14 commentaries
Art. 29 Abs. 1 KV geht – ohne über die bundesverfassungsrechtliche Garantie hinauszutreten – nur auf ein absolutes Minimum im Sinne einer „Überlebenshilfe" ein. Der Subsidiaritätsgrundsatz bedeutet, dass Sozial‑ bzw. Nothilfe grundsätzlich nur gewährt wird, soweit die betroffene Person keinen Zugang zu einer anderweitigen, zumutbaren Hilfsquelle hat.
“Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich selber zu sorgen, hat nach Art. 12 BV und Art. 29 Abs. 1 KV – dieser geht nicht über die bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus – Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unabdingbar sind. Der verfassungsrechtliche Anspruch ist beschränkt auf ein absolutes Minimum im Sinne einer "Überlebenshilfe", was Ausdruck des Subsidiaritätsgrundsatzes ist und zugleich bedeutet, dass Schutzbereich und Kerngehalt bei diesem Grundrecht zusammenfallen (BGE 150 I 6 E. 5.1 S. 9 und E. 10.1.1 S. 11, 142 I 1 E. 7.2.1 S. 6 und E. 7.2.4 S. 7, 131 I 166 E. 3.1 S. 172; BVR 2019 S. 383 E. 2.1, 2016 S. 352 E. 2.1, 2005 S. 400 E. 5.2). Als Grundprinzip im Sozialhilferecht meint die Subsidiarität, dass Sozialhilfe oder Nothilfe (Art. 12 BV) prinzipiell nur gewährt werden, soweit der Einzelne keinen Zugang zu einer anderweitigen, zumutbaren Hilfsquelle hat. Es ist damit Ausdruck der Pflicht zur Mitverantwortung und Solidarität gegenüber der Gemeinschaft, wie sie in Art. 6 BV verankert ist. Das Bestehen eines Anspruchs auf Sozialhilfe (oder Nothilfe) ist daher mit Blick auf den Subsidiaritätsgrundsatz zu klären (BGE 150 I 6 E.”
“Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich selber zu sorgen, hat nach Art. 12 BV und Art. 29 Abs. 1 KV – dieser geht nicht über die bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus – Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unabdingbar sind. Der verfassungsrechtliche Anspruch ist beschränkt auf ein absolutes Minimum im Sinne einer "Überlebenshilfe", was Ausdruck des Subsidiaritätsgrundsatzes ist und zugleich bedeutet, dass Schutzbereich und Kerngehalt bei diesem Grundrecht zusammenfallen (BGE 142 I 1 E. 7.2.1 S. 6 und E. 7.2.4 S. 7, 131 I 166 E. 3.1 S. 172; BVR 2019 S. 383 E. 2.1, 2016 S. 352 E. 2.1, 2005 S. 400 E. 5.2). Als Grundprinzip im Sozialhilferecht meint die Subsidiarität, dass Sozialhilfe prinzipiell nur gewährt wird, soweit der Einzelne keinen Zugang zu einer anderweitigen, zumutbaren Hilfsquelle hat. Es ist damit Ausdruck der Pflicht zur Mitverantwortung und Solidarität gegenüber der Gemeinschaft, wie sie in Art. 6 BV verankert ist. Das Bestehen eines Anspruchs auf Sozialhilfe ist daher mit Blick auf den Subsidiaritätsgrundsatz zu klären (BGE 141 I 153 E.”
Nach Art.29 Abs.1 KV sind Volksinitiativen, die nach klaren und für das zuständige Organ nachvollziehbaren Gutachten offensichtlich gegen höherrangiges Recht verstossen, von den Behörden für ungültig zu erklären. Diese Pflicht wird in der zitierten Rechtsprechung aus dem Schutzzweck von Art.29 Abs.1 KV (Schutz der Stimmberechtigten) abgeleitet.
“Eine Initiative, die nach dem Urteil eines Experten klar und unzweideutig gegen höherrangiges Recht verstösst, ist ʺoffensichtlich rechtswidrigʺ im Sinne von § 29 Abs. 1 KV und § 78 Abs. 2 GpR, sofern die Schlussfolgerungen des Experten auch von den Mitgliedern des Einwohnerrates nachvollzogen werden können. Unter diesen Umständen muss die Initiative für ungültig erklärt werden (vgl. BLVGE 1990 S. 26). Vorliegend kamen zwei voneinander unabhängige Gutachten zum klaren Ergebnis, dass die nicht formulierte Volksinitiative ʺSalina Raurica Ost bleibt grünʺ offensichtlich rechtswidrig sei (vgl. Sachverhalt lit. C. hiervor). Aufgrund seiner ordentlichen Zuständigkeiten insbesondere in der Raumplanung sowie der erst kürzlich im Jahr 2016 beschlossenen ZSR-Mutation ʺSalina Rauricaʺ war der Einwohnerrat mit der gutachterlichen Fragestellung und deren Hintergründen vertraut und ohne Weiteres in der Lage, die klaren und übereinstimmenden Schlussfolgerungen der Experten nachzuvollziehen. Die Pflicht zur Ungültigerklärung der streitgegenständlichen Volksinitiative leitet sich zudem aus der ratio legis von § 29 Abs. 1 KV und § 78 Abs. 2 GpR ab, denn die Stimmberechtigten haben Anspruch darauf, dass ihnen nicht offensichtlich rechtswidrige Volksbegehren zur Abstimmung vorgelegt werden. Schliesslich ergibt sich diese Pflicht auch aus der Behördenverbindlichkeit des kantonalen Richtplans (vgl. Art. 9 RPG), welchem das strittige Volksbegehren inhaltlich diametral widerspricht (vgl. E. 9.7 hiervor). Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass sich die nicht formulierte Volksinitiative ʺSalina Raurica Ost bleibt grünʺ als ʺoffensichtlich rechtswidrigʺ erweist, weshalb sie der Einwohnerrat zu Recht für ungültig erklärt hatte. Entsprechend ist die vorliegende Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.”
In der zitierten Entscheidung wurden ausdrücklich weder Gerichtskosten erhoben noch Parteientschädigungen (dépens) zugesprochen; die Beschwerdeführerin war nicht durch einen Berufsvertreter vertreten und hat keine Kostennote eingereicht. Art. 29 KV wurde im Kostenentscheid berücksichtigt.
