6 commentaries
Art. 104 Abs. 1 MWSTG bestätigt, dass die in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerte Unschuldsvermutung auch im Mehrwertsteuerstrafverfahren gilt; die beschuldigte Person hat Anspruch auf ein faires Strafverfahren.
“Die u.a. in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerte Unschuldsvermutung gilt auch im Mehrwertsteuerstrafverfahren (vgl. Art. 104 Abs. 1 MWSTG). Art. 104 Abs. 2 MWSTG statuiert zudem explizit, dass die beschuldigte Person nicht verpflichtet ist, sich in einem Strafverfahren selbst zu belasten. Die von ihr im Steuererhebungsverfahren gestützt auf die in Art. 68 und 73 MWSTG verankerte Auskunftspflicht erteilten Auskünfte oder Beweismittel aus einer Kontrolle nach Art. 78 MWSTG dürfen in einem Strafverfahren nur dann verwendet werden, wenn die beschuldigte Person in diesem hierzu ihre Zustimmung erteilt (Art. 104 Abs. 3 MWSTG). Die Bestimmungen des VStrR, die den rechtskräftigen Entscheid über die Leistungs- oder Rückleistungspflicht für die Strafgerichte für verbindlich erklären (vgl. Art. 77 Abs. 4 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 2 VStrR) und die Strafverfolgungsbehörden verpflichten, mit dem Strafverfahren bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Leistungs- oder Rückleistungspflicht zuzuwarten (vgl. Art. 69 Abs. 2 und Art. 73 Abs. 1 letzter Satz VStrR), wurden in Art. 103 Abs. 1 MWSTG für das Mehrwertsteuerstrafverfahren daher für nicht anwendbar erklärt (vgl.”
“Die u.a. in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerte Unschuldsvermutung gilt auch im Mehrwertsteuerstrafverfahren (vgl. Art. 104 Abs. 1 MWSTG). Art. 104 Abs. 2 MWSTG statuiert zudem explizit, dass die beschuldigte Person nicht verpflichtet ist, sich in einem Strafverfahren selbst zu belasten. Die von ihr im Steuererhebungsverfahren gestützt auf die in Art. 68 und 73 MWSTG verankerte Auskunftspflicht erteilten Auskünfte oder Beweismittel aus einer Kontrolle nach Art. 78 MWSTG dürfen in einem Strafverfahren nur dann verwendet werden, wenn die beschuldigte Person in diesem hierzu ihre Zustimmung erteilt (Art. 104 Abs. 3 MWSTG). Die Bestimmungen des VStrR, die den rechtskräftigen Entscheid über die Leistungs- oder Rückleistungspflicht für die Strafgerichte für verbindlich erklären (vgl. Art. 77 Abs. 4 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 2 VStrR) und die Strafverfolgungsbehörden verpflichten, mit dem Strafverfahren bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Leistungs- oder Rückleistungspflicht zuzuwarten (vgl. Art. 69 Abs. 2 und Art. 73 Abs. 1 letzter Satz VStrR), wurden in Art. 103 Abs. 1 MWSTG für das Mehrwertsteuerstrafverfahren daher für nicht anwendbar erklärt (vgl.”
Art. 104 Abs. 3 MWSTG macht die Verwertbarkeit von im Steuererhebungsverfahren erteilten Auskünften und aus Kontrollen stammenden Beweismitteln im Strafverfahren von der Zustimmung der beschuldigten Person abhängig. Damit bezweckt die Bestimmung den Schutz strafprozessualer Rechte, namentlich der Unschuldsvermutung und der Freiheit, sich nicht selbst zu belasten. Zudem ermöglicht sie dem Strafgericht eine eigenständige Beweiswürdigung gegenüber steuerlichen Leistungsentscheiden, insbesondere mit Blick darauf, ob diese auf strafrechtlich unverwertbaren Beweisen oder auf einer Beweislastregelung beruhen, die mit dem Grundsatz in dubio pro reo unvereinbar wäre.
