qu'il soit nécessaire de l'y obliger par une décision ou une sommation (art. 7 al. 1 LAI). Quant aux personnes qui répondent aux conditions précitées comme c'est le cas du recourant, il est seulement présumé que la réadaptation par soi-même n'est pas raisonnablement exigible. Ainsi, la seule question qui se pose est celle de savoir si des mesures de réadaptation sont nécessaires pour aider le recourant à se réinsérer par lui-même dans le monde de travail et, cas échéant, lesquelles. Enfin, cette situation se distingue du cas visé par l'art. 21 al. 4 LPGA où l'assuré néglige de respecter ses obligations qui lui permettraient de réduire son incapacité de travail, puisque le recourant a précisément déjà une capacité de travail. Ceci rappelé, il ressort du dossier que le recourant a expressément renoncé le 26 avril 2023 à toute mesure de réadaptation de la part de l'Office AI. Dans ses oppositions et durant la procédure de recours, le recourant n'est à aucun moment revenu sur cette renonciation. Il a enfin suivi semble-t-il avec succès une mesure de réinsertion de l'assurance-chômage afin de devenir apiculteur indépendant. Avec l'Office AI, l'on ne peut que constater que le recourant possède les ressources nécessaires pour retrouver une activité lucrative adaptée à son état de santé sans qu'une mesure de réadaptation ne soit préalablement nécessaire à la suppression de la rente. Par surabondance, la renonciation claire et définitive rend le recourant subjectivement inapte à de telles mesures. La fin du droit à la demi-rente au 31 juillet 2023 doit donc être confirmée sous cet angle également.”
Für die Anwendung von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist nicht massgeblich, ob die inhaftierte versicherte Person tatsächlich Erwerstätigkeit ausgeübt hat. Entscheidend ist vielmehr, ob eine gesunde inhaftierte Person in der konkreten Situation des Straf- oder Massnahmenvollzugs in der Lage wäre, ein Erwerbseinkommen zu erzielen.
“Aus dem Gesagten erhellt vielmehr, dass die rechtskonforme Anwendung von Art. 21 Abs. 5 ATSG gerade nicht bedeutet, dass jene Invalide, die ihre allfällige Restarbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Haftantritts effektiv erwerblich umsetzten, ihre Rente weiter beziehen können, während die Renten von nicht erwerbstätigen oder nicht mehr erwerbsfähigen Invaliden für die Dauer des Strafvollzugs sistiert würden. Eine ungleiche Behandlung von inhaftierten Invaliden, je nachdem, ob sie eine allfällige Resterwerbsfähigkeit tatsächlich verwerten oder nicht, entspricht nicht dem gesetzgeberischen Willen und dem rechtsprechungsgemässen Verständnis von Art. 21 Abs. 5 ATSG. Anders als die Vorinstanz zu glauben scheint, wurde mit Art. 21 Abs. 5 ATSG denn auch keine Regelung geschaffen, die eine rechtsgleiche Behandlung aller invaliden Inhaftierten verunmöglicht. Eine unterschiedliche Behandlung von invaliden Inhaftierten ist nicht auszumachen. Nachdem einzig zu fragen ist, ob eine gesunde inhaftierte Person in der konkreten Situation des Strafvollzugs in der Lage wäre, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, ist keine Unterscheidung zwischen Invaliden, die ihre Resterwerbsfähigkeit verwerten und solchen, die keine Resterwerbsfähigkeit besitzen oder diese nicht ausschöpfen, vorzunehmen. Wenn die Vorinstanz in ihrer abschliessenden Konsequenz eine möglichst rechtsgleiche Behandlung nur darin erkennen will, dass ausnahmslos alle Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter während der Dauer eines Straf- oder Massnahmenvollzugs, ungeachtet dessen Ausgestaltung, zu sistieren seien, verletzt sie Bundesrecht. Triftige Gründe für eine Rechtsprechungsänderung liegen auch in diesem Punkt nicht vor.”
Aus Treu und Glauben ist vom Versicherer/der Behörde zu erwarten, dass er den Versicherten neben der schriftlichen Mahnung und dem Hinweis auf die Rechtsfolgen überdies während der eingeräumten Bedenkzeit die Leistungen weiterzahlt und diese Zahlung — soweit durch die Quellen ersichtlich — bis zur tatsächlichen Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit fortführt. Eine Kürzung darf nicht bereits vor dem Zeitpunkt erfolgen, ab dem die geforderten Massnahmen voraussichtlich zu einer Verbesserung geführt hätten.
“Dans une troisième cause, le tribunal avait rejeté la critique de l'assuré qui se plaignait d'un délai d'adaptation trop bref, fixé à trois mois par la juridiction cantonale (arrêt 5C.74/2002 du 7 mai 2002, consid. 3). En doctrine, plusieurs auteurs mentionnent ces décisions et ils en déduisent sans plus d'explication que l'art. 21 al. 4 LPGA fait règle aussi en droit des assurances privées (Bettina Kahil-Wolff et Emmanuelle Simonin, Révision totale de la LCA : l'avant-projet et les assurances sociales, in Quoi de neuf en droit social ?, 2009, p. 130; Gebhard Eugster, Vergleich der Krankentaggeldversicherung (KTGV) nach KVG und nach VVG, in Krankentaggeldversicherung : Arbeits- und versicherungsrechtliche Aspekte, 2007, p. 85; Vincent Brulhart, L'assurance collective contre la perte de gain en cas de maladie, in Le droit social dans la pratique de l'entreprise, 2006, p. 107; voir aussi Jean-Louis Duc, Le droit applicable aux assurances complémentaires, PJA 2010 p. 473). Leur opinion doit être approuvée dans la mesure où la démarche imposée à l'assureur, selon le principe de l'art. 21 al. 4 LPGA, est une concrétisation des règles de la bonne foi qu'en vertu de l'art. 2 al. 1 CC, chacun doit respecter dans l'exercice de ses droits et l'exécution de ses obligations. Selon la jurisprudence, il y a abus de droit manifeste, prohibé par l'art. 2 al. 2 CC, lorsqu'une personne use de son droit sans ménagement ou de manière inutilement rigoureuse (ATF 135 III 162 consid. 3.3.1 p. 169; 135 III 349 consid. 3 p. 355; 120 II 105 consid. 3a p. 108), notamment lorsqu'elle choisit sans raison objective, parmi plusieurs solutions équivalentes, celle qui est la plus nuisible à l'autre partie (ATF 131 III 459 consid. 5.2 p. 462/463). De ce point de vue, lorsque l'assureur d'indemnités journalières estime que l'incapacité de travail a pris fin, à l'issue d'une période durant laquelle il a reconnu le droit de l'assuré à ses prestations, on peut attendre de lui qu'il en donne avis à l'assuré et qu'il prolonge le service des indemnités pendant le délai a priori nécessaire à une reprise effective de l'activité.”
“Gemäss der Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts 4A_79/2012 vom 27. August 2012 E. 5.1 und 4A_111/2010 vom 12. Juli 2010 E. 3.1) ist die Bestimmung von Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), welche in Anlehnung an die genannte Rechtsprechung zu Art. 61 VVG erlassen wurde, als Konkretisierung des Grundsatzes von Treu und Glauben auch für Privatversicherungen anwendbar. Art. 21 Abs. 4 ATSG hat den folgenden Wortlaut: «Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar.» Von einem Versicherer, der einem Versicherten zunächst Taggelder ausrichtet, dann jedoch davon ausgeht, dessen Arbeitsunfähigkeit sei beendet, ist daher als Ausdruck des Grundsatzes von Treu und Glauben zu erwarten, dass er den Versicherten darüber informiert und er die Leistungen während der Frist weiterzahlt, welche zur tatsächlichen Wiederaufnahme der Berufstätigkeit erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts 4A_413/2021 vom 23.”
“________ ayant d’ailleurs déclaré à ce sujet qu’aucune pathologie somatique ou comorbidité contre-indiquait son introduction et que le recourant disposait de suffisamment de ressources cognitives pour comprendre l’importance de se voir prescrire un tel traitement. Au demeurant, l’assuré plaide en vain qu’il serait en droit de refuser un traitement psychotrope en raison des effets secondaires engendrés par ce dernier, ceux-ci n’étant qu’hypothétiques. Il échoue en conséquence à apporter la preuve – dont le fardeau lui incombe (cf. TF 8C_741/2018 du 22 mai 2019 consid. 3.3) – de l’inexigibilité de cette mesure thérapeutique. c) Sur le plan formel, l’intimé a envoyé, le 27 septembre 2021, une première missive au recourant, afin de l’enjoindre à suivre le traitement exigible, tout en le rendant attentif aux conséquences d’un refus. À la suite de sa réponse négative, une seconde mise en demeure lui a été communiquée le 5 novembre 2021 et un nouveau délai de réflexion lui a été imparti. Ainsi, au vu de ces démarches, il apparaît que cette autorité s’est conformée aux exigences découlant de l’art. 21 al. 4 LPGA avant de rendre sa décision du 8 février 2022. d) Cela dit, le recourant n’ayant été invité par l’intimé à se soumettre au traitement antidépresseur préconisé qu’à la fin du mois de septembre 2021, cette mesure n’aurait donc pu être introduite – en cas d’accord de sa part – qu’à ce moment-là, si bien que sa capacité de travail n’aurait pu être rétablie qu’à la fin du mois de décembre 2021, trois mois après. Etant donné que la réduction ou le refus des prestations doit prendre effet à partir du mois au cours duquel la ou les mesures demandées auraient entraîné une amélioration de l’invalidité qui aurait permis de réduire ou supprimer le droit à la prestation (cf. OFAS, Circulaire sur la procédure dans l’assurance-invalidité [CPAI], état au 1er février 2023, ch. 5055), l’intimé n’était pas justifié à mettre un terme au droit à la rente au 30 novembre 2021, en se fondant sur la date à laquelle le recourant lui a définitivement fait part de son intention de ne pas se soumettre audit traitement.”
Bei unklarer Diagnostik oder unvollständiger Abklärung sind vor einer Kürzung oder Verweigerung der Leistungen weitere Abklärungsmassnahmen und gegebenenfalls leitliniengerechte Behandlungsauflagen (z. B. konkreter pharmakologischer Therapie mit Kontrollen) anzuordnen. Erst wenn nach solchen Massnahmen keine geeigneten Eingliederungs- oder Behandlungsoptionen mehr in Frage kommen, kann ein Rentenanspruch bejaht bzw. Leistungen dauerhaft zugesprochen werden.
“Diese (kausale) Einschätzung schliesst mit Blick auf die Ausführungen von Dr. Z.___ und Dr. A.___ (E. 3.2 ff.), wonach sich das beim Beschwerdeführer beobachtete depressive Krankheitsgeschehen nicht einzig mit belastenden invaliditätsfremden Faktoren erklären lasse, eine davon (mittlerweile) verselbständigte krankheitswertige Depression nicht aus. Schliesslich verneinte Dr. F.___ das Bestehen einer krankheitswertigen Depression nicht abschliessend, sondern kritisierte die Berichte der Behandlerinnen hinsichtlich Diagnostik, Behandlung und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit als nicht nachvollziehbar. Weiter schlug Dr. F.___ explizit die Auferlegung einer Schadenminderungspflicht in Form einer leitliniengerechten psychopharmakologischen Therapie unter regelmässiger Blutspiegelkontrollen während sechs Monaten vor, wovon sie sich innert weniger Monate - sollte wie von den Behandlerinnen diagnostiziert eine mittelgradige depressive Episode vorliegen - eine Verbesserung versprach. Eine entsprechende Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG wurde dem Beschwerdeführer aber nicht auferlegt. Damit kann jedoch auch nicht auf den von Dr. F.___ prognostizierten Behandlungserfolg abgestellt werden. Entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin können die Folgen der von ihr postulierten Beweislosigkeit, wonach kein invaliditätsbegründender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, noch nicht greifen. Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_765/2020 vom 4. März 2021 E. 3.2.2 mit Hinweis auf BGE 144 V 427 E. 3.2). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_257/2018 vom 24.”
“Nur wenn sie zum Schluss gelangt, dass keine entsprechenden Massnahmen (mehr) in Frage kommen, kann ein Rentenanspruch im Grundsatz bejaht werden; andernfalls sind vorab geeignete Eingliederungsmassnahmen anzuordnen. Nach der gesetzlichen Konzeption kann deshalb eine Rente vor der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen (allenfalls auch rückwirkend) nur zugesprochen werden, wenn die versicherte Person wegen ihres Gesundheitszustandes nicht oder noch nicht eingliederungsfähig ist. Dass der Rentenanspruch grundsätzlich erst nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen entstehen kann, gilt dabei selbst im Fall, dass diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Anders verhält es sich nach Abklärungsmassnahmen, die zeigen sollen, ob die versicherte Person überhaupt eingliederungsfähig ist, und die dann ergeben, dass dies nicht zutrifft; diesfalls kann eine Rente rückwirkend zugesprochen werden (vgl. u.a. das Urteil des Bundesgerichts 9C_380/2021 vom 31. Januar 2022 E. 5.1. mit Hinweisen). 3.3. Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen vor, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt (Satz 1). Vorgängig muss ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt werden (Satz 2). 4. 4.1. Gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden Untersuchungsgrundsatz ist der rechtserhebliche Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln, und zwar richtig und vollständig (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG; BGE 136 V 376, 377 E. 4.1.1; BGE 133 V 196, 200 E. 1.4). 4.2. Zur Frage, inwieweit das Verhalten der versicherten Person überwiegend wahrscheinlich krankheitsbedingt oder aber steuerungsfähig ist, bedarf es einer verwertbaren ärztlichen Stellungnahme (vgl. u.a. das Urteil des Bundesgerichts 9C_24/2008 vom 27.”
Übliche Begutachtungen einer Gutachtensstelle gelten grundsätzlich als objektiv zumutbar; die administrative Erstbegutachtung wird – abgesehen von begründeten Fällen – regelmässig polydisziplinär angelegt. Verletzungen der Auskunfts‑ und Mitwirkungspflicht (insbesondere wiederholtes Fernbleiben von Begutachtungen) können nach vorheriger Mahnung Sanktionen nach Art. 21 ATSG zur Folge haben. Die Frage der Zumutbarkeit ist unter Berücksichtigung objektiver und subjektiver Umstände zu prüfen; konkrete Einschränkungen wie erhebliche Wegunfähigkeit oder sonstige begründete gesundheitliche Gründe können die Zumutbarkeit und damit eine Sanktion in Frage stellen. (Beispiele im Einzelfall wie das Angebot alternativer Transportmittel sind aus der Praxis ersichtlich.)
“Weiter wurde der Versicherte auf seine Auskunft- und Mitwirkungspflicht hingewiesen und darauf aufmerksam gemacht, dass bei Verletzung dieser Pflichten die Erhebungen eingestellt würden und ein Nichteintreten beschlossen werden könne (Beilagen der IV-Stelle, act. 131). In der Folge teilte der Versicherte der IV-Stelle am 15. Mai 2019 mit, er habe neue Termine bei der E.____ GmbH vereinbart. 6.8 In seinem Schreiben vom 18. Mai 2019 informierte Dr. F.____, dass der Versicherte im Zeitpunkt der vorgesehenen Begutachtung bei der E.____ GmbH am 6. Mai 2019 Angst- und Panikattacken gehabt habe. Er fürchte sich vor dem Untersuchungsergebnis, da es gegen ihn ausfallen könnte. Er habe ihm aber eindringlich geraten, den nächsten auswärtigen Termin wahrzunehmen. 6.9 Am 15. Juli 2019 informierte die E.____ GmbH die IV-Stelle, dass der Versicherte am 8. Juli 2019 erneut nicht zum vereinbarten Termin für die psychiatrische Begutachtung erschienen sei. Die IV-Stelle wies den Versicherten in der Folge mit Schreiben vom 17. Juli 2019 auf Art. 21 ATSG und dessen Folgen hin. Es sei für sie nicht nachvollziehbar, weshalb er Termine bei seinem behandelnden Psychiater Dr. med. M.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in X.____ wahrnehmen könne, jedoch nicht jene bei der E.____ GmbH. Falls ein Transfer mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich sei, könne der Versicherte auch mit einem Taxi die Begutachtungsstelle aufsuchen. Schliesslich forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, bis spätestens 23. Juli 2019 seiner Mitwirkungspflicht nachzukommen. Am 23. Juli 2019 machte der Versicherte telefonisch geltend, er sei nicht reisefähig, weshalb er keine neuen Termine bei der E.____ GmbH vereinbaren würde. 6.10 Am 4. Oktober 2019 diagnostizierte Dr. G.____, welcher den Versicherten nach einem Wohnortwechsel seit dem 27. Juni 2019 behandelt, eine Agoraphobie mit Panikattacken, eine Emetophobie und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht bis mittelgradig ausgeprägt. Der Versicherte sei massiv eingeschränkt in der Wegfähigkeit.”
“3c/aa) zu erheben (Kieser, Gutachten im Sozialversicherungsrecht, HAVE 2020 S. 149). Dabei wird die administrative Erstbegutachtung – abgesehen von begründeten Fällen – regelmässig polydisziplinär und zufallsbasiert angelegt (BGE 139 V 349 E. 3.2). Zumutbar ist die Mitwirkung, wenn der verfolgte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zur Beeinträchtigung des Pflichtigen steht. Für diese Beurteilung sind sowohl die objektiven als auch die subjektiven Umstände zu berücksichtigen. Die objektive Zumutbarkeit hängt unter anderem damit zusammen, dass eine medizinische Untersuchung oder gar eine Begutachtung die persönliche Freiheit einer versicherten Person tangieren kann. Dieses Kriterium wird auch deshalb dahingehend konkretisiert, dass eine Behandlung bzw. eine Massnahme, welche eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellt, jedenfalls nicht zumutbar ist (Kieser, ATSG-Komm., 4.Aufl. 2020, Art. 21 ATSG N 133). Diagnostische, rehabilitative oder therapeutische Massnahmen stellen grundsätzlich keine solche Gefahr dar (Kieser, a.a.O., Art. 21 ATSG N 129); wenn eine Massnahme zu diagnostischen Zwecken nötig ist, gilt sie grundsätzlich als objektiv zumutbar (Kieser, a.a.O., Art. 21 ATSG N 135 mit Hinweisen auf die Einzelgesetzgebung). Die Frage der subjektiven Zumutbarkeit ist ebenfalls objektiv zu klären: Es geht mithin nicht etwa darum, ob die betreffende Person aus ihrer eigenen, subjektiven Wahrnehmung heraus die Untersuchung als zumutbar erachtet, sondern darum, dass die subjektiven Umstände, etwa Alter, Gesundheitszustand, bisherige Erfahrungen mit Abklärungen, in einer objektiven Betrachtung dahingehend gewürdigt werden, ob diese Umstände die Untersuchung zulassen oder nicht (vgl. BGE 134 V 64 E. 4.2.1). Die üblichen Untersuchungen in einer Gutachtensstelle sind ohne konkret entgegenstehende Umstände generell als zumutbar zu betrachten (BGer-Urteil 8C_283/2020 vom”
Diagnostische, rehabilitative oder therapeutische Massnahmen stellen nach der Rechtsprechung und Kommentarliteratur grundsätzlich keine Gefahr für Leben und Gesundheit dar und sind daher nicht schon deshalb als unzumutbar zu qualifizieren. Nach der einschlägigen Einzelgesetzgebung und der damit verbundenen Konkretisierung der Zumutbarkeitsprüfung gilt eine medizinische Massnahme insbesondere dann als zumutbar, wenn sie zu diagnostischen Zwecken nötig ist oder mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erhebliche Besserung verspricht. Die Zumutbarkeit ist jedoch jeweils im Einzelfall nach den zu Art. 21 Abs. 4 ATSG entwickelten Grundsätzen zu prüfen.
“Die versicherte Person hat sich, soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). In Bezug auf die Voraussetzung der Zumutbarkeit gelten die zu Art. 21 Abs. 4 ATSG entwickelten Grundsätze analog (Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 92 zu Art. 43 ATSG). Nie zumutbar ist eine Verhaltensweise, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellt. Diagnostische, rehabilitative oder therapeutische Massnahmen stellen grundsätzlich keine solche Gefahr dar (Kieser, a.a.O., N 128 f. zu Art. 21 ATSG). Nach der Einzelgesetzgebung gilt eine medizinische Massnahme dann als zumutbar, wenn sie zu diagnostischen Zwecken nötig ist oder mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erhebliche Besserung verspricht (so Art. 18 Abs. 2 Bundesgesetz über die Militärversicherung, MVG). Diese Festlegung hat allgemeine Bedeutung, da sie eine Konkretisierung der Zumutbarkeit darstellt (Kieser, a.a.O., N 135 zu Art. 21 ATSG). Wie bereits erwähnt, erwies sich die seitens der Beschwerdegegnerin angeordnete psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung zur fachpsychiatrischen Einschätzung des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin als notwendig. Mithin war sie zu diagnostischen Zwecken nötig und entsprechend auch zumutbar. Eine Gefahr für Leben und Gesundheit stellte die der Beschwerdeführerin auferlegte Behandlung jedenfalls nicht dar. Folglich erweist sich die seitens der Beschwerdegegnerin von der Beschwerdeführerin verlangte Mitwirkung in der Abklärung als rechtens.”
“Bei der Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit einer Behandlung oder Eingliederungsmassnahme sind die gesamten persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Massgebend ist aber das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive Wertung der versicherten Person. Nie zumutbar ist eine Verhaltensweise, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellt. Dies bedeutet nicht, dass eine Vorkehr, die keine solche Gefahr darstellt, automatisch zumutbar ist; sie weist aber doch darauf hin, dass nur Gründe von einer gewissen Schwere zur Unzumutbarkeit führen. Diagnostische, rehabilitative oder therapeutische Massnahmen stellen grundsätzlich keine Gefahr für Leben und Gesundheit dar (Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 128 f. zu Art. 21 ATSG). Nach der Einzelgesetzgebung gilt eine medizinische Massnahme dann als zumutbar, wenn sie zu diagnostischen Zwecken nötig ist oder mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erhebliche Besserung verspricht (so Art. 18 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Militärversicherung, MVG). Diese Festlegung hat allgemeine Bedeutung, da sie eine Konkretisierung der Zumutbarkeit darstellt (Kieser, a.a.O., N. 135 zu Art. 21 ATSG).”
“Oktober 2021 bekannt zu geben, in welchem Institut sie die oben erwähnte Massnahme durchführen werde, damit sie – die Beschwerdegegnerin – dort nach Behandlungsbeginn einen Behandlungsplan einholen könne, kam die Beschwerdeführerin innert Frist nach (Urk. 6/70). Sodann erweist sich die auferlegte medizinische Behandlung als verhältnismässig und zumutbar. In Bezug auf die Voraussetzung der Zumutbarkeit gelten die zu Art. 21 Abs. 4 ATSG entwickelten Grundsätze analog (Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 92 zu Art. 43 ATSG). Nie zumutbar ist eine Verhaltensweise, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellt. Diagnostische, rehabilitative oder therapeutische Massnahmen stellen grundsätzlich keine solche Gefahr dar (Kieser, a.a.O., N 128 f. zu Art. 21 ATSG). Nach der Einzelgesetzgebung gilt eine medizinische Massnahme dann als zumutbar, wenn sie zu diagnostischen Zwecken nötig ist oder mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erhebliche Besserung verspricht (so Art. 18 Abs. 2 Bundesgesetz über die Militärversicherung, MVG). Diese Festlegung hat allgemeine Bedeutung, da sie eine Konkretisierung der Zumutbarkeit darstellt (Kieser, a.a.O., N 135 zu Art. 21 ATSG). Wie bereits erwähnt, erwies sich die seitens der Beschwerdegegnerin angeordnete stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung zur Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin als notwendig. Mithin war sie zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken nötig und entsprechend auch zumutbar. Eine Gefahr für Leben und Gesundheit stellte die der Beschwerdeführerin auferlegte Behandlung jedenfalls nicht dar. Folglich erweist sich die seitens der Beschwerdegegnerin von der Beschwerdeführerin verlangte Mitwirkung in der Abklärung als rechtens.”
Ist die objektive Eingliederungsfähigkeit nicht mehr gegeben, sind laufende Eingliederungsmassnahmen abzuschliessen; ein vorgängiges Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG ist in diesem Fall nicht erforderlich. Fehlt hingegen die subjektive Eingliederungsfähigkeit (Eingliederungswille), kann die Verwaltung Massnahmen verweigern oder Leistungen anpassen, ohne immer zuvor das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen; das Fehlen der subjektiven Eingliederungsfähigkeit muss jedoch mit der überwiegenden Wahrscheinlichkeit festgestellt werden.
“Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahme vom 20. August 2019). Mit Schreiben vom 28. August 2019 folgte die entsprechende schriftliche Mitteilung und schliesslich am 12. September 2019 die verfügungsweise Beendigung der beruflichen Massnahmen. 6. Ist die objektive Eingliederungsfähigkeit nicht mehr gegeben, sind die Eingliederungsmassnahmen abzuschliessen. Das Fehlen der objektiven Eingliederungsfähigkeit kann sich unter anderem namentlich aufgrund einer dauerhaften Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergeben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 27. April 2015, 9C_64/2015, E. 3 und vom 6. September 2016, 8C_667/2015, E. 5.3). Beim Fehlen der subjektiven Eingliederungsfähigkeit setzt die Einstellung von Leistungen - namentlich auch von beruflichen Eingliederungsmassnahmen - grundsätzlich voraus, dass zuvor ein ordnungsgemässes Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 durchgeführt wurde (Art. 7b Abs. 1 IVG). Gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG können Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. 7.1 Die IV-Stelle begründete den Abbruch der beruflichen Massnahmen in der Verfügung vom 12. September 2019 damit, dass diese nicht mehr zielführend gewesen seien. Was darunter zu verstehen ist, erläuterte sie nicht. 7.2 Erst in ihrer Vernehmlassung vom 11. Dezember 2019 äusserte sich die IV-Stelle näher zu den Gründen des Abbruchs der beruflichen Massnahmen. Das selbstlimitierende Verhalten des Versicherten bzw. seine ungenügende Eingliederungsbereitschaft habe zur Einstellung der Massnahmen geführt.”
“Allein schon aufgrund des inzwischen wieder erheblich verschlechterten Gesundheitszustands und des erheblich grösseren Eingliederungsbedarfs vermag die Beschwerdegegnerin nichts aus den zeitlich weit zurückliegenden erfolglosen Eingliederungsversuchen zu ihren Gunsten abzuleiten. Zu ergänzen bleibt, dass «der letztendliche Auslöser für den Abbruch» der Integrationsmassnahme im September 2014 ein mehrtägiger Spitalaufenthalt des Beschwerdeführers bildete (IV-act. 133-2; siehe auch den Eintrag im Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom 21. August 2014, IV-act. 134-2). Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer an allen zumutbaren Massnahmen, die seiner (Wieder-)Eingliederung ins Erwerbsleben dienen, aktiv teilzunehmen hat (Art. 7 Abs. 2 IVG). Praxisgemäss darf bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit, d.h. wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben ist, die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-)Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Von fehlendem Eingliederungswillen bzw. fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit ist allerdings nur dann auszugehen, wenn sie mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2019, 8C_611/2018, E. 6.1 f.). Die angefochtene Verfügung ist nach dem Gesagten aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie vor der Herabsetzung der ganzen auf eine Dreiviertelsrente zunächst die notwendigen Abklärungen zur Wiedereingliederung ins Erwerbsleben bzw. den Verhältnissen angepasste befähigende Massnahmen durchführe. Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf rückwirkende Nachzahlung und Weiterausrichtung der ganzen Rente (samt Kinderrenten) bis zum Abschluss der Eingliederung (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2020, 8C_798/2019, E. 6.3). Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr.”
“Pour déterminer si une mesure est de nature à maintenir ou à améliorer la capacité de gain d'un assuré, il convient d'effectuer un pronostic sur les chances de succès des mesures demandées (ATF 132 V 215 consid. 3.2.2 et les références). Celles-ci ne seront pas allouées si elles sont vouées à l'échec, selon toute vraisemblance (arrêt du Tribunal fédéral I 388/06 du 25 avril 2007 consid. 7.2). Le droit à une mesure de réadaptation présuppose qu'elle soit appropriée au but de la réadaptation, poursuivi par l'assurance-invalidité, et cela tant objectivement en ce qui concerne la mesure que sur le plan subjectif en rapport avec la personne de l'assuré. En effet, une mesure de réadaptation ne peut être efficace que si la personne à laquelle elle est destinée est susceptible, partiellement au moins, d'être réadaptée. Partant, si l'aptitude subjective de réadaptation de l'assuré fait défaut, l'administration peut refuser de mettre en œuvre une mesure (arrêt du Tribunal fédéral 9C_846/2018 du 29 novembre 2019 consid. 5.1 et les références), sans qu'il soit nécessaire de recourir à la procédure préalable de mise en demeure prévue par l'art. 21 al. 4 LPGA (arrêts du Tribunal fédéral 8C_480/2018 du 26 novembre 2018 consid. 7.3 et les références ; 9C_59/2017 du 21 juin 2017 consid. 3.3 et les références), une telle procédure préalable n'étant requise que si une mesure de réadaptation a été commencée et qu'il est question de l'interrompre (cf. arrêt du Tribunal fédéral 9C_783/2015 du 7 avril 2016 consid. 4.8.2 et les références). L'absence de capacité subjective de l'assuré doit toutefois être établie au degré de la vraisemblance prépondérante (arrêt du Tribunal fédéral 8C_667/2015 du 6 septembre 2016 consid. 5.3 et les références). Sont réputées nécessaires et appropriées toutes les mesures de réadaptation professionnelle qui contribuent directement à favoriser la réadaptation dans la vie active. L’étendue de ces mesures ne saurait être déterminée de manière abstraite, puisque cela suppose un minimum de connaissances et de savoir-faire et que seules seraient reconnues comme mesures de réadaptation professionnelle celles se fondant sur le niveau minimal admis.”
Die Einordnung als «bei vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens» richtet sich nach der strafrechtlichen Definition (Art. 10 StGB). Es müssen die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale des Delikts erfüllt sein.
“Nach Art. 21 Abs. 1 ATSG können Geldleistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder in schweren Fällen verweigert werden, wenn die versicherte Person den Versicherungsfall vorsätzlich oder bei vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens BGE 148 V 195 S. 199 herbeigeführt oder verschlimmert hat. Hat der Versicherte den Unfall bei nicht vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt, so können ihm gemäss Art. 37 Abs. 3 erster Satz UVG in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG die Geldleistungen gekürzt oder in besonders schweren Fällen verweigert werden. Die Qualifikation als Verbrechen oder Vergehen richtet sich nach der strafrechtlichen Definition, d.h. nach Art. 10 Abs. 2 und 3 StGB (BGE 129 V 354 E. 2.2). Es müssen die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale des Delikts erfüllt sein (SVR 2012 IV Nr. 2 S. 4, 9C_785/2010 E. 7.2.1). Der Gefahrenbereich, welcher von Art. 37 Abs. 3 UVG erfasst wird, ist aber umfassender als die strafbare Handlung und schliesst auch sämtliche unmittelbar damit zusammenhängende Geschehensabläufe mit ein, so etwa die Flucht nach Abbruch des deliktischen Verhaltens. Massgebend ist demnach ein sachlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Unfall und dem Verbrechen oder Vergehen (vgl. SVR 2017 UV Nr. 5 S. 14, 8C_420/2016 E. 2.4; Urteil 8C_737/2009 vom 27. August 2010 E. 3.2 f.; ZBJV 142/2006 S. 719, U 186/01 E. 4).”
“Nach Art. 21 Abs. 1 ATSG können Geldleistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder in schweren Fällen verweigert werden, wenn die versicherte Person den Versicherungsfall vorsätzlich oder bei vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens BGE 148 V 195 S. 199 herbeigeführt oder verschlimmert hat. Hat der Versicherte den Unfall bei nicht vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt, so können ihm gemäss Art. 37 Abs. 3 erster Satz UVG in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG die Geldleistungen gekürzt oder in besonders schweren Fällen verweigert werden. Die Qualifikation als Verbrechen oder Vergehen richtet sich nach der strafrechtlichen Definition, d.h. nach Art. 10 Abs. 2 und 3 StGB (BGE 129 V 354 E. 2.2). Es müssen die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale des Delikts erfüllt sein (SVR 2012 IV Nr. 2 S. 4, 9C_785/2010 E. 7.2.1). Der Gefahrenbereich, welcher von Art. 37 Abs. 3 UVG erfasst wird, ist aber umfassender als die strafbare Handlung und schliesst auch sämtliche unmittelbar damit zusammenhängende Geschehensabläufe mit ein, so etwa die Flucht nach Abbruch des deliktischen Verhaltens.”
Die Beweislast für das schuldhafte Herbeiführen oder Verschlimmern des Versicherungsfalls trägt der sozialversichernde Leistungsträger, der eine Sanktion (Kürzung/Verweigerung) verlangt.
“1 LPGA se l’assicurato ha provocato l’evento assicurato intenzionalmente o commettendo intenzionalmente un crimine o un delitto, le prestazioni pecuniarie (e dunque anche le rendite: art. 15 LPGA) possono essergli temporaneamente o definitivamente ridotte oppure, in casi particolarmente gravi, rifiutate. A proposito dell’art. 21 LPGA, Anne-Sylvie Dupont in: Dupont/Moser-Szeless, Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018, nn. 10-13 e 17-19 pag. 301-303, ha in particolare sviluppato le seguenti considerazioni riguardo al comportamento dell’assicurato: " a) La faute de l’assuré 11 une sanction peut être pronocée, en premier lieu, à l’égard de l’assuré qui, par sa propre faute, a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement, ce qui suppose la capacité de discernement au sens de l’art. 16 CC. Le dol éventuel est suffisant, mais n’est pas aisément démontré en pratique. La preuve de la faute incombe à l’assureur social qui entend prononcer une sanction. 12 L’adoption de l’art. 21 LPGA a, sur ce point, permis à la législation helvétique de se mettre en conformité avec ses engagements internationaux. En effet, avant l’entrée en vigueur de la LPGA, l’art. 7 aLAI permettait la réduction des prestations en espèce de l’assurance-invalidité en cas de «faute grave» de l’assuré. Cette disposition a été jugée contraire à l’art. 32 § 1 let. e de la Convention OIT n° 128 et à l’art. 68 let. f CESS par le Tribunal fédéral. La négligence grave ne suffit dès lors plus à justifier une réduction des prestations, sous réserve d’exceptions prévues par les lois spéciales. 13 L’intention doit porter sur la réalisation du risque, ce par quoi il faut entendre la survenance de l’éventualité assurée (décès, incapacité de travail, incapacité de gain, etc.) ouvrant un droit aux prestations sociales. En tant que tel, un risque ne peut pas être aggravé; sur ce point, la formulation de l’art. 21 al. 1 LPGA est maladroite. Il faut en réalité comprendre que la sanction est susceptible de viser la personne assurée qui a aggravé les conséquences de la réalisation du risque, par exemple l’ampleur de l’atteinte à la santé, la durée de l’incapacité de travail, etc.”
Wiederholtes Nichterscheinen zu Begutachtungen kann nach Art. 21 ATSG zu Kürzungen der Geldleistungen führen, wenn die behauptete medizinische Unfähigkeit zur Teilnahme nicht glaubhaft gemacht wird.
“Weiter wurde der Versicherte auf seine Auskunft- und Mitwirkungspflicht hingewiesen und darauf aufmerksam gemacht, dass bei Verletzung dieser Pflichten die Erhebungen eingestellt würden und ein Nichteintreten beschlossen werden könne (Beilagen der IV-Stelle, act. 131). In der Folge teilte der Versicherte der IV-Stelle am 15. Mai 2019 mit, er habe neue Termine bei der E.____ GmbH vereinbart. 6.8 In seinem Schreiben vom 18. Mai 2019 informierte Dr. F.____, dass der Versicherte im Zeitpunkt der vorgesehenen Begutachtung bei der E.____ GmbH am 6. Mai 2019 Angst- und Panikattacken gehabt habe. Er fürchte sich vor dem Untersuchungsergebnis, da es gegen ihn ausfallen könnte. Er habe ihm aber eindringlich geraten, den nächsten auswärtigen Termin wahrzunehmen. 6.9 Am 15. Juli 2019 informierte die E.____ GmbH die IV-Stelle, dass der Versicherte am 8. Juli 2019 erneut nicht zum vereinbarten Termin für die psychiatrische Begutachtung erschienen sei. Die IV-Stelle wies den Versicherten in der Folge mit Schreiben vom 17. Juli 2019 auf Art. 21 ATSG und dessen Folgen hin. Es sei für sie nicht nachvollziehbar, weshalb er Termine bei seinem behandelnden Psychiater Dr. med. M.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in X.____ wahrnehmen könne, jedoch nicht jene bei der E.____ GmbH. Falls ein Transfer mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich sei, könne der Versicherte auch mit einem Taxi die Begutachtungsstelle aufsuchen. Schliesslich forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, bis spätestens 23. Juli 2019 seiner Mitwirkungspflicht nachzukommen. Am 23. Juli 2019 machte der Versicherte telefonisch geltend, er sei nicht reisefähig, weshalb er keine neuen Termine bei der E.____ GmbH vereinbaren würde. 6.10 Am 4. Oktober 2019 diagnostizierte Dr. G.____, welcher den Versicherten nach einem Wohnortwechsel seit dem 27. Juni 2019 behandelt, eine Agoraphobie mit Panikattacken, eine Emetophobie und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht bis mittelgradig ausgeprägt. Der Versicherte sei massiv eingeschränkt in der Wegfähigkeit.”
Bei beharrlicher Verweigerung oder mangelnder Zusammenarbeit können die Leistungen – nach Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens – vorübergehend oder dauerhaft verweigert werden. Art. 21 Abs. 4 ATSG findet auf die Ergänzungsleistungen keine Anwendung.
“________, psychologue, ne concerne que les relations entre les membres de la famille et ne parle ni des troubles du recourant ni de l'exigibilité de la mesure à H.________. 4.5. En définitive, au vu de ce qui précède, la mesure professionnelle auprès de H.________ est exigible de la part du recourant. Il y a encore lieu de relever que celui-ci a droit aux seules mesures nécessaires et propres à atteindre le but de la réadaptation visé, non aux mesures qui seraient les meilleures pour lui (cf. VSI 2002 p. 108). De plus, les mesures qu'il a suivies de son propre chef ne sont pas propres à améliorer sa situation, un éloignement de sa structure familiale étant nécessaire. 5. Reste à examiner les conséquences du refus de l'assuré d'intégrer la mesure professionnelle. A cet égard, il y a lieu de constater que plusieurs courriers lui ont été envoyés pour lui rappeler son devoir de collaborer, dont la lettre du 6 février 2019 lui impartissant un délai au 18 février 2019 (dossier OAI p. 700), l'invitant à s'engager à participer au stage à H.________ et en le rendant attentif, au sens de l'art. 21 al. 4 LPGA, aux conséquences prévues notamment à l'art. 7b LAI en cas de refus de sa part. Malgré des courriers de son mandataire exigeant le "changement" de la personne en charge de son dossier ou la mise sur pied d'une nouvelle expertise, aucune réponse formelle n'a été donnée à ce courrier pourtant très clair à tous points de vue. C'est pourquoi, le 25 février 2019, un projet de décision, refusant toutes prestations pour absence de collaboration, a été émis par l'autorité intimée, sur lequel le recourant s'est cette fois prononcé dans ses objections du 26 février 2019 et le 14 mai 2019 (dossier OAI, p. 719 et p. 738). Il en découle que ce dernier a bel et bien été mis formellement en demeure d'accepter le stage à H.________, stage convenable et approprié à sa situation, qu'un délai raisonnable lui a été imparti pour ce faire et qu'il a été dûment informé des conséquences de ses actes. C'est dès lors à juste titre que l'OAI lui a refusé toutes prestations futures en raison d'un défaut de collaboration.”
“Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person, welche sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht oder widersetzt, die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wobei vorher Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen ist. Gemäss der Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts 9C_251/2019 vom 9. Januar 2020 E. 8.2 und 9C_179/2021 vom 8. Juli 2021 E. 3.2) ist Art. 21 Abs. 4 ATSG auf die Ergänzungsleistungen nicht anzuwenden. Denn diese Bestimmung beziehe sich lediglich auf die Widersetzlichkeit gegenüber einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederungsmassnahmen sowie auf mangelnde Selbsteingliederung (Urteil des Bundesgerichts 9C_326/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.2; BGE 133 V 511 E. 4.2). Die Anrechnung eines Verzichtseinkommens gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG beschlage indes weder die Behandlung noch die Eingliederung, sondern sei ein gesetzlich vorgesehenes Element der Ergänzungsleistungsbemessung. Deren Leistungen bezweckten die Deckung des Existenzbedarfs (Urteil des Bundesgerichts 9C_717/2010 vom 26. Januar 2011 E. 7.1). Einer Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG auf die Ergänzungsleistungen fehle somit ein sachlicher Zusammenhang. Gleiches muss auch für die vorliegend im Streite stehende Frage nach der Anrechnung einer Mitwirkung von Angehörigen oder Drittpersonen bei der Bauleitung im Rahmen von baulichen Anpassungen gelten.”
Eine Kürzung oder Verweigerung der Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG setzt voraus, dass die zumutbare Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahme konkret angeordnet bzw. umgesetzt worden ist. Die Sanktion bewirkt nach den zitierten Entscheiden primär zukünftige Rechtsfolgen und kommt nicht für Zeiten zur Anwendung, in denen keine konkrete Massnahme bestanden hat.
“b) Il est constant que la mesure de formation initiale octroyée par l’intimé dès le 1er août 2022 a pris fin prématurément parce que les absences et retards répétés de l’assuré ont amené l’employeur à rompre le contrat d’apprentissage, alors que de tels reproches avaient déjà fait l’objet de recadrages durant les précédentes mesures et d’un avertissement de l’intimé en mai 2022. Il convient cependant de rappeler, en premier lieu, qu’un refus ou une réduction de prestations en vertu de l’art. 21 al. 4 LPGA suppose nécessairement qu’une mesure a été concrètement mise en œuvre. La sanction n’est ainsi pas applicable aussi longtemps qu’une mesure n’a pas été ordonnée, avec pour corollaire qu’entretemps, le droit à une rente peut naître aux conditions des art. 28 et 29 LAI (cf. Michel Valterio, Commentaire de la loi fédérale sur l’assurance-invalidité [LAI], Genève-Zurich-Bâle 2018, n. 5 ad art. 7b LAI). Un avertissement préalable avec un délai adéquat pour se conformer aux attentes ou pour contester l’adéquation de la mesure étant requis, le refus ou la réduction de prestations en vertu de l’art. 21 al. 4 LPGA implique, par définition, une sanction pour l’avenir et non pour d’éventuelles prestations déjà échues. Certes, après le séjour à la S.________ durant lequel les médecins avaient attesté d’une capacité de travail de 50 % nécessitant de débuter par une activité à but thérapeutique progressive, un suivi de réadaptation ouvert en 2017 a été concrétisé par la mise en œuvre d’une mesure en mai 2018. Cette mesure avait été interrompue après quelques mois en raison du manque d’assiduité du recourant, mais celui-ci n’avait alors reçu aucun avertissement et l’intimé avait poursuivi les investigations sur le plan médical. Après dites investigations, l’intimé a entrepris un suivi de réadaptation du recourant au printemps 2021. L’intéressé a été convoqué le 28 mai 2021 pour un bilan, puis une mesure de réentraînement progressif a débuté le 14 juin 2021, suivie dès décembre 2021 d’une mesure de préparation à la formation initiale. Quand bien même l’assiduité du recourant durant cette seconde mesure n’a pas été optimale, nécessitant divers recadrages puis un avertissement formel en mai 2022, il n’en demeure pas moins qu’elle s’est achevée avec succès en juillet 2022 et qu’une mesure de formation initiale a été mise en place dès le 1er août 2022, prévue pour durer trois ans.”
“L’intéressé avait alors adapté son comportement et montré une évolution favorable, amélioration qu’il avait maintenue dans les premiers mois de son apprentissage. Des manquements de même nature avaient cependant amené l’employeur à émettre un avertissement en décembre 2022 puis à résilier le contrat d’apprentissage le 25 janvier 2023. L’intimé a précisé, en réponse aux objections émises par l’assuré à l’encontre du projet de décision, que celle-ci reposait sur une instruction complète sur le plan médical et économique. b) Il est constant que la mesure de formation initiale octroyée par l’intimé dès le 1er août 2022 a pris fin prématurément parce que les absences et retards répétés de l’assuré ont amené l’employeur à rompre le contrat d’apprentissage, alors que de tels reproches avaient déjà fait l’objet de recadrages durant les précédentes mesures et d’un avertissement de l’intimé en mai 2022. Il convient cependant de rappeler, en premier lieu, qu’un refus ou une réduction de prestations en vertu de l’art. 21 al. 4 LPGA suppose nécessairement qu’une mesure a été concrètement mise en œuvre. La sanction n’est ainsi pas applicable aussi longtemps qu’une mesure n’a pas été ordonnée, avec pour corollaire qu’entretemps, le droit à une rente peut naître aux conditions des art. 28 et 29 LAI (cf. Michel Valterio, Commentaire de la loi fédérale sur l’assurance-invalidité [LAI], Genève-Zurich-Bâle 2018, n. 5 ad art. 7b LAI). Un avertissement préalable avec un délai adéquat pour se conformer aux attentes ou pour contester l’adéquation de la mesure étant requis, le refus ou la réduction de prestations en vertu de l’art. 21 al. 4 LPGA implique, par définition, une sanction pour l’avenir et non pour d’éventuelles prestations déjà échues. Certes, après le séjour à la S.________ durant lequel les médecins avaient attesté d’une capacité de travail de 50 % nécessitant de débuter par une activité à but thérapeutique progressive, un suivi de réadaptation ouvert en 2017 a été concrétisé par la mise en œuvre d’une mesure en mai 2018.”
Bei der Invaliditätsbemessung sind Einkünfte anzurechnen, die die versicherte Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt an einer zumutbaren Stelle erzielen könnte; bei erheblicher Differenz kann auf den Tabellenlohn abgestellt werden.
“Entscheid Versicherungsgericht, 13.03.2023 Art. 18 Abs. 1 und 19 Abs. 1 UVG; Art. 21 Abs. 4 ATSG: Rentenprüfung. Eine versicherte Person muss sich gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei der Invaliditätsbemessung auch diejenigen Einkünfte als Invalideneinkommen anrechnen lassen, die sie auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt an einer zumutbaren Stelle erzielen könnte. Zwischen dem Tabellenlohn von Fr. 68'924.-- und dem tatsächlich erzielten Lohn von Fr. ___.-- besteht eine beachtliche Differenz, sodass für das Invalideneinkommen auf den Tabellenlohn abzustellen ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. März 2023, UV 2022/12). Entscheid vom 13. März 2023 Besetzung Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile Geschäftsnr. UV 2022/12 Parteien A.___, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Manfred Dähler, SwissLegal asg.advocati, Kreuzackerstrasse 9, 9000 St. Gallen, gegen Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Invalidenrente”
Lehnt eine versicherte Person eine angeordnete stationäre Therapie ab, so kann nach schriftlicher Mahnung und nach Ablauf der eingeräumten angemessenen Bedenkzeit das Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG angewendet werden; in diesem Fall kann die IV‑Rente entzogen werden.
“S. 23). Im Rahmen seiner Verpflichtung zur Schadenminderung wird sich der Beschwerdeführer einer solch stationären Therapie auf entsprechende Aufforderung der Beschwerdegegnerin zu stellen haben. Gegebenenfalls wir die Beschwerdegegnerin das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG anzuwenden und dem Beschwerdeführer die IV-Rente (vgl. E. 5 hiernach) zu entziehen haben, falls er sich diesbezüglich nicht kooperativ verhalten sollte.”
Die in Art. 21 Abs. 4 ATSG vorgesehenen Mahn‑ und Bedenkzeitvorschriften sind vor Anordnung von Leistungskürzungen oder -verweigerungen durchzuführen. Insbesondere ist eine schriftliche Mahnung mit Hinweis auf die Rechtsfolgen sowie eine angemessene Bedenkzeit erforderlich. Wird der Nachweis der Mahnung bestritten, obliegt dem Verwaltungsträger die Beweislast für deren Zustellung/Durchführung.
“Der Beschwerdeführer leistete dem Ersuchen, die genannten Unterlagen unterzeichnet zu retournieren, unbestrittenermassen nicht Folge. Mithin wird dem vorinstanzlichen Schluss, damit liege eine Verletzung der Mitwirkungspflicht vor, in der Beschwerde nichts Entscheidendes entgegen gehalten. Ebenso wenig stellt der Beschwerdeführer (substanziiert) in Abrede, dass die Beschwerdegegnerin das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG korrekt durchführte. Die pauschalen Behauptungen, die Androhung eines Aktenentscheides im Schreiben vom 28. September 2016 sei "rechtswidrig" und es liege kein gültiges Mahn- und Bedenkzeitverfahren vor, genügen offensichtlich nicht, sodass darauf nicht näher einzugehen ist (vgl. Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG). Damit ist nicht ersichtlich, inwieweit es rechtsverletzend sein soll, wenn das kantonale Gericht den Aktenentscheid der Beschwerdegegnerin als zulässig qualifiziert hat.”
“Mais l'assureur ne peut se prononcer en l'état du dossier ou refuser d'entrer en matière - le choix de l'une ou l'autre décision dépendra notamment de l'avancement de l'instruction de la cause et de ses conséquences pour l'assuré ou d'éventuels tiers intéressés -, que s'il ne lui est pas possible d'élucider les questions de faits encore ouvertes sans difficultés ni complications particulières malgré l'absence de collaboration de l'assuré (cf. ATF 108 V 231 ss, 97 V 177; MAURER, Unfallversicherungsrecht, p. 255)." (sottolineature della redattrice). Inoltre, secondo Kieser, in ATSG-Kommentar, Zurigo 2003, ad art. 43 n. 38, pag. 440, " c) Art. 43 Abs. 3 ATSG bezieht sich schliesslich lediglich auf Leistungsbegehren. Soweit die Abklärung eine Versicherungs-unterstellung oder eine Beitragsfrage betrifft, kann eine Anwendung gegebenenfalls in analoger Weise erfolgen oder es ist auf die im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehene Sanktion bzw. Folge zurückzugreifen (vgl. z.B. Art. 24 Abs. 5 AHVV betreffend die Festsetzung von Akontobeiträgen in der AHV).". A pag. 441, n. 40 ad art. 43, l'autore afferma ancora: " Die in Art. 43 Abs. 3 ATSG vorgesehenen Sanktionen können erst nach Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens angeordnet werden (vgl. dazu BBl 1999 4600). Dieses entspricht demjenigen, welches nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen ist (vgl. für näheres ATSG-Kommentar, Art. 21 Rz. 68 ff.). Es handelt sich um eine ausnahmslos zu beachtende Verfahrensregel, und es kann auch nicht davon abgewichen werden, wenn die betreffende Person zu erkennen gibt, dass sie der ihr obliegenden Pflicht jedenfalls nicht nachkommen will (vgl. BGE 122 V 219 f. in analoger Anwendung; vgl. ferner SVR 1998 UV Nr. 1 sowie Maeschi, Kommentar, Rz. 20 zu Art. 87 MVG). Dabei obliegt dem Verwaltungs-träger die Beweislast, wenn der Nachweis der Mahnung strittig ist (vgl. dazu SVR 1995 IV Nr. 41). Die zu erlassende Mahnung hat keinen Verfügungscharakter; denn sie betrifft nicht eine durch-setzbare Rechtspflicht, sondern eine Obliegenheit der Partei (vgl. SVR 1998 UV Nr. 1).". In sostanza l'amministrazione, quando deve effettuare degli atti istruttori, può decidere in base agli atti solo se non può accertare in alcun modo i fatti determinanti e dopo aver diffidato l'assicurato per iscritto, avvertendolo delle conseguenze giuridiche e impartendogli un adeguato termine di riflessione.”
“Al contrario, una decisione materiale in base agli atti può essere pronunciata solo quando la fattispecie rilevante giuridicamente non si può chiarire ulteriormente e in misura sufficiente indipendentemente dal provvedimento di accertamento che l’assicurato senza validi motivi rifiuta di dar seguito (cfr. anche DTF 9C_553/2016 del 17 novembre 2015). Inoltre, secondo Kieser (op. cit, ad art. 43 n. 101, pag. 780): " c) Art. 43 Abs. 3 ATSG bezieht sich schliesslich lediglich auf Leistungsbegehren. Soweit die Abklärung eine Versicherungs-unterstellung oder eine Beitragsfrage betrifft, kann eine Anwendung gegebenenfalls in analoger Weise erfolgen oder es ist auf die im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehene Sanktion bzw. Folge zurückzugreifen (vgl. z.B. Art. 24 Abs. 5 AHVV betreffend die Festsetzung von Akontobeiträgen in der AHV).". A pag. 780, n. 104, il medesimo autore afferma ancora: " Die in Art. 43 Abs. 3 ATSG vorgesehenen Sanktionen können erst nach Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens angeordnet werden (vgl. dazu BBl 1999 4600; I 988/06 und SVR 2008 IV Nr. 17. I 677/05 E. 5.2). Dieses Verfahren entspricht demjenigen, welches nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen ist (vgl. für näheres ATSG-Kommentar, Art. 21 Rz. 147 ff.). Es handelt sich um eine ausnahmslos zu beachtende Verfahrensregel, und es kann auch nicht davon abgewichen werden, wenn die betreffende Person zu erkennen gibt, dass sie der ihr obliegenden Pflicht jedenfalls nicht nachkommen will (vgl. BGE 122 V 219 f. in analoger Anwendung; vgl. ferner SVR 1998 UV Nr. 1 sowie Maeschi, Kommentar, Rz. 20 zu Art. 87 MVG). Dabei obliegt dem Verwaltungs-träger die Beweislast, wenn der Nachweis der Mahnung strittig ist (vgl. dazu SVR 1995 IV Nr. 41). Die zu erlassende Mahnung hat keinen Verfügungscharakter; denn sie betrifft nicht eine durchsetzbare Rechtspflicht, sondern eine Obliegenheit der Partei (vgl. SVR 1998 UV Nr. 1).". L'art. 43 cpv. 3 LPGA prevede infatti due possibili sanzioni: l'assicuratore può decidere in base agli atti di cui dispone oppure può chiudere l’istruttoria e decidere di non entrare in materia sulla richiesta di prestazioni (Kieser, op. cit., all’art. 43 n.”
Eine Rückwirkung ist beschränkt: Kürzungen oder Verweigerungen gestützt auf Art. 21 Abs. 4 dürfen nur für Leistungen ab dem Zeitpunkt des betreffenden (allenfalls erneuten) Missverhaltens erfolgen; zuvor erbrachte oder vor diesem Zeitpunkt begründete Leistungsansprüche bleiben unberührt.
“L’intéressé a été convoqué le 28 mai 2021 pour un bilan, puis une mesure de réentraînement progressif a débuté le 14 juin 2021, suivie dès décembre 2021 d’une mesure de préparation à la formation initiale. Quand bien même l’assiduité du recourant durant cette seconde mesure n’a pas été optimale, nécessitant divers recadrages puis un avertissement formel en mai 2022, il n’en demeure pas moins qu’elle s’est achevée avec succès en juillet 2022 et qu’une mesure de formation initiale a été mise en place dès le 1er août 2022, prévue pour durer trois ans. Ce n’est qu’au cours de cette troisième mesure que les manquements du recourant sont réapparus et ont eu pour conséquence l’interruption précoce de la formation initiale. Il en découle que les manquements reprochés au recourant dans la décision du 6 octobre 2023 concernent exclusivement l’échec en janvier 2023 de la mesure débutée en août 2022. En conséquence, seules les prestations auxquelles il pourrait prétendre dès janvier 2023 peuvent être restreintes ou supprimées en vertu de l’art. 21 al. 4 LPGA, non les prestations antérieures. Or, dans la décision litigieuse, l’intimé a fait valoir que l’instruction de la demande de prestations avait été complète sur le plan médical en se référant à l’avis SMR du 6 octobre 2023. Dans cet avis, le SMR s’est pour sa part fondé sur l’expertise pluridisciplinaire rendue le 17 novembre 2020 par les spécialistes d’I.________ et le complément du 22 décembre 2020. En se ralliant aux conclusions des experts d’I.________, l’intimé a implicitement admis que le recourant a présenté une incapacité de travail totale de mars 2016 à mai 2018, puis une incapacité de travail de 50 % jusqu’en novembre 2020, date à partir de laquelle la capacité de travail devait être considérée comme entière pour autant que l’activité comprenne un accompagnement à la réinsertion. Compte tenu du dépôt de la demande de prestations en mars 2017 et de l’incapacité de travail totale admise par l’intimé dès mars 2016, puis de 50 % dans toute activité dès mai 2018, il est manifeste qu’un droit à la rente a pu prendre naissance dans le courant de l’année 2017 conformément aux art.”
Suchtstörungen/Abstinenz: Ein Verlangen nach vollständiger Abstinenz (Sevrage) darf nicht als Bedingung für das formelle Eintreten auf ein Leistungsbegehren bzw. als Mitwirkungsvoraussetzung im Abklärungsverfahren gestellt werden. Eine Entzugsbehandlung kann jedoch im Rahmen der Schadenminderungspflicht (Art. 21 Abs. 4 ATSG) angeordnet werden; die Missachtung solcher schadenmindernder Auflagen kann allenfalls zu vorübergehender oder dauernder Kürzung bzw. Verweigerung von Leistungen führen.
“Avec cette nouvelle jurisprudence, une sommation visant un sevrage ne peut plus être formulée, tant en ce qui concerne les addictions primaires que secondaires, que dans le contexte de la diminution du dommage qui exclut la sanction du refus d'entrer en matière qui n'est pas prévue par les art. 21 al. 4 LPGA et 7b al. 1 LAI (dans ce sens, voir TF 9C_309/2019 du 7 novembre 2019 c. 4.2.2). Cette nouvelle jurisprudence s'applique en principe directement et pour tous les cas qui sont pendants au moment du changement (voir TF 9C_309/2019 du 7 novembre 2019 c. 4.1 avec la référence; VGE 200.2019.572.IV du 21 août 2020 c. 2.2.2). Il découle de ce qui précède que la nécessité de faire la distinction entre dépendance primaire ou secondaire n'a plus lieu d'être pour juger du caractère invalidant de l'ensemble des troubles, une violation de l'obligation de sevrage dans un but d'instruction ne pouvant justifier un refus d'entrer en matière. Une cure de sevrage peut toutefois être envisagée sous l'angle de l'obligation de diminuer le dommage, dont la violation peut entraîner une réduction ou un refus des prestations (art. 7 al. 1 et al. 2 let. d LAI en lien avec art. 21 al. 4 LPGA; TF 9C_309/2019 du 7 novembre 2019 c. 4.2.2 in fine). 6 6.1 En l'espèce, sur un plan formel, il ressort du dossier que l'intimé, par courrier du 4 mai 2017, a demandé au recourant de collaborer au sens de l'art. 43 al. 3 LPGA et de se conformer aux recommandations de l'expert, à savoir un traitement neuroleptique sous l'égide d'un psychiatre et, notamment, une abstinence au cannabis pendant une durée d'au moins six mois en prouvant l'abstinence par des tests de laboratoire. L'intimé a indiqué les conséquences d'une éventuelle non-collaboration de la part de l'assuré. Ce dernier s'est déclaré d'accord de collaborer par appel téléphonique du 6 juin 2017. Par la suite, l'intimé a rappelé à plusieurs reprises au recourant son devoir de collaborer et lui a en plus, par préorientation du 25 juin 2018, indiqué qu'il projetait effectivement de ne pas entrer en matière sur la demande de prestations pour défaut de collaboration. A cela s'ajoute qu'en 2016, l'intimé lui avait déjà rendu une décision de non-entrée en matière pour défaut de collaboration.”
“Wie bei den sekundären Suchtgeschehen ist demnach neu auch bei primären Abhängigkeitssyndromen die Anordnung einer Entzugsbehandlung im Vorfeld einer Begutachtung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren nicht statthaft, würde damit doch die Qualifikation des Suchtgeschehens und seiner erwerblichen Auswirkungen als zum vornherein invalidenversicherungsrechtlich irrelevant und deshalb auszuscheiden vorweggenommen. Wie es sich damit verhält, ist indes nach dem Gesagten im Abklärungsverfahren erst zu untersuchen. Demgegenüber darf eine Entzugsbehandlung als Behandlungsmassnahme (zur Qualifikation als Leidensbehandlung (vgl. Urteil 9C_218/2007 vom 19. November 2007 E. 2.4) - sofern im konkreten Fall zumutbar - selbstredend (unverändert) jederzeit zur Schadenminderung angeordnet werden (BGE 145 V 215 E. 8.2 S. 230; 9C_370/2013 E. 4.2.1; sowie Urteil 9C_914/2010 vom 2. Dezember 2010 E. 3). Eine Verletzung von Schadenminderungspflichten berechtigt die Verwaltung indes nicht zum Nichteintreten auf das Leistungsersuchen, sondern allenfalls zur Kürzung oder Verweigerung von Leistungen (Art. 7 Abs. 1 sowie Abs. 2 lit. d IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des Bundesgerichts 9C_309/2019 vom 7. November 2019 E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen).”
“Ces conclusions, tant sur le plan des diagnostics que de l'exigibilité d'une activité adaptée et de la capacité de travail, se fondent sur une connaissance approfondie de la situation médicale de l'assuré par le biais tant des avis médicaux antérieurs que des éléments rapportés à l'anamnèse et des plaintes subjectives exprimées, et restituent de manière claire l'ensemble des faits qui s'en dégagent. Les conclusions des experts sont détaillées, bien étayées, s'avèrent logiques et concluantes et ne laissent pas apparaître d'éléments permettant de soupçonner des contradictions intrinsèques ou des lacunes lors de la genèse de l'expertise. Elles ont par ailleurs été élaborées à la lumière des critères de classification, des motifs d'exclusion et des indicateurs définis par la jurisprudence, applicables à l'évaluation du caractère invalidant des troubles psychiques (voir ci-dessus c. 2.2.3). L'exigence d'un sevrage à l'alcool dans le contexte de l'obligation de diminuer le dommage, au sens de l'art. 21 al. 4 LPGA (SVR 2020 IV n° 11 c. 4.2.2), a été relevée par les experts, qui considèrent qu'un tel traitement ferait disparaître la diminution de rendement de 20% qu'ils ont retenue en raison de l'abus de la consommation d'alcool. 6.2 Le résultat auquel parvient l'expertise pluridisciplinaire, reprise à son compte par l'intimé, se défend également sous un angle juridique. 6.2.1 Dans un arrêt du 11 juillet 2019 (ATF 145 V 215), le TF a changé sa pratique concernant le droit à des prestations de l'AI en cas de toxicomanie. Jusqu'alors, selon une jurisprudence constante, la dépendance, qu'elle eût pris la forme de l’alcoolisme, de la pharmacodépendance ou de la toxicomanie, ne constituait pas en soi une invalidité au sens de la loi, mais jouait un rôle dans l'AI lorsqu'elle avait provoqué une maladie ou un accident qui entraînait une atteinte à la santé physique, mentale ou psychique nuisant à la capacité de gain, ou si elle résultait elle-même d'une atteinte à la santé physique, mentale ou psychique qui avait valeur de maladie (ATF 124 V 265 c.”
“Dabei könne und müsse im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden. Diesem komme nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängigkeitserkrankungen — wie auch bei anderen psychischen Störungen — oft eine Gemengelage aus krankheitswertiger Störung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorliege. Letztere seien auch bei Abhängigkeitserkrankungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen würden. Weiter wurde im Urteil festgehalten, dass auch bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms die Schadenminderungspflicht (Art. 7 IVG) zur Anwendung komme, so dass von der versicherten Person etwa die aktive Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen verlangt werden könne (Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Komme sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhalte sie willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, sei nach Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich. Diese neue Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_259/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 5.1 mit Hinweis; BGE 147 V 234 E. 2.2).”
Bei unentschuldigter Verweigerung oder mangelnder Mitarbeit kann die IV‑Behörde das Verfahren gestützt auf die Akten abschliessen oder in der Aktenlage entscheiden. Voraussetzung ist, dass die Behörde zuvor alles unternommen hat, was vernünftigerweise zur Abklärung erforderlich war. Werden Leistungen bereits ausgerichtet und verhindert das Verhalten des Versicherten die Feststellung der relevanten Tatsachen, kommt eine Umkehr des Beweislastverhältnisses zugunsten der Verwaltung in Betracht.
“Si le principe inquisitoire dispense les parties de l'obligation de prouver, il ne les libère pas du fardeau de la preuve, dans la mesure où, en cas d'absence de preuve, c'est à la partie qui voulait en déduire un droit d'en supporter les conséquences (TF 9C_91/2017 du 8 septembre 2017 consid. 3.1). b) Selon l’art. 43 al. 3 LPGA, l’assureur qui se heurte à un refus inexcusable de renseigner ou de collaborer peut soit se prononcer en l’état du dossier, soit clore l’instruction et décider de ne pas entrer en matière sur la demande de prestations. Avant de conclure à l’impossibilité d’établir les faits, l’assureur doit, conformément au principe inquisitoire, entreprendre tout ce qui est raisonnablement exigible pour recueillir les moyens de preuve utiles (Jacques Olivier Piguet, in Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018, n. 46 ad art. 43 LPGA). L’art. 43 al. 3 LPGA règle les conséquences procédurales, lorsque la personne assurée ou toute autre personne concernée par une demande de prestations refuse de manière inexcusable de se conformer à son obligation de renseigner ou de collaborer à l’instruction. Cette disposition a une portée générale et concerne – sous réserve de l’art. 21 al. 4 LPGA relatif au défaut de collaboration en cas de soustraction ou d’opposition à un traitement ou à une mesure de réinsertion professionnelle – l’ensemble des incombances de collaborer prévues dans la LPGA (Jacques Olivier Piguet, op. cit., n. 50 ad art. 43 LPGA). 5. La notification doit permettre au destinataire de prendre connaissance de la décision et, le cas échéant, de faire usage des voies de droit ouvertes à son encontre. On considère que la décision est notifiée, non pas au moment où le destinataire en prend connaissance, mais le jour où elle est dûment communiquée ; s’agissant d’un acte soumis à réception, la notification est réputée parfaite au moment où la décision entre dans la sphère de puissance de son destinataire (TF 9C_413/2011 du 15 mai 2012 consid. 4.2 et les références). La présomption de notification d’une décision quelques jours après son envoi sous pli simple est contraire au principe selon lequel le fardeau de la preuve de la notification et de la date de celle-ci incombe à l’autorité qui entend en tirer une conséquence juridique (ATF 136 V 295 consid.”
“2 LPGA, quiconque fait valoir son droit à des prestations doit fournir gratuitement tous les renseignements nécessaires pour établir ce droit et fixer les prestations dues. Aux termes de l'art. 43 LPGA, l'assureur examine les demandes, prend d'office les mesures d'instruction nécessaires et recueille les renseignements dont il a besoin (al. 1, 1ère phrase). L'assuré doit se soumettre à des examens médicaux ou techniques si ceux-ci sont nécessaires à l'appréciation du cas et qu'ils peuvent être raisonnablement exigés (al. 2). Si l'assuré ou d'autres requérants refusent de manière inexcusable de se conformer à leur obligation de renseigner ou de collaborer à l'instruction, l'assureur peut se prononcer en l'état du dossier ou clore l'instruction et décider de ne pas entrer en matière. Il doit leur avoir adressé une mise en demeure écrite les avertissant des conséquences juridiques et leur impartissant un délai de réflexion convenable (al. 3). L'art. 7b al. 1 LAI prévoit que les prestations peuvent être réduites ou refusées conformément à l'art. 21 al. 4 LPGA si l'assuré a manqué aux obligations prévues à l'art. 43 al. 2 LPGA. L’art. 21 al. 4 LPGA prévoit la possibilité pour l’assureur de réduire ou de refuser temporairement ou définitivement les prestations si l’assuré se soustrait, s’oppose ou ne participe pas spontanément – dans les limites de ce qui peut être exigé de lui – à un traitement ou à une mesure de réinsertion professionnelle raisonnablement exigible et susceptible d’améliorer notablement sa capacité de travail ou d’offrir une nouvelle possibilité de gain. 4.2 Selon la jurisprudence, l'application de l'art. 43 al. 3 LPGA dans un cas où des prestations sont en cours et où l'assuré qui les perçoit refuse de manière inexcusable de se conformer à son devoir de renseigner ou de collaborer à l'instruction de la procédure de révision, empêchant par là que l'organe d'exécution de l'assurance-invalidité établisse les faits pertinents, suppose que le fardeau de la preuve soit renversé. En principe, il incombe bien à l'administration d'établir une modification notable des circonstances influençant le degré d'invalidité de l'assuré, si elle entend réduire ou supprimer la rente.”
Die versicherte Person ist verpflichtet, zumutbare Massnahmen zur Minderung der wirtschaftlichen Folgen ihrer Gesundheitsschädigung zu ergreifen, insbesondere die verbleibende Erwerbsfähigkeit in anderen Tätigkeiten zu prüfen und nötigenfalls eine realistische neue Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Dabei sind nur solche Anforderungen zulässig, die unter Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Umstände (z. B. Restarbeitsfähigkeit, Alter, berufliche Situation, Bindungen am Wohnort, Arbeitsmarkt, voraussichtliche Dauer der Tätigkeit) als zumutbar gelten; das Zumutbarkeitsprinzip darf nicht unverhältnismässig oder überstreng angewendet werden.
“-), ha dato luogo a una perdita di guadagno (grado d'invalidità) del 38,49% per la quota parte salariata. Considerato l'impedimento del 31% nello svolgere le mansioni di casalinga, l'Ufficio AI ha quindi considerato che il grado di invalidità parziale per la quota parte salariata del 34,64% (90% [percentuale di lavoro come salariata] x 38,49% [impedimento come salariata]) va a sommarsi al grado AI parziale del 3,10% per la quota parte di casalinga (10% [percentuale lavorativa come casalinga] x 31% [impedimento come casalinga]) e quindi si ottiene un grado AI totale del 37,74%, inferiore al minimo del 40% dell'art. 28 LAI anche dopo arrotondamento al 38%. Riconosciuto il valore invalidante della malattia reumatica infiammatoria (spondiloartropatia), occorre ora verificare, dal profilo economico, le conseguenze del danno alla salute subìto. 2.11. L'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
“Questo importo corrisponde in effetti, come ha sostenuto l'amministrazione, al salario massimo che l'assicurata ha percepito nell'intera sua carriera lavorativa. Certo, gli incassi di Fr. 50'710.- e di Fr. 49'122.- sono avvenuti trent'anni fa, nel 1994 e nel 1995, peraltro solo per due anni e per un'attività esercitata verosimilmente a tempo pieno eseguendo un lavoro, il trasporto infermieristico, che sicuramente richiedeva più impegno, più responsabilità, più competenze e conoscenze rispetto a tutte le altre attività che essa ha svolto nella sua vita professionale. Secondo il TCA, questi redditi non sono dunque sufficientemente rappresentativi per dover calcolare il reddito da valida della ricorrente basandosi sul valore centrale della tabella TA1 2020 anziché sullo specifico ramo economico. 2.9. Riguardo al reddito da invalido, l'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
“122; JEAN-LOUIS DUC, De l'obligation des assurés non-actifs de diminuer le dommage dans l'assurance-invalidité, PJA 2014, p. 1035). Les auteurs cités par la recourante n'apportent cependant aucun élément nouveau qui n'aurait pas déjà été discuté et écarté par le Tribunal fédéral. De même, mise à part son désaccord avec la jurisprudence, la recourante ne met pas en évidence de motifs sérieux et objectifs qui, dans l'intérêt de la sécurité du droit, imposeraient de procéder à un changement de jurisprudence (consid. 5.2 infra). Singulièrement, elle n'établit nullement que l'obligation de réduire le dommage, en tant que principe général ancré à l'art. 7 al. 1 LAI, entraînerait une discrimination directe ou indirecte des femmes s'occupant de leur ménage. Elle omet en particulier le fait que la jurisprudence exige des organes de l'assurance-invalidité que ce principe ne soit pas appliqué de manière trop stricte, voire excessive ou disproportionnée (ATF 141 V 642 consid. 4.3.2; BRUNNER/VOLLENWEIDER, in Commentaire bâlois, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, n° 65 ad art. 21 LPGA; BÉATRICE DESPLAND, L'obligation de diminuer le dommage en cas d'atteinte à la santé, 2012, p. 102 ch. 3.2.2.2).”
In den in den Entscheidungen genannten Fällen kann von Art. 21 Abs. 4 ATSG abgewichen und die Kürzung oder Verweigerung von Geldleistungen ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren angeordnet werden, namentlich bei Pflichtverletzungen nach Art. 7 oder Art. 43 Abs. 2 ATSG (z. B. ausbleibende Anmeldung trotz Aufforderung gemäss Art. 3c Abs. 6, Verletzung der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1, Nichterteilung benötigter Auskünfte, rechtswidrig erlangte Leistungen). Beim Entscheid sind alle Umstände des Einzelfalls, insbesondere das Ausmass des Verschuldens, zu berücksichtigen. Hilflosenentschädigungen werden nicht gekürzt oder verweigert.
“4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
“4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
“4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
“4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
“4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
“4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
Die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gilt nur, solange zwischen dem verweigenden Verhalten und dem Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Ergibt die Versicherte ein verändertes Verhalten (z. B. Aufnahme einer regelmässigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und Erbringung von Abstinenznachweisen), ist die Verwaltung verpflichtet, ein neues Gesuch bzw. die Eingliederungsmassnahmen erneut zu prüfen; daraus folgt nicht automatisch, dass die Sanktion bereits mit Beginn der Mitwirkung als aufgehoben gilt, sondern dass ihre Begründetheit neu zu beurteilen ist.
“Eine regelmässige psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung und der Cannabisentzug wurden bereits von der Klinik C____ ausdrücklich empfohlen und ein stationäres Setting mit der Beschwerdeführerin besprochen (vgl. Bericht vom 20.04.2020 IV-Akte 19, S. 4). Wie bereits ausgeführt, ist nach der Rechtsprechung die fortgesetzte Krankheitsbehandlung in aller Regel eine jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenminderung. 4.6. Ebenfalls erfüllt ist vorliegend das Erfordernis der Wirksamkeit der Auflagen. Es darf zweifellos davon ausgegangen werden, dass die Anordnungen, denen die Versicherte nicht Folge leistete, zu einer erfolgreichen Eingliederung ins Erwerbsleben beigetragen bzw. die Chancen hierfür gesteigert hätten. Somit ist auch der Kausalzusammenhang zwischen dem Nichtbefolgen der schadenmindernden Auflagen und dem Nichterreichen der angestrebten Eingliederungsziele gegeben. 4.7. Schliesslich hat die Beschwerdegegnerin mit Einschreiben vom 17. August 2021 auch das für eine Leistungseinstellung bzw. Leistungsaufhebung vorgeschriebene Mahn- und Bedenkzeitverfahren eingehalten (IV-Akte 48). 4.8. Abschliessend bleibt zu ergänzen, dass die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG sowie Art. 7b Abs. 1 IVG nur so lange greifen kann, als zwischen Verhaltensweise und Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. In diesem Sinne hat die Beschwerdegegnerin ein allfälliges neues Gesuch der Versicherten um Gewährung von Eingliederungsmassnahmen neu zu prüfen, sofern die Versicherte ihre Verhaltensweise in Richtung aktive Mitwirkung ändert, eine regelmässige psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung aufnimmt und den Nachweis einer Cannabisabstinenz mittels entsprechender Laborkontrollen erbringt. Ebenfalls sollten die Eingliederungsmassnahmen von Amtes wegen wieder geprüft werden, wenn sich eine entsprechende Empfehlung aus den medizinischen Abklärungen betreffend die Rente ergibt. 4.9. Im Ergebnis ist die Einstellung der Eingliederungsmassnahmen in der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 19. November 2021 nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist somit in diesem Punkt als unbegründet abzuweisen. 5. 5.1. Zusammenfassend ist die Beschwerde insofern teilweise gutzuheissen, als dass die Verfügung vom 19.”
Eine Kürzung oder Verweigerung nach Art. 21 Abs. 4 ATSG setzt voraus, dass die versäumte oder abgelehnte Massnahme zumutbar war und geeignet gewesen wäre, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit herbeizuführen (es genügt eine gewisse Wahrscheinlichkeit des Erfolgs). Die Pflichtverletzung muss unentschuldbar sein; beim Entscheid sind das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person und das Verhältnismässigkeitsprinzip zu berücksichtigen.
“Die versicherte Person ist grundsätzlich so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungspflicht wahrgenommen hätte (Urteil des Bundesgerichts 8C_345/2022 vom 12. Oktober 2022 E. 5.4.2.). Leistungen, welche bei gesetzeskonformem Verhalten dennoch zu erbringen wären, dürfen nicht gekürzt oder verweigert werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_830/2012 vom 13. März 2013 E. 2.2). 3.1.2. Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch auf die Invalidenversicherung anwendbar (vgl. Art. 1 IVG), wird aber im IVG wie folgt ergänzt: Gemäss Art. 7 Satz 1 IVG muss die versicherte Person an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Gemäss Art. 7a IVG gilt als zumutbar jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die Leistungen können nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person insbesondere den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist (Art. 7b Abs. 1 IVG). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG). 3.1.3. Zusammenfassend setzt eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Darüber hinaus muss diese Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken (vgl. u.a. das Urteil des Bundesgerichts 8C_865/2017 vom 19. Oktober 2018 E. 3.3.). Voraussetzung der Sanktion ist zudem auch, dass die Verletzung der Schadenminderungspflicht in unentschuldbarer Weise erfolgte. Ausdrücklich zu wiederholen ist hier Art.”
“Anders verhält es sich, wenn die Verletzung der Mitwirkungspflicht auf entschuldbaren Gründen beruht, etwa, weil sie der versicherten Person nicht zugerechnet werden kann, da sie krankheitshalber oder aus anderen Gründen nicht in der Lage war, ihren Pflichten nachzukommen (vgl. u.a. das Urteil des Bundesgerichts 8C_994/2009 vom 22. März 2010 E. 5.2). 3.5. 3.5.1. Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht, wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehrungen verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22, 28 E. 4a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.5.2. Die Schadenminderungspflicht wird in Art. 21 Abs. 4 ATSG und Art. 7 IVG konkretisiert. Danach muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit und den Eintritt der Invalidität zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie ist verpflichtet, aktiv an allen zumutbaren Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, worunter insbesondere medizinische Behandlungen, Integrationsmassnahmen, berufliche Massnahmen und Massnahmen zur Wiedereingliederung fallen (vgl. zum Ganzen Patrick Fässler, Schadenminderungsauflagen und Leistungsverweigerung im Abklärungsverfahren? in: SZS 62/2017 S. 137 ff., insbesondere S. 157 f.). 3.5.3. Dieser Grundsatz der Schadenminderungspflicht konkretisiert sich unter anderem darin, dass die IV-Stellen der versicherten Person im Zusammenhang mit einer Leistung, z.B. einer Rente, Auflagen machen können. Damit fordern sie die versicherte Person zu einer bestimmten Verhaltensweise auf, welche nach Beurteilung der IV-Stellen geeignet ist, den versicherungsrechtlichen Schaden zu mindern (z.”
“Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind sodann alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG). Zudem ist bei der Festlegung der Sanktion dem Verhältnismässigkeitsprinzip Beachtung zu schenken (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich 2020, Art. 21 N 157). 3.4. Die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt nicht nur die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Die Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, muss darüber hinaus auch geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine - je nach den Umständen zu konkretisierende - gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. Zu ergänzen bleibt, dass die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG nur so lange greifen kann, als zwischen Verhaltensweise und Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Entschliesst sich die versicherte Person, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt für die Zukunft der Kausalzusammenhang grundsätzlich dahin. Deshalb ist ab diesem Zeitpunkt und mit Wirkung für die Zukunft zu prüfen, ob auf die bisherige Kürzung bzw. Verweigerung der Leistung zurückzukommen ist (Ueli Kieser, a.a.O., Art. 21 N 164). 3.5. Wenn sich die Erwerbsfähigkeit durch eine noch nicht ausgeschöpfte medizinische Behandlung weiter verbessern lässt, bedarf es einer entsprechenden Auflage und eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens, bevor eine (Renten-)Leistung verweigert werden kann (Patrick Fässler, Schadenminderungsauflagen und Leistungsverweigerung im Abklärungsverfahren? in: SZS 02/2017 S. 137 ff., S. 157). 4. 4.1. Der Beschwerdeführer bestreitet die Zumutbarkeit der Psychotherapie (Beschwerde, S. 7). Insbesondere lässt er in der Beschwerde vorbringen, dass er die Behandlung bei Dr.”
Ergibt sich, dass die einzig zumutbare Tätigkeit derart eingeschränkt ist, dass sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt praktisch unbekannt ist oder nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden könnte, kann die Verwertung der Resterwerbsfähigkeit im Einzelfall als ausgeschlossen gelten.
“16 ATSG kann besonders dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nunmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_326/2016 vom 25. Juli 2016 E. 4.2.1). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (vgl. BGE 110 V 273 E. 4b; AHI 1998 S. 291 E. 3b). Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der von der versicherten Person auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des EVG vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).”
“16 ATSG kann besonders dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nunmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_326/2016 vom 25. Juli 2016 E. 4.2.1). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (vgl. BGE 110 V 273 E. 4b; AHI 1998 S. 291 E. 3b). Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der von der versicherten Person auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des EVG vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).”
Nach Zugang der schriftlichen Mahnung kann für eine Sanktion grundsätzlich auch grobfahrlässiges Verhalten ausreichen; grundsätzlich wird jedoch (eventual-)Vorsatz verlangt.
“Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Prinzipiell muss ein (eventual-)vorsätzliches Verhalten der betroffenen Person vorliegen, wobei nach Zugang der Mahnung eine grobfahrlässige Vorgehensweise ausreichen dürfte (Entscheid des BGer vom 11. August 2010, 8C_311/2010, E. 4). Jedoch fordert Art. 7 Abs. 2 IVG über Art. 21 Abs. 4 ATSG hinaus die aktive Teilnahme an den Massnahmen (BGE 145 V 2 E. 4.2.2 S. 9).”
“Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Prinzipiell muss ein (eventual-)vorsätzliches Verhalten der betroffenen Person vorliegen, wobei nach Zugang der Mahnung eine grobfahrlässige Vorgehensweise ausreichen dürfte (Entscheid des BGer vom 11. August 2010, 8C_311/2010, E. 4). Jedoch fordert Art. 7 Abs. 2 IVG über Art. 21 Abs. 4 ATSG hinaus die aktive Teilnahme an den Massnahmen (BGE 145 V 2 E. 4.2.2 S. 9).”
Die Rechtsprechung geht davon aus, dass – mangels Kriterien für eine den Gleichbehandlungsanforderungen genügende Differenzierung – während eines Straf- oder Massnahmenvollzugs ausnahmslos alle Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter zu sistieren sind. Dass der Staat während der Haft Kost und Logis übernimmt, rechtfertigt nach dieser Rechtsprechung keine abweichende Behandlung, da damit laufende übrige Unkosten (z. B. Miete, Krankenversicherungsprämien) nicht ausgeglichen würden.
“Der Invaliditätsgrad bleibt von einem Haftantritt unberührt. Auch der in der Rechtsprechung wiederholt erwähnte Umstand, dass der Staat während der Dauer einer Haftstrafe für den Unterhalt der inhaftierten Person aufkomme, kann keine unterschiedliche Behandlung rechtfertigen, denn das mag zwar für Kost und Logis zutreffen, aber nicht für die übrigen laufenden Unkosten der invaliden Person. Gerade während einer nur relativ kurzen Haftstrafe wird die invalide Person nicht umhin kommen, ihre Wohnungsmiete, die Prämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, die Steuern etc. weiter zu bezahlen. Für diese Unkosten kommt der Staat während einer Haftstrafe nicht auf. Aus der Sicht der invaliden Person ändert sich folglich mit einem Haftantritt weder auf der Einnahmen- noch auf der Ausgabenseite etwas; ihr Leistungsbedarf bleibt unverändert. Die Sistierung der Rente für die Dauer des Strafvollzugs lässt sich deshalb nicht mit dem im Art. 8 BV verankerten Gleichbehandlungsgebot in Übereinstimmung bringen, weshalb der Art. 21 Abs. 5 ATSG an sich als verfassungswidrig qualifiziert werden müsste. Der Art. 190 BV verpflichtet aber die rechtsanwendenden Behörden und die Gerichte zur Anwendung der Bundesgesetze, was bedeutet, dass der Art. 21 Abs. 5 ATSG ungeachtet seiner Verfassungskonformität angewendet werden muss. Die Auslegung dieser Bestimmung muss aber so verfassungskonform und damit auch so rechtsgleich wie möglich erfolgen. Da es also Fälle geben muss, in denen eine Rente oder eine andere Geldleistung mit Erwerbsersatzcharakter zu sistieren ist, und da es keine Kriterien zur (dem Gleichbehandlungsgebot genügenden) Unterscheidung einzelner Fallkonstellationen gibt, kann die möglichst rechtsgleiche Behandlung nur darin bestehen, ausnahmslos alle Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter während der Dauer eines Strafvollzugs zu sistieren (vgl. SVR 2018 IV Nr. 41). Der Beschwerdeführer hat im September 2013 einen Massnahmenvollzug angetreten, weshalb die Rente mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2013 zu sistieren ist. Bis zur Eröffnung der angefochtenen Verfügung vom 28.”