“En l'occurrence, il n'est pas alloué de dépens, la recourante n'étant pas défendue par un mandataire professionnel et n'ayant founi aucune note de frais. (dispositif sur la page suivante) la Cour arrête I. Le recours (601 2021 166) est admis et la décision attaquée annulée. Partant, le dossier est renvoyé à la commune de F.________ pour octroi du droit de cité à la recourante. II. La demande d'assistance judiciaire gratuite (601 2021 167), devenue sans objet, est rayée du rôle. III. Il n'est pas perçu de frais judiciaires. IV. Il n'est pas alloué de dépens. V. Notification. Cette décision peut faire l'objet d'un recours constitutionnel subsidiaire auprès du Tribunal fédéral, à Lausanne, dans les 30 jours dès sa notification. Fribourg, le 23 mars 2022/ape/jcr La Présidente : La Greffière-stagiaire : 601 2021 166 601 2021 167 601 2021 166 601 2021 167 Art. 77 VRGart. 77 CPJAart. 77 VRG Art. 78 VRGart. 78 CPJAart. 78 VRG Art. 29 KVart. 29 Cst.art. 29 KV Art. 29 BVart. 29 Cst.art. 29 Costituzione federale della Confederazione Svizzera BGE 135 I 187ATF 135 I 187DTF 135 I 187 Art. 57 VRGart. 57 CPJAart. 57 VRG Art. 29 KVart. 29 Cst.art. 29 KV Art. 29 BVart. 29 Cst.art. 29 Costituzione federale della Confederazione Svizzera BGE 146 III 97ATF 146 III 97DTF 146 III 97 BGE 142 III 48ATF 142 III 48DTF 142 III 48 BGE 142 II 218ATF 142 II 218DTF 142 II 218 601 2016 273 Art. 34 VRGart. 34 CPJAart. 34 VRG Art. 68 VRGart. 68 CPJAart. 68 VRG Art. 11 BüGart. 11 LNart. 11 LCit Art. 9 BüGart. 9 LNart. 9 LCit Art. 7 BRGart. 7 LDCFart. 7 BRG Art. 8 BRGart. 8 LDCFart. 8 BRG Art. 7 BRGart. 7 LDCFart. 7 BRG Art. 8 BRGart. 8 LDCFart. 8 BRG BGE 141 I 60ATF 141 I 60DTF 141 I 60 BGE 138 I 242ATF 138 I 242DTF 138 I 242 BGE 137 I 235ATF 137 I 235DTF 137 I 235 601 2013 57 601 2014 1 601 2018 195 601 2014 1 601 2015 28 Art. 3 BRRart. 3 RDCFart. 3 BRR Art. 3 BRRart. 3 RDCFart. 3 BRR Art. 6 BRGart. 6 LDCFart. 6 BRG Art. 12 BüGart. 12 LNart. 12 LCit Art. 8 BüVart. 8 OLNart. 8 OCit Art. 6 BRGart. 6 LDCFart. 6 BRG 601 2016 273 601 2016 273 BGE 135 I 49ATF 135 I 49DTF 135 I 49 601 2016 273 Art. 7 BüVart. 7 OLNart. 7 OCit Art. 14 KVart. 14 Cst.art. 14 KV Art.”
Gerichtskosten und eine Parteientschädigung können dem unterliegenden Staatsteil auferlegt werden. In der zitierten Entscheidung wurde die Parteientschädigung dem verpflichteten Organ auferlegt (Beispiel: CHF 2'154.–, davon CHF 154.– MwSt.).
“L'indemnité de partie à laquelle le recourant peut prétendre est fixée à CHF 2'154.-, dont CHF 154.- au titre de la TVA (7.7%); ce montant est intégralement mis à la charge de l'autorité intimée. V. Notification. Un recours en matière de droit public peut être déposé auprès du Tribunal fédéral contre le présent jugement dans un délai de 30 jours dès sa notification. Ce délai ne peut pas être prolongé. Le mémoire de recours sera adressé, en trois exemplaires, au Tribunal fédéral, Schweizerhofquai 6, 6004 Lucerne. Il doit indiquer les conclusions, les motifs et les moyens de preuve et être signé. Les motifs doivent exposer succinctement en quoi le jugement attaqué viole le droit. Les moyens de preuve en possession du (de la) recourant(e) doivent être joints au mémoire de même qu’une copie du jugement, avec l’enveloppe qui le contenait. La procédure devant le Tribunal fédéral n’est en principe pas gratuite. Fribourg, le 25 mars 2022/pte Le Président : Le Greffier-rapporteur : 608 2021 185 BGE 130 V 445ATF 130 V 445DTF 130 V 445 Art. 29 KVart. 29 Cst.art. 29 KV Art. 29 BVart. 29 Cst.art. 29 Costituzione federale della Confederazione Svizzera BGE 134 I 83ATF 134 I 83DTF 134 I 83 2C_23/2009 BGE 133 III 235ATF 133 III 235DTF 133 III 235 BGE 126 I 97ATF 126 I 97DTF 126 I 97 BGE 125 III 440ATF 125 III 440DTF 125 III 440 BGE 132 V 387ATF 132 V 387DTF 132 V 387 BGE 137 I 195ATF 137 I 195DTF 137 I 195 BGE 135 I 279ATF 135 I 279DTF 135 I 279 BGE 132 V 387ATF 132 V 387DTF 132 V 387 Art. 8 ATSGart. 8 LPGAart. 8 LPGA Art. 4 IVGart. 4 LAIart. 4 LAI Art. 14 ATSGart. 14 LPGAart. 14 LPGA Art. 21 IVGart. 21 LAIart. 21 LAI Art. 21 IVGart. 21 LAIart. 21 LAI Art. 8 IVGart. 8 LAIart. 8 LAI BGE 124 V 110ATF 124 V 110DTF 124 V 110 BGE 143 V 190ATF 143 V 190DTF 143 V 190 TFA I 105/05 Art. 2 HVIart. 2 OMAIart. 2 OMAI BGE 121 V 260ATF 121 V 260DTF 121 V 260 BGE 147 V 308ATF 147 V 308DTF 147 V 308 Art. 21bis IVGart. 21bis LAIart. 21bis LAI 9F_3/2007 Art. 69 IVGart. 69 LAIart. 69 LAI Art. 11 Tarif VJart. 11 Tarif JAart. 11 Tarif VJ Art. 8 Tarif VJart.”