“Die u.a. in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerte Unschuldsvermutung gilt auch im Mehrwertsteuerstrafverfahren (vgl. Art. 104 Abs. 1 MWSTG). Art. 104 Abs. 2 MWSTG statuiert zudem explizit, dass die beschuldigte Person nicht verpflichtet ist, sich in einem Strafverfahren selbst zu belasten. Die von ihr im Steuererhebungsverfahren gestützt auf die in Art. 68 und 73 MWSTG verankerte Auskunftspflicht erteilten Auskünfte oder Beweismittel aus einer Kontrolle nach Art. 78 MWSTG dürfen in einem Strafverfahren nur dann verwendet werden, wenn die beschuldigte Person in diesem hierzu ihre Zustimmung erteilt (Art. 104 Abs. 3 MWSTG). Die Bestimmungen des VStrR, die den rechtskräftigen Entscheid über die Leistungs- oder Rückleistungspflicht für die Strafgerichte für verbindlich erklären (vgl. Art. 77 Abs. 4 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 2 VStrR) und die Strafverfolgungsbehörden verpflichten, mit dem Strafverfahren bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Leistungs- oder Rückleistungspflicht zuzuwarten (vgl. Art. 69 Abs. 2 und Art. 73 Abs. 1 letzter Satz VStrR), wurden in Art. 103 Abs. 1 MWSTG für das Mehrwertsteuerstrafverfahren daher für nicht anwendbar erklärt (vgl. BGE 149 IV 395 E. 3.8.1). Das Strafgericht darf entgegen Art. 77 Abs. 4 VStrR folglich eine eigene Beweiswürdigung vornehmen und es hat insbesondere zu prüfen, ob die Sachverhaltsfeststellung im steuerrechtlichen Leistungsentscheid auf strafrechtlich unverwertbaren Beweisen oder einer mit dem im Strafrecht geltenden Grundsatz "in dubio pro reo" unvereinbaren Beweislastumkehr beruht (vgl. BGE 149 IV 395 E. 3.8.1). Mit dieser Trennung von Steuererhebungs- und Strafverfahren im neuen Mehrwertsteuerstrafrecht wollte der Gesetzgeber die Wahrung der strafprozessualen Verfahrensrechte der beschuldigten Person sicherstellen (vgl.”
“Die u.a. in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerte Unschuldsvermutung gilt auch im Mehrwertsteuerstrafverfahren (vgl. Art. 104 Abs. 1 MWSTG). Art. 104 Abs. 2 MWSTG statuiert zudem explizit, dass die beschuldigte Person nicht verpflichtet ist, sich in einem Strafverfahren selbst zu belasten. Die von ihr im Steuererhebungsverfahren gestützt auf die in Art. 68 und 73 MWSTG verankerte Auskunftspflicht erteilten Auskünfte oder Beweismittel aus einer Kontrolle nach Art. 78 MWSTG dürfen in einem Strafverfahren nur dann verwendet werden, wenn die beschuldigte Person in diesem hierzu ihre Zustimmung erteilt (Art. 104 Abs. 3 MWSTG). Die Bestimmungen des VStrR, die den rechtskräftigen Entscheid über die Leistungs- oder Rückleistungspflicht für die Strafgerichte für verbindlich erklären (vgl. Art. 77 Abs. 4 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 2 VStrR) und die Strafverfolgungsbehörden verpflichten, mit dem Strafverfahren bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Leistungs- oder Rückleistungspflicht zuzuwarten (vgl. Art. 69 Abs. 2 und Art. 73 Abs. 1 letzter Satz VStrR), wurden in Art. 103 Abs. 1 MWSTG für das Mehrwertsteuerstrafverfahren daher für nicht anwendbar erklärt (vgl. BGE 149 IV 395 E. 3.8.1). Das Strafgericht darf entgegen Art. 77 Abs. 4 VStrR folglich eine eigene Beweiswürdigung vornehmen und es hat insbesondere zu prüfen, ob die Sachverhaltsfeststellung im steuerrechtlichen Leistungsentscheid auf strafrechtlich unverwertbaren Beweisen oder einer mit dem im Strafrecht geltenden Grundsatz "in dubio pro reo" unvereinbaren Beweislastumkehr beruht (vgl. BGE 149 IV 395 E. 3.8.1). Mit dieser Trennung von Steuererhebungs- und Strafverfahren im neuen Mehrwertsteuerstrafrecht wollte der Gesetzgeber die Wahrung der strafprozessualen Verfahrensrechte der beschuldigten Person sicherstellen (vgl.”
Wird eine strafrechtliche Mehrwertsteueruntersuchung gemäss Art. 104 Abs. 4 MWSTG angekündigt, wird die (relative) Verjährung für die betroffene Periode während der Dauer der Strafuntersuchung suspendiert. Die absolute Verjährungsfrist von zehn Jahren bleibt davon unberührt.
