RS 311.0 ↩
Introdotto dalla cifra I della LF del 17 mar. 2023, in vigore dal 1° ott. 2023 (RU 2023 453;FF 2021 3026). ↩
Introdotto dalla cifra I della LF del 17 mar. 2023, in vigore dal 1° ott. 2023 (RU 2023 453;FF 2021 3026). ↩
Nuovo testo giusta la cifra I della LF del 17 mar. 2023, in vigore dal 1° ott. 2023 (RU 2023 453;FF 2021 3026). ↩
RS 311.0 ↩
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Art. 90 Abs. 1 SVG ist als Blankettstraftatbestand zu verstehen: eine Bestrafung kommt nur in Betracht, wenn konkrete Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsbestimmungen des Bundesrates verletzt werden. Welches Verhalten strafbar ist, ergibt sich erst in Verbindung mit den einschlägigen, in Gesetz oder Verordnung verankerten Verkehrsregeln.
“Theoretische Ausführungen zum Tatbestand Für die theoretischen Grundlagen zu Art. 90 Abs. 1 SVG kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 129 f., S. 14 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Der einfachen Verkehrsregelverletzung macht sich strafbar, wer Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Art. 90 SVG ist eine Blankettstrafbestimmung, kann mithin nur in Verbindung mit einer Verkehrsregel angewandt werden (BSK SVG-Fiolka, 2014, Art. 90 N 5). Subjektiv erfasst der Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung sowohl vorsätzliche als auch fahrlässige Handlungen (Art. 100 Abs. 1 SVG; BSK SVG- Fiolka, Art. 90 N 30; Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2015, Art. 90 N 54). Art. 27 Abs. 1 SVG normiert das Gebot, Signale und Markierungen zu befolgen. Wobei Signale und Markierungen den allgemeinen Regeln, die Weisungen der Polizei den allgemeinen Regeln, Signalen und Markierungen vorgehen. Art. 32 SVG schreibt vor, dass die Geschwindigkeit stets den Umständen entsprechend angepasst werden muss. Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge in Ortschaften beträgt unter günstigen Strassenverhältnissen 50 km/h (Art. 4a Abs. 1 Bst. a VRV). Gemäss Abs. 2 gilt die absolute Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h im ganzen dichtbebauten Gebiet der Ortschaft; sie beginnt beim Signal «Höchstgeschwindigkeit 50 km/h generell» und endet beim Signal «Ende der Höchstgeschwindigkeit 50 generell».”
“Theoretische Grundlagen Für die rechtlichen Grundlagen zu Art. 90 und Art. 36 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) sowie zu Art. 1 Abs. 8, Art. 14 und Art. 15 Abs. 3 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 149 ff., S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Nach Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer Verkehrsregeln des Strassenverkehrs oder Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Art. 90 SVG ist als sogenannter Blankettstraftatbestand formuliert; d.h. eine Bestrafung ist nur möglich, wenn konkrete, in Gesetz und Verordnung verankerte Verkehrsregeln verletzt worden sind. Dies gilt für alle Tatbestandvarianten von Art. 90 SVG (vgl. BSK SVG-Fiolka, 2014 Art. 90 N 5 m.w.H.). Zu den Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 SVG gehören grundsätzlich die unter Titel III des SVG erfassten Art. 26 bis Art. 57 SVG. Eine objektiv wichtige Verkehrsregel i.S.v. Art. 90 SVG stellt Art. 36 SVG dar. Gemäss Art. 36 Abs. 2 SVG hat auf Strassenverzweigungen, vorbehalten anderslautenden Regelungen durch Signale oder durch die Polizei, das von rechts kommende Fahrzeug den Vortritt. Verzweigungen sind Kreuzungen, Gabelungen oder Einmündungen von Fahrbahnen (Art. 1 Abs. 8 Satz 1 VRV). Aus dieser Begriffsumschreibung folgt, dass die Rechtsvortrittsregel von Art. 36 Abs. 2 SVG dem Grundsatze nach immer gilt, wenn Fahrbahnen in Form von Kreuzungen, Gabelungen oder Einmündungen aufeinandertreffen bzw.”
“Rechtliche Grundlagen Weiter ist ergänzend auf die rechtliche Würdigung der Vorinstanz betreffend unerlaubten Befahrens des Radwegs mit einem Motorrad ohne Schutzhelm einzugehen: Tatbestandsmässigkeit von Art. 90 Abs. 1 SVG Wer Verkehrsregeln des SVG oder Vollziehungsvorschriften des Bundes verletzt wird nach Art. 90 Abs. 1 SVG mit Busse bestraft. Bei Art. 90 Abs. 1 SVG handelt es sich um eine Blankettvorschrift. Welches Verhalten strafbar ist, erschliesst sich daher erst bei einer Umformung der Verkehrsvorschriften des SVG und der Ausführungsbestimmungen zu den Straftatbeständen (Maurer, in: Donatsch et al. [Hrsg.], Kommentar StGB/JStGB − Mit weiteren Erlassen und Kommentar zu den Strafbestimmungen des SVG, BetmG und AuG/AIG, 20. Auflage, Zürich 2018 [nachfolgend OFK-Bearbeiter], N. 9 zu Art. 90 SVG). Art. 90 SVG erfasst in allen Tatbestandsvarianten «Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates» (Abs. 1). Verkehrs-regeln finden sich zunächst im ebenso benannten III. Titel des SVG, in Art. 26 bis”
Das Nichtwahren eines ausreichenden Nachfahrabstands kann eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG darstellen. Die zitierte Entscheidung hält bei 80 km/h einen Mindestabstand von rund 13 m fest und qualifiziert ein wesentliches Unterschreiten (z. B. auf etwa 2–3 m) als rücksichtsloses, wissentliches und willentliches Verhalten.
“Nichtwahren eines ausreichenden Nachfahrabstands zum vorderen Fahrzeug Die Kammer erachtet beweiswürdigend als erstellt, dass der Beschuldigte dem vorausfahrenden Fahrzeug auf einer längeren Distanz (mindestens 10 Sekunden bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h) sehr nahe aufgefahren ist, so dass die Distanz zwischen den Fahrzeugen keine Wagenlänge mehr bzw. maximal zwei bis drei Meter betrug. Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h beträgt der minimal einzuhaltende Abstand rund 13 Meter. Mit diesem Verhalten missachtete der Beschuldigte eine elementare Verkehrsregel in grober Weise. Der objektive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG durch Nichtwahren eines ausreichenden Nachfahrabstands zum vorderen Fahrzeug ist vorliegend zu bejahen. Der Beschuldigte legte dabei ein rücksichts- und bedenkenloses Verhalten an den Tag und handelte wissentlich und willentlich. Es liegen keine Rechtfertigungsgründe vor. Der Beschuldigte hat mit seinem Verhalten am 6. Dezember 2022 auf der Autobahn zwischen I.________(Ortschaft) und J.________(Ortschaft) durch Nichtwahren eines ausreichenden Nachfahrabstands zum vorderen Fahrzeug den Straftatbestand der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt.”
Abstandsverstösse beim Hintereinanderfahren werden in der Praxis regelmässig unter Art. 90 Abs. 2 SVG subsumiert. Dies trifft namentlich bei Auffahrunfällen sowie bei wiederholtem oder über längere Strecken andauerndem Unterschreiten des Sicherheitsabstands zu, weil dadurch eine ernstliche (konkrete oder erhöhte abstrakte) Gefahr für die Sicherheit anderer begründet werden kann.
“Bundesgericht Tribunal fédéral Tribunale federale Tribunal federal 6B_14/2025 Urteil vom 27. März 2025 I. strafrechtliche Abteilung Besetzung Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari, Präsidentin, Bundesrichter Muschietti, Bundesrichter von Felten, Gerichtsschreiberin Bianchi. Verfahrensbeteiligte A.________, Beschwerdeführer, gegen Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz, Postfach 1201, 6431 Schwyz, Beschwerdegegnerin. Gegenstand Grobe Verletzung der Verkehrsregeln; Strafzumessung; Entschädigung, Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Schwyz, Strafkammer, vom 29. November 2024 (STK 2024 8). Erwägungen: 1. 1.1. Das Bezirksgericht March sprach A.________ am 5. Februar 2024 der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln durch ungenügenden Abstand beim Hintereinanderfahren im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig. Das Bezirksgericht bestrafte A.________ mit einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 100.--, unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren, und einer zu bezahlenden Busse von Fr. 1'000.--. Mit Urteil vom 29. November 2024 bestätigte das Kantonsgericht Schwyz das Urteil des Bezirksgerichts. 1.2. A.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, er sei freizusprechen. Eventualiter beantragt er, er sei der leichten Verletzung der Verkehrsregeln schuldig zu sprechen und mit einer Geldstrafe von maximal Fr. 300.-- zu bestrafen. 2. Die Beschwerde ist nach Art. 42 Abs. 2 BGG hinreichend zu begründen, ansonsten darauf nicht eingetreten werden kann. Unerlässlich ist, dass auf die Begründung des angefochtenen Entscheids eingegangen und im Einzelnen aufgezeigt wird, worin eine vom Bundesgericht überprüfbare Rechtsverletzung liegt. Die beschwerdeführende Partei soll in der Beschwerde an das Bundesgericht nicht bloss die Rechtsstandpunkte erneut bekräftigen, die sie im kantonalen Verfahren eingenommen hat, sondern hat mit ihrer Kritik an den als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz anzusetzen (BGE 148 IV 205 E.”
“Erwägungen der Kammer Gemäss Beweisergebnis (E. IV.12.5 hiervor) fuhr der Beschuldigte dem vorausfahrenden und mit einem L-Schild gekennzeichneten Rollerfahrer im Bizzozero-Kreisel wissentlich und willentlich wiederholt zu dicht auf. Im Bereich der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr in Richtung Forsthaus touchierte die Fahrzeugfront gar leicht das Heck des Rollers, nachdem der Rollerfahrer situationsbedingt leicht abgebremst hatte; mehr als bei einer tatsächlichen Kollision kann der Abstand beim Hintereinanderfahren offenkundig nicht unterschritten werden. Der Beschuldigte hielt den erforderlichen Abstand beim Hintereinanderfahren offensichtlich nicht ein und verletzte die Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 VRV. Ob es sich dabei um eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG handelt, beurteilt sich in objektiver Hinsicht danach, ob der Beschuldigte eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und dabei die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet hat, wobei eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer nicht erst bei einer konkreten, sondern bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben ist (BGE 143 IV 508 E. 1.2). Die Regel betreffend die Wahrung eines ausreichenden Abstands beim Hintereinanderfahren ist von grundlegender Bedeutung, zumal viele Unfälle auf ungenügenden Abstand zurückzuführen sind (BGE 131 IV 133 E. 3.2.1). Verstösse gegen Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 VRV werden denn auch regelmässig unter Art. 90 Abs. 2 SVG subsumiert (beispielhaft BGE 131 IV 133). Das ist auch vorliegend angezeigt, bewirkte der Beschuldigte durch sein mehrfaches und krasses Nichteinhalten des Abstands im Kreisverkehr doch ein Touchieren mit dem vor ihm fahrenden Rollerfahrer. Dadurch rief er eine ernstliche und konkrete (nicht bloss erhöht abstrakte) Gefahr für die Sicherheit des Rollerfahrers hervor.”
“Vorliegend ist der Beschuldigte der groben Verletzung der Verkehrsregeln (Unterschreiten des minimalen Sicherheitsabstands) schuldig zu erklären. Eine grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung kann betreffend die objektiven Tatkomponenten Folgendes festgehalten werden: Dass der Berufungskläger durch das massive Missachten der Abstandsvorschriften andere Verkehrsteilnehmer erhöht abstrakt gefährdet hat, ist bereits im Rahmen der rechtlichen Würdigung als Qualifikationsmerkmal von Art. 90 Abs. 2 SVG zu seinen Lasten gewürdigt worden. Zu berücksichtigen ist hier zusätzlich, dass der Beschuldigte nicht bloss kurzzeitig, sondern nachweislich über eine längere Strecke von rund 1'400 Metern immer wieder mit einem deutlich zu geringen Abstand auf das vor ihm fahrende Auto aufgefahren ist - dieser Umstand wurde bei der Prüfung des objektiven Tatbestands zwar aufgrund der Ausführungen des Beschuldigten erläutert, war dort aber noch nicht von Bedeutung, da es zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG eben nicht auf die Dauer der Abstandsunterschreitung ankommt, zumal immer ein genügender Abstand einzuhalten ist. Zudem ist das dem Beschuldigten folgende zivile Fahrzeug der Polizei zu keinem Zeitpunkt derart nahe auf seinen Personenwagen aufgefahren, dass dieses ihn an der Vergrösserung des Abstands gehindert hätte, was ebenfalls leicht verschuldenserhöhend ins Gewicht fällt. Demgegenüber ist verschuldensmindernd zu beachten, dass der Beschuldigte nicht vorsätzlich, sondern bloss grobfahrlässig gehandelt hat.”
Vorsätzliches Betreten der Autobahn (z. B. zum Zweck der Sachbeschädigung) kann — wie in der zitierten Rechtssache — aufgrund der damit verbundenen ernstlichen Gefährdung des Verkehrs als grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden. Entscheidend sind die konkreten Umstände und die Vorsatzqualität des Handelns.
“3 Selon le rapport d’investigation (P. 5), le jeudi 22 mars 2018, vers 01h00, l’intervention de la police a été sollicitée sur la chaussée lac de l’autoroute A1 au droit du km 35 où plusieurs personnes étaient afférées à taguer un mur anti-bruit, depuis la bande herbeuse à côté de la bande d’arrêt d’urgence. À la lecture des rapports de police (P. 5 et 32), on doit admettre que l’appelant était bel et bien sur l’autoroute avec d’autres acolytes. Le fait de se trouver à plusieurs, comme piétons, en pleine nuit, sur une autoroute en train d’effectuer des tags, est évidemment de nature à mettre sérieusement en danger la sécurité du trafic. De plus, il ne s’agit pas de négligence grossière, mais bien d’un comportement intentionnel dénué de tout scrupule. Lors de son audition par le procureur, D.________ a d’ailleurs déclaré que lors de l’arrivée de la police sur les lieux, il a pris la fuite car il savait « que c’était illégal d’être là, sur l’autoroute ». Partant, la condamnation de l’appelant pour violation de l’art. 90 al. 2 LCR doit être confirmée. 5. L’appelant, qui a conclu à son acquittement pour le chef d’accusation de dommages à la propriété, ne conteste pas formellement la sanction prononcée à son encontre. Examinée d’office, celle-ci a été fixée en application des critères légaux à charge et à décharge et conformément à la culpabilité ainsi qu’à la situation personnelle du prévenu (art. 47 CP). La peine pécuniaire de 60 jours-amende à 10 fr. le jour, prononcée par le Tribunal de police, doit être confirmée. Il en va de même de l’amende de 100 fr., dont la quotité a été fixée pour sanctionner la violation grave ainsi que la contravention à la loi fédérale sur la circulation routière et comme sanction immédiate, convertible en 10 jours de peine privative de liberté de substitution en cas de défaut de paiement. Pour les motifs pertinents retenus par le premier juge, la peine pécuniaire prononcée peut être assortie du sursis, le délai d’épreuve étant fixé à deux ans. 6. En définitive, l’appel de D.________ doit être rejeté et le jugement attaqué confirmé.”
Das Bewusstsein der Pflicht, bei einer Lichtsignalanlage zu prüfen, ob die Ampel noch Grün oder bereits Rot zeigt, kann den subjektiven Tatbestand einer einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllen. Ein Rechtfertigungsversuch damit, andernfalls wäre eine andere Ordnungswidrigkeit begangen worden, vermag eine Strafbarkeit nicht zu beseitigen.
“Der Einwand der Verteidigung, wonach sich der Beschuldigte strafbar gemacht hätte, wenn er nach dem Haltebalken angehalten hätte, zumal er diesfalls auf einem Fussgängerstreifen hätte stoppen müssen, was gemäss Ordnungsbussenverordnung mit einer Busse bestraft werde, vermag vorliegend nichts zu ändern. Strafbares Verhalten lässt sich nicht damit rechtfertigen, dass andernfalls eine andere strafbare Handlung begangen würde. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (pag. 741 f., S. 22 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung), ist auf der subjektiven Seite festzuhalten, dass dem Beschuldigten aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Autofahrer bewusst sein musste, dass man sich bei einer Ampel stets zu vergewissern hat, ob diese nach wie vor Grün oder allenfalls bereits Rot anzeigt und dass das Nichtbeachten eine Verletzung einer Verkehrsregel darstellt. Der subjektive Tatbestand ist damit ebenfalls erfüllt. Der Beschuldigte ist der einfachen Verkehrsregelverletzung, begangen durch Nichtbeachten eines Lichtsignals, schuldig zu erklären. Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich. IV. Strafzumessung Eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bis zu CHF 10'000.00 bestraft (Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG und Art. 106 Abs. 1 StGB). Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse hat das Gericht eine Ersatzfreiheitsstrafe festzusetzen (Art. 106 Abs. 2 StGB). Hinsichtlich der Strafzumessung schliesst sich die Kammer vollumfänglich den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz an (pag. 749 f., S. 30 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Es sind vorliegend keine Gründe ersichtlich, die ein Abweichen vom Normalfall aufdrängen würden. Die Busse für die Nichtbeachtung eines Lichtsignals wird in Anwendung von Ziff.”
Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens (drei Tagessätze bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe) festzusetzen; liegen keine strafschärfenden oder strafmildernden Gründe vor, ist vom ordentlichen Rahmen nicht abzuweichen. Soweit möglich ist der Geldstrafe der Vorrang zu geben; bei Instanzenwechsel ist zudem das Verbot der reformatio in peius zu beachten.
“Für grobe Verletzungen der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG sieht das Gesetz einen Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Die Geldstrafe beträgt grundsätzlich drei bis höchstens 180 Ta- gessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB). Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe sind in der Regel innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen und führen nur beim Vorliegen ausserordentlicher Umstände zur Erweiterung des Strafrahmens (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Es sind vorliegend keine Gründe ersichtlich, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen.”
“Strafrahmen und Strafart Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 90 Abs. 2 SVG). Der Strafrahmen reicht demnach von 3 Tagen Geldstrafe bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe (Art. 40 Abs. 1 StGB und Art. 34 Abs. 1 StGB). Vorliegend ist der ordentliche Strafrahmen nicht zu verlassen, da keine aussergewöhnlichen Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall nicht zu hart bzw. nicht zu milde erscheint (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63). Der konkrete Strafrahmen entspricht demnach dem abstrakten Strafrahmen; innerhalb dieses Rahmens ist die Strafe festzusetzen. Das Gericht kann statt auf eine Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erkennen, wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 Bst. a StGB) oder eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann (Art. 41 Abs. 1 Bst. b StGB). Wo immer möglich ist der Geldstrafe aber Vorrang zu geben. Angesichts des konkreten Delikts kann bereits an dieser Stelle vorweggenommen werden, dass nur eine Geldstrafe in Betracht kommt, nicht zuletzt auch in Beachtung des Verbots der reformatio in peius (Art.”
“Allgemeine Ausführungen Vorab kann auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung verwiesen werden (Ziff. IV.1 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 146 f). Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 90 Abs. 2 SVG). Der Strafrahmen reicht demnach von drei Tagessätzen Geldstrafe (Art. 34 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]) bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Die Kammer ist an das Verbot der reformatio in peius gebunden. Sie darf das vorinstanzliche Urteil (Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 150.00, ausmachend CHF 1‘500.00) nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern. Demgegenüber können in der Berechnung die Strafanteile für die einzelnen Delikte auch mit höheren Werten eingesetzt werden, als sie von der Vorinstanz verwendet wurden, denn das Verschlechterungsverbot wirkt sich nur auf das Ergebnis, mithin das Dispositiv des Urteils aus, nicht auf dessen Begründung (BGE 139 IV 282 E. 2.6). Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens festzusetzen. Dieser ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (vgl.”
“Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass Art. 90 Abs. 2 SVG einen ordentli- chen Strafrahmen von drei Tagessätzen Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheits- strafe vorsieht. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass weder Strafschärfungs- noch Strafmilderungsgründe vorliegen. Die tat- und täterangemessene Strafe ist deshalb innerhalb des ordentlichen Strafrahmens festzusetzen.”
“Strafrahmen und Strafart Art. 90 Abs. 2 SVG sieht für eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln einen Strafrahmen von drei Tagessätzen Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe vor (vgl. auch Art. 34 Abs. 1 StGB). Da vorliegend das Verschlechterungsverbot zu beachten ist, kommt mit Blick auf das Strafmass nur eine Geldstrafe in Betracht.”
Die Pflicht zum Tragen von Schutzhelmen ist keine ‚Verkehrsregel‘ i.S.v. Art. 90 SVG, sondern eine Vorschrift der Eigensicherung und wird nach Art. 96 VRV geahndet.
“1 SSV verpflichtet das Signal «Radweg» die Führer von Fahrrädern und Motorfahrräder, den für sie gekennzeichneten Weg zu benützen. Für den Vortritt sowie für die Benützung des Radwegs durch andere Strassenbenützer gelten die Artikel 15 Absatz 3 und 40 VRV. Gemäss Art. 40 Abs. 3 VRV dürfen Führer anderer Fahrzeuge auf dem mit einer unterbrochenen Linie abgegrenzten Radstreifen fahren, sofern sie den Fahrradverkehr dadurch nicht behindern. Verletzung der Vorschrift über das Tragen eines Schutzhelms i.S.v. Art. 3b Abs. 1 VRV Art. 3b Abs. 1 Satz 1 VRV bestimmt, dass die Führer und Mitfahrer von Motorrädern mit oder ohne Seitenwagen, von Leicht-, Klein- und dreirädrigen Motorfahrzeugen sowie die Führer von Motorfahrrädern während der Fahrt Schutzhelme tragen müssen. Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG sind nur Regeln, die das Verhalten der Strassenbenützer untereinander betreffen (BSK SVG-Fiolka, N. 20 ff. zu Art. 90 SVG). Demgegenüber sind die Regeln über Massnahmen der Eigensicherung keine Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG. Nach Gesagtem ist die obgenannte Vorschrift über das Tragen von Schutzhelmen für Motorradfahrer (Art. 3b VRV) nicht als Verkehrsregel i.S.v. Art. 90 SVG zu werten und deren Widerhandlung – entgegen der Vorinstanz – nicht über Art. 90 Abs. 1 SVG zu sanktionieren, sondern i.V.m. Art. 96 VRV (BSK SVG-Fiolka, N. 25 zu Art. 90 SVG), wonach auch mit Busse bestraft wird, wer Vorschriften der VRV verletzt, wenn keine andere Strafbestimmung anwendbar ist. In subjektiver Hinsicht hat diese abweichende Qualifizierung der Pflicht nach Art. 3b Abs. 1 VRV aber keine Auswirkung. Unter dem Wortlaut «dieses Gesetz» von Art. 100 Ziff. 1 SVG sind neben dem SVG überdies auch die Vollziehungsverordnungen zu verstehen (vgl. BSK SVG-Unseld, N. 2 zu Art. 100 SVG; Giger, SVG-Kommentar, 8. Auflage, Zürich 2014, N. 1 zu Art. 100 SVG), womit ebenfalls die fahrlässige Begehung von Art. 96 VRV strafbar ist.”
“3 VRV dürfen Führer anderer Fahrzeuge auf dem mit einer unterbrochenen Linie abgegrenzten Radstreifen fahren, sofern sie den Fahrradverkehr dadurch nicht behindern. Verletzung der Vorschrift über das Tragen eines Schutzhelms i.S.v. Art. 3b Abs. 1 VRV Art. 3b Abs. 1 Satz 1 VRV bestimmt, dass die Führer und Mitfahrer von Motorrädern mit oder ohne Seitenwagen, von Leicht-, Klein- und dreirädrigen Motorfahrzeugen sowie die Führer von Motorfahrrädern während der Fahrt Schutzhelme tragen müssen. Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG sind nur Regeln, die das Verhalten der Strassenbenützer untereinander betreffen (BSK SVG-Fiolka, N. 20 ff. zu Art. 90 SVG). Demgegenüber sind die Regeln über Massnahmen der Eigensicherung keine Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG. Nach Gesagtem ist die obgenannte Vorschrift über das Tragen von Schutzhelmen für Motorradfahrer (Art. 3b VRV) nicht als Verkehrsregel i.S.v. Art. 90 SVG zu werten und deren Widerhandlung – entgegen der Vorinstanz – nicht über Art. 90 Abs. 1 SVG zu sanktionieren, sondern i.V.m. Art. 96 VRV (BSK SVG-Fiolka, N. 25 zu Art. 90 SVG), wonach auch mit Busse bestraft wird, wer Vorschriften der VRV verletzt, wenn keine andere Strafbestimmung anwendbar ist. In subjektiver Hinsicht hat diese abweichende Qualifizierung der Pflicht nach Art. 3b Abs. 1 VRV aber keine Auswirkung. Unter dem Wortlaut «dieses Gesetz» von Art. 100 Ziff. 1 SVG sind neben dem SVG überdies auch die Vollziehungsverordnungen zu verstehen (vgl. BSK SVG-Unseld, N. 2 zu Art. 100 SVG; Giger, SVG-Kommentar, 8. Auflage, Zürich 2014, N. 1 zu Art. 100 SVG), womit ebenfalls die fahrlässige Begehung von Art. 96 VRV strafbar ist.”
“Das wurde in der Signalisationsverordnung (SSV; SR 741.21) konkretisiert, wo sich die Beschreibungen und Abbildungen der zugelassenen Signale und Markierungen befinden (BSK SVG-Maeder, N. 10 zu Art. 27 SVG). Gemäss Art. 33 Abs. 1 SSV verpflichtet das Signal «Radweg» die Führer von Fahrrädern und Motorfahrräder, den für sie gekennzeichneten Weg zu benützen. Für den Vortritt sowie für die Benützung des Radwegs durch andere Strassenbenützer gelten die Artikel 15 Absatz 3 und 40 VRV. Gemäss Art. 40 Abs. 3 VRV dürfen Führer anderer Fahrzeuge auf dem mit einer unterbrochenen Linie abgegrenzten Radstreifen fahren, sofern sie den Fahrradverkehr dadurch nicht behindern. Verletzung der Vorschrift über das Tragen eines Schutzhelms i.S.v. Art. 3b Abs. 1 VRV Art. 3b Abs. 1 Satz 1 VRV bestimmt, dass die Führer und Mitfahrer von Motorrädern mit oder ohne Seitenwagen, von Leicht-, Klein- und dreirädrigen Motorfahrzeugen sowie die Führer von Motorfahrrädern während der Fahrt Schutzhelme tragen müssen. Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG sind nur Regeln, die das Verhalten der Strassenbenützer untereinander betreffen (BSK SVG-Fiolka, N. 20 ff. zu Art. 90 SVG). Demgegenüber sind die Regeln über Massnahmen der Eigensicherung keine Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG. Nach Gesagtem ist die obgenannte Vorschrift über das Tragen von Schutzhelmen für Motorradfahrer (Art. 3b VRV) nicht als Verkehrsregel i.S.v. Art. 90 SVG zu werten und deren Widerhandlung – entgegen der Vorinstanz – nicht über Art. 90 Abs. 1 SVG zu sanktionieren, sondern i.V.m. Art. 96 VRV (BSK SVG-Fiolka, N. 25 zu Art. 90 SVG), wonach auch mit Busse bestraft wird, wer Vorschriften der VRV verletzt, wenn keine andere Strafbestimmung anwendbar ist. In subjektiver Hinsicht hat diese abweichende Qualifizierung der Pflicht nach Art. 3b Abs. 1 VRV aber keine Auswirkung. Unter dem Wortlaut «dieses Gesetz» von Art. 100 Ziff. 1 SVG sind neben dem SVG überdies auch die Vollziehungsverordnungen zu verstehen (vgl. BSK SVG-Unseld, N. 2 zu Art. 100 SVG; Giger, SVG-Kommentar, 8.”
Für die Strafzumessung sind Dauer der Überschreitung, Sicht‑/Strassenverhältnisse und Verkehrsaufkommen wesentliche Faktoren; bei geringen Überschreitungen kann die Dauer entscheidend sein.
“Zur Bemessung der objektiven Tatschwere der qualifiziert groben Verkehrs- regelverletzung ist das von der Strafnorm geschützte Rechtsgut festzustellen. Die- ses ergibt sich aus der verletzten Verkehrsregel, d.h. vorliegend aus den Bestim- mungen über die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten. Sie dienen der Verkehrssi- cherheit bzw. einem möglichst unfallfreien Ablauf des Strassenverkehrs und be- zwecken den Schutz von Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer sowie den Schutz des Vermögens (Fiolka BSK, N 7 ff. zu Art. 90 SVG). Die objektive Tatschwere hängt wesentlich davon ab, wie konkret die Gefahr für die Rechtsgüter war (Hans Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, N 115). Der Höhe der Geschwindigkeit kommt bei dieser Frage eine vorrangige Rolle zu. Denn je schneller gefahren wird, desto weniger Reaktionszeit steht zur Verfügung und desto schwerwiegender sind tendenziell die Unfallfolgen. Mit steigender Ge- schwindigkeit steigt somit das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder To- desopfern und folglich die Gefährdung der geschützten Rechtsgüter. Diesem Um- stand trägt bereits die Gesetzeskonzeption von Art. 90 SVG mit höher werdender Strafandrohung Rechnung. Bei einer bloss geringen Überschreitung der Grenz- werte hat sich die Strafe entsprechend an der gesetzlichen Mindeststrafe zu orien- tieren, es sei denn es liegen zusätzliche Umstände vor, die das bereits gesetzlich vermutete hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern er- höhen. Solche Umstände können insbesondere die Strassen- und Sichtverhältnis- se, die Dauer der Geschwindigkeitsüberschreitung sowie das Verkehrsaufkommen sein (BGer 6B_1358/2017 v.”
“Zur Bemessung der objektiven Tatschwere der qualifiziert groben Verkehrs- regelverletzung ist das von der Strafnorm geschützte Rechtsgut festzustellen. Die- ses ergibt sich aus der verletzten Verkehrsregel, d.h. vorliegend aus den Bestim- mungen über die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten. Sie dienen der Verkehrssi- cherheit bzw. einem möglichst unfallfreien Ablauf des Strassenverkehrs und be- zwecken den Schutz von Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer sowie den Schutz des Vermögens (Fiolka BSK, N 7 ff. zu Art. 90 SVG). Die objektive Tatschwere hängt wesentlich davon ab, wie konkret die Gefahr für die Rechtsgüter war (Hans Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, N 115). Der Höhe der Geschwindigkeit kommt bei dieser Frage eine vorrangige Rolle zu. Denn je schneller gefahren wird, desto weniger Reaktionszeit steht zur Verfügung und desto schwerwiegender sind tendenziell die Unfallfolgen. Mit steigender Ge- schwindigkeit steigt somit das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder To- desopfern und folglich die Gefährdung der geschützten Rechtsgüter. Diesem Um- stand trägt bereits die Gesetzeskonzeption von Art. 90 SVG mit höher werdender Strafandrohung Rechnung. Bei einer bloss geringen Überschreitung der Grenz- werte hat sich die Strafe entsprechend an der gesetzlichen Mindeststrafe zu orien- tieren, es sei denn es liegen zusätzliche Umstände vor, die das bereits gesetzlich vermutete hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern er- höhen. Solche Umstände können insbesondere die Strassen- und Sichtverhältnis- se, die Dauer der Geschwindigkeitsüberschreitung sowie das Verkehrsaufkommen sein (BGer 6B_1358/2017 v.”
“Zur Bemessung der objektiven Tatschwere der qualifiziert groben Verkehrs- regelverletzung ist das von der Strafnorm geschützte Rechtsgut festzustellen. Die- ses ergibt sich aus der verletzten Verkehrsregel, d.h. vorliegend aus den Bestim- mungen über die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten. Sie dienen der Verkehrssi- cherheit bzw. einem möglichst unfallfreien Ablauf des Strassenverkehrs und be- zwecken den Schutz von Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer sowie den Schutz des Vermögens (Fiolka BSK, N 7 ff. zu Art. 90 SVG). Die objektive Tatschwere hängt wesentlich davon ab, wie konkret die Gefahr für die Rechtsgüter war (Hans Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, N 115). Der Höhe der Geschwindigkeit kommt bei dieser Frage eine vorrangige Rolle zu. Denn je schneller gefahren wird, desto weniger Reaktionszeit steht zur Verfügung und desto schwerwiegender sind tendenziell die Unfallfolgen. Mit steigender Ge- schwindigkeit steigt somit das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder To- desopfern und folglich die Gefährdung der geschützten Rechtsgüter. Diesem Um- stand trägt bereits die Gesetzeskonzeption von Art. 90 SVG mit höher werdender Strafandrohung Rechnung. Bei einer bloss geringen Überschreitung der Grenz- werte hat sich die Strafe entsprechend an der gesetzlichen Mindeststrafe zu orien- tieren, es sei denn es liegen zusätzliche Umstände vor, die das bereits gesetzlich vermutete hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern er- höhen. Solche Umstände können insbesondere die Strassen- und Sichtverhältnis- se, die Dauer der Geschwindigkeitsüberschreitung sowie das Verkehrsaufkommen sein (BGer 6B_1358/2017 v.”
“Zur Bemessung der objektiven Tatschwere der qualifiziert groben Verkehrs- regelverletzung ist das von der Strafnorm geschützte Rechtsgut festzustellen. Die- ses ergibt sich aus der verletzten Verkehrsregel, d.h. vorliegend aus den Bestim- mungen über die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten. Sie dienen der Verkehrssi- cherheit bzw. einem möglichst unfallfreien Ablauf des Strassenverkehrs und be- zwecken den Schutz von Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer sowie den Schutz des Vermögens (Fiolka BSK, N 7 ff. zu Art. 90 SVG). Die objektive Tatschwere hängt wesentlich davon ab, wie konkret die Gefahr für die Rechtsgüter war (Hans Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, N 115). Der Höhe der Geschwindigkeit kommt bei dieser Frage eine vorrangige Rolle zu. Denn je schneller gefahren wird, desto weniger Reaktionszeit steht zur Verfügung und desto schwerwiegender sind tendenziell die Unfallfolgen. Mit steigender Ge- schwindigkeit steigt somit das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder To- desopfern und folglich die Gefährdung der geschützten Rechtsgüter. Diesem Um- stand trägt bereits die Gesetzeskonzeption von Art. 90 SVG mit höher werdender Strafandrohung Rechnung. Bei einer bloss geringen Überschreitung der Grenz- werte hat sich die Strafe entsprechend an der gesetzlichen Mindeststrafe zu orien- tieren, es sei denn es liegen zusätzliche Umstände vor, die das bereits gesetzlich vermutete hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern er- höhen. Solche Umstände können insbesondere die Strassen- und Sichtverhältnis- se, die Dauer der Geschwindigkeitsüberschreitung sowie das Verkehrsaufkommen sein (BGer 6B_1358/2017 v.”
Für die Abgrenzung zwischen einfacher und grober Verkehrsregelverletzung sind Anhaltspunkte und Faustregeln (z. B. Abstandsregeln, "halber Tacho", "1/6-Tacho") gebräuchlich; konkrete Zahlen (z.B. bei 50 km/h) dienen als Richtwert.
“Die Rechtsprechung hat keine allgemeinen Grundsätze zur Frage entwickelt, bei welchem Abstand in jedem Fall, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, eine einfache Verkehrsregelverletzung anzunehmen ist. Im Sinne von Faustregeln wird für Personenwagen auf die Regel «halber Tacho» (entsprechend 1,8 Sekunden) und die «Zwei-Sekunden»-Regel abgestellt (BGer 6B_1138/2019 vom 3. April 2020 E. 2.2 mit Hinweisen; Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Auflage 2015, Art. 90 SVG N 97). Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h muss somit ein Abstand von rund 25 Metern zum voranfahrenden Fahrzeug eingehalten werden, andernfalls eine (zumindest) einfache Verkehrsregelverletzung anzunehmen ist. Für die Beurteilung, ob eine grobe Verkehrsregelverletzung vorliegt, wird auf Autobahnen als Richtschnur die Regel «1/6-Tacho» bzw. Abstand von 0,6 Sekunden herangezogen (BGE 131 IV 133 E. 3.2.2; BGer 6B_1138/2019 vom 3. April 2020 E. 2.2 m.w.H., Weissenberger, a.a.O., Art. 90 SVG N 98 f.). Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h liegt damit bei einem Abstand unter 8,33 Metern eine grobe Verkehrsregelverletzung vor.”
Das Urteil nennt Tatort, Datum und Uhrzeit sowie hinreichend konkrete Tatsachenschilderungen, soweit diese für die Ahndung relevant sind.
“A.________ ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln, begangen in Murten am 6. Oktober 2022, gegen 18:45 Uhr (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV).”
Tatsächliche Umstände wie Verkehrsdichte, Witterung und Strassenverhältnisse, das Verhalten Dritter (z. B. beschleunigendes Fahrverhalten beim Überholen), ungenügende Abstände sowie die Nutzung von Fahrassistenzsystemen können die objektive Erhöhung der abstrakten Gefährdung beeinflussen. Solche Umstände sind bei der Prüfung von Art. 90 Abs. 2 SVG zu berücksichtigen und können sowohl die Feststellung einer ernstlichen Gefahr als auch die Einordnung des subjektiven Verschuldens (z. B. grobe Fahrlässigkeit versus vorsätzliches/rücksichtsloses Verhalten) mitprägen.
“Die Vorinstanz führt aus, die vom Bundesgericht festgelegten Grenzwerte bezögen sich gerade auf gute Witterungs-, Strassen- und Verkehrsverhältnisse. Hinzu komme, dass der Geschwindigkeitsexzess im Rahmen eines Überholmanövers begangen worden sei, bei dem der Lenker des überholten Fahrzeugs stark beschleunigt habe, woraufhin der Beschwerdeführer noch schneller gefahren sei. Dies habe die abstrakte Unfallgefahr, die bereits allein aufgrund der gefahrenen Geschwindigkeit von 110 km/h bestanden habe, um ein Vielfaches erhöht. Auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG sei ohne Weiteres erfüllt. Der Beschwerdeführer habe mindestens eventualvorsätzlich gehandelt.”
“Une infraction moyennement grave est généralement donnée lorsque soit la faute du conducteur, soit la mise en danger qu'elle induit, soit encore l'une et l'autre, ne peuvent être qualifiées de légères, sans pour autant être les deux graves (ATF 136 II 447 consid. 3.2 = JdT 2010 I 524). 2.2.3 Commet une infraction grave selon l'art. 16c al. 1 let. a LCR la personne qui, en violant gravement les règles de la circulation, met sérieusement en danger la sécurité d'autrui ou en prend le risque. 2.3 Il y a mise en danger abstraite accrue lorsqu'une ou des personnes indéterminées auraient pu se trouver potentiellement exposées à un danger pour leur intégrité physique. Lorsque l'on peut objectivement exclure des circonstances la présence de tout tiers, y compris, le cas échéant, du passager du conducteur en infraction, l'imminence du danger peut être niée (arrêt du Tribunal fédéral 6B_23/2016 du 9 décembre 2016 consid. 3.2). Le critère essentiel pour admettre l’existence d’une mise en danger abstraite accrue est la proximité de la réalisation. La simple possibilité qu’un danger se réalise ne tombe sous le coup de l’art. 90 al. 2 LCR que si, en raison de circonstances particulières lors de l’événement (densité du trafic, conditions de visibilité), la survenance d’un danger concret ou même d’une blessure est très probable (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; 142 IV 93 consid. 3.1 ; 131 IV 133 cons. 3.2). Plus la possibilité d'un danger concret ou d'une blessure pour un tiers est grande, et plus la mise en danger abstraite accrue est importante. En pratique, ces différents niveaux de mise en danger abstraite accrue correspondent aux épithètes des diverses infractions de base des art. 16a à 16c LCR (Yvan JEANNERET/André KUHN/Cédric MIZEL/Olivier RISKE, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd. 2024, intro art.16 rem. 3.4.7.3.1). 2.3.1 Une mise en danger abstraite accrue est légère si elle est légèrement supérieure à celle induite par les infractions sanctionnées par les amendes d'ordre (Yvan JEANNERET/André KUHN/Cédric MIZEL/Olivier RISKE, op. cit., art.16a rem. 1.3). 2.3.2 Une mise en danger abstraite accrue moyennement grave est donnée lorsque la possibilité d'une mise en danger concrète existe mais qu'elle est plutôt improbable, lorsqu'un risque de collision avec d'autre véhicule n'est ni exclu ni invraisemblable, lorsque la possibilité d'un accident n'est pas particulièrement proche mais qu'elle n'en est pas moins réelle (Yvan JEANNERET/André KUHN/Cédric MIZEL/Olivier RISKE, op.”
“Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG, SR 741.01) erfüllt, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Der objektive Tatbestand verlangt nach der Rechtsprechung, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Eine konkrete Gefahr oder Verletzung ist nicht verlangt. Die erhöhte abstrakte Gefährdung setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung voraus wesentliches Kriterium ist demnach die Nähe der Verwirklichung der Gefahr. Die bloss allgemeine Möglichkeit, dass sich eine Gefahr verwirklicht, genügt zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG dann, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (zum Ganzen: BGE 143 IV 508 E. 1.3, 142 IV 93 E. 3.1, 131 IV 133 E. 3.2; BGer 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 2.3.1, 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1, 6B_1173/2020 vom 18. November 2020 E. 1.1.1, je m. Hinw.). In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst wie schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten. Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung der Verkehrsregeln auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen. Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (statt vieler BGE 142 IV 93 E. 3.1; BGer 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1, 6B_1467/2019 vom 20. Februar 2020 E. 2.2). Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, besteht die grobe Verkehrsregelverletzung vorliegend darin, dass der Berufungskläger beim Überholen ungenügenden seitlichen Abstand zu B____ gehalten und diesem zusehends das Eingeklemmtsein gedroht hat.”
“Ein solch verbotenes Manöver liegt etwa vor, wenn ein Fahrzeuglenker die Lücken in den parallelen Kolonnen ausnützt, um auf der rechten Fahrbahn zu überholen (BGE 148 IV 374 E. 3.1). Besondere Vorsicht ist im Strassenverkehr namentlich dann geboten, wenn Anzeichen dafür bestehen, dass sich ein Strassenbenützer nicht richtig verhalten wird (Art. 26 Abs. 2 SVG). Anzeichen für fehlerhaftes Verhalten eines Strassenbenützers liegen vor, wenn aufgrund seines bisherigen Verhaltens damit gerechnet werden muss, dass er sich in verkehrsgefährdender Weise verkehrsregelwidrig verhalten wird. Ein Fehlverhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers kann sich aber auch aus der Unklarheit oder Ungewissheit einer bestimmten Verkehrslage aufdrängen, die nach allgemeiner Erfahrung die Möglichkeit fremden Fehlverhaltens unmittelbar in die Nähe rückt. In solchen Situationen liegen zwar keine konkreten Anzeichen für unrichtiges Verhalten vor, doch ist angesichts der besonderen Gefahrenneigung risikoarmes Verhalten gefordert (BGE 125 IV 83 E. 2b; BGer 6B_272/2024 vom 15. Mai 2024 E. 1.3.1; je mit Hinweisen). In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; je mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen, also unbewusst fahrlässig gehandelt hat. In solchen Fällen ist grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, wenn das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem vorübergehenden Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; BGer 6B_180/2023 vom 27. Juni 2024 E. 3.2; je mit Hinweisen). Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verkehrsregelverletzung auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen.”
“Wie bereits ausgeführt, ist auf der SAT-SPEED-Aufnahme erkennbar, dass der Beschuldigte leicht links versetzt hinter dem vorausfahrenden Fahrzeug fuhr und die linken Räder seines Personenwagens dabei teilweise bereits auf der Sicherheitslinie waren (vgl. E. II.11.3 hiervor). Aus Sicht der Kammer muss aus diesem drängelnden Verhalten des Beschuldigten auf einen direkten Vorsatz in Bezug auf den viel zu geringen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug geschlossen werden. Als erfahrener Lenker hätte dem Beschuldigten zudem bewusst sein müssen, dass mit der massiven Unterschreitung des Mindestabstands das erhebliche Risiko eines Verkehrsunfalls verbunden war. Seine Fahrweise ist damit als rücksichtslos im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren. Indem der Beschuldigte wissentlich und willentlich den Mindestabstand massiv unterschritt, hat er eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer zumindest in Kauf genommen. Somit ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind weder dargetan noch ersichtlich. Damit hat sich der Beschuldigte der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gemacht. IV. Strafzumessung”
“Folglich stellte der Beschuldigte eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer dar, dadurch dass er in einer Notsituation oder bei einer Fehlfunktion des Fahras- sistenten nicht rechtzeitig hätte lenkend eingreifen können. Es handelt sich um eine - 18 - nicht zu unterschätzende Rücksichtslosigkeit, zumal der Beschuldigte über längere Zeit die gebotene Vorsicht im Strassenverkehr nicht walten liess. Indem er darauf vertraute, der Autopilot funktioniere, jedoch nicht allzeit bereit war bei einer Störung einzugreifen, kam es zu einer grobfahrlässigen Verkehrsregelverletzung. Für die Dossiers 2 bis 4 ist insbesondere anzufügen, dass der Beschuldigte zwar bei Ta- geslicht, jedoch auf der Autobahn mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 130 km/h fuhr. Es hatte zudem zahlreiche Verkehrsteilnehmende auf der Strasse. In Dossier 4 gefährdete der Beschuldigte nicht nur die anderen Verkehrsteilneh- menden sondern auch seinen Mitfahrer C._____. 2.1.3.Der Beschuldigte erfüllte für die Dossiers 1-4 damit den Tatbestand der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG objektiv. Subjektiv vertraute der Beschuldigte darauf, dass der Autopilot funktioniere, womit er grobfahrlässig handelte.”
“Verkehrsregeln Durch das Überfahren der Sicherheitslinie am 29. Juli 2020 und am 17. Oktober 2020 hat der Beschuldigte die Verkehrsregeln von Art. 27 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 2 SVG verletzt. Diese besagen, dass Signale und Markierungen zu befolgen sind und dass auf Strassen mit Sicherheitslinien immer rechts dieser Linien zu fahren ist. Durch das Befahren der Einspurstrecke zum Zweck des Überholens hat der Beschuldigte gegen Art. 13 VRV verstossen, wonach das Wechseln auf andere Fahrstreifen zum Überholen auf Einspurstrecken untersagt ist. Zu prüfen ist, ob der Beschuldigte mit seinem Fahrverhalten die Verkehrsregeln jeweils in grober Weise verletzt hat (Art. 90 Abs. 2 SVG).”
Verfahrenstechnischer Hinweis: Ordnungsbussen werden regelmässig nach der LAO gehandhabt; der Fahrzeughalter erhält eine Zahlungsfrist von 30 Tagen. Wird die Busse nicht bezahlt oder wird kein Fahrzeugführer benannt, kann das Verfahren in ein ordentliches Strafverfahren übergehen (z. B. Strafbefehl). Unvollständige oder fehlende Personalien können die Identifikation erschweren; eine Nachreichung der verlangten Angaben ist möglich und kann entscheidend für den weiteren Verfahrensgang sein.
“En matière contraventionnelle, l'appel ne peut être formé que pour le grief selon lequel le jugement est juridiquement erroné ou l'état de fait a été établi de manière manifestement inexacte ou en violation du droit. Aucune nouvelle allégation ou preuve ne peut être produite (art. 398 al. 4 CPP). Le pouvoir d'examen de l'autorité d'appel est ainsi limité dans l'appréciation des faits à ce qui a été établi de manière arbitraire (arrêt du Tribunal fédéral 6B_362/2012 du 29 octobre 2012 consid. 5.2). Il s'agit là d'une exception au principe du plein pouvoir de cognition de l'autorité de deuxième instance qui conduit à qualifier d'appel "restreint" cette voie de droit (arrêt du Tribunal fédéral 1B_768/2012 du 15 janvier 2013 consid. 2.1). Le libre pouvoir de cognition dont elle dispose en droit confère à l'autorité cantonale la possibilité, si cela s'avère nécessaire pour juger du bien-fondé ou non de l'application d'une disposition légale, d'apprécier des faits que le premier juge a omis d'examiner, lorsque ceux-ci se révèlent être pertinents (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1247/2013 du 13 mars 2014 consid. 1.3). 2. 2.1. Conformément à l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la loi ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. 2.2.1. Selon l'art. 7 al. 1 LAO, si le conducteur d'un véhicule n'a pas été intercepté ou appréhendé lors de l'infraction à la LCR, à une de ses ordonnances d'exécution ou à la loi sur la vignette autoroutière (LVA), l'amende est établie au nom du détenteur du véhicule figurant dans le permis de circulation (al. 1). L'amende est notifiée par écrit au détenteur du véhicule figurant dans le permis de circulation. Le détenteur du véhicule dispose d'un délai de 30 jours pour la payer (al. 2). S'il ne paie pas l'amende dans le délai prescrit, une procédure pénale ordinaire est engagée (al. 3). S'il communique le nom et l'adresse de la personne qui a commis l'infraction, la procédure prévue aux al. 2 et 3 est engagée à l'encontre de cette personne (al. 4). Si l'identité de la personne qui a commis l'infraction ne peut être établie sans efforts disproportionnés, le détenteur du véhicule obtient un délai de 30 jours pour payer l'amende, sauf s'il peut faire valoir de manière convaincante dans la procédure pénale ordinaire que son véhicule a été utilisé indépendamment de sa volonté et qu'il avait pris toutes les mesures de diligence nécessaires pour l'empêcher (al.”
“Mit Schreiben vom 13. Septem- ber 2023 stellte die Kantonspolizei Graubünden A. für die Geschwindig- keitsüberschreitung eine Ordnungsbusse zu. Mit E-Mail vom 19. September 2023 sendete A. der Kantonspolizei Graubünden das ausgefüllte Formular mit den Personalien des für die Übertretung verantwortlichen Fahrzeugführers zu. Mit E-Mail vom 20. September 2023 wurde A. mitgeteilt, dass die Kantonspoli- zei Graubünden das korrekte Geburtsdatum des Fahrzeugführers benötige, nur der Jahrgang reiche nicht aus. Am 3. November 2023 wurde A. mittels Ein- schreiben die Ordnungsbusse erneut zugestellt. Mit E-Mail vom 16. Novem- ber 2023 sendete A. das bereits am 19. September 2023 übermittelte For- mular nochmals unverändert an die Kantonspolizei Graubünden. B. Mit Strafbefehl vom 25. Januar 2024, mitgeteilt am 1. Februar 2024, erklärte die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) A. für schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG. Dafür wurde er mit einer Busse von CHF 120.00 bestraft und ihm wurden die Kosten des Verfahrens in der Höhe von CHF 210.00 auferlegt. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass die Ordnungsbusse nicht innert 30 Tagen bezahlt worden sei und auch nicht die für die Übertretung verantwortliche Person bekannt gegeben worden sei. C. Mit Eingabe vom 13. Februar 2024 (Poststempel) erhob A. Einspra- che gegen den Strafbefehl und hielt dabei fest, dass er die Personalien des ver- antwortlichen Fahrzeugführers bereits im September 2023 bekannt gegeben habe. Mit Schreiben vom 23. Februar 2024 teilte die Staatsanwaltschaft A. unter anderem mit, dass das Personalienblatt unvollständig gewesen sei, da die Postlei- zahl gefehlt habe und zudem fehle für eine Individualisierung des Fahrzeugführers dessen Geburtsdatum. Nach erneutem Schriftenwechsel reichte A. mit Schreiben vom 10. April 2024 (Poststempel) die verlangten Informationen nach. D. Mittels Strafbefehl vom 26. April 2024 verurteilte sie den von A.”