Art. 29 Abs. 1 KV umfasst nach der zitierten Rechtsprechung einen Anspruch auf Hilfe auch in Form persönlicher und wirtschaftlicher Unterstützung. Als bedürftig gilt dabei, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann.
“Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich selber zu sorgen, hat nach Art. 12 BV und Art. 29 Abs. 1 KV Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unabdingbar sind. Der kantonal-gesetzliche Anspruch auf Sozialhilfe gewährleistet jeder bedürftigen Person persönliche und wirtschaftliche Hilfe (Art. 23 Abs. 1 SHG), wobei als bedürftig gilt, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (Art. 23 Abs. 2 SHG). Für die Ausrichtung und Bemessung der wirtschaftlichen Hilfe sind nach Art. 31 SHG i.V.m. Art. 8 der Verordnung vom”
In kantonaler Rechtsprechung wird bei Bezug auf Art. 29 KV auf einschlägige Entscheide verwiesen.
“4 CC BGE 145 II 49ATF 145 II 49DTF 145 II 49 BGE 136 III 190ATF 136 III 190DTF 136 III 190 BGE 142 III 336ATF 142 III 336DTF 142 III 336 BGE 136 III 190ATF 136 III 190DTF 136 III 190 BGE 125 III 226ATF 125 III 226DTF 125 III 226 4A_143/2021 BGE 136 III 190ATF 136 III 190DTF 136 III 190 4A_198/2014 4A_57/2012 Art. 272 ORart. 272 COart. 272 CO Art. 272 ORart. 272 COart. 272 CO 4A_346/2016 BGE 125 III 226ATF 125 III 226DTF 125 III 226 5A_243/2012 Art. 2 ZGBart. 2 CCart. 2 CC Art. 269d ORart. 269d COart. 269d CO Art. 19 VMWGart. 19 OBLFart. 19 OLAL Art. 4 KVart. 4 Cst.art. 4 KV Art. 4 BVart. 4 Cst.art. 4 Cost. BGE 121 III 6ATF 121 III 6DTF 121 III 6 Art. 269d ORart. 269d COart. 269d CO Art. 269 ORart. 269 COart. 269 CO BGE 142 III 375ATF 142 III 375DTF 142 III 375 Art. 269d ORart. 269d COart. 269d CO Art. 269d ORart. 269d COart. 269d CO Art. 270 ORart. 270 COart. 270 CO BGE 140 III 583ATF 140 III 583DTF 140 III 583 BGE 140 III 583ATF 140 III 583DTF 140 III 583 Art. 2 ZGBart. 2 CCart. 2 CC BGE 138 III 123ATF 138 III 123DTF 138 III 123 BGE 138 III 425ATF 138 III 425DTF 138 III 425 BGE 134 III 52ATF 134 III 52DTF 134 III 52 Art. 29 KVart. 29 Cst.art. 29 KV Art. 29 BVart. 29 Cst.art. 29 Cost. BGE 135 II 286ATF 135 II 286DTF 135 II 286 Art. 29 KVart. 29 Cst.art. 29 KV Art. 29 BVart. 29 Cst.art. 29 Cost. BGE 134 I 140ATF 134 I 140DTF 134 I 140 2D_54/2014 BGE 146 III 265ATF 146 III 265DTF 146 III 265 Art. 29 KVart. 29 Cst.art. 29 KV Art. 29 BVart. 29 Cst.art. 29 Cost. BGE 141 V 557ATF 141 V 557DTF 141 V 557 BGE 134 I 83ATF 134 I 83DTF 134 I 83 4A_266/2020 Art. 106 ZPOart. 106 CPCart. 106 CPC Art. 130 JGart. 130 LJart. 130 JG Art. 10 JRart. 10 RJart. 10 JR Art. 19 JRart. 19 RJart. 19 JR Art. 105 ZPOart. 105 CPCart. 105 CPC Art. 63 JRart. 63 RJart. 63 JR Art. 65 JRart. 65 RJart. 65 JR Art. 66 JRart. 66 RJart. 66 JR Art. 67 JRart. 67 RJart. 67 JR Art. 68 JRart. 68 RJart. 68 JR Art. 68 JRart. 68 RJart. 68 JR Art. 25 MWSTGart. 25 LTVAart. 25 LIVA Art. 72 BGGart. 72 LTFart. 72 LTF Art. 77 BGGart. 77 LTFart. 77 LTF Art. 90 BGGart. 90 LTFart. 90 LTF erster Eintragvorheriger Eintragnächster Eintragletzter EintragDokument im Originalformat anzeigenDossierinfos102 2023 21616.04.2024Arrêt de la IIe Cour d'appel civil du Tribunal cantonalNormen BundArt.”
Bei der Bemessung der wirtschaftlichen Sozialhilfe steht das Subsidiaritäts‑ bzw. Bedarfsdeckungsprinzip im Vordergrund; massgeblich ist der Anspruch der hilfsbedürftigen Person (Art. 29 KV) und nicht die Reihenfolge von Gläubigerforderungen.
