A penalty or measure may only be imposed for an act that has been expressly declared to be an offence by law.
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Irrtum über Tatsachen führt dazu, dass der Handelnde nach der Tatsachenauffassung beurteilt wird, die sich für ihn günstig auswirkt; war der Irrtum vermeidbar, kommt gegebenenfalls eine Fahrlässigkeitsstrafbarkeit in Betracht. Ein Irrtum über die Rechtswidrigkeit führt zur Straflosigkeit, wenn der Handelnde die Unrechtseinsicht weder kannte noch kennen konnte; war dieser Irrtum vermeidbar, mildert der Richter die Strafe.
“Aux termes de l' art. 13 CP, quiconque agit sous l'influence d'une appréciationerronée des faits est jugé d'après cette appréciation si elle lui est favorable ( art. 1 CP). Quiconque pouvait éviter l'erreur en usant des précautions voulues est punissable pour négligence si la loi réprime son acte comme infraction de négligence (al. 2). Agit sous l'emprise d'une erreur sur les faits celui qui n'a pas connaissance ou qui se base sur une appréciation erronée d'un élément constitutif d'une infraction pénale (ATF 129 IV 238 consid. 3.1 p. 240; plus récemment: arrêt 6B_1445/2019 du 17 avril 2020 consid. 3.1). Conformément à l' art. 21 CP, quiconque ne sait ni ne peut savoir au moment d'agir que son comportement est illicite n'agit pas de manière coupable. Le juge atténue la peine si l'erreur était évitable. L'erreur sur l'illicéité vise le cas où l'auteur agit en ayant connaissance de tous les éléments constitutifs de l'infraction, et donc avec intention, mais en croyant par erreur agir de façon licite (ATF 129 IV 238 consid. 3.1 p. 241; cf. ATF 141 IV 336 consid. 2.4.3 p. 343 et les références citées). La réglementation relative à l'erreur sur l'illicéité repose sur l'idée que le justiciable doit faire tout son possible pour connaître la loi et que son ignorance ne le protège que dans des cas exceptionnels (ATF 129 IV 238 consid.”
Die Legalitätsanforderung verlangt, dass das unter Strafe gestellte Verhalten hinreichend konkret umschrieben ist (nulla poena sine lege certa). Pauschale oder zu weite Formulierungen, die eine nicht hinreichend bestimmte Strafbarkeit begründen würden, sind nicht zulässig; nur ausdrücklich gesetzlich vorgesehene Straftatbestände dürfen verfolgt werden.
“Une décision ne peut être considérée comme arbitraire que si elle s’avère manifestement insoutenable, et cela non seulement dans sa motivation mais aussi dans son résultat (ATF 134 I 140 consid. 5.4 ; ATF 133 I 149 consid. 3.1 et les arrêts cités). 2.3 Selon l’art. l’art. 9 al. 1 let. c de la Loi sur la police des chiens (LPolC, BLV 133.75), tout propriétaire de chien est tenu d’annoncer dans les deux semaines à la banque de données et à l'administration communale tout changement d’adresse. Aux termes de l’art. 3 al. 1 du règlement d’application de la LPolC (RLPolC, BLV 133.75.1), chaque chien doit porter un collier ou une médaille indiquant le nom et les coordonnées du détenteur ; les exigences communales d'identification restent réservées. A teneur de l’art. 34 LPolC, sans préjudice de l'application des autres mesures prévues par la présente loi, toute infraction à l'une de ses dispositions est passible de l'amende jusqu'à 20'000 francs. 3. 3.1 L’appelant invoque d’abord une violation du principe nulla poena sine lege. 3.2 Selon l’art. 1 CP, une peine ou une mesure ne peuvent être prononcées qu’en raison d’un acte expressément réprimé par la loi. L’art. 1 CP consacre le principe de la légalité (nulla poena sine lege). Ce principe est violé lorsqu'une personne est poursuivie pénalement à raison d'un acte que la loi n'incrimine pas ou lorsqu'un acte, à raison duquel une personne est poursuivie pénalement, est sanctionné d'une peine par la loi, mais que cette dernière ne peut être considérée comme valable ou encore lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal. L'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes du principe de la légalité. Elle impose que le comportement réprimé soit suffisamment circonscrit (TF 6B_795/2010 du 10 mai 2011 consid. 1.3 et les arrêts cités). 3.3 A l’instar de nombre de lois spéciales cantonales (Loi sur l'aménagement du territoire et les constructions [LATC, BLV 700.11], par exemple [cf. art. 130 de la loi]) ou fédérales (Loi fédérale sur la circulation routière [LCR, RS 741.”
“Die Staatsanwaltschaft kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, dass es sich bei der zur Anzeige gebrachten "Amtspflichtverletzung" um keinen gesetzlich vorgesehenen Straftatbestand handle. Im Rahmen eines Strafverfah rens könnten gemäss Art. 1 StGB allerdings nur gesetzlich vorgesehene Straftat- bestände überprüft werden (act. B.1 = StA act. 2, E. 3). Eventualiter sehe der Be- schwerdeführer im Verhalten eines nicht namentlich genannten Mitarbeitenden der B. einen vorsätzlichen Amtsmissbrauch. Es sei nicht ansatzweise ersicht- lich, welcher Mitarbeitende der B. seine Amtsgewalt gegenüber dem Be- schwerdeführer im Sinne von Art. 312 StGB missbraucht haben sollte. Allein die Aufforderung, bestimmte Angaben zu machen beziehungsweise Unterlagen einzu- reichen, um den Anspruch auf Ergänzungsleistungen prüfen zu können, stelle kei- nen Missbrauch einer Amtsgewalt dar. Ein Strafverfahren biete im Übrigen keine Ersatzmöglichkeit, um sich gegen nicht genehme verwaltungsrechtliche Entschei- de von Behörden zu wehren oder die entsprechenden Verfahren zu beeinflussen (ibid., E. 4).”
Fehlt zur Tatzeit eine genügende formellgesetzliche Grundlage oder ist die Verordnungsdelegation nicht hinreichend mit dem Gesetz verknüpft, kann die Ahndung einer Tat Art. 1 StGB verletzen. Hinsichtlich des Bestimmtheitsgebots muss die Verknüpfung zur gesetzlichen Grundlage erkennbar und ausreichend konkret sein; eine Blankettstrafnorm kann diese Anforderungen erfüllen, verlangt aber eine entsprechend auslegbare/ausfüllende Norm beziehungsweise Klarstellung in der Verordnung.
“Zum Tatzeitpunkt habe die Covid-19-Verordnung keine genügende gesetzliche Grundlage für das Aussprechen einer Busse wegen Widerhandlungen gegen die Maskentragpflicht gebildet, dies infolge des Verstosses gegen Art. 1 StGB. Eine Strafe müsse gemäss Art. 1 StGB in einem Gesetz im formellen Sinn geregelt sein.”
“Februar 2021 trotzdem in die Strafbestimmung der Covid-19-Verordnung aufgenommen und dies zusammengefasst damit begründet hat, dass Widerhandlungen gegen Massnahmen gegenüber der Bevölkerung zwar bereits nach Art. 83 Abs. 1 Bst. j EpG strafbewehrt seien, diese Bestimmung sich jedoch dem Wortlaut nach einzig auf Massnahmen der Kantone beziehe. Aufgrund der Kompetenz des Bundes zur Anordnung dieser Massnahmen in der besonderen Lage, sei davon auszugehen, dass auch solche Massnahmen strafbewehrt seien. Mit Blick auf Art. 1 StGB sei jedoch wünschenswert, dass in der Verordnung eine Klarstellung erfolge (Erläuterungen zur Covid-19-Verordnung besondere Lage, Stand 27. Januar 2021, S. 30 f.). Die Strafbarkeit der Widerhandlung gegen die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr war für die Rechtsunterworfenen bereits bei deren Einführung im Juli 2020 hinreichend erkennbar. Die Anwendung von Art. 83 Abs. 1 Bst. j EpG auf Widerhandlungen gegen vom Bundesrat angeordnete Massnahmen gegenüber der Bevölkerung verletzt Art. 1 StGB somit nicht. Hinsichtlich des Bestimmtheitsgebots ist Folgendes zu prüfen: Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen kann. Diesen Anforderungen genügt auch eine Blankettstrafnorm, die mit einer zweiten, sogenannten blankettausfüllenden Norm zusammen gelesen und ausgelegt werden muss. Dass der Gesetzgeber allgemeine Begriffe verwendet, die nicht eindeutig allgemeingültig umschrieben werden können und deren Auslegung und Anwendung er der Praxis überlassen muss, lässt sich indes nicht vermeiden (BGE 145 IV 329 E. 2.2.). Als Kriterien, die über den Grad erforderlicher Bestimmtheit entscheiden, gelten: Komplexität der Regelungsmaterie, Umstände des zu regelnden Verhaltens, Möglichkeit der Konkretisierung bei der Normsetzung, Schwere der Rechtsfolge (BSK StGB-Popp/Berkemeier, Art. 1 N 45 f.). Wie von der Vorinstanz korrekt festgehalten, handelt es sich bei der Strafbestimmung von Art.”
Art. 1 StGB verankert das Legalitätsprinzip (nulla poena sine lege). Danach dürfen Strafen oder Massnahmen nur wegen einer im Gesetz ausdrücklich unter Strafe gestellten Tat verhängt werden. Das umfasst ein Verbot der rückwirkenden Anwendung strafverschärfender Normen und der Verhängung nachträglich angedrohter oder erhöhter Sanktionen sowie ein Verbot, eine strafbare Tat durch eine Auslegung zu begründen, die die zulässigen Auslegungsgrenzen des Strafrechts überschreitet.
“Art. 1 StGB bestimmt, dass eine Strafe oder eine Massnahme nur wegen ei- ner Tat verhängt werden darf, welche das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt. Art. 2 Abs. 1 StGB konkretisiert diesen Grundsatz dahingehend, dass Verbrechen und Vergehen nur dann nach dem neuen Gesetz beurteilt werden dürfen, wenn sie nach dessen Inkrafttreten begangen wurden. Ausgeschlossen ist die Verhän- gung einer nachträglich angedrohten oder erhöhten Sanktion (S TRATEN- WERTH /WOHLERS, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 3. Aufl., Bern 2013, Art. 1 N 4). Dieses sogenannte Rückwirkungsverbot wird auch völker- rechtlich garantiert (Art. 7 Abs. 1 EMRK und Art. 15 IPBPR). Abs. 2 des Artikels 2 macht von dieser Regel jedoch eine gewichtige Ausnahme. Nach dem allgemei- nen Grundsatz von Art. 2 Abs. 2 StGB ist die rückwirkende Anwendung neuer - 63 - Strafnormen auf Täter, die vor Inkrafttreten des neuen Rechtes delinquieren, aber erst nachher beurteilt werden, nach der sogenannten lex mitior zulässig, wenn die neue Gesetzesbestimmung für den Täter milder ist als die bisher geltende Rege- lung (J OSITSCH/EGE/SCHWARZENEGGER, Strafrecht II, Strafen und Massnahmen,”
“Une peine ou une mesure ne peut être prononcée qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi (art. 1 CP). Le principe de la légalité ( nulla poena sine lege) est aussi ancré expressément à l'art. 7 CEDH. Il se déduit également des art. 5 al. 1, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. (ATF 144 I 242 consid. 3.1.2; ATF 143 II 297 consid. 9.5; ATF 138 IV 13 consid. 4.1). Le principe est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi; lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal; ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique (ATF 144 I 242 consid. 3.1.2). Le principe s'applique à l'ensemble du droit pénal. Il n'exclut pas une interprétation extensive de la loi à la charge du prévenu (ATF 138 IV 13 consid. 4.1). La loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen de s'y conformer et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude dépendant des circonstances (ATF 144 I 242 consid.”
“Der in Art. 1 StGB und Art. 7 EMRK verankerte Grundsatz der Legalität wird verletzt, wenn jemand wegen einer Handlung, die im Gesetz überhaupt nicht als strafbar bezeichnet ist, strafrechtlich verfolgt wird oder wenn eine Handlung, deretwegen jemand strafrechtlich verfolgt wird, zwar in einem Gesetz mit Strafe bedroht ist, dieses Gesetz selbst aber nicht als rechtsbeständig angesehen werden kann, oder schliesslich, wenn das Gericht eine Handlung unter eine Strafnorm subsumiert, die darunter auch bei weitestgehender Auslegung nach allgemeinen strafrechtlichen Grundsätzen nicht subsumiert werden kann BGE 144 I 242 E. 3.1.2, 139 I 72 E. 8.2.1 und BGE 138 IV 13 E. 4.1, je mit Hinweisen). Der Begriff der Strafe im Sinne von Art. 7 Ziff. 1 EMRK ist autonom auszulegen. Er knüpft an eine strafrechtliche Verurteilung an. Er erfasst alle Verurteilungen, welche in Anwendung der sogenannten «Engel-Kriterien» im Sinne der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zu Art. 6 Ziff. 1 EMRK gestützt auf eine gegen eine Person erhobene strafrechtliche Anklage erfolgen.”
Keine Änderungen nötig
“a), constatation incomplète ou erronée des faits (let. b) ou inopportunité (let. c) (al. 3). Lorsque seules des contraventions ont fait l’objet de la procédure de première instance, l’appel ne peut être formé que pour le grief que le jugement est juridiquement erroné ou que l’état de fait a été établi de manière manifestement inexacte ou en violation du droit (al. 4). En cas d’appel restreint, le pouvoir d'examen de l'autorité d'appel est ainsi limité dans l'appréciation des faits à ce qui a été établi de manière arbitraire. En revanche, la juridiction d'appel peut revoir librement le droit (TF 6B_1247/2013 du 13 mars 2014 et les références). La notion d’arbitraire n’est pas synonyme de discutable, ni même de critiquable. Une décision ne peut être considérée comme arbitraire que si elle s’avère manifestement insoutenable, et cela non seulement dans sa motivation mais aussi dans son résultat (ATF 134 I 140 consid. 5.4 ; ATF 133 I 149 consid. 3.1 et les arrêts cités). 3. 3.1 L’appelant invoque une violation de l’art. 1 CP, à savoir qu’il a été sanctionné alors qu’il n’existait aucune base légale en la matière. Plus précisément, il soutient que l’art. 13 de l’Ordonnance du 19 juin 2020 sur les mesures destinées à lutter contre l’épidémie de COVID-19 en situation particulière (Ordonnance COVID-19 situation particulière ; RS 818.101.26), applicable le 6 novembre 2020, ne prévoyait pas de sanction pour les contrevenants à l’art. 3b al. 1 de cette loi, de sorte qu’il est impossible et illégal de prononcer sa condamnation. 3.2 Selon l’art. 1 CP, une peine ou une mesure ne peuvent être prononcées qu’en raison d’un acte expressément réprimé par la loi. L’art. 1 CP consacre le principe de la légalité (nulla poene sine lege). Ce principe est violé lorsqu'une personne est poursuivie pénalement à raison d'un acte que la loi n'incrimine pas ou lorsqu'un acte, à raison duquel une personne est poursuivie pénalement, est sanctionné d'une peine par la loi, mais que cette dernière ne peut être considérée comme valable ou encore lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal.”
Verweisnormen in Spezialgesetzen können strafrechtliche Tatbestände ergänzend erfassen. Soweit ein Verweis klar die Erfassung bestimmter Tatbestände bezweckt und Wirkung entfaltet, ist dies mit Art. 1 StGB vereinbar, da so vermieden wird, dass bestimmte Fälle ohne strafrechtliche Erfassung blieben.
“51 LVG der Betrug um Leistungen des LVG unter den Straftatbestand von Art. 14 Abs. 1 VStrR gestellt werden sollten und zwar unter beide Tatbestandsvarianten. Eine andere Auslegung dieser Tatbestände würde bedeuten, dass der Betrug um bedeutende Leistungen nach dem LVG trotz dem Verweis in Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG straflos bleiben müsste. In diesem Fall jedoch würde der Verweis in Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG auf die Strafnorm des VStrR jegliche Wirkung verfehlen, was nicht die Intention des Gesetzgebers sein konnte. Die in der von der Vorinstanz zitierten Literatur vorgeschlagene «grosszügige Auslegung» des Tatbestands des Erfüllungsbetrugs ist vor diesem Hintergrund gerechtfertigt (Humbel, Subventionsbetrug, in: ZStStr - Zürcher Studien zum Strafrecht Band/Nr. 48, S. 139 ff., S. 146; vgl. auch Eicker/Frank/Achermann, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafverfahrensrecht, Bern 2012, S. 108 Fn. 377). Entgegen der seit dem erstinstanzlichen Urteil neu erschienenen Meinung von Maeder ist diese Auslegung dank dem Verweis im LVG auch mit Art. 1 StGB zu vereinbaren (BSK VStrR-Maeder, N 92 zu Art. 14): Aufgrund der Verweisnorm in Art. 45 aLVG resp. Art. 51 LVG ist klar, dass sämtliche Leistungen nach dem LVG vom Tatbestand des Leistungsbetrugs erfasst sein sollen. Wie die Vorinstanz geht demnach auch die Kammer davon aus, dass die Bürgschaften gemäss Bürgschaftsverordnung grundsätzlich von beiden Tatbestandsvarianten des Leistungsbetrugs nach Art. 14 Abs. 1 VStrR erfasst sind. Durch die Gewährung der Solidarbürgschaften bei der Finanzierung der vier BW.________-Schiffe hat das BT.________ den jeweiligen Schiffsgesellschaften somit Leistungen gewährt, deren unterbliebener Entzug der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs entsprechen kann. Daran ändert sich auch nichts durch den Umstand, dass sich das BT.________ mit den eingegangenen Solidarbürgschaften gegenüber den finanzierenden Banken verpflichtet hatte: Wie beweiswürdigend festgehalten, ermöglichten die Bundesbürgschaften den jeweiligen Schiffsgesellschaften die Finanzierung ihrer Schiffe zu günstigen Konditionen, was den Kauf der Schiffe überhaupt erst zuliess.”
Auf Zeitgesetze, deren Geltung ausdrücklich oder aufgrund der Funktion des Erlasses von vornherein temporär beschränkt ist, findet die lex mitior keine Anwendung. Eine spätere Suspendierung oder ersatzlose Aufhebung eines solchen Zeitgesetzes wirkt nicht zugunsten von Handlungen, die während der Geltungsdauer begangen wurden.
“Nach Art. 1 StGB darf eine Strafe oder Massnahme nur wegen einer Tat verhängt werden, welche das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (nulla poena sine lege ‒ keine Strafe ohne Gesetz). Die letzten Massnahmen gemäss der Covid-19-Verordnung besondere Lage wurden mit Wirkung ab dem 1. April 2022 ‒ d.h. nach dem Vorfall vom 25. Februar 2021, aber noch vor dem angefochtenen Urteil vom 24. Oktober 2022 ‒ aufgehoben. Indes gilt der Grundsatz der lex mitior (Art. 2 StGB), wonach auf eine Straftat, welche unter dem früheren Recht begangen wurde, jedoch erst nach Inkrafttreten des neuen milderen Rechts beurteilt wird, dieses anzuwenden ist, nicht für Zeitgesetze, deren Geltung ausdrücklich oder gemäss der Funktion des Erlasses von vornherein zeitlich beschränkt ist. Späteres milderes Recht (einschliesslich der Suspendierung oder der ersatzlosen Aufhebung des Zeitgesetzes) wirkt somit nicht auf die Beurteilung der während der Geltungsdauer eines Zeitgesetzes begangenen Handlungen zurück. Grund hierfür ist, dass die Aufhebung eines solchen temporären Erlasses in der Regel nicht auf geänderter Rechtsanschauung, sondern auf geänderten tatsächlichen Verhältnissen beruht.”
“Nach Art. 1 StGB darf eine Strafe oder Massnahme nur wegen einer Tat verhängt werden, welche das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (nulla poena sine lege ‒ keine Strafe ohne Gesetz). Die letzten Massnahmen gemäss der Covid-19-Verordnung besondere Lage wurden mit Wirkung ab dem 1. April 2022 ‒ d.h. nach dem Vorfall vom 25. Februar 2021, aber noch vor dem angefochtenen Urteil vom 24. Oktober 2022 ‒ aufgehoben. Indes gilt der Grundsatz der lex mitior (Art. 2 StGB), wonach auf eine Straftat, welche unter dem früheren Recht begangen wurde, jedoch erst nach Inkrafttreten des neuen milderen Rechts beurteilt wird, dieses anzuwenden ist, nicht für Zeitgesetze, deren Geltung ausdrücklich oder gemäss der Funktion des Erlasses von vornherein zeitlich beschränkt ist. Späteres milderes Recht (einschliesslich der Suspendierung oder der ersatzlosen Aufhebung des Zeitgesetzes) wirkt somit nicht auf die Beurteilung der während der Geltungsdauer eines Zeitgesetzes begangenen Handlungen zurück. Grund hierfür ist, dass die Aufhebung eines solchen temporären Erlasses in der Regel nicht auf geänderter Rechtsanschauung, sondern auf geänderten tatsächlichen Verhältnissen beruht.”
Analogieverbot/Nulla poena sine lege: Art. 1 StGB verlangt Zurückhaltung bei Analogieschlüssen im Strafrecht. Durch Analogie dürfen keine neuen Straftatbestände geschaffen oder der gesetzliche Schutzbereich der Norm über deren bei richtiger Auslegung sich ergebenden Sinn hinaus erweitert werden. Ob eine Auslegung noch zulässig ist oder bereits eine unzulässige Schaffung neuer Tatbestände darstellt, ist unter besonderer Berücksichtigung des Zwecks und des Sinns der Strafnorm zu prüfen.
“), so bestehen andrerseits aber auch deutliche Unterschiede, welche insbesondere darin wurzeln, dass sich Retrozessi- onen jeweils direkt aus dem Vermögen des Kunden speisen und damit bei diesem unmittelbar einen Vermögensabgang begründen, während es sich vorliegend grundsätzlich um nachträgliche Zuwendungen ohne Kickback-Charakter handelt, welche beim Dritten nicht zwingend (insbesondere wenn es sich bei der Zuwen- dung nicht um geldwerte Leistungen handelt) zu einer Vermögensverminderung führen müssen. Es sind deshalb die Analogieschlüsse der Anklägerin mit Vorsicht zu würdigen und die vorliegenden Transaktionssachverhalte grundsätzlich losge- löst von der Retrozessions-Praxis auf ihre Tatbestandsmässigkeit zu prüfen bzw. Analogien lediglich insofern heranzuziehen, als diese aufgrund derselben Konstel- lation tatsächlich stichhaltig sind, wobei eine analoge Betrachtungsweise von Sach- verhalten entsprechend den Bedenken des Beschuldigten B._____ (vgl. act. 1385 - 838 - S. 124) im Strafrecht unter dem Gesichtspunkt des Grundsatzes "nulla poena sine lege" gemäss Art. 1 StGB ohnehin nur zurückhaltend zu praktizieren ist.”
“Das Legalitätsprinzip bzw. das Analogieverbot als dessen Teilgehalt verbietet bloss, über den dem Gesetz bei richtiger Auslegung zukommenden Sinn hinauszugehen, also neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende derart zu erweitern, dass die Auslegung durch den Sinn des Gesetzes nicht mehr gedeckt wird. Die Abgrenzung zwischen zulässiger Auslegung einer Strafbestimmung zu Ungunsten des Beschuldigten und unzulässiger Schaffung neuer Straftatbestände durch Analogieschlüsse ist allerdings schwierig. Das Bestreben, ein strafwürdiges Verhalten tatsächlich auch zu bestrafen, darf nicht mit dem Sinn und Zweck einer Strafnorm vermengt bzw. gleichgesetzt werden. Andererseits ist nicht zu übersehen, dass sich die Frage, ob ein bestimmtes Verhalten unter einen Straftatbestand fällt, eben gerade dann stellt, wenn es als strafwürdig erscheint (BGE 127 IV 198 E. 3b m.H.). Der Zweck wird bei Elementen des einzelnen Deliktstatbestandes häufig aus dem Rechtsgut abgeleitet (Popp/Berkemeier, a.a.O., Art. 1 StGB N 41; BGE 118 Ib 547 E. 4d = Pra 1993 Nr. 150). Die Staatsanwaltschaft bringt in der Berufungserklärung vor, dass der Bund bzw. der Bundesrat erst dann kompetent für die Anordnung von Massnahmen gegenüber der Bevölkerung sei, wenn eine besondere Lage vorliege, die epidemiologische Lage also bedeutend gravierender sei, als wenn die alleinige Zuständigkeit noch bei den Kantonen liege. In einer besonderen Lage würden die wesentlichen und wichtigen Massnahmen zudem durch den Bundesrat getroffen, damit diese schweizweit gelten würden. Ein repressives Instrumentarium zur Durchsetzung der vom Bundesrat in einer besonderen Lage getroffenen Massnahmen gegenüber der Bevölkerung sei daher von deutlich grösserer Bedeutung als die zur Durchsetzung von den zuständigen kantonalen Behörden erlassenen Massnahmen, welche in einer besonderen Lage allenfalls die Massnahmen des Bundesrats lediglich ergänzen würden oder ohne Vorliegen einer besonderen Lage in einer weniger gravierenden, epidemiologischen Lage in alleiniger Zuständigkeit der Kantone angeordnet worden seien.”
Bei Übertretungen, die lediglich mit einer Busse bedroht sind und einen objektiv leichten Eingriff in die persönliche Freiheit darstellen, bedarf es nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht zwingend einer Regelung in einem formellen Gesetz; eine Sanktionierung auf Verordnungsstufe kann ausreichend sein, insbesondere wenn die Verordnung auf einer gesetzlichen Ermächtigung beruht.
“Gesetzliche Grundlage bei Widerhandlung gegen Maskentragpflicht Art. 3b Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage ist seit dem 6. Juli 2020 in Kraft. Vom 6. Juli 2020 bis am 31. Januar 2021 war in der Covid-19-Verordnung besondere Lage jedoch keine Strafbestimmung wegen Widerhandlungen gegen die Maskentragpflicht vorgesehen. Erst ab dem 1. Februar 2021 wurde dieser Tatbestand explizit in die Strafbestimmung der Covid-19-Verordnung besondere Lage sowie in den Ordnungsbussenkatalog aufgenommen (Art. 13 lit. f Covid-19-Verordnung besondere Lage, Stand 1. Februar 2021; Bussenliste 2 Ziff. XVI der Ordnungsbussenverordnung [OBV; SR 314.11]). Der im vorliegenden Tatzeitpunkt (25. März 2021) geltenden Covid-19-Verordnung besondere Lage vom 22. März 2021 ist dementsprechend eine Strafbestimmung explizit zu entnehmen (Art. 13 lit. f. i.V.m. 3b Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage). Der Beschuldigte machte jedoch geltend, dass die Regelung dieser Strafbestimmung auf Verordnungsstufe einen Verstoss gegen Art. 1 StGB darstelle. Gemäss Art. 1 StGB dürfe eine Strafe nur dann verhängt werden, wenn das Gesetz bzw. ein formelles Gesetz die Tat ausdrücklich unter Strafe stelle (pag. 86). Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass Art. 13 lit. f i.V.m. Art. 3b Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage eine ausreichende gesetzliche Grundlage für die Sanktionierung von Personen, welche sich in öffentlichen Innenbereichen von Einrichtungen und Betrieben aufhalten und keine Maske tragen, darstelle, sofern kein Ausnahmetatbestand von Art. 3a Abs. 1 oder Art. 3b Abs. 2 Covid-19-Verordnung besondere Lage gegeben sei (S. 11 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 54). Die Kammer kann sich den diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz vollumfänglich anschliessen. So bedarf jede Strafe, welche einen Freiheitsentzug mit sich bringt, als schwerer Eingriff in die persönliche Freiheit, einer klaren Grundlage in einem formellen Gesetz (BGE 112 Ia 107 E. 3b; BSK StGB-Popp/Berkemeier, Art. 1 N 28). Da die Verletzung der Maskentragpflicht eine Übertretung darstellt und lediglich mit einer Busse sanktioniert wird und es sich bei der Maskentragpflicht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung um einen (objektiv gesehen) leichten Eingriff in die persönliche Freiheit handelt, bedarf diese Strafbestimmung keiner formellen gesetzlichen Grundlage.”
“Schliesslich bringt die Beschuldigte vor, die Covid-19-VO sei gar nicht gültig gewesen. Zudem gelte gemäss Art. 1 StGB der Grundsatz "keine Strafe ohne Gesetz", weshalb eine Busse nur gestützt auf einen Gesetzesartikel ausge- sprochen werden könne (Urk. 23 S. 1; Prot. I S. 8). Die bereits mehrfach erwähnte Covid-19-VO (SR 818.101.26) wurde vom Bundesrat am 19. Juni 2020 als Massnahme gegenüber einzelnen Personen und der Bevölkerung zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie gestützt auf Art. 6 Abs. 2 lit. a und b des Bundesgesetzes über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Epidemiengesetz, EpG) erlassen und trat am 20. Juni 2020 in Kraft. Bereits aus Art. 83 Abs. 1 lit. j EpG ergibt sich, dass mit - 8 - Busse bestraft wird, wer sich vorsätzlich Massnahmen gegenüber der Bevölke- rung widersetzt. In Klammern verweist die Bestimmung auf Art. 40 EpG, welche einerseits die Zuständigkeit der kantonalen Behörden zum Erlass von Massnah- men gegenüber der Bevölkerung regelt und andererseits den Inhalt derartiger Massnahmen umschreibt.”
Nach Art. 1 StGB dürfen Strafen oder Massnahmen nur wegen eines durch Gesetz ausdrücklich unter Strafe gestellten Verhaltens verhängt werden; dies umfasst auch Unterlassungen. Die Anwendung des Strafrechts setzt daher voraus, dass das unterlassene Verhalten gesetzlich klar und hinreichend bestimmt ist (nulla poena sine lege; Exigence de précision).
“Le principe d'accusation vise également à protéger le droit à une défense effective et le droit d'être entendu (fonction d'information). Une infraction ne peut dès lors faire l'objet d'un jugement que si le ministère public a déposé auprès du tribunal compétent un acte d'accusation dirigé contre une personne déterminée sur la base de faits précisément décrits. Le prévenu doit connaître exactement les faits qui lui sont imputés et les peines et mesures auxquelles il est exposé, afin qu'il puisse s'expliquer et préparer efficacement sa défense (ATF 143 IV 63 consid. 2.2, JdT 2017 IV 351 ; ATF 141 IV 132 ; ATF 140 IV 188 consid. 1.3, JdT 2015 IV 69). 4.3 En l’espèce, l’argument de l’appelant selon lequel l’acte d’accusation ne fait état d’aucune attitude agressive de sa part est mal fondé parce que sous chiffre 1.2, l’acte d’accusation mentionne expressément que « I.________ et E.________ ont frappé F.________ ». Il n’y a dès lors aucun violation du principe d’accusation. 5. 5.1 L’appelant se prévaut ensuite d’une violation de l’art. 1 CP, mais son propos est confus. Il semble soutenir qu’on ne pouvait pas lui reprocher de n’avoir pas eu la moindre préoccupation vis-à-vis des conséquences de ses actes sur C.________, parce qu’il n’avait aucune obligation d’intervenir face aux violences des autres, qu’il ne s’est pas rendu coupable d’omission de prêter secours et que lui-même n’a blessé personne (appel, p. 9-10). 5.2 Selon l’art. 1 CP, une peine ou une mesure ne peuvent être prononcées qu’en raison d’un acte expressément réprimé par la loi. L’art. 1 CP consacre le principe de la légalité (nulla poene sine lege). Ce principe est violé lorsqu'une personne est poursuivie pénalement à raison d'un acte que la loi n'incrimine pas ou lorsqu'un acte, à raison duquel une personne est poursuivie pénalement, est sanctionné d'une peine par la loi, mais que cette dernière ne peut être considérée comme valable ou encore lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal.”
“Le prévenu doit connaître exactement les faits qui lui sont imputés et les peines et mesures auxquelles il est exposé, afin qu'il puisse s'expliquer et préparer efficacement sa défense (ATF 143 IV 63 consid. 2.2, JdT 2017 IV 351 ; ATF 141 IV 132 ; ATF 140 IV 188 consid. 1.3, JdT 2015 IV 69). 4.3 En l’espèce, l’argument de l’appelant selon lequel l’acte d’accusation ne fait état d’aucune attitude agressive de sa part est mal fondé parce que sous chiffre 1.2, l’acte d’accusation mentionne expressément que « I.________ et E.________ ont frappé F.________ ». Il n’y a dès lors aucun violation du principe d’accusation. 5. 5.1 L’appelant se prévaut ensuite d’une violation de l’art. 1 CP, mais son propos est confus. Il semble soutenir qu’on ne pouvait pas lui reprocher de n’avoir pas eu la moindre préoccupation vis-à-vis des conséquences de ses actes sur C.________, parce qu’il n’avait aucune obligation d’intervenir face aux violences des autres, qu’il ne s’est pas rendu coupable d’omission de prêter secours et que lui-même n’a blessé personne (appel, p. 9-10). 5.2 Selon l’art. 1 CP, une peine ou une mesure ne peuvent être prononcées qu’en raison d’un acte expressément réprimé par la loi. L’art. 1 CP consacre le principe de la légalité (nulla poene sine lege). Ce principe est violé lorsqu'une personne est poursuivie pénalement à raison d'un acte que la loi n'incrimine pas ou lorsqu'un acte, à raison duquel une personne est poursuivie pénalement, est sanctionné d'une peine par la loi, mais que cette dernière ne peut être considérée comme valable ou encore lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal. L'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes du principe de la légalité. Elle impose que le comportement réprimé soit suffisamment circonscrit (TF 6B_795/2010 du 10 mai 2011 consid. 1.3 et les arrêts cités). 5.3 En l’occurrence, le jugement retient effectivement à la charge de l’appelant une absence de tout scrupule et de la moindre préoccupation vis-à-vis des conséquences de ses actes sur C.”