“Einspra- che gegen den Strafbefehl und hielt dabei fest, dass er die Personalien des ver- antwortlichen Fahrzeugführers bereits im September 2023 bekannt gegeben habe. Mit Schreiben vom 23. Februar 2024 teilte die Staatsanwaltschaft A. unter anderem mit, dass das Personalienblatt unvollständig gewesen sei, da die Postlei- zahl gefehlt habe und zudem fehle für eine Individualisierung des Fahrzeugführers dessen Geburtsdatum. Nach erneutem Schriftenwechsel reichte A. mit Schreiben vom 10. April 2024 (Poststempel) die verlangten Informationen nach. D. Mittels Strafbefehl vom 26. April 2024 verurteilte sie den von A. be- kanntgegebenen Fahrzeugführer aufgrund der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und bestrafte ihn mit einer Busse von CHF 120.00. E. Mittels Einstellungsverfügung vom 19. September 2024, mitgeteilt am 26. September 2024, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden das Strafverfahren gegen A. wegen der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27. Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG ein. Die Kosten des Verfahrens in der Höhe von CHF 210.00 wurden A. auferlegt. F. Mit Eingabe vom 3. Oktober 2024 (Poststempel) reichte A. (nachfol- gend: Beschwerdeführer) Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft wegen der Auf- erlegung der Verfahrenskosten ein. Die Staatsanwaltschaft leitete die Beschwerde zuständigkeitshalber an das Kantonsgericht von Graubünden (nachfolgend: Kan- tonsgericht) weiter. G. Mit Stellungnahme vom 22. Oktober 2024 äusserte sich die Staatsanwalt- schaft zum beschwerdeführerischen Vorbringen und beantragte die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. H. Die Akten der Vorinstanz wurden beigezogen. Die Sache ist spruchreif.”
“Der Beschuldigte ist schuldig der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV. 1.Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 300.–. 2.Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen. 3.Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: Fr.900.–; die weiteren Kosten betragen: Fr.430.– Gebühr Statthalteramt Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. 4.Die Kosten werden dem Beschuldigten auferlegt. 5.Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung zugesprochen. - 3 - Berufungsanträge: Der Verteidigung des Beschuldigten: (Urk. 21 S. 2) 1.Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 24. Februar 2023 sei voll- umfänglich aufzuheben und der Beschuldigte sei vom Vorwurf der ein- fachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 SVG, Art. 3 Abs. 1 VRV freizusprechen (Art. 399 Abs. 3 lit. a + b StPO); 2.Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, letztere zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer, zu Lasten des Staates. _________________________ Erwägungen: I. Verfahrensgang 1.Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, mündlich eröffnete Ur- teil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 24. Februar 2023 liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 6. März 2023 rechtzeitig Berufung anmelden (Prot. I S. 16 f.; Urk. 14). Nach Erhalt der begründeten Urteilsausfertigung reichte die Verteidigung mit Eingabe vom 16. Mai 2023 innert der gesetzlichen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO die Berufungserklärung ein (Urk. 16; Urk. 18; Urk. 21). 2.Mit Präsidialverfügung vom 26. Mai 2023 wurde dem Beschuldigten Frist an- gesetzt, die Berufungserklärung zu präzisieren unter Angabe von allfälligen Bewei- santrägen (Urk. 23). Der Beschuldigte liess mit Eingabe vom 9. Juni 2023 einen Beweisantrag stellen (Urk.”
Fahrzeugführer haben das Fahrzeug ständig so zu beherrschen, dass sie ihren Vorsichtspflichten nachkommen können. Sie müssen ihre Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden und dürfen beim Fahren keine Verrichtung vornehmen, die die Bedienung des Fahrzeugs erschwert. Sie haben insbesondere dafür zu sorgen, dass ihre Aufmerksamkeit durch Tonwiedergabe‑, Kommunikations‑ und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird. Das nach Art. 90 Abs. 1 SVG massgebliche Ausmass der erforderlichen Aufmerksamkeit richtet sich nach den gesamten Umständen (z. B. Verkehrsdichte, örtliche Verhältnisse, Zeit, Sicht, voraussehbare Gefahrenquellen).
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Fahrzeuglenker das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 der Verkehrsregelverordnung vom 13. November 1962 [VRV; SR 741.11). Er darf beim Fahren keine Verrichtung vornehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 Satz 2 VRV). Er hat dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird (Art. 3 Abs. 1 Satz 3 VRV). Das Mass der Aufmerksamkeit, die er nach Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 VRV der Strasse und dem Verkehr zuwenden muss, richtet sich nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 137 IV 290 E.”
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Fahrzeuglenker das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 VRV). Er darf beim Fahren keine Verrichtung vornehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 Satz 2 VRV). Er hat dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird (Art. 3 Abs. 1 Satz 3 VRV). Das Mass der Aufmerksamkeit, die er nach Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 VRV der Strasse und dem Verkehr zuzuwenden hat, richtet sich nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 137 IV 290 E. 3.6; 127 II 302 E. 3c; 122 IV 225 E.”
“Sie befasste sich mit sämtlichen Einwänden des Beschuldigten und verfiel dabei nicht in Willkür. Der Beschuldigte wiederholt über weite Strecken seine Sicht der Dinge. Es gelingt ihm aber nicht, Willkür im vorinstanzlichen Urteil aufzuzeigen. Mit der Vorinstanz ist folglich von folgendem Sachverhalt auszugehen: Der Beschuldigte nahm am 17. Juni 2021, ca. 20.45 Uhr, in E.________ beim Kreisverkehrsplatz F.________ als Lenker eines Personenwagens während der Fahrt eine Verrichtung vor (Blick auf sein als Navigationsgerät verwendetes Mobiltelefon), welche das sichere Führen des Fahrzeuges erschwerte. Aufgrund dessen übersah der Beschuldigte bei der Einfahrt in den Kreisverkehrsplatz F.________ einen vortrittsberechtigten, sich bereits im Kreisverkehrsplatz befindenden Motorfahrradlenker und kollidierte in der Folge mit diesem. III. Rechtliche Würdigung 9. Vornehmen einer Verrichtung, welche die Aufmerksamkeit beeinträchtigt und damit das sichere Führen eines Motorfahrzeugs erschwert 9.1 Rechtliche Grundlagen Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Fahrzeuglenker das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 der Verkehrsregelverordnung [VRV; SR 741.11]) und darf beim Fahren keine Verrichtung vornehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 Satz 2 VRV). Ferner hat er dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird (Art. 3 Abs. 1 Satz 3 VRV). Das Mass der Aufmerksamkeit, die der Fahrzeugführer nach Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 VRV der Strasse und dem Verkehr zuzuwenden hat, richtet sich nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 137 IV 290 E.”
“Rechtliche Grundlagen Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich schuldig, wer Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollzugsverordnung des Bundesrates verletzt. Art. 31 Abs. 1 SVG schreibt vor, dass der Führer das Fahrzeug ständig so beherrschen muss, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung [VRV; SR 741.11]). Beherrschen bedeutet, jederzeit in der Lage zu sein, auf die jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckmässig zu reagieren (Urteil des Bundesgerichts 6B_302/2011 vom 29. August 2011 E. 3.3.2). Dies setzt voraus, dass der Fahrzeugführer jederzeit volle Kontrolle über sein Fahrzeug ausüben und auf selbst überraschende Verkehrsversverhältnisse mit einer durchschnittlichen Reaktionszeit angemessen reagieren kann (Weissenberger, in: Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, N 1 zu Art. 31 SVG). Die ihm zustehende Reaktionszeit richtet sich nach den Umständen.”
Bei der Bemessung administrativer Massnahmen ist die schwerste begangene Tat massgeblich; die Behörde hat auf der Grundlage aller relevanten Umstände eine Gesamtmassnahme zu bestimmen. Eine Abweichung vom gesetzlichen Mindestumfang bedarf einer ausreichenden Begründung; eine Reduktion unter das gesetzliche Minimum ist ausgeschlossen. Jede Verlängerung der Massnahme muss ebenfalls hinreichend motiviert sein.
“L'autorité administrative doit alors prononcer une mesure pour l'infraction la plus grave et en prolonger la durée équitablement. Sur la base de tous les éléments à prendre en compte, elle fixe ainsi une mesure d'ensemble, comme prévu par l'art. 49 al. 1 CP (cf. arrêt TC FR 603 2023 154 du 1er mars 2024 consid. 6.2; Mizel, Droit et pratique illustrée du retrait du permis de conduire, 2015, p. 547 s.). En l'espèce, à l'instar du juge pénal, la Cour n'a pas retenu que la conductrice a manipulé son téléphone portable d'une manière qui entrave la conduite (cf. supra consid. 3.2). Faute d'une autre motivation suffisante, on ne peut donc pas confirmer la décision de l'autorité administrative de s'écarter du minimum légal. Il ne se justifie notamment pas non plus de confirmer cette durée au motif que la recourante a perdu la maîtrise de son véhicule en faisant une sortie de route. En effet cette infraction est la conséquence directe de son assoupissement au volant. Partant, au plan pénal, l'infraction à l'art. 90 al. 1 LCR est absorbée par l'infraction de conduite en état d'incapacité de l'art. 91 al. 2 let. b LCR (cf. Fahrni/Heimgartner, BSK SVG, 2014, art. 91 SVG no 66), ce qui doit valoir également s'agissant de la sanction administrative, de sorte que l'autorité intimée ne pouvait pas prononcer une peine d'ensemble au sens de l'art. 49 CP pour une infraction grave (incapacité de conduire) et moyennement grave (perte de maîtrise) (cf. arrêts TC FR 603 2018 142 du 3 décembre 2018 consid. 2.2 et 5.2; 603 2016 36 du 15 avril 2016 consid. 2b et 5b; ég. arrêt TF 6A.82/2001 du 12 septembre 2001 consid. 6c/cc; Jeanneret, Les dispositions pénales de la LCR, 2007, art. 90 LCR no 93). La décision doit par conséquent être réformée en ce sens que la durée de la mesure est fixée au minimum légal de 3 mois. 6.3. Au vu de l'art. 16 al. 3 dernière phrase LCR, cette durée de 3 mois ne peut être réduite, pour quelque raison que ce soit (cf. ATF 132 II 234 consid. 2.3), même pas pour les motifs invoqués par la conductrice, liés à son activité professionnelle.”
Bei erheblich eingeschränkter Sicht (z. B. Blendung durch Sonne, Nebel, starkes Regenereignis) erhöht sich die Pflicht zur Vorsicht deutlich. Können die für die Sicherheit relevanten Bereiche nicht zuverlässig eingesehen werden, kann es erforderlich sein, die Geschwindigkeit auf Schritttempo zu reduzieren oder das Fahrzeug anzuhalten. Wird dies unter solchen Umständen unterlassen, kann das als grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden.
“Der Fussgänger habe sich zeitlich vor dem Beschwerdeführer auf dem Fussgängerstreifen befunden, habe diesen in gemächlichem Tempo betreten und sei vortrittsberechtigt gewesen. Das Fehlverhalten des Beschwerdeführers liege darin, dass er, obwohl er von der Sonne geblendet worden sei, nicht sofort gebremst und angehalten habe, sondern ungebremst mit einer Geschwindigkeit von gegen 30 km/h "fast wie blind" auf den Fussgängerstreifen zugefahren sei. Damit habe er es unterlassen, seine Aufmerksamkeit hinreichend der konkreten Verkehrssituation, insbesondere dem Fussgängerstreifen, zuzuwenden. Obwohl er keine Sicht auf die Strasse und das Trottoir gehabt habe, sei er in einem Tempo weitergefahren, in dem er nicht in der Lage gewesen sei, rechtzeitig anzuhalten, als er den Fussgänger auf dem Fussgängerstreifen gesehen habe. Damit habe er diesem das Überqueren in angemessener Weise verunmöglicht. Die von ihm verletzten Art. 31 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 2 SVG stellten wichtige Verkehrsvorschriften im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG dar. Dem Kriterium der Missachtung in objektiv schwerer Weise komme keine selbstständige Bedeutung für die Abgrenzung zwischen einfacher und grober Verletzung der Verkehrsregeln zu. Im Übrigen stelle das blinde, ungebremste Zufahren auf einen belebten Fussgängerstreifen eine objektiv schwere Missachtung der genannten Verkehrsregeln dar. Der Beschwerdeführer habe mit seinem Verhalten eine konkrete Gefahr verursacht, wobei nicht von einem geringen Intensitätsgrad der Gefährdung ausgegangen werden könne. Dabei sei unerheblich, dass der Fussgänger einzig Prellungen davongetragen habe. Damit sei der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt (Urteil, S. 10 ff.). In subjektiver Hinsicht erwägt die Vorinstanz, es seien keine besonderen Umstände ersichtlich, die das Verhalten des Beschwerdeführers weniger schwer erscheinen lassen würden. Dieser sei ortskundig gewesen und habe an der Unfallstelle mit regem Fussgängerverkehr gerechnet, weshalb er seinen Fuss auf der Bremse gehabt habe. Die von ihm gefahrene Geschwindigkeit sei angesichts der Tatsache, dass er nur wenige Meter vor dem Fussgängerstreifen keine Sicht gehabt habe bzw.”
“Weil der Beschwerdeführer "fast wie blind" auf den Fussgängerstreifen zugefahren sei, ohne seine Geschwindigkeit weiter zu reduzieren oder anzuhalten, habe er pflichtwidrig nicht in Betracht gezogen, dass Fussgänger den ihm bekannten Fussgängerstreifen überqueren könnten. Er habe mit der Blendung durch die Sonne rechnen müssen. Führten die Sichtverhältnisse dazu, keinen ungestörten Blick auf den Fussgängerstreifen werfen zu können, müsse die Geschwindigkeit auf Schritttempo reduziert bzw. nötigenfalls das Fahrzeug zum Stillstand gebracht werden, um sich zu vergewissern, dass sich an dieser typischen Gefahrenquelle keine Fussgänger befänden. Insgesamt erscheine das Verhalten des Beschwerdeführers als rücksichtslos. Er habe die Gefährdung anderer pflichtwidrig nicht in Betracht gezogen und folglich bewusst fahrlässig bzw. grobfahrlässig gehandelt. Daran ändere auch sein vorbildliches Verhalten nach der Kollision nichts. Im Übrigen wäre die Kollision für den Beschwerdeführer zweifellos vermeidbar gewesen. Folglich sei auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt und der Beschwerdeführer der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig zu sprechen (Urteil S. 9 ff.).”
“Entgegen der Auffassung des Beschuldigten sind nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sodann auch die konkreten Witterungsverhältnisse in erschwerender Hinsicht zu berücksichtigen. Zwar mag sich unter diesen Umständen auch der Bremsweg des vorderen Fahrzeuges verlängern; gleichwohl ist die eingeschränkte Sicht nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge geeignet, die Reaktionszeit des hinterherfahrenden Fahrzeuges substanziell einzuschränken. Ist sich der Beschuldigte alsdann der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst gewesen, lässt sich eine subjektive Rücksichtslosigkeit nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung kaum mehr verneinen (vgl. BGer 6B_164/2020 vom 20. Juli 2021, E. 3.2). Nachdem der Beschuldigte die konkreten Umstände – namentlich die Witterungsverhältnisse und das Verkehrsaufkommen – mit Verweis auf die verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts nicht zu seinen Gunsten heranziehen kann, muss vorliegend in subjektiver Hinsicht von einem grobfahrlässigen Verhalten des Beschuldigten ausgegangen werden. Folgerichtig ist der Straftatbestand des Art. 90 Abs. 2 SVG auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. Da weder Rechtfertigungsnoch Schuldausschlussgründe ersichtlich sind, ist der Beschuldigte der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG) schuldig zu erklären.”
“Si le conducteur ne bénéficie pas d'une pareille visibilité, il doit ralentir de manière à pouvoir accorder la priorité aux piétons dissimulés derrière l'obstacle (arrêts du Tribunal fédéral 6B_108/2015 du 27 novembre 2015 consid. 3 ; 1C_425/2012 du 17 décembre 2012 consid. 3.2). Le devoir de prudence du conducteur ne disparaît pas même à l'égard d'un piéton qui s'élance sur un passage piéton de manière contraire aux règles (arrêts du Tribunal fédéral 6B_250/2012 du 1er novembre 2012 consid. 3.2.2 ; 6B_922/2008 du 2 avril 2009 consid. 3.4). Selon l'art. 26 al. 2 LCR, une prudence particulière s'impose à l'égard des enfants, des infirmes et des personnes âgées, de même s'il apparaît qu'un usager de la route va se comporter de manière incorrecte (ATF 129 IV 282 consid. 2.2.1 p. 285 ; 115 IV 239 consid. 2 p. 239 s.). 2.2.3. Les règles prescrites à l'art. 33 al. 2 et 3 LCR constituent en principe des règles fondamentales de la circulation, dont la violation tombe généralement sous le coup de l'art. 90 al. 2 LCR, sous réserve des circonstances concrètes du cas d'espèce (A. BUSSY / B. RUSCONI et al., Code suisse de la circulation routière : commentaire, 4ème éd., Lausanne 2015, N 2.9 ad. art. 33 ; arrêt du Tribunal fédéral 6S_265/22005 du 1er décembre 2005). 2.2.4. En vertu du principe selon lequel, en droit pénal, les fautes ne se compensent pas, une éventuelle faute concomitante de la victime ou d'un tiers n'intervient dans l'analyse de la causalité que lorsqu'elle est si extraordinaire et imprévisible que l'enchaînement des faits en perd sa portée juridique. Encore faut-il que cet acte ait une importance telle qu'il s'impose comme la cause la plus probable et la plus immédiate de l'événement considéré, reléguant à l'arrière-plan tous les autres facteurs qui ont contribué à l'amener et notamment le comportement de l'auteur (ATF 125 IV 17 consid. 2c/bb p. 23 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_69/2017 du 28 novembre 2017 consid. 2.3.2). 2.3. En l'espèce, l'appelante soutient que le groupe de personnes se trouvant sur le trottoir ne bougeait pas et n'avait pas manifesté la volonté de traverser lorsqu'elle a redémarré son véhicule.”
“Même si, comme il l'a déclaré au Procureur (DO/3'002), il n'a vraisemblablement pas eu la volonté d'agresser le cycliste, il a démarré brusquement son bus, lequel s'est déporté sur la gauche vers le plaignant, alors que ce dernier se trouvait tellement proche du véhicule qu'il était probable qu'il puisse être blessé. En sa qualité de chauffeur de bus, il lui appartenait d'être particulièrement attentif à ce que son véhicule ne se mette pas en mouvement de manière inopinée, surtout en direction d'un cycliste, vulnérable par nature face aux autres usagers de la route. Dès lors, même à retenir en sa faveur qu'il n'a pas accéléré, il a clairement manqué de la précaution élémentaire en manœuvrant le bus, qui est un véhicule lourd et bien plus dangereux qu'une voiture. Compte tenu encore des circonstances dans lesquelles l'accident a eu lieu – de nuit, alors qu'il y avait du brouillard et que la circulation était dense –, le comportement du prévenu doit être qualifié de sérieusement fautif. L'appelant a dès lors agi de manière gravement contraire aux règles de la circulation routière. Au vu de ce qui précède, c'est à juste titre que le premier juge a qualifié les faits de violation grave des règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, tant objectivement que subjectivement. 2.3. L'appel doit donc être rejeté en lien avec la qualification juridique retenue. 3. L'appelant s'en prend aussi à la quotité de la peine qui lui a été infligée, concluant à être condamné au paiement d'une amende de CHF 200.-. Cependant, dans la mesure où il n'élève, sur cette question, aucun grief contre le jugement attaqué, il faut considérer qu'il ne l'attaque que comme conséquence de la requalification demandée, comme son mandataire l'a d'ailleurs confirmé en séance de ce jour. Dès lors, compte tenu du rejet de l'appel sur la question de la culpabilité et du fait que le jugement n'est pas attaqué dans son ensemble, la Cour n'est pas tenue de revoir cette question à titre indépendant (arrêt TF 6B_419/2014 du 9 janvier 2015 consid. 2.3). Au demeurant, il apparaît que les 30 jours-amende à CHF 130.-, avec sursis, et l'amende additionnelle de CHF 700.- prononcés en première instance se situent tout en bas de la fourchette prévue par l'art. 90 al.”
Die VBRS‑Richtlinien sehen bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn um über 35 km/h eine Tatkomponentenstrafe von 25 Strafeinheiten vor. Besonderheiten wie das Mitführen gefährdeter Personen oder einschlägige Vorstrafen können Tat‑ und Täterkomponenten deutlich über diesen Richtwert hinaus erhöhen (im entschiedenen Fall Anhebung der Tatkomponente auf 35 Strafeinheiten und ein Täterkomponenten‑Zuschlag von 10 Strafeinheiten).
“Asperation für die grobe Verkehrsregelverletzung (Tat- und Täterkomponenten) Die VBRS-Richtlinien sehen für eine grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG durch Überschreiten der Geschwindigkeit auf einer Autobahn um über 35 km/h eine Strafe von 25 Strafeinheiten vor. Vorliegend ist erhöhend zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte mit Frau und Kinder im Auto sass und diese insofern konkret gefährdet hat, was seine Geschwindigkeitsüberschreitung besonders verwerflich erscheinen lässt. Die Kammer erachtet mithin eine gegenüber den VBRS-Richtlinien erhöhte Tatkomponentenstrafe von 35 Strafeinheiten als angemessen. Die Täterkomponenten sind wiederum aufgrund der einschlägigen Delinquenz (vgl. das Urteil der Amtsgerichtspräsidentin vom 8. Dezember 2014 wegen qualifiziert grober Verkehrsregelverletzung; pag. 2411) sowie des desolaten automobilistischen Leumunds mit einem Zuschlag von 10 Strafeinheiten zu würdigen. Es resultiert eine Freiheitsstrafe von 45 Tagen, welche mit 30 Tagen respektive 1 Monat an die Strafe für die versuchte Nötigung asperiert wird.”
Das Manipulieren eines Mobiltelefons während der Fahrt kann unter Art. 90 Abs. 2 SVG fallen, sofern das Verhalten als grobe Fahrlässigkeit zu qualifizieren ist. Massgeblich ist, dass der Lenker ein ihm offensichtlich obliegendes Sorgfaltsgebot verletzt und dadurch eine ernstliche (auch abstrakt erhöhte) Gefahr für Dritte geschaffen wird; die Intensität der Ablenkung und die Imminenz der Gefahr sind dabei zentrale Beurteilungskriterien.
“a LCR correspond en principe à la définition de l'infraction réprimée sur le plan pénal par l'art. 90 al. 2 LCR (cf. Mizel, Les nouvelles dispositions légales sur le retrait du permis de conduire in RDAF 2004 p. 395). Le Tribunal fédéral tient ces notions pour identiques à tous les égards (cf. ATF 120 Ib 285 consid. 1); il estime que, pour être punissable sous l'angle de l'art. 90 al. 2 LCR, le comportement du conducteur doit être particulièrement blâmable, soit, en d'autres termes, relever d'une négligence grossière. L'auteur doit avoir violé, par son comportement ou par une simple absence passagère, un devoir de prudence élémentaire qui lui était imposé de manière évidente par les circonstances. La création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui au sens de la disposition précitée est déjà donnée en cas de mise en danger abstraite accrue. Le critère déterminant pour admettre que l'on est en présence d'un danger abstrait sérieux ou accru réside dans l'imminence du danger (cf. ATF 122 II 228 consid. 3b). Subjectivement, l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, découlant à tout le moins d'une négligence grossière (cf. ATF 118 IV 84 consid. 2a; arrêt TF 1C_436/2019 du 30 septembre 2019 consid. 2.1). 4.2. En l'espèce, le recourant a manipulé son téléphone portable de la main gauche, à hauteur du volant, alors qu'il circulait à bord de son véhicule à Bulle, rue de l'Etang. Le manque d'attention qui s'en est suivi aurait pu mettre en danger sa propre sécurité et celle des autres usagers de la route. Ce comportement ne saurait être qualifié de particulièrement léger au sens du considérant précité. On ne se trouve nullement en présence d'un malheureux concours de circonstances ou d'un coup du sort, mais bien d'une attitude délibérée du recourant qui a choisi de manipuler son téléphone portable en conduisant et – comme il ressort de sa détermination auprès de l’OCN – malgré le fait qu’il ne connaissait pas exactement l’endroit du bouton "haut-parleur". Cette occupation accessoire détournait son attention de la circulation routière pour plus qu’un bref instant.”
“Pour déterminer si le cas est de peu de gravité ou de gravité moyenne, l'autorité doit tenir compte de la gravité de la faute commise et de la réputation du contrevenant en tant que conducteur; la gravité de la mise en danger du trafic n'est prise en considération que dans la mesure où elle est significative pour la faute (cf. ATF 126 II 202 consid. 1a; 192 consid. 2b; 125 II 561 consid. 2b). La violation simple des règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 1 LCR sanctionne tant l'infraction légère que l'infraction moyennement grave (cf. arrêt TF 6B_1028/2008 du 16 avril 2009 consid. 3.7). Pour sa part, l'infraction sanctionnée par l'art. 16c al. 1 let. a LCR correspond en principe à la définition de l'infraction réprimée sur le plan pénal par l'art. 90 al. 2 LCR (cf. Mizel, Les nouvelles dispositions légales sur le retrait du permis de conduire in RDAF 2004 p. 395). Le Tribunal fédéral tient ces notions pour identiques à tous les égards (cf. ATF 120 Ib 285 consid. 1); il estime que, pour être punissable sous l'angle de l'art. 90 al. 2 LCR, le comportement du conducteur doit être particulièrement blâmable, soit, en d'autres termes, relever d'une négligence grossière. L'auteur doit avoir violé, par son comportement ou par une simple absence passagère, un devoir de prudence élémentaire qui lui était imposé de manière évidente par les circonstances. La création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui au sens de la disposition précitée est déjà donnée en cas de mise en danger abstraite accrue. Le critère déterminant pour admettre que l'on est en présence d'un danger abstrait sérieux ou accru réside dans l'imminence du danger (cf. ATF 122 II 228 consid. 3b). Subjectivement, l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, découlant à tout le moins d'une négligence grossière (cf. ATF 118 IV 84 consid. 2a; arrêt TF 1C_436/2019 du 30 septembre 2019 consid. 2.1). 4.2. En l'espèce, le recourant a manipulé son téléphone portable de la main gauche, à hauteur du volant, alors qu'il circulait à bord de son véhicule à Bulle, rue de l'Etang.”
Verurteilungen, die die einschlägigen Zeitfristen (Verjährungs- oder Berücksichtigungsfristen) überschreiten, können bei der Beurteilung von Verkehrsdelikten (z.B. im Zusammenhang mit der Verweigerung des CBVM) nicht berücksichtigt werden; massgeblich bleibt die nicht verjährte Verurteilung.
“C'est toutefois à juste titre que ces derniers faits n'ont pas été pris en considération dans la décision litigieuse. En effet, les faits du 30 novembre 2013 ont fait l'objet d'une condamnation entrée en force le 6 janvier 2015, soit il y a plus de cinq ans, tandis que ceux du 11 juin 2017, qui relèvent d'une contravention (art. 41 al. 1 et 4 let. a de la loi sur la navigation dans les eaux genevoises du 17 mars 2006 - LNav - H 2 05), remontent à plus de deux ans. Ils ne pouvaient donc être pris en compte pour refuser le CBVM sollicité. Il reste à examiner si la décision est justifiée au regard de la seule condamnation du 12 février 2020. Le recourant a été condamné pour conduite d'un véhicule automobile sans le permis de conduire requis (art. 95 al. 1 let. a de la loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 - LCR - RS 741.01), infraction passible d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire, et pour violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), infraction punie de l’amende, sa peine ayant été fixée à trente jours-amende à CHF 30.-, avec sursis et délai d'épreuve de trois ans, et à deux amendes de CHF 100.- et CHF 500.-. L'autorité intimée a estimé que du fait de cette condamnation, le recourant tombait sous le coup de l'art. 10 al. 1 let. a LCBVM, ce qui est conforme à la jurisprudence de la chambre administrative relative à la peine pécuniaire. Le recourant remet en cause cette jurisprudence et conteste son application à toute peine pécuniaire. Il n'y a néanmoins pas lieu d'examiner ces arguments, vu ce qui suit. En effet, pour l'infraction à l'art. 95 al. 1 let. a LCR, le recourant s'est vu infliger non pas une peine privative de liberté mais une peine pécuniaire de trente jours-amende à CHF 30.-, alors que la peine pécuniaire peut aller de trois à cent quatre-vingt jours amende (art. 34 al. 1 CP) et que le jour-amende est en général fixé de CHF 30.- à CHF 3'000.- (art. 34 al. 2 CP). La peine infligée s'inscrit donc dans la fourchette la plus basse des peines prévues pour l'infraction commise, la peine ayant en outre été assortie du sursis (art.”
Kombinationen von Sanktionen sind möglich: Es kann eine Geldstrafe in Tagessätzen mit einer Busse und gegebenenfalls mit Ersatzfreiheitsstrafe kombiniert werden. Nach Art. 42 Abs. 4 StGB (Verbindungsbusse) ist in solchen Fällen sicherzustellen, dass die Gesamtsanktion — namentlich die Summe der Tagessätze von Geldstrafe und allfälliger Verbindungsbusse — der Schuld des Täters entspricht; die Kombination darf somit nicht zu einer Überschreitung der schuldangemessenen Strafe führen.
“– festzusetzen. 2.4.Die Entschädigungsfrage folgt den gleichen Regeln wie der Kostenent- scheid. Es gilt der Grundsatz, dass bei Auferlegung der Kosten keine Entschädi- gung oder Genugtuung auszurichten ist (BGE 147 IV 47 E. 4.1; 145 IV 268 E. 1.2; 144 IV 207 E. 1.8.2; 137 IV 352 E. 2.4.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1290/2021 vom 31. März 2022 E. 5.1). Ausgangsgemäss verbleibt kein Raum für die bean- tragte Zusprechung einer Entschädigung (Urk. 45 Rz. 77) an den Beschuldigten. Es wird beschlossen: 1.Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil, Einzelgericht in Zivil- und Strafsachen, vom 7. Februar 2024 bezüglich der Dispositivzif- fern 2 (Freisprüche), 6 (Entscheid betreffend Zivilbegehren der Privatkläge- rin) und 7 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 2.Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. - 37 - Es wird erkannt: 1.Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, Art. 35 Abs. 3 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV. 2.Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 100.– und einer Busse von Fr. 2'000.–. 3.Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. 4.Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen. 5.Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 8) wird bestätigt. 6.Dem erbetenen Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird für die Un- tersuchung und das vorinstanzliche Verfahren eine reduzierte Prozessent- schädigung von Fr. 3'000.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichts- kasse zugesprochen. 7.Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–. 8.Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 9.Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten die Staatsanwaltschaft See/Oberland sowie in vollständiger Ausfertigung an die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten die Staatsanwaltschaft See/Oberland - 38 - und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw.”
“Da der Strafvollzug bedingt ausgesprochen wurde und Art. 90 Abs. 1 SVG als Grundtatbestand mit einer Busse, Art. 90 Abs. 2 SVG als qualifizierter Tatbestand mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe gesühnt wird, sind die Voraussetzungen einer Verbindungsbusse nach Art. 42 Abs. 4 StGB erfüllt. Die Verbindungsbusse dient nach Art. 42 Abs. 4 StGB vorab dazu, die Schnittstellenproblematik zwischen der unbedingten Busse (für Übertretungen) und der bedingten Geldstrafe (für Vergehen) zu entschärfen (BGE 134 IV 60 E. 7.3.1, mit Hinweisen). Hinsichtlich deren Bemessung hat das Bundesgericht festgehalten, dass die Geldstrafe und die Verbindungsbusse zusammen eine schuldangemessene Sanktion darstellen müssen, das heisst, die Gesamtzahl der Tagessätze habe dem Verschulden des Täters zu entsprechen. Es sei nicht zulässig, über die nach dem Tatschuldprinzip bemessene Strafe hinauszugehen. Die Strafenkombination solle nicht etwa zu einer Straferhöhung führen oder eine zusätzliche Strafe ermöglichen. Sie erlaube lediglich innerhalb der schuldangemessenen Strafe eine täter- und tatangemessene Sanktion, wobei die kombinierten Strafen in ihrer Summe schuldangemessen sein müssten.”
Klagt der Halter, ein Dritter habe das Fahrzeug benützt, entbindet ihn dies nur, wenn er die Identität des tatsächlichen Lenkers offenlegt oder nachweist. Unterbleibt ein solcher Nachweis und verbleiben eine pauschale Bestreitung des Halters sowie eine Beweis‑/Indizienlage zugunsten der Fahrereigenschaft des auf dem Bild erkennbaren Fahrers, kann aus der Halterschaft zusammen mit dieser Beweislage auf die Fahrereigenschaft des Halters geschlossen werden.
“Par ailleurs, l'homme visible sur l'image radar n'a pas l'apparence physique de l'appelant, si l'on en croit la description que ce dernier fait de lui-même. A le suivre toujours, c'est un tiers, autorisé à faire usage de son véhicule en son absence, dans le cadre des soins à dispenser à ses animaux domestiques, qui s'en serait servi ce jour-là – et aurait, partant, commis l'excès de vitesse –. A cet égard, l'hypothèse d'une "doublette", c'est-à-dire d'une contrefaçon ou d'une usurpation de plaques, doit sans doute être écartée car elle n'est nullement démontrée par la procédure, aucun élément ne venant l'étayer, à commencer par une plainte ou dénonciation pénale. Cela étant, faute pour le prévenu d'avoir fourni au SDC les coordonnées du tiers conducteur, c'est à lui qu'il appartient, en sa qualité de détenteur, de régler l'amende (art. 7 al. 5 LAO). Ce n'est pas au SDC d'investiguer à ce sujet, encore moins à l'étranger, au prix de démarches hasardeuses et d'efforts qui deviendraient vite disproportionnés. L'appelant sera par conséquent reconnu coupable d'infraction à l'art. 90 al. 1 LCR et condamné à une amende d'ordre de CHF 40.- – une amende d’ordre peut également être infligée dans la procédure pénale ordinaire (art. 14 LAO). En revanche, il n'y a pas lieu de prononcer de peine privative de liberté de substitution pour le cas où A______ ne paierait pas l'amende. En tant que lex specialis, la LAO déroge, en effet, au système des sanctions contraventionnelles de l'art. 106 CP (L. MOREILLON / A. MACALUSO / N. QUELOZ / N. DONGOIS [éds], Commentaire romand, Code pénal II, Bâle 2017, n. 24 ad art. 106 CP). 3. L'appelant, qui succombe sur l'essentiel, supportera 4/5èmes des frais de la procédure envers l'État (art. 428 CPP). PAR CES MOTIFS LE PRÉSIDENT DE LA CHAMBRE PÉNALE D'APPEL ET DE RÉVISION Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement rendu le 7 juin 2023 par le Tribunal de police dans la procédure P/545/2023. L'admet très partiellement. Et, statuant à nouveau : Déclare A______ coupable de violation des règles de la circulation routière (art. 90 al.”
“Aus dem Gesagten erhellt, dass aufgrund der Halterschaft des Berufungsklägers, seiner pauschalen Bestreitung seiner Täterschaft und der dargestellten Beweis- und Indizienlage im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erstellt ist, dass der Berufungskläger der Lenker auf dem in Frage stehenden Radarbild war. In rechtlicher Hinsicht sprach das Strafgericht den Berufungskläger bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 32 km/h auf der Autobahn zu Recht wegen einer Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig (vgl. Weissenberger, a.a.O., Art. 90 N 33; Fiolka, in: Basler Kommentar, 2014, Art. 90 SVG N 34 ). Dem Berufungskläger zu folgen ist einzig, dass ihm entgegen dem vorinstanzlichen Dispositiv keine Verletzung von Art. 5 der Verkehrsregelnverordnung (VRV, SR 741.11) vorgeworfen werden kann (vgl. Plädoyer Berufungsverhandlung S. 8, Strafakten S. 169). Dies ändert aber am Ergebnis nichts. Ebenso nichts am Ausgang des Verfahrens zu ändern vermag schliesslich der Einwand des Berufungsklägers, dass das Strafgericht ausführte, er habe die Verkehrsregelverletzung am Abend des 15. April 2019 begangen, obschon ihm im Strafbefehl die Tatbegehung am 18. Januar 2019 vorgeworfen worden sei (vgl. Plädoyer Berufungsverhandlung S. 8, Strafakten S. 169). Dabei handelte es sich offenkundig um ein redaktionelles Versehen, welches darauf zurückzuführen sein dürfte, dass der Strafbefehl vom 15. April 2019 datiert (vgl. Strafakten S. 3). Es erfolgt somit ein Schuldspruch wegen einer Verletzung der Verkehrsregeln nach Art.”
Fehlen objektiver Hinweise auf einen Schaden (z. B. sichtbare Dellen, Fotografien) und/oder das Ausbleiben einer Antwort des angeblich Geschädigten können die Glaubwürdigkeit der Darstellung des Fahrers stützen und so die Beurteilung des tatbestandsmässigen Verhaltens nach Art. 90 Abs. 1 SVG beeinflussen. Umgekehrt rechtfertigt unsicheres oder unzureichendes Beweismaterial nicht automatisch einen Freispruch, sofern eine genaue rechtliche Würdigung und ausreichende Begründung dies nicht ausschliessen.
“En considération de cette évolution législative, il y a de manière générale lieu de s'attendre à un contrôle de l'alcoolémie en cas d'accident, sous réserve que celui-ci soit indubitablement imputable à une cause totalement indépendante du conducteur (ATF 142 IV 324 consid. 1.1.2 et 1.1.3 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_730/2019 du 9 août 2019 consid. 2.1). 4.2.4. Sur le plan subjectif, l'infraction est intentionnelle, le dol éventuel étant suffisant (arrêts du Tribunal fédéral 6B_158/2019 du 12 mars 2019 consid. 1.1.1 ; 6B_384/2015 du 7 décembre 2015 consid. 5.3). Tel est le cas lorsque le conducteur connaissait les faits fondant son obligation d'avertir la police et la haute vraisemblance de l'ordre de prise de sang et que l'omission de l'annonce à la police qui était sans autre possible – ne peut raisonnablement s'expliquer que par l'acceptation du risque d'une entrave à la prise de sang (ATF 131 IV 36 consid. 2.2). 4.3.1. Il est établi et non contesté que l'appelant s'est rendu coupable d'infraction à l'art. 90 al. 1 LCR en percutant, lors d'une marche arrière, le pare-chocs avant d'un véhicule stationné. Se pose la question de savoir s'il a violé son obligation d'aviser la police en cas d'accident et s'est rendu coupable de dérobade. L'appelant ne conteste pas avoir quitté les lieux de l'accident sans avoir attendu la police. Il a néanmoins expliqué ne pas avoir constaté de dégâts sur les deux véhicules, version qui apparait crédible, le rapport d'intervention ne contenant pas de photographie des véhicules et mentionnant que les policiers n'ont pas été capables de déterminer le point de choc avec précision. En outre, bien que n'étant pas une preuve stricte de l'absence de dégâts, l'absence de réponse au courrier du TP par le détenteur de l'autre véhicule, malgré des relances, appuie les déclarations de l'appelant. Du reste, aucun élément objectif du dossier ne vient contredire ses déclarations, selon lesquelles il aurait notamment pris langue avec le détenteur de l'autre véhicule, proposé d'établir un constat à l'amiable et de prendre sa plaque d'immatriculation en photographie, respectivement qu'il n'aurait quitté les lieux qu'une fois l'ambiance devenue tendue et afin de se rendre auprès de ses enfants.”
“On ne peut pas non plus partir du principe que les parties à la vente ont manqué à leurs obligations à cet égard, alors qu'elles se seraient ainsi exposées à une amende (article R322-4 VII du Code de la route français) et, s'agissant du vendeur, à continuer à assumer la responsabilité du détenteur (cf. https://www.declaration-cession.fr/a/pourquoi-declarer-la-cession-vehicule). En ignorant les informations transmises par les autorités françaises et en retenant le doute sur la base d'un document insuffisamment probant, le TP a arrêté les faits de manière manifestement inexacte. Son raisonnement apparaît arbitraire non seulement sur le plan de la motivation, mais aussi sur celui du résultat, dès lors qu'il aboutit à l'acquittement de l'intimé. Il est pour le surplus établi de manière conforme au droit que le véhicule du précité était garé en violation de l'obligation de verser une taxe selon les prescriptions figurant sur le parcomètre. Le jugement querellé sera dès lors réformé dans le sens que l'intimé est reconnu coupable de contravention aux art. 27 al. 1 LCR et 47b al. 1 OSR (art. 90 al. 1 LCR). 2.5. Conformément à l'art. 14 LAO, compte tenu de l'absence de toute instruction complémentaire dans le cadre de la procédure ordinaire, il sera prononcé contre lui une amende d'ordre de CHF 40.-. 3. L'appelant, qui succombe et dont la culpabilité est en définitive reconnue, supportera les frais de la procédure de première instance et ceux de la procédure d'appel, ces derniers comprenant un émolument de décision de CHF 500.- (art. 428 al. 3 et 426 al. 1 CPP ; art. 428 al. 1 CPP et 14 al. 1 let. e du règlement fixant le tarif des frais en matière pénale [RTFMP]) * * * * * PAR CES MOTIFS, LA PRÉSIDENTE DE LA CHAMBRE PÉNALE D'APPEL ET DE RÉVISION : Reçoit l'appel formé par le Ministère public contre le jugement rendu le 6 septembre 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/4260/2021. L'admet. Annule ce jugement. Et statuant à nouveau : Reconnaît A______ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR cum art. 27 al. 1 LCR et art.”
Geschwindigkeitsregeln dienen der Verlängerung der Reaktionszeit und der Milderung von Unfallfolgen; die signalisierte Höchstgeschwindigkeit gilt nur bei günstigen Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen.
“Objektive Tatschwere Art. 90 SVG schützt mit seiner Blankettstruktur verschiedene Rechtsgüter, die jeweils von der verletzten Verkehrsregel abhängig sind. Geschwindigkeitsbeschränkungen dienen einerseits dazu, dass den Verkehrsteilnehmenden mehr Reaktionszeit zur Verfügung steht; andererseits sind die Unfallfolgen bei niedriger Geschwindigkeit meist weniger gravierend. Im weitesten Sinne wird mit der Bestimmung das Leib und Leben der mit dem Strassenverkehr in Kontakt kommenden Personen geschützt (Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N 7 f. zu Art. 90 SVG; Urteil der”
“Objektive Tatschwere Art. 90 SVG schützt mit seiner Blankettstruktur verschiedene Rechtsgüter, die jeweils von der verletzten Verkehrsregel abhängig sind. Geschwindigkeitsbeschränkungen dienen einerseits dazu, dass den Verkehrsteilnehmenden mehr Reaktionszeit zur Verfügung steht; andererseits sind die Unfallfolgen bei niedriger Geschwindigkeit meist weniger gravierend. Im weitesten Sinne wird mit der Bestimmung das Leib und Leben der mit dem Strassenverkehr in Kontakt kommenden Personen geschützt (Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N 7 f. zu Art. 90 SVG; Urteil der”
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer die Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Dabei handelt es sich um ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Der Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG kann sowohl vorsätzlich als auch fahrlässig begangen werden (vgl. Art. 100 Ziff. 1 SVG; GERHARD FIOLKA, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 29 f. zu Art. 90 SVG). Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG hat der Lenker sein Fahrzeug ständig so zu beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss jederzeit in der Lage sein, auf die jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckmässig zu reagieren. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 [VRV; SR 741.11]). Zu diesen Pflichten gehört, dass der Fahrzeuglenker die Geschwindigkeit stets den Umständen anpasst, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen (Art. 32 Abs. 1 Satz 1 SVG), und nur so schnell fährt, dass er innerhalb der überblickbaren Strecke halten kann (Art. 4 Abs. 1 VRV; BGE 126 IV 91 E. 4a/bb). Die signalisierte Höchstgeschwindigkeit darf nicht unter allen Umständen ausgefahren werden, sondern gilt nur bei günstigen Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen (BGE 121 II 127 E.”
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer die Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Dabei handelt es sich um ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Der Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG kann sowohl vorsätzlich als auch fahrlässig begangen werden (vgl. Art. 100 Ziff. 1 SVG; GERHARD FIOLKA, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 29 f. zu Art. 90 SVG). Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG hat der Lenker sein Fahrzeug ständig so zu beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss jederzeit in der Lage sein, auf die jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckmässig zu reagieren. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 [VRV; SR 741.11]). Zu diesen Pflichten gehört, dass der Fahrzeuglenker die Geschwindigkeit stets den Umständen anpasst, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen (Art. 32 Abs. 1 Satz 1 SVG), und nur so schnell fährt, dass er innerhalb der überblickbaren Strecke halten kann (Art. 4 Abs. 1 VRV; BGE 126 IV 91 E. 4a/bb). Die signalisierte Höchstgeschwindigkeit darf nicht unter allen Umständen ausgefahren werden, sondern gilt nur bei günstigen Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen (BGE 121 II 127 E.”
Die Vorinstanz hat ihr Urteil ausführlich begründet und festgestellt, dass das Verhalten des Beschwerdeführers den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Sie hat Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe, namentlich eine Notwehrlage, verneint. Die Beschwerde wiederholt primär appellatorische Einwendungen und weist keine dargelegte Rechtsverletzung auf.
“Der Beschwerdeführer beanstandet seine Verurteilung, verlangt eine Urteilsaufhebung, einen Freispruch sowie die Überbindung der Verfahrenskosten auf die Staatskasse. Seine Sachrügen gehen allerdings nicht über eine rein appellatorische und damit unzulässige Kritik am angefochtenen Urteil hinaus. Er beschränkt sich darauf, seinen bereits im kantonalen Verfahren vorgebrachten Standpunkt respektive seine Version des Geschehens zu wiederholen. Diese Version wurde von der Vorinstanz jedoch mit einlässlicher Begründung verworfen und seine Kritik widerlegt. Die Vorinstanz hat zudem im Einzelnen dargelegt, weshalb das Verhalten des Beschwerdeführers den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, keine Rechtfertigungs- und Schuldausschliessungsgründe bestehen, insbesondere keine Notwehrsituation vorliegt und eine Verurteilung wegen einfacher Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG ausser Betracht fällt. Dass und inwiefern ihre Erwägungen Recht im Sinne von Art. 95 BGG verletzen könnten, zeigt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde nicht auf. Seine Hinweise, das Ganze habe mit dem Innenspiegel nicht viel zu tun, das Einschalten der Warnblinkanlage sei ihm nicht in den Sinn gekommen und die "Situation" sei durch das hinter ihm mit Fernlicht fahrende Fahrzeug mitverursacht worden, vermögen eine Bundesrechtswidrigkeit nicht im Ansatz darzutun. Inwiefern der gestützt auf Art. 428 StPO ergangene vorinstanzliche Kostenspruch gegen geltendes Recht verstossen könnte, vermag der Beschwerdeführer ebenfalls nicht in einer den Formerfordernissen genügenden Weise zu sagen. Nach dem Gesagten genügt die Beschwerde den gesetzlichen Begründungsanforderungen an eine Beschwerde (Art.”
Die Strafzumessung nach Art. 90 Abs. 1 SVG erfolgt in der Praxis unter Bezugnahme auf die VBRS‑Richtlinien; diese sehen für innerorts eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit um 16–20 km/h einen bestimmten Bussenrahmen vor, welcher in den zitierten Gerichtsentscheiden bei der Bemessung der Busse herangezogen wurde.
“Subsumtion Auch für die Subsumtion kann integral auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 130, S. 15 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Das Überschreiten der allgemeinen bzw. signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts nach den vom ASTRA vorgegebenen Messabzügen um insgesamt 19 km/h ist als einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG zu qualifizieren. Die Beschuldigte überschritt die Geschwindigkeit wissentlich und willentlich und verstiess somit vorsätzlich gegen die massgebenden Verkehrsregeln. Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgründe liegen keine vor. Die Beschuldigte ist entsprechend in Anwendung von Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 SVG und Art. 4a Abs. 1 Bst. a VRV der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, begangen am 3. Dezember 2021 in I.________ durch einfache Verkehrsregelverletzung (Überscheiten allgemeiner, fahrzeugbedingter oder signalisierter Höchstgeschwindigkeit), schuldig zu erklären. IV. Strafzumessung Einfache Verkehrsregelverletzungen werden nach Art. 90 Abs. 1 SVG mit Busse bis zu CHF 10'000.00 geahndet (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS-Richtlinien) sehen für eine Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit um 16 bis 20 km/h innerorts eine Busse von CHF”
“Nach Abzug einer Sicherheitsmarge von 5 km/h überschritt er die geltende Höchstgeschwindigkeit um 19 km/h. Damit befolgte der Beschuldigte die vorhandenen Signale nicht und erfüllte somit den objektiven Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung. Auf der subjektiven Seite kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 88, S. 11 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Da auch bereits die fahrlässige Begehung strafbar ist, ist auch der subjektive Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung erfüllt, indem der Beschuldigte durch pflichtwidrige Unvorsichtigkeit nicht auf seine Geschwindigkeit achtete. Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind weder ersichtlich noch wurden solche dargetan. Der Beschuldigte ist der einfachen Verkehrsregelverletzung schuldig zu erklären. Die vorinstanzliche Urteilsbegründung erweist sich als korrekt und rechtsfehlerfrei. IV. Strafzumessung Einfache Verkehrsregelverletzungen werden nach Art. 90 Abs. 1 SVG mit Busse bis zu CHF 10'000.00 geahndet (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS-Richtlinien) sehen für eine Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit um 16 bis 20 km/h innerorts eine Busse von CHF”
Aus den Entscheiden ergibt sich, dass in der Schweiz ausgestellte Fahrberechtigungen oder in anderen Staaten erworbene Ausbildungsnachweise nicht in jedem Fall anerkannt sind; bestimmte Atteste können nur in dem ausstellenden Staat gelten. Ist eine Person in der Schweiz (kantonal) domicilieṟt, kann dies dazu führen, dass für das Fahren in der Schweiz das schweizerische Führerdokument bzw. die schweizerischen Erfordernisse massgeblich sind.
“Dès lors, sauf à considérer à tort qu'il avait tenté d'obtenir à la va-vite un permis de conduire français après le contrôle de police du 27 janvier 2022, il voyait mal quel avantage indu il aurait pu tirer de l'obtention d'un permis de conduire en France plutôt qu'en Suisse. Étant alors et toujours domicilié en France, il n'avait éludé aucune règle de compétence dans le cadre de l'obtention de son permis de conduire en France. À l'appui de son recours il a produit des pièces, dont notamment son permis de conduire, une attestation de suivi de la formation pratique du brevet de sécurité routière du 28 août 2021 et une attestation de sécurité routière du 30 septembre 2021. 10. Dans sa réponse du 8 janvier 2024, l'OCV a conclu au rejet du recours. Par ordonnance pénale rendue le 22 août 2022, entrée en force, le Ministère public genevois avait reconnu le recourant coupable de conduite sans permis de conduire (art. 95 al.1 let. a LCR), de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et d'infraction à l'art. 19a ch. 1 LStup. En effet, ce dernier était uniquement titulaire d'une attestation de suivi de la formation pratique du brevet de sécurité routière, laquelle n'était valable que sur le territoire français et était au moment du contrôle au demeurant échue. De plus, il s'était fait délivré un permis de conduire français le 2 février 2022 pour la catégorie AM obtenue le 28 août 2021. Or selon le registre de l'OCPM, il était officiellement domicilié à Genève depuis le 1er août 2015, ce qui était toujours d'actualité, selon la fiche de l'OCPM imprimée le 4 janvier 2024 qu'il joignait. Il n'était ainsi pas autorisé à se faire délivrer un permis de conduire français le 2 février 2022 en étant légalement domicilié sur le territoire suisse, violant dès lors les art. 5k, 42 et 45 de l'OAC. 11. Par réplique du 31 janvier 2024, sous la plume de son conseil, le recourant a rappelé qu'il avait obtenu un permis de conduire en France sur conseils de l'OCV. De plus, ce dernier se fondait exclusivement sur les données de l'OCPM afin de contester son domicile français.”