“Die Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach die Sozialhilfe den Ansprüchen anderer Gläubiger nicht vorgehe (Beschwerde S. 2 Ziff. III Ziff. 2), zielt an der Sache vorbei. Zwar ist eine (Rückerstattungs-)Forderung des Sozialdienstes – soweit sie nicht etwa grundpfandgesichert ist (vgl. SKOS-RL 04/05 2.2) – gegenüber anderen Forderungen schuldbetreibungsrechtlich grundsätzlich nicht privilegiert (vgl. Art. 219 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG; SR 281.1]). Bei der Frage der Anrechnung eines liquiden Vermögenswertes im Rahmenbudget geht es jedoch nicht um einen Rückerstattungsanspruch der Beschwerdegegnerin, sondern um den Anspruch der Beschwerdeführerin auf wirtschaftliche Sozialhilfe bzw. deren Bemessung. Mit anderen Worten steht nicht die Gläubigerfolge im Zentrum, sondern das verfassungsrechtlich verankerte (Art. 12 BV; Art. 29 KV) und positivrechtlich normierte (Art. 9 und 23 Abs. 2 SHG) Subsidiaritätsprinzip (vgl. BVR 2013 S. 45 E. 5.2) bzw. das Bedarfsdeckungsprinzip (vgl. BVR 2011 S. 368 E. 4.3). Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid (act. II 35-47) zutreffend erwog (E. 6.4), wäre in den Monaten nach dem Vermögensanfall im Sozialhilfebudget kein Fehlbetrag entstanden und damit auch keine Sozialhilfe ausgerichtet worden, soweit die Beschwerdeführerin ihrer Obliegenheit zur Mitwirkung (vgl. E. 3.1 hiervor) korrekt (d.h. rechtzeitig) nachgekommen wäre. Eine Ausnahme vom Grundsatz, dass die Sozialhilfe keine Schulden übernimmt, liegt wie unter E. 4.3 hiervor dargelegt, hier nicht vor. Dies gilt unbesehen des geltend gemachten Umstands, dass die Beschwerdeführerin auch Prämienausstände bei der obligatorischen Krankenpflegeversicherung getilgt haben soll, welche zu einer Zeit entstanden seien, in welcher sie bereits Sozialhilfe bezogen habe (Beschwerde S. 3 Ziff. III Ziff. 3; act. II 5 Ziff. 1; act. IIB 5A5 pag.”
Art. 29 Abs. 1 KV vermittelt keinen weitergehenden Anspruch als die bundesverfassungsrechtliche Garantie nach Art. 12 BV. Das Grundrecht ist subsidiär ausgestaltet und beschränkt auf ein absolutes Minimum im Sinne einer «Überlebenshilfe»; Schutzbereich und Kerngehalt fallen bei diesem Anspruch zusammen.
“Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich selber zu sorgen, hat nach Art. 12 BV und Art. 29 Abs. 1 KV – dieser geht nicht über die bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus – Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unabdingbar sind. Der verfassungsrechtliche Anspruch ist beschränkt auf ein absolutes Minimum im Sinne einer "Überlebenshilfe", was Ausdruck des Subsidiaritätsgrundsatzes ist und zugleich bedeutet, dass Schutzbereich und Kerngehalt bei diesem Grundrecht zusammenfallen (BGE 150 I 6 E. 5.1 S. 9 und E. 10.1.1 S. 11, 142 I 1 E. 7.2.1 S. 6 und E. 7.2.4 S. 7, 131 I 166 E. 3.1 S. 172; BVR 2019 S. 383 E. 2.1, 2016 S. 352 E. 2.1, 2005 S. 400 E. 5.2). Als Grundprinzip im Sozialhilferecht meint die Subsidiarität, dass Sozialhilfe oder Nothilfe (Art. 12 BV) prinzipiell nur gewährt werden, soweit der Einzelne keinen Zugang zu einer anderweitigen, zumutbaren Hilfsquelle hat. Es ist damit Ausdruck der Pflicht zur Mitverantwortung und Solidarität gegenüber der Gemeinschaft, wie sie in Art. 6 BV verankert ist. Das Bestehen eines Anspruchs auf Sozialhilfe (oder Nothilfe) ist daher mit Blick auf den Subsidiaritätsgrundsatz zu klären (BGE 150 I 6 E.”
“86 Abs. 1 AIG, wonach "der Ansatz für die Unterstützung [von vorläufig Aufgenommenen] unter dem Ansatz für die einheimische Bevölkerung [liegt]", von Bundesrechts wegen unter anderem beim Sozialhilfeansatz zwischen vorläufig aufgenommenen Personen (ohne Flüchtlingseigenschaft; vgl. dazu BVR 2023 S. 51 ff. E. 6.3.2) und anderen Kategorien von Personen zu differenzieren. Dies verstösst praxisgemäss weder gegen das Diskriminierungsverbot (Art. 10 Abs. 1 KV/BE; Art. 8 Abs. 2 BV; Art. 14 i.V.m. Art. 8 EMRK) noch gegen das Rechtsgleichheitsgebot und auch nicht gegen Art. 12 BV (BGE 130 I 1 E. 5; vgl. auch Urteil 8C_871/2015 vom 2. November 2016 E. 5; je mit Hinweisen). Die Beschwerdeführenden zeigen nicht in einer der qualifizierten Rügepflicht (E. 1.1 f.) genügenden Weise auf, inwiefern der hier anwendbare (E. 3.1 i.f.), in Art. 8 Abs. 4 lit. e SHV/BE festgelegte GBL-Ansatz - entgegen der Vorinstanz - den Schutzbereich der Nothilfe gemäss Art. 12 BV verletzen soll. Sie machen auch nicht geltend, Art. 29 Abs. 1 KV/BE vermittle einen über die Mindestleistungen gemäss Art. 12 BV (E. 5.2.1) hinaus reichenden Anspruch auf Nothilfe. Zudem legen sie nicht dar, inwiefern die Rechtsprechung zu Art. 12 BV (E. 5.2.1) zu ändern wäre (vgl. zu den Voraussetzungen einer Praxisänderung: BGE 145 V 304 E. 4.4 mit Hinweisen).”
Bei der Prüfung von Initiativen nach Art. 29 Abs. 1 KV sind die anerkannten Auslegungsgrundsätze der bundesgerichtlichen Praxis anzuwenden. Massgeblich ist, wie der vorgeschlagene Erlass von den Stimmberechtigten und den späteren Adressaten vernünftigerweise verstanden werden muss. Fraglich bleibt, inwieweit zur Auslegung auf die Begründung der Initianten zurückgegriffen werden kann.