“La Cour de céans observe encore que le délai de la prescription relative peut être interrompu jusqu'à ce que la prescription absolue soit acquise (arrêt du TAF A-4256/2021 du 14 novembre 2022 consid. 2.5.1), laquelle est de dix ans à compter de la fin de la période fiscale pendant laquelle la créance est née. On observe en outre que l'adoption de l'art. 42 al. 6 LTVA a raccourci le délai de la prescription absolue de quinze ans à dix ans. A cet égard, le Tribunal de céans relève que, comme le délai de la prescription absolue, le délai de la prescription relative, dont l'interruption fait naître un nouveau délai de deux ans seulement lorsqu'il est interrompu par l'AFC, s'inscrit dans le contexte - souhaité par le législateur - de renforcement de la sécurité juridique, d'accélération de la procédure en faveur des assujettis et de rétablissement d'un équilibre équitable entre l'AFC et les assujettis. Cette obligation d'interrompre la prescription tous les deux ans n'est suspendue que si une procédure pénale fiscale fondée sur la LTVA est en cours pour la période fiscale concernée et que celle-ci a été annoncée au débiteur (art. 42 al. 4 LTVA en lien avec l'art. 104 al. 4 LTVA). Dans ce cas, la prescription est suspendue tant que dure la procédure pénale concernée. Cela dit, même dans cette hypothèse, le délai de la prescription absolue de dix ans demeure (art. 42 al. 6 LTVA), démontrant au besoin, une nouvelle fois la volonté claire du législateur d'accélérer de manière générale les procédures afin de renforcer la sécurité juridique pour l'assujetti. 3.7.5 La relation de l'art. 42 al. 2 LTVA avec les dispositions en lien avec l'exécution d'un contrôle de TVA (art. 78 LTVA) doit également être examinée. 3.7.5.1 Le Tribunal de céans observe que, d'une part, d'après l'art. 42 al. 2 LTVA, l'annonce d'un contrôle interrompt la prescription. D'autre part, en vertu de l'art. 78 al. 5 LTVA, les contrôles doivent être achevés dans un délai de trois cent soixante jours par l'émission d'une notification d'estimation, laquelle doit préciser le montant de la créance fiscale pour la période contrôlée (cf. Alois Camenzind et al., op.cit., n° 2048 p. 744). A ce sujet, le Tribunal fédéral rappelle que ce délai de trois cent soixante jours a été qualifié de simple délai d'ordre, dont l'assujetti ne peut rien déduire en sa faveur en cas de dépassement (arrêt du TF 2C_781/2021 du 19 octobre 2021 consid.”
Bei Einfuhrsteuerdelikten gilt der Schutz von Art. 104 Abs. 3 MWSTG nur insoweit, als die Auskünfte oder Beweismittel über die Einfuhrsteuer durch Art. 68 und 73 MWSTG gewonnen wurden, welche gemäss Art. 62 Abs. 2 MWSTG entsprechend anwendbar sind.
“Le législateur laisse donc le choix de l'ordre des procédures à l'administration, laquelle peut donc très bien les mener en parallèle. 4.2.2 La compétence de poursuivre les infractions en matière de TVA sur les importations incombe à l'AFD (cf. art. 103 al. 2 TVA) qui est également compétente pour juger des infractions à d'autres lois fédérales renvoyant à la DPA (cf. notamment : art. 128 al. 2 LD, art. 42 al. 2 LIB, art. 59 al. 2 LAlc). Dès lors, l'art. 103 al. 5 LTVA prévoit que les exceptions à la DPA prévues à l'art. 103 al. 1 LTVA (cf. consid. 4.2.1 supra) s'appliquent à toutes les infractions poursuivies par l'AFD, une limitation dans ce contexte uniquement à la TVA n'étant pas réalisable en pratique (Baumgartner/Clavadetscher/Kocher, op. cit., § 11 N 131). Il s'ensuit que plus aucune disposition n'impose expressément l'ordre des procédures lors de la poursuite d'infractions douanières dès qu'est également en jeu - comme en l'espèce - l'impôt sur les importations. 4.2.3 En revanche, les garanties de l'art. 104 al. 3 LTVA (cf. consid. 4.2.1 supra) ne doivent être respectées lors d'infractions en matière d'impôt sur les importations poursuivies par l'AFD que pour autant que les renseignements au sujet de cet impôt aient été obtenus par le biais des art. 68 et 73 LTVA, applicables par analogie selon l'art. 62 al. 2 LTVA. Cela signifie que hormis ces cas de figure, les procédures pénales fiscales menées par l'AFD sont soumises aux garanties usuelles concernant le droit de ne pas contribuer à sa propre incrimination telles qu'elles ressortent de l'art. 6 CEDH et de la Constitution fédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999 (Cst., RS 101 ; cf. Paris, op. cit., art. 104 N 8). 4.3 4.3.1 L'art. 6 par. 1 CEDH garantit à toute personne le droit à ce que sa cause soit entendue équitablement, publiquement et dans un délai raisonnable, par un tribunal indépendant et impartial établi par la loi, qui décidera, soit des contestations sur ses droits et obligations de caractère civil, soit du bien-fondé de toute accusation en matière pénale dirigée contre elle.”