Die Auslegung von Art. 1 StGB muss Vorhersehbarkeit und Rechtssicherheit gewährleisten. Eine Strafnorm ist ausreichend bestimmt, wenn der Betroffene aus dem Wortlaut der Vorschrift und gegebenenfalls aus der durch die Gerichte gewonnenen Auslegung — notfalls nach Einholung sachkundiger Beratung — erkennen kann, welche Handlungen oder Unterlassungen strafbar sind und welche Strafe droht.
“S'agissant du second pan de l'argumentation des recourants, on rappellera que selon l'art. 7 par. 1 CEDH (applicable en tant que la procédure réprimant la soustraction fiscale est une procédure à caractère pénal [cf. ATF 140 I 68 consid. 9.2]), nul ne peut être condamné pour une action ou une omission qui, au moment où elle a été commise, ne constituait pas une infraction d'après le droit national ou international. Cette disposition prévoit le principe de la légalité en droit pénal ( nulla poena sine lege) qui se déduit également de l'art. 1 CP, ainsi que des art. 5 al. 1, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. (ATF 147 IV 274 consid. 2.1.1). Selon la jurisprudence de la CourEDH, la loi doit définir clairement les infractions et les peines qui les répriment. Cette condition se trouve remplie lorsque le justiciable peut savoir, à partir du libellé de la disposition pertinente, au besoin à l'aide de l'interprétation qui en est donnée par les tribunaux et le cas échéant après avoir recouru à des conseils éclairés, quels actes et omissions engagent sa responsabilité pénale et quelle peine il encourt de ce chef (cf. notamment arrêt CourEDH [Grande Chambre] affaire Del Río Prada c. Espagne du 21 octobre 2013, requête 42750/09, § 79).”
Art. 1 StGB verkörpert den Grundsatz nullum crimen sine lege. Für den Übergang sieht das Recht jedoch die lex mitior vor (vgl. Art. 2 Abs. 2): Wird ein Täter erst nach Inkrafttreten einer neuen Strafnorm beurteilt, ist die für ihn günstigere Rechtslage anzuwenden. Die Bestimmung des «günstigeren Rechts» erfolgt nicht abstrakt, sondern durch Vergleich der alten und der neuen Regelungen in ihrer konkreten Anwendung.
“Art. 1 StGB bestimmt, dass eine Strafe oder eine Massnahme nur wegen ei- ner Tat verhängt werden darf, welche das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt. Art. 2 Abs. 1 StGB konkretisiert diesen Grundsatz dahingehend, dass Verbrechen und Vergehen nur dann nach dem neuen Gesetz beurteilt werden dürfen, wenn sie nach dessen Inkrafttreten begangen wurden. Ausgeschlossen ist die Verhängung einer nachträglich angedrohten oder erhöhten Sanktion (STRATENWERTH/WOHLERS, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 3. Aufl. 2013, N 4 zu Art. 1 StGB). Dieses sogenannte Rückwirkungsverbot wird auch völkerrechtlich garantiert (Art. 7 Abs. 1 EMRK und Art. 15 IPBPR). Abs. 2 des Artikels 2 macht von dieser Regel jedoch eine gewichtige Ausnahme. Nach dem allgemeinen Grundsatz von Art. 2 Abs. 2 StGB ist die rückwirkende Anwendung neuer Strafnormen auf Täter, die vor Inkrafttreten des neuen Rechtes delinquieren, aber erst nachher beurteilt werden, nach der sogenannten lex mitior zulässig, wenn die neue Gesetzesbestim- mung für den Täter milder ist als die bisher geltende Regelung (JOSITSCH/EGE/ SCHWARZENEGGER, Strafrecht II, Strafen und Massnahmen, 9.”
“14 LRD), essendo i fatti contestati avvenuti tra dicembre 2014 e dicembre 2015, il termine di prescrizione di 10 anni (art. 97 cpv. 1 lett. c CP, in vigore dal 1° gennaio 2014), verrebbe a scadenza tra il dicembre 2024 ed il dicembre 2025. Volendo ipotizzare la commissione per negligenza, il termine di prescrizione sarebbe di 7 anni giusta l'art. 52 LFINMA (secondo cui il perseguimento delle contravvenzioni alla LFINMA e alle leggi sui mercati finanziari si prescrive in 7 anni) e verrebbe a scadenza al più presto a dicembre 2021. 2.4 Ne segue che, alla data della pronuncia del dispositivo della presente sentenza, ossia al 28 maggio 2021, nessuno degli atti imputati a A. tramite l'atto d'accusa del 27 gennaio 2021 era prescritto. 3. Sul diritto applicabile 3.1 L'art. 2 cpv. 1 CP prevede l'applicazione del Codice penale solo nei confronti di chi commetta un crimine o un delitto dopo la sua entrata in vigore, consacrando il principio della non retroattività della norma penale; non sarebbe infatti solo iniquo, ma violerebbe altresì il principio nullum crimen sine lege contenuto nell'art. 1 CP, giudicare su crimini o delitti secondo una legge non ancora in vigore al momento della loro commissione (DTF 117 IV 369 consid. 4d; Peter Popp/ Anne Berkemeier, Basler Kommentar, Strafrecht I, 4a ediz. 2019, n. 5 ad art. 2 CP). 3.2 Costituisce deroga a questo principio la regola della lex mitior di cui all'art. 2 cpv. 2 CP, la quale prevede che il diritto penale materiale si applichi alle infrazioni commesse prima della data della sua entrata in vigore se l'autore è giudicato posteriormente e il nuovo diritto gli è più favorevole della legge in vigore al momento dell'infrazione. 3.3 La determinazione del diritto più favorevole si effettua paragonando il vecchio e il nuovo diritto, valutandoli però non in astratto ma nella loro applicazione nel caso di specie (DTF 119 IV 145 consid. 2c; sentenza del Tribunale federale 6S.449/2005 del 24 gennaio 2006 consid. 2; Riklin, Revision des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches – Fragen des Übergangsrechts, AJP/PJA 2006, pag. 1473). Qualora la condotta fosse punibile sia in virtù delle previgenti legislazioni che di quella in vigore, bisognerebbe comparare le differenti sanzioni contemplate nella vecchia e nella nuova legge, la pena massima comminabile essendo tuttavia di rilevanza decisiva (DTF 135 IV 113 consid.”
Art. 1 StGB erlaubt richterliche Auslegung; offene Auslegungsfragen dürfen schrittweise geklärt werden. Der erforderliche Grad der Bestimmtheit bemisst sich an den konkreten Umständen (u. a. Vielfalt der Sachverhalte, Komplexität, Vorhersehbarkeit der Entscheidung, Normadressaten) sowie an der Schwere des Eingriffs in verfassungsmässige Rechte.
“2) niemand wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden darf, die zur Zeit ihrer Begehung nach innerstaatlichem oder internationalem Recht nicht strafbar war ("nulla poena sine lege" [Art. 1 StGB]). Die Straftat muss im Gesetz klar umrissen sein. So ist etwa der Grundsatz verletzt, wenn jemand wegen eines Verhaltens strafrechtlich verfolgt wird, das im Gesetz überhaupt nicht als strafbar bezeichnet wird, wenn das Gericht ein Verhalten unter eine Strafnorm subsumiert, unter welche es auch bei weitestgehender Auslegung der Bestimmung nach den massgebenden Grundsätzen nicht subsumiert werden kann, oder wenn jemand in Anwendung einer Strafbestimmung verfolgt wird, die rechtlich keinen Bestand hat (BGE 139 I 72 E. 8.2.1 mit Hinweisen). Art. 7 EMRK und Art. 15 UNO-Pakt II enthalten neben dem Rückwirkungsverbot vor allem ein Bestimmtheits- und Klarheitsgebot für gesetzliche Straftatbestände. Nur ein hinreichend klar und bestimmt formuliertes Gesetz darf einen Straftatbestand bilden und eine Strafe androhen. Allerdings bedürfen auch Strafgesetze der Auslegung, und die beiden Vorschriften - wie auch Art. 1 StGB und Art. 5 Abs. 1 BV - enthalten kein Verbot der schrittweise erfolgenden Klärung der Vorschriften durch richterliche Auslegung; es ist gerade die Aufgabe der Gerichte, verbleibende Auslegungszweifel zu beheben. Der Grad der erforderlichen Bestimmtheit lässt sich nicht abstrakt festlegen. Er hängt unter anderem von der Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, von der Komplexität und der Vorhersehbarkeit der im Einzelfall erforderlichen Entscheidung, von den Normadressaten, von der Schwere des Eingriffs in Verfassungsrechte und von der erst bei der Konkretisierung im Einzelfall möglichen und sachgerechten Entscheidung ab. Technische oder relativ unbestimmte Begriffe, die im Allgemeinen zu unbestimmt sein mögen, können als Bestandteile von Straftatbeständen im Wirtschafts- und Steuerstrafrecht noch die Bestimmtheitserfordernisse erfüllen. So hat der EGMR etwa den Begriff "verwerflich" in § 240 Abs. 2 des deutschen StGB als mit Art. 7 EMRK konform betrachtet (BGE 139 I 72 E. 8.2.1 mit Hinweisen).”
Für die Anwendung von Art. 1 StGB ist insbesondere zu prüfen, ob die strafbegründende Norm hinreichend bestimmt ist (nulla poena sine lege certa). In der Praxis wird dies an konkreten Tatbereichen geprüft (z. B. Bettelverbote, pauschale Verbote von Menschenansammlungen, Tiervernachlässigung, Inkasso von Bussen). Bei der Beurteilung sind die einschlägige Gesetzesformulierung, die Anforderungen der Verhältnismässigkeit gegenüber grundrechtlich geschützten Freiheitsgütern sowie die konkrete Rechtspraxis (u. a. wiederholte Verwarnungen, Hinweise oder sonstiges Verwaltungshandeln) relevante Gesichtspunkte.
“Le fait de mendier doit être considéré comme une liberté élémentaire, faisant partie de la liberté personnelle garantie par l'art. 10 al. 2 de la Constitution fédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999 (Cst.) ou du droit au respect de la vie privée au sens de l'art. 8 § 1 de la Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales du 4 novembre 1950 (CEDH) (ATF 149 I 248 consid. 4.3 ; CourEDH Lacatus c. Suisse du 19 janvier 2021 §59). À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est pas absolue et sa restriction est admissible si elle repose sur une base légale, si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst. ; conditions similaires à celles de l'art. 8 § 2 CEDH). 2.4.1. L'appelant ne remet pas en cause que l'interdiction de mendier figure dans une loi au sens formel. Il estime toutefois que le libellé de l'interdiction contrevient au principe de la légalité (art. 1 CP et 7 CEDH), en particulier de l'exigence de précision. La CPAR a déjà considéré, dans une jurisprudence désormais bien établie à laquelle il peut être renvoyé, que le texte de l'art. 11A al. 1 let. c LPG et en particulier les notions des "abords immédiats" et "établissement à vocation commerciale", était suffisamment clair et précis, de sorte que le principe de la légalité était respecté (cf. notamment AARP/53/2025 du 12 février 2025 consid. 3.4 ; AARP/358/2024 du 9 octobre 2024 consid. 2.4.4 ; AARP/268/2024 du 5 août 2024 consid. 2.2.4 ; AARP/88/2024 du 6 mars 2024 consid. 2.4.2.5 ; AARP/46/2024 du 30 janvier 2024 consid. 2.3.7.1 et ss.). 2.4.2. En l'espèce, l'appelant ne saurait se prévaloir du fait qu'il n'aurait pas compris qu'il était interdit de mendier à l'endroit où il se trouvait quand bien même il est d'origine étrangère et illettré. Il a été verbalisé à sept reprises aux "abords immédiats" d'un magasin antérieurement aux faits de la présente cause, de sorte qu'il lui appartenait de se renseigner en cas de doute et d'adapter son comportement au nouveau cadre légal, l'interdiction de mendier n'étant à Genève plus que partielle.”
“Dass sie an einer Versammlung teilgenommen habe, ändere nichts an der mangelnden Bestimmtheit des pauschalen Verbots von Menschenansammlungen. Eine Konkretisierung des unbestimmten Tatbestandselements "Menschenansammlung" in Art. 7c Abs. 1 COVID-19-Verordnung 2 sei im Einzelfall ohne Willkür nicht möglich, weshalb das Legalitätsprinzip verletzt sei. Das Verbot von Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum in Art. 7c Abs. 1 i.V.m. Art. 10f Abs. 2 lit. a COVID-19-Verordnung 2 sei viel zu unbestimmt, in der Praxis nicht umsetzbar und damit bundesrechtswidrig (Verstoss gegen Art. 1 StGB, Art. 8, Art. 9 und Art. 22 BV) sowie völkerrechtswidrig (Art. 7 und Art. 11 EMRK; Beschwerde S. 5 ff.).”
“5 LPG, est notamment punissable du chef de mendicité quiconque aura mendié aux abords immédiats des bureaux de poste et distributeurs automatiques d'argent. L'art. 11A al. 1 let. c LPG vise la mendicité passive, soit l'acte par lequel le mendiant s'installe sur le domaine public et tend sa main ou un gobelet sans interpeller les passants, par opposition à la mendicité active où le mendiant s'approche de ceux-ci et les sollicite avec insistance, comportement dont la répression est prévue à l'art. 11A al. 1 let. b LPG. 2.2. Comme l'a retenu le TP, il ne fait pas de doute que l'appelante a rempli les éléments constitutifs de cette infraction. Celle-ci ne le conteste d'ailleurs pas. Seule est ainsi déterminante la question de la conformité de l'art. 11A al. 1 let. c ch. 5 LPG au droit conventionnel et constitutionnel dans les circonstances du cas d'espèce. 3. 3.1.1. Selon l'art. 7 par. 1 CEDH, nul ne peut être condamné pour une action ou une omission qui, au moment où elle a été commise, ne constituait pas une infraction d'après le droit national ou international. Selon l'art. 1 CP, une peine ou une mesure ne peuvent être prononcées qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi. Le principe de la base légale stricte en matière pénale interdit les sanctions pénales qui ne sont pas basées sur une norme légale, sur une norme invalide ou sur une norme interprétée de manière excessive ; il n'exclut en revanche pas une interprétation extensive d'une disposition pénale (ATF 148 IV 234 consid. 3.5 ; 148 IV 30 consid. 1.3.1 ; 147 I 354 consid. 6.3.1). Il trouve application en matière de droit pénal cantonal (ATF 149 I 248 consid. 4.6.1 ; 148 IV 30 consid. 1.3.1 ; 147 I 354 consid. 6.3.1). 3.1.2. Aux termes de l'art. 10 al. 2 Cst., tout être humain a droit à la liberté personnelle, notamment à l'intégrité physique et psychique et à la liberté de mouvement. L'art. 8 par. 1 CEDH dispose quant à lui que toute personne a en particulier droit au respect de sa vie privée et familiale. Le fait de mendier doit être considéré comme une liberté élémentaire, faisant partie de la liberté personnelle garantie par l'art.”
“ein Tier misshandelt, vernachlässigt, es unnötig überanstrengt oder dessen Würde in anderer Weise missachtet. Der Begriff des Vernachlässigens – unbestrittenenermassen (vgl. S. 3 f. der Berufungsbegründung) die vorliegend zu prüfende Tatbestandsvariante – ergibt sich indirekt aus Art. 6 Abs. 1 TSchG (vgl. oben). Wer die darin gesetzlich vorgeschriebenen Handlungen nicht vornimmt, vernachlässigt das Tier i.S.v. Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG (vgl. BGer 6B_400/2018 vom 15. Mai 2019 E. 2.3, unter Hinweis auf BGer 6B_660/2010 vom 8. Februar 2011 E. 1.2.1), was einmal mehr zeigt, dass keine Verletzung des Bestimmtheitsgebots "nulla poena sine lege" gemäss Art. 1 StGB vorliegt (vgl. bereits vorstehend Erw. lit. aa). Auf den Tatbestand der Tierquälerei gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG wird nachstehend in Erw. lit.”
“Für die Vollstreckung im Falle des Nichtbezahlens wird einzig auf das italienische Recht verwiesen, konkret auf die Vollstreckung "eventuell direkt vor Ort" bei einer nächsten Einreise nach Italien. Angesichts dessen könnten die Schreiben unter Umständen auch als Wiederholung der Aufforderung, die Busse freiwillig zu bezahlen, interpretiert werden (a.a.O., E. 3.5.2). Dies gilt, wie der Beschwerdeführer zu Recht einwendet, umso mehr, als auch im Ordnungsbussenverfahren bisweilen Mahnungen verschickt werden, bevor das ordentliche Verfahren eingeleitet wird (vgl. Urteil 6B_267/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 2.3). Diese unklaren, nur schwer zu überschaubaren rechtlichen Voraussetzungen stehen einem Schuldspruch entgegen. Daran ändert nichts, dass die B.________ AG vom Bundesamt für Justiz wiederholt darauf hingewiesen worden ist, dass das Busseninkasso zugunsten ausländischer Behörden in der Schweiz nicht erlaubt sei. Die entsprechenden Hinweise in Form dreier E-Mails vermögen die fehlende Bestimmtheit der Strafbestimmung nicht zu heilen. Das vorinstanzliche Erkenntnis verletzt demnach das Legalitätsprinzip gemäss Art. 1 StGB, was zum Freispruch des Beschwerdeführers führt.”
“8 § 1 de la Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales (CEDH) (ATF 149 I 248 consid. 4.3 ; CourEDH Lacatus c. Suisse du 19 janvier 2021 §59). 2.3.2. À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est pas absolue et sa restriction est admissible si elle repose sur une base légale, si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst.). Ces conditions sont similaires à celles figurant à l'art. 8 § 2 CEDH, qui admet l'ingérence d'une autorité publique dans l'exercice de ce droit pour autant qu'elle soit prévue par la loi et constitue une mesure qui, dans une société démocratique, est nécessaire à la sécurité nationale, à la sûreté publique, au bien-être économique du pays, à la défense de l'ordre et à la prévention des infractions pénales, à la protection de la santé ou de la morale, ou à la protection des droits et libertés d'autrui. 2.3.3. Il faut également tenir compte du principe de la légalité (art. 1 CP et art. 7 CEDH qui s'applique aux contraventions du droit pénal cantonal, dont l'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes. Une norme pénale doit être suffisamment précise. Les exigences à cet égard dépendent entre autres de la complexité de la matière réglementée et de la peine encourue. La loi doit être formulée de manière suffisamment précise pour que les citoyens puissent s'y conformer et identifier les conséquences d'un comportement donné avec un degré de certitude correspondant aux circonstances. Le principe de précision ne doit toutefois pas être compris de manière absolue. Le législateur ne peut pas renoncer à utiliser des notions générales dont l'interprétation et l'application doivent être laissées à la pratique. Le degré de précision requis ne peut ainsi pas être fixé de manière abstraite. Il dépend notamment de la diversité des situations à ordonner, de la complexité et de la prévisibilité de la décision nécessaire dans le cas d'espèce, des destinataires de la norme, de la gravité de l'atteinte aux droits constitutionnels et de la décision appropriée qui n'est possible que lors de la concrétisation dans un cas concret d'application (ATF 149 I 248 consid.”
“À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est toutefois pas absolue. Une restriction de cette garantie est admissible si elle repose sur une base légale (qui, en cas d'atteinte grave, doit figurer dans une loi au sens formel), si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst.). Ces conditions se retrouvent à l'art. 8 par. 2 CEDH qui exige que l'ingérence dans l'exercice du droit soit prévue par la loi et qu'elle constitue une mesure qui, dans une société démocratique, est nécessaire à la sécurité nationale, à la sûreté publique, au bien-être économique du pays, à la défense de l'ordre, à la prévention des infractions pénales, à la protection de la santé ou de la morale, ou à la protection des droits et des libertés d'autrui (CourEDH Lacatus c. Suisse du 19 janvier 2021 §93 et ss.). 2.3.5. Il faut également tenir compte du principe de la légalité (art. 1 CP et art. 7 CEDH qui s'applique aux contraventions du droit pénal cantonal, dont l'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes. Une norme pénale doit être suffisamment précise. Les exigences à cet égard dépendent entre autres de la complexité de la matière réglementée et de la peine encourue. La loi doit être formulée de manière suffisamment précise pour que les citoyens puissent s'y conformer et identifier les conséquences d'un comportement donné avec un degré de certitude correspondant aux circonstances. Le principe de précision ne doit toutefois pas être compris de manière absolue. Le législateur ne peut pas renoncer à utiliser des notions générales dont l'interprétation et l'application doivent être laissées à la pratique. Le degré de précision requis ne peut ainsi pas être fixé de manière abstraite. Il dépend notamment de la diversité des situations à ordonner, de la complexité et de la prévisibilité de la décision nécessaire dans le cas d'espèce, des destinataires de la norme, de la gravité de l'atteinte aux droits constitutionnels et de la décision appropriée qui n'est possible que lors de la concrétisation dans un cas concret d'application (ATF 149 I 248 consid.”
In besonderen Fällen kann die Nichtigkeit eines bundesrechtswidrigen kantonalen Erlasses die Anwendung strafrechtlicher Sanktionen ausschliessen. Dies kommt insbesondere in Betracht, wenn der Mangel als besonders schwer angesehen werden kann und die Rechtswidrigkeit offensichtlich oder leicht erkennbar war; die Erwägung steht in Zusammenhang mit dem Grundsatz von Art. 1 StGB (nulla poena sine lege).
“Der Regierungsrat des Kantons Bern hätte damit die Teilnahmebegrenzung auf 15 Personen nicht erlassen dürfen, da dies gemäss Art. 8 i.V.m. 6c Abs. 2 und 2 Covid-19-Verordnung besondere Lage (Stand am 15. März 2021) in der Bundeskompetenz verblieb. Damit erweist sich Art. 6a Covid-19 V als kompetenz- resp. bundesrechtswidriges kantonales Recht. Gemäss der neueren Lehre und der Ansicht der Kammer ist damit zu prüfen, ob der Mangel besonders schwer ist, die Fehlerhaftigkeit offensichtlich oder leicht erkennbar und die Rechtssicherheit durch die Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird (vgl. Erwägungen oben Ziff. 26). Auch wenn dies vom Gesuchsteller nicht vorgebracht wurde, kann festgehalten werden, dass der angefochtene Strafbefehl grundsätzlich durch die zuständige Staatsanwaltschaft erging. Eine funktionelle oder sachliche Unzuständigkeit liegt damit nicht vor (vgl. BGE 144 IV 362 E. 1.4.3.). Nach dem Grundsatz, wonach eine Strafe nur wegen einer Tat verhängt werden darf, die das Gesetz ausdrücklich zur Straftat erklärt hat (nulla poena sine lege; Art. 1 StGB) und der Tatsache, dass Art. 6a Covid-19 V bundesrechtswidrig war, kann ohne Weiteres angenommen werden, es handle sich bei der Verfassungswidrigkeit der Teilnahmebeschränkung um einen besonders schweren Mangel. In Bezug auf die Erkennbarkeit dieser Bundesrechtswidrigkeit sind die epidemiologischen Entwicklungen im Winter/Frühling 2021 zu berücksichtigen, die sich massgeblich auf die damaligen Erlasse ausgewirkt haben. Wie das Bundesgericht ausführte, kann als notorisch angenommen werden, dass seit Herbst 2020 wegen der grossen Zahl von Infektionsfällen eine umfassende Identifizierung und Benachrichtigung ansteckungsverdächtiger Personen nicht mehr möglich war (Urteil des Bundesgerichts 2C_308/2021 vom 3. September 2021 E. 5.4.4.). Am 18. Dezember 2020 – als der Kanton Bern Art. 6a Covid-19 V einführte – teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit, die epidemiologische Lage sei besorgniserregend. Die Zahl der Ansteckungen sei sehr hoch und steige wieder an. Die Spitäler und das Gesundheitspersonal seien seit Wochen sehr stark belastet und die Festtage würden das Risiko eines beschleunigten Anstiegs erhöhen.”
Bei schwerwiegenden Eingriffen in Grundrechte verlangt Art. 1 StGB eine besonders klare und präzise gesetzliche Grundlage. Der erforderliche Grad der Bestimmtheit bemisst sich unter anderem nach dem Kreis der Adressaten der Norm und nach der Schwere des Eingriffs; gleichzeitig ist nicht in jedem Fall absolute Präzision gefordert.
“Lorsque l’atteinte à un droit fondamental est grave, outre que la base légale doit être une loi au sens formel, celle-ci doit être claire et précise. Cette exigence résulte aussi du principe de la légalité, qui est posé de façon générale pour toute l’activité de l’Etat régie par le droit (art. 5 al. 1 Cst.). En d'autres termes, l'exigence d'une base légale ne concerne pas que le rang de la norme – à savoir celui d'une loi formelle en cas de restrictions graves (art. 36 al. 1 phr. 2 Cst.) –, mais s'étend à son contenu qui doit être suffisamment clair et précis (ATF 147 I 393 consid. 5.1.1 et les références citées). Il faut que la base légale ait une densité normative suffisante pour que son application soit prévisible. Pour déterminer quel degré de précision l'on est en droit d'exiger de la loi, il faut tenir compte du cercle de ses destinataires et de la gravité des atteintes qu'elle autorise aux droits fondamentaux (ATF 147 I 393 précité; 138 I 378 consid. 7.2; 131 II 13 consid. 6.5.1). En droit pénal, l'art. 1 CP (Code pénal suisse du 21 décembre 1937; RS 311.0) consacre le principe de la légalité, également ancré à l’art. 7 CEDH. Ce principe est violé lorsqu’une personne est poursuivie pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas incriminé par une loi valable, ou lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal (ATF 145 IV 513 consid. 2.3.1). Le principe s'applique à l'ensemble du droit pénal. Il n'exclut pas dans tous les cas une interprétation extensive de la loi à la charge du prévenu (ATF 138 IV 13 consid. 4.1). La loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen de s'y conformer et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude dépendant des circonstances (ATF 145 IV 320 consid. 1.4.2 et les références citées; TF 6B_15/2012 du 13 avril 2012 consid. 4.1.2 et les références citées). L'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes du principe de la légalité.”
“8 § 1 de la Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales (CEDH) (ATF 149 I 248 consid. 4.3 ; CourEDH Lacatus c. Suisse du 19 janvier 2021 §59). 2.3.2. À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est pas absolue et sa restriction est admissible si elle repose sur une base légale, si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst.). Ces conditions sont similaires à celles figurant à l'art. 8 § 2 CEDH, qui admet l'ingérence d'une autorité publique dans l'exercice de ce droit pour autant qu'elle soit prévue par la loi et constitue une mesure qui, dans une société démocratique, est nécessaire à la sécurité nationale, à la sûreté publique, au bien-être économique du pays, à la défense de l'ordre et à la prévention des infractions pénales, à la protection de la santé ou de la morale, ou à la protection des droits et libertés d'autrui. 2.3.3. Il faut également tenir compte du principe de la légalité (art. 1 CP et art. 7 CEDH qui s'applique aux contraventions du droit pénal cantonal, dont l'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes. Une norme pénale doit être suffisamment précise. Les exigences à cet égard dépendent entre autres de la complexité de la matière réglementée et de la peine encourue. La loi doit être formulée de manière suffisamment précise pour que les citoyens puissent s'y conformer et identifier les conséquences d'un comportement donné avec un degré de certitude correspondant aux circonstances. Le principe de précision ne doit toutefois pas être compris de manière absolue. Le législateur ne peut pas renoncer à utiliser des notions générales dont l'interprétation et l'application doivent être laissées à la pratique. Le degré de précision requis ne peut ainsi pas être fixé de manière abstraite. Il dépend notamment de la diversité des situations à ordonner, de la complexité et de la prévisibilité de la décision nécessaire dans le cas d'espèce, des destinataires de la norme, de la gravité de l'atteinte aux droits constitutionnels et de la décision appropriée qui n'est possible que lors de la concrétisation dans un cas concret d'application (ATF 149 I 248 consid.”
“Erforderlich ist zunächst eine ausreichende gesetzliche Grundlage. Diese muss sich hier in einem Gesetz im formellen Sinne befinden, da das angefochtene Bettelverbot, auch wenn es bloss partiell ist, einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit bewirkt (Art. 36 Abs. 1 BV). Mit dem Erlass von § 9 ÜStG wird diese Voraussetzung grundsätzlich erfüllt. Zu beachten ist aber auch das strafrechtliche Legalitätsprinzip nach Art. 1 StGB und Art. 7 EMRK, das ebenfalls für das kantonale Übertretungsstrafrecht gilt (BGE 138 IV 13 E. 4.1 mit Hinweisen). Daraus wird unter anderem das Bestimmtheitsgebot ( nulla poena sine lege certa) abgeleitet. Danach muss eine Strafnorm hinreichend bestimmt sein. Welche Anforderungen daran zu stellen sind, hängt unter anderem von der Komplexität der Regelungsmaterie und der angedrohten Strafe ab. Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass Bürgerinnen und Bürger ihr Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen können. Das Bestimmtheitsgebot darf jedoch nicht in absoluter Weise verstanden werden. Der Gesetzgeber kann nicht darauf verzichten, allgemeine Begriffe zu verwenden, deren Auslegung und Anwendung der Praxis überlassen werden müssen. Der Grad der erforderlichen Bestimmtheit lässt sich nicht abstrakt festlegen. Er hängt unter anderem von der Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, von der Komplexität und der Vorhersehbarkeit der im Einzelfall erforderlichen Entscheidung, von den Normadressatinnen und -adressaten, von der Schwere des Eingriffs in Verfassungsrechte und von der erst bei der Konkretisierung im Einzelfall möglichen und sachgerechten Entscheidung ab (BGE 144 I 126 E.”
“Zum Bestimmtheitsgebot/Legalitätsprinzip «Auch im Nebenstrafrecht gilt das Bestimmtheitsgebot («nulla poena sine lege certa»), welches aus dem Legalitätsprinzip («nulla poena sine lege») abgeleitet wird, wonach eine Strafe oder Massnahme nur wegen einer Tat verhängt werden darf, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB; Art. 7 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]). Eine Strafnorm muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger bzw. die Bürgerin sein/ihr Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen kann (vgl. BGE 141 IV 279 E. 1.3.3, BGE 138 IV 13 E. 4.1 mit Hinweisen). Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Gesetzgeber gänzlich auf allgemeine und vage Begriffe verzichten müsste. Sowohl das Bundesgericht als auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) verlangen keine absolute Bestimmtheit (vgl. BGE 138 IV 13 E. 4.1; BGE 132 I 49 E. 6.2; Urteil des EGMR 23372/94 vom 24. Februar 1998 [Larissis u.a. gegen Griechenland]). Der Grad der erforderlichen Bestimmtheit lässt sich nicht abstrakt festlegen. Er hängt unter anderem von der Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, von der Komplexität und von der erst bei der Konkretisierung im Einzelfall möglichen und sachgerechten Entscheidung ab (vgl.”
Strafbarkeit setzt eine ausdrückliche gesetzliche Grundlage voraus. Das Legalitätsprinzip ist verletzt, wenn jemand für ein gesetzlich nicht erfasstes Verhalten verfolgt wird, die Auslegung der Strafnorm das Zulässige überschreitet oder eine Norm ohne rechtliche Grundlage angewandt wird. Die Formulierung der Norm muss dem Bürger ausreichend Vorhersehbarkeit der rechtlichen Folgen seines Verhaltens ermöglichen. Eine auslegungsbedingte Erweiterung der Strafbarkeit ist nicht per se ausgeschlossen, bedarf aber der Zulässigkeit nach den allgemeinen Prinzipien des Strafrechts.
“Une peine ou une mesure ne peut être prononcée qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi (art. 1 CP). Le principe de la légalité ( nulla poena sine lege ) est aussi ancré expressément à l'art. 7 CEDH. Il se déduit également des art. 5 al. 1, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. ( ATF 144 I 242 consid. 3.1.2 p. 251; ATF 143 II 297 consid. 9.5 p. 343; ATF 138 IV 13 consid. 4.1 p. 19 s.). Le principe est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi; lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal; ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique ( ATF 144 I 242 consid. 3.1.2 p. 251). Le principe s'applique à l'ensemble du droit pénal. Il n'exclut pas une interprétation extensive de la loi à la charge du prévenu ( ATF 138 IV 13 consid. 4.1 p. 20). La loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen de s'y conformer et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude dépendant des circonstances ( ATF 144 I 242 consid.”
“Une peine ou une mesure ne peut être prononcée qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi (art. 1 CP). Le principe de la légalité (nulla poena sine lege) est aussi ancré expressément à l'art. 7 CEDH. Il se déduit également des art. 5 al. 1, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. (ATF 148 IV 234 consid. 3.5; ATF 147 II 274 consid. 2.1.1; ATF 145 IV 470 consid. 4.5 et les références citées). Le principe est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi; lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal; ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique. Le principe s'applique à l'ensemble du droit pénal. Il n'exclut pas une interprétation extensive de la loi à la charge du prévenu (ATF 148 IV 234 consid. 3.5; ATF 147 II 274 consid. 2.1.1; ATF 145 IV 470 consid. 4.5 et les références citées; ATF 138 IV 13 consid. 4.1). La loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen de s'y conformer et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude dépendant des circonstances.”
Aus Art. 1 StGB folgt das Legalitäts‑ und Bestimmtheitsgebot (nulla poena sine lege certa). Unbestimmte Blankettbegriffe sind daher zugunsten der Beschuldigten eng auszulegen. Pauschale oder unklare Verweisungen auf Pflichten bzw. allgemeine Hinweise auf Gesetze/Verordnungen können nicht ohne Weiteres als genügende gesetzliche Grundlage für Sanktionen angesehen werden (im vorliegenden Entscheid wurden etwa mündliche Anordnungen, E‑Mails und pauschale Verweise nicht als ausreichend erachtet).