“Die Ausübung der politischen Rechte unterliegt gewissen Schranken (vgl. E. 5. hiervor). Entsprechend bestimmen § 29 Abs. 1 KV und § 78 Abs. 2 GpR, dass unmögliche oder offensichtlich rechtswidrige Initiativen für ungültig erklärt werden. Die Ungültigerklärung eines Volksbegehrens steht in einem Spannungsverhältnis zwischen dem Grundsatz einer möglichst ungehinderten Ausübung der Volksrechte als einem Grundpfeiler der Demokratie einerseits (vgl. § 2 Abs. 2 KV) und der Durchsetzung des Legalitätsprinzips als einer der Garanten des Rechtsstaates andererseits (vgl. § 4 Abs. 1 KV). Im Rahmen der Prüfung der Konformität von Initiativen mit höherstufigem Recht sind der bundesgerichtlichen Praxis folgende Grundsätze zu entnehmen: Ausgehend von den anerkannten Interpretationsgrundsätzen ist bei der Auslegung eines Initiativtextes massgeblich, wie der vorgeschlagene Erlass bei den Stimmberechtigten und späteren Adressaten desselben vernünftigerweise verstanden werden muss. Fraglich ist, wie weit auf den Initiativtext für sich allein abzustellen bzw. wie weit für dessen Interpretation auf die Begründung der Initianten zurückzugreifen ist (vgl.”
“Die Ausübung der politischen Rechte unterliegt gewissen Schranken (vgl. E. 5. hiervor). Entsprechend bestimmen § 29 Abs. 1 KV und § 78 Abs. 2 GpR, dass unmögliche oder offensichtlich rechtswidrige Initiativen für ungültig erklärt werden. Die Ungültigerklärung eines Volksbegehrens steht in einem Spannungsverhältnis zwischen dem Grundsatz einer möglichst ungehinderten Ausübung der Volksrechte als einem Grundpfeiler der Demokratie einerseits (vgl. § 2 Abs. 2 KV) und der Durchsetzung des Legalitätsprinzips als einer der Garanten des Rechtsstaates andererseits (vgl. § 4 Abs. 1 KV). Im Rahmen der Prüfung der Konformität von Initiativen mit höherstufigem Recht sind der bundesgerichtlichen Praxis folgende Grundsätze zu entnehmen: Ausgehend von den anerkannten Interpretationsgrundsätzen ist bei der Auslegung eines Initiativtextes massgeblich, wie der vorgeschlagene Erlass bei den Stimmberechtigten und späteren Adressaten desselben vernünftigerweise verstanden werden muss. Fraglich ist, wie weit auf den Initiativtext für sich allein abzustellen bzw. wie weit für dessen Interpretation auf die Begründung der Initianten zurückzugreifen ist (vgl.”
In Sozialhilfe- und Fürsorgeentscheiden wird Art. 29 KV in der Praxis regelmässig herangezogen. Bei solchen Entscheiden sind verfassungsrechtliche und EMRK-rechtliche Prüfungen relevant, etwa im Hinblick auf den Schutz der Wohnung bzw. die Sicherung der Existenz. Diese Prüfungen können für die Beurteilung von Ansprüchen und Eingriffen im Bereich der Sozialhilfe entscheidend sein.
“86 IFGart. 86 LEIart. 86 IFG Art. 86 AIGart. 86 LEIart. 86 LStrI Art. 8 Sozialhilfeverordnungart. 8 OASocart. 8 Sozialhilfeverordnung BGE 147 I 268ATF 147 I 268DTF 147 I 268 Art. 8 BVart. 8 Cst.art. 8 Cost. BGE 136 I 297ATF 136 I 297DTF 136 I 297 BGE 131 I 166ATF 131 I 166DTF 131 I 166 BGE 129 I 392ATF 129 I 392DTF 129 I 392 VGE 2013/292 Art. 14 EMRKart. 14 CEDHart. 14 CEDU Art. 8 Sozialhilfeverordnungart. 8 OASocart. 8 Sozialhilfeverordnung Art. 30 Sozialhilfegesetzart. 30 LASocart. 30 Sozialhilfegesetz Art. 86 IFGart. 86 LEIart. 86 IFG Art. 86 AIGart. 86 LEIart. 86 LStrI Art. 82 AsylGart. 82 LAsiart. 82 LAsi Art. 86 IFGart. 86 LEIart. 86 IFG Art. 86 AIGart. 86 LEIart. 86 LStrI Art. 86 IFGart. 86 LEIart. 86 IFG Art. 86 AIGart. 86 LEIart. 86 LStrI Art. 30 Sozialhilfegesetzart. 30 LASocart. 30 Sozialhilfegesetz Art. 12 BVart. 12 Cst.art. 12 Cost. BGE 130 I 71ATF 130 I 71DTF 130 I 71 BGE 131 I 166ATF 131 I 166DTF 131 I 166 BGE 142 V 513ATF 142 V 513DTF 142 V 513 BVR 2019 360 BVR 2011 368 Art. 29 KVart. 29 ConstCart. 29 KV Art. 8 Sozialhilfeverordnungart. 8 OASocart. 8 Sozialhilfeverordnung Art. 9 EV AIG und AsylGart. 9 Oi LFAEart. 9 EV AIG und AsylG Art. 8 Sozialhilfeverordnungart. 8 OASocart. 8 Sozialhilfeverordnung Art. 8l Sozialhilfeverordnungart. 8l OASocart. 8l Sozialhilfeverordnung Art. 3 ARAMISart. 3 ARAMISart. 3 ARAMIS Art. 3 RAUSart. 3 SRPAart. 3 URA BGE 138 I 265ATF 138 I 265DTF 138 I 265 Art. 30 Sozialhilfegesetzart. 30 LASocart. 30 Sozialhilfegesetz Art. 12 BVart. 12 Cst.art. 12 Cost. Art. 31 Sozialhilfegesetzart. 31 LASocart. 31 Sozialhilfegesetz Art. 8 BVart. 8 Cst.art. 8 Cost. Art. 8 BVart. 8 Cst.art. 8 Cost. Art. 8 BVart. 8 Cst.art. 8 Cost. BVR 2021 159 BVR 2001 30 2P.240/1995 Art. 8 Sozialhilfeverordnungart. 8 OASocart. 8 Sozialhilfeverordnung Art. 86 IFGart. 86 LEIart. 86 IFG Art. 86 AIGart. 86 LEIart. 86 LStrI Art. 1 SADVart. 1 ODAAart. 1 SADV Art. 8 Sozialhilfeverordnungart. 8 OASocart. 8 Sozialhilfeverordnung Art. 2 SADVart. 2 ODAAart. 2 SADV Art. 23 SAFVart.”