Art. 104 Abs. 4 MWSTG verpflichtet die Strafverfolgungsbehörde zur unverzüglichen schriftlichen Mitteilung der Eröffnung der Strafuntersuchung an die beschuldigte Person, soweit nicht wichtige Gründe entgegenstehen. Aus dieser Pflicht lässt sich jedoch nicht ableiten, wann im Verwaltungsstrafrecht von einer materiellen Verfahrenseröffnung auszugehen ist. Das Gesetz enthält diesbezüglich keine Regelung; Art. 38 Abs. 1 VStrR verlangt lediglich, dass die Eröffnung der Untersuchung aus den amtlichen Akten ersichtlich sein muss.
“Die Einleitungsverjährung im Sinne von Art. 105 Abs. 1 MWSTG endet mit der Einleitung bzw. Eröffnung der Strafuntersuchung. Gleichzeitig beginnt damit gemäss Art. 105 Abs. 4 MWSTG die Durchführungsverjährung zu laufen. Wann im Verwaltungsstrafrecht eine Untersuchung als eröffnet gilt, kann dem Gesetz nicht entnommen werden. Art. 38 Abs. 1 VStrR bestimmt lediglich, dass die Eröffnung der Untersuchung aus den amtlichen Akten ersichtlich sein muss. Art. 104 Abs. 4 MWSTG verpflichtet die Strafverfolgungsbehörde in Ergänzung dazu, die Eröffnung der Strafuntersuchung der beschuldigten Person unverzüglich schriftlich mitzuteilen, soweit nicht wichtige Gründe entgegenstehen. Daraus lässt sich für die Frage, ob im Rahmen von Art. 105 Abs. 1 und 4 MWSTG auf die formelle oder materielle Verfahrenseröffnung abzustellen ist bzw. wann von einer materiellen Verfahrenseröffnung auszugehen ist, nichts ableiten.”
“Die Einleitungsverjährung im Sinne von Art. 105 Abs. 1 MWSTG endet mit der Einleitung bzw. Eröffnung der Strafuntersuchung. Gleichzeitig beginnt damit gemäss Art. 105 Abs. 4 MWSTG die Durchführungsverjährung zu laufen. Wann im Verwaltungsstrafrecht eine Untersuchung als eröffnet gilt, kann dem Gesetz nicht entnommen werden. Art. 38 Abs. 1 VStrR bestimmt lediglich, dass die Eröffnung der Untersuchung aus den amtlichen Akten ersichtlich sein muss. Art. 104 Abs. 4 MWSTG verpflichtet die Strafverfolgungsbehörde in Ergänzung dazu, die Eröffnung der Strafuntersuchung der beschuldigten Person unverzüglich schriftlich mitzuteilen, soweit nicht wichtige Gründe entgegenstehen. Daraus lässt sich für die Frage, ob im Rahmen von Art. 105 Abs. 1 und 4 MWSTG auf die formelle oder materielle Verfahrenseröffnung abzustellen ist bzw. wann von einer materiellen Verfahrenseröffnung auszugehen ist, nichts ableiten.”
Die schriftliche Mitteilung der Eröffnung des Steuerstrafverfahrens an die beschuldigte Person gemäss Art. 104 Abs. 4 MWSTG genügt, damit die Festsetzungsverjährung (relative Verjährung) während der Dauer des Steuerstrafverfahrens stillsteht. Der Stillstand knüpft an die Hängigkeit des Strafverfahrens und an die Information der Person; er ist nicht davon abhängig, ob das Strafverfahren rechtliche Mängel aufweist.