“Zur Begründung ihres Rekurses gegen diese Verfügungen machen die Rekurrierenden geltend, dass es sich bei der angefochtenen Busse um eine Strafe im Sinne des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB, SR 311.0) handle. Eine Strafe oder Massnahme dürfe nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stelle (Rekursbegründungen, S. 1, mit Hinweis auf Art. 1 StGB und Art. 7 der Europäischen Menschenrechtskonvention [EMRK, SR 0.101]). Eine Handlung müsse daher zur Gewährleistung der Rechtssicherheit im Gesetz als strafbar bezeichnet werden, um strafrechtlich verfolgt werden zu können. Aus Art. 1 StGB folge auch das Bestimmtheitsgebot («nulla poena sine lege certa») als Teilgehalt des Legalitätsprinzips, welches eine hinreichend genaue Umschreibung der Straftatbestände verlange. Das Gesetz müsse so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen könne (Rekursbegründungen, S. 1, mit Hinweis auf BGer 6B_866/2016 vom 9. März 2017 E. 5.2). Soweit § 91 Abs. 8 lit. d Schulgesetz von «Pflichten der Erziehungsberechtigten» und «Regeln und Weisungen der Schule» spreche, handle es sich um eine Blankettstrafnorm, deren Begriffe unbestimmt und deshalb eng und damit zugunsten der Beschuldigten auszulegen seien, um eine Strafbarkeit zu begründen. Mündliche Anordnungen, E-Mails, Schreiben sowie pauschale Verweise der Schulbehörden auf das «Covid-Gesetz» oder das «Epidemien-Gesetz» genügten im vorliegenden Fall nicht als gesetzliche Grundlage (Rekursbegründungen, S. 1 f.”
“Zur Begründung ihres Rekurses gegen diese Verfügungen machen die Rekurrierenden geltend, dass es sich bei der angefochtenen Busse um eine Strafe im Sinne des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB, SR 311.0) handle. Eine Strafe oder Massnahme dürfe nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stelle (Rekursbegründungen, S. 1, mit Hinweis auf Art. 1 StGB und Art. 7 der Europäischen Menschenrechtskonvention [EMRK, SR 0.101]). Eine Handlung müsse daher zur Gewährleistung der Rechtssicherheit im Gesetz als strafbar bezeichnet werden, um strafrechtlich verfolgt werden zu können. Aus Art. 1 StGB folge auch das Bestimmtheitsgebot («nulla poena sine lege certa») als Teilgehalt des Legalitätsprinzips, welches eine hinreichend genaue Umschreibung der Straftatbestände verlange. Das Gesetz müsse so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen könne (Rekursbegründungen, S. 1, mit Hinweis auf BGer 6B_866/2016 vom 9. März 2017 E. 5.2). Soweit § 91 Abs. 8 lit. d Schulgesetz von «Pflichten der Erziehungsberechtigten» und «Regeln und Weisungen der Schule» spreche, handle es sich um eine Blankettstrafnorm, deren Begriffe unbestimmt und deshalb eng und damit zugunsten der Beschuldigten auszulegen seien, um eine Strafbarkeit zu begründen.”
Nach Art. 1 StGB folgt für Strafandrohungen in behördlichen Verfügungen ein Präzisionsgebot: Die angeordnete Verhaltenspflicht muss so genau beschrieben sein, dass der Adressat weiss, was zu tun oder zu unterlassen ist. Zudem muss die Mitteilung der Injonktion die drohende Sanktion konkret ausweisen; ein blosses Verweisen auf Art. 292 StGB oder allgemeine Hinweise auf «strafrechtliche Folgen» genügen nicht. Es ist erforderlich, etwa die mit der Nichtbefolgung verbundene Busse ausdrücklich zu nennen.
“Non sans une certaine ironie, l’appelante relève que le fait de punir son comportement fautif n’aura pas pour effet de produire un concept de sécurité à même d’être validé par l’ECA. Enfin, l’appelante demande que l’autorité de céans fasse respecter l’arrêt rendu par la CDAP et les directives de l’AEAI (Association des établissements cantonaux d'assurance incendie, réd.). 4. Aux termes de l'art. 292 CP, celui qui ne se sera pas conformé à une décision à lui signifiée, sous la menace de la peine prévue audit article, par une autorité ou un fonctionnaire compétents sera puni d'une amende. Cette infraction suppose que le comportement ordonné par l'autorité soit décrit avec suffisamment de précision pour que le destinataire sache clairement ce qu'il doit faire ou ce dont il doit s'abstenir, et partant quel comportement ou omission est susceptible d'entraîner une sanction pénale (ATF 147 IV 145 consid. 2.1 ; ATF 127 IV 119 consid. 2a p. 121 ; ATF 124 IV 297 consid. II.4.d p. 311 ; TF 6B_306/2014 du 29 janvier 2015 consid. 2.3). Cette exigence de précision est une conséquence du principe « nullum crimen sine lege » de l'art. 1 CP (cf. ATF 127 IV 119 consid. 2a et les références citées). L'insoumission à une décision de l'autorité n'est punissable que si la commination a été signifiée sous la menace de la peine prévue par cette disposition. La notification de l'injonction doit indiquer avec précision les sanctions auxquelles le destinataire s'expose s'il n'obtempère pas. Il ne suffit pas de se référer à l'art. 292 CP ou de parler de sanctions pénales. Il faut indiquer précisément qu'une insoumission est, en vertu de l'art. 292 CP, passible de l'amende (TF 6S.124/2004 du 10 novembre 2004 consid. 2, non publié in ATF 131 IV 32 ; ATF 105 IV 248 consid. 1 ; voir également ATF 131 IV 132 consid. 3 ; ATF 124 IV 297 consid. 4e). Pour que l'infraction soit réalisée, il faut que l'insoumission soit intentionnelle. L'intention suppose la connaissance de l'injonction, de sa validité et des conséquences pénales de l'insoumission. Le dol éventuel suffit (ATF 147 IV 145 consid. 2.1 ; ATF 119 IV 238 consid. 2a p. 240 ; TF 6B_1073/2018 du 23 août 2019 consid.”
“1 Enfin, la recourante reproche au procureur de s’être substitué au juge civil en considérant que les mesures superprovisionnelles du 31 mars 2022 n’étaient plus valables « faute de décision valable au moment des faits » et avaient pris fin au plus tard le 3 juin 2022, alors que ladite procédure a été suspendue durant six mois d’un commun accord entre les parties et qu’une audience de mesures provisionnelles a finalement été appointée au 16 mars 2023. 5.2 5.2.1 Aux termes de l’art. 292 CP, celui qui ne se sera pas conformé à une décision à lui signifiée, sous la menace de la peine prévue au présent article, par une autorité ou un fonctionnaire compétents sera puni d’une amende. Cette infraction suppose que le comportement ordonné par l’autorité soit décrit avec suffisamment de précision pour que le destinataire sache clairement ce qu’il doit faire ou ce dont il doit s’abstenir, et, partant, quel comportement ou omission est susceptible d’entraîner une sanction pénale (ATF 124 IV 297 consid. 4d). Cette exigence de précision est une conséquence du principe « nullum crimen sine lege » de l’art. 1 CP (cf. ATF 127 IV 119 consid. 2a et les réf. citées). L’insoumission à une décision de l’autorité n’est punissable que si la commination a été signifiée sous la menace de la peine prévue par cette disposition. La notification de l’injonction doit indiquer avec précision les sanctions auxquelles le destinataire s’expose s’il n’obtempère pas. Il ne suffit pas de se référer à l’art. 292 CP ou de parler de sanctions pénales. Il faut indiquer précisément qu’une insoumission est, en vertu de l’art. 292 CP, passible de l’amende (ATF 105 IV 248 consid. 1 ; voir également ATF 131 IV 132 consid. 3 ; ATF 124 IV 297 précité consid. 4e). 5.2.2 Aux termes de l’art. 265 CPC (Code de procédure civile du 19 décembre 2008 ; RS 272), en cas d’urgence particulière, notamment s’il y a risque d’entrave à leur exécution, le tribunal peut ordonner des mesures provisionnelles immédiatement, sans entendre la partie adverse (al. 1). Le tribunal cite en même temps les parties à une audience qui doit avoir lieu sansdélai ou impartit à la partie adverse un délai pour se prononcer par écrit.”
“1 L’appelant conteste sa condamnation pour insoumission à une décision de l’autorité. Il soutient en substance que l’injonction manquerait de clarté et de précision, ce qui rendrait son appréhension difficile. Il fait valoir qu’il se serait efforcé de respecter les injonctions qui lui avaient été faites dans la mesure de son degré de compréhension. Il convient d’examiner ce grief, dans la mesure où il s’agit d’une question de droit. 3.2 Aux termes de l’art. 292 CP, celui qui ne se sera pas conformé à une décision à lui signifiée, sous la menace de la peine prévue au présent article, par une autorité ou un fonctionnaire compétents sera puni d’une amende. Cette infraction suppose que le comportement ordonné par l'autorité soit décrit avec suffisamment de précision pour que le destinataire sache clairement ce qu'il doit faire ou ce dont il doit s'abstenir, et, partant, quel comportement ou omission est susceptible d'entraîner une sanction pénale (ATF 124 IV 297 consid. 4d). Cette exigence de précision est une conséquence du principe "nullum crimen sine lege" de l'art. 1 CP (cf. ATF 127 IV 119 consid. 2a et les références citées). L'insoumission à une décision de l'autorité n'est punissable que si la commination a été signifiée sous la menace de la peine prévue par cette disposition. La notification de l'injonction doit indiquer avec précision les sanctions auxquelles le destinataire s'expose s'il n'obtempère pas. Il ne suffit pas de se référer à l'art. 292 CP ou de parler de sanctions pénales. Il faut indiquer précisément qu'une insoumission est, en vertu de l'art. 292 CP, passible de l'amende (ATF 105 IV 248 consid. 1 ; voir également ATF 131 IV 132 consid. 3 ; ATF 124 IV 297 consid. 4e). 3.3 Par ordonnance de mesures superprovisionnelles rendue le 8 novembre 2019 par le Président du Tribunal civil de l’arrondissement de l’Est vaudois, il a été ordonné à S.________ d’enlever, dans les cinq jours suivant dite ordonnance, les poteaux, les cônes, ou tout objet qu’il aurait installé sur sa parcelle et qui seraient de nature à rendre plus difficile ou entraver l’usage de la servitude ID [.”
“Indirectement, toutefois, la disposition protège aussi les intérêts publics ou privés pour la protection desquels l’injonction a été faite, de sorte qu’il faut aussi considérer comme lésé celui dont les intérêts privés ont été effectivement touchés par l’acte en cause (TF 6B_449/2015 du 2 mai 2016 consid. 4.1 ; TF 1P. 600/2006 du 1er décembre 2006 consid. 3.2 ; Riedo/ Boner, in : Niggli/Wiprächtiger [éd.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 4e éd., Bâle 2019, n. 16 ad art. 292 CP). Cette norme ne définit pas directement le comportement punissable, mais par renvoi au contenu d’une décision. La réalisation de cette infraction suppose que le comportement ordonné par l’autorité dans sa décision soit décrit avec suffisamment de précision. Il faut que le destinataire sache clairement ce qu’il doit faire ou ce dont il doit s’abstenir et, partant, quel comportement ou omission est susceptible d’entraîner une sanction pénale. Cette exigence de précision est une conséquence du principe nullum crimen sine lege de l’art. 1 CP (ATF 147 IV 145 consid. 2.1 ; ATF 127 IV 119 consid. 2a ; TF 6B_591/2009 du 1er février 2010 ; Dupuis et al. [éd.], op. cit., n. 11 ad art. 292 CP). Pour que l'infraction soit réalisée, il faut que l'insoumission soit intentionnelle. L'intention suppose la connaissance de l'injonction, de sa validité et des conséquences pénales de l'insoumission. Le dol éventuel suffit (ATF 147 IV 145 consid. 2.1 ; ATF 119 IV 238 consid. 2a ; TF 6B_1073/2018 du 23 août 2019 consid. 7.1 ; TF 6B_449/2015 précité consid. 3.2). La décision contenant la menace de la peine prévue à l’art. 292 CP peut être une décision rendue à titre superprovisionnel dans le cadre d’un procès civil, qui doit en principe être motivée, même simplement, puisqu’elle est immédiatement exécutoire (Bohnet, in : Bohnet et al. [éd.], Commentaire romand, Code de procédure civile, 2e éd. 2019, n. 13 ad art. 265 CPC et les références citées ; Riedo/Boner, op. cit., nn. 227 ss ad art. 292 CP, spéc. 234 ss et les références citées). Si la décision rendue à titre superprovisionnel est modifiée ultérieurement dans la décision provisionnelle ou par l’autorité de recours, en particulier supprimée, cette nouvelle décision a un effet « ex tunc » (art.”
Disziplinarische/administrative Sanktionen werden in der Rechtsprechung grundsätzlich als administrativ und nicht als strafrechtlich qualifiziert. Vor diesem Hintergrund sind Berufungen auf Art. 1 StGB bzw. auf strafrechtliche Vorschriften in der Regel nicht entscheidend für die Beurteilung solcher Massnahmen.
“1 del codice penale svizzero del 21 dicembre 1937 (CP; RS 311.0), nel quale è ancorato il principio nulla poena sine lege. Nel medesimo tempo, considera che violato sia anche l'art. 12 CP "dal momento che i fatti così come accertati... non permettono comunque di concludere per l'esistenza di un dolo". 6.2. Pure in questo caso, le argomentazioni esposte nel ricorso non possono essere tuttavia condivise. 6.2.1. In via di principio, le misure disciplinari hanno infatti un carattere amministrativo e non penale e ciò vale anche nella fattispecie, in cui è litigiosa una multa di fr. 300.-- (sentenze 2C_999/2020 dell'8 dicembre 2021 consid. 2, con riferimento a una multa disciplinare di fr. 8'000.--; 2C_453/2019 del 6 dicembre 2019 consid. 6.2, con riferimento a una multa disciplinare di fr. 10'000.-- e con rinvii a casi concernenti multe disciplinari di fr. 5'000.-- e fr. 1'500.--; 2C_507/2019 del 14 novembre 2019 consid. 4 con riferimento a una multa disciplinare di fr. 1'000.--). I richiami sia all'art. 1 CP che all'art. 12 CP, che si riferisce per altro esplicitamente a "crimini e delitti", non sono quindi decisivi. 6.2.2. Nel contempo, va osservato che lecito e conforme alla giurisprudenza è pure interpretare l'art. 40 lett. d vLPMed tenendo conto delle norme deontologiche di categoria, come fatto dalla Corte cantonale richiamandosi all'art. 21 del codice deontologico della Federazione dei medici svizzeri (FMH) secondo cui "l'uso abusivo di titoli è vietato", "il medico può usare unicamente titoli universitari rilasciati da un'università svizzera o da un'università estera riconosciuta equivalente" e "i titolo accademici esteri devono sempre essere citati con il loro luogo di provenienza". Alla base di questo disposto non vi sono infatti dei meri interessi di categoria, bensì quello di tutelare la qualità, l'affidabilità e la trasparenza in materia di offerta di cure mediche, quindi la salute pubblica, ciò che ne permette il richiamo anche nel caso in esame (sentenze 2C_95/2021 del 27 agosto 2021 consid.”
“1 del codice penale svizzero del 21 dicembre 1937 (CP; RS 311.0), nel quale è ancorato il principio nulla poena sine lege. Nel medesimo tempo, considera che violato sia anche l'art. 12 CP "dal momento che i fatti così come accertati... non permettono comunque di concludere per l'esistenza di un dolo". 6.2. Pure in questo caso, le argomentazioni esposte nel ricorso non possono essere tuttavia condivise. 6.2.1. In via di principio, le misure disciplinari hanno infatti un carattere amministrativo e non penale e ciò vale anche nella fattispecie, in cui è litigiosa una multa di fr. 300.-- (sentenze 2C_999/2020 dell'8 dicembre 2021 consid. 2, con riferimento a una multa disciplinare di fr. 8'000.--; 2C_453/2019 del 6 dicembre 2019 consid. 6.2, con riferimento a una multa disciplinare di fr. 10'000.-- e con rinvii a casi concernenti multe disciplinari di fr. 5'000.-- e fr. 1'500.--; 2C_507/2019 del 14 novembre 2019 consid. 4 con riferimento a una multa disciplinare di fr. 1'000.--). I richiami sia all'art. 1 CP che all'art. 12 CP, che si riferisce per altro esplicitamente a "crimini e delitti", non sono quindi decisivi. 6.2.2. Nel contempo, va osservato che lecito e conforme alla giurisprudenza è pure interpretare l'art. 40 lett. d vLPMed tenendo conto delle norme deontologiche di categoria, come fatto dalla Corte cantonale richiamandosi all'art. 21 del codice deontologico della Federazione dei medici svizzeri (FMH) secondo cui "l'uso abusivo di titoli è vietato", "il medico può usare unicamente titoli universitari rilasciati da un'università svizzera o da un'università estera riconosciuta equivalente" e "i titolo accademici esteri devono sempre essere citati con il loro luogo di provenienza". Alla base di questo disposto non vi sono infatti dei meri interessi di categoria, bensì quello di tutelare la qualità, l'affidabilità e la trasparenza in materia di offerta di cure mediche, quindi la salute pubblica, ciò che ne permette il richiamo anche nel caso in esame (sentenze 2C_95/2021 del 27 agosto 2021 consid.”
Das Legalitätsprinzip und die daraus folgende Anforderung der Bestimmtheit (nulla poena sine lege certa) gelten auch für kantonale Übertretungen und Verwaltungsstrafen. Der geforderte Präzisionsgrad einer Strafnorm richtet sich unter anderem nach der Komplexität der regelungsbedürftigen Materie und nach der Schwere der Sanktion; die Norm muss jedoch so bestimmt sein, dass das Verhalten für die Betroffenen erkennbar ist. Dabei ist zu beachten, dass das Erfordernis der Bestimmtheit nicht absolut zu verstehen ist: Der Gesetzgeber kann allgemeine Begriffe verwenden, deren Auslegung und Anwendung der Rechtspraxis überlassen bleibt. Der konkret erforderliche Präzisionsgrad hängt von der Vielfalt der zu regelnden Situationen, der Komplexität und Vorhersehbarkeit der erforderlichen Entscheidung, den Adressaten der Norm sowie von der Schwere der betroffenen Grundrechtsgutverletzung ab; er ist daher im Anwendungsfall zu beurteilen.
“À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est pas absolue et sa restriction est admissible si elle repose sur une base légale, si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst.). Ces conditions sont similaires à celles figurant à l'art. 8 § 2 CEDH, qui admet l'ingérence d'une autorité publique dans l'exercice de ce droit pour autant qu'elle soit prévue par la loi et constitue une mesure qui, dans une société démocratique, est nécessaire à la sécurité nationale, à la sûreté publique, au bien-être économique du pays, à la défense de l'ordre et à la prévention des infractions pénales, à la protection de la santé ou de la morale, ou à la protection des droits et libertés d'autrui. 2.4.2. Il n'est pas contesté que l'interdiction de mendier figure dans une loi au sens formel, mais l'appelant argue une violation du principe de la légalité (absence de précision). 2.4.3. Le principe de la légalité (art. 1 CP et art. 7 CEDH), dont l'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes s'applique aux contraventions du droit pénal cantonal. Une norme pénale doit être suffisamment précise. Les exigences à cet égard dépendent entre autres de la complexité de la matière réglementée et de la peine encourue. La loi doit être formulée de manière suffisamment précise pour que les citoyens puissent s'y conformer et identifier les conséquences d'un comportement donné avec un degré de certitude correspondant aux circonstances. Le principe de précision ne doit toutefois pas être compris de manière absolue. Le législateur ne peut pas renoncer à utiliser des notions générales dont l'interprétation et l'application doivent être laissées à la pratique. Le degré de précision requis ne peut pas être fixé de manière abstraite. Il dépend notamment de la diversité des situations à ordonner, de la complexité et de la prévisibilité de la décision nécessaire dans le cas d'espèce, des destinataires de la norme, de la gravité de l'atteinte aux droits constitutionnels et de la décision appropriée qui n'est possible que lors de la concrétisation (cas d'application) (ATF 149 I 248 consid.”
“68 LSan/TI rientrano appunto in questo campo e devono essere distinti dall'obbligo di denuncia giusta l'art. 302 CPP, che non è di per sé toccato dalla norma cantonale. 6.3. Laddove i ricorrenti sostengono per contro che l'obbligo di segnalazione dell'art. 68 cpv. 3 LSan/TI sarebbe illimitato e non poggerebbe su una valida base legale, essi censurano sostanzialmente la lesione del principio della legalità per l'indeterminatezza della norma. La censura, pur non citando in modo esplicito il principio, è comunque sufficientemente chiara (cfr. consid. 1.5). Al riguardo, è qui di rilievo anche la disposizione penale di cui all'art. 95 cpv. 1 e 3 LSan/TI, che prevede per le infrazioni alle norme della LSan/TI, comprese le omissioni, la punibilità con una multa fino a fr. 100'000.--, rispettivamente fino a fr. 500'000.-- nei casi intenzionali gravi (cfr. art. 95 cpv. 2 LSan/TI). 6.3.1. Il principio della legalità nell'ambito del diritto penale ("nulla poena sine lege") è esplicitamente sancito dagli art. 1 CP e 7 CEDU. Risulta altresì dagli art. 5 cpv. 1, 9 e 164 cpv. 1 lett. c Cost. (DTF 145 IV 329 consid. 2.2, 513 consid. 2.3.1). Il principio è violato quando una persona è perseguita penalmente per un comportamento che la legge non definisce come punibile, oppure quando l'atto incriminato è ritenuto punibile da una legge alla quale non può essere riconosciuta validità giuridica, oppure ancora quando il tribunale sussume un determinato comportamento sotto una disposizione penale alla quale, anche sulla scorta di un'interpretazione estesa secondo i principi generali del diritto penale, non è però sussumibile (DTF 145 IV 329 consid. 2.2, 513 consid. 2.3.1). Il principio vale per tutto il diritto penale, quindi anche per il diritto penale cantonale in materia di contravvenzioni (DTF 138 IV 13 consid. 4.1 e rinvii). Dal principio della legalità è inoltre dedotta l'esigenza di precisione del diritto penale ("nulla poena sine lege certa"), che impone una descrizione sufficientemente puntuale delle fattispecie penali.”
Nach Art. 1 StGB gilt das Legalitätsprinzip: Bestrafung ist nur wegen eines vom Gesetz ausdrücklich unter Strafe gestellten Verhaltens zulässig. Auslegungen, die durch Überschreitung des vom Gesetz tragbaren Sinnes neue Straftatbestände schaffen oder bestehende so erweitern, dass der Gesetzeswortlaut und -sinn nicht mehr gedeckt sind, verletzen das Prinzip der Gesetzesbindung. Teilgehalt des Prinzips ist das Bestimmtheitsgebot: Straftatbestände müssen hinreichend genau gefasst sein, damit das Verhalten für den Bürger vorhersehbar bleibt.
“Une peine ou une mesure ne peut être prononcée qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi (art. 1 CP). Le principe de la légalité (nulla poena sine lege) est aussi ancré expressément à l'art. 7 CEDH. Il se déduit également des art. 5 al. 1, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. (ATF 148 IV 234 consid. 3.5; ATF 147 II 274 consid. 2.1.1; ATF 145 IV 470 consid. 4.5 et les références citées). Le principe est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi; lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal; ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique. Le principe s'applique à l'ensemble du droit pénal. Il n'exclut pas une interprétation extensive de la loi à la charge du prévenu (ATF 148 IV 234 consid. 3.5; ATF 147 II 274 consid. 2.1.1; ATF 145 IV 470 consid. 4.5 et les références citées; ATF 138 IV 13 consid. 4.1). La loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen de s'y conformer et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude dépendant des circonstances.”
“Im Strafrecht gilt das Legalitätsprinzip. Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB; Art. 7 EMRK; BGE 148 IV 329 E. 5.1; 147 IV 274 E. 2.1.1; 138 IV 13 E. 4.1). Das Legalitätsprinzip verbietet, über den Sinn, wie er dem Gesetz bei richtiger Auslegung zukommt, hinauszugehen, also neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende derart zu erweitern, dass die Auslegung durch den Sinn des Gesetzes nicht mehr gedeckt wird (BGE 148 IV 329 E. 5.1; 128 IV 272 E. 2). Das Bestimmtheitsgebot ("nulla poena sine lege certa") als Teilgehalt des Legalitätsprinzips verlangt eine hinreichend genaue Umschreibung der Straftatbestände. Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen kann (BGE 145 IV 329 E. 2.2; 138 IV 13 E. 4.1 mit Hinweisen).”
“La recourante indique encore qu’elle n’a pas explicitement donné son consentement aux actes sexuels. Il est vrai qu’elle n’a pas acquiescé comme l’admet P.________, notamment lorsqu’il déclare lui avoir demandé à deux reprises s’ils devaient poursuivre ce qu’ils étaient en train de faire, ce à quoi elle n’avait rien répondu. De même, elle n’a pas dit « non » jusqu’à ce que le prévenu introduise l’un de ses doigts dans son vagin ; ainsi, dans un premier temps, elle n’a pas exprimé un refus. Elle a certes dit, à une ou deux reprises, que « ce n’était pas une bonne idée » et a tenté de lui signifier son refus en continuant à manipuler son téléphone portable, mais ces mots, ces gestes et son attitude passive n’ont pas été compris par le prévenu comme exprimant un net refus, celui-ci lui ayant demandé plusieurs fois si elle était « ok ». Quoi qu’il en soit, il ressort de la loi et de la jurisprudence qu’une interprétation de l’art. 189 CP qui incriminerait l’acte sexuel sans consentement et sans contrainte constituerait une violation du principe de la légalité (art. 1 CP). Quand bien même la jurisprudence pose des exigences de plus en plus faibles en la matière, la contrainte reste un élément constitutif objectif de l’infraction de contrainte sexuelle. Seul le législateur est ainsi compétent pour supprimer l’élément constitutif de la contrainte (cf. ATF 148 IV 234 consid. 3.8). Or, le prévenu affirme qu’il a cessé de toucher la recourante, dès qu’il a compris qu’elle lui disait « stop », même s’il admet qu’il lui a fallu quelques secondes pour réagir, sa camarade ayant dû répéter son refus à deux reprises. De son côté, la recourante ne conteste pas que le prévenu ait définitivement stoppé ses actes après son deuxième « stop » intervenu quelques secondes après le premier. Dans ces circonstances, on ne peut retenir que le prévenu aurait passé outre son refus, la durée séparant les deux « stop » n’étant pas suffisamment significative. Au vu de ce qui précède, force est de constater, avec le Président du Tribunal des mineurs, que tant les éléments objectifs que subjectifs de l’infraction de contrainte sexuelle ne sont pas réalisés en l’espèce.”
“On rappellera à cet égard que le viol, au sens de l'article 190 CP, constitue un délit de violence, qui doit être considéré principalement comme un acte d'agression physique (ATF 131 IV 107 consid. 2.2 ; ATF 128 IV 97 consid. 2b ; ATF 124 IV 154 consid. 3b ; TF 6B_159/2020). Il en résulte que toute pression, tout comportement conduisant à un acte sexuel non souhaité, ne saurait être qualifié de contrainte. L'infraction exige donc non seulement qu'une personne subisse l'acte sexuel alors qu'elle ne le veut pas, mais également qu'elle le subisse du fait d'une contrainte exercée par l'auteur. Ainsi, quand bien même la jurisprudence pose des exigences de plus en plus faibles en la matière, la contrainte reste un élément constitutif objectif de l'infraction de viol ; à défaut d'une telle contrainte, de l'intensité exigée par la loi et la jurisprudence, et même si la victime ne souhaitait pas entretenir une relation sexuelle, il n'y a pas viol (TF 6B_159/2020 ; TF 6B_502/2017). Une interprétation de l'article 190 CP qui incriminerait l'acte sexuel sans consentement et sans contrainte constituerait une violation du principe de la légalité (art. 1 CP ; TF 6B_894/2021 précité consid. 3.8). En l'occurrence, il n'est certes pas exclu que X.________ n'ait prêté que peu d'attention à sa partenaire et ne se soit préoccupé que de son propre plaisir ; force est cependant de constater qu'il n'a usé ni de menaces, ni de violence à l'encontre de la plaignante. Par ailleurs, s'il est également possible, vu sa réaction une fois l'acte terminé, son départ relativement précipité de l'appartement, ainsi que son état psychologique subséquent, que Z.________ ait été envahie par un sentiment de peur durant la soirée, sentiment qui l'aurait conduite à ne pas oser faire preuve d'une résistance aussi ferme qu'elle l'aurait voulu, il n'existe toutefois aucun élément permettant de retenir que X.________ aurait sciemment suscité cette peur – Z.________ ayant du reste reconnu que le prévenu n'avait jamais eu des paroles ou des gestes violents à son encontre (PV aud. 3, R. 6, p. 3) – ni d'ailleurs qu'il l'aurait effectivement perçue. Dans un tel cas de figure, on ne saurait en outre considérer que X.”
Das Bestimmtheitsgebot nach Art. 1 StGB verlangt eine hinreichend präzise gesetzliche Umschreibung der strafbaren Tat, damit die Bürger ihr Verhalten danach richten und die Rechtsfolgen mit einem den Umständen angemessenen Grad an Gewissheit erkennen können. Diese Anforderung ist nicht absolut: Der erforderliche Präzisionsgrad hängt unter anderem von der Komplexität der Regelung, der Vielfalt der zu regelnden Sachverhalte, den Adressaten der Norm, der Schwere des Eingriffs sowie der Vorhersehbarkeit der im Einzelfall erforderlichen Entscheidung ab. Der Gesetzgeber kann daher allgemeine Begriffe verwenden, deren Konkretisierung der Rechtsprechung und Verwaltungspraxis überlassen bleibt.
“Mendier, à savoir demander l'aumône, généralement sous forme d'argent, auprès d'une autre personne dans l'attente de sa générosité, doit être considéré comme une liberté élémentaire, faisant partie de la liberté personnelle garantie par les art. 10 al. 2 Cst. et 8 § 1 CEDH (ATF 134 I 214 consid. 5.3 ; arrêt du Tribunal fédéral 1C_443/2017 du 29 août 2018 consid. 4.2 ; arrêt de la CourEDH n° 14065/15 du 19 avril 2021 Lacatus c. Suisse § 59). À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est pas absolue et sa restriction est admissible si elle repose sur une base légale suffisante, si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst.). 2.2.2. L'appelante ne nie pas que l'interdiction de mendier qu'elle conteste figure dans une loi au sens formel. Elle estime toutefois que le libellé de l'interdiction contrevient au principe de la légalité. Ce principe est consacré par l'art. 1 CP, qui prévoit qu'une peine ou une mesure ne peuvent être prononcées qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi. La norme pénale doit être formulée de manière suffisamment précise pour que les citoyens puissent s'y conformer et identifier les conséquences d'un comportement donné avec un degré de certitude correspondant aux circonstances (ATF 144 I 242 consid. 3.1.2 ; 141 IV 179 consid. 1.3.3 ; 138 IV 13 consid. 4.1). L'exigence de précision de la base légale ne doit cependant pas être comprise d'une manière absolue et dépend entre autres de la complexité de la matière réglementée et de la peine encourue. Le législateur ne peut pas renoncer à utiliser des définitions générales ou plus ou moins vagues, dont l'interprétation et l'application sont laissées à la pratique. Le degré de précision requis ne peut pas être déterminé de manière abstraite. Il dépend, entre autres, de la multiplicité des situations à régler, de la complexité ou de la prévisibilité de la décision à prendre dans le cas particulier, du destinataire de la norme, ou de la gravité de l'atteinte aux droits constitutionnels.”
“Erforderlich ist zunächst eine ausreichende gesetzliche Grundlage. Diese muss sich hier in einem Gesetz im formellen Sinne befinden, da das angefochtene Bettelverbot, auch wenn es bloss partiell ist, einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit bewirkt (Art. 36 Abs. 1 BV). Mit dem Erlass von § 9 ÜStG wird diese Voraussetzung grundsätzlich erfüllt. Zu beachten ist aber auch das strafrechtliche Legalitätsprinzip nach Art. 1 StGB und Art. 7 EMRK, das ebenfalls für das kantonale Übertretungsstrafrecht gilt (BGE 138 IV 13 E. 4.1 mit Hinweisen). Daraus wird unter anderem das Bestimmtheitsgebot (nulla poena sine lege certa) abgeleitet. Danach muss eine BGE 149 I 248 S. 258 Strafnorm hinreichend bestimmt sein. Welche Anforderungen daran zu stellen sind, hängt unter anderem von der Komplexität der Regelungsmaterie und der angedrohten Strafe ab. Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass Bürgerinnen und Bürger ihr Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen können. Das Bestimmtheitsgebot darf jedoch nicht in absoluter Weise verstanden werden. Der Gesetzgeber kann nicht darauf verzichten, allgemeine Begriffe zu verwenden, deren Auslegung und Anwendung der Praxis überlassen werden müssen. Der Grad der erforderlichen Bestimmtheit lässt sich nicht abstrakt festlegen. Er hängt unter anderem von der Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, von der Komplexität und der Vorhersehbarkeit der im Einzelfall erforderlichen Entscheidung, von den Normadressatinnen und -adressaten, von der Schwere des Eingriffs in Verfassungsrechte und von der erst bei der Konkretisierung im Einzelfall möglichen und sachgerechten Entscheidung ab (BGE 144 I 126 E.”