“P/1955/2020 AARP/75/2022 du 18.03.2022 sur JTDP/706/2021 ( PENAL ) , ADMIS Descripteurs : CONDUITE SANS AUTORISATION;MOTOCYCLE LÉGER;FRONTALIER;PERMIS DE CONDUIRE Normes : LCR.95.al1.leta; OAC.42; OETV RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/1955/2020 AARP/75/2022 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 18 mars 2022 Entre LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, appelant, contre le jugement JTDP/706/2021 rendu le 1er juin 2021 par le Tribunal de police, et A______, domicilié ______[GE], comparant par Me B______, avocat, ______ Genève, intimé. EN FAIT : A. a. En temps utile, le Ministère public (MP) appelle du jugement du 1er juin 2021, par lequel le Tribunal de police (TP) a acquitté A______ de conduite sans permis de conduire (art. 95 al. 1 let. a de la loi fédérale sur la circulation routière [LCR]), l'a reconnu coupable de violation simple des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR cum art. 27 al. 1 et art. 8 al. 3 de l'ordonnance sur les règles de la circulation routière [OCR] et 74b de l'ordonnance sur la signalisation routière [OSR]), l'a condamné à une amende de CHF 200.- (peine privative de liberté de substitution : deux jours), et l'a condamné au paiement de CHF 736.- de frais de procédure. Il a condamné l'Etat de Genève à verser à A______ CHF 2'474.40 à titre d'indemnité pour les dépenses occasionnées par l'exercice raisonnable de ses droits de procédure. Le MP entreprend partiellement ce jugement, concluant à la culpabilité de A______ de conduite sans permis de conduire et à sa condamnation à une peine pécuniaire de 30 jours-amende, à CHF 120.- l'unité, assortie du sursis, ainsi qu'à une amende de CHF 720.- à titre de sanction immédiate, sous suite de frais. b. Selon l'ordonnance pénale du 5 février 2020, il est reproché à A______ d'avoir circulé, à Genève, le 13 janvier 2020, aux alentours de 17h40, sur le pont Sous-Terre en direction de la rue des Deux-Ponts, au guidon du motocycle immatriculé en France 1______, alors qu'il n'était pas titulaire du permis de conduire requis, étant précisé qu'il était titulaire d'une attestation de suivi de formation à la conduite de motocycles légers valable uniquement sur le territoire français.”
Bei einfachen Verstössen gegen art. 90 Abs. 1 SVG können Gerichte den für die Verteidigung vergüteten Zeitaufwand bzw. den Stundensatz auf ein angemessenes, der Schwere und der Schwierigkeit des Falls entsprechendes Niveau begrenzen. Vorgelegte Honorarnoten können bei fehlender Verhältnismässigkeit gekürzt werden; andererseits können Gerichte in geeigneten Fällen eine der Angemessenheit entsprechende Entschädigung zusprechen.
“En l'occurrence, la défense de l'intimée en appel ne justifiait raisonnablement pas plus de quatre heures d'activité, soit une heure consacrée aux communications diverses, une heure d'étude du dossier, lequel était déjà bien connu du conseil, et deux heures pour la rédaction de l'écriture produite. En conséquence, une indemnité de CHF 1'292.40 (4 x CHF 300.- + CHF 92.40 de TVA) sera allouée à l'intimée pour ses frais de défense en appel. Il ne se justifie pas de revenir sur l'indemnité allouée à ce titre à l'intimée en première instance, au vu de l'acquittement confirmé. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA PRÉSIDENTE DE LA CHAMBRE PÉNALE D'APPEL ET DE RÉVISION : Reçoit l'appel formé par le Ministère public contre le jugement JTDP/118/2022 rendu le 7 février 2022 par le Tribunal de police dans la procédure P/887/2021. Le rejette. Laisse les frais de la procédure d'appel à la charge de l'État. Alloue à A______ une indemnité de CHF 1'292.40 pour ses frais de défense en appel (art. 429 al. 1 let. a CPP). Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Acquitte A______ de contravention aux devoirs en cas d'accident (art. 51 LCR cum 90 92 [rectification d'office: art. 83 al. 1 CPP] al.1 LCR). Condamne A______ à une amende de CHF 100.- (art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de 1 jour. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Condamne A______ aux frais de la procédure, arrêtés à CHF 200.-. (art. 426 al. 1 CPP). Condamne l'Etat de Genève à verser à A______ CHF 500.- à titre d'indemnité pour les dépenses occasionnées par l'exercice raisonnable de ses droits de procédure (art. 429 al. 1 let. a CPP)." Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police et à l'Office cantonal des véhicules. Le greffier : Alexandre DA COSTA La présidente : Alessandra CAMBI FAVRE-BULLE Indication des voies de recours : Conformément aux art.”
“- sont également demandés à titre de frais et débours pour le remboursement des frais de moyens de preuve par l'appelant. Cela étant, la note d'honoraires déposée par le conseil de l'appelant apparaît disproportionnée au vu de la nature et de la difficulté de la cause. En effet, il est question d'une contravention, soit d'une infraction de peu de gravité qui ne présente pas de complexité particulière. Les 29.02 heures d'activité de stagiaire ainsi que les montants relatifs aux frais et débours sont exagérés. Une indemnité fixée ex aequo et bono, à CHF 7'668.25, TVA à 7.7% incluse en CHF 548.25, ce qui correspond à 10 heures d'activité de stagiaire au tarif de 200.-/h et 12.8 heures d'activité de chef d'étude sera accordée. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement rendu le 6 juillet 2020 par le Tribunal de police dans la procédure P/15311/2019. L'admet. Annule ce jugement. Et statuant à nouveau : Acquitte A______ de violation simple des règles de la circulation routière (art. 32 al. 1 LCR cum art. 90 al. 1 LCR). Condamne l'Etat de Genève à verser à A______ CHF 7'668.25, à titre d'indemnité pour les dépenses occasionnées par l'exercice raisonnable de ses droits de procédure au cours de la procédure préliminaire et de première instance (art. 429 al. 1 let. a CPP). Laisse les frais de la procédure à la charge de l'Etat. Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police. La greffière : Joëlle BOTTALLO La présidente : Catherine GAVIN Indication des voies de recours : Conformément aux art. 78 ss de la loi fédérale sur le Tribunal fédéral (LTF), le présent arrêt peut être porté dans les trente jours qui suivent sa notification avec expédition complète (art. 100 al. 1 LTF), par-devant le Tribunal fédéral (1000 Lausanne 14), par la voie du recours en matière pénale.”
Kurzfristige, örtlich begrenzte oder weniger gravierende Gefährdung, das Fehlen früherer Führerscheinentzüge sowie eine beruflich notwendige Nutzung des Fahrzeugs können als mildernde Umstände berücksichtigt werden und zu milderen administrativen Massnahmen bis hin zum Verzicht auf einen Entzug führen.
“La mise en danger avait été brève et devait être relativisée au vu de la configuration des lieux, soit environ 300 m après la localité et alors qu’aucune habitation ou chemin fréquenté ne se trouvait sur le tronçon concerné, ni aucun passage piéton ou panneau de signalisation faisant état d’un danger particulier. Le dépassement avait été bref. Elle n’avait fait l’objet d’aucun retrait de permis de conduire en Suisse ou à l’étranger précédemment, le fait qu’elle ait converti son permis de conduire en 2015 n’y changeait rien. Enfin, elle avait subi une fracture du bassin qui l’empêchait et l’empêcherait encore longtemps de se déplacer sur de longues distances à pied. Elle nécessitait donc d’un véhicule pour ses besoins professionnels. Elle a produit le jugement du Tribunal de police du 9 janvier 2024 la condamnant pour les faits survenus le 20 juin 2022, à une peine pécuniaire de 100 jours-amende, à CHF 540.-, avec sursis, délai d’épreuve 3 ans, et à une amende de CHF 2’000.-, pour violation graves des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR). 16. Dans sa duplique du 5 mars 2024, l’OCV a « laissé la cause à juger ». EN DROIT 1. Le Tribunal administratif de première instance connaît des recours dirigés, comme en l’espèce, contre les décisions de l'office cantonal des véhicules (art. 115 al. 1 et 116 al. 1 de la loi sur l’organisation judiciaire du 26 septembre 2010 - LOJ - E 2 05 ; art. 17 de la loi d'application de la législation fédérale sur la circulation routière du 18 décembre 1987 - LaLCR - H 1 05). 2. Interjeté en temps utile et dans les formes prescrites devant la juridiction compétente, le recours est recevable au sens des art. 62 à 65 de la loi sur la procédure administrative du 12 septembre 1985 (LPA - E 5 10). 3. Le litige porte sur la conformité au droit du retrait de permis de conduire de la recourante pour une durée de cinq mois. 4. Les infractions à la LCR sont réparties en fonction de leur gravité en trois catégories distinctes, assorties de mesures administratives minimales : les infractions légères, moyennement graves et graves (art.”
“La mise en danger avait été brève et devait être relativisée au vu de la configuration des lieux, soit environ 300 m après la localité et alors qu’aucune habitation ou chemin fréquenté ne se trouvait sur le tronçon concerné, ni aucun passage piéton ou panneau de signalisation faisant état d’un danger particulier. Le dépassement avait été bref. Elle n’avait fait l’objet d’aucun retrait de permis de conduire en Suisse ou à l’étranger précédemment, le fait qu’elle ait converti son permis de conduire en 2015 n’y changeait rien. Enfin, elle avait subi une fracture du bassin qui l’empêchait et l’empêcherait encore longtemps de se déplacer sur de longues distances à pied. Elle nécessitait donc d’un véhicule pour ses besoins professionnels. Elle a produit le jugement du Tribunal de police du 9 janvier 2024 la condamnant pour les faits survenus le 20 juin 2022, à une peine pécuniaire de 100 jours-amende, à CHF 540.-, avec sursis, délai d’épreuve 3 ans, et à une amende de CHF 2’000.-, pour violation graves des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR). 16. Dans sa duplique du 5 mars 2024, l’OCV a « laissé la cause à juger ». EN DROIT 1. Le Tribunal administratif de première instance connaît des recours dirigés, comme en l’espèce, contre les décisions de l'office cantonal des véhicules (art. 115 al. 1 et 116 al. 1 de la loi sur l’organisation judiciaire du 26 septembre 2010 - LOJ - E 2 05 ; art. 17 de la loi d'application de la législation fédérale sur la circulation routière du 18 décembre 1987 - LaLCR - H 1 05). 2. Interjeté en temps utile et dans les formes prescrites devant la juridiction compétente, le recours est recevable au sens des art. 62 à 65 de la loi sur la procédure administrative du 12 septembre 1985 (LPA - E 5 10). 3. Le litige porte sur la conformité au droit du retrait de permis de conduire de la recourante pour une durée de cinq mois. 4. Les infractions à la LCR sont réparties en fonction de leur gravité en trois catégories distinctes, assorties de mesures administratives minimales : les infractions légères, moyennement graves et graves (art.”
Art. 90 Abs. 1 SVG tritt in der Praxis häufig gemeinsam mit anderen Straftatbeständen auf; die vorgelegten Entscheide zeigen Fälle, in denen Verletzungen der Verkehrsregeln zusammen mit Drogendelikten oder Gewaltdelikten verfolgt wurden. Ebenfalls kommt in den Entscheiden wiederholt Fahren ohne Führerausweis vor. Solche kumulativen Tatbestände können bei der Strafzumessung berücksichtigt werden.
“Par acte expédié le 3 mars 2025, A______ recourt contre l'ordonnance du 19 février 2025, communiquée par pli simple, par laquelle le Ministère public a disjoint la procédure P/1______/2025 de la procédure P/4454/2025. Le recourant conclut à l'annulation de cette ordonnance. Préalablement, il sollicite la désignation de son conseil en qualité de défenseur d'office et l'exonération de toute avance de frais, ainsi que de pouvoir compléter son recours une fois qu'il aura pu consulter le dossier des procédures susvisées, dont il requiert la transmission par l'autorité intimée. B. Les faits pertinents suivants ressortent du dossier : a. A______ fait l'objet d'une procédure pénale P/2______/2024 ouverte contre lui pour contrainte (art. 181 CP), menaces (art. 180 CP), tentative de lésions corporelles simples (art. 123 cum 22 CP), lésions corporelles simples, tentative de lésions corporelles graves (art. 122 cum 22 CP), voies de fait (art. 126 CP), insoumission à une décision de l'autorité (art. 292 CP) et violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), laquelle est en cours d'instruction. b.a. Le 18 février 2025, il a été interpellé par la police à la rue de Lausanne (GE), alors qu'il était passager d'un véhicule de location [de marque] C______ immatriculé GE 3______, loué par ses soins, et conduit par D______. Dans le coffre dudit véhicule, la police a découvert deux sacs contenant 105 flacons de MAKATUSSIN [médicament contenant un opioïde, délivré sous ordonnance, et détourné pour ses effets psychotropes]. b.b. Le lendemain, il a été prévenu, dans cette procédure ouverte sous le numéro de procédure P/4454/2025, d'infraction à l'art. 19 al. 1 LStup et de consommation de stupéfiants (art. 19a ch. 1 LStup) pour les faits susvisés, soit d'avoir, de concert avec D______, détenu 105 flacons de MAKATUSSIN en vue de sa consommation personnelle et de la vente. Il lui est également reproché, dans cette même procédure, d'avoir circulé sans permis de conduire au volant du véhicule C______ immatriculé GE 3______ entre le 29 janvier et le 18 février 2025, ainsi qu'au volant d'un autre véhicule de location C______/4______ [modèle] immatriculé GE 5______, entre le 10 et le 29 janvier 2025 (art.”
“Quant à l'iPhone figurant sous chiffre 1 de l'inventaire n° 33512120211031 du 31 octobre 2021, le prévenu l'a utilisé dans le cadre du trafic de stupéfiants auquel il s'adonnait, notamment en publiant sur SnapChat un message signalant qu'il était disponible pour la vente de drogue. Ainsi, les trois téléphones portables appartenant au prévenu ont servi à la commission d'infractions. Ils seront par conséquent séquestrés, confisqués et détruits. 4. Compte tenu du verdict de culpabilité et en application de l'art. 426 al. 1 CPP, le prévenu sera condamné au paiement des 3/5 des frais de la procédure, qui s'élèvent à CHF 9'803.-, y compris un émolument de jugement de CHF 1'500.-. 5. L'indemnité due au conseil nommé d'office sera fixée conformément à l'art. 135 CPP. PAR CES MOTIFS, LE TRIBUNAL CORRECTIONNEL statuant contradictoirement : Déclare X______ coupable de brigandage (art. 140 ch. 1 CP), de vol par métier (art. 139 ch. 1 et 2 aCP), de violation de domicile (art. 186 CP), de dommages à la propriété (art. 144 al. 1 CP), de vol (art. 139 ch. 1 aCP), de violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), de conduite sans autorisation (art. 95 al. 1 let. a LCR), d'incendie intentionnel de peu d'importance (art. 221 al. 1 et 3 CP), de tentative de lésions corporelles simples aggravées (art. 22 al. 1 cum art. 123 ch. 1 et 2 aCP), de violence ou menace contre les autorités et les fonctionnaires (art. 285 ch. 1 aCP), de lésions corporelles simples aggravées (art. 123 ch. 1 et 2 aCP), d'infraction à l'art. 38 de la loi sur les substances explosibles (aLExpl), d'empêchement d'accomplir un acte officiel (art. 286 CP), d'utilisation frauduleuse d'un ordinateur (art. 147 al. 1 aCP), de tentative d'utilisation frauduleuse d'un ordinateur (art. 22 al. 1 CP cum art. 147 al. 1 aCP), d'infraction à l'art. 19 al. 1 let. c et d de la loi fédérale sur les stupéfiants (LStup) et d'infraction à l'art. 19a ch. 1 de la loi fédérale sur les stupéfiants (LStup). Acquitte X______ des chefs de vol (art. 139 ch. 1 aCP) en lien avec le point 1.2.4. de l'acte d'accusation et d'appropriation illégitime (art. 137 ch.”
“verurteilt. Er hatte sich insbesondere eine fremde Identitätskarte unrechtmässig angeeignet (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Frauenfeld vom 26. September 2017, edierte Akten SUV_F.2017.830). - Am 9. Juli 2018 wurde der Beschuldigte wegen Führens eines Motorfahrzeugs ohne erforderlichen Führerausweise i.S. des SVG (Art. 95 Abs. 1 Bst. a SVG) und Verletzung der Verkehrsregeln i.S. des SVG (Art. 90 Abs. 1 SVG) zu einer unbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 18 Tagen sowie zu einer Busse von CHF”
“* * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel de A______ et l'appel joint du Ministère public formés contre le jugement rendu le 3 juin 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/12795/2019. Les rejette. Ordonne le maintien des mesures de substitution prévues dans l'ordonnance du Tribunal des mesures de contrainte du 23 avril 2021 jusqu'au début de l'exécution de la peine. Condamne A______ aux 2/3 des frais de la procédure d'appel, en CHF 2'325.-, qui comprennent un émolument de CHF 2'000.-, et laisse le solde de ces frais à la charge de l'Etat. Arrête à CHF 4'570.05, TVA comprise, le montant des frais et honoraires de Me C______, défenseure d'office de A______, pour la procédure d'appel. Arrête à CHF 2'437.60, TVA comprise, le montant des frais et honoraires de Me E______, conseil juridique gratuit de D______, pour la procédure d'appel. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de tentative de meurtre (art. 22 al. 1 CP cum art. 111 CP), de conduite en état d'ébriété qualifiée (art. 91 al. 2 let. a LCR) et de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Condamne A______ à une peine privative de liberté de 4 ans et 6 mois, sous déduction de 83 jours de détention avant jugement et de 95 jours à titre d'imputation des mesures de substitution (art. 40 et art. 51 CP). Condamne A______ à une peine pécuniaire de 120 jours-amende (art. 34 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 30.-. Condamne A______ à une amende de CHF 300.- (art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de 3 jours. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Renonce à révoquer le sursis octroyé le 27 juillet 2017 par le Ministère public de Genève (art. 46 al. 2 CP). Renonce à ordonner l'expulsion de Suisse de A______ (art. 66a al. 2 CP). Condamne A______ à payer à D______ CHF 20'000.-, avec intérêts à 5% dès le 21 juin 2019, à titre de réparation du tort moral (art. 47 et art. 49 CO). Ordonne le séquestre, la confiscation et la destruction des objets figurant sous chiffres 2 et 3 de l'inventaire n° 2______ du 21 juin 2019, sous chiffres 1 à 27 de l'inventaire n° 3______ du 21 juin 2019, sous chiffres 1 à 5 de l'inventaire n° 4______ du 21 juin 2019, sous chiffres 1 à 6 de l'inventaire n° 5______ du 21 juin 2019, sous chiffres 1 et 3 de l'inventaire n° 6______ du 21 juin 2019, sous chiffres 1 à 3 de l'inventaire n° 7______ du 21 juin 2019 et sous chiffres 1 à 5 de l'inventaire n° 8______ du 21 juin 2019 (art.”
“Selon l’extrait de son casier judiciaire suisse, A______ a été condamné à quatre reprises depuis 2013, soit : - le 12 octobre 2013 par le MP à une peine pécuniaire de 90 jours-amende à CHF 30.- l’unité assortie du sursis (délai d’épreuve de trois ans) pour opposition aux actes de l’autorité (art. 286 CP) et séjour illégal (art. 115 al. 1 let. b de la loi fédérale sur les étrangers [LEtr]) ; - le 7 avril 2014 par le MP à une peine pécuniaire de 30 jours-amende à CHF 30.- l’unité assortie du sursis (délai d’épreuve de trois ans) pour entrée illégale (art. 115 al. 1 let. a LEtr) et séjour illégal (art. 115 al. 1 let. b LEtr) ; - le 1er juillet 2015 par le Ministère public de AD_____ [ZH] à une peine pécuniaire de 90 jours-amende à CHF 30.- l’unité assortie du sursis (délai d’épreuve de deux ans) pour entrée illégale (art. 115 al. 1 let. a LEtr) et séjour illégal (art. 115 al. 1 let. b LEtr) ; - le 7 avril 2017 par le Ministère public de l’arrondissement de AE_____ [VD] à une peine pécuniaire de 30 jours-amende à CHF 30.- l’unité ainsi qu’à une amende de CHF 200.- pour violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et conduite d’un véhicule automobile sans le permis de conduire requis (art. 95 al. 1 let. a LCR). b.b. Son casier judiciaire français fait état de trois condamnations à des peines privatives de liberté de quatre mois avec sursis, un an assorti du sursis partiel et un an et demi ferme entre 2008 et 2012 pour des faits de violence sur une personne chargée de mission de service public, violence sur un conjoint/concubin/partenaire et violence avec usage ou menace d’une arme. c. Il ressort de la copie de la procédure d’entraide CP/7_____/2017 versée au dossier que A______ a reconnu avoir, le 7 mars 2017 au casino de AF_____ [France], frappé un homme car, selon lui, ce dernier pensait pouvoir gagner de l’argent en le poussant et en le mettant en colère. E. Me B______, défenseur d'office de A______ constitué depuis janvier 2021, dépose un état de frais pour la procédure d'appel, facturant, sous des libellés divers, 31 heures et 30 minutes d'activité de chef d'étude, soit quatre heures d'entretien avec le client, une heure d'ouverture du dossier et examen des pièces, 15 heures de relecture et examen complet du dossier, deux heures d'étude de jurisprudence, huit heures de dictée du mémoire d'appel et une heure et 30 minutes de dictée et préparation du bordereau de pièces.”
Art. 90 SVG dient primär dem Schutz der Verkehrssicherheit; bei Verwaltungsverfahren genügt für Führerausweis‑Massnahmen eine mittelschwere Verkehrsregelverletzung auch wenn strafrechtlich keine grobe Qualifikation besteht.
“Strafrechtlich wurde der Beschwerdeführer gemäss Art. 96 Abs. 1 lit. c SVG wegen der Missachtung einer im Fahrzeugausweis vorgesehenen Auflage zu einer Busse von Fr. 100.-- verurteilt. Im Verwaltungsverfahren wurde ihm der Führerausweis wegen einer mittelschweren Verkehrsregelverletzung in Anwendung von Art. 16b Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Abs. 2 lit. a und Abs. 3 SVG sowie von ergänzenden Verordnungsbestimmungen, also insbesondere weil er durch sein Verhalten eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen hat, für die Mindestdauer von einem Monat entzogen. Insofern ist die Begründung im angefochtenen Entscheid, worin auf Art. 90 SVG verwiesen wird, nur bedingt für den vorliegenden Fall einschlägig, wie der Beschwerdeführer nicht ohne Grund rügt. Führerausweisentzüge gemäss Art. 16 SVG sind jedoch nicht nur bei strafbaren Verkehrsregelverstössen nach Art. 90 SVG, sondern auch bei sonstigen Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften zulässig. Dazu zählen unter anderem Verstösse im Sinne von Art. 96 SVG (vgl. DORIS BÜHLMANN, in : Niggli et al. [Hrsg.], Strassenverkehrsgesetz, Basler Kommentar, 2014, N. 100 zu Art. 96). Der angefochtene Entscheid stützt sich auf diese Bestimmung in Verbindung mit Art. 29 SVG. Danach dürfen Fahrzeuge insbesondere nur in betriebssicherem und vorschriftsgemässem Zustand verkehren. Gemäss Art. 96 Abs. 1 lit. c SVG wird mit Busse bestraft, wer die mit dem Fahrzeugausweis oder der Bewilligung von Gesetzes wegen oder im Einzelfall verbundenen Beschränkungen oder Auflagen missachtet. Die Strafdrohung von Art. 96 Abs. 1 SVG entspricht derjenigen von Art. 90 Abs. 1 SVG. Im Übrigen verfügen die straf- und verwaltungsrechtlichen Sanktionen über unterschiedliche Abstufungen. Dass strafrechtlich allenfalls nicht von einer qualifizierten, d.h. groben, Verletzung der Verkehrsregeln ausgegangen wurde, hindert nach der Rechtsprechung die Annahme eines mittelschweren Verkehrsregelverstosses im Administrativverfahren nicht (vgl.”
“90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 91 SVGart. 91 LCRart. 91 LCStr BGE 103 Ib 106ATF 103 Ib 106DTF 103 Ib 106 603 2015 174 BGE 124 II 103ATF 124 II 103DTF 124 II 103 BGE 120 Ib 312ATF 120 Ib 312DTF 120 Ib 312 BGE 119 Ib 158ATF 119 Ib 158DTF 119 Ib 158 BGE 121 II 214ATF 121 II 214DTF 121 II 214 BGE 123 II 97ATF 123 II 97DTF 123 II 97 BGE 121 II 214ATF 121 II 214DTF 121 II 214 6A.82/2006 Art. 35 SVGart. 35 LCRart. 35 LCStr BGE 123 II 106ATF 123 II 106DTF 123 II 106 BGE 124 II 259ATF 124 II 259DTF 124 II 259 603 2016 227 6A.16/2006 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 120 Ib 285ATF 120 Ib 285DTF 120 Ib 285 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 122 II 228ATF 122 II 228DTF 122 II 228 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 118 IV 84ATF 118 IV 84DTF 118 IV 84 6S.128/2004 BGE 129 IV 155ATF 129 IV 155DTF 129 IV 155 BGE 121 IV 235ATF 121 IV 235DTF 121 IV 235 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 120 Ib 285ATF 120 Ib 285DTF 120 Ib 285 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr 1C_470/2019 1C_259/2011 603 2018 40 603 2013 330 603 2020 154 603 2016 155 BGE 136 II 447ATF 136 II 447DTF 136 II 447 BGE 124 II 103ATF 124 II 103DTF 124 II 103 Art. 98 VRGart. 98 CPJAart. 98 VRG Art. 16 SVGart. 16 LCRart. 16 LCStr BGE 132 II 234ATF 132 II 234DTF 132 II 234 Art. 133 VRGart. 133 CPJAart. 133 VRG Art. 148 VRGart. 148 CPJAart. 148 VRG erster Eintragvorheriger Eintragnächster Eintragletzter EintragDokument im Originalformat anzeigenDossierinfos603 2021 6209.06.2021Arrêt de la IIIe Cour administrative du Tribunal cantonalNormen BundArt. 16 SVGArt. 35 SVGArt. 90 SVGRechtsprechung BundBGE 136 II 447BGE 132 II 234BGE 129 IV 1551C_470/20191C_259/20116A.100/2006Normen KantonArt. 77 VRGArt. 78 VRGArt. 98 VRGRechtsprechung Kanton603 2021 62603 2020 154603 2018 40Normen Bund/Kanton”
Auch eine beim Einparken festgestellte, relativ geringe Berührung zwischen Fahrzeugen kann als Verletzung der Pflicht, das Fahrzeug in Gewalt zu halten, gewertet werden; ein solches Verhalten wurde in der Praxis nach Art. 90 Abs. 1 SVG (Art. 90 Abs. 1 LCR im zitierten Urteil) mit einer Busse geahndet.
“________ continua à réfuter nos constatations et essuya cette marque avec un mouchoir malgré le fait que nous lui avons ordonné de ne rien toucher. » 4.3.2 Les policiers ont constaté que le pare-chocs avant de la voiture de l’appelant et le pare-chocs arrière de la voiture d’A.________ se touchaient, ce que confirmait la trace de frottement d’environ 3 cm observée sur le pare-chocs arrière de la voiture d’A.________. Il n’existe aucune raison de douter des déclarations des policiers assermentés, d’autant que les photographies au dossier montrent clairement que les deux pare-chocs se touchent. Au surplus, l’appelant n'expose aucun élément qui permettrait de douter de la crédibilité des agents de police. Il n’y a donc aucune constatation arbitraire des faits par le premier juge. Il en découle que, par son comportement, l’appelant a contrevenu à son obligation de demeurer maître de son véhicule, violant de la sorte les règles de la circulation énoncées aux art. 31 al. 1 LCR et 3 al. 1 OCR, dispositions sanctionnées par l’art. 90 al. 1 LCR. 5. 5.1 L'appelant ne critique pas la quotité de l'amende infligée. Celle-ci sera néanmoins revue d'office. 5.2 Aux termes de l'art. 106 al. 3 CP (Code pénal suisse du 21 décembre 1937 ; RS 311.0), le juge fixe l'amende et la peine privative de liberté de substitution en tenant compte de la situation de l'auteur afin que la peine corresponde à la faute commise. 5.3 Le premier juge a retenu, à charge, que le prévenu n’avait fait preuve d’aucune prise de conscience, tant le jour des faits en présence de la police que par la suite dans les nombreux courriers qu’il avait fait parvenir au préfet du district d’Aigle et à son attention ; à décharge, il a retenu que le dommage causé était peu important, que l’inattention était survenue au cours d’une manœuvre de stationnement et que le prévenu n’avait pas d’antécédent en matière d’infractions à la LCR. Cette appréciation est adéquate et peut être approuvée par adoption de motifs (art. 82 al. 4 CPP). L'amende de 200 fr., convertible en 2 jours de peine privative de liberté en cas de non-paiement fautif, doit ainsi être confirmée.”
Das Herbeiführen harter Bremsmanöver oder das Erzwingen einer Vollbremsung bei Voraus- oder Folgefahrzeugen kann regelmässig als grobe Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden, weil dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer geschaffen wird.
“zum von ihm überholten und nun hinter ihm fahrenden Fahrzeug von C. einen nicht ausreichenden Abstand eingehalten. C. habe deswe- gen eine Vollbremsung einleiten müssen. A. habe mit seinem Fahrverhalten eine wichtige Verkehrsregel in grob pflichtwidriger Weise verletzt und C. und dessen mitfahrenden Sohn konkret gefährdet. A. habe sich der groben Ver- letzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gemacht. C. Gegen den Strafbefehl liess A. vertreten durch Rechtsanwalt Bern- hard Isenring, mit Eingabe vom 14. Dezember 2023 Einsprache erheben. Darin beantragte er, den Strafbefehl aufzuheben und das gegen ihn geführte Verfahren einzustellen. D. Am 15. März 2024 fand eine Konfronteinvernahme zwischen A. sowie C. statt. Gleichentags wurde A. zu seiner Person befragt. E. Mit Verfügung vom 22. März 2024 eröffnete die Staatsanwaltschaft gegen A. formell eine Strafuntersuchung wegen grober Verletzung der Verkehrsre- geln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG. F. Mit Parteimitteilung vom 25. März 2024 teilte Staatsanwalt B. den Abschluss der Strafuntersuchung mit und stellte A. die Anklageerhebung beim zuständigen Gericht wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG in Aussicht. Zugleich wurde Frist von zehn Tagen zur Einreichung allfälliger Beweisanträge gewährt. G. A. liess sich mit Eingabe vom 5. April 2024 zur Aktenlage sowie zur in Aussicht gestellten Anklageerhebung vernehmen und liess erneut um Einstellung der Strafuntersuchung ersuchen (StA act. 26 Rz. 1). Für den Fall, dass keine Ein- stellung erfolge, beantragte er, seine Ehefrau, I. (der Sohn von C. ) und der Lenker des Lieferwagens der Firma J. (Kontrollschild F. ) sei- en zum verfahrensgegenständlichen Sachverhalt als Zeugen zu befragen. H. Staatsanwalt B. lehnte die Beweisanträge mit Schreiben vom 9. April 2024 gestützt auf Art. 318 Abs. 2 StPO ab (StA act. 27). I. Mit Eingabe vom 16. April 2024 an die Staatsanwaltschaft Graubünden liess A.”
“Abs. 1 SVG handelt es sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung um wichtige Verkehrsregeln (Urteil des Bundesgerichts 6B_560/2009 vom 10. September 2009 E. 3.3.2). Durch sein Bremsmanöver zwang der Beschuldigte das hinter ihm fahrende Auto ebenfalls zu einer starken Bremsung, ansonsten es bei einer Geschwindigkeit von ca. 80 km/h zu einer Auffahrkollision gekommen wäre. Mit seinem Verhalten hat der Beschuldigte die genannten wichtigen Verkehrsregeln in gravierender Weise verletzt und zugleich eine ernsthafte und konkrete Gefahr für einen Unfall mit erheblichen Verletzungsfolgen geschaffen. Es ist lediglich der Aufmerksamkeit sowie dem Reaktionsvermögen von B.________ zu verdanken, dass sich aufgrund der Bremsung kein Unfall ereignet hat. Der objektive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG ist damit erfüllt.”
“Sekunden um rund 30 % sowie die zu Ungunsten des Beschuldigten zu wertende Verkehrslage nicht aufzuwiegen. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ist damit vorliegend erfüllt. In subjektiver Hinsicht erwog die Vorinstanz, der Beschuldigte habe nicht absichtlich bzw. direkt- oder eventualvorsätzlich den notwenigen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unterschritten, habe aber zu wenig auf das Manöver des vorausfahrenden Fahrzeugs reagiert. Lediglich den Tempomaten auszuschalten und Bremsbereitschaft zu erstellen, reiche nicht aus, um der konkreten Gefahr einer Kollision bei einem abrupten Bremsen des vorausfahrenden Fahrzeugs entgegenwirken zu können. Eine zumindest erhöht abstrakte Gefährdung habe deshalb vorgelegen. Um dieser entgegenzuwirken, hätte er ohne Weiteres bremsen können und müssen (wenn auch vorerst nur leicht, um den nachfahrenden Fahrzeuginsassen zu warnen), um so rasch einen grösseren Abstand zu erhalten. Bevor die Messung begonnen habe, habe der Beschuldigte mithin 22 Sekunden Zeit gehabt, um einen grösseren Abstand einnehmen zu können bzw. zu bremsen. Eine von ihm geltend gemachte Vollbremsung wäre nicht nötig gewesen.”
Bei Verkehrsdelikten steht das öffentliche Interesse (z.B. Ausbildung von Fahrschülern) im Vordergrund; betroffene Berufs- oder Fachverbände können nur ausnahmsweise als Verletzte anerkannt werden.
“2 Exceptionnellement, certaines associations peuvent se voir reconnaître la qualité de lésé – même en l’absence d’atteinte directe à leurs intérêts – dans la mesure où elles ont qualité pour déposer plainte pénale (art. 115 al. 2 CPP). Cette qualité n’est toutefois reconnue que de manière exceptionnelle, pour autant qu’il existe une base légale spécifique autorisant expressément une association à agir au plan pénal. Tel est le cas de l’art. 23 al. 2 LCD qui octroie le droit de déposer plainte aux associations professionnelles ou de protection des consommateurs (ATF 147 IV 269 consid. 3.2 ; TF 1B_669/2021 du 8 mars 2022 consid. 3.2). La réglementation routière protège la fluidité du trafic sur la voie publique et, par conséquent, des intérêts collectifs ; les biens juridiques individuels comme la vie, l’intégrité corporelle, la propriété ou le patrimoine ne sont protégés qu’indirectement par les règles de la circulation (ATF 138 IV 258 ; Bussy et alii, Code suisse de la circulation routière commenté, 4e éd., 2015, n. 1.8 ad art. 90 LCR). L'enseignement de la conduite (et des cours annexes) a pour finalité de former des personnes qui utiliseront leur véhicule sur la voie publique avec tout ce que cela peut avoir comme conséquences, notamment pour l'intégrité physique des autres usagers de la route. L’OMCo répond donc d’un intérêt public (TF 2C_221/2018 du 29 novembre 2018 consid. 3.5). 2.2.3 Le défaut de qualité de lésé – même partiel – n'est pas dénué de conséquences. En effet, seul le statut de dénonciateur pourrait dès lors lui être reconnu s’agissant des infractions pour lesquelles le recourant n’a pas la position de lésé. Or, cette position ne confère aucun droit de participer activement à l’instruction des faits relatifs à l’infraction dénoncée (TF 1B_438/2016 du 14 mars 2017 consid. 2.4). En outre, selon le Tribunal fédéral, rien ne justifie de privilégier, sur le plan procédural, une personne annonçant différents comportements pénalement répréhensibles réalisés par un même prévenu du cas où ces divers faits auraient été communiqués à l’autorité pénale par des personnes distinctes.”
Die Anklage muss das Tatbestandsmerkmal der «ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer» hinreichend darstellen. Besondere Umstände (z.B. ungünstige Witterungs‑ oder Strassenverhältnisse oder besondere Beschaffenheit des Fahrzeugs) sind in der Anklage zu nennen. Kann aus der Schilderung des Verkehrsverhaltens jedoch bereits auf eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr geschlossen werden, ist eine gesonderte explizite Benennung nicht zwingend erforderlich.
“Nach der Rechtsprechung muss die Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine hinreichende Darstellung des Tatbestandsmerkmals der "ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer" enthalten. Besondere Umstände wie zum Beispiel ungünstige Witterungs- oder Strassenverhältnisse oder eine besondere Beschaffenheit des Tatfahrzeugs müssen daher Gegenstand der Anklage bilden. Allerdings kann sich eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr für die Verkehrssicherheit auch bereits aus der Schilderung des Verkehrsverhaltens ergeben. Eine Gefahr für die Verkehrssicherheit liegt nach der Rechtsprechung unabhängig von den konkreten Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, etwa bei einer massiven Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (vgl. für die diesbezüglich von der Rechtsprechung festgelegten Grenzwerte: BGE 143 IV 508 E. 1.3 mit Hinweisen) oder einer massiven Unterschreitung des erforderlichen Abstands zu anderen Fahrzeugen (vgl. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV) vor. Insoweit genügt, dass aufgrund der angeklagten groben Verkehrsregelverletzung sowie der Sachverhaltsschilderung in der Anklage auf eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr geschlossen werden muss, ohne dass dies in der Anklageschrift zwingend explizit zu erwähnen ist (Urteil 6B_1235/2021 vom 23.”
“Nach der Rechtsprechung muss die Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine hinreichende Darstellung des Tatbestandsmerkmals der "ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer" enthalten (vgl. Urteil 6B_963/2015 vom 19. Mai 2016 E. 1.4). Allerdings kann sich eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr für die Verkehrssicherheit auch bereits aus der Schilderung des Verkehrsverhaltens ergeben (Urteil 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 1.5.5). Eine Gefahr für die Verkehrssicherheit liegt nach der Rechtsprechung unabhängig von den konkreten Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, etwa bei einer massiven Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (vgl. für die diesbezüglich von der Rechtsprechung festgelegten Grenzwerte: BGE 143 IV 508 E. 1.3 mit Hinweisen) oder einer massiven Unterschreitung des erforderlichen Abstands zu anderen Fahrzeugen (vgl. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV; BGE 131 IV 133 E. 3.2.2; Urteile 6B_1037/2020 vom 20. Dezember 2021 E. 1.3.1; 1C_474/2020 vom 19. April 2021 E. 3.1; 6B_894/2020 vom 26.”
“Nach der Rechtsprechung muss die Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine hinreichende Darstellung des Tatbestandsmerkmals der "ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer" enthalten. Besondere Umstände wie zum Beispiel ungünstige Witterungs- oder Strassenverhältnisse oder eine besondere Beschaffenheit des Tatfahrzeugs müssen daher Gegenstand der Anklage bilden (vgl. Urteil 6B_963/2015 vom 19. Mai 2016 E. 1.4). Allerdings kann sich eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr für die Verkehrssicherheit auch bereits aus der Schilderung des Verkehrsverhaltens ergeben (Urteil 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 1.5.5). Eine Gefahr für die Verkehrssicherheit liegt nach der Rechtsprechung unabhängig von den konkreten Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, etwa bei einer massiven Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (vgl. für die diesbezüglich von der Rechtsprechung festgelegten Grenzwerte: BGE 143 IV 508 E. 1.3 mit Hinweisen) oder einer massiven Unterschreitung des erforderlichen Abstands zu anderen Fahrzeugen (vgl.”
“Certes, généralement les lésions corporelles par négligence (art. 125 al. 1 CP) absorbent la sanction prévue par l'art. 90 LCR, si aucune autre personne n'a été mise en danger (cf. ATF 96 IV 39 consid. 2; arrêts 6B_794/2014 du 9 février 2015 consid. 5.2; 6S.239/1991 du 24 octobre 1991 consid. 3a). Cela étant, il faut relever l'absence totale de mention de l'art. 90 al. 2 LCR dans l'ordonnance pénale valant acte d'accusation (cf. ordonnance attaquée, p. 2-5). L'acte d'accusation ne mentionne pas non plus d'éventuels concours (cf. ATF 120 IV 348 consid. 3c; arrêts 6B_797/2020 du 31 janvier 2022 consid. 3.3; 6B_638/2019 du 17 octobre 2019 consid. 1.4.2; 6B_633/2015 du 12 janvier 2016 consid. 1.3.2). Contrairement à ce qu'affirme le recourant, l'accusation ne décrit pas tous les éléments constitutifs de l'infraction de violation grave des règles de la circulation routière. En effet, l'art. 90 al. 2 LCR suppose la réalisation de deux éléments constitutifs objectifs cumulatifs, d'une part, l'auteur doit enfreindre de manière objectivement grave une règle fondamentale de la circulation et, d'autre part, il doit créer un danger sérieux pour autrui (cf. ATF 143 IV 508 consid. 1.3; 131 IV 133 consid. 3.2; YVAN JEANNERET, Les dispositions pénales de la LCR, 2007, n° 19 ad art. 90 LCR). En l'espèce, si la mise en danger de la sécurité est incontestable puisqu'elle s'est concrétisée par les lésions corporelles subies par l'enfant, l'acte d'accusation n'évoque que globalement une violation du devoir de prudence (art. 26 LCR), en particulier envers les enfants (art. 26 al. 2 LCR), et mentionne l'art. 32 al. 1 LCR, sans toutefois expliquer en quoi la violation de ces règles par l'intimé sortirait du cadre de celle que l'on rencontre habituellement. Il n'y a donc aucun élément relatif à la qualification de la gravité de la violation des règles de la circulation routière. De même, l'ordonnance pénale valant acte d'accusation ne semble pas suffisante sous l'angle subjectif.”
Mehrfache oder kombinierte Verstösse (z. B. erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen zusammen mit dem Überfahren einer Sicherheitslinie oder riskanten Überholmanövern) können im Rahmen von Art. 90 Abs. 2 SVG das Gesamtbild als grobe Verletzung der Verkehrsregeln qualifizieren und auf eine besonders hohe Gefährdung hinweisen; die Bewertung richtet sich nach den gesamten Umstände des Einzelfalls.
“Sur le plan objectif, il existe une violation grave si une règle de la circulation routière est gravement enfreinte (1) et que cette entorse mène à un danger concret ou abstrait élevé (2) ; ce dernier élément dépend de l'ensemble des circonstances du cas d'espèce, avec comme ligne directrice la proximité de la survenance d'un danger concret ou d'une lésion (ATF 142 IV 93 consid. 3.1 ; 131 IV 133 consid. 3.2 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_85/2023 du 8 novembre 2023). Dans le domaine des excès de vitesse, la jurisprudence a fixé des lignes directrices précises afin d'assurer une égalité de traitement : sous réserve de circonstances exceptionnelles, un cas est objectivement grave en cas de dépassement de la vitesse autorisée de 25 km/h ou plus à l'intérieur d'une localité, de 30 km/h ou plus hors d'une localité et sur une semi-autoroute dont les chaussées bidirectionnelles ne sont pas séparées et de 35 km/h ou plus sur une autoroute (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; 132 II 234 consid. 3.1). Le franchissement d'une ligne de sécurité constitue en principe également une violation grave des règles de la circulation (ATF 136 II 447 consid. 3.3 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_1427/2017 du 25 avril 2018 consid. 2.1.2). Subjectivement, l'art. 90 al. 2 LCR requiert l'intention d'avoir un comportement violant gravement les règles de la circulation routière ou une négligence grave en ce sens (ATF 148 IV 374 consid. 3.1 ; 142 IV 93 consid. 3.1 ; 131 IV 133 consid. 3.2). 4.2. En l'espèce, il n'est pas débattu que la vitesse de la voiture P______ immatriculée GE 1______ a été mesurée à 101 km/h sur un tronçon de voie dont la vitesse maximale autorisée est de 60 km/h, que ce véhicule a, à cette occasion, franchi une ligne de sécurité et que l'appelant se trouvait à l'intérieur de l'automobile. Seule est donc décisive la question de savoir s'il était au volant. Pour retenir que tel était le cas, le TP s'est fondé sur les propos de Q______ et E______. Or, la première n'était pas dans le véhicule au moment des faits et a déclaré qu'elle ne connaissait que vaguement A______. On ne comprend donc pas en quoi sa déposition constituerait un élément de preuve additionnel par rapport à l'examen de la photographie du radar. Quant au récit sur commission rogatoire de E______, il est inexploitable à charge.”
“Was die mehrfache grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG betrifft, liegen folgende unbestrittene Tatumstände vor: Der Beschwerdeführer überschritt mit dem Motorrad oder Personenwagen die jeweils zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts um mindestens 33 km/h, 36 km/h und 44 km/h sowie ausserorts um mindestens 36 km/h, 45 km/h, 46 km/h, 50 km/h und 53 km/h. In drei Fällen überschritt er die zulässige Höchstgeschwindigkeit während eines Überholmanövers. Dabei überholte er einen Personenwagen, drei Personenwagen bzw. zwei Personenwagen und zwei Motorräder. In zwei der drei Überholmanöver überfuhr er eine durchgezogene Sicherheitslinie bzw. eine Sperrfläche. Einmal überholte er die Fahrzeuge sogar, obwohl ihm zu Beginn zwei Personenwagen entgegenkamen. Zwar beging er die Geschwindigkeitsüberschreitungen bei trockenen Strassenverhältnissen und die Sichtverhältnisse waren grösstenteils uneingeschränkt. Bei den Fahrten in Dunkelheit hätte er allerdings Velofahrer oder Fussgänger ohne Licht oder reflektierende Kleidung kaum rechtzeitig erblickt. Der Beschwerdeführer beging die Taten ohne ersichtlichen oder nachvollziehbaren Grund.”
Zweck der Geschwindigkeitsbegrenzungen: Schutz von Leib und Leben durch Verlängerung der Reaktionszeit und Reduktion der Unfallfolgen; höhere Geschwindigkeit erhöht Risiko und damit die gesetzliche Verschärfung.
“Objektive Tatschwere Art. 90 SVG schützt mit seiner Blankettstruktur verschiedene Rechtsgüter, die jeweils von der verletzten Verkehrsregel abhängig sind. Geschwindigkeitsbeschränkungen dienen einerseits dazu, dass den Verkehrsteilnehmenden mehr Reaktionszeit zur Verfügung steht; andererseits sind die Unfallfolgen bei niedriger Geschwindigkeit meist weniger gravierend. Im weitesten Sinne wird mit der Bestimmung das Leib und Leben der mit dem Strassenverkehr in Kontakt kommenden Personen geschützt (Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N 7 f. zu Art. 90 SVG; Urteil der”
Beim Wiedereinbiegen kann eine vorhersehbare Geschwindigkeitsreduktion (z. B. durch Loslassen des Gaspedals bzw. spürbare Rekuperation) bei der Bemessung des erforderlichen Abstands zu berücksichtigen sein. Unterlässt der Lenker diese Berücksichtigung trotz Vorhersehbarkeit und gefährdet dadurch andere, kann dies als grobe Verletzung der Verkehrsregeln und damit als Erfüllung des subjektiven Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden.
“Zwar hat der Beschuldigte im Moment des Wie- dereinbiegens auf die rechte Fahrspur einen noch genügenden Abstand zum Fahr- zeug von G._____ eingehalten. Da er jedoch bereits zu Beginn des Überholmanö- vers wusste, dass er aufgrund des Kickstarts beim Wiedereinbiegen die Geschwin- digkeit durch das Loslassen des Gaspedals spürbar reduzieren würde, hätte er die- sen Umstand bei der Bemessung des Abstands berücksichtigen müssen. Mit dem - 29 - Loslassen des Gaspedals nach dem Wiedereinbiegen auf die rechte Fahrspur ohne verkehrsbedingten Grund und aufgrund der ihm bekannten spürbaren Rekupera- tion trotz kurz bevorstehender Erhöhung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h auf 80 km/h manifestierte der Beschuldigte ein rücksichtsloses Verhalten gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere gegenüber G._____, zu deren Schutz die entsprechenden Vorschriften erlassen wurden. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass er grobfahrlässig handelte und demzufolge auch den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllte.”
Das blosse Folgen eines Konvois schützt nicht grundsätzlich vor einer Sanktion nach Art. 90 Abs. 1 SVG. Die Rechtsprechung bestätigt, dass etwa das Durchfahren einer doppelten Sicherheitslinie oder das Anhalten in der Fahrbahn trotz Mitfahrens im Cortège als Verkehrsverletzung gewertet werden kann, wenn dadurch die Verkehrssicherheit oder der Verkehrsfluss beeinträchtigt wird.
“B______ Le TP a retenu que B______ avait franchi une double ligne de sécurité, roulé à gauche de celle-ci et ainsi entravé la circulation en sens inverse en se fondant sur le rapport de police du 7 juillet 2020, que son auteur a confirmé par écrit au SDC. Ce rapport n'a certes pas été confirmé oralement par le précité ni par l'un des agents entendus en première instance. Cela ne lui ôte toutefois pas la valeur probante inhérente à un tel document, dès lors qu'il ne se heurte à aucun autre élément du dossier et est même en partie reconnu par l'appelant, qui n'exclut pas avoir franchi une double ligne de sécurité. Le premier juge n'a ainsi pas établi les faits de manière manifestement inexacte. Toujours au vu du rapport de police du 7 juillet 2020, il n'a pas non plus versé dans l'arbitraire en ne retenant pas que l'appelant avait franchi la double ligne de sécurité par négligence, en se contentant de suivre le cortège. Le comportement de B______ est donc constitutif d'une contravention au sens de l'art. 90 al. 1 LCR (art. 26 al. 1, 27 al. 1, 34 al. 1 LCR et 73 al. 6 let. a OSR) et sa culpabilité sera confirmée. 3.7. C______ La TP a retenu qu'elle s'était arrêtée au milieu de la chaussée pendant plusieurs secondes sans verser dans l'arbitraire puisque ces faits, en définitive admis, ressortent du rapport de police du 30 juin 2020, confirmé par écrit par son auteur. Son comportement est ainsi constitutif d'une contravention au sens de l'art. 90 al. 1 LCR (art. 26 al. 1, 37 al. 1 LCR et 18 al. 1 OCR). L'appelante argue vainement qu'une condamnation sur la seule base de l'art. 26 LCR était contraire au droit et que la circulation était déjà bloquée par le cortège. Il est en effet indiscutable qu'elle a contrevenu à l'interdiction de s'arrêter n'importe où sur une voie de circulation sans égard pour les véhicules qui suivent, qui plus est sur l'un des axes routiers principaux du canton. Il ne ressort pas du rapport de police du 30 juin 2020 qu'à son emplacement, le trafic était déjà intégralement bloqué en amont de sorte que son comportement ne pouvait plus influer sur la circulation.”
Indizien wie gleichzeitige zusätzliche Verkehrsverstösse (z. B. Nichtgebrauch des Fahrtrichtungsanzeigers, Nichttragen des Sicherheitsgurts, Benutzung des Mobiltelefons), Schlangenlinien oder sonstige erkennbare Fahrfehler sowie betriebliche Weisungen für Berufsfahrer (z. B. Pflicht zum Seitenblick oder zur Kreuzungskontrolle) können bei der Beurteilung einer Widerhandlung nach Art. 90 Abs. 1 SVG relevant sein. Solche Umstände können auf eine mittelschwere oder schwere Widerhandlung hindeuten und sind insofern als wertvolle Anknüpfungspunkte für die Subsumtion zu berücksichtigen.