“Auch der in der Rechtsprechung wiederholt erwähnte Umstand, dass der Staat während der Dauer einer Haftstrafe für den Unterhalt der inhaftierten Person aufkomme, kann keine unterschiedliche Behandlung rechtfertigen, denn das mag zwar für Kost und Logis zutreffen, aber nicht für die übrigen laufenden Unkosten der invaliden Person. Gerade während einer nur relativ kurzen Haftstrafe wird die invalide Person nicht umhin kommen, ihre Wohnungsmiete, die Prämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, die Steuern etc. weiter zu bezahlen. Für diese Unkosten kommt der Staat während einer Haftstrafe nicht auf. Aus der Sicht der invaliden Person ändert sich folglich mit einem Haftantritt weder auf der Einnahmen- noch auf der Ausgabenseite etwas; ihr Leistungsbedarf bleibt unverändert. Die Sistierung der Rente für die Dauer des Strafvollzugs lässt sich deshalb nicht mit dem im Art. 8 BV verankerten Gleichbehandlungsgebot in Übereinstimmung bringen, weshalb der Art. 21 Abs. 5 ATSG an sich als verfassungswidrig qualifiziert werden müsste. Der Art. 190 BV verpflichtet aber die rechtsanwendenden Behörden und die Gerichte zur Anwendung der Bundesgesetze, was bedeutet, dass der Art. 21 Abs. 5 ATSG ungeachtet seiner Verfassungskonformität angewendet werden muss. Die Auslegung dieser Bestimmung muss aber so verfassungskonform und damit auch so rechtsgleich wie möglich erfolgen. Da es also Fälle geben muss, in denen eine Rente oder eine andere Geldleistung mit Erwerbsersatzcharakter zu sistieren ist, und da es keine Kriterien zur (dem Gleichbehandlungsgebot genügenden) Unterscheidung einzelner Fallkonstellationen gibt, kann die möglichst rechtsgleiche Behandlung nur darin bestehen, ausnahmslos alle Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter während der Dauer eines Strafvollzugs zu sistieren (vgl. SVR 2018 IV Nr. 41). Der Beschwerdeführer hat im September 2013 einen Massnahmenvollzug angetreten, weshalb die Rente mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2013 zu sistieren ist. Bis zur Eröffnung der angefochtenen Verfügung vom 28. Februar 2019 hat er sich weiterhin im Massnahmenvollzug befunden. Das Gleichbehandlungsgebot zwingt aus den oben dargelegten Gründen dazu, die Lockerungen des Massnahmenvollzugs und den Antritt einer Arbeitsstelle zu ignorieren.”
Soweit die Quellen dies vorsehen, können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne vorgängiges Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden. In den übrigen Fällen — namentlich bei Verletzung der Mitwirkungspflicht bei Abklärungen — ist dagegen das Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren durchzuführen, bevor Sanktionen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG angewandt werden.
“Das bedeutet, dass eine Verletzung der Pflicht, bei medizinischen Untersuchungen umfassend mitzuwirken, erst nach der erfolglosen Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens durch eine Kürzung oder Verweigerung der anbegehrten Leistung geahndet werden darf (vgl. zum Ganzen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. August 2020, IV 2018/206, E. 5.1). Im Rahmen eines Rentenrevisionsverfahrens, bei dem der Verdacht besteht, dass die versicherte Person zu weniger als 40% invalid sein könnte, stellt nur die Einstellung der Rente die geeignete Sanktion dar. Der Beschwerdeführer hat im Rahmen der medizinischen Begutachtung durch Dres. J.___ und K.___, also in einem Anwendungsfall von Art. 43 Abs. 2 ATSG, eingeschränkt mitgewirkt. Er hat damit seine Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung verletzt. Nach dem in E. 5.1 Gesagten hätte die Beschwerdegegnerin das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG durchführen müssen, dies unter der Androhung einer Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG. Weil sie dies unterlassen hat, hat sie Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG und Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG verletzt. Die Sache ist daher zur erneuten psychiatrischen Begutachtung (inklusive eine erneute neuropsychologische Abklärung) nach der Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG unter der Androhung einer Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird dem Beschwerdeführer also androhen, dass sie die Rentenzahlungen stoppen werde, wenn er bei der erneuten Begutachtung nicht vollumfänglich mitwirken sollte. Die Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur erneuten psychiatrischen Begutachtung ist ohne weiteres zulässig, da es zur gesetzlichen Pflicht der den Sachverhalt abklärenden Verwaltung gehört, bei einer Verletzung der Mitwirkungspflicht der versicherten Person das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen. Das Instrument des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ist dem für das Versicherungsgericht anwendbaren kantonalen Verfahrensrecht (Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.”
“Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs.”
Die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auf die Zeit begrenzt, während der ein Kausalzusammenhang zwischen der Verweigerung/Mitwirkungspflichtverletzung und dem eingetretenen Schaden besteht. Gibt die versicherte Person ihre verweigernde Haltung auf, entfällt der Kausalzusammenhang für die Zukunft grundsätzlich, und es ist zu prüfen, ob für die Zukunft auf die bisherige Kürzung/Verweigerung zurückzukommen ist. Ob eine nachträgliche Mitwirkungsbereitschaft als Neuanmeldung bzw. als Anlass für ein reguläres Abklärungsverfahren zu qualifizieren ist, hängt vom Einzelfall und der Vorgeschichte der Verfügung ab und wurde in der Rechtsprechung unterschiedlich beurteilt.
“3 ATSG zu verfügenden Sanktion der Verhältnismässigkeitsgrundsatz. Denn wenn die verweigerte Mitwirkung in einem späteren Zeitpunkt erbracht wird, kann sich die festgelegte Sanktion nur auf diejenige Zeitspanne beziehen, während der die Mitwirkung verweigert wurde (BGE 139 V 585 E. 6.3.7.5 S. 590 f.). Spätestens bei der nachträglichen Erklärung der Mitwirkungsbereitschaft entfällt der Kausalzusammenhang zwischen der verfügten Leistungseinstellung und der Verletzung der Mitwirkungspflicht. Hat indessen - wie im hier zu beurteilenden Fall - die versicherte Person die ihr obliegende Mitwirkung später nicht ausdrücklich und vorbehaltlos angeboten, hat sie keinen Anspruch darauf, dass ihr die Invalidenrente auf Zusehen hin weiterhin auszurichten ist. Andernfalls hätte es der Versicherte in der Hand, die Dauer der Rentenzahlungen zu verlängern. Analog zum Fall einer anhaltenden Mitwirkungspflichtverweigerung im Falle einer Erstanmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG hat hier die verfügte Einstellung der Invalidenrente vorerst auf Dauer zu erfolgen, wobei eine später allenfalls erklärte Bereitschaft, an der psychiatrischen Begutachtung mitzuwirken, als Neuanmeldung zu betrachten wäre (Urteile 9C_994/2009 vom 22. März 2010 E. 5, 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 5.6). Massgebend ist der Zeitpunkt, in welchem der Versicherte seine verweigernde Haltung aufgibt und sich bereit erklärt, sich der gebotenen medizinischen Untersuchung zu unterziehen, und es ist für die Zukunft zu prüfen, ob auf die bisherige Leistungsablehnung zurückzukommen ist (zitiertes Urteil 9C_994/2009 E. 4).”
“Mit Verfügung vom 1. Oktober 2019 (act. IIA 273 f.) stellte die Beschwerdegegnerin die Rentenzahlungen wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht gestützt auf Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG per sofort ein. Da es sich dabei einzig um eine Sanktion gehandelt hat und damals keine materielle Prüfung des Rentenanspruchs vorgenommen wurde, ist die nach Erlass dieser Verfügung abgegebene Erklärung der Beschwerdeführerin vom 29. Oktober 2019, wonach sie die vorgesehenen Eingliederungsbemühungen akzeptieren und mitwirken werde (act. IIA 275 S. 1), nicht als Neuanmeldung bzw. nicht als Revisionsgesuch zu qualifizieren (vgl. BGE 139 V 585 E. 6.3.7.4 S. 590). Massgebend ist vielmehr, dass bei der Verweigerung von Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG der Verhältnismässigkeitsgrundsatz zu beachten ist. Die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG kann nur solange greifen, als zwischen der Verhaltensweise der versicherten Person und dem Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Entschliesst sich die versicherte Person, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt der Kausalzusammenhang für die Zukunft grundsätzlich dahin (vgl. Ueli Kieser, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 21 N. 156 ff.; Brunner/Vollenweider, in: Frésard-Fellay/Klett/Leuzinger [Hrsg.], Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2019, Art. 21 N. 31; Anne-Sylvie Dupont, in: Dupont/Moser-Szeless, Commentaire Romand, Loi sur la partie générale des assurances soziales, 2018, Art. 21 N. 65). Dies bedeutet für den hier zu beurteilenden Fall, dass mit der Erklärung der Beschwerdeführerin vom 29. Oktober 2019 (act. IIA 275 S. 1) der Kausalzusammenhang wegfiel, konnte die Beschwerdegegnerin von da an die von der Beschwerdeführerin ausdrücklich angebotene Mitwirkung doch einfordern und die vorgesehenen Eingliederungsmassnahmen durchführen. Ab diesem Zeitpunkt hat die Beschwerdegegnerin die zuvor erbrachte Dreiviertelsrente weiter auszurichten (vgl.”
“Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 ATSG). 3.5. Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt somit einerseits die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, geeignet sein, eine (wesentliche) Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine je nach den Umständen zu konkretisierende gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. 3.6. Die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG kann nur so lange greifen, als zwischen Verhaltensweise und Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Der versicherten Person steht es frei, um Zusprechung beruflicher Massnahmen für die Zukunft zu ersuchen, sobald sie ihre verweigernde Haltung aufgegeben hat. Entschliesst sie sich, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt für die Zukunft der Kausalzusammenhang grundsätzlich dahin. Es ist deshalb ab diesem Zeitpunkt mit Wirkung für die Zukunft zu prüfen, ob auf die bisherige Kürzung bzw. Verweigerung der Leistung zurückzukommen ist. Die nach Erlass einer auf Art. 21 Abs. 4 ATSG gestützten Verfügung erklärte subjektive Eingliederungsbereitschaft macht die Widersetzlichkeit, welche zur Verfügung geführt hat, nicht ungeschehen. Doch wenn die verweigerte Mitwirkung zu einem späteren Zeitpunkt erbracht wird, kann sich die festgelegte Sanktion nur auf diejenige Zeitspanne beziehen, während der die Mitwirkung verweigert wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_244/2016 E. 3.3 mit weiterem Hinweis).”
“Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt somit einerseits die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, geeignet sein, eine (wesentliche) Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine je nach den Umständen zu konkretisierende gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. 3.6. Die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG kann nur so lange greifen, als zwischen Verhaltensweise und Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Der versicherten Person steht es frei, um Zusprechung beruflicher Massnahmen für die Zukunft zu ersuchen, sobald sie ihre verweigernde Haltung aufgegeben hat. Entschliesst sie sich, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt für die Zukunft der Kausalzusammenhang grundsätzlich dahin. Es ist deshalb ab diesem Zeitpunkt mit Wirkung für die Zukunft zu prüfen, ob auf die bisherige Kürzung bzw. Verweigerung der Leistung zurückzukommen ist. Die nach Erlass einer auf Art. 21 Abs. 4 ATSG gestützten Verfügung erklärte subjektive Eingliederungsbereitschaft macht die Widersetzlichkeit, welche zur Verfügung geführt hat, nicht ungeschehen. Doch wenn die verweigerte Mitwirkung zu einem späteren Zeitpunkt erbracht wird, kann sich die festgelegte Sanktion nur auf diejenige Zeitspanne beziehen, während der die Mitwirkung verweigert wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_244/2016 E. 3.3 mit weiterem Hinweis). Die nachträgliche Erklärung der versicherten Person ist gegebenenfalls als Neuanmeldung zu betrachten (Urteil des Bundesgerichts 9C_994/2009 vom 22. März 2010 E. 5.1) bzw. sollte zu einem regulären Abklärungsverfahren führen (vgl. dazu die berechtigte Kritik von Lendfers, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht Zeitraum Juli 2016 bis und mit Juli 2017, in: JaSo 2018, S. 96). 4. 4.1. Die Beschwerdegegnerin hatte bereits mit Verfügung vom 10. November 2020 (IV-Akte 59) einen Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen wegen Nichteinhaltens der Schadenminderungsauflage abgelehnt.”
Die jährliche Leistung der Ergänzungsleistungen (PC) ist eine Barleistung mit Erwerbsersatzcharakter und kann für diejenige Periode suspendiert werden, in der die der PC zugrunde liegende Leistung mit Erwerbsersatzcharakter (z. B. eine IV‑Rente oder AI‑Taggelder) gemäss Art. 21 Abs. 5 LPGA/ATSG suspendiert ist. Die Suspension der PC bezieht sich auf dieselbe Zeitspanne und richtet sich nach den einschlägigen Vorgaben der Praxis und der DPC.
“5 LPGA qui prévoit qu’il y a lieu de suspendre partiellement ou totalement le paiement des prestations pour perte de gain (et non de les réduire ou de les refuser), ceci à l’exception des prestations destinées à l’entretien des proches. En application de cette disposition spéciale, on admet qu’il y a également lieu de suspendre le versement de la prestation complémentaire lorsque, suite à une mesure ou une peine privative de liberté, le versement de la rente AI (ou des indemnités journalières de l’AI) est suspendu (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 ; Michel Valterio, Commentaire de la loi sur les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI, Genève/Zurich/Bâle 2015, p. 52, ad art. 8 LPC). Ainsi, au chapitre 2.6.2 afférent au cas particulier du droit aux PC durant l’exécution de peines ou de mesures, les DPC prescrivent ce qui suit, sous ch. 2620.01 : « Durant la période au cours de laquelle un assuré subit l’exécution d’une peine ou d’une mesure, le versement des rentes AI et des indemnités journalières peut être suspendu en application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Si la suspension de la prestation a été ordonnée, il importe pour la même période considérée de suspendre également le versement de la PC. Par contre la PC continue d’être versée pour toutes les autres personnes comprises dans le calcul de la PC. » Au regard de la réglementation, de la jurisprudence et de la doctrine précitées, la situation est donc claire s’agissant de détenus au bénéfice des prestations de l’AI, respectivement des PC rattachées à cette assurance, laquelle assure le paiement de prestations « pour perte de gain », ceci à la lettre de l’art. 21 al. 5 LPGA qui trouve dès lors à s’appliquer. Tel n’est cependant pas le cas des prestations de l’AVS, singulièrement d’une rente vieillesse, lesquelles ne sont pas de nature compensatoire, respectivement n’ont pas, comme c’est le cas de l’AI, vocation à compenser une perte de gain. Ainsi, le ch. 2620.02 des DPC intègre cette distinction entre prestations compensant ou pas une perte de gain, précisant ce qui suit : « Les rentes de vieillesse et de survivants de l’AVS, les allocations pour impotent ainsi que les PC versées avec lesdites prestations ne peuvent être suspendues qu’en cas de réalisation fautive du cas d’assurance.”
“Selon l’alinéa 2 de cette disposition, la PC annuelle est une prestation en espèces au sens de l’art. 15 LPGA, alors que le remboursement des frais de maladie et d’invalidité constitue une prestation en nature au sens de l’art. 14 LPGA. 3.4 Conformément à l’art. 14 al. 1 let. g LPC, les cantons remboursent aux bénéficiaires d’une prestation complémentaire annuelle les frais de l’année civile en cours, s’ils sont dûment établis, qui consistent entre autres dans les frais payés au titre de la participation aux coûts selon l’art. 64 de la loi fédérale du 18 mars 1994 sur l’assurance-maladie (LAMal, RS 832.10). L’art. 14 al. 6 LPC prescrit, quant à lui, que les personnes qui, en raison de revenus excédentaires, n’ont pas droit à une prestation complémentaire annuelle, peuvent prétendre au remboursement des frais de maladie et d’invalidité qui dépassent la part des revenus excédentaires. 4. Se pose singulièrement la question de savoir si les frais de maladie et d’invalidité sujets à indemnisation au titre des PC tombent sous le coup de l’art. 21 al. 5 LPGA. 4.1 Dès l’abord, on relèvera que la lettre de cette disposition est claire en ce sens que seul le paiement des prestations pour perte de gain peut faire l’objet d’une suspension partielle ou totale pendant la durée de la peine ou de la mesure exécutée par la personne concernée. Dans sa pratique, le TF a précisé que revêtent un tel caractère les prestations en espèces, telles la rente d’invalidité et la PC annuelle, dès lors que ces prestations ont pour but de suppléer à une perte de gain, respectivement de compenser cette perte de gain lorsque celle-ci n’est pas entièrement couverte par la rente de l’AI et les éventuels autres revenus (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 c. 3.2 et la référence). Cette interprétation littérale rejoint au demeurant celle historique de l’art. 21 al. 5 LPGA, dès lors qu’on peut déduire de la genèse de cette disposition que le législateur a voulu poser le principe de la suspension des prestations en espèces pendant l'exécution d'une peine ou d'une mesure sous réserve du privilège des proches (ATF 141 V 466 c.”
“1 Dès l’abord, on relèvera que la lettre de cette disposition est claire en ce sens que seul le paiement des prestations pour perte de gain peut faire l’objet d’une suspension partielle ou totale pendant la durée de la peine ou de la mesure exécutée par la personne concernée. Dans sa pratique, le TF a précisé que revêtent un tel caractère les prestations en espèces, telles la rente d’invalidité et la PC annuelle, dès lors que ces prestations ont pour but de suppléer à une perte de gain, respectivement de compenser cette perte de gain lorsque celle-ci n’est pas entièrement couverte par la rente de l’AI et les éventuels autres revenus (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 c. 3.2 et la référence). Cette interprétation littérale rejoint au demeurant celle historique de l’art. 21 al. 5 LPGA, dès lors qu’on peut déduire de la genèse de cette disposition que le législateur a voulu poser le principe de la suspension des prestations en espèces pendant l'exécution d'une peine ou d'une mesure sous réserve du privilège des proches (ATF 141 V 466 c. 4.9). D’ailleurs, si la version française de l’art. 21 al. 5 LPGA parle simplement de "prestations pour perte de gain", la teneur allemande de cet article évoque des "Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter" et celle italienne des "prestazioni pecuniarie con carattere di indemnita per perdita di guadagno" (jugement du Tribunal cantonal vaudois [ci-après: jugement TC VD] PC 34/21 du 25 avril 2022 c. 3c). L’interprétation téléologique de cette disposition corrobore également ce constat puisqu’on infère de la ratio legis de celle-ci que la personne incarcérée invalide ne doit percevoir aucun avantage économique par rapport à une personne détenue en bonne santé et privée de tout revenu (voir c. 3.1). Au surplus, on relèvera que le résultat univoque auquel aboutissent ces diverses méthodes interprétatives trouve appui dans la doctrine, où la notion de perte de gain au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA est définie comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative (Anne-Sylvie Dupont, in Dupont/Moser-Szeless [éd.], Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018 [ci-après: Commentaire romand], art.”
Bei eingeschränkter oder aufgehobener Urteilsfähigkeit kann das Verschulden ganz oder teilweise entfallen. Sanktionen nach Art. 21 ATSG setzen Vorsatz oder Eventualvorsatz voraus; zudem muss die versicherte Person in der Lage sein zu verstehen, was von ihr verlangt wird und welche Rechtsfolgen ein Unterlassen hat. Fehlt diese Einsicht infolge der Erkrankung, kann dies das Verschulden ausschliessen; bei lediglich verminderter Urteilsfähigkeit kommt eine (mildernde) Kürzung in Betracht.
“8‰), era precipitata mentre cercava di raggiungere il piano terra scendendo dal balcone del suo appartamento, la Corte federale ha ammesso che tale agire era oggettivamente costitutivo di un atto temerario. D’altro canto, ritenuto che, in base alle risultanze di una perizia psichiatrica, la capacità di discernimento dell’assicurata era soltanto diminuita (e non soppressa) dall’alcool, il Tribunale federale ha confermato la riduzione delle prestazioni in contanti decisa dall’assicuratore LAINF. Al considerando 4.2.1, l’Alta Corte ha in particolare ricordato che, secondo la giurisprudenza, occorre rinunciare a ridurre o a rifiutare le prestazioni a titolo di atto temerario, se la persona assicurata è completamente priva della facoltà di agire ragionevolmente al momento determinante (in questo senso, si veda pure BSK UVG – A. Brunner/D. Vollenweider, Art. 39 n. 45). Stante quanto precede, è a ragione che il patrocinatore del ricorrente sostiene che gli articoli 21 cpv. 1 LPGA e 50 OAINF hanno quale comune denominatore il fatto che la persona assicurata debba aver agito con coscienza e volontà (per l’art. 21 LPGA, cfr. il consid. 5.3 non pubblicato della DTF 136 V 362). La conseguenza non può però essere quella che lui auspica. In effetti, che la capacità d’intendere e volere dell’assicurato al momento dell’infortunio fosse alterata in ragione della contemporanea presenza nell’organismo di alcool, cannabis e farmaci antidepressivi, è una circostanza di cui l’istituto assicuratore era a conoscenza al momento in cui ha rilasciato la decisione formale del 16 luglio 2019. Essa emergeva già chiaramente dal rapporto di Polizia del 10 ottobre 2018, documento che figurava nell’incarto a disposizione dell’assicuratore. Per questa ragione essa non costituisce un “fatto nuovo” ai sensi dell’art. 53 cpv. 1 LPGA, fondante la revisione processuale del provvedimento in questione (cfr. supra, consid. 2.4.). La sentenza 32.2021.12 di questo Tribunale non può essere considerata alla stregua di un “nuovo mezzo di prova” ai sensi dell’art.”
“Januar 2020 Gelegenheit nachzuweisen, dass er sich in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung befinde, der behandelnde Arzt seine Massnahmenfähigkeit im Rahmen eines ausführlichen Arztberichtes attestiere und er eine Urinprobe zum Drogenscreening und quantitativen Bestimmung von THC abgegeben habe. Nachdem der Beschwerdeführer dem nicht Folge geleistet hatte, war er entsprechend mit besagter Verfügung vom 10. November 2019 androhungsgemäss sanktioniert worden. 4.2. Die Beschwerdegegnerin lehnte nunmehr mit Verfügung vom 26. September 2022 erneut einen Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen ab, da er der ausgesprochenen Schadenminderungsauflage weiterhin nicht nachgekommen sei (vgl. IV-Akte 68). Dem kann jedoch aus den nachstehenden Überlegungen nicht gefolgt werden. 4.3. Damit eine Sanktion erfolgen kann, muss ein vorsätzliches oder eventualvorsätzliches Verhalten vorliegen. Die versicherte Person muss verstehen, was von ihr verlangt wird und welche Folgen es hat, wenn sie sich der verlangten Massnahme entzieht oder nicht kooperiert (Brunner/Vollenweider, Basler Kommentar ATSG, Basel 2020, N 80 zu Art. 21 ATSG; vgl. auch Fässler, a.a.O., S. 154 f.). Ist eine versicherte Person bezüglich einer psychischen Problematik nicht einsichtig und lehnt eine entsprechende Therapie ab, gereicht ihr dies unter Umständen dann nicht zum Verschulden, wenn die fehlende Krankheitseinsicht gerade Teil des Leidens selbst ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2013 vom 20. März 2013 E. 3 mit Hinweis). Eine Leistungsverweigerung ist ebenfalls nicht zulässig, wenn die Massnahmen aus entschuldbaren Gründen nicht erfüllt wurden, etwa, weil die versicherte Person krankheitshalber oder aus anderen Gründen ihren Pflichten nicht nachkommen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 5.3 mit Hinweisen). 4.4. Zur Frage, ob vorliegend eine schuldhafte Verletzung der Mitwirkungspflicht vorliegt, ergibt sich Folgendes aus den Akten: 4.4.1. Die Beschwerdegegnerin schloss gestützt auf die Stellungnahme der RAD-Psychiaterin Dr. med. B____ vom 9. Mai 2019 (IV-Akte 44) darauf, die Durchführung einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung sei fachärztlich dringend indiziert.”
Die eingeräumte Bedenkzeit muss angemessen sein. Für den Fall eines berufsbedingten Richtungswechsels gilt in der Rechtsprechung grundsätzlich eine Frist von drei bis fünf Monaten ab der Warnung als regelmässig angemessen. In einzelnen Entscheiden wurden konkret veranschlagte Bedenkzeiten zugleich als «mehr als angemessen» gewertet.
“Selon la jurisprudence, le degré de l'incapacité de travail doit être fixé sur la base de la profession exercée jusqu'alors, aussi longtemps qu'on ne peut raisonnablement exiger de l'assuré qu'il mette à profit sa capacité de travail résiduelle dans une autre branche professionnelle (obligation de diminuer le dommage ; ATF 129 V 460 consid. 4.2 ; 114 V 281 consid. 1d). Ce principe a été codifié à l'art. 6, deuxième phrase, LPGA, qui prévoit qu'en cas d'incapacité de travail de longue durée, l'activité raisonnablement exigible peut aussi relever d'une autre profession ou d'un autre domaine d'activité. En ce sens, l'assurance d'indemnités journalières n'assure l'incapacité de travail que dans les limites posées par l'obligation de diminuer le dommage (Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 3e éd., Bâle 2016, n. 1461, p. 841-842). Dans l'hypothèse où un assuré, en vertu de son obligation de diminuer le dommage, doit s'astreindre à changer de profession, la caisse doit l'avertir à ce propos et lui accorder un délai adéquat – pendant lequel l'indemnité journalière versée jusqu'à présent est due – pour s'adapter aux nouvelles conditions ainsi que pour trouver un emploi (cf. art. 21 al. 4 LPGA). Dans la pratique, un délai de trois à cinq mois imparti dès l'avertissement de la caisse doit en règle générale être considéré comme adéquat (TF 9C_546/2007 du 28 août 2008 consid. 3.4 et les références). c) La loi ne définit pas la notion de « longue durée » que doit revêtir l’incapacité de travail pour qu’un changement de profession ou d’activité puisse entrer en considération. Selon les travaux préparatoires, cette notion doit se comprendre comme voulant dire « en règle générale plus de six mois ». Pour interpréter cette notion, il convient toutefois, plutôt que de fixer une durée déterminée, de distinguer la situation selon qu’il apparaît ou non hautement probable que la personne assurée recouvrira sa capacité de travail dans la profession ou l’activité habituelle. Une incapacité de travail de longue durée ne saurait être retenue tant et aussi longtemps qu’il est possible d’émettre le pronostic, au regard des données médicales au dossier, que la personne assurée reprendra son activité antérieure, selon la vraisemblance prépondérante, de manière à mettre fin au droit aux prestations de l’assurance sociale (indemnités journalières ou rente).”
“Selon la jurisprudence, le degré de l'incapacité de travail doit être fixé sur la base de la profession exercée jusqu'alors, aussi longtemps qu'on ne peut raisonnablement exiger de l'assuré qu'il mette à profit sa capacité de travail résiduelle dans une autre branche professionnelle (obligation de diminuer le dommage ; ATF 129 V 460 consid. 4.2 et 114 V 281 consid. 1d ; TF 9C_511/2021 du 25 janvier 2022 consid. 2.2). Ce principe a été codifié à l'art. 6, deuxième phrase, LPGA, qui prévoit qu'en cas d'incapacité de travail de longue durée, l'activité raisonnablement exigible peut aussi relever d'une autre profession ou d'un autre domaine d'activité. En ce sens, l'assurance d'indemnités journalières n'assure l'incapacité de travail que dans les limites posées par l'obligation de diminuer le dommage (Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in : Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 3e éd., Bâle 2016, n° 1461, p. 841-842). Dans l'hypothèse où un assuré, en vertu de son obligation de diminuer le dommage, doit s'astreindre à changer de profession, la caisse doit l'avertir à ce propos et lui accorder un délai adéquat – pendant lequel l'indemnité journalière versée jusqu'à présent est due – pour s'adapter aux nouvelles conditions ainsi que pour trouver un emploi (cf. art. 21 al. 4 LPGA). Dans la pratique, un délai de trois à cinq mois imparti dès l'avertissement de la caisse doit en règle générale être considéré comme adéquat (TF 9C_546/2007 du 28 août 2008 consid. 3.4 et les références). c) La loi ne définit pas la notion de « longue durée » que doit revêtir l’incapacité de travail pour qu’un changement de profession ou d’activité puisse entrer en considération. Selon les travaux préparatoires, cette notion doit se comprendre comme voulant dire « en règle générale plus de six mois ». Pour interpréter cette notion, il convient toutefois, plutôt que de fixer une durée déterminée, de distinguer la situation selon qu’il apparaît ou non hautement probable que la personne assurée recouvrira sa capacité de travail dans la profession ou l’activité habituelle. Une incapacité de travail de longue durée ne saurait être retenue tant et aussi longtemps qu’il est possible d’émettre le pronostic, au regard des données médicales au dossier, que la personne assurée reprendra son activité antérieure, selon la vraisemblance prépondérante, de manière à mettre fin au droit aux prestations de l’assurance sociale (indemnités journalières ou rente).”
“Die Sanktionsnorm von Art. 7b Abs. 1 IVG sieht vor, dass die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden können, wenn die auferlegten Massnahmen nicht erfüllt wurden. Die eingeräumte Bedenkzeit, die bis zum 25. September 2019 dauerte (Urk. 8/145), war mehr als angemessen. Das Mahn- und Bedenkzeitverfahren wurde rechtsgenügend durchgeführt (E. 5.2). Damit bestand nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren ab dem 10. Dezember 2019 kein rentenanspruchsrelevanter Invaliditätsgrad, womit die Beschwerdegegnerin den weiteren Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht verneinte und diese auf Ende des der Verfügung folgenden Monats aufhob. Die Beschwerde ist damit abzuweisen.”
“Daraufhin antwortete die Beschwerdeführerin respektive ihr Rechtsvertreter mit Schreiben vom 29. Oktober 2018, dass die Rehaklinik K.___ hierfür ungeeignet sei. Die eigenen Abklärungen hätten ergeben, dass einzig die Rehaklinik H.___ empfohlen werde (Urk. 12/P117). Mit Mail vom 5. November 2018 verwies die Beschwerdegegnerin auf eine von ihrer Seite zwischenzeitlich erfolgte Kontaktaufnahme mit der Klinik H.___ und bat die Beschwerdeführerin, sich über ihren Hausarzt bei der Klinik anzumelden (Urk. 12/P119). Am 21. November 2018 erkundige sich die Beschwerdegegnerin bei der Beschwerdeführerin über den Stand der Dinge (Urk. 12/P129). Schliesslich mahnte die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 14. Dezember 2018 (Urk. 12/P131). Sinn und Zweck des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ist es, die versicherte Person auf die möglichen nachteiligen Folgen ihrer Widersetzlichkeit aufmerksam zu machen und sie so in die Lage zu versetzen, in Kenntnis aller wesentlichen Faktoren ihre Entscheidung zu treffen. Das Gesetz schreibt nicht vor, wie die Verwaltung die Vorgaben von Art. 21 Abs. 4 ATSG im Einzelnen zu erfüllen hat, weshalb ihr ein weiter Ermessensraum zusteht (E.___/Vollenweider, in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 84 f. zu Art. 21 ATSG; Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 152 zu Art. 21 ATSG). Die Beschwerdeführerin wusste, welches Verhalten von ihr gefordert wurde. Ebenfalls war klar, dass im Falle der Widersetzlichkeit auf das Gutachten des A.___ respektive auf die darin attestierte volle Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit abgestellt würde. Die bis 22. Januar 2019 angesetzte Frist ist als angemessen zu erachten; dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Massnahme bereits seit Mitte Oktober 2018 im Raum stand. Damit wurde das Mahn- und Bedenkzeitverfahren korrekt durchgeführt. Der angeordnete stationäre Medikamentenentzug ist ohne Weiteres zumutbar. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin bereits früher Versuche unternommen hatte, die Schmerzmedikamente zu reduzieren (vgl. Urk. 1 S. 9f.), wird doch ein Entzug, wie ihn die Beschwerdegegnerin angeordnet hat, von den Ärzten dringend empfohlen (Urk.”
“Die Sanktionsnorm von Art. 7b Abs. 1 IVG sieht vor, dass die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden können, wenn die auferlegten Massnahmen nicht erfüllt wurden. Die eingeräumte Bedenkzeit, die bis Ende Dezember 2018 dauerte (vgl. Fristerstreckungsgesuch des Rechtsvertreters, Urk. 10/163 und 10/168), war mehr als angemessen. Sofern der Beschwerdeführer geltend macht, die Beschwerdegegnerin hätte ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Massgabe von Art. 21 Abs. 4 ATSG durchführen müssen, ein solches sei nicht erfolgt (Urk. 1 S. 10), vermag er damit nicht durchzudringen. Die Beschwerdegegnerin hat ihn mit Auferlegung der Schadenminderungspflicht am 29. Oktober 2018 auf die Rechtsfolgen der Nichtteilnahme an der Behandlung hingewiesen (vgl. Urk. 10/148). Sodann wurde nach Eingang der E-Mail des Beschwerdeführers vom 4. November 2018 dessen Rechtsvertreter aufgefordert, innert Frist bis zum 29. November 2018 eine unterschriebene Einverständniserklärung einzureichen. Die vom Beschwerdeführer am”
Im Arbeitslosenversicherungsrecht ist das sanktionsbedrohte Verhalten nicht auf Vorsatz beschränkt: bereits leichte Fahrlässigkeit kann ausreichend sein. Die Höhe oder das Ausmass der Sanktion ist nach dem Grad des Verschuldens zu bemessen.
“Im Arbeitslosenversicherungsrecht ist das sanktionsbedrohte Verhalten nicht auf Vorsatz beschränkt (Art. 1 Abs. 2 AVIG i.V.m. Art. 21 Abs. 1 ATSG). Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist ausdrücklich „nach dem Grad des Verschuldens“ zu bemessen (Art. 30 Abs. 3 AVIG; vgl. auch E. 4.1 hiernach) Eine Absicht, das Verschulden bei leichter Fahrlässigkeit von jeglicher Sanktion auszunehmen, ist im Unterschied zu anderen Sozialversicherungszweigen nicht erkennbar. Es widerspräche daher dem AVIG, wenn die leichte Fahrlässigkeit als eine der Formen des Verschuldens ausgeklammert würde (BGE 124 V 225 E. 4d S. 233; ARV 2007 S. 212 E. 3.2).”
“Es ist zu Recht unbestritten, dass der Beschwerdeführer die Arbeitsbemühungen pro September 2021 innerhalb der in Art. 26 Abs. 2 AVIV vorgesehenen Frist nicht eingereicht hat. Stattdessen hat er mit Mail vom 1. Oktober 2021 einzig eine bevorstehende Abwesenheit gemeldet (act. II 116). Mit der erforderlichen und zumutbaren Sorgfalt hätte er den Irrtum bemerken und korrigieren müssen, weshalb sein Verhalten zumindest als fahrlässig zu qualifizieren ist. Weil das sanktionsbedrohte Verhalten im Arbeitslosenversicherungsrecht nicht auf Vorsatz beschränkt ist, sondern bereits leichte Fahrlässigkeit genügt (Art. 1 Abs. 2 AVIG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 ATSG; BGE 124 V 225 E. 4d S. 232; ARV 2007 S. 212 E. 3.2), ist die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dem Grundsatz nach rechtens.”
“Zwar macht der Beschwerdeführer glaubhaft geltend, dass er nicht absichtlich zu spät zum Beratungsgespräch erschienen ist. Indem er jedoch offensichtlich das Einladungsschreiben vom 23. April 2024 (act. IIA 167) ungenau gelesen oder einen falschen Termin in seine Agenda eingetragen hat, verhielt er sich zumindest leicht fahrlässig, was grundsätzlich bereits ein sanktionsbedrohtes Verhalten darstellt, ist dieses doch im Arbeitslosenversicherungsrecht nicht auf Vorsatz beschränkt (Art. 1 Abs. 2 AVIG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 ATSG). Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist ausdrücklich "nach dem Grad des Verschuldens" zu bemessen (Art. 30 Abs. 3 AVIG; vgl. auch E. 4.1 hiernach). Eine Absicht, das Verschulden bei leichter Fahrlässigkeit von jeglicher Sanktion auszunehmen, ist im Unterschied zu anderen Sozialversicherungszweigen nicht erkennbar. Es widerspräche daher dem AVIG, wenn die leichte Fahrlässigkeit als eine der Formen des Verschuldens ausgeklammert würde (BGE 124 V 225 E. 4d S. 232; ARV 2007 S. 212 E. 3.2).”
Ratio legis von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist die Gleichbehandlung der invaliden mit der validen inhaftierten Person. Entscheidend für eine Sistierung ist, ob der Freiheitsentzug die versicherte Person an einer Erwerbstätigkeit hindert; nur wenn die Vollzugsart eine Erwerbstätigkeit ermöglicht, ist eine Sistierung nicht geboten. Massgeblich ist somit, ob eine nicht invalide Person in derselben Lage durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde.
“Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gibt Untersuchungshaft von gewisser Dauer trotz des Wortlautes von Art. 21 Abs. 5 ATSG (Straf- oder Massnahmenvollzug) in gleicher Weise Anlass zur Rentensistierung wie jede andere Form des von einer Strafbehörde angeordneten Freiheitsentzuges. Ratio legis dieser Bestimmung ist die Gleichbehandlung der invaliden mit der validen inhaftierten Person, welche durch einen Freiheitsentzug ihr Einkommen verliert. Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe oder Massnahme an einer Erwerbstätigkeit gehindert wird. Nur wenn die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit bietet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, verbietet es sich, den Rentenanspruch zu sistieren. Massgebend für eine Sistierung der Rentenleistung eines Invaliden ist somit, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde. Unerheblich für die Rentensistierung ist dagegen, ob die Behandlungsbedürftigkeit oder die Sozialgefährlichkeit überwiegt.”
“Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gibt Untersuchungshaft von gewisser Dauer trotz des Wortlautes von Art. 21 Abs. 5 ATSG (Straf- oder Massnahmenvollzug) in gleicher Weise Anlass zur Rentensistierung wie jede andere Form des von einer Strafbehörde angeordneten Freiheitsentzuges. Ratio legis dieser Bestimmung ist die Gleichbehandlung der invaliden mit der validen inhaftierten Person, welche durch einen Freiheitsentzug ihr Einkommen verliert. Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe oder Massnahme an einer Erwerbstätigkeit gehindert wird. Nur wenn die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit bietet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, verbietet es sich, den Rentenanspruch zu sistieren. Massgebend für eine Sistierung der Rentenleistung eines Invaliden ist somit, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde. Unerheblich für die Rentensistierung ist dagegen, ob die Behandlungsbedürftigkeit oder die Sozialgefährlichkeit überwiegt.”
“Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gibt Untersuchungshaft von gewisser Dauer trotz des Wortlautes von Art. 21 Abs. 5 ATSG (Straf- oder Massnahmenvollzug) in gleicher Weise Anlass zur Rentensistierung wie jede andere Form des von einer Strafbehörde angeordneten Freiheitsentzuges. Ratio legis dieser Bestimmung ist die Gleichbehandlung der invaliden mit der validen inhaftierten Person, welche durch einen Freiheitsentzug ihr Einkommen verliert. Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe oder Massnahme an einer Erwerbstätigkeit gehindert wird. Nur wenn die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit bietet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, verbietet es sich, den Rentenanspruch zu sistieren. Massgebend für eine Sistierung der Rentenleistung eines Invaliden ist somit, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde. Unerheblich für die Rentensistierung ist dagegen, ob die Behandlungsbedürftigkeit oder die Sozialgefährlichkeit überwiegt.”
“Ratio legis von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist die Gleichbehandlung der invaliden mit der validen inhaftierten Person, die durch einen Freiheitsentzug ihr Einkommen verliert. Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe an einer Erwerbstätigkeit verhindert ist. Nur wenn die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit bietet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, ist der Rentenanspruch nicht zu sistieren. Massgebend für eine Sistierung der Rentenleistungen einer invaliden Person ist somit, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde. Die Kann-Vorschrift erlaubt es, den besonderen Umständen Rechnung zu tragen, wenn eine gesunde Person trotz Straf- oder Massnahmenvollzug einer Erwerbstätigkeit nachgehen könnte wie in der Halbgefangenschaft oder Halbfreiheit (BGE 141 V 466 E. 4.3; 138 V 140 E. 2.2; 133 V 1 E. 4.2.4.1; 116 V 20 E. 5b; SVR 2008 IV Nr. 32 S.”
Pandemiebedingte Versorgungsengpässe oder nachweisliche, nicht zu Vertretenden Schwierigkeiten, rechtzeitig eine passende Behandlung zu erhalten, können dazu führen, dass eine Kürzung oder Verweigerung der Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG nicht verhältnismässig ist. Verzögerungen aus solchen Gründen rechtfertigen nicht automatisch eine Sanktion; ist der Versicherte zudem in der Lage, einen Behandlungstermin vor Erlass der Verfügung nachzuweisen, kann dies ein schutzwürdiges Verhalten darstellen.
“Les traitements et les mesures de réadaptation qui présentent un danger pour la vie ou la santé ne peuvent être exigés. b) Selon l’art. 7 LAI, l’assuré doit entreprendre tout ce qui peut être raisonnablement exigé de lui pour réduire la durée et l’étendue de l’incapacité de travail et pour empêcher la survenance de l’invalidité (al. 1) . L’assuré doit participer activement à la mise en œuvre de toutes les mesures raisonnablement exigibles contribuant soit au maintien de son emploi actuel, soit à sa réadaptation à la vie professionnelle ou à l’exercice d’une activité comparable (travaux habituels). Il s’agit en particulier notamment (al. 2 let. d) de traitements médicaux au sens de l’art. 25 LAMal (loi fédérale du 18 mars 1994 sur l’assurance-maladie ; RS 832.10). c) En vertu de l’art. 7a LAI, est réputée raisonnablement exigible toute mesure servant à la réadaptation de l’assuré, à l’exception des mesures qui ne sont pas adaptées à son état de santé. d) L’art. 7b al. 1 LAI prévoit que les prestations peuvent être réduites ou refusées conformément à l’art. 21 al. 4 LPGA si l’assuré a manqué aux obligations prévues à l’art. 7 LAI ou à l’art. 43 al. 2 LPGA. 6. a) En l’espèce, il est établi que le recourant souffre de troubles psychiques, lesquels ont significativement entravé sa capacité de travail et de gain depuis 2014. Ces troubles requièrent, aux dires d’expert, une prise en charge spécialisée et un traitement pharmacologique, susceptibles de favoriser le recouvrement d’une capacité de travail substantielle (80 %) dans un délai d’environ une année (cf. rapport d’expertise du Dr H.________ du 9 novembre 2020, p. 43). Il n’est pas contesté que les traitements susmentionnés sont adaptés à l’état de santé du recourant et, partant, exigibles au sens entendu par l’art. 7a LAI. b) Il ressort par ailleurs des différents courriels du recourant à l’intimé qu’il s’est déclaré prêt à entamer un suivi psychiatrique, ce dès que l’intimé le lui a signifié par courrier recommandé du 9 décembre 2020. Depuis lors, le recourant a régulièrement informé l’intimé de ses démarches en vue de se conformer à ses exigences, à savoir de lui adresser les coordonnées de son psychiatre traitant.”
“b) Il ressort par ailleurs des différents courriels du recourant à l’intimé qu’il s’est déclaré prêt à entamer un suivi psychiatrique, ce dès que l’intimé le lui a signifié par courrier recommandé du 9 décembre 2020. Depuis lors, le recourant a régulièrement informé l’intimé de ses démarches en vue de se conformer à ses exigences, à savoir de lui adresser les coordonnées de son psychiatre traitant. Le recourant a exposé l’insuccès de ses divers contacts auprès de nombreux spécialistes en psychiatrie et psychothérapie. Il a finalement été en mesure d’obtenir un rendez-vous auprès de la Dre B.________, agendé au 4 juin 2021, ce dont il a renseigné l’intimé par courriel du 18 mai 2021. c) Quoi qu’en dise l’intimé, compte tenu du contexte lié à la crise sanitaire survenue en mars 2020, les difficultés relatées par le recourant pour être pris en charge sur le plan psychiatrique n’apparaissent pas invraisemblables ou disproportionnées, au point de considérer que son comportement serait constitutif d’une violation de son obligation de diminuer le dommage au sens de l’art. 21 al. 4 LPGA. d) Indépendamment de ce qui précède, on retiendra que le premier rendez-vous auprès de la Dre B.________ a été communiqué par le recourant à l’intimé le 18 mai 2021 et a eu lieu le 4 juin 2021, soit antérieurement à l’établissement de la décision litigieuse. Dès lors, en dépit de la mise en demeure du 9 décembre 2020, l’intimé n’était pas légitimé à rendre la décision entreprise après que le recourant a finalement été en mesure de se conformer à ses exigences et de lui transmettre les coordonnées de son nouveau psychiatre traitant. La décision litigieuse n’est par conséquent pas fondée, en ce qu’elle met fin au versement de la rente d’invalidité au 31 mars 2021, au motif d’une violation de l’obligation de diminuer le dommage. 7. a) En définitive, le recours doit être admis et la décision attaquée réformée, en ce sens que le recourant a droit à une rente entière extraordinaire d’invalidité dès le 1er septembre 2018. b) En dérogation à l’art. 61 let. a LPGA, la procédure de recours en matière de contestations portant sur l’octroi ou le refus de prestations de l’AI devant le tribunal cantonal des assurances est soumise à des frais de justice (art.”
Verletzungen der Meldepflicht können zur rückwirkenden Kürzung oder Aufhebung von Leistungen führen; die Herabsetzung erfolgt ab Eintritt der für den Anspruch massgebenden Änderung. Seit dem 1. Januar 2015 gilt dies unabhängig davon, ob die Meldepflichtverletzung selbst ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung darstellte.
“Wer Versicherungsleistungen beansprucht, muss unentgeltlich alle Auskünfte erteilen, die zur Abklärung des Leistungsanspruches und zur Festsetzung der Versicherungsverhältnisse erforderlich sind (Art. 28 Abs. 2 ATSG). Jede wesentliche Änderung in den für eine Leistung massgebenden Verhältnissen ist unter anderem von den Bezügerinnen dem Versicherungsträger oder dem jeweils zuständigen Durchführungsorgan zu melden (Art. 31 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 77 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) hat der Berechtigte jede für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit, der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse, unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen. Gemäss Art. 7b Abs. 2 IVG können die Leistungen in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem (b) der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist oder (c) Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat. Wird eine Leistung der Invalidenversicherung zu Unrecht ausgerichtet und ist dies darauf zurückzuführen, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung (Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV, in der bis Ende 2014 geltenden Fassung). Seit 1. Januar 2015 gilt dies unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war.”
Bei der Prüfung der Zumutbarkeit sind die gesamten persönlichen Verhältnisse (insbesondere berufliche und soziale Stellung) zu berücksichtigen; massgeblich ist das objektiv Zumutbare. Nur Gründe von gewisser Schwere — etwa eine Gefahr für Leben oder Gesundheit — begründen Unzumutbarkeit. Die Tragweite der Massnahme bzw. die Eingriffsintensität ist gegen die Bedeutung der Leistung abzuwägen; je invasiver ein medizinischer Eingriff, desto weniger kann von der versicherten Person verlangt werden, sich diesem gegen ihren Willen zu unterziehen.
“Bei der Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit einer Behandlung oder Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG und Art. 61 UVV sind die gesamten persönlichen Verhältnisse, insbesondere die berufliche und soziale Stellung des Versicherten, zu berücksichtigen, wobei das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive Wertung des Versicherten, massgebend ist. Dass nach Art. 21 Abs. 4 ATSG Massnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, nicht zumutbar sind, bedeutet nicht, dass eine Massnahme, die keine solche Gefahr darstellt, automatisch zumutbar wäre; sie weist aber doch darauf hin, dass nur Gründe von einer gewissen Schwere zur Unzumutbarkeit führen. Die Zumutbarkeit ist sodann in Relation einerseits zur Tragweite der Massnahme, andererseits zur Bedeutung der in Frage stehenden Leistung zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_128/2015 vom 25. Juni 2015 E. 1.2 mit zahlreichen Hinweisen). Je schwerer der medizinische Eingriff und damit der Eingriff in die medizinische Integrität ist, umso weniger kann von der versicherten Person verlangt werden, sich diesem gegen ihren Willen zu unterziehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_201/2020 vom 28.”
Die versicherte Person ist verpflichtet, zumutbare Massnahmen zur beruflichen Eingliederung zu ergreifen und die verbleibende Erwerbsfähigkeit gegebenenfalls in einer anderen Tätigkeit zu verwerten. Verlangt werden nur solche Schritte, die unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse als zumutbar gelten (z. B. Alter, berufliche Situation, Bindungen am Wohnort, Lage des Arbeitsmarktes).
“L'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
“-), ha dato luogo a una perdita di guadagno (grado d'invalidità) del 38,49% per la quota parte salariata. Considerato l'impedimento del 31% nello svolgere le mansioni di casalinga, l'Ufficio AI ha quindi considerato che il grado di invalidità parziale per la quota parte salariata del 34,64% (90% [percentuale di lavoro come salariata] x 38,49% [impedimento come salariata]) va a sommarsi al grado AI parziale del 3,10% per la quota parte di casalinga (10% [percentuale lavorativa come casalinga] x 31% [impedimento come casalinga]) e quindi si ottiene un grado AI totale del 37,74%, inferiore al minimo del 40% dell'art. 28 LAI anche dopo arrotondamento al 38%. Riconosciuto il valore invalidante della malattia reumatica infiammatoria (spondiloartropatia), occorre ora verificare, dal profilo economico, le conseguenze del danno alla salute subìto. 2.11. L'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
“Di fatto la struttura aziendale ha retto alla sua assenza in quanto i dipendenti sono di attivi da anni nella ditta e sanno cosa devono fare. In questo modo sono riusciti a sopperire alla sua assenza anche se egli è sempre rimasto in contatto con loro anche se solo via telefono. Dopo la degenza egli ha ripreso l’attività lavorativa riuscendo a gestirla come dimostrano anche i risultati aziendali conseguiti” Pertanto, nonostante le limitazioni fisiche, in ottemperanza dell’obbligo di ridurre il danno (fra le tante: DTF 123 V 233 consid. 3c, 117 V 278 consid. 2b, 400 e riferimenti ivi citati; Riemer-Kafka, Die Pflicht zur Selbstverantwortung, Friborgo 1999, pag. 57, 551 e 572), l’assicurato ha continuato la sua attività lucrativa conseguendo i redditi iscritti nel suo conto individuale (art. 138 cpv. 1 OAVS). Va inoltre ricordato l’obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi che discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige infatti il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; RCC 1968 pag. 434). 2.5.3. In conclusione, la determinazione dei redditi operata dall’Ufficio AI merita conferma, come pure del grado d’invalidità.”
In der Rechtsprechung wird in vergleichbaren Fällen das Interesse der Verwaltung häufig als überwiegend angesehen; deshalb kann der Suspensiveffekt eines Rechtsmittels entzogen werden, wenn andernfalls das Risiko besteht, dass die Verwaltung Leistungen zu Unrecht auszahlen müsste und eine Rückerstattung sich als aussichtslos erweisen könnte. Ein solcher Entzug des Suspensiveffekts kann die Zeit bis zu einer neuen Entscheidung nach Rückweisung abdecken, sofern das nach wie vor hängige Revisions- bzw. Rekursverfahren nicht missbräuchlich eingeleitet wurde.
“En pareilles circonstances, l'intérêt de l'administration apparaît généralement prépondérant, puisque dans l'hypothèse où l'effet suspensif serait accordé et le recours serait finalement rejeté, l'intérêt de l'administration à ne pas verser des prestations paraît l'emporter sur celui de la personne assurée; il serait effectivement à craindre qu'une éventuelle procédure en restitution des prestations versées à tort ne se révèle infructueuse (ATF 119 V 503 consid. 4 et les références; voir également arrêt du Tribunal fédéral des assurances I 267/98 du 22 octobre 1998, in VSI 2000 p. 184 consid. 5; Hansjörg SEILER, in Praxiskommentar zum VwVG, n° 103 ad art. 55 PA). La jurisprudence a également précisé que le retrait de l'effet suspensif prononcé dans le cadre d'une décision de diminution ou de suppression de rente à la suite d'une procédure de révision couvrait également la période courant jusqu'à ce qu'une nouvelle décision soit rendue après le renvoi de la cause par le tribunal cantonal des assurances pour instruction complémentaire, pour autant que la procédure de révision n'a pas été initiée de façon abusive (ATF 129 V 370 et 106 V 18; voir également arrêt du Tribunal fédéral 8C_451/2010 du 10 novembre 2010 consid. 2 à 4, in SVR 2011 IV n° 33 p. 96; arrêt du Tribunal fédéral 9C_207/2014 du 1er mai 2014 consid. 5.3). 4.1.3 Selon l’art. 21 al. 1 LPGA, si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Selon l’art. 21 al. 2 LPGA, les prestations en espèces dues aux proches ou aux survivants de l’assuré ne sont réduites ou refusées que si ceux-ci ont provoqué la réalisation du risque intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit. Selon l’art. 37 al. 1 LAA, si l’assuré a provoqué intentionnellement l’atteinte à la santé ou le décès, aucune prestation d’assurance n’est allouée, sauf l’indemnité pour frais funéraires. Selon l’al. 37 al. 2 LAA, si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels.”
“En pareilles circonstances, l'intérêt de l'administration apparaît généralement prépondérant, puisque dans l'hypothèse où l'effet suspensif serait accordé et le recours serait finalement rejeté, l'intérêt de l'administration à ne pas verser des prestations paraît l'emporter sur celui de la personne assurée; il serait effectivement à craindre qu'une éventuelle procédure en restitution des prestations versées à tort ne se révèle infructueuse (ATF 119 V 503 consid. 4 et les références; voir également arrêt du Tribunal fédéral des assurances I 267/98 du 22 octobre 1998, in VSI 2000 p. 184 consid. 5; Hansjörg SEILER, in Praxiskommentar zum VwVG, n° 103 ad art. 55 PA). La jurisprudence a également précisé que le retrait de l'effet suspensif prononcé dans le cadre d'une décision de diminution ou de suppression de rente à la suite d'une procédure de révision couvrait également la période courant jusqu'à ce qu'une nouvelle décision soit rendue après le renvoi de la cause par le tribunal cantonal des assurances pour instruction complémentaire, pour autant que la procédure de révision n'a pas été initiée de façon abusive (ATF 129 V 370 et 106 V 18; voir également arrêt du Tribunal fédéral 8C_451/2010 du 10 novembre 2010 consid. 2 à 4, in SVR 2011 IV n° 33 p. 96; arrêt du Tribunal fédéral 9C_207/2014 du 1er mai 2014 consid. 5.3). 4.1.3 Selon l’art. 21 al. 1 LPGA, si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Selon l’art. 21 al. 2 LPGA, les prestations en espèces dues aux proches ou aux survivants de l’assuré ne sont réduites ou refusées que si ceux-ci ont provoqué la réalisation du risque intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit. Selon l’art. 37 al. 1 LAA, si l’assuré a provoqué intentionnellement l’atteinte à la santé ou le décès, aucune prestation d’assurance n’est allouée, sauf l’indemnité pour frais funéraires. Selon l’al. 37 al. 2 LAA, si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels.”
Für eine Leistungskürzung oder -verweigerung nach Art. 21 Abs. 4 ATSG ist nicht der strikte Nachweis erforderlich, dass die verweigerte Behandlung oder Eingliederung sicher zum gewünschten Erfolg geführt hätte. Massgeblich ist vielmehr, dass die fragliche Vorkehr mit einer gewissen, im Einzelfall zu konkretisierenden Wahrscheinlichkeit erfolgreich gewesen wäre. Bei der Beurteilung dieses mutmasslichen Eingliederungserfolgs ist der erforderliche Grad der Wahrscheinlichkeit unter Berücksichtigung der Schwere des mit der Massnahme verbundenen Eingriffs in die persönlichen Rechte zu bemessen: Bei geringem Eingriff genügen niedrigere Anforderungen an die Erfolgserwartung, bei erheblichen Eingriffen ist eine höhere Wahrscheinlichkeit erforderlich.
“Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Der Tatbestand des Art. 21 Abs. 4 ATSG enthält verschiedene Elemente: Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt einerseits die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vorkehr geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine – je nach den Umständen zu konkretisierende – gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. Im Weiteren muss sich die versicherte Person einer solchen Massnahme widersetzt oder entzogen oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beigetragen haben; ab welchem Zeitpunkt eine entsprechende Annahme getroffen werden darf, ist von der richtigen Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens abhängig. Im Übrigen muss die Sanktion in ihrer konkreten Gestalt verhältnismässig sein, indem das Kürzungsmass und die voraussichtliche günstige Wirkung der zumutbaren Massnahme auf den Erwerbsschaden einander entsprechen (SVR 2019 IV Nr.”
“4 ATSG zu gelten hat, wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. Kieser, a.a.O., N 60 zu Art. 21), kann auf die zu Art. 31 Abs. 1 IVG ergangene Rechtsprechung verwiesen werden. Danach sind bei der Beurteilung der Zumutbarkeit einer Massnahme die gesamten objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen. Namentlich bei medizinischen Massnahmen, die einen starken Eingriff in die persönliche Integrität der versicherten Person darstellen können, ist an die Zumutbarkeit kein strenger Massstab anzulegen (ZAK 1985 S. 326 Erw. 1). (…)" (STFA I 462/05 del 16 agosto 2006, consid. 3) L’Alta Corte, nella STF I 824/06 del 13 marzo 2007 pubblicata in SVR 2008 IV Nr. 7, chiamata a pronunciarsi nel caso in cui un assicurato non si era sottoposto al trattamento psichiatrico prospettatogli, in particolare, riguardo al successo del trattamento, ha osservato: " (…) 3.2 Eine Kürzung oder Verweigerung der Leistung ist nach Art. 21 Abs. 4 ATSG im Weiteren davon abhängig, dass die fragliche Massnahme eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit verspricht. Vorausgesetzt wird also, dass die medizinische oder erwerbliche Vorkehr geeignet ist, eine erhebliche Minderung des versicherten Schadens zu bewirken. 3.2.1 Die Frage, ob die verweigerte Leistung zu einer Steigerung der Erwerbsfähigkeit beigetragen hätte, wird zuweilen unter dem Aspekt der Zumutbarkeit (so in Art. 18 Abs. 2 MVG), jedenfalls aber als Problem des Kausalzusammenhangs zwischen der Verweigerung und dem Ausbleiben der Zustandsverbesserung behandelt (vgl. Gabriela Riemer-Kafka, Die Pflicht zur Selbstverantwortung, Zürich 1999, S. 160 ff.). Die Kausalität muss notwendigerweise prospektiv und damit hypothetisch beurteilt werden (Meyer-Blaser, a.a.O., S. 84 Fn. 381 und S. 140 bei Fn. 587). Es bedarf keines strikten Beweises, dass die verweigerte Massnahme tatsächlich zum erwarteten Erfolg geführt hätte; es genügt, wenn die Vorkehr mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erfolgreich gewesen wäre.”
“Der Tatbestand des Art. 21 Abs. 4 ATSG enthält verschiedene Elemente: Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt einerseits die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip müssen das Mass der Sanktion (Leistungskürzung oder -verweigerung) und der voraussichtliche Eingliederungserfolg (Verbesserung oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit) einander entsprechen. Die versicherte Person ist grundsätzlich so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungspflicht wahrgenommen hätte. Für die Frage nach dem mutmasslichen Eingliederungserfolg bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine – je nach den Umständen zu konkretisierende – gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, erfolgreich gewesen wäre (zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 9C_155/2019 vom 24.”
“Die Folgen einer Verletzung der Schadenminderungspflicht bei einer unterbliebenen medizinischen Behandlung bildet sodann Gegenstand von Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1). Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit verspricht, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden (Satz 1). Gemäss Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG kann eine Verletzung der Behandlungs- oder Eingliederungspflicht sodann erst angenommen werden, nachdem die versicherte Person mit schriftlicher Mahnung auf die betreffenden Rechtsfolgen hingewiesen und ihr eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt wurde. Art. 61 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) konkretisiert die Folgen einer Weigerung eines Versicherten im Bereich der Unfallversicherung dahingehend, dass ihm nur jene Leistungen zustehen, die beim erwarteten Erfolg der Massnahme hätten entrichtet werden müssen. Art. 61 UVV ist daher in Beziehung zu Art. 21 Abs. 4 ATSG zu setzen (BGE 134 V 194 E. 2.2.; vgl. auch Alexia Heine, N 5 zu Art. 48, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]). Eine Leistungskürzung oder -verweigerung gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG ist nach Gesagtem insbesondere davon abhängig, ob die fragliche Massnahme eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit bzw. erhebliche Minderung des versicherten Schadens verspricht. Eines strikten Beweises, die verweigerte Massnahme hätte tatsächlich zum erwarteten Erfolg geführt, bedarf es nicht, sondern es genügt, wenn die Vorkehr mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erfolgreich gewesen wäre. Der erforderliche Grad an Wahrscheinlichkeit ist unter Berücksichtigung der Schwere des mit der Massnahme verbundenen Eingriffs in Persönlichkeitsrechte zu beurteilen: Bei therapeutischen Massnahmen, welche mit einem nur geringen Eingriff verbunden sind, dürfen an die Wahrscheinlichkeit der zu erwartenden Besserung keine hohen Anforderungen gestellt werden.”
Erfolgt eine Pflicht oder Erwartung, wegen der Schadenminderung die Berufstätigkeit zu wechseln, muss die Kasse den Versicherten mahnen und ihm eine angemessene Anpassungsfrist gewähren. Nach Rechtsprechung ist eine Frist von drei bis fünf Monaten ab der Mahnung in der Regel als angemessen anzusehen.
“Selon la jurisprudence, le degré de l'incapacité de travail doit être fixé sur la base de la profession exercée jusqu'alors, aussi longtemps qu'on ne peut raisonnablement exiger de l'assuré qu'il mette à profit sa capacité de travail résiduelle dans une autre branche professionnelle (obligation de diminuer le dommage ; ATF 129 V 460 consid. 4.2 et 114 V 281 consid. 1d). Ce principe a été codifié à l'art. 6, deuxième phrase, LPGA, qui prévoit qu'en cas d'incapacité de travail de longue durée, l'activité raisonnablement exigible peut aussi relever d'une autre profession ou d'un autre domaine d'activité. En ce sens, l'assurance d'indemnités journalières n'assure l'incapacité de travail que dans les limites posées par l'obligation de diminuer le dommage (Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in : Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 3e éd., Bâle 2016, n° 1461, p. 841-842). Dans l'hypothèse où un assuré, en vertu de son obligation de diminuer le dommage, doit s'astreindre à changer de profession, la caisse doit l'avertir à ce propos et lui accorder un délai adéquat – pendant lequel l'indemnité journalière versée jusqu'à présent est due – pour s'adapter aux nouvelles conditions ainsi que pour trouver un emploi (cf. art. 21 al. 4 LPGA). Dans la pratique, un délai de trois à cinq mois imparti dès l'avertissement de la caisse doit en règle générale être considéré comme adéquat (TF 9C_546/2007 du 28 août 2007 consid. 3.4 et les références). c) La loi ne définit pas la notion de « longue durée » que doit revêtir l’incapacité de travail pour qu’un changement de profession ou d’activité puisse entrer en considération. Selon les travaux préparatoires, cette notion doit se comprendre comme voulant dire « en règle générale plus de six mois ». Pour interpréter cette notion, il convient toutefois, plutôt que de fixer une durée déterminée, de distinguer la situation selon qu’il apparaît ou non hautement probable que la personne assurée recouvrira sa capacité de travail dans la profession ou l’activité habituelle. Une incapacité de travail de longue durée ne saurait être retenue tant et aussi longtemps qu’il est possible d’émettre le pronostic, au regard des données médicales au dossier, que la personne assurée reprendra son activité antérieure, selon la vraisemblance prépondérante, de manière à mettre fin au droit aux prestations de l’assurance sociale (indemnités journalières ou rente).”
“Selon la jurisprudence, le degré d’incapacité de travail doit être fixé sur la base de la profession exercée jusqu’alors, aussi longtemps qu’on ne peut raisonnablement exiger de l’assuré qu’il mette à profit sa capacité de travail résiduelle dans une autre branche professionnelle (obligation de diminuer le dommage ; ATF 129 V 460 consid. 4.2 et 114 V 281 consid. 1d ; TF 9C_511/2021 du 25 janvier 2022 consid. 2.2). Ce principe a été codifié à l’art. 6, deuxième phrase, LPGA qui prévoit qu’en cas d’incapacité de travail de longue durée, l’activité raisonnablement exigible peut aussi relever d’une autre profession ou d’un autre domaine d’activité. En ce sens, l’assurance d’indemnités journalières n’assure l’incapacité de travail que dans les limites posées par l’obligation de diminuer le dommage (Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in : Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 3e éd., Bâle 2016, n. 1461, pp. 841 – 842). Dans l’hypothèse où un assuré, en vertu de son obligation de diminuer le dommage, doit s’astreindre à changer de profession, la caisse doit l’avertir à ce propos et lui accorder un délai adéquat – pendant lequel l’indemnité journalière versée jusqu’à présent est due – pour s’adapter aux nouvelles conditions ainsi que pour trouver un emploi (cf. art. 21 al. 4 LPGA). Dans la pratique, un délai de trois à cinq mois imparti dès l’avertissement de la caisse doit en règle générale être considéré comme adéquat (TF 9C_546/2007 du 28 août 2008 consid. 3.4 et les références). c) La loi ne définit pas la notion de « longue durée » que doit revêtir l’incapacité de travail pour qu’un changement de profession ou d’activité puisse entrer en considération. Selon les travaux préparatoires, cette notion doit se comprendre comme voulant dire « en règle générale plus de six mois ». Pour interpréter cette notion, il convient toutefois, plutôt que de fixer une durée déterminée, de distinguer la situation selon qu’il apparaît ou non hautement probable que la personne assurée recouvrira sa capacité de travail dans la profession ou l’activité habituelle. Une incapacité de travail de longue durée ne saurait être retenue tant et aussi longtemps qu’il est possible d’émettre le pronostic, au regard des données médicales au dossier, que la personne assurée reprendra son activité antérieure, selon la vraisemblance prépondérante, de manière à mettre fin au droit aux prestations de l’assurance sociale (indemnités journalières ou rente).”
“Selon la jurisprudence, le degré d’incapacité de travail doit être fixé sur la base de la profession exercée jusqu’alors, aussi longtemps qu’on ne peut raisonnablement exiger de l’assuré qu’il mette à profit sa capacité de travail résiduelle dans une autre branche professionnelle (obligation de diminuer le dommage ; ATF 129 V 460 consid. 4.2 et 114 V 281 consid. 1d ; TF 9C_511/2021 du 25 janvier 2022 consid. 2.2). Ce principe a été codifié à l’art. 6, deuxième phrase, LPGA qui prévoit qu’en cas d’incapacité de travail de longue durée, l’activité raisonnablement exigible peut aussi relever d’une autre profession ou d’un autre domaine d’activité. En ce sens, l’assurance d’indemnités journalières n’assure l’incapacité de travail que dans les limites posées par l’obligation de diminuer le dommage (Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in : Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 3e éd., Bâle 2016, n. 1461, pp. 841 – 842). Dans l’hypothèse où un assuré, en vertu de son obligation de diminuer le dommage, doit s’astreindre à changer de profession, la caisse doit l’avertir à ce propos et lui accorder un délai adéquat – pendant lequel l’indemnité journalière versée jusqu’à présent est due – pour s’adapter aux nouvelles conditions ainsi que pour trouver un emploi (cf. art. 21 al. 4 LPGA). Dans la pratique, un délai de trois à cinq mois imparti dès l’avertissement de la caisse doit en règle générale être considéré comme adéquat (TF 9C_546/2007 du 28 août 2008 consid. 3.4 et les références). c) La loi ne définit pas la notion de « longue durée » que doit revêtir l’incapacité de travail pour qu’un changement de profession ou d’activité puisse entrer en considération. Selon les travaux préparatoires, cette notion doit se comprendre comme voulant dire « en règle générale plus de six mois ». Pour interpréter cette notion, il convient toutefois, plutôt que de fixer une durée déterminée, de distinguer la situation selon qu’il apparaît ou non hautement probable que la personne assurée recouvrira sa capacité de travail dans la profession ou l’activité habituelle. Une incapacité de travail de longue durée ne saurait être retenue tant et aussi longtemps qu’il est possible d’émettre le pronostic, au regard des données médicales au dossier, que la personne assurée reprendra son activité antérieure, selon la vraisemblance prépondérante, de manière à mettre fin au droit aux prestations de l’assurance sociale (indemnités journalières ou rente).”
Art. 21 Abs. 4 ATSG ist im Zusammenhang mit den Eingliederungspflichten nach Art. 7 IVG anzuwenden. Vor einer Kürzung oder Verweigerung sind die Umstände des Einzelfalls zu würdigen, namentlich das Ausmass des Verschuldens. Die Sanktion muss verhältnismässig zum voraussichtlichen Eingliederungserfolg sein; für die Erfolgsprognose genügt eine gewisse, den Umständen angepasste Wahrscheinlichkeit. In gesetzlich abschliessend geregelten Ausnahmefällen (Art. 7b IVG) kann eine Kürzung oder Verweigerung auch ohne vorherige Mahnung und Bedenkzeit erfolgen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die Leben oder Gesundheit gefährden, gelten als unzumutbar.
“2 IVG sind im Zeitpunkt des Beginns der Vorbereitung auf die Ausbildung zum Büroassistenten am 3. Juli 2019 somit erfüllt gewesen. Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt der Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, insbesondere auch an Massnahmen beruflicher Art (Art. 7 Abs. 2 lit. c IVG). Ist die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen, können die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden (Art. 7b Abs. 1 IVG). Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG). Die Leistungen können gemäss Art. 7b Abs. 2 IVG in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt (lit. a), der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist (lit. b), Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat (lit.”
“Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). Nach Art. 21 Abs. 4 ATSG können Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht oder widersetzt, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG kann der Versicherungsträger auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen, wenn die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nachkommen. Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen.”
“20) muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, namentlich auch an medizinischen Behandlungen nach Art. 25 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Wenn die versicherte Person diesen Pflichten nicht nachgekommen ist, können die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden (Art. 7b Abs. 1 IVG). Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht vor, dass eine versicherte Person, die sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder die nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt, unter Ansetzung einer angemessenen Bedenkzeit schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden muss, bevor ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. In Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG können die Leistungen ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren nur dann gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person ihre Anmelde-, Melde- oder Auskunftspflicht verletzt oder wenn sie Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat (vgl. die in Art. 7b Abs. 2 IVG abschliessend aufgezählten Tatbestände qualifizierter Pflichtverletzung).”
“Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip müssen das Mass der Sanktion (Leis-tungskürzung oder -verweigerung) und der voraussichtliche Eingliederungserfolg (Verbesserung oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit) einander entsprechen. Die versicherte Person ist grundsätzlich so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungspflicht wahrgenommen hätte. Für die Frage nach dem mutmasslichen Eingliederungserfolg bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine je nach den Umständen zu konkretisierende gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, erfolgreich gewesen wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_345/2022 vom 12.”
Zielvereinbarungen können ausdrücklich auf die Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG hinweisen. Schadenminderungsauflagen können mit Leistungsvorbehalten bzw. Vorbescheiden verbunden werden.
“Gemäss der von der Beschwerdeführerin am 20. Juni 2021 (Urk. 7B/177) unterzeichneten Zielvereinbarung wurden als Ziele der erfolgreiche Abschluss der Umschulung zur Arbeitsagogin und das Finden einer Anstellung festgehalten. Im Weiteren wurden die Verantwortlichkeiten der versicherten Person, der Eingliederungsfachperson und die Anforderungen an die Durchführungsstelle aufgeführt. Sodann erfolgte der Hinweis auf die Schadenminderungspflicht gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG.”
“Mai 2018 erhobenen Beschwerde hatte das Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt die IV-Stelle im Rahmen einer Rückweisung angewiesen, die erwerblichen Auswirkungen einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in angepasster Tätigkeit und eine Behandlungsauflage zu prüfen (Urteil vom 7. Januar 2019). Daraufhin teilte die IV-Stelle A.________ mit Einschreiben vom 6. Juni 2019 mit, aufgrund seiner erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigung habe er Anspruch auf eine Invalidenrente. Der entsprechende Entscheid werde mit separater Post zugestellt. Ausserdem gab sie ihm folgende Schadenminderungsauflage bekannt: "kontinuierliche mindestens wöchentliche Psychotherapie bei einem anerkannten Psychiater, Ausschöpfung der psychopharmakologischen Optionen einschliesslich 'therapeutic drug monitoring', suchtspezifische Behandlung (Alkoholkonsum) mit objektiver Kontrolle; bei ungenügendem Ansprechen halbstationäre oder zwischengeschaltet stationäre Behandlung". Im gleichen Schriftstück machte sie A.________ darauf aufmerksam, dass er gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG gesetzlich verpflichtet sei, sämtliche zumutbaren Massnahmen durchzuführen, welche die Wiedererlangung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit versprechen würden. Zudem setzte sie ihm Frist bis 26. August 2019 für die Einreichung einer schriftlichen Bestätigung des behandelnden Therapeuten und wies darauf hin, dass Anspruch auf die Invalidenrente grundsätzlich nur bestehe, wenn die erwähnte Massnahme durchgeführt werde - er müsse mit der Aufhebung seiner Invalidenrente rechnen, sollte er diese Auflage nicht einhalten oder ohne Wissen der IV-Stelle vorzeitig abbrechen; das Ergebnis werde anlässlich der nächsten Rentenrevision im Oktober 2020 überprüft. Ebenfalls am 6. Juni 2019 liess sie A.________ den Vorbescheid zukommen, mit welchem ihm eine Dreiviertelsrente ab 1. November 2013 auf der Basis eines 60%igen Invaliditätsgrades in Aussicht gestellt wurde. Dr. med. B.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, bestätigte mit Schreiben vom 21. August 2019, dass sich A.________ seit 23.”
Für eine Kürzung oder Verweigerung nach Art. 21 Abs. 1 ATSG ist Vorsatz im strafrechtlichen Sinn erforderlich; dabei genügt auch Eventualvorsatz. Eventualvorsatz liegt vor, wenn der Handelnde den Erfolgseintritt für möglich hält und ihn für den Fall seines Eintretens in Kauf nimmt.
“Gemäss Art. 21 Abs. 1 ATSG können Geldleistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder in schweren Fällen verweigert werden, wenn die versicherte Person den Versicherungsfall vorsätzlich oder bei vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt oder verschlimmert hat. Der Begriff der Vorsätzlichkeit ist im strafrechtlichen Sinne zu verstehen, wobei auch Eventualvorsatz genügt (Urteil 9C_55/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 5.3 mit Hinweisen, nicht publiziert in BGE 136 V 362, aber in SVR 2011 IV Nr. 34 S. 99; BRUNNER/VOLLENWEIDER, in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 12 zu Art. 21 ATSG). Eventualvorsatz liegt dann vor, wenn jemand den Eintritt des Erfolgs für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er oder sie den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt (vgl. Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB in der seit 1. Januar 2007 geltenden Fassung), sich mit ihm abfindet, mag er auch unerwünscht sein. Sowohl eventualvorsätzlich als auch bewusst fahrlässig Handelnde wissen um die Möglichkeit des Erfolgseintritts.”
“Wie die Vorinstanz zu Recht erkennt, erfordert die Annahme des Vorsatzes keine sichere Voraussicht des genauen Geschehensablaufs. Es genügt, wenn der Täter die Tatbestandsverwirklichung ernsthaft und tatsächlich für möglich hält (STRATENWERTH, a.a.O., § 9 N. 73). Dies ist hier, wie sich aus den obstehenden Erwägungen ergibt (E. 9.1.1), ohne weiteres zu bejahen.” L’adempimento del dolo eventuale è stato riconosciuto, inoltre, in una sentenza IV 2018/138 del 20 aprile 2020, nella quale il Tribunale cantonale delle assicurazioni del Canton San Gallo ha confermato la correttezza della riduzione delle prestazioni ex art. 21 cpv. 1 LPGA applicata nel caso di un assicurato che, in stato di ebbrezza e senza disporre della licenza di condurre, si era messo alla guida di un motoveicolo, senza casco, andando poi a sbattere contro un’automobile parcheggiata. I giudici cantonali hanno confermato l’esistenza del dolo eventuale, con la seguente motivazione: " (…) Nachfolgend ist zur Abklärung des Vorliegens der Kürzungsgründe gemäss Art. 21 Abs. 1 ATSG weiter zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die Vergehen vorsätzlich oder zumindest eventualvorsätzlich begangen hat. Strafrechtlich ist nicht nur die vorsätzliche, sondern auch die fahrlässige Begehung strafbar (Art. 100 Ziff. 1 SVG). Gleiches gilt offenbar auch im B.___-ischen Recht (vgl. Suva-act. 111-6). Das Strafurteil äussert sich deshalb nicht ausdrücklich dazu, ob die Tat vorsätzlich oder fahrlässig begangen wurde. Demgegenüber ist für eine Kürzung nach Art. 21 Abs. 1 ATSG (im Gegensatz zu Art. 37 Abs. 3 UVG) eine vorsätzliche Begehung erforderlich. Der Begriff der Vorsätzlichkeit ist im strafrechtlichen Sinne zu verstehen, wobei auch Eventualvorsatz genügt. Fehlt eine strafrichterliche Beurteilung, hat der Sozialversicherungsrichter selbstständig zu prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind (BGE 129 V 354 E. 3.2; 119 V 241 E. 3b, Urteil des Bundesgerichts vom 8. Oktober 2010, 9C_55/2010, E. 5.3). Vorsätzlich handelt, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Zum Vorsatz gehört nur das auf die objektiven Merkmale des Deliktstatbestands bezogene Wissen und Wollen, nicht auch das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit.”
Vorsätzliches Herbeiführen einer Gesundheitsschädigung oder mindestens deren In‑Kauf‑Nehmen (dolus eventualis) kann als schwerer Fall im Sinne von Art. 21 Abs. 1 ATSG gelten und eine vorübergehende oder dauernde Kürzung bzw. in schweren Fällen eine Leistungsverweigerung rechtfertigen.
“Juni 2010 eröffnet worden war, dass er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Wie sie darlegte und was aktenkundig ist, verhielt sich der Beschwerdegegner wiederholt aggravatorisch und konnte durch eine Observation gezeigt werden, dass die demonstrierten Beschwerden nicht authentisch waren. Dementsprechend war gemäss gutachterlicher Beurteilung der ABI vom 4. Februar 2019 bis zum 22. September 2010 denn auch keine relevante gesundheitliche Einschränkung nachweisbar. In psychiatrischer Sicht wurde ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, ggw. leichte Episode sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert. Es wurde im Rahmen der Konsistenzprüfung jedoch darauf hingewiesen, dass der Beschwerdegegner selber kurze Strecken Auto fahre, was gegen das Vorliegen von deutlichen Konzentrationsstörungen spreche. Wenn die Beschwerdeführerin bei dieser Ausgangslage die Zusprechung einer Invalidenrente gestützt auf Art. 21 Abs. 1 ATSG verweigerte und nicht nur eine Kürzung vornahm, da sie davon ausging, der Beschwerdegegner habe alles daran gesetzt, die Ärzte doch noch von seiner Invalidität zu überzeugen und den Versicherungsfall zumindest eventualvorsätzlich herbeigeführt, ist dies nicht zu beanstanden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners setzte er sich durch sein Verhalten ohne triftigen Grund, sinnlos einer grossen Gefahr aus und nahm die Verletzungsfolgen zumindest in Kauf, was als schwerer Fall eine Leistungsverweigerung rechtfertigt.”
“13 L’intention doit porter sur la réalisation du risque, ce par quoi il faut entendre la survenance de l’éventualité assurée (décès, incapacité de travail, incapacité de gain, etc.) ouvrant un droit aux prestations sociales. En tant que tel, un risque ne peut pas être aggravé; sur ce point, la formulation de l’art. 21 al. 1 LPGA est maladroite. Il faut en réalité comprendre que la sanction est susceptible de viser la personne assurée qui a aggravé les conséquences de la réalisation du risque, par exemple l’ampleur de l’atteinte à la santé, la durée de l’incapacité de travail, etc. (…) b) La commission par la personne assurée d’un crime ou d’un délit 17 Une sanction doit également être prononcée lorsque le risque se réalise ou que ses conséquences en sont aggravées alors que la personne assuré commet intentionnellement un crime ou un délit. 18 un crime est une infraction pénale passible d’une peine privative de liberté de plus de trois ans; un délit est une infraction pénale passible d’une peine privative de la liberté n’excédant pas trois ans ou d’une peine pécuniaire. Le prononcé d’une sanction administrative en application de l’art. 21 al. 1 LPGA suppose que tous les éléments constitutifs d’un état de fait pénal soient remplis, tant sur le plan objectif que subjectif. Sur ce second plan, seules les infractions commises intentionnellement, au moins au stade du dol éventuel, sont pertinentes, ce qui suppose conscience et volonté de la part de l’assuré. Les infractions pénales commises par négligence ne permettent pas d’appliquer les conséquences prévues par l’art. 21 al. 1 LPGA. Il en va de même pour la commission, même intentionnelle, d’une simple contravention. 19 L’assureur social, respectivement le juge des assurances sociales, ne sont liés ni par les constatations de fait opérées par les autorités pénales ni par les conséquences juridiques qu’elles en ont tirées. Ils ne s’en écartent cependant que si les faits établis au cours de l’instruction pénale et leur qualification juridique ne sont pas convaincants, ou s’ils se fondent sur des considérations spécifiques du droit pénal qui ne sont pas déterminantes en droit des assurances sociales.”
Art. 21 Abs. 4 ATSG findet auf die Ergänzungsleistungen keine Anwendung. Insbesondere ist die Anrechnung eines Verzichtseinkommens gem. Art. 11 Abs. 1 lit. g aELG nicht über Art. 21 Abs. 4 ATSG zu kürzen oder zu verweigern (vgl. hierzu die bundesgerichtliche Rechtsprechung und Wegleitungspraxis).
“der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, Stand 1. Januar 2019). Die Schadenminderungspflicht in der Form der Pflicht zur Stellensuche ist nicht abmahnungsbedürftig, denn es versteht sich von selbst, dass eine arbeitsfähige, aber arbeitslose Person, deren Einnahmen den Existenzbedarf nicht zu decken vermögen, sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen hat, um mit einem Erwerbseinkommen als zusätzliche Einnahmenquelle ihren Existenzbedarf bzw. bei einem Ehepaar den gemeinsamen Existenzbedarf aus eigener Kraft zu decken (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. März 2021, EL 2019/51, E. 2.3). Art. 21 Abs. 4 ATSG, laut dem eine Kürzung oder Verweigerung von Leistungen bei einer Verletzung der Schadenminderungspflicht im Zusammenhang mit einer zumutbaren Behandlung oder einer Eingliederung in das Erwerbsleben der Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens bedarf, ist bei der Anwendung von Art. 11 Abs. 1 lit. g aELG nicht anwendbar (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 9. Januar 2020, 9C_251/2019, E. 8.2, m.w.H.). Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat bis zum Jahr 2010 in einem 50%-Pensum in der Reinigung gearbeitet. Die Abklärungen im Verfahren betreffend die Zusprache einer Invalidenrente, das mit einer Verfügung vom 19. März 2013 abgeschlossen worden ist, haben ergeben, dass ihr diese Tätigkeit nicht mehr zumutbar gewesen ist. Körperlich leicht belastende Tätigkeiten in wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen (gehend, sitzend, stehend), ohne höhergradige Kniebelastungen durch grössere Geh- und Stehpensen sowie ohne das Gehen in unebenem Gelände oder auf Treppen sind ihr dagegen vollständig zumutbar gewesen (act.”
“Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person, welche sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht oder widersetzt, die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wobei vorher Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen ist. Gemäss der Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts 9C_251/2019 vom 9. Januar 2020 E. 8.2 und 9C_179/2021 vom 8. Juli 2021 E. 3.2) ist Art. 21 Abs. 4 ATSG auf die Ergänzungsleistungen nicht anzuwenden. Denn diese Bestimmung beziehe sich lediglich auf die Widersetzlichkeit gegenüber einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederungsmassnahmen sowie auf mangelnde Selbsteingliederung (Urteil des Bundesgerichts 9C_326/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.2; BGE 133 V 511 E. 4.2). Die Anrechnung eines Verzichtseinkommens gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG beschlage indes weder die Behandlung noch die Eingliederung, sondern sei ein gesetzlich vorgesehenes Element der Ergänzungsleistungsbemessung. Deren Leistungen bezweckten die Deckung des Existenzbedarfs (Urteil des Bundesgerichts 9C_717/2010 vom 26.”