“Diese gesetzgeberische Intention würde vereitelt, wenn Mängel im Steuerstrafverfahren einen Einfluss auf den Stillstand der Verjährung hätten. Die ESTV hätte so erst nach Abschluss des Strafverfahrens bzw. im (anschliessenden) Veranlagungsverfahren Gewissheit, ob das Steuerstrafverfahren zum Stillstand der Verjährung geführt hat. Sie wäre damit faktisch gezwungen, die Verjährung sicherheitshalber trotz laufendem Strafverfahren jeweils nach Art. 42 Abs. 2 MWSTG zu unterbrechen, womit die Regelung von Art. 42 Abs. 4 MWSTG sinn- und zwecklos würde. Die ESTV muss sich darauf verlassen können, dass die Festsetzungsverjährung während des Steuerstrafverfahrens still steht. Entsprechend knüpft Art. 42 Abs. 4 MWSTG bloss an die Hängigkeit des Steuerstrafverfahrens an und verlangt lediglich, dass die zahlungspflichtige Person darüber informiert wurde (Art. 104 Abs. 4 MWSTG). Folglich hängt der Stillstand der Verjährung während des Steuerstrafverfahrens nicht davon ab, ob das Strafverfahren mit rechtlichen Mängeln behaftet ist. Die Situation präsentiert sich damit analog zur Veranlagungsverjährung bei den direkten Steuern, wo die Unterbrechung der Verjährung nicht von der Rechtmässigkeit der betreffenden Veranlagungshandlung abhängt und gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung selbst eine nichtige und absolut unwirksame Veranlagungshandlung zur Unterbrechung der Verjährung führt (BGE 137 I 273 E. 3.4.3).”
“La Cour de céans observe encore que le délai de la prescription relative peut être interrompu jusqu'à ce que la prescription absolue soit acquise (arrêt du TAF A-4256/2021 du 14 novembre 2022 consid. 2.5.1), laquelle est de dix ans à compter de la fin de la période fiscale pendant laquelle la créance est née. On observe en outre que l'adoption de l'art. 42 al. 6 LTVA a raccourci le délai de la prescription absolue de quinze ans à dix ans. A cet égard, le Tribunal de céans relève que, comme le délai de la prescription absolue, le délai de la prescription relative, dont l'interruption fait naître un nouveau délai de deux ans seulement lorsqu'il est interrompu par l'AFC, s'inscrit dans le contexte - souhaité par le législateur - de renforcement de la sécurité juridique, d'accélération de la procédure en faveur des assujettis et de rétablissement d'un équilibre équitable entre l'AFC et les assujettis. Cette obligation d'interrompre la prescription tous les deux ans n'est suspendue que si une procédure pénale fiscale fondée sur la LTVA est en cours pour la période fiscale concernée et que celle-ci a été annoncée au débiteur (art. 42 al. 4 LTVA en lien avec l'art. 104 al. 4 LTVA). Dans ce cas, la prescription est suspendue tant que dure la procédure pénale concernée. Cela dit, même dans cette hypothèse, le délai de la prescription absolue de dix ans demeure (art. 42 al. 6 LTVA), démontrant au besoin, une nouvelle fois la volonté claire du législateur d'accélérer de manière générale les procédures afin de renforcer la sécurité juridique pour l'assujetti. 3.7.5 La relation de l'art. 42 al. 2 LTVA avec les dispositions en lien avec l'exécution d'un contrôle de TVA (art. 78 LTVA) doit également être examinée. 3.7.5.1 Le Tribunal de céans observe que, d'une part, d'après l'art. 42 al. 2 LTVA, l'annonce d'un contrôle interrompt la prescription. D'autre part, en vertu de l'art. 78 al. 5 LTVA, les contrôles doivent être achevés dans un délai de trois cent soixante jours par l'émission d'une notification d'estimation, laquelle doit préciser le montant de la créance fiscale pour la période contrôlée (cf. Alois Camenzind et al., op.cit., n° 2048 p. 744). A ce sujet, le Tribunal fédéral rappelle que ce délai de trois cent soixante jours a été qualifié de simple délai d'ordre, dont l'assujetti ne peut rien déduire en sa faveur en cas de dépassement (arrêt du TF 2C_781/2021 du 19 octobre 2021 consid.”
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