“Sachverhalt: A. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen sprach A.________ mit Strafbefehl vom 30. November 2021 der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 300.--. A.________ erhob gegen den Strafbefehl Einsprache. Die Staatsanwaltschaft hielt am Strafbefehl fest und reichte am 31. Mai 2022 Anklage an das Kreisgericht See-Gaster ein. In der Anklageschrift wird A.________ vorgeworfen, am 27. August 2021 in Jona mit dem von ihm gelenkten Linienbus - ohne anzuhalten und ohne getätigten Seitenblick bei gleichzeitiger Passage mehrerer Fahrzeuge von links und rechts auf der Rütistrasse - von der Kreuzackerstrasse in die Rütistrasse eingebogen zu sein. In der Annahme, das Signal auf der Rütistrasse habe auf Rot gewechselt, habe sich A.________ vor dem Einfahren in die Kreuzung nicht sorgfaltspflichtgemäss vergewissert, dass seine Fahrbahn auch wirklich frei sei, weshalb er den von links kommenden Personenwagen von B.________ übersehen habe und es zur Kollision gekommen sei. Gemäss Weisungen der Instruktoren der VZO-Betriebe müssten sich Buschauffeure - bevor sie in den Kreuzungsbereich Rütistrasse/Kreuzackerstrasse einfahren - vergewissern, dass die Fahrzeuge auf der Rütistrasse tatsächlich auch anhalten.”
“________, prévenu et appelant, contre Ministère public, intimé Objet Violation des règles de la circulation routière et contravention à l’ordonnance sur les règles de la circulation routière Appel du 9 janvier 2023 contre le jugement du Juge de police de l'arrondissement de la Glâne du 21 décembre 2022 considérant en fait A. Le 28 juillet 2022, le Ministère public a reconnu A.________ coupable de violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR en lien avec les art. 31 al. 1 et 39 LCR) et contravention à l’ordonnance sur les règles de la circulation routière (art. 96 LCR en lien avec l’art. 28 al. 1 OCR) et l’a condamné à une amende de CHF 400.-. Le 6 août 2022, A.________ a formé opposition à l’ordonnance pénale du Ministère public et, après son audition du 22 août 2022 par la police, a été renvoyé, le 6 septembre 2022, devant le Juge de police de l’arrondissement de la Glâne (ci-après : le Juge de police). B. Le 21 décembre 2022, le Juge de police a reconnu A.________ coupable de coupable de violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR en lien avec les art. 31 al. 1 et 39 LCR) et contravention à l’ordonnance sur les règles de la circulation routière (art. 96 LCR en lien avec l’art. 28 al. 1 OCR). Il l’a condamné à une amende de CHF 400.- convertible, en cas de non-paiement fautif, en une peine de substitution de 4 jours (art. 106 al. 2 et 5 CP) et lui a fait supporter l’entier des frais de procédure, arrêtés à CHF 700.-. Le Juge de police a retenu les faits suivants : Le 5 juillet 2022, à 12.30 heures, A.________ a manipulé son téléphone portable alors qu’il circulait au volant du véhicule de marque B.________, immatriculé ccc, sur la Route des Rayons à Romont. L’intéressé n’a par ailleurs pas enclenché l’indicateur de direction alors qu’il sortait du giratoire des Chavannes et ne portait pas la ceinture de sécurité. Le Juge de police a auditionné le caporal D.________ et le prévenu lors de l’audience du 21 décembre 2022. C. Le 9 janvier 2023, A.________ a annoncé appel auprès du Juge de police. Le 28 mars 2023, suite à la notification du jugement intégralement rédigé en date du 13 mars 2023, il a déposé une déclaration d’appel.”
“01) nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (OBG; SR 741.03) ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen wird; dass das Gesetz zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG) unterscheidet. Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft, sofern ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Nach der Rechtsprechung müssen eine geringe Gefahr und ein leichtes Verschulden kumulativ gegeben sein (BGE 135 II 138). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Nach einer mittelschweren Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen (Abs. 2 lit. a). Leichte und mittelschwere Widerhandlungen werden von Art. 90 Abs. 1 SVG als einfache Verkehrsregelverletzungen erfasst (BGE 135 II 138 E. 2.4). Gemäss Art. 16c SVG begeht eine schwere Widerhandlung, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Abs. 1 lit. a). Nach einer schweren Widerhandlung, welche einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG entspricht (vgl. BGE 132 II 234 E. 3.2; Urteil BGer 1C_3/2015 vom 26. August 2015 E. 2.1), wird der Führerausweis für mindestens drei Monate entzogen (Abs. 2 lit. a). dass bei dieser Sachlage nicht von einer geringen Gefahr im Sinne des Gesetzes ausgegangen werden kann. Bei den vom Beschwerdeführer verletzten Strassenverkehrsvorschriften handelt es sich um zentrale Verkehrsvorschriften, deren Missachtung regelmässig zu schweren Unfällen führen kann (siehe Urteil BGer 6B_666/2009 vom 24. September 2009 E. 1.4). Insbesondere zeigen die Schlangenlinien, dass sich der Beschwerdeführer ablenken lassen hat und dass seine Aufmerksamkeit durch das Mobiltelefon beeinträchtigt war.”
Bewusst rücksichtsloses Verhalten — etwa absichtliches sehr nahes Heranfahren an einen Fussgänger, eine gezielte Machtdemonstration oder sehr knappes Vorbeifahren trotz Wahrnehmung des Fussgängers — kann eine «grobe Verletzung der Verkehrsregeln» i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG darstellen und damit die Strafbarkeit begründen. Solches Verhalten wurde in der Rechtsprechung als konkret gefährdend beurteilt; es kann sich dabei häufig um ein Vergehen im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG handeln.
“Durch sein Verhalten – konkret das absichtliche, direkte, ruckartige und viel zu nahe Heranfahren auf den sich auf dem Fussgängerstreifen befindlichen Fussgänger, welches bewirkte, dass die Stossstange das Bein des Fussgängers berührte und sich jener mit beiden Händen auf der Motorhaube abstützen und anschliessend seitlich ausweichen musste, sowie das plötzliche Gasgeben – schuf der Beschuldigte eine ernstliche und konkrete (nicht bloss erhöht abstrakte) Gefahr für die Sicherheit des deutlich schwächeren Fussgängers. Dabei ist entgegen dem Vorbringen von Rechtsanwalt B.________ (pag. 719) unerheblich, dass der betroffene Fussgänger bis dato keine Strafanzeige erhoben hat und laut den Zeugen nicht sichtlich verletzt wurde. Der Fussgänger war als ungeschützter Verkehrsteilnehmer besonders verletzlich. Ein blosses Stolpern seinerseits hätte zu einem Unfall mit Verletzungsfolgen führen können. Dabei fällt zusätzlich ins Gewicht, dass der vom Beschuldigten gelenkte Personenwagen als SUV für den Fussgänger ein besonders gefährlicher Unfallgegner gewesen sein dürfte, weil das Risiko für schwere Verletzungen beim Zusammenstoss mit einem SUV aufgrund des hohen Gewichts und der höher liegenden Stossstange für Fussgänger grösser erscheint als bei einem Unfall mit einem konventionellen Personenwagen. Der objektive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG ist demnach erfüllt. Der Beschuldigte handelte auch in subjektiver Hinsicht tatbestandsmässig. Er missachtete das Vortrittsrecht des Fussgängers wissentlich und willentlich sowie in rücksichtsloser Weise. Er agierte ohne Not, d.h. weder verkehrs- noch fahrzeugbedingt, sondern vielmehr in der Absicht, den Fussgänger von der Strasse zu drängen und sich die Durchfahrt zu erzwingen, obwohl er selber vortrittsbelastet war. Es ging ihm um eine reine Machtdemonstration gegenüber dem schwächeren, nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer. Der Beschuldigte musste mit der Gefahr rechnen, dass sich der Fussgänger beim Zusammenstoss mit der Stossstange verletzt und/oder sich nicht auf der Motorhaube abstützen resp. zur Seite ausweichen kann, und angefahren/überfahren wird. Der Beschuldigte hat sich der groben Verkehrsregelverletzung durch Nichtbelassen des Vortritts gegenüber Fussgängern auf Fussgängerstreifen als Lenker eines Personenwagens nach Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 33 Abs. 1 SVG schuldig gemacht.”
“Wer «durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt» und mithin eine wichtige Verkehrsvorschrift in gravierender Weise rücksichtslos verletzt und dadurch eine ernstliche Gefahr für andere hervorruft, macht sich nach Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig. Der Berufungskläger nahm den Fussgänger wahr, als dieser bereits auf den Fussgängerstreifen zuging. Als der Fussgänger den Zebrastreifen am Überqueren war, überfuhr der Berufungskläger mit einer Geschwindigkeit von 40 bis 50 km/h, obwohl er zuvor den Passanten wahrgenommen hatte, den Fussgängerstreifen. Er fuhr derart knapp an diesem vorbei, dass jener nur durch Zurücktreten einen Unfall vermeiden konnte. Der Berufungskläger missachtete das Vortrittsrecht des Fussgängers und damit eine wichtige Verkehrsregel. Dies geschah wissentlich und willentlich mit einer gefahrenträchtigen Geschwindigkeit, sodass die Verkehrsregel in gravierender und rücksichtsloser Weise verletzt wurde. Wäre der Fussgänger nicht zurückgetreten, wäre es zu einem Unfall mit sehr wahrscheinlich schwerer Verletzung dieses Fussgängers gekommen. Mithin wurde dieser konkret gefährdet. Der Schuldspruch wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG ist somit zu bestätigen.”
“Erwägungen der Kammer Mit Rücksicht auf den soeben erwähnten höchstrichterlichen Entscheid erachtet die Kammer das strittige Foto für verwertbar, selbst wenn es von Privaten rechtswidrig erlangt worden sein sollte, was mit Blick auf das Nachstehende jedoch offenbleiben kann. Wie die Vorinstanz zutreffend in Betracht zog, sind vorliegend gleich zwei Delikte zu beurteilen: Eine grobe Verkehrsregelverletzung durch Nichtbelassen des Vortritts gegenüber Fussgängern auf Fussgängerstreifen als Lenker eines Personenwagens nach Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 33 Abs. 1 SVG und Art. 6 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) einerseits und eine Nötigung nach Art. 181 StGB andererseits. Beide Tatbestände werden mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet, es handelt sich damit um Vergehen (Art. 10 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG und Art. 181 StGB). Geschütztes Rechtsgut von Art. 181 StGB ist die Handlungsfreiheit resp. die Freiheit der Willensbildung und -betätigung des einzelnen Menschen (Delnon/Rüdy, in: Basler Kommentar, Strafgesetzbuch, 4. Auflage 2019, N. 7 zu Art. 181 StGB). Das von Art. 90 Abs. 2 SVG geschützte Rechtsgut hängt von der verletzten Verkehrsregel ab, wobei die grosse Mehrzahl der Verkehrsregeln dem Schutz von Leib und Leben dient (Fiolka, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, N. 7 f. zu Art. 90 SVG); so auch die vorliegend relevante Pflicht, Fussgängern das Überqueren der Fahrbahn in angemessener Weise zu ermöglichen sowie vor Fussgängerstreifen nötigenfalls anzuhalten, um den Fussgängern den Vortritt zu lassen, die sich schon auf dem Fussgängerstreifen befinden oder im Begriff sind, ihn zu betreten (Art.”
Art. 90 Abs. 1 schützt unmittelbar ein öffentliches Interesse — insbesondere den reibungslosen Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen; individuelle Rechtsgüter (Leib, Leben, Eigentum) werden nur mittelbar geschützt. Bei diesem abstrakten Gefährdungsdelikt bestehen keine Geschädigten im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO, weshalb einem Privatkläger die Geschädigtenstellung fehlt, soweit es ausschliesslich um die Widerhandlung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG geht. Eine allenfalls erlittene Körperverletzung begründet die Geschädigtenstellung nicht aus dem SVG, sondern aus Art. 125 StGB.
“ausschliesslich ein öffentliches Interesse unmittelbar geschützt. Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt. Bei bloss abstrakten Gefährdungsdelikten – wie Art. 90 Abs. 1 SVG – gibt es keine Geschädigten im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO. Hat ein Kollisionsbeteiligter eine Körperverletzung erlitten, so ergibt sich die Geschädigtenstellung nicht aus den strafrechtlichen Bestimmungen des SVG, sondern aus Art. 125 StGB (vgl. BGE 141 IV 454 E. 2.3.2, 138 IV 258 E. 3.1.2; Mazzucchelli/Postizzi, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 88 zu Art. 115 StPO; Lieber, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 3b zu Art. 115 StPO; Riklin, in: Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 3 zu Art. 115 StPO; Boll, in: Handkommentar Strassenverkehrsrecht, 2022, N. 2131 zu Art. 90 SVG). Soweit der Beschwerdeführer auch die Aufhebung der Einstellung des Strafverfahrens wegen Widerhandlung gegen Art. 90 Abs. 1 SVG verlangt, ist hierauf mangels unmittelbarer Geschädigtenstellung des Beschwerdeführers und damit mangels Beschwerdelegitimation nicht einzutreten.”
“Uhr, mit dem Quad BRP/Can-Am Outlander 6x6, Kontrollschild D., auf der Waldstrasse im Gebiet E., Gemeindegebiet F., pflichtwidrig das Si- gnal "Verbot für Motorwagen, Motorräder und Motorfahrräder" (Sig 2.14) mit der Zusatztafel "Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr sowie Anwohner gestattet" missachtet habe (StA act. 1.59). Nach der Rechtsprechung ist das von Art. 90 Abs. 1 SVG unmittelbar geschützte Rechtsgut der reibungslose Ablauf der Fort- bewegung auf öffentlichen Strassen. Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt (BGE 138 IV 258; Viktor Lieber, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl. Zürich 2020, N 3b zu Art. 115 StPO). Dem Privatkläger fehlt es in diesem Punkt folglich an der Geschä- digtenstellung, weshalb ihm in diesem Punkt keine Parteistellung zukommt und er diesbezüglich zur Einlegung eines Rechtsmittels nicht legitimiert ist. Soweit der Privatkläger also ein Schuldspruch wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG beantragt, ist auf die Berufung nicht einzutreten. Im Übrigen ist auf die Berufung einzutreten.”
Bei Vorliegen einer Lex specialis ist diese vorrangig anzuwenden; Art. 90 Abs. 1 SVG kommt subsidiär in Betracht. In der Praxis kann dies ohne Änderung der Sanktion bleiben, wenn die Lex specialis dieselbe Strafe vorsieht.
“Les autorités cantonales ont condamné le recourant pour violation simple des règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 1 LCR en lien avec l'art. 29 LCR. Cependant, l'art. 93 al. 2 let. a LCR étant une lex specialis, elles auraient en réalité dû condamner le recourant pour conduite d'un véhicule non conforme aux prescriptions sur la base de cette dernière disposition légale (ATF 92 IV 143 consid. I; TF 6B_1099/2009 du 16 février 2010 consid. 3.1). Cela étant, les art. 90 al. 1 LCR et 93 al. 2 let. a LCR prévoient la même sanction et l'amende n'est pas contestée sous cet angle, de sorte qu'il n'en résulte aucune violation du droit fédéral (ATF 92 IV 143 consid. I et l'arrêt cité).”
“Anklageschrift Bst. A. Ziff. 5 (Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz) Es kann hierzu auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 51 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1087). Der Beschuldigte bestätigte das Abfeuern von Feuerwerk ab einer Vorrichtung am Motorrad anlässlich der Fahrt vom 1. August 2019 zwischen 18:00 Uhr und 23:00 Uhr (pag. 377/68 Z. 1307 ff.) und hielt es videomässig fest (Videos GH 011191 / GH 011194 / GH 011196 / GH 011201 / GH 011202 / GH 011212). Der angeklagte Sachverhalt wird demnach nicht bestritten und gilt als erstellt. Es wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen sein, ob es sich dabei um einen Verstoss gegen Art. 90 Abs. 1 SVG oder aber gegen das Sprengstoffgesetz handelt.”
Bei Verfahrenseinstellungen können mehrere Verkehrsdelikte gleichzeitig betroffen sein; so kann sich die Einstellung auch gleichzeitig auf eine Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG und auf eine fahrlässige Körperverletzung beziehen (vgl. UE230298 E. 3.1).
“Der Beschwerdegegnerin wurde einerseits eine fahrlässige Körperverletzung zum Nachteil des Beschwerdeführers und andererseits eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i. V. m. Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 17 Abs. 1 VRV vorgeworfen, wobei sich die Verfahrenseinstellung auf beide Delikte bezog (vgl. Urk. 3/1).”
Art. 90 Abs. 2 SVG kann bei mehreren voneinander abgrenzbaren, einzelnen groben Verkehrsverstössen kumulativ festgestellt werden (z. B. mehrere separate Rechtsüberhol‑ oder Abstandsmissachtungen). Eine Mehrfachverurteilung kommt jedoch nicht in Betracht, wenn die einzelnen Tatakte als natürliche Handlungseinheit zu werten sind oder sonstige Konkurrenz‑/Absorptionsverhältnisse vorliegen, die eine rechtliche Zusammenfassung erforderlich machen.
“Mehrfaches Rechtsüberholen auf der Autobahn Zum Vorfall vom 24. Oktober 2018 wird vorab auf die zutreffenden Vorbemerkungen der Vorinstanz verwiesen, in der sie anschaulich begründet, dass die unterschiedlichen Manöver alle während der Flucht des Beschuldigten vor der Polizei erfolgt sind, die deshalb durchaus als «Verfolgungsjagd» bezeichnet werden kann (pag. 480, S. 46 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Für das Rechtsüberholen auf der Autobahn erfolgte ein Schuldspruch wegen grober Verkehrsregelverletzung. Diese wird gestützt auf Art. 90 Abs. 2 SVG mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Es sind drei einzelne Überholmanöver zu bestrafen, die sich in der Art der Tatbegehung aber nicht unterscheiden. Die Überholmanöver des Beschuldigten ereigneten sich im Feierabendverkehr auf der Autobahn, das Verkehrsaufkommen war recht gross. Die signalisierten Geschwindigkeiten konnten zwar zum Teil nicht ausgefahren werden. Das macht ein Rechtsüberholen aber nicht weniger gefährlich. Eine abstrakte, hohe Gefährdung war vorhanden: Die anderen Verkehrsteilnehmer sind auf ein rechtsüberholendes Fahrzeug nicht gefasst und werden durch dieses überrascht. Der Beschuldigte war zudem auf der Flucht vor der Polizei und wollte weg, «komme was wolle». Er überholte auch nicht nur rechts, sondern auch links. Er suchte sich damit ohne viel Rücksicht auf die anderen Fahrzeuge den Weg an diesen vorbei. Für Rechtsüberholen auf der Autobahn sehen die VBRS-Richtlinien eine Strafe ab 12 Strafeinheiten plus eine Verbindungsbusse von mind.”
“________(Ortschaft) ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten. III. Das Gericht stellt fest, dass A.________ folgende Taten am 06.12.2022 auf der Autobahn zwischen I.________(Ortschaft) und J.________(Ortschaft) im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat (Art. 19 Abs. 1 StGB): 1. Versuchte vorsätzliche schwere Körperverletzung (Art. 122 Alinea 1 i.V.m. Art. 22 aStGB), mehrfach begangen z.N. von D.________ und F.________; 2. Qualifizierte Sachbeschädigung z.N. AL.________ (Art. 144 Abs. 3 aStGB); 3. Sachbeschädigung z.N. der M.________ (AG) (Art. 144 Abs. 1 StGB); 4. Nötigung (Art. 181 StGB), begangen z.N. von L.________; 5. Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 aStGB); 6. Qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 3, Art. 26 SVG); 7. Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch (Art. 94 Abs. 1 Bst. a SVG); 8. Führen eines Motorfahrzeuges ohne Berechtigung (Art. 95 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 10 Abs. 2 SVG); 9. Grobe Verkehrsregelverletzung, mehrfach begangen 9.1. durch Rechtsüberholen (Art. 35 Abs. 1, Art. 90 Abs. 2 SVG); 9.2. durch Nichtwahren eines ausreichenden Nachfahrabstandes zum vorderen Fahrzeug (Art. 90 Abs. 2 SVG, Art. 12 Abs. 1 VRV, Art. 34 Abs. 4 SVG). IV. Gestützt darauf und in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 und 3, 56, 59 StGB erkennt das Gericht: 1. Für A.________ wird eine stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 StGB angeordnet, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 400 Tagen (vom 06.12.2022 bis 09.01.2024). 2. Die Verfahrenskosten werden wie folgt bestimmt und vom Kanton Bern getragen (Art. 419 i.V.m. 423 StPO): [Tabellarische Zusammensetzung der Verfahrenskosten] V. Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwältin C.________ wird wie folgt bestimmt: Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin C.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ mit CHF 23'239.55. VI. Weiter wird beschlossen: 1. A.________ wird in Sicherheitshaft belassen. Vorbehältlich des vorherigen Eintritts der Rechtskraft des Urteils gilt die Sicherheitshaft vorerst bis zum Massnahmeantritt; längstens jedoch bis am 8.”
“Dieses Gefühl der Aufgabe der Kontrolle war gemeinsamer Zweck der Fahrten. Der Beschuldigte wollte sich bewusst leichtsinnig einer Gefahr aussetzen und sich durch den damit verbundenen Adrenalinrausch von den komplexen und beengen- den Gefühlen befreien, die ihn zu diesem Zeitpunkt offensichtlich plagten (Tren- nung von Freundin, Ungewissheit über neuen Partner). Dies zeigt, dass die ange- klagten Fahrten alle von demselben Tatentschluss getragen waren. Die Pause zwischen der Fahrt Richtung D. sowie derjenigen Richtung C. . (und über den Kreisel) ändert nichts daran, dass die Fahrten als Teilstücke eines ein- heitlichen Ganzen erscheinen. Die von der Staatsanwaltschaft ausgeschiedenen Streckenabschnitte bzw. Fahrten sind somit als natürliche Handlungseinheit zu werten. Aus diesem Grund ist der Beschuldigte nicht der mehrfachen Verletzung von Art. 90 Abs. 3 SVG schuldig zu sprechen. Auch fällt bei Annahme einer natür- lichen Handlungseinheit in der vorliegenden Konstellation echte Konkurrenz zu Art. 90 Abs. 2 SVG ausser Betracht; dessen Unrechtsgehalt wird von Art. 90 Abs. 3 SVG miterfasst. Der Beschuldigte ist somit der einfachen qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 sowie Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 lit. b und lit. c SVG schuldig zu sprechen.”
Wenn der Lenker wusste, dass der Tachometer ungenau war und die Anzeige eine Geschwindigkeit nahe an einer schweren Überschreitung zeigte, und er diese Geschwindigkeit dennoch in Kauf nahm, begründet dies eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG.
“km/h, révélant ainsi à un conducteur attentif un excès très proche de 30 km/h et donc du cas grave. Le recourant savait en outre que le chiffre pointé par l'aiguille n'était pas forcément précis, comme il l'avait exposé lors des débats, imprécision encore aggravée par le fait que l'aiguille vibrait. Le recourant s'était dès lors consciemment satisfait d'une vitesse excessive, constatable sur le compteur, et dont il ne pouvait dans tous les cas pas exclure qu'elle put relever du cas grave. La cour cantonale a jugé que les conditions de l'art. 90 al. 2 LCR étaient réalisées.”
In der Praxis finden sich für eher schwerere Geschwindigkeitsüberschreitungen Geldbussen im Bereich von mehreren Hundert Franken. Die VBRS-Richtlinien werden für Überschreitungen um 16–20 km/h innerorts herangezogen (Quelle 0). Gerichtliche Entscheidungen dokumentieren beispielsweise Bussen von CHF 600 (vgl. Quellen 2 und 3) sowie CHF 1'000 (vgl. Quelle 4).
“Subsumtion Auch für die Subsumtion kann integral auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 130, S. 15 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Das Überschreiten der allgemeinen bzw. signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts nach den vom ASTRA vorgegebenen Messabzügen um insgesamt 19 km/h ist als einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG zu qualifizieren. Die Beschuldigte überschritt die Geschwindigkeit wissentlich und willentlich und verstiess somit vorsätzlich gegen die massgebenden Verkehrsregeln. Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgründe liegen keine vor. Die Beschuldigte ist entsprechend in Anwendung von Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 SVG und Art. 4a Abs. 1 Bst. a VRV der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, begangen am 3. Dezember 2021 in I.________ durch einfache Verkehrsregelverletzung (Überscheiten allgemeiner, fahrzeugbedingter oder signalisierter Höchstgeschwindigkeit), schuldig zu erklären. IV. Strafzumessung Einfache Verkehrsregelverletzungen werden nach Art. 90 Abs. 1 SVG mit Busse bis zu CHF 10'000.00 geahndet (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS-Richtlinien) sehen für eine Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit um 16 bis 20 km/h innerorts eine Busse von CHF”
“Am 6. Januar 2021 wurde gegen den Beschuldigten wegen Überscheitens der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit um 21 km/h innerorts ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn erlassen (vgl. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV und Art. 32 Abs. 2 SVG). Er wurde zu einer Busse von Fr. 600.-- sowie zur Bezahlung der Verfahrenskosten von Fr. 400.-verurteilt. Der Strafregisterauszug des Beschuldigten enthält indes keinerlei Einträge (vgl. Strafregisterauszug vom 12. Oktober 2023).”
“Zu bestrafen ist der Berufungskläger demzufolge mit einer Busse (Art. 90 Abs. 1 SVG). Das objektive Verschulden wiegt im Rahmen des nicht qualifizierten Tatbestands von Art. 90 Abs. 1 SVG eher hoch; die Geschwindigkeitsüberschreitung um 32 km/h auf der Autobahn (92 km/h statt 60 km/h) ist objektiv als am oberen Rand zu bezeichnen. Praxisgemäss ist nämlich bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung ab 35 km/h auf der Autobahn von einer groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG auszugehen (vgl. Weissenberger, a.a.O., Art. 90 N 33; Fiolka, a.a.O., Art. 90 SVG N 34). In Abwägung aller Umstände und mit Blick auf die Gerichtspraxis zu den Geldbussen bei Geschwindigkeitsübertretungen erscheint die vorinstanzliche Busse von CHF 600. (bei schuldhafter Nichtbezahlung 6 Tage Ersatzfreiheitsstrafe) angemessen und ist diese damit zu bestätigen (vgl. auch: Weissenberger, a.a.O., Art. 90 N 33; Fiolka, a.a.O., Art. 90 SVG N 34). Im Rahmen der Täterkomponente ist die Vorstrafenlosigkeit des Berufungsklägers (vgl. Strafakten S. 148) als Normalfall zu betrachten und führt zu keiner Strafminderung (vgl.”
“Zu bestrafen ist der Berufungskläger demzufolge mit einer Busse (Art. 90 Abs. 1 SVG). Das objektive Verschulden wiegt im Rahmen des nicht qualifizierten Tatbestands von Art. 90 Abs. 1 SVG eher hoch. Es bleibt dabei, dass die Geschwindigkeitsüberschreitung um 25 km/h innerorts (75 km/h statt 50 km/h) objektiv als gravierend zu bezeichnen ist. Dass der Berufungskläger laut eigener Aussage als Aussendienstmitarbeiter aus beruflichen Gründen viel mit dem Auto unterwegs ist, vermag den Tatvorwurf weder zu erschweren etwa im Sinne, dass er als geübter Lenker Geschwindigkeitslimiten auch in anspruchsvolleren Streckensituationen fehlerfrei erkennen müsste noch zu mindern. Wer viel unterwegs ist, ist im Strassenverkehr keinem milderen Mass an Sorgfalt unterworfen. Die guten finanziellen Verhältnisse des Berufungsklägers haben sich nach seinen Angaben in der Berufungsverhandlung gegenüber dem Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils durch eine Steigerung des Erwerbseinkommens noch verbessert (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 2). In Abwägung aller Umstände und mit Hinblick auf die Gerichtspraxis zu den Geldbussen bei Geschwindigkeitsübertretungen ist die verschuldensangemessene Busse auf CHF 1'000.”
Bei Verdacht auf Fahrunfähigkeit ist die Verhältnismässigkeit zwangsweiser Massnahmen zentral. Die Rechtsprechung hält eine Blutentnahme unter Zwang für gerechtfertigt, wenn «aus wichtigen Gründen» und wegen der Komplexität oder Bedeutung der Umstände die Blutuntersuchung für das Verfahren unerlässlich erscheint (z. B. schwerer Unfall mit schweren Verletzungen oder Todesfolge, Fahrerflucht, schwere Gefährdung der Strassensicherheit oder mehrere Verdächtige und Verweigerung). Hingegen kann eine zwangsweise Blutentnahme bei blossem Verdacht auf eine einfache Verkehrsübertretung als unverhältnismässig und damit unzulässig gelten. Vorangehende Schnelltests sind bei bereits erkennbaren Anhaltspunkten für Fahrunfähigkeit zulässig. Positive toxikologische Befunde bzw. Überschreitungen der von der OFROU festgelegten THC‑Grenzwerte führen in der Praxis regelmässig zur Verfolgung.
“4 LCR permet, « pour des raisons importantes », d’effectuer une prise de sang sous contrainte. Il convient cependant de veiller au respect du principe de la proportionnalité. Tel est le cas lorsque les circonstances, du fait de leur complexité ou de leur importance, font apparaître l’analyse de sang comme indispensable au bon déroulement de l’enquête : par exemple, lorsque le suspect est impliqué dans un accident grave ayant entraîné des blessures sérieuses ou des morts et, notamment, s’il a pris la fuite, lorsqu’il a commis une grave mise en danger de la sécurité routière ou encore lorsque deux personnes impliquées dans un accident sont soupçonnées d’être sous l’effet de substances affectant la capacité de conduire et que l’une d’elles s’oppose à la prise de sang (Bussy/Rusconi/ Jeanneret/Kuhn/Mizel/Müller, Code suisse de la circulation routière commenté, 4e éd. 2015, n. 2.4 ad art. 55 LCR, p. 640 et les références citées). La prise de sang sous contrainte a été jugée disproportionnée et, partant, inexploitable pour un simple soupçon de contravention selon l’art. 90 al. 1 LCR (ibidem ; JdT 1999 I 873). 2.1.2.2 Selon l’art. 10 OCCR, la police peut utiliser des appareils de test préliminaire pour déterminer s'il y a eu consommation d'alcool (al. 1) ; lorsqu’il existe des indices accréditant que la personne contrôlée est incapable de conduire à cause d’une autre substance que l’alcool et qu’elle a conduit un véhicule dans cet état, la police peut ordonner un test préliminaire permettant de déceler la présence de stupéfiants ou de médicaments, notamment dans les urines, la salive ou la sueur (al. 2). L’art. 10 al. 4 OCCR prévoit qu’il y a lieu de renoncer à d’autres mesures d’investigation lorsque le résultat du test préliminaire est négatif et que la personne contrôlée ne présente aucun signe d’incapacité de conduire. Selon la jurisprudence, la mise en œuvre d’un test préliminaire se justifie dès que l’intéressé présente de minces (« geringe ») indices d’incapacité de conduire comme un teint blême ou des yeux vitreux par exemple (ATF 145 IV 50 précité consid. 3.”
“4 LCR permet, « pour des raisons importantes », d’effectuer une prise de sang sous contrainte. Il convient cependant de veiller au respect du principe de la proportionnalité. Tel est le cas lorsque les circonstances, du fait de leur complexité ou de leur importance, font apparaître l’analyse de sang comme indispensable au bon déroulement de l’enquête : par exemple, lorsque le suspect est impliqué dans un accident grave ayant entraîné des blessures sérieuses ou des morts et, notamment, s’il a pris la fuite, lorsqu’il a commis une grave mise en danger de la sécurité routière ou encore lorsque deux personnes impliquées dans un accident sont soupçonnées d’être sous l’effet de substances affectant la capacité de conduire et que l’une d’elles s’oppose à la prise de sang (Bussy/Rusconi/ Jeanneret/Kuhn/Mizel/Müller, Code suisse de la circulation routière commenté, 4e éd. 2015, n. 2.4 ad art. 55 LCR, p. 640 et les références citées). La prise de sang sous contrainte a été jugée disproportionnée et, partant, inexploitable pour un simple soupçon de contravention selon l’art. 90 al. 1 LCR (ibidem ; JdT 1999 I 873). 2.1.2.2 Selon l’art. 10 OCCR, la police peut utiliser des appareils de test préliminaire pour déterminer s'il y a eu consommation d'alcool (al. 1) ; lorsqu’il existe des indices accréditant que la personne contrôlée est incapable de conduire à cause d’une autre substance que l’alcool et qu’elle a conduit un véhicule dans cet état, la police peut ordonner un test préliminaire permettant de déceler la présence de stupéfiants ou de médicaments, notamment dans les urines, la salive ou la sueur (al. 2). L’art. 10 al. 4 OCCR prévoit qu’il y a lieu de renoncer à d’autres mesures d’investigation lorsque le résultat du test préliminaire est négatif et que la personne contrôlée ne présente aucun signe d’incapacité de conduire. Selon la jurisprudence, la mise en œuvre d’un test préliminaire se justifie dès que l’intéressé présente de minces (« geringe ») indices d’incapacité de conduire comme un teint blême ou des yeux vitreux par exemple (ATF 145 IV 50 précité consid. 3.”
“4 LCR permet, « pour des raisons importantes », d’effectuer une prise de sang sous contrainte. Il convient cependant de veiller au respect du principe de la proportionnalité. Tel est le cas lorsque les circonstances, du fait de leur complexité ou de leur importance, font apparaître l’analyse de sang comme indispensable au bon déroulement de l’enquête : par exemple, lorsque le suspect est impliqué dans un accident grave ayant entraîné des blessures sérieuses ou des morts et, notamment, s’il a pris la fuite, lorsqu’il a commis une grave mise en danger de la sécurité routière ou encore lorsque deux personnes impliquées dans un accident sont soupçonnées d’être sous l’effet de substances affectant la capacité de conduire et que l’une d’elles s’oppose à la prise de sang (Bussy/Rusconi/ Jeanneret/Kuhn/Mizel/Müller, Code suisse de la circulation routière commenté, 4e éd. 2015, n. 2.4 ad art. 55 LCR, p. 640 et les références citées). La prise de sang sous contrainte a été jugée disproportionnée et, partant, inexploitable pour un simple soupçon de contravention selon l’art. 90 al. 1 LCR (ibidem ; JdT 1999 I 873). 2.2.2.2 Selon l’art. 10 OCCR, la police peut utiliser des appareils de test préliminaire pour déterminer s'il y a eu consommation d'alcool (al. 1) ; lorsqu’il existe des indices accréditant que la personne contrôlée est incapable de conduire à cause d’une autre substance que l’alcool et qu’elle a conduit un véhicule dans cet état, la police peut ordonner un test préliminaire permettant de déceler la présence de stupéfiants ou de médicaments, notamment dans les urines, la salive ou la sueur (al. 2). L’art. 10 al. 4 OCCR prévoit qu’il y a lieu de renoncer à d’autres mesures d’investigation lorsque le résultat du test préliminaire est négatif et que la personne contrôlée ne présente aucun signe d’incapacité de conduire. Selon la jurisprudence, la mise en œuvre d’un test préliminaire se justifie dès que l’intéressé présente de minces (« geringe ») indices d’incapacité de conduire comme un teint blême ou des yeux vitreux par exemple (ATF 145 IV 50 précité consid. 3.”
“Les véhicules circulant sur une route signalée comme principale ont la priorité, même s'ils viennent de gauche. 3.2.1. En l'espèce, le 8 août 2022, le prévenu a circulé au volant d'un motocycle. Or, l'analyse toxicologique effectuée le 8 août 2022 retient une concentration de THC de 9.4 µg/L au moment de l'évènement, soit une concentration de THC supérieure aux valeurs limites définies par l'OFROU. Il sera par conséquent reconnu coupable de conduite dans l'incapacité de conduire pour d'autres raisons que l'alcool (art. 91 al. 2 let. b LCR). 3.2.2. Il ressort du rapport de renseignements établi le 12 octobre 2022 par la police que, le 8 août 2022, alors qu'il circulait sur la rue de Carouge en direction de Plainpalais, le prévenu a omis d'accorder la priorité de droite à un véhicule de police qui se trouvait sur la rue Berthélémy-Menn et bifurquait sur la rue de Carouge. Cette manœuvre n'avait toutefois pas mis en danger les policiers. Le prévenu a, au demeurant, reconnu ces faits. Le prévenu sera, en conséquence, reconnu coupable d'infraction à l'art. 90 al. 1 LCR cum 36 al. 2 LCR dont les conditions sont remplies. 4. Infractions à la LArm 4.1.1. Selon l'art. 33 al. 1 let. a LArm, est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire quiconque, intentionnellement, sans droit, offre, aliène, acquiert, possède, fabrique, modifie, transforme, porte, exporte vers un État Schengen ou introduit sur le territoire suisse des armes, des éléments essentiels d'armes, des composants d'armes spécialement conçus, des accessoires d'armes, des munitions ou des éléments de munitions, ou en fait le courtage. 4.1.2. On entend par armes notamment les armes factices, les armes d'alarme et les armes soft air, lorsqu'elles peuvent être confondues avec de véritables armes à feu du fait de leur apparence (art. 4 al. 1 let. g LArm). 4.1.3. Selon l'art. 6 OArm, les armes à air comprimé, les armes au CO2, les armes factices, les armes d'alarme et les armes soft air sont susceptibles d'être confondues avec des armes à feu si, à première vue, elles ressemblent à de véritables armes à feu, qu'un spécialiste ou toute autre personne soit en mesure de lever la confusion après un rapide examen ou non.”
“En matière de chanvre, par exemple, la simple culture (arrêt du Tribunal fédéral 6B_224/2020 du 19 août 2021), soit le fait de soigner les plantes (arrêt du Tribunal fédéral 1B_294/2012 du 13 août 2021) – y compris le simple semi de graines (arrêt du Tribunal fédéral 6B_733/2011 du 5 juin 2021 consid. 2.2) suffit, étant précisé que dans un tel cas on peut partir de l'idée que le taux de THC visé est supérieur à 1,0% (ATF 145 IV 513 consid. 2.3 ; 141 IV 273 consid. 3.1 ; S. GRODECKI / Y. JEANNERET, op. cit., n. 5 et 6 ad art. 2 et n. 14 ad art. 19). 2.4. Le prévenu ne conteste plus, à juste titre, sa culpabilité, dûment établie par les éléments du dossier, en relation avec la conduite d'un véhicule automobile dans l'incapacité de conduire pour d'autres raisons que l'alcool (art. 91 al. 2 let. b LCR) et celle sous retrait, refus ou interdiction d'utilisation du permis de conduire (art. 95 al. 1 let. b LCR), lesquelles sont passibles d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire, ainsi qu'avec la violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et la consommation de stupéfiants (art. 19a ch. 1 LStup), lesquelles sont réprimées d'une amende. 2.5.1. En l'espèce, une quantité totale de substances de 1'381.10 grammes a été retrouvée, d'une part, dans le local de l'appelant de la rue 2______ (305.3 grammes), et, d'autre part, à son domicile (1'075.8 grammes). S'il ne conteste pas la possession des substances découvertes chez lui, il prétend que celles perquisitionnées dans son local appartenaient également aux individus qui fréquentaient ce lieu. Il perd toutefois de vue que peu importe à qui elles appartiennent économiquement, puisque la simple détention, même pour le compte d'un tiers, est déjà punissable, le prévenu n'évoquant pas en particulier qu'elles auraient été placées à cet endroit à son insu. 2.5.2. Quant à savoir si ces produits peuvent être qualifiées de stupéfiants, l'appelant admet qu'au moins 600 grammes, sur les 1'075.8 grammes retrouvés à son domicile, correspondaient à de la marijuana consommable. Il a beaucoup varié sur la nature des substances qui lui avaient été données par un valaisan au local de la rue 2______.”
Neben einer Geldstrafe (Tagessätzen) kann im Verfahren gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG zusätzlich eine Busse auferlegt werden. Für den Fall schuldhafter Nichtbezahlung der Busse kann eine Ersatzfreiheitsstrafe in Tagen angeordnet werden (vgl. dazu die angeführten Urteile).
“Kostenfolge Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Gestützt auf den vorliegenden Verfahrensausgang rechtfertigt es sich somit, die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 2'100.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 2'000.-- sowie Auslagen von pauschal CHF 100.--) dem Beschuldigten aufzuerlegen. Demnach wird erkannt: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 11. Juli 2023, lautend: "1. A. wird der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig erklärt und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 32 Tagessätzenzu je CHF 110.00, bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 800.00, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen, in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 und 5 VRV), Art. 34 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB und Art. 106 StGB.”
“(bei schuldhafter Nichtbezahlung fünf Tage Ersatzfreiheitsstrafe) auszusprechen. III. Kosten (...) Demnach wird erkannt: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidenten Basel-Landschaft vom 12. Mai 2022, auszugsweise lautend: "1. A. wird in teilweiser Abänderung des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 2. Juli 2020 der groben Verletzung von Verkehrsregeln schuldig gesprochen und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 25 Tagessätzenzu je CHF 130.00, bei einer Probezeit von 3 Jahren sowie zu einer Busse von CHF 650.00, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen, in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 2 SVG, Art. 4a Abs. 1 lit. a und Abs. 5 VRV) sowie Art. 34 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB,Art. 44 Abs. 1 StGB und Art. 106 StGB.”
“En l'espèce, il n'y a pas lieu de revenir sur la répartition des frais effectuée dans l'arrêt du 30 mars 2022, dès lors que son résultat est confirmé, seule une rectification du dispositif entrant en ligne de compte. Les frais de la procédure d'appel postérieure à l'arrêt du Tribunal fédéral, qui a visé à réparer le défaut de motivation constaté par l'instance supérieure, seront laissés à la charge de l'État. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Prend acte de l'arrêt du Tribunal fédéral 6B_659/2022 du 17 mai 2023 qui annule l'arrêt AARP/82/2022 rendu le 30 mars 2022 par la Chambre pénale d'appel et de révision dans la procédure P/25298/2019. Reçoit les appels formés par A______ et le Ministère public contre le jugement JTDP/1223/2021 rendu le 5 octobre 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/25298/2019. Rejette l’appel formé par A______. Admet très partiellement l’appel formé par le Ministère public. Déclare A______ coupable de violation grave des règles de la circulation (art. 90 al. 2 LCR). Condamne A______ à une amende de CHF 400.- (art. 100 ch. 4 in fine LCR, art. 48a al. 2 et art. 106 al. 1 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de 4 jours (art. 106 al. 2 CP). Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée (art. 106 al. 2 CP). Condamne A______ au paiement de CHF 1'343.-, correspondant à la moitié des frais de la procédure de première instance, qui s'élèvent dans leur globalité à CHF 2'686.-, y compris les émoluments de jugement de CHF 1'000.- chacun. Condamne A______ au paiement de CHF 587.50, correspondant à la moitié des frais de la procédure d'appel de CHF 1'175.-, qui comprennent un émolument de CHF 1'000.- et laisse le solde à la charge de l'État. Alloue à A______ une indemnité à la charge de l'État de Genève de CHF 2'544.40, TVA comprise, pour les dépenses occasionnées par l'exercice raisonnable de ses droits de procédure pour la procédure d'appel. Rejette les conclusions en indemnisation de A______ pour le surplus.”
“Au vu de l'importance de la faute, que l'appelant nie encore, le prononcé d'une amende de CHF 1'200.- en sus à titre de sanction immédiate n'est pas critiquable de même que la peine privative de liberté de substitution de 12 jours. 4. L'appelant, qui succombe, supportera les frais de la procédure envers l'État (art. 428 CPP). Par identité des motifs, il ne sera pas octroyé d'indemnité. Vu l'issue de la procédure, il n'y a pas lieu de revoir la répartition des frais de première instance. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTDP/1108/2021 rendu le 7 septembre 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/14894/2020. Le rejette. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 1'635.-, qui comprennent un émolument de CHF 1'500.-. Rejette les conclusions en indemnisation de A______ pour ses frais de défense en appel. Confirme le jugement entrepris en ce qui le concerne, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 27 et 32 cum art. 90 al. 2 LCR). Condamne A______ à une peine pécuniaire de 60 jours-amende (art. 34 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 100.00. Met A______ au bénéfice du sursis et fixe la durée du délai d'épreuve à 3 ans (art. 42 et 44 CP). Avertit A______ que s'il devait commettre de nouvelles infractions durant le délai d'épreuve, le sursis pourrait être révoqué et la peine suspendue exécutée, cela sans préjudice d'une nouvelle peine (art. 44 al. 3 CP). Condamne A______ à une amende de CHF 1'200.00 (art. 42 al. 4 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de 12 jours. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. [ ] Condamne A______ aux frais de la procédure à concurrence de CHF 1'379.00 et laisse le solde à la charge de l'Etat (art. 422 et ss CPP). [ ] Met à la charge de A______ un émolument complémentaire de jugement de CHF 800.-." Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, à l'Office cantonal de la population et des migrations, et au Service cantonal des véhicules.”
“-, à titre de sanction immédiate, est justifié, de même que celui d'une peine privative de liberté de substitution de six jours (art. 42 al. 4 CP et art. 106 al. 2 CP). En définitive, l'appel doit être entièrement rejeté. 4. L'appelant, qui succombe, supportera les frais de la procédure, comprenant en appel un émolument de CHF 1'500.- (art. 428 CPP et art. 14 al. 1 let. e du Règlement fixant le tarif des frais en matière pénale). 5. Compte tenu de ce qui précède, il n'y a pas lieu de lui octroyer une quelconque indemnité au sens de l'art. 429 CPP. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement rendu le 27 septembre 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/25848/2019. Le rejette. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 1'635.-, qui comprennent un émolument de CHF 1'500.-. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR). Condamne A______ à une peine pécuniaire de 30 jours-amende (art. 34 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 150.-. Met A______ au bénéfice du sursis et fixe la durée du délai d'épreuve à 3 ans (art. 42 et 44 CP). Avertit A______ que s'il devait commettre de nouvelles infractions durant le délai d'épreuve, le sursis pourrait être révoqué et la peine suspendue exécutée, cela sans préjudice d'une nouvelle peine (art. 44 al. 3 CP). Condamne A______ à une amende de CHF 900.- (art. 42 al. 4 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de 6 jours. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Rejette les conclusions en indemnisation de A______ (art. 429 CPP). Condamne A______ aux frais de la procédure, qui s'élèvent à CHF 876.-, y compris un émolument de jugement de CHF 500.- (art. 426 al. 1 CPP). [ ] Fixe l'émolument complémentaire de jugement à CHF 1'000.-. Condamne A______ à payer à l'Etat de Genève l'émolument complémentaire fixé à CHF 1'000.”
“L'appelante, qui échoue à faire modifier le jugement entrepris, sera déboutée de ses conclusions en indemnisation (art. 429 CPP). * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTDP/1079/2020 rendu le 2 octobre 2020 par le Tribunal de police dans la procédure P/21935/2018. Le rejette. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 1'615.-, qui comprennent un émolument de CHF 1'500.-. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR). Condamne A______ à une peine pécuniaire de 45 jours-amende (art. 34 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 30.-. Met A______ au bénéfice du sursis et fixe la durée du délai d'épreuve à 3 ans (art. 42 et 44 CP). Avertit A______ que si elle devait commettre de nouvelles infractions durant le délai d'épreuve, le sursis pourrait être révoqué et la peine suspendue exécutée, cela sans préjudice d'une nouvelle peine (art. 44 al. 3 CP). Condamne A______ à une amende de CHF 270.- (art. 42 al. 4 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de 2 jours. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Rejette les conclusions en indemnisation de A______ (art. 429 CPP). Condamne A______ aux frais de la procédure, qui s'élèvent à CHF 778.-, y compris un émolument de jugement de CHF 300.- (art. 426 al. 1 CPP). [...] Condamne A______ à payer à l'Etat de Genève un émolument complémentaire fixé à CHF 600.”
Teilweises Befahren oder Überfahren einer Sperrfläche im Rahmen eines Überholversuchs kann eine Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG darstellen, selbst wenn der Überholvorgang abgebrochen wird.
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich schuldig, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 78 SSV (Signalisationsverordnung, SR 741.21) gebietet, dass Sperrflächen nicht befahren werden dürfen. Art. 34 Abs. 4 SVG ordnet an, dass Strassenbenützer ausreichenden Abstand zu anderen Strassenbenützern zu halten haben, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren. Der Berufungskläger fuhr einem ihm vorfahrenden Fahrzeug nach einer Überholgelegenheit suchend, dicht auf und befuhr in der Absicht, dieses zu überholen, die Sperrfläche mit drei Vierteln seines Fahrzeugs, brach den Überholvorgang allerdings wieder ab. Der Berufungskläger missachtete beide vorgenannten Verkehrsregeln, womit er sich mehrfach der Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig machte.”
Ist eine temporäre Geschwindigkeitsreduktion zur Verkehrssicherheit wegen einer Baustelle angeordnet, rechtfertigt das Fehlen einer sichtbaren Baustelle oder von Arbeitern für sich genommen nicht die Annahme, es bestehe keine ernstliche Gefahr. Angesichts des Schutzzwecks der Beschränkung kann ein Überschreiten der zulässigen Geschwindigkeit unter diesen Voraussetzungen als schwere Widerhandlung im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden.
“Il n'existe, in casu, aucun élément de fait particulier permettant d'écarter la mise en danger abstraite, au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, induite par la vitesse excessive. Peu importe qu'il n'eût pas été établi comment le chantier se déployait précisément le jour des faits, en particulier si des ouvriers étaient effectivement en train de travailler sur le chantier au moment et à l'endroit précis de l'excès de vitesse. Compte tenu du motif pour lequel la vitesse maximale autorisée avait été abaissée à 80 km/h, le recourant ne pouvait partir du principe qu'il ne créait aucun danger particulier parce que la présence d'un chantier, d'ouvriers ou d'autres usagers de la route n'était pas manifeste, étant encore précisé que les travaux faisaient l'objet d'une signalisation. La situation du cas d'espèce n'est par conséquent nullement comparable à celles dans lesquelles le Tribunal fédéral a exceptionnellement exclu la réalisation d'un cas grave alors même que le seuil déterminant avait été atteint. La cour cantonale n'a donc pas violé le droit fédéral en condamnant le recourant sur la base de l'art. 90 al. 2 LCR. Le grief doit être rejeté.”
“L'autorité précédente a tout d'abord indiqué que le tronçon sur lequel avait été commis l'excès de vitesse était, à l'époque des faits, limité à 80 km/h. Il convenait donc, en application de la jurisprudence, d'assimiler ledit tronçon d'autoroute à une route située en dehors d'une localité. Par conséquent, le dépassement de vitesse constaté avait été supérieur au seuil de 30 km/h pertinent pour les routes hors des localités et devait être objectivement qualifié de grave. La cour cantonale a ensuite exposé que le recourant avait agi intentionnellement, ou à tout le moins par négligence grossière. Aucune circonstance ne permettait d'admettre l'absence de scrupules. En effet, la limitation de vitesse était destinée à protéger les usagers de la route et les ouvriers, aux abords et sur le chantier. Le recourant devait tenir compte d'une présence à tout le moins potentielle d'ouvriers au moment où il avait commis son excès de vitesse, de sorte que celui-ci devait être qualifié de grave au regard de l'art. 90 al. 2 LCR. Le recourant conteste cette appréciation, en relevant qu'il n'a, au moment des faits, perçu aucun chantier ni autre obstacle sur la chaussée. Il en déduit qu'il s'agirait d'un cas dans lequel, malgré le dépassement de vitesse mesuré, aucun danger grave n'aurait existé. Certes, la jurisprudence admet que, dans des circonstances exceptionnelles, il y a lieu d'exclure l'application du cas grave alors même que le seuil de l'excès de vitesse fixé a été atteint (cf. ATF 143 IV 508 consid. 1.3 p. 512 s.). Ainsi, sous l'angle de l'absence de scrupules, le Tribunal fédéral a retenu que le cas grave n'était pas réalisé lorsque la vitesse avait été limitée provisoirement à 80 km/h sur un tronçon autoroutier pour des motifs écologiques liés à une présence excessive de particules fines dans l'air (arrêt 6B_109/2008 du 13 juin 2008 consid. 3.2; voir également le considérant”
“Or, en l'espèce, la limitation de vitesse sur le tronçon concerné avait pour objectif la sécurité routière, en raison des travaux effectués à l'époque en cause. Indépendamment du déploiement concret du chantier à l'endroit précis et au moment où le recourant a commis son excès de vitesse, il a pu être établi - sans arbitraire - que des travaux étaient en cours sur le tronçon en question (cf. consid. 2.2 supra). Compte tenu de ces circonstances et du motif pour lequel la vitesse maximale autorisée avait été abaissée à 80 km/h, le recourant ne pouvait partir du principe qu'il ne créait aucun danger particulier simplement car des travaux n'auraient pas été accomplis de manière visible pour lui au moment où il a parcouru le tronçon en question. La situation ne saurait, par conséquent, en aucune manière être assimilée à celles dans lesquelles le Tribunal fédéral a exceptionnellement exclu la réalisation d'un cas grave alors même que le seuil déterminant avait été atteint. La cour cantonale n'a donc pas violé le droit fédéral en condamnant le recourant sur la base de l'art. 90 al. 2 LCR. Le grief doit être rejeté.”