Das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG verfolgt andere Zwecke als das Vorbescheidverfahren und ist diesem zeitlich vorgelagert. Die Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens entbindet die IV-Stelle nicht von der gesetzlichen Pflicht, anschliessend das Vorbescheidverfahren durchzuführen.
“Nicht beigepflichtet werden kann der Verwaltung auch, soweit sie sich sinngemäss auf den Standpunkt stellt, gegen die Notwendigkeit eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens spreche auch, dass der Versicherten mit dem Vorbescheid eine Bedenkzeit von 30 Tagen eingeräumt worden sei. Es ist ihr entgegenzuhalten, dass das Mahn- und Bedenkzeitverfahren (Art. 21 Abs. 4 ATSG) anderen Zwecken dient als das Vorbescheidverfahren (Art. 57a IVG), weshalb es diesem auch zeitlich vorgelagert ist (vgl. auch Urteil 8C_663/2017 vom 12. Dezember 2017 E. 5.1). Das Gesetz bietet keine Handhabe, auf das Mahn- und Bedenkzeitverfahren zu verzichten mit der Begründung, die Versicherte erhalte mit dem zu erlassenden Vorbescheid bereits die Gelegenheit, ihr Verhalten in der Einwandfrist zu überdenken (vgl. zum ebenfalls ausgeschlossenen Verzicht auf einen Vorbescheid wegen eines durchgeführten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens: URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, 2010, S. 413 Rz. 2102).” Va ancora evidenziato che la sanzione presa in applicazione dell’art. 43 cpv. 3 LPGA, deve essere proporzionata (sentenza 9C_244/2016 del 16 gennaio 2017). Quando la persona assicurata decide di collaborare, la sanzione può concernere unicamente il lasso di tempo durante il quale la collaborazione è stata rifiutata. Se l’assicurato collabora, non vi è più alcun nesso causale e la prestazione va di principio ripristinata (DTF 139 V 585 consid.”
“Schliesslich bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz das Vorbescheidverfahren beachtet hat. Das Bundesgericht hielt mit Urteil 9C_742/2018 vom 18. Dezember 2018 E. 6.3 fest, dass das Mahn- und Bedenkzeitverfahren (Art. 21 Abs. 4 ATSG) anderen Zwecken diene als das Vorbescheidverfahren (Art. 57a IVG), weshalb es diesem auch zeitlich vorgelagert sei. Das Gesetz biete keine Handhabe, auf das Mahn- und Bedenkzeitverfahren zu verzichten mit der Begründung, die Versicherte erhalte mit dem zu erlassenden Vorbescheid bereits die Gelegenheit, ihr Verhalten in der Einwandfrist zu überdenken. Es verwies in der Folge «zum ebenfalls ausgeschlossenen Verzicht auf einen Vorbescheid wegen eines durchgeführten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens auf Urs Müller, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, 2010, S. 413 Rz. 2102). In seinem Urteil C-1331/2020 vom 28. April 2021 hat das Bundesverwaltungsgericht in E. 4.2 (in fine) und E. 5.3 - mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung - festgehalten, dass die Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens die IV-Stelle nicht vom gesetzlich vorgesehenen Vorbescheidverfahren entbinde. Das Vorbescheidverfahren diene zwar auch der Ausübung des rechtlichen Gehörs, gehe aber über den verfassungsrechtlichen Mindestanspruch nach Art.”
Abweichung vom Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren: Gemäss Art. 7b IVG (Rechtsprechung) können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG in bestimmten Fällen ohne vorherige schriftliche Mahnung und ohne angemessene Bedenkzeit gekürzt oder verweigert werden. Zu den genannten Fällen gehören insbesondere: trotz Aufforderung nicht erfolgte Anmeldung, Verletzung der Meldepflicht nach Art. 31 ATSG, unrechtmässige Erwirkung von Leistungen und die Nichterteilung von Auskünften gegenüber der IV‑Stelle. Bei der Entscheidung sind die Umstände des Einzelfalls, namentlich das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen.
“Die Leistungen können gemäss Art. 7b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs.”
“Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
“1) in Kraft (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 705, BBl 2017 2535), dies mitsamt entsprechendem Verordnungsrecht. Die dem angefochtenen Urteil zugrunde liegende Verfügung erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) sowie des ATSG und der ATSV (SR 830.11) in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (BGE 148 V 174 E. 4.1). 2.2. Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen zur Mitwirkungspflicht der Versicherten und zu den Folgen im Fall ihrer schuldhaften Verletzung, unter Einschluss des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens, zutreffend dargelegt (Art. 43 Abs. 3 ATSG). Dies gilt gleichermassen für die IV-rechtliche Spezialnorm gemäss Art. 7b Abs. 2 lit. d IVG, wonach Leistungen in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden können, wenn der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt werden, die diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt. 2.3. Zu wiederholen ist der Gehalt von Art. 53 Abs. 2 ATSG: Danach kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und - was nach der Rechtsprechung auf periodische Dauerleistungen regelmässig zutrifft (BGE 119 V 475 E. 1c) - wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. In diesem Sinne dient die Wiedererwägung der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung bei der Würdigung des Sachverhalts, insbesondere bei klarer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Zweifellose Unrichtigkeit meint dabei, dass kein vernünftiger Zweifel an der (von Beginn weg bestehenden) Unrichtigkeit der Verfügung möglich, also einzig dieser Schluss denkbar ist (BGE 148 V 195 E.”
Bei stationärem Massnahmenvollzug oder therapeutischer Anstaltsunterbringung, bei denen – jedenfalls tatsächlich oder theoretisch – keine externe Erwerbstätigkeit möglich ist, ist die Sistierung von Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter nach Art. 21 Abs. 5 ATSG zulässig. Das Bundesgericht hat in der Praxis in solchen Konstellationen die Sistierung bestätigt und in Fällen, in denen sich keine dem Gleichheitsgebot genügenden Unterscheidungskriterien finden lassen, eine pauschale Sistierung aller derartigen Leistungen während der Vollzugsdauer angeordnet.
“Outre que la notion pénale de grave trouble mental ne présume pas ipso facto une incapacité de gain, le législateur a sciemment renoncé à toute classification, tout l’éventail des phénomènes anormaux et susceptibles d’être diagnostiqués selon les critères scientifiques pouvant en principe entraîner une telle mesure thérapeutique, et à ce titre, a considéré l’art. 59 CP applicable aux personnes souffrant d’une dépendance aux jeux de hasard (FF 1999 1982). Ainsi, il ne saurait être exclu qu’une personne souffrant d’un grave trouble mental au sens de l’art. 59 CP et exécutant une telle mesure soit valide au sens de la LPGA, tout en étant soumise au même régime institutionnel que le recourant, avec impossibilité d’exercer une activité lucrative. C’est le lieu de relever que la suspension de la rente au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA est notamment justifiée par le souci d’éviter que le détenu, qui est entretenu par la collectivité publique, ne retire un avantage économique en raison de l’exécution de sa peine durant laquelle, qu’il soit ou non invalide, il perd, en règle générale, son salaire ou ses gains professionnels (ATF 113 V 276 consid. 2). cc) Enfin, l’art. 21 al. 5 LPGA ne souffre aucune interprétation sous l’angle du principe de l’égalité de traitement entre invalides, la suspension, totale ou partielle, du paiement des prestations pour perte de gain en faveur de l’assuré exécutant une peine ou une mesure, répondant à la volonté du législateur. 5. a) Il découle de ce qui précède que le recours, mal fondé, doit être rejeté dans la mesure de sa recevabilité et la décision attaquée confirmée. b) La procédure de recours en matière de contestations portant sur l’octroi ou le refus de prestations de l’assurance-invalidité est soumise à des frais de justice (art. 69 al. 1bis LAI). Il convient en l’espèce de les fixer à 600 fr. et de les mettre à la charge du recourant, vu le sort de ses conclusions. Il n’y a pas lieu d’allouer de dépens au recourant, qui n’obtient pas gain de cause (art. 61 let. g LPGA). c) La partie recourante est au bénéfice de l’assistance judiciaire. Les frais judiciaires mis à sa charge ci-avant sont donc provisoirement supportés par l’Etat.”
“Juni 2014 zu Recht wiedererwägungsweise aufgehoben worden sei, so die Vorinstanz weiter. Das Wartejahr (Art. 28 Abs.1 lit. b IVG) habe im Oktober 2010 mit dem Verkehrsunfall zu laufen begonnen, da der Versicherte zuvor in einem 100 %-Pensum als Polygraph tätig gewesen sei und er eine allfällig frühere Arbeitsunfähigkeit nicht rechtsgenüglich dargetan habe. Der Rentenanspruch sei daher am 1. Oktober 2011 entstanden. Bei einem überwiegend wahrscheinlichen Invaliditätsgrad von mindestens 70 % resultiere ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin stehe Art. 88 bis Abs.1 lit. c IVV der wiedererwägungsweisen Zusprache der Rente für die Zeit vor dem 1. April 2018 nicht entgegen. Diese Bestimmung sei im hier zu beurteilenden Wiedererwägungsverfahren nicht massgebend. Als Ausführungsbestimmung zu Art. 17 Abs. 1 ATSG betreffe sie nur die (revisionsweise) Erhöhung, aber nicht die Rentenzusprache. Da sich der Versicherte ab 18. September 2013 im Massnahmenvollzug befunden habe, sei die Rente aber ab 1. Oktober 2013 gestützt auf Art. 21 Abs. 5 ATSG für die Dauer des Vollzugs zu sistieren. Da es keine dem Gleichheitsgebot genügenden Kriterien zur Unterscheidung einzelner Fallkonstellationen gebe, seien ausnahmslos alle Geldleistungen mit Erwerbscharakter während der Vollzugsdauer zu sistieren. Bei der Eröffnung der angefochtenen Verfügung am 28. Februar 2019 sei der Versicherte immer noch im Massnahmenvollzug gewesen, weshalb die Sistierung weiter angedauert habe.”
“Die Vorinstanz stellte fest, der Beschwerdeführer befinde sich seit November 2006 in einer gestützt auf aArt. 43 StGB bzw. Art. 59 StGB (gültig ab 1. Januar 2007) angeordneten strafrechtlich motivierten stationären therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 21 Abs. 5 ATSG. Gemäss schriftlicher Auskunft der zuständigen Strafvollzugsbehörde bestehe für ihn aufgrund der Vollzugsart keine (auch keine theoretische) Möglichkeit, einer externen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Im Lichte der klaren bundesgerichtlichen Rechtsprechung in Bezug auf derlei Konstellationen bestehe kein Raum, auf die Sistierung der Rentenleistungen des Beschwerdeführers zu verzichten.”
Zeitliche Wirkung: Bei Freiheitsentzug ist die Rente ab dem dem Beginn des Freiheitsentzugs folgenden Monat zu sistieren. Für den Monat, in dem die Vollstreckung der Freiheitsstrafe aufgehoben wird, ist die Rente wieder voll auszurichten. Bei Untersuchungshaft wird in der Praxis die Rente in der Regel bis zu drei Monate weitergezahlt; eine Suspendierung ist erst bei einer derart längeren Dauer gerechtfertigt.
“In zeitlicher Hinsicht verhält es sich folgendermassen: Bei einem Freiheitsentzug ist die Rente ab dem Monat zu sistieren, der dem Beginn des Freiheitsentzugs folgt. Grundsätzlich kann die Rente auch rückwirkend sistiert werden, da die zu Unrecht bezogenen Leistungen zurückzuerstatten sind, selbst wenn keine Meldepflichtverletzung vorliegt (KSIH Rz 6007 mit Hinweis auf Rz 5036). Die Rente ist für den Monat, in dem der Freiheitsentzug aufgehoben wird, wieder voll auszurichten (KSIH Rz 6008; Kieser, a.a.O., N 168 zu Art. 21; BSK, a.a.O., N 110 zu Art. 21 ATSG; BGE 114 V 143 E. 3). Dass die IV-Stelle die Rente der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. Dezember 2017 bis Ende März 2019 sistiert hat, ist angesichts dessen, dass sich die Beschwerdeführerin vom 1. November 2017 bis am 14. April 2019 im Strafvollzug befunden hat, nach dem Gesagten nicht zu beanstanden.”
“Anne-Sylvie DUPONT, in Commentaire romand de la LPGA, 2018, n. 74 ad art. 21). Les « prestations pour perte de gain » au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA incluent notamment les indemnités journalières, les rentes d’invalidité et les prestations complémentaires qui s’y rattachent, mais non les rentes de vieillesse et les prestations qui les complètent (cf. Ueli KIESER, op. cit., n. 166 et 175 ad art. 21 LPGA). Sous l’angle de l’invalidité, l’exécution d’une peine ou d’une mesure ne constitue pas un motif de révision, mais de suspension de la rente, ce qui était déjà le cas sous l’empire de la jurisprudence antérieure à la LPGA (cf. ATF 113 V 273). Puisque l’éventualité considérée entraîne une suspension de la rente, cette dernière doit être servie dans son intégralité pour le mois durant lequel l’exécution de la peine ou de la mesure débute. Une fois cette durée d’exécution accomplie, la rente est à nouveau servie pour le mois entier au cours duquel la sortie de prison a lieu (cf. ATF 114 V 143 consid. 3 ; Ueli KIESER, op. cit., n. 168 ad art. 21 LPGA). En revanche, lorsque la personne assurée est incarcérée sous le régime de la détention provisoire, la suspension des rentes d’invalidité n’est justifiée qu’à partir du moment où cette détention a duré trois mois, en application par analogie de l’art. 88a al. 1, 2ème phrase et al. 2, 1ère phrase du règlement de l’assurance-invalidité du 17 janvier 1961 (RAI – RS 831.201 ; ATF 138 V 281 consid. 3.3 ATF 133 V 1 consid. 4.2.4.2 ; Anne-Sylvie DUPONT, op. cit., n. 81 ad art. 21). En l’occurrence, il n’est ni contesté ni contestable que les prestations complémentaires versées à la recourante d’août à novembre 2022 l’ont été à tort. 4. 4.1 Selon l’art. 25 al. 1 LPGA, les prestations indûment touchées doivent être restituées. La restitution ne peut être exigée lorsque l’intéressé était de bonne foi et qu’elle le mettrait dans une situation difficile. Selon l’art. 4 de l’ordonnance sur la partie générale du droit des assurances sociales du 11 septembre 2002 (OPGA – RS 830.11), la restitution entière ou partielle des prestations allouées indûment, mais reçues de bonne foi, ne peut être exigée si l’intéressé se trouve dans une situation difficile (al.”
“En revanche, l’intéressé peut invoquer sa bonne foi si son défaut de conscience du caractère indu de la prestation ne tient qu’à une négligence légère, notamment, en cas d’omission d’annoncer un élément susceptible d’influer sur le droit aux prestations sociales considérées, lorsque ladite omission ne constitue qu’une violation légère de l’obligation d’annoncer ou de renseigner sur un tel élément (ATF 112 V 97 consid. 2c ; arrêts du Tribunal fédéral 9C_16/2019 consid. 4 et 9C_14/2007 du 2 mai 2007 consid. 4 ; DTA 2003 n° 29 p. 260 consid. 1.2 et les références ; RSAS 1999 p. 384 ; Ueli KIESER, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts - ATSG, 4ème éd. 2020, n. 65 ad art. 25 LPGA). 5.3 En vertu du devoir d’information qui lui incombe (cf. art. 31 al. 1 LPGA), la personne assurée doit informer spontanément les assureurs sociaux du fait qu’elle doit exécuter une mesure ou une peine privative de liberté. À défaut, elle ne pourra se prévaloir de sa bonne foi au moment où elle se verra notifier une demande de restitution (arrêt du Tribunal fédéral des assurances I 622/05 du 14 août 2006 consid. 4.4 ; Anne-Sylvie DUPONT, op. cit., n. 82 ad art. 21 LPGA). En matière de détention provisoire, on ne parlera de négligence grave que lorsque cette détention n’est pas annoncée à l’assureur alors même qu’elle s’est prolongée durant un laps de temps suffisamment long pour que l’on puisse considérer que l’intéressé(e) aurait dû avoir des doutes – à tout le moins sérieux – sur le maintien de son droit (ATF 110 V 284 consid. 4b). En référence à l’ATF 133 V 1 cité supra (consid. 3), les commentateurs de la LPC rappellent que le droit à la rente d’une personne en détention « préventive » (« provisoire » selon la terminologie du CPP) doit être en principe suspendu, puisque même une personne valide subirait en principe aussi une perte de gain durant cette période. Toutefois, une telle suspension ne s’applique que si la détention provisoire est d’une certaine durée. La durée de la détention provisoire durant laquelle la rente continue d’être servie peut s’étendre jusqu’à trois mois (cf. Urs MÜLLER in Hans-Ulrich STAUFFER/ Basile CARDINAUX [éditeurs], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3ème éd.”
Kann die Behörde die rechtlich relevanten Tatsachen aus den vorhandenen Akten ohne erhebliche Schwierigkeiten feststellen, ist eine auf die Akten gestützte Entscheidung möglich. Die Aufforderung (Diffida) an die versicherte Person muss inhaltlich hinreichend konkretisieren, welche Mitwirkung erwartet wird.
“Allorquando fondandosi sugli atti a disposizione dell'Ufficio AI, senza la partecipazione dell'assicurato, un esame nel merito della domanda è escluso, va pronunciata una decisione di non entrata nel merito (sentenza del TF 8C_882/2009 del 19 febbraio 2010 consid. 6.2). 4.3.5 Malgrado la mancata collaborazione dell'assicurato, l'Ufficio AI può pronunciarsi in base agli atti se è non possibile accertare i fatti senza difficoltà né complicazioni speciali (sentenza del TF 8C_417/2008 del 28 ottobre 2008 consid. 6.2). Se i fatti giuridicamente rilevanti non possono essere accertati ulteriormente, a prescindere dalla misura istruttoria necessaria e ragionevole, in presenza di un rifiuto di collaborazione dell'assicurato, va pronunciata una decisione in base agli atti (sentenza del TF 9C_266/2012 consid. 1.1). 4.4 Secondo giurisprudenza, la diffida deve indicare in modo sufficientemente esplicito cosa si aspetta l'autorità dall'assicurato (sentenza del TF 9C_961/2008 del 30 novembre 2009 consid. 6.2; Kieser, op. cit., art. 43 LPGA n. 106 e art. 21 LPGA n. 147; v. anche sentenza del TAF C- 1465/2017 del 19 aprile 2017 consid. 8.4). Inoltre, qualora l'assicurato non ottempera alla diffida, l'autorità può pronunciare una decisione di non entrata nel merito solo se le informazioni richieste sono necessarie per accertare i fatti e determinare le prestazioni e non sono altrimenti disponibili senza eccessive difficoltà (sentenza del TF 9C_345/2007 del 26 marzo 2008 consid. 4). 5. 5.1 Trattandosi di fattispecie internazionale, va premesso che, per prassi costante, la notifica all'estero di un documento ufficiale, quali un atto giudiziario o una decisione amministrativa, costituisce un atto di imperio, che salvo disposizione convenzionale contraria o consenso dello Stato nel quale la notifica va effettuata, deve avvenire per via diplomatica o consolare, a meno che non riguardi una comunicazione di natura meramente informativa senza effetti giuridici che in tal caso può essere notificata direttamente per posta (DTF 136 V 295 consid. 5.1 e relativi riferimenti).”
Fehlt die subjektive Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen, kann die IV‑Rente ohne vorgängige Prüfung von Eingliederungsmassnahmen und ohne Durchführung des Mahn‑ und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Das Fehlen des Eingliederungswillens muss mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen.
“Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass die versicherte Person entgegen der Regel in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1 S. 211 mit zahlreichen Hinweisen und E. 6 S. 214 f.; Urteile 9C_574/2019 vom 16. Oktober 2019 E. 3.1 mit Hinweisen und 9C_183/2015 vom 19. August 2015 E. 5, in: SVR 2015 IV Nr. 41 S. 139). Fehlt der Eingliederungswille bzw. die subjektive Eingliederungsfähigkeit, d.h. ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben, darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen resp. gestellten Anträge (Urteile 9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E. 3.1; 9C_797/2018 vom 10. September 2019 E. 5.1, je mit Hinweisen).”
“Ausnahmen von der grundsätzlich ("vermutungsweise") anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass die versicherte Person entgegen der Regel in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts vom 1. März 2021, 9C_541/2020, E. 4.4.2). Fehlt der Eingliederungswille bzw. die subjektive Eingliederungsfähigkeit, d.h. ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben, darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Von fehlendem Eingliederungswillen bzw. fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit ist nur dann auszugehen, wenn sie mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Dabei sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen respektive gestellten Anträge (Urteile des Bundesgerichts vom 1. März 2021, 9C_541/2020, E. 4.4.2, und vom 7. Januar 2019, 8C_611/2018, E. 6.1 f., mit weiteren Verweisen). Vorab ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund vorliegt.”
“Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass die versicherte Person entgegen der Regel in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteile 9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E. 3.1; 9C_574/2019 vom 16. Oktober 2019 E. 3.1 je mit Hinweisen). Fehlt der Eingliederungswille beziehungsweise die subjektive Eingliederungsfähigkeit, das heisst, ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben (zum Erfordernis der objektiven und subjektiven Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person: Silvia Bucher, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, 2011, Rz. 124 und 539), darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens beziehungsweise einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung beziehungsweise Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen respektive gestellten Anträge (Urteile 9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E. 3.1; 9C_797/2018 vom 10. September 2019 E. 5.1; 8C_682/2018 vom 21. Februar 2019 E. 7.1; 8C_611/2018 vom 7. Januar 2019 E. 6.1; 9C_231/2015 vom 7. September 2015 E. 4.2, je mit Hinweisen).”
“Ausnahmen von der diesfalls grundsätzlich («vermutungsweise») anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_233/2021 vom 7. Juni 2021 E. 2.3 mit Hinweisen). Praxisgemäss darf bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit, wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben ist, die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_480/2018 vom 26. November 2018 E. 7.3 und 8C_311/2018 vom 16. November 2018 E. 5.5). So können berufliche Massnahmen zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens beziehungsweise einer entsprechenden Motivation der versicherten Person (Urteile des Bundesgerichts 8C_111/2018 vom 21. August 2018 E. 6.4 und 9C_59/2017 vom 21. Juni 2017 E. 3.3). Von fehlendem Eingliederungswillen oder fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit ist indes nur dann auszugehen, wenn sie mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6) feststehen. Dabei sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung und Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor dem kantonalen Versicherungsgericht gemachten Ausführungen und die gestellten Anträge (vgl.”
IV‑Stellen können im Rahmen der Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG konkrete Behandlungs‑ oder Kontrollauflagen aussprechen (z. B. Psychotherapie, therapeutisches Drug‑Monitoring, CDT‑/Urin‑Tests). Solche Auflagen wurden in den Akten ausdrücklich mit Art. 21 Abs. 4 ATSG begründet. Die Akten zeigen weiter, dass eine Nichtbefolgung der Auflagen mit Kürzung oder Wegfall von Leistungen verknüpft werden kann.
“Mai 2018 erhobenen Beschwerde hatte das Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt die IV-Stelle im Rahmen einer Rückweisung angewiesen, die erwerblichen Auswirkungen einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in angepasster Tätigkeit und eine Behandlungsauflage zu prüfen (Urteil vom 7. Januar 2019). Daraufhin teilte die IV-Stelle A.________ mit Einschreiben vom 6. Juni 2019 mit, aufgrund seiner erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigung habe er Anspruch auf eine Invalidenrente. Der entsprechende Entscheid werde mit separater Post zugestellt. Ausserdem gab sie ihm folgende Schadenminderungsauflage bekannt: "kontinuierliche mindestens wöchentliche Psychotherapie bei einem anerkannten Psychiater, Ausschöpfung der psychopharmakologischen Optionen einschliesslich 'therapeutic drug monitoring', suchtspezifische Behandlung (Alkoholkonsum) mit objektiver Kontrolle; bei ungenügendem Ansprechen halbstationäre oder zwischengeschaltet stationäre Behandlung". Im gleichen Schriftstück machte sie A.________ darauf aufmerksam, dass er gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG gesetzlich verpflichtet sei, sämtliche zumutbaren Massnahmen durchzuführen, welche die Wiedererlangung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit versprechen würden. Zudem setzte sie ihm Frist bis 26. August 2019 für die Einreichung einer schriftlichen Bestätigung des behandelnden Therapeuten und wies darauf hin, dass Anspruch auf die Invalidenrente grundsätzlich nur bestehe, wenn die erwähnte Massnahme durchgeführt werde - er müsse mit der Aufhebung seiner Invalidenrente rechnen, sollte er diese Auflage nicht einhalten oder ohne Wissen der IV-Stelle vorzeitig abbrechen; das Ergebnis werde anlässlich der nächsten Rentenrevision im Oktober 2020 überprüft. Ebenfalls am 6. Juni 2019 liess sie A.________ den Vorbescheid zukommen, mit welchem ihm eine Dreiviertelsrente ab 1. November 2013 auf der Basis eines 60%igen Invaliditätsgrades in Aussicht gestellt wurde. Dr. med. B.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, bestätigte mit Schreiben vom 21. August 2019, dass sich A.________ seit 23.”
“Mai 2023 (IV-Akte 164) Folgendes mitgeteilt: Man erachte berufliche Massnahmen nur dann als erfolgsversprechend, wenn er nachweislich abstinent sei. Demzufolge erhalte er Leistungen, wenn er folgende Auflagen erfülle: regelmässige Bestimmung der CDT-Werte im Blut über die nächsten sechs Monate, zunächst einmalige quantitative Bestimmung von Cannabis im Urin. Gleichzeitig erfolgte ein Hinweis auf die in Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) statuierte Schadenminderungspflicht (vgl. IV-Akte 164). i) Mit Schreiben vom 23. Mai 2023 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für Berufsberatung durch L____, c/o M____spital [...]/M____ (vgl. IV-Akte 175). Am 25. Mai 2023 empfahl Dr. K____ eine geänderte Schadenminderungsauflage (vgl. IV-Akte 182). In der Folge sprach die IV-Stelle mit Einschreiben vom 20. Juni 2023 (IV-Akte 204) folgende Auflagen aus: "regelmässige Bestimmung der CDT-Werte im Blut alle zwei Monate; Bestimmung von Cannabis im Urin alle vier Wochen". Auch hier erfolgte ein Hinweis auf Art. 21 Abs. 4 ATSG (vgl. IV-Akte 204). Am 12. Juli 2023 erstattete L____ vom M____ Bericht (vgl. IV-Akte 213). In der Folge leistete die IV-Stelle am 7. August 2023 Kostengutsprache für ein zusätzliches Assessment, Berufsberatungsgespräche und -analyse (Dauer: 7. Juni 2023 bis 16. September 2023), durchgeführt von L____ (vgl. IV-Akte 218). Letztere tätigte in der Folge weitere Abklärungen und berichtete am 14. August 2023 (vgl. IV-Akte 219). Daraufhin äusserte sich Dr. K____. Sie erachtete Eingliederungsmassnahmen grundsätzlich für sinnvoll (vgl. die Stellungnahme vom 28. August 2023; IV-Akte 220). Mit Schreiben der Hausarztpraxis Dr. N____ vom 4. September 2023 wurde der Beschwerdeführer schliesslich zur allgemein-medizinischen Untersuchung im Rahmen der O____-Abklärung auf den 26. September 2023 eingeladen (vgl. IV-Akte 268). Diesen Termin nahm der Beschwerdeführer jedoch nicht wahr (vgl. die E-Mail des M____ vom 27. September 2023; IV-Akte 267, S. 3), weswegen die Berufsberatung ohne Weiterungen abgeschlossen wurde (vgl.”
“Die hier mit Schreiben der IV-Stelle vom 1. September 2021 (Urk. 9/45) mitgeteilte Auflage zur Alkoholabstinenz und psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung hätte somit allein als medizinische Behandlungsmassnahme gestützt auf die Schadenminderungspflicht (Art. 7 und 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG) erfolgen dürfen. Da die Beschwerdegegnerin diese Anordnung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren und die Leistungsprüfung schliesslich ohne Weiterungen aufgrund der Akten vornahm, war das Vorgehen im Lichte der neuesten Rechtsprechung nicht zulässig.”
Bei ärztlich indizierter Anpassung der Medikation ist zu berücksichtigen, dass der Versicherte eine angemessene Frist zur Durchführung der Behandlung und zum möglichen Wirkungseintritt eingeräumt werden muss. Vor einer vorübergehenden oder dauernden Kürzung oder Verweigerung von Leistungen ist zudem eine schriftliche Mahnung mit Hinweis auf die Rechtsfolgen und eine angemessene Bedenkzeit erforderlich.
“Il convient au contraire d'admettre que dite incapacité s'est à tout le moins prolongée jusqu'au moment où le rapport d'expertise a été rendu, respectivement trois mois plus tard, le temps que le traitement préconisé par l'experte-psychiatre soit susceptible de déployer ses effets. S'agissant du début de l'incapacité de travail, il est renvoyé au consid. 5 ci-dessous. 4. Dans ce contexte, la recourante allègue encore que son état de santé ne s'est pas amélioré dans les mois qui ont suivi l'expertise, en dépit du fait qu'elle a suivi les recommandations qui y figuraient. Elle reproche également à l'OAI d'avoir omis de lui fixer un délai pour suivre un traitement psychiatrique adéquat, au sens de l'art. 21 al. 4 LPGA. 4.1. D'après l'art. 7 al. 1 LPGA, l’assuré doit entreprendre tout ce qui peut être raisonnablement exigé de lui pour réduire la durée et l’étendue de l’incapacité de travail (art. 6 LPGA) et pour empêcher la survenance d’une invalidité (art. 8 LPGA). L'art. 7b al. 1 LPGA ajoute que les prestations peuvent être réduites ou refusées conformément à l’art. 21 al. 4 LPGA si l’assuré a manqué aux obligations prévues à l’art. 7 de la présente loi ou à l’art. 43 al. 2 LPGA. En vertu de l'art. 21 al. 4 LPGA, les prestations peuvent être réduites ou refusées temporairement ou définitivement si l’assuré se soustrait ou s’oppose, ou encore ne participe pas spontanément, dans les limites de ce qui peut être exigé de lui, à un traitement ou à une mesure de réinsertion professionnelle raisonnablement exigible et susceptible d’améliorer notablement sa capacité de travail ou d’offrir une nouvelle possibilité de gain. Une mise en demeure écrite l’avertissant des conséquences juridiques et lui impartissant un délai de réflexion convenable doit lui avoir été adressée. Les traitements et les mesures de réadaptation qui présentent un danger pour la vie ou pour la santé ne peuvent être exigés. 4.2. Dans son expertise, la psychiatre E.________ relevait un dosage insuffisant de la médication antidépressive (Brintelix à 20 mg) qui plus est avec un fort doute sur la compliance. Elle recommandait "de majorer le traitement sous antidépresseur ou d’introduire un régulateur de l’humeur (de la famille des antiépileptiques)", ce qui devait permettre de renoncer à l'administration d'autres médicaments, susceptibles d'avoir des effets dyskinétiques et/ou sédatifs.”
“________ ayant d’ailleurs déclaré à ce sujet qu’aucune pathologie somatique ou comorbidité contre-indiquait son introduction et que le recourant disposait de suffisamment de ressources cognitives pour comprendre l’importance de se voir prescrire un tel traitement. Au demeurant, l’assuré plaide en vain qu’il serait en droit de refuser un traitement psychotrope en raison des effets secondaires engendrés par ce dernier, ceux-ci n’étant qu’hypothétiques. Il échoue en conséquence à apporter la preuve – dont le fardeau lui incombe (cf. TF 8C_741/2018 du 22 mai 2019 consid. 3.3) – de l’inexigibilité de cette mesure thérapeutique. c) Sur le plan formel, l’intimé a envoyé, le 27 septembre 2021, une première missive au recourant, afin de l’enjoindre à suivre le traitement exigible, tout en le rendant attentif aux conséquences d’un refus. À la suite de sa réponse négative, une seconde mise en demeure lui a été communiquée le 5 novembre 2021 et un nouveau délai de réflexion lui a été imparti. Ainsi, au vu de ces démarches, il apparaît que cette autorité s’est conformée aux exigences découlant de l’art. 21 al. 4 LPGA avant de rendre sa décision du 8 février 2022. d) Cela dit, le recourant n’ayant été invité par l’intimé à se soumettre au traitement antidépresseur préconisé qu’à la fin du mois de septembre 2021, cette mesure n’aurait donc pu être introduite – en cas d’accord de sa part – qu’à ce moment-là, si bien que sa capacité de travail n’aurait pu être rétablie qu’à la fin du mois de décembre 2021, trois mois après. Etant donné que la réduction ou le refus des prestations doit prendre effet à partir du mois au cours duquel la ou les mesures demandées auraient entraîné une amélioration de l’invalidité qui aurait permis de réduire ou supprimer le droit à la prestation (cf. OFAS, Circulaire sur la procédure dans l’assurance-invalidité [CPAI], état au 1er février 2023, ch. 5055), l’intimé n’était pas justifié à mettre un terme au droit à la rente au 30 novembre 2021, en se fondant sur la date à laquelle le recourant lui a définitivement fait part de son intention de ne pas se soumettre audit traitement.”
In Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG können Leistungen ohne Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person Pflichtverletzungen begeht, namentlich: trotz Aufforderung nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich anmeldet, der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachkommt, Leistungen der IV zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat, oder der IV‑Stelle erforderliche Auskünfte nicht erteilt. Bei der Entscheidung sind alle Umstände des Einzelfalls, insbesondere das Ausmass des Verschuldens, zu berücksichtigen. Hilflosenentschädigungen werden nicht gekürzt oder verweigert.
“4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
“4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
“4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
“4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
“4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden Hilflosenentschädigungen weder verweigert noch gekürzt (Abs. 4).”
Bereits während des Straf- oder Massnahmenvollzugs ausbezahlte Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter können zurückgefordert werden. Macht die versicherte Person in einem Rechtsmittelverfahren nicht geltend, die Leistungen seien zu Recht erbracht worden, kann dies vom Gericht als zugunsten der Anspruchsinhaberin wirkende Einlassung gewertet werden. Die Frage der praktischen Durchsetzbarkeit einer Rückforderung (insbesondere bei durch die Strafbehörden sichergestelltem Vermögen) ist gesondert zu prüfen und muss nicht im selben Verfahren entschieden werden.
“Während des Straf- oder Massnahmenvollzugs werden Leistungen der Invalidenversicherung eingestellt (vgl. Art. 21 Abs. 5 ATSG). Der Beschwerdeführer befindet sich offenbar seit dem 14. April 2022 im Straf- oder Massnahmenvollzug. Die von ihm seither bezogenen Leistungen der Invalidenversicherung wurden ihm damit zu Unrecht ausgerichtet und sind von ihm zurückzuerstatten. Die Beschwerdegegnerin forderte von ihm entsprechend Fr. 45'404.-- für vom 1. Mai 2022 bis 31. August 2024 zu Unrecht bezogenen Leistungen der Invalidenversicherung zurück. In seiner Beschwerde machte der Beschwerdeführer mit keinem Wort geltend, dass er die Leistungen zu Recht erhalten hätte und anerkannte damit den Rückforderungsanspruch der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer brachte einzig vor, dass der Rückforderungsanspruch nicht durchsetzbar sei, da sein Vermögen im Rahmen des Strafverfahrens sichergestellt worden sei und er keine Verfügungsmacht darüber habe. Die Frage der Durchsetzbarkeit der Rückforderung hat aber mit der Frage, ob der Beschwerdeführer zu Recht zur Rückerstattung von Fr. 45'404.-- verpflichtet wurde, nichts zu tun und ist nicht in vorliegendem Verfahren zu klären.”
“Vu la réplique de l’assuré du 12 février 2024, concluant reconventionnellement à la condamnation de l’assureur au versement de la somme de CHF 13'376.- correspondant aux rentes d’invalidité échues de mai à décembre 2023 (8 x 1'672), avec intérêt à 5%, le recourant arguant notamment que l’intimée aurait, à tort, versé les rentes d’invalidité de mai à septembre 2023 sur un compte dont elle savait qu’il était bloqué par la justice pénale. Attendu en droit que conformément à l'art. 134 al. 1 let. a ch. 5 de la loi sur l'organisation judiciaire, du 26 septembre 2010 (LOJ - E 2 05), la chambre des assurances sociales de la Cour de justice connaît en instance unique des contestations prévues à l’art. 56 de la loi fédérale sur la partie générale du droit des assurances sociales, du 6 octobre 2000 (LPGA - RS 830.1) relatives à la loi fédérale sur l'assurance-accidents, du 20 mars 1981 (LAA - RS 832.20). Que sa compétence pour juger du cas d’espèce est ainsi établie. Qu’interjeté en temps utile, le recours est recevable (art. 60 LPGA). Que selon l’art. 21 al. 5 LPGA, si l’assuré exécute une peine ou une mesure, le paiement des prestations pour perte de gain peut être partiellement ou totalement suspendu durant la durée de la peine ; que s’il se soustrait à l’exécution d’une peine ou d’une mesure, le paiement des prestations pour perte de gain est suspendu à partir du moment où la peine ou la mesure aurait dû être exécutée ; que les prestations destinées à l’entretien des proches visées à l’al. 3 sont exceptées. Que l’al. 3 de l’art. 25 LPGA indique que dans la mesure où des assurances sociales ayant le caractère d’assurance de perte de gain ne prévoient aucune prestation en espèces pour les proches, les prestations en espèces ne peuvent être réduites en vertu de l’al. 1 que de moitié ; que pour l’autre moitié, la réduction prévue à l’al. 2 est réservée. Qu’en l’espèce, le litige porte, d’une part, sur la suppression du versement de la rente d’invalidité du recourant du 1er octobre 2023 au 9 janvier 2024, d’autre part, sur la demande de restitution de CHF 15'048.”
Die schriftliche Mahnung muss die versicherte Person konkret und eindeutig auf die bei Unterlassen eintretenden Rechtsfolgen hinweisen (z. B. dass Leistungen so beurteilt oder gekürzt werden, wie wenn die empfohlene Massnahme erfolgreich durchgeführt worden wäre, bzw. dass eine Verweisung gilt). Zudem ist der versicherten Person eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen.
“Es sind auch keine Berichte von behandelnden Ärzten für die Zeit nach Hinweis auf die Schadenminderungspflicht aktenkundig. Soweit die Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch mit Hinweis darauf verneinte, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers mit einer adäquaten Behandlung innert sechs Monaten verbessern lasse, ist dem entgegenzuhalten, dass aufgrund der medizinischen Aktenlage im Zeitpunkt der Entstehung des Leistungsanspruchs (Juni 2016) nicht von einer rentenausschliessenden Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen werden kann (vgl. E. 3.3 in fine). Mit einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes nach durchgeführter adäquater Behandlung war nach Einschätzung des Gutachters - vorausgesetzt der Beschwerdeführer begann im Dezember 2018 mit der entsprechenden Behandlung - frühestens im Juni 2019 zu rechnen gewesen. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer seinen Therapeuten nicht gewechselt hat, hätte er entsprechend des erforderlichen Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG spätestens mit Schreiben vom 11. Dezember 2018 (Urk. 6/92) auf die Folgen einer kontraproduktiven Therapie bei der bisherigen Therapeutin hingewiesen werden müssen. Die anzudrohende Folge wäre gewesen, dass sein (bereits angemeldetes) Leistungsgesuch unter der Annahme geprüft würde, wie wenn er die anempfohlenen Therapien (Therapiewechsel einschliesslich Therapeutenwechsel und Entzugsbehandlung) während mindestens sechs Monaten durchgeführt hätte. Nachdem weder im Schreiben vom 6. Dezember noch in demjenigen vom 11. Dezember 2018 noch in demjenigen vom 24. Juli 2019 darauf hingewiesen wurde, dass entsprechend der durch adäquate Therapie zu erwartenden Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ein Entzug allfälliger Leistungen drohe, kann dem Beschwerdeführer auch nach Ablauf der notwendigen Therapiedauer gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG nicht entgegengehalten werden, er habe keine fachspezialärztliche Behandlung in Anspruch genommen resp. nicht sämtliche schadenmindernde Vorkehren ausgeschöpft.”
“Februar 2021 einstellte, ohne auf die Frage einzugehen, ob die Klägerin auf dem konkreten Arbeitsmarkt in einer Verweistätigkeit im Umfang von 80% überhaupt reelle Chancen hätte (vgl. Schreiben der Beklagten vom 10. Dezember 2020, Klageantwortbeilage 16). Wie sich den Akten entnehmen lässt, wurde die Beklagte seitens der Rechtsschutzversicherung der Klägerin bereits mit Schreiben vom 18. Februar 2021 auf diesen Umstand hingewiesen. In weiteren Schreiben vom 10. März 2021 und 13. April 2021 wurden diese Ausführungen bekräftigt. Die Leistungseinstellung vom 10. Dezember 2020 vermag den rechtsprechungsgemässen Anforderungen in keiner Weise zu genügen. Gleichermassen verhält es sich in Bezug auf das Schreiben vom 7. Mai 2021 (Klageantwortbeilage 17). Darin verlängerte die Beklagte die Übergangsfrist rückwirkend auf drei Monate, mithin auf den 11. März 2021, was nicht angeht und womit sie den Anforderungen an eine rechtsgenügliche Abmahnung zum Berufswechsel in keiner Weise gerecht wird. Hinzu kommt, dass die analoge Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG voraussetzt, dass die Versicherung die versicherte Person neben der schriftlichen Abmahnung auch auf die Rechtsfolgen hinweist, welche eintreten, wenn die Verweistätigkeit nicht aufgenommen wird. Ein diesbezüglicher Rechtsfolgehinweis fehlt sowohl im Schreiben vom 10. Dezember 2020 als auch in demjenigen vom 7. Mai”
“November 2021 ein, wobei sie androhte, diesfalls die weiteren Versicherungsleistungen so zu beurteilen, wie wenn die Massnahme erfolgreich durchgeführt worden wäre (Suva-act. 114). Das Schreiben vom 8. November 2021 enthält zwar keine explizite Anordnung zur Durchführung der Antibiotikatherapie. Aus den entsprechenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin geht jedoch klar hervor, dass sie eine solche von der Beschwerdeführerin erwartete. Die Rechtsfolgen im Unterlassungsfall werden klar dargelegt. Die Bedenkzeit von etwas mehr als 20 Tagen erscheint – insbesondere auch angesichts der bereits wiederholt mit der Beschwerdeführerin geführten Diskussion über die Durchführung einer solchen Therapie – als angemessen. Das Schreiben vom 8. November 2021 erfüllt nach Gesagtem die Voraussetzungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG. Mithin konnte frühestens nach Abschluss des am 8. November 2021 korrekt eingeleiteten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens – d. h. nach Ablauf der Bedenkzeit bis zum 30. November 2021 – die in Art. 21 Abs. 4 ATSG vorgesehene Rechtsfolge in Form einer Einstellung der Versicherungsleistungen eintreten. Hinsichtlich des Zeitpunkts bzw. des Umfangs der Leistungseinstellung präzisiert Art. 61 UVV bekanntlich, dass nur noch diejenigen Leistungen gewährt werden, die auch beim erwarteten Erfolg der Massnahme wahrscheinlich hätten entrichtet werden müssen. Die Beweislast dafür, welche Leistungen auch bei einer erfolgreichen Behandlung hätten ausgerichtet werden müssen, obliegt der versicherten Person (André Nabold, N 16 zu Art. 48 m. w. H., in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019). Ob und gegebenenfalls welche Leistungsansprüche nach Ablauf der Bedenkzeit bei Durchführung der Antibiotikatherapie noch bestehen würden, würde sich nur bei bzw. nach tatsächlicher Durchführung derselben zeigen. Insbesondere führten auch die Dres. E.___ und F.___ aus, es sei schwierig, zum zeitlichen Verlauf einer Besserung bei Durchführung einer Antibiotikatherapie eine Aussage zu treffen.”
Bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden; verlangt werden dürfen nur Tätigkeiten, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tatsächlich vorhanden sind. Zudem sind an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen.
“Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf derweil nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: Schweizerisches Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen] vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen). Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der der Versicherten auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offenstehenden Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des EVG vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen auch: BGE 110 V 276 E. 4b).”
“Nach neuer Ermittlung des vollständigen und richtigen Sachverhalts hat die Vorinstanz bei einer oder mehreren, über verschiedene Zeiträume gegebenen Restarbeits(un)fähigkeiten einen oder mehrere rechtsgenüglich nachvollziehbare, detaillierte und bezifferte Einkommensvergleiche durchzuführen und abzuklären, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer zufolge seines Gesundheitszustandes auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten noch offenstehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch erwerbstätig sein könnte (vgl. hierzu etwa Urteil des BGer 9C_921/2009 vom 22. Juni 2010, E. 5.3). Dabei ist zu berücksichtigen, dass an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen sind (vgl. hierzu Urteile des BGer 9C_744/2008 vom 19. November 2008 E. 3.2 und 9C_236/2008 vom 4. August 2008 E. 4.2; Urteil des EVG I 349/01 vom 3. Dezember 2003 E. 6.1) und die Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person nach der Tätigkeit zu beurteilen ist, die sie - im Rahmen der Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG) - nach ihren persönlichen Verhältnissen und gegebenenfalls nach einer gewissen Anpassungszeit bei gutem Willen ausüben könnte (vgl. Urteil des BVGer C-4315/2009 vom 22. August 2011 E. 5.2 mit Hinweisen).”
“zur Selbsteingliederungspflicht vgl. BGE 113 V 22 E. 4a; SVR 2012 IV Nr. 25 S. 104, 9C_363/2011; Urteil des BGer 8C_570/2018 vom 10. April 2019 E. 4.1.2.3). In diesem Zusammenhang hat die Vorinstanz zu prüfen, ob und in welchem Ausmass der Beschwerdeführer zufolge seines Gesundheitszustandes auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten noch offenstehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch erwerbstätig sein könnte (vgl. hierzu etwa Urteil des BGer 9C_921/2009 vom 22. Juni 2010 E. 5.3). Dabei ist zu berücksichtigen, dass an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen sind (vgl. hierzu Urteile des BGer 8C_391/2014 vom 9. Juli 2014 E. 4, 9C_744/2008 vom 19. November 2008 E. 3.2 und 9C_236/2008 vom 4. August 2008 E. 4.2, Urteil des EVG I 349/01 vom 3. Dezember 2003 E. 6.1, je mit Hinweisen) und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nach der Tätigkeit zu beurteilen sein wird, die er - im Rahmen der Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG) - nach seinen persönlichen Verhältnissen und gegebenenfalls nach einer gewissen Anpassungszeit bei gutem Willen ausüben könnte (vgl. Urteile des BVGer C-2483/2019 vom 12. April 2021 E. 7 mit Hinweis auf C-2927/2019 vom 6. November 2020 E. 8 mit Hinweis auf C-4315/2009 vom 22. August 2011 E. 5.2 mit Hinweisen).”
Anwendungsbereich: Art. 21 betrifft vorrangig Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter. Dazu gehören insbesondere Taggelder und Renten sowie gegebenenfalls die zu diesen Leistungen gehörenden Ergänzungsleistungen. Die Renten der Invalidenversicherung sind nach den zitierten Quellen als Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter erfasst.
“3 et les références citées ; TF 9C_523/2016 du 29 novembre 2016 consid. 2.2). En effet, une personne détenue étant entretenue par la collectivité durant l’exécution de sa peine, elle retirerait un avantage économique si elle continuait, pendant ce temps, de toucher des prestations sociales partiellement financées par l’Etat (Anne-Sylvie Dupont, in Anne-Sylvie Dupont/Margit Moser-Szeless [édit.], Loi sur la partie générale des assurances sociales, Commentaire romand, 2018, n. 2 ad art. 21 LPGA). b) En matière d’assurances sociales, il y a lieu de distinguer entre prestations en nature et prestations en espèces. Les premières permettent de traiter ou d’influencer le risque qui est survenu (un traitement médical par exemple), alors que les secondes poursuivent le but de compenser une perte de revenu ou d’absorber de nouvelles charges financières (Stéphanie Perrenoud, in Anne-Sylvie Dupont/Margit Moser-Szeless [édit.], Loi sur la partie générale des assurances sociales, Commentaire romand, 2018, n. 7 ad art. 14 LPGA). c) On peut déduire de la genèse de l'art. 21 LPGA que le législateur a voulu poser le principe de la suspension des prestations en espèces pendant l'exécution d'une peine ou d'une mesure sous réserve du privilège des proches (ATF 141 V 466 consid. 4.9). D’ailleurs, si la version française de l’alinéa 5 de l’art. 21 LPGA parle simplement de « prestations pour perte de gain », la version allemande précise « Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter » et la version italienne utilise les termes de « prestazioni pecuniarie con carattere di indemnita per perdita di guadagno ». La lettre circulaire AI n° 406 sur la révision de la LPGA du 2 décembre 2020, modifiée le 31 mars 2021, indique également que la suspension concerne les prestations en espèces (ch. 1). La notion de perte de gain de l’art. 21 al. 5 LPGA doit être comprise comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative. Dans ce sens, les prestations sociales qui peuvent faire l’objet d’une suspension au sens de cet article sont principalement les indemnités journalières et les rentes, ainsi que, cas échéant, les prestations complémentaires qui leur sont associées (Dupont, op.”
“En effet, une personne détenue étant entretenue par la collectivité durant l’exécution de sa peine, elle retirerait un avantage économique si elle continuait, pendant ce temps, de toucher des prestations sociales partiellement financées par l’Etat (Anne-Sylvie Dupont, in Anne-Sylvie Dupont/Margit Moser-Szeless [édit.], Loi sur la partie générale des assurances sociales, Commentaire romand, 2018, n. 2 ad art. 21 LPGA). b) En matière d’assurances sociales, il y a lieu de distinguer entre prestations en nature et prestations en espèces. Les premières permettent de traiter ou d’influencer le risque qui est survenu (un traitement médical par exemple), alors que les secondes poursuivent le but de compenser une perte de revenu ou d’absorber de nouvelles charges financières (Stéphanie Perrenoud, in Anne-Sylvie Dupont/Margit Moser-Szeless [édit.], Loi sur la partie générale des assurances sociales, Commentaire romand, 2018, n. 7 ad art. 14 LPGA). c) On peut déduire de la genèse de l'art. 21 LPGA que le législateur a voulu poser le principe de la suspension des prestations en espèces pendant l'exécution d'une peine ou d'une mesure sous réserve du privilège des proches (ATF 141 V 466 consid. 4.9). D’ailleurs, si la version française de l’alinéa 5 de l’art. 21 LPGA parle simplement de « prestations pour perte de gain », la version allemande précise « Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter » et la version italienne utilise les termes de « prestazioni pecuniarie con carattere di indemnita per perdita di guadagno ». La lettre circulaire AI n° 406 sur la révision de la LPGA du 2 décembre 2020, modifiée le 31 mars 2021, indique également que la suspension concerne les prestations en espèces (ch. 1). La notion de perte de gain de l’art. 21 al. 5 LPGA doit être comprise comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative. Dans ce sens, les prestations sociales qui peuvent faire l’objet d’une suspension au sens de cet article sont principalement les indemnités journalières et les rentes, ainsi que, cas échéant, les prestations complémentaires qui leur sont associées (Dupont, op. cit., n. 73 et 75 ad art. 21 LPGA). Ainsi, les rentes de l'assurance-invalidité sont clairement des prestations en espèces ayant le caractère d'une allocation pour perte de gain au sens de l'art.”
“21 LPGA que le législateur a voulu poser le principe de la suspension des prestations en espèces pendant l'exécution d'une peine ou d'une mesure sous réserve du privilège des proches (ATF 141 V 466 consid. 4.9). D’ailleurs, si la version française de l’alinéa 5 de l’art. 21 LPGA parle simplement de « prestations pour perte de gain », la version allemande précise « Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter » et la version italienne utilise les termes de « prestazioni pecuniarie con carattere di indemnita per perdita di guadagno ». La lettre circulaire AI n° 406 sur la révision de la LPGA du 2 décembre 2020, modifiée le 31 mars 2021, indique également que la suspension concerne les prestations en espèces (ch. 1). La notion de perte de gain de l’art. 21 al. 5 LPGA doit être comprise comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative. Dans ce sens, les prestations sociales qui peuvent faire l’objet d’une suspension au sens de cet article sont principalement les indemnités journalières et les rentes, ainsi que, cas échéant, les prestations complémentaires qui leur sont associées (Dupont, op. cit., n. 73 et 75 ad art. 21 LPGA). Ainsi, les rentes de l'assurance-invalidité sont clairement des prestations en espèces ayant le caractère d'une allocation pour perte de gain au sens de l'art. 21 al. 5 LPGA (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 consid. 3.2). 4. Pour ce qui concerne les prestations complémentaires, la LPC opère une distinction entre la prestation complémentaire annuelle (art. 3 let. a LPC) et le remboursement des frais de maladie et d’invalidité (art. 3 let b. LPC). Selon l’alinéa 2 de l’art. 3 LPC, la prestation complémentaire annuelle est une prestation en espèces au sens de l’art. 15 LPGA et le remboursement des frais de maladie et d’invalidité est une prestation en nature au sens de l’art. 14 LPGA. Ces derniers ne sont pas pris en considération dans le cadre de la fixation du droit à la prestation complémentaire annuelle mais font l’objet d’un remboursement séparé (Michel Valterio, Commentaire de la loi sur les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI, Genève/Zurich/Bâle 2015, p. 221 ad art. 14 LPC).”
Die versicherte Person ist verpflichtet, alles zu unternehmen, was vernünftigerweise von ihr verlangt werden kann, um die wirtschaftlichen Folgen der Erwerbsunfähigkeit zu mindern, namentlich die verbleibende Erwerbsfähigkeit in geeigneten anderen Tätigkeiten zu verwerten. Gefordert werden dabei nur jene, objektiv und subjektiv zumutbaren Massnahmen, die den konkreten Umständen (Restarbeitsfähigkeit, Alter, berufliche Lage, Wohnortbindung, Arbeitsmarkt etc.) Rechnung tragen; Untätigkeit oder fehlende zumutbare Bemühungen können deshalb zu Kürzungen oder Versagung von Geldleistungen führen.
“L'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
“L'insorgente ha in primo luogo evidenziato che non gli sarebbe stata data la possibilità di verificare i calcoli effettuati dall'Ufficio assicurazione invalidità non essendo possibile reperire nell'incarto AI la documentazione utilizzata. Inoltre, non sarebbe stato indicato a quale tabella RSS l'Ufficio AI abbia fatto capo per determinare il reddito da invalido, ossia a quale anno la tabella utilizzata si riferisca, e qual è l'attività salariale adeguata su cui si è basata. Il ricorrente ha poi rimproverato all'amministrazione di non avere utilizzato la medesima base temporale per stabilire i redditi da valido e da invalido. Nemmeno è stato specificato il reddito da invalido annuo di partenza, ma solo il reddito annuo finale (Fr. 37'599.-) senza indicare la percentuale di invalidità (recte: capacità lavorativa) che sarebbe stata applicata sul reddito annuo determinante. Infine, l'assicurato ha contestato la mancata applicazione della riduzione del 25% per motivi personali e la parallelizzazione dei redditi. 2.13. L'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
“Questo sarà in particolare il caso qualora dovessero mancare indicazioni riguardanti l'ultima attività professionale dell'assicurato o se l'ultimo salario da lui percepito non corrisponde manifestamente a quello che egli sarebbe stato in grado di conseguire con ogni verosimiglianza in qualità di persona valida; per esempio se l'assicurato, prima di essere riconosciuto definitivamente incapace al lavoro, si trovava in disoccupazione o aveva già delle difficoltà professionali a causa del deterioramento progressivo del suo stato di salute o ancora percepiva una remunerazione inferiore alle usuali norme salariali. Entra ugualmente in linea di conto la situazione in cui il posto di lavoro della persona assicurata prima dell'insorgenza del danno alla salute non esiste più al momento determinante della valutazione dell'invalidità (STF 9C_151/2020 del 5 maggio 2020, consid. 6.1), come nel recente caso ticinese giudicato dall'Alta Corte (STF 9C_445/2022 del 27 settembre 2023). 2.9.2. Riguardo al reddito da invalido, l'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
Bei der Prüfung der Selbsteingliederung sind an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen. Zu prüfen ist, welche Erwerbstätigkeit der Versicherte nach seinen persönlichen Verhältnissen und gegebenenfalls nach einer angemessenen Anpassungszeit zumutbarerweise ausüben könnte.
“zur Selbsteingliederungspflicht vgl. BGE 113 V 22 E. 4a; SVR 2012 IV Nr. 25 S. 104, 9C_363/2011; Urteil des BGer 8C_570/2018 vom 10. April 2019 E. 4.1.2.3). In diesem Zusammenhang hat die Vorinstanz zu prüfen, ob und in welchem Ausmass der Beschwerdeführer zufolge seines Gesundheitszustandes auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten noch offenstehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch erwerbstätig sein könnte (vgl. hierzu etwa Urteil des BGer 9C_921/2009 vom 22. Juni 2010 E. 5.3). Dabei ist zu berücksichtigen, dass an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen sind (vgl. hierzu Urteile des BGer 8C_391/2014 vom 9. Juli 2014 E. 4, 9C_744/2008 vom 19. November 2008 E. 3.2 und 9C_236/2008 vom 4. August 2008 E. 4.2, Urteil des EVG I 349/01 vom 3. Dezember 2003 E. 6.1, je mit Hinweisen) und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nach der Tätigkeit zu beurteilen sein wird, die er - im Rahmen der Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG) - nach seinen persönlichen Verhältnissen und gegebenenfalls nach einer gewissen Anpassungszeit bei gutem Willen ausüben könnte (vgl. Urteile des BVGer C-2483/2019 vom 12. April 2021 E. 7 mit Hinweis auf C-2927/2019 vom 6. November 2020 E. 8 mit Hinweis auf C-4315/2009 vom 22. August 2011 E. 5.2 mit Hinweisen).”
Fehlende Krankheitseinsicht kann dazu führen, dass ein Verschulden entfällt; ist die fehlende Einsicht Teil der psychischen Erkrankung, stehen Sanktionen nach Art. 21 ATSG nicht zu. Für eine Sanktion ist grundsätzlich Vorsatz oder Eventualvorsatz erforderlich; die versicherte Person muss verstehen, was von ihr verlangt wird und welche Rechtsfolgen ein Nichtbefolgen hat.
“Januar 2020 Gelegenheit nachzuweisen, dass er sich in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung befinde, der behandelnde Arzt seine Massnahmenfähigkeit im Rahmen eines ausführlichen Arztberichtes attestiere und er eine Urinprobe zum Drogenscreening und quantitativen Bestimmung von THC abgegeben habe. Nachdem der Beschwerdeführer dem nicht Folge geleistet hatte, war er entsprechend mit besagter Verfügung vom 10. November 2019 androhungsgemäss sanktioniert worden. 4.2. Die Beschwerdegegnerin lehnte nunmehr mit Verfügung vom 26. September 2022 erneut einen Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen ab, da er der ausgesprochenen Schadenminderungsauflage weiterhin nicht nachgekommen sei (vgl. IV-Akte 68). Dem kann jedoch aus den nachstehenden Überlegungen nicht gefolgt werden. 4.3. Damit eine Sanktion erfolgen kann, muss ein vorsätzliches oder eventualvorsätzliches Verhalten vorliegen. Die versicherte Person muss verstehen, was von ihr verlangt wird und welche Folgen es hat, wenn sie sich der verlangten Massnahme entzieht oder nicht kooperiert (Brunner/Vollenweider, Basler Kommentar ATSG, Basel 2020, N 80 zu Art. 21 ATSG; vgl. auch Fässler, a.a.O., S. 154 f.). Ist eine versicherte Person bezüglich einer psychischen Problematik nicht einsichtig und lehnt eine entsprechende Therapie ab, gereicht ihr dies unter Umständen dann nicht zum Verschulden, wenn die fehlende Krankheitseinsicht gerade Teil des Leidens selbst ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2013 vom 20. März 2013 E. 3 mit Hinweis). Eine Leistungsverweigerung ist ebenfalls nicht zulässig, wenn die Massnahmen aus entschuldbaren Gründen nicht erfüllt wurden, etwa, weil die versicherte Person krankheitshalber oder aus anderen Gründen ihren Pflichten nicht nachkommen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 5.3 mit Hinweisen). 4.4. Zur Frage, ob vorliegend eine schuldhafte Verletzung der Mitwirkungspflicht vorliegt, ergibt sich Folgendes aus den Akten: 4.4.1. Die Beschwerdegegnerin schloss gestützt auf die Stellungnahme der RAD-Psychiaterin Dr. med. B____ vom 9. Mai 2019 (IV-Akte 44) darauf, die Durchführung einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung sei fachärztlich dringend indiziert.”
“Januar 2020 Gelegenheit nachzuweisen, dass er sich in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung befinde, der behandelnde Arzt seine Massnahmenfähigkeit im Rahmen eines ausführlichen Arztberichtes attestiere und er eine Urinprobe zum Drogenscreening und quantitativen Bestimmung von THC abgegeben habe. Nachdem der Beschwerdeführer dem nicht Folge geleistet hatte, war er entsprechend mit besagter Verfügung vom 10. November 2019 androhungsgemäss sanktioniert worden. 4.2. Die Beschwerdegegnerin lehnte nunmehr mit Verfügung vom 26. September 2022 erneut einen Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen ab, da er der ausgesprochenen Schadenminderungsauflage weiterhin nicht nachgekommen sei (vgl. IV-Akte 68). Dem kann jedoch aus den nachstehenden Überlegungen nicht gefolgt werden. 4.3. Damit eine Sanktion erfolgen kann, muss ein vorsätzliches oder eventualvorsätzliches Verhalten vorliegen. Die versicherte Person muss verstehen, was von ihr verlangt wird und welche Folgen es hat, wenn sie sich der verlangten Massnahme entzieht oder nicht kooperiert (Brunner/Vollenweider, Basler Kommentar ATSG, Basel 2020, N 80 zu Art. 21 ATSG; vgl. auch Fässler, a.a.O., S. 154 f.). Ist eine versicherte Person bezüglich einer psychischen Problematik nicht einsichtig und lehnt eine entsprechende Therapie ab, gereicht ihr dies unter Umständen dann nicht zum Verschulden, wenn die fehlende Krankheitseinsicht gerade Teil des Leidens selbst ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2013 vom 20. März 2013 E. 3 mit Hinweis). Eine Leistungsverweigerung ist ebenfalls nicht zulässig, wenn die Massnahmen aus entschuldbaren Gründen nicht erfüllt wurden, etwa, weil die versicherte Person krankheitshalber oder aus anderen Gründen ihren Pflichten nicht nachkommen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 5.3 mit Hinweisen). 4.4. Zur Frage, ob vorliegend eine schuldhafte Verletzung der Mitwirkungspflicht vorliegt, ergibt sich Folgendes aus den Akten: 4.4.1. Die Beschwerdegegnerin schloss gestützt auf die Stellungnahme der RAD-Psychiaterin Dr. med. B____ vom 9. Mai 2019 (IV-Akte 44) darauf, die Durchführung einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung sei fachärztlich dringend indiziert.”
Der Leistungsträger muss den Versicherten informieren und das gesetzlich vorgeschriebene Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren durchführen. Es kann erwartet werden, dass Leistungen während der angemessenen Anpassungsfrist weiterlaufen, die für eine effektive Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit erforderlich ist. Ein Sanktionieren allein aufgrund der Aktenlage ist unzulässig, solange sich die wesentlichen tatsächlichen Fragen ohne besondere Schwierigkeiten nicht klären lassen und das Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren nicht durchgeführt wurde.
“Dans une troisième cause, le tribunal avait rejeté la critique de l'assuré qui se plaignait d'un délai d'adaptation trop bref, fixé à trois mois par la juridiction cantonale (arrêt 5C.74/2002 du 7 mai 2002, consid. 3). En doctrine, plusieurs auteurs mentionnent ces décisions et ils en déduisent sans plus d'explication que l'art. 21 al. 4 LPGA fait règle aussi en droit des assurances privées (Bettina Kahil-Wolff et Emmanuelle Simonin, Révision totale de la LCA : l'avant-projet et les assurances sociales, in Quoi de neuf en droit social ?, 2009, p. 130; Gebhard Eugster, Vergleich der Krankentaggeldversicherung (KTGV) nach KVG und nach VVG, in Krankentaggeldversicherung : Arbeits- und versicherungsrechtliche Aspekte, 2007, p. 85; Vincent Brulhart, L'assurance collective contre la perte de gain en cas de maladie, in Le droit social dans la pratique de l'entreprise, 2006, p. 107; voir aussi Jean-Louis Duc, Le droit applicable aux assurances complémentaires, PJA 2010 p. 473). Leur opinion doit être approuvée dans la mesure où la démarche imposée à l'assureur, selon le principe de l'art. 21 al. 4 LPGA, est une concrétisation des règles de la bonne foi qu'en vertu de l'art. 2 al. 1 CC, chacun doit respecter dans l'exercice de ses droits et l'exécution de ses obligations. Selon la jurisprudence, il y a abus de droit manifeste, prohibé par l'art. 2 al. 2 CC, lorsqu'une personne use de son droit sans ménagement ou de manière inutilement rigoureuse (ATF 135 III 162 consid. 3.3.1 p. 169; 135 III 349 consid. 3 p. 355; 120 II 105 consid. 3a p. 108), notamment lorsqu'elle choisit sans raison objective, parmi plusieurs solutions équivalentes, celle qui est la plus nuisible à l'autre partie (ATF 131 III 459 consid. 5.2 p. 462/463). De ce point de vue, lorsque l'assureur d'indemnités journalières estime que l'incapacité de travail a pris fin, à l'issue d'une période durant laquelle il a reconnu le droit de l'assuré à ses prestations, on peut attendre de lui qu'il en donne avis à l'assuré et qu'il prolonge le service des indemnités pendant le délai a priori nécessaire à une reprise effective de l'activité.”
“Mais l'assureur ne peut se prononcer en l'état du dossier ou refuser d'entrer en matière - le choix de l'une ou l'autre décision dépendra notamment de l'avancement de l'instruction de la cause et de ses conséquences pour l'assuré ou d'éventuels tiers intéressés -, que s'il ne lui est pas possible d'élucider les questions de faits encore ouvertes sans difficultés ni complications particulières malgré l'absence de collaboration de l'assuré (cf. ATF 108 V 231 ss, 97 V 177; MAURER, Unfallversicherungsrecht, p. 255)." (sottolineature della redattrice). Inoltre, secondo Kieser, in ATSG-Kommentar, Zurigo 2003, ad art. 43 n. 38, pag. 440, " c) Art. 43 Abs. 3 ATSG bezieht sich schliesslich lediglich auf Leistungsbegehren. Soweit die Abklärung eine Versicherungs-unterstellung oder eine Beitragsfrage betrifft, kann eine Anwendung gegebenenfalls in analoger Weise erfolgen oder es ist auf die im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehene Sanktion bzw. Folge zurückzugreifen (vgl. z.B. Art. 24 Abs. 5 AHVV betreffend die Festsetzung von Akontobeiträgen in der AHV).". A pag. 441, n. 40 ad art. 43, l'autore afferma ancora: " Die in Art. 43 Abs. 3 ATSG vorgesehenen Sanktionen können erst nach Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens angeordnet werden (vgl. dazu BBl 1999 4600). Dieses entspricht demjenigen, welches nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen ist (vgl. für näheres ATSG-Kommentar, Art. 21 Rz. 68 ff.). Es handelt sich um eine ausnahmslos zu beachtende Verfahrensregel, und es kann auch nicht davon abgewichen werden, wenn die betreffende Person zu erkennen gibt, dass sie der ihr obliegenden Pflicht jedenfalls nicht nachkommen will (vgl. BGE 122 V 219 f. in analoger Anwendung; vgl. ferner SVR 1998 UV Nr. 1 sowie Maeschi, Kommentar, Rz. 20 zu Art. 87 MVG). Dabei obliegt dem Verwaltungs-träger die Beweislast, wenn der Nachweis der Mahnung strittig ist (vgl. dazu SVR 1995 IV Nr. 41). Die zu erlassende Mahnung hat keinen Verfügungscharakter; denn sie betrifft nicht eine durch-setzbare Rechtspflicht, sondern eine Obliegenheit der Partei (vgl. SVR 1998 UV Nr. 1).". In sostanza l'amministrazione, quando deve effettuare degli atti istruttori, può decidere in base agli atti solo se non può accertare in alcun modo i fatti determinanti e dopo aver diffidato l'assicurato per iscritto, avvertendolo delle conseguenze giuridiche e impartendogli un adeguato termine di riflessione.”
“Die hier mit Schreiben vom 20. November 2019 (Urk. 7/32) und letztmals vom 10. Juni 2020 (Urk. 7/56) mitgeteilte Auflage zur Drogenabstinenz und dreimonatigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung hätte somit allein als medizinische Behandlungsmassnahme gestützt auf die Schadenminderungspflicht (Art. 7 und 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG) erfolgen dürfen. Da die Beschwerdegegnerin diese Anordnung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren sowie (nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren) die Leistungsprüfung gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG schliesslich ohne Weiterungen aufgrund der Akten vornahm, kann ihr nicht gefolgt werden und war das Vorgehen unrechtmässig. Denn die hier allein in Frage stehende Sanktionsnorm des Art. 7b IVG (in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG) sieht einzig die Leistungskürzung oder -verweigerung vor, nicht aber den Entscheid aufgrund der Akten, wie ihn Art. 43 Abs. 3 ATSG für den Fall der verweigerten Auskunft oder Mitwirkung kennt.”
“Die Sanktionsnorm von Art. 7b Abs. 1 IVG sieht vor, dass die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden können, wenn die auferlegten Massnahmen nicht erfüllt wurden. Die eingeräumte Bedenkzeit, die bis zum 25. September 2019 dauerte (Urk. 8/145), war mehr als angemessen. Das Mahn- und Bedenkzeitverfahren wurde rechtsgenügend durchgeführt (E. 5.2). Damit bestand nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren ab dem 10. Dezember 2019 kein rentenanspruchsrelevanter Invaliditätsgrad, womit die Beschwerdegegnerin den weiteren Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht verneinte und diese auf Ende des der Verfügung folgenden Monats aufhob. Die Beschwerde ist damit abzuweisen.”
Art. 21 Abs. 5 ATSG betrifft nach Wortlaut und herrschender Auffassung nur Barleistungen mit Erwerbsersatzcharakter. Dazu zählen insbesondere Taggelder und Renten sowie — soweit sie als Barleistung der Kompensation eines Erwerbsverlusts dienen — die jährliche Ergänzungsleistung. Leistungen in Natur (z. B. Erstattung von Krankheits- und Invaliditätskosten) fallen nicht unter die Suspendierung nach Art. 21 Abs. 5.
“1 Dès l’abord, on relèvera que la lettre de cette disposition est claire en ce sens que seul le paiement des prestations pour perte de gain peut faire l’objet d’une suspension partielle ou totale pendant la durée de la peine ou de la mesure exécutée par la personne concernée. Dans sa pratique, le TF a précisé que revêtent un tel caractère les prestations en espèces, telles la rente d’invalidité et la PC annuelle, dès lors que ces prestations ont pour but de suppléer à une perte de gain, respectivement de compenser cette perte de gain lorsque celle-ci n’est pas entièrement couverte par la rente de l’AI et les éventuels autres revenus (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 c. 3.2 et la référence). Cette interprétation littérale rejoint au demeurant celle historique de l’art. 21 al. 5 LPGA, dès lors qu’on peut déduire de la genèse de cette disposition que le législateur a voulu poser le principe de la suspension des prestations en espèces pendant l'exécution d'une peine ou d'une mesure sous réserve du privilège des proches (ATF 141 V 466 c. 4.9). D’ailleurs, si la version française de l’art. 21 al. 5 LPGA parle simplement de "prestations pour perte de gain", la teneur allemande de cet article évoque des "Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter" et celle italienne des "prestazioni pecuniarie con carattere di indemnita per perdita di guadagno" (jugement du Tribunal cantonal vaudois [ci-après: jugement TC VD] PC 34/21 du 25 avril 2022 c. 3c). L’interprétation téléologique de cette disposition corrobore également ce constat puisqu’on infère de la ratio legis de celle-ci que la personne incarcérée invalide ne doit percevoir aucun avantage économique par rapport à une personne détenue en bonne santé et privée de tout revenu (voir c. 3.1). Au surplus, on relèvera que le résultat univoque auquel aboutissent ces diverses méthodes interprétatives trouve appui dans la doctrine, où la notion de perte de gain au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA est définie comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative (Anne-Sylvie Dupont, in Dupont/Moser-Szeless [éd.], Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018 [ci-après: Commentaire romand], art.”
“3c). L’interprétation téléologique de cette disposition corrobore également ce constat puisqu’on infère de la ratio legis de celle-ci que la personne incarcérée invalide ne doit percevoir aucun avantage économique par rapport à une personne détenue en bonne santé et privée de tout revenu (voir c. 3.1). Au surplus, on relèvera que le résultat univoque auquel aboutissent ces diverses méthodes interprétatives trouve appui dans la doctrine, où la notion de perte de gain au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA est définie comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative (Anne-Sylvie Dupont, in Dupont/Moser-Szeless [éd.], Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018 [ci-après: Commentaire romand], art. 21 n. 75). La lettre circulaire AI n° 406 relative à la révision de la LPGA, édictée le 22 décembre 2020 et modifiée le 31 mars 2021 par l’Office fédéral des assurances sociales (OFAS), indique du reste aussi que la suspension prévue à l’art 21 al. 5 LPGA concerne uniquement les prestations en espèces ayant le caractère d’allocations pour perte de gain (ch. 1). 4.2 A l’inverse des prestations en espèces, les frais de maladie et d’invalidité en leur qualité de prestations en nature ne rentrent pas dans le champ d’application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Le recourant défend à juste titre cette interprétation, qui est également celle soutenue par la doctrine (voir Stefan Keller, Lücken und Tücken der Deckung der Sozial-versicherung und Sozialhilfe im Freiheitsentzug, in RSC 1/2008 p. 26 § 2.2.3; voir également Ueli Kieser, Kommentar zum ATSG, 4e éd. 2020, art. 21 n. 174). N’en contredise l’intimée, on ne saurait en revanche faire dépendre le droit d’obtenir le remboursement de ces prestations en nature de la perception d’une PC annuelle par la personne concernée. Certes, la terminologie utilisée à l’art. 14 al. 1 LPGA tend à soutenir ce point de vue, étant donné que la version française de cette même disposition réserve le remboursement des frais de maladie et d’invalidité aux "bénéficiaires d’une prestation complémentaire annuelle" (voir c.”
Weigert sich die versicherte Person ohne zureichenden Grund einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung, werden im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG (in Verbindung mit Art. 61 UVV) grundsätzlich nur jene Leistungen gewährt bzw. angerechnet, die beim erwarteten Erfolg der Massnahme angefallen wären. Eine vorgängige Ankündigung bzw. Vorinformation über die mögliche Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens ist besonders relevant, wenn die Neuanrechnung strittig ist.
“Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Art. 61 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) hält entsprechend fest, dass für den Fall, dass sich eine versicherte Person ohne zureichenden Grund weigert, sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederungsmassnahme zu unterziehen, ihr nur die Leistungen gewährt werden, die beim erwarteten Erfolg dieser Massnahmen wahrscheinlich hätten entrichtet werden müssen.”
“2) sind nämlich nur die Verhältnisse bis zum Erlass der dem angefochtenen Einspracheentscheid zugrundeliegenden Verfügung (hier: 21. August 2019), und nicht etwa die Verhältnisse bis zum Erlass des Einspracheentscheides selbst zu berücksichtigen. Ob sich die Ehegatten im Juli 2019 ausreichend beworben haben, hat auf den EL-Anspruch ab 1. August 2019 keine Auswirkungen: Die Anrechnung und Ausscheidung eines hypothetischen Erwerbseinkommens erfolgt nach der Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen grundsätzlich immer mit zweimonatiger Verzögerung (siehe z.B. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Februar 2021, EL 2019/21 E. 3.3, beim Bundesgericht angefochten). Demnach sind nachfolgend die Arbeitsbemühungen der Ehegatten im Zeitraum 1. August 2018 bis 30. Juni 2019 auf ihre Ernsthaftigkeit hin zu überprüfen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, es sei höchst fraglich, ob die Beschwerdegegnerin das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG ordungsgemäss durchgeführt habe. Dies sei aus den Akten nicht ersichtlich. Auch bezüglich der Ehefrau sei kein genügendes Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt worden. Mit Verfügung vom 6. Dezember 2017 hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 2018 weiterhin und neu auch seiner Ehefrau ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet. Die dagegen erhobene Einsprache ist rechtskräftig abgewiesen worden. Vorliegend steht also lediglich eine revisionsweise Ausscheidung der hypothetischen Erwerbseinkommen zur Debatte. Eine allfällige Vorankündigung der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens macht jedoch nur dann Sinn, wenn die Neuanrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens strittig ist. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen in seinem Entscheid vom 29. März 2021 (EL 2019/51 E. 2) zum Schluss gekommen ist, dass die spezifische Schadenminderungspflicht in der Form der Stellensuche nicht abmahnungsbedürftig sei, da es sich von selbst verstehe, dass eine arbeitsfähige, aber arbeitslose Person, deren Einnahmen den Existenzbedarf nicht zu decken vermögen, sich um eine Arbeitsstelle bemüht, um mit einem Erwerbseinkommen als zusätzlicher Einnahmenquelle aus eigener Kraft ihren Existenzbedarf zu decken.”
Bei fachärztlich indizierten und zumutbaren Behandlungen hat die versicherte Person kooperativ zu handeln und die genannten Behandlungsmöglichkeiten in optimaler und nachhaltiger Weise auszuschöpfen. Welche Behandlungen indiziert und zumutbar sind, bestimmt die Fachärztin oder der Facharzt. Unterbleibt die Mitwirkung trotz schriftlicher Mahnung und Hinweis auf die Rechtsfolgen innerhalb der eingeräumten Bedenkzeit, können die Leistungen gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG vorübergehend oder dauerhaft gekürzt oder verweigert werden.
“Im Rahmen der soeben umschriebenen Schadenminderungspflicht ist die versicherte Person unter anderem gehalten, sich im Sinne der Selbsteingliederung einer zumutbaren medizinischen Behandlung zu unterziehen, wenn die Möglichkeit dazu besteht (vgl. Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Nach der Rechtsprechung ist die fortgesetzte Krankheitsbehandlung, die insbesondere auch die dauernde Einnahme ärztlich verschriebener Medikamente umfasst, in aller Regel eine jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenminderung (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.1 mit Hinweisen). Die aus fachärztlicher Sicht indizierten und zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten hat die versicherte Person in kooperativer Weise optimal und nachhaltig auszuschöpfen. Welche konkreten Behandlungsmöglichkeiten indiziert und zumutbar sind, bestimmt der Facharzt oder die Fachärztin (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.2 mit Hinweisen). 3.5. Gemäss Art. 7b Abs. 1 IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist. Die Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG stellt eine solche mittels Sanktionen durchsetzbare Pflicht dar. Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die in Art. 7b Abs. 1 IVG angesprochene Bestimmung von Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen vor, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt (Satz 1). Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden und es ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art.”
“Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (vgl. Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.2. Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht, wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22, 28 E. 4a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3. Die Schadenminderungspflicht wird in Art. 21 Abs. 4 ATSG und Art. 7 IVG konkretisiert. Danach muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit und den Eintritt der Invalidität zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie ist verpflichtet, aktiv an allen zumutbaren Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, worunter insbesondere medizinische Behandlungen, Integrationsmassnahmen, berufliche Massnahmen und Massnahmen zur Wiedereingliederung fallen (vgl. zum Ganzen Fässler, Schadenminderungsauflagen und Leistungsverweigerung im Abklärungsverfahren? in: SZS 62/2017 S. 137 ff., insbesondere S. 157 f.) Welche konkreten Behandlungsmöglichkeiten indiziert und zumutbar sind, bestimmt der Facharzt oder die Fachärztin. Die aus fachärztlicher Sicht indizierten und zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten hat die versicherte Person in kooperativer Weise optimal und nachhaltig auszuschöpfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 4.2 mit Hinweisen). 3.4. Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden.”
“Il doit participer activement à la mise en œuvre de toutes les mesures raisonnablement exigibles contribuant soit au maintien de son emploi actuel, soit à sa réadaptation à la vie professionnelle ou à l’exercice d’une activité comparable (travaux habituels) ; il s’agit en particulier: de mesures d’intervention précoce (art. 7 al. 2, let. a, LAI), de mesures de réinsertion préparant à la réadaptation professionnelle (art. 7 al. 2, let. b, LAI), de mesures d’ordre professionnel (art. 7 al. 2, let. c, LAI), de traitements médicaux au sens de l’art. 25 LAMal ([loi fédérale du 18 mars 1994 sur l’assurance-maladie ; RS 832.10] ; art. 7 al. 2, let. d, LAI) ou de mesures en vue d’une nouvelle réadaptation destinées aux bénéficiaires de rente au sens de l’art. 8a al. 2 LAI (art. 7 al. 2, let. e, LAI). b) Dans le cadre de son devoir de réduire le dommage, une obligation importante de l’assuré, si ce n’est la première, est qu’il ait recours à toutes les mesures médicales et thérapeutiques rendues nécessaires par son état de santé. L’assureur pourra ainsi réduire ou refuser ses prestations (art. 7b LAI en relation avec l’art. 21 al. 4 LPGA) lorsque l’assuré, sans enfreindre une injonction, compromet le résultat du processus de guérison par son comportement gravement négligent. Le refus de suivre un traitement approprié ne peut toutefois être qualifié comme tel que si toutes les informations utiles lui ont été communiquées par le médecin traitant (cf. Michel Valterio, Commentaire de la Loi fédérale sur l’assurance-invalidité [LAI], Genève/Zurich/Bâle 2018, n°3 ad art. 7 LAI, p. 69, et références citées). c) Les traitements médicaux visés par l’art. 7 al. 2, let. d, LAI susmentionné englobent toute mesure diagnostique ou thérapeutique, ambulatoire ou stationnaire, de même que des soins de longue durée, dont on peut raisonnablement espérer, au stade de la vraisemblance prépondérante, une amélioration de l’état de santé de la personne assurée et, par conséquent, de sa capacité de travail. La perception subjective, par la personne assurée, de l’utilité du traitement n’est pas pertinente. La preuve de l’amélioration que le traitement aurait pu apporter n’a pas à être rapportée strictement, mais doit être démontrée avec une certaine vraisemblance.”
In bestimmten Fallgestaltungen kann auf ein weiteres oder erneutes Mahn- und Bedenkzeitverfahren verzichtet werden bzw. kann ein einstufiges Mahn- und Bedenkzeitverfahren als ausreichend gelten. Solche Konstellationen betreffen insbesondere wiederholte, explizite Verweigerungen der versicherten Person, Fälle, in denen der Eingriff bzw. die Behandlung höchstens eine geringfügige Beschwerdeminderung erwarten lässt, sowie Situationen, in denen nach Kostengutsprache die Massnahme zeitnah umgesetzt wurde. Diese Rechtsprechung lässt insoweit eine praxisgerechte Abwägung zu; sie schliesst aber nicht aus, dass in anderen Fällen ein mehrstufiges Verfahren geboten ist.
“Angesichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer sich 2017 bereits einem PET-CET unterzogen hat, erstaunt seine aktuelle Weigerung, diese Untersuchung erneut durchführen zu lassen. Schon im vorerwähnten Schreiben vom 6. Dezember 2020 gab er diesbezüglich an, es handle sich beim PET-CT um einen Provokationstest, welcher schwerwiegende Komplikationen auslösen könne (Herzinfarkt, Herzstillstand etc.), weshalb es sich um ein nicht akzeptables Risiko handle, um Dinge "festzustellen" die schon lange gesichert seien. Ferner sei es bekannt, dass selbst verifizierte Prinzmetal-Patienten negativ auf den Test ansprechen können. So würden sich Spasmen nicht immer gleich verhalten. In seiner Beschwerde bringt er erneut vor, ein PET-CT könne einen Herzstillstand auslösen. Jedoch legt er kein ärztliches Attest vor, welches bestätigen würde, dass ein PET-CT für den Beschwerdeführer mit Risiken verbunden ist. Die IV-Stelle hätte hier auch die Möglichkeit gehabt, den Beschwerdeführer an seine Mitwirkungspflicht zu erinnern und das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen. Insofern der Beschwerdeführer aber wiederholt explizit erklärt hat, er weigere sich ein PET-CT durchführen zu lassen, ist es nicht zu kritisieren, dass die IV-Stelle darauf verzichtet hat.”
“Die Suva hat im vorliegenden Fall die Leistungen an den Beschwerdegegner nicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG i.V.m. Art. 61 UVV gekürzt oder verweigert, sondern den medizinischen Endzustand nach Art. 19 Abs. 1 UVG angenommen. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung durfte die Suva in Würdigung der von ihr angeführten medizinischen Berichte (vgl. E. 4.3 hiervor) und aufgrund der Weigerung des Beschwerdegegners, sich einer Rückeninfiltration zu unterziehen, ohne Verletzung von Bundesrecht von einem stabilen Zustand - und somit von einem Endzustand - ausgehen. Die Suva macht denn auch zu Recht geltend, dass dieser operative Eingriff höchstens eine Verringerung der Beschwerden herbeigeführt hätte. In einer solchen Konstellation ist - entgegen der Auffassung der Vorinstanz und des Beschwerdegegners - ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren praxisgemäss nicht erforderlich, wie die Suva richtig vorbringt (vgl. Urteil 8C_186/2016 vom 30. September 2016 E. 3.5). Somit ist ihr beizupflichten, dass das angefochtene Urteil insofern bundesrechtswidrig und aufzuheben ist, als die Vorinstanz sie angewiesen hat, bei Zumutbarkeit der Infiltration für den Beschwerdegegner ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art.”