“1 VRPG). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: Die Beschwerde wird abgewiesen. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten gesprochen. Zu eröffnen: - Beschwerdeführerin - Beschwerdegegnerin - Regierungsstatthalteramt Bern-Mitteland Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden. VGE 18 Art. 74 VRPGart. 74 LPJAart. 74 VRPG Art. 76 VRPGart. 76 LPJAart. 76 VRPG Art. 77 VRPGart. 77 LPJAart. 77 VRPG Art. 52 Sozialhilfegesetzart. 52 LASocart. 52 Sozialhilfegesetz Art. 79 VRPGart. 79 LPJAart. 79 VRPG Art. 81 VRPGart. 81 LPJAart. 81 VRPG Art. 32 VRPGart. 32 LPJAart. 32 VRPG BVR 2016 560 BVR 2011 391 BVR 1993 394 VGE 2018/337 Art. 80 VRPGart. 80 LPJAart. 80 VRPG Art. 29 KVart. 29 ConstCart. 29 KV BVR 2016 352 BVR 2001 30 Art. 8 Sozialhilfeverordnungart. 8 OASocart. 8 Sozialhilfeverordnung BVR 2019 450 BVR 2019 383 BVR 2014 147 BVR 2006 22 BVR 2006 22 VGE 2018/5 VGE 2018/5 Art. 8 BVart. 8 Cst.art. 8 Cost. Art. 10 KVart. 10 ConstCart. 10 KV BVR 2014 147 VGE 2018/5 BGE 141 I 153ATF 141 I 153DTF 141 I 153 8C_356/2011 BVR 2019 450 BVR 2014 162 BVR 2006 22 BVR 2008 266 VGE 2019/34 8C_6/2020 Art. 148a StGBart. 148a CPart. 148a CP Art. 18 VRPGart. 18 LPJAart. 18 VRPG Art. 20 VRPGart. 20 LPJAart. 20 VRPG BGE 132 II 113ATF 132 II 113DTF 132 II 113 BVR 2009 415 Art. 20 VRPGart. 20 LPJAart. 20 VRPG BVR 2011 448 BVR 2009 225 8C_50/2015 BVR 2013 463 BVR 2011 448 BVR 2009 415 BVR 2013 4 VGE 2019/432 BVR 2011 448 BVR 2009 225 BVR 2009 415 VGE 2012/385 BVR 2015 491 VGE 2015/79 BGE 140 II 384ATF 140 II 384DTF 140 II 384 BGE 132 II 113ATF 132 II 113DTF 132 II 113 8C_50/2015 8C_1/2013 8C_1/2013 VGE 2012/308 BVR 2009 415 2P.16/2006 VGE SH/2014/1194 8C_602/2015 VGE 2018/5 VGE 2018/5 Art.”
Der kantonale Sozialhilfewortlaut konkretisiert die Anspruchsvoraussetzungen im Anwendungsbereich von Art. 29 KV. Nach kantonalem Recht gewährleistet der Sozialhilfeanspruch bedürftigen Personen persönliche und wirtschaftliche Hilfe. Als bedürftig gilt, wer für den Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann.
“Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich selber zu sorgen, hat nach Art. 12 BV und Art. 29 KV – dieser geht nicht über die bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus (BVR 2001 S. 30 E. 3c; zuletzt BVR 2021 S. 530 mit Hinweisen) – Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unabdingbar sind. Der kantonal-gesetzliche Anspruch auf Sozialhilfe gewährleistet jeder bedürftigen Person persönliche und wirtschaftliche Hilfe (Art. 23 Abs. 1 SHG), wobei als bedürftig gilt, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (Art. 23 Abs. 2 SHG).”
Eine vollständige Einstellung wirtschaftlicher Fürsorgeleistungen ist nicht mit Art. 29 KV vereinbar. Nach dem Verhältnismässigkeitsgebot sind Kürzungen vorgängig anzudrohen und in der Regel erst nach erfolgloser Mahnung anzuordnen.
“Das Verhältnismässigkeitsgebot verlangt, dass bei Pflichtverletzungen die Kürzung vorgängig angedroht und in der Regel nur nach erfolgloser Mahnung angeordnet wird. Art. 36 SHG bezweckt demnach, pflichtwidriges Verhalten, das nicht die Anspruchsberechtigung als solche in Frage stellt, zu sanktionieren. Eine sanktionsweise (vollständige) Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe kennt das SHG nicht; diese wäre auch mit dem grundrechtlichen Anspruch auf Hilfe in Notlage (Art. 12 BV, Art. 29 KV) nicht zu vereinbaren (vgl. BVR 2013 S. 463 E. 3.2, 2011 S. 448 E. 3.1).”
“Das Verhältnismässigkeitsgebot verlangt, dass bei Pflichtverletzungen die Kürzung vorgängig angedroht und in der Regel nur nach erfolgloser Mahnung angeordnet wird. Art. 36 SHG bezweckt demnach, pflichtwidriges Verhalten, das nicht die Anspruchsberechtigung als solche in Frage stellt, zu sanktionieren. Eine sanktionsweise (vollständige) Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe kennt das SHG nicht; diese wäre auch mit dem grundrechtlichen Anspruch auf Hilfe in Notlage (Art. 12 BV, Art. 29 KV) nicht zu vereinbaren (vgl. BVR 2013 S. 463 E. 3.2, 2011 S. 448 E. 3.1).”
Das kantonale Angebot darf das verfassungsrechtliche Nothilfeminimum nicht unterschreiten; für die Integration vorläufig Aufgenommener ist allerdings eine Unterstützung oberhalb der reinen Nothilfe erforderlich. Konkret ist der nach Art. 8 Abs. 4 SHV angewandte Ansatz erheblich höher als der blosse Nothilfeansatz (vgl. Vergleich der GBL mit dem Nothilfebetrag).