Bei Verfolgungs- und Kontrollfahrten sowie auffälligem, gravierendem Fahrverhalten sind regelmässig strafrechtliche Konsequenzen nach Art. 90 zu erwarten; Kontrollfahrtanordnungen setzen ein derart auffälliges Fahrverhalten voraus.
“129 CP ne s'est pas encore posée devant le Tribunal fédéral. Certains auteurs considèrent que l'art. 90 al. 3 LCR peut être vu comme le pendant de l'art. 129 CP et prime donc cette dernière disposition dans le domaine de la circulation routière (Délèze/Dutoit, Le "délit de chauffard" au sens de l'art. 90 al. 3 LCR : éléments constitutifs et proposition d'interprétation, in PJA 2013 p. 1202 ss, p. 1214 ; André Bussy et al., Code suisse de la circulation routière commenté, 2015, ch. 6.3 let. b ad. art. 90 LCR ; Yvan Jeanneret, Via sicura : le nouvel arsenal pénal, in Circulation routière 2/2013 p. 31 ss, p. 40). Une autre partie de la doctrine est d'avis que l'art. 129 CP absorbe l'art. 90 al. 3 LCR mais qu'un concours réel demeure possible lorsque la mise en danger concerne encore d'autres usagers de la route (Philippe Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2ème édition, 2015, n° 181 ad art. 90 LCR ; Gerhard Fiolka, in Balser Kommentar SVG, 2014, n° 192 ad art. 90 LCR). » Cet arrêt concernait un conducteur qui n’avait pas obtempéré aux injonctions d'arrêt d'un agent de police dans le cadre d'un contrôle de circulation et qui avait pris la fuite. Un signalement du véhicule avait été diffusé sur les ondes et l’individu en question avait, peu après, failli percuter une voiture de police qui lui barrait la route afin de l'arrêter. S’en était suivie une course-poursuite en zone urbaine, au cours de laquelle le conducteur avait, malgré une manœuvre d’évitement et de freinage in extremis, percuté violemment un autre véhicule de police qui s'était mis en travers de la chaussée de manière à lui bloquer le passage, avant de prendre la fuite à pied sans se soucier du sort des occupants dudit véhicule et d’être finalement intercepté. Le Tribunal fédéral a retenu que les excès de vitesse qui étaient reprochés au conducteur, ainsi que les autres infractions au code de la route, commis en partie en zone urbaine, étaient propres à provoquer un accident mortel et avaient ainsi mis concrètement en danger la vie des autres usagers de la route.”
“und Fahrzeuge der Kategorie, für die der Ausweis gilt, sicher führen kann (lit. b). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung setzt die Anordnung einer Kontrollfahrt ein auffälliges Fahrverhalten voraus. Erforderlich sind insoweit gravierende Fahrfehler, welche regelmässig auch strafrechtliche Konsequenzen, das heisst insbesondere Verurteilungen nach Art. 90 SVG, nach sich ziehen können. Dies ist etwa der Fall beim Verursachen mehrerer Unfälle innert kurzer Zeit (BGE 127 II 129), bei einem unaufmerksamen Losfahren nach einem Halt vor einem Stoppschild mit schwerer Unfallfolge (Urteil 1C_285/2012 vom 20. Februar 2013), bei einem heftigen Auffahrunfall (Urteil 1C_580/2012 vom 13. November 2013), beim grundlosen Abkommen von der Fahrbahn mit Gegenverkehr und Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer (Urteil 1C_422/ 2007 vom 9. Januar 2008) oder beim Missachten des Rechtsvortritts sowie mangelnder Aufmerksamkeit im Strassenverkehr (Urteil 1C_47/ 2007 vom 2. Mai 2007). Zu beachten ist, dass diese Urteile noch vor dem Handlungsprogramm des Bundes für mehr Sicherheit im Strassenverkehr (Via sicura) ergingen und Art. 15d Abs. 5 SVG und Art. 29 Abs. 1 VZV seither neu gefasst wurden und die entsprechenden Änderungen per 1. Januar 2013 (Art. 15d Abs. 5 SVG; AS 1012 6291) bzw. 1. Januar 2014 (Art. 29 Abs. 1 VZV; AS 2013 4697) in Kraft getreten sind. Die eingetretenen Gesetzesänderungen betrafen jedoch lediglich redaktionelle Anpassungen, indem die Grundvoraussetzungen zum Führen eines Motorfahrzeuges (Fahreignung und Fahrkompetenz) nunmehr ausdrücklich und positiv aufgezählt sind (vgl.”
“und Fahrzeuge der Kategorie, für die der Ausweis gilt, sicher führen kann (lit. b). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung setzt die Anordnung einer Kontrollfahrt ein auffälliges Fahrverhalten voraus. Erforderlich sind insoweit gravierende Fahrfehler, welche regelmässig auch strafrechtliche Konsequenzen, das heisst insbesondere Verurteilungen nach Art. 90 SVG, nach sich ziehen können. Dies ist etwa der Fall beim Verursachen mehrerer Unfälle innert kurzer Zeit (BGE 127 II 129), bei einem unaufmerksamen Losfahren nach einem Halt vor einem Stoppschild mit schwerer Unfallfolge (Urteil 1C_285/2012 vom 20. Februar 2013), bei einem heftigen Auffahrunfall (Urteil 1C_580/2012 vom 13. November 2013), beim grundlosen Abkommen von der Fahrbahn mit Gegenverkehr und Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer (Urteil 1C_422/ 2007 vom 9. Januar 2008) oder beim Missachten des Rechtsvortritts sowie mangelnder Aufmerksamkeit im Strassenverkehr (Urteil 1C_47/ 2007 vom 2. Mai 2007). Zu beachten ist, dass diese Urteile noch vor dem Handlungsprogramm des Bundes für mehr Sicherheit im Strassenverkehr (Via sicura) ergingen und Art. 15d Abs. 5 SVG und Art. 29 Abs. 1 VZV seither neu gefasst wurden und die entsprechenden Änderungen per 1. Januar 2013 (Art. 15d Abs. 5 SVG; AS 1012 6291) bzw. 1. Januar 2014 (Art. 29 Abs. 1 VZV; AS 2013 4697) in Kraft getreten sind. Die eingetretenen Gesetzesänderungen betrafen jedoch lediglich redaktionelle Anpassungen, indem die Grundvoraussetzungen zum Führen eines Motorfahrzeuges (Fahreignung und Fahrkompetenz) nunmehr ausdrücklich und positiv aufgezählt sind (vgl.”
“und Fahrzeuge der Kategorie, für die der Ausweis gilt, sicher führen kann (lit. b). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung setzt die Anordnung einer Kontrollfahrt ein auffälliges Fahrverhalten voraus. Erforderlich sind insoweit gravierende Fahrfehler, welche regelmässig auch strafrechtliche Konsequenzen, das heisst insbesondere Verurteilungen nach Art. 90 SVG, nach sich ziehen können. Dies ist etwa der Fall beim Verursachen mehrerer Unfälle innert kurzer Zeit (BGE 127 II 129), bei einem unaufmerksamen Losfahren nach einem Halt vor einem Stoppschild mit schwerer Unfallfolge (Urteil 1C_285/2012 vom 20. Februar 2013), bei einem heftigen Auffahrunfall (Urteil 1C_580/2012 vom 13. November 2013), beim grundlosen Abkommen von der Fahrbahn mit Gegenverkehr und Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer (Urteil 1C_422/ 2007 vom 9. Januar 2008) oder beim Missachten des Rechtsvortritts sowie mangelnder Aufmerksamkeit im Strassenverkehr (Urteil 1C_47/ 2007 vom 2. Mai 2007). Zu beachten ist, dass diese Urteile noch vor dem Handlungsprogramm des Bundes für mehr Sicherheit im Strassenverkehr (Via sicura) ergingen und Art. 15d Abs. 5 SVG und Art. 29 Abs. 1 VZV seither neu gefasst wurden und die entsprechenden Änderungen per 1. Januar 2013 (Art. 15d Abs. 5 SVG; AS 1012 6291) bzw. 1. Januar 2014 (Art. 29 Abs. 1 VZV; AS 2013 4697) in Kraft getreten sind. Die eingetretenen Gesetzesänderungen betrafen jedoch lediglich redaktionelle Anpassungen, indem die Grundvoraussetzungen zum Führen eines Motorfahrzeuges (Fahreignung und Fahrkompetenz) nunmehr ausdrücklich und positiv aufgezählt sind (vgl.”
Art. 90 Abs. 1 SVG erfasst einfache Verletzungen der Verkehrsregeln. Diese Übertretungen sind als Busse/Amende zu bestrafen; eine Freiheitsstrafe kommt dafür nicht in Betracht. Die Sanktion kann im Rahmen des Verfahrens der Amende d’ordre (LAO) oder in einem ordentlichen Strafverfahren verhängt werden. In der Praxis finden sich unter anderem Übertretungsbussen von beispielsweise CHF 40 oder CHF 300.
“En l’espèce, seule une amende peut être prononcée pour les infractions au sens de l’art. 90 al. 1 LCR (ch. I.14. AA), de l’art. 91 al. 1 let. c LCR, de l’art. 86 al. 1 LCdF (ch. I.20. AA) et de l’art. 19a ch. 1 LStup (ch. I.21.1-21.2 AA). Par ailleurs, seule une peine pécuniaire peut être prononcée pour l’infraction selon l’art. 286 CP (ch. I.16. AA).”
“Aux termes de l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la LCR ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. La loi fédérale du 18 mars 2016 sur les amendes d'ordre (LAO; RS 314.1, dernière mise en vigueur le 1er janvier 2020 [RO 2019 527; RO 2017 6559], emportant abrogation de la loi du 24 juin 1970 sur les amendes d'ordre [RS 741.03]) institue un système de fixation d'amende qui s'écarte des principes régissant la fixation de la peine dans le code pénal (cf. ATF 103 IV 53 consid. 4a). La procédure simplifiée relative aux amendes d'ordre prévoit, schématiquement, pour tous les contrevenants, les mêmes amendes et modalités d'exécution pour certaines infractions prédéfinies. Cela conduit au règlement simple, rapide et définitif des contraventions de masse (notamment en matière de circulation routière) qui ont un caractère bagatelle, ce avec une moindre charge administrative (cf. ATF 145 IV 252 consid. 1.5; 135 IV 221 consid. 2.2 p. 223; 126 IV 95 consid.”
“S’agissant des violations graves qualifiées des règles de la circulation routière (art. 90 al. 3 en rel. avec l’al. 4 LCR), seule une peine privative de liberté entre en ligne de compte, l’application de l’art. 90 al. 3ter LCR ayant d’ores et déjà été écartée. Quant aux violations simples des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), celles-ci ne peuvent être sanctionnées que d’une amende.”
“En l’espèce, les violations simples des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 1 LCR sont des contraventions punies uniquement de l’amende.”
“En l’espèce, seule une amende peut être prononcée pour l’infraction au sens de l’art. 90 al. 1 LCR (stationner sur le trottoir ; ch. 1 de l’Ordonnance pénale du 25 mai 2022, Dossier BJS 22 10060).”
“90 al. 1 LCR et condamné à une amende d'ordre de CHF 40.- – une amende d’ordre peut également être infligée dans la procédure pénale ordinaire (art. 14 LAO). En revanche, il n'y a pas lieu de prononcer de peine privative de liberté de substitution pour le cas où A______ ne paierait pas l'amende. En tant que lex specialis, la LAO déroge, en effet, au système des sanctions contraventionnelles de l'art. 106 CP (L. MOREILLON / A. MACALUSO / N. QUELOZ / N. DONGOIS [éds], Commentaire romand, Code pénal II, Bâle 2017, n. 24 ad art. 106 CP). 3. L'appelant, qui succombe sur l'essentiel, supportera 4/5èmes des frais de la procédure envers l'État (art. 428 CPP). PAR CES MOTIFS LE PRÉSIDENT DE LA CHAMBRE PÉNALE D'APPEL ET DE RÉVISION Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement rendu le 7 juin 2023 par le Tribunal de police dans la procédure P/545/2023. L'admet très partiellement. Et, statuant à nouveau : Déclare A______ coupable de violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Condamne A______ à une amende d'ordre de CHF 40.- (art. 14 LAO). Condamne A______ aux frais de la procédure préliminaire et de première instance, qui s'élèvent à CHF 351.-, y compris un émolument de jugement de CHF 200.- (art. 426 al. 1 CPP). Condamne A______ aux 4/5èmes des frais de la procédure d'appel, qui comprennent un émolument de CHF 300.-. Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police, au Ministère public et au Service cantonal des véhicules. La greffière : Oriana BRICENO LOPEZ Le président : Fabrice ROCH Indication des voies de recours : Conformément aux art. 78 ss de la loi fédérale sur le Tribunal fédéral du 17 juin 2005 (LTF; RS 173.110), le présent arrêt peut être porté dans les trente jours qui suivent sa notification avec expédition complète (art. 100 al. 1 LTF), par-devant le Tribunal fédéral (1000 Lausanne 14), par la voie du recours en matière pénale, sous la réserve qui suit. Dans la mesure où il a trait à l'indemnité de l'avocat désigné d'office ou du conseil juridique gratuit pour la procédure d'appel, et conformément aux art.”
“00 Kosten für den Strafbefehl Fr.260.00 nachträgliche Gebühren Fr.1'490.00 Total Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs- sigt sich die Entscheidgebühr um einen Drittel auf Fr. 600.–. 5.Die Gebühren für die Kosten des Strafbefehls, die nachträglichen Gebühren und die Kosten für das gerichtliche Verfahren werden dem Beschuldigten auferlegt. Berufungsanträge: Des Beschuldigten: (Urk. 24 S. 1) - 3 - 1.Der Beschuldigte bzw. Berufungskläger sei von Schuld und Strafe freizu- sprechen. 2.Die amtlichen Kosten des Vorverfahrens und des Gerichtsverfahrens seien der Staatskasse zu überbinden; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse betreffs dem Berufungsverfahren. _______________________________________ Erwägungen: I. Prozessgeschichte 1.Mit Strafbefehl des Statthalteramtes Bezirk Dielsdorf vom 7. Februar 2022 wurde der Beschuldigte und Berufungskläger (fortan der Beschuldigte) der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Ver- bindung mit Art. 35 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft (Urk. 3/2). Der Beschuldigte erhob mit Schreiben vom 16. Fe- bruar 2022 Einsprache gegen den Strafbefehl (Urk. 3/3) und hielt an dieser mit Eingabe vom 19. März 2022 fest (Urk. 3/11). Mit Eingabe vom 6. Mai 2022 über- wies das Statthalteramt die Akten ans Bezirksgericht Dielsdorf mit dem Antrag, den Strafbefehl zu bestätigen (Urk. 1). Im Rahmen der gerichtlichen Beurteilung wurde der Beschuldigte mit Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, Strafsachen, vom 19. August 2022 der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft (Urk. 15). Das Urteil wurde am 19. August 2022 mündlich eröffnet und in unbegründe- ter Form dem Beschuldigten übergeben (Prot. I S. 6 ff.; Urk. 9). Dem Statthalter- amt wurde das unbegründete Urteil am 25. August 2022 zugestellt (Urk. 10).”
“3 CPP, concerne tant le fardeau de la preuve que l'appréciation des preuves au sens large (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.1 et 127 I 28 consid. 2a). Comme règle d'appréciation des preuves, la présomption d'innocence signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.3). Lorsque l'appréciation des preuves et la constatation des faits sont critiquées en référence à la présomption d'innocence, le principe in dubio pro reo n'a pas de portée plus large que l'interdiction de l'arbitraire (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.3 et 143 IV 500 consid. 1.1). 2.3 L'art. 90 al. 1 LCR punit de l'amende celui qui viole les règles de la circulation prévues par cette loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral. L'art. 27 al. 1 LCR, 1ère phrase, prévoit que chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu’aux ordres de la police. En particulier, le signal "Parcage contre paiement" désigne les parkings où les véhicules ne peuvent être garés que contre paiement d’une taxe et selon les prescriptions figurant sur les parcomètres (art. 47b al. 1 OSR, 1ère phrase). Est sanctionné dans une procédure simplifiée par une amende d'ordre de CHF 300.- maximum quiconque commet notamment une contravention à la LCR prévue dans la liste établie par le Conseil fédéral, sans tenir compte des antécédents ni de la situation personnelle du prévenu (art. 1 al. 1 let. a, al. 2, 4, 5 et art. 15 de la loi sur les amendes d’ordre [LAO - RS 741.03]). Le montant de l'amende d'ordre punissant celui qui n'a pas enclenché le parcomètre est de CHF 40.- (Annexe 1 de l'ordonnance sur les amendes d’ordre [OAO], n° 200.”
“Bei der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG) und beim Nichtmitführen des Führerausweises (Art. 99 Abs. 1 lit. b SVG) handelt es sich um Übertretungen, welche mit einer Übertretungsbusse zu sanktionieren sind. Die Höhe der Busse liegt zwischen Fr. 1.− und Fr. 10‘000.− (Art. 106 StGB i.V.m. Art. 102 SVG). BC. Strafe betreffend Freiheitsstrafe für die Misswirtschaft a. Strafzumessung (i) Tatkomponenten (a) Objektive Tatschwere”
Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen ist regelmässig grobe Fahrlässigkeit (bzw. objektive Grobheit) anzunehmen; Ausnahmen sind möglich bei besonderen Gegenindizien oder nur kurzer/flüchtiger Unaufmerksamkeit.
“zu Art. 90 SVG, m.w.H.). Schliesslich muss der Erfolgseintritt für den Beschuldigten sowohl vo- - 23 - raussehbar als auch bei Anwendung pflichtgemässer Sorgfalt vermeidbar gewe- sen sein (Art. 100 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 12 Abs. 3 StGB). Bei Ge- schwindigkeitsübertretungen ist grundsätzlich von Grobfahrlässigkeit auszugehen. Vorbehalten bleiben besondere Umstände, wobei gute Witterungs-, Strassen- und Verkehrsverhältnisse keine solchen darstellen (vgl. Urteile BGer 6B_85/2018 E.3.2.; 6B_766/2013 vom 24. Februar 2014 E.1.5; 6B_50/2013 vom 4. April 2013 E.1.5; BGer 6B_104/2012 vom 26. September 2012 mit Hinweisen auf BGer 6B_148/2012 vom 30. April 2012 E.1.3. sowie BGer 6B_361/2011 vom”
“Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung der Verkehrsregeln auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen. Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (statt vieler: BGE 142 IV 93 E. 3.1; BGer 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1, 6B_1467/2019 vom 20. Februar 2020 E. 2.2). Die Rücksichtslosigkeit ist mithin ausnahmsweise zu verneinen, wenn besondere Umstände vorliegen, die das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen (BGer 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1, 6B_761/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.1 mit Hinw.). Das Bundesgericht hat denn auch mehrfach betont, dass nicht unbesehen von der objektiven auf die subjektive Schwere der Verkehrsregelverletzung geschlossen werden darf wenngleich diese (Bedeutung der verletzten Verkehrsregel, Grad der Unaufmerksamkeit, Grad der Gefährdung usw.) ein Indiz dafür ist, dass den Täter auch subjektiv ein schweres Verschulden trifft (Philippe Weissenberger, Kommentar SVG, 2. Aufl. 2015, Art. 90 SVG N 68; BGer 6B_123/2019 vom 19. Juni 2019 E. 4.1.1, 6B_772/2018 vom 8 November 2018 E. 2.3, 6B_1013/2017 vom 13. April 2018 E. 5.3 m.w.H.). So hat das Bundesgericht die subjektive Seite der groben Verkehrsregelverletzung etwa verneint, weil der Beurteilte «nicht krass rücksichtslos» gehandelt habe. Es lägen «Gründe vor, die sein Verhalten subjektiv weniger schwer erscheinen lassen. Er handelte nicht gedankenlos und es kann angesichts der konkreten Umstände nicht von einem jedes Risiko ausblendenden Verhalten gesprochen werden» (BGer 6B_1324/2017 vom 9. Mai 2018 E. 2.5; vgl. auch AGE SB.2020.47 vom 3. Februar 2021).”
“Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung der Verkehrsregeln auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen. Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (statt vieler: BGE 142 IV 93 E. 3.1; BGer 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1, 6B_1467/2019 vom 20. Februar 2020 E. 2.2). Die Rücksichtslosigkeit ist mithin ausnahmsweise zu verneinen, wenn besondere Umstände vorliegen, die das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen (BGer 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1, 6B_761/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.1 mit Hinw.). Das Bundesgericht hat denn auch mehrfach betont, dass nicht unbesehen von der objektiven auf die subjektive Schwere der Verkehrsregelverletzung geschlossen werden darf wenngleich diese (Bedeutung der verletzten Verkehrsregel, Grad der Unaufmerksamkeit, Grad der Gefährdung usw.) ein Indiz dafür ist, dass den Täter auch subjektiv ein schweres Verschulden trifft (Philippe Weissenberger, Kommentar SVG, 2. Aufl. 2015, Art. 90 SVG N 68; BGer 6B_123/2019 vom 19. Juni 2019 E. 4.1.1, 6B_772/2018 vom 8 November 2018 E. 2.3, 6B_1013/2017 vom 13. April 2018 E. 5.3 m.w.H.). So hat das Bundesgericht die subjektive Seite der groben Verkehrsregelverletzung etwa verneint, weil der Beurteilte «nicht krass rücksichtslos» gehandelt habe. Es lägen «Gründe vor, die sein Verhalten subjektiv weniger schwer erscheinen lassen. Er handelte nicht gedankenlos und es kann angesichts der konkreten Umstände nicht von einem jedes Risiko ausblendenden Verhalten gesprochen werden» (BGer 6B_1324/2017 vom 9. Mai 2018 E. 2.5; vgl. auch AGE SB.2020.47 vom 3. Februar 2021).”
“1), de se pencher pour ramasser un document qui se trouvait dans un sac à main, sur le sol côté passager (arrêt du TF du 31.03.2008 [1C_71/2008] cons. 2.2), de se baisser pour ramasser un téléphone portable tombé à ses pieds (arrêt du TF du 11.01.2008 [1C_299/2007] cons. 2.2), lorsque ces activités ont conduit à ce que l'attention du conducteur soit détournée de la route (étant précisé que l'infraction sanctionnée par l'art. 16c al. 1 let. a LCR, visée dans ces décisions, correspond en principe à la définition de l'infraction réprimée sur le plan pénal par l'art. 90 al. 2 LCR ; cf. ATF 120 Ib 285 ; Mizel, Les nouvelles dispositions légales sur le retrait du permis de conduire, in RDAF 2004, p. 395). 8.3 Il résulte de ces précédents que, si les circonstances n'appelaient pas une attention accrue et que l'auteur a fait preuve d'une brève inattention, la négligence grave doit en règle générale être niée (sur le constat, cf. Jeanneret, Les dispositions pénales de la LCR, Commentaire, 2007, n. 41 ad art. 90 LCR et les arrêts cités). Ainsi, le Tribunal fédéral a nié l'existence d'une négligence grossière dans le cas d'un automobiliste qui, plusieurs secondes après le passage du feu au rouge, s'était engagé dans une intersection en omettant de respecter la signalisation, alors que la visibilité était bonne et le trafic peu dense (ATF 118 IV 285 cons. 4). La négligence grossière a aussi été écartée pour un autre automobiliste n'ayant pas respecté la priorité d'un véhicule venant en sens inverse et ayant provoqué une collision avec ce dernier, alors que son inattention n'avait été que momentanée (arrêt du TF du 20.03.2002 [6S.11/2002] cons. 3a). 9. En l’espèce, on a retenu en fait que l’appelant s’est engagé dans une zone industrielle, à une heure de trafic de pointe, vers les 16h30 à fin novembre. Après 100 mètres, il a, selon ses dires, saisi un téléphone portable sur lequel il devait manipuler une application pour valider une livraison. Il tenait encore ledit téléphone plus de 150 mètres après, lorsqu’il a été observé pendant 2 à 3 secondes par les policiers auxquels il avait violé la priorité en s’engageant sur un rond-point.”
“1), de se pencher pour ramasser un document qui se trouvait dans un sac à main, sur le sol côté passager (arrêt du TF du 31.03.2008 [1C_71/2008] cons. 2.2), de se baisser pour ramasser un téléphone portable tombé à ses pieds (arrêt du TF du 11.01.2008 [1C_299/2007] cons. 2.2), lorsque ces activités ont conduit à ce que l'attention du conducteur soit détournée de la route (étant précisé que l'infraction sanctionnée par l'art. 16c al. 1 let. a LCR, visée dans ces décisions, correspond en principe à la définition de l'infraction réprimée sur le plan pénal par l'art. 90 al. 2 LCR ; cf. ATF 120 Ib 285 ; Mizel, Les nouvelles dispositions légales sur le retrait du permis de conduire, in RDAF 2004, p. 395). Il résulte de ces précédents que, si les circonstances n'appelaient pas une attention accrue et que l'auteur a fait preuve d'une brève inattention, la négligence grave doit en règle générale être niée (sur le constat, cf. Jeanneret, Les dispositions pénales de la LCR, Commentaire, 2007, n. 41 ad art. 90 LCR et les arrêts cités). Ainsi, le Tribunal fédéral a réfuté l'existence d'une négligence grossière dans le cas d'un automobiliste qui, plusieurs secondes après le passage du feu au rouge, s'était engagé dans une intersection en omettant de respecter la signalisation, alors que la visibilité était bonne et le trafic peu dense (ATF 118 IV 285 cons. 4). La négligence grossière a aussi été écartée pour un autre automobiliste n'ayant pas respecté la priorité d'un véhicule venant en sens inverse et ayant provoqué une collision avec ce dernier, alors que son inattention n'avait été que momentanée (arrêt du TF du 20.03.2002 [6S.11/2002] cons. 3a). 4.3. En l'espèce, pour convaincre de la brièveté de son inattention, l'appelant soutient, en lien avec l'article 31 al. 1 LCR, qu'il ne « cherchait » pas un paquet de cigarettes (comme l'a retenu le tribunal de police, cons. 9 dernier par.), mais qu'il a détourné ses yeux de la chaussée pour « prendre » le paquet de cigarettes (la première notion suggérant une certaine durée alors que la seconde n'implique qu'une brève inattention) (acte d'appel p.”
“zu Art. 90 SVG, m.w.H.). Schliesslich muss der Erfolgseintritt für den Beschuldigten sowohl vo- - 23 - raussehbar als auch bei Anwendung pflichtgemässer Sorgfalt vermeidbar gewe- sen sein (Art. 100 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 12 Abs. 3 StGB). Bei Ge- schwindigkeitsübertretungen ist grundsätzlich von Grobfahrlässigkeit auszugehen. Vorbehalten bleiben besondere Umstände, wobei gute Witterungs-, Strassen- und Verkehrsverhältnisse keine solchen darstellen (vgl. Urteile BGer 6B_85/2018 E.3.2.; 6B_766/2013 vom 24. Februar 2014 E.1.5; 6B_50/2013 vom 4. April 2013 E.1.5; BGer 6B_104/2012 vom 26. September 2012 mit Hinweisen auf BGer 6B_148/2012 vom 30. April 2012 E.1.3. sowie BGer 6B_361/2011 vom”
Abgrenzung Eventualvorsatz ↔ bewusste Fahrlässigkeit: Die Abgrenzung ist häufig schwierig. Ist die Abgrenzung ungewiss, kann das Verhalten unter Art. 90 Abs. 2 SVG auch als bewusste (grob) fahrlässige Verkehrsregelverletzung gewürdigt werden; dies gilt als Reduktion gegenüber einem eventualvorsätzlichen Vorwurf und verletzt das Anklageprinzip nicht, sofern dem Angeklagten aus der Ausgestaltung der Anklage ergeben musste, dass eine solche Qualifikation möglich ist und eine Verteidigung hiergegen möglich war.
“Da die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten in der Anklage eine eventual- vorsätzliche Tatbegehung vorwirft (Urk. 13 S. 4), stellt sich bei diesem Ergebnis der rechtlichen Würdigung die Frage nach der Vereinbarkeit mit dem Anklagegrund- satz. In diesem Zusammenhang ist nochmals hervorzuheben, dass sowohl die (eventual-)vorsätzliche als auch die fahrlässige Verletzung der Verkehrsregeln glei- chermassen strafbar ist. Die für die Annahme von Fahrlässigkeit erforderliche Pflichtverletzung ergibt sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung aus der im Strassenverkehr allgemein geltenden Pflicht zur Aufmerksamkeit (vgl. Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 VRV) und der als bekannt vorausge- setzten Kenntnis der Verkehrsregeln (vgl. Art. 14 Abs. 1 und 3 lit. a SVG). Das Ele- ment der Pflichtverletzung ist somit dem zur Anklage erhobenen Vorwurf einer gro- ben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG inhärent, auch wenn es in der Anklage nicht explizit erwähnt wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_62/2024 vom 13. September 2024 E. 3.3 f.). Insofern geht das Berufungsgericht nicht über den Anklagevorwurf hinaus, wenn es auf bewusste Fahrlässigkeit erkennt: Da dem Beschuldigten in der Anklageschrift zur Last gelegt wird, er habe durch das knappe Wiedereinbiegen nach dem Überholen und das Verringern der Geschwindigkeit ohne verkehrsbedingten Grund eine Kollision mit folgenschweren Verletzungen in Kauf genommen, kommt die Würdigung des angeklagten Verhaltens als fahrlässige grobe Verkehrsregelverletzung vielmehr einer Reduktion gleich. Dass sich der Be- schuldigte der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst war und (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf vertraute, dass der von ihm als möglich vor- ausgesehene Erfolg (die Gefährdung des Überholten G._____ und dessen Passa- giere) doch nicht eintreten werde, ist – nach dem Grundsatz in maiore ad minus – - 30 - im Anklagevorwurf der groben Verkehrsregelverletzung quasi mitenthalten.”
“Nach der Rechtsprechung muss die Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine hinreichende Darstellung des Tatbestandsmerkmals der "ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer" enthalten (Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.1). Nebst dem muss klar sein, ob der beschuldigten Person Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen wird. Dies gilt grundsätzlich auch für die Anklage von Verkehrsregelverletzungen, die sowohl bei vorsätzlicher als auch bei fahrlässiger Begehung strafbar sind (vgl. Art. 90 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 SVG). Hinweise auf eine fehlende Aufmerksamkeit in der Anklage beinhalten in der Regel einen Vorwurf der Fahrlässigkeit, während die Formulierungen "mit Wissen und Willen" bzw. "in Kauf genommen" mit Blick auf Art. 12 Abs. 1 StGB auf Vorsatz bzw. Eventualvorsatz hindeuten. Bei einer Anklage wegen Verletzung der Verkehrsregeln ist daher von einer angeklagten fahrlässigen Tatbegehung auszugehen, es sei denn, die Anklage beinhalte einen darüber hinausgehenden Vorwurf eines vorsätzlichen Handelns. Die Rechtsprechung begründet dies damit, dass die vorsätzliche und fahrlässige Verkehrsregelverletzung gleichermassen strafbar sind.”
Sind Zweifel daran vorhanden, dass die Voraussetzungen für die Qualifikation nach Art. 90 Abs. 3 SVG (insbesondere das Überschreiten der in Abs. 4 genannten Grenzwerte) tatsächlich erfüllt sind, ist im Zweifel zugunsten des Beschuldigten die niedrigere Einstufung als grobe Verkehrsverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG in Betracht zu ziehen.
“Dasselbe gelte, wenn die Geschwindigkeit nicht gestützt auf die Video-, sondern auf die Kollisionsanalyse berechnet werde. Diesfalls resultiere eine Geschwindigkeit von 103 km/h. Im Hinblick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung sei vorliegend von keinen aussergewöhnlichen Umständen auszugehen, die den subjektiven Tatbestand trotz Erfüllens des objektiven Tatbestands von Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 lit. b SVG ausnahmsweise ausschlössen. 6.2 Ausgehend von einer gefahrenen Geschwindigkeit von maximal 79 km/h bestreitet der Beschuldigte, den Tatbestand von Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 SVG erfüllt zu haben. Überdies sei eine krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit nicht erstellt, vielmehr könne über die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit abschliessend nichts Konkretes gesagt werden. In dubio pro reo sei davon auszugehen, dass die Geschwindigkeit weit unter dem Grenzwert von 100 km/h gelegen habe. Das Verhalten könne somit nicht als qualifiziert grobe Verletzung der Verkehrsregeln, sondern nur als einfache grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG eingestuft werden (vgl. Berufungsbegründung vom 27. Oktober 2021, S. 7 f.) 6.3 Die Staatsanwaltschaft erachtet den Rasertatbestand (Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 lit. b SVG) zweifelsfrei als erfüllt, zumal gemäss massgebendem Gutachten des O. die Geschwindigkeit mindestens 109.5 km/h bzw. mindestens 103 km/h betragen habe. 6.4 6.4.1 Gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG wird mit Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren bestraft, wer durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, namentlich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überholen oder Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen. Dabei handelt es sich um eine als General-klausel ausgestaltete Raserstrafnorm, die sämtliche Verkehrsregeln erfasst und deren Aufzählung von Regelbeispielen nicht abschliessend ist (Philippe Weissenberger, Kommentar SVG/OBG, 2. Auflage, 2015, Art. 90 SVG N 153; Hans Maurer, Orell Füssli Kommentar StGB/JStG, 20.”
“3 LCR rend punissable d’une peine privative de liberté d’un an au moins et de quatre ans au plus le conducteur qui, par une violation intentionnelle des règles fondamentales de la circulation, accepte de courir un grand risque d’accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort, que ce soit en commettant des excès de vitesse particulièrement importants, en effectuant des dépassements téméraires ou en participant à des courses de vitesse illicites avec des véhicules automobiles. L’art. 90 al. 4 LCR prévoit que l’al. 3 est toujours applicable notamment lorsque la vitesse maximale autorisée a été dépassée d’au moins 50 km/h là où la limite était fixée à 50 km/h. Compte tenu de la rigidité et de la sévérité du délit de chauffard, exception faite des cas flagrants où il ne fait aucun doute que les seuils prévus à l’art. 90 al. 4 LCR ont été dépassés, il sied de se montrer très rigoureux dans l’appréciation des preuves, de même que d’exiger que les contrôles de vitesses soient effectués minutieusement. Pour la doctrine, en cas de doute et en application du principe in dubio pro reo, lorsqu’on aboutit à un excès de vitesse, marge de sécurité déduite, très proche de la limite posée à l’art. 90 al. 4 LCR, peut-être d’1 ou 2km/h, il convient de retenir la vitesse la plus favorable au prévenu, et par voie de conséquence la qualification inférieure au lieu du délit de chauffard, soit l’infraction grave des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 2 LCR, (cf. Galliano, Le délit de chauffard, 2019, p. 95 ; Bussy et al., Code suisse de la circulation routière commenté, 4e éd. 2015, art. 90 n. 5.3). 2.3. Dans son arrêt 501 2018 89, la Cour a rappelé, en se référant à la jurisprudence du Tribunal fédéral (arrêt TF 6B_1177/2013 du 12 mai 2014 consid. 3.2), qu’on ne pouvait mettre en doute les données enregistrées par le radar du seul fait que les coordonnées GPS du lieu où ce dernier avait été mis en fonction faisaient défaut. Elle a toutefois souligné que le positionnement de l’appareil influençait les vitesses mesurées, expliquant à cet égard que les instructions du radar MultaRadar CD exposent que l’emplacement et le positionnement de l’appareil déterminent l’exactitude de la vitesse mesurée, étant précisé que le non-respect des consignes peut provoquer l’enregistrement de vitesses supérieures ou inférieures à la vitesse effective ; sont ainsi notamment déterminants l’angle entre le milieu du faisceau radar et le sens de déplacement des véhicules, la stabilité de l’emplacement où le radar est positionné, l’alignement parallèle de l’appareil à la chaussée et le caractère rectiligne de la route, dont la longueur de la portion de ligne droite, qui doit être de 14 mètres au minimum, dépend de la distance entre le centre du capteur et la voie surveillée.”
Eine Videoaufnahme, die ein klassisches Ausschwenken und Wiedereinbiegen beim unerlaubten Rechtsüberholen dokumentiert, begründet jedenfalls eine Strafbarkeit nach Art. 90 Abs. 1 SVG. Ob die Verkehrsregelverletzung als grob zu qualifizieren ist, richtet sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls.
“Aufgrund des Beweisergebnisses steht vorliegend fest, dass der Berufungskläger auf dem zweiten Überholstreifen mit übersetzter Geschwindigkeit zu einem korrekt vor ihm fahrenden Auto aufschloss, dann auf den ersten Überholstreifen wechselte, um an dem Auto vorbeizufahren, und unmittelbar danach vor diesem wieder zurück auf den ersten Überholstreifen einschwenkte. Ein paralleler Kolonnenverkehr, welcher den Berufungskläger zum sog. passiven Rechtsüberholen legitimiert hätte, lag gemäss der Videoaufnahme offensichtlich nicht vor. Vielmehr ist auf der Aufzeichnung zu erkennen, dass zum Zeitpunkt des inkriminierten Manövers des Berufungsklägers zwar ein gewisses Verkehrsaufkommen herrschte, jedoch keine so starke Verkehrsverdichtung, dass auf der ersten oder zweiten Überholspur kein schnelleres Fahren möglich gewesen wäre als auf dem Normalstreifen. Ausserdem stellte das Fahrmanöver des Berufungsklägers unzweifelhaft ein klassisches Überholen mit Ausschwenken und Wiedereinbiegen und damit ein sowohl nach alter als auch nach neuer Rechtslage unerlaubtes Rechtsüberholen dar, was zumindest einen Schuldspruch nach Art. 90 Abs. 1 SVG nach sich zieht. In rechtlicher Hinsicht stellt sich somit die Frage, ob das Rechtsüberholen des Berufungsklägers unter Anwendung der neuen Gesetzesregelung als grobe Verkehrsregelverletzung zu qualifizieren ist, wie es die Vorinstanz gestützt auf das damals geltende Recht getan hat.”
Liegen begründete Zweifel an der Messung oder der Messmethode vor, ist zugunsten des Beschuldigten vorzugehen; dies kann die Annahme einer reduzierten (begünstigenden) Geschwindigkeit und — soweit die höherrangige Qualifikation nur bei Überschreiten enger Grenzwerte in Frage steht — die Beurteilung nach der milderen Tatbestandsvariante des Art. 90 Abs. 2 SVG rechtfertigen. Bei der Bemessung sind allenfalls vorzunehmende Abzüge (wie in der Rechtspraxis diskutierte Sicherheitsmargen) zu berücksichtigen.
“Or, quand bien même les images de vidéosurveillance ne faisaient pas partie des moyens techniques visés par l'ordonnance de l'OFROU, cela ne signifiait pas encore qu'il ne fallait pas appliquer de déduction lorsque la vitesse était calculée sur cette base. Au contraire, si on tenait compte d'une déduction lorsque la vitesse était prise par un radar, alors il fallait en faire de même lorsqu'elle était calculée sur la base d'un moyen plus précis tel que des images de vidéosurveillance. En aucun cas la CPAR n'avait validé de manière générale les méthodes de calculs du GAVA, qui reconnaissait du reste lui-même leurs imprécisions et recommandait de s'adresser au DTC à ce sujet. Il était au demeurant curieux que le rapport du GAVA retienne exactement les mêmes valeurs de dépassement de vitesse pour C______ et l'appelant. Par conséquent, il convenait soit d'envoyer le cas au DTC pour préciser les valeurs à retenir, soit de réduire la vitesse moyenne d'au moins 7 km/h – tel que préconisé par l'OFROU – ce qui aboutissait à un dépassement de vitesse de 79 km/h. Le MP avait du reste initialement mis en prévention l'appelant pour un tel excès. En tout état de cause, dans le doute, il convenait de faire application de l'art. 90 al. 2 LCR. Le TP n'avait également pas procédé à un examen attentif de l'élément subjectif de l'infraction reprochée, en ne cherchant pas à savoir si l'appelant avait véritablement accepté de créer un grand risque d'accident pouvant entraîner des blessures ou la mort. Or, tel n'avait pas été le cas. L'appelant avait expliqué, dès sa première audition, qu'il avait inconsciemment adapté sa vitesse aux autres véhicules et qu'il ne se rendait pas compte du danger. L'appelant était, au surplus, habitué aux véhicules et à la trajectoire empruntée. Les conditions de circulation étaient idéales. Aucun véhicule n'avait interféré avec le sien, la chaussée était à sens unique, le tronçon était large et rectiligne, de sorte qu'il n'y avait pas de risque de croisement. Il ne pouvait pas non plus y avoir de piéton. En tant que chauffeur professionnel, il s'était dit qu'il maîtrisait son véhicule. Dans son téléphone, il avait des vidéos de voitures qui roulaient vite et auxquelles il n'arrivait rien. À 19 ans, cela avait pu influencer sa perception du danger.”
“Dasselbe gelte, wenn die Geschwindigkeit nicht gestützt auf die Video-, sondern auf die Kollisionsanalyse berechnet werde. Diesfalls resultiere eine Geschwindigkeit von 103 km/h. Im Hinblick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung sei vorliegend von keinen aussergewöhnlichen Umständen auszugehen, die den subjektiven Tatbestand trotz Erfüllens des objektiven Tatbestands von Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 lit. b SVG ausnahmsweise ausschlössen. 6.2 Ausgehend von einer gefahrenen Geschwindigkeit von maximal 79 km/h bestreitet der Beschuldigte, den Tatbestand von Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 SVG erfüllt zu haben. Überdies sei eine krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit nicht erstellt, vielmehr könne über die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit abschliessend nichts Konkretes gesagt werden. In dubio pro reo sei davon auszugehen, dass die Geschwindigkeit weit unter dem Grenzwert von 100 km/h gelegen habe. Das Verhalten könne somit nicht als qualifiziert grobe Verletzung der Verkehrsregeln, sondern nur als einfache grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG eingestuft werden (vgl. Berufungsbegründung vom 27. Oktober 2021, S. 7 f.) 6.3 Die Staatsanwaltschaft erachtet den Rasertatbestand (Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 lit. b SVG) zweifelsfrei als erfüllt, zumal gemäss massgebendem Gutachten des O. die Geschwindigkeit mindestens 109.5 km/h bzw. mindestens 103 km/h betragen habe. 6.4 6.4.1 Gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG wird mit Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren bestraft, wer durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, namentlich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überholen oder Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen. Dabei handelt es sich um eine als General-klausel ausgestaltete Raserstrafnorm, die sämtliche Verkehrsregeln erfasst und deren Aufzählung von Regelbeispielen nicht abschliessend ist (Philippe Weissenberger, Kommentar SVG/OBG, 2. Auflage, 2015, Art. 90 SVG N 153; Hans Maurer, Orell Füssli Kommentar StGB/JStG, 20.”
“3 LCR rend punissable d’une peine privative de liberté d’un an au moins et de quatre ans au plus le conducteur qui, par une violation intentionnelle des règles fondamentales de la circulation, accepte de courir un grand risque d’accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort, que ce soit en commettant des excès de vitesse particulièrement importants, en effectuant des dépassements téméraires ou en participant à des courses de vitesse illicites avec des véhicules automobiles. L’art. 90 al. 4 LCR prévoit que l’al. 3 est toujours applicable notamment lorsque la vitesse maximale autorisée a été dépassée d’au moins 50 km/h là où la limite était fixée à 50 km/h. Compte tenu de la rigidité et de la sévérité du délit de chauffard, exception faite des cas flagrants où il ne fait aucun doute que les seuils prévus à l’art. 90 al. 4 LCR ont été dépassés, il sied de se montrer très rigoureux dans l’appréciation des preuves, de même que d’exiger que les contrôles de vitesses soient effectués minutieusement. Pour la doctrine, en cas de doute et en application du principe in dubio pro reo, lorsqu’on aboutit à un excès de vitesse, marge de sécurité déduite, très proche de la limite posée à l’art. 90 al. 4 LCR, peut-être d’1 ou 2km/h, il convient de retenir la vitesse la plus favorable au prévenu, et par voie de conséquence la qualification inférieure au lieu du délit de chauffard, soit l’infraction grave des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 2 LCR, (cf. Galliano, Le délit de chauffard, 2019, p. 95 ; Bussy et al., Code suisse de la circulation routière commenté, 4e éd. 2015, art. 90 n. 5.3). 2.3. Dans son arrêt 501 2018 89, la Cour a rappelé, en se référant à la jurisprudence du Tribunal fédéral (arrêt TF 6B_1177/2013 du 12 mai 2014 consid. 3.2), qu’on ne pouvait mettre en doute les données enregistrées par le radar du seul fait que les coordonnées GPS du lieu où ce dernier avait été mis en fonction faisaient défaut. Elle a toutefois souligné que le positionnement de l’appareil influençait les vitesses mesurées, expliquant à cet égard que les instructions du radar MultaRadar CD exposent que l’emplacement et le positionnement de l’appareil déterminent l’exactitude de la vitesse mesurée, étant précisé que le non-respect des consignes peut provoquer l’enregistrement de vitesses supérieures ou inférieures à la vitesse effective ; sont ainsi notamment déterminants l’angle entre le milieu du faisceau radar et le sens de déplacement des véhicules, la stabilité de l’emplacement où le radar est positionné, l’alignement parallèle de l’appareil à la chaussée et le caractère rectiligne de la route, dont la longueur de la portion de ligne droite, qui doit être de 14 mètres au minimum, dépend de la distance entre le centre du capteur et la voie surveillée.”
Zur Strafbarkeit nach Art. 90 Abs. 1 SVG ist zwischen zwei Fällen zu unterscheiden: Erstens: Eine Verletzung der Aufmerksamkeitspflicht (Art. 3 Abs. 1 Sätze 1 und 3 VRV) durch Kommunikations- oder Informationsgeräte liegt nach der Rechtsprechung grundsätzlich nur vor, wenn die Aufmerksamkeit dadurch auch tatsächlich beeinträchtigt wird. Zweitens: Das Vornehmen einer Verrichtung, die die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 Satz 2 VRV), ist als gesonderter Gesichtspunkt zu beachten. (Hinweis: Aussagen zu weiteren Voraussetzungen oder zur Beweislast sind den Quellen nicht zu entnehmen und wurden nicht ergänzt.)
“Der Sachverhalt ist damit mit der Einschränkung der Bedienung des Mobil- telefons, an welche sich der Zeuge D._____ nicht mehr erinnern konnte und von welcher entgegen der Vorinstanz in dubio pro reo nicht zuungunsten des Beschul- digten ausgegangen werden kann, als erstellt zu erachten. IV. Rechtliche Würdigung 1.Das Stadtrichteramt und die Vorinstanz würdigten das Verhalten des Beschul- digten als einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 VRV (Urk. 2 und 45 S. 9 f.). 2.Die Verteidigung stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass gar keine strafbare Verrichtung im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV vorliege. Es habe gar nicht beobachtet werden können, ob der Beschuldigte seinen Blick auf das Handy oder den Verkehr gehabt habe. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz sei offensichtlich falsch und weder der objektive noch der subjektive Tatbestand seien erfüllt (Urk. 55 S. 12 f.). - 13 - 3.Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Führer das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vor- sichtspflichten nachkommen kann. Das heisst, der Führer muss jederzeit in der Lage sein, auf die jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckmässig zu reagieren (BGE 127 II 302 E. 3c S. 303). Der Fahrzeugführer muss gemäss Art. 3 VRV seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden. Er darf beim Fahren keine Verrichtung vor- nehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 VRV). Er hat ferner dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Ton- wiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beein- trächtigt wird. Eine Verletzung nach Art. 3 Abs. 1 Satz 1 und 3 VRV durch die Ver- wendung von Kommunikations- und Informationssystemen liegt nur vor, wenn die Aufmerksamkeit dadurch auch tatsächlich beeinträchtigt wird.”
“Ein Fahrzeugführer macht sich strafbar, wenn er die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Führer das Fahrzeug ständig so be- herrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Art. 3 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) konkretisiert diese Vorschrift dahin- gehend, dass der Fahrzeugführer seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden muss (Satz 1). Er darf beim Fahren keine Verrichtung vorneh- men, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Satz 2). Er hat ferner dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird (Satz 3). In der Rechtsprechung wird unterschieden zwischen der Verletzung der Auf- merksamkeit nach Art. 3 Abs. 1 Satz 1 und Satz 3 VRV und dem Vornehmen einer Verrichtung, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 2 VRV. Während eine Verletzung von Art. 3 Abs. 1 Satz 1 und 3 VRV gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich nur vorliegt, wenn die Aufmerksamkeit durch die Verwendung von Kommunikations- und Informations- systemen auch tatsächlich beeinträchtigt wird, untersagt Art.”
Nach Art. 4a OCR gilt ausserorts unter günstigen Bedingungen grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Die Rechtsprechung zieht für die Abgrenzung zur groben Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) Richtwerte heran: unter Vorbehalt ausserordentlicher Umstände wird bei Überschreitungen von etwa 30 km/h ausserorts beziehungsweise von etwa 35 km/h auf richtungsgetrennten Autobahnen regelmässig eine grobe Verletzung (und damit nicht mehr bloss Art. 90 Abs. 1 SVG) bejaht.
“1 LTF (Loi sur le Tribunal fédéral du 17 juin 2005 ; RS 173.110). La notion d’arbitraire n’est pas synonyme de discutable, ni même de critiquable. Une décision ne peut être considérée comme arbitraire que si elle s’avère manifestement insoutenable, et cela non seulement dans sa motivation mais aussi dans son résultat (ATF 146 IV 88 consid. 1.2.1 ; ATF 145 IV 154 consid. 1.1 ; ATF 143 IV 241 consid. 2.3.1). En revanche, la juridiction d’appel peut revoir librement le droit (TF 1B_580/2021 du 10 mars 2022 consid. 2.2 ; TF 6B_786/2020 du 11 janvier 2021 consid. 3.1 et les réf. citées). En outre, aucune nouvelle allégation ou preuve ne peut être produite devant la juridiction d’appel (art. 398 al. 4, deuxième phrase, CPP). Cela étant, la partie appelante peut valablement renouveler en appel les réquisitions de preuve formulées devant le premier juge et qui ont été rejetées (TF 6B_211/2021 du 2 août 2021 consid. 3.2 ; TF 6B_763/2019 du 28 avril 2020 consid. 4.2 ; TF 6B_999/2019 du 6 novembre 2019 consid. 2.1). 2.2.2 A teneur de l’art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation routière prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Selon l’art. 27 al. 1 LCR, chacun se conformera aux signaux et aux marques, ainsi qu’aux ordres de la police. L’art. 4a al. 1 let. b OCR prévoit que la vitesse maximale générale des véhicules peut atteindre, lorsque les conditions de la route, de la circulation et de visibilité sont favorables, 80 km / h hors des localités, à l’exception des semi-autoroutes et des autoroutes. Selon l’alinéa 5 de cette disposition, lorsque des signaux indiquent d’autres vitesses maximales, celles-ci sont applicables en lieu et place des limitations générales de vitesse (art. 4a al. 1 OCR) ; il en va de même des vitesses inférieures imposées à certains genres de véhicules par l’art. 5 OCR ou à certains véhicules par décision de l’autorité compétente. Selon l’art. 22 al. 1 OSR, les signaux « Vitesse maximale » (2.30) et « Vitesse maximale 50, Limite générale » (2.”
“Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen, also unbewusst fahrlässig gehandelt hat (BGE 130 IV 32 E. 5.1 mit Hinweis). In solchen Fällen ist grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, wenn das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht (BGE 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93 E. 3.1 mit Hinweisen). Rücksichtslosigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist bloss mit Zurückhaltung anzunehmen. Insbesondere darf nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen werden. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten ist, wiegt auch subjektiv schwer (BGE 142 IV 93 E. 3.1 mit Hinweisen). Ist nur eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, gelangt nicht Art. 90 Abs. 2 SVG, sondern Art. 90 Abs. 1 SVG (einfache Verkehrsregelverletzung) zur Anwendung. Das Bundesgericht knüpft die Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG bei Geschwindigkeitsüberschreitungen an bestimmte Schwellenwerte. Werden diese überschritten, wird in der Regel ungeachtet der konkreten Umstände des Falles eine grobe Verkehrsregelverletzung angenommen. Differenziert wird lediglich nach der Art der Strasse, auf der die Geschwindigkeitsüberschreitung geschieht. Demnach begeht eine grobe Verkehrsregelverletzung, wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einer richtungsgetrennten Autobahn um 35 km/h oder mehr, auf einer nicht richtungsgetrennten Strasse ausserorts um 30 km/h oder mehr oder innerorts um mehr als 25 km/h überschreitet (vgl. Fiolka, Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 67 f. zu Art. 90 SVG mit weiteren Hinweisen sowie BGE 118 IV 188; 122 IV 173; 124 II 259; 128 II 131; 123 II 37; 132 II 234). Gemäss Bundesgericht ist nicht ausgeschlossen, dass Art. 90 Abs. 3 SVG auch eigenständig zur Anwendung gelangen kann, wenn eine besonders krasse Geschwindigkeitsübertretung vorliegt, ohne dass die Kennwerte von Art.”
“Vorliegend ging die Vorinstanz mit dem SVSA aufgrund der effektiven Geschwindigkeitsüberschreitung von 35 km/h von einer hohen Gefährdung aus. Nach der Rechtsprechung liegt ausserorts ungeachtet der konkreten Umstände bei einer Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit um 30 km/h oder mehr in der Regel eine schwere Widerhandlung vor (BGE 132 II 234 E. 3.1). Sowohl die Vorinstanz als auch das SVSA haben ausgehend von dieser Prämisse entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers berücksichtigt, dass die Tat mit Strafurteil vom 21. September 2022 als einfache Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG qualifiziert worden ist und das zuständige Strafgericht zum Schluss gekommen ist, die Geschwindigkeitsüberschreitung sei unbewusst fahrlässig begangen worden, womit das Verschulden als nicht hoch eingestuft wurde. Die Vorinstanz hielt diesbezüglich fest, dass dem Beschwerdeführer in strafrechtlicher Hinsicht keine Grobfahrlässigkeit vorzuwerfen sei, bedeute nicht zwingend, sein Verschulden sei im Administrativverfahren ebenfalls als leicht einzustufen. In letzterer Hinsicht sei ein leichtes Verschulden zu bejahen, wenn dem Fahrzeugführer, der sich im Verkehr grundsätzlich regelkonform verhalte, nur eine leichte Unaufmerksamkeit vorgeworfen werden könne oder wenn die Verkehrsregelverletzung letztlich auf das Zusammenspiel unglücklicher Umstände zurückzuführen sei. Keine dieser Konstellationen sei vorliegend gegeben. Bei Geschwindigkeitsbegrenzungen handle es sich um elementare Verkehrsregeln, denen Fahrzeuglenker besondere Aufmerksamkeit zu schenken hätten.”
“Son silence peut alors permettre, par un raisonnement de bon sens conduit dans le cadre de l'appréciation des preuves, de conclure qu'il n'existe pas d'explication à décharge et que l'accusé est coupable (arrêts du Tribunal fédéral 6B_47/2018 du 20 septembre 2018 consid. 1.1 ; 6B_748/2009 du 2 novembre 2009 consid. 2.1). Comme règle d'appréciation des preuves, la présomption d'innocence signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective (ATF 138 V 74 consid. 7 p. 82 ; ATF 127 I 38 consid. 2a p. 41 ; ATF 124 IV 86 consid. 2a p. 87 s. ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_634/2018 du 22 août 2018 consid. 2.1 ; ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.3 p. 351). 2.2.1. Aux termes de l'art. 90 al. 1 LCR, est punissable celui qui viole les règles de la circulation prévues par la LCR ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral. Commet une violation grave d'une règle de la circulation, celui qui crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque (art. 90 al. 2 LCR). 2.2.2. Dans le domaine des excès de vitesse, la jurisprudence a été amenée à fixer des règles précises afin d'assurer l'égalité de traitement. Ainsi, le cas est objectivement grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, sans égard aux circonstances concrètes, notamment en cas de dépassement de la vitesse autorisée de 25 km/h ou plus à l'intérieur des localités (ATF 143 IV 508 consid. 1.3). 2.2.3. Subjectivement, le conducteur qui dépasse de manière aussi caractérisée la vitesse autorisée agit intentionnellement ou à tout le moins par négligence grossière (arrêts du Tribunal fédéral 6B_1011/2013 du 13 mars 2014 consid. 2.1 ; 6B_571/2012 du 8 avril 2013 consid. 3.4). 2.3. L'importance du dépassement de vitesse n'est pas contestée ni la qualification d'infraction à l'art.”
Bei Nachweis bestimmter im Blut festgestellter Mengen an Betäubungsmitteln begründet dies in der zitierten Rechtsprechung eine unwiderlegbare Vermutung der objektiven Fahrunfähigkeit und kann damit die Annahme einer schwerwiegenden Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG stützen. Die Möglichkeit, eine (totale) Verantwortungslosigkeit des Fahrers zu prüfen, wurde in der Rechtssache hingegen ebenfalls thematisiert.
“Selon le jugement entrepris, il a en effet conduit à une vitesse inadaptée, omis d'accorder la priorité à quatre personnes engagées sur un passage pour piétons, lesquelles ont dû se précipiter sur l'îlot central pour éviter une collision, heurté un véhicule correctement stationné, avant de perdre la maîtrise de son véhicule et de provoquer un accident avec deux blessés. Par son comportement, il a mis sérieusement en danger la sécurité du trafic, des usagers de la route et des piétons. L'appelant, qui a lui-même admis avoir consommé de la cocaïne vers 1h30, était en outre sous l'emprise de stupéfiants (cocaïne et ecstasy) au moment des faits, étant relevé que la quantité déterminée dans le sang entraîne une présomption irréfragable de l'existence objective d'une incapacité de conduire. Dans ces conditions, la CPAR constate que l'appelant, qui ne le conteste pas, a bien commis, sur le plan objectif, les faits énoncés dans l'acte d'accusation constitutifs de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) et de conduite d'un véhicule automobile dans l'incapacité de conduire pour d'autres raisons que l'alcool (art. 91 al. 2 let. b LCR). 2.5.2. L’appelant soutient cependant qu'il aurait été dans un état d’irresponsabilité totale au moment des faits, dès lors qu'il était dans l'incapacité de raisonner librement et de réaliser qu'il commettrait une infraction en conduisant. Contrairement à ce qui a été retenu par le TP, la CPAR tiendra compte qu’il existe effectivement un faisceau d’indices qui ne permet pas d’écarter la thèse de l’appelant au-delà de tout doute raisonnable. Il ressort tout d’abord que l’experte n’a pas formellement été en mesure de démentir que l’appelant était dépourvu de ses capacités d’apprécier le caractère illicite de son acte ou de se déterminer d’après cette appréciation au moment des faits. Certes, celle-ci a tout d’abord indiqué qu’elle pensait que A______ aurait pu se rendre compte de l'état dans lequel il se trouvait à son réveil dans la voiture après son black-out.”
Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts von mindestens 30 km/h gelten in der Praxis regelmässig als grobe Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG; bei Überschreitungen über rund 60 km/h kommt der Rasertatbestand (Art. 90 Abs. 4 i.V.m. Abs. 3) in Betracht. Günstige Verkehrsverhältnisse rechtfertigen Ausnahmen nur zurückhaltend und behaupten das Vorliegen einer objektiv groben Verletzung meist nicht.
“Einsatzstrafe für die schwerste Straftat Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS-Richtlinien, Stand 1. Januar 2023) sehen bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 40 – 44 km/h ausserorts eine Strafe von 75 Strafeinheiten vor (S. 22). Die Kammer orientiert sich wie bereits die Vorinstanz an diesen Richtlinien. Zu relativieren ist indes die Einschätzung der Vorinstanz, wonach es sich um ein leichtes Verschulden handle und im Rahmen des Tatbestandes von Art. 90 Abs. 2 SVG noch deutlich gefährlichere Fahrverhalten denkbar wären. Dem ist entgegenzuhalten, dass eine grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG grundsätzlich dann vorliegt, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit ausserorts mindestens um 30 km/h und höchstens um 59 km/h überschritten wird. Wird diese hingegen um über 60 km/h überschritten, kommt der Rasertatbestand gemäss Art. 90 Abs. 4 i.V.m. Abs. 3 SVG und damit ein höherer Strafrahmen (mit einer Mindestfreiheitsstrafe) zur Anwendung. Die Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 44 km/h auf der kurvigen bzw. unübersichtlichen und mithin – wie die Vorinstanz treffend festgehalten hat – gefahrengeneigten Strasse am C.________(Ort/Passstrasse) an einem sonnigen Samstagmittag stellt eine erhebliche Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer dar. Im Zeitpunkt der Messung passierte der Beschuldigte ein ihm entgegenkommendes Fahrzeug; darüber hinaus konnte er bei der vorliegenden, unübersichtlichen Strassenführung nicht ausschliessen, dass sich andere Verkehrsteilnehmer in seiner Nähe befinden würden. Auf solche hätte er bei seiner Geschwindigkeit nicht ausreichend reagieren können.”
“Die für den Führerausweisentzug zuständige Verwaltungsbehörde darf jedoch grundsätzlich nicht von den Tatsachenfeststellungen des rechtskräftigen Strafentscheids abweichen. Eine Abweichung ist nur dann zulässig, wenn die Behörde ihrem Entscheid Tatsachen zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung zu einem anderen Entscheid führt, oder wenn der Strafrichter nicht alle sich mit dem Sachverhalt stellenden Rechtsfragen abgeklärt hat (BGr, 29. Mai 2015, 1C_476/2014, E. 2.3 mit Verweis auf BGE 136 II 447 E. 3.1; VGr, 13. September 2017, VB.2017.00412, E. 3.1). Solches macht der Beschwerdeführer nicht geltend; die Behörden durften im vorliegenden Verwaltungsverfahren auf den rechtskräftigen Strafbefehl vom 23. Mai 2022 abstellen. 4.2.2 Aus dem Strafentscheid ergibt sich, dass der Beschwerdeführer während des streitgegenständlichen Vorfalls (s. oben E. 2.1) die zulässige Höchstgeschwindigkeit ausserorts von 80 km/h um 42 km/h überschritt. Gestützt auf Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV) in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG wurde er der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen. In der Folge entzog die Beschwerdegegnerin ihm den Führerausweis wegen einer schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG. Eine schwere Widerhandlung begeht nach dieser Bestimmung, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Ungeachtet der konkreten Umstände ist dies gegeben, sofern der Lenker die zulässige Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 30 km/h oder mehr überschritten hat (BGE 132 II 234 E. 3, 128 II 131 E. 2, 124 II 259 E. 2b/bb). Diese aus Gründen der Rechtsgleichheit gebotene Schematisierung entbindet die Entzugsbehörde nicht davon, den Umständen des Einzelfalls Rechnung zu tragen, Ausnahmen sind allerdings nur zurückhaltend anzunehmen (s. hierzu und zum Folgenden statt vieler VGr, 2. Juli 2018, VB.2017.00584, E. 3.3). Namentlich kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten daraus ableiten, dass die Sicht- und Strassenverhältnisse übersichtlich gewesen und die Verkehrsverhältnisse während des Rallye gesichert gewesen seien: Gemäss Art.”
“Dem Beschwerdeführer ist entgegenzuhalten, dass bei der gemessenen Tempoüberschreitung nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts, unge- achtet der konkreten Umstände, wie z. B. günstige Verkehrsverhältnisse, objektiv eine grobe Verkehrsverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG vorliegt (BGE 123 II 106 E. 2c; BGer 1C_87/2016 v.”
“Die Vorinstanz hat im Zusammenhang mit ihrem diesbezüglichen Schuldspruch zusammengefasst erwogen, obwohl auf dem Radarbild nur das Heck des Motorrades zu sehen sei, könne aus den gegebenen Tatumständen und Indizien wie auch der wenig überzeugenden, wechselnden Argumentation des Beschuldigten nur der Schluss gezogen werden, dass er es selbst gewesen sei, welcher das Motorrad zum Zeitpunkt der Geschwindigkeitsüberschreitung gelenkt habe, zumal er in der Hauptverhandlung zugegeben habe, am besagten Tag mit der Maschine in der Gegend unterwegs gewesen zu sein. Demnach gelte der Sachverhalt gemäss dem Strafbefehl als erstellt. Gestützt hierauf habe der Beschuldigte die gesetzlich zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um relevante 37 km/h überschritten, wobei ausreichende Gründe, von der Rechtsprechung des Bundesgerichts abzusehen, wonach eine Geschwindigkeitsüberschreitung ausserorts von mehr als 30 km/h als grobe Verletzung der Verkehrsregeln gelte, nicht vorlägen, womit der objektive und der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt seien.”
Bei Rückwirkung ist zu prüfen, ob das neue Recht milder ist; ist es nicht milder, bleibt das zur Tatzeit geltende Gesetz anwendbar.
“Damit erfüllte der Beschwerdegegner den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG. Die vorinstanzliche Verurteilung wegen Art. 35 Abs. 1 SVG und Art. 36 Abs. 5 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG sowie die gestützt darauf erfolgte Bestrafung mit einer Busse in Höhe von Fr. 650.-- verletzen Bundesrecht. Entsprechend erweist sich das neue (am 1. Januar 2021 in Kraft getretene) Recht im konkreten Fall nicht als milder und der Beschwerdegegner ist nach der zum Tatzeitpunkt geltenden gesetzlichen Regelung zu bestrafen, was sich in casu jedoch nicht auswirkt (vgl. dazu BGE 148 IV 374 E. 2.1 ff.).”
Art. 90 Abs. 1 SVG ist nach herrschender Rechtsprechung und Lehre ein abstraktes Gefährdungsdelikt, das unmittelbar das öffentliche Interesse an einem reibungslosen Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen schützt. Individualinteressen wie Leib und Leben oder Eigentum werden dabei nur mittelbar geschützt. Folglich besteht bei reinen Verkehrsregelverletzungen regelmässig keine Geschädigtenstellung im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO und damit in der Regel auch keine Parteistellung des Betroffenen. Erleidet eine Person jedoch konkret eine Körperverletzung, so ergibt sich ihre Geschädigtenstellung nicht aus Art. 90 Abs. 1 SVG, sondern aus Art. 125 StGB.
“ausschliesslich ein öffentliches Interesse unmittelbar geschützt. Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt. Bei bloss abstrakten Gefährdungsdelikten – wie Art. 90 Abs. 1 SVG – gibt es keine Geschädigten im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO. Hat ein Kollisionsbeteiligter eine Körperverletzung erlitten, so ergibt sich die Geschädigtenstellung nicht aus den strafrechtlichen Bestimmungen des SVG, sondern aus Art. 125 StGB (vgl. BGE 141 IV 454 E. 2.3.2, 138 IV 258 E. 3.1.2; Mazzucchelli/Postizzi, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 88 zu Art. 115 StPO; Lieber, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 3b zu Art. 115 StPO; Riklin, in: Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 3 zu Art. 115 StPO; Boll, in: Handkommentar Strassenverkehrsrecht, 2022, N. 2131 zu Art. 90 SVG). Soweit die Beschwerdeführerin auch die Aufhebung der Nichtanhandnahme des Strafverfahrens wegen einer Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG verlangt, ist hierauf mangels unmittelbarer Geschädigtenstellung der Beschwerdeführerin und damit mangels Beschwerdelegitimation nicht einzutreten. 3. 3.1 Am 6. Mai 2023, 13:19 Uhr, ereignete sich auf der D.________ (Strasse) in Bern (Fahrtrichtung Bern Zentrum) ein Verkehrsunfall, bei welchem es auf der Höhe des Abzweigers ins E.________ (Parkhaus) bei der Spurenverengung zu einem Zusammenstoss zwischen F.________ als Lenker eines Motorrades sowie dem Beschuldigten als Lenker eines Personenwagens kam. Aufgrund der Kollision wurden beide Fahrzeuge beschädigt (Beschädigung Motorrad: an Lenker, Rückspiegel, Verschalung unterhalb des Motors, beim Fussraster hinten links; Beschädigung Personenwagen: vorne rechts an Kotflügel, rechtem Rad und Felge sowie oberhalb des Radkastens). Zudem wurde die Beschwerdeführerin als Mitfahrerin von F.________ am Fuss verletzt (Knorpelabbruch am rechten Sprunggelenk) und erlitt eine blutende Wunde am rechten Bein. Es ist unbestritten, dass es zu einer Kollision gekommen war.”
“Im Zusammenhang mit Strafnormen, die nicht primär Individualrechtsgüter schützen, gelten nur diejenigen Personen als Geschädigte, die durch die darin umschriebenen Tatbestände in ihren Rechten beeinträchtigt werden, sofern diese Beeinträchtigung unmittelbare Folge der tat- bestandsmässigen Handlung ist (BGE 129 IV 95 E. 3.1). Werden durch Delikte, die (nur) öffentliche Interessen verletzen, private Interessen auch, aber bloss mit- telbar beeinträchtigt, so ist der Betroffene nicht Geschädigter im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO (Urteil des Bundesgerichts 6S.679/1996 vom 14. Januar 1997 E. 1a). 3. Der Beschwerdeführer liess zur Legitimation ausführen, er habe sich vor der Staatsanwaltschaft als Zivil- und Strafkläger konstituiert, weshalb er zur Anfech- tung der Einstellungsverfügung legitimiert sei (Urk. 2 Rz. 3). 3.1. Der Beschwerdegegnerin wurde einerseits eine fahrlässige Körperverletzung zum Nachteil des Beschwerdeführers und andererseits eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i. V. m. Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 17 Abs. 1 VRV vorgeworfen, wobei sich die Verfahrenseinstellung auf beide Delikte bezog (vgl. Urk. 3/1). 3.2. Während in Bezug auf das Körperverletzungsdelikt die Geschädigtenstellung des Beschwerdeführers ohne Weiteres zu bejahen ist, ist in der Lehre umstritten, - 5 - ob Art. 90 Abs. 1 SVG, neben dem allgemeinen Interesse an einem reibungslos ablaufenden, sicheren Strassenverkehr, auch Leib und Leben anderer Verkehrs- teilnehmenden unmittelbar schützt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der reibungslose Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen, das heisst ausschliesslich ein öffentliches Interesse, von Art. 90 Abs. 1 SVG unmittel- bar geschützt. Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt. Dies wird damit begründet, dass es sich bei Art. 90 Abs. 1 SVG um ein abstraktes Gefährdungsdelikt handelt, bei wel- chem es keine Geschädigten gibt, es sei denn, jemand werde als Folge der Bege- hung eines solchen Deliktes doch konkret gefährdet.”
“ausschliesslich ein öffentliches Interesse unmittelbar geschützt. Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt. Bei bloss abstrakten Gefährdungsdelikten – wie Art. 90 Abs. 1 SVG – gibt es keine Geschädigten im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO. Hat ein Kollisionsbeteiligter eine Körperverletzung erlitten, so ergibt sich die Geschädigtenstellung nicht aus den strafrechtlichen Bestimmungen des SVG, sondern aus Art. 125 StGB (vgl. BGE 141 IV 454 E. 2.3.2, 138 IV 258 E. 3.1.2; Mazzucchelli/Postizzi, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 88 zu Art. 115 StPO; Lieber, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 3b zu Art. 115 StPO; Riklin, in: Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 3 zu Art. 115 StPO; Boll, in: Handkommentar Strassenverkehrsrecht, 2022, N. 2131 zu Art. 90 SVG). Soweit der Beschwerdeführer auch die Aufhebung der Einstellung des Strafverfahrens wegen Widerhandlung gegen Art. 90 Abs. 1 SVG verlangt, ist hierauf mangels unmittelbarer Geschädigtenstellung des Beschwerdeführers und damit mangels Beschwerdelegitimation nicht einzutreten.”
“Wie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung anführt, wurde der Beschuldigte im Nachgang des Verkehrsunfalls vom 18. Juni 2023 wegen verschiedener Verkehrsregelverletzungen (namentlich Art. 90 Abs. 1 und Art. 91 des Strassenverkehrsgesetzes [SVG; SR 741.01]) angezeigt (vgl. Anzeigerapport vom 22. Juli 2023). Dass es sich bei Art. 90 Abs. 1 und Art. 91 SVG um abstrakte Gefährdungsdelikte handelt, blieb zu Recht unbestritten (vgl. BGE 138 IV 258 E. 3.1.2 und 4.3; Fiolka, in Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N. 9 zu Art. 90 SVG und N. 1 zu Art. 91 SVG). Bei einfachen Verkehrsregelverletzungen (Art. 90 Abs. 1 SVG) ist nach (umstrittener) bundesgerichtlicher Rechtsprechung unmittelbar der reibungslose Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen geschützt; Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden dagegen nur mittelbar geschützt (Lieber, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung StPO, 3. Aufl. 2020, Rz. 3b zu Art. 115 StPO; Mazzucchelli/Postizzi, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 88 zu Art. 115 StPO; beide mit Verweis auf BGE 138 IV 258 E. 3.1,”
In der zitierten Entscheidung wurde das Abbrennen von Feuerwerk vom Motorrad nicht dem Sprengstoffrecht (Art. 15 Abs. 5 SprG), sondern als Übertretung nach Art. 90 Abs. 1 SVG beurteilt.
“Der Beschuldigte habe dementsprechend auch nicht das hohe Risiko eines Unfalles mit Schwerverletzten oder Todesopfern in Kauf genommen, weshalb er auch in diesem Punkt freizusprechen sei (pag. 1199). Betreffend «Wheelies» beruhe die Beweisführung auf visuellen Wahrnehmungen. Diesbezüglich sei der Interpretationsspielraum gross. Es könne ein unbewusstes Anheben aufgrund des Ritzelwechsels gewesen sein. Entsprechend sei der Beschuldigte auch von diesen Vorwürfen freizusprechen (pag. 1199). Das Aufdrehen des Motors sei der Tatsache geschuldet, dass der Beschuldigte habe losfahren wollen. So etwas könne passieren, wenn man im Leerlaufgang sei und meine, schon den ersten Gang eingelegt zu haben. Die Szene habe sich zudem in einer ländlichen Gegend abgespielt, es habe niemanden gestört. Entsprechend habe auch hier ein Freispruch zu erfolgen (pag. 1199). Es sei unbestritten, dass der Beschuldigte das Feuerwerk vom Motorrad aus abgefeuert habe, obwohl es nicht erlaubt sei. Dies falle allerdings unter Art. 90 Abs. 1 SVG und nicht unter Art. 15 Abs. 5 des Sprengstoffgesetzes. Entsprechend sei der Beschuldigte auch in diesem Punkt freizusprechen. Der Beschuldigte habe zudem Gegenstände angefertigt, weil er handwerklich begabt sei. Er habe aber keine Waffen, sondern Werkzeuge angefertigt, um beispielsweise den Ölfilter einzuklemmen. Diese Gegenstände habe er zudem auch nie als Waffen eingesetzt. Der Beschuldigte sei daher auch von diesem Vorwurf freizusprechen (pag. 1199 f.).”
Bei massiver oder erheblicher Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit kann die für Art. 90 Abs. 2 SVG erforderliche erhöhte abstrakte Gefährdung bereits allein aus dem Verkehrsverhalten folgen; die Rechtsprechung nennt diesbezüglich bestimmte Grenzwerte. Innerorts ist eine erhöhte abstrakte Gefährdung wegen der dort typischerweise vorhandenen, besonders verletzlichen Verkehrsteilnehmer (z. B. Fussgänger, Velofahrende, Kinder) besonders wahrscheinlich. Bei einer als «massiv überhöht» bezeichneten Geschwindigkeit begründet das dem Täter zurechenbare Bewusstsein der Gefährdung regelmässig auch den subjektiven Tatbestand (schweres Verschulden).
“Nach der Rechtsprechung muss die Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine hinreichende Darstellung des Tatbestandsmerkmals der "ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer" enthalten (vgl. Urteil 6B_963/2015 vom 19. Mai 2016 E. 1.4). Allerdings kann sich eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr für die Verkehrssicherheit auch bereits aus der Schilderung des Verkehrsverhaltens ergeben (Urteil 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 1.5.5). Eine Gefahr für die Verkehrssicherheit liegt nach der Rechtsprechung unabhängig von den konkreten Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, etwa bei einer massiven Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (vgl. für die diesbezüglich von der Rechtsprechung festgelegten Grenzwerte: BGE 143 IV 508 E. 1.3 mit Hinweisen) oder einer massiven Unterschreitung des erforderlichen Abstands zu anderen Fahrzeugen (vgl. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV; BGE 131 IV 133 E. 3.2.2; Urteile 6B_1037/2020 vom 20. Dezember 2021 E. 1.3.1; 1C_474/2020 vom 19. April 2021 E. 3.1; 6B_894/2020 vom 26.”
“Daher folgt die Vorinstanz der erstinstanzlichen Einschätzung, wonach auch ohne konkrete Geschwindigkeitsmessung von einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 25 km/h und dementsprechend objektiv von einer groben Verkehrsregelverletzung auszugehen ist. Der Beschwerdeführer mache nichts geltend, was eine andere Einschätzung nahelegen würde. Er argumentiere, bei einem Vorsprung auf die Militärpolizisten von ca. 30 Sekunden wäre er auch bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h bereits 500 Meter entfernt gewesen. Dem hält die Vorinstanz entgegen, dass die fragliche Strecke überwiegend gerade verlaufe. Die Militärpolizisten hätten den Beschwerdeführer also auch bei einem Abstand von 500 Metern noch gut erkennen können und hätten bei einer hypothetischen Geschwindigkeit von 60 km/h keinen Grund gehabt, die Verfolgung abzubrechen. Weiter sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer selbst seine Geschwindigkeit als "massiv überhöht" bezeichnet habe. Eine Geschwindigkeit von bloss 60 km/h würde kaum jemand als "massiv überhöht" bezeichnen. Bei einer massiven Geschwindigkeitsüberschreitung, die der Beschwerdeführer anerkenne, habe ihm bewusst sein müssen, dass er andere Verkehrsteilnehmer gefährde, was den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfülle.”
“Insoweit die Beschwerdeführerin vorbringt, es sei zu ihren Gunsten davon auszugehen, dass keine konkrete Gefährdung bestanden habe, erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Für die Erfüllung des objektiven Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung (vgl. oben E. 5.2.2). Diese lag hier vor. Die Vorinstanz weist zutreffend darauf hin, dass es der Beschwerdeführerin - aufgrund der gefahrenen Geschwindigkeit - nicht möglich gewesen wäre, beispielsweise auf Bewohner der U.________strasse 24 zu reagieren, welche das Haus verlassen hätten. Mit der Vorinstanz ist zudem festzuhalten, dass auch andere Verkehrsteilnehmer nicht damit hätten rechnen müssen und können, dass die Beschwerdeführerin mit derart überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. Bei dieser Sachlage nimmt die Vorinstanz ohne Verletzung von Bundesrecht an, dass das Verhalten der Beschwerdeführerin ungeachtet der konkreten Umstände den objektiven Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt (vgl. oben E. 5.3.1).”
“26-57 SVG) enthaltenen Bestimmungen und die gestützt darauf bzw. auf Art. 57 SVG erlassenen bundesrätlichen Vollziehungsvorschriften (Weissenberger, a.a.O., Art. 90 N 6). Art. 27 Abs. 1 SVG schreibt vor, dass Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei befolgt werden müssen. Nach Art. 32 Abs. 2 SVG beschränkt der Bundesrat die Geschwindigkeit der Motorfahrzeuge auf allen Strassen. Ausserhalb von Ortschaften, ausgenommen auf Autostrassen und Autobahnen beträgt diese gemäss Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV 80 km/h. Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gilt ab dem Signal «Ende der Höchstgeschwindigkeit 50 generell» oder «Ende der Höchstgeschwindigkeit» (Art. 4a Abs. 3 VRV). Bislang hat sich das Bundesgericht noch nicht zur Frage geäussert, bei welcher Geschwindigkeitsüberschreitung Art. 90 Abs. 2 SVG ungeachtet die konkreten Umstände erfüllt ist, wenn eine Strasse ausserorts mit 80 km/h signalisiert ist (OFK-Giger, 9. Aufl. 2022, Art. 32 SVG N 27). Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nach ständiger Rechtsprechung ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend regelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden (BGE 130 IV 32 E. 5.1; 126 IV 192 E. 3; 123 IV 88 E. 2a). Die Verkehrsregelverletzung muss mithin «grob» sein und der Täter muss (kumulativ) eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorrufen oder in Kauf nehmen. Grob ist die Verkehrsregelverletzung dann, wenn der Täter einerseits subjektiv «ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend regelwidriges Verhalten» an den Tag legt, was «schweres Verschulden, mindestens grobe Fahrlässigkeit» voraussetzt, und andererseits auch objektiv eine wichtige Verkehrsvorschrift in gravierender Weise betroffen ist. Die Tatbestandsmässigkeit kann bejaht werden, «wenn der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet». Das ist bereits bei Vorliegen einer erhöhten abstrakten Gefährdung der Fall. Rücksichtsloses Verhalten, mindestens grobe Fahrlässigkeit, liegt vor, falls der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist oder die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt (zum Ganzen: Giger, a.”
Teilweise vereiste bzw. nicht vollständig enteiste Windschutzscheibe, seitliche Scheiben oder Spiegel können die Sicht erheblich beeinträchtigen und damit eine ernstliche Gefahr sowie grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG begründen. In Einzelfällen kann hingegen bei nur geringfügiger Beeinträchtigung der Sicht eine mildere Bewertung erfolgen, wenn die Gesamtumstände dies rechtfertigen.
“a LCR par contre correspond en principe à la définition de l'infraction réprimée sur le plan pénal par l'art. 90 al. 2 LCR (Mizel, Les nouvelles dispositions légales sur le retrait du permis de conduire, in RDAF 2004, p. 395). Le Tribunal fédéral tient ces notions pour identiques à tous les égards (ATF 120 Ib 285); il estime que, pour être punissable sous l'angle de l'art. 90 al. 2 LCR, le comportement du conducteur doit être particulièrement blâmable, soit, en d'autres termes, relever d'une négligence grossière. L'auteur doit avoir violé, par son comportement ou par une simple absence passagère, un devoir de prudence élémentaire qui lui était imposé de manière évidente par les circonstances. La création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui au sens de la disposition précitée est déjà donnée en cas de mise en danger abstraite accrue. Le critère déterminant pour admettre que l'on est en présence d'un danger abstrait sérieux ou accru réside dans l'imminence du danger (ATF 122 II 228 consid. 3b / JdT 1996 I 700 avec les références). Subjectivement, l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, découlant à tout le moins d'une négligence grossière (ATF 118 IV 84 consid. 2a). 3.2. Selon la jurisprudence du Tribunal fédéral, le fait de rouler au volant d'un véhicule dont le pare-brise avant n'est que partiellement dégivré constitue une mise en danger abstraite accrue de la circulation. En effet, lorsque les vitres ne sont que partiellement dégagées, l'automobiliste a une visibilité fortement réduite et ne peut par conséquent discerner correctement les signaux et autres usagers de la route. Les cyclistes et les piétons en particulier sont, dans ces circonstances, peu visibles. Conduire dans de telles conditions comporte donc un risque très élevé d'accident (arrêt TF 6A.16/2006 du 6 avril 2006 consid. 2.2.1). Dans cet arrêt, le Tribunal fédéral a considéré que le comportement de l'automobiliste constituait une infraction moyennement grave au sens de l'art. 16b al. 1 let. a LCR. Il a réitéré ce jugement dans un autre arrêt, par lequel il a confirmé que celui qui omet de nettoyer entièrement le pare-brise ne commet pas une faute légère (arrêt TF 6A.”
“Ils doivent notamment être entretenus de manière que les règles de la circulation puissent être observées et que le conducteur, les passagers et les autres usagers de la route ne soient pas mis en danger. Les glaces et rétroviseurs doivent être propres (art. 57 al. 2 de l'ordonnance du 13 novembre 1962 sur les règles de la circulation routière, OCR; RS 741.11). Toutes les glaces nécessaires à la visibilité du conducteur doivent être parfaitement transparentes (art. 71a al. 4 de l'ordonnance du 19 juin 1995 concernant les exigences techniques requises pour les véhicules routiers, OETV; RS 741.41). 3.2. En l'espèce, il est reproché au recourant d'avoir circulé avec un véhicule automobile dont le pare-brise n'était que partiellement dégivré. Par jugement du 30 juin 2020, le recourant a été reconnu coupable de violation simple des règles de la circulation routière pour avoir circulé avec un pare-brise partiellement dégivré; il a été condamné en application de l'art. 90 al. 1 LCR, alors qu'il l'avait été d'abord pour violation grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR. Le juge a constaté que le pare-brise partiellement dégivré n'obstruait pas la vision nécessaire à la conduite du véhicule, même si celle-ci se trouvait en partie limitée. Le recourant n’a pas contesté le jugement pénal du 30 juin 2020; il a ainsi accepté sa condamnation et, plus particulièrement, la justesse des faits retenus. Or, le juge pénal a admis qu'il avait contrevenu aux règles de la circulation routière. Le fait que l'intéressé se soit arrêté spontanément lorsqu'il a constaté que le givre s'était à nouveau formé sur le pare-brise de son véhicule, afin d'éviter toute mise en danger, n'a pas été retenu, respectivement n'a pas empêché sa condamnation, qu'il doit dès lors se laisser opposer. La CMA a fondé sa décision du 20 août 2020 sur le même état de fait. Force est ainsi de constater que le recourant a circulé avec un pare-brise qui n'était que partiellement dégivré, contrevenant ainsi aux art. 29 LCR, 57 OCR et 71a OETV, de sorte qu'une mesure administrative devait être prononcée à son encontre.”
“Ils doivent notamment être entretenus de manière à ce que les règles de la circulation puissent être observées et que le conducteur, les passagers et les autres usagers de la route ne soient pas mis en danger. Les glaces et rétroviseurs doivent être propres (art. 57 al. 2 de l'ordonnance du 13 novembre 1962 sur les règles de la circulation routière, OCR; RS 741.11). Toutes les glaces nécessaires à la visibilité du conducteur doivent être parfaitement transparentes (art. 71a al. 4 de l'ordonnance du 19 juin 1995 concernant les exigences techniques requises pour les véhicules routiers, OETV; RS 741.41). 2.3. En l'espèce, il est reproché au recourant d'avoir circulé avec un véhicule automobile dont les vitres latérales avant et les rétroviseurs n'étaient pas dégivrés. Par ordonnance pénale du 2 février 2022, le recourant a été reconnu coupable de violation grave des règles de la circulation routière pour avoir circulé avec les vitres latérales avant et les rétroviseurs non dégivrés et a été condamné en application de l'art. 90 al. 2 LCR. Il n'a pas contesté ce prononcé – qui est entré en force – démontrant par là-même qu'il acceptait sa condamnation et, plus particulièrement, l'état de fait retenu; du reste, il n'a critiqué les faits qui lui sont reprochés ni devant la CMA ni dans le cadre de la présente procédure de recours. Or, force est de constater que, bien qu'elle ait été rendue quelques jours avant l'ordonnance pénale, la décision de la CMA se fonde sur le même état de fait que celui retenu sur le plan pénal. Il faut dès lors tenir pour établi que le recourant a circulé avec les vitres latérales avant et les rétroviseurs non dégivrés, contrevenant ainsi aux art. 29 LCR, 57 OCR et 71a OETV, de sorte qu'une mesure administrative devait être prononcée. 3. 3.1. Conformément à l'art. 16a al. 1 let. a LCR, commet une infraction légère la personne qui, en violant les règles de la circulation, met légèrement en danger la sécurité d'autrui et à laquelle seule une faute bénigne peut être imputée; en cas d'infraction particulièrement légère, il est renoncé à toute mesure administrative (al.”
Vorstrafen und wiederholte oder kurz hintereinander begangene Verkehrsverstösse können bei der Sanktionierung straf- und verwaltungsrechtlich zuungunsten des Täters berücksichtigt werden. In der Rechtsprechung werden wiederholte Delikte innerhalb kurzer Zeit als Hinweis auf Gleichgültigkeit gegenüber Verkehrsregeln und fehlende Einsicht gewertet und können zu strengeren Bussen oder weitergehenden Massnahmen führen.
“Indem der Rekurrent als Schuldner der Verfügung des Betreibungsamts, am 13. November 2017 zum Vollzug der Pfändung zu erscheinen, pflichtwidrig keine Folge leistete, machte er sich des Ungehorsams des Schuldners im Betreibungsverfahren gemäss Art. 323 Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB, SR 311.0) schuldig. Mit Strafbefehl vom 31. Januar 2018 wurde er dafür mit einer Busse von CHF 300. bestraft (Akten JSD S. 148 f.). Am 6. Juli 2017 machte sich der Rekurrent mit einem Motorrad des Parkierens in einer Begegnungszone an nicht dafür gekennzeichneten Stellen bis zwei Stunden und des Nichtbeachtens des Vorschriftssignals Verbot für Motorräder gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 22b Abs. 3 und Art. 19 Abs. 1 lit. b SSV sowie Art. 49 Abs. 1 StGB schuldig. Mit Strafbefehl vom 24. Januar 2019 wurde er dafür mit einer Busse von CHF 140. bestraft (Akten JSD S. 154 f.). Am 21. Januar 2019 machte sich der Rekurrent mit einem Personenwagen des Parkierens innerhalb des signalisierten Halteverbots bis 60 Minuten gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 19 Abs. 2 lit. a VRV und Art. 30 SSV schuldig. Mit Strafbefehl vom 2. Juli 2019 wurde er dafür mit einer Busse von CHF 120. bestraft (Akten JSD S. 152 f.). Am 16. Februar 2021 machte sich der Rekurrent des Nichtbeachtens des Vorschriftssignals Verbot für Motorwagen gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 19 Abs. 1 lit. a SSV schuldig. Mit Strafbefehl vom 2. Dezember 2021 wurde er dafür mit einer Busse von CHF 100. bestraft (Akten JSD S. 150 f.). Der Rekurrent macht zwar zu Recht geltend, dass seine Strassenverkehrsdelikte wohl im Ordnungsbussenverfahren hätten geahndet werden können, wenn er die Bussen innert der Bedenkfrist von 30 Tagen bezahlt hätte. Dies ändert aber nichts daran, dass die Begehung von vier Strassenverkehrsdelikten in weniger als vier Jahren von einer gewissen Gleichgültigkeit gegenüber den Verkehrsregeln zeugt.”
“Il savait pourtant pertinemment, et plus que quiconque, que ce comportement était non seulement de nature à mettre en danger la circulation routière et qu'il pouvait de surcroît entraîner le prononcé d'une mesure administrative, puisqu'il avait déjà été sanctionné par le prononcé d'un avertissement sévère, en avril 2018, pour des faits identiques. La commission délibérée d'une infraction de même nature sur une si courte période ne trouve aucune excuse. Le recourant ne peut dès lors s'en prendre qu'à lui-même s'il doit en subir les conséquences; que, partant, en retenant que la faute commise par le recourant devait être considérée comme légère mais pas particulièrement bénigne au sens de l'art. 16a al. 4 LCR, l'autorité intimée n'a manifestement pas violé la loi ni commis un excès ou un abus de son pouvoir d'appréciation; que cette appréciation est du reste conforme à celle retenue sur opposition par le juge pénal, qui n'a pas non plus considéré ladite faute comme étant de très peu de gravité - auquel cas il aurait pu renoncer à toute peine (art. 100 LCR) - et qui a, au contraire, sanctionné le recourant en application de l'art. 90 al. 1 LCR, qui poursuit tant l'infraction légère que l'infraction moyennement grave (cf. arrêts TF 6B_1028/2008 du 16 avril 2009 consid. 3.7; TC FR 603 2011 34 du 27 mars 2013 consid. 4c); que, selon l'art. 16a LCR, après une infraction légère, le permis d'élève conducteur ou le permis de conduire est retiré pour un mois au moins au conducteur qui a fait l'objet d'un retrait de permis ou d'une autre mesure administrative au cours des deux années précédentes (al. 2). L'auteur d'une infraction légère fait l'objet d'un avertissement si, au cours des deux années précédentes, le permis de conduire ne lui a pas été retiré et qu'aucune mesure administrative n'a été prononcée (al. 3); qu'en l'espèce, durant les deux années précédentes, l'intéressé a fait l'objet d'un avertissement le 26 avril 2018 ainsi que d'un retrait du permis de conduire pour la durée d'un mois, assorti d'une prolongation de la période probatoire, par décision du 6 décembre 2018; que, par conséquent, la nouvelle infraction, bien que légère, devait entraîner un retrait obligatoire du permis, conformément à l'art.”
“Une telle appréciation des faits, conforme aux informations précises transmises par l'agent verbalisateur au SDC et à son témoignage en première instance, photographie aérienne des lieux à l'appui, ne s'avère pas manifestement erronée. La thèse de l'appelant, selon laquelle il aurait emprunté la rue de Vermont à partir de celle de Varembé, est en contradiction avec les éléments du dossier. Il n'importe pour le surplus pas de déterminer si un signal "Accès interdit" avait également été apposé sur le chemin venant de la station G______. Quand bien même cette voie de circulation offrirait un accès à la rue de Vermont, ce qui ne ressort pas clairement de la photographie au dossier, l'appelant n'a jamais allégué l'avoir empruntée. Il n'est donc pas arbitraire de considérer, conformément à l'avis de l'agent verbalisateur, qu'il n'a pu venir que de la rue de Monbrillant, où un tel signal était présent et parfaitement visible. 2.5. En conclusion, l'appelant s'est rendu coupable à trois reprises de violations simples des règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 1 LCR et le jugement querellé sera confirmé sur ce point. 3. 3.1. Selon l'art. 106 CP, sauf disposition contraire de la loi, le montant maximum de l’amende est de CHF 10'000.- (al. 1). Le juge prononce dans son jugement, pour le cas où, de manière fautive, le condamné ne paie pas l’amende, une peine privative de liberté de substitution d’un jour au moins et de trois mois au plus (al. 2). Le juge fixe l’amende et la peine privative de liberté de substitution en tenant compte de la situation de l’auteur afin que la peine corresponde à la faute commise (al. 3). Un jour de peine privative de liberté de substitution correspond schématiquement à CHF 100.- d'amende (R. ROTH / L. MOREILLON [éds], Code pénal I : art. 1-100 CP, Bâle 2009, n. 19 art. 106 CP). 3.2. En l'espèce, la faute de l'appelant en relation avec chacune des contraventions n'est pas anodine. Il a manifesté un certain dédain des règles de la circulation routière relatives au stationnement et au sens interdit, contrevenant à celles-ci dans son seul intérêt sans égard pour les autres usagers de la route.”
In der Praxis wurden in mehreren Entscheidungen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen, die sich im Grenzbereich zu den in Art. 90 Abs. 4 SVG genannten Schwellenwerten bewegen, hohe Geldstrafen verhängt (jeweils 240 Strafeinheiten). Die Gerichte begründen dies mit dem Bedürfnis nach Kongruenz zwischen den unmittelbar benachbarten Anwendungsbereichen von Abs. 2 und Abs. 3 und halten die von der SSK empfohlenen Mindestsätze (von mindestens 120 Strafeinheiten) für bestimmte Grenzbereiche für zu tief. Grenzfallnähe erfordert eine einzelfallbezogene Prüfung; die genannten Entscheidungen zeigen, dass dies zu einer deutlich höheren Strafzumessung führen kann.
“Fazit Zusammengefasst ergibt sich eine Strafe von 240 Strafeinheiten. Die ermittelte Strafhöhe erweist sich auch aufgrund der folgenden Erwägungen als angemes- sen: Überschreitungen der geltenden Höchstgeschwindigkeit innerorts von 50 km/h um bis zu 49 km/h fallen in den Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG, während solche ab dem Schwellenwert von 50 km/h in denjenigen von Abs. 3, dem sog. Rasertatbestand, fallen (vgl. Art. 90 Abs. 4 lit. a SVG). Durch die Einführung von Abs. 3ter ist der Unterschied zwischen der Strafandrohung für gro- be Verletzungen der Verkehrsregeln gemäss Abs. 2 und qualifiziert groben Verlet- zungen der Verkehrsregeln gemäss Abs. 3 - abgesehen von der Höchststrafe, welcher in der Praxis wenig Bedeutung zukommt - zumindest für Ersttäter faktisch aufgehoben worden. Umso mehr gebietet es sich, eine Kongruenz zu schaffen, im Sinne, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen im Grenzbereich von Art. 90 Abs. 2 und Abs. 3 SVG ähnlich bestraft werden müssen. Der Umstand, dass der Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG bei der Errei- chung der in Art. 90 Abs. 4 SVG definierten Schwellenwerte endet, führt dazu, dass der Strafrahmen für Geschwindigkeitsüberschreitungen in diesem Bereich faktisch nur von Geldstrafe bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe reicht. Das objektive Verschulden bei Überschreitungen, die sich innerhalb von Art. 90 Abs. 2 SVG den Schwellenwerten nähern, ist daher als schwer zu qualifizieren und entsprechend dem so definierten Strafrahmen zu sanktionieren. Die vorliegend ausgefällte Strafe von 240 Strafeinheiten erweist sich somit als kongruent im Hinblick auf Abs. 2 von Art. 90 SVG. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen zeigt sich, dass die von der Schweizerischen Staatsanwaltschaftskonferenz SSK erlassene Empfehlung, bei Überschreitung der geltenden Höchstgeschwindigkeit innerorts um 40 bis 49 km/h, also noch im Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG, aber kurz vor dem Schwellenwert von 50 km/h zu Abs. 3 SVG, von mindestens 120 Strafeinheiten auszugehen (<https://www.ssk-cmp.ch/de/dienstleistungen/empfehlungen>, Straf- massempfehlungen SVG), zu tief ausfällt.”
“2 SVG, während solche ab dem Schwellenwert von 40 km/h in denjenigen von Abs. 3, dem sog. Rasertatbestand, fallen (vgl. Art. 90 Abs. 4 lit. a SVG). Durch die Einführung von Abs. 3ter ist der Unterschied zwischen der Strafandrohung für grobe Verletzungen der Verkehrsregeln gemäss Abs. 2 und qualifiziert groben Verletzungen der Verkehrsregeln gemäss Abs. 3 - abgesehen von der Höchststrafe, welcher in der Praxis wenig Bedeutung zukommt - zumindest für Ersttäter faktisch aufgehoben worden. Umso mehr gebietet es sich, eine Kongruenz zu schaffen, im Sinne, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen im Grenzbereich von Art. 90 Abs. 2 und Abs. 3 SVG ähnlich bestraft werden müssen. Der Umstand, dass der Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG bei der Erreichung der in Art. 90 Abs. 4 SVG definierten Schwellenwerte endet, führt dazu, dass der Strafrahmen für Geschwindigkeitsüberschreitungen in diesem Bereich faktisch nur von Geldstrafe bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe reicht. Das objektive Verschulden bei Überschreitungen, die sich innerhalb von Art. 90 Abs. 2 SVG den Schwellenwerten nähern, ist daher als schwer zu qualifizieren und entsprechend dem so definierten Strafrahmen zu sanktionieren. Die vorliegend ausgefällte Strafe von 240 Strafeinheiten (vor Berücksichtigung des Nachtatverhaltens des Beschuldigten) erweist sich somit als kongruent im Hinblick auf Abs. 2 von Art. 90 SVG. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen zeigt sich, dass die von der Schweizerischen Staatsanwaltschaftskonferenz SSK erlassene Empfehlung, bei Überschreitung der geltenden Höchstgeschwindigkeit innerorts um 36 bis 39 km/h, also noch im Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG, aber kurz vor dem Schwellenwert von 40 km/h zu Abs. 3 SVG, von mindestens 120 Strafeinheiten auszugehen (<https://www.ssk- cmp.ch/de/dienstleistungen/empfehlungen>, Strafmassempfehlungen SVG), zu tief ausfällt.”
“Fazit Zusammengefasst ergibt sich (ohne Berücksichtigung des Nachtatverhaltens) eine Strafe von 240 Strafeinheiten. Die ermittelte Strafhöhe erweist sich auch aufgrund der folgenden Erwägungen als angemessen: Überschreitungen der geltenden Höchstgeschwindigkeit innerorts von 30 km/h um bis zu 39 km/h fallen in den Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG, während solche ab dem Schwellenwert von 40 km/h in denjenigen von Abs. 3, dem sog. Rasertatbestand, fallen (vgl. Art. 90 Abs. 4 lit. a SVG). Durch die Einführung von Abs. 3ter ist der Unterschied zwischen der Strafandrohung für grobe Verletzungen der Verkehrsregeln gemäss Abs. 2 und qualifiziert groben Verletzungen der Verkehrsregeln gemäss Abs. 3 - abgesehen von der Höchststrafe, welcher in der Praxis wenig Bedeutung zukommt - zumindest für Ersttäter faktisch aufgehoben worden. Umso mehr gebietet es sich, eine Kongruenz zu schaffen, im Sinne, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen im Grenzbereich von Art. 90 Abs. 2 und Abs. 3 SVG ähnlich bestraft werden müssen. Der Umstand, dass der Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG bei der Erreichung der in Art. 90 Abs. 4 SVG definierten Schwellenwerte endet, führt dazu, dass der Strafrahmen für Geschwindigkeitsüberschreitungen in diesem Bereich faktisch nur von Geldstrafe bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe reicht. Das objektive Verschulden bei Überschreitungen, die sich innerhalb von Art. 90 Abs. 2 SVG den Schwellenwerten nähern, ist daher als schwer zu qualifizieren und entsprechend dem so definierten Strafrahmen zu sanktionieren. Die vorliegend ausgefällte Strafe von 240 Strafeinheiten (vor Berücksichtigung des Nachtatverhaltens des Beschuldigten) erweist sich somit als kongruent im Hinblick auf Abs. 2 von Art. 90 SVG. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen zeigt sich, dass die von der Schweizerischen Staatsanwaltschaftskonferenz SSK erlassene Empfehlung, bei Überschreitung der geltenden Höchstgeschwindigkeit innerorts um 36 bis 39 km/h, also noch im Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG, aber kurz vor dem Schwellenwert von 40 km/h zu Abs. 3 SVG, von mindestens 120 Strafeinheiten auszugehen (<https://www.”
In den zitierten Entscheiden führten geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen (im Bereich von etwa 1 bis 10 km/h) zu vergleichsweise niedrigen Bussen; die Entscheidungen nennen bspw. eine Busse von CHF 40.– für +1 km/h sowie eine Busse von CHF 160.– in Fällen mit Überschreitungen von 3–8 km/h. (Art. 90 Abs. 1 SVG bleibt dadurch unberührt.)
“Verletzung von Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV Vom Beschuldigten nicht bestritten wird die ihm vorgeworfene Verletzung der Ver- kehrsregeln gemäss Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG durch Überschreitung der ausserhalb von Ortschaften geltenden allgemeinen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 10 km/h (act. A.2, Ziff. I.2.2).”