“1 UVG angenommen. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung durfte die Suva in Würdigung der von ihr angeführten medizinischen Berichte (vgl. E. 4.3 hiervor) und aufgrund der Weigerung des Beschwerdegegners, sich einer Rückeninfiltration zu unterziehen, ohne Verletzung von Bundesrecht von einem stabilen Zustand - und somit von einem Endzustand - ausgehen. Die Suva macht denn auch zu Recht geltend, dass dieser operative Eingriff höchstens eine Verringerung der Beschwerden herbeigeführt hätte. In einer solchen Konstellation ist - entgegen der Auffassung der Vorinstanz und des Beschwerdegegners - ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren praxisgemäss nicht erforderlich, wie die Suva richtig vorbringt (vgl. Urteil 8C_186/2016 vom 30. September 2016 E. 3.5). Somit ist ihr beizupflichten, dass das angefochtene Urteil insofern bundesrechtswidrig und aufzuheben ist, als die Vorinstanz sie angewiesen hat, bei Zumutbarkeit der Infiltration für den Beschwerdegegner ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen. Nach dem Gesagten kann der Beschwerdegegner aus den Urteilen BGE 134 V 189 E. 2 und 8C_836/2013 vom 27. März 2014 E. 6.3, aus denen er die Notwendigkeit des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens begründet, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Damit bleibt es im Ergebnis bei der vorinstanzlich angeordneten Rückweisung zwecks Klärung der Dauerleistungen.”
“Nicht erkennbar ist, welche Relevanz der RAD der Frage beimessen will, warum die Neurostimulation nicht zeitnah zur Kostengutsprache erfolgte, respektive ob er dies dem Verhalten des Versicherten zuschreiben will (IVSTA-act. 91 S. 1 unten, S. 2 oben, BVGer-act. 6 S. 1 unten). Angesichts dessen, dass die fragliche Implantation seit dem Frühjahr 2012 diskutiert wurde und die behandelnden Ärzte seit August 2012 wiederholt Kostengutsprachegesuche stellten (Sachverhalt, Bst. A.h und A.j), ist ein fehlender Patientenwille beim im Behandlungsverlauf durchaus therapiebereiten Beschwerdeführer jedenfalls nicht zu vermuten. Ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren infolge einer verweigerten zumutbaren Behandlung (Art. 21 Abs. 4 ATSG) führte die Vorinstanz nicht durch. Nach Erteilung der Kostengutsprache im Februar respektive Juli 2018 erfolgte die testweise Implantation im August 2018 (nicht, wie der RAD annimmt, 2019; Sachverhalt, Bst. A.o). Das kann als durchaus zeitnah bezeichnet werden. Zumal der Beschwerdeführer im Oktober 2018 das Rentenalter erreichte, ist die Frage ohnehin von untergeordneter Bedeutung.”
“Juni 2019 initiierten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens vor der Rentenverfügung durfte und musste vom Beschwerdegegner erwartet werden, dass er der IV-Stelle einen allfälligen Therapieabbruch melden würde. Es bestand keine Notwendigkeit, ihn ein weiteres Mal auf die Konsequenzen einer Verletzung seiner Schadenminderungspflicht aufmerksam zu machen, da er bereits wissen musste, dass der Therapieabbruch auch die Renteneinstellung nach sich ziehen würde. Im Übrigen hätte der Beschwerdegegner sogar noch während des Vorbescheidverfahrens Gelegenheit gehabt, die Psychotherapie wieder aufzunehmen, da die Rente erst mit Erlass der Verfügung vom 29. Oktober 2021 eingestellt wurde. Die IV-Stelle durfte deshalb die Rente am 29. Oktober 2021 per sofort, insbesondere ohne Durchführung eines erneuten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens, einstellen. Es fällt in diesem Zusammenhang zwar auf, dass sie sich in der Verfügung vom 29. Oktober 2021 zur Verhältnismässigkeit der Sanktion der Leistungsverweigerung nicht weiter äusserte, obwohl Art. 21 Abs. 4 ATSG sowie Art. 7b Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 IVG beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen eine Einzelfallabwägung vorsieht. Weiterungen dazu erübrigen sich aber bereits deshalb, weil dem Beschwerdegegner aufgrund des engen zeitlichen Konnexes zwischen Therapieauflage und Rentenzusprache bewusst sein musste, dass der Therapieabbruch auch die Renteneinstellung zur Folge haben würde. Seine unterlassene Meldung des Therapieabbruchs wiegt vor diesem Hintergrund umso schwerer. Zudem war Dr. med. D.________ davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszustand unter konsequenter Therapie beim hervorragend ausgebildeten Verhaltenstherapeuten Dr. med. B.________ und der von der Klinik C.________ vorgeschlagenen stationären Behandlung massgeblich gebessert hätte (Bericht vom 16. Juli 2021). Nicht zuletzt stellte er auch fest, das psychische Leiden sei kein Grund gewesen, keinen Therapeuten aufsuchen zu können, respektive die IV-Stelle nicht über den Therapieabbruch zu informieren (Bericht vom 21.”
“Sie hätte mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einen positiven Effekt auf das Störungsbild gehabt und es wäre wohl zu einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit gekommen. Dass durch die ambulante Therapie allein - zumal stark ausgedünnt - das Ziel einer verbesserten Erwerbsfähigkeit nicht erreicht werden konnte, vermag nicht zu überraschen und lässt nicht zwangsläufig den Schluss auf einen verschlechterten Gesundheitszustand zu. Ferner spricht der Umstand, dass der Beschwerdeführer im August und September 2022 offenbar in der Lage war, das Haus für Physiotherapie-Sitzungen zu verlassen (vgl. Akten des Krankversicherers, IV-Akte 110 S. 18, 20) und an einer neuropsychologischen Untersuchung (vgl. den entsprechenden Bericht des F____ vom 17. Mai 2023, BB 2) teilzunehmen, gegen sein Unvermögen Termine einzuhalten, sondern für eine erhebliche Motivationsproblematik. Entschuldigungsgründe für das Nichteinhalten der Schadenminderungsauflage liegen demzufolge nicht vor. 4.3. Nimmt die versicherte Person an den ihr zumutbaren Massnahmen nach Art. 7 Abs. 2 IVG nicht teil, können Leistungen gekürzt oder verweigert werden. Dafür bedarf es nach Art. 21 Abs. 4 ATSG einer entsprechenden Auflage und der Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens. Fraglich ist, ob ein solches vorliegend stattgefunden hat. Unbestrittenermassen hat die Beschwerdegegnerin die Einhaltung der Auflage weder periodisch überprüft, noch den Beschwerdeführer nach Ablauf des Revisionsintervalls gemahnt und ihm auch keine weitere Frist zur Erfüllung der Auflagen eingeräumt. Fraglich ist demnach, ob das Schreiben vom 28. Juli 2020 (IV-Akte 63), worin dem Beschwerdeführer mitgeteilt wird, er müsse mit der Aufhebung der Rente rechnen, sollte er die Auflage nicht einhalten oder vorzeitig ohne Wissen der Beschwerdegegnerin abbrechen, die Anforderungen an ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren erfüllt. Mit Blick auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_562/2022 vom 25. April 2023 ist diese Frage zu bejahen. Ein sogenannt einstufiges Vorgehen wird darin in einem vergleichbar gelagerten Fall als ausreichend erachtet. Dementsprechend muss auch vorliegend gelten, dass der Beschwerdeführer über alle Informationen zur Erfüllung der Schadenminderungspflicht verfügte und sich die nachteiligen Folgen seines Verhaltens vergegenwärtigen konnte, weshalb er sich diese nun auch anrechnen lassen muss, wenn auch die Begleitung durch die Beschwerdegegnerin in Anbetracht der 2022 eingeführten Randziffer 5045 KSVI (Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung des Bundesamtes für Sozialversicherung) nicht ideal war.”
Vor einer Kürzung oder Verweigerung der Leistungen wegen Eingliederungsverweigerung ist grundsätzlich eine schriftliche Mahnung mit angemessener Bedenkzeit (Mahn- und Bedenkzeitverfahren) durchzuführen. Nach Durchführung dieses Verfahrens kann über die Kürzung oder Verweigerung entschieden werden; bei fehlender Motivation ist ebenfalls ein solches Verfahren durchzuführen, bevor die Leistung aufgehoben wird.
“Nach Art. 18 IVG haben arbeitsunfähige Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes. Zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung bedarf es zusätzlich einer spezifischen Einschränkung gesundheitlicher Art, wenn die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit betroffen ist, als der versicherten Person nur leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind. Die leistungsspezifische Invalidität des Anspruchs liegt vor, wenn die Behinderung Probleme bei der Stellensuche verursacht (vgl. u.a. Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2015 [9C_142/2015] E. 4.3.). 3.2. Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 1 IVG - und somit auch derjenige auf Arbeitsvermittlung gemäss Art. 18 Abs. 1 IVG - setzt insbesondere die subjektive Eingliederungsbereitschaft des Versicherten voraus. Art. 7 Abs. 1 IVG verpflichtet die anspruchsberechtigten Personen zusätzlich, unter Hinweis auf die Kürzungs- und Verweigerungsmöglichkeiten gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG, die Durchführung aller Massnahmen, die zur Eingliederung ins Erwerbsleben getroffen werden, zu erleichtern. Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen - von hier nicht interessierenden Ausnahmen abgesehen - vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des Bundesgerichts vom 11. August 2008 [8C_156/2008, E. 2.2 mit Hinweisen). 4. 4.1. In medizinischer Hinsicht stützt sich die IV-Stelle im Wesentlichen auf das polydisziplinäre C____-Gutachten vom 25. Januar 2019 (IV-Akte 75). Darin gelangen die Gutachter zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführer in der Lage sei, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten im Sitzen, Stehen und Gehen auszuüben.”
“Mit der IV-Stelle ist festzuhalten, dass rechtsprechungsgemäss die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt kein Kriterium ist, welches zu einem Abzug vom Invalideneinkommen berechtigen würde (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2019 [9C_353/2019], E. 3.3). Da weitere Kriterien wie beispielsweise Aufenthaltskategorie oder Dauer der Betriebszugehörigkeit nicht erfüllt sind, erscheint der von der IV-Stelle vorgenommene Abzug von 10% als angemessen. Ein höherer Abzug rechtfertigt sich nicht. 5. 5.1. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle zu Recht mit Verfügung vom 9. Juli 2020 die Integrationsmassnahmen eingestellt hat. 5.2. Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen - von hier nicht interessierenden Ausnahmen abgesehen - vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des Bundesgerichts vom 11. August 2008 [8C_156/2008, E. 2.2] mit Hinweisen). 5.3. In Erwägung der Aktenlage ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer bei der Durchführung der Integrationsmassnahmen an der subjektiven Eingliederungsbereitschaft gefehlt hat. Den Akten ist zu entnehmen, dass er zunächst jeweils aus medizinischen Gründen ein Erstgespräch bzw. Vorstellungsgespräch nicht wahrgenommen hat (IV-Akte 277). Erst als der Beschwerdeführer im Rahmen eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens darauf hingewiesen wurde, dass kein medizinischer Grund bestehe, der gegen eine berufliche Eingliederung spreche (IV-Akte 250), nahm er an einem Vorstellungsgespräch bei der Institution G____ teil. Anlässlich dieses Gesprächs teilte er jedoch wiederum mit, es sei aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, einer Arbeit nachzugehen. Dies belegte er mit einem Arbeitsunfähigkeitsattest seines behandelnden Hausarztes (IV-Akte 253). In der Folge veranlasste die IV-Stelle ein weiteres Mahn- und Bedenkzeitverfahren und wies den Beschwerdeführer wiederum darauf hin, bei den beruflichen Massnahmen mitzuwirken.”
“Zusammengefasst ergibt sich, dass die IV-Stelle die Verwertbarkeit der wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit zu prüfen und die nach den konkreten Umständen sich als unerlässlich herausstellenden Eingliederungsmassnahmen an die Hand zu nehmen hat, sofern und soweit deren Voraussetzungen erfüllt sind. Falls die Beschwerdeführerin keine Motivation zur Eingliederung aufbringt, ist ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen. Anschliessend ist über die Aufhebung des Rentenanspruchs neu zu verfügen. Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin bis zur Durchführung beruflicher Massnahmen bzw. - je nach Motivation der Beschwerdeführerin - eines allfälligen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente hat.”
Unterbleibt in der ursprünglichen Leistungsentscheidung die Prüfung des Kürzungstatbestands nach Art. 21 Abs. 1 ATSG, gilt die Verfügung als unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG. Die Verwaltung hat die Frage einer Leistungskürzung bzw. -verweigerung nach Art. 21 Abs. 1 ATSG vorzugsweise in der ersten Instanz zu prüfen und entsprechend zu begründen, da ein erstmaliges Aufgreifen der Frage erst im Beschwerdeverfahren prozessrechtliche Probleme aufwerfen kann.
“Vergisst der Versicherungsträger anlässlich der ursprünglichen Leistungszusprache zu prüfen, ob ein Kürzungstatbestand gegeben ist, so ist die betreffende Verfügung zweifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG (vgl. betreffend den Kürzungstatbestand von Art. 21 Abs. 1 ATSG: Urteil 9C_174/2012 vom 30. August 2012 E. 4.2 in fine).”
“%. Da ein gewisser Zusammenhang zwischen der Eröffnung des Strafverfahrens und der Gesundheitsbeeinträchtigung bestehe, stelle sich jedoch die Frage nach einer Leistungskürzung oder -verweigerung nach Art. 21 Abs. 1 ATSG. Die IV-Stelle habe diese Frage nicht beantwortet, weil sie überzeugt gewesen sei, dass die Beschwerdegegnerin ohnehin nicht rentenbegründend invalid sei. Eine Beantwortung im Beschwerdeverfahren, ohne dass sich die Beschwerdegegnerin vorgängig damit befasst hätte, hätte zur Folge, dass diese die "erstinstanzliche" Subsumtion nur noch mit einer Beschwerde an das Bundesgericht anfechten könnte. Deshalb werde kein Feststellungsentscheid betreffend die Rentenstufe und den Rentenbeginn gefällt, sondern lediglich festgestellt, dass die Beschwerdegegnerin ab dem 30. Juni 2015 zu”
Art. 21 Abs. 4 ATSG findet auf die Ergänzungsleistungen keine Anwendung. Die Bestimmung betrifft die Widersetzlichkeit gegen zumutbare Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen bzw. mangelnde Selbsteingliederung; die Anrechnung von Verzichtseinkommen und die Mitwirkung Dritter sind hingegen eigenständige, gesetzlich geregelte Elemente der EL-Bemessung und stehen nicht in sachlichem Zusammenhang mit Art. 21 Abs. 4 ATSG.
“4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person, welche sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht oder widersetzt, die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wobei vorher Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen ist. Gemäss der Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts 9C_251/2019 vom 9. Januar 2020 E. 8.2 und 9C_179/2021 vom 8. Juli 2021 E. 3.2) ist Art. 21 Abs. 4 ATSG auf die Ergänzungsleistungen nicht anzuwenden. Denn diese Bestimmung beziehe sich lediglich auf die Widersetzlichkeit gegenüber einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederungsmassnahmen sowie auf mangelnde Selbsteingliederung (Urteil des Bundesgerichts 9C_326/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.2; BGE 133 V 511 E. 4.2). Die Anrechnung eines Verzichtseinkommens gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG beschlage indes weder die Behandlung noch die Eingliederung, sondern sei ein gesetzlich vorgesehenes Element der Ergänzungsleistungsbemessung. Deren Leistungen bezweckten die Deckung des Existenzbedarfs (Urteil des Bundesgerichts 9C_717/2010 vom 26. Januar 2011 E. 7.1). Einer Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG auf die Ergänzungsleistungen fehle somit ein sachlicher Zusammenhang. Gleiches muss auch für die vorliegend im Streite stehende Frage nach der Anrechnung einer Mitwirkung von Angehörigen oder Drittpersonen bei der Bauleitung im Rahmen von baulichen Anpassungen gelten.”
“4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person, welche sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht oder widersetzt, die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wobei vorher Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen ist. Gemäss der Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts 9C_251/2019 vom 9. Januar 2020 E. 8.2 und 9C_179/2021 vom 8. Juli 2021 E. 3.2) ist Art. 21 Abs. 4 ATSG auf die Ergänzungsleistungen nicht anzuwenden. Denn diese Bestimmung beziehe sich lediglich auf die Widersetzlichkeit gegenüber einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederungsmassnahmen sowie auf mangelnde Selbsteingliederung (Urteil des Bundesgerichts 9C_326/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.2; BGE 133 V 511 E. 4.2). Die Anrechnung eines Verzichtseinkommens gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG beschlage indes weder die Behandlung noch die Eingliederung, sondern sei ein gesetzlich vorgesehenes Element der Ergänzungsleistungsbemessung. Deren Leistungen bezweckten die Deckung des Existenzbedarfs (Urteil des Bundesgerichts 9C_717/2010 vom 26. Januar 2011 E. 7.1). Einer Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG auf die Ergänzungsleistungen fehle somit ein sachlicher Zusammenhang. Gleiches muss auch für die vorliegend im Streite stehende Frage nach der Anrechnung einer Mitwirkung von Angehörigen oder Drittpersonen bei der Bauleitung im Rahmen von baulichen Anpassungen gelten.”
Bei Selbsteingliederung gilt grundsätzlich eine Vermutung der Unzumutbarkeit bei fortgeschrittenem Alter oder langer Arbeitsmarktabsenz. Die IV-Stelle trägt die Beweislast, wenn sie trotz dieser Umstände das Gegenteil behauptet; dafür sind konkrete Anhaltspunkte erforderlich (z. B. besondere Agilität, breite Ausbildung oder invaliditätsfremde Gründe). Fehlt die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen, kann die Rente ohne vorgängige Prüfung von Eingliederungsmassnahmen und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden.
“Ausnahmen von der grundsätzlich ("vermutungsweise") anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass die versicherte Person entgegen der Regel in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts vom 1. März 2021, 9C_541/2020, E. 4.4.2). Fehlt der Eingliederungswille bzw. die subjektive Eingliederungsfähigkeit, d.h. ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben, darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Von fehlendem Eingliederungswillen bzw. fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit ist nur dann auszugehen, wenn sie mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Dabei sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen respektive gestellten Anträge (Urteile des Bundesgerichts vom 1. März 2021, 9C_541/2020, E. 4.4.2, und vom 7. Januar 2019, 8C_611/2018, E. 6.1 f., mit weiteren Verweisen). Vorab ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund vorliegt.”
Die Bestimmung dient der Gleichbehandlung invalider und valider inhaftierter Personen: Eine Sistierung kommt nur in Betracht, soweit die konkrete Vollzugsart der versicherten Person die Möglichkeit nimmt, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, so dass auch eine nichtbehinderte Person in derselben Lage einen Erwerbsausfall erleiden würde. Bietet die gewählte Vollzugsform der betroffenen Person die Möglichkeit zur Erwerbstätigkeit (etwa Halbgefangenschaft/Halbfreiheit), darf die Auszahlung nicht sistiert werden.
“Befindet sich die versicherte Person im Straf- oder Massnahmenvollzug, kann während dieser Zeit die Auszahlung von Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter ganz oder teilweise eingestellt werden (Art. 21 Abs. 5 ATSG). Die Bestimmung zielt darauf ab, die Gleichbehandlung der invaliden mit der validen inhaftierten Person, welche durch einen Freiheitsentzug ihr Einkommen verliert, zu gewährleisten (Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 166 zu Art. 21). Die Sistierung der Rente setzt damit voraus, dass auch eine nichtbehinderte Person während des Freiheitsentzugs keine Möglichkeit hat, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und die Vollzugsart nicht überwiegend durch die Behinderung der versicherten Person bedingt ist (Rz 6003 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, Stand: 1. Januar 2021). Die Rente wird demnach namentlich dann nicht sistiert, sondern weiterhin ausgerichtet, wenn die Vollzugsart eines strafrechtlichen Freiheitsentzugs nichtbehinderten Gefangenen die Möglichkeit gibt, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (KSIH Rz 6005 mit Hinweis auf BGE 116 V 20). So verhält es sich in der Halbgefangenschaft oder Halbfreiheit, bei der eine gesunde Person trotz Strafvollzug einer Erwerbstätigkeit nachgehen könnte (Kieser, a.”
“Januar 2022 traten die geänderten Bestimmungen des ATSG, der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. September 2002, des IVG sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in Kraft. In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen –grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnen-den oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1; 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 2022 und die Sistierung betrifft die Monate ab September 2022. Folglich sind die ab 1. Januar 2022 gültigen Rechtsvorschriften anwendbar. Sie werden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 2. Befindet sich die versicherte Person im Straf- oder Massnahmenvollzug, so kann während dieser Zeit die Auszahlung von Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter ganz oder teilweise eingestellt werden (Art. 21 Abs. 5 ATSG). Ratio legis dieser Bestimmung ist die Gleichbehandlung der invaliden mit der validen inhaftierten Person, welche durch einen Freiheitsentzug ihr Einkommen verliert. Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe oder Massnahme an einer Erwerbstätigkeit gehindert wird. Nur wenn die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit bietet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, verbietet es sich, den Rentenanspruch zu sistieren. Massgebend für eine Sistierung der Rentenleistungen einer invaliden Person ist demnach, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde (BGE 137 V 154 E. 5.1; BGE 133 V 1 E. 4.2.4.1). Weil bei Untersuchungshaft eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin grundsätzlich kein Anspruch auf Lohnfortzahlung nach Art. 324a des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) vom 30. März 1911 besteht, da es sich in der Regel um eine selbstverschuldete Arbeitsverhinderung handelt, ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Rentenanspruch – entgegen dem Wortlaut von Art.”
“En effet, le détenu, qui est entretenu par la collectivité publique, perd en règle générale son salaire ou ses revenus professionnels durant l'exécution de sa peine, qu'il soit ou non invalide (ATF 129 V 119 consid. 3.1). La ratio legis de cette disposition est ainsi de traiter de manière égale les détenus invalides et les détenus valides qui perdent leur revenu pendant une peine privative de liberté. Il est déterminant que la personne soit empêchée de poursuivre une activité lucrative en raison de l'exécution d'une peine. Ce n'est que lorsque le type d'exécution de la peine offre la possibilité à l'assuré d'exercer une activité lucrative et de pourvoir à ses besoins que la rente ne doit pas être suspendue. Ainsi, il est décisif pour une suspension de savoir si une personne non invalide subirait dans la même situation une perte de gain en raison de la privation de liberté (ATF 138 V 281 consid.3.2 et 3.3) Cette disposition est également applicable aux indemnités journalières de l’assurance-accidents (ATF 138 V 140 consid. 3.2). L'art. 21 al. 5 LPGA est formulé comme une disposition potestative permettant de tenir compte de circonstances particulières, par exemple du fait que l'assuré pourrait exercer une activité lucrative malgré l'exécution d'une peine ou d'une mesure s'il était valide (Ueli KIESER, ATSG-Kommentar, 4ème éd. 2020, n. 169 ad art. 21 LPGA ; arrêt du Tribunal fédéral 8C_176/2007 du 25 octobre 2007 consid. 4.2), ou encore de la possibilité d'exercer une activité lucrative qui prévaut dans les régimes de la semi-détention ou de la semi-liberté (ATF 141 V 466 consid. 4.3). 5. Selon l’art. 83 al. 1 du Code pénal suisse du 21 décembre 1937(CP - RS 311.0), le détenu reçoit pour son travail une rémunération en rapport avec ses prestations et adaptée aux circonstances. Cette disposition est en lien avec l’art. 81 al. 1 CP, qui prévoit que le détenu est astreint au travail. Ce travail doit correspondre, autant que possible, à ses aptitudes, à sa formation et à ses intérêts. Selon la jurisprudence, cette obligation de travail ne relève pas d’une activité lucrative.”
Sind die in Frage stehenden Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen invalidenversicherungsrechtlich irrelevant, muss die IV nicht auf deren Ausgang warten und ist kein Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen. Ebenso entfällt ein solches Verfahren, wenn kein Befähigungshemmnis vorliegt, das den Zugang zum ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausschliesst oder erheblich erschwert.
“Da Massnahmen der in Frage kommenden Art invalidenversicherungsrechtlich irrelevant sind, obgleich die Behandlung des Leidens an sich gewöhnlich auch einen günstigen Effekt auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat, muss die Beschwerdegegnerin weder das Resultat dieser Massnahmen abwarten noch den Beschwerdeführer zur Absolvierung derselben im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG auffordern (vgl. erwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_385/2017 vom 19. September 2017 E. 5.3.2 etwa mit Hinweis auf das Urteil 8C_657/2010 vom 19. November 2010 E. 4). Es darf von der Fiktion einer sofort zumutbaren Verwertung einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausgegangen werden.”
“Hier liegt jedoch nach der seitens der Vorinstanz zu Recht ergangenen Korrektur weder ein Rentenanspruch, geschweige denn ein Revisionsfall vor. Dementsprechend erübrigen sich weitere Ausführungen zur Frage der Eingliederungsmassnahmen, die hier nach Verneinung des Rentenanspruchs auch gar nicht zum Streitgegenstand gehören (vgl. nicht publ. E. 2.2 von BGE 145 V 209 mit Hinweis). Bei festgestellter uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ab dem Unfallzeitpunkt (mit Ausnahme der akuten Heilbehandlungsphase) vermag der Beschwerdeführer keine Aspekte zu nennen, mit denen ein Anspruch auf berufliche Massnahmen durch die Invalidenversicherung begründet werden könnte. Umstände, die den Zugang zum ausgeglichenen Arbeitsmarkt im Sinne von Art. 16 ATSG (BGE 138 V 457 E. 3.1) ohne vorgängige befähigende Massnahmen ausschliessen oder erheblich erschweren, sind nicht ersichtlich. Da solche nicht notwendig sind, ist - entgegen dem Beschwerdeführer - kein Mahn- und Bedenkzeitverfahren (Art. 21 Abs. 4 ATSG) erforderlich.”
Leistungskürzungen oder -verweigerungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG können nur für den Zeitraum erfolgen, in dem konkrete, zumutbare Behandlungs‑ oder Eingliederungsmassnahmen tatsächlich begonnen wurden und der Versicherte sich diesen pflichtwidrig widersetzt. Eine rückwirkende Beschränkung von Leistungen für Zeiten vor dem Beginn der betreffenden Massnahme wird von der zitierten Rechtsprechung ausgeschlossen.
“L’intéressé a été convoqué le 28 mai 2021 pour un bilan, puis une mesure de réentraînement progressif a débuté le 14 juin 2021, suivie dès décembre 2021 d’une mesure de préparation à la formation initiale. Quand bien même l’assiduité du recourant durant cette seconde mesure n’a pas été optimale, nécessitant divers recadrages puis un avertissement formel en mai 2022, il n’en demeure pas moins qu’elle s’est achevée avec succès en juillet 2022 et qu’une mesure de formation initiale a été mise en place dès le 1er août 2022, prévue pour durer trois ans. Ce n’est qu’au cours de cette troisième mesure que les manquements du recourant sont réapparus et ont eu pour conséquence l’interruption précoce de la formation initiale. Il en découle que les manquements reprochés au recourant dans la décision du 6 octobre 2023 concernent exclusivement l’échec en janvier 2023 de la mesure débutée en août 2022. En conséquence, seules les prestations auxquelles il pourrait prétendre dès janvier 2023 peuvent être restreintes ou supprimées en vertu de l’art. 21 al. 4 LPGA, non les prestations antérieures. Or, dans la décision litigieuse, l’intimé a fait valoir que l’instruction de la demande de prestations avait été complète sur le plan médical en se référant à l’avis SMR du 6 octobre 2023. Dans cet avis, le SMR s’est pour sa part fondé sur l’expertise pluridisciplinaire rendue le 17 novembre 2020 par les spécialistes d’I.________ et le complément du 22 décembre 2020. En se ralliant aux conclusions des experts d’I.________, l’intimé a implicitement admis que le recourant a présenté une incapacité de travail totale de mars 2016 à mai 2018, puis une incapacité de travail de 50 % jusqu’en novembre 2020, date à partir de laquelle la capacité de travail devait être considérée comme entière pour autant que l’activité comprenne un accompagnement à la réinsertion. Compte tenu du dépôt de la demande de prestations en mars 2017 et de l’incapacité de travail totale admise par l’intimé dès mars 2016, puis de 50 % dans toute activité dès mai 2018, il est manifeste qu’un droit à la rente a pu prendre naissance dans le courant de l’année 2017 conformément aux art.”
Ein durch schadenmindernde Vorkehren erreichbarer Zustand ist nur anzurechnen, wenn das Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG korrekt durchgeführt wurde bzw. eine entsprechende schriftliche Aufforderung zur Schadenminderung ergangen ist.
“Die Sache ist an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin unter Einbezug der Auswirkungen der Adipositas und der diese begleitenden Dekonditionierung neu entscheide. Da entgegen der Verfügung der IV-Stelle vom 4. Mai 2023 im massgeblichen Vergleichszeitraum keine gesundheitliche Verbesserung, sondern eine Verschlechterung eingetreten ist, gilt es auch die Einschränkung im Aufgabenbereich neu abzuklären. Mit Blick auf die Schadenminderungslast der Beschwerdeführerin (vgl. E. 5.10 hiervor) wird die IV-Stelle in Bezug auf die zumutbaren Massnahmen und das individuelle Therapiekonzept ferner die notwendigen medizinischen Abklärungen zu tätigen haben. Sie wird sich nach dem Gesagten nicht auf den Standpunkt stellen können, die Beschwerdeführerin habe aufgrund der Empfehlungen der Ärzte seit langem gewusst, dass sie im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht eine Gewichtsreduktion und ein Ausdauer-/Krafttraining hätte durchführen müssen. Denn der Zustand, wie er bei Ausschöpfung aller zumutbaren schadenmindernden Vorkehren erreicht werden könnte, ist nur anrechenbar, wenn das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchgeführt wurde (Urteil 8C_219/2009 vom 25. August 2009 E. 5.5). Die Beschwerde ist in diesem Sinne begründet.”
“S. 14 f. Ziff. 8). Soweit nach der nachzuholenden RAD-Beurteilung (vgl. E. 3.5 hiervor) das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens bejaht werden sollte, hätte die Verwaltung eine entsprechende Aufforderung zur Schadenminderung zu prüfen (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG; Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG; Rz. 2400 KSIR; Rz. 5020 f. KSVI).”
“3), dass vorliegend keine Gründe, welche eine Begutachtung in der Schweiz als unverhältnismässig erscheinen liessen, ersichtlich sind, dass im Weiteren die Gutachterauswahl bei polydisziplinären Begutachtungen in der Schweiz nach dem Zufallsprinzip (BGE 139 V 349 E. 5.2.1) erfolgt und dies im Interesse der Verfahrensbeteiligten liegt, dass nach neuer Ermittlung des vollständigen medizinischen Sachverhalts die Vorinstanz auch abzuklären hat, ob und in welchem Ausmass der Beschwerdeführer zufolge seines Gesundheitszustandes auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten noch offenstehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch erwerbstätig sein könnte (Urteil des BGer 9C_921/2009 vom 22. Juni 2010 E. 5.3), dass dabei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen sind (Urteile des BGer 9C_744/2008 vom 19. November 2008 E. 3.2 und 9C_236/2008 vom 4. August 2008 E. 4.2; Urteil des BGer I 349/01 vom 3. Dezember 2003 E. 6.1) und die Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person nach der Tätigkeit zu beurteilen ist, die sie - im Rahmen der Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG) - nach ihren persönlichen Verhältnissen und gegebenenfalls nach einer gewissen Anpassungszeit bei gutem Willen ausüben könnte (Urteil des BVGer C-4315/2009 vom 22. August 2011 E. 5.2 m.H.), dass deshalb die Beschwerde insoweit gutzuheissen ist, als die angefochtene Verfügung vom 10. Juni 2022 aufzuheben und die Sache zur Prüfung des Leistungsbegehrens im Sinne der”
Die versicherte Person muss relevante Änderungen der Verhältnisse, namentlich die Pflicht zur Ausführung einer Freiheitsstrafe oder -massnahme, von sich aus den zuständigen Sozialversicherungsstellen melden. Unterlässt sie dies, kann ihr dies die Berufung auf Gutgläubigkeit nehmen und Rückerstattungsansprüche oder Kürzungen/Verweigerung von Leistungen nach sich ziehen. Bei Zustellungen ins Ausland sind, soweit es sich um wirkungsbegründende amtliche Mitteilungen handelt, in der Regel formelle diplomatische oder konsularische Wege zu beachten.
“Selon l'article 31 LPGA, l'ayant droit, ses proches ou les tiers auxquels une prestation est versée sont tenus de communiquer à l'assureur ou, selon le cas, à l'organe compétent toute modification importante des circonstances déterminantes pour l'octroi d'une prestation (al. 1). Toute personne ou institution participant à la mise en œuvre des assurances sociales a l’obligation d’informer l’assureur si elle apprend que les circonstances déterminantes pour l’octroi de prestations se sont modifiées (al. 2). L’obligation d’annoncer toute modification des circonstances déterminantes est l’expression du principe de la bonne foi entre administration et administré (ATF 140 IV 11 cons. 2.4.5). En vertu du devoir d’information qui lui incombe, la personne assurée doit informer spontanément les assureurs sociaux du fait qu’elle doit exécuter une mesure ou une peine privative de liberté. A défaut, elle ne pourra se prévaloir de sa bonne foi au moment où elle se verra notifier une demande de restitution (Dupont in Commentaire romand de la loi sur la partie générale des assurances sociales [LPGA], 2018, n. 82 ad art. 21 LPGA ; cf. également arrêt du TF du”
“Allorquando fondandosi sugli atti a disposizione dell'Ufficio AI, senza la partecipazione dell'assicurato, un esame nel merito della domanda è escluso, va pronunciata una decisione di non entrata nel merito (sentenza del TF 8C_882/2009 del 19 febbraio 2010 consid. 6.2). 4.3.5 Malgrado la mancata collaborazione dell'assicurato, l'Ufficio AI può pronunciarsi in base agli atti se è non possibile accertare i fatti senza difficoltà né complicazioni speciali (sentenza del TF 8C_417/2008 del 28 ottobre 2008 consid. 6.2). Se i fatti giuridicamente rilevanti non possono essere accertati ulteriormente, a prescindere dalla misura istruttoria necessaria e ragionevole, in presenza di un rifiuto di collaborazione dell'assicurato, va pronunciata una decisione in base agli atti (sentenza del TF 9C_266/2012 consid. 1.1). 4.4 Secondo giurisprudenza, la diffida deve indicare in modo sufficientemente esplicito cosa si aspetta l'autorità dall'assicurato (sentenza del TF 9C_961/2008 del 30 novembre 2009 consid. 6.2; Kieser, op. cit., art. 43 LPGA n. 106 e art. 21 LPGA n. 147; v. anche sentenza del TAF C- 1465/2017 del 19 aprile 2017 consid. 8.4). Inoltre, qualora l'assicurato non ottempera alla diffida, l'autorità può pronunciare una decisione di non entrata nel merito solo se le informazioni richieste sono necessarie per accertare i fatti e determinare le prestazioni e non sono altrimenti disponibili senza eccessive difficoltà (sentenza del TF 9C_345/2007 del 26 marzo 2008 consid. 4). 5. 5.1 Trattandosi di fattispecie internazionale, va premesso che, per prassi costante, la notifica all'estero di un documento ufficiale, quali un atto giudiziario o una decisione amministrativa, costituisce un atto di imperio, che salvo disposizione convenzionale contraria o consenso dello Stato nel quale la notifica va effettuata, deve avvenire per via diplomatica o consolare, a meno che non riguardi una comunicazione di natura meramente informativa senza effetti giuridici che in tal caso può essere notificata direttamente per posta (DTF 136 V 295 consid. 5.1 e relativi riferimenti).”
Zwischen der Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG und der Mitwirkungspflicht ist zu unterscheiden: Erstere bezweckt, die Versicherte zum Schadenminderung zu veranlassen und kann bei Verletzung zu Kürzung oder Verweigerung der Leistungen führen; letztere dient der Abklärung des Sachverhalts und kann bei Verletzung zu Nichteintreten oder Aktenentscheid führen. Die Verwaltung darf diese Pflichten nicht pauschal vermischen; eine fehlerhafte Einordnung von Massnahmen ist nicht zulässig.
“Damit ist nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer seiner Schadenminderungspflicht nachgekommen ist. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, ist dies jedoch nicht entscheidend, da die Beschwerde so oder so abzuweisen ist. Im übrigen ist in grundsätzlicher Hinsicht darauf hinzuweisen, dass die Handhabung der Beschwerdegegnerin mit der Schadenminderungs- und der Mitwirkungspflicht mangelhaft ist. Es wird nicht unterschieden zwischen der Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG, die den Zweck hat, die Versicherten dazu anzuhalten, den Schaden zu mindern, und der Mitwirkungspflicht nach Art. 43 Abs. 3 ATSG, die den Zweck hat, die Versicherten dazu zu verpflichten, bei der Abklärung des Sachverhalts mitzuwirken. Beide Pflichten haben zwar ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren, jedoch unterschiedliche Sanktionen, nämlich die Verweigerung oder Kürzung der Leistungen bei Verletzung der Schadenminderungspflicht und die Nichteintreten oder Aktenentscheid bei Verletzung der Mitwirkungspflicht. Daran ändert nichts, dass durchaus Konstellationen denkbar sind, wo die gleichzeitige Auferlegung beider Pflichten sinnvoll sein kann. Im vorliegenden Fall zielt das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 21. April 2020 auf beide Pflichten, diese werden allerdings nicht näher ausgeführt, sondern lediglich auf das Informationsblatt «Invalidenversicherung: Ihre Mitwirkungspflicht» verwiesen, dass im Dossier nicht zu finden ist (Urk. 13/122/1-2). Das beigelegte Rücksendeformular wiederum ist mit «Schadenminderungspflicht: Angaben der Behandler und Einverständniserklärung» umschrieben (Urk.”
“Vorab ist festzuhalten, dass die Handhabung der Schadenminderungs- und der Mitwirkungspflicht durch die Beschwerdegegnerin mangelhaft ist. Es wird nicht unterschieden zwischen der Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG, die den Zweck hat, die Versicherten dazu anzuhalten, den Schaden zu mindern, und der Mitwirkungspflicht nach Art. 43 Abs. 3 ATSG, die den Zweck hat, die Versicherten dazu zu verpflichten, bei der Abklärung des Sachverhalts mitzuwirken. Beide Pflichten haben zwar ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren, sehen jedoch unterschiedliche Sanktionen vor, nämlich die Verweigerung oder Kürzung der Leistungen bei Verletzung der Schadenminderungspflicht und das Nichteintreten oder der Aktenentscheid bei Verletzung der Mitwirkungspflicht. Daran ändert nichts, dass durchaus Konstellationen denkbar sind, wo die gleichzeitige Auferlegung beider Pflichten sinnvoll sein kann.”
“Die hier mit Schreiben der IV-Stelle vom 1. September 2021 (Urk. 9/45) mitgeteilte Auflage zur Alkoholabstinenz und psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung hätte somit allein als medizinische Behandlungsmassnahme gestützt auf die Schadenminderungspflicht (Art. 7 und 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG) erfolgen dürfen. Da die Beschwerdegegnerin diese Anordnung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren und die Leistungsprüfung schliesslich ohne Weiterungen aufgrund der Akten vornahm, war das Vorgehen im Lichte der neuesten Rechtsprechung nicht zulässig.”
Sanktionen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG setzen voraus, dass der versicherten Person eine konkret angebotene, geeignete Behandlungs‑ oder Eingliederungsmassnahme vorgelegt wurde, die eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht. Vor einer Kürzung oder Verweigerung sind das schriftliche Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren durchzuführen; in der Entscheidung sind die Eingliederungswirksamkeit der Massnahme sowie die Verhältnismässigkeit und das Ausmass des Verschuldens zu würdigen.
“Der Beschwerdeführer bestreitet grundsätzlich nicht, dass er Eingliederungsressourcen aufweist; folgerichtig erklärte er sich schon im Verwaltungsverfahren bereit, an Wiedereingliederungsmassnahmen teilzunehmen und akzeptierte - unter Vorbehalt der Abklärung neuer gesundheitlicher Beeinträchtigungen an den Fussgelenken - das gutachterliche Zumutbarkeitsprofil (vgl. Schreiben vom 13. März 2020). Vorinstanz und Verwaltung übersehen indes, dass - mangels anderweitiger Revisions- oder Wiedererwägungsgründe, die hier weder geltend gemacht noch ersichtlich sind - die Aufhebung der bisherigen Rente zufolge Wiedereingliederung voraussetzt, dass entweder aufgrund der durchgeführten Massnahmen eine Erwerbsfähigkeit wiedererlangt werden konnte - mithin durch sie aktiv ein Revisionsgrund i.S.v. Art. 17 Abs. 1 ATSG herbeigeführt wurde -, oder der Eingliederungserfolg mutmasslich eingetreten wäre, wenn die versicherte Person in zumutbarer Weise mitgewirkt hätte, was im Verweigerungsfall die Rentenherabsetzung oder Renteneinstellung i.S.v. Art. 21 Abs. 4 ATSG erlaubt (vgl. BGE 145 V 2 E. 4.2.4; Urteil 9C_155/2019 vom 24. Juni 2019 E. 2.2.2). Die Renteneinstellung zufolge mangelnder Mitwirkung im Rahmen der Eingliederung muss mithin grundsätzlich an einer (Wieder-) Eingliederungsmassnahme anknüpfen, die der versicherten Person angeboten wurde, aber zufolge deren Widerstands entweder gar nicht oder nicht mit dem bei pflichtgemässer Mitwirkung überwiegend wahrscheinlich zu erwartenden Erfolg durchgeführt werden konnte. Zu den Eingliederungsmassnahmen gehören gemäss Art. 8a Abs. 2 IVG (mit Verweis auf die Art. 14a Abs. 2, Art. 15-18, Art. 21-21 quater IVG) etwa Massnahmen der sozial-beruflichen Rehabilitation, Beschäftigungsmassnahmen, Berufs- oder Ausbildung, Umschulungen, Arbeitsvermittlung, Arbeitsversuche, Einarbeitungszuschüsse, etc. Offensichtlich keine Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 8a IVG ist es hingegen, von einem Rentenbezüger - gestützt auf eine revisionsrechtlich nicht massgebliche abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit - eine bestimmte Anzahl eigenständiger Bewerbungen zu verlangen.”
“Anfechtungs- und Streitgegenstand bildet nicht die materielle Begründetheit des Anspruchs auf eine Rente respektive auf berufliche Massnahmen, sondern die Festlegung einer Sanktion in Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG, nach Massgabe von Art. 7b Abs. 3 IVG. Diese hat, wie hiervor ausgeführt, aufgrund aller Fallumstände, insbesondere aber nach dem Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu erfolgen und sie hat vor allem auch das Gebot der Verhältnismässigkeit, namentlich die Relation zur günstigen Wirkung der streitbetroffenen Massnahme, zu wahren. Eine Sanktion darf damit nicht weiter gehen, als wenn die Schadenminderungspflicht befolgt worden wäre. Damit die Widersetzlichkeit angenommen werden kann, ist die richtige Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ausserhalb des hier nicht einschlägigen Anwendungsbereichs von Art. 7b Abs. 2 IVG zwingend (E. 1.4 hiervor). Im Mahn- und Bedenkzeitverfahren ist die versicherte Person dabei schriftlich unter substantiierter Bezugnahme auf das von ihr geforderte Verhalten aufzufordern, dass sie ihrer Schadenminderungspflicht nachkommt (E. 1.4 hiervor).”
“Hingegen ist dem Beschwerdeführer insoweit zuzustimmen, als der angefochtene Entscheid Art. 7b Abs. 3 IVG nur ungenügend Rechnung trägt. Denn eine Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG nach Massgabe von Art. 7b Abs. 2 IVG hat aufgrund der Fallumstände, insbesondere nach dem Ausmass des Verschuldens der versicherten Person zu erfolgen und sie hat vor allem auch dem Gebot der Verhältnismässigkeit Rechnung zu tragen, namentlich hat sie die Relation zur günstigen Wirkung der streitbetroffenen Massnahme zu wahren (E. 1.4). Wie der Beschwerdeführer zu Recht monierte, hat sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) zu keinem dieser Punkte geäussert und liess sich auch in der Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2021 nicht dazu vernehmen (Urk. 8). Mit Blick auf die medizinische Aktenlage steht zwar ausser Frage, dass es sich bei der auferlegten pulmologischen Behandlung mit Raucherentwöhnung jedenfalls um eine medizinisch indizierte Behandlung handelt. Jedoch lässt sich weder dem Bericht von Dr. D.___ (E. 3.2) noch demjenigen des B.___ (E. 3.3) eine Angabe zur Eingliederungswirksamkeit dieser Massnahme entnehmen. Ob damit (nur) eine Stagnation der Erkrankung respektive eine Verlangsamung der von Dr.”
“Zu ergänzen ist, dass gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Zu beachten ist zudem Art. 48 Abs. 1 UVG, welcher bestimmt, dass der Versicherer, unter angemessener Rücksichtnahme auf den Versicherten und seine Angehörigen, die nötigen Anordnungen zur zweckmässigen Behandlung des Versicherten treffen kann. Art. 61 UVV konkretisiert und präzisiert die Folgen einer Weigerung des Versicherten im Bereich der Unfallversicherung. Die Bestimmung lautet: Weigert sich ein Versicherter ohne zureichenden Grund, sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederungsmassnahme zu unterziehen, so werden ihm nur die Leistungen gewährt, die beim erwarteten Erfolg dieser Massnahmen wahrscheinlich hätten entrichtet werden müssen.”
Welche konkreten Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen indiziert und zumutbar sind, ist fachärztlich zu bestimmen; die medizinische Zumutbarkeit ist im Einzelfall individuell abzuklären.
“1 mit Hinweisen). Die aus fachärztlicher Sicht indizierten und zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten hat die versicherte Person in kooperativer Weise optimal und nachhaltig auszuschöpfen. Welche konkreten Behandlungsmöglichkeiten indiziert und zumutbar sind, bestimmt der Facharzt oder die Fachärztin (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.2 mit Hinweisen). 3.5. Gemäss Art. 7b Abs. 1 IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist. Die Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG stellt eine solche mittels Sanktionen durchsetzbare Pflicht dar. Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die in Art. 7b Abs. 1 IVG angesprochene Bestimmung von Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen vor, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt (Satz 1). Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden und es ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind sodann alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG). Zudem ist bei der Festlegung der Sanktion dem Verhältnismässigkeitsprinzip Beachtung zu schenken (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 21 N 157). 3.6. Die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt nicht nur die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus.”
“4.2.2), sondern in allgemeiner Weise hinsichtlich sämtlicher Entzugsbehandlungen, welche der Beurteilung des Abhängigkeitssyndroms und nicht der Behandlung der Sucht als solchen dienen. Würde andernfalls doch die Qualifikation des Suchtgeschehens und seiner erwerblichen Auswirkungen als zum vornherein invalidenversicherungsrechtlich irrelevant und deshalb auszuscheiden vorweggenommen (vgl. vorstehend E. 4.4). Entsprechend hätte die Beschwerdegegnerin gestützt auf den Umstand, dass sich der Beschwerdeführer der auferlegten Massnahme nicht unterzogen hat, seinen Leistungsanspruch nicht verneinen dürfen. Demgegenüber bleibt es der Beschwerdegegnerin auch nach geltender Rechtsprechung unbenommen, eine Entzugsbehandlung als Behandlungsmassnahme zur Schadenminderung anzuordnen, sofern sich diese im konkreten Fall als zumutbar erweist. Die Verletzung einer solchen berechtigt die Verwaltung allenfalls zur Kürzung oder Verweigerung von Leistungen (Art. 7 Abs. 1 sowie Abs. 2 lit. d IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Dabei ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass ein Suchtmittelentzug nach medizinischem Kenntnisstand keineswegs in jedem Fall als zumutbar oder ergebnisorientiert als beste Lösung im Sinne der Schadenminderung anzusehen ist, und etwaige Funktionseinbussen, Therapiemöglichkeiten und -ergebnisse individuell in hohem Masse unterschiedlich sind (BGE 145 V 215 E. 4.3). Dies wäre insbesondere beim vorliegend 53-jährigen Beschwerdeführer zu berücksichtigen, bei welchem gemäss medizinischer Aktenlage seit mindestens Juli 2002 ein Alkoholabhängigkeitssyndrom - mit zweitweisen Konsum von bis zu 5 Litern Bier pro Tag - besteht (vgl. vorstehend E. 3.2 und 3.7). Die medizinische Zumutbarkeit der Auferlegung einer Schadenminderungspflicht wird abzuklären sein (vgl. dazu nachfolgend E. 4.6).”
Eine während des Straf- oder Massnahmenvollzugs eingetretene, i.d.R. vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustands bleibt für den Leistungsanspruch unbeachtlich, soweit die Leistungen nach Art. 21 Abs. 5 ATSG eingestellt werden. Für die Beurteilung ist der Sachverhalt in der zeitlichen Gestalt bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung massgeblich.
“Der Beschwerdeführer befindet sich offenbar seit ungefähr August 2022 im Strafvollzug (vgl. Urk. 3 S. 2). Dass eine Inhaftierung mit einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes einhergehen kann, ist nicht auszuschliessen. Wohl dürfte es sich dabei aber in der Regel um eine durch die psychosoziale Problematik im Zusammenhang mit der Inhaftierung ausgelöste vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustandes handeln, welcher sich spätestens mit der Entlassung wieder verbessert. Aus seinem Eintritt in die Psychiatrische Klinik D.___ am 28. November 2022 kann jedenfalls nicht geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer zuvor in einem invalidenversicherungsrechtlich relevanten Ausmass eingeschränkt gewesen wäre. Dergleichen lässt sich jedenfalls dem Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik D.___ vom 4. Januar 2023 (Urk. 3) nicht entnehmen. Nachdem während des Straf- oder Massnahmenvollzugs Leistungen der Invalidenversicherung eingestellt werden (vgl. Art. 21 Abs. 5 ATSG), ist eine allfällige vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers während des Strafvollzugs für das vorliegende Verfahren - in welchem der Sachverhalt in zeitlicher Hinsicht massgebend ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 29. Dezember 2022 (Urk. 2) verwirklicht hat (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 mit Hinweis) - ohnehin nicht von Belang, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.”
Die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG kann nur so lange bestehen, als zwischen der verweigerten Mitwirkung und dem eingetretenen Nachteil ein kausaler Zusammenhang besteht. Gibt die versicherte Person die bisherige Verweigerung auf, fällt dieser Zusammenhang für die Zukunft grundsätzlich dahin; ab diesem Zeitpunkt ist die Kürzung oder Verweigerung mit Wirkung für die Zukunft neu zu prüfen bzw. gegebenenfalls aufzuheben.
“Abschliessend bleibt zu ergänzen, dass die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG nur so lange greifen kann, als zwischen Verhaltensweise und Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. In diesem Sinne hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung zu Recht festgehalten, dass sie ein neues Gesuch um Gewährung von beruflichen Massnahmen prüfen werde, sofern der Versicherte seine Verhaltensweise ändert und eine regelmässige psychiatrische-psychotherapeutische Behandlung unter leitliniengerichteter Medikation nach Vorgabe eines Facharztes aufnimmt und den Nachweis einer mindestens dreimonatigen Cannabisabstinenz mittels entsprechender Laborkontrollen erbringt.”
“Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind sodann alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG). Zudem ist bei der Festlegung der Sanktion dem Verhältnismässigkeitsprinzip Beachtung zu schenken (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 21 N 157). 4.4 Die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt nicht nur die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Die Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, muss darüber hinaus auch geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine - je nach den Umständen zu konkretisierende - gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. Zu ergänzen bleibt, dass die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG nur so lange greifen kann, als zwischen Verhaltensweise und Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Entschliesst sich die versicherte Person, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt für die Zukunft der Kausalzusammenhang grundsätzlich dahin. Deshalb ist ab diesem Zeitpunkt und mit Wirkung für die Zukunft zu prüfen, ob auf die bisherige Kürzung bzw. Verweigerung der Leistung zurückzukommen ist (Ueli Kieser, a.a.O., Art. 21 N 164). 5.1 Den Akten ist zu entnehmen, dass dem Versicherten am 27. Juli 2020 für den Zeitraum vom 1. August 2020 bis 31. Oktober 2020 die Kostengutsprache für einen Berufsorientierungskurs in der Institution C.____ erteilt wurde. Da der Konsum von Cannabis und die depressiven Schwierigkeiten des Versicherten schon damals ein Thema waren, hatte die IV-Stelle bereits am 15. Juli 2020 eine Auflage zur Schadenminderung ausgesprochen. Darin wurde der Versicherte aufgefordert, eine regelmässige psychiatrische-psychotherapeutische Behandlung unter leitliniengerichteter Medikation nach Vorgabe eines Facharztes aufzunehmen und monatlich einen Cannabisabstinenznachweis vorzulegen.”
“Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt somit einerseits die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, geeignet sein, eine (wesentliche) Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine je nach den Umständen zu konkretisierende gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. 3.6. Die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG kann nur so lange greifen, als zwischen Verhaltensweise und Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Der versicherten Person steht es frei, um Zusprechung beruflicher Massnahmen für die Zukunft zu ersuchen, sobald sie ihre verweigernde Haltung aufgegeben hat. Entschliesst sie sich, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt für die Zukunft der Kausalzusammenhang grundsätzlich dahin. Es ist deshalb ab diesem Zeitpunkt mit Wirkung für die Zukunft zu prüfen, ob auf die bisherige Kürzung bzw. Verweigerung der Leistung zurückzukommen ist. Die nach Erlass einer auf Art. 21 Abs. 4 ATSG gestützten Verfügung erklärte subjektive Eingliederungsbereitschaft macht die Widersetzlichkeit, welche zur Verfügung geführt hat, nicht ungeschehen. Doch wenn die verweigerte Mitwirkung zu einem späteren Zeitpunkt erbracht wird, kann sich die festgelegte Sanktion nur auf diejenige Zeitspanne beziehen, während der die Mitwirkung verweigert wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_244/2016 E. 3.3 mit weiterem Hinweis). Die nachträgliche Erklärung der versicherten Person ist gegebenenfalls als Neuanmeldung zu betrachten (Urteil des Bundesgerichts 9C_994/2009 vom 22. März 2010 E. 5.1) bzw. sollte zu einem regulären Abklärungsverfahren führen (vgl. dazu die berechtigte Kritik von Lendfers, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht Zeitraum Juli 2016 bis und mit Juli 2017, in: JaSo 2018, S. 96). 4. 4.1. Die Beschwerdegegnerin hatte bereits mit Verfügung vom 10. November 2020 (IV-Akte 59) einen Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen wegen Nichteinhaltens der Schadenminderungsauflage abgelehnt.”
“Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 ATSG). 3.5. Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt somit einerseits die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, geeignet sein, eine (wesentliche) Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine je nach den Umständen zu konkretisierende gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. 3.6. Die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG kann nur so lange greifen, als zwischen Verhaltensweise und Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Der versicherten Person steht es frei, um Zusprechung beruflicher Massnahmen für die Zukunft zu ersuchen, sobald sie ihre verweigernde Haltung aufgegeben hat. Entschliesst sie sich, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt für die Zukunft der Kausalzusammenhang grundsätzlich dahin. Es ist deshalb ab diesem Zeitpunkt mit Wirkung für die Zukunft zu prüfen, ob auf die bisherige Kürzung bzw. Verweigerung der Leistung zurückzukommen ist. Die nach Erlass einer auf Art. 21 Abs. 4 ATSG gestützten Verfügung erklärte subjektive Eingliederungsbereitschaft macht die Widersetzlichkeit, welche zur Verfügung geführt hat, nicht ungeschehen. Doch wenn die verweigerte Mitwirkung zu einem späteren Zeitpunkt erbracht wird, kann sich die festgelegte Sanktion nur auf diejenige Zeitspanne beziehen, während der die Mitwirkung verweigert wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_244/2016 E. 3.3 mit weiterem Hinweis).”
Fehlt ein verbindlicher Behandlungs- oder Therapieplan oder hat die Stelle keine konkrete, zumutbare Behandlungs- bzw. Eingliederungspflicht mit Mahn- und Bedenkzeit auferlegt, spricht viel dagegen, gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG Leistungen zu kürzen oder zu verweigern. In solchen Konstellationen ist regelmässig nicht feststellbar, dass sich die versicherte Person schuldhaft einer zumutbaren Massnahme entzogen hätte.
“___ nach dem ausstehenden Behandlungsplan erkundigte und sich stattdessen erst im April 2020 bezüglich eines Verlaufsberichts bei ihm meldete (vgl. Urk. 9/112). Die genannten Umstände liegen somit offenkundig nicht im Handlungs- respektive Verantwortungsbereich des verbeiständeten Beschwerdeführers. Seiner Pflicht, der IV-Stelle mit dem beigelegtem Formular den für die auferlegte Massnahme zuständigen behandelnden Arzt zu nennen und sein Einverständnis zu erklären, kam er fristgerecht nach (vgl. Urk. 9/89). Gemäss Verlaufsbericht vom Juni 2019 (vorstehend E. 3.4), welcher lediglich den Zeitraum ab 31. Januar 2019 erfasst, hat der Beschwerdeführer an 5 Konsultationen teilgenommen. Im Hinblick auf die Erfüllung der Schadenminderungspflicht wurden mangels eines Behandlungs- respektive Therapieplans indes weder die Therapieziele noch die Behandlungsfrequenz verbindlich festgelegt. Es sind somit keine Gründe ersichtlich, dass er sich der angeordneten Massnahme schuldhaft entzogen oder widersetzt hätte (vgl. Art. Art. 7b IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG). In Anbetracht all dieser Umstände ist dem Beschwerdeführer folglich keine Verletzung der ihm auferlegten Schadenminderungspflicht vorzuwerfen.”
“Weiter ist die Anordnung einer medizinischen Behandlung unter dem Titel der Abklärungsmassnahme grundsätzlich nicht zulässig, weshalb die Auflagen der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG zu erlassen gewesen wären (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_309/2019 vom 7. November 2019 E. 4.2.2; Rz. 5003 KSVI). Dies hätte bei Widersetzlichkeit - wie von der Beschwerdegegnerin in Aussicht gestellt - zur Feststellung führen können, die Arbeitsfähigkeit habe sich auf 30 - 50 % verbessert (vgl. Rz. 5049 ff. KSVI), wobei auch das Ausmass des Verschuldens zu berücksichtigen gewesen wäre (vgl. Art. 7b Abs. 3 IVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_865/2017 vom 19. Oktober 2018 E. 3.2 und E. 5.2.2 ff.). Nachdem die Beschwerdegegnerin die Frage, ob der Beschwerdeführer - nach erfolgloser Behandlung im G.___ im Jahr 2021 - erneut eine Behandlung in einer Schmerzsprechstunde absolvieren müsse, unbeantwortet liess respektive eine spätere Antwort dazu in Aussicht stellte (vgl. Schreiben vom 13. Januar 2023, Urk. 6/107), könnte dem Beschwerdeführer so oder so keine Verletzung der Schadenminderungspflicht vorgeworfen werden.”
“Dem Beschwerdeführer, welcher selbst eine psychogene Komponente als Mitursache für seine gesundheitlichen Einschränkungen geltend machte (vgl. unter anderem Urk. 6/45), wurde als Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG eine psychiatrische Erstabklärung auferlegt. Dies ist allerdings nicht zulässig. Nach Art. 43 Abs. 2 ATSG hat sich eine Versicherte Person zwar ärztlichen Untersuchungen zu unterziehen. Daraus lässt sich allerdings keine (zusätzliche) Pflicht ableiten, zwecks Abklärung des Sachverhalts für eine erste medizinische Standortbestimmung selber verantwortlich zu sein. In diesem Zusammenhang ist nicht einleuchtend, weshalb der RAD für eine erste medizinische Standortbestimmung nicht in der Lage sein sollte - woran im übrigen nicht im Geringsten etwas ändert, dass eine Anerkennung der dabei erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen durch Versicherte stets fraglich ist -, verfügt der RAD doch zweifelsohne über die entsprechenden Mittel. Eine Pflicht zur Behandlung psychischer Beschwerden im Sinne einer Schadenminderungspflicht gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG wurde dem Versicherten ausweislich der Akten - und unbestrittenermassen (vgl. Urk. 5) - nicht auferlegt, so dass die angefochtene Verfügung auch unter diesem Titel von vornherein nicht geschützt werden kann.”
“Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles dennoch als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_290/2023 vom 6. Oktober 2023 E. 2.5 mit Hinweisen). Mit Blick auf die im Bericht des A.___ vom 4. Juli 2023 dokumentierten strukturell-organischen Veränderungen im Bereich der unteren LWS sowie im linken Hüftgelenk und die gestützt darauf – unabhängig der Adipositas - festgestellte Arbeitsunfähigkeit im angestammten Bereich (Urk. 10/3), kann dem RAD resp. der Beschwerdegegnerin nicht gefolgt werden, wenn dafürgehalten wird, nach einer Gewichtsreduktion könne der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder vollzeitlich im angestammten Beruf arbeiten. Ferner wurde dem Beschwerdeführer nach Lage der Akten keine Schadenminderungspflicht mit Mahn- und Bedenkzeit (Art. 21 Abs. 4 ATSG) auferlegt, weder hinsichtlich der Gewichtsreduktion noch hinsichtlich der von der A.___ empfohlenen MTT.”
Art. 21 Abs. 4 ATSG findet bei der Anwendung der Ergänzungsleistungen keine Anwendung. Die Anrechnung eines Verzichtseinkommens nach Art. 11 Abs. 1 lit. g aELG betrifft die Bemessung der Ergänzungsleistungen und nicht eine zumutbare Behandlung oder Eingliederung; es fehlt daher an einem sachlichen Zusammenhang für die Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG. Soweit die Schadenminderungspflicht als Pflicht zur Stellensuche verstanden wird, ist diese Pflicht nach der zitierten Praxis nicht abmahnungsbedürftig.
“der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, Stand 1. Januar 2019). Die Schadenminderungspflicht in der Form der Pflicht zur Stellensuche ist nicht abmahnungsbedürftig, denn es versteht sich von selbst, dass eine arbeitsfähige, aber arbeitslose Person, deren Einnahmen den Existenzbedarf nicht zu decken vermögen, sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen hat, um mit einem Erwerbseinkommen als zusätzliche Einnahmenquelle ihren Existenzbedarf bzw. bei einem Ehepaar den gemeinsamen Existenzbedarf aus eigener Kraft zu decken (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. März 2021, EL 2019/51, E. 2.3). Art. 21 Abs. 4 ATSG, laut dem eine Kürzung oder Verweigerung von Leistungen bei einer Verletzung der Schadenminderungspflicht im Zusammenhang mit einer zumutbaren Behandlung oder einer Eingliederung in das Erwerbsleben der Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens bedarf, ist bei der Anwendung von Art. 11 Abs. 1 lit. g aELG nicht anwendbar (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 9. Januar 2020, 9C_251/2019, E. 8.2, m.w.H.). Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat bis zum Jahr 2010 in einem 50%-Pensum in der Reinigung gearbeitet. Die Abklärungen im Verfahren betreffend die Zusprache einer Invalidenrente, das mit einer Verfügung vom 19. März 2013 abgeschlossen worden ist, haben ergeben, dass ihr diese Tätigkeit nicht mehr zumutbar gewesen ist. Körperlich leicht belastende Tätigkeiten in wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen (gehend, sitzend, stehend), ohne höhergradige Kniebelastungen durch grössere Geh- und Stehpensen sowie ohne das Gehen in unebenem Gelände oder auf Treppen sind ihr dagegen vollständig zumutbar gewesen (act.”
“Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person, welche sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht oder widersetzt, die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wobei vorher Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen ist. Gemäss der Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts 9C_251/2019 vom 9. Januar 2020 E. 8.2 und 9C_179/2021 vom 8. Juli 2021 E. 3.2) ist Art. 21 Abs. 4 ATSG auf die Ergänzungsleistungen nicht anzuwenden. Denn diese Bestimmung beziehe sich lediglich auf die Widersetzlichkeit gegenüber einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederungsmassnahmen sowie auf mangelnde Selbsteingliederung (Urteil des Bundesgerichts 9C_326/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.2; BGE 133 V 511 E. 4.2). Die Anrechnung eines Verzichtseinkommens gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG beschlage indes weder die Behandlung noch die Eingliederung, sondern sei ein gesetzlich vorgesehenes Element der Ergänzungsleistungsbemessung. Deren Leistungen bezweckten die Deckung des Existenzbedarfs (Urteil des Bundesgerichts 9C_717/2010 vom 26. Januar 2011 E. 7.1). Einer Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG auf die Ergänzungsleistungen fehle somit ein sachlicher Zusammenhang. Gleiches muss auch für die vorliegend im Streite stehende Frage nach der Anrechnung einer Mitwirkung von Angehörigen oder Drittpersonen bei der Bauleitung im Rahmen von baulichen Anpassungen gelten.”
Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter – namentlich Taggelder und Renten (z. B. IV‑Renten) – sind nach den zitierten Quellen als "prestations en espèces" im Sinn von Art. 21 Abs. 5 ATSG/LPGA zu verstehen und können während des Straf‑ oder Massnahmenvollzugs suspendiert werden. Die Regelung zielt auf Leistungen zur Kompensation von Erwerbsausfall ab.
“21 LPGA que le législateur a voulu poser le principe de la suspension des prestations en espèces pendant l'exécution d'une peine ou d'une mesure sous réserve du privilège des proches (ATF 141 V 466 consid. 4.9). D’ailleurs, si la version française de l’alinéa 5 de l’art. 21 LPGA parle simplement de « prestations pour perte de gain », la version allemande précise « Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter » et la version italienne utilise les termes de « prestazioni pecuniarie con carattere di indemnita per perdita di guadagno ». La lettre circulaire AI n° 406 sur la révision de la LPGA du 2 décembre 2020, modifiée le 31 mars 2021, indique également que la suspension concerne les prestations en espèces (ch. 1). La notion de perte de gain de l’art. 21 al. 5 LPGA doit être comprise comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative. Dans ce sens, les prestations sociales qui peuvent faire l’objet d’une suspension au sens de cet article sont principalement les indemnités journalières et les rentes, ainsi que, cas échéant, les prestations complémentaires qui leur sont associées (Dupont, op. cit., n. 73 et 75 ad art. 21 LPGA). Ainsi, les rentes de l'assurance-invalidité sont clairement des prestations en espèces ayant le caractère d'une allocation pour perte de gain au sens de l'art. 21 al. 5 LPGA (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 consid. 3.2). 4. Pour ce qui concerne les prestations complémentaires, la LPC opère une distinction entre la prestation complémentaire annuelle (art. 3 let. a LPC) et le remboursement des frais de maladie et d’invalidité (art. 3 let b. LPC). Selon l’alinéa 2 de l’art. 3 LPC, la prestation complémentaire annuelle est une prestation en espèces au sens de l’art. 15 LPGA et le remboursement des frais de maladie et d’invalidité est une prestation en nature au sens de l’art. 14 LPGA. Ces derniers ne sont pas pris en considération dans le cadre de la fixation du droit à la prestation complémentaire annuelle mais font l’objet d’un remboursement séparé (Michel Valterio, Commentaire de la loi sur les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI, Genève/Zurich/Bâle 2015, p. 221 ad art. 14 LPC).”
“En effet, une personne détenue étant entretenue par la collectivité durant l’exécution de sa peine, elle retirerait un avantage économique si elle continuait, pendant ce temps, de toucher des prestations sociales partiellement financées par l’Etat (Anne-Sylvie Dupont, in Anne-Sylvie Dupont/Margit Moser-Szeless [édit.], Loi sur la partie générale des assurances sociales, Commentaire romand, 2018, n. 2 ad art. 21 LPGA). b) En matière d’assurances sociales, il y a lieu de distinguer entre prestations en nature et prestations en espèces. Les premières permettent de traiter ou d’influencer le risque qui est survenu (un traitement médical par exemple), alors que les secondes poursuivent le but de compenser une perte de revenu ou d’absorber de nouvelles charges financières (Stéphanie Perrenoud, in Anne-Sylvie Dupont/Margit Moser-Szeless [édit.], Loi sur la partie générale des assurances sociales, Commentaire romand, 2018, n. 7 ad art. 14 LPGA). c) On peut déduire de la genèse de l'art. 21 LPGA que le législateur a voulu poser le principe de la suspension des prestations en espèces pendant l'exécution d'une peine ou d'une mesure sous réserve du privilège des proches (ATF 141 V 466 consid. 4.9). D’ailleurs, si la version française de l’alinéa 5 de l’art. 21 LPGA parle simplement de « prestations pour perte de gain », la version allemande précise « Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter » et la version italienne utilise les termes de « prestazioni pecuniarie con carattere di indemnita per perdita di guadagno ». La lettre circulaire AI n° 406 sur la révision de la LPGA du 2 décembre 2020, modifiée le 31 mars 2021, indique également que la suspension concerne les prestations en espèces (ch. 1). La notion de perte de gain de l’art. 21 al. 5 LPGA doit être comprise comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative. Dans ce sens, les prestations sociales qui peuvent faire l’objet d’une suspension au sens de cet article sont principalement les indemnités journalières et les rentes, ainsi que, cas échéant, les prestations complémentaires qui leur sont associées (Dupont, op. cit., n. 73 et 75 ad art. 21 LPGA). Ainsi, les rentes de l'assurance-invalidité sont clairement des prestations en espèces ayant le caractère d'une allocation pour perte de gain au sens de l'art.”
Bei verzögertem Beginn oder verlängerter Dauer einer zugewiesenen Eingliederungsmassnahme (z. B. wegen Klinikaufenthalt) kann der angepasste Zeitrahmen bei der Beurteilung allfälliger Leistungskürzungen zu berücksichtigen sein; entsprechende Änderungen des Beginns oder der Dauer wurden in der zitierten Verfügung dokumentiert.
“Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden. Dabei ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Dazu konkretisiert Art. 7 Abs. 2 IVG, dass die versicherte Person an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen muss. Dies gilt insbesondere für die in lit. a bis lit. e der Bestimmung aufgeführten Massnahmen, so auch für die Massnahmen beruflicher Art gemäss Art. 15 bis 18 und 18b IVG (Art. 7 Abs. 2 lit. c IVG; vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 9C_842/2010 vom 26. Januar 2011 E. 2.2 und 8C_830/2012 vom 13. März 2013 E. 2.2, die sich auf die Konkretisierung von Art. 21 Abs. 4 ATSG durch Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG beziehen, für lit. c kann aber nichts Anderes gelten). Art. 7a IVG hält dazu fest, dass jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient, als zumutbar gilt. Ausgenommen sind Massnahmen die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. 4. 4.1. Mit der angefochtenen Verfügung vom 31. Mai 2023 (IV-Akte 440) stellte die Beschwerdegegnerin Eingliederungsmassnahme Arbeitsvermittlung ein, welche sie der Beschwerdeführerin mit Mitteilung vom 21. November 2022 (IV-Akte 395) zugesprochen hatte. Konkret hatte die Beschwerdegegnerin damals erklärt, die Kosten für ein Coaching mit aktiver Stellensuche vom 1. November 2022 bis zum 30. April 2023 zu übernehmen. Auf der Mitteilung findet sich der später angebrachte Vermerk, dass der Zeitrahmen aufgrund einer Verzögerung des Beginns des Coachings verlängert werde. Anlässlich des Standortgesprächs vom 4. November 2022 wurde festgehalten, der oder die Coach werde beauftragt, nach dem anstehenden Klinikaufenthalt der Beschwerdeführerin (die Beschwerdeführerin befand sich vom 6.”
Ein einzelnes schriftliches Schreiben kann ausreichen, um die gesetzlich geforderte Mahnung und die angemessene Bedenkzeit zu bewirken, sofern es die versicherte Person in Kenntnis aller wesentlichen Faktoren über die möglichen nachteiligen Folgen ihres Widerstandes gegen Eingliederungsmassnahmen informiert.
“________ (nachfolgend JCP) dem Beschwerdeführer erklärt hatte, am Belastbarkeitsprofil gemäss Gutachten der MEDAS werde trotz seiner Weigerung, dieses anzuerkennen, auch nach Vorlage der (ohne jegliche Begründung versehenen) Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von Dr. med. F.________ vom 3. Februar 2022 (act. IIB 258 S. 2; vgl. E. 3.3 vorne) festgehalten (Protokoll, Eintrag vom 7. Februar 2022, S. 9). Allerdings war die konkrete Ausgestaltung der Eingliederungsmassnahme damals noch nicht bekannt bzw. begann das Aufbautraining effektiv erst knapp vier Monate später am 2. Juni 2022 (act. IIB 269 S. 1). Ob die Beschwerdegegnerin unter diesen Umständen zur nochmaligen Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens trotz unverändertem Belastbarkeitsprofil verpflichtet gewesen wäre, ist dennoch fraglich, denn Sinn und Zweck des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ist es, die versicherte Person auf die möglichen nachteiligen Folgen ihres Widerstandes gegen Eingliederungsmassnahmen aufmerksam zu machen und sie so in die Lage zu versetzen, in Kenntnis aller wesentlichen Faktoren ihre Entscheidung zu treffen (Brunner/Vollenweider, a.a.O., N. 84 zu Art. 21 ATSG). Dies traf auf den Beschwerdeführer mit Blick auf das Schreiben vom 8. Februar 2022, dessen Erhalt er nicht bestreitet, ohne weiteres zu, zumal ihn die Eingliederungsfachperson auch anlässlich des bereits erwähnten Vorstellungsgesprächs beim JCP ausdrücklich auf seine Schadenminderungspflicht hingewiesen hatte (Protokoll, Eintrag vom 7. Februar 2022, S. 9). Ob unter diesen Umständen von einer rechtsgenüglichen und einer die sanktionsweise Leistungseinstellung rechtfertigenden Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens auszugehen ist, kann indes offen bleiben, da es – wie nachfolgend zu zeigen ist – ohnehin an der subjektiven Eingliederungsbereitschaft des Beschwerdeführers fehlt(e) und die Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens somit gar nicht erforderlich war (vgl. E. 2.3.2 vorne). Insoweit ergibt sich folgendes Bild:”
“________ (nachfolgend JCP) dem Beschwerdeführer erklärt hatte, am Belastbarkeitsprofil gemäss Gutachten der MEDAS werde trotz seiner Weigerung, dieses anzuerkennen, auch nach Vorlage der (ohne jegliche Begründung versehenen) Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von Dr. med. F.________ vom 3. Februar 2022 (act. IIB 258 S. 2; vgl. E. 3.3 vorne) festgehalten (Protokoll, Eintrag vom 7. Februar 2022, S. 9). Allerdings war die konkrete Ausgestaltung der Eingliederungsmassnahme damals noch nicht bekannt bzw. begann das Aufbautraining effektiv erst knapp vier Monate später am 2. Juni 2022 (act. IIB 269 S. 1). Ob die Beschwerdegegnerin unter diesen Umständen zur nochmaligen Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens trotz unverändertem Belastbarkeitsprofil verpflichtet gewesen wäre, ist dennoch fraglich, denn Sinn und Zweck des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ist es, die versicherte Person auf die möglichen nachteiligen Folgen ihres Widerstandes gegen Eingliederungsmassnahmen aufmerksam zu machen und sie so in die Lage zu versetzen, in Kenntnis aller wesentlichen Faktoren ihre Entscheidung zu treffen (Brunner/Vollenweider, a.a.O., N. 84 zu Art. 21 ATSG). Dies traf auf den Beschwerdeführer mit Blick auf das Schreiben vom 8. Februar 2022, dessen Erhalt er nicht bestreitet, ohne weiteres zu, zumal ihn die Eingliederungsfachperson auch anlässlich des bereits erwähnten Vorstellungsgesprächs beim JCP ausdrücklich auf seine Schadenminderungspflicht hingewiesen hatte (Protokoll, Eintrag vom 7. Februar 2022, S. 9). Ob unter diesen Umständen von einer rechtsgenüglichen und einer die sanktionsweise Leistungseinstellung rechtfertigenden Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens auszugehen ist, kann indes offen bleiben, da es – wie nachfolgend zu zeigen ist – ohnehin an der subjektiven Eingliederungsbereitschaft des Beschwerdeführers fehlt(e) und die Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens somit gar nicht erforderlich war (vgl. E. 2.3.2 vorne). Insoweit ergibt sich folgendes Bild:”
Ergänzungsleistungen (EL) können nach Art. 21 Abs. 5 ATSG im Zusammenhang mit Straf- oder Massnahmenvollzug sistiert werden; gesetzlich sind keine weiteren Fälle für eine zeitweise Sistierung der EL vorgesehen. Die Behörde ist nicht verpflichtet, zusätzlich eine separate Zwischenverfügung zu erlassen, wenn sie bereits wiederholt die bevorstehende Einstellung der Leistungen angekündigt hat.
“hiervor dargelegt wurde. Stattdessen geht es um die Sistierung des Vollzugs des Leistungsanspruchs. Art. 21 Abs. 5 ATSG sieht vor, dass die Auszahlung von (rechtskräftig zugesprochenen) Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter ganz oder teilweise eingestellt, das heisst sistiert werden können, wenn sich die versicherte Person im Straf- oder Massnahmenvollzug befindet. Darunter fallen auch die EL. Andere Konstellationen, bei denen die Leistungsausrichtung der EL zeitweise von den Ausgleichskassen sistiert werden könnten, sind gesetzlich nicht vorgesehen. Dies stimmt mit dem Grundsatz überein, dass bei der EL die Kosten des aktuellen Lebensbedarfes der versicherten Person gedeckt werden und die Inanspruchnahme der Sozialhilfe vermieden werden soll. Die Beschwerdegegnerin war demzufolge nicht verpflichtet, über das Sistierungsgesuch des Beschwerdeführers zu entscheiden bzw. eine Zwischenverfügung zu erlassen. Es genügte, dass sie dem Beschwerdeführer mehrfach mitteilte, sie werde die Leistungen ganz einstellen, wenn er diese weiterhin nicht annehme. Ziffer 3 der Rechtsbegehren kann daher nicht stattgegeben werden.”
Eine Verletzung der Schadenminderungspflicht kann nach Art. 21 Abs. 4 ATSG zur Kürzung, Befristung oder Verweigerung von Leistungen führen. Die Rechtsprechung stellt den Versicherten für die Folgen so, wie wenn er die zumutbaren Schadenminderungsmassnahmen erfüllt hätte; folglich sind Befristungen oder Einstellungen der Rente möglich, wenn bei Einhaltung der Auflage eine rentenausschliessende Erwerbsfähigkeit erreichbar gewesen wäre. Ein unterlassenes Melden eines Therapieabbruchs oder vergleichbares schwerwiegendes Unterlassen kann dabei besonders gewichtigt werden.
“Wie bei den sekundären Suchtgeschehen ist demnach neu auch bei primären Abhängigkeitssyndromen die Anordnung einer Entzugsbehandlung im Vorfeld einer Begutachtung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren nicht statthaft, würde damit doch die Qualifikation des Suchtgeschehens und seiner erwerblichen Auswirkungen als zum vornherein invalidenversicherungsrechtlich irrelevant und deshalb auszuscheiden vorweggenommen. Wie es sich damit verhält, ist indes nach dem Gesagten im Abklärungsverfahren erst zu untersuchen. Demgegenüber darf eine Entzugsbehandlung als Behandlungsmassnahme (zur Qualifikation als Leidensbehandlung (vgl. Urteil 9C_218/2007 vom 19. November 2007 E. 2.4) - sofern im konkreten Fall zumutbar - selbstredend (unverändert) jederzeit zur Schadenminderung angeordnet werden (BGE 145 V 215 E. 8.2 S. 230; 9C_370/2013 E. 4.2.1; sowie Urteil 9C_914/2010 vom 2. Dezember 2010 E. 3). Eine Verletzung von Schadenminderungspflichten berechtigt die Verwaltung indes nicht zum Nichteintreten auf das Leistungsersuchen, sondern allenfalls zur Kürzung oder Verweigerung von Leistungen (Art. 7 Abs. 1 sowie Abs. 2 lit. d IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des Bundesgerichts 9C_309/2019 vom 7. November 2019 E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen).”
“Der Beschwerdeführer habe im Rahmen der Neuanmeldung vom 30. März 2022 keine der Schadenminderungsauflage vom 16. Dezember 2019 entsprechenden Befunde oder Therapiebestätigungen eingereicht. Die Bestätigung vom 19. Mai 2022 entspreche nicht den geforderten Auflagen (Beschwerdeantwort Ziff. III Rz. 3 ff.). 2.2. Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, er habe aufgrund seines psychischen Leidens seine Mitwirkungspflichten nicht wahrnehmen können. Jetzt aber habe sich seine Situation verbessert, er nehme wieder Termine bei seinem Hausarzt wahr und könne ab Januar auch eine psychiatrische Behandlung aufnehmen (Beschwerde S. 3 f.). 2.3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf zureichender Grundlage vom Beschwerdeführer einfordert, der Schadenminderungsauflage vom 16. Dezember 2019 entsprechende Laborbefunde und Therapiebestätigungen einzureichen, und nachdem dieser der Aufforderung innert gesetzter Frist nicht nachgekommen ist zu Recht die Ablehnung des Leistungsbegehrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG verfügt hat bzw. nach seiner Neuanmeldung mit der angefochtenen Verfügung das Leistungsgesuch erneut abgewiesen hat. 3. 3.1. Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Laut Art. 8 Abs. 3 IVG bestehen die Eingliederungsmassnahmen unter anderen in Massnahmen beruflicher Art (lit. b). Ausgangspunkt jedes Anspruchs auf berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung ist das Vorhandensein eines (drohenden) invalidisierenden Gesundheitsschadens. Als Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG gilt die voraussichtliche bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall. Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (vgl.”
“Unter Einhaltung der Schadenminderungsauflage hätte die Möglichkeit bestanden (vgl. E. 4.5.2 hiervor), eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu erlangen und damit ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (vgl. E. 5.5.3 hiernach). Der Beschwerdeführer ist daher unter Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsprinzips so zu stellen, wie wenn er seine Schadenminderungspflicht wahrgenommen hätte (vgl. BGE 119 V 250 E. 3a S. 254; SVR 2023 IV Nr. 15 S. 49 E. 5.4.2). Damit ist die Befristung des Rentenanspruchs per 30. April 2023 gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG zufolge Verletzung der zumutbaren Schadenminderungspflicht nicht zu beanstanden (vgl. E. 5.5.3 hiernach).”
“Juni 2019 initiierten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens vor der Rentenverfügung durfte und musste vom Beschwerdegegner erwartet werden, dass er der IV-Stelle einen allfälligen Therapieabbruch melden würde. Es bestand keine Notwendigkeit, ihn ein weiteres Mal auf die Konsequenzen einer Verletzung seiner Schadenminderungspflicht aufmerksam zu machen, da er bereits wissen musste, dass der Therapieabbruch auch die Renteneinstellung nach sich ziehen würde. Im Übrigen hätte der Beschwerdegegner sogar noch während des Vorbescheidverfahrens Gelegenheit gehabt, die Psychotherapie wieder aufzunehmen, da die Rente erst mit Erlass der Verfügung vom 29. Oktober 2021 eingestellt wurde. Die IV-Stelle durfte deshalb die Rente am 29. Oktober 2021 per sofort, insbesondere ohne Durchführung eines erneuten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens, einstellen. Es fällt in diesem Zusammenhang zwar auf, dass sie sich in der Verfügung vom 29. Oktober 2021 zur Verhältnismässigkeit der Sanktion der Leistungsverweigerung nicht weiter äusserte, obwohl Art. 21 Abs. 4 ATSG sowie Art. 7b Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 IVG beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen eine Einzelfallabwägung vorsieht. Weiterungen dazu erübrigen sich aber bereits deshalb, weil dem Beschwerdegegner aufgrund des engen zeitlichen Konnexes zwischen Therapieauflage und Rentenzusprache bewusst sein musste, dass der Therapieabbruch auch die Renteneinstellung zur Folge haben würde. Seine unterlassene Meldung des Therapieabbruchs wiegt vor diesem Hintergrund umso schwerer. Zudem war Dr. med. D.________ davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszustand unter konsequenter Therapie beim hervorragend ausgebildeten Verhaltenstherapeuten Dr. med. B.________ und der von der Klinik C.________ vorgeschlagenen stationären Behandlung massgeblich gebessert hätte (Bericht vom 16. Juli 2021). Nicht zuletzt stellte er auch fest, das psychische Leiden sei kein Grund gewesen, keinen Therapeuten aufsuchen zu können, respektive die IV-Stelle nicht über den Therapieabbruch zu informieren (Bericht vom 21.”