“Das Legalitätsprinzip ("nulla poena sine lege") ist in Art. 1 StGB und Art. 7 EMRK ausdrücklich verankert. Das Bestimmtheitsgebot ("nulla poena sine lege certa") als Teilgehalt des Legalitätsprinzips, welches auch im Nebenstrafrecht gilt, verlangt eine hinreichend genaue Umschreibung der Straftatbestände. Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen kann (BGE 145 IV 329 E. E. 2.2; Urteil 6B_600/2020 vom 7. September 2020 E. 5.6 mit Hinweisen). Diesen Anforderungen genügt Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG, auch wenn weder das BankG noch die im Tatzeitpunkt geltende aBankV - anders als der am 1. Januar 2015 in Kraft getretene Art. 5 Abs. 1 BankV - eine Definition des Begriffs der Publikumseinlage enthielten. Dass der Gesetzgeber allgemeine Begriffe verwendet, die nicht eindeutig allgemeingültig umschrieben werden können und deren Auslegung und Anwendung er der Praxis überlassen muss, lässt sich nicht vermeiden (BGE 145 IV 329 E.”
Das Legalitätsprinzip (nulla poena sine lege) verlangt, dass eine Strafe oder Massnahme nur wegen einer Tat verhängt werden darf, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt. Das Prinzip ist verletzt, wenn jemand wegen eines Verhaltens verfolgt wird, das das Gesetz überhaupt nicht als strafbar bezeichnet, wenn die Anwendung einer Strafnorm auf ein bestimmtes Verhalten auf einer Auslegung beruht, die die nach den massgebenden Grundsätzen zulässigen Grenzen überschreitet, oder wenn eine Strafbestimmung ohne rechtliche Grundlage angewendet wird. Das Prinzip ist im gesamten Strafrecht anwendbar; eine weitergehende Auslegung zu Ungunsten des Beschuldigten ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen (Art. 1 StGB; vgl. Rechtsprechung).
“Im Strafrecht gilt das Legalitätsprinzip. Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB). Der Grundsatz der Legalität ("nulla poena sine lege") ist auch in Art. 7 EMRK ausdrücklich verankert. Er ist verletzt, wenn jemand wegen eines Verhaltens strafrechtlich verfolgt wird, das im Gesetz überhaupt nicht als strafbar bezeichnet wird; wenn das Gericht ein Verhalten unter eine Strafnorm subsumiert, unter die es auch bei weitestgehender Auslegung der Bestimmung nach den massgebenden Grundsätzen nicht subsumiert werden kann; oder wenn jemand in Anwendung einer Strafbestimmung verfolgt wird, die rechtlich keinen Bestand hat (BGE 148 IV 30 E. 1.3.1; 145 IV 513 E. 2.3.1; 138 IV 13 E. 4.1; je mit Hinweisen).”
“Une peine ou une mesure ne peut être prononcée qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi (art. 1 CP). Le principe de la légalité ( nulla poena sine lege) est aussi ancré expressément à l'art. 7 CEDH et se déduit des art. 5 al. 1, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. (ATF 144 I 242 consid. 3.1.2; 143 II 297 consid. 9.5). Ce principe est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi; lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal; ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique (ATF 144 I 242 consid. 3.1.2). Le principe s'applique à l'ensemble du droit pénal. Il n'exclut pas une interprétation extensive de la loi à la charge du prévenu (ATF 138 IV 13 consid. 4.1). La loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen de s'y conformer et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude dépendant des circonstances (ATF 144 I 242 consid.”
“Une peine ou une mesure ne peut être prononcée qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi (art. 1 CP). Le principe de la légalité ( nulla poena sine lege ) est aussi ancré expressément à l'art. 7 CEDH. Il se déduit également des art. 5 al. 1, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. ( ATF 144 I 242 consid. 3.1.2 p. 251; ATF 143 II 297 consid. 9.5 p. 343; ATF 138 IV 13 consid. 4.1 p. 19 s.). Le principe est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi; lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal; ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique ( ATF 144 I 242 consid. 3.1.2 p. 251). Le principe s'applique à l'ensemble du droit pénal. Il n'exclut pas une interprétation extensive de la loi à la charge du prévenu ( ATF 138 IV 13 consid. 4.1 p. 20). La loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen de s'y conformer et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude dépendant des circonstances ( ATF 144 I 242 consid.”
Eine Verletzung einer Dienstpflicht führt nur dann zu einer strafbaren Handlung, wenn das Gesetz hierfür ausdrücklich eine Sanktion vorsieht oder die pflichtwidrige Unterlassung unter eine andere ausdrücklich strafbewehrte Norm fällt. Ein blosses Dienstpflichtsverschulden begründet nicht automatisch Strafbarkeit nach Art. 1 StGB.
“Un simple intérêt de fait ne suffit pas à conférer la qualité pour recourir. Le recourant doit ainsi établir que la décision attaquée viole une règle de droit qui a pour but de protéger ses intérêts et qu'il peut en conséquence en déduire un droit subjectif (ATF 145 IV 161 consid. 3.1 et les arrêts cités). Une partie qui n'est pas concrètement lésée par la décision ne possède donc pas la qualité pour recourir et son recours est irrecevable (ATF 144 IV 81 consid. 2.3.1). En l’espèce, A.________ entend qu’une instruction soit ouverte à l’encontre du policier qui a refusé de dénoncer la personne qui a enlevé son flyer du pilier communal. Il estime que ce policier a violé l’art. 302 CPP, qui oblige les autorités pénales à dénoncer aux autorités compétentes toutes les infractions qu’elles ont constatées dans l’exercice de leur fonction ou qui leur ont été annoncées. Le droit pénal est régi par le principe de la légalité. Seul un comportement expressément réprimé par la loi est punissable (art. 1 CP). Or, l’obligation de dénoncer prévue à l’art. 302 CPP ne fonde pas une infraction pénale en soi, comme l’a relevé le Ministère public. L’omission du fonctionnaire de dénoncer en violation de son devoir peut certes entraîner des conséquences de nature pénale, soit une entrave à l’action pénale réprimée à l’art. 305 CP (PC CPP, 2ème éd. 2016, art. 302 n. 13). Selon la jurisprudence, l’art. 305 CP protège le fonctionnement de la justice ; d’éventuels intérêts privés à la poursuite de l’infraction apparaissent d’emblée à tel point en retrait derrière l’intérêt public que la norme ne peut être appréhendée que comme protégeant exclusivement le fonctionnement de la justice. L’invocation de l’art. 305 CP ne peut dès lors fonder la qualité pour agir en justice d'une partie agissant pour la défense de ses intérêts privés (arrêt TF 6B_1318/2017 du 9 février 2018 consid. 7.2.2 et les réf. ; arrêt TC FR 502 2020 44 du 5 août 2020 consid. 1.2.2). Il s’ensuit qu’en tant qu’il est dirigé contre le refus d’ouvrir une instruction à l’encontre du policier, le recours du 16 octobre 2020 est irrecevable.”
Bei unbestimmten Strafnormen steht nach Art. 1 StGB die Verurteilung in Frage. Die Quellen äussern die Auffassung, dass nur in klaren, groben oder besonders offensichtlichen Fällen eine Bestrafung in Betracht kommt; bei erheblicher Unbestimmtheit der gesetzlichen Voraussetzungen kann dies zur Nichtanwendung der Strafbestimmung bzw. zum Freispruch führen.
“Lesdites exigences sont matérialisées à l’art. 3 al. 1 OPDo, qui dresse une liste de mesures techniques et organisationnelles visant à assurer la confidentialité des données personnelles, à savoir le contrôle de l’accès aux données (les personnes autorisées ne doivent avoir accès qu’aux données personnelles dont elles ont besoin pour accomplir leurs tâches), le contrôle de l’accès aux locaux et aux installations (seules les personnes autorisées doivent pouvoir accéder aux locaux et aux installations utilisés pour le traitement de données) et le contrôle de l’utilisation (les personnes non autorisées ne doivent pas pouvoir utiliser les systèmes de traitement automatisé de données personnelles à l’aide d’installations de transmission) (Ph. MEIER / S. MÉTILLE, op. cit., n. 22 ad art. 61 LPD). En raison du manque de clarté et de précision de l'art. 61 al. 1 let. c LPD, la doctrine doute que la violation de l'art. 3 OPDo puisse constituer une infraction pénale au regard du principe nullum crimen, nulla poena sine lege (art. 1 CP). Seuls des cas graves ou manifestes tomberaient dès lors sous le coup de l'art. 61 let. c LPD, le manque de clarté de la norme pouvant toutefois être relativisé par la non-punissabilité de la négligence (R. FERRARI-VISCA, Datenschutz im Unternehmen, 2023, n. 155, p. 415). Ainsi, si l'absence complète de mesures de sécurité serait certainement punissable aux termes de l'art. 61 let. c LPD, tel ne serait en principe pas le cas de mesures insuffisantes ou d'un règlement incomplet dans la mesure où de telles questions relèvent de l'appréciation du risque ou de l'adéquation des mesures prises (Ph. MEIER / S. MÉTILLE, op. cit., n. 28 ad art. 61 LPD). 2.4. En l'espèce, la recourante a reçu le 25 mars 2024 des réponses complètes aux questions qu'elle a posées dans sa demande du 21 précédent, à savoir principalement les données personnelles traitées et la finalité de la consultation. Cette réponse a encore été précisée le 9 avril 2024. La mise en cause a donc informé la recourante de manière conforme à ses obligations découlant de l'art.”
“Für die Vollstreckung im Falle des Nichtbezahlens wird einzig auf das italienische Recht verwiesen, konkret auf die Vollstreckung "eventuell direkt vor Ort" bei einer nächsten Einreise nach Italien. Angesichts dessen könnten die Schreiben unter Umständen auch als Wiederholung der Aufforderung, die Busse freiwillig zu bezahlen, interpretiert werden (a.a.O., E. 3.5.2). Dies gilt, wie der Beschwerdeführer zu Recht einwendet, umso mehr, als auch im Ordnungsbussenverfahren bisweilen Mahnungen verschickt werden, bevor das ordentliche Verfahren eingeleitet wird (vgl. Urteil 6B_267/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 2.3). Diese unklaren, nur schwer zu überschaubaren rechtlichen Voraussetzungen stehen einem Schuldspruch entgegen. Daran ändert nichts, dass die B.________ AG vom Bundesamt für Justiz wiederholt darauf hingewiesen worden ist, dass das Busseninkasso zugunsten ausländischer Behörden in der Schweiz nicht erlaubt sei. Die entsprechenden Hinweise in Form dreier E-Mails vermögen die fehlende Bestimmtheit der Strafbestimmung nicht zu heilen. Das vorinstanzliche Erkenntnis verletzt demnach das Legalitätsprinzip gemäss Art. 1 StGB, was zum Freispruch des Beschwerdeführers führt.”
“Aussi, en l'absence d'une réponse qui pourrait être déduite de manière suffisamment claire et précise du droit de l'entraide judiciaire internationale, il subsiste une incertitude quant au caractère "autorisé" de l'envoi du courrier litigieux selon que celui-ci soit abordé sous le prisme de la notification directe - permise en Suisse - d'un jugement italien portant sur une contravention en matière de circulation routière (cf. consid. 3.5.2 supra) ou sous celui de l'exécution directe - proscrite en Suisse - d'un tel jugement (cf. consid. 3.5.1 supra). En tout état, et sans qu'il y ait matière à examiner plus avant la licéité du courrier litigieux, il apparaît qu'une condamnation des recourants au titre de l'art. 271 ch. 1 CP se heurte au principe de la légalité (art. 1 CP), dont on rappelle qu'il exige notamment que la loi soit formulée de manière telle qu'elle permette au justiciable de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude (cf. consid. 3.1 supra).”
Ausgangspunkt ist der grammatikalische Wortlaut. Von diesem darf nur abgewichen werden, wenn ein triftiger Grund besteht – namentlich die Annahme, der Wortlaut ziele am „wahren Sinn“ der Regelung vorbei. Als Auslegungselemente kommen dann insbesondere die Entstehungsgeschichte (historisches), der Zweck (teleologisches) und der Zusammenhang mit andern Vorschriften (systematisches Element) in Betracht. Nur bei unklarem oder nicht restlos klarem Wortlaut ist nach der wahren Tragweite zu suchen; die Auslegung bleibt jedoch an den klaren Wortsinn und Sinn der Bestimmung gebunden. Innerhalb dieser Grenzen ist eine Auslegung auch zu Lasten der beschuldigten Person zulässig.
“Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB). Ausgangspunkt der Gesetzesanwendung ist der Gesetzestext (grammatikalisches Element). Ist der Wortlaut der Bestimmung klar, d.h. eindeutig und unmissverständlich, darf davon nur abgewichen werden, wenn ein triftiger Grund für die Annahme besteht, der Wortlaut ziele am "wahren Sinn" der Regelung vorbei. Anlass für eine solche Annahme können die Entstehungsgeschichte der Bestimmung (historisches Element), ihr Zweck (teleologisches Element) oder der Zusammenhang mit andern Vorschriften (systematisches Element) geben. Nur für den Fall, dass der Wortlaut der Bestimmung unklar bzw. nicht restlos klar ist und verschiedene Interpretationen möglich bleiben, muss nach der wahren Tragweite der Bestimmung gesucht werden. Dabei sind alle anerkannten Auslegungselemente zu berücksichtigen. Auch eine solche Auslegung findet ihre Grenzen aber am klaren Wortlaut und Sinn einer Gesetzesbestimmung, indem der eindeutige Wortsinn nicht zugunsten einer solchen Interpretation beiseitegeschoben werden darf. In diesen Grenzen ist eine Gesetzesauslegung auch zu Lasten der beschuldigten Person im Strafprozess zulässig (BGE 143 I 272 E 2.”
“Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB). Ausgangspunkt der Gesetzesanwendung ist der Gesetzestext (grammatikalisches Element). Ist der Wortlaut der Bestimmung klar, d.h. eindeutig und unmissverständlich, darf davon nur abgewichen werden, wenn ein triftiger Grund für die Annahme besteht, der Wortlaut ziele am "wahren Sinn" der Regelung vorbei. Anlass für eine solche Annahme können die Entstehungsgeschichte der Bestimmung (historisches Element), ihr Zweck (teleologisches Element) oder der Zusammenhang mit andern Vorschriften (systematisches Element) geben. Nur für den Fall, dass der Wortlaut der Bestimmung unklar bzw. nicht restlos klar ist und verschiedene Interpretationen möglich bleiben, muss nach der wahren Tragweite der Bestimmung gesucht werden. Dabei sind alle anerkannten Auslegungselemente zu berücksichtigen. Auch eine solche Auslegung findet ihre Grenzen aber am klaren Wortlaut und Sinn einer Gesetzesbestimmung, indem der eindeutige Wortsinn nicht zugunsten einer solchen Interpretation beiseitegeschoben werden darf. In diesen Grenzen ist eine Gesetzesauslegung auch zu Lasten der beschuldigten Person im Strafprozess zulässig (BGE 143 I 272 E 2.”
Das Gericht hat ausgeführt, dass Art. 1 StGB (Prinzip der Legalität) durch die Ahndung von vorsätzlichen Verstössen gegen die COVID‑Verordnungen nicht verletzt ist, sofern das Gesetz das betreffende Verhalten ausdrücklich unter Strafe stellt; die blosse Kritik an der Gesundheitspolitik stellt keine Lücke dar, die die Strafbarkeit aufheben würde.
“Le juge est chargé de faire appliquer les lois, qu’elles soient critiquées ou pas. En l’espèce, les appelants ont admis qu’ils avaient enfreint intentionnellement la législation en vigueur par conviction personnelle. Le premier juge n’avait pas à apprécier la politique sanitaire menée par la Suisse, notoirement louée par certains et notoirement critiquée par d’autres. On ne discerne aucune lacune dans le jugement attaqué. Ce moyen, mal fondé, doit donc être rejeté. 4. 4.1 Les appelants reviennent sur la légalité de la LEp (loi fédérale sur la lutte contre les maladies transmissibles de l’homme du 28 septembre 2012 [loi sur les épidémies] ; RS 818.101) et de l’ordonnance sur les mesures destinées à lutter contre l’épidémie de COVID-19 en situation particulière du 23 juin 2021 (ci-après : ordonnance COVID-19 situation particulière ; RS 818.101.26). Ils invoquent ainsi une violation de l’art. 1 CP. 4.2 Selon l’art. 1 CP, une peine ou une mesure ne peuvent être prononcées qu’en raison d’un acte expressément réprimé par la loi. L’art. 1 CP consacre le principe de la légalité (nulla poene sine lege). Ce principe est violé lorsqu'une personne est poursuivie pénalement à raison d'un acte que la loi n'incrimine pas ou lorsqu'un acte, à raison duquel une personne est poursuivie pénalement, est sanctionné d'une peine par la loi, mais que cette dernière ne peut être considérée comme valable ou encore lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal. L'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes du principe de la légalité. Elle impose que le comportement réprimé soit suffisamment circonscrit (TF 6B_795/2010 du 10 mai 2011 consid. 1.3 et les arrêts cités). 4.3 La Cour de céans fait sienne l’appréciation – convaincante et pertinente – du premier juge à cet égard. En effet, l’art. 83 al. 1 let. c LEp prescrit qu’est puni d’une amende quiconque, intentionnellement, enfreint les dispositions visant à prévenir la transmission de maladies.”
“3 En l’occurrence, les appelants considèrent que le jugement serait lacunaire car il ne tiendrait pas compte de certains éléments, tels que l’efficacité du passeport vaccinal, la source des contaminations, la légalité du certificat COVID ou la situation dans les hôpitaux. On ne saurait suivre ce raisonnement. Le juge est chargé de faire appliquer les lois, qu’elles soient critiquées ou pas. En l’espèce, les appelants ont admis qu’ils avaient enfreint intentionnellement la législation en vigueur par conviction personnelle. Le premier juge n’avait pas à apprécier la politique sanitaire menée par la Suisse, notoirement louée par certains et notoirement critiquée par d’autres. On ne discerne aucune lacune dans le jugement attaqué. Ce moyen, mal fondé, doit donc être rejeté. 4. 4.1 Les appelants reviennent sur la légalité de la LEp (loi fédérale sur la lutte contre les maladies transmissibles de l’homme du 28 septembre 2012 [loi sur les épidémies] ; RS 818.101) et de l’ordonnance sur les mesures destinées à lutter contre l’épidémie de COVID-19 en situation particulière du 23 juin 2021 (ci-après : ordonnance COVID-19 situation particulière ; RS 818.101.26). Ils invoquent ainsi une violation de l’art. 1 CP. 4.2 Selon l’art. 1 CP, une peine ou une mesure ne peuvent être prononcées qu’en raison d’un acte expressément réprimé par la loi. L’art. 1 CP consacre le principe de la légalité (nulla poene sine lege). Ce principe est violé lorsqu'une personne est poursuivie pénalement à raison d'un acte que la loi n'incrimine pas ou lorsqu'un acte, à raison duquel une personne est poursuivie pénalement, est sanctionné d'une peine par la loi, mais que cette dernière ne peut être considérée comme valable ou encore lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal. L'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes du principe de la légalité. Elle impose que le comportement réprimé soit suffisamment circonscrit (TF 6B_795/2010 du 10 mai 2011 consid. 1.3 et les arrêts cités). 4.3 La Cour de céans fait sienne l’appréciation – convaincante et pertinente – du premier juge à cet égard.”
Das Legalitätsprinzip verlangt, dass Strafen oder Massnahmen nur wegen gesetzlich ausdrücklich unter Strafe gestellter Taten verhängt werden. Es verbietet, durch Auslegung neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende Tatbestände derart auszudehnen, dass dies den bei richtiger Auslegung dem Gesetz zukommenden Sinn überschreitet.
“Im Strafrecht gilt das Legalitätsprinzip. Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB; Art. 7 Ziff. 1 EMRK; BGE 148 IV 329 E. 5.1; 147 IV 274 E. 2.1.1; 138 IV 13 E. 4.1; je mit Hinweisen). Das Legalitätsprinzip verbietet, über den Sinn, wie er dem Gesetz bei richtiger Auslegung zukommt, hinauszugehen, also neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende derart zu erweitern, dass die Auslegung durch den Sinn des Gesetzes nicht mehr gedeckt wird (BGE 148 IV 329 E. 5.1; 128 IV 272 E. 2; 127 IV 198 E. 3b mit Hinweisen). Das Bestimmtheitsgebot ("nulla poena sine lege certa") als Teilgehalt des Legalitätsprinzips verlangt eine hinreichend genaue Umschreibung der Straftatbestände. Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen kann (BGE 147 IV 274 E. 2.1.1; 145 IV 329 E. 2.2; 138 IV 13 E. 4.1; je mit Hinweisen).”
“Une peine ou une mesure ne peut être prononcée qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi (art. 1 CP). Le principe de la légalité (nulla poena sine lege) est aussi ancré expressément à l'art. 7 CEDH. Il se déduit également des art. 5 al. 1, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. (ATF 148 IV 234 consid. 3.5; ATF 147 II 274 consid. 2.1.1; ATF 145 IV 470 consid. 4.5 et les références citées). Le principe est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi; lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal; ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique. Le principe s'applique à l'ensemble du droit pénal. Il n'exclut pas une interprétation extensive de la loi à la charge du prévenu (ATF 148 IV 234 consid. 3.5; ATF 147 II 274 consid. 2.1.1; ATF 145 IV 470 consid. 4.5 et les références citées; ATF 138 IV 13 consid. 4.1). La loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen de s'y conformer et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude dépendant des circonstances.”
“Im Strafrecht gilt das Legalitätsprinzip. Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB; Art. 7 EMRK; BGE 148 IV 329 E. 5.1; 147 IV 274 E. 2.1.1; 138 IV 13 E. 4.1; Urteil 6B_864/2022 vom 8. September 2023 E. 1.3.1). Das Legalitätsprinzip verbietet, über den Sinn, wie er dem Gesetz bei richtiger Auslegung zukommt, hinauszugehen, also neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende derart zu erweitern, dass die Auslegung durch den Sinn des Gesetzes nicht mehr gedeckt wird (BGE 148 IV 329 E. 5.1; 128 IV 272 E. 2; Urteil 6B_864/2022 vom 8. September 2023 E. 1.3.1). Das Bestimmtheitsgebot ("nulla poena sine lege certa") als Teilgehalt des Legalitätsprinzips verlangt eine hinreichend genaue Umschreibung der Straftatbestände. Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen kann (BGE 145 IV 329 E. 2.2; 138 IV 13 E. 4.1; Urteil 6B_864/2022 vom 8. September 2023 E. 1.3.1; je mit Hinweisen).”
Wiederholtes Verhalten kann, sofern in den Akten dokumentierte Kontrollen oder Feststellungen bestehen, als Indiz dafür gelten, dass der Täter die Verbotsnorm kannte und bewusst handelte; es spricht damit für Zurechenbarkeit beziehungsweise für Vorsatz oder Schuldfähigkeit. Eine solche Schlussfolgerung darf jedoch nur als Indiz und nicht als zwingender Beweis gelten.
“Le fait de mendier doit être considéré comme une liberté élémentaire, faisant partie de la liberté personnelle garantie par l'art. 10 al. 2 de la Constitution fédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999 [Cst.] ou du droit au respect de la vie privée au sens de l'art. 8 § 1 de la Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales du 4 novembre 1950 [CEDH] (ATF 149 I 248 consid. 4.3 ; CourEDH Lacatus c. Suisse du 19 janvier 2021 §59). À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est pas absolue et sa restriction est admissible si elle repose sur une base légale, si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst. ; conditions similaires à celles de l'art. 8 § 2 CEDH). 3.4. L'appelant ne remet pas en cause que l'interdiction de mendier figure dans une loi au sens formel. Il estime toutefois que le libellé de l'interdiction contrevient au principe de la légalité (art. 1 CP et 7 CEDH), en particulier de l'exigence de précision. La CPAR a déjà considéré, dans une jurisprudence désormais bien établie à laquelle il peut être renvoyé, que le texte de l'art. 11A al. 1 let. c LPG et en particulier la notion des "abords immédiats", seul pertinent dans la présente cause, était suffisamment clair et précis, de sorte que le principe de la légalité était respecté (AARP/358/2024 du 9 octobre 2024 consid. 2.4.4 et références citées). Tel est également le cas in casu. L'appelant ne saurait se prévaloir du fait qu'il n'aurait pas compris qu'il était interdit de mendier à l'endroit où il se trouvait. Il a été contrôlé et déclaré en contravention sur le champ le 1er septembre 2023, avant de récidiver dans le mois, puis à quelques heures d'intervalle le 2 octobre 2023. Une ignorance ou incompréhension de la règlementation n'a manifestement joué aucun rôle dans sa détermination à commettre les infractions qui lui sont reprochées. En tout état, il lui appartenait de se renseigner en cas de doute et d'adapter son comportement au nouveau cadre légal, l'interdiction de mendier n'étant que partielle, en particulier à la suite de la première contravention dont il a fait l'objet, laquelle n'a finalement pas été sanctionnée par le TP (cf.”
Das aus Art. 1 StGB und Art. 7 EMRK abgeleitete Bestimmtheitsgebot gilt auch für Übertretungen des kantonalen Strafrechts; es ist verfassungsrechtlich durch das Verbot der Willkür und durch die Anforderungen an die Gesetzesform gebunden. Die erforderliche Präzision hängt von der Komplexität der Regelung, den Adressaten und der Schwere der Sanktion ab; eine absolute Bestimmtheit ist nicht gefordert. Bei geringeren Strafdrohungen (insbesondere Bussen) sind die Anforderungen an die Bestimmtheit insgesamt weniger streng.
“À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est pas absolue et sa restriction est admissible si elle repose sur une base légale, si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst.). Ces conditions sont similaires à celles figurant à l'art. 8 § 2 CEDH, qui admet l'ingérence d'une autorité publique dans l'exercice de ce droit pour autant qu'elle soit prévue par la loi et constitue une mesure qui, dans une société démocratique, est nécessaire à la sécurité nationale, à la sûreté publique, au bien-être économique du pays, à la défense de l'ordre et à la prévention des infractions pénales, à la protection de la santé ou de la morale, ou à la protection des droits et libertés d'autrui. 2.4.2. Il n'est pas contesté que l'interdiction de mendier figure dans une loi au sens formel, mais l'appelant argue une violation du principe de la légalité (absence de précision). 2.4.3. Le principe de la légalité (art. 1 CP et art. 7 CEDH), dont l'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes s'applique aux contraventions du droit pénal cantonal. Une norme pénale doit être suffisamment précise. Les exigences à cet égard dépendent entre autres de la complexité de la matière réglementée et de la peine encourue. La loi doit être formulée de manière suffisamment précise pour que les citoyens puissent s'y conformer et identifier les conséquences d'un comportement donné avec un degré de certitude correspondant aux circonstances. Le principe de précision ne doit toutefois pas être compris de manière absolue. Le législateur ne peut pas renoncer à utiliser des notions générales dont l'interprétation et l'application doivent être laissées à la pratique. Le degré de précision requis ne peut pas être fixé de manière abstraite. Il dépend notamment de la diversité des situations à ordonner, de la complexité et de la prévisibilité de la décision nécessaire dans le cas d'espèce, des destinataires de la norme, de la gravité de l'atteinte aux droits constitutionnels et de la décision appropriée qui n'est possible que lors de la concrétisation (cas d'application) (ATF 149 I 248 consid.”
“8 § 1 de la Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales (CEDH) (ATF 149 I 248 consid. 4.3 ; CourEDH Lacatus c. Suisse du 19 janvier 2021 §59). 2.3.2. À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est pas absolue et sa restriction est admissible si elle repose sur une base légale, si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst.). Ces conditions sont similaires à celles figurant à l'art. 8 § 2 CEDH, qui admet l'ingérence d'une autorité publique dans l'exercice de ce droit pour autant qu'elle soit prévue par la loi et constitue une mesure qui, dans une société démocratique, est nécessaire à la sécurité nationale, à la sûreté publique, au bien-être économique du pays, à la défense de l'ordre et à la prévention des infractions pénales, à la protection de la santé ou de la morale, ou à la protection des droits et libertés d'autrui. 2.3.3. Il faut également tenir compte du principe de la légalité (art. 1 CP et art. 7 CEDH qui s'applique aux contraventions du droit pénal cantonal, dont l'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes. Une norme pénale doit être suffisamment précise. Les exigences à cet égard dépendent entre autres de la complexité de la matière réglementée et de la peine encourue. La loi doit être formulée de manière suffisamment précise pour que les citoyens puissent s'y conformer et identifier les conséquences d'un comportement donné avec un degré de certitude correspondant aux circonstances. Le principe de précision ne doit toutefois pas être compris de manière absolue. Le législateur ne peut pas renoncer à utiliser des notions générales dont l'interprétation et l'application doivent être laissées à la pratique. Le degré de précision requis ne peut ainsi pas être fixé de manière abstraite. Il dépend notamment de la diversité des situations à ordonner, de la complexité et de la prévisibilité de la décision nécessaire dans le cas d'espèce, des destinataires de la norme, de la gravité de l'atteinte aux droits constitutionnels et de la décision appropriée qui n'est possible que lors de la concrétisation dans un cas concret d'application (ATF 149 I 248 consid.”
“À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est toutefois pas absolue. Une restriction de cette garantie est admissible si elle repose sur une base légale (qui, en cas d'atteinte grave, doit figurer dans une loi au sens formel), si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst.). Ces conditions se retrouvent à l'art. 8 par. 2 CEDH qui exige que l'ingérence dans l'exercice du droit soit prévue par la loi et qu'elle constitue une mesure qui, dans une société démocratique, est nécessaire à la sécurité nationale, à la sûreté publique, au bien-être économique du pays, à la défense de l'ordre, à la prévention des infractions pénales, à la protection de la santé ou de la morale, ou à la protection des droits et des libertés d'autrui (CourEDH Lacatus c. Suisse du 19 janvier 2021 §93 et ss.). 2.3.5. Il faut également tenir compte du principe de la légalité (art. 1 CP et art. 7 CEDH qui s'applique aux contraventions du droit pénal cantonal, dont l'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes. Une norme pénale doit être suffisamment précise. Les exigences à cet égard dépendent entre autres de la complexité de la matière réglementée et de la peine encourue. La loi doit être formulée de manière suffisamment précise pour que les citoyens puissent s'y conformer et identifier les conséquences d'un comportement donné avec un degré de certitude correspondant aux circonstances. Le principe de précision ne doit toutefois pas être compris de manière absolue. Le législateur ne peut pas renoncer à utiliser des notions générales dont l'interprétation et l'application doivent être laissées à la pratique. Le degré de précision requis ne peut ainsi pas être fixé de manière abstraite. Il dépend notamment de la diversité des situations à ordonner, de la complexité et de la prévisibilité de la décision nécessaire dans le cas d'espèce, des destinataires de la norme, de la gravité de l'atteinte aux droits constitutionnels et de la décision appropriée qui n'est possible que lors de la concrétisation dans un cas concret d'application (ATF 149 I 248 consid.”
“2 et les réf.). En revanche, la juridiction d'appel peut revoir librement le droit (TF 6B_360/2017 précité ; TF 6B_1315/2016 du 14 septembre 2017 consid. 1.1). La notion d’arbitraire n’est pas synonyme de discutable, ni même de critiquable. Une décision ne peut être considérée comme arbitraire que si elle s’avère manifestement insoutenable, et cela non seulement dans sa motivation mais aussi dans son résultat (ATF 134 I 140 consid. 5.4 ; ATF 133 I 149 consid. 3.1). 3. 3.1 L'appelant invoque une violation du principe de la légalité. Il fait valoir que l'art. 51 RLFaune (règlement d’exécution du 7 juillet 2004 de la loi vaudoise sur la faune du 28 février 1989 ; BLV 922.03.1) n'institue pas une obligation pour le chasseur d'annoncer au surveillant de la faune la survenance d'un tir raté d'un ongulé, lequel n'est donc pas blessé. Le Conseil d’Etat ne disposerait par ailleurs pas de la compétence de prévoir une telle obligation, sauf à contrevenir au droit supérieur. 3.2 En tant que tel, l'art. 1 CP (Code pénal suisse du 21 décembre 1937 ; RS 311.0), dont est déduit le principe de la légalité (nulla poena sine lege), ne s'applique pas en matière de contraventions de droit cantonal (cf. notamment TF 6B_246/2022 du 12 décembre 2022 consid. 2.1 ; TF 6B_702/2016 du 19 janvier 2017 consid. 2.2). Il n'en demeure pas moins que le principe nulla poena sine lege constitue, tout au moins au titre de la prohibition de l'arbitraire (art. 9 Cst. [Constitution fédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999 ; RS 101]), un droit constitutionnel au sens de l'art. 95 al. 1 let. a LTF (ATF 138 IV 13 consid. 4.1 ; ATF 129 IV 276 consid. 1.1.1 et les réf.). Ce principe est par ailleurs consacré dans son expression générale par l'art. 5 al. 1 Cst., dans la mesure où cette disposition exige qu'un acte de l'Etat repose sur une base légale suffisamment précise, émanant d'un organe compétent (ATF 147 I 1 consid. 4.3.1 ; ATF 130 I 1 consid. 3.1). 3.3 Le principe de la légalité est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi ; lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal ; ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique (ATF 144 1 242 consid.”