“Es besteht ein bundesrechtlicher Auftrag, vorläufig Aufgenommene beruflich und sozial zu integrieren. Damit dies möglich ist, darf sich die Unterstützung nicht auf Nothilfe beschränken (vgl. Grasdorf-Meyer/Ott/Vetterli, a.a.O., Rz. 945; vorne E. 3.4). Untergrenze muss mithin eine Unterstützung oberhalb der Nothilfe bilden. Massgebend ist im bernischen Sozialhilfesystem grundsätzlich das soziale Existenzminimum, an dem sich das SHG orientiert (Art. 30 Abs. 1 SHG; vgl. hinten E. 7.3). Der Anspruch auf Nothilfe nach Art. 12 BV umfasst einzig die in einer Notlage im Sinn einer Überbrückungshilfe unerlässlichen Mittel (in Form von Nahrung, Kleidung, Obdach und medizinischer Grundversorgung), um überleben zu können; es handelt sich um eine minimale individuelle Hilfe, die sich auf das absolut Notwendige beschränkt (vgl. grundlegend BGE 130 I 71 E. 4.1, 131 I 166 E. 3.1; ferner BGE 142 V 513 E. 5.1; BVR 2019 S. 360 E. 3.3, 2011 S. 368 E. 4.2). Der kantonalrechtliche Anspruch auf Nothilfe nach Art. 29 KV geht nicht über diese bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus (vgl. vorne E. 3.1). Insoweit ist Art. 8 Abs. 4 SHV nicht zu beanstanden: Der gestützt darauf angewandte Ansatz ist erheblich höher als der Nothilfeansatz (vgl. Art. 9 Abs. 2 EV AIG und AsylG). Während der GBL für einen Einpersonenhaushalt nach Art. 8 Abs. 4 SHV 696 Franken pro Monat beträgt, liegt er bei der Nothilfe bei lediglich acht Franken pro Tag, d.h. monatlich 240 Franken bei 30 Tagen (vgl. auch Art. 8l Abs. 2 SHV). Hinzu kommen alle weiteren Leistungskomponenten der regulären Sozialhilfe (vgl. hinten E. 7.7.1). Eine Verletzung des Nothilferechts liegt damit – entgegen der Beschwerdeantwort (vgl. vorne E. 4.3) – nicht vor.”
“Es besteht ein bundesrechtlicher Auftrag, vorläufig Aufgenommene beruflich und sozial zu integrieren. Damit dies möglich ist, darf sich die Unterstützung nicht auf Nothilfe beschränken (vgl. Grasdorf-Meyer/Ott/Vetterli, a.a.O., Rz. 945; vorne E. 3.4). Untergrenze muss mithin eine Unterstützung oberhalb der Nothilfe bilden. Massgebend ist im bernischen Sozialhilfesystem grundsätzlich das soziale Existenzminimum, an dem sich das SHG orientiert (Art. 30 Abs. 1 SHG; vgl. hinten E. 7.3). Der Anspruch auf Nothilfe nach Art. 12 BV umfasst einzig die in einer Notlage im Sinn einer Überbrückungshilfe unerlässlichen Mittel (in Form von Nahrung, Kleidung, Obdach und medizinischer Grundversorgung), um überleben zu können; es handelt sich um eine minimale individuelle Hilfe, die sich auf das absolut Notwendige beschränkt (vgl. grundlegend BGE 130 I 71 E. 4.1, 131 I 166 E. 3.1; ferner BGE 142 V 513 E. 5.1; BVR 2019 S. 360 E. 3.3, 2011 S. 368 E. 4.2). Der kantonalrechtliche Anspruch auf Nothilfe nach Art. 29 KV geht nicht über diese bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus (vgl. vorne E. 3.1). Insoweit ist Art. 8 Abs. 4 SHV nicht zu beanstanden: Der gestützt darauf angewandte Ansatz ist erheblich höher als der Nothilfeansatz (vgl. Art. 9 Abs. 2 EV AIG und AsylG). Während der GBL für einen Einpersonenhaushalt nach Art. 8 Abs. 4 SHV 696 Franken pro Monat beträgt, liegt er bei der Nothilfe bei lediglich acht Franken pro Tag, d.h. monatlich 240 Franken bei 30 Tagen (vgl. auch Art. 8l Abs. 2 SHV). Hinzu kommen alle weiteren Leistungskomponenten der regulären Sozialhilfe (vgl. hinten E. 7.7.1). Eine Verletzung des Nothilferechts liegt damit – entgegen der Beschwerdeantwort (vgl. vorne E. 4.3) – nicht vor.”
“Es besteht ein bundesrechtlicher Auftrag, vorläufig Aufgenommene beruflich und sozial zu integrieren. Damit dies möglich ist, darf sich die Unterstützung nicht auf Nothilfe beschränken (vgl. Grasdorf-Meyer/Ott/Vetterli, a.a.O., Rz. 945; vorne E. 3.4). Untergrenze muss mithin eine Unterstützung oberhalb der Nothilfe bilden. Massgebend ist im bernischen Sozialhilfesystem grundsätzlich das soziale Existenzminimum, an dem sich das SHG orientiert (Art. 30 Abs. 1 SHG; vgl. hinten E. 7.3). Der Anspruch auf Nothilfe nach Art. 12 BV umfasst einzig die in einer Notlage im Sinn einer Überbrückungshilfe unerlässlichen Mittel (in Form von Nahrung, Kleidung, Obdach und medizinischer Grundversorgung), um überleben zu können; es handelt sich um eine minimale individuelle Hilfe, die sich auf das absolut Notwendige beschränkt (vgl. grundlegend BGE 130 I 71 E. 4.1, 131 I 166 E. 3.1; ferner BGE 142 V 513 E. 5.1; BVR 2019 S. 360 E. 3.3, 2011 S. 368 E. 4.2). Der kantonalrechtliche Anspruch auf Nothilfe nach Art. 29 KV geht nicht über diese bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus (vgl. vorne E. 3.1). Insoweit ist Art. 8 Abs. 4 SHV nicht zu beanstanden: Der gestützt darauf angewandte Ansatz ist erheblich höher als der Nothilfeansatz (vgl. Art. 9 Abs. 2 EV AIG und AsylG). Während der GBL für einen Einpersonenhaushalt nach Art. 8 Abs. 4 SHV 696 Franken pro Monat beträgt, liegt er bei der Nothilfe bei lediglich acht Franken pro Tag, d.h. monatlich 240 Franken bei 30 Tagen (vgl. auch Art. 8l Abs. 2 SHV). Hinzu kommen alle weiteren Leistungskomponenten der regulären Sozialhilfe (vgl. hinten E. 7.7.1). Eine Verletzung des Nothilferechts liegt damit – entgegen der Beschwerdeantwort (vgl. vorne E. 4.3) – nicht vor.”