“S. 13 Ziff. 4). Soweit die von den Gutachtern thematisierte Abstinenz – trotz bereits wiederholt stattgehabten und teilweise erfolgreichen (stationären) Entzugsbehandlungen – aus medizinischer Sicht unzumutbar oder nur unter einschränkenden Bedingungen zumutbar gewesen wäre, ist daher ohne Weiteres davon auszugehen, dass sich die Gutachter hierzu geäussert hätten. Ohnehin ging der RAD-Arzt Dr. med. I.________ in der Stellungnahme vom 8. Dezember 2022 (act. II 158), nunmehr gestützt auf das Gutachten der MEDAS vom 7. Juni 2022 und die nachfolgenden medizinischen Akten, auf die Frage der Zumutbarkeit einer vollständigen Alkohol- und Drogenabstinenz ein und bejahte diese überzeugend begründet (act. II 158 S. 4). Der Zumutbarkeit der angeordneten Abstinenz stehen schliesslich auch nicht die in der Vergangenheit wiederholt gescheiterten Entzugsbehandlungen entgegen. Sind doch die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG insbesondere dort streng, wo – wie hier – der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen perpetuiert (SVR 2023 IV Nr. 15 S. 49 E. 5.4.2). Mithin gelingt dem (insoweit beweisbelasteten) Beschwerdeführer (vgl. E. 2.2.1 hiervor) folglich nicht, den Nachweis für die Unzumutbarkeit der angeordneten Suchtmittelabstinenz zu erbringen (zur Kasuistik vgl. Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 7 - 7b N. 32).”
Bei erstmaligem Leistungsbegehren können fehlende Eigenanstrengungen zur Selbsteingliederung dazu führen, dass die Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 4 ATSG (Mahnung/Bedenkzeit und zumutbare Mitwirkung) nicht als erfüllt gelten und sich dies nachteilig auf den Leistungsanspruch auswirken kann. Das Vorbringen konkreter Eigeninitiativen ist insoweit Teil der (allgemeinen) Schadenminderungspflicht.
“Der IV-Stelle ist beizupflichten, dass Dr. med. B. beim Drogen- und Alkoholkonsum des Beschwerdegegners kein Abhängigkeitssyndrom diagnostiziert und keinen Entzug, sondern bloss eine Abstinenz empfohlen hat. Folglich ist die vorinstanzliche Aussage, diesbezüglich sei ein "Suchtmittelentzug" nötig, offensichtlich unrichtig. Weiter vertritt die IV-Stelle die Auffassung, der Beschwerdegegner habe es somit selber in der Hand, per sofort eine 100%ige Arbeitsfähigkeit herzustellen. Er brauche weder die Hilfe eines Arztes noch eine Therapie für das Absetzen der Drogen bzw. des Alkohols. Das ADHS schränke ihn in seiner Arbeitsfähigkeit nicht ein. Somit sei die vorinstanzliche Feststellung, es hätte das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchgeführt werden müssen, offensichtlich unrichtig. Der IV-Stelle ist beizupflichten. Es ist nämlich nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdegegner nicht in der Lage gewesen sein soll, aus Eigeninitiative auf den Alkohol- und Drogenkonsum zu verzichten und die notwendigen Medikamente zur Behandlung des ADHS einzunehmen. Nicht gefolgt werden kann dem vorinstanzlichen Argument, es sei für ihn nicht erkennbar gewesen, welche medizinischen Massnahmen er hätte ergreifen müssen. Denn immerhin war er im Verfahren vor der IV-Stelle bzw. auch im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. med. B. und bis zum Verfügungserlass am 14. Juli 2021 durch die Soziale Fachstelle D. vertreten. Hiervon abgesehen könnte sich der Beschwerdegegner, der hier erstmalig Leistungen der Invalidenversicherung verlangt, ohnehin nicht mit Erfolg auf unterbliebene Eingliederungsmassnahmen berufen. Denn es sind keine hinreichenden Indizien für Eigenanstrengungen BGE 148 V 397 S. 408 ersichtlich. Es wird von ihm auch nicht aufgezeigt, dass er die notwendigen Schritte zur Selbsteingliederung unternommen habe, welche als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht (hierzu siehe Art.”
Art. 21 Abs. 4 ATSG findet nur insoweit Anwendung, als es konkret um zumutbare Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen geht. Auf Ansprüche wie Wartezeittaggeld ohne Bezug zu solchen Massnahmen ist die Vorschrift nicht anwendbar.
“Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin aufgrund Verletzung der Schadenminderungspflicht keinen Anspruch auf ein Wartezeittaggeld hat. Bei der Schadenminderungspflicht der versicherten Person handelt es sich um einen allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts (BGE 123 V 230 E. 3c, 117 V 275 E. 2b, 400, je mit Hinweisen; Riemer-Kafka, Die Pflicht zur Selbstverantwortung, Freiburg 1999, S. 57, 551 und 572; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Diss. Zürich 1995, S. 61). Das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) enthält keine allgemeine Regelung der Schadenminderungspflicht (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Vorbemerkungen N 90). Mit Art. 21 Abs. 4 ATSG enthält es zwar eine Norm, welche die Schadenminderungspflicht betrifft. Diese Norm bezieht sich jedoch lediglich auf die Behandlung und die Eingliederung ins Erwerbsleben und kommt daher vorliegend nicht zur Anwendung. Auch das IVG und die IVV enthalten betreffend Wartezeittaggeld keine spezifische Schadenminderungspflicht-Regelung. Dies gilt insbesondere mit Blick auf Art. 7 IVG, welche Bestimmung die Schadenminderungspflicht für die IV spezifiziert. In Art. 21septies IVV ist jedoch geregelt, dass wenn eine versicherte Person während der Eingliederung eine Erwerbstätigkeit ausübt, das Taggeld soweit gekürzt wird, als es das für die Bemessung des Taggelds massgebende Einkommen übersteigt (Abs. 1). Dabei ist das Einkommen zu berücksichtigen, das die versicherte Person mit der während der Eingliederung ausgeübten Tätigkeit erzielt hat (Abs. 2). In Rz. 3075 KSTI hat das Bundesamt für Sozialversicherungen festgehalten, dass wenn die versicherte Person die vom Arzt für die Zeit der Eingliederung als zumutbar erklärte Teilerwerbstätigkeit nicht ausübt, für die Kürzung der Lohn massgebend ist, den sie erzielen könnte, wobei keine Kürzung erfolgt, wenn die zumutbare Erwerbstätigkeit unter 25% liegt.”
Die Rechtsprechung wendet Art. 21 Abs. 4 ATSG (bzw. die entsprechenden Grundsätze) rechtsprechungsgemäss auch analog im Bereich privater Krankentaggeldversicherungen an; dies wird in Lehre und Praxis entsprechend diskutiert.
“4) erwähnte Bestimmung von Art. A4 Ziff. 2 AVB entspricht dem allgemeinen sozialversicherungsrechtlichen Grundsatz der Schadenminderungspflicht, welcher sich auch in Art. 6 ATSG findet (vgl. auch Art. 61 VVG). Dieser gebietet, dass die versicherte Person nach Eintritt des Schadens alle ihr möglichen und zumutbaren Massnahmen zu treffen hat, um diesen zu mindern oder zu beheben. Er umfasst auch die Pflicht zur Annahme einer möglichen Arbeit. Eine Taggeldversicherung dient dem Einkommensersatz und löst die Lohnfortzahlungspflicht eines Arbeitgebers nur soweit und solange ab, als es dem Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, die vertraglich übernommenen Verpflichtungen zum Teil oder ganz zu erfüllen oder aber eben anderweitig erwerbstätig zu sein. Sie ist jedoch nicht dazu bestimmt, einem Leistungsansprecher auch dann einen Lohnausfall auszugleichen, wenn er wieder ein Erwerbseinkommen erzielen könnte (Urteil des Bundesgerichts vom 5. November 2008, 9C_595/2008, E. 4.1). Art. 21 Abs. 4 ATSG hält fest, dass einer versicherten Person Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt werden können, wenn sich diese einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Dieser Artikel ist rechtsprechungsgemäss im Bereich der privaten Krankentaggeldversicherung analog anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juli 2010, 4A_111/2010, E. 3.1). Bei arbeitslosen Versicherten ist eine besondere Aufforderung durch die Versicherung, sich eine neue Stelle zu suchen, entbehrlich (Urteile des Bundesgerichts vom 19. April 2013, 8C_838/2012, E.”
“Auparavant, dans d'autres contestations en matière d'assurance privée, le Tribunal fédéral avait renvoyé une affaire à la juridiction cantonale parce que celle-ci devait examiner si un changement de profession était exigible et si le délai fixé par l'assureur était « approprié aux circonstances » (arrêt 5C.176/1998 du 23 octobre 1998, consid. 2). Dans un autre cas, le tribunal avait relevé que d'après les constatations de fait déterminantes, il n'apparaissait pas qu'un changement de profession fût raisonnablement exigible ni que l'assureur eût imparti à l'assuré, à cette fin, un « délai adéquat pour trouver un emploi » (arrêt 5C.211/2000 du 8 janvier 2001, consid. 4c). Dans une troisième cause, le tribunal avait rejeté la critique de l'assuré qui se plaignait d'un délai d'adaptation trop bref, fixé à trois mois par la juridiction cantonale (arrêt 5C.74/2002 du 7 mai 2002, consid. 3). En doctrine, plusieurs auteurs mentionnent ces décisions et ils en déduisent sans plus d'explication que l'art. 21 al. 4 LPGA fait règle aussi en droit des assurances privées (Bettina Kahil-Wolff et Emmanuelle Simonin, Révision totale de la LCA : l'avant-projet et les assurances sociales, in Quoi de neuf en droit social ?, 2009, p. 130; Gebhard Eugster, Vergleich der Krankentaggeldversicherung (KTGV) nach KVG und nach VVG, in Krankentaggeldversicherung : Arbeits- und versicherungsrechtliche Aspekte, 2007, p. 85; Vincent Brulhart, L'assurance collective contre la perte de gain en cas de maladie, in Le droit social dans la pratique de l'entreprise, 2006, p. 107; voir aussi Jean-Louis Duc, Le droit applicable aux assurances complémentaires, PJA 2010 p. 473). Leur opinion doit être approuvée dans la mesure où la démarche imposée à l'assureur, selon le principe de l'art. 21 al. 4 LPGA, est une concrétisation des règles de la bonne foi qu'en vertu de l'art. 2 al. 1 CC, chacun doit respecter dans l'exercice de ses droits et l'exécution de ses obligations. Selon la jurisprudence, il y a abus de droit manifeste, prohibé par l'art.”
Die Sanktion kann auch die vorsätzliche Verschlimmerung der Folgen des eingetretenen Versicherungsrisikos erfassen, etwa das Ausmass der Gesundheitsschädigung oder die Dauer der Arbeitsunfähigkeit.
“13 L’intention doit porter sur la réalisation du risque, ce par quoi il faut entendre la survenance de l’éventualité assurée (décès, incapacité de travail, incapacité de gain, etc.) ouvrant un droit aux prestations sociales. En tant que tel, un risque ne peut pas être aggravé; sur ce point, la formulation de l’art. 21 al. 1 LPGA est maladroite. Il faut en réalité comprendre que la sanction est susceptible de viser la personne assurée qui a aggravé les conséquences de la réalisation du risque, par exemple l’ampleur de l’atteinte à la santé, la durée de l’incapacité de travail, etc. (…) b) La commission par la personne assurée d’un crime ou d’un délit 17 Une sanction doit également être prononcée lorsque le risque se réalise ou que ses conséquences en sont aggravées alors que la personne assuré commet intentionnellement un crime ou un délit. 18 un crime est une infraction pénale passible d’une peine privative de liberté de plus de trois ans; un délit est une infraction pénale passible d’une peine privative de la liberté n’excédant pas trois ans ou d’une peine pécuniaire. Le prononcé d’une sanction administrative en application de l’art. 21 al. 1 LPGA suppose que tous les éléments constitutifs d’un état de fait pénal soient remplis, tant sur le plan objectif que subjectif. Sur ce second plan, seules les infractions commises intentionnellement, au moins au stade du dol éventuel, sont pertinentes, ce qui suppose conscience et volonté de la part de l’assuré. Les infractions pénales commises par négligence ne permettent pas d’appliquer les conséquences prévues par l’art. 21 al. 1 LPGA. Il en va de même pour la commission, même intentionnelle, d’une simple contravention. 19 L’assureur social, respectivement le juge des assurances sociales, ne sont liés ni par les constatations de fait opérées par les autorités pénales ni par les conséquences juridiques qu’elles en ont tirées. Ils ne s’en écartent cependant que si les faits établis au cours de l’instruction pénale et leur qualification juridique ne sont pas convaincants, ou s’ils se fondent sur des considérations spécifiques du droit pénal qui ne sont pas déterminantes en droit des assurances sociales.”
Vor einer Kürzung oder Verweigerung wegen Art. 21 Abs. 4 ATSG ist zuerst die materielle Begründetheit des Rentenanspruchs (das Vorliegen einer rentenbegründenden Invalidität) festzustellen. Die Tatsache, dass eine Erkrankung grundsätzlich behandelbar ist, schliesst eine Invalidität nicht von vornherein aus; Behandlungs‑ oder Eingliederungsfragen sind erst im Rahmen des Verfahrens nach Art. 21 Abs. 4 zu berücksichtigen.
“Nachdem eine Leistungsverweigerung oder -kürzung gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG jedenfalls voraussetzt, dass eine rentenbegründende Invalidität vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 8C_5/2017 vom 11. April 2017 E. 5.3), gilt es vorweg die materielle Begründetheit eines Rentenanspruchs zu prüfen.”
“4c, que dans l'assurance-invalidité, la possibilité de traiter une affection ne s'oppose pas de manière absolue à la survenance d'une invalidité donnant droit à une rente. En effet, la possibilité de traitement, considérée en soi, ne dit encore rien sur le caractère invalidant d'une atteinte à la santé. Une atteinte à la capacité de gain doit être établie et son ampleur déterminée dans chaque cas particulier, indépendamment de la classification diagnostique d'une affection et, en principe, indépendamment de son étiologie. La question déterminante est de savoir si l'on peut raisonnablement exiger de la personne assurée qu'elle fournisse une prestation de travail. La naissance du droit à une rente d'invalidité suppose donc toujours et uniquement qu'une incapacité de travail d'au moins 40% ait existé pendant un an (sans interruption notable) et qu'une incapacité de gain justifiant le droit à une rente subsiste. Un refus ou une réduction des prestations au motif que l'assuré n'utilise pas tous les moyens de traitement présuppose une procédure selon l'art. 21 al. 4 LPGA. En l’absence d’une telle procédure, les atteintes à la santé ne peuvent pas être ignorées, lors de la détermination de la capacité de l'assuré, au seul motif qu’elles peuvent être traitées (arrêt du Tribunal fédéral 9C_327/2022 du 10 octobre 2023 consid. 4.2 et la référence). En ce qui concerne les facteurs psychosociaux ou socioculturels et leur rôle en matière d'invalidité, ils ne figurent pas au nombre des atteintes à la santé susceptibles d'entraîner une incapacité de gain au sens de l'art. 4 al. 1 LAI. Pour qu'une invalidité soit reconnue, il est nécessaire, dans chaque cas, qu'un substrat médical pertinent, entravant la capacité de travail (et de gain) de manière importante, soit mis en évidence par le médecin spécialisé. Plus les facteurs psychosociaux et socioculturels apparaissent au premier plan et imprègnent l'anamnèse, plus il est essentiel que le diagnostic médical précise s'il y a atteinte à la santé psychique qui équivaut à une maladie. Ainsi, il ne suffit pas que le tableau clinique soit constitué d'atteintes qui relèvent de facteurs socioculturels ; il faut au contraire que le tableau clinique comporte d'autres éléments pertinents au plan psychiatrique tels, par exemple, une dépression durable au sens médical ou un état psychique assimilable, et non une simple humeur dépressive.”
Vor einer Kürzung oder Verweigerung der Leistungen ist zu prüfen, ob die vorliegenden Akten eine Beurteilung der Zumutbarkeit und der Erfolgsaussichten der angeordneten Massnahme erlauben; erforderlichenfalls sind ergänzende, ggf. polydisziplinäre Abklärungen anzuordnen. Sodann ist zu prüfen, ob der Versicherte sich selbstrehabilitierend verhalten hat oder dies zumutbar von ihm verlangt werden kann.
“Eine Sanktionierung aufgrund einer Verletzung der Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 43 ATSG setzt voraus, dass die verweigerten Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind (vgl. E 1.5.1), während eine Kürzung beziehungsweise Aufhebung der Rente aufgrund einer Verletzung der Schadenminderungspflicht gemäss Art. 7 und Art. 7b IVG i.V.m. Art. 21 Abs 4 ATSG unter anderem davon abhängt, ob die angeordnete Massnahme zumutbar und geeignet ist, eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit herbeizuführen (vgl. E. 1.6.3). Zu prüfen ist demgemäss, ob der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers mit den aktuell vorliegenden medizinischen Akten bereits umfassend abgeklärt ist und ob gestützt darauf beurteilt werden kann, ob die angeordnete Massnahme zumutbar ist und eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit verspricht oder ob allenfalls weitere Abklärungen erforderlich sind. Diesbezüglich liegt insbesondere das psychiatrisch-neuropsychologische Gutachten von Dr. G.___ und lic. phil. H.___ vom 19. März 2020 (Urk. 7/119) vor.”
“Bei diesem Ergebnis wurde die bisherig ausgerichtete halbe Rente zu Unrecht gestützt auf Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG und Art. 43 Abs. 3 ATSG eingestellt. Der angefochtene Entscheid ist deshalb aufzuheben. Die Sache wird an die Vorinstanz zur erneuten Veranlassung einer polydisziplinären Begutachtung unter Beachtung der vorgenannten Rahmenbedingungen und Parteirechte zurückgewiesen.”
“Reste à examiner si la recourante peut bénéficier d’une mesure de réadaptation. 4.1 S’agissant d’éventuelles mesures de réadaptation, il sied de rappeler que, d’après la jurisprudence, on applique de manière générale dans le domaine de l’assurance-invalidité le principe selon lequel un invalide doit, avant de requérir des prestations de l’assurance-invalidité, entreprendre de son propre chef tout ce qu’on peut raisonnablement attendre de lui pour atténuer le mieux possible les conséquences de son invalidité ; c’est pourquoi un assuré n’a pas droit à une rente lorsqu’il serait en mesure, au besoin en changeant de profession, d’obtenir un revenu excluant une invalidité ouvrant droit à une rente (sur ce principe général du droit des assurances sociales, voir ATF 123 V 233 consid. 3c, 117 V 278 consid. 2b, 400 consid. 4b et les arrêts cités). La réadaptation par soi-même est un aspect de l’obligation de diminuer le dommage et prime aussi bien le droit à une rente que celui à des mesures de réadaptation (art. 21 al. 4 LPGA). Selon l’art. 8 al. 1 LAI, les assurés invalides ou menacés d’une invalidité (art. 8 LPGA) ont droit à des mesures de réadaptation pour autant que ces mesures soient nécessaires et de nature à rétablir, maintenir ou améliorer leur capacité de gain ou leur capacité d’accomplir leurs travaux habituels (let. a) et que les conditions d’octroi des différentes mesures soient remplies (let. b). Le droit aux mesures de réadaptation n’est pas lié à l’exercice d’une activité lucrative préalable. Lors de la fixation de ces mesures, il est tenu compte de la durée probable de la vie professionnelle restante (art. 8 al. 1bis LAI en vigueur dès le 1er janvier 2008). L’art. 8 al. 3 let. b LAI dispose que les mesures de réadaptation comprennent les mesures d’ordre professionnel (orientation professionnelle, formation professionnelle initiale, reclassement, placement, aide en capital). Pour déterminer si une mesure est de nature à maintenir ou à améliorer la capacité de gain d'un assuré, il convient d'effectuer un pronostic sur les chances de succès des mesures demandées (ATF 132 V 215 consid.”
“15.1 Le recourant sollicite à titre subsidiaire des mesures professionnelles sous forme de formation, ce qui est refusé par l’OAI. 15.2 D’après la jurisprudence, on applique de manière générale dans le domaine de l’assurance-invalidité le principe selon lequel un invalide doit, avant de requérir des prestations de l’assurance-invalidité, entreprendre de son propre chef tout ce qu’on peut raisonnablement attendre de lui pour atténuer le mieux possible les conséquences de son invalidité ; c’est pourquoi un assuré n’a pas droit à une rente lorsqu’il serait en mesure, au besoin en changeant de profession, d’obtenir un revenu excluant une invalidité ouvrant droit à une rente (sur ce principe général du droit des assurances sociales, voir ATF 123 V 233 consid. 3c, 117 V 278 consid. 2b, 400 consid. 4b et les arrêts cités). La réadaptation par soi-même est un aspect de l’obligation de diminuer le dommage et prime aussi bien le droit à une rente qu’à celui des mesures de réadaptation (art. 21 al. 4 LPGA). 15.3 Selon l’art. 8 al. 1er LAI, les assurés invalides ou menacés d’une invalidité (art. 8 LPGA) ont droit à des mesures de réadaptation pour autant que ces mesures soient nécessaires et de nature à rétablir, maintenir ou améliorer leur capacité de gain ou leur capacité d’accomplir leurs travaux habituels (let. a) et que les conditions d’octroi des différentes mesures soient remplies (let. b). Le droit aux mesures de réadaptation n’est pas lié à l’exercice d’une activité lucrative préalable. Lors de la fixation de ces mesures, il est tenu compte de la durée probable de la vie professionnelle restante (art. 8 al. 1bis LAI en vigueur dès le 1er janvier 2008). L’art. 8 al. 3 let. b LAI dispose que les mesures de réadaptation comprennent les mesures d’ordre professionnel (orientation professionnelle, formation professionnelle initiale, reclassement, placement, aide en capital). 15.4 Pour déterminer si une mesure est de nature à maintenir ou à améliorer la capacité de gain d'un assuré, il convient d'effectuer un pronostic sur les chances de succès des mesures demandées (ATF 132 V 215 consid.”
Das Unterlassen medizinischer oder therapeutischer Massnahmen kann nach der Rechtsprechung als Indiz dafür gewertet werden, dass keine invalidisierende Gesundheitsschädigung vorliegt und bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen zu Leistungskürzungen oder -verweigerungen führen. Sanktionierbar ist das Verhalten jedoch nur, wenn die versicherte Person zuvor durch den behandelnden Arzt bzw. in adäquater Weise über die Therapie informiert worden ist. Eine rein ärztliche Empfehlung begründet nicht automatisch eine Schadenminderungspflicht, namentlich wenn weitergehende Abklärungen nötig sind oder die Massnahme nicht formell auferlegt wurde.
“Il doit participer activement à la mise en oeuvre de toutes les mesures raisonnablement exigibles contribuant soit au maintien de son emploi actuel, soit à sa réadaptation à la vie professionnelle ou à l'exercice d'une activité comparable (travaux habituels); il s'agit en particulier : de mesures d'intervention précoce (art. 7 al. 2, let. a, LAI), de mesures de réinsertion préparant à la réadaptation professionnelle (art. 7 al. 2, let. b, LAI), de mesures d'ordre professionnel (art. 7 al. 2, let. c, LAI), de traitements médicaux au sens de l'art. 25 LAMaI ([loi fédérale du 18 mars 1994 sur l'assurance-maladie ; RS 832.10] ; art. 7 al. 2; let. d LAI) ou de mesures en vue d'une nouvelle réadaptation destinées aux bénéficiaires de rente au sens de l'art. 8a al. 2 LAI (art. 7 al. 2, let. e, LAI). b) Dans le cadre de son devoir de réduire le dommage, une obligation importante de l'assuré, si ce n'est la première, est qu'il ait recours à toutes les mesures médicales et thérapeutiques rendues nécessaires par son état de santé. L'assureur pourra ainsi réduire ou refuser ses prestations (art. 7b LAI en relation avec l'art. 21 al. 4 LPGA) lorsque l'assuré, sans enfreindre une injonction, compromet le résultat du processus de guérison par son comportement gravement négligent. Le refus de suivre un traitement approprié ne peut toutefois être qualifié comme tel que si toutes les informations utiles lui ont été communiquées par le médecin traitant (cf. Michel Valterio, Commentaire de la Loi fédérale sur l'assurance-invalidité [LAI], Genève/Zurich/Bâle 2018, n° 3 ad art. 7 LAI, p. 69, et références citées). c) Les traitements médicaux visés par l'art. 7 al. 2, let. d, LAI susmentionné englobent toute mesure diagnostique ou thérapeutique, ambulatoire ou stationnaire, de même que des soins de longue durée, dont on peut raisonnablement espérer, au stade de la vraisemblance prépondérante, une amélioration de l'état de santé de la personne assurée et, par conséquent, de sa capacité de travail. La perception subjective, par la personne assurée, de l'utilité du traitement n'est pas pertinente. La preuve de l'amélioration que le traitement aurait pu apporter n'a pas à être rapportée strictement, mais doit être démontrée avec une certaine vraisemblance.”
“Ebenfalls fehl geht die Beschwerdeführerin sodann mit ihrem Einwand, sie hätte vorgängig - in Nachachtung von Art. 21 Abs. 4 ATSG - im Rahmen eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens aufgefordert werden müssen, sich schadenmindernd einer psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen. Sie verkennt dabei, dass der Umstand der Nichtinanspruchnahme entsprechender therapeutischer Vorkehren hier gerade als Zeichen für ein nicht invalidisierendes gesundheitliches Geschehen gewertet werden kann (vgl. E. 3.2.1 am Ende hiervor). Ist eine entsprechende Gesundheitsschädigung (ohnehin) auszuschliessen, bedarf es keiner Anmahnung im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG.”
“Diese (kausale) Einschätzung schliesst mit Blick auf die Ausführungen von Dr. Z.___ und Dr. A.___ (E. 3.2 ff.), wonach sich das beim Beschwerdeführer beobachtete depressive Krankheitsgeschehen nicht einzig mit belastenden invaliditätsfremden Faktoren erklären lasse, eine davon (mittlerweile) verselbständigte krankheitswertige Depression nicht aus. Schliesslich verneinte Dr. F.___ das Bestehen einer krankheitswertigen Depression nicht abschliessend, sondern kritisierte die Berichte der Behandlerinnen hinsichtlich Diagnostik, Behandlung und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit als nicht nachvollziehbar. Weiter schlug Dr. F.___ explizit die Auferlegung einer Schadenminderungspflicht in Form einer leitliniengerechten psychopharmakologischen Therapie unter regelmässiger Blutspiegelkontrollen während sechs Monaten vor, wovon sie sich innert weniger Monate - sollte wie von den Behandlerinnen diagnostiziert eine mittelgradige depressive Episode vorliegen - eine Verbesserung versprach. Eine entsprechende Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG wurde dem Beschwerdeführer aber nicht auferlegt. Damit kann jedoch auch nicht auf den von Dr. F.___ prognostizierten Behandlungserfolg abgestellt werden. Entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin können die Folgen der von ihr postulierten Beweislosigkeit, wonach kein invaliditätsbegründender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, noch nicht greifen. Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_765/2020 vom 4. März 2021 E. 3.2.2 mit Hinweis auf BGE 144 V 427 E. 3.2). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_257/2018 vom 24.”
“Zusammengefasst ergibt sich, dass die IV-Stelle die Verwertbarkeit der wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit zu prüfen und die nach den konkreten Umständen sich als unerlässlich herausstellenden Eingliederungsmassnahmen an die Hand zu nehmen hat, sofern und soweit deren Voraussetzungen erfüllt sind. Falls die Beschwerdeführerin keine Motivation zur Eingliederung aufbringt, ist ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen. Anschliessend ist über die Aufhebung des Rentenanspruchs neu zu verfügen. Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin bis zur Durchführung beruflicher Massnahmen bzw. - je nach Motivation der Beschwerdeführerin - eines allfälligen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente hat.”
Entscheidet sich die versicherte Person, ihre bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt dadurch für die Zukunft grundsätzlich der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen der Verhaltensweise und dem Schaden weg. Ab diesem Zeitpunkt ist die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG neu zu prüfen; dabei sind insbesondere das Verhältnismässigkeitsprinzip und das Ausmass des Verschuldens zu berücksichtigen.
“Mit Verfügung vom 1. Oktober 2019 (act. IIA 273 f.) stellte die Beschwerdegegnerin die Rentenzahlungen wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht gestützt auf Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG per sofort ein. Da es sich dabei einzig um eine Sanktion gehandelt hat und damals keine materielle Prüfung des Rentenanspruchs vorgenommen wurde, ist die nach Erlass dieser Verfügung abgegebene Erklärung der Beschwerdeführerin vom 29. Oktober 2019, wonach sie die vorgesehenen Eingliederungsbemühungen akzeptieren und mitwirken werde (act. IIA 275 S. 1), nicht als Neuanmeldung bzw. nicht als Revisionsgesuch zu qualifizieren (vgl. BGE 139 V 585 E. 6.3.7.4 S. 590). Massgebend ist vielmehr, dass bei der Verweigerung von Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG der Verhältnismässigkeitsgrundsatz zu beachten ist. Die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG kann nur solange greifen, als zwischen der Verhaltensweise der versicherten Person und dem Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Entschliesst sich die versicherte Person, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt der Kausalzusammenhang für die Zukunft grundsätzlich dahin (vgl. Ueli Kieser, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 21 N. 156 ff.; Brunner/Vollenweider, in: Frésard-Fellay/Klett/Leuzinger [Hrsg.], Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2019, Art. 21 N. 31; Anne-Sylvie Dupont, in: Dupont/Moser-Szeless, Commentaire Romand, Loi sur la partie générale des assurances soziales, 2018, Art. 21 N. 65). Dies bedeutet für den hier zu beurteilenden Fall, dass mit der Erklärung der Beschwerdeführerin vom 29. Oktober 2019 (act. IIA 275 S. 1) der Kausalzusammenhang wegfiel, konnte die Beschwerdegegnerin von da an die von der Beschwerdeführerin ausdrücklich angebotene Mitwirkung doch einfordern und die vorgesehenen Eingliederungsmassnahmen durchführen.”
“Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind sodann alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG). Zudem ist bei der Festlegung der Sanktion dem Verhältnismässigkeitsprinzip Beachtung zu schenken (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 21 N 157). 3.6. Die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt nicht nur die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Die Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, muss darüber hinaus auch geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine - je nach den Umständen zu konkretisierende - gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. Zu ergänzen bleibt, dass die Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG nur so lange greifen kann, als zwischen Verhaltensweise und Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Entschliesst sich die versicherte Person, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt für die Zukunft der Kausalzusammenhang grundsätzlich dahin. Deshalb ist ab diesem Zeitpunkt und mit Wirkung für die Zukunft zu prüfen, ob auf die bisherige Kürzung bzw. Verweigerung der Leistung zurückzukommen ist (Ueli Kieser, a.a.O., Art. 21 N 164). 4. 4.1. Die Parteien sind sich dahingehend einig, dass die Versicherte wegen der bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen grundsätzlich Anspruch auf Massnahmen zur beruflichen Eingliederung hätte. Strittig und zu prüfen ist hingegen, ob die Beschwerdegegnerin die Eingliederungsmassnahmen zu Recht eingestellt hat (IV-Akte 33, S. 1). 4.2. 4.2.1. Zur Begründung der Einstellung führte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung aus, dass die Versicherte ihre aktive Teilnahme an den Eingliederungsmassnahmen trotz der schriftlichen Mahnung nicht wiederaufgenommen habe (Verfügung, IV-Akte 57, S.”
Die Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens enthebt die IV-Stelle nicht vom gesetzlich vorgesehenen Vorbescheidverfahren. Wird der Vorbescheid nicht erlassen, kann darin eine Gehörsverletzung liegen, zumal erst mit Kenntnis der konkret angedrohten Entscheidung eine gehörige Stellungnahme möglich ist und die Kenntnisnahme den Versicherten noch zur nachträglichen Mitwirkung bewegen kann.
“Schliesslich bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz das Vorbescheidverfahren beachtet hat. Das Bundesgericht hielt mit Urteil 9C_742/2018 vom 18. Dezember 2018 E. 6.3 fest, dass das Mahn- und Bedenkzeitverfahren (Art. 21 Abs. 4 ATSG) anderen Zwecken diene als das Vorbescheidverfahren (Art. 57a IVG), weshalb es diesem auch zeitlich vorgelagert sei. Das Gesetz biete keine Handhabe, auf das Mahn- und Bedenkzeitverfahren zu verzichten mit der Begründung, die Versicherte erhalte mit dem zu erlassenden Vorbescheid bereits die Gelegenheit, ihr Verhalten in der Einwandfrist zu überdenken. Es verwies in der Folge «zum ebenfalls ausgeschlossenen Verzicht auf einen Vorbescheid wegen eines durchgeführten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens auf Urs Müller, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, 2010, S. 413 Rz. 2102). In seinem Urteil C-1331/2020 vom 28. April 2021 hat das Bundesverwaltungsgericht in E. 4.2 (in fine) und E. 5.3 - mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung - festgehalten, dass die Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens die IV-Stelle nicht vom gesetzlich vorgesehenen Vorbescheidverfahren entbinde. Das Vorbescheidverfahren diene zwar auch der Ausübung des rechtlichen Gehörs, gehe aber über den verfassungsrechtlichen Mindestanspruch nach Art.”
“Im oben erwähnten Verfahren C-1331/2020, in welchem der Versicherte seine Teilnahme an einer erneuten Begutachtung verweigerte und die Vor-instanz das Leistungsbegehren mit der Begründung abwies, der Versicherte habe seine Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise verletzt, hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass insbesondere mit Blick auf den formellen Charakter des Anhörungsverfahrens nicht entscheidend sei, ob sich die Durchführung des Vorbescheidverfahrens auf den Ausgang der materiellen Streiterledigung auswirke. Ohne Kenntnisnahme der tatsächlichen Entscheidgrundlage sei eine gehörige Stellungnahme zur vorgesehenen Erledigung nicht möglich. Es könne zudem auch nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass sich der Versicherte in Kenntnis des konkret in Aussicht gestellten Entscheids doch noch zur Wahrnehmung seiner Mitwirkungspflichten entscheide. Gleiches hat vorliegend zu gelten, zumal die Vorinstanz ohne vorgängige Durchführung des Vorbescheidverfahrens direkt mit Verfügung vom 11. Dezember 2019 die Rentenzahlungen einstellte und nicht von vornherein ausgeschlossen werden konnte, dass der Beschwerdeführer - auch wenn ihm im Rahmen des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens mehrfach mitgeteilt worden sei, eine Verletzung seiner Mitwirkungspflicht könne die in Art. 43 Abs. 2 ATSG, Art. 7b Abs. 1 IVG und Art. 21 Abs. 4 ATSG genannten Rechtsfolgen nach sich ziehen - nach Kenntnisnahme der ihm konkret drohenden Renteneinstellung sich doch noch zur Wahrnehmung der Begutachtung in der Q._______ AG entschieden hätte. Die Verletzung des Vorbescheidverfahrens und damit einhergehende Gehörsverletzung kann damit nicht geheilt werden.”
Bei Untersuchungshaft ist eine Sistierung der Geldleistungen nach Art. 21 Abs. 5 ATSG gemäss Praxis grundsätzlich möglich. Die Sistierung wird jedoch erst nach Ablauf von drei Monaten verfügt; dauert die Untersuchungshaft insgesamt weniger als drei Monate (90 Tage), gilt eine Sistierung als unzulässig. Die Rente kann ab dem 1. Tag des Monats sistiert werden, der dem Beginn der Untersuchungshaft folgt (vgl. Praxis und KSIR-Verweis).
“Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe oder Massnahme an einer Erwerbstätigkeit gehindert wird. Nur wenn die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit bietet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, verbietet es sich, den Rentenanspruch zu sistieren. Massgebend für eine Sistierung der Rentenleistungen einer invaliden Person ist demnach, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde (BGE 137 V 154 E. 5.1; BGE 133 V 1 E. 4.2.4.1). Weil bei Untersuchungshaft eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin grundsätzlich kein Anspruch auf Lohnfortzahlung nach Art. 324a des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) vom 30. März 1911 besteht, da es sich in der Regel um eine selbstverschuldete Arbeitsverhinderung handelt, ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Rentenanspruch – entgegen dem Wortlaut von Art. 21 Abs. 5 ATSG – auch bei dieser Art des Freiheitsentzugs zu sistieren (BGE 133 V 1 E. 4.2.4.2). Bei Untersuchungshaft wird die Sistierung nach Ablauf von drei Monaten verfügt. Die Rente kann sodann rückwirkend ab dem 1. Tag des Monats, der dem Beginn der Untersuchungshaft folgt, sistiert werden. Dauert die Untersuchungshaft insgesamt weniger als drei Monate (90 Tage), ist eine Sistierung unzulässig (vgl. Rz. 7205 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Juli 2023). 2.2 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Rückerstattungspflichtig sind der Bezüger oder die Bezügerin der unrechtmässig gewährten Leistungen (Art. 25 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 lit. a ATSV). 3. Vorauszuschicken ist, dass die Sistierungsverfügung vom 6. Juni 2023 unangefochten in Rechtskraft erwachsen und deshalb einer gerichtlichen Überprüfung nicht mehr zugänglichen ist. In diesem Zusammenhang ist aber Folgendes klarzustellen: Der Beschwerdeführer befand sich nachweislich vom 22.”
“Die vom Beschwerdeführer nach Erhalt der Akten des Bezirksgerichts Horgen am 22. November 2017 (Urk. 11/260/1) als zumutbar erachtete (Urk. 31/1 S. 6 f.) Kenntnis der IV-Stelle darüber, dass er sich vom 31. Mai bis 29. Juni 2016 in Untersuchungshaft befunden (vgl. Urk. 11/260/68-69, Urk. 11/260/81) und dass er Kokain und Cannabis konsumiert habe (vgl. Urk. 11/260/79-80), ist nicht geeignet, den Lauf der Verwirkungsfrist auszulösen. Denn zum einen dauerte die erwähnte Untersuchungshaft nicht drei Monate, was nach der Rechtsprechung die Mindestzeitspanne ist, damit sie Anlass für eine Sistierung der Rente im Sinne von Art. 21 Abs. 5 ATSG bilden könnte (vgl. Kieser, a.a.O., N. 172 zu Art. 21). Zum anderen weist die IV-Stelle zu Recht darauf hin, dass ein Drogenkonsum für sich allein noch nicht zwingend auf eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes schliessen lässt (Urk. 31/10 S. 3). Damit standen damals Grundsatz, Ausmass und Adressat des Rückforderungsanspruchs noch nicht fest (vgl. auch die Urteile des Bundesgerichts 9C_504/2020 vom 23. Oktober 2020 E. 3.2 und 8C_85/2016 vom 26. August 2016 E. 7.4).”
“Entscheidend ist, dass eine verurteilte Person wegen der Verbüssung einer Strafe oder Massnahme an einer Erwerbstätigkeit gehindert wird. Nur wenn die Vollzugsart der verurteilten versicherten Person die Möglichkeit bietet, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, verbietet es sich, den Rentenanspruch zu sistieren. Massgebend für eine Sistierung der Rentenleistungen einer invaliden Person ist demnach, ob eine nicht invalide Person in der gleichen Situation durch den Freiheitsentzug einen Erwerbsausfall erleiden würde (BGE 137 V 154 E. 5.1; BGE 133 V 1 E. 4.2.4.1). Weil bei Untersuchungshaft eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin grundsätzlich kein Anspruch auf Lohnfortzahlung nach Art. 324a des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) vom 30. März 1911 besteht, da es sich in der Regel um eine selbstverschuldete Arbeitsverhinderung handelt, ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Rentenanspruch – entgegen dem Wortlaut von Art. 21 Abs. 5 ATSG – auch bei dieser Art des Freiheitsentzugs zu sistieren (BGE 133 V 1 E. 4.2.4.2). Bei Untersuchungshaft wird die Sistierung nach Ablauf von drei Monaten verfügt. Die Rente kann sodann rückwirkend ab dem 1. Tag des Monats, der dem Beginn der Untersuchungshaft folgt, sistiert werden. Dauert die Untersuchungshaft insgesamt weniger als drei Monate (90 Tage), ist eine Sistierung unzulässig (vgl. BGE 133 V 1 E. 4.4; Rz. 7205 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Januar 2024). 3. Der Beschwerdeführer befand sich nachweislich vom 29. August 2023 bis zum 22. Januar 2024 in Untersuchungshaft (vgl. Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom 18. Januar 2024). Damit war der Freiheitsentzug strafrechtlich begründet und dauerte mehr als drei Monate. Eine Sistierung der Invalidenrente im Sinne von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers grundsätzlich möglich.”
Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar und entspricht inhaltlich weitgehend den früheren IV-Regeln. Die einschlägige Rechtsprechung ist zu beachten; dabei sind insbesondere die formellen Erfordernisse des schriftlichen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens zu beachten.
“" Per quanto riguarda il quesito di sapere se e quando un trattamento che promette un essenziale miglioramento della capacità di guadagno di un assicurato sia esigibile o meno, l’art. 21 cpv. 4 LPGA non ha sostanzialmente modificato quanto previsto in precedenza (STFA U 348/04 del 12 ottobre 2006, consid. 2.3). Il TFA, in una sentenza del 16 agosto 2006 (I 462/05), ha sviluppato la seguente considerazione: " (…) 3. 3.1 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). 3.2 Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar (Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG). Er stimmt inhaltlich weitgehend mit der Regelung von alt Art. 10 Abs. 2 IVG und alt Art. 31 IVG (je in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002) überein. Die hiezu ergangene Rechtsprechung ist somit zu beachten (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, N 54 ff. zu Art. 21). Es betrifft dies insbesondere die formellen Erfordernisse des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Bereich der Invalidenversicherung (BGE 122 V 218; SVR 2005 IV Nr. 30 S. 113). Art. 7 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung verweist bezüglich der Kürzung und Verweigerung von Leistungen ausdrücklich auf Art. 21 Abs. 4 ATSG (vgl. altrechtlich ZAK 1965 S. 507). 3.3 Was als zumutbar im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG zu gelten hat, wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. Kieser, a.a.O., N 60 zu Art. 21), kann auf die zu Art. 31 Abs. 1 IVG ergangene Rechtsprechung verwiesen werden.”
Bei revisionsweiser Herabsetzung oder Aufhebung von Renten ist bei Personen, deren Rente seit mindestens 15 Jahren bezogen wird oder die das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, grundsätzlich von der Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung auszugehen. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die versicherte Person trotz fortgeschrittenen Alters oder langer Arbeitsmarktabsenz sich ohne Eingliederungshilfe wieder beruflich integrieren kann. Trennt die IV‑Stelle daraufhin auf Selbsteingliederung ab, so trägt sie die Beweislast dafür, dass das medizinisch‑theoretisch ausgewiesene Leistungspotenzial tatsächlich mittels Eigenanstrengung verwertbar ist. Vor einer Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind grundsätzlich Eingliederungsmassnahmen bzw. ein Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren durchzuführen, es sei denn, es steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Eingliederungswille fehlt (subjektive Eingliederungsfähigkeit).
“1 Zu beachten ist jedoch, dass bei Personen, deren Rente nach mindestens 15 Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen sind, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Entzieht oder widersetzt sich die versicherte Person Eingliederungsmassnahmen, können ihr die Leistungen gekürzt oder verweigert werden. Vorausgesetzt ist immerhin, dass die IV-Stelle zuvor ein Mahn- und Bendenkzeitverfahren durchgeführt hat (Art. 21 Abs. 4 ATSG i.V.m. Art. 7b IVG; Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2017, 9C_525/2017, E. 3.5). 11.2 Rechtsprechungsgemäss darf bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit, das heisst wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben ist, die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens beziehungsweise einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Von fehlendem Eingliederungswillen respektive fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit ist nur dann auszugehen, wenn sie mit dem Beweis-grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Dabei sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung beziehungsweise Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen und gestellten Anträge (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2019, 8C_611/2018, E. 6.1 und 6.2 mit weiteren Hinweisen). Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (vgl.”
“Ausnahmen von der grundsätzlich ("vermutungsweise") anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass die versicherte Person entgegen der Regel in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts vom 1. März 2021, 9C_541/2020, E. 4.4.2). Fehlt der Eingliederungswille bzw. die subjektive Eingliederungsfähigkeit, d.h. ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben, darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Von fehlendem Eingliederungswillen bzw. fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit ist nur dann auszugehen, wenn sie mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Dabei sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen respektive gestellten Anträge (Urteile des Bundesgerichts vom 1. März 2021, 9C_541/2020, E. 4.4.2, und vom 7. Januar 2019, 8C_611/2018, E. 6.1 f., mit weiteren Verweisen). Vorab ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund vorliegt.”
“Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass die versicherte Person entgegen der Regel in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1 S. 211 mit zahlreichen Hinweisen und E. 6 S. 214 f.; Urteile 9C_574/2019 vom 16. Oktober 2019 E. 3.1 mit Hinweisen und 9C_183/2015 vom 19. August 2015 E. 5, in: SVR 2015 IV Nr. 41 S. 139). Fehlt der Eingliederungswille bzw. die subjektive Eingliederungsfähigkeit, d.h. ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben, darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen resp. gestellten Anträge (Urteile 9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E. 3.1; 9C_797/2018 vom 10. September 2019 E. 5.1, je mit Hinweisen).”
“Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass die versicherte Person entgegen der Regel in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteile 9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E. 3.1; 9C_574/2019 vom 16. Oktober 2019 E. 3.1 je mit Hinweisen). Fehlt der Eingliederungswille beziehungsweise die subjektive Eingliederungsfähigkeit, das heisst, ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben (zum Erfordernis der objektiven und subjektiven Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person: Silvia Bucher, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, 2011, Rz. 124 und 539), darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens beziehungsweise einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung beziehungsweise Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen respektive gestellten Anträge (Urteile 9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E. 3.1; 9C_797/2018 vom 10. September 2019 E. 5.1; 8C_682/2018 vom 21. Februar 2019 E. 7.1; 8C_611/2018 vom 7. Januar 2019 E. 6.1; 9C_231/2015 vom 7. September 2015 E. 4.2, je mit Hinweisen).”
Eigenbemühungen (Selbstrehabilitation) sind Teil der Pflicht, den Schaden zu mindern, und können den Anspruch auf Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG beeinflussen. Bei der Prüfung ist festzustellen, ob die vom Versicherten erbrachten oder zumutbaren Eigenbemühungen geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wesentlich zu verbessern oder eine neue Erwerbsmöglichkeit zu schaffen; hierzu ist eine Prognose der Erfolgsaussichten vorzunehmen.
“15.1 Le recourant sollicite à titre subsidiaire des mesures professionnelles sous forme de formation, ce qui est refusé par l’OAI. 15.2 D’après la jurisprudence, on applique de manière générale dans le domaine de l’assurance-invalidité le principe selon lequel un invalide doit, avant de requérir des prestations de l’assurance-invalidité, entreprendre de son propre chef tout ce qu’on peut raisonnablement attendre de lui pour atténuer le mieux possible les conséquences de son invalidité ; c’est pourquoi un assuré n’a pas droit à une rente lorsqu’il serait en mesure, au besoin en changeant de profession, d’obtenir un revenu excluant une invalidité ouvrant droit à une rente (sur ce principe général du droit des assurances sociales, voir ATF 123 V 233 consid. 3c, 117 V 278 consid. 2b, 400 consid. 4b et les arrêts cités). La réadaptation par soi-même est un aspect de l’obligation de diminuer le dommage et prime aussi bien le droit à une rente qu’à celui des mesures de réadaptation (art. 21 al. 4 LPGA). 15.3 Selon l’art. 8 al. 1er LAI, les assurés invalides ou menacés d’une invalidité (art. 8 LPGA) ont droit à des mesures de réadaptation pour autant que ces mesures soient nécessaires et de nature à rétablir, maintenir ou améliorer leur capacité de gain ou leur capacité d’accomplir leurs travaux habituels (let. a) et que les conditions d’octroi des différentes mesures soient remplies (let. b). Le droit aux mesures de réadaptation n’est pas lié à l’exercice d’une activité lucrative préalable. Lors de la fixation de ces mesures, il est tenu compte de la durée probable de la vie professionnelle restante (art. 8 al. 1bis LAI en vigueur dès le 1er janvier 2008). L’art. 8 al. 3 let. b LAI dispose que les mesures de réadaptation comprennent les mesures d’ordre professionnel (orientation professionnelle, formation professionnelle initiale, reclassement, placement, aide en capital). 15.4 Pour déterminer si une mesure est de nature à maintenir ou à améliorer la capacité de gain d'un assuré, il convient d'effectuer un pronostic sur les chances de succès des mesures demandées (ATF 132 V 215 consid.”
In der zitierten Praxis wurde die versicherte Person vorgängig schriftlich darüber informiert, dass im Rahmen einer amtsweisen Rentenrevision eine Neubeurteilung geplant sei und die Rente nur weitergewährt würde, sofern trotz der durchgeführten Behandlung weiterhin eine reduzierte Erwerbsfähigkeit im bisherigen bzw. rentenbegründenden Ausmass vorliege.
“Die Beschwerdegegnerin wies die Beigeladene mit Schreiben "Aufforderung (Art. 21 ATSG)" vom 17. Oktober 2019 darauf hin, dass im Rahmen der nächsten Rentenrevision die Rente nur weiter gewährt werden könne, wenn trotz der durchgeführten Behandlung aus ärztlicher Sicht weiterhin eine reduzierte Arbeitsfähigkeit im bisherigen oder rentenbegründenden Ausmass vorliege. Daher werde man sich spätestens im Juli 2021 über den Erfolg der Heilbehandlung und über die Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit erkundigen, gestützt auf Art. 87 Abs. 2 IVV eine Revision von Amtes einleiten und neu über den Rentenanspruch entscheiden.”
“Die Beschwerdegegnerin wies die Beigeladene mit Schreiben "Aufforderung (Art. 21 ATSG)" vom 17. Oktober 2019 darauf hin, dass im Rahmen der nächsten Rentenrevision die Rente nur weiter gewährt werden könne, wenn trotz der durchgeführten Behandlung aus ärztlicher Sicht weiterhin eine reduzierte Arbeitsfähigkeit im bisherigen oder rentenbegründenden Ausmass vorliege. Daher werde man sich spätestens im Juli 2021 über den Erfolg der Heilbehandlung und über die Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit erkundigen, gestützt auf Art. 87 Abs. 2 IVV eine Revision von Amtes einleiten und neu über den Rentenanspruch entscheiden.”
Bei Anwendung von Art. 21 Abs. 5 ATSG wird nicht das Leistungsrecht selbst aufgehoben, sondern während der Freiheitsentziehung die Auszahlung von Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter (z. B. AI‑Renten oder Taggelder) ganz oder teilweise eingestellt. Die Ansprüche auf PC bleiben bestehen. Hingegen werden die PC‑Beträge, die der Sicherung des Unterhalts der in der PC‑Berechnung berücksichtigten Angehörigen dienen, weiterhin ausgerichtet.
“La caisse fait une fausse interprétation de ces dispositions. L’application de l’art. 21 al. 5 LPGA n’engendre que la suspension du versement de la prestation complémentaire lorsque, à la suite d’une mesure ou une peine privative de liberté, le versement de la rente AI (ou des indemnités journalières de l’AI) est suspendu (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 ; Valterio, op. cit., p. 52, ad art. 8 LPC). En revanche, la PC continue d’être versée pour toutes les personnes comprises dans le calcul, soit les prestations destinées à l’entretien des proches. Cela ressort notamment du chapitre 2.6.2 des Directives concernant les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI (DPC) afférent au cas particulier du droit aux PC durant l’exécution de peines ou de mesures qui prescrivent ce qui suit, sous ch. 2620.01 : « Durant la période au cours de laquelle un assuré subit l’exécution d’une peine ou d’une mesure, le versement des rentes AI et des indemnités journalières peut être suspendu en application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Si la suspension de la prestation a été ordonnée, il importe pour la même période considérée de suspendre également le versement de la PC. Par contre, la PC continue d’être versée pour toutes les autres personnes comprises dans le calcul de la PC. » Ainsi, le droit à la rente et aux PC n’est pas supprimé pendant la détention, mais c’est le paiement des prestations en espèces qui en découlent qui est suspendu, ce qui résulte explicitement du texte de l’art. 21 al. 5 LPGA. Avant l’entrée en vigueur de cette disposition, le Tribunal fédéral avait d’ailleurs eu l’occasion de prononcer que la détention (ou toute autre forme de privation de liberté ordonnée par une autorité pénale) constituait un motif de suspension – et non plus de révision – du droit à la rente d'invalidité versée par l'assurance-invalidité et que le droit à la rente subsistait en tant que tel (ATF 113 V 273). Il était en outre possible de prévoir des mesures d’ordre professionnel organisées par l’AI en collaboration avec l’autorité d’exécution des mesures pénales (TF I 189/02 du 15 janvier 2003 consid.”
“En revanche, la PC continue d’être versée pour toutes les personnes comprises dans le calcul, soit les prestations destinées à l’entretien des proches. Cela ressort notamment du chapitre 2.6.2 des Directives concernant les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI (DPC) afférent au cas particulier du droit aux PC durant l’exécution de peines ou de mesures qui prescrivent ce qui suit, sous ch. 2620.01 : « Durant la période au cours de laquelle un assuré subit l’exécution d’une peine ou d’une mesure, le versement des rentes AI et des indemnités journalières peut être suspendu en application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Si la suspension de la prestation a été ordonnée, il importe pour la même période considérée de suspendre également le versement de la PC. Par contre, la PC continue d’être versée pour toutes les autres personnes comprises dans le calcul de la PC. » Ainsi, le droit à la rente et aux PC n’est pas supprimé pendant la détention, mais c’est le paiement des prestations en espèces qui en découlent qui est suspendu, ce qui résulte explicitement du texte de l’art. 21 al. 5 LPGA. Avant l’entrée en vigueur de cette disposition, le Tribunal fédéral avait d’ailleurs eu l’occasion de prononcer que la détention (ou toute autre forme de privation de liberté ordonnée par une autorité pénale) constituait un motif de suspension – et non plus de révision – du droit à la rente d'invalidité versée par l'assurance-invalidité et que le droit à la rente subsistait en tant que tel (ATF 113 V 273). Il était en outre possible de prévoir des mesures d’ordre professionnel organisées par l’AI en collaboration avec l’autorité d’exécution des mesures pénales (TF I 189/02 du 15 janvier 2003 consid. 3.1.). Les bénéficiaires ne perdent ainsi pas leur droit aux prestations mais le versement des prestations en espèces à caractère de perte de gain est suspendu pendant la durée de la détention. A contrario, les prestations en nature ne sont pas suspendues. Par conséquent, le droit au remboursement des frais de maladie et d’invalidité du recourant subsiste et n’est pas suspendu durant la détention.”
“5 LPGA qui prévoit qu’il y a lieu de suspendre partiellement ou totalement le paiement des prestations pour perte de gain (et non de les réduire ou de les refuser), ceci à l’exception des prestations destinées à l’entretien des proches. En application de cette disposition spéciale, on admet qu’il y a également lieu de suspendre le versement de la prestation complémentaire lorsque, suite à une mesure ou une peine privative de liberté, le versement de la rente AI (ou des indemnités journalières de l’AI) est suspendu (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 ; Michel Valterio, Commentaire de la loi sur les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI, Genève/Zurich/Bâle 2015, p. 52, ad art. 8 LPC). Ainsi, au chapitre 2.6.2 afférent au cas particulier du droit aux PC durant l’exécution de peines ou de mesures, les DPC prescrivent ce qui suit, sous ch. 2620.01 : « Durant la période au cours de laquelle un assuré subit l’exécution d’une peine ou d’une mesure, le versement des rentes AI et des indemnités journalières peut être suspendu en application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Si la suspension de la prestation a été ordonnée, il importe pour la même période considérée de suspendre également le versement de la PC. Par contre la PC continue d’être versée pour toutes les autres personnes comprises dans le calcul de la PC. » Au regard de la réglementation, de la jurisprudence et de la doctrine précitées, la situation est donc claire s’agissant de détenus au bénéfice des prestations de l’AI, respectivement des PC rattachées à cette assurance, laquelle assure le paiement de prestations « pour perte de gain », ceci à la lettre de l’art. 21 al. 5 LPGA qui trouve dès lors à s’appliquer. Tel n’est cependant pas le cas des prestations de l’AVS, singulièrement d’une rente vieillesse, lesquelles ne sont pas de nature compensatoire, respectivement n’ont pas, comme c’est le cas de l’AI, vocation à compenser une perte de gain. Ainsi, le ch. 2620.02 des DPC intègre cette distinction entre prestations compensant ou pas une perte de gain, précisant ce qui suit : « Les rentes de vieillesse et de survivants de l’AVS, les allocations pour impotent ainsi que les PC versées avec lesdites prestations ne peuvent être suspendues qu’en cas de réalisation fautive du cas d’assurance.”
Die IV-Stelle kann eine Sistierung der Invalidenrente nach Art. 21 Abs. 5 ATSG verfügen; in der zitierten Praxislage wurde eine solche Sistierung rückwirkend angeordnet. Die Quelle zeigt zudem, dass die Gemeinde über den Haftantritt informiert war, aber im konkreten Fall keine Sistierungsverfügung verlangt hat.
“Wie zuvor aufgezeigt (vorstehend E. 4.1-4.2), ergibt sich nicht ohne Weiteres, welche Unterlagen der Stadt Schlieren zur Beurteilung des Zusatzleistungsgesuchs noch gefehlt haben könnten. Diese begnügte sich sowohl im vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) als auch in der Beschwerdeantwort (Urk. 7) damit, auf die weiterhin nicht vollständigen Unterlagen hinzuweisen, ohne diese konkret zu benennen. Einzig der handschriftliche Vermerk auf dem Schreiben vom 8. Februar 2021 (Urk. 8/3b) lässt erahnen, dass nach Ansicht der Stadt Schlieren nicht der aktuellste Beleg des Renteneingangs eingereicht wurde. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass infolge des Gefängnisaufenthaltes der Beschwerdeführerin eine Sistierung der Invalidenrente im Raum stand (vgl. Art. 21 Abs. 5 ATSG) und diese – nachdem die IV-Stelle mit E-Mail vom 17. Februar 2021 (Urk. 8/3c S. 2) über den Haftantritt informiert worden war – schliesslich mit Verfügung vom 25. Februar 2021 (Urk. 13/8) auch rückwirkend ab dem 1. Dezember 2020 erlassen wurde. Obwohl die Stadt Schlieren unverzüglich über den ab dem 17. November 2020 erfolgten Haftantritt informiert wurde (vgl. E-Mail vom 25. November 2020 in Urk. 13/2 S. 4), hat sie ihrerseits nie eine allfällige Sistierungsverfügung einverlangt. Es trifft zwar zu, dass – wie sich nachträglich herausstellte – die Invalidenrente auch bereits für die Monate Januar und Februar 2021 ausbezahlt worden war (vgl. Rückforderungsverfügung vom 30. April 2021, Urk. 13/9). Die Beschwerdeführerin war aufgrund der Aussage der Buchhaltung, wonach die Invalidenrente bis und mit Dezember 2020 ausbezahlt worden sei (vgl. Urk. 8/3c), indessen im Zeitpunkt des Ablaufs der Nachfrist zur Einreichung der Unterlagen der Überzeugung, den aktuellsten Beleg über den Renteneingang eingereicht zu haben.”
Die versicherte Person trägt die Beweislast dafür, dass eine Eingliederungsmassnahme unzumutbar ist. Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht sind insbesondere ins Gewicht fallend, wenn durch Unterlassen Rentenleistungen ausgelöst oder perpetuiert werden. Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip muss das Ausmass der Sanktion (Kürzung oder Verweigerung) in einem angemessenen Verhältnis zum voraussichtlichen Eingliederungserfolg stehen.
“Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbesondere medizinische Behandlungen nach Art. 25 KVG (Art. 7 Abs. 2 lit. b IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Die Leistungen können nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person insbesondere den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist (Art. 7b Abs. 1 IVG). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG). 2.2.2. Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG sind streng, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst (SVR 2007 IV Nr. 34 S. 120, I 744/06 E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil 8C_128/2015 vom 25. Juni 2015 E. 1.2) resp. perpetuiert. Nach Art. 7a IVG gilt als Ausfluss einer verstärkten Schadenminderungspflicht und Ausdruck des Prinzips "Eingliederung statt Rente" der Grundsatz der Zumutbarkeit jeder Massnahme, die der Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen Aufgabenbereich dient (BGE 145 V 2 E. 4.2.3 S. 9; Urteile 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.3; 8C_830/2012 vom 13. März 2013 E. 2.2). Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt somit bei der versicherten Person (Urteil 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.3). Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip müssen das Mass der Sanktion (Leistungskürzung oder -verweigerung) und der voraussichtliche Eingliederungserfolg (Verbesserung oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit) einander entsprechen.”
“Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Für die Frage nach dem mutmasslichen Eingliederungserfolg bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine je nach den Umständen zu konkretisierende gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, erfolgreich gewesen wäre. Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip müssen das Mass der Sanktion (Leistungskürzung oder Leistungsverweigerung) und der voraussichtliche Eingliederungserfolg (Verbesserung oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit) einander entsprechen. Die versicherte Person ist grundsätzlich so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungspflicht wahrgenommen hätte (Urteil des Bundesgerichts 8C_345/2022 vom 12. Oktober 2022 E. 5.4.2.). Leistungen, welche bei gesetzeskonformem Verhalten dennoch zu erbringen wären, dürfen nicht gekürzt oder verweigert werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_830/2012 vom 13. März 2013 E. 2.2). 3.1.2. Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch auf die Invalidenversicherung anwendbar (vgl. Art. 1 IVG), wird aber im IVG wie folgt ergänzt: Gemäss Art. 7 Satz 1 IVG muss die versicherte Person an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Gemäss Art. 7a IVG gilt als zumutbar jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die Leistungen können nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person insbesondere den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist (Art. 7b Abs. 1 IVG). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG). 3.1.3. Zusammenfassend setzt eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus.”
Wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen fehlt (fehlender Eingliederungswille bzw. subjektive Eingliederungsfähigkeit), kann die Rente nach Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne vorgängige Prüfung von Eingliederungsmassnahmen und ohne Durchführung des Mahn‑ und Bedenkzeitverfahrens herabgesetzt oder aufgehoben werden. Bei der Abklärung sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen (z. B. zu Krankheitsüberzeugung oder Arbeitsmotivation) sowie im Vorbescheid‑ und vor Gericht gemachte Ausführungen zu berücksichtigen.
“Fehlt der Eingliederungswille beziehungsweise die subjektive Eingliederungsfähigkeit, d.h. ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben, darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-)Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch eines Eingliederungswillens beziehungsweise einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung beziehungsweise Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen respektive gestellten Anträge (Urteil des Bundesgerichts 9C_84/2021 vom 2. August 2021 E. 3.2.2 mit Hinweisen).”
In der Versicherung der Nichtberufsunfälle besteht, abweichend von Art. 21 Abs. 1 ATSG, bei grober Fahrlässigkeit des Versicherten eine Kürzung der Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden. Ist der Versicherte zum Zeitpunkt des Unfalls unterhaltspflichtig gegenüber Personen, denen bei seinem Tod Hinterlassenenrenten zustehen würden, so darf die Kürzung höchstens die Hälfte der Leistungen betragen.
“In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn die versicherte Person den Unfall grob fahrlässig herbeigeführt hat. Die Kürzung beträgt jedoch höchstens die Hälfte der Leistungen, wenn die versicherte Person im Zeitpunkt des Unfalls für Angehörige zu sorgen hat, denen bei ihrem Tode Hinterlassenenrenten zustehen würden (Art. 37 Abs. 2 UVG). Diese Bestimmung steht mit Art. 32 Ziff. 1 Bst. e des Übereinkommens Nr. 128 vom 29. Juni 1967 der Internationalen Arbeitsorganisation (SR 0.831.105) und mit Art. 68 Bst. f der Europäischen Ordnung der Sozialen Sicherheit vom 16. April 1964 (SR 0.831.104) in Einklang. Der staatsvertragliche Ausschluss der Leistungskürzung oder -verweigerung wegen grobfahrlässiger Herbeiführung des Versicherungsfalles beschränkt sich auf die Berufsunfallversicherung und findet auf die Versicherung von Nichtberufsunfällen – sowie von Arbeitswegunfällen (BGE 126 V 353 E.”
“In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden gemäss Art. 37 UVG in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn der Versicherte den Unfall grobfahrlässig herbeigeführt hat. Die Kürzung beträgt jedoch höchstens die Hälfte der Leistungen, wenn der Versicherte im Zeitpunkt des Unfalls für Angehörige zu sorgen hat, denen bei seinem Tode Hinterlassenenrenten zustehen würden (Abs. 2). Hat der Versicherte den Unfall bei nicht vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt, so können ihm in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG die Geldleistungen gekürzt oder in besonders schweren Fällen verweigert werden. Hat der Versicherte im Zeitpunkt des Unfalles für Angehörige zu sorgen, denen bei seinem Tode Hinterlassenenrenten zustünden, so werden Geldleistungen höchstens um die Hälfte gekürzt (Abs. 3). Liegt ein grob fahrlässiges Verhalten i. S. v. Art. 37 Abs. 2 UVG vor, das gleichzeitig den Tatbestand des Verbrechens oder Vergehens i.”
“Le litige porte sur la question de savoir si les prestations auxquelles le recourant a droit peuvent être réduites de moitié au titre d'une entreprise téméraire ou d’une négligence grave. 3. Aux termes de l'art. 6 al. 1 LAA, l'assureur-accidents verse des prestations à l'assuré en cas d'accident professionnel, d'accident non professionnel et de maladie professionnelle. 3.1 Selon l’art. 21 LPGA, si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. À teneur de l’art. 37 LAA, si l’assuré a provoqué intentionnellement l’atteinte à la santé ou le décès, aucune prestation d’assurance n’est allouée, sauf l’indemnité pour frais funéraires (al. 1). Si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels. La réduction ne peut toutefois excéder la moitié du montant des prestations lorsque l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à des rentes de survivants (al. 2). Si l’assuré a provoqué l’accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA être réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Si l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à une rente de survivants, les prestations en espèces sont réduites au plus de moitié. S’il décède des suites de l’accident, les prestations en espèces pour les survivants peuvent, en dérogation à l’art. 21 al. 2 LPGA, aussi être réduites au plus de moitié (al. 3). L’art. 39 LAA dispose que le Conseil fédéral peut désigner les dangers extraordinaires et les entreprises téméraires qui motivent dans l'assurance des accidents non professionnels le refus de toutes les prestations ou la réduction des prestations en espèces.”
Zeitliche Wirkung: Nach der Praxis ist die Rente im Monat, in dem die Vollzugsmassnahme bzw. die Haft beginnt, grundsätzlich noch in voller Höhe zu leisten; die Sistierung gemäss Art. 21 Abs. 5 ATSG greift erst für die folgende Zeit bzw. ab dem konkret relevanten Folgetag (vgl. die Erwägung zur Vollmonatsleistung in der Doktrin und Rechtsprechung sowie die konkreten Fallanwendungen).
“2 et 60 LPGA ; art. 64 al. 2 LPA), de sorte qu’il est recevable. 2. Le litige porte sur le bien-fondé du rejet de la demande de remise de l’obligation de restituer la somme de CHF 11'420.-. 3. L’art. 21 al. 5 LPGA permet à l’administration de suspendre partiellement ou totalement le paiement des prestations pour perte de gain si l’assuré exécute une peine ou une mesure. Cette disposition a pour but de garantir une égalité de traitement entre personnes invalides et valides, les valides étant, dans l’optique du législateur, les personnes subissant une perte de revenu du fait de leur détention, y compris lorsque cette détention est « préventive » (ATF 133 V 1), c’est-à-dire « provisoire » selon la terminologie du Code de procédure pénale suisse du 5 octobre 2007, en vigueur depuis le 1er janvier 2011 (CPP – RS 312.0 ; cf. aussi le ch. 3.6.2.1.01 des Directives concernant les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI (DPC)). Malgré sa formulation potestative, l’art. 21 al. 5 LPGA laisse en réalité uniquement à l’administration la faculté de tenir compte de ce que certaines mesures ou certaines formes de détention permettent de réaliser un gain pendant leur exécution (cf. Anne-Sylvie DUPONT, in Commentaire romand de la LPGA, 2018, n. 74 ad art. 21). Les « prestations pour perte de gain » au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA incluent notamment les indemnités journalières, les rentes d’invalidité et les prestations complémentaires qui s’y rattachent, mais non les rentes de vieillesse et les prestations qui les complètent (cf. Ueli KIESER, op. cit., n. 166 et 175 ad art. 21 LPGA). Sous l’angle de l’invalidité, l’exécution d’une peine ou d’une mesure ne constitue pas un motif de révision, mais de suspension de la rente, ce qui était déjà le cas sous l’empire de la jurisprudence antérieure à la LPGA (cf. ATF 113 V 273). Puisque l’éventualité considérée entraîne une suspension de la rente, cette dernière doit être servie dans son intégralité pour le mois durant lequel l’exécution de la peine ou de la mesure débute.”
“Und schliesslich attestierte auch der RAD dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. Bericht vom 5. August 2019, IV-Akte 37, S. 2, vom 22. April 2020, IV-Akte 66, S. 2 und vom 20. Juli 2020, IV-Akte 77, S. 2) dies sei erwähnt, auch wenn im Übrigen aus den oben genannten Gründen nicht auf die Berichte des RAD abgestellt wird. Dies führt dazu, dass dem Beschwerdeführer kein Invalideneinkommen bzw. ein solches von Fr. 0.00 angerechnet werden kann. Damit beträgt sein Invaliditätsgrad 100 %, womit er Anspruch auf eine ganze ausserordentliche Rente der Invalidenversicherung hat (vgl. E. 5.2.). 5.4. Wie die Beschwerdegegnerin in ihrem ursprünglichen Vorbescheid vom 28. Juli 2020 (IV-Akte 79) festhielt, befand sich der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Rentenbeginns im Massnahmenvollzug. Ab dem 2. März 2020 war es ihm dann möglich, einer externen Arbeit nachzugehen (vgl. Schreiben des Straf- und Massnahmenvollzugs vom 2. März 2020, IV-Akte 72). Für die Zeit während des Massnahmenvollzugs kann die Rente sistiert werden (vgl. Art. 21 Abs. 5 ATSG; vgl. auch Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Stand 1. Januar 2021, N 6001 ff.). Sobald die Vollzugsart es dem Beschwerdeführer ermöglicht, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und somit selber für die Lebensbedürfnisse aufzukommen, darf der Rentenanspruch nicht mehr sistiert werden (vgl. BGE 137 V 154, 161 E. 5.1. und E. 6.). Entsprechend dem von der Beschwerdegegnerin ersetzten Vorbescheid vom 28. Juli 2020 ist die Rente vorliegend bis zum 1. März 2020 zu sistieren und ab dem 2. März 2020 auszurichten. 6. 6.1. Infolge der obigen Ausführungen ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfügung vom 18. Februar 2021 ist aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin hat ihm ab dem 2. März 2020 eine ganze ausserordentliche Rente auszurichten. 6.2. Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin die ordentlichen Kosten, bestehend aus einer Gebühr von Fr. 800.00 zu tragen (Art. 69 Abs.1bis IVG). 6.3. Der obsiegende Beschwerdeführer hat gegenüber der Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten.”
“Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten. Der erforderliche Vertretungsaufwand ist als insgesamt durchschnittlich zu qualifizieren. Zwar ist der Aktenumfang vergleichsweise gering, weshalb nur ein unterdurchschnittlicher Aufwand für das Aktenstudium angefallen ist, aber die rechtliche Problematik erweist sich als überdurchschnittlich komplex, was einen entsprechenden Mehraufwand in rein rechtlicher Hinsicht verursacht hat. Da sich der aktenmässige Minderaufwand und der rein rechtliche Mehraufwand in etwa ausgleichen, ist die Parteientschädigung praxisgemäss auf 4’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Entscheid im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP Die angefochtene Verfügung vom 28. Februar 2019 wird aufgehoben und dem Beschwerdeführer wird mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2011 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen; diese wird für die Zeit ab dem 1. Oktober 2013 im Sinne des Art. 21 Abs. 5 ATSG sistiert. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 4’000 Franken zu entschädigen.”
Eine fehlerhafte Anwendung ausländischer oder grenzüberschreitender Rechtsgrundlagen — etwa das Unterlassen der Berücksichtigung von Leistungen nach dem Règlement (CE) Nr. 883/2004 — kann einen offensichtlichen Rechtsgrundlagenirrtum begründen. Liegt ein solcher offenkundiger Irrtum vor und wurden dadurch Leistungen zu Unrecht zu hoch gewährt, kann dies eine Korrektur bzw. Kürzung der Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG rechtfertigen.
“L’exigence du caractère erroné est en effet réalisée lorsque le droit à des prestations d’assurance a été admis en application de fausses bases légales, que les normes déterminantes n’ont pas été appliquées ou l’ont été de manière incorrecte (ATF 140 V 77 cité au consid. 3c ci-dessus). Le Tribunal fédéral a notamment admis qu’il y avait erreur manifeste dans le cas où des indemnités de chômage ont été initialement fixées par la caisse de chômage sans appliquer les directives du SECO pertinentes qui reprenaient une jurisprudence constante, dans le cas où un calcul de rente AVS a été effectué de manière contraire au droit parce que les périodes de cotisations étrangères n’avaient pas été prises en considération conformément aux principes prévus par la convention bilatérale de sécurité sociale applicable, comme dans des circonstances inverses où une rente de l’assurance-invalidité avait à tort été calculée en fonction des périodes de cotisations accomplies non seulement en Suisse, mais également en France et au Portugal, ou encore dans le cas où l’assureur social a omis d’examiner l’éventualité d’une réduction des prestations selon l’art. 21 al. 4 LPGA malgré des indices suffisants et d’appliquer une disposition légale pertinente (Margit Moser-Szeless, in Dupont/Moser-Szeless [édit.], Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, Bâle 2018, n° 74 ad art. 53 LPGA). Il apparait en l’occurrence que les indemnités de chômage en faveur de l’assuré ont été fixées par l’intimée sans tenir compte des dispositions légales du Règlement (CE) n° 883/2004 et que cela constitue une erreur manifeste de la part de la Caisse. En ne faisant pas application de ces dispositions ainsi qu’en ne suivant pas les directives émanant de la Circulaire IC 883 du SECO, la Caisse a ainsi accordé au recourant plus de prestations que celles auxquelles il avait droit. En vertu du principe de l’interdiction du cumul de prestations du même type, l’intimée devait prendre en compte les prestations versées par les autorités de chômage allemandes, les convertir en indemnités journalières selon le droit suisse avant de les déduire du nombre maximum d’indemnités journalières auxquelles l’assuré avait droit selon le droit suisse.”
Fehlt eine strafrichterliche Feststellung des Vorsatzes, hat der Sozialversicherungsrichter die vorsätzliche Herbeiführung oder Verschlimmerung des Versicherungsfalls selbst zu prüfen. Der Begriff des Vorsatzes ist dabei im strafrechtlichen Sinn zu verstehen; auch Eventualvorsatz genügt.
“2 Unbestritten und aktenmässig belegt ist die Invalidität der Beschwerdegegnerin auf den von ihr selber verursachten Autounfall vom 1. August 2003 zurückzuführen. Ebenso ist unbestritten und aktenkundig, dass sie dabei in angetrunkenem Zustand (Mindestalkoholgehalt 1,22 Gewichtspromille) gefahren war. Dies ist ein Vergehen (Art. 91 Abs. 1 SVG [in der am 1. August 2003 in Kraft gewesenen Fassung vom 20. März 1975] i.V.m. Art. 9 Abs. 2 und Art. 333 Abs. 2 StGB [in der am 1. August 2003 in Kraft gewesenen Fassung]; BGE 120 V 224 E. 3a S. 227). Die Beschwerdegegnerin hat den Versicherungsfall demnach bei Ausübung eines Vergehens herbeigeführt (vgl. BGE 129 V 354 E. 3.1 S. 357; Urteil I 484/01 vom 25. Juni 2003 E. 4.1, publ. in: SVR 2004 IV Nr. 2 S. 4). Sie wurde deswegen mit rechtskräftigem Strafbefehl zu 21 Tagen Gefängnis verurteilt. 5.3 Strafrechtlich ist nicht nur die vorsätzliche, sondern auch die fahrlässige Begehung strafbar (Art. 100 Ziff. 1 SVG). Der Strafbefehl äussert sich deshalb nicht ausdrücklich dazu, ob die Tat vorsätzlich oder fahrlässig begangen wurde. Demgegenüber ist für eine Kürzung nach Art. 21 Abs. 1 ATSG eine vorsätzliche Begehung erforderlich. Der Begriff der Vorsätzlichkeit ist im strafrechtlichen Sinne zu verstehen, wobei auch Eventualvorsatz genügt (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2009, N. 17 zu Art. 21 ATSG; MAURER/SCARTAZZINI/HÜRZE-LER, Bundessozialversicherungsrecht, 2009, S. 41 N. 36; ULRICH MEYER, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 2010, S. 75). Mangels einer strafrichterlichen Beurteilung hat der Sozialversicherungsrichter selbstständig zu prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind (BGE 129 V 354 E. 3.2 S. 358; 119 V 241 E. 3b S. 245) (…)” (STF 9C_55/2010 dell’8 ottobre 2011 consid. 5.2 e 5.3)). In quell’evenienza, ritenuto che la sentenza impugnata non conteneva alcun accertamento in merito alla questione a sapere se vi fosse stata una infrazione intenzionale dell’art. 91 cpv. 1 LCStr.: “(…) Der angefochtene Entscheid enthält keine Feststellungen dazu, ob die Versicherte vorsätzlich gegen Art. 91 Abs. 1 SVG verstossen hat. Damit fehlen die notwendigen sachverhaltlichen Grundlagen für die Beurteilung der Kürzung.”
Art. 21 Abs. 5 ATSG kann auch bei Untersuchungshaft zur Sistierung von Geldleistungen führen; praktisch relevant ist dies namentlich bei einer Untersuchungshaftdauer von mehr als drei Monaten. Sistierungen können rückwirkend erfolgen und während des Freiheitsentzugs zu Rückerstattungsansprüchen für unrechtmässig bezogene Leistungen führen. Empfehlungsschreiben (z. B. der Adhoc‑Kommission Schaden UVG) sind nicht verbindlich für die Behörden.
“Dauert die Untersuchungshaft insgesamt weniger als drei Monate (90 Tage), ist eine Sistierung unzulässig (vgl. Rz. 7205 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Juli 2023). 2.2 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Rückerstattungspflichtig sind der Bezüger oder die Bezügerin der unrechtmässig gewährten Leistungen (Art. 25 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 lit. a ATSV). 3. Vorauszuschicken ist, dass die Sistierungsverfügung vom 6. Juni 2023 unangefochten in Rechtskraft erwachsen und deshalb einer gerichtlichen Überprüfung nicht mehr zugänglichen ist. In diesem Zusammenhang ist aber Folgendes klarzustellen: Der Beschwerdeführer befand sich nachweislich vom 22. Juli 2022 bis 25. April 2023 in Untersuchungshaft (vgl. Mitteilung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 31. Mai 2023; act. 144). Damit war der Freiheitsentzug strafrechtlich begründet und dauerte mehr als drei Monate. Eine Sistierung der Invalidenrente im Sinne von Art. 21 Abs. 5 ATSG ist somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers grundsätzlich möglich. Soweit er sich auf die Empfehlung der Adhoc-Kommission Schaden UVG 1/2004 beruft, wonach Art. 21 Abs. 5 ATSG bei Untersuchungshaft nicht anwendbar sei, ist ihm entgegenzuhalten, dass es sich dabei nicht um eine für die Beschwerdegegnerin und das Kantonsgericht verbindliche Richtlinie handelt. Die Adhoc-Kommission Schaden UVG erlässt Empfehlungen zu Fragestellungen, die gesetzlich oder durch die Rechtsprechung nicht oder nicht abschliessend geklärt sind. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist aber der Rentenanspruch auch bei Untersuchungshaft zu sistieren (vgl. E. 2.1 hiervor). Dass die Sistierung rückwirkend erfolgte, liegt darin begründet, dass die IV-Stelle erst am 31. Mai 2023 von der Untersuchungshaft des Beschwerdeführers Kenntnis erlangte. Folglich können die während des Freiheitsentzugs zu Unrecht bezogenen Rentenleistungen rückwirkend ab Beginn der Sistierung zurückgefordert werden (vgl. Rz.”
Bei dauernder Erwerbsunfähigkeit kann von der versicherten Person verlangt werden, eine andere, ihrer verbliebenen Leistungsfähigkeit entsprechende Tätigkeit aufzunehmen. Die Rechtsprechung nimmt in solchen Fällen regelmässig an, dass der versicherten Person hierfür grundsätzlich eine Anpassungsfrist von etwa 3–5 Monaten einzuräumen ist.
“Infatti, secondo la costante giurisprudenza federale ribadita nella recente STF 8C_186/2017 del 1° settembre 2017, l'obbligo di organizzare un dibattimento pubblico ai sensi dell'art. 6 n. 1 CEDU presuppone una richiesta chiara e inequivocabile di una parte; semplici domande di assunzione di prove, come ad esempio istanze di audizione personale o di interrogatorio di parti o di testimoni, oppure richieste di sopralluogo, non bastano per creare un simile obbligo (STF I 472/06 consid. 2 del 21 agosto 2007; DTF 124 V 90 consid. 6; DTF 122 V 47). È quindi necessario che il ricorrente chieda al Tribunale esplicitamente e in maniera chiara l’indizione di un pubblico dibattimento (DTF 136 I 279 consid. 1). Nel caso di specie, l'assicurato ha chiesto di sentire come teste il suo medico, ma non ha reclamato alcun dibattimento, perciò anche per tale motivo la sua pretesa è volta all'insuccesso. 2.10. In caso d'incapacità lavorativa durevole nell'ambito dell'attività abituale (art. 6 LPGA) in ossequio all'obbligo di ridurre il danno (art. 21 LPGA) e di mettere quindi a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi, l'assicurato è tenuto a cambiare professione (DTF 114 V 283). In altre parole, l'indennità per perdita di guadagno interviene laddove vi è un'incapacità di lavoro temporanea. Quando viene accertato che un rientro nella precedente attività non è più possibile, questa funzione "ponte" della prestazione viene meno e occorre esaminare se la persona assicurata possa esercitare, eventualmente in quale misura, un'altra attività confacente al suo stato di salute. In tal caso, la giurisprudenza riconosce che alla persona assicurata occorra assegnare un termine di 3-5 mesi per adattarsi alla sua nuova attività (sentenza 9C_787/2012 del 20 dicembre 2012, consid. 3; sentenza K 224/05 del 29 marzo 2007; sentenza K 64/05 del 29 giugno 2006, consid. 4.1; sentenza K 31/04 del 9 dicembre 2004; DTF 114 V 289 consid. 5b; DTF 111 V 239 consid. 2a; RAMI 2000 pag. 123 consid. 3a; RAMI 1987 pag. 108; RAMI 1994 pag. 113 segg.”
“Va in primo luogo rammentato che nell’ambito dell'assicurazione d'indennità giornaliera, in applicazione del principio secondo cui l'assicurato deve fare tutto quanto da lui esigibile per ridurre lo scapito economico derivante dal danno alla salute, questi deve sfruttare la sua residua capacità lavorativa in attività diverse da quella esercitata al momento del verificarsi del danno alla salute (cfr. sentenza 9C_787/2012 del 20 dicembe 2012, consid. 3; sentenza 8C_709/2008 del 3 aprile 2009; DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Eugster, Vergleich der Krankentaggeldversicherung nach KVG und nach VVG, in: Krankentaggeldversicherung: Arbeits- und versicherungsrechtliche Aspekte, 2007, pag. 83 e seguenti). Non è quindi dato alcun diritto ad una prestazione se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a). In caso d'incapacità lavorativa durevole nell'ambito dell'attività abituale (art. 6 LPGA), in ossequio all'obbligo di ridurre il danno (art. 21 LPGA) e di mettere quindi a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi, l'assicurato è tenuto a cambiare professione (DTF 141 V 625, consid. 4.1). In altre parole, l'indennità per perdita di guadagno interviene laddove vi è un'incapacità di lavoro temporanea. Quando viene accertato che un rientro nella precedente attività non è più possibile, questa funzione "ponte" della prestazione viene meno e occorre esaminare se la persona assicurata possa esercitare, eventualmente in quale misura, un'altra attività confacente al suo stato di salute. In tal caso, la giurisprudenza riconosce che alla persona assicurata occorra assegnare un termine di 3-5 mesi per adattarsi alla sua nuova attività (DTF 141 V 625, consid. 4.1, STF 8C_489/2021 dell’8 febbraio 2022, consid. 5, STF 4A_384/2019 del 9 dicembre 2019, consid. 5.3, STF 9C_787/2012 del 20 dicembe 2012, consid. 3; STF K 224/05 del 29 marzo 2007). Il periodo di adattamento nel singolo caso può, entro tali limiti (cfr.”