“3, BGE 138 IV 13 E. 4.1 mit Hinweisen). Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Gesetzgeber gänzlich auf allgemeine und vage Begriffe verzichten müsste. Sowohl das Bundesgericht als auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) verlangen keine absolute Bestimmtheit (vgl. BGE 138 IV 13 E. 4.1; BGE 132 I 49 E. 6.2; Urteil des EGMR 23372/94 vom 24. Februar 1998 [Larissis u.a. gegen Griechenland]). Der Grad der erforderlichen Bestimmtheit lässt sich nicht abstrakt festlegen. Er hängt unter anderem von der Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, von der Komplexität und von der erst bei der Konkretisierung im Einzelfall möglichen und sachgerechten Entscheidung ab (vgl. BGE 144 I 126 E. 6.1; BGE 143 I 253 E. 6.1; BGE 141 I 201 E. 4.1; BGE 139 I 280 E. 5.1; BGE 128 I 327 E. 4.2). Eine Verletzung des Bestimmtheitsgebots wird nur dann angenommen, wenn eine fragliche Strafnorm evident unbestimmt ist (Ege/Eschle, a.a.O., S. 289; Wohlers, in: Handkommentar Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2020, N 10 zu Art. 1 StGB). Unter dem Gesichtspunkt des aus dem Legalitätsprinzip abgeleiteten Bestimmtheitsgebots stellt sich die Frage, ob Art. 10f Abs. 2 Bst. a und in diesem Zusammenhang Art. 7c Abs. 1 COVID-19-Verordnung 2 genügend bestimmt formuliert sind bzw. waren. Vorliegend handelt es sich um eine Übertretung, die zu einer Bestrafung mit einer Busse führt. Damit liegt eine niedrigere Strafdrohung vor als im Falle von Geld- oder Freiheitsstrafen, weshalb die Anforderungen an die Bestimmtheit insgesamt weniger streng sind (vgl. etwa BGE 138 IV 13 E. 4.1 f.). Bussen führen in der Regel auch nicht zu einem Eintrag im Strafregister (Art. 366 Abs. 2 StGB) und sind somit – wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat – für die verurteilten Personen hinsichtlich der gesellschaftlichen Missbilligung deutlich weniger einschneidend als Geld- oder Freiheitsstrafen. Art. 10f Abs. 2 Bst. a COVID-19-Verordnung 2 verweist auf Art. 7c derselben Verordnung und bestraft mit Busse, wer gegen das Verbot von Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum, namentlich auf öffentlichen Plätzen, auf Spazierwegen und in Parkanlagen, verstösst.”
Art. 1 StGB verankert den Grundsatz der Gesetzlichkeit (nullum crimen, nulla poena sine lege). Daraus folgt, dass die Vollstreckung von aufgrund rechtskräftiger Urteile verhängten Strafen grundsätzlich auf einer gesetzlichen Grundlage beruht. Nach der zitierten Rechtsprechung haben Ausführungsanordnungen, die sich auf vollstreckbare Verurteilungen stützen, regelmässig den Charakter materieller Akte und sind nicht grundsätzlich anfechtbar. Gleichwohl sind Ausnahmen möglich; namentlich kann ein Rechtsbehelf dann zulässig sein, wenn die Ausführungsanordnung verfassungs- oder völkerrechtlich geschützte Rechte (z. B. CEDH-Rechte), eine absolute Nichtigkeit oder eine offenkundige Willkür betrifft.
“PERRIER DEPEURSINGE (éds), Commentaire romand : Code de procédure pénale suisse, Bâle 2019, n. 35-36 ad art. 439; cf. arrêt du Tribunal fédéral 6B_533/2018 du 6 juin 2018 consid. 1.1 et les références citées). 2.2. En l'occurrence, le recours est dirigé contre l'ordre d'exécution de peines privatives de liberté fondées sur des condamnations définitives et exécutoires. Un tel acte n'a pas le caractère d'une décision. Partant, l'acte matériel en question n'avait ni à être motivé ni à être notifié au recourant, à l'instar des deux "restes écroués" des 23 et 28 octobre 2020, au demeurant. Bien que le recourant se prévale d'une atteinte à sa liberté, il n'établit pas la réalisation de l'une des exceptions à l'irrecevabilité du recours évoquées plus haut. Il ne suffit en effet pas d'alléguer que ledit acte porte atteinte au droit à la liberté dont jouit le condamné puisque toute injonction d'exécuter une peine privative de liberté a précisément pour effet de priver le condamné de sa liberté. En tant que cette atteinte découle spécifiquement de l'art. 1 CP, qui consacre le principe de la légalité des délits et des peines selon l'adage nullum crimen, nulla poena sine lege, elle est conforme à la constitution et à la CEDH. La légalité des jugements condamnatoires à l'origine des peines privatives de liberté à exécuter étant incontestable, c'est à tort que le recourant se prévaut de son droit à la liberté garanti par l'art. 5 CEDH. Son recours est, dès lors, irrecevable. 2.3. Même recevable, le recours devrait de toute manière être rejeté au fond, pour les motifs qui suivent. 3. Le recourant soutient en substance que la date d'exécution des peines a été fixée arbitrairement. La prison de B______ n'était pas un lieu adéquat, compte tenu de son état de santé, qui nécessitait un traitement contre les addictions, et de la surpopulation carcérale notoire. Il n'y avait en outre aucune urgence à lui faire exécuter ses peines, vu la crise sanitaire actuelle. Il ne présentait en effet ni risque de fuite ni danger pour la collectivité. Ces arguments ne convainquent pas.”
“Un tel ordre d'exécution n'est ainsi pas sujet à recours, faute pour son destinataire de pouvoir faire valoir un intérêt juridique, c'est-à-dire un intérêt actuel et direct à l'annulation ou à la modification de l'injonction (ACPR/396/2016 du 29 juin 2016; ACPR/443/2014 du 30 septembre 2014; ACPR/552/2013 du 17 décembre 2013 et ACPR/472/2013 du 10 octobre 2013). Une exception à l'irrecevabilité d'un recours contre un ordre d'exécution d'une sanction doit cependant être admise lorsque cet ordre met en cause des droits constitutionnels inaliénables ou imprescriptibles ou lorsque la décision est frappée de nullité absolue. Peuvent ainsi être critiqués l'application manifestement inexacte des dispositions sur la prescription de la peine, l'arbitraire dans la fixation de la date d'incarcération et la violation de l'art. 3 CEDH ou l'atteinte portée à un droit ou à une liberté reconnus par la CEDH (Y. JEANNERET / A. KUHN / C. PERRIER DEPEURSINGE (éds), Commentaire romand : Code de procédure pénale suisse, Bâle 2019, n. 35-36 ad art. 439; cf. arrêt du Tribunal fédéral 6B_533/2018 du 6 juin 2018 consid. 1.1). 2.2.2. Toute injonction d'exécuter une peine privative de liberté a pour effet de priver le condamné de sa liberté. En tant que cette atteinte découle spécifiquement de l'art. 1 CP, qui consacre le principe de la légalité des délits et des peines selon l'adage nullum crimen, nulla poena sine lege, elle est conforme à la Constitution et à la CEDH (ACPR/37/2024 du 22 janvier 2024 consid. 3). 2.2.3. En l'espèce, l'ordre d'exécution querellé, qui se fonde sur des peines pécuniaires et amendes converties en peines privatives de liberté de substitution, est un acte matériel au sens de la jurisprudence précitée, dont l'objet ne produit pas d'effet juridique et qui n'est habituellement pas sujet à recours. Toutefois, la recourante, en alléguant que l'ensemble des documents liés à ses condamnations ne lui avaient pas été notifiés, remet en cause leur licéité et, a fortiori celle de sa détention en découlant. Ainsi, par-là, elle invoque un droit reconnu par la CEDH (art. 1). Dans ces circonstances, le cas d'espèce constitue une exception à l'irrecevabilité d'un recours contre un ordre d'exécution. Partant, en tant que le recours est dirigé contre un ordre d'exécution et que la recourante invoque un droit protégé par la CEDH en lien avec sa détention, le recours est recevable.”
Die Präzisionsanforderung (nulla poena sine lege certa) gehört zu Art. 1 StGB. Sie verlangt, dass das durch Strafe bedrohte Verhalten hinreichend konkret und verständlich umschrieben ist, damit die Betroffenen das drohende Strafrecht erkennen und ihr Verhalten danach ausrichten können. Die Anforderung ist nicht absolut; der erforderliche Detaillierungsgrad hängt unter anderem von der Komplexität des Regelungsbereichs, den Adressaten der Norm und der Schwere des Eingriffs ab.
“8 § 1 de la Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales (CEDH) (ATF 149 I 248 consid. 4.3 ; CourEDH Lacatus c. Suisse du 19 janvier 2021 §59). 2.3.2. À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est pas absolue et sa restriction est admissible si elle repose sur une base légale, si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst.). Ces conditions sont similaires à celles figurant à l'art. 8 § 2 CEDH, qui admet l'ingérence d'une autorité publique dans l'exercice de ce droit pour autant qu'elle soit prévue par la loi et constitue une mesure qui, dans une société démocratique, est nécessaire à la sécurité nationale, à la sûreté publique, au bien-être économique du pays, à la défense de l'ordre et à la prévention des infractions pénales, à la protection de la santé ou de la morale, ou à la protection des droits et libertés d'autrui. 2.3.3. Il faut également tenir compte du principe de la légalité (art. 1 CP et art. 7 CEDH qui s'applique aux contraventions du droit pénal cantonal, dont l'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes. Une norme pénale doit être suffisamment précise. Les exigences à cet égard dépendent entre autres de la complexité de la matière réglementée et de la peine encourue. La loi doit être formulée de manière suffisamment précise pour que les citoyens puissent s'y conformer et identifier les conséquences d'un comportement donné avec un degré de certitude correspondant aux circonstances. Le principe de précision ne doit toutefois pas être compris de manière absolue. Le législateur ne peut pas renoncer à utiliser des notions générales dont l'interprétation et l'application doivent être laissées à la pratique. Le degré de précision requis ne peut ainsi pas être fixé de manière abstraite. Il dépend notamment de la diversité des situations à ordonner, de la complexité et de la prévisibilité de la décision nécessaire dans le cas d'espèce, des destinataires de la norme, de la gravité de l'atteinte aux droits constitutionnels et de la décision appropriée qui n'est possible que lors de la concrétisation dans un cas concret d'application (ATF 149 I 248 consid.”
“1 CPP ; ATF 143 IV 63 consid. 2.2 p. 65 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_461/2018 du 24 janvier 2019 consid. 5.1), de manière à ce que ce dernier n'ait aucun doute sur le comportement qui lui est reproché (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1185/2018 du 14 janvier 2019 consid. 2.1). Le tribunal est lié par l'état de fait décrit dans l'acte d'accusation (immutabilité de l'acte d'accusation). Il peut toutefois retenir dans son jugement des faits ou des circonstances complémentaires, lorsque ceux-ci sont secondaires et n'ont aucune influence sur l'appréciation juridique (arrêts du Tribunal fédéral 6B_1023/2017 du 25 avril 2018 consid. 1.1, non publié in ATF 144 IV 189 ; 6B_947/2015 du 29 juin 2017 consid. 7.1 et les références). 3. L'appelante soutient que le premier juge a erré en considérant qu'elle était soumise à l'art. 4 AAOF2. 3.1. Le principe de la légalité est prévu par l'art. 7 de la Convention européenne des droits de l'homme (CEDH), les art. 5, 9 et 164 al. 1 let. c de la Constitution fédérale (Cst.) et l'art. 1 CP. Il en résulte que nul ne peut être condamné pour une action ou une omission qui n'est pas expressément réprimée par la loi (nullum crimen, nulla poena sine lege). Ce principe commande en outre de ne pas appliquer la loi pénale de manière extensive au détriment de l'accusé. Il s'ensuit que la loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen d'y conformer son comportement et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude. L'exigence de précision de la base légale ne doit cependant pas être comprise d'une manière absolue. Le législateur ne peut pas renoncer à utiliser des définitions générales ou plus ou moins vagues, dont l'interprétation et l'application sont laissées à la pratique. Le degré de précision requis ne peut pas être déterminé de manière abstraite. Il dépend, entre autres, de la multiplicité des situations à régler, de la complexité ou de la prévisibilité de la décision à prendre dans le cas particulier, du destinataire de la norme, ou de la gravité de l'atteinte aux droits constitutionnels.”
“Une décision ne peut être considérée comme arbitraire que si elle s’avère manifestement insoutenable, et cela non seulement dans sa motivation mais aussi dans son résultat (ATF 134 I 140 consid. 5.4 ; ATF 133 I 149 consid. 3.1 et les arrêts cités). 2.3 Selon l’art. l’art. 9 al. 1 let. c de la Loi sur la police des chiens (LPolC, BLV 133.75), tout propriétaire de chien est tenu d’annoncer dans les deux semaines à la banque de données et à l'administration communale tout changement d’adresse. Aux termes de l’art. 3 al. 1 du règlement d’application de la LPolC (RLPolC, BLV 133.75.1), chaque chien doit porter un collier ou une médaille indiquant le nom et les coordonnées du détenteur ; les exigences communales d'identification restent réservées. A teneur de l’art. 34 LPolC, sans préjudice de l'application des autres mesures prévues par la présente loi, toute infraction à l'une de ses dispositions est passible de l'amende jusqu'à 20'000 francs. 3. 3.1 L’appelant invoque d’abord une violation du principe nulla poena sine lege. 3.2 Selon l’art. 1 CP, une peine ou une mesure ne peuvent être prononcées qu’en raison d’un acte expressément réprimé par la loi. L’art. 1 CP consacre le principe de la légalité (nulla poena sine lege). Ce principe est violé lorsqu'une personne est poursuivie pénalement à raison d'un acte que la loi n'incrimine pas ou lorsqu'un acte, à raison duquel une personne est poursuivie pénalement, est sanctionné d'une peine par la loi, mais que cette dernière ne peut être considérée comme valable ou encore lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal. L'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes du principe de la légalité. Elle impose que le comportement réprimé soit suffisamment circonscrit (TF 6B_795/2010 du 10 mai 2011 consid. 1.3 et les arrêts cités). 3.3 A l’instar de nombre de lois spéciales cantonales (Loi sur l'aménagement du territoire et les constructions [LATC, BLV 700.11], par exemple [cf. art. 130 de la loi]) ou fédérales (Loi fédérale sur la circulation routière [LCR, RS 741.”
“Le prévenu doit connaître exactement les faits qui lui sont imputés et les peines et mesures auxquelles il est exposé, afin qu'il puisse s'expliquer et préparer efficacement sa défense (ATF 143 IV 63 consid. 2.2, JdT 2017 IV 351 ; ATF 141 IV 132 ; ATF 140 IV 188 consid. 1.3, JdT 2015 IV 69). 4.3 En l’espèce, l’argument de l’appelant selon lequel l’acte d’accusation ne fait état d’aucune attitude agressive de sa part est mal fondé parce que sous chiffre 1.2, l’acte d’accusation mentionne expressément que « I.________ et E.________ ont frappé F.________ ». Il n’y a dès lors aucun violation du principe d’accusation. 5. 5.1 L’appelant se prévaut ensuite d’une violation de l’art. 1 CP, mais son propos est confus. Il semble soutenir qu’on ne pouvait pas lui reprocher de n’avoir pas eu la moindre préoccupation vis-à-vis des conséquences de ses actes sur C.________, parce qu’il n’avait aucune obligation d’intervenir face aux violences des autres, qu’il ne s’est pas rendu coupable d’omission de prêter secours et que lui-même n’a blessé personne (appel, p. 9-10). 5.2 Selon l’art. 1 CP, une peine ou une mesure ne peuvent être prononcées qu’en raison d’un acte expressément réprimé par la loi. L’art. 1 CP consacre le principe de la légalité (nulla poene sine lege). Ce principe est violé lorsqu'une personne est poursuivie pénalement à raison d'un acte que la loi n'incrimine pas ou lorsqu'un acte, à raison duquel une personne est poursuivie pénalement, est sanctionné d'une peine par la loi, mais que cette dernière ne peut être considérée comme valable ou encore lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal. L'exigence de précision (nulla poena sine lege certa) constitue l'une des facettes du principe de la légalité. Elle impose que le comportement réprimé soit suffisamment circonscrit (TF 6B_795/2010 du 10 mai 2011 consid. 1.3 et les arrêts cités). 5.3 En l’occurrence, le jugement retient effectivement à la charge de l’appelant une absence de tout scrupule et de la moindre préoccupation vis-à-vis des conséquences de ses actes sur C.”
“La procédure doit se poursuivre lorsqu'une condamnation apparaît plus vraisemblable qu'un acquittement ou lorsque les probabilités d'acquittement et de condamnation apparaissent équivalentes, en particulier en présence d'infraction grave (ATF 143 IV 241 consid. 2.2.1; ATF 138 IV 86 consid. 4.1.2; ATF 137 IV 285 consid. 2.5; arrêts du Tribunal fédéral 6B_417/2017 du 10 janvier 2018 consid. 2.1.2 ; 6B_185/2016 du 30 novembre 2016 consid. 2.1.2 et les références citées). 2.3. Tombe sous le coup de l'art. 292 CP, celui qui ne se sera pas conformé à une décision à lui signifiée, sous la menace de la peine prévue par cet article, par une autorité ou un fonctionnaire compétents. L'art. 292 CP tend à assurer, par la menace pénale, le respect des ordres valablement donnés par l'autorité compétente. Cette infraction suppose que le comportement ordonné par l'autorité soit décrit avec suffisamment de précision pour que le destinataire sache clairement ce qu'il doit faire ou ce dont il doit s'abstenir, et partant quel comportement ou omission est susceptible d'entraîner une sanction pénale. Cette exigence de précision est une conséquence du principe "nullum crimen sine lege" de l'art. 1 CP (ATF 127 IV 119 consid. 2a et les arrêts cités). L’insoumission doit être intentionnelle, mais le dol éventuel suffit (ATF 119 IV 240 consid. 2a). Le destinataire doit donc être informé de manière précise qu'il s'expose à la peine prévue par l'art. 292 CP s'il n'obtempère pas. 2.4. En l’espèce, la recourante reproche aux mises en cause d’avoir violé l’interdiction contenue dans l'ordonnance du TPI du 16 octobre 2021, contre laquelle les concernées n'ont pas recouru, prononcée sous la menace de la sanction prévue par l’art. 292 CP. L'injonction était claire en ce qu'elle faisait interdiction de vendre, transférer ou remettre à quiconque, à quelque titre que ce soit, les certificats d'actions visés. À cette suite, les concernées ont précisé que lesdits certificats se trouvaient en dépôt chez Me H______, pour leur compte, manifestant par-là avoir bien reçu et compris l'injonction. La procédure civile dans le cadre de laquelle l'injonction avait été ordonnée étant toujours pendante, il importe peu, contrairement à ce que retient le Procureur, que ce soit à l'occasion d'une autre procédure qu'il soit apparu que cet avocat ne détenait plus certains de ces certificats, sans que ni les parties ni ce conseil n'aient précisé où ils se trouvaient.”
Die erkennungsdienstliche Erfassung ist nach der zitierten Praxis eine prozessuale Zwangsmassnahme und nicht eine Strafe. Daher fällt sie nicht in den Anwendungsbereich von Art. 1 StGB (dem materiellen Legalitätsprinzip).
“197 StPO gelesen werden, der die Voraussetzungen für Zwangsmassnahmen im Allgemeinen und damit auch für die erkennungsdienstliche Erfassung festlegt. Der Gesetzgeber hat aufgrund des bloss leichten Grundrechtseingriffs keine zusätzlichen Voraussetzungen, wie z.B. eine Begrenzung der Massnahme auf Vergehen und Verbrechen oder einen Deliktekatalog, zu jenen in Art. 197 StPO vorgesehen. Aus der Tatsache, dass das Gesetz eine erkennungsdienstliche Erfassung in einer Vielzahl von Fällen erlaubt, ergibt sich jedoch keine Verletzung des Willkürverbots im Sinne von Art. 9 BV. Die Voraussetzungen und der Umfang der erkennungsdienstlichen Erfassung sind mit anderen Worten genügend bestimmt normiert. Die Beschwerdeführerin rügt sodann eine Verletzung des materiell-rechtlichen Legalitätsprinzips. Die diesbezügliche Kritik verfängt nicht. Bei der erkennungsdienstlichen Erfassung handelt es sich um eine prozessuale Zwangsmassnahme und nicht um eine Strafe. Sie fällt daher nicht in den Anwendungsbereich von Art. 1 StGB resp. Art. 7 Ziff. 1 EMRK. Nach dem Gesagten stützt sich die erkennungsdienstliche Erfassung folglich auf eine genügende gesetzliche Grundlage.”
Zivilrechtliche Bestimmungen sowie administrative oder berufsrechtliche Richtlinien können nicht ohne Weiteres als hinreichende gesetzliche Grundlage für strafrechtliche Sanktionen gelten. Solche Normen sind im Lichte von Art. 1 StGB restriktiv auszulegen; materielle Strafrechtsfolgen dürfen nicht allein auf nicht‑gesetzlichen Regeln beruhen.
“beschriebenen, qualitativ höherwertigen Bestand an Informationen vergleichbar. Die Schaffung dieses Arbeitsergebnisses war für die Beschwerdeführerin kaum mit einem substantiellen Aufwand verbunden und erreicht nicht im Ansatz die Leistungshöhe der gesetzlich aufgezählten Beispiele. Auch wenn die Aufzählung nach Art. 5 lit. a UWG nicht abschliessend ist, so dient sie als Richtwert für den vom Gesetzgeber beabsichtigten Leistungsschutz. Die vorliegend zu beurteilenden Personaldaten sind qualitativ nicht anspruchsvoll und qualifizieren demnach nicht als Arbeitsergebnis nach Art. 5 UWG, zumal die Beschwerdegegnerin 2 gemäss Aussage der Beschwerdeführerin besagten Kandidaten bereits im Jahre 2019 interviewt hatte und somit ohnehin schon Kenntnis von ihm hatte. Darüber hinaus sind die Bestimmungen des UWG im Lichte des Bestimmtheitsgebotes nach Art. 1 StGB restriktiv auszulegen, da zivilrechtliche Bestimmungen als eigentliche Straftatbestände herangezogen werden (vgl. Heimgartner, in: Heizmann/Loacker [Hrsg.], a.a.O., Art. 23 N 5 ff; Pedrazzini/Pedrazzini, a.a.O., Rz. 26.03; vgl. Schaffner/Spitz, in: Jung [Hrsg.], Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), 3. Aufl., Bern 2023, Art. 23 N 9 ff. mit weiteren Hinweisen). Wie die Staatsanwaltschaft zutreffend ausführt, hat die Beschwerdegegnerin 2 lediglich die erlangte Kenntnis über die Existenz eines geeigneten Arbeitnehmers in Umgehung der Beschwerdeführerin für sich ausgenutzt. Dieses Verhalten ist zwar unlauter, aber nicht strafbar.”
“Il est bien plus déterminant de constater que le texte légal, dans chacune de ses versions linguistiques, s'attache à la notion de "science(s)" ("Wissenschaften"; "scienza"), terme qui est communément défini comme se rapportant à "une connaissance exacte, universelle et vérifiable exprimée par des lois" (cf. Le Petit Robert en ligne, consulté le 11 mars 2024), et pour lequel il n'y a rien d'évident à estimer qu'il inclut des considérations éthiques ou morales, qui pourraient en l'occurrence être déduites de la déontologie professionnelle. Une compréhension plus large de l'art. 11 al. 1 LStup, étendue aux règles professionnelles, reviendrait par ailleurs à passer outre la volonté du législateur qui avait expressément renoncé, comme cela avait été développé dans l'arrêt 6B_646/2020 précité consid. 1.3.4, à intégrer à l'art. 115 CP les critères tels que ceux de la maladie, de la souffrance ou encore des limitations fonctionnelles liées à un handicap ou à la vieillesse. Pour leur part, les directives de l'ASSM ne sauraient constituer une base légale suffisante au sens de l'art. 1 CP pour sanctionner pénalement un médecin qui prescrit du pentobarbital de sodium à une personne en bonne santé, ces règles, comme le soulignent certains auteurs, n'ayant pas de légitimité démocratique (YVES DONZALLAZ, Traité de droit médical, vol. III, 2021, p. 3997 n. 8357; PATRICK SCHAERZ, Verantwortung des Arztes im Rahmen der Suizidbeihilfe, Entscheidbesprechung, PJA 2015 p. 1308 ss, spéc. p. 1321 ss et les références citées; URSULA CASSANI, Le droit pénal suisse à l'épreuve de l'assistance au décès: problèmes et perspectives, in Médecin et droit médical, 2e éd. 2003, p. 126).”
Unbestimmte Generalklauseln in Terrorstrafbestimmungen stehen in einem gewissen Spannungsverhältnis zum Bestimmtheitsgebot von Art. 1 StGB. Die Rechtsprechung verlangt daher eine zurückhaltende Auslegung solcher Normen. Erforderlich ist, die strafrechtliche Reichweite so zu bestimmen, dass eine gewisse Tatnähe bzw. Nähe der Handlung zu den verbrecherischen Aktivitäten der im Gesetz genannten terroristischen Organisationen (z. B. Al‑Qaida/IS) erkennbar bleibt; andernfalls wäre die Vorhersehbarkeit des Tatbestands gefährdet.
“1 des Al-Qaïda/IS-Gesetzes sämtliche Aktivitäten von Al-Qaïda, des IS und verwandter Organisationen in der Schweiz und im Ausland unter Strafe stellen wollen, ebenso wie alle Handlungen, die darauf abzielten, diese materiell oder personell zu unterstützen. Die Bestimmung bezwecke den Schutz der öffentlichen Sicherheit schon im Vorfeld von Straftaten. Die Bedrohung durch den IS manifestiere sich in einer aggressiven Propaganda. Es bestehe das Risiko, dass diese Propaganda Personen in der Schweiz zur Verübung von BGE 148 IV 298 S. 310 Anschlägen oder zum Anschluss an andere terroristische Organisationen verleite. Die Strafbestimmung bewirke eine Vorverlagerung der Strafbarkeit, indem sie schon das Unterstützen und Fördern der im Titel des Gesetzes benannten terroristischen Organisationen unter Strafe stelle (Urteil 6B_948/2016 vom 22. Februar 2017 E. 4.1; vgl. auch Urteil 6B_169/2019 vom 26. Februar 2020 E. 2.1). Die Generalklausel der "Förderung auf andere Weise" gemäss Art. 2 Abs. 1 des Al-Qaïda/IS-Gesetzes umschreibe das strafbare Verhalten in einer Weise, welche in einem gewissen Spannungsverhältnis zum Bestimmtheitsgebot ("nulla poena sine lege certa") von Art. 1 StGB stehe. Soweit man für die Begründung der Strafbarkeit bereits eine äquivalente Kausalität zwischen einer Tathandlung und den Verbrechen des IS als ausreichend ansehen wollte, würden alle denkbaren Fälle erfasst, so dass nicht mehr vorhersehbar wäre, welches Verhalten vom Tatbestand erfasst werde. Damit würde in der Tat die Grenze zwischen strafbarem und erlaubtem Verhalten verwischt. Dass der Gesetzgeber allgemeine Begriffe verwende, die nicht eindeutig allgemeingültig umschrieben werden könnten und deren Auslegung und Anwendung er der Praxis überlassen müsse, lasse sich indes nicht vermeiden. Soweit sich jedenfalls mit Hilfe der üblichen Auslegungsmethoden Tragweite und Anwendungsbereich der Bestimmung zuverlässig ermitteln liessen, sei die Verwendung von Allgemeinbegriffen regelmässig unbedenklich. In diesem Sinne sei das mit Strafe bedrohte Verhalten im zu beurteilenden Fall insofern einzuschränken, als auf eine gewisse Tatnähe des Handelns zu den verbrecherischen Aktivitäten des IS abzustellen sei.”
“Quand bien même une personne s’adonne à une action de propagande sans éprouver une quelconque sympathie pour l’EI et sans proximité aucune avec cette organisation, la jurisprudence retient qu’elle s’est accommodée du risque de renforcer le potentiel de l’organisation, l’infraction pouvant être commise par dol éventuel (A. AJIL / K. LUBISHTANI, op. cit. n. 69-71). La diffusion d’informations relevant non seulement de la propagande, mais aussi de la guerre psychologique et de la formation idéologique et opérationnelle d’aspirants combattants islamistes, est également réprimée (arrêt du Tribunal fédéral 6B_645/2007 du 2 mai 2008 consid. 7.3, cité in A. MACALUSO / L. MOREILLON / N. QUELOZ [éds], loc. cit.). 2.4.4. Le champ d’application de l’art. 2 LF Al-Qaïda est enfin étendu par sa clause générale ("encourage ses activités de toute autre manière") permettant de réprimer un très large éventail d’actes. Cette clause générale a soulevé quelques réserves dans la doctrine et la jurisprudence, en raison de sa faible compatibilité avec l’art. 1 CP (nulla poena sine lege) et de son contenu général (arrêt du Tribunal fédéral 6B_948/2016 consid. 4.2.1 ; M. NIGGLI / H. WIPRÄCHTIGER [éds], op. cit. n. 34 ad art. 260ter CP). C’est la raison pour laquelle est requise en outre une proximité (Tatnähe) entre le comportement en cause et les crimes de l’EI (A. AJIL / K. LUBISHTANI, op. cit. n. 75). 2.5. Selon l’art. 135 al. 1 CP, celui qui aura fabriqué, importé ou pris en dépôt, mis en circulation, promu, exposé, offert, montré, rendu accessibles ou mis à disposition des enregistrements sonores ou visuels, des images, d’autres objets ou des représentations qui illustrent avec insistance des actes de cruauté envers des êtres humains ou des animaux portant gravement atteinte à la dignité humaine, sans présenter aucune valeur d’ordre culturel ou scientifique digne de protection, sera puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire. L’al. 1bis de cette disposition sanctionne celui qui aura acquis, obtenu par voie électronique ou d’une autre manière ou possédé des objets ou des représentations visés à l’al.”
Bei unklaren oder zu vagen Normformulierungen kann nach Lehre und Rechtsprechung die Strafbarkeit auf besonders gravierende oder manifeste Verstösse beschränkt sein; das Prinzip nullum crimen, nulla poena sine lege verlangt eine hinreichende Bestimmtheit des strafbaren Verhaltens. In der Doktrin wird zudem angemerkt, dass die Unklarheit von Normen durch die Nichtbestrafung fahrlässigen Verhaltens relativiert werden kann, sodass etwa das völlige Fehlen von Sicherheitsmassnahmen in der Regel strafbar wäre, unzureichende Massnahmen oder unvollständige Reglemente dagegen typischerweise nicht, weil dies Fragen der Risikoabschätzung und der Angemessenheit der getroffenen Massnahmen betrifft (vgl. entsprechende Literatur und Rechtsprechung zum DSG).
“Lesdites exigences sont matérialisées à l’art. 3 al. 1 OPDo, qui dresse une liste de mesures techniques et organisationnelles visant à assurer la confidentialité des données personnelles, à savoir le contrôle de l’accès aux données (les personnes autorisées ne doivent avoir accès qu’aux données personnelles dont elles ont besoin pour accomplir leurs tâches), le contrôle de l’accès aux locaux et aux installations (seules les personnes autorisées doivent pouvoir accéder aux locaux et aux installations utilisés pour le traitement de données) et le contrôle de l’utilisation (les personnes non autorisées ne doivent pas pouvoir utiliser les systèmes de traitement automatisé de données personnelles à l’aide d’installations de transmission) (Ph. MEIER / S. MÉTILLE, op. cit., n. 22 ad art. 61 LPD). En raison du manque de clarté et de précision de l'art. 61 al. 1 let. c LPD, la doctrine doute que la violation de l'art. 3 OPDo puisse constituer une infraction pénale au regard du principe nullum crimen, nulla poena sine lege (art. 1 CP). Seuls des cas graves ou manifestes tomberaient dès lors sous le coup de l'art. 61 let. c LPD, le manque de clarté de la norme pouvant toutefois être relativisé par la non-punissabilité de la négligence (R. FERRARI-VISCA, Datenschutz im Unternehmen, 2023, n. 155, p. 415). Ainsi, si l'absence complète de mesures de sécurité serait certainement punissable aux termes de l'art. 61 let. c LPD, tel ne serait en principe pas le cas de mesures insuffisantes ou d'un règlement incomplet dans la mesure où de telles questions relèvent de l'appréciation du risque ou de l'adéquation des mesures prises (Ph. MEIER / S. MÉTILLE, op. cit., n. 28 ad art. 61 LPD). 2.4. En l'espèce, la recourante a reçu le 25 mars 2024 des réponses complètes aux questions qu'elle a posées dans sa demande du 21 précédent, à savoir principalement les données personnelles traitées et la finalité de la consultation. Cette réponse a encore été précisée le 9 avril 2024. La mise en cause a donc informé la recourante de manière conforme à ses obligations découlant de l'art.”
“Elle soutient que ceux-ci n'ont pas la qualité de parties plaignantes, s'agissant d'une procédure pénale ayant pour objet des infractions à l'art. 292 CP, et ne sont pas habilités à contester le jugement du 11 mai 2021 dans le cadre d'un appel, respectivement d'un appel joint. 2.1 L'art. 292 CP prévoit que celui qui ne se sera pas conformé à une décision à lui signifiée, sous la menace de la peine sanctionnant l'infraction à cette norme, par une autorité ou un fonctionnaire compétents, sera puni d'une amende. Cette norme ne définit pas directement le comportement punissable, mais par renvoi au contenu d'une décision. La réalisation de cette infraction suppose que le comportement ordonné par l'autorité soit décrit avec suffisamment de précision. Il faut que le destinataire sache clairement ce qu'il doit faire ou ce dont il doit s'abstenir, et partant quel comportement ou omission est susceptible d'entraîner une sanction pénale. Cette exigence de précision est une conséquence du principe nullum crimen sine lege de l'art. 1 CP (ATF 127 IV 119 consid. 2a p. 121 ; TF 6B_591/2009 du 1er février 2010). L'infraction réprimée par l'art. 292 CP suppose ainsi que l'auteur ait connaissance de l'injonction, de sa validité et de la sanction attachée au non-respect ; le dol éventuel suffit (ATF 119 IV 238 consid. 2a p. 240 ; TF 6B_1073/2018 du 23 août 2019 consid. 7.1; TF 6B_449/2015 du 2 mai 2016 consid. 3.2). 2.2 L'art. 382 al. 1 CPP soumet la qualité pour recourir à l'existence d'un intérêt juridiquement protégé à l'annulation ou à la modification de la décision litigieuse. Cet intérêt doit être actuel et pratique. De cette manière, les tribunaux sont assurés de trancher uniquement des questions concrètes et non de prendre des décisions à caractère théorique. Ainsi, l'existence d'un intérêt de pur fait ou la simple perspective d'un intérêt juridique futur ne suffit pas. Une partie qui n'est pas concrètement lésée par la décision ne possède donc pas la qualité pour recourir et son recours est irrecevable (ATF 144 IV 81 consid.”