“Du 3 décembre 2018 au 30 mars 2019, il a omis de restituer au Service des automobiles et de la navigation du canton de Vaud (SAN), nonobstant une sommation de sa part, le permis de circulation et les plaques de contrôle dun véhicule, qui lui avaient été retirés par décision du 19 novembre 2018 pour défaut de paiement de l'assurance responsabilité civile. Le 17 mars 2019, au passage frontière de Bardonnex, lors de son entrée en Suisse, il a circulé au volant du même véhicule automobile, sans le permis de circulation et sans les plaques de contrôle requis et alors qu'il n'était pas couvert par l'assurance-responsabilité civile prescrite, ce qu'il savait ou aurait dû savoir s'il avait prêté toute l'attention commandée par les circonstances. a.c.b. Selon trois ordonnances pénales du 20 novembre 2019, il est encore reproché à A______ davoir, à Genève, dépassé à trois reprises (soit les 24 août 2018, 28 août 2018 et 2 septembre 2018), la vitesse autorisée à l'intérieur d'une localité, hors des localités ou sur autoroute, de 3 à 8 km/h, alors qu'il circulait avec un motocycle. b.a. A______ forme également appel contre le jugement JTDP/1040/2021 du 17 août 2021 dans la procédure P/1______/2020, par lequel le TP la reconnu coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et la condamné à une amende de CHF 160.- (peine privative de liberté de substitution de deux jours) ainsi quaux frais de la procédure. b.b. A______ entreprend intégralement ce jugement et conclut à son acquittement, avec suite de frais et dépens. b.c. Selon une ordonnance pénale du 22 juillet 2020, il est reproché à A______ davoir, le 18 février 2020, à E______, dépassé au guidon dun motocycle, la vitesse autorisée de 1 km/h (après déduction de la marge de sécurité), à lintérieur dune localité. Selon une ordonnance pénale du 23 octobre 2020, il lui est également reproché davoir, le 21 août 2020, à F______, stationné avec un motocycle à un endroit où une interdiction de sarrêter était signalée jusquà 60 minutes. B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : Des faits relatifs à la P/1______/2020 a.a. Le 19 mai 2020, le Service des contraventions de Genève (SDC) a adressé une amende dordre dun montant de CHF 40.- à A______, mentionnant que le motocycle immatriculé 2______ (F) avait dépassé, à E______, le 18 février 2020, la vitesse autorisée de 1 km/h.”
Die VBRS‑Richtlinien sehen für grobe Fälle des zu nahen Aufschliessens im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine Strafe ab 12 Strafeinheiten vor.
“Strafrahmen und Strafart Wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt, wird nach Art. 90 Abs. 2 SVG mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (nachfolgend: VBRS-Richtlinien) sehen für grobe Fälle von zu nahem Aufschliessen im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine Strafe ab 12 Strafeinheiten bei einer Verbindungsbusse von mindestens CHF”
In urbanen Bereichen, namentlich in der Nähe von Tramstationen und Fahrradabstellplätzen, sowie bei nasser Fahrbahn verlangt die Rechtsprechung ein erhöhtes Mass an Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Haben Fahrende diesem erhöhten Anspruch nicht entsprochen, haben Gerichte in konkreten Fällen daraus die Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG abgeleitet.
“Anklageziffer III.: Grobe Verletzung der Verkehrsregeln Im Zusammenhang mit dem Anklagesachverhalt III. (grobe Verletzung der Ver- kehrsregeln im Sinne Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 Satz 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV) bestrafte die Vorinstanz den Beschuldigten mit einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 190.–, unter Ansetzung ei- ner Probezeit von 2 Jahren. Der betreffende Schuldspruch ist in Rechtskraft er- wachsen. Bezüglich des objektiven Tatverschuldens hielt sie fest, dass der Be- schuldigte anstatt der signalisierten 50 km/h mit 90 km/h unterwegs gewesen sei, was einer massiven Geschwindigkeitsüberschreitung im Rahmen von Art. 90 Abs. 2 SVG gleichkomme. Hinzu komme, dass die signalisierte Höchstgeschwin- digkeit bei optimalen Verhältnissen gelte, ansonsten die Höchstgeschwindigkeit den jeweiligen Umständen anzupassen sei. Der Beschuldigte habe anlässlich der Hauptverhandlung selbst ausgesagt, dass es geregnet habe und er das Schild - 57 - nicht gesehen habe. Die Geschwindigkeitsüberschreitung habe der Beschuldigte sodann an einem Sonntag, um”
“Aufgrund der urbanen Gegend, der Nähe zur Tramstation und zum Fahrradabstellplatz sowie in Anbetracht der nassen Fahrbahn hätte der hier in Frage stehende Strassenabschnitt vom Berufungskläger ein erhöhtes Mass an Aufmerksamkeit verlangt. Dies gilt umso mehr, als der Berufungskläger angab, aufgrund seiner neuen Arbeit als [...]lieferant während der Autofahrt angespannt gewesen zu sein (zweitinstanzliches Protokoll, Akten S. 166; erstinstanzliches Protokoll, Akten S. 95) und nicht gerne bei Regen zu fahren (erstinstanzliches Protokoll, Akten S. 96). Wie bereits dargelegt, hat der Berufungskläger das geforderte Mass an Aufmerksamkeit nicht aufgebracht. Vielmehr lässt sich die Kollision mit dem Verkehrsteiler, welche trotz der eingeleiteten Vollbremsung zu einer starken Beschädigung des Fahrzeugs führte (vgl. Akten S. 29 und 56), nur mit einer erheblichen Unaufmerksamkeit seitens des Berufungsklägers erklären. Umstände, welche dieses Verhalten in einem milderen Licht erscheinen liessen, sind nicht ersichtlich. Insgesamt hat der Berufungskläger somit die Gefährdung anderer Personen in besonderes vorwerfbarer Weise nicht bedacht, womit nach der obigen Rechtsprechung der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt ist.”
Konkurrenz zu Art. 239 StGB: Nach der Rechtsprechung schützen Art. 239 StGB und Art. 90 Abs. 1 SVG unterschiedliche Rechtsgüter — das Interesse der Allgemeinheit an einem störungsfreien Betrieb öffentlicher Dienste einerseits und die Verkehrssicherheit sowie die Fluidität des Verkehrs andererseits — und stehen daher in der Regel in idealer Konkurrenz. Art. 90 Abs. 1 SVG bleibt demnach als gesonderte Sanktion anwendbar.
“50) qu'à 11h20, la police annonçait environ 250 personnes sur le Pont [...], que ce dernier avait été fermé à toute circulation, que la ligne n°16 avait dû être déviée, que dès 12h15, les lignes n°16 et 6 avaient pris environ 10 minutes de retard sur l'itinéraire dévié et qu'à 17h15, le pont était toujours fermé, les lignes n° 6, 13, 16, 18, 22 et 60 ayant environ 18 minutes de retard. Il découle de ce qui précède que par leur ampleur et leur durée, les entraves causées aux transports publics ont été d'une intensité supérieure au seuil minimal tombant sous le coup de l'art. 239 ch. 1 CP. P.________ et J.________ ont ainsi, intentionnellement, empêché, respectivement troublé l'exploitation d'une entreprise de transports au sens de la première hypothèse visée par l'art. 239 ch. 1 CP. Les éléments objectifs et subjectifs de l'infraction d'entrave aux services d'intérêt général sont donc réalisés. C'est ainsi en vain que les prévenus concluent à nouveau à leur acquittement de cette infraction. S'agissant du concours entre l'art. 239 CP et l'art. 90 al. 1 LCR (Loi sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01), il y a lieu de constater que ces deux dispositions protègent des biens juridiques distincts, à savoir l’intérêt de la collectivité au bon fonctionnement du service public pour le premier (Dupuis et al., Petit Commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle, 2017, n. 1 ad art. 239 CP) et la sécurité routière et la fluidité du trafic sur les routes publiques pour le second (Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle, 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR). Ces deux infractions entrent donc en concours idéal, contrairement à ce que soutiennent les appelants. Il s’ensuit que la condamnation de P.________ et J.________ pour les infractions d’entrave aux services d'intérêt général et violation simple des règles de la circulation routière doit être confirmée. 3.3. 3.3.1 P.________ conclut à son acquittement du chef de prévention d’empêchement d’accomplir un acte officiel. 3.3.2 En vertu de l'art.”
“Tel était du reste l’effet voulu, puisque l’idée était précisément d’attirer l’attention d’un large public sur le but de la manifestation. Quant à B.________, même à supposer qu’il ignorait que des bus passaient sur le pont Bessière, ce qui n’est de toute manière pas crédible, il s’est à tout le moins accommodé d’une telle situation, son objectif n’étant pas différent de celui des autres manifestants. Au demeurant, il ne prétend pas qu’il aurait immédiatement quitté les lieux s’il avait su que des bus empruntaient cet artère, ayant du reste déclaré au tribunal : « […] cela ne m’a posé de problème de participer à une manifestation qui bloquait un pont […]. » (cf. jgt, p. 6). L’élément subjectif de l’art. 239 CP est ainsi également rempli. Partant, la condamnation des appelants pour entrave aux services d’intérêt général doit être confirmée. 8. Dans son arrêt 6B_14/2023 (consid. 7.1 à 7.4), le Tribunal fédéral a confirmé que le comportement de B.________ remplissait les éléments constitutifs de l’art. 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01) en relation avec les art. 26, 49 al. 2 LCR et 46 al. 2 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11). En revanche, il a laissé ouverte la question de savoir si un concours était possible entre l’art. 239 CP et l’art. 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01) en relation avec les art. 26 et 49 al. 2 LCR. S’agissant des appelants Q.________, F.________ et K.________, le Tribunal fédéral a, dans son arrêt 6B_1486/2022 (consid. 7), déclaré irrecevable leur grief en relation avec leur condamnation pour violation simple des règles de la circulation. En l’occurrence, les art. 239 CP et 90 al. 1 LCR, lequel réprime, en l’espèce, un usage indu des voies de circulation, entrent en concours idéal, les biens juridiquement protégés étant distincts, soit, d’une part, l’intérêt de la collectivité au bon fonctionnement du service public (Dupuis et al.”
“5.1 L’appelant conteste l’appréciation juridique du Tribunal de police selon laquelle les art. 239 ch. 1 CP (entrave aux services d’intérêt général) et 90 al. 1 LCR (violation simple des règles de la circulation routière) entrent en concours idéal. Il considère que ces dispositions entrent en concours imparfait, puisqu’elles protègent toutes deux le trouble occasionné aux passages des transports publics et à la circulation routière et qu’en troublant l’exploitation des transports publics, on trouble forcément la circulation routière. L’art. 239 ch. 1 CP absorbant ainsi l’art. 90 al. 1 LCR, il devrait être libéré du chef d’infraction de violation simple des règles de la circulation routière. 5.2 L'art. 239 CP, qui sanctionne l'entrave aux services d'intérêt général, protège l'intérêt public à ce que certaines entreprises fournissent leurs services sans perturbation (ATF 116 IV 44 consid. 2a ; ATF 85 IV 224 consid. III.2 ; ATF 72 IV 68). L’art. 90 al. 1 LCR protège la sécurité routière et la fluidité du trafic (Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle, 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR), 5.3 En l’espèce, les biens juridiquement protégés des art. 239 ch. 1 CP et 90 al. 1 LCR sont distincts, à savoir les services publics, d’une part, et les usagers de la route, d’autre part, soit les nombreux automobilistes qui n’ont pas pu emprunter cet axe routier bloqué. Le grief de l’appelant est donc infondé. 6. Enfin, l’appelant se trompe lorsqu’il affirme dans ses déterminations que la cause devrait être retournée au Ministère public pour complément de l’acte d’accusation. Celui-ci précise en effet que le trafic des véhicules et le bus de la ligne 16 ont dû être déviés sur d’autres artères attenantes, en raison du blocage du Pont Bessières entre 11h25 et 19h55. C’est manifestement suffisant. Pour le reste, l’instruction a été complétée pour donner suite aux considérants de l’arrêt du Tribunal fédéral et la pièce 56 a été versée au dossier en application de l’art.”
“La durée de la perturbation des lignes de transport public a dès lors été perturbée de manière importante au sens de la jurisprudence du Tribunal fédéral (cf. not. ATF 116 IV 44 consid. 2d). La condamnation pour l’infraction d’entrave aux services d’intérêt général doit ainsi être confirmée. Même s’il ne fallait prendre en compte que les perturbations de la ligne 16, celles-ci ont été importantes, puisqu’elles ont duré plus de 6 heures et ont concerné de nombreux bus. 5. 5.1 L’appelant conteste l’appréciation juridique du Tribunal de police selon laquelle les art. 239 ch. 1 CP (entrave aux services d’intérêt général) et 90 al. 1 LCR (violation simple des règles de la circulation routière) entrent en concours idéal. Il considère que ces dispositions entrent en concours imparfait, puisqu’elles protègent toutes deux le trouble occasionné aux passages des transports publics et à la circulation routière et qu’en troublant l’exploitation des transports publics, on trouble forcément la circulation routière. L’art. 239 ch. 1 CP absorbant ainsi l’art. 90 al. 1 LCR, il devrait être libéré du chef d’infraction de violation simple des règles de la circulation routière. 5.2 L'art. 239 CP, qui sanctionne l'entrave aux services d'intérêt général, protège l'intérêt public à ce que certaines entreprises fournissent leurs services sans perturbation (ATF 116 IV 44 consid. 2a ; ATF 85 IV 224 consid. III.2 ; ATF 72 IV 68). L’art. 90 al. 1 LCR protège la sécurité routière et la fluidité du trafic (Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle, 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR), 5.3 En l’espèce, les biens juridiquement protégés des art. 239 ch. 1 CP et 90 al. 1 LCR sont distincts, à savoir les services publics, d’une part, et les usagers de la route, d’autre part, soit les nombreux automobilistes qui n’ont pas pu emprunter cet axe routier bloqué. Le grief de l’appelant est donc infondé. 6. Enfin, l’appelant se trompe lorsqu’il affirme dans ses déterminations que la cause devrait être retournée au Ministère public pour complément de l’acte d’accusation.”
Art. 90 Abs. 1 SVG wird in der Praxis regelmässig zusammen mit Alkohol‑ oder Fahruntauglichkeits‑Tatbeständen und mit Vorwürfen wegen technisch mängelhafter Fahrzeuge geltend gemacht. In den entschiedenen Fällen wurden die Verstösse oft kumulativ mit mehreren Sanktionen geahndet (z. B. Tagessatzstrafe/Busse, Ersatzfreiheitsstrafe, ergänzende Massnahmen).
“TRIBUNAL CANTONAL 206 AM23.016122-FMR CHAMBRE DES RECOURS PENALE __________________________________________ Arrêt du 22 mars 2025 __________________ Composition : M. KRIEGER, président Mmes Byrde et Elkaim, juges Greffière : Mme Saghbini ***** Art. 385 al. 1 CPP Statuant sur le recours interjeté le 28 février 2025 par X.________ contre le prononcé rendu le 10 février 2025 par le Tribunal de police de l’arrondissement de la Broye et du Nord vaudois dans la cause n° AM23.016122-FMR, la Chambre des recours pénale considère : En fait : A. a) Par ordonnance pénale du 19 septembre 2024, le Ministère public de l’arrondissement du Nord vaudois (ci-après : le Ministère public) a condamné X.________ pour violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR [Loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01]), conduite d’un véhicule automobile en état d'ébriété avec un taux d'alcool qualifié dans le sang ou dans l'haleine (art. 91 al. 2 let. a LCR), conduite d’un véhicule défectueux (art. 93 al. 2 let. a LCR) et omission de porter les permis ou les autorisations (art. 99 al. 1 let. b LCR), à 40 jours-amende, le jour-amende étant fixé à 30 fr., avec sursis pendant deux ans, ainsi qu’à une amende de 400 fr. convertible en treize jours de peine privative de liberté de substitution en cas de non-paiement fautif dans le délai imparti, peine complémentaire à celle prononcée le 14 novembre 2023 par le Tribunal de police de Genève (I), et a mis les frais, par 300 fr., à la charge du prévenu (II). Il est reproché à l’intéressé d’avoir, le 31 juillet 2023, entre minuit et 5h30, sur la route de [...] à [...], circulé sous l’influence de l’alcool (concentration d’alcool par litre d’air expiré de 0.64 mg/L correspondant à un taux d’alcool dans le sang de 1.”
“3), à l'exception de ceux concernant le pot d'échappement, qui, selon lui, aurait été homologué. A cet égard, il a produit une attestation censée prouver que le pot d'échappement de sa moto était conforme aux normes en vigueur. A la lecture de ce document (P. 8), il n'apparaît toutefois pas que le pot d'échappement était conforme et équipé d'un silencieux. Dès lors, l'infraction de conduite d'un véhicule défectueux doit être retenue en l'espèce. Si l’appelant a indiqué lors des débats que son taux d’alcool était selon lui élevé en raison des solvants qu’il utilisait dans le cadre de son travail, cette affirmation n’est tout simplement pas crédible. Il n’a d’ailleurs produit aucun document permettant d’accréditer cette hypothèse. Au demeurant, il a reconnu que dans le cadre de ses nombreuses condamnations précédentes, liées à des cas de conduite en état d’ébriété, « il n’y avait pas la problématique des solvants ». Au vu de ce qui précède, les infractions de violation des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR [loi fédérale du 19 décembre 1958 sur la circulation routière, RS 741.01]), de conduite d'un véhicule automobile en état d'ébriété avec un taux d'alcool qualifié dans le sang ou dans l'haleine (art. 91 al. 2 let. a LCR), de tentative d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 22 al. 1 CP [Code pénal suisse du 21 décembre 1937 ; RS 311.0] ad art. 91a al. 1 LCR), et de conduite d'un véhicule défectueux (art. 93 al. 2 let a LCR) sont réalisées. 5. 5.1 Sans motiver son raisonnement, l'appelant conclut à ce qu'une peine pécuniaire lui soit infligée en lieu et place d'une peine privative de liberté. 5.2 5.2.1 Aux termes de l’art. 47 CP, le juge fixe la peine d'après la culpabilité du prévenu, en prenant en considération les antécédents, la situation personnelle de celui-ci, ainsi que l'effet de la peine sur son avenir. La culpabilité est déterminée par la gravité de la lésion ou de la mise en danger du bien juridique concerné, par le caractère répréhensible de l'acte, par les motivations et les buts de l'auteur et par la mesure dans laquelle celui-ci aurait pu éviter la mise en danger de la lésion, compte tenu de sa situation personnelle et des circonstances extérieures.”
“E. wird der mehrfachen fahrlässigen schweren Körperverletzung, der fahrlässigen einfachen Körperverletzung, des Nichttragens der Sicherheitsgurte, des Konsums von Betäubungsmitteln, der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall schuldig erklärt und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten, sowie zu einer Busse von Fr. 800.00, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen, in Anwendung von Art. 125 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 3a Abs. 1 VRV (i.V.m. Art. 96 VRV), Art. 90 Abs. 1 SVG (i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG), Art. 92 Abs. 1 i.V.m. Art. 51 Abs. 3 SVG, Art. 19a Ziff. 1 BetmG, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 106 StGB.”
“- + le forfait de 20% couvrant les opérations diverses (l'activité pour l'ensemble du dossier étant inférieure à 30 heures ; CHF 192.50) + la vacation à l'audience (CHF 110.-) + la TVA au taux de 7.7% (CHF 97.40) * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Déclare partiellement irrecevable l'appel de A______ contre le jugement rendu le 12 juillet 2022 par le Tribunal de police dans la procédure P/18319/2021 désormais jointe à la procédure P/11384/2020. Reçoit pour le surplus les appels formés par le Ministère public et A______ contre ledit jugement ainsi que contre celui rendu le 21 septembre 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/11384/2020. Rejette l'appel de A______ contre le second jugement et admet partiellement ceux du Ministère public contre les deux décisions. Annule ces jugements. Et statuant à nouveau : Déclare A______ coupable de conduites sous retrait du permis de conduire (art. 95 al. 1 let. b LCR), de conduite en état d'ébriété (art. 91 al. 1 let. a LCR) et de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Condamne A______ à une peine privative de liberté de cinq mois, sous déduction de quatre jours de détention avant jugement (art. 40 CP). Le condamne à une amende de CHF 700.- (art. 91 al. 1 let. a LCR ; art. 90 al. 1 cum art. 32 al. 1 LCR et art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de sept jours. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Renonce à révoquer le sursis octroyé le 3 avril 2020 par le Tribunal de police, mais adresse un avertissement à A______ et prolonge le délai d'épreuve de deux ans (art. 46 al. 2 CP). Ordonne la confiscation des véhicules séquestrés de marque E______ immatriculé GE 2______, no de châssis 3______, et D______ immatriculé GE 1______, no de châssis 4______ (art. 90a al. 1 LCR). Ordonne la réalisation de ces véhicules et la restitution du prix de vente à A______ après déduction des frais de la procédure mis à sa charge, des frais de fourrière facturés entre le prononcé du présent arrêt et la réalisation, ainsi que des coûts de réalisation (art.”
Beweiswürdigung / Anklage: Nach der Rechtsprechung muss die Anklage bei grober Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG den Vorwurf der «ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer» hinreichend darstellen und erkennen lassen, ob Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen werden. In der Regel ist bei Anklagen wegen Verletzung von Verkehrsregeln jedenfalls von einer fahrlässigen Tatbegehung auszugehen; eine Anklage nach Art. 90 Abs. 2 SVG beinhaltet damit mindestens den Vorwurf grober Fahrlässigkeit. Ob darüber hinaus Vorsatz (einschliesslich Eventualvorsatz) vorgeworfen ist, muss sich aus der Anklageschrift ergeben oder aus den konkret geschilderten Umständen geschlossen werden.
“Nach der Rechtsprechung muss die Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine hinreichende Darstellung des Tatbestandsmerkmals der "ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer" enthalten (Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.1). Nebst dem muss klar sein, ob der beschuldigten Person Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen wird. Dies gilt grundsätzlich auch für die Anklage von Verkehrsregelverletzungen, die sowohl bei vorsätzlicher als auch bei fahrlässiger Begehung strafbar sind (vgl. Art. 90 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 SVG). Hinweise auf eine fehlende Aufmerksamkeit in der Anklage beinhalten in der Regel einen Vorwurf der Fahrlässigkeit, während die Formulierungen "mit Wissen und Willen" bzw. "in Kauf genommen" mit Blick auf Art. 12 Abs. 1 StGB auf Vorsatz bzw. Eventualvorsatz hindeuten. Bei einer Anklage wegen Verletzung der Verkehrsregeln ist daher von einer angeklagten fahrlässigen Tatbegehung auszugehen, es sei denn, die Anklage beinhalte einen darüber hinausgehenden Vorwurf eines vorsätzlichen Handelns. Die Rechtsprechung begründet dies damit, dass die vorsätzliche und fahrlässige Verkehrsregelverletzung gleichermassen strafbar sind.”
“m.w.H). Eine Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG beinhaltet daher mindestens einen Vorwurf der groben Fahrlässigkeit (vgl. Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.3; 6B_1401/2016 vom 24. August 2017 E. 1.4; 6B_270/2012 vom 30. November 2012 E. 3.2).”
“Wie erwähnt reicht nach der Rechtsprechung die Schilderung des objektiven Tatgeschehens für eine Anklage wegen vorsätzlicher Tatbegehung grundsätzlich aus, wenn sich daraus die Umstände ergeben, aus denen auf einen vorhandenen Vorsatz geschlossen werden kann. Andererseits ergibt sich die für die Annahme von Fahrlässigkeit erforderliche Pflichtverletzung, auch wenn wie vorliegend in der Anklage nicht explizit erwähnt, aus der im Strassenverkehr allgemein geltenden Pflicht zur Aufmerksamkeit und der als bekannt vorausgesetzten Kenntnis der Verkehrsregeln (vgl. oben E. 3.3) und ist damit dem zur Anklage erhobenen Vorwurf einer groben Verkehrsregelverletzung inhärent. Folglich wird dem Beschwerdeführer Vorsatz und Grobfahrlässigkeit vorgeworfen (vgl. auch Urteil 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 2.4). Im Übrigen ist das Anklageprinzip nicht Selbstzweck. Aus der vorliegenden Anklageschrift geht genügend klar hervor, welcher reale Lebenssachverhalt zur Anklage erhoben und welches Verhalten dem Beschwerdeführer konkret vorgeworfen wird. Damit einhergehend werden die äusseren Umstände, anhand derer auf den subjektiven Tatbestand geschlossen werden kann, genügend beschrieben. Angesichts des Charakters des Straftatbestandes von Art. 90 Abs. 2 SVG ist es Aufgabe des Gerichts, diese Würdigung im Rahmen der Fällung des Sachentscheides - und dabei namentlich anhand der Parteivorbringen - vorzunehmen und musste der Beschwerdeführer damit rechnen, der fahrlässigen groben Verkehrsregelverletzung schuldig gesprochen zu werden (vgl. wiederum Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 und dort E. 1.6.4). Der Beschwerdeführer zeigt denn auch nicht ansatzweise auf, inwiefern ihm eine wirksame Verteidigung verunmöglicht gewesen wäre (Art. 42 Abs. 2 BGG). Dies ist auch nicht ersichtlich.”
“Wie die in der Anklageschrift umschriebene Tat rechtlich zu würdigen ist, ist eine vom Gericht zu beurteilende Rechtsfrage. Der Anklagegrundsatz ist davon nicht tangiert (Urteil 6B_584/2024, 6B_618/2024 vom 27. November 2024 E. 3.2.2). Zudem konnte sich der Beschwerdeführer im Verfahren hinreichend gegen den Tatvorwurf verteidigen. Er räumt ein, aufgrund der Ausführungen im Strafbefehl sei klar gewesen, dass ihm Fahren mit ungenügendem Abstand vorgeworfen werde. Die einschlägige Gesetzesnorm habe er eruieren können. Im Übrigen verweist die Vorinstanz zutreffend auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach bei einer Anklage wegen Verletzung der Verkehrsregeln zumindest von einer fahrlässigen Tatbegehung auszugehen ist. Die hierfür erforderliche Pflichtverletzung ergibt sich, auch wenn in der Anklage nicht explizit erwähnt, aus der im Strassenverkehr allgemein geltenden Pflicht zur Aufmerksamkeit und der als bekannt geltenden Kenntnis der Verkehrsregeln. Zudem beinhaltet die Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG immer mindestens den Vorwurf grober Fahrlässigkeit (Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.2). Die Vorinstanz verneint eine Verletzung des Anklagegrundsatzes zu Recht.”
Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts von mindestens 30 km/h bis höchstens 59 km/h gelten grundsätzlich als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG. Überschreitungen von über 60 km/h fallen nach Auffassung der Quelle in den Rasertatbestand (Art. 90 Abs. 4 i.V.m. Abs. 3 SVG). Die VBRS‑Richtlinien werden in der Quelle als Orientierungsrahmen für die Strafbemessung herangezogen.
“Einsatzstrafe für die schwerste Straftat Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS-Richtlinien, Stand 1. Januar 2023) sehen bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 40 – 44 km/h ausserorts eine Strafe von 75 Strafeinheiten vor (S. 22). Die Kammer orientiert sich wie bereits die Vorinstanz an diesen Richtlinien. Zu relativieren ist indes die Einschätzung der Vorinstanz, wonach es sich um ein leichtes Verschulden handle und im Rahmen des Tatbestandes von Art. 90 Abs. 2 SVG noch deutlich gefährlichere Fahrverhalten denkbar wären. Dem ist entgegenzuhalten, dass eine grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG grundsätzlich dann vorliegt, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit ausserorts mindestens um 30 km/h und höchstens um 59 km/h überschritten wird. Wird diese hingegen um über 60 km/h überschritten, kommt der Rasertatbestand gemäss Art. 90 Abs. 4 i.V.m. Abs. 3 SVG und damit ein höherer Strafrahmen (mit einer Mindestfreiheitsstrafe) zur Anwendung. Die Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 44 km/h auf der kurvigen bzw. unübersichtlichen und mithin – wie die Vorinstanz treffend festgehalten hat – gefahrengeneigten Strasse am C.________(Ort/Passstrasse) an einem sonnigen Samstagmittag stellt eine erhebliche Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer dar. Im Zeitpunkt der Messung passierte der Beschuldigte ein ihm entgegenkommendes Fahrzeug; darüber hinaus konnte er bei der vorliegenden, unübersichtlichen Strassenführung nicht ausschliessen, dass sich andere Verkehrsteilnehmer in seiner Nähe befinden würden.”
Bei unklarer Identität können Umstände wie die Bildung eines Fahrzeugkonvois und auffällige familiäre Ähnlichkeit als Indizien für Ermittlungen bzw. für begründete Verdachtsmomente dienen. Ebenso kann die Wiedererkennung einer auf einem Radarfoto oder ähnlichem Bild festgehaltenen Person durch Zeugen zur Feststellung der Identität beitragen.
“1 En l’occurrence, le Tribunal des mesures de contrainte a déclaré adhérer à la demande du Ministère public au motif qu’elle était complète et convaincante et a relevé que les éléments ressortant du dossier permettaient de suspecter le recourant, en tant qu’utilisateur du raccordement objet de la surveillance, d’avoir commis une violation grave aux règles de la circulation routière et que la mesure ordonnée se justifiait au regard de la gravité de l’infraction. Il convient de relever à cet égard que la mesure de surveillance litigieuse ne porte pas sur les communications proprement dites, mais sur les données accessoires destinées à permettre la localisation de l’appareil téléphonique du recourant. Cette mesure tombe donc sous le coup de l’art. 273 CPP, lequel renvoie aux conditions posées à l’art. 269 al. 1 let. b et c CPP. En l’occurrence, au vu de l’excès de vitesse en cause, de 52 km/h pour une vitesse maximale autorisée de 80 km/h (cf. art. 32 al. 1 et 2 LCR et 4a al. 1 let. b OCR), il n’est pas contesté ni contestable que l’infraction reprochée réside dans une violation grave d’une règle de la circulation, au sens de l’art. 90 al. 2 LCR, passible d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire. Il s’agit donc d’un délit (cf. art. 10 al. 3 CP). 2.3.2 C’est en vain que le recourant conteste qu’il existait, lorsque la mesure a été autorisée, de graves soupçons qui pesaient sur lui d’être l’auteur de l’infraction. D’abord, son argumentation omet d’attaquer le principal motif que le Ministère public a présenté dans sa demande au Tribunal des mesures de contrainte et que celui-ci a repris par adhésion, à savoir que son frère et lui ont une grande ressemblance physique. Ce point n’est pas contesté, et n’est pas contestable au vu des copies des deux cartes d’identité que l’épouse d’B.K.________ a produites, par l’intermédiaire de Me Donnet-Monay, d’une part, et du cliché du radar, d’autre part. De plus, comme relevé par le Ministère public dans sa demande, tous les protagonistes de cette affaire – l’épouse, le mari et le frère – ont déclaré au Ministère public, par leurs avocats respectifs, qu’ils ne se prononceraient pas sur les faits ; plus précisément, l’épouse a déclaré qu’il semblerait que différents amis, dont son époux et le frère de celui-ci, s’étaient rendus « ensemble, au moyen de différents véhicules, à un même événement », formant un « convoi », et qu’elle refusait « d’investiguer davantage pour savoir lequel (sic) de ces personnes, notamment de son époux ou de son frère, aurait pris le volant de son véhicule le soir en question ».”
“Sachverhalt: A. A.________ wird vorgeworfen, er habe am 31. Dezember 2020, um 18:14 Uhr, in Luzern auf der Höhe Kasernenplatz beim Fussgängerstreifen (Fahrtrichtung stadtauswärts/Autobahn) als Lenker des Personenwagens B.________ das dortige Lichtsignal, das seit 6.09 Sekunden auf Rot gestanden habe, pflichtwidrig missachtet. Auf dem mit dem Verkehrsüberwachungsgerät aufgenommenen Radarfoto sei ersichtlich, dass sich zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Fussgänger auf dem Fussgängerstreifen befunden hätten. Bei dieser Sachlage habe die beschuldigte Person durch ihr Nichtbeachten des Rotlichts eine erhöhte abstrakte Gefährdung geschaffen. Mit Strafbefehl vom 20. April 2021 hielt die Staatsanwaltschaft, Abteilung 1 Luzern, den Beschuldigten wegen Nichtbeachtens eines Lichtsignals (Rotlicht) nach Art. 90 Abs. 2 SVG, begangen am 31. Dezember 2020 in Luzern, für schuldig. Sie schlug ihm hierfür eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 180.--, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, und eine Busse von Fr. 900.-- vor. Der Beschuldigte erhob am 28. April 2021 fristgerecht Einsprache. Die Anklagebehörde hielt in der Folge an ihrem Strafbefehl fest und überwies die Akten mit Verfügung vom 19. Juli 2021 zur Durchführung des Hauptverfahrens an das Bezirksgericht Luzern. B. B.a. Mit Urteil vom 5. November 2021 sprach das Bezirksgericht A.________ schuldig des Nichtbeachtens eines Lichtsignals (Rotlicht) nach Art. 90 Abs. 2 SVG, begangen am 31. Dezember 2020 in Luzern. Es verurteilte ihn hierfür mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 100.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, und einer Verbindungsbusse von Fr. 1'000.--. Hinsichtlich der Frage nach der Identität des geblitzten Lenkers erwog das Bezirksgericht Folgendes: Auf dem Radarfoto, welches den Lenker des genannten Personenwagens im Zeitpunkt des Vorfalles zeige, habe anlässlich der Hauptverhandlung der Beschuldigte wiedererkannt werden können.”
“En confrontation avec ce dernier, elle a fait part de sa certitude qu'il était bien l'auteur des faits, précisant avoir bien pu voir son visage. Elle a de plus relevé l'avoir à plusieurs reprises croisé dans le quartier où ils habitaient tous les deux, ce qui correspond à la réalité dès lors qu'elle habite sur les lieux même de l'accident et que le domicile de l'appelant est, selon ses propres termes, tout proche. À cela s'ajoute que E______ n'a aucun lien avec aucune des parties et n'est pas susceptible de favoriser l'une ou l'autre. Avec elle, il sied également de relever que le physique de A______ est relativement atypique. Dans ces circonstances, la CPAR retient que l'appelant était bien la personne qui, roulant en trottinette à une vitesse élevée sur le trottoir, a heurté C______ avec les conséquences mentionnées à l'acte d'accusation. C'était déjà après avoir roulé sur le trottoir qu'il avait eu son accident du 4 janvier 2021. On ne saurait d'ailleurs exclure que ce soit justement le port du plâtre à son bras droit qui a pu conduire A______ à ne pas maîtriser correctement son engin, le 4 février 2021. 3. 3.1.1. L'art. 90 al. 2 LCR sanctionne, au titre de délit punissable d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire, celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque. 3.1.2. A teneur de l'art. 125 al. 1 CP, celui qui, par négligence, aura fait subir à une personne une atteinte à l’intégrité corporelle ou à la santé sera, sur plainte, puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire. 3.1.3. Selon l'art. 92 al. 2 LCR, est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire le conducteur qui prend la fuite après avoir tué ou blessé une personne lors d’un accident de la circulation. 3.2. Au-delà de sa participation, l'appelant ne conteste, ni ne critique, la qualification juridique des faits retenus à son encontre. Celle-ci apparaît conforme et correspond aux faits qui ressortent du dossier, de sorte que la CPAR renverra à la motivation retenue par le premier juge, conformément à l'art.”
Gefährdendes, riskantes Fahrverhalten kann – soweit es eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt – als grobe Fahrlässigkeit i.S. von Art. 90 Abs. 2 SVG qualifiziert werden. Als Beispiele nennen die Entscheidungen u.a. das beschleunigte Befahren einer nassen Kurve in Kenntnis der örtlichen Verhältnisse (mit erhöhtem Kollisionsrisiko gegenüber Fussgängern) sowie das Wechseln auf einen als Fussgängerstreifen markierten Längsstreifen und anschliessendes Beschleunigen/Überholen im Kolonnenverkehr.
“So habe der Beschwerdeführer von Anfang an konstant erklärt, keine Fussgänger auf dem Trottoir gesehen zu haben. Indem der Beschwerdeführer bereits nahe der Kurvengrenzgeschwindigkeit die nasse Kurve in Kenntnis der örtlichen Verhältnisse befuhr und ausgangs der Kurve zusätzlich beschleunigte, legte er indes ein bedenkenloses Verhalten an den Tag, sodass bei Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug aufgrund der konkreten Umstände ein erhebliches Risiko einer Kollision mit Fussgängern, verbunden mit der Möglichkeit schwerer Verletzungsfolgen, bestand. Wie die Vorinstanz zu Recht erwähnt, spitzte sich diese Gefahr mit Blick auf den Fussgänger D.________ auch zu. Dem Beschwerdeführer ist damit ein grobfahrlässiges Verhalten vorzuwerfen. Besondere Umstände, die das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen, sind keine erkennbar. Der Beschwerdeführer handelte damit gegenüber den Interessen anderer rücksichtslos. Aufgrund dieser Erwägungen ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Der Schuldspruch wegen fahrlässiger grober Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 SVG, Art. 31 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 1 SVG verletzt kein Bundesrecht.”
“Sachverhalt: A. Die Staatsanwaltschaft lnnerschwyz sprach A.________ mit Strafbefehl vom 12. Februar 2019 der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 30.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, und mit einer Busse von Fr. 300.--. Dagegen erhob der Beschuldigte am 20. Februar 2019 Einsprache. Nach Ergänzung der Untersuchung erliess die Staatsanwaltschaft am 25. Juli 2019 einen neuen Strafbefehl, mit dem sie den Beschuldigten wiederum der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig sprach und die Strafe auf 40 Tagessätze zu Fr. 70.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, und eine Busse von Fr. 700.-- festlegte. Auch dagegen erhob der Beschuldigte am 7. August 2019 Einsprache. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2019 hielt die Staatsanwaltschaft am Strafbefehl vom 25. Juli 2019 fest und überwies diesen als Anklage zur Beurteilung an das Bezirksgericht Schwyz. Dem Beschuldigten wird folgender Sachverhalt zur Last gelegt: "Am 19.10.2017 um ca. 17:10 Uhr lenkte A.________ den Personenwagen der Marke Subaru mit dem Kennzeichen sss von U.________ herkommend, in V.________, W.________, auf der Hauptstrasse Nr. x. Er fuhr an dritter oder vierter Position in einer Kolonne mit fünf bis sechs Fahrzeugen. Auf Höhe der Liegenschaft y wechselte er von der Normalspur auf den rechtsseitig verlaufenden, mit gelber Farbe markierten Längsstreifen für Fussgänger. Dort beschleunigte er über die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h hinaus auf etwa 65-70 km/h und überholte den mit ungefähr 50-55 km/h vor ihm auf der Normalspur fahrenden Personenwagen der Marke Subaru mit dem Kennzeichen ttt rechts.”
Weigerung oder Nichtbefolgen polizeilicher Anordnungen erfüllt regelmässig eine Übertretung nach Art. 90 Abs. 1 SVG (vgl. Praxis und kantonale Entscheide). Daneben können kantonale Bestimmungen (z. B. Art. 11F LPG) zur Anwendung gelangen. Ein blosses Nichtbefolgen zieht jedoch nicht automatisch schwerere Strafbestimmungen nach sich; die Rechtsprechung betont, dass Art. 286 StGB nur in Betracht kommt, wenn das Verhalten im Zusammenhang mit einem hinreichend konkreten Vollzugsakt der Behörde steht.
“A teneur de l'art. 27 al. 1 LCR, chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu'aux ordres de la police. Les signaux et les marques priment les règles générales; les ordres de la police ont le pas sur les règles générales, les signaux et les marques. L'art. 90 al. 1 LCR prévoit que celui qui viole les règles de la circulation prévues par la LCR ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. Le conducteur qui refuse d'obtempérer à un ordre de la police commet une infraction au sens de l'art. 27 al. 1 LCR cum art. 90 LCR, mais ne tombe pas sous le coup de l'art. 286 CP, même si, dans le dessein d'échapper à une poursuite pénale, il fait échouer un contrôle de police, mais sans que son action se situe dans le cours d'un acte de l'autorité suffisamment concret (JEANNERET/KUHN/MIZEL/RISKE, Code suisse de la circulation routière commenté, 5 e éd. 2024, n o”
“63 CPP en limitant les questions de l'appelant à l'agent municipal, qui n'étaient pas pertinentes pour le traitement de l'affaire, dans la mesure où elles portaient sur l'exercice du métier du témoin. Certaines questions ont été retenues et posées à l'agent. Celles, non protocolées, portant sur une passante filmant l'arrestation et une injonction faite par le collègue du témoin, n'apportent rien quant à l'éclaircissement des faits reprochés. C'est sans violer le droit au procès équitable que le premier juge ne les a pas posées au témoin. L'art. 139 CPP permet également au juge, s'il l'estime opportun, d'imprimer un tirage du lieu des faits et de le verser au dossier, après l'avoir présenté au prévenu. Si des vices ont affecté le premier jugement, ce qui est nullement établi, ils peuvent en l'espèce être réparés dans le cadre de la procédure d'appel, quand bien même le pouvoir de cognition du Président de la CPAR est limité comme on le verra ci-dessous. L'appelant a le droit, même dans le cadre d'un appel "restreint", de réitérer les réquisitions de preuve rejetées par le premier juge. 3. 3.1. Est punissable au sens de l'art. 90 al. 1 LCR celui qui viole les règles de la circulation prévues par la LCR. Aux termes de l'art. 43 al. 2 LCR, le trottoir est réservé aux piétons, la piste cyclable aux cyclistes. Le Conseil fédéral peut prévoir des exceptions. Au sens de l'art. 41 al. 2 ordonnance sur les règles de la circulation routière (OCR - RS 741.11), le conducteur qui doit emprunter le trottoir avec son véhicule observera une prudence accrue à l'égard des piétons et des utilisateurs d’engins assimilés à des véhicules; il leur accordera la priorité. 3.2. D'après l'art. 11F LPG, est punissable celui qui n'aura pas obtempéré à une injonction d'un membre de la police ou d'un agent de la police municipale agissant dans le cadre de ses attributions. 3.3. En matière contraventionnelle, l'appel ne peut être formé que pour le grief selon lequel le jugement est juridiquement erroné ou l'état de fait a été établi de manière manifestement inexacte ou en violation du droit. Aucune nouvelle allégation ou preuve ne peut être produite (art.”
“1 de la loi sur la circulation routière [LCR]) et de refus dobtempérer à une injonction dun membre de la police ou dun agent de police (art. 11F de la loi pénale genevoise [LPG]). Le TP la condamnée à une amende de CHF 500.- avec peine privative de liberté de substitution de cinq jours, ainsi quaux frais de la procédure. A______ entreprend intégralement ce jugement, concluant à son acquittement. Elle sollicite quune "action récursoire" soit entreprise à lencontre de lagent qui la verbalisée, les frais de la procédure et les amendes prononcées à son encontre devant être mis à la charge de celui-ci, ou de lEtat. b.a. Selon l'ordonnance pénale n°2______ rendue le 27 avril 2020 par le Service des contraventions (SDC) le 6 mars 2020, confirmée le 5 juin 2020, il est reproché à A______ ce qui suit. Le 13 septembre 2019, à 16h10, à 1______ à B______, elle na pas observé le signal de prescription "Circulation interdite aux voitures automobiles" et a refusé d'obtempérer à une injonction d'un membre de la police ou d'un agent de police municipale, faits qualifiés de violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR cum art. 27 al. 1 LCR et art. 19 al. 1 let. a OSR) et de refus d'obtempérer (art. 11F LPG). b.b. Selon lordonnance pénale n°3______ rendue par le SDC le 10 décembre 2019, confirmée le 13 janvier 2020, il est reproché à A______ ce qui suit. Le 16 septembre 2019 à 8h, à 1______ à B______, elle a refusé d'obtempérer à une injonction d'un membre de la police ou d'un agent de police municipale, faits qualifiés de refus d'obtempérer au sens de l'art. 11F LPG. B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : a.a. Le 13 septembre 2019 à 16h10, lagent de police municipale C______ était en train d'apposer une amende d'ordre sur un véhicule stationné à B______, dans une zone où la circulation était interdite aux voitures automobiles, lorsque A______, conductrice du véhicule est arrivée. Cette dernière est montée dans le véhicule et a quitté les lieux, malgré les injonctions de lagent, qui lui intimait de rester sur place pour lui remettre lamende. a.b. Le 16 septembre 2019, vers 8h, A______ a refusé de présenter son permis de conduire ainsi quun document didentité à lagent C______, qui avait intercepté son véhicule au même endroit.”
“Le témoin a expressément souligné avoir enjoint son collègue de s’écarter du véhicule qui avançait vers lui en faisant mine de forcer le barrage afin de de ne pas se mettre en danger. Par surcroît de motif, la CPAR relève qu’on ne voit d’ailleurs pas pour quelle raison les agents de la PC auraient pris en photo la plaque minéralogique de l’appelant puis dénoncé ses agissements à la police, si le conducteur du véhicule incriminé avait adopté un comportement adéquat et démontré son droit de circuler dans la zone à accès restreint. Cet appel aux forces de l’ordre démontre, si besoin était, que les agents ont considéré avoir eu affaire à un conducteur violant le dispositif qu’ils devaient faire respecter. Ce comportement – diriger intentionnellement un véhicule automobile vers un piéton au point de le contraindre à reculer – est constitutif de contrainte au sens de l’art. 181 CP, la menace contre l’intégrité corporelle étant sérieuse et imminente, et donc d’infraction à l’art. 285 CP. Ce faisant, l’appelant a également commis une infraction à l’art. 90 al. 1 LCR en se soustrayant aux injonctions des agents de la PC. Le verdict de culpabilité du premier juge sera intégralement confirmé. 3. 3.1. Selon l'art. 47 CP, le juge fixe la peine d'après la culpabilité de l'auteur. Il prend en considération les antécédents et la situation personnelle de ce dernier ainsi que l'effet de la peine sur son avenir (al. 1). La culpabilité est déterminée par la gravité de la lésion ou de la mise en danger du bien juridique concerné, par le caractère répréhensible de l'acte, par les motivations et les buts de l'auteur et par la mesure dans laquelle celui-ci aurait pu éviter la mise en danger ou la lésion, compte tenu de sa situation personnelle et des circonstances extérieures (al. 2). La culpabilité de l'auteur doit être évaluée en fonction de tous les éléments objectifs pertinents, qui ont trait à l'acte lui-même, à savoir notamment la gravité de la lésion, le caractère répréhensible de l'acte et son mode d'exécution (objektive Tatkomponente). Du point de vue subjectif, sont pris en compte l'intensité de la volonté délictuelle ainsi que les motivations et les buts de l'auteur (subjektive Tatkomponente).”
Längere Blickabwesenheit innerorts durch Telefonieren/Handy (z. B. 37 Meter ohne Blick auf die Strasse) kann als grobe Verkehrsregelverletzung gewertet werden, insbesondere bei erhöhtem Gefährdungspotential (nahe Bushaltestelle, Fussgängerstreifen, Ortsunkundigkeit).
“Vorliegend handelt es sich nicht um einen Fall, in welchem der fehlbare Lenker den Blick kurz und gezielt auf das Mobiltelefon neben dem Lenkrad richtete und den Strassenverkehr immer auch noch im Blick hatte. Vielmehr war der Beschwerdeführer während des Fahrens durch die Bedienung des Telefons abgelenkt, das er unterhalb des Lenkrades hielt. Dabei legte der ortsunkundige Beschwerdeführer eine Strecke von 37 Metern innerorts zurück, ohne auf die Strasse zu schauen, dies obwohl in 80 Metern eine Bushaltestelle und ein Fussgängerstreifen folgten. Unmittelbar angrenzend an die Strasse befand sich zudem der Hausvorplatz, auf welchem das Polizeifahrzeug stationiert war. Aufgrund der örtlichen Verhältnisse (bei einem Hausvorplatz innerorts, nahe des Zentrums U.________) musste der Beschwerdeführer jederzeit damit rechnen, dass er bremsen muss. Bei dieser Ausgangslage durfte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer eine mangelnde Aufmerksamkeit vorwerfen. Es verletzt kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz den objektiven und subjektiven Tatbestand von Art. 90 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV bejaht.”
“Vorliegend handelt es sich nicht um einen Fall, in welchem der fehlbare Lenker den Blick kurz und gezielt auf das Mobiltelefon neben dem Lenkrad richtete und den Strassenverkehr immer auch noch im Blick hatte. Vielmehr war der Beschwerdeführer während des Fahrens durch die Bedienung des Telefons abgelenkt, das er unterhalb des Lenkrades hielt. Dabei legte der ortsunkundige Beschwerdeführer eine Strecke von 37 Metern innerorts zurück, ohne auf die Strasse zu schauen, dies obwohl in 80 Metern eine Bushaltestelle und ein Fussgängerstreifen folgten. Unmittelbar angrenzend an die Strasse befand sich zudem der Hausvorplatz, auf welchem das Polizeifahrzeug stationiert war. Aufgrund der örtlichen Verhältnisse (bei einem Hausvorplatz innerorts, nahe des Zentrums U.________) musste der Beschwerdeführer jederzeit damit rechnen, dass er bremsen muss. Bei dieser Ausgangslage durfte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer eine mangelnde Aufmerksamkeit vorwerfen. Es verletzt kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz den objektiven und subjektiven Tatbestand von Art. 90 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV bejaht.”
Das Überschreiten einer Sicherheitslinie ist nur bei Vorliegen eines zwingenden Grundes (z. B. wegen eines Hindernisses) gerechtfertigt; andernfalls erfüllt das Verhalten den Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG.
“Einfache Verkehrsregelverletzung / Überfahren einer Sicherheitslinie Vorab kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 19 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 270 f.). Der guten Ordnung halber sind folgende Ergänzungen bzw. Wiederholungen angezeigt: Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer die Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt. Unter diese Bestimmung fallen sämtliche Verkehrsregelverletzungen, soweit diese keinen qualifizierten Tatbestand erfüllen. Art. 34 Abs. 2 SVG regelt, dass auf Strassen mit Sicherheitslinien immer rechts dieser Linien zu fahren ist. Sicherheitslinien (weiss, ununterbrochen) kennzeichnen die Fahrbahnmitte oder Fahrstreifengrenzen (Art. 73 Abs. 1 Signalisationsverordnung [SSV; SR 741.21]). Sie dürfen gemäss Art. 73 Abs. 6 Bst. a SSV von Fahrzeugen weder überfahren noch überquert werden (Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2014, N 16 zu Art. 34 SVG m.w.H.). Links der Sicherheitslinie darf erst dann überholt werden, wenn der Überholende sich vergewissert hat, dass ein zwingender Grund vorliegt, der die Übertretung der Vorschrift rechtfertigt (vgl. BGE 86 IV 113). Solches ist nur dann anzunehmen, wenn der Fahrzeugführer auf ein Hindernis stösst (z.”
“________ (Ortschaft) bei einem Überholmanöver mit einem Personenwagen zwei Einspurstrecken überfahren hat und links einer Sicherheitslinie gefahren ist. 10.8 Rechtliche Würdigung 10.8.1 Gesetzliche und theoretische Grundlagen Für die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1160 f.). 10.8.2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte am 23. Juni 2021 um 22:08 Uhr in H.________ (Ortschaft) bei einem Überholmanöver mit einem Personenwagen zwei Einspurstrecken überfahren und ist links einer Sicherheitslinie gefahren. Damit handelte der Beschuldigte der Grundregel von Art. 27 Abs. 1 SVG zuwider, welche durch Art. 34 Abs. 2 SVG (zu fahren ist immer rechts der Sicherheitslinie) sowie Art. 74 Abs. 2 der Signalisationsverordnung (SSV; SR 741.21: der Führer darf Verzweigungen nur in Richtung der auf seinem Fahrstreifen angebrachten Einspurpfeile befahren) präzisiert wird und deren Verletzung den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juni 2021 in H.________ (Ortschaft) durch Überfahren von zwei Einspurstrecken und Linksfahren einer Sicherheitslinie schuldig zu sprechen. 11. Vorwurf des Verursachens von vermeidbarem Lärm 11.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.4. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________ (Ortschaft), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ fuhr mit einem Motorrad auf dem X.________ (Strasse) in Richtung H.________ (Ortschaft) und bog anschliessend nach links auf die Y.________ (Brücke) ab. Dabei verursachte er vermeidbaren Lärm, indem er den Motor des Motorrades unnötig aufheulen liess. Weiter liess er auf dem X.________ (Strasse) den Motor unnötig aufheulen.”