Eine Differenzierung danach, ob inhaftierte Invaliden ihre allfällige Resterwerbsfähigkeit tatsächlich verwerten, ist nicht vorzunehmen. Bei der Anwendung von Art. 21 Abs. 5 ATSG kommt es allein darauf an, ob in der konkreten Situation des Straf- oder Massnahmenvollzugs eine gesunde Person Erwerbseinkommen erzielen könnte; eine unterschiedliche Behandlung zwischen verwertender und nicht verwertender Resterwerbsfähigkeit entspricht nicht dem gesetzgeberischen Willen und der Rechtsprechung.
“Aus dem Gesagten erhellt vielmehr, dass die rechtskonforme Anwendung von Art. 21 Abs. 5 ATSG gerade nicht bedeutet, dass jene Invalide, die ihre allfällige Restarbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Haftantritts effektiv erwerblich umsetzten, ihre Rente weiter beziehen können, während die Renten von nicht erwerbstätigen oder nicht mehr erwerbsfähigen Invaliden für die Dauer des Strafvollzugs sistiert würden. Eine ungleiche Behandlung von inhaftierten Invaliden, je nachdem, ob sie eine allfällige Resterwerbsfähigkeit tatsächlich verwerten oder nicht, entspricht nicht dem gesetzgeberischen Willen und dem rechtsprechungsgemässen Verständnis von Art. 21 Abs. 5 ATSG. Anders als die Vorinstanz zu glauben scheint, wurde mit Art. 21 Abs. 5 ATSG denn auch keine Regelung geschaffen, die eine rechtsgleiche Behandlung aller invaliden Inhaftierten verunmöglicht. Eine unterschiedliche Behandlung von invaliden Inhaftierten ist nicht auszumachen. Nachdem einzig zu fragen ist, ob eine gesunde inhaftierte Person in der konkreten Situation des Strafvollzugs in der Lage wäre, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, ist keine Unterscheidung zwischen Invaliden, die ihre Resterwerbsfähigkeit verwerten und solchen, die keine Resterwerbsfähigkeit besitzen oder diese nicht ausschöpfen, vorzunehmen. Wenn die Vorinstanz in ihrer abschliessenden Konsequenz eine möglichst rechtsgleiche Behandlung nur darin erkennen will, dass ausnahmslos alle Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter während der Dauer eines Straf- oder Massnahmenvollzugs, ungeachtet dessen Ausgestaltung, zu sistieren seien, verletzt sie Bundesrecht. Triftige Gründe für eine Rechtsprechungsänderung liegen auch in diesem Punkt nicht vor.”
“Aus dem Gesagten erhellt vielmehr, dass die rechtskonforme Anwendung von Art. 21 Abs. 5 ATSG gerade nicht bedeutet, dass jene Invalide, die ihre allfällige Restarbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Haftantritts effektiv erwerblich umsetzten, ihre Rente weiter beziehen können, während die Renten von nicht erwerbstätigen oder nicht mehr erwerbsfähigen Invaliden für die Dauer des Strafvollzugs sistiert würden. Eine ungleiche Behandlung von inhaftierten Invaliden, je nachdem, ob sie eine allfällige Resterwerbsfähigkeit tatsächlich verwerten oder nicht, entspricht nicht dem gesetzgeberischen Willen und dem rechtsprechungsgemässen Verständnis von Art. 21 Abs. 5 ATSG. Anders als die Vorinstanz zu glauben scheint, wurde mit Art. 21 Abs. 5 ATSG denn auch keine Regelung geschaffen, die eine rechtsgleiche Behandlung aller invaliden Inhaftierten verunmöglicht. Eine unterschiedliche Behandlung von invaliden Inhaftierten ist nicht auszumachen. Nachdem einzig zu fragen ist, ob eine gesunde inhaftierte Person in der konkreten Situation des Strafvollzugs in der Lage wäre, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, ist keine Unterscheidung zwischen Invaliden, die ihre Resterwerbsfähigkeit verwerten und solchen, die keine Resterwerbsfähigkeit besitzen oder diese nicht ausschöpfen, vorzunehmen.”
Fehlen in den Akten bestimmte Unterlagen, kann ein Gehörsverstoss dann nicht erfolgreich geltend gemacht werden, wenn die betroffene Partei die fehlenden Dokumente nicht mit gebotener Beharrlichkeit beigebracht hat; ein solcher Vorwurf kann sich mit Rügen über eine unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts vermischen und wird dann mit dem materiellen Entscheid geprüft. Art. 21 Abs. 1 ATSG ist im Zusammenhang mit spezialgesetzlichen Regelungen der Unfallversicherung (z. B. LAA/OLAA) auszulegen; insoweit sind Fragen etwa zu risikobehafteten Unternehmungen («entreprise téméraire») und der speziellen Anwendbarkeit von Verweigerungs‑ oder Kürzungstatbeständen zu beachten.
“(Constitution fédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999 ; RS 101) et 42 LPGA, le droit d'être entendu consacre, en particulier, le droit de chacun de s'expliquer avant qu'une décision ne soit prise à son détriment, de fournir des preuves quant aux faits de nature à influer sur le sort de la décision, d'avoir accès au dossier, de participer à l'administration des preuves, d'en prendre connaissance et de se déterminer à leur propos (ATF 142 II 218 consid. 2.3 ; 141 V 557 consid. 3.1 et références citées). c) En l’espèce, si l’arrêt sur demande de révision ne figure effectivement pas au dossier de l’intimée, il a été vainement requis par celle-ci le 30 septembre 2016 (cf. pièces 350 et 351 du dossier de la CNA relatif à l’accident du 10 décembre 2008), certes sans plus d’insistance auprès du recourant, lequel n’a cependant pas non plus produit spontanément ce jugement à l’époque de sa reddition. Outre qu’en de telles circonstances, le grief de violation du droit d’être entendu apparaît infondé, il se confond avec celui de constatation manifestement inexacte (y compris arbitraire) ou incomplète des faits pertinents. Il sera donc examiné avec le fond du litige. 4. a) Selon l’art. 21 al. 1 LPGA, si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. b) Aux termes de l'art. 39 LAA, le Conseil fédéral peut désigner les dangers extraordinaires et les entreprises téméraires qui motivent dans l'assurance des accidents non professionnels le refus de toutes les prestations ou la réduction des prestations en espèces ; la réglementation des cas de refus ou de réduction peut déroger à l'art. 21 al. 1 à 3 LPGA. Fondé sur cette délégation de compétences, l'art. 49 al. 2 OLAA (ordonnance du 20 décembre 1982 sur l’assurance-accidents ; RS 832.202) dispose que les prestations en espèces sont réduites au moins de moitié en cas d'accident non professionnel survenu dans les circonstances suivantes : participation à une rixe ou à une bagarre, à moins que l'assuré ait été blessé par les protagonistes alors qu'il ne prenait aucune part à la rixe ou à la bagarre ou qu'il venait en aide à une personne sans défense (let.”
“On parle dans ce cas d'une entreprise téméraire relative, en ce sens que le refus ou la réduction des prestations dépend du point de savoir si l'assuré était apte à l'exercer et a pris les précautions nécessaires pour limiter les risques à un niveau admissible (ATF 141 V 216 consid. 2.2 p. 218 ; 138 V 522 consid. 3.1 p. 524). Peuvent constituer des entreprises téméraires relatives la "streetluge" (TF 8C_638/2015 du 9 mai 2016 publié in : SVR 2016 UV n° 47 p. 155), le canyoning (ATF 125 V 312), la plongée, y compris la plongée spéléologique dans une source (ATF 134 V 340 ; 96 V 100), l'alpinisme et la varappe (ATF 97 V 72, 86), ou encore le vol delta (ATF 104 V 19). Selon le degré de difficulté et le niveau de risque dans un cas particulier, il n'est pas exclu de qualifier l'une ou l'autre de ces activités d'entreprise téméraire absolue (ATF 134 V 340 consid. 3.2.3). d) Aux termes de l’art. 37 al. 2 LAA, si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels ; la réduction ne peut toutefois excéder la moitié du montant des prestations lorsque l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à des rentes de survivants. Constitue une négligence grave la violation des règles élémentaires de prudence que toute personne raisonnable eût observées dans la même situation et les mêmes circonstances, pour éviter les conséquences dommageables prévisibles dans le cours ordinaire des choses (ATF 138 V 522 consid. 5.2.1 ; 134 V 340 consid. 3.1 ; 118 V 305 consid. 2a). e) Si les conditions d’une réduction ou d’une suppression des prestations pour entreprise téméraire ne sont pas remplies, une réduction peut néanmoins être prononcée en vertu de l’art. 37 al. 2 LAA. A l'inverse, si les conditions d'application de l'art. 37 al. 2 LAA et celles de l'art. 39 LAA sont remplies pour un même acte, c'est l'art. 39 LAA qui s'applique, à titre de lex specialis (ATF 134 V 340 consid.”
Die versicherte Person trägt die Beweislast dafür, dass eine konkrete Eingliederungs- oder Behandlungsmassnahme unzumutbar ist. Dies folgt aus der mit Art. 7a IVG verbundenen Verschärfung der Schadenminderungspflicht und der Rechtsprechung. Der Untersuchungsgrundsatz bleibt jedoch bestehen; die damit verbundene Praxis schliesst eine zwingende Beweisführungspflicht der versicherten Person aus. Praktisch bedeutet dies, dass die Parteien zwar darlegungspflichtig sind, im Falle völliger Beweislosigkeit aber der Entscheid zulasten der Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten will.
“Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG sind streng, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst resp. perpetuiert. Nach Art. 7a IVG gilt als Ausfluss einer verstärkten Schadenminderungspflicht und Ausdruck des Prinzips "Eingliederung statt Rente" der Grundsatz der Zumutbarkeit jeder Massnahme, die der Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen Aufgabenbereich dient (BGE 145 V 2 E. 4.2.3). Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt somit bei der versicherten Person (Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.3). Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip müssen das Mass der Sanktion (Leistungskürzung oder -verweigerung) und der voraussichtliche Eingliederungserfolg (Verbesserung oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit) einander entsprechen. Die versicherte Person ist grundsätzlich so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungspflicht wahrgenommen hätte.”
“Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Diese Bestimmung ist Ausfluss einer verstärkten Schadenminderungspflicht (BGE 145 V 2 E. 4.2.3). Der Gesetzgeber strebt mit Art. 7a IVG im Verhältnis zu Art. 21 Abs. 4 ATSG in Bezug auf die Zumutbarkeitsfrage eine Verschiebung der Beweislast an. Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt somit neu bei der versicherten Person (Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.3 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst indes die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein (BGE 115 V 111 E. 3d/bb; Maurer, Sozialversicherungsrecht, Bd. I,”
“Nach Art. 7a IVG gilt als Ausfluss einer verstärkten Schadenminderungspflicht und Ausdruck des Prinzips «Eingliederung vor Rente» der Grundsatz der Zumutbarkeit jeder Massnahme, die der Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen Aufgabenbereich dient (BGE 145 V 2 E. 4.2.3). Der Gesetzgeber strebte mit Art. 7a IVG im Verhältnis zu Art. 21 Abs. 4 ATSG in Bezug auf die Zumutbarkeitsfrage eine Verschiebung der Beweislast an. Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt somit neu bei der versicherten Person (Urteile des Bundesgerichts 8C_345/2022 vom 12. Oktober 2022 E. 5.4.2 und 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.3, je mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst indes die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_765/2020 vom 4.”
“Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch auf die Invalidenversicherung anwendbar (Art. 1 IVG) und wird im IVG wie folgt ergänzt: Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt der Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sodann muss sie an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, insbesondere an medizinischen Behandlungen nach Art. 25 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10; Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt bei der versicherten Person (BGer 9C_155/2019 E.”
Bei der Beurteilung der Zumutbarkeit gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG sind die gesamten persönlichen Verhältnisse, namentlich die berufliche und soziale Stellung, zu berücksichtigen. Massgeblich ist das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive Wertung der versicherten Person. Nur Gründe von gewisser Schwere können die Unzumutbarkeit begründen; die Zumutbarkeit ist in Beziehung zur Tragweite der Massnahme und zur Bedeutung der begehrten Leistung zu beurteilen. Bei besonders eingriffsintensiven medizinischen Massnahmen ist an die Zumutbarkeit kein strenger Massstab anzulegen, bei unbedenklichen Massnahmen ist sie eher zu bejahen.
“Bei der Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit einer Behandlung oder Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG und Art. 61 UVV sind die gesamten persönlichen Verhältnisse, insbesondere die berufliche und soziale Stellung des Versicherten, zu berücksichtigen, wobei das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive Wertung des Versicherten, massgebend ist. Dass nach Art. 21 Abs. 4 ATSG Massnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, nicht zumutbar sind, bedeutet nicht, dass eine Massnahme, die keine solche Gefahr darstellt, automatisch zumutbar wäre; sie weist aber doch darauf hin, dass nur Gründe von einer gewissen Schwere zur Unzumutbarkeit führen. Die Zumutbarkeit ist sodann in Relation einerseits zur Tragweite der Massnahme, andererseits zur Bedeutung der in Frage stehenden Leistung zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_128/2015 vom 25. Juni 2015 E. 1.2 mit zahlreichen Hinweisen). Je schwerer der medizinische Eingriff und damit der Eingriff in die medizinische Integrität ist, umso weniger kann von der versicherten Person verlangt werden, sich diesem gegen ihren Willen zu unterziehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_201/2020 vom 28. August 2020 E. 3). Die Zumutbarkeit ist eher zu bejahen, wenn die fragliche Massnahme unbedenklich ist (RKUV 1995 Nr. U 213 S. 68 E. 2b). Sodann sind die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Unfallversicherung in Frage steht, so namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auszulösen vermag (Urteil des Bundesgerichts 8C_128/2015 vom 25.”
“Bei der Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit einer Behandlung oder Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG sind die gesamten persönlichen Verhältnisse, insbesondere die berufliche und soziale Stellung der versicherten Person, zu berücksichtigen, wobei das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive Wertung der versicherten Person, massgebend ist (ZAK 1982 S. 495 E. 3; Urteil BGer I 105/93 vom 11. März 1994 E. 2a; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht, 1985, S. 189). Die gesetzliche Vorgabe, wonach Massnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, nicht zumutbar sind, bedeutet nicht, dass eine Massnahme, die keine solche Gefahr darstellt, automatisch zumutbar wäre (ZAK 1985 S. 326 E. 1); sie weist aber doch darauf hin, dass nur Gründe von einer gewissen Schwere zur Unzumutbarkeit führen. Die Zumutbarkeit ist sodann in Relation einerseits zur Tragweite der Massnahme, andererseits zur Bedeutung der in Frage stehenden Leistung zu beurteilen. Namentlich bei medizinischen Massnahmen, die einen starken Eingriff in die persönliche Integrität der versicherten Person darstellen können, ist die Schwere des mit der Massnahme verbundenen Eingriffs in die Versichertenpersönlichkeit mit zu berücksichtigen.”
“Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur Selbsteingliederung zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Eingliederungsanspruch vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b). Für die Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit der Behandlung oder Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG kann auf die zu Art. 31 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung ergangene Rechtsprechung verwiesen werden, da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. auch SVR 2007 IV Nr. 34 S. 121, E. 3.1, I 744/06; Urteile des Bundesgerichts I 1068/06 vom 31. August 2007 E. 2.2 und I 824/06 vom 13. März 2007 E. 3.1.1). Danach sind die gesamten persönlichen Verhältnisse, namentlich die berufliche und soziale Stellung der versicherten Person, zu berücksichtigen. Massgebend ist aber das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive Wertung des Versicherten (ZAK 1982 S. 495, E. 3; Urteil des Bundesgerichts I 105/93 vom 11. März 1994 E. 2a; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht, Diss. Bern 1985, S. 189). Die gesetzliche Vorgabe, wonach Massnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, nicht zumutbar sind, bedeutet nicht, dass eine Vorkehr, die keine solche Gefahr darstellt, automatisch zumutbar ist (ZAK 1985 S.”
“Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur Selbsteingliederung zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Eingliederungsanspruch vor (Urteile des Bundesgerichts 8C_385/2017 vom 19. September 2017 E. 5.2 und 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen). Bei der Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit einer Behandlung oder Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG sind die gesamten persönlichen Verhältnisse, namentlich die berufliche und soziale Stellung der versicherten Person, zu berücksichtigen. Massgebend ist aber das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive Wertung der versicherten Person. Die gesetzliche Vorgabe, wonach Massnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, nicht zumutbar sind, bedeutet nicht, dass eine Vorkehr, die keine solche Gefahr darstellt, automatisch zumutbar ist; sie weist aber doch darauf hin, dass nur Gründe von einer gewissen Schwere zur Unzumutbarkeit führen. Die Zumutbarkeit ist sodann in Relation einerseits zur Tragweite der Massnahme, andererseits zur Bedeutung der in Frage stehenden Leistung zu beurteilen. Insbesondere bei medizinischen Massnahmen, die einen starken Eingriff in die persönliche Integrität der versicherten Person darstellen können, ist an die Zumutbarkeit kein strenger Massstab anzulegen. Umgekehrt ist die Zumutbarkeit eher zu bejahen, wenn die fragliche Massnahme unbedenklich ist.”
Verweist ein Auflageschreiben fälschlich oder missverständlich auf Rechtsfolgen aus Art. 43 Abs. 3 ATSG, macht dies die Sanktionserwartung unklar. Bei Pflichten nach Art. 21 Abs. 4 ATSG kommen als mögliche Rechtsfolgen einzig Leistungskürzung oder -verweigerung in Betracht; die angedrohte Sanktion muss daher auf Art. 21 Abs. 4 ATSG gestützt und im Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren klar bezeichnet werden.
“Gleichzeitig wies sie auf das Informationsblatt «Invalidenversicherung: Ihre Mitwirkungspflicht» hin, worin festgehalten werde, dass er sich denjenigen Behandlungen oder Massnahmen zu unterziehen habe, die zur Erhaltung oder Verbesserung des Gesundheitszustandes beitrügen (S. 1). Wenn er an den entsprechenden Massnahmen nicht teilnehme, könne dies dazu führen, dass aufgrund der Akten entschieden werde und ein allfälliger Leistungsanspruch abgelehnt oder gekürzt werde. Wenn er bis am 12. November 2018 nicht mitgeteilt habe, bei welchem Arzt er die Fortführung der fachpsychiatrischen Behandlung durchführe, werde aufgrund der vorliegenden Akten entschieden oder Nichteintreten verfügt (S. 2). Das Auflageschreiben ist hinsichtlich der Rechtsfolgen insofern missverständlich gehalten, als einerseits bei Nichtteilnahme an der Massnahme ein Entscheid aufgrund der Akten mit voraussichtlicher Ablehnung oder Kürzung des Leistungsanspruchs respektive bei fehlender Angabe des Behandlers ein Entscheid aufgrund der vorliegenden Akten oder Nichteintreten angedroht wurde. In rechtlicher Hinsicht ist sodann festzuhalten, dass die in Bezug auf die auferlegte Massnahme allein in Frage stehende Sanktionsnorm des Art. 7b IVG (in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG) einzig die Leistungskürzung oder verweigerung vorsieht, nicht aber den Entscheid aufgrund der Akten, wie ihn Art. 43 Abs. 3 ATSG für den Fall der verweigerten Auskunft oder Mitwirkung kennt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_483/2018 vom 11. Dezember 2018 E. 4.2). Wenngleich die Beschwerdegegnerin im Schreiben vom Oktober 2018 fälschlicherweise auch auf die Rechtsfolgen von Art. 43 Abs. 3 ATSG hinwies, ist vorliegend von der Auferlegung einer Schadenminderungspflicht auszugehen (vgl. auch das beigelegte Formular mit dem Titel «Schadenminderungspflicht», Urk. 9/88).”
“6/73) forderte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer auf, sich in eine stationäre psychiatrisch-psychosomatische Behandlung, inklusive Optimierung der analgetischen und psychopharmakologischen Therapie und intensivierte Physiotherapie, zu begeben. Sie erwarte, dass sich durch diese Massnahme seine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit innerhalb von sechs Monaten auf 50 % steigern lasse. Betreffend gesetzliche Grundlagen verwies sie auf die Auskunfts- und Mitwirkungspflichten gemäss Art. 43 ATSG sowie die möglichen Sanktionen bei Verletzung dieser Pflichten (Aktenentscheid oder Erhebungen einstellen [Nichteintreten]) und die allgemeine Schadenminderungspflicht nach Art. 7 Abs. 1 IVG. Als Sanktion drohte sie dem Beschwerdeführer dann aber an, dass sein Gesundheitszustand so beurteilt werden könnte, als ob er die Massnahme durchgeführt hätte. Eine solche Rechtsfolge ist indes nicht bei Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflichten (Art. 43 ATSG), sondern bei einer Verletzung der Schadenminderungspflicht (Art. 21 Abs. 4 ATSG) vorgesehen (vgl. E. 1.5.1). Die gleichen Hinweise enthält die Auflage vom 9. November 2022 (Urk. 6/97), mit welcher sie den Beschwerdeführer zur Durchführung einer ambulanten Behandlung in einer anerkannten Schmerzsprechstunde inkl. medikamentöser Optimierung der Analgetika während drei bis vier Monaten sowie zur Weiterführung der ambulanten Psychotherapie und Physiotherapie aufforderte. Dabei ging sie von der Annahme aus, dass sich die Arbeitsfähigkeit durch diese Massnahme auf ca. 30 - 50 % steigern lasse. Im Übrigen verwies sie jeweils auf ein beiliegendes Informationsblatt zur Mitwirkungspflicht, welches sich jedoch nicht in den Akten befindet. Die Auflagen vom 13. Januar und vom 9. November 2022 erfüllten die Anforderungen an ein korrektes Mahn- und Bedenkzeitverfahren nicht, da unklar blieb, welche Sanktion bei Nichtbefolgung droht und auf welche gesetzliche Grundlage sich diese stützt (vgl. auch Rz. 5007 und 5042 des Kreisschreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI]).”
Bei Verweigerung der Mitwirkung an medizinischen Untersuchungen kann die beantragte Leistung erst nach erfolglosem Mahn‑und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden; Art. 7b IVG verweist insoweit auf Art. 21 Abs. 4 ATSG.
“3 ATSG kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen, wenn die versicherte Person ihren Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten bei der Sachverhaltsabklärung in unentschuldbarer Weise nicht nachkommt. Er muss die versicherte Person vorher schriftlich gemahnt, auf die Rechtsfolgen hingewiesen und ihr eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt haben. Das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG hat also zum Zweck, nach einer Verletzung der Mitwirkungspflicht auf die versicherte Person Druck auszuüben, damit sie ihrer Mitwirkungspflicht nachkommt und das Verfahren ordnungsgemäss weitergeführt werden kann (vgl. Tobias Bolt, Folgen einer Mitwirkungspflichtverletzung, in: JaSo 2016, S. 176). Nun ordnet Art. 7b Abs. 1 IVG aber an, dass auf eine Verletzung der Mitwirkungspflicht bei einer medizinischen Untersuchung gemäss Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht die in Art. 43 Abs. 3 Satz 1 ATSG vorgesehenen Sanktionsmöglichkeiten, sondern die in Art. 21 Abs. 4 ATSG (eigentlich für die Verletzung der Schadenminderungspflicht) vorgesehene Sanktion der Kürzung oder Verweigerung der anbegehrten Leistung zur Anwendung kommen muss. Die Regelung von Art. 7b Abs. 1 IVG bedeutet also für die in Art. 43 Abs. 2 ATSG geregelte Pflicht zur Mitwirkung bei medizinischen Untersuchungen, dass bei der Anwendung von Art. 43 Abs. 3 Satz 1 ATSG als Sanktion nur die Kürzung oder die Verweigerung der anbegehrten Leistung möglich ist. Das ist der einzige Regelungsinhalt von Art. 7b Abs. 1 IVG in Bezug auf die Pflicht zur Mitwirkung bei medizinischen Untersuchungen. Das bedeutet, dass Art. 43 Abs. 3 Satz 2 ATSG unverändert anwendbar bleibt. Bei einer Verletzung der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 2 ATSG kann die anbegehrte Leistung also erst nach der erfolglosen Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens gekürzt oder verweigert werden. Art. 7b Abs. 2 IVG, der eine sanktionsweise Kürzung oder Verweigerung der anbegehrten Leistung ohne ein vorgängiges Mahn- und Bedenkzeitverfahren zulässt, bezieht sich nicht auf Art.”
Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar. Die IV konkretisiert die in Art. 21 Abs. 4 ATSG enthaltenen Pflichten der versicherten Person durch einschlägige Bestimmungen des IVG (insbesondere Art. 7, 7a und 7b IVG). Die IV‑Rechtsprechung ist weiterhin zu beachten, namentlich hinsichtlich der formellen Erfordernisse des Mahn‑ und Bedenkzeitverfahrens.
“" Per quanto riguarda il quesito di sapere se e quando un trattamento che promette un essenziale miglioramento della capacità di guadagno di un assicurato sia esigibile o meno, l’art. 21 cpv. 4 LPGA non ha sostanzialmente modificato quanto previsto in precedenza (STFA U 348/04 del 12 ottobre 2006, consid. 2.3). Il TFA, in una sentenza del 16 agosto 2006 (I 462/05), ha sviluppato la seguente considerazione: " (…) 3. 3.1 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). 3.2 Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar (Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG). Er stimmt inhaltlich weitgehend mit der Regelung von alt Art. 10 Abs. 2 IVG und alt Art. 31 IVG (je in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002) überein. Die hiezu ergangene Rechtsprechung ist somit zu beachten (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, N 54 ff. zu Art. 21). Es betrifft dies insbesondere die formellen Erfordernisse des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Bereich der Invalidenversicherung (BGE 122 V 218; SVR 2005 IV Nr. 30 S. 113). Art. 7 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung verweist bezüglich der Kürzung und Verweigerung von Leistungen ausdrücklich auf Art. 21 Abs. 4 ATSG (vgl. altrechtlich ZAK 1965 S. 507). 3.3 Was als zumutbar im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG zu gelten hat, wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. Kieser, a.a.O., N 60 zu Art. 21), kann auf die zu Art. 31 Abs. 1 IVG ergangene Rechtsprechung verwiesen werden.”
“Nach Art. 21 Abs. 4 ATSG können Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht oder widersetzt, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Diese Bestimmung ist im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar (Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG). Zusätzlich verpflichtet Art. 7 Abs. 1 respektive Art. 7b Abs. 1 IVG die anspruchsberechtigten Personen unter Hinweis auf die Rechtsfolgen gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG, die Durchführung aller Massnahmen, die zur Eingliederung ins Erwerbsleben getroffen werden, zu erleichtern (Urteil des Bundesgerichts I 824/06 vom 13. März 2007 E. 2.2). Gemäss Art. 7a IVG gilt jede Massnahme als zumutbar, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind.”
“1 IVG), wird aber im IVG wie folgt ergänzt (zum Verhältnis der nachfolgenden Bestimmungen zu Art. 21 Abs. 4 ATSG vgl. Urteil 8C_830/2012 vom 13. März 2013 E. 2.2; MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Rz. 1 f. S. 81) : Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbesondere Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung und Massnahmen beruflicher Art (Art. 7 Abs. 2 lit. b und c IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Die Leistungen können nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person insbesondere den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist (Art. 7b Abs. 1 IVG). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG).”
Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG sind dort besonders streng, wo durch Unterlassen schadenmindernder Vorkehren Rentenleistungen ausgelöst oder perpetuiert würden. Die versicherte Person trägt die Beweislast dafür, dass eine zumutbare Massnahme unzumutbar ist. Zudem ist bei einer Leistungskürzung oder -verweigerung die Verhältnismässigkeit zu wahren: Art und Umfang der Sanktion müssen im Verhältnis zum voraussichtlichen Eingliederungserfolg stehen.
“Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG sind streng, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst resp. perpetuiert. Nach Art. 7a IVG gilt als Ausfluss einer verstärkten Schadenminderungspflicht und Ausdruck des Prinzips "Eingliederung statt Rente" der Grundsatz der Zumutbarkeit jeder Massnahme, die der Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen Aufgabenbereich dient (BGE 145 V 2 E. 4.2.3). Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt somit bei der versicherten Person (Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.3). Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip müssen das Mass der Sanktion (Leistungskürzung oder -verweigerung) und der voraussichtliche Eingliederungserfolg (Verbesserung oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit) einander entsprechen. Die versicherte Person ist grundsätzlich so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungspflicht wahrgenommen hätte.”
“Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG sind streng, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst (SVR 2007 IV Nr. 34 S. 120, I 744/06 E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil 8C_128/2015 vom 25. Juni 2015 E. 1.2) oder perpetuiert. Nach Art. 7a IVG gilt als Ausfluss einer verstärkten Schadenminderungspflicht und Ausdruck des Prinzips "Eingliederung statt Rente" der Grundsatz der Zumutbarkeit jeder Massnahme, die der Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen Aufgabenbereich dient (BGE 145 V 2 E. 4.2.3; Urteile 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.3; 8C_830/2012 vom 13. März 2013 E. 2.2). Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt somit bei der versicherten Person (Urteil 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.3). Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip müssen das Mass der Sanktion (Leistungskürzung oder -verweigerung) und der voraussichtliche Eingliederungserfolg (Verbesserung oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit) einander entsprechen.”
“Eine Leistungsverweigerung oder -kürzung mit der Begründung, die versicherte Person verweigere eine zumutbare Therapie, die eine wesentliche Verbesserung verspricht, setzt voraus, dass die IV-Stelle nach Art. 21 Abs. 4 ATSG vorgeht. Die versicherte Person muss schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen worden sein; ihr muss eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt worden sein. Eines strikten Beweises, die verweigerte Massnahme hätte tatsächlich zum erwarteten Erfolg geführt, bedarf es nicht; vielmehr genügt es, wenn die Vorkehr mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erfolgreich gewesen wäre. Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht sind dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst (vgl. E. 1.5.1).”
Fehlt die subjektive Fähigkeit bzw. die Bereitschaft der versicherten Person zur Readaptation aus Gründen, die ausserhalb der Invalidität liegen, kann die Verwaltung von der Durchführung bzw. Finanzierung von Eingliederungs- oder Rehabilitationsmassnahmen absehen, ohne vorgängige schriftliche Mahnung und Fristsetzung nach Art. 21 Abs. 4 ATSG. Voraussetzung ist jedoch, dass das Fehlen dieser subjektiven Rehabilitationsbereitschaft mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit festgestellt ist.
“Selon la jurisprudence, en cas d'absence de la capacité subjective de la personne assurée à se réadapter, c'est-à-dire lorsque le manque de collaboration à la réadaptation professionnelle est dû à des facteurs étrangers à l'invalidité, la rente d'invalidité peut être réduite ou suppri mée sans qu'il soit nécessaire d'effectuer un examen de réadaptation professionnelle et une procédure selon l'art. 21 al. 4 LPGA (arrêts 8C_233/2021 du 7 juin 2021 consid. 2.3; 9C_50/2020 du 9 juillet 2020 consid. 3.1; 9C_797/2018 du 10 septembre 2019 consid. 5.1). La constatation de l'absence de la capacité subjective de la personne assurée à se réadapter lie en principe le Tribunal fédéral (cf. consid. 2.2 supra; arrêt 8C_581/2019 du 22 avril 2020 consid. 7.3 et les références citées). Dans son écriture, la recourante n'invoque rien qui ferait apparaître la constatation des premiers juges selon laquelle elle n'avait pas souhaité donner suite aux mesures d'ordre professionnel proposées comme manifestement inexacte ou comme contraire au droit fédéral. En particulier, en se prévalant de la lettre du 30 octobre 2019 adressée par son représentant légal à l'intimé, dans laquelle la recourante se déclare "évidemment disposée à collaborer", elle semble oublier que dans ce même courrier, elle conteste l'exigibilité telle qu'elle a été retenue sur le plan médical par les experts D.________ et E.________. Or, dans la mesure où selon les faits constatés sans arbitraire par la cour cantonale, la recourante dispose d'une capacité de travail de 80 % dans une activité adaptée à ses limitations fonctionnelles, c'est à juste titre que son refus de participer à l'évaluation de son potentiel de réadaptation a été interprété comme un manque de volonté de collaborer pour des motifs qui sont étrangers à l'invalidité.”
“Selon la jurisprudence, en l'absence d'aptitude subjective à la réadaptation, c'est-à-dire lorsque la volonté de se réadapter n'existe pas pour des raisons étrangères à l'invalidité, la rente peut être réduite ou supprimée sans examen préalable de mesures de réinsertion et sans qu'il soit nécessaire d'engager préalablement une procédure de mise en demeure avec un délai de réflexion au sens de l'art. 21 al. 4 LPGA (arrêts 8C_19/2016 du 4 avril 2016 consid. 5.2.3, in SVR 2016 IV n° 27 p. 80; 9C_442/2017 du 8 juin 2018 consid. 3.2.3 et les nombreuses références). Compte tenu de ce qui précède, l'argumentation de la recourante selon laquelle l'administration ne pouvait en aucun cas renoncer à la mise en oeuvre de mesures de réadaptation sans mise en demeure et octroi d'un délai de réflexion préalables, tombe à faux. Il convient dès lors encore d'examiner si la juridiction cantonale pouvait conclure sans arbitraire à l'absence de volonté de réadaptation chez la recourante.”
“4 Pour déterminer si une mesure est de nature à maintenir ou à améliorer la capacité de gain d'un assuré, il convient d'effectuer un pronostic sur les chances de succès des mesures demandées (ATF 132 V 215 consid. 3.2.2 et les références). Celles-ci ne seront pas allouées si elles sont vouées à l'échec, selon toute vraisemblance (arrêt du Tribunal fédéral des assurances I 388/06 du 25 avril 2007 consid. 7.2). Le droit à une mesure de réadaptation présuppose qu'elle soit appropriée au but de réadaptation poursuivi par l'assurance-invalidité, et cela tant objectivement en ce qui concerne la mesure, que sur le plan subjectif en rapport avec la personne de l'assuré. En effet, une mesure de réadaptation ne peut être efficace que si la personne à laquelle elle est destinée est susceptible, partiellement au moins, d'être réadaptée. Partant, si l'aptitude subjective de réadaptation de l'assuré fait défaut, l'administration peut refuser de mettre en œuvre une mesure (arrêt du Tribunal fédéral 9C_846/2018 du 29 novembre 2019 consid. 5.1 et les références), sans qu'il soit nécessaire de recourir à la procédure préalable de mise en demeure prévue par l'art. 21 al. 4 LPGA (arrêts du Tribunal fédéral 8C_480/2018 du 26 novembre 2018 consid. 7.3 et les références ; 9C_59/2017 du 21 juin 2017 consid. 3.3 et les références), une telle procédure préalable n'étant requise que si une mesure de réadaptation a été commencée et qu'il est question de l'interrompre (cf. arrêt du Tribunal fédéral 9C_783/2015 du 7 avril 2016 consid. 4.8.2 et les références). L'absence de capacité subjective de l'assuré doit toutefois être établie au degré de la vraisemblance prépondérante (arrêt du Tribunal fédéral 8C_667/2015 du 6 septembre 2016 consid. 5.3 et les références). Sont réputées nécessaires et appropriées toutes les mesures de réadaptation professionnelle qui contribuent directement à favoriser la réadaptation dans la vie active. L’étendue de ces mesures ne saurait être déterminée de manière abstraite, puisque cela suppose un minimum de connaissances et de savoir-faire et que seules seraient reconnues comme mesures de réadaptation professionnelle celles se fondant sur le niveau minimal admis.”
“Cette jurisprudence, qui est également applicable lorsque l'on statue sur la limitation et/ou l'échelonnement en même temps que sur l'octroi de la rente (ATF 145 V 209 consid. 5), ne signifie pas que la personne assurée peut se prévaloir d'un droit acquis; il est seulement admis qu'une réadaptation par soi-même ne peut, sauf exception, être exigée d'elle en raison de son âge ou de la durée du versement de la rente. Dans de telles situations, les organes de l'assurance-invalidité doivent vérifier dans quelle mesure l'assuré a besoin de la mise en œuvre de mesures d'ordre professionnel, même si ce dernier a recouvré une capacité de travail et indépendamment du taux d'invalidité qui subsiste (arrêt TF 9C_303/2022 du 31 mai 2023 consid. 5.2). En l'absence d'aptitude subjective à la réadaptation, c'est-à-dire lorsque la volonté de se réadapter n'existe pas pour des raisons étrangères à l'invalidité, la rente peut être réduite ou supprimée sans examen préalable de mesures de réinsertion et sans qu'il ne soit nécessaire d'engager préalablement une procédure de mise en demeure avec un délai de réflexion au sens de l'art. 21 al. 4 LPGA (arrêt TF 9C_407/2021 du 17 mai 2022 consid. 6.3). L'absence de volonté de réadaptation ou d'aptitude subjective à la réadaptation ne doit être présumée que si elle est établie au degré de la vraisemblance prépondérante (ATF 138 V 218 consid. 6; arrêt TF 9C_407/2021 du 17 mai 2022 consid. 6.3.1). Il faut notamment tenir compte des déclarations faites à l'administration et aux experts médicaux concernant la conviction d'être malade ou la motivation au travail. Les explications et les demandes formulées dans la procédure de préavis et devant le tribunal cantonal des assurances peuvent également être pertinentes (arrêt TF 9C_407/2021 du 17 mai 2022 consid. 6.3.1). 7. Règles relatives à la preuve 7.1. Dans le droit des assurances sociales, la règle du degré de vraisemblance prépondérante est généralement appliquée. Dans ce domaine, le juge fonde sa décision, sauf dispositions contraires de la loi, sur les faits qui, faute d'être établis de manière irréfutable, apparaissent comme les plus vraisemblables.”
“Selon la jurisprudence, en l'absence d'aptitude subjective à la réadaptation, c'est-à-dire lorsque la volonté de se réadapter n'existe pas pour des raisons étrangères à l'invalidité, la rente peut être réduite ou supprimée sans examen préalable de mesures de réinsertion et sans qu'il soit nécessaire d'engager préalablement une procédure de mise en demeure avec un délai de réflexion au sens de l'art. 21 al. 4 LPGA. L'absence de volonté de réadaptation ou d'aptitude subjective à la réadaptation ne doit cependant être présumée que si elle est établie au degré de la vraisemblance prépondérante (arrêt 9C_407/2021 du 17 mai 2022 consid. 6.3 et”
Bei stabilisiertem Gesundheitszustand kann der Versicherer das Taggeld einstellen und den Fall abschliessen; er ist nicht verpflichtet, hierfür eine weitere Anpassungsfrist zu gewähren. Ansprüche auf dauerhafte Leistungen müssen hingegen durch eine formelle, entscheidgestützte Regelung abgeklärt werden. Wo eine zumutbare Ersatztätigkeit verlangt wird, ist dem Versicherten in der Regel ein Zeitraum von rund drei bis fünf Monaten zur Stellensuche einzuräumen.
“Le moment déterminant à partir duquel un joueur professionnel est censé avoir recouvré sa capacité de travail et n’a donc plus droit à l’indemnité journalière est en règle générale celui où il est à nouveau en mesure d’effectuer le programme d’entraînement complet (arrêt du Tribunal fédéral U 204 du 4 juillet 1994 in RAMA 1994 V 204). Si une activité de substitution est exigible, un laps de temps suffisant, compris entre trois et cinq mois, doit être imparti à l'assuré pour lui permettre de retrouver un emploi adapté à son état de santé (ATF 129 V 462 s. consid. 4.2 et 4.3 et les références). Dès lors que l'état de santé de l'assuré est stabilisé et qu'il y a en conséquence lieu d'examiner s’il a droit à une rente d'invalidité, l'assureur-accidents n'est pas tenu de lui impartir un délai pour s'adapter aux nouvelles circonstances et de continuer de lui verser les indemnités journalières pendant cette période. Il doit clore le cas et mettre un terme au paiement de l'indemnité journalière (arrêt du Tribunal fédéral 8C_39/2020 du 19 juin 2020 consid. 3.2 et 4.3 et les références citées). Un assuré doit entreprendre tout ce qui peut être raisonnablement exigé de lui pour réduire la durée et l’étendue de l’incapacité de travail et pour empêcher la survenance d’une invalidité (art. 21 al. 4 LPGA, art. 7 et 7b LAI). Dans le cadre de cette obligation de réduire le dommage, il doit participer activement à des mesures de réadaptation et suivre des traitements médicaux afin d’améliorer sa capacité de gain ou sa faculté d’accomplir ses travaux habituels et de permettre une réadaptation correspondante. 5.2.3 Aux termes de l'art. 50 LPGA, les litiges portant sur des prestations des assurances sociales peuvent être réglés par transaction (al. 1). L'assureur est tenu de notifier la transaction sous la forme d'une décision sujette à recours (al. 2). Les al. 1 et 2 s'appliquent par analogie à la procédure d'opposition ainsi qu'à la procédure de recours (al. 3). Un assureur-accidents ne peut pas nier définitivement le droit à toute prestation en relation avec un accident assuré en mettant simplement fin, en procédure simplifiée, à l'octroi de prestations temporaires (indemnité journalière et traitement médical). Dans la mesure où des prestations durables sont en jeu, il lui appartient de rendre une décision formelle (ATF 132 V 412 consid.”
Die Beweislast dafür, dass eine Massnahme oder Eingliederungsmassnahme unzumutbar ist, trägt die versicherte Person.
“1 IVG muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Gemäss Art. 7 Abs. 2 IVG muss sie an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Dazu gehören gemäss lit. b insbesondere Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Art. 14a IVG). Als zumutbar gilt nach Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme i.S.v. Art. 7 Abs. 2 IVG liegt bei der versicherten Person (Entscheid des BGer vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 3.3; Brunner/Vollenweider, in Frésard-Fellay/Klett/ Leuzinger/ [Hrsg.], Basler Kommentar zum Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 69 zu Art. 21 ATSG).”
“Sodann muss sie an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, insbesondere an Massnahmen der Frühintervention, Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, Massnahmen beruflicher Art, medizinischen Behandlungen nach Art. 25 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) und Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern (Art. 7 Abs. 1 und 2 IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt bei der versicherten Person (SVR 2023 IV Nr. 15 S. 49 E. 5.4.2; Brunner/Vollenweider, in: Frésard-Fellay/Klett/Leuzinger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, Art. 21 ATSG, N. 69).”
Eine, von einem Facharzt diagnostizierte, Abhängigkeit an Suchtmitteln ist als Gesundheitsschaden mit Krankheitswert zu behandeln und in die materiell‑rechtliche Prüfung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit einzubeziehen. Die Rechtsprechung lässt nicht zu, dass Abstinenz als Voraussetzung für das Einstehen in die materielle Leistungsprüfung oder als Grund für die Nicht‑Eintretensentscheidung verlangt wird. Fragen der Therapiepflicht oder der Zumutbarkeit von Entzugs‑ bzw. Behandlungsmassnahmen sind allenfalls im Rahmen der Obliegenheit zur Minderung des Schadens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG zu prüfen.
“2 Concernant le droit à des prestations de l'AI en cas de toxicomanie et d'alcoolisme, le TF a également changé sa jurisprudence (voir aussi lettre-circulaire n° 395 du 28 novembre 2019 de l'Office fédéral des assurances sociales [OFAS]). 5.2.1 Sous l'ancienne pratique, la dépendance, qu'elle prît la forme de l'alcoolisme, de la pharmacodépendance ou de la toxicomanie, ne constituait pas en soi une invalidité au sens de la loi, mais ne jouait un rôle dans l'AI que lorsqu'elle avait provoqué une maladie ou un accident qui entraînait une atteinte à la santé physique, mentale ou psychique nuisant à la capacité de gain, ou qu'elle résultait elle-même d'une atteinte à la santé physique, mentale ou psychique qui a valeur de maladie (ATF 124 V 265 c. 3c; SVR 2016 IV n° 3 c. 2.2.1). Sous cette ancienne jurisprudence, la violation de l'exigence d'un sevrage pouvait entraîner un refus d'entrer en matière au sens de l'art. 43 al. 3 LPGA lorsqu'il s'agissait d'une addiction maladive primaire, c'est-à-dire une dépendance indépendante d'autres atteintes antérieures l'ayant provoquée, alors qu'en cas d'addiction secondaire elle devait être analysée sous l'angle de l'obligation de diminuer le dommage au sens de l'art. 21 al. 4 LPGA et 7b al. 1 LAI, bien que l'art. 43 al. 3 LPGA pouvait s'appliquer en parallèle (voir TF 9C_370/2013 du 22 novembre 2013 c. 3 et 4.2.1). 5.2.2 Dans un arrêt de juillet 2019 (ATF 145 V 215), le TF est parvenu à la conclusion qu'un syndrome de dépendance à des substances psychoactives ou des troubles liés à la consommation de telles substances, dûment diagnostiqués par un médecin spécialiste, correspondent à un phénomène ayant caractère de maladie, et qu'il fallait dès lors procéder de la même manière que pour les autres troubles psychiques (à cet égard voir l'ATF 141 V 281), soit clarifier au moyen d'une grille d'évaluation normative et structurée si le syndrome de dépendance, respectivement les troubles de consommation, liés à des substances addictives diagnostiqués par des spécialistes influent sur la capacité de travail de la personne concernée. Avec cette nouvelle jurisprudence, une sommation visant un sevrage ne peut plus être formulée, tant en ce qui concerne les addictions primaires que secondaires, que dans le contexte de la diminution du dommage qui exclut la sanction du refus d'entrer en matière qui n'est pas prévue par les art.”
“Cette expertise fournira les renseignements nécessaires à une évaluation de l'invalidité au moyen des indicateurs standards découlant de la grille d'évaluation normative et structurée en deux niveaux, applicable d'après la jurisprudence relative aux troubles psychiques et affections assimilées (voir ci-dessus la jurisprudence citée au c. 2.2). De cette expertise résultera une proposition d'appréciation de la capacité de travail qui devra être contrôlée par les organes d'application de l'AI. On précisera particulièrement que l'expertise devra aussi se prononcer sur la question de l'exigibilité de mesures thérapeutiques et sur la résistance à la thérapie, sous l'angle de l'obligation de diminution du dommage au sens des art. 7 et 7b al. 1 LAI (ATF 145 V 215 c. 8.2; voir ci-dessus c. 2.4). A cet égard, force est en effet de constater que les avis médicaux au dossier ne suffisent pas, en l'état, pour soit exclure, soit octroyer matériellement d'emblée un droit à des prestations de l'AI, ni pour se prononcer sur une éventuelle réduction de celles-ci, dans l'hypothèse où l'on voudrait examiner la cause sous l'angle de l'obligation de diminuer le dommage (art. 7 al. 1 et 2 let. d LAI en lien avec l'art. 21 al. 4 LPGA; TF 9C_309/2019 du 7 novembre 2019 c. 4.2.2 in fine). 4.5 Dès lors, il faut conclure que le refus d'entrée en matière sur la demande de prestations sanctionnant la violation de l'obligation d'abstinence signifiée à la recourante, en vue de réaliser une expertise médicale afin d'évaluer son invalidité est illégal. La non-entrée en matière doit être annulée et l'intimé instruira la situation médicale de la recourante sans exiger de sevrage. Le cas échéant, l'intimé examinera cette question sous l'angle de la diminution du dommage (art. 21 al. 4 LPGA), en lien avec une mesure de réadaptation, si une telle option est envisageable médicalement (voir TF 9C_618/2019 du 16 mars 2020 c. 10). 5. 5.1 Au vu de ce qui précède, le recours est admis et la décision contestée du 15 juin 2020 est annulée. La cause est renvoyée à l'intimé afin qu'il entre en matière sur la demande de prestations de la recourante, qu'il procède au sens des considérants et rende une décision matérielle. 5.2 Les frais de la présente procédure devant le TA, fixés forfaitairement à Fr.”
“Désormais, il s’impose dès lors, comme pour les autres troubles psychiques (à cet égard, voir l’ATF 141 V 281 précité), de clarifier au moyen d’une grille d’évaluation normative et structurée si la dépendance à des substances addictives diagnostiquées par des spécialistes influe sur la capacité de travail de la personne concernée (voir ci-dessus c. 2.2). L'ancienne jurisprudence était en principe compatible avec la sanction d'un refus d'entrer en matière en cas de violation du devoir de collaborer à l'instruction au sens de l'art. 43 al. 3 LPGA dans l'hypothèse d'une addiction maladive primaire, c'est-à-dire, selon la conception remise en question par l'ATF 145 V 215 c. 1, une dépendance indépendante d'autres atteintes antérieures l'ayant provoquée. En revanche, déjà à la lumière de l'ancienne jurisprudence, pour les addictions secondaires, l'exigence d'un sevrage ne pouvait être envisagée que sous l'angle de l'obligation de diminuer le dommage. Avec la nouvelle jurisprudence, une sommation visant un sevrage ne peut plus être formulée, tant en ce qui concerne les addictions primaires que secondaires, que dans le contexte de la diminution du dommage qui exclut la sanction du refus d'entrer en matière qui n'est pas prévue par les art. 21 al. 4 LPGA et 7b al. 1 LAI. En conséquence, l’exigence d’une abstinence de la personne assurée aux substances addictives ne peut plus être posée comme condition d’entrée en matière sur sa demande de prestations, dans la mesure où la dépendance à de telles substances, dûment diagnostiquée par un médecin spécialiste, représente, selon la nouvelle jurisprudence du TF précitée, en elle-même une atteinte à la santé ayant valeur de maladie. Dès lors, elle doit bien plus être englobée dans une évaluation idoine des conséquences de l’ensemble des atteintes à la santé diagnostiquées sur la capacité de travail et de gain de la personne assurée, dans le cadre de l’examen matériel de la demande (dans ce sens, voir TF 9C_309/2019 du 7 novembre 2019 c. 4.2.2). 4.3 Il découle de ce qui précède que la nécessité de faire la distinction entre l’influence sur la capacité de travail et de gain de la recourante de sa dépendance à l’alcool en elle-même (dite primaire) et les conséquences découlant des multiples autres atteintes somatiques et psychiques ou d’éventuelles maladies induites par l’addiction n’a plus lieu d’être pour juger du caractère invalidant de l’ensemble des troubles dont souffre l’assurée.”
Die mit BGE 145 V 215 und den darauf bezogenen Entscheiden geänderte Rechtsprechung zu Suchterkrankungen ist auf hängige Fälle sofort anwendbar und ist bei der Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG — namentlich bei Entscheidungen über Nichteintreten, Kürzung oder Verweigerung von Leistungen — zu beachten.
“Die neue Rechtsprechung zu den Suchterkrankungen ist im Grundsatz sofort anwendbar und gilt nicht nur für künftige, sondern für alle im Zeitpunkt der Änderung hängigen Fälle (Urteil des Bundesgerichts 9C_309/2019 vom 7. November 2019 E. 4.1 mit Hinweis). Gemäss Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Die Regelungen von Art. 43 Abs. 3 ATSG (Nichteintreten oder Sachentscheid aufgrund der Akten) und Art. 7b Abs. 1 IVG (Kürzung oder Verweigerung der Leistung) sind grundsätzlich nebeneinander anwendbar. Die Sanktion bei verletzter Schadenminderungs- oder Mitwirkungspflicht hat sich an das Verhältnismässigkeitsprinzip zu halten und insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_370/2013 vom 22.”
“Bei der Anwendung von Art. 43 Abs. 3 ATSG und Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG ist aufgrund der mit dem bundesgerichtlichen Leitentscheid BGE 145 V 215 (Urteil vom 11. Juli 2019) geänderten Rechtsprechung bei Suchterkrankungen indes das Folgende zu beachten:”
“Dabei könne und müsse im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden. Diesem komme nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängigkeitserkrankungen — wie auch bei anderen psychischen Störungen — oft eine Gemengelage aus krankheitswertiger Störung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorliege. Letztere seien auch bei Abhängigkeitserkrankungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen würden. Weiter wurde im Urteil festgehalten, dass auch bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms die Schadenminderungspflicht (Art. 7 IVG) zur Anwendung komme, so dass von der versicherten Person etwa die aktive Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen verlangt werden könne (Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Komme sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhalte sie willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, sei nach Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich. Diese neue Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_259/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 5.1 mit Hinweis; BGE 147 V 234 E. 2.2).”
In der Regel ist vor Kürzung oder Verweigerung der Leistungen das schriftliche Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen. Liegt eine adäquate schriftliche Mahnung mit angemessener Bedenkzeit vor, kann das anschliessende Unterlassen der Mitwirkung (z.B. Nichtaufnahme oder Abbruch einer zumutbaren Psychotherapie) der versicherten Person angerechnet werden und zur Rentenaufhebung bzw. Leistungseinstellung führen.
“31 Abs. 1 ATSG betrifft. Die Rechtsprechung hat den Anwendungsbereich von Art. 7b Abs. 2 IVG auf Fälle qualifizierter Pflichtverletzung beschränkt, z.B. strafrechtlich relevante Betrugshandlung oder wenigstens bewusste Verfälschung medizinischer Untersuchungsergebnisse, etwa durch Vortäuschen eines beeinträchtigten Gesundheitszustandes mit dem Ziel, Versicherungsleistungen zu erschleichen; in allen anderen Fällen ist selbst bei unentschuldbarer Verletzung der Mitwirkungspflicht zunächst das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen (MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 4. Aufl. 2022, S. 86 Rz. 30 zu Art. 7-7b IVG mit Hinweis auf das Urteil 9C_744/2011 vom 30. November 2011; Urteil 8C_400/2017 vom 29. August 2017 E. 4.2). (…) 6.2.1. Die Beschwerdeführerin weist zu Recht darauf hin, dass die IV-Stelle den Beschwerdegegner mit Schreiben vom 6. Juni 2019 nicht bloss in allgemeiner Form auf seine Mitwirkungspflicht hingewiesen, sondern unter explizitem Hinweis auf Art. 21 Abs. 4 ATSG ein eigentliches Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt hatte. Der Beschwerdegegner war unter Ansetzung einer Frist von zweieinhalb Monaten aufgefordert worden, eine "kontinuierliche, mindestens wöchentliche Psychotherapie (...) " aufzunehmen und die Behandlungsaufnahme zu melden. Über die Rechtsfolge der Rentenaufhebung bei Nichtaufnahme oder vorzeitigem Abbruch der Psychotherapie war er ebenfalls informiert worden. Damit verfügte er über alle Informationen zur Erfüllung seiner Schadenminderungspflicht und konnte sich die nachteiligen Folgen seines Verhaltens vergegenwärtigen, weshalb er sich dieses auch anrechnen lassen muss. Soweit das kantonale Gericht - grundsätzlich zutreffend - angibt, eine versicherte Person solle nicht die Folgen eines Verhaltens tragen, über dessen Auswirkungen sie sich möglicherweise keine Rechenschaft abgelegt habe, lässt sich daraus mithin nichts zu Gunsten des Beschwerdegegners ableiten. (…). 6.2.3. In welchen Konstellationen und unter welchen Umständen gemäss den Überlegungen der Beschwerdeführerin und den letztinstanzlich dagegen vorgebrachten Einwänden der Vorinstanz ein "einstufiges" oder ein "zweistufiges" Mahn- und Bedenkzeitverfahren zur Anwendung kommen muss, kann an dieser Stelle offen gelassen werden.”
“S. 4 Ziff. 3.2) bestehen gewichtige Anhaltspunkte für nicht ausgeschöpftes Eingliederungspotential. Die Parteien sind daher darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer auch bei fehlendem Revisionsgrund und unabhängig von der subjektiven Eingliederungsfähigkeit nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet wäre bzw. ist, an zumutbaren Massnahmen aktiv teilzunehmen. Im Falle eines Abbruchs bzw. einer Nicht(wieder)aufnahme einer zumutbaren Eingliederungsmassnahme bestünde sodann die Möglichkeit, nach Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens gestützt auf Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG die Rentenleistungen einzustellen (vgl. hierzu BGE 145 V 2 E. 4.3.1 S. 12 und E. 5.3.2 S. 17).”
Die Behörde kann bei der Festlegung des Invalideneinkommens auf amtliche Statistiken (z. B. Bundesamt für Statistik) zurückgreifen. Nach der Rechtsprechung gilt das Zumutbarkeitsprinzip: Versicherte sind verpflichtet, ihre verbleibende Erwerbsfähigkeit in zumutbaren, geeigneten Tätigkeiten zu verwerten; dies kann, falls erforderlich, auch eine berufliche Neuorientierung umfassen. Diese Verpflichtung folgt aus Art. 21 ATSG und stellt eine Voraussetzung dafür dar, dass eine Rente gewährt wird.
“Val la pena nuovamente sottolineare che ai fini dell’attribuzione delle prestazioni assicurative dell’AI le problematiche inerenti al mercato occupazionale non sono di rilievo, per le stesse assumendo esclusiva rilevanza la capacità lavorativa, rispettivamente la perdita di guadagno che ne deriva, mentre che l’eventuale mancata occupazione di per sé dovrebbe se del caso essere oggetto di esame da parte di altri enti assicurativi, segnatamente dell’assicurazione contro la disoccupazione A ragione quindi l’amministrazione si è basata, per definire il reddito da invalido, sui rilevamenti statistici ufficiali, editi dall'Ufficio federale di statistica (DTF 126 V 76 consid. 3b/bb; RCC 1991 p. 332 consid. 3c, 1989 p. 485 consid. 3b). Inammissibile si avvera in effetti l’allegazione del ricorrente per il quale sarebbe “sproporzionata l'esigenza che l’assicurato abbandoni un'attività che può essere considerata adeguata per un'ipotetica attività teoricamente "ancor più adeguata" sperando ch'egli riesca, sempre teoricamente, a svolgerla al 100%”. In merito va in effetti nuovamente ricordato l’obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi che discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige infatti il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; RCC 1968 pag. 434). Quindi, malgrado il danno alla salute, l’assicurato è in grado, giusta gli approfonditi accertamenti medici di cui si è detto sopra, di mettere a frutto la sua capacità lavorativa piena sia nella propria attività di giardiniere che in un’attività rispettosa delle limitazioni poste dagli specialisti.”
Praktische Folgen: Die Weigerung oder die mangelhafte Erfüllung konkreter Schadenminderungsauflagen (z. B. Ablehnung geeigneter Praktika oder Nichterbringen geforderter Befunde/Therapiebestätigungen) kann gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG zur Kürzung oder Verweigerung von Leistungen führen. Eine solche Sanktion bleibt bestehen, solange die versicherte Person an ihrer verweigernden Haltung festhält. Sobald die versicherte Person die Verweigerung aufgibt, steht es ihr frei, für die Zukunft erneut Leistungen zu beantragen; die frühere Widersetzlichkeit wird dadurch nicht automatisch beseitigt und ist von den Behörden zu berücksichtigen.
“Teil verpflichtete sich der Beschwerdeführer gemäss seinen darin aufgeführten Verantwortlichkeiten sodann verbindlich, sich wie besprochen um die Kostengutsprache für eine erneute Lungen-Rehabilitation zu kümmern, damit eine Behandlung spätestens während des Arbeitsversuchs gestartet werden könne (Urk. 9/61/1). Dabei wurde er neuerlich auf die Folgen einer Verletzung der Schadenminderungspflicht gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG hingewiesen (Urk. 9/61/3). Entsprechend durfte der Beschwerdeführer nicht davon ausgehen, die Beschwerdegegnerin verzichte auf die Durchsetzung der Auflage respektive auf die Durchsetzung der angedrohten Folgen einer Verletzung seiner Schadenminderungspflicht. Auch lässt er nicht geltend machen, es habe sich – wie verbindlich vereinbart - um die Kostengutsprache der Krankenkasse bemüht respektive diese sei ihm verweigert worden.”
“Afin de vous offrir une meilleure employabilité et compte tenu de vos limitations fonctionnelles (à savoir fatigue et fatigabilité, activité sédentaire voir semi-sédentaire, sans beaucoup de déplacements sur la place de travail, sans port de charge et sans effort physique, sans stress, sans rendement soutenu, près des toilettes) ainsi que de votre manque de pratique, une mesure professionnelle sous forme de stage(s) est proposée auprès de H.________ afin d’évaluer les possibilités adaptées à votre formation et votre rendement. Lors des premiers entretiens, vous informez H.________ de limitations fonctionnelles supplémentaires à celles connues. Vous refusez ensuite les propositions qui vous sont faites estimant que vous n’êtes pas capable de pouvoir y répondre en raison de votre atteinte et des limitations fonctionnelles qui en découlent. Nous vous rappelons que selon l’art. 7 LAI, l’assuré doit entreprendre tout ce qui peut être raisonnablement exigé de lui pour réduire la durée et l’étendue de l’incapacité de travail et pour empêcher la survenance d’une invalidité. Dans ce cadre, il doit participer activement à la mise en œuvre de toutes les mesures raisonnablement exigibles contribuant soit au maintien de son emploi actuel, soit à sa réadaptation à la vie professionnelle ; il s’agit en particulier des mesures d’ordre professionnel. L’art. 21 al. 4 LPGA précise que les prestations peuvent être réduites ou refusées temporairement ou définitivement si l’assuré se soustrait ou s’oppose, ou encore ne participe pas spontanément, dans les limites de ce qui peut être exigé de lui, à un traitement ou à une mesure de réinsertion professionnelle raisonnablement exigible et susceptible d’améliorer notablement sa capacité de travail ou d’offrir une nouvelle possibilité de gain. Dès lors, nous pensons qu’une mise en situation concrète est nécessaire. Nous vous laissons un délai jusqu’au 31 octobre 2018 pour prendre contact avec H.________ et vous rendre au stage proposé, à savoir un stage dans une fiduciaire à [...] ou pour tout autre stage qui respecterait vos limitations fonctionnelles afin de nous permettre d’évaluer votre rendement en situation concrète. En cas de réponse négative, ou sans réponse de votre part dans le délai fixé, nous mettrons un terme à nos démarches de réadaptation et évaluerons votre taux d’invalidité en tenant compte des gains que vous auriez été en mesure de réaliser dans une activité respectant vos limitations fonctionnelles sans baisse de rendement.”
“Eine solche Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG greift nur solange, bis eine versicherte Person ihre verweigernde Haltung aufgibt. Es steht ihr damit frei, jederzeit für die Zukunft um Zusprechung von Leistungen zu ersuchen, sobald sie die verweigernde Haltung aufgegeben hat. Unterzieht sich eine versicherte Person nach anfänglicher Verweigerung einer notwendigen Untersuchung, macht dies die Widersetzlichkeit, welche zur leistungsabweisenden Verfügung geführt hat, nicht ungeschehen. Die nachträgliche Erklärung der versicherten Person ist indes als Neuanmeldung zu betrachten (Urteil des Bundesgerichts 9C_994/2009 vom 22. März 2010 E. 5.1). Der Beschwerdeführer hat mit seinem Gesuch vom 23. Juli 2019 (Urk. 6/192) zwar nicht angezeigt, dass er die Verweigerung, die zur Leistungsabweisung geführt hatte, aufgeben und sich nunmehr begutachten lassen werde. Er erklärte aber, dass er sich im Abklärungsverfahren des Unfallversicherers habe begutachten lassen, was die Beschwerdegegnerin dazu veranlasste, das Gesuch als Neuanmeldung entgegen zu nehmen.”
“Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). In zeitlicher Hinsicht besteht die Rechtsfolge von Art. 21 ATSG und Art. 7b IVG grundsätzlich in einer andauernden Kürzung oder Verweigerung, die so lange aufrechtzuerhalten ist, als das den Eintritt oder die Verschlimmerung der Invalidität kausal verursachende qualifizierte Verschulden der versicherten Person wirkt (BGE 119 V 241, Urteil des Bundesgerichts 8C_394/2018 vom 11. März 2019, E. 3.2, Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 48 zu Art. 7-7b). Bei einer Neuanmeldung muss keine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen nachgewiesen werden, wenn ein Leistungsanspruch infolge Widersetzlichkeit gegen zumutbare Abklärungen abgelehnt worden ist.”
Die Sistierung kann mit Wirkung ab einem konkret bezeichneten Zeitpunkt angeordnet werden; in einem entschiedenen Fall wurde die Auszahlung für die Zeit ab dem 1.10.2013 sistiert.
“Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten. Der erforderliche Vertretungsaufwand ist als insgesamt durchschnittlich zu qualifizieren. Zwar ist der Aktenumfang vergleichsweise gering, weshalb nur ein unterdurchschnittlicher Aufwand für das Aktenstudium angefallen ist, aber die rechtliche Problematik erweist sich als überdurchschnittlich komplex, was einen entsprechenden Mehraufwand in rein rechtlicher Hinsicht verursacht hat. Da sich der aktenmässige Minderaufwand und der rein rechtliche Mehraufwand in etwa ausgleichen, ist die Parteientschädigung praxisgemäss auf 4’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Entscheid im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP Die angefochtene Verfügung vom 28. Februar 2019 wird aufgehoben und dem Beschwerdeführer wird mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2011 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen; diese wird für die Zeit ab dem 1. Oktober 2013 im Sinne des Art. 21 Abs. 5 ATSG sistiert. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 4’000 Franken zu entschädigen.”
Wiederholte, ungerechtfertigte Absenzen oder die Nichtbefolgung angeordneter Eingliederungsmassnahmen können — nach vorheriger schriftlicher Mahnung und Aufforderung zur Stellungnahme, gegebenenfalls nach Unterzeichnung eines entsprechenden Formulars — zur Suspendierung oder Verweigerung von Geldleistungen nach Art. 21 führen.
“4 LPGA, ha intimato all’assicurato: " (…) · di ottemperare con diligenza ed impegno al provvedimento professionale, in modo tale da conseguire il massimo profitto; · di prendere coscienza del fatto che il provvedimento in corso riconosciuto dall’assicurazione invalidità è attualmente esigibile e compatibile con il suo stato di salute; · di non assentarsi e/o a non presentarsi, senza un motivo valido e comprovato da un certificato medico dal luogo del provvedimento (datore di lavoro), da scuola e dalle lezioni di sostegno organizzate; · a seguire con costanza e regolarità le terapie di psicoterapia /psichiatria che verranno organizzate dal suo Curatore Signor RA 1” (doc. 238) Contestualmente l’Ufficio AI gli ha assegnato un termine di 10 giorni per dichiarare se intende sottoporsi al provvedimento professionale ordinato, ritornando, debitamente firmato, l’allegato formulario contenente le summenzionate quattro diffide. L’amministrazione lo ha anche invitato, qualora non volesse sottoporsi al citato provvedimento, a indicarne in modo esaustivo i motivi, avvisandolo infine che in caso di scadenza infruttuosa del termine avrebbe emanato un progetto di decisioni con le sanzioni previste dall’art. 21 LPGA. In data 15 dicembre 2021 l’assicurato ha firmato il formulario (doc. 238). 1.4. Costatate ulteriori assenze ingiustificate e visto che l’assicurato non si è presentato sul posto di lavoro (cfr. email 31 gennaio 2022 in doc. 249), con scritto del 3 febbraio 2022 l’Ufficio AI gli ha comunicato l’interruzione del provvedimento professionale e la sospensione dell’indennità giornaliera con effetto dal 28 gennaio 2022 (doc. 254). Preso atto dello scioglimento del contratto di tirocinio con effetto al 17 gennaio 2022 (cfr. doc. 261), con decisione del 7 giugno 2022, preavvisata il 20 aprile 2022 (doc. 259), l’Ufficio AI ha negato l’assunzione di prestazioni AI a causa della violazione dell’obbligo di collaborare, non avendo l’assicurato dato seguito a quanto indicato nella diffida del 29 novembre 2021 da lui sottoscritta per accettazione. L’amministrazione ha precisato che ulteriori provvedimenti di ordine professionale non verranno erogati e che il diritto alla rendita è da ritenere escluso essendo l’assicurato pienamente abile al lavoro (doc.”
“4 LPGA, ha intimato all’assicurato: " (…) di ottemperare con diligenza ed impegno al provvedimento professionale, in modo tale da conseguire il massimo profitto; di non arrivare più in ritardo, né sul posto di lavoro né a scuola, ad organizzare le visite mediche al di fuori degli orari di lavoro e scuola, migliorare il suo comportamento, atteggiamento e attitudine a scuola e sul lavoro, rispettare le regole vigenti dal suo datore di lavoro, seguire con regolarità ed impegno le lezioni di sostegno che verranno attivate a breve, mostrarsi interessato al lavoro, chiedere ai colleghi, al responsabile, chiedere al Docente, al datore di lavoro, o alla sottoscritta, in caso di domande, dubbi, difficoltà o bisogno.” (Doc. 131) Contestualmente l’Ufficio AI gli ha assegnato un termine di 10 giorni per dichiarare se intende sottoporsi al provvedimento professionale ordinato, ritornando, debitamente firmato, l’allegato formulario contenente le summenzionate diffide. L’amministrazione lo ha anche invitato, qualora non volesse sottoporsi al citato provvedimento, a indicarne in modo esaustivo i motivi, avvisandolo infine che in caso di scadenza infruttuosa del termine avrebbe emanato un progetto di decisioni con le sanzioni previste dall’art. 21 LPGA. In data 13 aprile 2022 l’assicurato ha firmato il formulario (pag. 379 inc. AI). 1.3. Costatato come, in data 21 settembre 2022, il datore di lavoro abbia dovuto sciogliere il contratto di tirocinio non avendo l’assicurato ottemperato alle direttive accettate il 13 aprile 2022 (cfr. annotazioni 6 ottobre 2022 della consulente AI in doc. 148), con scritto del 9 ottobre 2022 l’Ufficio AI ha comunicato a RI 1 l’interruzione del provvedimento professionale con effetto retroattivo al 21 settembre 2022 (doc. 154). Preso dunque atto dello scioglimento del contratto di tirocinio (cfr. pag. 418 inc. AI), con decisione del 25 novembre 2022, preavvisata il 14 ottobre 2022 (doc. 259), l’Ufficio AI ha negato l’assunzione di prestazioni AI a causa della violazione dell’obbligo di collaborare, non avendo l’assicurato dato seguito a quanto indicato nella diffida del 28 marzo 2022 da lui sottoscritta per accettazione il 13 aprile 2022 (doc.”
Bei psychischen Störungen und Abhängigkeitserkrankungen ist der Schweregrad im Einzelfall konkret zu beurteilen. Fehlende Krankheitseinsicht kann – soweit sie Ausdruck der Erkrankung ist – die Frage der Sanktion relativieren. Gleichzeitig findet die Schadenminderungspflicht auch bei Abhängigkeit Anwendung; von der versicherten Person kann daher die aktive Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen verlangt werden. Hält die Person den krankhaften Zustand hingegen willentlich aufrecht, kann nach Art. 21 Abs. 4 ATSG eine vorübergehende oder dauernde Kürzung bzw. Verweigerung der Leistungen in Betracht kommen.
“Dabei kann und muss im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden (E. 6.3). Diesem komme nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängigkeitserkrankungen - wie auch bei anderen psychischen Störungen - oft eine Gemengelage aus krankheitswertiger Störung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorliege. Letztere seien auch bei Abhängigkeitserkrankungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen würden. Weiter wird im Urteil festgehalten, dass auch bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms die Schadenminderungspflicht (Art. 7 IVG) zur Anwendung komme, so dass von der versicherten Person etwa die aktive Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen verlangt werden könne (Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Komme sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhalte willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, sei nach Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich (E. 5.3.1).”
“Der Tatbestand des Art. 21 Abs. 4 ATSG enthält verschiedene Elemente: Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt einerseits die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, geeignet sein, eine (wesentliche) Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine – je nach den Umständen zu konkretisierende – gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. Ist eine versicherte Person bezüglich einer psychischen Problematik nicht einsichtig und lehnt eine entsprechende Therapie ab, gereicht ihr dies unter Umständen dann nicht zum Verschulden, wenn die fehlende Krankheitseinsicht gerade Teil des Leidens selbst ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2013 vom 20. März 2013 E. 3 mit Hinweisen). Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip müssen das Mass der Sanktion (Leistungskürzung oder -verweigerung) und der voraussichtliche Eingliederungserfolg (Verbesserung oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit) einander entsprechen.”
“Par conséquent, il s’agit, comme pour tous les autres troubles psychiques, de déterminer selon une grille d’évaluation normative et structurée (à cet égard, ATF 141 V 281) si, et le cas échéant, dans quelle mesure un syndrome de dépendance diagnostiqué par un spécialiste influence dans le cas concret la capacité de travail de l’assuré. La gravité de la dépendance dans un cas particulier peut et doit être prise en compte dans la procédure de preuve structurée (ATF 145 V 215 consid. 6.3). Ceci est d'autant plus important que dans le cas des troubles de la dépendance – comme dans celui d'autres troubles psychiques – il y a souvent un mélange de troubles ayant valeur de maladie ainsi que de facteurs psychosociaux et socio-culturels. L’obligation de diminuer le dommage (art. 7 LAI) s'applique également en cas de syndrome de dépendance, de sorte que l’assuré peut être tenu de participer activement à un traitement médical raisonnablement exigible (art. 7 al. 2 let. d LAI). S’il ne respecte pas son obligation de diminuer le dommage, mais qu’il maintient délibérément son état pathologique, l’art. 7b al. 1 LAI en liaison avec l'art. 21 al. 4 LPGA permet le refus ou la réduction des prestations (consid 5.3.1). 4.5 En ce qui concerne l'évaluation du caractère invalidant des affections psychosomatiques et psychiques, l'appréciation de la capacité de travail par un médecin psychiatre est soumise à un contrôle (libre) des organes chargés de l'application du droit à la lumière de l'ATF 141 V 281 (ATF 145 V 361 consid. 4.3 ; arrêt du Tribunal fédéral 9C_585/2019 du 3 juin 2020 consid. 2 et les références). Il peut ainsi arriver que les organes d'application du droit se distancient de l'évaluation médicale de la capacité de travail établie par l’expertise sans que celle-ci ne perde sa valeur probante (arrêt du Tribunal fédéral 9C_128/2018 du 17 juillet 2018 consid. 2.2 et les références). Du point de vue juridique, il est même nécessaire de s’écarter de l’appréciation médicale de la capacité de travail si l’évaluation n’est pas suffisamment motivée et compréhensible au vu des indicateurs pertinents, ou n’est pas convaincante du point de vue des éléments de preuve instaurés par l’ATF 141 V 281.”
Massgeblich ist, ob in der konkreten Vollzugsform eine gesunde (valide) Person unter den dort gegebenen Bedingungen Erwerbseinkommen erzielen könnte. Entscheidend ist demnach die hypothetische Fähigkeit zur Erwerbstätigkeit im Vollzug, nicht die faktische Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Haftantritt oder die nachträgliche Feststellung eines fiktiven Erwerbsertrags.
“Januar 2018 in Kraft stehenden Fassung) nichts, wonach u. a. für diese Vollzugsformen vorausgesetzt wird, dass die verurteilte Person einer geregelten Arbeit, Ausbildung oder Beschäftigung von mindestens 20 Stunden pro Woche nachgeht. Für die Anwendung von Art. 21 Abs. 5 ATSG und dessen Intention der Gleichbehandlung von invaliden und validen inhaftierten Personen kann es nicht darauf ankommen, dass der erwerbsfähigen Person die genannten Vollzugslockerungen erst bei Erfüllung der normierten Bedingungen gewährt werden. Zu wiederholen ist, dass der Anspruch auf Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter der invaliden Person dann wieder auflebt, wenn in der gleichen Strafvollzugsform eine valide Person ein Erwerbseinkommen generieren könnte. Dass diese hierfür die strafrechtlich zu beachtenden Voraussetzungen für Vollzugslockerungen erfüllen muss, womit tatsächlich Erwerbseinkommen fliessen würde, ist im sozialversicherungsrechtlichen Kontext nicht entscheidend und steht der rechtsprechungsgemässen Umsetzung von Art. 21 Abs. 5 ATSG daher nicht entgegen. Die vorinstanzliche Auffassung ist nach dem soeben Dargelegten nicht zielführend und geht am entscheidenden Punkt der Gleichbehandlung von invaliden und validen Inhaftierten vorbei. Nicht gefolgt werden kann den Ausführungen im angefochtenen Entscheid daher, wonach gemäss Bundesgerichts- und Verwaltungspraxis die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Zeitpunkt des Vollzugsantritts das einzige Kriterium für die Beantwortung der Frage sei, ob eine allfällige Rente der Invalidenversicherung für die Dauer des Straf- oder Massnahmenvollzugs zu sistieren sei. Die effektive Ausübung einer Erwerbstätigkeit sei jedoch kein sachlich geeignetes Kriterium für die Ungleichbehandlung von invaliden Inhaftierten, da sie mit dem Leistungsbedarf nichts zu tun habe, so die Vorinstanz weiter.”
“Entgegen der vorinstanzlichen Betrachtungsweise ändern daran Art. 77b StGB (Halbgefangenschaft) und Art. 79b StGB (elektronische Überwachung; je in der seit 1. Januar 2018 in Kraft stehenden Fassung) nichts, wonach u. a. für diese Vollzugsformen vorausgesetzt wird, dass die verurteilte Person einer geregelten Arbeit, Ausbildung oder Beschäftigung von mindestens 20 Stunden pro Woche nachgeht. Für die Anwendung von Art. 21 Abs. 5 ATSG und dessen Intention der Gleichbehandlung von invaliden und validen inhaftierten Personen kann es nicht darauf ankommen, dass der erwerbsfähigen Person die genannten Vollzugslockerungen erst bei Erfüllung der normierten Bedingungen gewährt werden. Zu wiederholen ist, dass der Anspruch auf Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter der invaliden Person dann wieder auflebt, wenn in der gleichen Strafvollzugsform eine valide Person ein Erwerbseinkommen generieren könnte. Dass diese hierfür die strafrechtlich zu beachtenden Voraussetzungen für Vollzugslockerungen erfüllen muss, womit tatsächlich Erwerbseinkommen fliessen würde, ist im sozialversicherungsrechtlichen Kontext nicht entscheidend und steht der rechtsprechungsgemässen Umsetzung von Art. 21 Abs. 5 ATSG daher nicht entgegen. Die vorinstanzliche Auffassung ist nach dem soeben Dargelegten nicht zielführend und geht am entscheidenden Punkt der Gleichbehandlung von invaliden und validen Inhaftierten vorbei. Nicht gefolgt werden kann den Ausführungen im angefochtenen Entscheid daher, wonach gemäss Bundesgerichts- und Verwaltungspraxis die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Zeitpunkt des Vollzugsantritts das einzige Kriterium für die Beantwortung der Frage sei, ob eine allfällige Rente der Invalidenversicherung für die Dauer des Straf- oder Massnahmenvollzugs zu sistieren sei.”
“Aus dem Gesagten erhellt vielmehr, dass die rechtskonforme Anwendung von Art. 21 Abs. 5 ATSG gerade nicht bedeutet, dass jene Invalide, die ihre allfällige Restarbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Haftantritts effektiv erwerblich umsetzten, ihre Rente weiter beziehen können, während die Renten von nicht erwerbstätigen oder nicht mehr erwerbsfähigen Invaliden für die Dauer des Strafvollzugs sistiert würden. Eine ungleiche Behandlung von inhaftierten Invaliden, je nachdem, ob sie eine allfällige Resterwerbsfähigkeit tatsächlich verwerten oder nicht, entspricht nicht dem gesetzgeberischen Willen und dem rechtsprechungsgemässen Verständnis von Art. 21 Abs. 5 ATSG. Anders als die Vorinstanz zu glauben scheint, wurde mit Art. 21 Abs. 5 ATSG denn auch keine Regelung geschaffen, die eine rechtsgleiche Behandlung aller invaliden Inhaftierten verunmöglicht. Eine unterschiedliche Behandlung von invaliden Inhaftierten ist nicht auszumachen. Nachdem einzig zu fragen ist, ob eine gesunde inhaftierte Person in der konkreten Situation des Strafvollzugs in der Lage wäre, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, ist keine Unterscheidung zwischen Invaliden, die ihre Resterwerbsfähigkeit verwerten und solchen, die keine Resterwerbsfähigkeit besitzen oder diese nicht ausschöpfen, vorzunehmen.”
Art. 21 Abs. 5 ATSG ist als Kann‑Vorschrift formuliert; dies lässt jedoch kein unbegrenztes Ermessen zu. Entscheide über eine Sistierung von Geldleistungen sind an die gesetzlich umschriebenen Voraussetzungen und das Gleichbehandlungsgebot gebunden. Weiter können Verfügungen wiedererwägungsweise berichtigt werden, was zu rückwirkenden Mehr‑ oder Minderansprüchen für betroffene Verfügungszeiträume führen kann.
“Der Beschwerdeführer hat richtig erkannt, dass Art. 21 Abs. 5 ATSG als "Kann-Vorschrift" formuliert ist. Sofern er indessen eine Ermessensunterschreitung rügt mit der Begründung, der Sozialversicherung stehe aufgrund bundesgerichtlicher Vorgaben gar kein Ermessen für einen adäquaten Einzelfallentscheid mehr zu, kann ihm nicht gefolgt werden. So erlaubt die Ausgestaltung von Art. 21 Abs. 5 ATSG als "Kann-Vorschrift" wohl, den besonderen Umständen Rechnung zu tragen, wenn eine gesunde Person trotz Straf- oder Massnahmevollzug einer Erwerbstätigkeit nachgehen könnte. Anders als die Einwände in der Beschwerde suggerieren, steht der Entscheid über einen Verzicht auf eine Leistungssistierung aber nicht im freien Ermessen des Versicherers. Vielmehr sind die Leistungen aus Gründen der Rechtsgleichheit (vgl. dazu Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 409) jeweils dann einzustellen, wenn der im Gesetz genannte Tatbestand gegeben ist (BGE 141 V 466 E. 4.3; 138 V 140 E. 5.3.6; vgl. auch Jürg Maeschi, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung [MVG] vom 19. Juni 1992, Bern 2000, Rz. 8 zu Art. 13). Immerhin räumt der Beschwerdeführer ein, dass im Lichte des Gleichbehandlungsgebots eine Rentensistierung im Straf- oder Massnahmevollzug wohl in jenen Fällen einleuchte, in denen die strafrechtliche Tat keinen Zusammenhang mit der rentenbegründenden Invalidität habe.”
“Mai 2011 festgehalten hatte, die zuvor erfolgten häufigen Arbeitsplatzwechsel seien als Symptom der – damals noch nicht hinreichend geklärten – gesundheitlichen Problematik zu qualifizieren. Vor diesem Hintergrund hat ein Stellenantritt natürlich keine hinreichende Aussagekraft in Bezug auf die massgebende Arbeitsfähigkeit haben können. Tatsächlich hat sich kurz darauf herausgestellt, dass der Beschwerdeführer jene Arbeitsstelle (wiederum) nur für kurze Zeit hatte halten können und dass er sich bald darauf bereits wieder hatte in eine stationäre psychiatrische Behandlung begeben müssen. Da nach dem Vorbescheid vom 5. Dezember 2012 noch keine entsprechende Verfügung ergangen war, hat die Beschwerdeführerin damals – im Verlauf des Jahres 2013 – noch die Möglichkeit gehabt, eine von Beginn weg richtige Verfügung zu erlassen. Allerdings hat der Beschwerdeführer im September 2013 einen Strafvollzug angetreten, was zur Folge gehabt hätte, dass eine noch zuzusprechende Rente in Anwendung des Art. 21 Abs. 5 ATSG hätte sistiert werden müssen. Die Beschwerdegegnerin hat das aus nicht nachvollziehbaren Gründen zum Anlass genommen, die Sachverhaltsabklärung abzubrechen. Offenbar ist sie der Ansicht gewesen, dass es keine Rolle spiele, ob sie eine sistierte Rente oder gar keine Rente zuspreche. Da im damals aktuellsten Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik C.___ vom 30. September 2013 aufgrund eines administrativen Versehens fälschlicherweise eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert worden war, hat die Beschwerdegegnerin den offenkundig falschen Schluss gezogen, die ursprünglich vorgesehene Befristung der Rente per 30. April 2012 sei korrekt, weshalb sie am 18. Juni 2014 entsprechend verfügt hat. Wie sie im Mai 2018 zu Recht festgehalten hat, ist die Befristung der Rente bis zum 30. April 2012 vor diesem Hintergrund als zweifellos unrichtig zu qualifizieren. Die Berichtigung dieses Fehlers ist von erheblicher Bedeutung. Die Beschwerdegegnerin hat die ursprüngliche Verfügung vom 18. Juni 2014 deshalb zu Recht wiedererwägungsweise aufgehoben.”
“Das Gleichbehandlungsgebot zwingt aus den oben dargelegten Gründen dazu, die Lockerungen des Massnahmenvollzugs und den Antritt einer Arbeitsstelle zu ignorieren. Die Sistierung der Rente hätte deshalb im hier massgebenden Zeitraum bis zur Eröffnung der angefochtenen Verfügung am 28. Februar 2019 nicht aufgehoben werden dürfen. Auch diesbezüglich erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtswidrig, weshalb sie zu korrigieren ist. Trotz der damit einhergehenden Verschlechterung der Rechtsposition des Beschwerdeführers ist nicht auf eine mögliche reformatio in peius hinzuweisen gewesen, weil der damit einhergehende „Verlust“ von elf Monatsrenten (April 2018 bis und mit Februar 2019; Beurteilung nur bis zum Datum der Eröffnung der angefochtenen Verfügung) durch den „Gewinn“ von 17 Monatsrenten für die Zeit von Mai 2012 bis und mit September 2013 mehr als wettgemacht wird. Zusammenfassend ist dem Beschwerdeführer damit (wiedererwägungsweise) mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2011 eine unbefristete ganze Rente zuzusprechen, die mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2013 im Sinne des Art. 21 Abs. 5 ATSG zu sistieren ist. Dieser Verfahrensausgang ist hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen praxisgemäss als ein Obsiegen des Beschwerdeführers zu qualifizieren, weshalb die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten. Der erforderliche Vertretungsaufwand ist als insgesamt durchschnittlich zu qualifizieren. Zwar ist der Aktenumfang vergleichsweise gering, weshalb nur ein unterdurchschnittlicher Aufwand für das Aktenstudium angefallen ist, aber die rechtliche Problematik erweist sich als überdurchschnittlich komplex, was einen entsprechenden Mehraufwand in rein rechtlicher Hinsicht verursacht hat. Da sich der aktenmässige Minderaufwand und der rein rechtliche Mehraufwand in etwa ausgleichen, ist die Parteientschädigung praxisgemäss auf 4’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.”