Art. 1 StGB verankert das Legalitätsprinzip: Strafe oder Massnahme dürfen nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt. Das Prinzip verbietet, durch richterliche Auslegung neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende so zu erweitern, dass dies den Sinn der Regelung bei richtiger Auslegung übersteigt. Als Teilgehalt verlangt das Bestimmtheitsgebot (nulla poena sine lege certa), dass Straftatbestände hinreichend genau umschrieben sind, damit die Bürger ihr Verhalten und dessen rechtliche Folgen mit einem der Lage entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen können.
“Im Strafrecht gilt das Legalitätsprinzip. Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB; Art. 7 Ziff. 1 EMRK; BGE 148 IV 329 E. 5.1; 147 IV 274 E. 2.1.1; 138 IV 13 E. 4.1; je mit Hinweisen). Das Legalitätsprinzip verbietet, über den Sinn, wie er dem Gesetz bei richtiger Auslegung zukommt, hinauszugehen, also neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende derart zu erweitern, dass die Auslegung durch den Sinn des Gesetzes nicht mehr gedeckt wird (BGE 148 IV 329 E. 5.1; 128 IV 272 E. 2; 127 IV 198 E. 3b mit Hinweisen). Das Bestimmtheitsgebot ("nulla poena sine lege certa") als Teilgehalt des Legalitätsprinzips verlangt eine hinreichend genaue Umschreibung der Straftatbestände. Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen kann (BGE 147 IV 274 E. 2.1.1; 145 IV 329 E. 2.2; 138 IV 13 E. 4.1; je mit Hinweisen).”
“Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB). Der Grundsatz der Legalität ("nulla poena sine lege") ist auch in Art. 7 EMRK ausdrücklich verankert und ergibt sich ferner aus Art. 5 Abs. 1, Art. 9 und Art. 164 Abs. 1 lit. c BV (BGE 138 IV 13 E. 4.1 mit Hinweis). Der Grundsatz ist verletzt, wenn jemand wegen eines Verhaltens strafrechtlich verfolgt wird, das im Gesetz überhaupt nicht als strafbar bezeichnet wird, wenn das Gericht ein Verhalten unter eine Strafnorm subsumiert, unter welche es auch bei weitestgehender Auslegung der Bestimmung nach den massgebenden Grundsätzen nicht subsumiert werden kann oder wenn jemand in Anwendung einer Strafbestimmung verfolgt wird, die rechtlich keinen Bestand hat (BGE 144 I 242 E. 3.1.2; 139 I 72 E. 8.2.1; 138 IV 13 E. 4.1; je mit Hinweisen). Als Teilgehalt des Legalitätsprinzips verlangt das Bestimmtheitsgebot ("nulla poena sine lege certa") eine hinreichend genaue Umschreibung der Straftatbestände. Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass die Bürgerinnen und Bürger ihr Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen können (BGE 144 I 242 E.”
“Une peine ou une mesure ne peut être prononcée qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi (art. 1 CP). Le principe de la légalité (nulla poena sine lege) est aussi ancré expressément à l'art. 7 CEDH. Il se déduit également des art. 5 al. 1, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. (ATF 148 IV 234 consid. 3.5; ATF 147 II 274 consid. 2.1.1; ATF 145 IV 470 consid. 4.5 et les références citées). Le principe est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi; lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal; ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique. Le principe s'applique à l'ensemble du droit pénal. Il n'exclut pas une interprétation extensive de la loi à la charge du prévenu (ATF 148 IV 234 consid. 3.5; ATF 147 II 274 consid. 2.1.1; ATF 145 IV 470 consid. 4.5 et les références citées; ATF 138 IV 13 consid. 4.1). La loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen de s'y conformer et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude dépendant des circonstances.”
Fehlt dem Gesetz eine Vorschrift, hat das Gericht zunächst Gewohnheitsrecht heranzuziehen; fehlt auch dieses, soll es die Regel anwenden, die es hypothetisch als Gesetzgeber aufstellen würde. Es folgt dabei bewährter Lehre und Überlieferung.
“Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB). Das Gesetz findet auf alle Rechtsfragen Anwendung, für die es nach Wort—laut oder Auslegung eine Bestimmung enthält. Kann dem Gesetz keine Vorschrift entnommen werden, so soll das Gericht nach Gewohnheitsrecht und, wo auch ein solches fehlt, nach der Regel entscheiden, die es als Gesetzgeber aufstellen würde. Es folgt dabei bewährter Lehre und Überlieferung (Art. 1 Abs. 1 - 3 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]).”
Art. 1 StGB stellt das gesetzliche Strafbarkeitsprinzip auf: Blosse richterliche Schaffung einer Straftat durch Ausfüllung einer gesetzlichen Lücke ist ausgeschlossen. Ein Strafgrund, der nur für vorsätzliches Verhalten vorgesehen ist, darf nicht richterlich auf fahrlässiges Verhalten ausgedehnt werden; für die Sanktionierung von Fahrlässigkeit bedarf es einer ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage.
“3d ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_501/2009 du 17 janvier 2011 consid. 2.1.3), en tout cas en ce qui concerne la période antérieure au 1er janvier 2023 (cf. art. 17 al. 2 LBA). L'infraction de l'art. 305ter al. 1 CP est intentionnelle ; cependant la violation fautive par un auteur qui "traite" de valeurs patrimoniales dans le cadre de son devoir de diligence est suffisante (ATF 125 IV 139 consid. 4 ; D.K. GRAF, StGB Annotierter Kommentar, 2020, n. 10 ad art. 305ter ; FF 1989 II 961, p. 990 ; voir également : Mark PIETH, Basler Kommentar StGB, 4ème éd. 2019, n. 29s. ad art. 305ter). 3.2. En l'espèce le MP avance que l'intimé est responsable de l'ouverture d'une procédure pénale à son encontre en raison des négligences qu'il aurait commises au moment de remplir un formulaire A le 30 avril 2014, et des formulaires T les 30 avril 2014 et 1er février 2016. S'agissant en premier lieu de la commission par négligence du comportement réprimé par l'art. 251 CP, elle ne saurait fonder une imputation des frais selon l'art. 426 al. 2 CPP. En effet, l'art. 1 CP pose le principe selon lequel le choix des comportements à réprimer pénalement relève du pouvoir exclusif du législateur (ATF 148 IV 329 consid. 5.1) ; un tribunal pénal n'est en particulier jamais autorisé à créer une infraction en comblant une lacune légale (ATF 134 IV 297 consid. 4.3). En l'absence de base légale expresse, la Chambre de céans ne saurait retenir que l'art. 251 CP fonde une norme de comportement non-écrite prohibant la commission d'un faux dans les titres par négligence. Cela reviendrait en effet à ignorer le choix politique du législateur fédéral qui a considéré que la confection ou l'utilisation par négligence d'un titre faux ne devait pas être réprimée. Autrement dit, on ne saurait considérer que la commission par négligence d'une infraction uniquement intentionnelle constituerait une violation d'une norme de comportement de l'ordre juridique suisse en l'absence d'une base légale de droit public ou de droit civil prévoyant spécifiquement le contraire. Eu égard, en second lieu, à la potentielle violation par l'intimé d'un devoir de diligence fondé sur la LBA en lien avec l'OBA-FINMA ou la CDB, il appert que celui-ci est un professionnel de la finance dont l'activité entre dans le champ d'application personnel de l'art.”
“3d ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_501/2009 du 17 janvier 2011 consid. 2.1.3), en tout cas en ce qui concerne la période antérieure au 1er janvier 2023 (cf. art. 17 al. 2 LBA). L'infraction de l'art. 305ter al. 1 CP est intentionnelle ; cependant la violation fautive par un auteur qui "traite" de valeurs patrimoniales dans le cadre de son devoir de diligence est suffisante (ATF 125 IV 139 consid. 4 ; D.K. GRAF, StGB Annotierter Kommentar, 2020, n. 10 ad art. 305ter ; FF 1989 II 961, p. 990 ; voir également : Mark PIETH, Basler Kommentar StGB, 4ème éd. 2019, n. 29s. ad art. 305ter). 3.2. En l'espèce le MP avance que l'intimé est responsable de l'ouverture d'une procédure pénale à son encontre en raison des négligences qu'il aurait commises au moment de remplir un formulaire A le 30 avril 2014, et des formulaires T les 30 avril 2014 et 1er février 2016. S'agissant en premier lieu de la commission par négligence du comportement réprimé par l'art. 251 CP, elle ne saurait fonder une imputation des frais selon l'art. 426 al. 2 CPP. En effet, l'art. 1 CP pose le principe selon lequel le choix des comportements à réprimer pénalement relève du pouvoir exclusif du législateur (ATF 148 IV 329 consid. 5.1) ; un tribunal pénal n'est en particulier jamais autorisé à créer une infraction en comblant une lacune légale (ATF 134 IV 297 consid. 4.3). En l'absence de base légale expresse, la Chambre de céans ne saurait retenir que l'art. 251 CP fonde une norme de comportement non-écrite prohibant la commission d'un faux dans les titres par négligence. Cela reviendrait en effet à ignorer le choix politique du législateur fédéral qui a considéré que la confection ou l'utilisation par négligence d'un titre faux ne devait pas être réprimée. Autrement dit, on ne saurait considérer que la commission par négligence d'une infraction uniquement intentionnelle constituerait une violation d'une norme de comportement de l'ordre juridique suisse en l'absence d'une base légale de droit public ou de droit civil prévoyant spécifiquement le contraire. Eu égard, en second lieu, à la potentielle violation par l'intimé d'un devoir de diligence fondé sur la LBA en lien avec l'OBA-FINMA ou la CDB, il appert que celui-ci est un professionnel de la finance dont l'activité entre dans le champ d'application personnel de l'art.”
“3d ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_501/2009 du 17 janvier 2011 consid. 2.1.3), en tout cas en ce qui concerne la période antérieure au 1er janvier 2023 (cf. art. 17 al. 2 LBA). L'infraction de l'art. 305ter al. 1 CP est intentionnelle ; cependant la violation fautive par un auteur qui "traite" de valeurs patrimoniales dans le cadre de son devoir de diligence est suffisante (ATF 125 IV 139 consid. 4 ; D.K. GRAF, StGB Annotierter Kommentar, 2020, n. 10 ad art. 305ter ; FF 1989 II 961, p. 990 ; voir également : Mark PIETH, Basler Kommentar StGB, 4ème éd. 2019, n. 29s. ad art. 305ter). 3.2. En l'espèce le MP avance que l'intimé est responsable de l'ouverture d'une procédure pénale à son encontre en raison des négligences qu'il aurait commises au moment de remplir un formulaire A le 30 avril 2014, et des formulaires T les 30 avril 2014 et 1er février 2016. S'agissant en premier lieu de la commission par négligence du comportement réprimé par l'art. 251 CP, elle ne saurait fonder une imputation des frais selon l'art. 426 al. 2 CPP. En effet, l'art. 1 CP pose le principe selon lequel le choix des comportements à réprimer pénalement relève du pouvoir exclusif du législateur (ATF 148 IV 329 consid. 5.1) ; un tribunal pénal n'est en particulier jamais autorisé à créer une infraction en comblant une lacune légale (ATF 134 IV 297 consid. 4.3). En l'absence de base légale expresse, la Chambre de céans ne saurait retenir que l'art. 251 CP fonde une norme de comportement non-écrite prohibant la commission d'un faux dans les titres par négligence. Cela reviendrait en effet à ignorer le choix politique du législateur fédéral qui a considéré que la confection ou l'utilisation par négligence d'un titre faux ne devait pas être réprimée. Autrement dit, on ne saurait considérer que la commission par négligence d'une infraction uniquement intentionnelle constituerait une violation d'une norme de comportement de l'ordre juridique suisse en l'absence d'une base légale de droit public ou de droit civil prévoyant spécifiquement le contraire. Eu égard, en second lieu, à la potentielle violation par l'intimé d'un devoir de diligence fondé sur la LBA en lien avec l'OBA-FINMA ou la CDB, il appert que celui-ci est un professionnel de la finance dont l'activité entre dans le champ d'application personnel de l'art.”
Unklare oder unbestimmte Tatzeiträume können das Legalitätsprinzip (Art. 1 StGB) berühren. Bei datierungsbezogenen Formrügen ist zu prüfen, ob die unklare Tatzeit die Anwendung des Strafrechts oder die Strafbarkeit tatsächlich beeinträchtigt. Blosse Formfehler sind unbehelflich, soweit Rechtsanwendung und Rechtsschutz nicht betroffen sind.
“Les auditions de la psychologue et du pédiatre sont également inutiles, dès lors que ces intervenants n’ont recueilli aucune confidence des enfants ni n’ont assisté aux agissements retenus dans l’acte d’accusation. En conséquence, on ne distingue aucune violation du droit d’être entendu de l’appelant, de sorte que ce moyen doit être rejeté. 4. Invoquant le droit à un procès équitable et le principe de la légalité, l’appelant soutient qu’il y aurait un « vice de forme » dans la mesure où le jugement entrepris contiendrait une erreur, l’infraction étant datée « du 1er décembre 2020 au 20 septembre 2021 », alors que, selon ses explications, ses enfants étaient en classe à [...] du 1er au 18 décembre 2020 et du 23 août au 20 septembre 2021, et qu’ils n’avaient dormi chez lui, à [...], qu’entre le 19 décembre 2020 et le 5 août 2021. 4.1 4.1.1 Selon l’art. 1 CP, une peine ou une mesure ne peuvent être prononcées qu’en raison d’un acte expressément réprimé par la loi. Cette disposition consacre le principe de la légalité des délits et des peines, auquel correspond l’adage nullum crimen, nulla poena sine lege (Dupuis et al. [éd.], Code pénal, Petit commentaire, Bâle 2017, n. 1 ad art. 1 CP). Le principe de la légalité est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi, lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique (ATF 144 1 242 consid. 3.1.2). 4.1.2 Conformément à l’art. 3 al. 2 let. c CPP, les autorités pénales doivent se conformer à la maxime voulant qu’un traitement équitable soit garanti à toutes les personnes touchées par la procédure. Cette disposition exprime le doit à un procès équitable. La règle découle des art. 29 al. 1 Cst., 6 par. 1 CEDH (Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales du 4 novembre 1950 ; RS 0.101) et 14 par. 1 Pacte ONU II (Pacte international relatif aux droits civils et politiques du 16 décembre 1966 ; RS 0.103.2). 4.”
In grenzüberschreitenden Fällen ist für die Frage der Verjährung regelmässig die lex fori massgeblich. Nach französischer Lehre können Verjährungsfristen durch Verfolgungs‑ oder Ermittlungsakte ausländischer Behörden unterbrochen werden (Prinzip der Äquivalenz der Akte). Ferner wird in der Literatur ausgeführt, dass die lex mitior auch die Verjährung erfassen kann.
“La question de savoir si les actes d’enquête accomplis par l’autorité étrangère interrompaient la prescription avait été laissée ouverte par le Tribunal fédéral dans un cas de reprise par les autorités suisses d’une procédure pénale ouverte à l’étranger (ATF 115 IV 97 consid. 2b, JdT 1990 IV 136, arrêt cité in Favre et consorts, Code pénal annoté, Lausanne 1997, p. 182, n. 2.1 ad art. 72 aCP). En matière de double incrimination, la doctrine (Colombini, op. cit., p. 95, n° 134) retient qu’en droit français, la prescription étant considérée comme un empêchement de la poursuite et non comme une institution de droit matériel, seule la lex fori, soit la loi française dans le cas d’espèce, est pertinente. La doctrine française va dans le même sens (Didier Rebut, Droit pénal international, 2e ed., Dalloz 2015, p. 58 n° 88 note 1). L’interruption de la prescription peut résulter des actes de poursuites ou d’instruction accomplis par les autorités étrangères (Rebut, op. cit., p. 81). C’est le principe d’équivalence des actes (Colombini, op. cit. pp. 96 et 97). S’agissant de la lex mitior réservée à l’art. 7 al. 3 CP, elle comprend aussi la prescription (Dupuis et al. [éd.], op. cit., n. 22 ad art. 1 CP). Là également, il faut déterminer si la prescription française de trois ans a été atteinte le 28 octobre 2016, étant précisé que le point de départ du délai de prescription pour des blessures involontaires est le jour où l’incapacité totale de travail a dépassé trois mois (cf. P. 134, p. 11), soit en l’espèce le 28 octobre 2013, ou si l’écoulement du délai a été interrompu par la réponse française du 26 avril 2016 à la demande d’entraide suisse ce qui repousserait l’échéance du délai au 26 avril 2019 ou si cette interruption résulte des actes de procédure suisse qui ont abouti au jugement de première instance. Selon le site Wikipedia traitant de la prescription en droit pénal français: les actes interruptifs peuvent être: un acte d’enquête préliminaire, comme un procès-verbal ; un acte de poursuite, à l’initiative du parquet ou de la partie civile ou encore un acte réalisé par un juge étranger. L'acte d'enquête peut être apprécié de manière large : ainsi un simple soit-transmis demandé par un procureur à une autorité administrative est assimilé à « un acte ayant pour objet de rechercher des infractions et d'en découvrir les auteurs ».”
Aus Art. 1 StGB folgt, dass mittels Strafandrohung abgesicherte Verbote hinreichend konkret zu umschreiben sind. Die angeordnete Pflicht muss so bestimmt sein, dass der Verpflichtete weiss, welches Verhalten untersagt ist, und die Vollstreckungs- bzw. Strafbehörden erkennen können, welche Handlungen zu sanktionieren sind.
“_____ AG sowie die seit 1993 erfolgten Umstrukturierungen etc. mit- zuteilen (act. 2, Rechtsbegehren, S. 3, Ziff. 1; vgl. bereits act. 4/32, S. 2, Prozes- suale Anträge, Ziff. 1), ist sehr breit formuliert und erweist sich im Lichte der An- forderungen, welche an die Bestimmtheit von Unterlassungsanträgen zu stellen sind, als heikel: Denn Unterlassungsbegehren müssen auf das Verbot eines ge- nau umschriebenen Verhaltens gerichtet sein. Die verpflichtete Partei muss wis- sen, was sie nicht mehr tun darf, und gleichermassen müssen die Vollstreckungs- oder Strafbehörden wissen, welche Handlungen sie genau zu unterbinden oder mit Strafe zu belegen haben (DANIEL FÜLLEMANN, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 84 ZPO N 5 m.w.H.). Ist wie vorliegend beantragt, die zu unterlassende Handlung mittels Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB abzusichern, folgt das - 9 - Erfordernis, die dem Verfügungsadressaten, bzw. vorliegend dem Beschwerde- gegner, auferlegte Verpflichtung konkret zu umschreiben, auch aus dem Legali- tätsprinzip (Art. 1 StGB; vgl. hierzu BSK StGB-RIEDO/BONER, 4. Aufl. 2019, Art. 292 StGB N 80). Unter Berücksichtigung des Grundsatzes, dass unbestimmte Rechtsbegeh- ren nach Treu und Glauben und dem Verbot des überspitzten Formalismus im Lichte der Begründung auszulegen sind (ZK ZPO-LEUENBERGER, 3. Aufl. 2016, Art. 221 ZPO N 38 m.w.H.; BGE 137 III 617, E. 6.2), ist auf die Beschwerde den- noch einzutreten. Denn soweit die Beschwerdeführer die schützenswerten Infor- mationen und die Voraussetzungen für den Erlass von Schutzmassnahmen im Rahmen der Begründung ihrer vorinstanzlichen Eingaben zumindest für die kon- kret genannten Aspekte (namentlich Rz. 113-143 der Klageantwort sowie die Bei- lagen 35, 38-44, 50 und 54 zur Klageantwort) hinreichend substantiiert und nach- gewiesen haben, käme eine Anordnung von Schutzmassnahmen mit einem ge- genüber dem Hauptantrag der Beschwerdeführer (act. 2, Rechtsbegehren, Ziff. 1) präzisierten, reduzierten oder umformulierten Wortlaut in Betracht (vgl. HGer ZH vom 18.”
“La procédure doit se poursuivre lorsqu'une condamnation apparaît plus vraisemblable qu'un acquittement ou lorsque les probabilités d'acquittement et de condamnation apparaissent équivalentes, en particulier en présence d'infraction grave (ATF 143 IV 241 consid. 2.2.1; ATF 138 IV 86 consid. 4.1.2; ATF 137 IV 285 consid. 2.5; arrêts du Tribunal fédéral 6B_417/2017 du 10 janvier 2018 consid. 2.1.2 ; 6B_185/2016 du 30 novembre 2016 consid. 2.1.2 et les références citées). 2.3. Tombe sous le coup de l'art. 292 CP, celui qui ne se sera pas conformé à une décision à lui signifiée, sous la menace de la peine prévue par cet article, par une autorité ou un fonctionnaire compétents. L'art. 292 CP tend à assurer, par la menace pénale, le respect des ordres valablement donnés par l'autorité compétente. Cette infraction suppose que le comportement ordonné par l'autorité soit décrit avec suffisamment de précision pour que le destinataire sache clairement ce qu'il doit faire ou ce dont il doit s'abstenir, et partant quel comportement ou omission est susceptible d'entraîner une sanction pénale. Cette exigence de précision est une conséquence du principe "nullum crimen sine lege" de l'art. 1 CP (ATF 127 IV 119 consid. 2a et les arrêts cités). L’insoumission doit être intentionnelle, mais le dol éventuel suffit (ATF 119 IV 240 consid. 2a). Le destinataire doit donc être informé de manière précise qu'il s'expose à la peine prévue par l'art. 292 CP s'il n'obtempère pas. 2.4. En l’espèce, la recourante reproche aux mises en cause d’avoir violé l’interdiction contenue dans l'ordonnance du TPI du 16 octobre 2021, contre laquelle les concernées n'ont pas recouru, prononcée sous la menace de la sanction prévue par l’art. 292 CP. L'injonction était claire en ce qu'elle faisait interdiction de vendre, transférer ou remettre à quiconque, à quelque titre que ce soit, les certificats d'actions visés. À cette suite, les concernées ont précisé que lesdits certificats se trouvaient en dépôt chez Me H______, pour leur compte, manifestant par-là avoir bien reçu et compris l'injonction. La procédure civile dans le cadre de laquelle l'injonction avait été ordonnée étant toujours pendante, il importe peu, contrairement à ce que retient le Procureur, que ce soit à l'occasion d'une autre procédure qu'il soit apparu que cet avocat ne détenait plus certains de ces certificats, sans que ni les parties ni ce conseil n'aient précisé où ils se trouvaient.”
“Indirectement, toutefois, la disposition protège aussi les intérêts publics ou privés pour la protection desquels l’injonction a été faite, de sorte qu’il faut aussi considérer comme lésé celui dont les intérêts privés ont été effectivement touchés par l’acte en cause (TF 6B_449/2015 du 2 mai 2016 consid. 4.1 ; TF 1P. 600/2006 du 1er décembre 2006 consid. 3.2 ; Riedo/ Boner, in : Niggli/Wiprächtiger [éd.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 4e éd., Bâle 2019, n. 16 ad art. 292 CP). Cette norme ne définit pas directement le comportement punissable, mais par renvoi au contenu d’une décision. La réalisation de cette infraction suppose que le comportement ordonné par l’autorité dans sa décision soit décrit avec suffisamment de précision. Il faut que le destinataire sache clairement ce qu’il doit faire ou ce dont il doit s’abstenir et, partant, quel comportement ou omission est susceptible d’entraîner une sanction pénale. Cette exigence de précision est une conséquence du principe nullum crimen sine lege de l’art. 1 CP (ATF 147 IV 145 consid. 2.1 ; ATF 127 IV 119 consid. 2a ; TF 6B_591/2009 du 1er février 2010 ; Dupuis et al. [éd.], op. cit., n. 11 ad art. 292 CP). Pour que l'infraction soit réalisée, il faut que l'insoumission soit intentionnelle. L'intention suppose la connaissance de l'injonction, de sa validité et des conséquences pénales de l'insoumission. Le dol éventuel suffit (ATF 147 IV 145 consid. 2.1 ; ATF 119 IV 238 consid. 2a ; TF 6B_1073/2018 du 23 août 2019 consid. 7.1 ; TF 6B_449/2015 précité consid. 3.2). La décision contenant la menace de la peine prévue à l’art. 292 CP peut être une décision rendue à titre superprovisionnel dans le cadre d’un procès civil, qui doit en principe être motivée, même simplement, puisqu’elle est immédiatement exécutoire (Bohnet, in : Bohnet et al. [éd.], Commentaire romand, Code de procédure civile, 2e éd. 2019, n. 13 ad art. 265 CPC et les références citées ; Riedo/Boner, op. cit., nn. 227 ss ad art. 292 CP, spéc. 234 ss et les références citées). Si la décision rendue à titre superprovisionnel est modifiée ultérieurement dans la décision provisionnelle ou par l’autorité de recours, en particulier supprimée, cette nouvelle décision a un effet « ex tunc » (art.”
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann eine sogenannte Blankettnorm, die nur den Strafrahmen bestimmt und deren Tatbestand durch ausfüllende Normen im Verordnungsrecht konkretisiert wird, dem Legalitätsprinzip i.S.v. Art. 1 StGB genügen, sofern die ausfüllenden Normen den Tatbestand hinreichend konkretisieren und die Anforderungen des Bestimmtheitsgebots erfüllen.
“Vorab ist festzuhalten, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine sogenannte Blankettnorm, die nur den Strafrahmen bestimmt und deren Tatbestand den sogenannten ausfüllenden Normen im nachgeordneten Verordnungsrecht entnommen werden muss, dem Legalitätsprinzip i.S.v. Art. 1 StGB genügt (Urteile des Bundesgerichts 6B_866/2016 vom 9. März 2017 E. 5.2; 6B_967/2015 vom 22. April 2016 E. 2.3; 6B_385/2008 vom 21. Juli 2008 E. 3.3.2).”
“In seiner Berufungsbegründung bringt der Beschuldigte einzig sinngemäss vor, die ihm auferlegte Busse stütze sich nicht auf ein formelles Gesetz und verstosse damit gegen die Bestimmung von Art. 1 StGB. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung genügt indessen auch eine so- genannte Blankettnorm, die nur den Strafrahmen bestimmt und deren Tatbestand den sogenannten ausfüllenden Normen im nachgeordneten Verordnungsrecht entnommen werden muss, dem Legalitätsprinzip i.S.v. Art. 1 StGB (BGer Urteile 6B_866/2016 vom 9. März 2017 E. 5.2; 6B_385/2008 vom 21. Juli 2008 E. 3.3.2.; 6B_967/2015 vom 22. April 2016 E. 2.3). Im Epidemiengesetz (SR 818.101), welches als formelles Gesetz vom eidgenössischen Gesetzgeber erlassen wurde, wird in Art. 83 Abs. 1 lit. j EpG bestimmt, dass mit Busse bestraft wird, wer sich vorsätzlich Massnahmen gegenüber der Bevölkerung widersetzt. Konkretisiert wird diese Bestimmung sodann unter anderem durch die Covid-19-Verordnung [besondere Lage] (SR 818.101.26; nachfolgend Covid-19-VO), welche vom Bundesrat am 19. Juni 2020 als Massnahme gegenüber einzelnen Personen und der Bevölkerung zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie gestützt auf Art.”
“März 2022 festgehalten, dass auch wenn in dieser Bestimmung in Klammern lediglich auf Art. 40 EpG verwiesen werde, die Übertretungsbestimmung aufgrund ihres klaren Wortlauts ("Massnahmen gegenüber der Bevölkerung") auch Massnahmen des Bundesrats umfasse und entsprechend für die Sanktionierung von Widerhandlun- gen gegen die in der Covid-19 Verordnung besondere Lage statuierte Masken- tragpflicht in Art. 83 Abs. 1 lit. j EpG eine formell-gesetzliche Grundlage finde (Ur- teil des Bundesgerichts 6B_1433/2021 vom 3. März 2022 E. 3.3). Der Vollstän- digkeit halber ist mit Blick auf das Bestimmtheitsgebot ("nulla poena sine lege cer- ta"), das als Teilgehalt des Legalitätsprinzips eine hinreichend genaue Umschrei- bung der Straftatbestände verlangt, zu betonen, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch eine sogenannte Blankettnorm, die nur den Strafrahmen bestimmt und deren Tatbestand den sogenannten ausfüllenden Normen im nach- geordneten Verordnungsrecht entnommen werden muss, dem Legalitätsprinzip im Sinne von Art. 1 StGB genügt (Urteil des Bundesgerichts 6B_866/2016 vom 9. März 2017 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen). Auch diese Voraussetzungen wer- den vorliegend durch Art. 83 Abs. 1 lit. j EPG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 aCovid-19-VO ohne Weiteres erfüllt.”
Art. 1 StGB enthält das Bestimmtheitsgebot (nulla poena sine lege certa): Die strafrechtliche Grundlage muss hinreichend bestimmt sein. Der erforderliche Grad an Bestimmtheit richtet sich nach der Komplexität der Regelungsgegenstände, der Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, den Normadressaten und der Schwere des Eingriffs in verfassungsmässige Rechte. Die Norm muss so formuliert sein, dass die Betroffenen ihr Verhalten mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit danach ausrichten können; zugleich ist das Gebot nicht absolut und der Gesetzgeber kann allgemeine Begriffe verwenden, deren Auslegung der Praxis vorbehalten bleibt.
“Erforderlich ist zunächst eine ausreichende gesetzliche Grundlage. Diese muss sich hier in einem Gesetz im formellen Sinne befinden, da das angefochtene Bettelverbot, auch wenn es bloss partiell ist, einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit bewirkt (Art. 36 Abs. 1 BV). Mit dem Erlass von § 9 ÜStG wird diese Voraussetzung grundsätzlich erfüllt. Zu beachten ist aber auch das strafrechtliche Legalitätsprinzip nach Art. 1 StGB und Art. 7 EMRK, das ebenfalls für das kantonale Übertretungsstrafrecht gilt (BGE 138 IV 13 E. 4.1 mit Hinweisen). Daraus wird unter anderem das Bestimmtheitsgebot (nulla poena sine lege certa) abgeleitet. Danach muss eine BGE 149 I 248 S. 258 Strafnorm hinreichend bestimmt sein. Welche Anforderungen daran zu stellen sind, hängt unter anderem von der Komplexität der Regelungsmaterie und der angedrohten Strafe ab. Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass Bürgerinnen und Bürger ihr Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen können. Das Bestimmtheitsgebot darf jedoch nicht in absoluter Weise verstanden werden. Der Gesetzgeber kann nicht darauf verzichten, allgemeine Begriffe zu verwenden, deren Auslegung und Anwendung der Praxis überlassen werden müssen. Der Grad der erforderlichen Bestimmtheit lässt sich nicht abstrakt festlegen. Er hängt unter anderem von der Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, von der Komplexität und der Vorhersehbarkeit der im Einzelfall erforderlichen Entscheidung, von den Normadressatinnen und -adressaten, von der Schwere des Eingriffs in Verfassungsrechte und von der erst bei der Konkretisierung im Einzelfall möglichen und sachgerechten Entscheidung ab (BGE 144 I 126 E.”
Die Übernahme weit verstandener aufsichtsrechtlicher Begriffe ins Strafrecht ist fraglich. Die Auslegung strafrechtlicher Tatbestände darf sich nicht ungeprüft an dem aufsichtsrechtlichen Ermessen der Verwaltungsbehörden orientieren; insoweit sind enge Grenzen der Auslegung zu beachten, namentlich im Lichte von Art. 1 StGB und dem Verbot des Zwangs zur Selbstbelastung.
“Welche Informati- onen eine Behörde zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigt, liegt nach der Rechtspre- chung in ihrem Ermessen. Zwar sollen sich die Auskünfte und die Herausgabe von Unterlagen auf das beschränken, was zur Erfüllung der Aufsichtstätigkeit erforder- lich ist. Im Zweifelsfall wird indessen der Umfang der Auskunftspflicht weit interpre- tiert, da der präventive Beizug von genügenden und gesicherten Informationen im öffentlichen Interesse die frühzeitige Erkennung von Gesetzesverletzungen und sonstigen Missständen ermöglicht (BGE 126 II 111, E. 3.b). Massgeblich ist danach nicht die Notwendigkeit der Informationen für die Aufgabenerfüllung der Behörde, sondern es genügt bereits ihre Dienlichkeit, eingeschränkt durch die Verhältnis- mässigkeit. Indem das Bundesgericht mithin die weiten aufsichtsrechtlichen Be- griffe übernimmt und sie ins Strafrecht überträgt, vertritt es eine möglichst weite Auslegung von Strafnormen, was vor dem Hintergrund von Art. 1 StGB und des Verbots zum Zwang der Selbstbelastung fraglich erscheint (NIGGLI, Die Verfügung als Falschbeurkundung, ContraLegem 2021 S. 37).”
Völkerrechtliche bzw. konventionelle Normen können die Auslegung des geltenden Strafrechts beeinflussen. Eine völkerrechtliche Auslegung darf jedoch nicht so weit reichen, dass durch ausdehnende Interpretation bestehender Tatbestände Strafbarkeitslücken geschlossen werden oder die Vorhersehbarkeit und Rechtssicherheit des Strafrechts sowie das strafrechtliche Legalitätsprinzip (nullum crimen, nulla poena sine lege) beeinträchtigt werden.