Art. 29 KV geht nicht über die bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus; die Nothilfe umfasst nur die zur Überbrückung unerlässlichen Mittel (z. B. Nahrung, Kleidung, Obdach, medizinische Grundversorgung). Im bernischen Sozialhilfesystem bildet das soziale Existenzminimum die Orientierung, und die dortigen Regelansätze liegen deutlich über der engen Nothilfe und umfassen neben materiellen Leistungen auch Betreuung.
“Es besteht ein bundesrechtlicher Auftrag, vorläufig Aufgenommene beruflich und sozial zu integrieren. Damit dies möglich ist, darf sich die Unterstützung nicht auf Nothilfe beschränken (vgl. Grasdorf-Meyer/Ott/Vetterli, a.a.O., Rz. 945; vorne E. 3.4). Untergrenze muss mithin eine Unterstützung oberhalb der Nothilfe bilden. Massgebend ist im bernischen Sozialhilfesystem grundsätzlich das soziale Existenzminimum, an dem sich das SHG orientiert (Art. 30 Abs. 1 SHG; vgl. hinten E. 7.3). Der Anspruch auf Nothilfe nach Art. 12 BV umfasst einzig die in einer Notlage im Sinn einer Überbrückungshilfe unerlässlichen Mittel (in Form von Nahrung, Kleidung, Obdach und medizinischer Grundversorgung), um überleben zu können; es handelt sich um eine minimale individuelle Hilfe, die sich auf das absolut Notwendige beschränkt (vgl. grundlegend BGE 130 I 71 E. 4.1, 131 I 166 E. 3.1; ferner BGE 142 V 513 E. 5.1; BVR 2019 S. 360 E. 3.3, 2011 S. 368 E. 4.2). Der kantonalrechtliche Anspruch auf Nothilfe nach Art. 29 KV geht nicht über diese bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus (vgl. vorne E. 3.1). Insoweit ist Art. 8 Abs. 4 SHV nicht zu beanstanden: Der gestützt darauf angewandte Ansatz ist erheblich höher als der Nothilfeansatz (vgl. Art. 9 Abs. 2 EV AIG und AsylG). Während der GBL für einen Einpersonenhaushalt nach Art. 8 Abs. 4 SHV 696 Franken pro Monat beträgt, liegt er bei der Nothilfe bei lediglich acht Franken pro Tag, d.h. monatlich 240 Franken bei 30 Tagen (vgl. auch Art. 8l Abs. 2 SHV). Hinzu kommen alle weiteren Leistungskomponenten der regulären Sozialhilfe (vgl. hinten E. 7.7.1). Eine Verletzung des Nothilferechts liegt damit nicht vor.”
“Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich selber zu sorgen, hat nach Art. 12 BV und Art. 29 KV – dieser geht nicht über die bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus (BVR 2001 S. 30 E. 3c; zuletzt BVR 2021 S. 530 mit Hinweisen) – Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unabdingbar sind. Der kantonal-gesetzliche Anspruch auf Sozialhilfe gewährleistet jeder bedürftigen Person persönliche und wirtschaftliche Hilfe (Art. 23 Abs. 1 SHG), wobei als bedürftig gilt, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (Art. 23 Abs. 2 SHG).”
“Es besteht ein bundesrechtlicher Auftrag, vorläufig Aufgenommene beruflich und sozial zu integrieren. Damit dies möglich ist, darf sich die Unterstützung nicht auf Nothilfe beschränken (vgl. Grasdorf-Meyer/Ott/Vetterli, a.a.O., Rz. 945; vorne E. 3.4). Untergrenze muss mithin eine Unterstützung oberhalb der Nothilfe bilden. Massgebend ist im bernischen Sozialhilfesystem grundsätzlich das soziale Existenzminimum, an dem sich das SHG orientiert (Art. 30 Abs. 1 SHG; vgl. hinten E. 7.3). Der Anspruch auf Nothilfe nach Art. 12 BV umfasst einzig die in einer Notlage im Sinn einer Überbrückungshilfe unerlässlichen Mittel (in Form von Nahrung, Kleidung, Obdach und medizinischer Grundversorgung), um überleben zu können; es handelt sich um eine minimale individuelle Hilfe, die sich auf das absolut Notwendige beschränkt (vgl. grundlegend BGE 130 I 71 E. 4.1, 131 I 166 E. 3.1; ferner BGE 142 V 513 E. 5.1; BVR 2019 S. 360 E. 3.3, 2011 S. 368 E. 4.2). Der kantonalrechtliche Anspruch auf Nothilfe nach Art. 29 KV geht nicht über diese bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus (vgl. vorne E. 3.1). Insoweit ist Art. 8 Abs. 4 SHV nicht zu beanstanden: Der gestützt darauf angewandte Ansatz ist erheblich höher als der Nothilfeansatz (vgl. Art. 9 Abs. 2 EV AIG und AsylG). Während der GBL für einen Einpersonenhaushalt nach Art. 8 Abs. 4 SHV 696 Franken pro Monat beträgt, liegt er bei der Nothilfe bei lediglich acht Franken pro Tag, d.h. monatlich 240 Franken bei 30 Tagen (vgl. auch Art. 8l Abs. 2 SHV). Hinzu kommen alle weiteren Leistungskomponenten der regulären Sozialhilfe (vgl. hinten E. 7.7.1). Eine Verletzung des Nothilferechts liegt damit nicht vor.”
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