Die fortgesetzte ärztlich verordnete Behandlung — namentlich auch die dauernde Einnahme verschriebener Medikamente — gilt nach der Rechtsprechung grundsätzlich in aller Regel als zumutbare Form der Schadenminderung. Die Zumutbarkeitsprüfung ist jedoch einzelfallbezogen und am objektiv Zumutbaren zu messen; eine Massnahme ist unzumutbar, wenn sie eine Gefahr für Leben oder Gesundheit darstellt oder dem Gesundheitszustand nicht angemessen ist.
“Grundsätzlich sind die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst. Nach der Rechtsprechung ist die fortgesetzte Krankheitsbehandlung, die insbesondere auch die dauernde Einnahme ärztlich verschriebener Medikamente umfasst, in aller Regel eine jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenminderung (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.1 mit Hinweisen). Die aus fachärztlicher Sicht indizierten und zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten hat die versicherte Person in kooperativer Weise optimal und nachhaltig auszuschöpfen. Welche konkreten Behandlungsmöglichkeiten indiziert und zumutbar sind, bestimmt der Facharzt oder die Fachärztin (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.2 mit Hinweisen). 4.3 Gemäss Art. 7b Abs. 1 IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist. Die Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG stellt eine solche mittels Sanktionen durchsetzbare Pflicht dar. Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die in Art. 7b Abs. 1 IVG angesprochene Bestimmung von Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen vor, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt (Satz 1). Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden und es ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art.”
“8/38/2), indem er den Behandlungsversuch von Dr. Z.___ mit Antidepressiva abgebrochen und einen erneuten Versuch abgelehnt habe (Urk. 8/35/7, Urk. 8/47/2). Eine mittelschwere Depression ist an sich gut therapierbar, wobei eine adäquate, leitliniengerechte antidepressive Therapie als notwendige Voraussetzung für einen günstigen Verlauf gilt (Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.1.4.2 mit Hinweisen). Zumutbarkeit einer medizinischen Behandlung setzt generell voraus, dass die Behandlung mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erhebliche Besserung verspricht und nicht Gründe von einer gewissen Schwere Unzumutbarkeit annehmen lassen. Massgebend ist dabei das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive Wertung der versicherten Person (Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich 2020, Art. 21 Rz 133-136 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 824/06 vom 13. März 2007 E. 3.1). Unzumutbar ist eine Behandlungsmassnahme, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellt (Art. 21 Abs. 4 ATSG) beziehungsweise dem Gesundheitszustand nicht angemessen ist (Art. 7a IVG). Die dauernde Einnahme ärztlich verschriebener Medikamente stellt in aller Regel eine jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenminderung dar, selbst wenn diese mit Nebenwirkungen verbunden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_625/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3.4.1 mit Hinweisen). Dr. Z.___ führte den Unterbruch der medikamentösen Behandlung auf eine subjektive Unverträglichkeit der Antidepressiva zurück und hielt am 16. Mai 2020 dafür, dass die Beendigung der Therapie aus diesem Grund legitim sei (Urk. 8/47/2). Auch die RAD-Internistin Dr. C.___ ging davon aus, die Medikation habe wegen nicht tolerierbaren Nebenwirkungen abgesetzt werden müssen (Urk. 8/40/4). Nähere Angaben zur Art und Schwere der medikamentösen Nebenwirkungen fehlen indes in den medizinischen Akten. Auch äusserte sich Dr. Z.___ nicht dazu, ob von einer antidepressiven Behandlung mit anderen Medikamenten gegebenenfalls geringere Nebenwirkungen zu erwarten gewesen wären (vgl.”
“Diagnostische Massnahmen stellen zwar grundsätzlich keine Gefahr für Leben und Gesundheit dar, sind aber dennoch nicht durchwegs zumutbar. Falls sie mit einem besonderen Risiko verbunden sind, fällt eine Durchführung ausser Betracht. Bei therapeutischen Massnahmen ist auch die Schwere des mit der Massnahme verbundenen Eingriffs in die Versichertenpersönlichkeit mit zu berücksichtigen. Je schwerer der Eingriff ist, desto weniger hoch ist der Massstab an die Unzumutbarkeit zu legen. Nach der Rechtsprechung ist die fortgesetzte Krankheitsbehandlung, die insbesondere auch die dauernde Einnahme ärztlich verschriebener Medikamente umfasst, in aller Regel eine jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenminderung (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.1 mit Hinweisen). Generell hat die Zumutbarkeitsprüfung bei Behandlungsmassnahmen einzelfallbezogen zu erfolgen, weil neben den objektiven auch die subjektiven Umstände einzubeziehen sind (Ueli Kieser, a.a.O., Art. 21, Rz. 136). 3.4. Gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG können Leistungen gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist. Dazu bedarf es einer entsprechenden Auflage und eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens. Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden und es ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Auf ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren kann in den qualifizierten Fällen von Art. 7b Abs. 2 IVG verzichtet werden, so zum Beispiel, wenn die Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG verletzt wurde. 3.5. Die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt nicht nur die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Die Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, muss darüber hinaus auch geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine - je nach den Umständen zu konkretisierende - gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre.”
Bei Anwendung von Art. 21 Abs. 5 ist zwischen Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter (suspendierbar) und Leistungen in Natur, namentlich der Erstattung von Krankheits‑ und Invaliditätskosten (nicht suspendierbar), zu unterscheiden. Diese teleologische und systematische Differenzierung wird von Rechtsprechung, Verwaltungsinterpretation und der Lehre gestützt.
“5 LPGA, dès lors qu’on peut déduire de la genèse de cette disposition que le législateur a voulu poser le principe de la suspension des prestations en espèces pendant l'exécution d'une peine ou d'une mesure sous réserve du privilège des proches (ATF 141 V 466 c. 4.9). D’ailleurs, si la version française de l’art. 21 al. 5 LPGA parle simplement de "prestations pour perte de gain", la teneur allemande de cet article évoque des "Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter" et celle italienne des "prestazioni pecuniarie con carattere di indemnita per perdita di guadagno" (jugement du Tribunal cantonal vaudois [ci-après: jugement TC VD] PC 34/21 du 25 avril 2022 c. 3c). L’interprétation téléologique de cette disposition corrobore également ce constat puisqu’on infère de la ratio legis de celle-ci que la personne incarcérée invalide ne doit percevoir aucun avantage économique par rapport à une personne détenue en bonne santé et privée de tout revenu (voir c. 3.1). Au surplus, on relèvera que le résultat univoque auquel aboutissent ces diverses méthodes interprétatives trouve appui dans la doctrine, où la notion de perte de gain au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA est définie comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative (Anne-Sylvie Dupont, in Dupont/Moser-Szeless [éd.], Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018 [ci-après: Commentaire romand], art. 21 n. 75). La lettre circulaire AI n° 406 relative à la révision de la LPGA, édictée le 22 décembre 2020 et modifiée le 31 mars 2021 par l’Office fédéral des assurances sociales (OFAS), indique du reste aussi que la suspension prévue à l’art 21 al. 5 LPGA concerne uniquement les prestations en espèces ayant le caractère d’allocations pour perte de gain (ch. 1). 4.2 A l’inverse des prestations en espèces, les frais de maladie et d’invalidité en leur qualité de prestations en nature ne rentrent pas dans le champ d’application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Le recourant défend à juste titre cette interprétation, qui est également celle soutenue par la doctrine (voir Stefan Keller, Lücken und Tücken der Deckung der Sozial-versicherung und Sozialhilfe im Freiheitsentzug, in RSC 1/2008 p.”
“1). Au surplus, on relèvera que le résultat univoque auquel aboutissent ces diverses méthodes interprétatives trouve appui dans la doctrine, où la notion de perte de gain au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA est définie comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative (Anne-Sylvie Dupont, in Dupont/Moser-Szeless [éd.], Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018 [ci-après: Commentaire romand], art. 21 n. 75). La lettre circulaire AI n° 406 relative à la révision de la LPGA, édictée le 22 décembre 2020 et modifiée le 31 mars 2021 par l’Office fédéral des assurances sociales (OFAS), indique du reste aussi que la suspension prévue à l’art 21 al. 5 LPGA concerne uniquement les prestations en espèces ayant le caractère d’allocations pour perte de gain (ch. 1). 4.2 A l’inverse des prestations en espèces, les frais de maladie et d’invalidité en leur qualité de prestations en nature ne rentrent pas dans le champ d’application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Le recourant défend à juste titre cette interprétation, qui est également celle soutenue par la doctrine (voir Stefan Keller, Lücken und Tücken der Deckung der Sozial-versicherung und Sozialhilfe im Freiheitsentzug, in RSC 1/2008 p. 26 § 2.2.3; voir également Ueli Kieser, Kommentar zum ATSG, 4e éd. 2020, art. 21 n. 174). N’en contredise l’intimée, on ne saurait en revanche faire dépendre le droit d’obtenir le remboursement de ces prestations en nature de la perception d’une PC annuelle par la personne concernée. Certes, la terminologie utilisée à l’art. 14 al. 1 LPGA tend à soutenir ce point de vue, étant donné que la version française de cette même disposition réserve le remboursement des frais de maladie et d’invalidité aux "bénéficiaires d’une prestation complémentaire annuelle" (voir c. 3.2), le texte allemand aux "Bezügerinnen und Bezügern einer jährlichen Ergänzungsleistung" et celui italien aux "beneficiari di una prestazione complementare annua". Il est également vrai que l’intimée s’appuie dans son interprétation de l’art.”
Ein Abbruch von Massnahmen ohne Durchführung des Verfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG ist nur zulässig, wenn objektive Gründe—insbesondere gesundheitliche—dafür sprechen. Erfolgt der Abbruch mit der Begründung mangelnder Eingliederungsbereitschaft, ist vorgängig das Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen.
“Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht vom 19. November 2020 (720 19 340/285) Invalidenversicherung Ein Abbruch der beruflichen Massnahmen ohne Durchführung des Verfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG ist lediglich zulässig, wenn objektive Gründe, wie gesundheitliche, dafür sprechen. Wenn der Abbruch aufgrund mangelnder Eingliederungsbereitschaft erfolgen soll, ist das Mahn- und Bedenkzeitverfahren vorgängig durchzuführen. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Berufliche Massnahmen A. Der 1977 geborene A.____ ist gelernter Maurer. Bei einem Arbeitsunfall am 11. November 2014 zog er sich schwere Verletzungen zu. Seither ist eine Tätigkeit im angestammten Beruf nicht mehr möglich. Am 8. März 2015 meldete er sich bei der IV-Stelle für berufliche Massnahmen an. Aufgrund der komplexen Gesundheitssituation und der langen Arbeitsunfähigkeit erachtete die IV-Stelle Wiedereingliederungsmassnahmen in einer ersten Phase als nicht angezeigt.”
“Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht vom 19. November 2020 (720 19 340/285) Invalidenversicherung Ein Abbruch der beruflichen Massnahmen ohne Durchführung des Verfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG ist lediglich zulässig, wenn objektive Gründe, wie gesundheitliche, dafür sprechen. Wenn der Abbruch aufgrund mangelnder Eingliederungsbereitschaft erfolgen soll, ist das Mahn- und Bedenkzeitverfahren vorgängig durchzuführen. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Berufliche Massnahmen A. Der 1977 geborene A.____ ist gelernter Maurer. Bei einem Arbeitsunfall am 11. November 2014 zog er sich schwere Verletzungen zu. Seither ist eine Tätigkeit im angestammten Beruf nicht mehr möglich. Am 8. März 2015 meldete er sich bei der IV-Stelle für berufliche Massnahmen an. Aufgrund der komplexen Gesundheitssituation und der langen Arbeitsunfähigkeit erachtete die IV-Stelle Wiedereingliederungsmassnahmen in einer ersten Phase als nicht angezeigt.”
Die Pflicht, sich angemessenen medizinisch‑psychiatrischen Massnahmen zu unterziehen, gehört zur Schadenminderung; den vorgeschlagenen Behandlungs‑ oder Rehabilitationsmassnahmen nachzukommen kann deshalb Voraussetzung für den Leistungsanspruch sein. Ein Unterlassen kann Sanktionen (Kürzung/Verweigerung) rechtfertigen, wenn die versicherte Person schuldhaft (einschliesslich eventualvorsätzlich) gehandelt hat und die formellen Voraussetzungen erfüllt sind. Fehlt die Einsicht wegen der psychischen Krankheit oder liegen entschuldbare Gründe vor, kann dies ein Verschulden ausschliessen. Der Versicherer hat dafür zu sorgen, dass die versicherte Person auf die Therapievorschläge hingewiesen und bei Bedarf schriftlich gemahnt (Mise en demeure) wird.
“Michel Valterio, Commentaire de la Loi fédérale sur l'assurance-invalidité [LAI], Genève/Zurich/Bâle 2018, n° 3 ad art. 7 LAI, p. 69, et références citées). c) Les traitements médicaux visés par l'art. 7 al. 2, let. d, LAI susmentionné englobent toute mesure diagnostique ou thérapeutique, ambulatoire ou stationnaire, de même que des soins de longue durée, dont on peut raisonnablement espérer, au stade de la vraisemblance prépondérante, une amélioration de l'état de santé de la personne assurée et, par conséquent, de sa capacité de travail. La perception subjective, par la personne assurée, de l'utilité du traitement n'est pas pertinente. La preuve de l'amélioration que le traitement aurait pu apporter n'a pas à être rapportée strictement, mais doit être démontrée avec une certaine vraisemblance. Le degré de vraisemblance exigé dépend de l'ampleur de l'atteinte aux droits de la personnalité causée par le traitement (cf. Anne-Sylvie Dupont, in : Dupont/Moser-Szeless [éd.], Commentaire romand de la Loi sur la partie générale des assurances sociales, Bâle 2018, n°54 ad art. 21 LPGA, p. 312, et références citées). d) Dans le cas particulier, les experts psychiatres de N.________ et de O.________ ont tous deux considéré qu'une amélioration de l'état psychique de la recourante lui permettrait de retrouver une capacité de travail et cas échéant d'entreprendre des mesures de réadaptation. A cet égard, ils ont évoqué l'opportunité d'un séjour stationnaire en milieu psychiatrique et considèrent qu'une prise en charge psychiatrique plus importante et mieux personnalisée, avec une approche psychopharmacologique adéquate, permettrait sans doute de retrouver une capacité de travail, compte tenu des ressources dont disposait la recourante avant la décompensation de 2014. Il convient dès lors d'attirer l'attention de la recourante sur son obligation de réduire son dommage, en se soumettant aux mesures médicales raisonnablement exigibles, évoquées par les experts de N.________ et de O.________. Il appartiendra à l’intimé de s'assurer que la recourante donne suite aux propositions thérapeutiques des experts, en lui adressant à défaut une mise en demeure à cette fin (cf.”
“Januar 2020 Gelegenheit nachzuweisen, dass er sich in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung befinde, der behandelnde Arzt seine Massnahmenfähigkeit im Rahmen eines ausführlichen Arztberichtes attestiere und er eine Urinprobe zum Drogenscreening und quantitativen Bestimmung von THC abgegeben habe. Nachdem der Beschwerdeführer dem nicht Folge geleistet hatte, war er entsprechend mit besagter Verfügung vom 10. November 2019 androhungsgemäss sanktioniert worden. 4.2. Die Beschwerdegegnerin lehnte nunmehr mit Verfügung vom 26. September 2022 erneut einen Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen ab, da er der ausgesprochenen Schadenminderungsauflage weiterhin nicht nachgekommen sei (vgl. IV-Akte 68). Dem kann jedoch aus den nachstehenden Überlegungen nicht gefolgt werden. 4.3. Damit eine Sanktion erfolgen kann, muss ein vorsätzliches oder eventualvorsätzliches Verhalten vorliegen. Die versicherte Person muss verstehen, was von ihr verlangt wird und welche Folgen es hat, wenn sie sich der verlangten Massnahme entzieht oder nicht kooperiert (Brunner/Vollenweider, Basler Kommentar ATSG, Basel 2020, N 80 zu Art. 21 ATSG; vgl. auch Fässler, a.a.O., S. 154 f.). Ist eine versicherte Person bezüglich einer psychischen Problematik nicht einsichtig und lehnt eine entsprechende Therapie ab, gereicht ihr dies unter Umständen dann nicht zum Verschulden, wenn die fehlende Krankheitseinsicht gerade Teil des Leidens selbst ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2013 vom 20. März 2013 E. 3 mit Hinweis). Eine Leistungsverweigerung ist ebenfalls nicht zulässig, wenn die Massnahmen aus entschuldbaren Gründen nicht erfüllt wurden, etwa, weil die versicherte Person krankheitshalber oder aus anderen Gründen ihren Pflichten nicht nachkommen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 5.3 mit Hinweisen). 4.4. Zur Frage, ob vorliegend eine schuldhafte Verletzung der Mitwirkungspflicht vorliegt, ergibt sich Folgendes aus den Akten: 4.4.1. Die Beschwerdegegnerin schloss gestützt auf die Stellungnahme der RAD-Psychiaterin Dr. med. B____ vom 9. Mai 2019 (IV-Akte 44) darauf, die Durchführung einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung sei fachärztlich dringend indiziert.”
Bei riskanten Unternehmungen kann die Rechtsprechung zwischen einer relativen und einer absoluten Unternehmensgefahr unterscheiden; die Beurteilung der relativen Unternehmensgefahr hängt davon ab, ob die versicherte Person zur Ausübung geeignet war und die erforderlichen Vorsichtsmassnahmen getroffen hat. Als Beispiele für relative Unternehmungen nennt die Rechtsprechung u. a. Streetluge, Canyoning, Tauchen (einschliesslich Höhlentauchen in Quellgewässern), Alpinismus und Gleitschirm- bzw. Deltaflug; je nach Schwierigkeitsgrad und Risiko können solche Tätigkeiten in Einzelfällen auch als absolute Unternehmungen qualifiziert werden. Ergibt sich stattdessen oder zusätzlich grobe Fahrlässigkeit, kommt sodann eine Anwendung von Art. 37 Abs. 2 LAA in Betracht; ferner kann bei gleichzeitiger Anwendbarkeit das einschlägige lex specialis (Art. 39 LAA) vorrangig sein.
“On parle dans ce cas d'une entreprise téméraire relative, en ce sens que le refus ou la réduction des prestations dépend du point de savoir si l'assuré était apte à l'exercer et a pris les précautions nécessaires pour limiter les risques à un niveau admissible (ATF 141 V 216 consid. 2.2 p. 218 ; 138 V 522 consid. 3.1 p. 524). Peuvent constituer des entreprises téméraires relatives la "streetluge" (TF 8C_638/2015 du 9 mai 2016 publié in : SVR 2016 UV n° 47 p. 155), le canyoning (ATF 125 V 312), la plongée, y compris la plongée spéléologique dans une source (ATF 134 V 340 ; 96 V 100), l'alpinisme et la varappe (ATF 97 V 72, 86), ou encore le vol delta (ATF 104 V 19). Selon le degré de difficulté et le niveau de risque dans un cas particulier, il n'est pas exclu de qualifier l'une ou l'autre de ces activités d'entreprise téméraire absolue (ATF 134 V 340 consid. 3.2.3). d) Aux termes de l’art. 37 al. 2 LAA, si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels ; la réduction ne peut toutefois excéder la moitié du montant des prestations lorsque l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à des rentes de survivants. Constitue une négligence grave la violation des règles élémentaires de prudence que toute personne raisonnable eût observées dans la même situation et les mêmes circonstances, pour éviter les conséquences dommageables prévisibles dans le cours ordinaire des choses (ATF 138 V 522 consid. 5.2.1 ; 134 V 340 consid. 3.1 ; 118 V 305 consid. 2a). e) Si les conditions d’une réduction ou d’une suppression des prestations pour entreprise téméraire ne sont pas remplies, une réduction peut néanmoins être prononcée en vertu de l’art. 37 al. 2 LAA. A l'inverse, si les conditions d'application de l'art. 37 al. 2 LAA et celles de l'art. 39 LAA sont remplies pour un même acte, c'est l'art. 39 LAA qui s'applique, à titre de lex specialis (ATF 134 V 340 consid.”
Nach jüngerer Rechtsprechung (insbesondere ATF 145 V 215) gilt eine von Fachärzten diagnostizierte Abhängigkeit an Suchtstoffen als gesundheitliche Beeinträchtigung, die wie andere psychische Störungen zu behandeln ist. Die Folgen der Abhängigkeit für die Erwerbsfähigkeit sind mithilfe einer normierten Bewertungsgrille zu prüfen. Vor diesem Hintergrund kann Abstinenz nicht mehr generell als Bedingung für das Einstehen für Leistungen verlangt werden; vielmehr sind die Auswirkungen der Sucht auf die Erwerbsfähigkeit gesamthaft im Rahmen der materiellen Prüfung nach Art. 21 Abs. 4 ATSG zu beurteilen.
“2 Concernant le droit à des prestations de l'AI en cas de toxicomanie et d'alcoolisme, le TF a également changé sa jurisprudence (voir aussi lettre-circulaire n° 395 du 28 novembre 2019 de l'Office fédéral des assurances sociales [OFAS]). 5.2.1 Sous l'ancienne pratique, la dépendance, qu'elle prît la forme de l'alcoolisme, de la pharmacodépendance ou de la toxicomanie, ne constituait pas en soi une invalidité au sens de la loi, mais ne jouait un rôle dans l'AI que lorsqu'elle avait provoqué une maladie ou un accident qui entraînait une atteinte à la santé physique, mentale ou psychique nuisant à la capacité de gain, ou qu'elle résultait elle-même d'une atteinte à la santé physique, mentale ou psychique qui a valeur de maladie (ATF 124 V 265 c. 3c; SVR 2016 IV n° 3 c. 2.2.1). Sous cette ancienne jurisprudence, la violation de l'exigence d'un sevrage pouvait entraîner un refus d'entrer en matière au sens de l'art. 43 al. 3 LPGA lorsqu'il s'agissait d'une addiction maladive primaire, c'est-à-dire une dépendance indépendante d'autres atteintes antérieures l'ayant provoquée, alors qu'en cas d'addiction secondaire elle devait être analysée sous l'angle de l'obligation de diminuer le dommage au sens de l'art. 21 al. 4 LPGA et 7b al. 1 LAI, bien que l'art. 43 al. 3 LPGA pouvait s'appliquer en parallèle (voir TF 9C_370/2013 du 22 novembre 2013 c. 3 et 4.2.1). 5.2.2 Dans un arrêt de juillet 2019 (ATF 145 V 215), le TF est parvenu à la conclusion qu'un syndrome de dépendance à des substances psychoactives ou des troubles liés à la consommation de telles substances, dûment diagnostiqués par un médecin spécialiste, correspondent à un phénomène ayant caractère de maladie, et qu'il fallait dès lors procéder de la même manière que pour les autres troubles psychiques (à cet égard voir l'ATF 141 V 281), soit clarifier au moyen d'une grille d'évaluation normative et structurée si le syndrome de dépendance, respectivement les troubles de consommation, liés à des substances addictives diagnostiqués par des spécialistes influent sur la capacité de travail de la personne concernée. Avec cette nouvelle jurisprudence, une sommation visant un sevrage ne peut plus être formulée, tant en ce qui concerne les addictions primaires que secondaires, que dans le contexte de la diminution du dommage qui exclut la sanction du refus d'entrer en matière qui n'est pas prévue par les art.”
“7 en lien avec l'ATF 141 V 281), de clarifier au moyen d'une grille d'évaluation normative et structurée si la dépendance à des substances addictives diagnostiquée par des spécialistes influe sur la capacité de travail de la personne concernée (voir ci-dessus c. 2.2). L'ancienne jurisprudence était en principe compatible avec la sanction d'un refus d'entrer en matière en cas de violation du devoir de collaborer à l'instruction au sens de l'art. 43 al. 3 LPGA dans l'hypothèse d'une addiction maladive primaire, c'est-à-dire, selon la conception remise en question par l'ATF 145 V 215 c. 1, une dépendance indépendante d'autres atteintes antérieures l'ayant provoquée. En revanche, déjà à la lumière de l'ancienne jurisprudence, pour les addictions secondaires, l'exigence d'un sevrage ne pouvait être envisagée que sous l'angle de l'obligation de diminuer le dommage (voir ci-dessus c. 2.4). Avec la nouvelle jurisprudence, une sommation sous peine de refus d'entrer en matière, visant un sevrage, ne peut plus être formulée, tant en ce qui concerne les addictions primaires que secondaires, que dans le contexte de la diminution du dommage, qui exclut la sanction du refus d'entrer en matière qui n'est pas prévue par les art. 21 al. 4 LPGA et 7b al. 1 LAI. En conséquence, l'exigence d'une abstinence de la personne assurée aux substances addictives ne peut plus être posée comme condition d'entrée en matière sur sa demande de prestations, dans la mesure où la dépendance à de telles substances, dûment diagnostiquée par un médecin spécialiste, représente, selon la nouvelle jurisprudence du TF précitée, en elle-même une atteinte à la santé ayant valeur de maladie. Dès lors, elle doit bien plus être englobée dans une évaluation idoine des conséquences de l'ensemble des atteintes à la santé diagnostiquées sur la capacité de travail et de gain de la personne assurée, dans le cadre de l'examen matériel de la demande (dans ce sens, voir TF 9C_309/2019 du 7 novembre 2019 c. 4.2.2). Cette nouvelle jurisprudence s'applique en principe directement et pour tous les cas qui sont pendants au moment de ce changement de jurisprudence (TF 9C_309/2019 c. 4.1 et référence citée; VGE 200.2019.572.IV du 21 août 2020 c. 2.2.2). 4.3 Dans le cas de la recourante, il découle de ce qui précède que la nécessité de faire la distinction entre, d'une part, l'influence sur la capacité de travail et de gain de sa dépendance à l'alcool, à la cocaïne et à d'autres substances en elle-même (dite primaire) et, d'autre part, les conséquences découlant des autres atteintes psychiques diagnostiquées ou d'éventuelles maladies induites par l'addiction, n'a plus lieu d'être pour juger du caractère invalidant de l'ensemble des troubles dont souffre l'assurée.”
Art. 21 Abs. 4 ATSG gestattet eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen, wenn sich die versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht, sich ihr widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das Zumutbare dazu beiträgt. Die Anwendung setzt voraus, dass die versicherte Person zuvor schriftlich gemahnt, auf die Rechtsfolgen hingewiesen und ihr eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt wurde. Nicht zumutbar sind Massnahmen, die eine Gefahr für Leben oder Gesundheit darstellen. Die Bestimmung steht in Verbindung mit den Pflichten nach Art. 7 IVG sowie den Untersuchungs‑/Mitwirkungspflichten nach Art. 43 Abs. 2 ATSG, deren Nichteinhaltung die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 begründen kann.
“Gemäss Art. 7 Abs. l IVG muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Nach Art. 7 Abs. 2 IVG muss die versicherte Person an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, worunter insbesondere auch medizinische Massnahmen nach Art. 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) fallen. Nach Art. 7b Abs. l IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist. Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Art. 43 Abs. 2 ATSG bestimmt, dass sich die versicherte Person ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen zu unterziehen hat, soweit diese für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind.”
“Gemäss Art. 7 Abs. l des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Nach Art. 7 Abs. 2 IVG muss die versicherte Person an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, worunter insbesondere auch medizinische Massnahmen nach Art. 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) fallen. Nach Art. 7b Abs. l IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist. Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Art. 43 Abs. 2 ATSG bestimmt, dass sich die versicherte Person ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen zu unterziehen hat, soweit diese für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind. Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- und Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann nach Art.”
“Gemäss Art. 7 Abs. l IVG muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Nach Art. 7 Abs. 2 IVG muss die versicherte Person an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, worunter insbesondere auch medizinische Massnahmen nach Art. 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) fallen. Nach Art. 7b Abs. l IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist. Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Art. 43 Abs. 2 ATSG bestimmt, dass sich die versicherte Person ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen zu unterziehen hat, soweit diese für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind.”
Die Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG ist von der Mitwirkungspflicht zu unterscheiden: Zweck und Sanktionen weichen voneinander. Verletzungen der Schadenminderungspflicht rechtfertigen—nach vorgängigem Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren—Kürzung oder Verweigerung der Leistungen; die Mitwirkungspflicht kennt andere Verfahrensfolgen. In Einzelfällen können beide Pflichten nebeneinander bejaht werden, dies erfordert aber eine getrennte Begründung.
“Im Übrigen ist in grundsätzlicher Hinsicht darauf hinzuweisen, dass die Handhabung der Beschwerdegegnerin mit der Schadenminderungs- und der Mitwirkungspflicht mangelhaft ist. Es wird nicht unterschieden zwischen der Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG, die den Zweck hat, die Versicherten dazu anzuhalten, den Schaden zu mindern, und der Mitwirkungspflicht nach Art. 43 Abs. 3 ATSG, die den Zweck hat, die Versicherten dazu zu verpflichten, bei der Abklärung des Sachverhalts mitzuwirken. Beide Pflichten haben zwar ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren, jedoch unterschiedliche Sanktionen, nämlich die Verweigerung oder Kürzung der Leistungen bei Verletzung der Schadenminderungspflicht und das Nichteintreten oder der Aktenentscheid bei Verletzung der Mitwirkungspflicht. Daran ändert nichts, dass durchaus Konstellationen denkbar sind, wo die gleichzeitige Auferlegung beider Pflichten sinnvoll sein kann. Im vorliegenden Fall zielt das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 27. Februar 2020 auf beide Pflichten, diese werden allerdings nicht näher ausgeführt, sondern lediglich auf das Informationsblatt «Invalidenversicherung: Ihre Mitwirkungspflicht» verwiesen, das im Dossier nicht zu finden ist (Urk. 7/50). Das beigelegte Rücksendeformular wiederum ist mit «Schadenminderungspflicht: Angaben der Behandler und Einverständniserklärung» umschrieben (Urk.”
“Die hier mit Schreiben vom 20. November 2019 (Urk. 7/32) und letztmals vom 10. Juni 2020 (Urk. 7/56) mitgeteilte Auflage zur Drogenabstinenz und dreimonatigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung hätte somit allein als medizinische Behandlungsmassnahme gestützt auf die Schadenminderungspflicht (Art. 7 und 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG) erfolgen dürfen. Da die Beschwerdegegnerin diese Anordnung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren sowie (nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren) die Leistungsprüfung gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG schliesslich ohne Weiterungen aufgrund der Akten vornahm, kann ihr nicht gefolgt werden und war das Vorgehen unrechtmässig. Denn die hier allein in Frage stehende Sanktionsnorm des Art. 7b IVG (in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG) sieht einzig die Leistungskürzung oder -verweigerung vor, nicht aber den Entscheid aufgrund der Akten, wie ihn Art. 43 Abs. 3 ATSG für den Fall der verweigerten Auskunft oder Mitwirkung kennt.”
“3 ATSG kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen, wenn die versicherte Person ihren Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten bei der Sachverhaltsabklärung in unentschuldbarer Weise nicht nachkommt. Er muss die versicherte Person vorher schriftlich gemahnt, auf die Rechtsfolgen hingewiesen und ihr eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt haben. Das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG hat also zum Zweck, nach einer Verletzung der Mitwirkungspflicht auf die versicherte Person Druck auszuüben, damit sie ihrer Mitwirkungspflicht nachkommt und das Verfahren ordnungsgemäss weitergeführt werden kann (vgl. Tobias Bolt, Folgen einer Mitwirkungspflichtverletzung, in: JaSo 2016, S. 176). Nun ordnet Art. 7b Abs. 1 IVG aber an, dass auf eine Verletzung der Mitwirkungspflicht bei einer medizinischen Untersuchung gemäss Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht die in Art. 43 Abs. 3 Satz 1 ATSG vorgesehenen Sanktionsmöglichkeiten, sondern die in Art. 21 Abs. 4 ATSG (eigentlich für die Verletzung der Schadenminderungspflicht) vorgesehene Sanktion der Kürzung oder Verweigerung der anbegehrten Leistung zur Anwendung kommen muss. Die Regelung von Art. 7b Abs. 1 IVG bedeutet also für die in Art. 43 Abs. 2 ATSG geregelte Pflicht zur Mitwirkung bei medizinischen Untersuchungen, dass bei der Anwendung von Art. 43 Abs. 3 Satz 1 ATSG als Sanktion nur die Kürzung oder die Verweigerung der anbegehrten Leistung möglich ist. Das ist der einzige Regelungsinhalt von Art. 7b Abs. 1 IVG in Bezug auf die Pflicht zur Mitwirkung bei medizinischen Untersuchungen. Das bedeutet, dass Art. 43 Abs. 3 Satz 2 ATSG unverändert anwendbar bleibt. Bei einer Verletzung der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 2 ATSG kann die anbegehrte Leistung also erst nach der erfolglosen Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens gekürzt oder verweigert werden. Art. 7b Abs. 2 IVG, der eine sanktionsweise Kürzung oder Verweigerung der anbegehrten Leistung ohne ein vorgängiges Mahn- und Bedenkzeitverfahren zulässt, bezieht sich nicht auf Art.”
Vor einer sanktionsweisen Kürzung oder Verweigerung von Leistungen im Anwendungsbereich von Art. 21 Abs. 4 ATSG ist in der Invalidenversicherung grundsätzlich ein schriftliches Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren durchzuführen und in den Akten zu dokumentieren. Die schriftliche Mahnung muss in substanzierter Weise auf das konkret erwartete Verhalten Bezug nehmen, die möglichen Rechtsfolgen (Sanktionen) aufzeigen und der versicherten Person eine angemessene Bedenkzeit einräumen. Ein Verzicht auf dieses Verfahren ist lediglich unter objektiven Gründen (z. B. fehlende objektive Eingliederungsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen) gerechtfertigt.
“Ist die objektive Eingliederungsfähigkeit nicht mehr gegeben, sind die Eingliederungsmassnahmen abzuschliessen. Das Fehlen der objektiven Eingliederungsfähigkeit kann sich unter anderem namentlich aufgrund einer dauerhaften Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergeben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 27. April 2015, 9C_64/2015, E. 3 und vom 6. September 2016, 8C_667/2015, E. 5.3). Beim Fehlen der subjektiven Eingliederungsfähigkeit setzt die Einstellung von Leistungen - namentlich auch von beruflichen Eingliederungsmassnahmen - grundsätzlich voraus, dass zuvor ein ordnungsgemässes Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 durchgeführt wurde (Art. 7b Abs. 1 IVG). Gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG können Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen.”
“Somit ist die Annahme von Dr. E.____ und letztlich der IV-Stelle, dass der Beschwerdeführer mangelnde Bereitschaft zeige, sich einzugliedern, weil er sein Pensum von 60% nicht auf 100% steigere, was womöglich auf den hängigen Prozess mit der Suva zurückzuführen sei, nicht haltbar. 7.5 Anhaltspunkte, die für eine subjektive Eingliederungsunfähigkeit des Beschwerdeführers und somit für einen berechtigten Abbruch der beruflichen Massnahmen sprechen würden, sind vorliegend nicht erkennbar. Im Gegenteil sprechen die Berichte der C.____ vom 12. November 2018, 4. Februar 2019 und vom 6. Mai 2019 sowie der Bericht des B.____ vom 11. Juli 2019 von einer hohen Motivation des Beschwerdeführers und einem sehr guten Arbeitsverhalten. Aber selbst wenn Anhaltspunkte für eine mangelnde Eingliederungsbereitschaft vorliegen würden, wäre die Verfügung der IV-Stelle vom 12. September 2019 aufzuheben, da sie das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nicht durchgeführt hat. Ein Abbruch der Massnahmen ohne Durchführung des Verfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG wäre lediglich zulässig, wenn objektive Gründe, wie gesundheitliche, dafür sprechen würden. 8. Der medizinische”
“Entscheid Versicherungsgericht, 03.12.2020 Art. 23 Abs. 2 IVG. Anspruch auf den sog. höheren Ansatz des kleinen Taggeldes. Da der Versicherte das 20. Altersjahr im Zeitpunkt des Beginns der erstmaligen beruflichen Ausbildung bereits vollendet hatte und ohne Invalidität über eine abgeschlossene Ausbildung verfügt und eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte, hat er Anspruch auf den höheren Ansatz des kleinen Taggeldes. Art. 7 und 7b IVG, Art. 21 Abs. 4 ATSG. Schadenverhinderungspflicht (resp. Schadenminderungspflicht). Ob Art. 7 Abs. 1 IVG auch eine Pflicht der Versicherten beinhaltet, die erstmalige berufliche Eingliederung so schnell als möglich und zumutbar zu absolvieren, und ob der Versicherte, sollte Art. 7 Abs. 1 IVG eine solche "Beschleunigungspflicht" enthalten, seine erstmalige Eingliederung schuldhaft verzögert bzw. verlängert hat, kann offenbleiben, denn die verfügte Kürzung des Taggeldes erweist sich aus formellen Gründen als rechtswidrig, da die IV-Stelle vor der sanktionsweisen Kürzung des Taggeldes kein korrektes Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt hat: Sie hat weder das vom Versicherten erwartete Verhalten genau definiert noch die möglichen nachteiligen Folgen (Sanktionen) im Widersetzungsfalle aufgezeigt. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Dezember 2020, IV 2019/247). Entscheid vom 3. Dezember 2020 Besetzung Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger Geschäftsnr.”
“Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Das Mahn- und Bedenkzeitverfahren ist im Bereich der Invalidenversicherung zwingend. Der versicherten Person ist unter substantiierter Bezugnahme auf das von ihr geforderte Verhalten schriftlich mitzuteilen, welche Folgen ihre Widersetzlichkeit nach sich ziehen kann, und sie ist aufzufordern, ihrer Schadenminderungspflicht nachzukommen (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage 2015, Art. 21 N 133-136).”
“" Per quanto riguarda il quesito di sapere se e quando un trattamento che promette un essenziale miglioramento della capacità di guadagno di un assicurato sia esigibile o meno, l’art. 21 cpv. 4 LPGA non ha sostanzialmente modificato quanto previsto in precedenza (STFA U 348/04 del 12 ottobre 2006, consid. 2.3). Il TFA, in una sentenza del 16 agosto 2006 (I 462/05), ha sviluppato la seguente considerazione: " (…) 3. 3.1 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). 3.2 Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar (Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG). Er stimmt inhaltlich weitgehend mit der Regelung von alt Art. 10 Abs. 2 IVG und alt Art. 31 IVG (je in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002) überein. Die hiezu ergangene Rechtsprechung ist somit zu beachten (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, N 54 ff. zu Art. 21). Es betrifft dies insbesondere die formellen Erfordernisse des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Bereich der Invalidenversicherung (BGE 122 V 218; SVR 2005 IV Nr. 30 S. 113). Art. 7 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung verweist bezüglich der Kürzung und Verweigerung von Leistungen ausdrücklich auf Art. 21 Abs. 4 ATSG (vgl. altrechtlich ZAK 1965 S. 507). 3.3 Was als zumutbar im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG zu gelten hat, wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. Kieser, a.a.O., N 60 zu Art. 21), kann auf die zu Art. 31 Abs. 1 IVG ergangene Rechtsprechung verwiesen werden.”
“Im Rahmen eines Rentenrevisionsverfahrens, bei dem der Verdacht besteht, dass die versicherte Person zu weniger als 40% invalid sein könnte, stellt nur die Einstellung der Rente die geeignete Sanktion dar. Der Beschwerdeführer hat im Rahmen der medizinischen Begutachtung durch Dres. J.___ und K.___, also in einem Anwendungsfall von Art. 43 Abs. 2 ATSG, eingeschränkt mitgewirkt. Er hat damit seine Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung verletzt. Nach dem in E. 5.1 Gesagten hätte die Beschwerdegegnerin das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG durchführen müssen, dies unter der Androhung einer Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG. Weil sie dies unterlassen hat, hat sie Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG und Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG verletzt. Die Sache ist daher zur erneuten psychiatrischen Begutachtung (inklusive eine erneute neuropsychologische Abklärung) nach der Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG unter der Androhung einer Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird dem Beschwerdeführer also androhen, dass sie die Rentenzahlungen stoppen werde, wenn er bei der erneuten Begutachtung nicht vollumfänglich mitwirken sollte. Die Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur erneuten psychiatrischen Begutachtung ist ohne weiteres zulässig, da es zur gesetzlichen Pflicht der den Sachverhalt abklärenden Verwaltung gehört, bei einer Verletzung der Mitwirkungspflicht der versicherten Person das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen. Das Instrument des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ist dem für das Versicherungsgericht anwendbaren kantonalen Verfahrensrecht (Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1) fremd, womit dem Versicherungsgericht im Rahmen der Einholung eines Gerichtsgutachtens auch kein Mittel zur Verfügung stünde, auf eine versicherte Person, die ihre Mitwirkungspflicht verletzt, Druck auszuüben, damit sie ihrer Pflicht nachkommen würde. Vor einer erneuten psychiatrischen Begutachtung wird die Beschwerdegegnerin zudem bei den behandelnden Fachärzten aktuelle Berichte einholen müssen (vgl.”
“3 ATSG kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen, wenn die versicherte Person ihren Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten bei der Sachverhaltsabklärung in unentschuldbarer Weise nicht nachkommt. Er muss die versicherte Person vorher schriftlich gemahnt, auf die Rechtsfolgen hingewiesen und ihr eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt haben. Das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG hat also zum Zweck, nach einer Verletzung der Mitwirkungspflicht auf die versicherte Person Druck auszuüben, damit sie ihrer Mitwirkungspflicht nachkommt und das Verfahren ordnungsgemäss weitergeführt werden kann (vgl. Tobias Bolt, Folgen einer Mitwirkungspflichtverletzung, in: JaSo 2016, S. 176). Nun ordnet Art. 7b Abs. 1 IVG aber an, dass auf eine Verletzung der Mitwirkungspflicht bei einer medizinischen Untersuchung gemäss Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht die in Art. 43 Abs. 3 Satz 1 ATSG vorgesehenen Sanktionsmöglichkeiten, sondern die in Art. 21 Abs. 4 ATSG (eigentlich für die Verletzung der Schadenminderungspflicht) vorgesehene Sanktion der Kürzung oder Verweigerung der anbegehrten Leistung zur Anwendung kommen muss. Die Regelung von Art. 7b Abs. 1 IVG bedeutet also für die in Art. 43 Abs. 2 ATSG geregelte Pflicht zur Mitwirkung bei medizinischen Untersuchungen, dass bei der Anwendung von Art. 43 Abs. 3 Satz 1 ATSG als Sanktion nur die Kürzung oder die Verweigerung der anbegehrten Leistung möglich ist. Das ist der einzige Regelungsinhalt von Art. 7b Abs. 1 IVG in Bezug auf die Pflicht zur Mitwirkung bei medizinischen Untersuchungen. Das bedeutet, dass Art. 43 Abs. 3 Satz 2 ATSG unverändert anwendbar bleibt. Bei einer Verletzung der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 2 ATSG kann die anbegehrte Leistung also erst nach der erfolglosen Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens gekürzt oder verweigert werden. Art. 7b Abs. 2 IVG, der eine sanktionsweise Kürzung oder Verweigerung der anbegehrten Leistung ohne ein vorgängiges Mahn- und Bedenkzeitverfahren zulässt, bezieht sich nicht auf Art.”
Vor einer Kürzung oder Verweigerung von Geldleistungen wegen willentlicher Herbeiführung oder Aufrechterhaltung eines Gesundheitsschadens müssen der versicherten Person die konkreten Auflagen sowie die bei deren Missachtung drohenden Rechtsfolgen ausdrücklich und aktenkundig angedroht werden. Bei Vorliegen einer Suchterkrankung ist zu prüfen, welche Schadenminderungspflichten bestehen und ob die geforderte Teilnahme an einer Behandlung zumutbar ist; nur bei Nichtbefolgung solcher zumutbaren Auflagen kann eine Kürzung oder Verweigerung in Betracht gezogen werden.
“Bei der final konzipierten Invalidenversicherung besteht keine Grundlage dafür, das Herbeiführen einer Suchterkrankung durch den willentlichen Konsum von Suchtmitteln zum Anlass zu nehmen, einen versicherten Gesundheitsschaden zum vornherein zu verneinen und mit der Begründung eines Selbstverschuldens auf die Prüfung der funktionellen Einschränkungen zu verzichten. Allerdings kommt der versicherten Person bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms eine Schadenminderungspflicht zu, sodass von ihr die aktive Teilnahme an einer zumutbaren medizinischen Behandlung verlangt werden kann. Kommt sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhält willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, ist eine Verweigerung oder Kürzung von Leistungen möglich (BGE 145 V 225 f. E. 5.3.1 mit Hinweisen). Damit von einer willentlichen Herbeiführung bzw. Aufrechterhaltung oder Verschlimmerung eines Gesundheitsschadens ausgegangen werden kann, die zu einer Kürzung oder Verweigerung von Leistungen führt (vgl. Art. 21 Abs. 1 ATSG), müssen der versicherten Person die entsprechenden Auflagen sowie die bei deren Missachtung drohenden Rechtsfolgen aber gehörig angedroht werden (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Eine solche Androhung ist im vorliegenden Fall gerade nicht aktenkundig, was dem Beigeladenen nicht zum Nachteil gereichen darf. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin dem Beigeladenen zu Unrecht keine Auflagen hinsichtlich des Suchtmittelkonsums gemacht hätte, dürfte dies nach dem Gesagten grundsätzlich nicht zu einer sofortigen Leistungsverweigerung bzw. -kürzung führen. Eine solche käme erst nach Androhung der Auflagen und Ablauf einer Bedenkzeit in Frage (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Vorliegend ist denn aber auch nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin auf Auflagen verzichtet hat. Der Beigeladene ist nämlich mehrfach (teil-)stationär behandelt worden (IV-act. 15, 18, 62, 73, 111, 131 und 137). Er hat auch an ambulanten Behandlungen teilgenommen (vgl. IV-act. 10, 12 und 102) und sich aktiv über lange Zeit an Eingliederungsversuchen beteiligt (vgl.”
“Bei der final konzipierten Invalidenversicherung besteht keine Grundlage dafür, das Herbeiführen einer Suchterkrankung durch den willentlichen Konsum von Suchtmitteln zum Anlass zu nehmen, einen versicherten Gesundheitsschaden zum vornherein zu verneinen und mit der Begründung eines Selbstverschuldens auf die Prüfung der funktionellen Einschränkungen zu verzichten. Allerdings kommt der versicherten Person bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms eine Schadenminderungspflicht zu, sodass von ihr die aktive Teilnahme an einer zumutbaren medizinischen Behandlung verlangt werden kann. Kommt sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhält willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, ist eine Verweigerung oder Kürzung von Leistungen möglich (BGE 145 V 225 f. E. 5.3.1 mit Hinweisen). Damit von einer willentlichen Herbeiführung bzw. Aufrechterhaltung oder Verschlimmerung eines Gesundheitsschadens ausgegangen werden kann, die zu einer Kürzung oder Verweigerung von Leistungen führt (vgl. Art. 21 Abs. 1 ATSG), müssen der versicherten Person die entsprechenden Auflagen sowie die bei deren Missachtung drohenden Rechtsfolgen aber gehörig angedroht werden (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Eine solche Androhung ist im vorliegenden Fall gerade nicht aktenkundig, was dem Beigeladenen nicht zum Nachteil gereichen darf. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin dem Beigeladenen zu Unrecht keine Auflagen hinsichtlich des Suchtmittelkonsums gemacht hätte, dürfte dies nach dem Gesagten grundsätzlich nicht zu einer sofortigen Leistungsverweigerung bzw. -kürzung führen. Eine solche käme erst nach Androhung der Auflagen und Ablauf einer Bedenkzeit in Frage (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Vorliegend ist denn aber auch nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin auf Auflagen verzichtet hat. Der Beigeladene ist nämlich mehrfach (teil-)stationär behandelt worden (IV-act. 15, 18, 62, 73, 111, 131 und 137). Er hat auch an ambulanten Behandlungen teilgenommen (vgl. IV-act. 10, 12 und 102) und sich aktiv über lange Zeit an Eingliederungsversuchen beteiligt (vgl.”
“Bei der final konzipierten Invalidenversicherung besteht keine Grundlage dafür, das Herbeiführen einer Suchterkrankung durch den willentlichen Konsum von Suchtmitteln zum Anlass zu nehmen, einen versicherten Gesundheitsschaden zum vornherein zu verneinen und mit der Begründung eines Selbstverschuldens auf die Prüfung der funktionellen Einschränkungen zu verzichten. Allerdings kommt der versicherten Person bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms eine Schadenminderungspflicht zu, sodass von ihr die aktive Teilnahme an einer zumutbaren medizinischen Behandlung verlangt werden kann. Kommt sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhält willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, ist eine Verweigerung oder Kürzung von Leistungen möglich (BGE 145 V 225 f. E. 5.3.1 mit Hinweisen). Damit von einer willentlichen Herbeiführung bzw. Aufrechterhaltung oder Verschlimmerung eines Gesundheitsschadens ausgegangen werden kann, die zu einer Kürzung oder Verweigerung von Leistungen führt (vgl. Art. 21 Abs. 1 ATSG), müssen der versicherten Person die entsprechenden Auflagen sowie die bei deren Missachtung drohenden Rechtsfolgen aber gehörig angedroht werden (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Eine solche Androhung ist im vorliegenden Fall gerade nicht aktenkundig, was dem Beigeladenen nicht zum Nachteil gereichen darf. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin dem Beigeladenen zu Unrecht keine Auflagen hinsichtlich des Suchtmittelkonsums gemacht hätte, dürfte dies nach dem Gesagten grundsätzlich nicht zu einer sofortigen Leistungsverweigerung bzw. -kürzung führen. Eine solche käme erst nach Androhung der Auflagen und Ablauf einer Bedenkzeit in Frage (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Vorliegend ist denn aber auch nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin auf Auflagen verzichtet hat. Der Beigeladene ist nämlich mehrfach (teil-)stationär behandelt worden (IV-act. 15, 18, 62, 73, 111, 131 und 137). Er hat auch an ambulanten Behandlungen teilgenommen (vgl. IV-act. 10, 12 und 102) und sich aktiv über lange Zeit an Eingliederungsversuchen beteiligt (vgl.”
Bei einem stabilen Gesundheitszustand und wenn sich die versicherte Person einer empfohlenen Behandlung verweigert, kann die Leistungseinstellung gerechtfertigt sein, wenn sie nicht als Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG, sondern wegen fehlender Aussicht auf Besserung vorgenommen wird; in einer solchen Konstellation war nach dem Urteil (8C_106/2023) das Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren nicht erforderlich.
“Mai 2021 hingegen zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Stellung genommen. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit sei sodann unter Berücksichtigung des Umstands, dass der Beschwerdegegner sich den Infiltrationen nicht habe unterziehen wollen und somit ein stabiler Zustand bestanden habe, festgelegt worden. Hiervon abgesehen wäre es fraglich, jemanden zu einer Operation zu zwingen, vor der er Angst habe und von der ohnehin zweifelhaft sei, ob sie zu einer anderen (weniger einschränkenden) Arbeitsfähigkeit führen würde. Laut bundesgerichtlichem Urteil 8C_87/2021 vom 15. Juni 2021 sei entscheidend, dass sich die versicherte Person der Therapie nicht unterziehe und es folglich nicht angehen könne, ihr weiterhin Taggelder zahlen zu müssen. Insgesamt sei es somit korrekt gewesen, von einem Endzustand auszugehen und ein entsprechendes Zumutbarkeitsprofil festzulegen, das die angedachte Behandlung nicht einbeziehe. Die Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld sei nicht als Sanktion nach Art. 21 Abs. 4 ATSG erfolgt, sondern weil der Gesundheitszustand des Beschwerdegegners ohne Durchführung der empfohlenen Infiltration stabil gewesen sei. Anzufügen sei, dass diese Behandlung höchstens eine Verringerung der gesundheitlichen Beschwerden herbeigeführt hätte. Die Leistungseinstellung sei somit zu Recht einzig gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG erfolgt. Es sei mithin keine Konstellation gegeben, bei der das Mahn- und Bedenkzeitverfahren hätte durchgeführt werden können und müssen.”
Bei Ergänzungsleistungen kommt eine Sistierung nach Art. 21 Abs. 5 ATSG nur bei Straf- oder Massnahmenvollzug in Frage; andere gesetzliche Möglichkeiten für vorübergehende Sistierungen sind nicht vorgesehen. Die Behörde war im entschiedenen Fall nicht verpflichtet, über das Sistierungsgesuch eine Zwischenverfügung zu erlassen; es genügte, den Versicherten wiederholt über die beabsichtigte Einstellung der Leistungen zu informieren.
“hiervor dargelegt wurde. Stattdessen geht es um die Sistierung des Vollzugs des Leistungsanspruchs. Art. 21 Abs. 5 ATSG sieht vor, dass die Auszahlung von (rechtskräftig zugesprochenen) Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter ganz oder teilweise eingestellt, das heisst sistiert werden können, wenn sich die versicherte Person im Straf- oder Massnahmenvollzug befindet. Darunter fallen auch die EL. Andere Konstellationen, bei denen die Leistungsausrichtung der EL zeitweise von den Ausgleichskassen sistiert werden könnten, sind gesetzlich nicht vorgesehen. Dies stimmt mit dem Grundsatz überein, dass bei der EL die Kosten des aktuellen Lebensbedarfes der versicherten Person gedeckt werden und die Inanspruchnahme der Sozialhilfe vermieden werden soll. Die Beschwerdegegnerin war demzufolge nicht verpflichtet, über das Sistierungsgesuch des Beschwerdeführers zu entscheiden bzw. eine Zwischenverfügung zu erlassen. Es genügte, dass sie dem Beschwerdeführer mehrfach mitteilte, sie werde die Leistungen ganz einstellen, wenn er diese weiterhin nicht annehme. Ziffer 3 der Rechtsbegehren kann daher nicht stattgegeben werden.”
Sind Massnahmen invalidenversicherungsrechtlich irrelevant, muss die IV deren Behandlungserfolg nicht abwarten und braucht die versicherte Person nicht zur Absolvierung solcher Massnahmen im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG aufzufordern. In solchen Fällen kann von der Fiktion ausgegangen werden, die versicherte Person könne eine leidensangepasste volle Arbeitsfähigkeit sofort verwerten.
“Da Massnahmen der in Frage kommenden Art invalidenversicherungsrechtlich irrelevant sind, obgleich die Behandlung des Leidens an sich gewöhnlich auch einen günstigen Effekt auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat, muss die Beschwerdegegnerin weder das Resultat dieser Massnahmen abwarten noch den Beschwerdeführer zur Absolvierung derselben im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG auffordern (vgl. erwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_385/2017 vom 19. September 2017 E. 5.3.2 etwa mit Hinweis auf das Urteil 8C_657/2010 vom 19. November 2010 E. 4). Es darf von der Fiktion einer sofort zumutbaren Verwertung einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausgegangen werden.”
Vor einer Kürzung oder Verweigerung von Leistungen ist der versicherten Person eine schriftliche Mahnung zuzustellen und eine angemessene Bedenkzeit zur Stellungnahme bzw. Entscheidungsfindung einzuräumen. Erst nach Durchführung dieses Mahn‑ und Bedenkzeitverfahrens kann eine Verletzung der Behandlungs‑ oder Eingliederungspflicht angenommen werden; die Mahnung dient zudem dazu, die versicherte Person auf die möglichen Rechtsfolgen aufmerksam zu machen.
“Die Lehre zum Kaufmann EFZ hatte er am 1. August 2015 begonnen; bei einem ordnungsgemässen Verlauf hätte er sie am 31. Juli 2018 abgeschlossen (IV-act. 288). Die Voraussetzungen für die Zusprache des höheren Ansatzes des kleinen Taggeldes gemäss Art. 23 Abs. 2 IVG sind im Zeitpunkt des Beginns der Vorbereitung auf die Ausbildung zum Büroassistenten am 3. Juli 2019 somit erfüllt gewesen. Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt der Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, insbesondere auch an Massnahmen beruflicher Art (Art. 7 Abs. 2 lit. c IVG). Ist die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen, können die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden (Art. 7b Abs. 1 IVG). Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG). Die Leistungen können gemäss Art. 7b Abs. 2 IVG in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt (lit. a), der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist (lit. b), Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat (lit.”
“Gemäss Art. 7 Abs. l IVG muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Nach Art. 7 Abs. 2 IVG muss die versicherte Person an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, worunter insbesondere auch medizinische Massnahmen nach Art. 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) fallen. Nach Art. 7b Abs. l IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist. Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Art. 43 Abs. 2 ATSG bestimmt, dass sich die versicherte Person ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen zu unterziehen hat, soweit diese für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind. Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- und Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann nach Art.”
“Ob und ab wann ein entsprechendes Verhalten der versicherten Person zurechenbar ist, erhellt im Zusammenhang mit dem obligatorischen Mahn- und Bedenkzeitverfahren. Dieses soll die versicherte Person in die Lage versetzen, sich die nachteiligen Folgen ihres Verhaltens zu vergegenwärtigen. Eine Verletzung der Behandlungs- oder Eingliederungspflicht kann demnach erst angenommen werden, nachdem die versicherte Person, wie in Art. 21 Abs. 4 ATSG vorgeschrieben, mit schriftlicher Mahnung auf die betreffenden Rechtsfolgen hingewiesen und ihr eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt wurde. Richtig ist, dass im Schreiben vom 7. Dezember 2020 zur Auflage der Schadenminderungspflicht ausgeführt wurde, dass bei Vorliegen der Diagnose einer ADHD-Symptomatik eine entsprechende Behandlung durchzuführen sei. Des Weiteren wurde aber auch festgehalten, es könne erwartet werden, dass eine solche Störung unter leitliniengetreuer psychiatrisch-psychopharmakologischer Behandlung remittieren werde (vorstehend E. 2.1). Somit erhellt, dass die Beschwerdegegnerin damit – wie schon erwähnt (vorstehend E. 4.2.1) - den publizierten Therapieleitlinien zur Behandlung einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (S3-Leitlinie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, publiziert bei AWMF online, Das Portal der wissenschaftlichen Medizin) folgen wollte. Danach soll die Behandlung der ADHS-Symptomatik bei Erwachsenen im Rahmen eines multimodalen therapeutischen Gesamtkonzeptes erfolgen, indem psychosoziale (einschliesslich psychotherapeutische) und pharmakologische Interventionen kombiniert werden.”
“d LAI) ou de mesures en vue d'une nouvelle réadaptation destinées aux bénéficiaires de rente au sens de l'art. 8a al. 2 LAI (art. 7 al. 2 let. e LAI). b) Les traitements médicaux visés par l'art. 7 al. 2 let. d LAI englobent toute mesure diagnostique ou thérapeutique, ambulatoire ou stationnaire, de même que des soins de longue durée, dont on peut raisonnablement espérer, au stade de la vraisemblance prépondérante, une amélioration de l'état de santé de la personne assurée et, par conséquent, de sa capacité de travail. La perception subjective, par la personne assurée, de l'utilité du traitement n'est pas pertinente. La preuve de l'amélioration que le traitement aurait pu apporter n'a pas à être rapportée strictement, mais doit être démontrée avec une certaine vraisemblance. Le degré de vraisemblance exigé dépend de l'ampleur de l'atteinte aux droits de la personnalité causée par le traitement (Anne-Sylvie Dupont, in Dupont/Moser-Szeless [éd.], Loi sur la partie générale des assurances sociales, Commentaire romand, Bâle 2018, no 54 ad art. 21 LPGA). c) En vertu de l’art. 21 al. 4 LPGA, les prestations peuvent être réduites ou refusées temporairement ou définitivement si l’assuré se soustrait ou s’oppose, ou encore ne participe pas spontanément, dans les limites de ce qui peut être exigé de lui, à un traitement ou à une mesure de réinsertion professionnelle raisonnablement exigible et susceptible d’améliorer notablement sa capacité de travail ou d’offrir une nouvelle possibilité de gain. Une mise en demeure écrite l’avertissant des conséquences juridiques et lui impartissant un délai de réflexion convenable doit lui avoir été adressée. Les traitements et les mesures de réadaptation qui présentent un danger pour la vie ou pour la santé ne peuvent être exigés. Le sens et le but de la procédure de mise en demeure prescrite à l'art. 21 al. 4 LPGA est de rendre l'assuré attentif aux conséquences négatives possibles d'une attitude rénitente à collaborer, afin qu'il soit à même de prendre une décision en pleine connaissance de cause et, le cas échéant, de modifier sa conduite.”
Schriftliche, motivierte Erklärungen des Versicherten können den ernsthaften Willen zur Mitwirkung belegen. Bleibt die zugesagte Mitwirkung jedoch aus (z. B. nachweislich erfolglose oder nicht vorgenommene Teilnahme an angeordneten Massnahmen), kann dies die zunächst gestützte Bereitschaft entkräften und zur Kürzung oder Verweigerung von Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG führen.
“Les traitements et les mesures de réadaptation qui présentent un danger pour la vie ou la santé ne peuvent être exigés. b) Selon l’art. 7 LAI, l’assuré doit entreprendre tout ce qui peut être raisonnablement exigé de lui pour réduire la durée et l’étendue de l’incapacité de travail et pour empêcher la survenance de l’invalidité (al. 1) . L’assuré doit participer activement à la mise en œuvre de toutes les mesures raisonnablement exigibles contribuant soit au maintien de son emploi actuel, soit à sa réadaptation à la vie professionnelle ou à l’exercice d’une activité comparable (travaux habituels). Il s’agit en particulier notamment (al. 2 let. d) de traitements médicaux au sens de l’art. 25 LAMal (loi fédérale du 18 mars 1994 sur l’assurance-maladie ; RS 832.10). c) En vertu de l’art. 7a LAI, est réputée raisonnablement exigible toute mesure servant à la réadaptation de l’assuré, à l’exception des mesures qui ne sont pas adaptées à son état de santé. d) L’art. 7b al. 1 LAI prévoit que les prestations peuvent être réduites ou refusées conformément à l’art. 21 al. 4 LPGA si l’assuré a manqué aux obligations prévues à l’art. 7 LAI ou à l’art. 43 al. 2 LPGA. 6. a) En l’espèce, il est établi que le recourant souffre de troubles psychiques, lesquels ont significativement entravé sa capacité de travail et de gain depuis 2014. Ces troubles requièrent, aux dires d’expert, une prise en charge spécialisée et un traitement pharmacologique, susceptibles de favoriser le recouvrement d’une capacité de travail substantielle (80 %) dans un délai d’environ une année (cf. rapport d’expertise du Dr H.________ du 9 novembre 2020, p. 43). Il n’est pas contesté que les traitements susmentionnés sont adaptés à l’état de santé du recourant et, partant, exigibles au sens entendu par l’art. 7a LAI. b) Il ressort par ailleurs des différents courriels du recourant à l’intimé qu’il s’est déclaré prêt à entamer un suivi psychiatrique, ce dès que l’intimé le lui a signifié par courrier recommandé du 9 décembre 2020. Depuis lors, le recourant a régulièrement informé l’intimé de ses démarches en vue de se conformer à ses exigences, à savoir de lui adresser les coordonnées de son psychiatre traitant.”
“Certes, la jurisprudence constante du TF prévoit qu’en pareille hypothèse, il convient de poursuivre le versement de la rente jusqu’à ce que la capacité de travailler attestée médicalement puisse à nouveau être utilisée grâce à une aide sous forme de mesures de réadaptation médicales et/ou socioprofessionnelles, car dans chaque cas particulier, il doit être établi que la capacité de gain (retrouvée) est (à nouveau) exploitable sur un marché équilibré du travail (voir à cet égard: ATF 145 V 209 c. 5.1, 141 V 5 c. 4.1; SVR 2019 IV n° 38 c. 5.2, 2016 IV n° 27 c. 5.1, 2011 IV n° 30 c. 4.2.1 et 4.2.2, n° 73 c. 3.3). Il est également vrai que cette pratique vaut aussi dans les cas d'octroi d'une rente limitée et/ou échelonnée dans le temps (ATF 145 V 209 c. 5.4; SVR 2020 IV n° 66 c. 2.3.1 et 2.3.3). En l'occurrence, l’intimé s’est toutefois conformé aux principes précités en initiant des mesures de réadaptation professionnelles et en invitant le recourant, préalablement à celles-ci, à lui communiquer sa volonté d’y participer de manière motivée, ce que l’intéressé a au demeurant fait par envoi reçu le 5 mai 2021, après avoir été averti des conséquences encourues s’il ne donnait pas suite à cette requête (dos. AI 60/1 et 61/1; voir aussi art. 21 al. 4 LPGA). Par décision du 13 septembre 2021, l’intimé a finalement nié le droit à des mesures professionnelles, en retenant que l’intéressé s’était opposé à celles-ci et n'avait pas respecté son engagement du 5 mai 2021. Par cet écrit, le recourant avait en effet confirmé qu'il était disposé à suivre et à respecter toutes les mesures mises en œuvre pour sa réadaptation professionnelle (dos. AI 61/1). Or, après qu'un entraînement à l'endurance a été organisé, il a déclaré qu'il ne se sentait pas bien depuis qu'il avait appris qu'il devait participer à cette mesure et a indiqué qu'il n'était pas en état d'y donner suite (voir le "Protokoll per 06.03.2023", p. 3). De plus, bien qu'il ait signifié dans ses objections du 15 juillet 2021 contre le préavis du 15 juin 2021 qu'une opération allait être nécessaire pour son bras, ce qui l’empêchait de suivre une mesure professionnelle (dos. AI 67/1), aucune intervention n’a eu lieu (dos. AI 72/1). Ainsi, force est de retenir, au vu de l'expertise pluridisciplinaire (voir c.”
Schadenminderungspflicht (Art. 21 Abs. 4 ATSG) und Mitwirkungspflicht sind zu unterscheiden: Erstere bezweckt, die Versicherten zur Schadenminderung anzuhalten, letztere die Mitwirkung bei der Abklärung. Beide Pflichten sehen ein Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren vor, unterscheiden sich aber hinsichtlich der vorgesehenen Sanktionen. Es ist möglich, beide Pflichten gleichzeitig anzuordnen, wenn dies sachlich gerechtfertigt ist.
“Damit ist nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer seiner Schadenminderungspflicht nachgekommen ist. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, ist dies jedoch nicht entscheidend, da die Beschwerde so oder so abzuweisen ist. Im übrigen ist in grundsätzlicher Hinsicht darauf hinzuweisen, dass die Handhabung der Beschwerdegegnerin mit der Schadenminderungs- und der Mitwirkungspflicht mangelhaft ist. Es wird nicht unterschieden zwischen der Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG, die den Zweck hat, die Versicherten dazu anzuhalten, den Schaden zu mindern, und der Mitwirkungspflicht nach Art. 43 Abs. 3 ATSG, die den Zweck hat, die Versicherten dazu zu verpflichten, bei der Abklärung des Sachverhalts mitzuwirken. Beide Pflichten haben zwar ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren, jedoch unterschiedliche Sanktionen, nämlich die Verweigerung oder Kürzung der Leistungen bei Verletzung der Schadenminderungspflicht und die Nichteintreten oder Aktenentscheid bei Verletzung der Mitwirkungspflicht. Daran ändert nichts, dass durchaus Konstellationen denkbar sind, wo die gleichzeitige Auferlegung beider Pflichten sinnvoll sein kann. Im vorliegenden Fall zielt das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 21. April 2020 auf beide Pflichten, diese werden allerdings nicht näher ausgeführt, sondern lediglich auf das Informationsblatt «Invalidenversicherung: Ihre Mitwirkungspflicht» verwiesen, dass im Dossier nicht zu finden ist (Urk. 13/122/1-2). Das beigelegte Rücksendeformular wiederum ist mit «Schadenminderungspflicht: Angaben der Behandler und Einverständniserklärung» umschrieben (Urk.”
“Vorab ist festzuhalten, dass die Handhabung der Schadenminderungs- und der Mitwirkungspflicht durch die Beschwerdegegnerin mangelhaft ist. Es wird nicht unterschieden zwischen der Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG, die den Zweck hat, die Versicherten dazu anzuhalten, den Schaden zu mindern, und der Mitwirkungspflicht nach Art. 43 Abs. 3 ATSG, die den Zweck hat, die Versicherten dazu zu verpflichten, bei der Abklärung des Sachverhalts mitzuwirken. Beide Pflichten haben zwar ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren, sehen jedoch unterschiedliche Sanktionen vor, nämlich die Verweigerung oder Kürzung der Leistungen bei Verletzung der Schadenminderungspflicht und das Nichteintreten oder der Aktenentscheid bei Verletzung der Mitwirkungspflicht. Daran ändert nichts, dass durchaus Konstellationen denkbar sind, wo die gleichzeitige Auferlegung beider Pflichten sinnvoll sein kann.”
Art. 21 Abs. 1 ATSG erlaubt nach der bundesgerichtlichen Praxis nur die Kürzung oder Verweigerung von Geldleistungen; eine Kürzung oder Verweigerung von Sachleistungen kommt demgegenüber auch bei vorsätzlichem Verhalten der versicherten Person nicht in Betracht (u. a. hinsichtlich von KVG-Pflichtleistungen wie Substitutionsbehandlung).
“Der Beschwerdeführer machte geltend (Urk. 1), dass die Leistungspflicht bei auf Vorsatz beruhenden Krankheiten und Unfällen im KVG nicht vorgesehen sei. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführte, werden diese Leistungen jedoch von der Grundversicherung nach KVG übernommen. Grundvoraussetzung für den Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach Art. 25 KVG bildet das Vorliegen einer Krankheit. Gemäss Art. 3 Abs. 1 ATSG gilt jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat als Krankheit. Bei fahrlässigem Verhalten der versicherten Person ist eine Kürzung oder Verweigerung der Leistungen der Krankenversicherung ausgeschlossen. Art. 21 Abs. 1 ATSG lässt lediglich die Kürzung von Geldleistungen zu. Auch bei vorsätzlichem Verhalten fällt die Kürzung oder Verweigerung einer Sachleistung vollständig ausser Betracht. Gemäss schweizerischem Krankenversicherungsrecht wird der Sucht ein leistungsbegründender Krankheitswert zugemessen (BGE 118 V 109 E. 1b, BGE 101 V 79 E. 1a, BGE 137 V 295 E. 5.3.2). Die Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) anerkennt denn auch in ihrem Anhang 1, Ziffer 8, die Substitutionsbehandlung bei Opiatabhängigkeit ausdrücklich als Pflichtleistungen. Eine Einschränkung wie sie in § 5 Abs. 1 lit. b AVB sowie auf dem Bestätigungsformular H (Urk. 7/3/3) angegeben ist, kennt das KVG nach dem Gesagten weder im Bereich der vorsätzlich herbeigeführten Gesundheitsschädigungen noch im Bereich der Entzugsbehandlungen.”
“Der Beschwerdeführer machte geltend (Urk. 1), dass die Leistungspflicht bei auf Vorsatz beruhenden Krankheiten und Unfällen im KVG nicht vorgesehen sei. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführte, werden diese Leistungen jedoch von der Grundversicherung nach KVG übernommen. Grundvoraussetzung für den Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach Art. 25 KVG bildet das Vorliegen einer Krankheit. Gemäss Art. 3 Abs. 1 ATSG gilt jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat als Krankheit. Bei fahrlässigem Verhalten der versicherten Person ist eine Kürzung oder Verweigerung der Leistungen der Krankenversicherung ausgeschlossen. Art. 21 Abs. 1 ATSG lässt lediglich die Kürzung von Geldleistungen zu. Auch bei vorsätzlichem Verhalten fällt die Kürzung oder Verweigerung einer Sachleistung vollständig ausser Betracht. Gemäss schweizerischem Krankenversicherungsrecht wird der Sucht ein leistungsbegründender Krankheitswert zugemessen (BGE 118 V 109 E. 1b, BGE 101 V 79 E. 1a, BGE 137 V 295 E. 5.3.2). Die Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) anerkennt denn auch in ihrem Anhang 1, Ziffer 8, die Substitutionsbehandlung bei Opiatabhängigkeit ausdrücklich als Pflichtleistungen. Eine Einschränkung wie sie in § 5 Abs. 1 lit. b AVB sowie auf dem Bestätigungsformular H (Urk. 7/3/3) angegeben ist, kennt das KVG nach dem Gesagten weder im Bereich der vorsätzlich herbeigeführten Gesundheitsschädigungen noch im Bereich der Entzugsbehandlungen.”
Die schriftliche Mahnung muss das vom Versicherten erwartete Verhalten konkret benennen, die möglichen Rechtsfolgen bei Verweigerung klar aufzeigen und eine angemessene Bedenkzeit gewähren. In der Praxis werden bei einem Berufswechsel Fristen von rund 3–5 Monaten häufig als angemessen angesehen; Beginn und Umfang solcher Fristen können jedoch streitig sein. Fristverlängerungen sind möglich, eine rückwirkende Verlängerung ist problematisch.
“Entscheid Versicherungsgericht, 03.12.2020 Art. 23 Abs. 2 IVG. Anspruch auf den sog. höheren Ansatz des kleinen Taggeldes. Da der Versicherte das 20. Altersjahr im Zeitpunkt des Beginns der erstmaligen beruflichen Ausbildung bereits vollendet hatte und ohne Invalidität über eine abgeschlossene Ausbildung verfügt und eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte, hat er Anspruch auf den höheren Ansatz des kleinen Taggeldes. Art. 7 und 7b IVG, Art. 21 Abs. 4 ATSG. Schadenverhinderungspflicht (resp. Schadenminderungspflicht). Ob Art. 7 Abs. 1 IVG auch eine Pflicht der Versicherten beinhaltet, die erstmalige berufliche Eingliederung so schnell als möglich und zumutbar zu absolvieren, und ob der Versicherte, sollte Art. 7 Abs. 1 IVG eine solche "Beschleunigungspflicht" enthalten, seine erstmalige Eingliederung schuldhaft verzögert bzw. verlängert hat, kann offenbleiben, denn die verfügte Kürzung des Taggeldes erweist sich aus formellen Gründen als rechtswidrig, da die IV-Stelle vor der sanktionsweisen Kürzung des Taggeldes kein korrektes Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt hat: Sie hat weder das vom Versicherten erwartete Verhalten genau definiert noch die möglichen nachteiligen Folgen (Sanktionen) im Widersetzungsfalle aufgezeigt. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Dezember 2020, IV 2019/247). Entscheid vom 3. Dezember 2020 Besetzung Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger Geschäftsnr.”
“Selon la jurisprudence, le degré de l'incapacité de travail doit être fixé sur la base de la profession exercée jusqu'alors, aussi longtemps qu'on ne peut raisonnablement exiger de l'assuré qu'il mette à profit sa capacité de travail résiduelle dans une autre branche professionnelle (obligation de diminuer le dommage ; ATF 129 V 460 consid. 4.2 et 114 V 281 consid. 1d). Ce principe a été codifié à l'art. 6, deuxième phrase, LPGA, qui prévoit qu'en cas d'incapacité de travail de longue durée, l'activité raisonnablement exigible peut aussi relever d'une autre profession ou d'un autre domaine d'activité. En ce sens, l'assurance d'indemnités journalières n'assure l'incapacité de travail que dans les limites posées par l'obligation de diminuer le dommage (Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in : Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 3e éd., Bâle 2016, n° 1461, p. 841-842). Dans l'hypothèse où un assuré, en vertu de son obligation de diminuer le dommage, doit s'astreindre à changer de profession, la caisse doit l'avertir à ce propos et lui accorder un délai adéquat – pendant lequel l'indemnité journalière versée jusqu'à présent est due – pour s'adapter aux nouvelles conditions ainsi que pour trouver un emploi (cf. art. 21 al. 4 LPGA). Dans la pratique, un délai de trois à cinq mois imparti dès l'avertissement de la caisse doit en règle générale être considéré comme adéquat (TF 9C_546/2007 du 28 août 2007 consid. 3.4 et les références). c) La loi ne définit pas la notion de « longue durée » que doit revêtir l’incapacité de travail pour qu’un changement de profession ou d’activité puisse entrer en considération. Selon les travaux préparatoires, cette notion doit se comprendre comme voulant dire « en règle générale plus de six mois ». Pour interpréter cette notion, il convient toutefois, plutôt que de fixer une durée déterminée, de distinguer la situation selon qu’il apparaît ou non hautement probable que la personne assurée recouvrira sa capacité de travail dans la profession ou l’activité habituelle. Une incapacité de travail de longue durée ne saurait être retenue tant et aussi longtemps qu’il est possible d’émettre le pronostic, au regard des données médicales au dossier, que la personne assurée reprendra son activité antérieure, selon la vraisemblance prépondérante, de manière à mettre fin au droit aux prestations de l’assurance sociale (indemnités journalières ou rente).”
“Februar 2021 einstellte, ohne auf die Frage einzugehen, ob die Klägerin auf dem konkreten Arbeitsmarkt in einer Verweistätigkeit im Umfang von 80% überhaupt reelle Chancen hätte (vgl. Schreiben der Beklagten vom 10. Dezember 2020, Klageantwortbeilage 16). Wie sich den Akten entnehmen lässt, wurde die Beklagte seitens der Rechtsschutzversicherung der Klägerin bereits mit Schreiben vom 18. Februar 2021 auf diesen Umstand hingewiesen. In weiteren Schreiben vom 10. März 2021 und 13. April 2021 wurden diese Ausführungen bekräftigt. Die Leistungseinstellung vom 10. Dezember 2020 vermag den rechtsprechungsgemässen Anforderungen in keiner Weise zu genügen. Gleichermassen verhält es sich in Bezug auf das Schreiben vom 7. Mai 2021 (Klageantwortbeilage 17). Darin verlängerte die Beklagte die Übergangsfrist rückwirkend auf drei Monate, mithin auf den 11. März 2021, was nicht angeht und womit sie den Anforderungen an eine rechtsgenügliche Abmahnung zum Berufswechsel in keiner Weise gerecht wird. Hinzu kommt, dass die analoge Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG voraussetzt, dass die Versicherung die versicherte Person neben der schriftlichen Abmahnung auch auf die Rechtsfolgen hinweist, welche eintreten, wenn die Verweistätigkeit nicht aufgenommen wird. Ein diesbezüglicher Rechtsfolgehinweis fehlt sowohl im Schreiben vom 10. Dezember 2020 als auch in demjenigen vom 7. Mai”
“Die Sanktionsnorm von Art. 7b Abs. 1 IVG sieht vor, dass die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden können, wenn die auferlegten Massnahmen nicht erfüllt wurden. Die eingeräumte Bedenkzeit, die bis Ende Dezember 2018 dauerte (vgl. Fristerstreckungsgesuch des Rechtsvertreters, Urk. 10/163 und 10/168), war mehr als angemessen. Sofern der Beschwerdeführer geltend macht, die Beschwerdegegnerin hätte ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Massgabe von Art. 21 Abs. 4 ATSG durchführen müssen, ein solches sei nicht erfolgt (Urk. 1 S. 10), vermag er damit nicht durchzudringen. Die Beschwerdegegnerin hat ihn mit Auferlegung der Schadenminderungspflicht am 29. Oktober 2018 auf die Rechtsfolgen der Nichtteilnahme an der Behandlung hingewiesen (vgl. Urk. 10/148). Sodann wurde nach Eingang der E-Mail des Beschwerdeführers vom 4. November 2018 dessen Rechtsvertreter aufgefordert, innert Frist bis zum 29. November 2018 eine unterschriebene Einverständniserklärung einzureichen. Die vom Beschwerdeführer am”
Auflagen zur Schadenminderung müssen in geeigneter Form schriftlich erfolgen. Dabei ist der Inhalt der Auflage zu beschreiben, eine angemessene Frist zu setzen und auf die Rechtsfolgen bei Nichteinhaltung hinzuweisen; zudem ist ein Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren durchzuführen. Nur bei Vorliegen dieser Verfahrensanforderungen können Leistungen gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden.
“Das IVG verpflichtet die versicherte Person, alles ihr Zumutbare zu unternehmen, um die Dauer und das Ausmass einer Arbeitsunfähigkeit zu verringern, um den Eintritt einer Invalidität zu verhindern oder die Erwerbsunfähigkeit deutlich zu verbessern (Art. 21 Abs. 4 ATSG; Art 7 Abs. 1 IVG). Dieser Grundsatz der Schadenminderungspflicht konkretisiert sich unter anderem darin, dass die IV-Stellen der versicherten Person im Zusammenhang mit einer Leistung, z.B. einer Rente, Auflagen machen können. Damit fordern sie die versicherte Person zu einer bestimmten Verhaltensweise auf, welche nach Beurteilung der IV-Stellen geeignet ist, den versicherungsrechtlichen Schaden zu mindern (z.B. eine medizinische Behandlung). Das auferlegte Verhalten muss verhältnismässig und zumutbar sein. Die Auflagen zur Schadenminderung erfolgen in Form einer schriftlichen Aufforderung, in welcher der Inhalt der Auflage beschrieben ist, eine angemessene Frist gesetzt und auf die Rechtsfolgen bei Nichteinhaltung hingewiesen wird. Beim Hinweis auf die Schadenminderungspflicht mit konkreten Vorkehren ohne Androhung von Rechtsnachteilen im Zusammenhang mit der Zusprechung einer ganzen Invalidenrente handelt es sich nicht um eine Anordnung i.S.v. Art. 49 Abs. 1 ATSG (Urteil des Bundesgerichts vom 12.”
“Die hier mit Schreiben vom 20. November 2019 (Urk. 7/32) und letztmals vom 10. Juni 2020 (Urk. 7/56) mitgeteilte Auflage zur Drogenabstinenz und dreimonatigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung hätte somit allein als medizinische Behandlungsmassnahme gestützt auf die Schadenminderungspflicht (Art. 7 und 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG) erfolgen dürfen. Da die Beschwerdegegnerin diese Anordnung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren sowie (nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren) die Leistungsprüfung gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG schliesslich ohne Weiterungen aufgrund der Akten vornahm, kann ihr nicht gefolgt werden und war das Vorgehen unrechtmässig. Denn die hier allein in Frage stehende Sanktionsnorm des Art. 7b IVG (in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG) sieht einzig die Leistungskürzung oder -verweigerung vor, nicht aber den Entscheid aufgrund der Akten, wie ihn Art. 43 Abs. 3 ATSG für den Fall der verweigerten Auskunft oder Mitwirkung kennt.”
“Grundsätzlich sind die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst. Nach der Rechtsprechung ist die fortgesetzte Krankheitsbehandlung, die insbesondere auch die dauernde Einnahme ärztlich verschriebener Medikamente umfasst, in aller Regel eine jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenminderung (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.1 mit Hinweisen). Die aus fachärztlicher Sicht indizierten und zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten hat die versicherte Person in kooperativer Weise optimal und nachhaltig auszuschöpfen. Welche konkreten Behandlungsmöglichkeiten indiziert und zumutbar sind, bestimmt der Facharzt oder die Fachärztin (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.2 mit Hinweisen). 4.3 Gemäss Art. 7b Abs. 1 IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist. Die Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG stellt eine solche mittels Sanktionen durchsetzbare Pflicht dar. Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die in Art. 7b Abs. 1 IVG angesprochene Bestimmung von Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen vor, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt (Satz 1). Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden und es ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art.”
Bei fortgesetzter Verweigerung einer aus medizinischer Sicht zumutbaren Behandlung oder Eingliederungsmassnahme können die Leistungen durch die Versicherung gekürzt oder eingestellt werden. In Fällen, in denen die Behandlung nach den medizinischen Berichten lediglich eine begrenzte oder ungewisse Besserung erwarten lässt, hat die Rechtsprechung anerkannt, dass ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren nicht in jedem Fall erforderlich ist.
“Den Ausführungen der Suva ist beizupflichten. Die Einwände des Beschwerdegegners überzeugen nicht. Entgegen seiner Auffassung ist für die prognostische Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit, wie die Suva einlässlich darlegt, entscheidend, dass er sich der von den Ärzten vorgeschlagenen, mithin aus medizinischer Sicht zumutbaren Handgelenksversteifung während Jahren, auch noch während des Einspracheverfahrens (vgl. Bericht der Dr. med. F.________ vom 4. Februar 2019), nicht unterziehen wollte. Daher ist der Einwand des Beschwerdegegners, die Suva hätte das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG durchführen müssen, haltlos und bei der hier gegebenen Sachlage nicht zu hören. Dabei ist zu verdeutlichen und mit zu berücksichtigen, dass selbst der Beschwerdegegner von der vorgeschlagenen Arthrodese und je nach Ergebnis von einem weiteren chirurgischen Eingriff (PRC) keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit im Sinne der in E. 2.2 hievor zitierten Rechtslage erwartete. So hielt Dr. med. F.________ im Bericht vom 4. Februar 2019 fest, der Patient habe eine Handgelenksschiene zur Simulation einer Arthrodese bekommen, damit sei er im Alltag doch recht eingeschränkt gewesen, weshalb er sich nicht für den vorgeschlagenen chirurgischen Eingriff habe entscheiden können. Diese Angaben verstärken den Eindruck, dass der Beschwerdegegner über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Januar 2018 hinaus Taggeldleistungen erwirken wollte, wie die Suva implizit zu Recht beanstandet. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass das kantonale Gericht den Sachverhalt unrichtig festgestellt und damit zu Unrecht erkannt hat, von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung sei bezogen auf die Leistungseinstellung per 31.”