“Tout comme les normes constitutionnelles, les normes conventionnelles se distinguent par le degré d'abstraction de leurs formulations: elles se caractérisent en effet par une densité normative qui est bien moins élevée que celle des lois au sens formel ou des autres textes de rang inférieur (cf. sur ce point: PERRIN, op. cit., p. 302). Aussi, si l'on s'en tient à la seule formulation parfois sibylline des dispositions de la CEDH, il apparaît fortement compromis d'anticiper, dans l'abstrait, l'ensemble des configurations dans lesquelles les droits fondamentaux qui en sont déduits seraient susceptibles de rendre licite un comportement typique sur le plan pénal et ainsi de faire obstacle à une condamnation. À cet égard, une prise en compte intégrale et inconditionnelle des normes conventionnelles dans le cadre de l'art. 14 CP pourrait se heurter à la sécurité et à la prévisibilité du droit, dont on rappelle qu'il s'agit de composantes essentielles du principe de la légalité en droit pénal (cf. art. 1 CP et 7 CEDH; cf. parmi d'autres: ATF 147 IV 274 consid. 2.1.1).”
“Mai 2011 [Istanbul-Konvention], Sicherheit und Recht 2017 178 ff., vgl. auch BGE 148 IV 234 E. 3.1 und 3.8). Diese völkerrechtlichen Verpflichtungen adressieren den Gesetzgeber (Erläuternder Bericht, a.a.O., Ziff. 193; BGE 148 IV 234 E. 3.7.1 a.E.). Sie können zwar die Auslegung von geltendem Recht beeinflussen (vgl. etwa betreffend den ausländerrechtlichen Aufenthaltsanspruch die Urteile 2C_45/2021 vom 12. März 2021 E. 3.2 und 2C_1024/2019 vom 27. August 2020 E. 4.2). Eine völkerrechtliche Auslegung darf aber nicht so weit gehen, dass allfällige "Strafbarkeitslücken" mittels ausdehnender Interpretation von bestehenden Tatbeständen geschlossen werden (vgl. SCHEIDEGGER , Sexualstrafrecht, a.a.O., Rz. 198 und 617; dieselbe, in: StGB, Annotierter Kommentar [nachfolgend: Kommentar], Graf [Hrsg.], 2020, N. 4 zu Art. 191 StGB; JETZER , a.a.O., S. 182 f.). Nach dem strafrechtlichen Legalitätsprinzip (nullum crimen, nulla poena sine lege) darf eine Strafe nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB; BGE 147 IV 274 E. 2.1.1; 138 IV 13 E. 4.1). Der Grundsatz verbietet, über den Sinn, wie er dem Gesetz bei richtiger Auslegung zukommt, hinauszugehen, also neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende derart zu erweitern, dass die Auslegung durch den Sinn des Gesetzes nicht mehr gedeckt wird (BGE 128 IV 272 E. 2). Die rechtsanwendenden Behörden sind an die Entscheidung des Gesetzgebers darüber, in welchem Umfang das betroffene Rechtsgut strafrechtlich geschützt werden soll - d.h. an seine Auswahl der strafbaren Verhaltensweisen aus allen gegebenenfalls strafwürdigen -, gebunden. Der Beschwerdegegner betont zu Recht, dass Tatbestandselemente grundsätzlich eng auszulegen sind (vgl. TRECHSEL/FATEH-MOGHADAM , in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N. 24 zu Art. 1 StGB). BGE 148 IV 329 S. 339 Unter diesen Vorgaben gehört es zwar zu den Aufgaben der Rechtsprechung, Entwicklungen im tatsächlichen Umfeld eines Straftatbestands zu verfolgen und veränderten lebensweltlichen (gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, technischen etc.”
“8, zur Publikation vorgesehen). Diese völkerrechtlichen Verpflichtungen adressieren den Gesetzgeber (Erläuternder Bericht, a.a.O., Ziff. 193; zur Publikation vorgesehenes Urteil 6B_894/2021 vom 28. März 2022 E. 3.7.1 a.E.). Sie können zwar die Auslegung von geltendem Recht beeinflussen (vgl. etwa betreffend den ausländerrechtlichen Aufenthaltsanspruch die Urteile 2C_45/2021 vom 12. März 2021 E. 3.2 und 2C_1024/2019 vom 27. August 2020 E. 4.2). Eine völkerrechtliche Auslegung darf aber nicht so weit gehen, dass allfällige "Strafbarkeitslücken" mittels ausdehnender Interpretation von bestehenden Tatbeständen geschlossen werden (vgl. SCHEIDEGGER, Das Sexualstrafrecht der Schweiz, Rz. 198 und 617; DIESELBE, in: Annotierter Kommentar StGB, Graf [Hrsg.], 2020, N 4 zu Art. 191 StGB; JETZER, a.a.O., S. 182 f.). Nach dem strafrechtlichen Legalitätsprinzip ( nullum crimen, nulla poena sine lege) darf eine Strafe nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB; BGE 147 IV 274 E. 2.1.1; 138 IV 13 E. 4.1). Der Grundsatz verbietet, über den Sinn, wie er dem Gesetz bei richtiger Auslegung zukommt, hinauszugehen, also neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende derart zu erweitern, dass die Auslegung durch den Sinn des Gesetzes nicht mehr gedeckt wird (BGE 128 IV 272 E. 2). Die rechtsanwendenden Behörden sind an die Entscheidung des Gesetzgebers darüber, in welchem Umfang das betroffene Rechtsgut strafrechtlich geschützt werden soll - d.h. an seine Auswahl der strafbaren Verhaltensweisen aus allen gegebenenfalls strafwürdigen -, gebunden. Der Beschwerdegegner betont zu Recht, dass Tatbestandselemente grundsätzlich eng auszulegen sind (vgl. TRECHSEL/FATEH-MOGHADAM, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N 24 zu Art. 1 StGB). Unter diesen Vorgaben gehört es zwar zu den Aufgaben der Rechtsprechung, Entwicklungen im tatsächlichen Umfeld eines Straftatbestands zu verfolgen und veränderten lebensweltlichen (gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, technischen etc.”
Das auf Art. 1 StGB gestützte Nulla‑poena‑Prinzip findet nach ständiger Rechtsprechung auch dann Anwendung, wenn Abgabenbehörden oder andere Stellen Sanktionen mit strafähnlichem Charakter verhängen: hierzu zählen steuerliche Zuschläge, soweit sie eine strafende Wirkung entfalten (vgl. 9C_673/2023 E. 93.5), Massnahmen mit strafrechtsähnlichem Charakter wie Art. 49a KG (vgl. 2C_145/2018 E. 8.1) sowie Übertretungen und das Nebenstrafrecht (vgl. SK 21 200 E. 14.3).
“Wenn die Veranlagungsbehörde dieses Instrument gleichwohl dazu verwendet, durch übersetzte und nicht begründete Beträge bzw. Erhöhungen die Pflichtverletzung der steuerpflichtigen Person repressiv zu sühnen oder die steuerpflichtige Person spezialpräventiv zu besserer Mitwirkung in Folgeperioden anzuhalten, setzt sie sich in groben Widerspruch zur gesetzlichen Ordnung sowie auf Kollisionskurs mit mehreren grund- und menschenrechtlichen Prinzipien. Die Auferlegung der Zahlungspflicht mutiert in diesem Fall nämlich von einer Steuer zu einer Strafe bzw. zu einem Strafzuschlag für die Verletzung der Mitwirkungspflicht (vgl. zum Strafcharakter von steuerlichen Strafzuschlägen Urteil des EGMR A und B gegen Norwegen vom 15. November 2016 §§ 123 und 138). Für eine solche Strafe bietet Art. 130 Abs. 2 DBG keine gesetzliche Grundlage, die den straf- und völkerrechtlichen Anforderungen gerecht würde ("nulla poena sine lege"; Art. 7 Ziff. 1 EMRK; Art. 15 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte vom 16. Dezember 1966 [UNO-Pakt II; SR 0.103.2]; Art. 1 StGB; vgl. dazu BGE 146 II 217 E. 8.2 mit Hinweisen). Zudem gerät das Veranlagungsverfahren, das ansonsten keine strafrechtliche Anklage im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK darstellt (vgl. BGE 144 II 427 E. 2.3.2), in derartigen Situationen in den Anwendungsbereich dieser Bestimmung sowie von Art. 4 Ziff. 1 des”
“Nachfolgend ist zu prüfen, ob das Verhalten der Beschwerdegegnerin einer Sanktion unterliegt. Nach Art. 49a KG wird ein Unternehmen, das u.a. an einer unzulässigen Abrede nach Art. 5 Abs. 4 KG beteiligt ist, mit einem Betrag bis zu 10 Prozent des in den letzten drei Geschäftsjahren in der Schweiz erzielten Umsatzes belastet. Der Betrag bemisst sich dabei nach der Dauer und der Schwere des unzulässigen Verhaltens. Der mutmassliche Gewinn, den das Unternehmen dadurch erzielt hat, ist angemessen zu berücksichtigen. Die Massnahme nach Art. 49a KG hat einen strafrechtsähnlichen Charakter; Art. 7 EMRK (nulla poena sine lege; Art. 1 StGB) ist daher grundsätzlich anwendbar (vgl. BGE 143 II 297 E. 9.3 S. 338 f.; 139 I 72 E. 2.2.2 S. 79 f.).”
“Erwägungen der Kammer Die Frage, ob vom Bundesrat in der besonderen Lage angeordnete Massnahmen gegenüber der Bevölkerung von Art. 83 Abs. 1 Bst. j EpG erfasst werden, ist mittels Auslegung zu beantworten. Dabei muss das Auslegungsergebnis den Anforderungen von Art. 1 StGB genügen, wonach eine Strafe oder Massnahme nur wegen einer Tat verhängt werden darf, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (vgl. BGE 128 IV 272 E. 2). Dieser Grundsatz gilt gestützt auf Art. 104 und Art. 333 StGB auch für Übertretungen und für das Nebenstrafrecht.”
Grundsatz der Gesetzlichkeit (nulla poena sine lege): Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Handlung verhängt werden, die zur Tatzeit nach innerstaatlichem oder internationalem Recht strafbar war. Aus Art. 1 StGB werden das Gesetzlichkeitsprinzip (einschliesslich des Verbots von Gewohnheitsrecht), das Bestimmtheitsgebot, das Analogieverbot und das Rückwirkungsverbot abgeleitet. Das Legalitätsprinzip findet sich auch in Art. 7 EMRK und Art. 15 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte.
“Der Grundsatz nulla poena sine lege gilt als verletzt, wenn jemand wegen einer Handlung verurteilt wird, die im Gesetz nicht als strafbar bezeichnet wird oder die auch bei weitestgehender Auslegung nicht unter eine Strafnorm subsumiert werden kann (BGE 124 IV 286 E. 1d). Aus Art. 1 StGB werden das Gesetzlichkeitsprinzip (inkl. Verbot von Gewohnheitsrecht), das Bestimmtheitsgebot, das Analogieverbot sowie das Rückwirkungsverbot abgeleitet. Das Legalitätsprinzip ist auch in Art. 5 Abs. 1 BV, Art. 7 EMRK und Art. 15 IPBPR verbrieft (BGE 129 IV 276 E. 1.1.1). Das Bundesgericht hält in BGE 139 I 72 E. 8.2.1 fest, dass nach Art. 7 EMRK und Art. 15 des Internationalen Pakts vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II; SR 0.103.2) niemand wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden darf, die zur Zeit ihrer Begehung nach innerstaatlichem oder internationalem Recht nicht strafbar war ("nulla poena sine lege" [Art. 1 StGB]). Die Straftat muss im Gesetz klar umrissen sein. So ist etwa der Grundsatz verletzt, wenn jemand wegen eines Verhaltens strafrechtlich verfolgt wird, das im Gesetz überhaupt nicht als strafbar bezeichnet wird, wenn das Gericht ein Verhalten unter eine Strafnorm subsumiert, unter welche es auch bei weitestgehender Auslegung der Bestimmung nach den massgebenden Grundsätzen nicht subsumiert werden kann, oder wenn jemand in Anwendung einer Strafbestimmung verfolgt wird, die rechtlich keinen Bestand hat (BGE 139 I 72 E.”
Lag zum Tatzeitpunkt keine hinreichende gesetzliche Sanktionsgrundlage in der COVID‑Verordnung vor oder war deren Strafbarkeit unklar, kann dadurch das in Art. 1 StGB verankerte Legalitätsprinzip verletzt sein. In solchen Fällen steht die Strafbarkeit der Tat in Frage.
“Zum Tatzeitpunkt habe die Covid-19-Verordnung keine genügende gesetzliche Grundlage für das Aussprechen einer Busse wegen Widerhandlungen gegen die Maskentragpflicht gebildet, dies infolge des Verstosses gegen Art. 1 StGB. Eine Strafe müsse gemäss Art. 1 StGB in einem Gesetz im formellen Sinn geregelt sein.”
“a), constatation incomplète ou erronée des faits (let. b) ou inopportunité (let. c) (al. 3). Lorsque seules des contraventions ont fait l’objet de la procédure de première instance, l’appel ne peut être formé que pour le grief que le jugement est juridiquement erroné ou que l’état de fait a été établi de manière manifestement inexacte ou en violation du droit (al. 4). En cas d’appel restreint, le pouvoir d'examen de l'autorité d'appel est ainsi limité dans l'appréciation des faits à ce qui a été établi de manière arbitraire. En revanche, la juridiction d'appel peut revoir librement le droit (TF 6B_1247/2013 du 13 mars 2014 et les références). La notion d’arbitraire n’est pas synonyme de discutable, ni même de critiquable. Une décision ne peut être considérée comme arbitraire que si elle s’avère manifestement insoutenable, et cela non seulement dans sa motivation mais aussi dans son résultat (ATF 134 I 140 consid. 5.4 ; ATF 133 I 149 consid. 3.1 et les arrêts cités). 3. 3.1 L’appelant invoque une violation de l’art. 1 CP, à savoir qu’il a été sanctionné alors qu’il n’existait aucune base légale en la matière. Plus précisément, il soutient que l’art. 13 de l’Ordonnance du 19 juin 2020 sur les mesures destinées à lutter contre l’épidémie de COVID-19 en situation particulière (Ordonnance COVID-19 situation particulière ; RS 818.101.26), applicable le 6 novembre 2020, ne prévoyait pas de sanction pour les contrevenants à l’art. 3b al. 1 de cette loi, de sorte qu’il est impossible et illégal de prononcer sa condamnation. 3.2 Selon l’art. 1 CP, une peine ou une mesure ne peuvent être prononcées qu’en raison d’un acte expressément réprimé par la loi. L’art. 1 CP consacre le principe de la légalité (nulla poene sine lege). Ce principe est violé lorsqu'une personne est poursuivie pénalement à raison d'un acte que la loi n'incrimine pas ou lorsqu'un acte, à raison duquel une personne est poursuivie pénalement, est sanctionné d'une peine par la loi, mais que cette dernière ne peut être considérée comme valable ou encore lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal.”
Bei Gesetzesänderungen ist das mildere neue Recht auf vor Inkrafttreten begangene, erst nachher zu beurteilende Taten anzuwenden. Beim Vergleich der Schwere der Rechtsfolgen ist nach der «konkreten Methode» eine umfassende Beurteilung des Sachverhalts nach altem und neuem Recht vorzunehmen; entscheidend ist, nach welchem der beiden Rechte der Täter für die konkret zu beurteilende Tat besser wegkommt. Grundsätzlich ist nur ein Gesetz anzuwenden; Kombinationen sind unzulässig.
“Nach dem Schweizerischen Strafgesetzbuch wird beurteilt, wer nach dessen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begeht (vgl. Art. 1 Abs. 1 StGB). Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten dieses Gesetzes begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so ist dieses Gesetz anzuwenden, wenn es für ihn das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB). Beim Vergleich der Schwere der Strafnormen ist nach der «konkreten Methode» eine umfassende Beurteilung des Sachverhalts nach altem und neuem Recht vorzunehmen. Es kommt darauf an, nach welchem der beiden Rechte der Täter für die gerade zu beurteilende Tat besser wegkommt. Grundsätzlich ist nur ein Gesetz anzuwenden – Kombinationen sind unzulässig (vgl. Trechsel / Vest, Schweizerisches Straf—gesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2017, Art. 2 StGB N. 11, mit Hinweisen).”
Die Präzision der Kommination folgt aus dem Grundsatz nullum crimen sine lege (Art. 1 StGB): Die Verfügung muss das geordnete Verhalten so genau beschreiben, dass der Adressat erkennt, was zu tun oder zu unterlassen ist. Ferner muss die Zustellung der Verfügung die angedrohte Sanktion konkret nennen; es genügt nicht, allgemein auf «strafrechtliche Folgen» oder nur auf Art. 292 StGB zu verweisen; es ist anzugeben, dass Nichtbefolgung nach Art. 292 StGB mit einer Busse geahndet werden kann.
“1 ; TF 6B_638/2021 du 17 août 2022 consid. 2.1.1 ; TF 6B_1199/2020 du 23 septembre 2021 consid. 2.1). En revanche, le Ministère public doit pouvoir rendre une ordonnance de non-entrée en matière dans les cas où il apparaît d’emblée qu’aucun acte d’enquête ne pourra apporter la preuve d’une infraction à la charge d’une personne déterminée (TF 6B_541/2017 du 20 décembre 2017 consid. 2.2). 3.2.2 Aux termes de l’art. 292 CP, celui qui ne se sera pas conformé à une décision à lui signifiée, sous la menace de la peine prévue au présent article, par une autorité ou un fonctionnaire compétents sera puni d’une amende. Cette infraction suppose que le comportement ordonné par l’autorité soit décrit avec suffisamment de précision pour que le destinataire sache clairement ce qu’il doit faire ou ce dont il doit s’abstenir, et, partant, quel comportement ou omission est susceptible d’entraîner une sanction pénale (ATF 124 IV 297 consid. 4d). Cette exigence de précision est une conséquence du principe nullum crimen sine lege de l’art. 1 CP (cf. ATF 127 IV 119 consid. 2a et les réf. citées). L’insoumission à une décision de l’autorité n’est punissable que si la commination a été signifiée sous la menace de la peine prévue par cette disposition. La notification de l’injonction doit indiquer avec précision les sanctions auxquelles le destinataire s’expose s’il n’obtempère pas. Il ne suffit pas de se référer à l’art. 292 CP ou de parler de sanctions pénales. Il faut indiquer précisément qu’une insoumission est, en vertu de l’art. 292 CP, passible de l’amende (ATF 105 IV 248 consid. 1 ; voir également ATF 131 IV 132 consid. 3 ; ATF 124 IV 297 précité consid. 4e). 3.3 En l’espèce, le Ministère public a refusé d’entrer en matière sur la plainte du 10 août 2023, en considérant que l’injonction contenue dans le jugement du 3 novembre 2011 de la Justice de paix « concern[ait] l’exécution de l’obligation imposée, de taille et de maintien de la hauteur requise […] et non pas les inexécutions subséquentes ». Or, le maintien de la haie – dont la croissance est estimée par le recourant à 40 centimètres par année – à la hauteur requise s’inscrit nécessairement dans la durée.”
Bei Doppelverfahren ist zu prüfen, ob die Verfahren von derselben Behörde mit gleichartigen Sanktionen oder von unterschiedlichen Behörden mit verschiedenen Sanktionsarten geführt werden; nach Rechtsprechung verletzt eine parallele administrative und strafrechtliche Sanktion nur dann das Ne‑bis‑in‑idem, wenn dieselbe Instanz mit gleichartigen Sanktionen entschieden hat.
“2 CP prescrit que le prévenu n’encourt aucune peine s’il prouve que les allégations par lui articulées ou propagées sont conformes à la vérité (preuve de la vérité), ou qu’il avait des raisons sérieuses de les tenir de bonne foi pour vraies (preuve de la bonne foi). Pour apporter la preuve de la vérité, le prévenu doit établir que ce qu’il a allégué est vrai (cf. CR CP-Rieben/ Mazou, 2017, art. 173 n. 25). Si l’allégation concerne la commission d’un comportement punissable, la preuve de la vérité doit en principe être apportée par la condamnation pénale de la personne visée (cf. CR CP-Rieben/Mazou, art. 173 n. 29; PC CP-Dubuis et al., art. 173 n. 32). Quant à la preuve de la bonne foi, le prévenu doit établir non seulement qu’il était de bonne foi, c’est-à-dire qu’il a cru à la véracité de ce qu’il disait, mais aussi qu’il avait des raisons sérieuses de croire à ce qu’il avançait (arrêt TF 6B_512/2017 du 12 février 2017 consid. 3.4.1). Un devoir de prudence incombe toutefois à celui qui porte atteinte à l’honneur d’autrui (arrêt TF 6B_512/2017 du 12 février 2017 consid. 3.4.1). Le principe ne bis in idem (art. 1 al. 1 CP) interdit qu’une personne soit poursuivie pénalement deux fois pour les mêmes faits par les juridictions du même Etat. La question s’est posée de savoir si une double procédure pénale et administrative comme le prévoit le droit suisse dans certains domaines viole ce principe ou non (ATF 137 I 363 consid. 2.3). Dans son arrêt Zolotoukine contre Russie du 10 février 2009, la Cour européenne des droits de l’homme (ci-après : CourEDH) a jugé que le principe ne bis in idem était violé, lorsque l’on a affaire à deux procédures (administrative et pénale) sanctionnant un même état de fait et conduites par le même tribunal disposant des mêmes sanctions (ATF 137 I 363 consid. 2.4). Par interprétation de l’arrêt Zolotoukhine, le Tribunal fédéral a considéré non seulement que le principe ne bis in idem n’était pas violé lorsque l’on a affaire à deux procédures (administrative et pénale) sanctionnant un même état de fait mais conduites par deux autorités distinctes ne disposant pas du même type de sanction, mais aussi que l’on ne peut pas déduire de la jurisprudence de la CourEDH que toutes les doubles procédures prévues par les systèmes légaux sont à proscrire (ATF 137 I 363 consid.”
Art. 1 StGB verlangt, dass die Möglichkeit einer Bestrafung für den Handelnden in genügender Weise vorhersehbar ist. Insbesondere rechtfertigt die Voraussehbarkeit nicht beliebig weite oder unbestimmte Auslegungen von Straftatbeständen; das Bestimmtheitsgebot verlangt eine hinreichend genaue Umschreibung der strafbegründenden Tatbestände, sodass die Folgen des Verhaltens für die Bürgerinnen und Bürger erkennbar sind.
“Erwägungen der Kammer Die vorinstanzliche Auslegung der Bestimmung von Art. 3b Abs. 2 lit. b Covid-19-Verordnung besondere Lage insbesondere hinsichtlich der Frage des Zeitpunkts, in welchem das ärztliche Attest vorgewiesen werden muss, erfolgte detailliert und nachvollziehbar; sie wirkt schlüssig. Die Kammer gelangt – wie nachfolgend eingehend begründet – dennoch zum Schluss, dass sich eine derartige Auslegung der vorgenannten Bestimmung mit dem Bestimmtheitsgebot gemäss Art. 1 StGB i.V.m. Art. 7 Abs. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) nicht vereinbaren lässt. Gemäss Art. 1 StGB darf eine Strafe oder Massnahme nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt. Gemäss Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (nachfolgend: EGMR) und des Bundesgerichts liegt der Fokus dabei nicht nur auf der Qualität der Strafnorm an sich, sondern auf der Voraussehbarkeit einer Bestrafung für den Handelnden (BGE 138 IV 13, 20; 139 IV 62, nicht publ. E. 2.4 [BGer, StrA,”
“Nulla poena sine lege (certa) Die Anforderungen von Art. 1 StGB sind vorliegend in zweierlei Hinsicht relevant: Zum einen ist der Grundsatz der Legalität («nulla poena sine lege») unter anderem dann verletzt, wenn das Gericht eine Handlung unter eine Strafnorm subsumiert, die darunter auch bei weitestgehender Auslegung nach allgemeinen strafrechtlichen Grundsätzen nicht subsumiert werden kann. Zum anderen verlangt das Bestimmtheitsgebot («nulla poena sine lege certa») als Teilgehalt des Legalitätsprinzips eine hinreichend genaue Umschreibung der Straftatbestände (BGE 145 IV 329 E. 2.2.). Die beiden Aspekte überschneiden sich teilweise, es geht im Kern um die Frage, ob die Folgen ihres Verhaltens für die Bürgerinnen und Bürger in genügender Weise erkennbar waren. In Bezug auf den Legalitätsgrundsatz ist zu klären, ob die Widerhandlung gegen die Maskenpflicht bei «weitestgehender Auslegung nach allgemeinen strafrechtlichen Grundsätzen» unter den Straftatbestand von Art. 83 EpG subsumiert werden kann. Als relevantes Kriterium für die Zulässigkeit einer Auslegung wird in der Lehre die Voraussehbarkeit einer Bestrafung für den Handelnden genannt (Popp/Berkemeier, in: Basler Kommentar Schweizerisches Strafgesetzbuch, 4.”
Bei einer echten Gesetzeslücke hat der Richter sie zu schliessen; im Strafrecht muss eine solche Lückenfüllung zugunsten der beschuldigten Person erfolgen. Dagegen kann der Richter die strafrechtliche Norm im Rahmen der Auslegung, notfalls auch extensiv, erschliessen, soweit dies mit den Grundsätzen des Strafrechts vereinbar ist.
“1 CP, la levée du traitement institutionnel des addictions dont bénéficiait l'appelant et prononçait sa réintégration dans le solde des peines privatives de liberté qu'il devait encore subir, de sorte que le Tribunal fédéral a retourné la cause à la CPAR avec pour seule instruction de fixer à nouveau ce solde. Il s'ensuit que la levée de la mesure ainsi que le principe de la réintégration sont acquis ; seul demeure litigieux le quantum du solde des peines que l'appelant doit purger. 2. 2.1. Conformément à une jurisprudence constante, la loi s'interprète en premier lieu selon sa lettre (interprétation littérale). Si le texte n'est pas absolument clair, si plusieurs interprétations sont possibles, il convient de rechercher quelle est la véritable portée de la norme, en la dégageant de tous les éléments à considérer, soit notamment des travaux préparatoires (interprétation historique), du but de la règle, de son esprit, ainsi que des valeurs sur lesquelles elle repose, singulièrement de l'intérêt protégé (interprétation téléologique) ou encore de sa relation avec d'autres dispositions légales (interprétation systématique) L'interprétation de la loi pénale par le juge est dominée par le principe "nulla poena sine lege" posé par l'art. 1 CP. Le juge peut toutefois, sans violer ce principe, donner du texte légal une interprétation même extensive, afin d'en dégager le sens véritable, celui qui est seul conforme à la logique interne et au but de la disposition en cause. Si une interprétation conforme à l'esprit de la loi peut s'écarter de la lettre du texte légal, le cas échéant au détriment de l'accusé, il reste que le principe "nulla poena sine lege" interdit au juge de se fonder sur des éléments que la loi ne contient pas, c'est-à-dire de créer de nouveaux états de fait punissables. Lorsqu'il constate une lacune proprement dite de la loi, le juge a le devoir de la combler avec cette réserve qu'en matière pénale, sa démarche ne saurait que profiter à l'accusé (ATF 137 IV 99 consid. 1.2). 2.2. Dans son arrêt du 16 mai 2024, la CPAR a relevé qu'alors que l'art. 62a al. 2 CP envisageait l'hypothèse d'un concours entre la peine privative de liberté suspendue au profit d'une mesure et une nouvelle peine de même genre, sanctionnant une infraction commise durant la libération conditionnelle, pour prescrire le prononcé d'une peine d'ensemble selon l'art.”
“September 1998 zur Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches (Allgemeine Bestimmungen, Einführung und Anwendung des Gesetzes) und des Militärstrafgesetzes sowie zu einem Bundesgesetz über das Jugendstrafrecht (BBl 1999 II 1979) noch in den parlamentarischen Beratungen erläutert (AB 1999 S 1136; AB 2001 N 602). Auf die Regelung der Verjährung übertragen heisst das, dass der Gesetzgeber, hätte er trotz Regelung der Verjährung für Übertretungen in Art. 109 StGB daneben auch die Verjährungsregeln des Ersten Teils des StGB – etwa Art. 99 Abs. 2 StGB – auf Übertretungsstrafen gelten lassen wollen, eine entsprechende Regelung hätte treffen oder einen entsprechenden Vorbehalt im Gesetz hätte statuieren müssen. Dass er das – im Unterschied zu Art. 106 Abs. 5 StGB – nicht gemacht hat, erachtet die Beschwerdekammer nicht als Gesetzeslücke, sondern als qualifiziertes Schweigen. Selbst wenn es sich um eine Gesetzeslücke gehandelt hätte, wäre eine Lückenfüllung hin zu einer Anwendbarkeit von Art. 99 Abs. 2 StGB zu Ungunsten der beschuldigten Person nicht zuletzt auch mit Blick auf das Prinzip ‹nulla poena sine lege› (Art. 1 StGB) ohnehin unzulässig (BGE 105 IV 14 E. 2 mit Verweis auf BGE 103 IV 129 E. 3.a; in diesem Sinne auch Günter Stratenwerth/Felix Bommer, Schweizerisches Strafrecht Allgemeiner Teil II: Strafen und Massnahmen, 3. Aufl. 2020, § 6 N 38).”
“Une peine ou une mesure ne peut être prononcée qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi (art. 1 CP). Le principe de la légalité ( nulla poena sine lege) est aussi ancré expressément à l'art. 7 CEDH et se déduit des art. 5 al. 1, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. (ATF 144 I 242 consid. 3.1.2; ATF 143 II 297 consid. 9.5). Le principe est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi; lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal; ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique (ATF 144 I 242 consid. 3.1.2). Le principe s'applique à l'ensemble du droit pénal. Il n'exclut pas une interprétation extensive de la loi à la charge du prévenu (ATF 138 IV 13 consid. 4.1). La loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen de s'y conformer et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude dépendant des circonstances (ATF 144 I 242 consid.”
Art. 1 StGB gebietet Zurückhaltung bei ausdehnenden oder analogen Auslegungen strafbegründender Normen. Nach der zitierten Literatur und Rechtsprechung kann eine extensive oder analoge Auslegung, die den Wortlaut der strafrechtlichen Bestimmung übersteigt, mit dem Legalitätsprinzip unvereinbar sein; daher ist im Zweifel eine enge Wortlaut- und eine restriktive Zweckauslegung vorzuziehen und auf Analogiebildung zu verzichten.
“1 VStrR unter anderem voraus, dass der Getäuschte auf Grund des täuschungsbedingten Irrtums eine bestimmte, dem Gemeinwesen zuzuordnende Leistung zuspreche oder sie nicht zurückfordere respektive nicht "entziehe". Nach diesen Autoren sei die Strafbarkeit der "unterbliebenen Rückforderung einer finanziellen Leistung" nach strenger Wortlautinterpretation des Tatbestands von Art. 14 Abs. 1 VStrR eigentlich nicht vorgesehen, sollte aber "analog" der Strafbarkeit des unterbliebenen nachträglichen Entzugs einer Konzession, Bewilligung oder eines Kontingents "mitgedacht bzw. hineingelesen" werden (EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 108 Fn. 377). Demnach solle von der Tatbestandsvariante des Erfüllungsbetrugs etwa die Nichteinziehung einer Konzession, einer Bewilligung, eines bestimmten Kontingents, eines Beitrags, einer Abgabe oder einer anderen Leistung (Generalklausel) erfasst sein (EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 108 f.). MAEDER geht hingegen davon aus, dass eine solche (extensive) Auslegung von Art. 14 Abs. 1 VStrR mit Art. 1 StGB unvereinbar sei. Nach diesem Autor könne Art. 14 Abs. 1 VStrR nicht greifen, wenn es nicht um die unterbliebene Rückforderung einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents gehe (MAEDER, a.a.O., N. 92 zu Art. 14 VStrR).”
“66a und 66abis StGB wie auch gestützt auf eine administrative Ausweisung nach Art. 68 AIG und Art. 65 Asylgesetz (SR 142.31) erfolgen (Isenring, in: Orell Füssli Kommentar StGB, Art. 291 N 2c). Denkbar ist auch, eine Wegweisung gemäss Art. 64 ff. AIG verbunden mit einem Einreiseverbot gemäss Art. 67 AIG als Ausweisung zu behandeln (Freytag/Bürgin, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 4. Auflage 2014, Art. 291 N 25, 29, m.w.H. wobei das gemäss Trechsel/Vest [in: Trechsel/Pieth [Hrsg.] Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Auflage, Zürich 2021, Art. 291 N 7] nur für das frühere Recht galt). Die administrative Wegweisung allein ist jedoch nicht Verbotsmaterie des Art. 291 (Trechsel/Vest, a.a.O., Art. 291 N 7). Auch für eine Strafbarkeit nach Art. 115 lit. a AIG genügt die Wiedereinreise nach einer blossen Wegweisung nicht (Zünd, in: Orell Füssli Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, Art. 115 N 2). Eine ausdehnende Interpretation des Tatbestands des Verweisungsbruchs ist gemäss dem Grundsatz «keine Sanktion ohne Gesetz» nach Art. 1 StGB nicht zulässig.”