“1 UVG angenommen. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung durfte die Suva in Würdigung der von ihr angeführten medizinischen Berichte (vgl. E. 4.3 hiervor) und aufgrund der Weigerung des Beschwerdegegners, sich einer Rückeninfiltration zu unterziehen, ohne Verletzung von Bundesrecht von einem stabilen Zustand - und somit von einem Endzustand - ausgehen. Die Suva macht denn auch zu Recht geltend, dass dieser operative Eingriff höchstens eine Verringerung der Beschwerden herbeigeführt hätte. In einer solchen Konstellation ist - entgegen der Auffassung der Vorinstanz und des Beschwerdegegners - ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren praxisgemäss nicht erforderlich, wie die Suva richtig vorbringt (vgl. Urteil 8C_186/2016 vom 30. September 2016 E. 3.5). Somit ist ihr beizupflichten, dass das angefochtene Urteil insofern bundesrechtswidrig und aufzuheben ist, als die Vorinstanz sie angewiesen hat, bei Zumutbarkeit der Infiltration für den Beschwerdegegner ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen. Nach dem Gesagten kann der Beschwerdegegner aus den Urteilen BGE 134 V 189 E. 2 und 8C_836/2013 vom 27. März 2014 E. 6.3, aus denen er die Notwendigkeit des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens begründet, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Damit bleibt es im Ergebnis bei der vorinstanzlich angeordneten Rückweisung zwecks Klärung der Dauerleistungen.”
“Nicht erkennbar ist, welche Relevanz der RAD der Frage beimessen will, warum die Neurostimulation nicht zeitnah zur Kostengutsprache erfolgte, respektive ob er dies dem Verhalten des Versicherten zuschreiben will (IVSTA-act. 91 S. 1 unten, S. 2 oben, BVGer-act. 6 S. 1 unten). Angesichts dessen, dass die fragliche Implantation seit dem Frühjahr 2012 diskutiert wurde und die behandelnden Ärzte seit August 2012 wiederholt Kostengutsprachegesuche stellten (Sachverhalt, Bst. A.h und A.j), ist ein fehlender Patientenwille beim im Behandlungsverlauf durchaus therapiebereiten Beschwerdeführer jedenfalls nicht zu vermuten. Ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren infolge einer verweigerten zumutbaren Behandlung (Art. 21 Abs. 4 ATSG) führte die Vorinstanz nicht durch. Nach Erteilung der Kostengutsprache im Februar respektive Juli 2018 erfolgte die testweise Implantation im August 2018 (nicht, wie der RAD annimmt, 2019; Sachverhalt, Bst. A.o). Das kann als durchaus zeitnah bezeichnet werden. Zumal der Beschwerdeführer im Oktober 2018 das Rentenalter erreichte, ist die Frage ohnehin von untergeordneter Bedeutung.”
Für private Versicherungen ist offen, ob Art. 21 Abs. 4 ATSG sinngemäss anwendbar ist. Nach Ansicht der zitierten Rechtsprechung fallen private Versicherungen nicht in den sachlichen Anwendungsbereich der Bestimmung, und das Bundesgericht hat bislang nicht entschieden, ob eine Übertragung der Regelung auf Privatversicherungen zulässig ist.
“Au regard de l'art. 2 LPGA, les assurances privées n'entrent pas dans le champ d'application de l'art. 21 al. 4 LPGA, et jusqu'ici, le Tribunal fédéral n'a pas examiné si cette disposition-ci se prête néanmoins à une transposition à ces assurances. La jurisprudence du Tribunal fédéral des assurances actuellement codifiée à l'art. 21 al. 4 LPGA, relative aux assurances sociales, est rapportée dans un arrêt du 16 juillet 2007 relatif à une assurance privée (ATF 133 III 527 consid. 3.2.1 p. 531); elle n'avait toutefois pas d'incidence sur l'issue de la cause car aucun changement de profession ni d'activité n'était exigé de l'assuré. Auparavant, dans d'autres contestations en matière d'assurance privée, le Tribunal fédéral avait renvoyé une affaire à la juridiction cantonale parce que celle-ci devait examiner si un changement de profession était exigible et si le délai fixé par l'assureur était « approprié aux circonstances » (arrêt 5C.176/1998 du 23 octobre 1998, consid. 2). Dans un autre cas, le tribunal avait relevé que d'après les constatations de fait déterminantes, il n'apparaissait pas qu'un changement de profession fût raisonnablement exigible ni que l'assureur eût imparti à l'assuré, à cette fin, un « délai adéquat pour trouver un emploi » (arrêt 5C.”
“Au regard de l'art. 2 LPGA, les assurances privées n'entrent pas dans le champ d'application de l'art. 21 al. 4 LPGA, et jusqu'ici, le Tribunal fédéral n'a pas examiné si cette disposition-ci se prête néanmoins à une transposition à ces assurances. La jurisprudence du Tribunal fédéral des assurances actuellement codifiée à l'art. 21 al. 4 LPGA, relative aux assurances sociales, est rapportée dans un arrêt du 16 juillet 2007 relatif à une assurance privée (ATF 133 III 527 consid. 3.2.1 p. 531); elle n'avait toutefois pas d'incidence sur l'issue de la cause car aucun changement de profession ni d'activité n'était exigé de l'assuré. Auparavant, dans d'autres contestations en matière d'assurance privée, le Tribunal fédéral avait renvoyé une affaire à la juridiction cantonale parce que celle-ci devait examiner si un changement de profession était exigible et si le délai fixé par l'assureur était « approprié aux circonstances » (arrêt 5C.176/1998 du 23 octobre 1998, consid. 2). Dans un autre cas, le tribunal avait relevé que d'après les constatations de fait déterminantes, il n'apparaissait pas qu'un changement de profession fût raisonnablement exigible ni que l'assureur eût imparti à l'assuré, à cette fin, un « délai adéquat pour trouver un emploi » (arrêt 5C.211/2000 du 8 janvier 2001, consid. 4c). Dans une troisième cause, le tribunal avait rejeté la critique de l'assuré qui se plaignait d'un délai d'adaptation trop bref, fixé à trois mois par la juridiction cantonale (arrêt 5C.”
“Au regard de l'art. 2 LPGA, les assurances privées n'entrent pas dans le champ d'application de l'art. 21 al. 4 LPGA, et jusqu'ici, le Tribunal fédéral n'a pas examiné si cette disposition-ci se prête néanmoins à une transposition à ces assurances. La jurisprudence du Tribunal fédéral des assurances actuellement codifiée à l'art. 21 al. 4 LPGA, relative aux assurances sociales, est rapportée dans un arrêt du 16 juillet 2007 relatif à une assurance privée (ATF 133 III 527 consid. 3.2.1 p. 531); elle n'avait toutefois pas d'incidence sur l'issue de la cause car aucun changement de profession ni d'activité n'était exigé de l'assuré. Auparavant, dans d'autres contestations en matière d'assurance privée, le Tribunal fédéral avait renvoyé une affaire à la juridiction cantonale parce que celle-ci devait examiner si un changement de profession était exigible et si le délai fixé par l'assureur était « approprié aux circonstances » (arrêt 5C.176/1998 du 23 octobre 1998, consid. 2). Dans un autre cas, le tribunal avait relevé que d'après les constatations de fait déterminantes, il n'apparaissait pas qu'un changement de profession fût raisonnablement exigible ni que l'assureur eût imparti à l'assuré, à cette fin, un « délai adéquat pour trouver un emploi » (arrêt 5C.”
Art. 21 Abs. 4 ATSG verlangt grundsätzlich Mahnung und eine angemessene Bedenkzeit vor Kürzung oder Verweigerung von Leistungen. Abweichend davon können Leistungen ohne Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 7b Abs. 2 IVG gekürzt oder verweigert werden; diese Bestimmung nennt abschliessend bestimmte qualifizierte Pflichtverletzungen (insbesondere Verletzungen der Anmelde-, Melde‑ oder Auskunftspflichten sowie das unrechtmässige Erwirken von Leistungen). Bei der Anwendung sind alle Umstände des Einzelfalls, namentlich das Ausmass des Verschuldens, zu berücksichtigen.
“2 IVG sind im Zeitpunkt des Beginns der Vorbereitung auf die Ausbildung zum Büroassistenten am 3. Juli 2019 somit erfüllt gewesen. Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt der Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, insbesondere auch an Massnahmen beruflicher Art (Art. 7 Abs. 2 lit. c IVG). Ist die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen, können die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden (Art. 7b Abs. 1 IVG). Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG). Die Leistungen können gemäss Art. 7b Abs. 2 IVG in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt (lit. a), der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist (lit. b), Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat (lit.”
“Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Die Leistungen können in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person: a. trotz Aufforderung der IV-Stelle nach Art. 3c Abs. 6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt; b. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist; c. Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat; d. der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (Abs. 2). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs.”
“Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Wenn die versicherte Person diesen Pflichten nicht nachgekommen ist, können die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden (Art. 7b Abs. 1 IVG). Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht vor, dass eine versicherte Person, die sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder die nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt, unter Ansetzung einer angemessenen Bedenkzeit schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden muss, bevor ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. In Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG können die Leistungen ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren nur dann gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person ihre Anmelde-, Melde- oder Auskunftspflicht verletzt oder wenn sie Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat (vgl. die in Art. 7b Abs. 2 IVG abschliessend aufgezählten Tatbestände qualifizierter Pflichtverletzung). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG).”
“Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, namentlich auch an medizinischen Behandlungen nach Art. 25 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Wenn die versicherte Person diesen Pflichten nicht nachgekommen ist, können die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden (Art. 7b Abs. 1 IVG). Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht vor, dass eine versicherte Person, die sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder die nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt, unter Ansetzung einer angemessenen Bedenkzeit schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden muss, bevor ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. In Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG können die Leistungen ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren nur dann gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person ihre Anmelde-, Melde- oder Auskunftspflicht verletzt oder wenn sie Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat (vgl.”
Bei einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustands mit Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit kann die versicherte Person gestützt auf entsprechende medizinische Nachweise erneut Leistungen beantragen. Für die Beurteilung der wirtschaftlichen Folgen bleibt die Pflicht der versicherten Person bestehen, die verbleibende Erwerbsfähigkeit zumutbar zu verwerten; dabei sind die objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen.
“2), l’assicurato presentava un’inabilità lavorativa totale nella precedente attività lavorativa di operaio, ma un’abilità del 100% in attività leggere rispettose delle limitazioni funzionali elencate dal dr. __________ del SMR. Ciò non esclude comunque che, in caso di peggioramento rilevante delle sue condizioni di salute con ripercussioni sulla capacità lavorativa residua, debitamente comprovato da pertinente documentazione medica, l’assicurato possa in futuro presentare una nuova domanda di prestazioni. 2.8. Quanto alle conseguenze economiche del danno alla salute dell’assicurato, l'amministrazione ha calcolato la perdita di guadagno che si avrebbe con una capacità lavorativa residua del 100% in attività adeguate. L’insorgente ha contestato tale modo di procedere dell’amministrazione, ritenendo di non essere reintegrabile in alcun tipo di attività lavorativa. 2.9. L'obbligo dell'assicurato di mettere a frutto la sua residua capacità lavorativa in altri ambiti lavorativi discende dall'art. 21 LPGA. In relazione alle conseguenze economiche dell'incapacità lavorativa, vige il principio secondo cui l'assicurato è tenuto all'obbligo di ridurre le conseguenze economiche negative del danno alla salute. In virtù di tale obbligo, l'assicurato deve intraprendere tutto quanto è ragionevolmente esigibile per ovviare nel miglior modo possibile alle conseguenze della sua invalidità, segnatamente mettendo a profitto la sua residua capacità lavorativa, se necessario, in una nuova professione (DTF 113 V 22 consid. 4a pag. 28; Landolt, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, tesi Zurigo 1995, pag. 296 segg.). Non è quindi dato alcun diritto ad una rendita se la persona interessata è in grado di percepire un reddito tale da escluderne l'erogazione (DTF 113 V 22 consid. 4a; RCC 1968 pag. 434). Dalla persona assicurata possono tuttavia essere pretesi unicamente provvedimenti esigibili che tengano conto delle circostanze oggettive e soggettive del caso concreto, quali la sua capacità lavorativa residua, le ulteriori circostanze personali, l'età, la situazione professionale, i legami presso il luogo di domicilio, il mercato del lavoro equilibrato e la presumibile durata dell'attività lavorativa (DTF 113 V 22 consid.”
Die IV kann der versicherten Person Auflagen und konkrete Eingliederungsmassnahmen auferlegen. Wird eine zumutbare Massnahme unentschuldigt verweigert oder kommt die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht nicht nach, können Leistungen vorübergehend oder dauerhaft gekürzt oder verweigert werden (Art. 21 Abs. 4 ATSG).
“Von der Invalidenversicherung des Fürstentums Liechtenstein beziehe die Versicherte deshalb schon seit Jahren eine ganze Rente. Die einzige noch offene Frage betreffe die Fähigkeit der Versicherten, ein Motorfahrzeug zu lenken. Auch diese Frage sei aber nun beantwortet, denn die Versicherte habe ihren Führerausweis freiwillig abgegeben, nachdem sie schon jahrelang kein Motorfahrzeug mehr geführt habe. In einem mit „Mahn- und Bedenkzeitverfahren“ betitelten Schreiben vom 7. Juli 2021 hielt die IV-Stelle fest (IV-act. 188), das Gutachten der estimed AG sei vom RAD nicht gewürdigt worden, bevor die IV-Stelle des Fürstentums Liechtenstein die Rente zugesprochen habe. Erst im Verfahren bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen habe sich der RAD mit dem Gutachten befasst. Dabei habe er verschiedene Widersprüche festgestellt, die geklärt werden müssten. Die Abgabe des Führerausweises belege nichts. Eine weitere Begutachtung sei unabdingbar und zumutbar. Die IV-Stelle forderte die Versicherte unter Hinweis auf den Art. 43 Abs. 3 ATSG, den Art. 21 Abs. 4 ATSG und den Art. 7b Abs. 1 IVG auf, sich einer polydisziplinären Begutachtung zu unterziehen, die Termine einzuhalten und bei sämtlichen Untersuchungen aktiv mitzuwirken. Sie drohte ihr an, dass sie die beantragten Rentenleistungen verweigern werde, falls die Versicherte ihrer Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung nicht nachkommen sollte. Sie räumte ihr eine Frist bis zum 31. August 2021 ein, um „verbindlich“ ihre Bereitschaft zur Mitwirkung bei der Sachverhaltsabklärung zu erklären. Am 9. Juli 2021 liess die Versicherte antworten, dass sie sich keiner Begutachtung unterziehen werde (IV-act. 189). Mit einem Vorbescheid vom 30. Juli 2021 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die Abweisung des Leistungsbegehrens wegen der Verletzung der Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung vorsehe (IV-act. 190). Mit einer Verfügung vom 21. September 2021 wies sie das Leistungsbegehren mit der Begründung ab, die Versicherte habe ihre Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung verletzt (IV-act.”
“Vorliegend hat die IVSTA mit Verfügung vom 11. Dezember 2019 und Vernehmlassung vom 26. November 2020 festgehalten, dass der Beschwerdeführer in unentschuldbarer Weise seine Mitwirkungspflicht dadurch verletzt habe, dass er nicht an der angeordneten polydisziplinären Begutachtung in der Q._______ AG in (...) teilgenommen habe, weshalb die Rentenzahlungen gestützt auf Art. 7b Abs. 1 IVG sowie Art. 21 Abs. 4 und 43 Abs. 3 ATSG eingestellt worden seien. Es ist daher nachfolgend zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht weitere Leistungen gestützt auf Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG verweigert und die Rentenzahlungen eingestellt hat.”
“Anders verhält es sich, wenn die Verletzung der Mitwirkungspflicht auf entschuldbaren Gründen beruht, etwa, weil sie der versicherten Person nicht zugerechnet werden kann, da sie krankheitshalber oder aus anderen Gründen nicht in der Lage war, ihren Pflichten nachzukommen (vgl. u.a. das Urteil des Bundesgerichts 8C_994/2009 vom 22. März 2010 E. 5.2). 3.5. 3.5.1. Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht, wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehrungen verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22, 28 E. 4a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.5.2. Die Schadenminderungspflicht wird in Art. 21 Abs. 4 ATSG und Art. 7 IVG konkretisiert. Danach muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit und den Eintritt der Invalidität zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie ist verpflichtet, aktiv an allen zumutbaren Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, worunter insbesondere medizinische Behandlungen, Integrationsmassnahmen, berufliche Massnahmen und Massnahmen zur Wiedereingliederung fallen (vgl. zum Ganzen Patrick Fässler, Schadenminderungsauflagen und Leistungsverweigerung im Abklärungsverfahren? in: SZS 62/2017 S. 137 ff., insbesondere S. 157 f.). 3.5.3. Dieser Grundsatz der Schadenminderungspflicht konkretisiert sich unter anderem darin, dass die IV-Stellen der versicherten Person im Zusammenhang mit einer Leistung, z.B. einer Rente, Auflagen machen können. Damit fordern sie die versicherte Person zu einer bestimmten Verhaltensweise auf, welche nach Beurteilung der IV-Stellen geeignet ist, den versicherungsrechtlichen Schaden zu mindern (z.”
Art. 21 Abs. 4 ATSG dient in der Rechtsprechung als Grundlage für Kürzungen oder Verweigerungen von Leistungen, wenn die versicherte Person ihren Mitwirkungs‑ und Eingliederungspflichten nicht nachkommt; in diesem Zusammenhang wird Art. 21 Abs. 4 ATSG regelmässig mit Art. 7 IVG bzw. Art. 7b IVG verknüpft.
“Gemäss Art. 7 Abs. l IVG muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Nach Art. 7 Abs. 2 IVG muss die versicherte Person an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, worunter insbesondere auch medizinische Massnahmen nach Art. 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) fallen. Nach Art. 7b Abs. l IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist. Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Art. 43 Abs. 2 ATSG bestimmt, dass sich die versicherte Person ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen zu unterziehen hat, soweit diese für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind. Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- und Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann nach Art.”
“Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG; vgl. auch Art. 7b Abs. 1 IVG, welcher auf Art. 21 Abs. 4 ATSG verweist). Der Kürzung und Verweigerung von Leistungen unterliegen grundsätzlich auch Eingliederungsmassnahmen (Meyer/Reichmuth, a.a.O., S. 79, Rz. 8).”
Wurde das nach Art. 21 Abs. 4 ATSG erforderliche schriftliche Mahn- und Bedenkzeitverfahren nicht durchgeführt, kommt eine Kürzung oder Verweigerung von Leistungen bzw. die tragende Verfügung aus formellen Gründen nicht in Betracht und ist aufzuheben.
“Entscheid Versicherungsgericht, 09.10.2020 Art. 7 Abs. 2 lit. c, Art. 7a und Art. 7b IVG. Art. 21 Abs. 4 ATSG. Mahn- und Bedenkzeitverfahren bei beruflichen Eingliederungsmassnahmen. Der Beschwerdeführer leidet an einer im Erwachsenenalter persistierenden ADHS. Eine medikamentöse Behandlung hat er mehrfach abgebrochen. Die Weigerung, eine medikamentöse Behandlung durchzuführen, ist nicht krankheitsbedingt. Eine leitliniengerechte medikamentöse Behandlung ist dem Beschwerdeführer möglich und zumutbar. Die Beschwerdegegnerin hat die beruflichen Eingliederungsmassnahmen ohne die Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens abgeschlossen, obwohl sie davon ausgegangen ist, dass der Beschwerdeführer unter einer leitliniengerechten Behandlung möglicherweise eine erstmalige berufliche Ausbildung absolvieren könnte. Sie hat damit Art. 7 Abs. 2 lit. c in Verbindung mit Art. 7b Abs. 1 IVG und Art. 21 Abs. 4 ATSG verletzt. Rückweisung zur Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Oktober 2020, IV 2019/188). Entscheid vom 9. Oktober 2020 Besetzung Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Viviane Kull Geschäftsnr.”
“Somit ist die Annahme von Dr. E.____ und letztlich der IV-Stelle, dass der Beschwerdeführer mangelnde Bereitschaft zeige, sich einzugliedern, weil er sein Pensum von 60% nicht auf 100% steigere, was womöglich auf den hängigen Prozess mit der Suva zurückzuführen sei, nicht haltbar. 7.5 Anhaltspunkte, die für eine subjektive Eingliederungsunfähigkeit des Beschwerdeführers und somit für einen berechtigten Abbruch der beruflichen Massnahmen sprechen würden, sind vorliegend nicht erkennbar. Im Gegenteil sprechen die Berichte der C.____ vom 12. November 2018, 4. Februar 2019 und vom 6. Mai 2019 sowie der Bericht des B.____ vom 11. Juli 2019 von einer hohen Motivation des Beschwerdeführers und einem sehr guten Arbeitsverhalten. Aber selbst wenn Anhaltspunkte für eine mangelnde Eingliederungsbereitschaft vorliegen würden, wäre die Verfügung der IV-Stelle vom 12. September 2019 aufzuheben, da sie das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nicht durchgeführt hat. Ein Abbruch der Massnahmen ohne Durchführung des Verfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG wäre lediglich zulässig, wenn objektive Gründe, wie gesundheitliche, dafür sprechen würden. 8. Der medizinische”
“Soweit die Vorinstanz mit dem Vorwurf, die Beschwerdeführerin habe sich trotz entsprechender Verpflichtung nicht einer regelmässigen psychiatrischen Behandlung unterzogen, die Aufhebung der Invalidenrente rechtfertigen möchte, ist festzuhalten, dass gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen nur erfolgen kann, wenn die versicherte Person vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen und ihr eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt worden ist. Mangels Durchführung eines solchen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im vorliegenden Fall kommt eine Aufhebung der Rente gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG schon aus formellen Gründen nicht in Betracht.”
Art. 37 LAA wirkt hier als lex specialis zu Art. 21 Abs. 1 ATSG: Sogar wenn der Versicherte den Schaden nicht vorsätzlich, sondern im Zusammenhang mit der nicht vorsätzlichen Begehung eines Verbrechens oder Vergehens verursacht hat, können die Geldleistungen reduziert oder in besonders schweren Fällen verweigert werden. Die Regelung ist fakultativ (potestativ) und lässt Raum für Ausnahmen; beispielsweise können Fälle mit nur leichter Fahrlässigkeit oder solche, in denen die Straftat in Notwehr/Notstand nicht strafbar ist, berücksichtigt werden.
“Hat der Versicherte den Unfall bei nicht vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt, so können ihm in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG die Geldleistungen gekürzt oder in besonders schweren Fällen verweigert werden (Art. 37 Abs. 3 Satz 1 UVG).”
“20) énonce que si l'assuré a provoqué l'accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l'art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels. Cet alinéa vise les cas où l’accident a été causé par une faute grave de l’assuré. L’art. 37 al. 3 1ère phrase LAA prévoit quant à lui que si l’assuré a provoqué l’accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, être réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Cet alinéa vise notamment les cas où l’accident a été causé par la commission d’un délit par l’assuré, à savoir lorsque l’infraction à l’origine de l’accident est passible d’une peine privative de liberté n’excédant pas trois ans ou d’une peine pécuniaire (délit au sens de l’art. 10 al. 3 du Code pénal du 13 décembre 2002; CP; RS 311.0). Dans le domaine de l’assurance-accidents, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, la loi prévoit donc une réduction des prestations même dans des cas où le comportement causal de l’assuré n’est pas intentionnel. 2.3. Si l’accident a été causé simultanément par une faute grave au sens de l’art. 37 al. 2 LAA et par la commission d’un délit, l’art. 37 al. 3 LAA est applicable en tant que lex specialis (Frésard/Moser-Szeless, L’assurance-accidents obligatoire in Sécurité sociale, SBVR vol. XIV 3ème édition 2016, p. 1021 n. 412 et les références citées). 2.4. L’application de l’art. 37 al. 3 LAA suppose que l’accident soit survenu à l’occasion de la commission d’une infraction, ce qui implique l’existence d’un lien objectif et temporel entre l’acte délictueux et l’atteinte à la santé ; il n’est pas nécessaire que l’acte comme tel soit la cause de l’atteinte à la santé. Un tel lien objectif existe par exemple en cas de perte de maîtrise du véhicule conduit par une personne sous l’emprise d’un stupéfiant. Ce n’est qu’exceptionnellement qu’un lien existant entre l’infraction et l’atteinte à la santé peut être rompu par une faute particulièrement grave ou par une faute exclusive d’un tiers (voir Frésard/Moser-Szeless, L’assurance-accidents obligatoire in Sécurité sociale, SBVR vol.”
“96; arrêt du Tribunal fédéral 9C_207/2014 du 1er mai 2014 consid. 5.3). 4.1.3 Selon l’art. 21 al. 1 LPGA, si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Selon l’art. 21 al. 2 LPGA, les prestations en espèces dues aux proches ou aux survivants de l’assuré ne sont réduites ou refusées que si ceux-ci ont provoqué la réalisation du risque intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit. Selon l’art. 37 al. 1 LAA, si l’assuré a provoqué intentionnellement l’atteinte à la santé ou le décès, aucune prestation d’assurance n’est allouée, sauf l’indemnité pour frais funéraires. Selon l’al. 37 al. 2 LAA, si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels. La réduction ne peut toutefois excéder la moitié du montant des prestations lorsque l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à des rentes de survivants. Selon l’art. 37 al. 3 LAA, si l’assuré a provoqué l’accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèce peuvent, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, être réduites, ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Si l’assuré devait, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proche auxquels son décès ouvrirait les droits à une rente de survivants, les prestations en espèce sont réduites au plus de moitié. S’il décède des suites de l’accident, les prestations en espèce pour les survivants, peuvent en dérogation à l’art. 21 al. 2 LPGA, aussi être réduite au plus de moitié. La formulation potestative de l’art. 37 al. 3 LAA permet de tenir compte de cas exceptionnels, par exemple lorsque l’accident survenu lors de la commission d’un crime ou d’un délit n’est en relation qu’avec une faute légère ou sans aucune faute de la personne assurée.”
Wird ein Entscheid aufgehoben oder zurückgewiesen, ist die Sache an die Vorinstanz zur erneuten Veranlassung einer polydisziplinären Begutachtung unter Beachtung der Parteirechte und der genannten Rahmenbedingungen zurückzuweisen.
“Bei diesem Ergebnis wurde die bisherig ausgerichtete halbe Rente zu Unrecht gestützt auf Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG und Art. 43 Abs. 3 ATSG eingestellt. Der angefochtene Entscheid ist deshalb aufzuheben. Die Sache wird an die Vorinstanz zur erneuten Veranlassung einer polydisziplinären Begutachtung unter Beachtung der vorgenannten Rahmenbedingungen und Parteirechte zurückgewiesen.”
“Bei diesem Ergebnis wurde die bisherig ausgerichtete halbe Rente zu Unrecht gestützt auf Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG und Art. 43 Abs. 3 ATSG eingestellt. Der angefochtene Entscheid ist deshalb aufzuheben. Die Sache wird an die Vorinstanz zur erneuten Veranlassung einer polydisziplinären Begutachtung unter Beachtung der vorgenannten Rahmenbedingungen und Parteirechte zurückgewiesen.”
Im strukturierten Beweisverfahren sind der Schweregrad einer Abhängigkeit sowie psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu berücksichtigen. Die medizinische Expertise hat sich insbesondere zur Invaliditätsbeurteilung sowie zur Frage der Erforderlichkeit bzw. Zumutbarkeit therapeutischer Massnahmen (einschliesslich möglicher Therapieresistenz) zu äussern.
“Cette expertise fournira les renseignements nécessaires à une évaluation de l'invalidité au moyen des indicateurs standards découlant de la grille d'évaluation normative et structurée en deux niveaux, applicable d'après la jurisprudence relative aux troubles psychiques et affections assimilées (voir ci-dessus la jurisprudence citée au c. 2.2). De cette expertise résultera une proposition d'appréciation de la capacité de travail qui devra être contrôlée par les organes d'application de l'AI. On précisera particulièrement que l'expertise devra aussi se prononcer sur la question de l'exigibilité de mesures thérapeutiques et sur la résistance à la thérapie, sous l'angle de l'obligation de diminution du dommage au sens des art. 7 et 7b al. 1 LAI (ATF 145 V 215 c. 8.2; voir ci-dessus c. 2.4). A cet égard, force est en effet de constater que les avis médicaux au dossier ne suffisent pas, en l'état, pour soit exclure, soit octroyer matériellement d'emblée un droit à des prestations de l'AI, ni pour se prononcer sur une éventuelle réduction de celles-ci, dans l'hypothèse où l'on voudrait examiner la cause sous l'angle de l'obligation de diminuer le dommage (art. 7 al. 1 et 2 let. d LAI en lien avec l'art. 21 al. 4 LPGA; TF 9C_309/2019 du 7 novembre 2019 c. 4.2.2 in fine). 4.5 Dès lors, il faut conclure que le refus d'entrée en matière sur la demande de prestations sanctionnant la violation de l'obligation d'abstinence signifiée à la recourante, en vue de réaliser une expertise médicale afin d'évaluer son invalidité est illégal. La non-entrée en matière doit être annulée et l'intimé instruira la situation médicale de la recourante sans exiger de sevrage. Le cas échéant, l'intimé examinera cette question sous l'angle de la diminution du dommage (art. 21 al. 4 LPGA), en lien avec une mesure de réadaptation, si une telle option est envisageable médicalement (voir TF 9C_618/2019 du 16 mars 2020 c. 10). 5. 5.1 Au vu de ce qui précède, le recours est admis et la décision contestée du 15 juin 2020 est annulée. La cause est renvoyée à l'intimé afin qu'il entre en matière sur la demande de prestations de la recourante, qu'il procède au sens des considérants et rende une décision matérielle. 5.2 Les frais de la présente procédure devant le TA, fixés forfaitairement à Fr.”
“Dabei könne und müsse im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden. Diesem komme nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängigkeitserkrankungen — wie auch bei anderen psychischen Störungen — oft eine Gemengelage aus krankheitswertiger Störung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorliege. Letztere seien auch bei Abhängigkeitserkrankungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen würden. Weiter wurde im Urteil festgehalten, dass auch bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms die Schadenminderungspflicht (Art. 7 IVG) zur Anwendung komme, so dass von der versicherten Person etwa die aktive Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen verlangt werden könne (Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Komme sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhalte sie willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, sei nach Art. 7b Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich. Diese neue Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_259/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 5.1 mit Hinweis; BGE 147 V 234 E. 2.2).”
Die Schriftlichkeits- und Belehrungspflicht kann z. B. durch die Unterzeichnung einer Bereitschaftserklärung erfüllt werden, wenn daraus hervorgeht, dass die versicherte Person von der Ermahnung Kenntnis genommen hat und sich der möglichen Rechtsfolgen bewusst ist.
“___, namentlich wiederholte Regelverstösse durch den Beschwerdeführer hingewiesen, ihn ausdrücklich auf die Wahrnehmung der Schadenminderungspflicht und auf die Folgen für den Fall der Missachtung aufmerksam gemacht und ihm eine Frist zur Unterzeichnung einer Bereitschaftserklärung eingeräumt (Urk. 12/135). Zeitgleich fand - worauf die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung korrekt hingewiesen hat (Urk. 2 S. 2) - eine Besprechung (Round-Table) statt, die der Erörterung der von der Arbeitgeberin erhobenen Beanstandungen diente und an welcher E.___, die zuständige Berufsberaterin bei der Beschwerdegegnerin und Unterzeichnerin der Entscheide über die Eingliederungsmassnahmen sowie der angefochtenen Verfügung (vgl. Urk. 2, Urk. 12/61, Urk. 12/79, Urk. 12/83, Urk. 12/115), F.___, Berufsbildner bei D.___ und Unterzeichner des Praktikumsvertrages sowie hernach der Kündigung (Urk. 12/131, Urk. 12/143), und der Beschwerdeführer teilnahmen (Urk. 12/146/48 f.). Die vom Beschwerdeführer am 9. September 2022 unterzeichnete Bereitschaftserklärung bestätigt, dass er von der Ermahnung tatsächlich Kenntnis genommen hatte und sich über die möglichen Folgen im Fall der Zuwiderhandlung Rechenschaft ablegen konnte (Urk. 12/138). Damit ist die Beschwerdegegnerin den in Art. 21 Abs. 4 ATSG vorgesehenen Vorgaben als Voraussetzung für eine Kürzung oder Verweigerung von Leistungen nachgekommen.”
Bei vorsätzlicher Herbeiführung des Versicherungsfalls im Rahmen der Begehung eines Verbrechens oder Vergehens — nach dem Willen des Gesetzgebers namentlich bei Unfällen unter Alkoholeinfluss — können die Hinterlassenenleistungen nach Art. 21 Abs. 2 ATSG gekürzt werden; in der Praxis ist eine Reduktion von bis zu höchstens der Hälfte erwähnt.
“2 LAA, si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels. La réduction ne peut toutefois excéder la moitié du montant des prestations lorsque l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à des rentes de survivants. Selon l’art. 37 al. 3 LAA, si l’assuré a provoqué l’accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèce peuvent, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, être réduites, ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Si l’assuré devait, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proche auxquels son décès ouvrirait les droits à une rente de survivants, les prestations en espèce sont réduites au plus de moitié. S’il décède des suites de l’accident, les prestations en espèce pour les survivants, peuvent en dérogation à l’art. 21 al. 2 LPGA, aussi être réduite au plus de moitié. La formulation potestative de l’art. 37 al. 3 LAA permet de tenir compte de cas exceptionnels, par exemple lorsque l’accident survenu lors de la commission d’un crime ou d’un délit n’est en relation qu’avec une faute légère ou sans aucune faute de la personne assurée. On peut en outre tenir compte du fait que les crimes et délits commis en état de légitime défense ou de nécessité ne sont pas punissables et ne donne donc lieu à aucune sanction au sens de l’art. 37 al. 3 LAA (ATF 120 V 224 consid. 4b ; RUMO JUNGO, disp. 169 et 219). Les dérogations à la LPGA, instituées par l'art. 37 al. 3 LAA, ont été voulues par le législateur, qui entendait maintenir le régime des sanctions instauré par l'ancien art. 37 al. 3 LAA. Par ces dérogations, il avait en vue, principalement, les accidents causés par un conducteur pris de boisson. Cette intention ressort de manière non équivoque du rapport de la Commission du Conseil national de la sécurité sociale et de la santé du 26 mars 1999 (FF 1999 p.”
Der Bundesrat kann aufgrund seiner Verordnungsbefugnis Gefahren ausserordentlicher Art und waghalsige Unternehmungen bestimmen. Auf dieser Grundlage sieht Art. 50 OLAA für nichtberufliche Unfälle infolge einer waghalsigen Unternehmung vor, dass die Geldleistungen um die Hälfte gekürzt werden; in besonders schweren Fällen können sie verweigert werden. Diese Verordnungsvorschrift stellt eine Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG dar.
“21 LPGA, si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. À teneur de l’art. 37 LAA, si l’assuré a provoqué intentionnellement l’atteinte à la santé ou le décès, aucune prestation d’assurance n’est allouée, sauf l’indemnité pour frais funéraires (al. 1). Si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels. La réduction ne peut toutefois excéder la moitié du montant des prestations lorsque l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à des rentes de survivants (al. 2). Si l’assuré a provoqué l’accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA être réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Si l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à une rente de survivants, les prestations en espèces sont réduites au plus de moitié. S’il décède des suites de l’accident, les prestations en espèces pour les survivants peuvent, en dérogation à l’art. 21 al. 2 LPGA, aussi être réduites au plus de moitié (al. 3). L’art. 39 LAA dispose que le Conseil fédéral peut désigner les dangers extraordinaires et les entreprises téméraires qui motivent dans l'assurance des accidents non professionnels le refus de toutes les prestations ou la réduction des prestations en espèces. La réglementation des cas de refus ou de réduction peut déroger à l'art. 21 al. 1 à 3 LPGA. Fondé sur cette norme de délégation de compétence, l'art. 50 de l’ordonnance sur l'assurance-accidents du 20 décembre 1982 (OLAA - RS 832.202) prévoit qu'en cas d'accidents non professionnels dus à une entreprise téméraire, les prestations en espèces sont réduites de moitié ; elles sont refusées dans les cas particulièrement graves (al.”
Für die Ergänzungsleistungen ist Art. 21 Abs. 4 ATSG nicht anwendbar; das Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren dieses Artikels findet demnach bei der EL‑Bemessung keine Anwendung. Entsprechend bedarf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens keiner vorgängigen Abmahnung bzw. eines Mahn‑ und Bedenkzeitverfahrens im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG.
“Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person, welche sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht oder widersetzt, die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wobei vorher Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen ist. Gemäss der Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts 9C_251/2019 vom 9. Januar 2020 E. 8.2 und 9C_179/2021 vom 8. Juli 2021 E. 3.2) ist Art. 21 Abs. 4 ATSG auf die Ergänzungsleistungen nicht anzuwenden. Denn diese Bestimmung beziehe sich lediglich auf die Widersetzlichkeit gegenüber einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederungsmassnahmen sowie auf mangelnde Selbsteingliederung (Urteil des Bundesgerichts 9C_326/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.2; BGE 133 V 511 E. 4.2). Die Anrechnung eines Verzichtseinkommens gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG beschlage indes weder die Behandlung noch die Eingliederung, sondern sei ein gesetzlich vorgesehenes Element der Ergänzungsleistungsbemessung. Deren Leistungen bezweckten die Deckung des Existenzbedarfs (Urteil des Bundesgerichts 9C_717/2010 vom 26.”
“August 2022, pubiziert], Tabelle TA l, TOTAL, Kompetenzniveau l, Männer; zur Anwendbarkeit des Kompetenzniveaus 1, wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2021 vom 2. August 2021 E. 7.4.1 mit weiteren Hinweisen). Dass eine solche Tätigkeit – anders als jene eines Jurists/Rechtsanwalts - Eingliederungsmassnahmen bedingen würde, hat der Beschwerdeführer zu Recht nicht behauptet. Die von ihm beschwerdeweise bemühte «Übergangsfrist von mindestens fünf Monaten“ zur Stellensuche erweist sich als unbehelflich. Ist doch eine Solche unter bestimmten Voraussetzungen vor der Einstellung von Taggeldern zu gewähren (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 4A_1/2020 vom 16. April 2020 E. 4.1; dabei hat sich eine Übergangsfrist von drei bis fünf Monaten etabliert, BGE 133 III 527 E. 3.2.1; ferner Urteil des Bundesgerichts 4A_384/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 5.3) und nicht bei der Ermittlung des – hypothetischen - Invalideneinkommens. Der Vollständigkeit halber festzuhalten ist auch, dass kein Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG erforderlich ist, um ein entsprechendes Invalideneinkommen anzurechnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_771/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.5.1 mit weiterem Hinweis). Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2018 von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2021, A-S 01-96) sowie im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids aktuellsten Quartalschätzungen der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2021 (0.9 % [2019]”
“Dies gilt dort nicht, wo mit Blick auf einen absehbaren künftigen EL-Bezug des einen Ehepartners, beispielsweise infolge Eintritts in das AHV-Rentenalter und Aufgabe der Erwerbstätigkeit, dem anderen Ehepartner im Vorfeld genügend Zeit zur Verfügung stand, um sich erwerblich einzugliedern (BGE 142 V 12 Regeste, E. 3.2 und E. 5.4 mit Hinweisen). Für nichtinvalide Ehegatten gibt es rechtsprechungsgemäss keine analoge Regelung zu Art. 25 Abs. 4 ELV, wonach die Herabsetzung einer laufenden Ergänzungsleistung von Teilinvaliden und nicht invaliden Witwen infolge der Anrechnung eines Mindesteinkommens nach den Art. 14a Abs. 2 und 14b ELV erst sechs Monate nach Zustellung der entsprechenden Verfügung wirksam wird (BGE 142 V 12 E. 5.2). Es ist eine realistische, dem Einzelfall angemessene Anpassungsfrist einzuräumen (BGE 142 V 12 E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2013 vom 29. September 2014 E. 3 und E. 5.1). Dabei bedarf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens des Ehegatten bei Einräumung einer angemessenen Anpassungsfrist keiner vorgängigen Abmahnung in irgendeiner Form (Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2013 vom 29. September 2014 E. 5.2 mit Hinweisen); namentlich das in Art. 21 Abs. 4 ATSG vorgesehene Mahn- und Bedenkzeitverfahren ist nicht anwendbar (Urteil des Bundesgerichts 9C_326/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.2).”
Nach der in der LAA entwickelten Rechtsprechung kann bei grober Fahrlässigkeit eine Kürzung der Leistungen in Betracht fallen; die LAA regelt für solche Fälle eine abweichende Rechtsfolge gegenüber Art. 21 Abs. 1 ATSG. Ergibt sich der Schaden aus der Begehung eines Verbrechens oder Vergehens, können die Geldleistungen ebenfalls reduziert oder — in besonders schweren Fällen — verweigert werden; dabei verlangt die LAA einen objektiven und zeitlichen Zusammenhang zwischen der Straftat und der Gesundheitsschädigung.
“Le litige porte sur le point de savoir si l’intimée était en droit de réduire les prestations dues à la recourante et, dans l’affirmative, si c’est à juste titre qu’elle l’a fait à hauteur de 10 %. 3. Se pose tout d’abord la question du bien-fondé de la décision de réduction des prestations quant à son principe. a) Aux termes de l’art. 37 LAA, si l’assuré a provoqué intentionnellement l’atteinte à la santé ou le décès, aucune prestation d’assurance n’est allouée, sauf l’indemnité pour frais funéraires (al. 1). Si l’assuré a provoqué l’accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels. La réduction ne peut toutefois excéder la moitié du montant des prestations lorsque l’assuré doit, au moment de l’accident, pourvoir à l’entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à des rentes de survivants (al. 2). Si l'assuré a provoqué l'accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent, en dérogation à l'art. 21 al. 1 LPGA, être réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Si l'assuré doit, au moment de l'accident, pourvoir à l'entretien de proches auxquels son décès ouvrirait le droit à une rente de survivants, les prestations en espèces sont réduites au plus de moitié. S'il décède des suites de l'accident, les prestations en espèces pour les survivants peuvent, en dérogation à l'art. 21 al. 2 LPGA, aussi être réduites au plus de moitié (al. 3). b) Constitue une négligence grave la violation des règles de prudence élémentaires que tout homme raisonnable eût observées, dans la même situation et les mêmes circonstances, pour éviter des conséquences dommageables prévisibles dans le cours ordinaire des choses (ATF 121 V 45 consid. 3b et les références). En matière de circulation routière, la notion de négligence grave selon la LAA est plus large que celle de violation grave d'une règle de la circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR (loi fédérale du 19 décembre 1958 sur la circulation routière; RS 741.”
“1 de la loi du 6 octobre 2000 sur la partie générale du droit des assurances sociales (LPGA; RS 830.1), si l’assuré a aggravé le risque assuré ou en a provoqué la réalisation intentionnellement ou en commettant intentionnellement un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent être temporairement ou définitivement réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. 2.2. L’art. 37 al. 2 1ère phrase de la loi fédérale du 20 mars 1981 sur l’assurance-accidents (LAA; RS 832.20) énonce que si l'assuré a provoqué l'accident par une négligence grave, les indemnités journalières versées pendant les deux premières années qui suivent l’accident sont, en dérogation à l'art. 21 al. 1 LPGA, réduites dans l’assurance des accidents non professionnels. Cet alinéa vise les cas où l’accident a été causé par une faute grave de l’assuré. L’art. 37 al. 3 1ère phrase LAA prévoit quant à lui que si l’assuré a provoqué l’accident en commettant, non intentionnellement, un crime ou un délit, les prestations en espèces peuvent, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, être réduites ou, dans les cas particulièrement graves, refusées. Cet alinéa vise notamment les cas où l’accident a été causé par la commission d’un délit par l’assuré, à savoir lorsque l’infraction à l’origine de l’accident est passible d’une peine privative de liberté n’excédant pas trois ans ou d’une peine pécuniaire (délit au sens de l’art. 10 al. 3 du Code pénal du 13 décembre 2002; CP; RS 311.0). Dans le domaine de l’assurance-accidents, en dérogation à l’art. 21 al. 1 LPGA, la loi prévoit donc une réduction des prestations même dans des cas où le comportement causal de l’assuré n’est pas intentionnel. 2.3. Si l’accident a été causé simultanément par une faute grave au sens de l’art. 37 al. 2 LAA et par la commission d’un délit, l’art. 37 al. 3 LAA est applicable en tant que lex specialis (Frésard/Moser-Szeless, L’assurance-accidents obligatoire in Sécurité sociale, SBVR vol. XIV 3ème édition 2016, p. 1021 n. 412 et les références citées). 2.4. L’application de l’art. 37 al. 3 LAA suppose que l’accident soit survenu à l’occasion de la commission d’une infraction, ce qui implique l’existence d’un lien objectif et temporel entre l’acte délictueux et l’atteinte à la santé ; il n’est pas nécessaire que l’acte comme tel soit la cause de l’atteinte à la santé.”
Erhält die versicherte Person willentlich den krankhaften Suchtzustand aufrecht oder kommt sie wiederholt den zumutbaren Schadenminderungsauflagen (etwa Abstinenz- oder Therapievorgaben) nicht nach, kann die Versicherung die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG überprüfen und – unter Beachtung der gesetzlichen Voraussetzungen – kürzen oder verweigern.
“Dabei könne und müsse im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden (E. 6.3). Diesem komme nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängigkeitserkrankungen - wie auch bei anderen psychischen Störungen - oft eine Gemengelage aus krankheitswertiger Störung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorliege. Letztere seien auch bei Abhängigkeitserkrankungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen würden. Weiter wird im Urteil festgehalten, dass auch bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms die Schadenminderungspflicht (Art. 7 IVG) zur Anwendung komme, so dass von der versicherten Person etwa die aktive Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen verlangt werden könne (Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Komme sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhalte sie willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, sei nach Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich (E. 5.3.1). Diese neue Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil 9C_132/2020 vom E. 2.2 mit Hinweis, zur Publikation vorgesehen).”
“3 und 5, wonach eine kontrollierte Abstinenz von Cannabis dringend indiziert sei) explizit bestätigt wird, sowie mit Blick darauf, dass es sich für den weiteren Verlauf geradezu gebieterisch aufdrängt, die im nämlichen Kurzgutachten gestellte Diagnose einer substanzinduzierten psychotischen Störung mit Symptomen einer paranoiden Schizophrenie zu bestätigen bzw. auszuschliessen, bleibt es der Beschwerdegegnerin anheimgestellt, den Beschwerdeführer umgehend zur Schadenminderung anzuhalten, d.h. die zumutbare Cannabisabstinenz mit geeigneten (Haar-, Blut- oder Urin-)Proben über eine längere Zeit zu kontrollieren und die gebotene Therapie einzufordern, sowie daran anschliessend im Rahmen einer weiteren psychiatrischen Begutachtung die Arbeits- und Leistungsfähigkeit unter Abstinenz neu zu beurteilen. Sollte der Beschwerdeführer die ihm zumutbare Abstinenz und Therapietreue nicht einhalten, hätte die Verwaltung – unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben – eine Einstellung der Rentenleistungen zu prüfen (Art. 21 Abs. 4 ATSG).”
“Sowohl bei sekundären Suchtgeschehen wie auch bei primären Abhängigkeitssyndromen ist die Anordnung einer Entzugsbehandlung im Vorfeld einer Begutachtung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren nicht statthaft, würde damit doch die Qualifikation des Suchtgeschehens und seiner erwerblichen Auswirkungen als zum vornherein invalidenversicherungsrechtlich irrelevant und deshalb auszuscheiden vorweggenommen. Wie es sich damit verhält, ist indes im Abklärungsverfahren erst zu untersuchen. Demgegenüber darf eine Entzugsbehandlung als Behandlungsmassnahme – sofern im konkreten Fall zumutbar – jederzeit zur Schadenminderung angeordnet werden (Entscheid des BGer vom 7. November 2019, 9C_309/2019, E. 4.2.2). Kommt die versicherte Person den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhält willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, ist nach Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich (BGE 145 V 215 E. 5.3.1 S. 225).”
Bei der Festsetzung einer Kürzung oder Verweigerung sind alle Umstände des Einzelfalls zu prüfen; dabei ist insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person zu gewichten. Bei der Wahl und Umfang der Sanktion ist das Verhältnismässigkeitsprinzip zu beachten.
“Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3).”
“1 IVG), wird aber im IVG wie folgt ergänzt (zum Verhältnis der nachfolgenden Bestimmungen zu Art. 21 Abs. 4 ATSG vgl. Urteil 8C_830/2012 vom 13. März 2013 E. 2.2; MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Rz. 1 f. S. 81) : Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbesondere Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung und Massnahmen beruflicher Art (Art. 7 Abs. 2 lit. b und c IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Die Leistungen können nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person insbesondere den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist (Art. 7b Abs. 1 IVG). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG).”
“Gemäss Art. 7b Abs. 1 IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist. Die Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG stellt eine solche mittels Sanktionen durchsetzbare Pflicht dar. Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die in Art. 7b Abs. 1 IVG angesprochene Bestimmung von Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen vor, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt (Satz 1). Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden und es ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG). Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind sodann alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b Abs. 3 IVG). Zudem ist bei der Festlegung der Sanktion dem Verhältnismässigkeitsprinzip Beachtung zu schenken (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 21 N 157).”
Bei der Prüfung der medizinischen Zumutbarkeit einer Behandlung oder Eingliederungsmassnahme sind der gesamte Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen (z. B. Suchtgeschichte, Urteilsfähigkeit). Ergibt sich diesbezüglich Unsicherheit, hat die Verwaltung ergänzende medizinische Abklärungen beziehungsweise Auskünfte einzuholen.
“Nach dem Gesagten lässt sich die Wirksamkeit der (teilweise) verletzten Auflage und damit die Verhältnismässigkeit der Sanktion nicht abschliessend beurteilen. Die Beschwerdegegnerin wird hierzu ergänzende ärztliche Auskünfte einzuholen haben, welche ihr einen Entscheid im Lichte der zu berücksichtigenden Umstände gemäss Art. 7b Abs. 3 IVG erlauben. Dabei wird sie nicht umhinkommen, den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers umfassend abzuklären, lässt sich doch nicht nur die Wirksamkeit der auferlegten Behandlung, sondern auch die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als solche und damit die Frage, ob die Arbeitsfähigkeit überhaupt anspruchsrelevant eingeschränkt ist, was Bedingung einer schadenmindernden Auflage und folglich auch einer damit einhergehenden Sanktion wäre (Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 149 zu Art. 21 ATSG), nicht abschliessend beurteilen. Die von Dr. D.___ als mit nur noch zu 50 % beurteilte Restarbeitsfähigkeit (E. 3.2) findet jedenfalls im Bericht des B.___ (E. 3.4) vom 10. Dezember 2019 und der darin postulierten medizinisch-theoretischen Ateminvalidität von «nur» 35 % nicht ohne Weiteres Bestätigung (E. 3.2, 3.3; vgl. zur Ateminvalidität: Nussbaumer-Ochsner/Hezel/Thurnheer, Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Lungenerkrankungen, in: Swiss Med Forum 2017; 17 (40): 849-858, einsehbar unter: https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.-201703083 [eingesehen am 21.02.2022]). Auch lässt sich gestützt auf die Akten nicht abschliessend beurteilen, inwiefern sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers mit seit Kindheit bestehender Suchtproblematik und der 2005 gestellten Diagnose einer kombinierten Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen gemäss ICD-10 F92.8 (E. 3.1) aktuell auf seine Arbeitsfähigkeit auswirkt. Auch hierzu wird die Beschwerdegegnerin ergänzende Abklärungen vorzunehmen haben, welche ihr zudem erlauben, die medizinische Zumutbarkeit der auferlegten Behandlung auch mit Blick auf das Suchtgeschehen und das Ausmass des Verschuldens des Beschwerdeführers im Lichte von Art.”
“8‰), era precipitata mentre cercava di raggiungere il piano terra scendendo dal balcone del suo appartamento, la Corte federale ha ammesso che tale agire era oggettivamente costitutivo di un atto temerario. D’altro canto, ritenuto che, in base alle risultanze di una perizia psichiatrica, la capacità di discernimento dell’assicurata era soltanto diminuita (e non soppressa) dall’alcool, il Tribunale federale ha confermato la riduzione delle prestazioni in contanti decisa dall’assicuratore LAINF. Al considerando 4.2.1, l’Alta Corte ha in particolare ricordato che, secondo la giurisprudenza, occorre rinunciare a ridurre o a rifiutare le prestazioni a titolo di atto temerario, se la persona assicurata è completamente priva della facoltà di agire ragionevolmente al momento determinante (in questo senso, si veda pure BSK UVG – A. Brunner/D. Vollenweider, Art. 39 n. 45). Stante quanto precede, è a ragione che il patrocinatore del ricorrente sostiene che gli articoli 21 cpv. 1 LPGA e 50 OAINF hanno quale comune denominatore il fatto che la persona assicurata debba aver agito con coscienza e volontà (per l’art. 21 LPGA, cfr. il consid. 5.3 non pubblicato della DTF 136 V 362). La conseguenza non può però essere quella che lui auspica. In effetti, che la capacità d’intendere e volere dell’assicurato al momento dell’infortunio fosse alterata in ragione della contemporanea presenza nell’organismo di alcool, cannabis e farmaci antidepressivi, è una circostanza di cui l’istituto assicuratore era a conoscenza al momento in cui ha rilasciato la decisione formale del 16 luglio 2019. Essa emergeva già chiaramente dal rapporto di Polizia del 10 ottobre 2018, documento che figurava nell’incarto a disposizione dell’assicuratore. Per questa ragione essa non costituisce un “fatto nuovo” ai sensi dell’art. 53 cpv. 1 LPGA, fondante la revisione processuale del provvedimento in questione (cfr. supra, consid. 2.4.). La sentenza 32.2021.12 di questo Tribunale non può essere considerata alla stregua di un “nuovo mezzo di prova” ai sensi dell’art.”
Art. 21 Abs. 5 ATSG führt zur Aussetzung lediglich der Geldleistungen, die den Charakter einer Entschädigung für Verlust des Erwerbs haben. Hierzu gehören nach der Rechtsprechung und Lehre insbesondere bar ausgezahlte Leistungen wie die jährliche Ergänzungsleistung mit Erwerbsersatzcharakter. Leistungen in Natur (z. B. die Erstattung von Krankheits- und Invaliditätskosten) fallen hingegen nicht unter die in Absatz 5 vorgesehene Suspendierung.
“5 LPGA, dès lors qu’on peut déduire de la genèse de cette disposition que le législateur a voulu poser le principe de la suspension des prestations en espèces pendant l'exécution d'une peine ou d'une mesure sous réserve du privilège des proches (ATF 141 V 466 c. 4.9). D’ailleurs, si la version française de l’art. 21 al. 5 LPGA parle simplement de "prestations pour perte de gain", la teneur allemande de cet article évoque des "Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter" et celle italienne des "prestazioni pecuniarie con carattere di indemnita per perdita di guadagno" (jugement du Tribunal cantonal vaudois [ci-après: jugement TC VD] PC 34/21 du 25 avril 2022 c. 3c). L’interprétation téléologique de cette disposition corrobore également ce constat puisqu’on infère de la ratio legis de celle-ci que la personne incarcérée invalide ne doit percevoir aucun avantage économique par rapport à une personne détenue en bonne santé et privée de tout revenu (voir c. 3.1). Au surplus, on relèvera que le résultat univoque auquel aboutissent ces diverses méthodes interprétatives trouve appui dans la doctrine, où la notion de perte de gain au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA est définie comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative (Anne-Sylvie Dupont, in Dupont/Moser-Szeless [éd.], Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018 [ci-après: Commentaire romand], art. 21 n. 75). La lettre circulaire AI n° 406 relative à la révision de la LPGA, édictée le 22 décembre 2020 et modifiée le 31 mars 2021 par l’Office fédéral des assurances sociales (OFAS), indique du reste aussi que la suspension prévue à l’art 21 al. 5 LPGA concerne uniquement les prestations en espèces ayant le caractère d’allocations pour perte de gain (ch. 1). 4.2 A l’inverse des prestations en espèces, les frais de maladie et d’invalidité en leur qualité de prestations en nature ne rentrent pas dans le champ d’application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Le recourant défend à juste titre cette interprétation, qui est également celle soutenue par la doctrine (voir Stefan Keller, Lücken und Tücken der Deckung der Sozial-versicherung und Sozialhilfe im Freiheitsentzug, in RSC 1/2008 p.”
“N’en contredise l’intimée, l’établissement pénitentiaire ne pourvoit en effet pas à ce type de dépenses (voir à ce sujet: art. 19 al. 1 let. e du Concordat du 5 mai 2006 de la Suisse du Nord-Ouest et de la Suisse centrale sur l'exécution des peines et des mesures [RSB 349.1-1]), mais uniquement à l’entretien général de la personne détenue (logement, nourriture, etc.) ordinairement couvert par une autre source de revenus (salaire ou rente de l’AI, par ex.). Le fait d’accorder à la personne invalide détenue le remboursement des frais de maladie et d’invalidité à titre de PC ne lui confère ainsi aucun avantage financier, mais tend bien plus à la prémunir contre tout préjudice économique futur. 4.3 Il découle dès lors de ce qui précède que la cessation du paiement de la PC annuelle ensuite d’une incarcération ne fait nullement obstacle au remboursement pendant celle-ci des frais de maladie et d’invalidité par le biais de la même assurance sociale. Le sort de ces deux types de prestations doit être en effet différencié. L’application de l’art. 21 al. 5 LPGA n’engendre que la suspension du versement de la PC annuelle lorsque, à la suite d’une mesure ou d’une peine privative de liberté, le paiement de la rente AI (ou des indemnités journalières de l’AI) est suspendu (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 c. 3.2 s.; Michel Valterio, Commentaire de la loi fédérale sur les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI, 2015, art. 8 n. 3). Intrinsèquement liée à la rente de l’AI, la PC annuelle a en effet aussi le caractère d’une allocation pour perte de gain et suit de ce fait le sort de cette rente (Brunner/Vollenweider, in Frésard-Fellay/Klett/ Leuzinger [éd.], Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozial-versicherungsrechts, 2020, art. 21 n. 106; U. Kieser, op. cit., art. 21 n. 175; voir en ce sens aussi Anne-Sylvie Dupont, loc. cit.). Partant, ni le droit à la rente de l’AI ni celui à la PC annuelle ne sont supprimés pendant la détention, mais uniquement le paiement des prestations en espèces à caractère de perte de gain qui en découlent. A contrario, les prestations en nature ne sont ainsi pas suspendues (jugement TC VD PC 34/21 du 25 avril 2022 c.”
“1). Au surplus, on relèvera que le résultat univoque auquel aboutissent ces diverses méthodes interprétatives trouve appui dans la doctrine, où la notion de perte de gain au sens de l’art. 21 al. 5 LPGA est définie comme la perte temporaire ou définitive du revenu provenant de l’activité lucrative (Anne-Sylvie Dupont, in Dupont/Moser-Szeless [éd.], Commentaire romand, Loi sur la partie générale des assurances sociales, 2018 [ci-après: Commentaire romand], art. 21 n. 75). La lettre circulaire AI n° 406 relative à la révision de la LPGA, édictée le 22 décembre 2020 et modifiée le 31 mars 2021 par l’Office fédéral des assurances sociales (OFAS), indique du reste aussi que la suspension prévue à l’art 21 al. 5 LPGA concerne uniquement les prestations en espèces ayant le caractère d’allocations pour perte de gain (ch. 1). 4.2 A l’inverse des prestations en espèces, les frais de maladie et d’invalidité en leur qualité de prestations en nature ne rentrent pas dans le champ d’application de l’art. 21 al. 5 LPGA. Le recourant défend à juste titre cette interprétation, qui est également celle soutenue par la doctrine (voir Stefan Keller, Lücken und Tücken der Deckung der Sozial-versicherung und Sozialhilfe im Freiheitsentzug, in RSC 1/2008 p. 26 § 2.2.3; voir également Ueli Kieser, Kommentar zum ATSG, 4e éd. 2020, art. 21 n. 174). N’en contredise l’intimée, on ne saurait en revanche faire dépendre le droit d’obtenir le remboursement de ces prestations en nature de la perception d’une PC annuelle par la personne concernée. Certes, la terminologie utilisée à l’art. 14 al. 1 LPGA tend à soutenir ce point de vue, étant donné que la version française de cette même disposition réserve le remboursement des frais de maladie et d’invalidité aux "bénéficiaires d’une prestation complémentaire annuelle" (voir c. 3.2), le texte allemand aux "Bezügerinnen und Bezügern einer jährlichen Ergänzungsleistung" et celui italien aux "beneficiari di una prestazione complementare annua". Il est également vrai que l’intimée s’appuie dans son interprétation de l’art.”
“N’en contredise l’intimée, l’établissement pénitentiaire ne pourvoit en effet pas à ce type de dépenses (voir à ce sujet: art. 19 al. 1 let. e du Concordat du 5 mai 2006 de la Suisse du Nord-Ouest et de la Suisse centrale sur l'exécution des peines et des mesures [RSB 349.1-1]), mais uniquement à l’entretien général de la personne détenue (logement, nourriture, etc.) ordinairement couvert par une autre source de revenus (salaire ou rente de l’AI, par ex.). Le fait d’accorder à la personne invalide détenue le remboursement des frais de maladie et d’invalidité à titre de PC ne lui confère ainsi aucun avantage financier, mais tend bien plus à la prémunir contre tout préjudice économique futur. 4.3 Il découle dès lors de ce qui précède que la cessation du paiement de la PC annuelle ensuite d’une incarcération ne fait nullement obstacle au remboursement pendant celle-ci des frais de maladie et d’invalidité par le biais de la même assurance sociale. Le sort de ces deux types de prestations doit être en effet différencié. L’application de l’art. 21 al. 5 LPGA n’engendre que la suspension du versement de la PC annuelle lorsque, à la suite d’une mesure ou d’une peine privative de liberté, le paiement de la rente AI (ou des indemnités journalières de l’AI) est suspendu (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 c. 3.2 s.; Michel Valterio, Commentaire de la loi fédérale sur les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI, 2015, art. 8 n. 3). Intrinsèquement liée à la rente de l’AI, la PC annuelle a en effet aussi le caractère d’une allocation pour perte de gain et suit de ce fait le sort de cette rente (Brunner/Vollenweider, in Frésard-Fellay/Klett/ Leuzinger [éd.], Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozial-versicherungsrechts, 2020, art. 21 n. 106; U. Kieser, op. cit., art. 21 n. 175; voir en ce sens aussi Anne-Sylvie Dupont, loc. cit.). Partant, ni le droit à la rente de l’AI ni celui à la PC annuelle ne sont supprimés pendant la détention, mais uniquement le paiement des prestations en espèces à caractère de perte de gain qui en découlent. A contrario, les prestations en nature ne sont ainsi pas suspendues (jugement TC VD PC 34/21 du 25 avril 2022 c.”
“a LPC) et le remboursement des frais de maladie et d’invalidité (art. 3 let b. LPC). Selon l’alinéa 2 de l’art. 3 LPC, la prestation complémentaire annuelle est une prestation en espèces au sens de l’art. 15 LPGA et le remboursement des frais de maladie et d’invalidité est une prestation en nature au sens de l’art. 14 LPGA. Ces derniers ne sont pas pris en considération dans le cadre de la fixation du droit à la prestation complémentaire annuelle mais font l’objet d’un remboursement séparé (Michel Valterio, Commentaire de la loi sur les prestations complémentaires à l’AVS et à l’AI, Genève/Zurich/Bâle 2015, p. 221 ad art. 14 LPC). Les prestations annuelles complémentaires à la rente d'invalidité ont pour but de compléter la compensation de la perte de gain qui n'est pas entièrement couverte par les rentes d'invalidité et les éventuels autres revenus. La prestation annuelle complémentaire à la rente d'invalidité doit ainsi être reconnue en tant que prestation en espèces ayant le caractère d'une allocation pour perte de gain au sens de l'art. 21 al. 5 LPGA (TF 8C_139/2007 du 30 mai 2008 consid. 3.2). Tel n’est pas le cas du remboursement des frais de maladie qui consiste en une prestation en nature et ne constitue pas une prestation pour perte de gain. Cette prestation n’est donc pas concernée par la suspension prévue à l’art. 21 al. 5 LPGA. Si l’on se réfère à la ratio legis de cette disposition, il y a lieu de relever qu’une personne détenue entretenue par la collectivité durant l’exécution de sa peine ne retire aucun avantage économique si elle continue, pendant ce temps, de toucher de telles prestations en nature. Le sort de ces deux types de prestations doit ainsi être différencié. Le remboursement des frais de maladie et d’invalidité est d’ailleurs également ouvert aux personnes qui remplissent les conditions générales donnant droit à une prestation complémentaire annuelle mais sans en bénéficier en raison d’un excédent de revenus, les frais n’étant toutefois remboursés que dans la mesure où ils dépassent l’excédent de revenus (art.”
Bei medizinischen Massnahmen, die einen starken Eingriff in die persönliche Integrität darstellen können, ist die Zumutbarkeitsprüfung nicht streng auszulegen; es sind die gesamten objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen.
“Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). 3.2 Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar (Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG). Er stimmt inhaltlich weitgehend mit der Regelung von alt Art. 10 Abs. 2 IVG und alt Art. 31 IVG (je in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002) überein. Die hiezu ergangene Rechtsprechung ist somit zu beachten (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, N 54 ff. zu Art. 21). Es betrifft dies insbesondere die formellen Erfordernisse des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Bereich der Invalidenversicherung (BGE 122 V 218; SVR 2005 IV Nr. 30 S. 113). Art. 7 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung verweist bezüglich der Kürzung und Verweigerung von Leistungen ausdrücklich auf Art. 21 Abs. 4 ATSG (vgl. altrechtlich ZAK 1965 S. 507). 3.3 Was als zumutbar im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG zu gelten hat, wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. Kieser, a.a.O., N 60 zu Art. 21), kann auf die zu Art. 31 Abs. 1 IVG ergangene Rechtsprechung verwiesen werden. Danach sind bei der Beurteilung der Zumutbarkeit einer Massnahme die gesamten objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen. Namentlich bei medizinischen Massnahmen, die einen starken Eingriff in die persönliche Integrität der versicherten Person darstellen können, ist an die Zumutbarkeit kein strenger Massstab anzulegen (ZAK 1985 S. 326 Erw. 1). (…)" (STFA I 462/05 del 16 agosto 2006, consid. 3) L’Alta Corte, nella STF I 824/06 del 13 marzo 2007 pubblicata in SVR 2008 IV Nr. 7, chiamata a pronunciarsi nel caso in cui un assicurato non si era sottoposto al trattamento psichiatrico prospettatogli, in particolare, riguardo al successo del trattamento, ha osservato: " (…) 3.2 Eine Kürzung oder Verweigerung der Leistung ist nach Art.”
“4 ATSG zu gelten hat, wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. Kieser, a.a.O., N 60 zu Art. 21), kann auf die zu Art. 31 Abs. 1 IVG ergangene Rechtsprechung verwiesen werden. Danach sind bei der Beurteilung der Zumutbarkeit einer Massnahme die gesamten objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen. Namentlich bei medizinischen Massnahmen, die einen starken Eingriff in die persönliche Integrität der versicherten Person darstellen können, ist an die Zumutbarkeit kein strenger Massstab anzulegen (ZAK 1985 S. 326 Erw. 1). (…)" (STFA I 462/05 del 16 agosto 2006, consid. 3) L’Alta Corte, nella STF I 824/06 del 13 marzo 2007 pubblicata in SVR 2008 IV Nr. 7, chiamata a pronunciarsi nel caso in cui un assicurato non si era sottoposto al trattamento psichiatrico prospettatogli, in particolare, riguardo al successo del trattamento, ha osservato: " (…) 3.2 Eine Kürzung oder Verweigerung der Leistung ist nach Art. 21 Abs. 4 ATSG im Weiteren davon abhängig, dass die fragliche Massnahme eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit verspricht. Vorausgesetzt wird also, dass die medizinische oder erwerbliche Vorkehr geeignet ist, eine erhebliche Minderung des versicherten Schadens zu bewirken. 3.2.1 Die Frage, ob die verweigerte Leistung zu einer Steigerung der Erwerbsfähigkeit beigetragen hätte, wird zuweilen unter dem Aspekt der Zumutbarkeit (so in Art. 18 Abs. 2 MVG), jedenfalls aber als Problem des Kausalzusammenhangs zwischen der Verweigerung und dem Ausbleiben der Zustandsverbesserung behandelt (vgl. Gabriela Riemer-Kafka, Die Pflicht zur Selbstverantwortung, Zürich 1999, S. 160 ff.). Die Kausalität muss notwendigerweise prospektiv und damit hypothetisch beurteilt werden (Meyer-Blaser, a.a.O., S. 84 Fn. 381 und S. 140 bei Fn. 587). Es bedarf keines strikten Beweises, dass die verweigerte Massnahme tatsächlich zum erwarteten Erfolg geführt hätte; es genügt, wenn die Vorkehr mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erfolgreich gewesen wäre.”
Vor einer Kürzung oder Verweigerung von Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG sind die relevanten Abklärungen durch die Verwaltung vorzunehmen. Dazu gehören insbesondere verwertbare ärztliche Stellungnahmen bzw. fachärztliche Gutachten sowie die Prüfung der Umsetzbarkeit der vorgeschlagenen Behandlungs‑ oder Eingliederungsmassnahmen, der Motivation/Mitwirkung der versicherten Person und der Verwertbarkeit einer allfälligen wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit. Fehlen notwendige Unterlagen oder verwertbare Gutachten, sind weitere Abklärungen anzuordnen, ehe im Mahn‑ und Bedenkzeitverfahren Sanktionen verfügt werden.
“; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 43 N 100). Es war dem Beschwerdeführer denn auch gar nicht möglich, den Bericht einzureichen, da dieser zuerst von Dr. Z.___ selbst ausgefüllt werden musste. Dem Beschwerdeführer darf es somit nicht zum Nachteil gereichen, dass von anderer Seite die gewünschten Unterlagen nicht zur Verfügung gestellt wurden. Infolgedessen durfte die IV-Stelle das Leistungsbegehren nicht gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG abweisen. In solchen Fällen ist vielmehr mittels sonstiger Abklärungsmassnahmen anzustreben, den massgebenden Sachverhalt abzuklären (Kieser, a.a.O., Art. 43 N 100). Namentlich hätte die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt durch Aufbietung zu einer fachärztlichen Untersuchung (vgl. Art. 43 Abs. 2 ATSG, Art. 69 Abs. 2 IVV) abklären können. Derartige Bemühungen lassen sich den Akten jedoch nicht entnehmen. Kommt schliesslich hinzu, dass im Schreiben vom 30. April 2020 «Wahrnehmung der Mitwirkungspflicht» fälschlicherweise auf Art. 21 Abs. 4 ATSG (statt Art. 28 Abs. 2 ATSG) hingewiesen wurde (vgl. Urk. 6/127). Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht einen Aktenentscheid gefällt hat. Vielmehr sind weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Zu diesem Zweck ist die angefochtene Verfügung aufzuheben, die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und die Beschwerde gutzuheissen.”
“Cette expertise fournira les renseignements nécessaires à une évaluation de l'invalidité au moyen des indicateurs standards découlant de la grille d'évaluation normative et structurée en deux niveaux, applicable d'après la jurisprudence relative aux troubles psychiques et affections assimilées (voir ci-dessus la jurisprudence citée au c. 2.2). De cette expertise résultera une proposition d'appréciation de la capacité de travail qui devra être contrôlée par les organes d'application de l'AI. On précisera particulièrement que l'expertise devra aussi se prononcer sur la question de l'exigibilité de mesures thérapeutiques et sur la résistance à la thérapie, sous l'angle de l'obligation de diminution du dommage au sens des art. 7 et 7b al. 1 LAI (ATF 145 V 215 c. 8.2; voir ci-dessus c. 2.4). A cet égard, force est en effet de constater que les avis médicaux au dossier ne suffisent pas, en l'état, pour soit exclure, soit octroyer matériellement d'emblée un droit à des prestations de l'AI, ni pour se prononcer sur une éventuelle réduction de celles-ci, dans l'hypothèse où l'on voudrait examiner la cause sous l'angle de l'obligation de diminuer le dommage (art. 7 al. 1 et 2 let. d LAI en lien avec l'art. 21 al. 4 LPGA; TF 9C_309/2019 du 7 novembre 2019 c. 4.2.2 in fine). 4.5 Dès lors, il faut conclure que le refus d'entrée en matière sur la demande de prestations sanctionnant la violation de l'obligation d'abstinence signifiée à la recourante, en vue de réaliser une expertise médicale afin d'évaluer son invalidité est illégal. La non-entrée en matière doit être annulée et l'intimé instruira la situation médicale de la recourante sans exiger de sevrage. Le cas échéant, l'intimé examinera cette question sous l'angle de la diminution du dommage (art. 21 al. 4 LPGA), en lien avec une mesure de réadaptation, si une telle option est envisageable médicalement (voir TF 9C_618/2019 du 16 mars 2020 c. 10). 5. 5.1 Au vu de ce qui précède, le recours est admis et la décision contestée du 15 juin 2020 est annulée. La cause est renvoyée à l'intimé afin qu'il entre en matière sur la demande de prestations de la recourante, qu'il procède au sens des considérants et rende une décision matérielle. 5.2 Les frais de la présente procédure devant le TA, fixés forfaitairement à Fr.”
“Unter Berufung auf das Urteil 9C_575/2012 vom 25. September 2012 E. 3 verneinte die Vorinstanz, dass Eingliederungsmassnahmen Teil des Streitgegenstandes bildeten. Abweichend von der Konstellation, welche dem genannten Urteil zu Grunde lag, steht hier jedoch nicht schon im Voraus fest, dass ein rentenbegründender beziehungsweise rentenerhöhender Invaliditätsgrad nicht gegeben ist und folglich ein Rentenentscheid unabhängig von allfälligen Eingliederungsmassnahmen bereits gefällt werden kann. Zu Recht beanstandet daher die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe zur Frage der Integration in den ersten Arbeitsmarkt und zur Selbsteingliederung nicht Stellung genommen. Bevor über den vorinstanzlich zugesprochenen Rentenanspruch hinaus (vgl. E. 2.2 hievor) über weitergehende Rentenleistungen zu befinden ist, wird daher die IV-Stelle im Mahn- und Bedenkzeitverfahren zu prüfen haben, wie weit die Beschwerdeführerin durch geeignete Eingliederungsmassnahmen unter ausdrücklichem Hinweis auf die Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG und Art. 7 f. IVG; vgl. dazu BGE 145 V 2 E. 4.2.2; 133 V 511 E. 4.2) zur erwerblichen Verwertung ihrer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit gebracht werden kann. Laut psychiatrischem Gutachten sind der Beschwerdeführerin zwar Eingliederungsmassnahmen im Rahmen der attestierten Arbeitsfähigkeit zumutbar. Doch stellte die psychiatrische Gutachterin ihre entsprechende Einschätzung unter den Vorbehalt der "Umsetzbarkeit", indem sie auf die "krankheitsbedingt" instabile Kooperation der Beschwerdeführerin auch bei Eingliederungsbemühungen verwies. Wie es sich damit verhält, wird die Beschwerdegegnerin zu prüfen und hernach über die weitergehende Leistungspflicht im Rahmen des Streitgegenstandes (vgl. E. 2.2 hievor) zu befinden haben.”
“S. 10), sondern um die Frage nach deren Zumutbarkeit. Die Beschwerdegegnerin wird deshalb – nach Vervollständigung der medizinischen Akten durch Einholung der psychiatrisch-psychologischen Behandlungsaufzeichnungen sowie nach Prüfung bestehender Behandlungsoptionen – in einem ersten Schritt mittels des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens (Art. 21 Abs. 4 ATSG) die Beschwerdeführerin aufzufordern haben, sich adäquaten Behandlungsmassnahmen zu unterziehen. Alsdann wird sie bei einer mit der Beschwerdeführerin noch nicht befassten Institution eine Verlaufsbegutachtung anzuordnen und hiernach über den Rentenanspruch neu zu befinden haben.”
“Nur wenn sie zum Schluss gelangt, dass keine entsprechenden Massnahmen (mehr) in Frage kommen, kann ein Rentenanspruch im Grundsatz bejaht werden; andernfalls sind vorab geeignete Eingliederungsmassnahmen anzuordnen. Nach der gesetzlichen Konzeption kann deshalb eine Rente vor der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen (allenfalls auch rückwirkend) nur zugesprochen werden, wenn die versicherte Person wegen ihres Gesundheitszustandes nicht oder noch nicht eingliederungsfähig ist. Dass der Rentenanspruch grundsätzlich erst nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen entstehen kann, gilt dabei selbst im Fall, dass diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Anders verhält es sich nach Abklärungsmassnahmen, die zeigen sollen, ob die versicherte Person überhaupt eingliederungsfähig ist, und die dann ergeben, dass dies nicht zutrifft; diesfalls kann eine Rente rückwirkend zugesprochen werden (vgl. u.a. das Urteil des Bundesgerichts 9C_380/2021 vom 31. Januar 2022 E. 5.1. mit Hinweisen). 3.3. Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht die vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung von Leistungen vor, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt (Satz 1). Vorgängig muss ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt werden (Satz 2). 4. 4.1. Gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden Untersuchungsgrundsatz ist der rechtserhebliche Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln, und zwar richtig und vollständig (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG; BGE 136 V 376, 377 E. 4.1.1; BGE 133 V 196, 200 E. 1.4). 4.2. Zur Frage, inwieweit das Verhalten der versicherten Person überwiegend wahrscheinlich krankheitsbedingt oder aber steuerungsfähig ist, bedarf es einer verwertbaren ärztlichen Stellungnahme (vgl. u.a. das Urteil des Bundesgerichts 9C_24/2008 vom 27.”
“) lediglich noch ein sehr kleiner Anteil verblieb, in welchem sie tatsächlich einer Erwerbstätigkeit hätte nachgehen können. Die Beschwerdeführerin war seit nunmehr mehr als 20 Jahren nicht erwerbstätig. Deshalb und angesichts der Annahme, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 100 % arbeiten würde und eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 70 % aufweist, sind nun grundsätzlich Eingliederungsmassnahmen angezeigt. 5.7. Dementsprechend hat die Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerdeführerin zu Unrecht im Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2020 und ab dem 1. November 2021 aufgehoben. Da die medizinische Situation seit 2011 als unverändert gelten kann, hat sie in diesen Zeiträumen und bis auf Weiteres einen Anspruch auf eine Viertelsrente (auch diesbezüglich gilt das betreffend die Übergangsregelung unter E. 3.1. Gesagte). Davon ausgenommen ist der unumstrittene Anspruch auf eine ganze Invalidenrente im Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Oktober 2021. Die Beschwerdegegnerin hat die Motivation und Mitarbeit der Beschwerdeführerin vorausgesetzt (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG) die Verwertbarkeit der wiedergewonnen Arbeitsfähigkeit zu prüfen und anschliessend hat die Beschwerdegegnerin über die Rentenrevision in zeitlicher und masslicher Hinsicht neu zu Verfügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_720/2007 vom 28. April 2008 E. 4.2 und 9C_768/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_233/2021 vom 7. Juni 2021 E. 3.5.). 5.8. Mit diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt es sich, auf den Antrag bezüglich der Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung einzugehen. 6. 6.1. Im Lichte der obigen Ausführungen ist die Beschwerde insofern teilweise gutzuheissen, als die Verfügungen vom 1. April 2022 und vom 29. April 2022 teilweise aufzuheben sind, nämlich soweit sie den Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2020 und ab dem 1. November 2021 betreffen. Die Sache ist zur Durchführung der geeigneten Abklärungs- und Eingliederungsschritte im Sinne der obigen”
“, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdegegners werde hauptsächlich durch den Suchtmittelmissbrauch wesentlich beeinträchtigt, leuchte ohne Weiteres ein. Gestützt auf das Gutachten des Dr. med. B. vom 8. Februar 2021 stehe deshalb fest, dass der Beschwerdegegner nicht invalid im Sinne des Gesetzes sei, weil sich seine Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen - Suchtmittelentzug und Behandlung des ADHS - noch wesentlich hätte verbessern lassen. Indessen sei er seit 1. Mai 2017 vollständig arbeitsunfähig gewesen, weil die erforderlichen medizinischen Eingliederungsmassnahmen bis zum Verfügungserlass am 14. Juli 2021 nicht an die Hand genommen worden seien. Der Einwand der IV-Stelle, der Beschwerdegegner hätte sich problemlos selbst eingliedern können, gehe fehl, da es für ihn nicht erkennbar gewesen sei, welche medizinischen Massnahmen er hätte ergreifen müssen. Die IV-Stelle wäre nach Erhalt des Gutachtens des Dr. med. B. gehalten gewesen, den Beschwerdegegner zur Erfüllung seiner Schadenminderungs- resp. Eingliederungspflicht anzuhalten. Auf eine Weigerung hin hätte erst nach Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG reagiert werden können. Der Beschwerdegegner sei also im massgebenden Zeitraum ab 1. Mai 2017 (sechs Monate nach der Anmeldung im November 2016) in allen für ihn in Frage kommenden Erwerbstätigkeiten vollständig arbeitsunfähig gewesen. Da das Wartejahr am 1. Mai 2017 bereits abgelaufen sei, habe er ab 1. Mai 2017 bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 100 % Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.”
Fehlt der Eingliederungswille bzw. die subjektive Eingliederungsfähigkeit (Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen), darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Eingliederungsmassnahmen und ohne Durchführung des Mahn‑ und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Bei der Beurteilung sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Angaben (z. B. zu Krankheitsüberzeugung und Arbeitsmotivation) sowie die im Vorbescheidverfahren und vor dem kantonalen Versicherungsgericht gemachten Ausführungen von Bedeutung. Von fehlendem Eingliederungswillen ist indessen nur dann auszugehen, wenn dies mit der überwiegenden Wahrscheinlichkeit festgestellt werden kann.
“Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass die versicherte Person entgegen der Regel in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1 S. 211 mit zahlreichen Hinweisen und E. 6 S. 214 f.; Urteile 9C_574/2019 vom 16. Oktober 2019 E. 3.1 mit Hinweisen und 9C_183/2015 vom 19. August 2015 E. 5, in: SVR 2015 IV Nr. 41 S. 139). Fehlt der Eingliederungswille bzw. die subjektive Eingliederungsfähigkeit, d.h. ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben, darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen resp. gestellten Anträge (Urteile 9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E. 3.1; 9C_797/2018 vom 10. September 2019 E. 5.1, je mit Hinweisen).”
“Altersjahr zurückgelegt haben revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (Urteil BGer 9C_87/2016 vom 23. November 2016 E. 5.2.1 mit Hinweisen). Bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit, d. h. wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben ist, darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen bzw. gestellten Anträge (Urteil BGer 9C_797/2018 vom 10. September 2019 E. 5.1 mit Hinweisen, bestätigt in Urteil BGer 9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E. 3.1). Es ist nur dann von fehlendem Eingliederungswillen bzw. fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit auszugehen, wenn er mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht (Urteil BGer 9C_231/2015 vom 7.”
“Ausnahmen von der diesfalls grundsätzlich («vermutungsweise») anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_233/2021 vom 7. Juni 2021 E. 2.3 mit Hinweisen). Praxisgemäss darf bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit, wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben ist, die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_480/2018 vom 26. November 2018 E. 7.3 und 8C_311/2018 vom 16. November 2018 E. 5.5). So können berufliche Massnahmen zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens beziehungsweise einer entsprechenden Motivation der versicherten Person (Urteile des Bundesgerichts 8C_111/2018 vom 21. August 2018 E. 6.4 und 9C_59/2017 vom 21. Juni 2017 E. 3.3). Von fehlendem Eingliederungswillen oder fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit ist indes nur dann auszugehen, wenn sie mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6) feststehen. Dabei sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung und Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor dem kantonalen Versicherungsgericht gemachten Ausführungen und die gestellten Anträge (vgl.”
“Fehlt der Eingliederungswille bzw. die subjektive Eingliederungsfähigkeit, d.h. ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben, darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer entsprechenden Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidverfahren und vor dem kantonalen Versicherungsgericht gemachten Ausführungen resp. gestellten Anträge (Urteile 9C_541/2020 vom 1. März 2021 E. 4.4.2; 9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E. 3.1; 9C_797/2018 vom 10. September 2019 E. 5.1).”