“1 StGB/VAE handelt es sich dagegen um eine Norm, welche die Bestechung von Amtsträgern oder einer im öffentlichen Dienst tätigen Person zum Gegen- stand hat, sie stellt somit (wie die Bestechungsnorm im Sinne von Art. 322 ter StGB) ein Delikt gegen die Amts- und Berufspflicht dar, dessen geschütztes Rechtsgut die Objektivität und Sachlichkeit amtlicher Tätigkeit, das Vertrauen der Bürger und des Staates in die Pflichttreue der Amtsträger ist (Praxiskommentar StGB-T RECHSEL/JEAN-RICHARD VorArt. 322 ter N 1). Das geschützte Rechtsgut nach schweizerischem Recht unterscheidet sich somit klar von demjenigen nach dem Recht der VAE. Daran ändert auch nichts, dass gemäss den Ausführungen des Gutachters die herrschende Meinung in den VAE dahin geht, die strafrechtli- chen Sanktionen des StGB/VAE auch auf den privaten Sektor auszudehnen, die Rechtsgelehrten die Auslegung von Art. 5 Ziff. 5 StGB/VAE auf private Personen ausgeweitet haben und diese extensive Auslegung auch von den Gerichten an- genommen wurde (Urk. 090022 ff.). Denn es erscheint fraglich, ob diese extensi- ve vom Wortlaut der Norm abweichende Auslegung durch Lehre und Rechtspre- chung mit dem in Art. 1 StGB verankerten fundamentalen Legalitätsprinzip (nulla poena sine lege) vereinbar wäre, zumal nach neuerer bundesgerichtlicher Recht- sprechung für jede freiheitsentziehende Sanktion ein Gesetz im formellen Sinn gefordert wird, für andere Strafen dagegen eine Verordnung genügt, die sich im Rahmen von Verfassung und Gesetz hält (BGE 124 IV 23 E.1). Die Strafandro- hung gemäss Art. 237 Abs. 1 des StGB/VAE ist Gefängnis von höchstens fünf Jahren, somit eine Sanktion, welche im Sinne der zitierten Rechtsprechung eines Gesetzes im formellen Sinn bedarf. Bestrafung von Privatbestechung gestützt auf eine extensive Auslegung dieser Norm durch Lehre und Rechtsprechung erfüllt somit die Voraussetzungen an ein Gesetz im formellen Sinn nicht. Ausserdem - 22 - fehlt nach dem Recht der VAE auch bei Bejahung der Strafbarkeit der Privatbe- stechung das Element des Schutzzwecks der Gewährleistung des unverfälschten Wettbewerbs. Entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft handelt es sich dabei nicht um einen rein systematischen bzw.”
Bei der Auslegung von Straftatbeständen sind veränderte lebensweltliche, wirtschaftliche oder technische Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Für materielle Änderungen des Strafrechts bleibt jedoch der Gesetzgeber zuständig.
“182 f.). Nach dem strafrechtlichen Legalitätsprinzip ( nullum crimen, nulla poena sine lege) darf eine Strafe nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB; BGE 147 IV 274 E. 2.1.1; 138 IV 13 E. 4.1). Der Grundsatz verbietet, über den Sinn, wie er dem Gesetz bei richtiger Auslegung zukommt, hinauszugehen, also neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende derart zu erweitern, dass die Auslegung durch den Sinn des Gesetzes nicht mehr gedeckt wird (BGE 128 IV 272 E. 2). Die rechtsanwendenden Behörden sind an die Entscheidung des Gesetzgebers darüber, in welchem Umfang das betroffene Rechtsgut strafrechtlich geschützt werden soll - d.h. an seine Auswahl der strafbaren Verhaltensweisen aus allen gegebenenfalls strafwürdigen -, gebunden. Der Beschwerdegegner betont zu Recht, dass Tatbestandselemente grundsätzlich eng auszulegen sind (vgl. TRECHSEL/FATEH-MOGHADAM, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N 24 zu Art. 1 StGB). Unter diesen Vorgaben gehört es zwar zu den Aufgaben der Rechtsprechung, Entwicklungen im tatsächlichen Umfeld eines Straftatbestands zu verfolgen und veränderten lebensweltlichen (gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, technischen etc.) Rahmenbedingungen (sog. Rechtstatsachen; Urteil 6B_582/2017 vom 19. Juni 2018 E. 2.1.2) bei der Auslegung des Gesetzes Rechnung zu tragen. Dem Gesetzgeber bleibt es dagegen vorbehalten, das materielle Strafrecht anhand der gewandelten gesellschaftlichen Anschauungen nachzuführen.”
Klar zugängliche und früh veröffentlichte Behördeninformationen (z. B. die FAQs des BAG vom 1. Juli 2020) können die Strafbarkeit einer Tat bereits bei deren Einführung für die Rechtsunterworfenen hinreichend erkennbar machen.
“Auf die Strafbarkeit einer Widerhandlung wurde sodann in einfach verständlicher Sprache in den FAQ des BAG hingewiesen, die am 1. Juli 2020 auf der Website des BAG zugänglich gemacht wurden (FAQ neues Coronavirus, Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, 1. Juli 2020, Ziff. 11). Die durch das BAG erlassenen Informationen wurden in den Medien intensiv thematisiert und in der Bevölkerung somit niederschwellig und in breitem Masse bekannt gemacht. Aufgrund dieser klaren und vergleichsweise leicht zugänglichen Information ist unerheblich, dass der Bundesrat die Widerhandlung gegen die Maskenpflicht per 1. Februar 2021 trotzdem in die Strafbestimmung der Covid-19-Verordnung aufgenommen und dies zusammengefasst damit begründet hat, dass Widerhandlungen gegen Massnahmen gegenüber der Bevölkerung zwar bereits nach Art. 83 Abs. 1 Bst. j EpG strafbewehrt seien, diese Bestimmung sich jedoch dem Wortlaut nach einzig auf Massnahmen der Kantone beziehe. Aufgrund der Kompetenz des Bundes zur Anordnung dieser Massnahmen in der besonderen Lage, sei davon auszugehen, dass auch solche Massnahmen strafbewehrt seien. Mit Blick auf Art. 1 StGB sei jedoch wünschenswert, dass in der Verordnung eine Klarstellung erfolge (Erläuterungen zur Covid-19-Verordnung besondere Lage, Stand 27. Januar 2021, S. 30 f.). Die Strafbarkeit der Widerhandlung gegen die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr war für die Rechtsunterworfenen bereits bei deren Einführung im Juli 2020 hinreichend erkennbar. Die Anwendung von Art. 83 Abs. 1 Bst. j EpG auf Widerhandlungen gegen vom Bundesrat angeordnete Massnahmen gegenüber der Bevölkerung verletzt Art. 1 StGB somit nicht. Hinsichtlich des Bestimmtheitsgebots ist Folgendes zu prüfen: Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen kann. Diesen Anforderungen genügt auch eine Blankettstrafnorm, die mit einer zweiten, sogenannten blankettausfüllenden Norm zusammen gelesen und ausgelegt werden muss. Dass der Gesetzgeber allgemeine Begriffe verwendet, die nicht eindeutig allgemeingültig umschrieben werden können und deren Auslegung und Anwendung er der Praxis überlassen muss, lässt sich indes nicht vermeiden (BGE 145 IV 329 E.”
“Auf die Strafbarkeit einer Widerhandlung wurde sodann in einfach verständlicher Sprache in den FAQ des BAG hingewiesen, die am 1. Juli 2020 auf der Website des BAG zugänglich gemacht wurden (FAQ neues Coronavirus, Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, 1. Juli 2020, Ziff. 11). Die durch das BAG erlassenen Informationen wurden in den Medien intensiv thematisiert und in der Bevölkerung somit niederschwellig und in breitem Masse bekannt gemacht. Aufgrund dieser klaren und vergleichsweise leicht zugänglichen Information ist unerheblich, dass der Bundesrat die Widerhandlung gegen die Maskenpflicht per 1. Februar 2021 trotzdem in die Strafbestimmung der Covid-19-Verordnung aufgenommen und dies zusammengefasst damit begründet hat, dass Widerhandlungen gegen Massnahmen gegenüber der Bevölkerung zwar bereits nach Art. 83 Abs. 1 Bst. j EpG strafbewehrt seien, diese Bestimmung sich jedoch dem Wortlaut nach einzig auf Massnahmen der Kantone beziehe. Aufgrund der Kompetenz des Bundes zur Anordnung dieser Massnahmen in der besonderen Lage, sei davon auszugehen, dass auch solche Massnahmen strafbewehrt seien. Mit Blick auf Art. 1 StGB sei jedoch wünschenswert, dass in der Verordnung eine Klarstellung erfolge (Erläuterungen zur Covid-19-Verordnung besondere Lage, Stand 27. Januar 2021, S. 30 f.). Die Strafbarkeit der Widerhandlung gegen die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr war für die Rechtsunterworfenen bereits bei deren Einführung im Juli 2020 hinreichend erkennbar. Die Anwendung von Art. 83 Abs. 1 Bst. j EpG auf Widerhandlungen gegen vom Bundesrat angeordnete Massnahmen gegenüber der Bevölkerung verletzt Art. 1 StGB somit nicht. Hinsichtlich des Bestimmtheitsgebots ist Folgendes zu prüfen: Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen kann. Diesen Anforderungen genügt auch eine Blankettstrafnorm, die mit einer zweiten, sogenannten blankettausfüllenden Norm zusammen gelesen und ausgelegt werden muss. Dass der Gesetzgeber allgemeine Begriffe verwendet, die nicht eindeutig allgemeingültig umschrieben werden können und deren Auslegung und Anwendung er der Praxis überlassen muss, lässt sich indes nicht vermeiden (BGE 145 IV 329 E.”
Unkenntnis der Strafbarkeit kann bei wiederholten Verstössen nicht geltend gemacht werden: Wer bereits wiederholt verwarnt oder verzeigt worden ist, hat sich über die einschlägige örtliche Regelung zu informieren und sein Verhalten anzupassen. Eine ausländische Herkunft oder Analphabetismus wurde in den Entscheidungen nicht als ausreichende Entschuldigung anerkannt.
“Le fait de mendier doit être considéré comme une liberté élémentaire, faisant partie de la liberté personnelle garantie par l'art. 10 al. 2 de la Constitution fédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999 (Cst.) ou du droit au respect de la vie privée au sens de l'art. 8 § 1 de la Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales du 4 novembre 1950 (CEDH) (ATF 149 I 248 consid. 4.3 ; CourEDH Lacatus c. Suisse du 19 janvier 2021 §59). À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est pas absolue et sa restriction est admissible si elle repose sur une base légale, si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst. ; conditions similaires à celles de l'art. 8 § 2 CEDH). 2.4.1. L'appelant ne remet pas en cause que l'interdiction de mendier figure dans une loi au sens formel. Il estime toutefois que le libellé de l'interdiction contrevient au principe de la légalité (art. 1 CP et 7 CEDH), en particulier de l'exigence de précision. La CPAR a déjà considéré, dans une jurisprudence désormais bien établie à laquelle il peut être renvoyé, que le texte de l'art. 11A al. 1 let. c LPG et en particulier les notions des "abords immédiats" et "établissement à vocation commerciale", était suffisamment clair et précis, de sorte que le principe de la légalité était respecté (cf. notamment AARP/53/2025 du 12 février 2025 consid. 3.4 ; AARP/358/2024 du 9 octobre 2024 consid. 2.4.4 ; AARP/268/2024 du 5 août 2024 consid. 2.2.4 ; AARP/88/2024 du 6 mars 2024 consid. 2.4.2.5 ; AARP/46/2024 du 30 janvier 2024 consid. 2.3.7.1 et ss.). 2.4.2. En l'espèce, l'appelant ne saurait se prévaloir du fait qu'il n'aurait pas compris qu'il était interdit de mendier à l'endroit où il se trouvait quand bien même il est d'origine étrangère et illettré. Il a été verbalisé à sept reprises aux "abords immédiats" d'un magasin antérieurement aux faits de la présente cause, de sorte qu'il lui appartenait de se renseigner en cas de doute et d'adapter son comportement au nouveau cadre légal, l'interdiction de mendier n'étant à Genève plus que partielle.”
“Le fait de mendier doit être considéré comme une liberté élémentaire, faisant partie de la liberté personnelle garantie par l'art. 10 al. 2 de la Constitution fédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999 (Cst.) ou du droit au respect de la vie privée au sens de l'art. 8 § 1 de la Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales du 4 novembre 1950 (CEDH) (ATF 149 I 248 consid. 4.3 ; CourEDH Lacatus c. Suisse du 19 janvier 2021 §59). À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est pas absolue et sa restriction est admissible si elle repose sur une base légale, si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst. ; conditions similaires à celles de l'art. 8 § 2 CEDH). 2.4.1. L'appelant ne remet pas en cause que l'interdiction de mendier figure dans une loi au sens formel. Il estime toutefois que le libellé de l'interdiction contrevient au principe de la légalité (art. 1 CP et 7 CEDH), en particulier de l'exigence de précision. La CPAR a déjà considéré, dans une jurisprudence désormais bien établie à laquelle il peut être renvoyé, que le texte de l'art. 11A al. 1 let. c LPG et en particulier les notions des "abords immédiats" et "établissement à vocation commerciale", était suffisamment clair et précis, de sorte que le principe de la légalité était respecté (cf. notamment AARP/53/2025 du 12 février 2025 consid. 3.4 ; AARP/358/2024 du 9 octobre 2024 consid. 2.4.4 ; AARP/268/2024 du 5 août 2024 consid. 2.2.4 ; AARP/88/2024 du 6 mars 2024 consid. 2.4.2.5 ; AARP/46/2024 du 30 janvier 2024 consid. 2.3.7.1 et ss.). 2.4.2. En l'espèce, l'appelant ne saurait se prévaloir du fait qu'il n'aurait pas compris qu'il était interdit de mendier à l'endroit où il se trouvait quand bien même il est d'origine étrangère et illettré. Il a été verbalisé à sept reprises aux "abords immédiats" d'un magasin antérieurement aux faits de la présente cause, de sorte qu'il lui appartenait de se renseigner en cas de doute et d'adapter son comportement au nouveau cadre légal, l'interdiction de mendier n'étant à Genève plus que partielle.”
“Le fait de mendier doit être considéré comme une liberté élémentaire, faisant partie de la liberté personnelle garantie par l'art. 10 al. 2 de la Constitution fédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999 (Cst.) ou du droit au respect de la vie privée au sens de l'art. 8 § 1 de la Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales du 4 novembre 1950 (CEDH) (ATF 149 I 248 consid. 4.3 ; CourEDH Lacatus c. Suisse du 19 janvier 2021 §59). À l'instar de tout autre droit fondamental, la liberté personnelle n'est pas absolue et sa restriction est admissible si elle repose sur une base légale, si elle est justifiée par un intérêt public ou par la protection d'un droit fondamental d'autrui et si elle respecte le principe de la proportionnalité (art. 36 al. 1 à 3 Cst. ; conditions similaires à celles de l'art. 8 § 2 CEDH). 2.4.1. L'appelante ne remet pas en cause que l'interdiction de mendier figure dans une loi au sens formel. Elle estime toutefois que le libellé de l'interdiction contrevient au principe de la légalité (art. 1 CP et 7 CEDH), en particulier de l'exigence de précision. La CPAR a déjà considéré, dans une jurisprudence désormais bien établie à laquelle il peut être renvoyé, que le texte de l'art. 11A al. 1 let. c LPG et en particulier les notions des "abords immédiats" et "établissement à vocation commerciale", étaient suffisamment clairs et précis, de sorte que le principe de la légalité était respecté (cf. notamment AARP/53/2025 du 12 février 2025 consid. 3.4 ; AARP/358/2024 du 9 octobre 2024 consid. 2.4.4 ; AARP/268/2024 du 5 août 2024 consid. 2.2.4 ; AARP/88/2024 du 6 mars 2024 consid. 2.4.2.5 ; AARP/46/2024 du 30 janvier 2024 consid. 2.3.7.1. et ss.). 2.4.2. En l'espèce, l'appelante ne saurait soutenir de manière crédible qu'elle n'aurait pas compris qu'il était interdit de mendier à l'endroit où elle se trouvait quand bien même elle est d'origine étrangère et illettrée. Depuis l'entrée en vigueur du nouveau droit et avant les faits du 31 janvier 2023 (occurrence la plus ancienne toutes procédures confondues), elle a été verbalisée à quatre reprises pour s'être adonnée à la mendicité à la même adresse et aux "abords immédiats" de la même enseigne.”
Unbestimmte oder zu weit gefasste Straftatbestände sind restriktiv auszulegen; bei Zweifeln ist einschränkend zu interpretieren (in dubio pro reo). Das Legalitätsprinzip verbietet, über den Sinn des Gesetzes hinaus neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende derart zu erweitern, dass die Auslegung nicht mehr vom Gesetzeswortlaut und -sinn gedeckt ist. Eine uneingeschränkte Verneinung jeder umfangsvergrössernden Auslegung zu Lasten des Beschuldigten ist jedoch nicht absolut gegeben und ist rechtsdogmisch und fallbezogen zu prüfen.
“Im Strafrecht gilt das Legalitätsprinzip. Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB; Art. 7 EMRK; BGE 148 IV 329 E. 5.1; 147 IV 274 E. 2.1.1; 138 IV 13 E. 4.1; Urteil 6B_864/2022 vom 8. September 2023 E. 1.3.1). Das Legalitätsprinzip verbietet, über den Sinn, wie er dem Gesetz bei richtiger Auslegung zukommt, hinauszugehen, also neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende derart zu erweitern, dass die Auslegung durch den Sinn des Gesetzes nicht mehr gedeckt wird (BGE 148 IV 329 E. 5.1; 128 IV 272 E. 2; Urteil 6B_864/2022 vom 8. September 2023 E. 1.3.1). Das Bestimmtheitsgebot ("nulla poena sine lege certa") als Teilgehalt des Legalitätsprinzips verlangt eine hinreichend genaue Umschreibung der Straftatbestände. Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen kann (BGE 145 IV 329 E. 2.2; 138 IV 13 E. 4.1; Urteil 6B_864/2022 vom 8. September 2023 E. 1.3.1; je mit Hinweisen).”
“Im Strafrecht gilt das Legalitätsprinzip. Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB; Art. 7 EMRK; BGE 148 IV 329 E. 5.1; 147 IV 274 E. 2.1.1; 138 IV 13 E. 4.1). Das Legalitätsprinzip verbietet, über den Sinn, wie er dem Gesetz bei richtiger Auslegung zukommt, hinauszugehen, also neue Straftatbestände zu schaffen oder bestehende derart zu erweitern, dass die Auslegung durch den Sinn des Gesetzes nicht mehr gedeckt wird (BGE 148 IV 329 E. 5.1; 128 IV 272 E. 2). Das Bestimmtheitsgebot ("nulla poena sine lege certa") als Teilgehalt des Legalitätsprinzips verlangt eine hinreichend genaue Umschreibung der Straftatbestände. Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen kann (BGE 145 IV 329 E. 2.2; 138 IV 13 E. 4.1 mit Hinweisen).”
“Une peine ou une mesure ne peut être prononcée qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi (art. 1 CP). Le principe de la légalité ( nulla poena sine lege) est aussi ancré expressément à l'art. 7 CEDH. Il se déduit également des art. 5 al. 1, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. (ATF 150 IV 255 consid. 3.1; 148 IV 234 consid. 3.5; 147 IV 274 consid. 2.1.1; 145 IV 470 consid. 4.5 et les références citées). Le principe est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi; lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal; ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique. Le principe s'applique à l'ensemble du droit pénal. Il n'exclut pas une interprétation extensive de la loi à la charge du prévenu (ATF 150 IV 255 consid. 3.1; 148 IV 234 consid. 3.5; 147 IV 274 consid. 2.1.1; 145 IV 470 consid. 4.5 et les références citées; 138 IV 13 consid. 4.1). La loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen de s'y conformer et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude dépendant des circonstances.”
“Une peine ou une mesure ne peut être prononcée qu'en raison d'un acte expressément réprimé par la loi (art. 1 CP). Le principe de la légalité ( nulla poena sine lege) est aussi ancré expressément à l'art. 7 CEDH et se déduit des art. 5 al. 1, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. (ATF 144 I 242 consid. 3.1.2; 143 II 297 consid. 9.5). Ce principe est violé lorsque quelqu'un est poursuivi pénalement en raison d'un comportement qui n'est pas visé par la loi; lorsque l'application du droit pénal à un acte déterminé procède d'une interprétation de la norme pénale excédant ce qui est admissible au regard des principes généraux du droit pénal; ou si quelqu'un est poursuivi en application d'une norme pénale qui n'a pas de fondement juridique (ATF 144 I 242 consid. 3.1.2). Le principe s'applique à l'ensemble du droit pénal. Il n'exclut pas une interprétation extensive de la loi à la charge du prévenu (ATF 138 IV 13 consid. 4.1). La loi doit être formulée de manière telle qu'elle permette au citoyen de s'y conformer et de prévoir les conséquences d'un comportement déterminé avec un certain degré de certitude dépendant des circonstances (ATF 144 I 242 consid.”
Die Voraussetzungen von Art. 1 StGB (keine Sanktion ohne Gesetz) sind nach den zitierten Entscheiden durch die formell‑gesetzliche Grundlage des EpG (insbesondere Art. 83 Abs. 1 lit. j/c EpG) zusammen mit der Konkretisierung in den COVID‑19‑Verordnungen als erfüllt angesehen worden, sodass Übertretungen bzw. Bussen wegen Missachtung der COVID‑Massnahmen vor diesem Legalitätsprinzip standhalten.
“Die Voraussetzungen von Art. 1 StGB (keine Sanktion ohne Gesetz) werden vorliegend durch die formell-gesetzliche Grundlage von Art. 83 Abs. 1 lit. j EpG sowie dessen Konkretisierung in Art. 3b Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage ohne Weiteres erfüllt. Das Argument der Beschuldigten erweist sich dem- nach als nicht stichhaltig.”
“Ergebnis Zusammenfassend ist zu erkennen, dass auch Widerhandlungen gegen Massnahmen des Bundesrats gegenüber der Bevölkerung gemäss Art. 40 Abs. 2 i.V.m. Art. 6 Abs. 2 lit. b EpG nach Art. 83 Abs. 1 lit. j EpG strafbar sind. Darunter fällt auch das Nichttragen der Gesichtsmaske in einem Bahnhof (Art. 3b Abs. 1 aCovid-19-Verordnung besondere Lage). Die Strafnorm von Art. 83 Abs. 1 lit. j EpG hält vor dem Legalitätsprinzip (Art. 1 StGB) stand.”
“j EpG bestimmt, dass mit Busse bestraft wird, wer sich vorsätzlich Massnahmen gegenüber der Bevölkerung widersetzt. Konkretisiert wird diese Bestimmung sodann unter anderem durch die Covid-19-Verordnung [besondere Lage] (SR 818.101.26; nachfolgend Covid-19-VO), welche vom Bundesrat am 19. Juni 2020 als Massnahme gegenüber einzelnen Personen und der Bevölkerung zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie gestützt auf Art. 6 Abs. 2 lit. a und b EpG erlassen wurde und am 20. Juni 2020 in Kraft trat. Art. 3a - 7 - Abs. 1 Covid-19-VO besagte in der am 13. November 2020 geltenden Fassung, dass Reisende in Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs wie Zügen, Schiffen, Luftfahrzeugen und Seilbahnen eine Gesichtsmaske tragen müssen. Ausgenommen von der Maskentragpflicht sind Personen, die nachweisen können, dass sie aus besonderen Gründen – insbesondere medizinischen – keine Gesichtsmasken tragen können. Die eingangs geschilderten Voraussetzungen von Art. 1 StGB werden vorliegend durch die formell-gesetzliche Grundlage von Art. 83 Abs. 1 lit. j EpG sowie dessen Konkretisierung in Art. 3a Abs. 1 Covid-19-VO ohne Weiteres erfüllt. Das Argu- ment des Beschuldigten erweist sich demnach als nicht stichhaltig.”
“19 al. 2 let. b LEp). Or, c’est précisément ce qu’a notamment fait le Conseil fédéral en adoptant l’ordonnance COVID-19 situation particulière, en vigueur lors de la commission des faits reprochés. Selon l’art. 28 let. a de cette ordonnance – état au 13 septembre 2021 – est puni de l’amende quiconque en tant qu’exploitant ou organisateur enfreint intentionnellement ou par négligence les obligations qui lui incombent en vertu de cette ordonnance. Celles-ci visent justement à prévenir la transmission de maladies, soit en l’occurrence le COVID-19. Cette disposition ne fait ainsi que préciser, pour autant que de besoin, que la violation des mesures édictées aux articles de l’ordonnance qui y sont mentionnés constitue une infraction pénale conformément à ce que prévoit l’art. 83 al. 1 let. c LEp. L’ordonnance COVID-19 situation particulière se fonde donc bel et bien sur la LEp. Les dispositions précitées constituent par conséquent une base légale suffisante. Le moyen tiré d’une violation de l’art. 1 CP est mal fondé et doit donc être rejeté. 5. Les appelants considèrent ensuite que le contenu de l’ordonnance COVID-19 situation particulière serait anticonstitutionnel, en particulier sur la question du certificat COVID. Ils font valoir que la proportionnalité de cette mesure n’était pas donnée puisque le but recherché – éviter une surcharge des hôpitaux – aurait pu être atteint en maintenant une capacité hospitalière de 1'300 lits. Ce moyen, appellatoire, est irrecevable dans un appel limité au droit (cf. consid. 2 supra). 6. Les appelant soutiennent que l’art. 83 LEp liste exhaustivement les contraventions, de sorte qu’en édictant des dispositions pénales supplémentaires, l’art. 28 de l’ordonnance COVID serait illégal, faute de base légale. On ne voit pas très bien où les appelants veulent en venir. Leur condamnation repose sur l’art. 83 al. 1 let. c LEp. Au reste, il a déjà été dit que l’art. 19 al. 2 LEp, applicable par renvoi de l’art. 83 al. 1 let. c LEp, autorise le Conseil fédéral a édicter des mesures, si bien qu’il est douteux que l’art.”
Nach Art. 1 StGB ist für Strafnormen, die einen Freiheitsentzug bewirken, eine Grundlage in einem formellen Gesetz erforderlich. Entgegen dazu hat die zitierten Rechtsprechung festgestellt, dass eine Strafbestimmung für eine objektiv leichte Freiheitsbeeinträchtigung, die als Übertretung mit einer Busse sanktioniert wird (Beispiel: Maskentragpflicht), auf Verordnungsstufe als ausreichende gesetzliche Grundlage angesehen werden kann.
“Gesetzliche Grundlage bei Widerhandlung gegen Maskentragpflicht Art. 3b Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage ist seit dem 6. Juli 2020 in Kraft. Vom 6. Juli 2020 bis am 31. Januar 2021 war in der Covid-19-Verordnung besondere Lage jedoch keine Strafbestimmung wegen Widerhandlungen gegen die Maskentragpflicht vorgesehen. Erst ab dem 1. Februar 2021 wurde dieser Tatbestand explizit in die Strafbestimmung der Covid-19-Verordnung besondere Lage sowie in den Ordnungsbussenkatalog aufgenommen (Art. 13 lit. f Covid-19-Verordnung besondere Lage, Stand 1. Februar 2021; Bussenliste 2 Ziff. XVI der Ordnungsbussenverordnung [OBV; SR 314.11]). Der im vorliegenden Tatzeitpunkt (25. März 2021) geltenden Covid-19-Verordnung besondere Lage vom 22. März 2021 ist dementsprechend eine Strafbestimmung explizit zu entnehmen (Art. 13 lit. f. i.V.m. 3b Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage). Der Beschuldigte machte jedoch geltend, dass die Regelung dieser Strafbestimmung auf Verordnungsstufe einen Verstoss gegen Art. 1 StGB darstelle. Gemäss Art. 1 StGB dürfe eine Strafe nur dann verhängt werden, wenn das Gesetz bzw. ein formelles Gesetz die Tat ausdrücklich unter Strafe stelle (pag. 86). Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass Art. 13 lit. f i.V.m. Art. 3b Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage eine ausreichende gesetzliche Grundlage für die Sanktionierung von Personen, welche sich in öffentlichen Innenbereichen von Einrichtungen und Betrieben aufhalten und keine Maske tragen, darstelle, sofern kein Ausnahmetatbestand von Art. 3a Abs. 1 oder Art. 3b Abs. 2 Covid-19-Verordnung besondere Lage gegeben sei (S. 11 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 54). Die Kammer kann sich den diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz vollumfänglich anschliessen. So bedarf jede Strafe, welche einen Freiheitsentzug mit sich bringt, als schwerer Eingriff in die persönliche Freiheit, einer klaren Grundlage in einem formellen Gesetz (BGE 112 Ia 107 E. 3b; BSK StGB-Popp/Berkemeier, Art. 1 N 28). Da die Verletzung der Maskentragpflicht eine Übertretung darstellt und lediglich mit einer Busse sanktioniert wird und es sich bei der Maskentragpflicht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung um einen (objektiv gesehen) leichten Eingriff in die persönliche Freiheit handelt, bedarf diese Strafbestimmung keiner formellen gesetzlichen Grundlage.”
“Gesetzliche Grundlage bei Widerhandlung gegen Maskentragpflicht Art. 3b Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage ist seit dem 6. Juli 2020 in Kraft. Vom 6. Juli 2020 bis am 31. Januar 2021 war in der Covid-19-Verordnung besondere Lage jedoch keine Strafbestimmung wegen Widerhandlungen gegen die Maskentragpflicht vorgesehen. Erst ab dem 1. Februar 2021 wurde dieser Tatbestand explizit in die Strafbestimmung der Covid-19-Verordnung besondere Lage sowie in den Ordnungsbussenkatalog aufgenommen (Art. 13 lit. f Covid-19-Verordnung besondere Lage, Stand 1. Februar 2021; Bussenliste 2 Ziff. XVI der Ordnungsbussenverordnung [OBV; SR 314.11]). Der im vorliegenden Tatzeitpunkt (25. März 2021) geltenden Covid-19-Verordnung besondere Lage vom 22. März 2021 ist dementsprechend eine Strafbestimmung explizit zu entnehmen (Art. 13 lit. f. i.V.m. 3b Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage). Der Beschuldigte machte jedoch geltend, dass die Regelung dieser Strafbestimmung auf Verordnungsstufe einen Verstoss gegen Art. 1 StGB darstelle. Gemäss Art. 1 StGB dürfe eine Strafe nur dann verhängt werden, wenn das Gesetz bzw. ein formelles Gesetz die Tat ausdrücklich unter Strafe stelle (pag. 86). Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass Art. 13 lit. f i.V.m. Art. 3b Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage eine ausreichende gesetzliche Grundlage für die Sanktionierung von Personen, welche sich in öffentlichen Innenbereichen von Einrichtungen und Betrieben aufhalten und keine Maske tragen, darstelle, sofern kein Ausnahmetatbestand von Art. 3a Abs. 1 oder Art. 3b Abs. 2 Covid-19-Verordnung besondere Lage gegeben sei (S. 11 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 54). Die Kammer kann sich den diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz vollumfänglich anschliessen. So bedarf jede Strafe, welche einen Freiheitsentzug mit sich bringt, als schwerer Eingriff in die persönliche Freiheit, einer klaren Grundlage in einem formellen Gesetz (BGE 112 Ia 107 E. 3b; BSK StGB-Popp/Berkemeier, Art. 1 N 28). Da die Verletzung der Maskentragpflicht eine Übertretung darstellt und lediglich mit einer Busse sanktioniert wird und es sich bei der Maskentragpflicht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung um einen (objektiv gesehen) leichten Eingriff in die persönliche Freiheit handelt, bedarf diese Strafbestimmung keiner formellen gesetzlichen Grundlage.”
Die rückwirkende Anwendung strafverschärfender Bestimmungen ist mit dem Grundsatz nulla poena sine lege (Art. 1 StGB) unvereinbar und deshalb ausgeschlossen. Gleichwohl dürfen ausländerrechtliche Wertungen im Rahmen der ausländerrechtlichen Interessenabwägung (z. B. bei Landesverweisung) berücksichtigt werden; die Härtefallklausel beeinflusst dabei nicht die Beurteilung der Schwere der Straftat.
“Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die von ihm verübten Straftaten (u.a. gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl sowie Hausfriedensbruch) wiegten nicht schwer, zumal es sich nicht um Gewalt-, Sexual- oder schwere Betäubungsmitteldelikte handle, ist dem Folgendes entgegenzuhalten: Zwar hat sich sein strafbares Verhalten nicht gegen Leib und Leben oder ein anderes grundlegendes Rechtsgut gerichtet, dessen Verletzung im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis einer Gewalttat gleich kommt, doch fällt in der Interessenabwägung ins Gewicht, dass er Anlasstaten im Sinne von Art. 121 Abs. 3 lit. a BV begangen hat, die bei einem entsprechenden Handeln nach dem 1. Oktober 2016 im Rahmen der Konkretisierung der "Ausschaffungsinitiative" - unter Vorbehalt der Härtefallklausel - obligatorisch zu einer strafrechtlichen Landesverweisung führen würden. Art. 66a Abs. 1 lit. c und d StGB dürfen zwar nicht rückwirkend angewendet werden, da dies weder mit dem Grundsatz "nulla poena sine lege" (Art. 1 StGB und Art. 7 EMRK), noch mit dem Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV) oder dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz (Art. 5 Abs. 2 BV) vereinbar wäre; auslegungsweise darf im Rahmen von Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b und Art. 96 Abs. 1 AIG der darin zum Ausdruck gebrachten Wertung indessen im Rahmen der ausländerrechtlichen Interessenabwägung dennoch Rechnung getragen werden (vgl. BGE 141 II 297 E. 5.5.3; Urteile 2C_488/2019 vom 4. Februar 2020 E. 5.4.2; 2C_666/2017 vom 1. Februar 2018 E. 3.2.2, je mit Hinweisen). Die vom Beschwerdeführer ins Feld geführte Härtefallklausel gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB lässt zwar Ausnahmen von einer grundsätzlich obligatorischen Landesverweisung zu, hat auf die Beurteilung der Schwere der Straftat jedoch keinen Einfluss. Vielmehr bietet sie bei Katalogstraftaten ausnahmsweise Raum für eine strafrichterliche Verhältnismässigkeitsprüfung, wie sie im Kontext des Ausländerrechts ohnehin zwingend vorgenommen werden muss und von der Vorinstanz auch vorgenommen wurde.”
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