Ein einfaches Rechtsüberholen ohne erschwerende Umstände begründet nach der Rechtsprechung grundsätzlich keine Strafbarkeit nach Art. 90 Abs. 2 SVG; solche Fälle können nach der seit 1. Januar 2021 geltenden Regelung (Art. 36 Abs. 5 VRV; Ordnungsbussenregelung) bzw. nach den zitierten Urteilen als Ordnungswidrigkeit bzw. mit einer Ordnungsbusse geahndet werden, sofern keine konkret erhöhte abstrakte Gefährdung feststellbar ist.
“Danach ist der Beschwerdeführer als Lenker eines Motorrads am 4. Juli 2020 um ca. 21:10 Uhr bei schwachem Verkehrsaufkommen auf der Autobahn hinter einem Personenwagen auf dem Überholstreifen gefahren und hat dann auf den Normalstreifen gewechselt. Nach dem Wechsel der Fahrspur hat er beschleunigt, um den weiterhin auf der Überholspur fahrenden Personenwagen zu überholen. Nach Abschluss des Überholmanövers ist er auf der Normalspur weitergefahren. In Ergänzung des Sachverhalts (vgl. Art. 105 Abs. 2 BGG) kann dem aktenkundigen Anzeigerapport der Kantonspolizei Bern vom 13. Juli 2020 zudem entnommen werden, dass das Überholmanöver bei schönem Wetter, guter Sicht und trockenen Strassenverhältnissen stattfand. Zudem ist in den Akten nirgends vermerkt, dass der Beschwerdeführer beim Rechtsüberholen die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hätte. Anzeichen für erschwerende Umstände, welche die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefährdung und damit eine Beurteilung des Überholmanövers als schwere Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG rechtfertigten könnten (vgl. vorne E. 6.4), sind bei dieser Ausgangslage nicht ersichtlich. Insbesondere liegen keine Hinweise vor, dass der überholte Lenker des Personenwagens aufgrund des Rechtsüberholens überrascht wurde oder seine Fahrweise anpassen musste. Der hier zu beurteilende Sachverhalt ist somit vergleichbar mit jenem, der dem Leiturteil 1C_626/2021 vom 3. November 2022 zugrunde lag. Das Manöver ist daher als einfaches Rechtsüberholen ohne erschwerende Umstände und damit als Ordnungswidrigkeit im Sinne von Ziff.”
“Der Vorinstanz zufolge sei am 1. Januar 2021 die Regelung von Art. 36 Abs. 5 VRV in Kraft getreten, nach welcher der Fahrzeugführer neu bei Kolonnenverkehr auf dem linken oder mittleren Fahrstreifen mit der gebotenen Vorsicht rechts an den Fahrzeugen vorbeifahren dürfe (sog. passives Rechtsüberholen). Weiterhin verboten bleibe zwar das Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen, jedoch könne dieses gemäss der neuen Regelung auch als einfache Verletzung der Verkehrsregeln mit einer Ordnungsbusse von Fr. 250.-- geahndet werden. Mit der Einführung dieses Ordnungsbussentatbestandes solle zum Ausdruck gebracht werden, dass nicht alle Fälle von Rechtsüberholen als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG respektive als schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c SVG zu qualifizieren seien und somit nicht zwingend zu einem Führerausweisentzug führen müssten. Im vorliegenden Fall habe der Beschwerdegegner bei einwandfreien Strassen- und Sichtverhältnissen und normalem Verkehrsaufkommen mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit mehrere Fahrzeuge rechts überholt. Dass ein ruhiger Verkehrsfluss geherrscht habe, zeige sich auch auf den Videoaufnahmen. Sein Verhalten stelle sowohl nach alter als auch nach neuer Rechtslage ein unerlaubtes Rechtsüberholen dar, was zumindest einen Schuldspruch nach Art. 90 Abs. 1 SVG nach sich ziehe. Nach altem Recht und der diesbezüglichen Rechtsprechung wäre ein solches Verhalten grundsätzlich als grobe Verkehrsregelverletzung zu qualifizieren gewesen. Unter Anwendung des neuen Rechts sei dies nur der Fall, wenn konkret eine erhöhte abstrakte Gefährdung oder gar eine Verletzung nahe liege. Im vorliegenden Fall ergebe sich aus den Angaben der Zeugen nicht, dass es infolge des Rechtsüberholens durch den Beschwerdegegner zu gefährlichen Situationen gekommen wäre.”
“Weil der BMW stark abgebremst habe, habe dieser damit rechnen müssen, dass die Lastwagen allenfalls aufschliessen würden. Es habe sich um eine alltägliche Verkehrssituation gehandelt, die weder eine ernstliche noch eine erhöhte Gefahr darstelle. Seit dem 1. Januar 2021 werde das unerlaubte Rechtsüberholen im Ordnungsbussenverfahren abgehandelt und nicht automatisch als Straftat nach Art. 90 Abs. 2 SVG behandelt. Mit dieser Änderung habe man die Gesetzgebung den aktuellen Gegebenheiten anpassen wollen. Es dürfe nicht notorisch davon ausgegangen werden, wer rechts überhole, schaffe eine erhöhte abstrakte Gefahr. Auch habe er nicht rücksichtslos oder sonst schwerwiegend verkehrswidrig gehandelt und damit den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ebenfalls nicht erfüllt. Es sei ihm nicht darum gegangen, Lücken im Verkehr zu nutzen, um schneller voranzukommen, ansonsten er seine Geschwindigkeit erhöht hätte. Vielmehr sei er als Ortsunkundiger den Anweisungen seines Navigationssystems gefolgt. Auch beim zweiten Vorfall habe er nicht gegen Art. 90 Abs. 2 SVG verstossen. Es habe sich nicht um ein verbotenes Aus- und Wiedereinschwenken gehandelt. Er sei lange auf der Normalspur verblieben, bevor er wieder auf die erste Überholspur gewechselt sei. In subjektiver Hinsicht sei festzuhalten, dass es ihm - entgegen der Vorinstanz - auch hier nicht darum gegangen sei, schneller voranzukommen, ansonsten er entweder die zweite Überholspur benutzt hätte oder auf der Normalspur schneller gefahren und so rascher am Audi vorbeigezogen wäre.”
“Am 1. Januar 2021 (AS 2020 S. 2139) nach dem Zeitpunkt der hier zu beurteilenden Verkehrsregelverletzung vom 24. Februar 2019 und nach dem erstinstanzlichen Urteil vom 10. November 2020 trat die Regelung von Art. 36 Abs. 5 VRV in Kraft, nach welcher der Fahrzeugführer neu bei Kolonnenverkehr auf dem linken oder mittleren Fahrstreifen mit der gebotenen Vorsicht rechts an den Fahrzeugen auf dem links von ihm liegenden Fahrstreifens vorbeifahren darf (sog. passives Rechtsüberholen). Weiterhin verboten bleibt das klassische Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen, jedoch kann dieses gemäss der neuen Regelung auch als einfache Verletzung der Verkehrsregeln mit einer Ordnungsbusse von CHF 250. geahndet werden (Art. 36 Abs. 5 VRV, Ziff. 314 der Ordnungsbussenverordnung [OBV, SR 314.11]). Mit der Einführung dieses Ordnungsbussentatbestandes soll zum Ausdruck gebracht werden, dass nicht alle Fälle von Rechtsüberholen als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG respektive als schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c SVG zu qualifizieren sind und somit nicht zwingend zu einem Führerausweisentzug führen müssen (Bundesamt für Strassen ASTRA, Erläuterungen zu den Änderungen der Verkehrsregeln und Signalisationsvorschriften S. 3 f. und S. 14).”
Als Richtschnur für die Beurteilung einer einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG hat die Rechtsprechung die Zwei‑Sekunden‑Regel bzw. die «halber Tacho»‑Regel (entsprechend ca. 1,8 Sekunden) als praxisnahe Mindeststandards anerkannt. Diese Faustregeln sind als Orientierung zu verstehen und ersetzen nicht die berücksichtigung der konkreten Umstände.
“Was unter einem "ausreichenden Abstand" im Sinn von Art. 34 Abs. 4 SVG zu verstehen ist, hängt von den gesamten Umständen ab. Dazu gehören unter anderem die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der beteiligten Fahrzeuge. Die Verkehrsregel bezweckt in erster Linie, dass der Fahrzeuglenker auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig hinter diesem halten kann. Ein überraschendes Bremsen schliesst ein brüskes Bremsen mit ein. Letzteres ist, auch wenn ein Fahrzeug folgt, im Notfall gestattet (vgl. Art. 12 Abs. 2 VRV). Die Rechtsprechung hat – im Unterschied zu den Geschwindigkeitsüberschreitungen – noch keine allgemein gültigen Grundsätze zur Frage entwickelt, bei welchen Abständen aus objektiver Sicht in jedem Fall, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, eine leichte (Art. 16a SVG), mittelschwere (Art. 16b SVG) oder schwere Widerhandlung (Art. 16c SVG) gegen die Strassenverkehrsvorschriften anzunehmen ist. Zur Beurteilung, ob eine einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG, welche administrativrechtlich die leichte und mittelschwere Widerhandlung gemäss Art. 16a und 16b SVG umfasst, vorliegt, wird im Sinn von Faustregeln für Personenwagen auf die Regel "halber Tacho" (entsprechend 1,8 Sekunden) und die "Zwei-Sekunden"-Regel abgestellt. Diese Distanz entspricht ungefähr der Anhaltestrecke bei plötzlichem, ordnungsgemässem Bremsen und Anhalten des vorausfahrenden Fahrzeugs (BGE 131 IV 133 E. 3.1). Zur Beantwortung der Frage, ob eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG, welche administrativrechtlich einer schweren Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG entspricht, begangen wurde, wird in Lehre und Rechtsprechung als Richtschnur die Regel "1/6-Tacho" bzw. ein Abstand von 0,6 Sekunden herangezogen (J. Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 57 f.; BGer 6B_127/2012 vom 3. September 2012 E. 3.1; BGE 131 IV 133 E. 3.2.2). Die vom Bundesgericht entwickelte Abstandsregelung gilt ausdrücklich auch für den Autobahnverkehr (BGer 6B_1004/2016 vom 14.”
“S'agissant de l'appréciation des preuves et de l'établissement des faits, le juge du fond évalue librement la valeur de persuasion des moyens de preuve à disposition et pondère ces différents moyens afin de parvenir à une conclusion sur la réalisation ou non des éléments de fait pertinents pour l'application du droit pénal matériel. Le juge peut fonder une condamnation sur un faisceau d'indices ; en cas de versions contradictoires, il doit déterminer laquelle est la plus crédible. En d'autres termes, ce n'est ni le genre ni le nombre des preuves qui est déterminant, mais leur force de persuasion (Verniory, in : CR CPP, op. cit., n. 34 ad art. 10 CPP et les références citées). 4.3. L'art. 34 al. 4 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01) prévoit que le conducteur doit observer une distance suffisante notamment lorsque des véhicules se suivent. Cette disposition est concrétisée à l'art. 12 al. 1 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11), selon lequel lorsque des véhicules se suivent, le conducteur se tiendra à une distance suffisante du véhicule qui le précède, afin de pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. L'irrespect d'une distance suffisante constitue une violation simple (art. 90 al. 1 LCR), le cas échéant grave (art. 90 al. 2 LCR) des règles de la circulation (TF 6B_110/2017 du 12 octobre 2017 consid. 2.1). Ce qu'il faut comprendre par « distance suffisante » au sens de l'art. 34 al. 4 LCR doit être déterminé au regard de toutes les circonstances, telles qu’en particulier la configuration des lieux, la densité du trafic, la visibilité et le véhicule en cause. Il n'y a pas de règle générale développée par la jurisprudence qui indiquerait à partir de quelle distance une violation des règles de la circulation pourrait être retenue. Les règles des deux secondes ou du « demi-compteur » (30 m à 60 km/h ; 40 m à 80 km/h, etc., avec le conseil de calculer plus largement au-delà de 100 km/h et qui comporte déjà une certaine marge de sécurité dès lors que ces distances correspondent à un intervalle de 1,8 secondes) constituent cependant des standards minimaux habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1 ; TF 6B_110/2017 du 12 octobre 2017, consid. 2.1 ; cf. aussi Weissenberger, op.”
“Gegenüber allen Strassenbenützern ist ausreichender Abstand zu wahren, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren (Art. 34 Abs. 4 SVG). Als Abstand gilt die seitliche Distanz zu anderen Verkehrsteilnehmern (beim Überholen, Kreuzen, Nebeneinanderfahren und Vorbeifahren) und die Distanz zum vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer (Weissenberger, Art. 34 SVG N. 42). Absatz 4 der Norm wird durch Art. 12 Abs. 1 VRV konkretisiert. Danach hat der Fahrzeugführer beim Hintereinanderfahren einen ausreichenden Abstand zu wahren, so dass er auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig halten kann. Was unter einem „ausreichenden Abstand“ im Sinne der genannten Bestimmung zu verstehen ist, hängt von den gesamten Umständen ab. Dazu gehören unter anderem die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der beteiligten Fahrzeuge (Weissenberger, Art. 34 SVG N. 56). Obschon die Rechtsprechung keine allgemeinen Grundsätze zur Frage entwickelt hat, bei welchem Abstand in jedem Fall, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, eine einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG anzunehmen ist, sind im Sinne von Faustregeln und Mindestgrundsätzen die Regel „halber Tacho“ (entsprechend 1,8”
Konkrete Verhaltensweisen, die in der Rechtsprechung wiederholt als einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG gewertet wurden, sind insbesondere: Loslassen der Lenkvorrichtung; unsichere Parkmanöver bzw. fehlende Beherrschung des Fahrzeugs; Befahren des Trottoirs mit einem Fahrzeug; verbotenes Rechtsüberholen bzw. Befahren des Pannenstreifens; Anhalten/Blockieren der Fahrbahn; rückwärts Fahren ohne gebotene Sorgfalt. Diese Aufzählung nennt Beispiele aus der Praxis, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
“2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte als Lenker eines Motorrades am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr auf dem X.________(Strasse) in H.________(Ortschaft) mit beiden Händen die Lenkvorrichtung losgelassen. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 31 Abs. 1 SVG, welche durch 3 Abs. 3 VRV konkretisiert wird, zuwider. Die Widerhandlung gegen diese Vorschrift stellt eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG dar. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft) auf dem X.________(Strasse), durch Loslassen der Lenkvorrichtung schuldig zu sprechen. 14. Vorwurf des Führens eines nicht den Vorschriften entsprechenden Personenwagens 14.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juni 2021 um 22:08 Uhr in H.________(Ortschaft) bei H.________(Ortschaft), Hauptstrasse, vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ lenkte einen Personenwagen […]. Weiter war der Reifen vorne rechts an der Innenseite abgefahren und die Reifenkarkasse über den gesamten Umfang freigelegt, wodurch die Betriebssicherheit beeinträchtigt war. […]. Zudem waren die vorderen Tagfahrlichter mittels Tönungslack getönt. 14.2 Beweismittel Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1150). Ergänzend zu den von der Vorinstanz genannten Beweismitteln liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung vor. Auf eine Zusammenfassung dieser Aussagen wird verzichtet und es wird, soweit relevant, direkt im Rahmen der Beweiswürdigung darauf eingegangen. 14.3 Beweiswürdigung und Beweisergebnis der Vorinstanz Die Vorinstanz machte folgende Ausführungen (S.”
“7 Beweisergebnis Zusammenfassend ist erstellt, dass der Beschuldigte als Lenker eines Motorrades am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr auf dem X.________(Strasse) in H.________(Ortschaft) mit beiden Händen die Lenkvorrichtung losliess. 13.8 Rechtliche Würdigung 13.8.1 Gesetzliche und theoretische Grundlagen Für die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1160 f.). 13.8.2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte als Lenker eines Motorrades am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr auf dem X.________(Strasse) in H.________(Ortschaft) mit beiden Händen die Lenkvorrichtung losgelassen. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 31 Abs. 1 SVG, welche durch 3 Abs. 3 VRV konkretisiert wird, zuwider. Die Widerhandlung gegen diese Vorschrift stellt eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG dar. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft) auf dem X.________(Strasse), durch Loslassen der Lenkvorrichtung schuldig zu sprechen. 14. Vorwurf des Führens eines nicht den Vorschriften entsprechenden Personenwagens 14.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juni 2021 um 22:08 Uhr in H.________(Ortschaft) bei H.________(Ortschaft), Hauptstrasse, vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ lenkte einen Personenwagen […]. Weiter war der Reifen vorne rechts an der Innenseite abgefahren und die Reifenkarkasse über den gesamten Umfang freigelegt, wodurch die Betriebssicherheit beeinträchtigt war. […]. Zudem waren die vorderen Tagfahrlichter mittels Tönungslack getönt.”
“2 SVG ist das Trottoir den Fussgängern vorbehalten, weshalb der Beschuldigte nicht berechtigt war, mit dem Fahrzeug auf das Trottoir zu fahren. Er musste zumindest - 11 - mit der Fahrzeugfront auf das Trottoir gelangt sein, ansonsten er mit dem bepflanz- ten Betongefäss nicht kollidiert wäre. Im Übrigen kennt das Strafrecht keine Schuld- kompensation (Urteil BGer 6B_237/2013 vom 19. Juli 2013 E. 2.3.1.). Selbst wenn das bepflanzte Betongefäss vorschriftswidrig am äusseren Rand des Trottoirs positioniert war, entschuldigt dies den Beschuldigten nicht. Dieser erkannte die Situation und hätte sich danach richten können, indem er von der anderen Seite der B._____-Strasse zufuhr und vorwärts einparkte. Der Beschuldigte verletzte demnach die Vorschriften der Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV. Art. 31 SVG ist eine objektiv wichtige Verkehrsvorschrift, weshalb der Beschuldigte mit seinem Verhalten den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt hat.”
“Im Strassenverkehr richtet sich der Umfang der zu beachtenden Sorgfalt nach dem SVG und den dazu gehörenden Verordnungen. Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts stellt die Übertretung einer solchen Vorschrift – bei Eintritt eines entsprechenden tatbestandsmässigen Erfolgs – regelmässig auch eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit im Sinne von Art. 12 Abs. 3 StGB dar (BGE 116 IV 306 E. 1a). Es ist erstellt, dass der Beschuldigte beim Parkmanöver infolge man- gelnder Aufmerksamkeit mit dem bepflanzten Betongefäss kollidierte und damit das - 12 - Fahrzeug im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG nicht ausreichend beherrschte, weshalb er das Betongefäss beschädigte. In diesem Sachverhalt sind die Elemente der Fahrlässigkeit bereits enthalten: Die mangelnde Beherrschung des Fahrzeugs stellt die pflichtwidrige Unvorsichtigkeit im Sinne von Art. 12 Abs. 3 StGB dar. Der Beschuldigte hat demnach den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV in fahrlässiger Weise erfüllt.”
“Zusammenfassend vermag sich der Beschuldigte daher auf keinen der in Art. 36 Abs. 5 lit. a-d VRV normierten Ausnahmetatbestände zu stützen, weshalb das Rechtsüberholen verboten war. Der Beschuldigte hat sich demnach nicht nur des Befahrens des Pannenstreifens, sondern auch des verbotenen Rechtsüberho- lens strafbar gemacht. Mit der Vorinstanz liegt dabei aber nur eine einfache und keine grobe Verletzung der Verkehrsregeln vor. Eine konkrete Gefährdung für die Sicherheit anderer hat der Beschuldigte nicht geschaffen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass er nicht etwa fliessenden Verkehr überholt hat und seine Geschwindigkeit mit 15 km/h verhältnismässig langsam war. 4.Der Beschuldigte ist demnach in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1, Art. 35 Abs. 1, Art. 43 Abs. 3 SVG sowie Art. 8 Abs. 3 und Art. 36 Abs. 3 und 5 VRV schuldig zu sprechen. IV. Strafzumessung 1.Das Befahren des Pannenstreifens sowie das Rechtsüberholen werden gemäss Ziff.”
“P/24670/2021 AARP/353/2023 du 21.09.2023 sur JTDP/594/2023 ( PENAL ) , REJETE RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/24670/2021 AARP/353/2023 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 21 septembre 2023 Entre A______, domiciliée ______ [GE], comparant par Me Sébastien BOZONET, avocat, WOODTLI & ASSOCIES, rue Prévost-Martin 5, case postale 60, 1211 Genève 4, appelante, contre le jugement JTDP/594/2023 rendu le 16 mai 2023 par le Tribunal de police, et LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimé. EN FAIT : A. a. En temps utile, A______ appelle du jugement du 16 mai 2023, par lequel le Tribunal de police (TP) l'a acquittée d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a al. 1 de la loi fédérale sur la circulation routière [LCR]), reconnue coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et de violation des obligations en cas d'accident (art. 92 al. 1 LCR) et l'a condamnée à une amende de CHF 500.-, ainsi qu'aux deux tiers des frais de la procédure, qui s'élèvent à CHF 1'156.-, et à un émolument de jugement de CHF 300.-. A______ entreprend partiellement ce jugement, concluant à son acquittement de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et de violation des obligations en cas d'accident (art. 92 al. 1 LCR), à l'octroi d'une indemnité de procédure équitable pour ses frais de défense de première instance et d'appel, et à ce que la totalité des frais soient mis à la charge de l'État. b. Selon l'ordonnance pénale du 28 juin 2022, il est encore reproché à A______ d'avoir, à Genève, le 6 novembre 2021 aux alentours de 9h55 à la hauteur du n° 25 de la rue Prévost-Martin, au volant du véhicule automobile immatriculé GE1______, effectué une marche arrière sans précaution et heurté, avec le flanc droit de son véhicule, l'aile arrière gauche du véhicule automobile immatriculé ZG2______, endommageant le passage de roue arrière gauche dudit véhicule puis d'avoir, consécutivement à l'accident, quitté les lieux sans remplir ses devoirs en cas d'accident avec dégâts matériels.”
“s’était rendu coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), considérant qu’en stoppant son véhicule sur la chaussée, il avait mis en danger les autres usagers de la circulation (art. 37 al. 2 LCR). L’appelant se contente, une nouvelle fois, d’opposer sa propre version des faits à celle qui a été retenue par le premier juge. Tel que cela résulte de ce qui précède, même si A. conteste au stade de l’appel avoir commis une infraction à la loi sur la circulation routière, il a admis lors de ses auditions être remonté avec son véhicule automobile à la hauteur de E. puis l’avoir dépassé pour bloquer la voie de circulation (cf. 7.3 supra). Cette version des faits correspond à celle qui a été relatée par E.. A l’instar du premier juge, la Cour de céans est ainsi convaincue qu’A. a arrêté son véhicule devant le motocycle de E. afin de lui bloquer le passage. Comme l’a retenu à juste titre le tribunal, l’infraction de violation simple des règles de la circulation routière est ainsi réalisée (art. 90 al. 1 LCR et 37 al. 2 LCR). Par conséquent, le moyen soulevé est infondé. 9. 9.1 L’appelant se plaint d’une violation du principe « in dubio pro reo » et des art. 15 et 144 CP. Il fait valoir qu’aucun élément au dossier ne permet de retenir qu’il a occasionné les dégâts au scooter. Il aurait repoussé E. lorsque celui-ci l’aurait agrippé et l’intéressé serait alors tombé sur son motocycle, sur le gazon. A. fait également valoir que les photographies produites par le plaignant ne sont pas datées et que les devis ont quant à eux été établis les 4 septembre 2021 et 18 novembre 2022, soit longtemps après la survenance des faits litigieux. 9.2 Selon l'art. 15 CP, quiconque, de manière contraire au droit, est attaqué ou menacé d'une attaque imminente a le droit de repousser l'attaque par des moyens proportionnés aux circonstances. La légitime défense suppose une attaque, c'est-à-dire un comportement visant à porter atteinte à un bien juridiquement protégé, ou la menace d'une attaque, soit le risque que l'atteinte se réalise.”
Bei Rückwärtsmanövern, insbesondere wenn Kinder in der Nähe sind, reicht Unaufmerksamkeit oft als Nachweis fehlender Sorgfalt; erwartete Sorgfalt richtet sich nach Umständen.
“En l'espèce, bien qu'il faille admettre, à l'instar de la cour cantonale, que l'état de fait décrit dans l'ordonnance pénale fondant l'accusation est sommaire, il permet cependant de reconnaître les circonstances faisant apparaître que le recourant a manqué de diligence. Il ressort en effet de la partie "en fait" de l'ordonnance pénale que celui-ci a procédé à la marche arrière en étant inattentif. La partie "en droit" relève quant à elle que le recourant aurait pu et dû reconnaître le danger créé par le fait "de ne pas faire preuve de toute l'attention requise". Elle ajoute qu'il aurait en conséquence pu et dû respecter les règles en matière d'obligations à l'égard des autres usagers de la route, comme lui imposait notamment l'art. 26 LCR (devoir de prudence), lequel consacre législativement les règles de prudence qu'il était tenu de respecter. Ces précisions sont suffisantes pour permettre au recourant de comprendre en quoi il a manqué de diligence. Enfin, contrairement à ce qu'allègue le recourant, sa condamnation n'est pas fondée sur une norme en blanc ( Blankettstrafnorm), mais bien plutôt sur l'art. 125 CP. La mention, dans l'acte d'accusation, des art. 90 LCR et 26 LCR a vocation à préciser les normes de comportement qui auraient dû le conduire à adopter un comportement particulier. Quant au caractère prévisible et évitable de l'acte, l'ordonnance pénale fondant l'accusation indique que le comportement du recourant, soit d'effectuer une marche arrière sans prendre toutes les précautions possibles alors que des enfants étaient à proximité, pouvait causer à autrui des lésions du type de celles subies par l'intimé”
“En l'espèce, bien qu'il faille admettre, à l'instar de la cour cantonale, que l'état de fait décrit dans l'ordonnance pénale fondant l'accusation est sommaire, il permet cependant de reconnaître les circonstances faisant apparaître que le recourant a manqué de diligence. Il ressort en effet de la partie "en fait" de l'ordonnance pénale que celui-ci a procédé à la marche arrière en étant inattentif. La partie "en droit" relève quant à elle que le recourant aurait pu et dû reconnaître le danger créé par le fait "de ne pas faire preuve de toute l'attention requise". Elle ajoute qu'il aurait en conséquence pu et dû respecter les règles en matière d'obligations à l'égard des autres usagers de la route, comme lui imposait notamment l'art. 26 LCR (devoir de prudence), lequel consacre législativement les règles de prudence qu'il était tenu de respecter. Ces précisions sont suffisantes pour permettre au recourant de comprendre en quoi il a manqué de diligence. Enfin, contrairement à ce qu'allègue le recourant, sa condamnation n'est pas fondée sur une norme en blanc ( Blankettstrafnorm), mais bien plutôt sur l'art. 125 CP. La mention, dans l'acte d'accusation, des art. 90 LCR et 26 LCR a vocation à préciser les normes de comportement qui auraient dû le conduire à adopter un comportement particulier. Quant au caractère prévisible et évitable de l'acte, l'ordonnance pénale fondant l'accusation indique que le comportement du recourant, soit d'effectuer une marche arrière sans prendre toutes les précautions possibles alors que des enfants étaient à proximité, pouvait causer à autrui des lésions du type de celles subies par l'intimé”
Bei Überschneidungen zwischen verwaltungsrechtlicher und strafrechtlicher Zuständigkeit ist die Zuständigkeit zu klären. Eine schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c SVG entspricht im Grundsatz einer groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG; in solchen Fällen ist die Angelegenheit der Strafbehörde zu übergeben bzw. ihr zu überlassen, und die Verwaltungsbehörde hat sich bei der rechtlichen Würdigung grundsätzlich an einer vertretbaren Einschätzung des Strafgerichts zu orientieren.
“Davon ausgenommen sind Fälle, bei denen die rechtliche Qualifikation stark von der Würdigung von Tatsachen abhängt, die das Strafgericht besser kennt, etwa weil es die beschuldigte Person persönlich einvernommen hat (vgl. BGE 136 II 447 E. 3.1; Urteile 1C_63/2021 vom 11. November 2021 E. 4.2; 1C_334/2019 vom 11. Februar 2020 E. 3.2). Die Verwaltungsbehörde hat jedoch auch im Rahmen ihrer rechtlichen Würdigung die Einheit der Rechtsordnung zu beachten und widersprüchliche Urteile soweit vertretbar zu vermeiden (vgl. BGE 136 II 447 E. 3.1; Urteile 1C_63/2021 vom 11. November 2021 E. 4.2; 1C_334/2019 vom 11. Februar 2020 E. 3.2; 1C_421/2019 vom 20. Dezember 2019 E. 3.1). Einer vertretbaren Ermessensausübung des Strafgerichts hat sich die Verwaltungsbehörde bei der rechtlichen Würdigung des Verschuldens daher grundsätzlich anzuschliessen (vgl. Urteil 1C_741/2021 vom 15. Juni 2022 E. 3.2.1). In diesem Rahmen entspricht eine schwere Widerhandlung gemäss Art. 16c SVG im Grundsatz einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG (BGE 144 II 220 E. 3.3.3; 132 II 234 E. 3; Urteile 1C_122/2022 vom 11. Juli 2022 E. 3.3.2; 1C_156/2020 vom 15. April 2021 E. 4.3; 1C_39/2018 vom 4. Juli 2018 E. 3.2).”
“1 CPP, la Confédération et les cantons peuvent déléguer la poursuite et le jugement de contraventions à des autorités administratives. Dans le canton de Vaud, le préfet est compétent pour la répression des contraventions (art. 3 al. 2 LVCPP; art. 18 de la loi vaudoise du 27 mars 2007 sur les préfets et les préfectures [Lpréf; RSV 172.165]). Le jugement des crimes et des délits relève en revanche de la compétence exclusive des autorités judiciaires que sont le ministère public et les tribunaux. Selon l'art. 357 al. 4 CPP, si l'autorité pénale compétente en matière de contravention infère de l'état de fait que l'infraction commise est un crime ou un délit, elle transmet le cas au ministère public. En l'espèce, le Procureur général a refusé d'approuver le classement implicite prononcé en faveur de la recourante s'agissant de la violation des art. 34 al. 4 LCR et 12 al. 1 OCR. Etant donné que la faute de circulation considérée devait être considéré comme une violation grave des règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 2 LCR (ATF 131 IV 133), il a considéré que c'était à tort que le cas avait été transmis à l'autorité préfectorale et a prié celle-ci de transmettre le dossier au Ministère public de l'arrondissement de l'Est vaudois comme objet de sa compétence.”
Geschwindigkeitsüberschreitungen in Tempo‑30‑Zonen können bei der rechtlichen Würdigung als erhöhte Tatschwere gewertet werden; insbesondere kann das Fahren bei Dunkelheit zu einer strengeren Strafzumessung führen.
“Dementsprechend ist für die rechtliche Würdigung auf den Sachverhalt ge- mäss Strafbefehl vom 22. Juni 2022 abzustellen. IV. Rechtliche Würdigung Die von der Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdigung ist zutreffend und gibt zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass. Es kann deshalb vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden (Urk. 22 E. III. S. 8 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Verteidigung hat zu Recht nicht vorgebracht, dass die rechtliche - 13 - Würdigung der Vorinstanz für den Fall, dass sich der angeklagte Sachverhalt rechtsgenügend erstellen lasse, unzutreffend sei. Der Beschuldigte ist daher der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Ver- bindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG sowie Art. 22 Abs. 1 und Art. 22a SSV schuldig zu sprechen. V. Strafzumessung 1.Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Busse von Fr. 290.–. Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse legte sie eine Ersatzfreiheits- strafe von 3 Tagen fest (Urk. 22 E. IV S. 9 ff.). Der Beschuldigte hat die Strafzu- messung der Vorinstanz für den Eventualfall eines Schuldspruchs nicht beanstan- det. Nachdem einzig er Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhoben hat, fällt aufgrund des Verschlechterungsverbotes eine strengere Bestrafung von vornher- ein ausser Betracht (Art. 391 Abs. 2 StPO). 2.Mit der Vorinstanz ist die objektive und subjektive Tatschwere der zu beurtei- lenden Verkehrsregelverletzung – trotz des um die Tatzeit geringen Fussgänger- und Verkehrsaufkommens – als nicht mehr leicht zu gewichten, überschritt der Be- schuldigte doch in der Dunkelheit die signalisierte Höchstgeschwindigkeit in der Tempo-30-Zone – mithin einem Bereich, in welchem besonders vorsichtig und rücksichtsvoll gefahren werden muss (Art.”
Unvollständige Personalienangaben können gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG strafrechtlich verfolgt werden. Eine nachträgliche Ergänzung der Angaben verhindert nicht zwingend eine Verurteilung, wenn die verlangten Informationen (z. B. Geburtsdatum, Postleitzahl) nicht fristgerecht bzw. vollständig eingereicht wurden.
“Mit Schreiben vom 13. Septem- ber 2023 stellte die Kantonspolizei Graubünden A. für die Geschwindig- keitsüberschreitung eine Ordnungsbusse zu. Mit E-Mail vom 19. September 2023 sendete A. der Kantonspolizei Graubünden das ausgefüllte Formular mit den Personalien des für die Übertretung verantwortlichen Fahrzeugführers zu. Mit E-Mail vom 20. September 2023 wurde A. mitgeteilt, dass die Kantonspoli- zei Graubünden das korrekte Geburtsdatum des Fahrzeugführers benötige, nur der Jahrgang reiche nicht aus. Am 3. November 2023 wurde A. mittels Ein- schreiben die Ordnungsbusse erneut zugestellt. Mit E-Mail vom 16. Novem- ber 2023 sendete A. das bereits am 19. September 2023 übermittelte For- mular nochmals unverändert an die Kantonspolizei Graubünden. B. Mit Strafbefehl vom 25. Januar 2024, mitgeteilt am 1. Februar 2024, erklärte die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) A. für schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG. Dafür wurde er mit einer Busse von CHF 120.00 bestraft und ihm wurden die Kosten des Verfahrens in der Höhe von CHF 210.00 auferlegt. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass die Ordnungsbusse nicht innert 30 Tagen bezahlt worden sei und auch nicht die für die Übertretung verantwortliche Person bekannt gegeben worden sei. C. Mit Eingabe vom 13. Februar 2024 (Poststempel) erhob A. Einspra- che gegen den Strafbefehl und hielt dabei fest, dass er die Personalien des ver- antwortlichen Fahrzeugführers bereits im September 2023 bekannt gegeben habe. Mit Schreiben vom 23. Februar 2024 teilte die Staatsanwaltschaft A. unter anderem mit, dass das Personalienblatt unvollständig gewesen sei, da die Postlei- zahl gefehlt habe und zudem fehle für eine Individualisierung des Fahrzeugführers dessen Geburtsdatum. Nach erneutem Schriftenwechsel reichte A. mit Schreiben vom 10. April 2024 (Poststempel) die verlangten Informationen nach. D. Mittels Strafbefehl vom 26. April 2024 verurteilte sie den von A.”
Wird der Schuldspruch wegen Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG im Berufungsverfahren nicht angefochten, so ist er in Rechtskraft erwachsen; entsprechend bleibt in der Regel auch die erstinstanzlich verhängte Busse bestehen. Teilbefunde, die nicht angefochten sind, gelten als rechtskräftig, während nicht angefochtene Nebenfolgen (z. B. Geldbussen) bei fehlender Anfechtung beibehalten werden müssen.
“________ a d’emblée déclaré que l’amende additionnelle n’était finalement plus contestée (D. 780), alors que tel était le cas dans la déclaration d’appel. Bien que matériellement non contestée, la 2e Chambre pénale constate que l’amende additionnelle ne saurait formellement entrer en force indépendamment de la peine principale à laquelle elle se rattache et qui est d’ailleurs toujours remise en cause par la défense. L’amende additionnelle devra donc dans tous les cas faire l’objet du jugement rendu en appel. 4.2 Les points qui n’ont pas été attaqués ont d’ores et déjà acquis force de chose jugée en vertu de l’art. 402 du Code de procédure pénale suisse (CPP ; RS 312.0), dans la mesure où une remise en cause sur la base de l’art. 404 al. 2 CPP n’entre pas en ligne de compte, ce qu’il conviendra de constater dans le dispositif du présent jugement. Il résulte de ce qui précède que le classement de la procédure s’agissant de la prévention de contravention à la loi fédérale sur la circulation routière (LCR ; RS 741.01) au sens de l’art. 90 al. 1 LCR (ch. I.3 AA) est entré en force de chose jugée. Il en va de même pour la condamnation pour infraction grave à la LStup au sens de l’art. 19 al. 1 let. b et c en lien avec l’art. 19 al. 2 let. a LStup (ch. I.1 AA), pour la condamnation pour infraction à la loi sur l’encouragement du sport et de l’activité physique (LESp ; RS 415.0) au sens de l’art. 22 al. 1 LESp (ch. I.2 AA) et pour la condamnation pour contravention à la LStup au sens de l’art. 19a LStup (ch. I.4 AA). 4.3 A relever cependant que les modalités d’effacement du profil ADN et des données signalétiques biométriques sont susceptibles d’être revues dans la mesure où ces éléments ne peuvent entrer en force avant que les peines et mesures prononcées ne soient définitivement fixées. 5. Maxime d’instruction, pouvoir de cognition et pouvoir d’examen 5.1 Lorsqu’elle rend sa décision, la 2e Chambre pénale n’est pas liée par les motifs invoqués par les parties ni par leurs conclusions, sauf lorsqu’elle statue sur une action civile (art.”
“Gemäss Art. 402 in Verbindung mit Art. 437 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des an- gefochtenen Urteils dementsprechend gehemmt. Nachdem der Schuldspruch der vorsätzlichen Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG (Geschwindigkeitsüberschreitung auf Autobahn mit 138 km/h statt der erlaubten 120 km/h) und Art. 4a Abs. 1 lit. d VRV, Art. 39 Abs. 1 lit. a SVG und Art. 28 Abs. 1 VRV (Wechseln des Fahrstreifens ohne Anzeige der Richtungsänderung), nicht angefochten ist, ist das erstinstanzliche Urteil diesbe- züglich in Rechtskraft erwachsen. Ebenfalls nicht angefochten und deshalb in - 6 - Rechtskraft erwachsen sind die Dispositiv-Ziffern 5 (Einziehung der beschlag- nahmten Barschaft und Verwendung zur Deckung der Busse) – wobei der dies- bezügliche Antrag der Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung verspä- tet erfolgt ist und entsprechend nicht darauf einzutreten ist (Prot. II S. 6) – und 6 (Kostenblock) des erstinstanzlichen Urteils. Dispositiv-Ziffer 7 (Kostenauflage) gilt mit Blick auf die Anträge des Beschuldigten als mitangefochten.”
“Der Schuldspruch wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG (Art. 48 Abs. 7 SVV) in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG ist man- gels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen. Der Anklagevorwurf der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 3 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG ist hingegen im Rahmen der erläuterten Kognition zu überprüfen (vgl. Art. 404 Abs. 1 StPO).”
“Abschliessend ist noch die Busse für die Übertretung festzulegen. Wie bereits eingangs festgehalten, wurde der erstinstanzliche Schuldspruch wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG durch Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 10 km/h vom Beschuldigten nicht angefochten und ausdrücklich akzeptiert. Angesichts dieser Tatsache bleibt es bei der vorinstanzlich ausgesprochenen Busse von CHF”
Kurzzeitiges deutlich überhöhtes Tempo zum Zweck des Überholens oder das pflichtwidrige Ausblenden der konkreten Gefährdung kann als grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG beurteilt werden. Entscheide betonen, dass grobe Fahrlässigkeit vorliegt, wenn sich der Fahrer der allgemeinen Gefährlichkeit seines Verhaltens bewusst ist oder die Gefährdung pflichtwidrig nicht in Betracht zieht (z. B. kurzzeitige Fahrt mit netto 140 km/h beim Überholen).
“Die Folgen eines vermeidbaren Sachverhaltsirrtums ergeben sich aus Art. 13 Abs. 2 StGB. Demnach wird ein Täter für die fahrlässige Tatbegehung be- straft, wenn dies mit Strafe bedroht ist. Ein fahrlässiges Rasen ist gesetzlich nicht vorgesehen. Indes hat der Beschuldigte mit der von ihm gefahrenen Geschwindig- keit von netto 140 km/h selbst die von ihm angenommene erlaubte Geschwindig- keit von 100 km/h immer noch massiv überschritten und damit objektiv in gravier- ender Weise eine wichtige Verkehrsvorschrift verletzt und objektiv den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Dies anerkennt der Beschuldigte denn auch (act. H.2 Antwort auf Frage V.18). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG mindes- tens grobe Fahrlässigkeit ("rücksichtsloses Verhalten") (vgl. BGE 131 IV 133 E. 3.2 m.w.H.). Diese liegt vor, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist oder die Gefährdung anderer Ver- kehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt (BGE 130 IV 32 E. 5.1 m.w.H.). Der Beschuldigte fuhr vorliegend zumin- dest kurzzeitig eine Geschwindigkeit von netto 140 km/h, um eine langsamer fah- rende Kolonne zu überholen. Eine solch hohe Geschwindigkeit auf der betreffen- den Strecke birgt ohne Zweifel eine erhöhte Gefährdung der anderen Verkehrs- teilnehmer (und auch von sich selbst) in sich. Seinen Aussagen zufolge war dem Beschuldigten bewusst, dass der betreffende zweispurige Abschnitt einer der we- nigen Orte war, die ein Überholen auf der Strecke erlaubten. Es scheint, als hätte er dann so dringend überholen wollen, dass er alles rundherum kurz ausgeblendet hatte. Der Beschuldigte führte z.”
“Diese liegt vor, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist oder die Gefährdung anderer Ver- kehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt (BGE 130 IV 32 E. 5.1 m.w.H.). Der Beschuldigte fuhr vorliegend zumin- dest kurzzeitig eine Geschwindigkeit von netto 140 km/h, um eine langsamer fah- rende Kolonne zu überholen. Eine solch hohe Geschwindigkeit auf der betreffen- den Strecke birgt ohne Zweifel eine erhöhte Gefährdung der anderen Verkehrs- teilnehmer (und auch von sich selbst) in sich. Seinen Aussagen zufolge war dem Beschuldigten bewusst, dass der betreffende zweispurige Abschnitt einer der we- nigen Orte war, die ein Überholen auf der Strecke erlaubten. Es scheint, als hätte er dann so dringend überholen wollen, dass er alles rundherum kurz ausgeblendet hatte. Der Beschuldigte führte z.B. aus, es sei ihm gar nicht so bewusst gewesen, dass er so schnell gefahren sei (act. H.2 Antwort auf Frage V.19). Mit seiner Fahrweise hat der Beschuldigte die von ihm geschaffene Gefährdungslage offen- sichtlich gar nicht bedacht. Er hat grobfahrlässig gehandelt und somit auch den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt.”
“km/h pour prétendre n'avoir pas envisagé rouler en réalité à 110 km/h. Le recourant échoue ainsi à démontrer que la cour cantonale aurait fait preuve d'arbitraire en retenant qu'il s'était consciemment satisfait de commettre un excès de vitesse de 30 km/h. Cela étant, et dans les circonstances d'espèce, impliquant un dépassement d'une file de véhicules sur une route à circulation dense (cf. jugement entrepris consid. 2.1), le recourant ne pouvait qu'être conscient du caractère généralement dangereux de son comportement. Pour le surplus, il ne fait valoir aucune circonstance particulière justifiant de s'écarter, sous l'angle de l'élément subjectif, des règles générales à l'aune desquelles se définit le cas grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR (cf. supra consid. 1.1.1; ATF 143 IV 508 consid. 1.3 p. 512). Les éléments qui précèdent suffisent à exclure l'erreur sur les faits, faute pour le recourant de s'être faussement représenté la réalité s'agissant de l'excès de vitesse commis (art. 13 al. 1 CP). Tout au plus l'erreur aurait-elle été évitable au sens de l'art. 13 al. 2 CP, si le recourant, conscient de l'imprécision du compteur, avait usé des précautions voulues. Or cette disposition ne lui est d'aucun secours, l'infraction étant réalisée par négligence grossière (cf. art. 100 ch. 1 LCR; arrêts 6B_1039/2021 précité consid. 1.4.2; 6B_1445/2019 précité consid. 3.2 en ce sens). Pour ce même motif, c'est en vain que le recourant insiste à plusieurs reprises sur une absence d'intention de sa part (mémoire de recours p. 15, 17, 18, 19). En définitive, dans les circonstances d'espèce, la cour cantonale n'a pas violé le droit fédéral en reconnaissant le recourant coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art.”
Das Gericht stellt fest, dass ein Rechtsüberholen durch Ausschwenken und anschliessendes Wiedereinbiegen unabhängig vom Vorliegen parallelen Kolonnenverkehrs verboten ist. Ein derartiges Manöver kann eine ernstliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG begründen; im vorliegenden Fall wurde gerade eine solche Gefahr bejaht.
“Eine für die Annahme von parallelem Kolonnenverkehr genügende Verkehrsverdichtung lässt sich anhand der vorliegenden Videoaufnahme erst nach Abschluss des Überholmanövers des Beschuldigten ab dem Bereich der Autobahnverzweigung auf den beiden Fahrstreifen Richtung Deutschland/Frankreich erkennen. Soweit der Beschuldigte diesbezüglich behauptet, die Vorinstanz sei zu seinen Gunsten vom Vorliegen parallelen Kolonnenverkehrs ausgegangen, verkennt er, dass die Vorinstanz lediglich zutreffend festgehalten hat, dass selbst wenn man vorliegend zu Gunsten des Beschuldigten davon ausgehen würde, dass Kolonnenverkehr geherrscht habe, sein Manöver trotzdem verboten bliebe, weil es sich um ein Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen handle, welches unabhängig vom Vorliegen parallelen Kolonnenverkehrs in jedem Fall verboten sei. Es zeigt sich daher, dass der Beschuldigte, indem er den weissen Audi durch Ausschwenken, Vorbeifahren und Wiedereinbiegen rechts überholte, erneut eine wichtige Verkehrsvorschrift in gravierender Weise missachtet hat. Des Weiteren schuf er auch durch dieses Manöver eine ernstliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer. Die Auffassung des Beschuldigten, die gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG vorausgesetzte Gefahr habe vorliegend nicht bestanden, da er die Spur nicht unmittelbar nach dem Vorbeifahren gewechselt habe, weshalb nicht ersichtlich sei, weshalb der Lenker des weissen Fahrzeugs nicht damit hätte rechnen müssen, dass er irgendwann wieder auf die linke Fahrspur wechseln würde, kann nicht geteilt werden. Die Fahrzeuge fuhren auch hier mit hoher Geschwindigkeit und näherten sich zudem der rechtsseitigen Autobahneinmündung, wo weitere Fahrzeuge im Begriffe waren, auf die Autobahn aufzufahren. Es sind keinerlei Gründe ersichtlich, weshalb der Lenker des überholten weissen Audi sich in dieser Situation nicht hätte darauf verlassen dürfen, dass sich der Beschuldigte, zumal kurz vor bzw. im Bereich einer Autobahneinmündung, an das Verbot des Rechtsüberholens halten werde. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, musste der Fahrer des weissen Audi vorliegend in keiner Weise damit rechnen, dass der Beschuldigte ihn in derart regelwidriger Weise durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen rechts überholen würde.”
“Eine für die Annahme von parallelem Kolonnenverkehr genügende Verkehrsverdichtung lässt sich anhand der vorliegenden Videoaufnahme erst nach Abschluss des Überholmanövers des Beschuldigten ab dem Bereich der Autobahnverzweigung auf den beiden Fahrstreifen Richtung Deutschland/Frankreich erkennen. Soweit der Beschuldigte diesbezüglich behauptet, die Vorinstanz sei zu seinen Gunsten vom Vorliegen parallelen Kolonnenverkehrs ausgegangen, verkennt er, dass die Vorinstanz lediglich zutreffend festgehalten hat, dass selbst wenn man vorliegend zu Gunsten des Beschuldigten davon ausgehen würde, dass Kolonnenverkehr geherrscht habe, sein Manöver trotzdem verboten bliebe, weil es sich um ein Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen handle, welches unabhängig vom Vorliegen parallelen Kolonnenverkehrs in jedem Fall verboten sei. Es zeigt sich daher, dass der Beschuldigte, indem er den weissen Audi durch Ausschwenken, Vorbeifahren und Wiedereinbiegen rechts überholte, erneut eine wichtige Verkehrsvorschrift in gravierender Weise missachtet hat. Des Weiteren schuf er auch durch dieses Manöver eine ernstliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer. Die Auffassung des Beschuldigten, die gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG vorausgesetzte Gefahr habe vorliegend nicht bestanden, da er die Spur nicht unmittelbar nach dem Vorbeifahren gewechselt habe, weshalb nicht ersichtlich sei, weshalb der Lenker des weissen Fahrzeugs nicht damit hätte rechnen müssen, dass er irgendwann wieder auf die linke Fahrspur wechseln würde, kann nicht geteilt werden. Die Fahrzeuge fuhren auch hier mit hoher Geschwindigkeit und näherten sich zudem der rechtsseitigen Autobahneinmündung, wo weitere Fahrzeuge im Begriffe waren, auf die Autobahn aufzufahren. Es sind keinerlei Gründe ersichtlich, weshalb der Lenker des überholten weissen Audi sich in dieser Situation nicht hätte darauf verlassen dürfen, dass sich der Beschuldigte, zumal kurz vor bzw. im Bereich einer Autobahneinmündung, an das Verbot des Rechtsüberholens halten werde. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, musste der Fahrer des weissen Audi vorliegend in keiner Weise damit rechnen, dass der Beschuldigte ihn in derart regelwidriger Weise durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen rechts überholen würde.”
Grobe Fahrlässigkeit kann auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung pflichtwidrig überhaupt nicht in Betracht zieht (unbewusste Fahrlässigkeit). Eine solche unbewusste Fahrlässigkeit begründet Art. 90 Abs. 2 SVG jedoch nur, wenn das Nichtbedenken der Gefährdung auf Rücksichtslosigkeit beruht (z. B. bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern, auch nur vorübergehend).
“Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective. Lorsque l'appréciation des preuves et la constatation des faits sont critiquées en référence au principe in dubio pro reo, celui-ci n'a pas de portée plus large que l'interdiction de l'arbitraire (ATF 148 IV 409 consid. 2.2 ; ATF 146 IV 88 consid. 1.3.1 ; ATF 145 IV 154 consid. 1.1). 5.2.2 Aux termes de l'art. 90 al. 2 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01), celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D'un point de vue objectif, la violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR suppose que l'auteur ait mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; ATF 142 IV 93 consid. 3.1). Subjectivement, l'état de fait de l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, c'est-à-dire une faute grave et, en cas d'acte commis par négligence, à tout le moins une négligence grossière. Celle-ci doit être admise lorsque le conducteur est conscient du caractère généralement dangereux de son comportement contraire aux règles de la circulation. Mais une négligence grossière peut également exister lorsque, contrairement à ses devoirs, l'auteur ne prend absolument pas en compte le fait qu'il met en danger les autres usagers, en d'autres termes s'il se rend coupable d'une négligence inconsciente. Dans de tels cas, une négligence grossière ne peut être admise que si l'absence de prise de conscience du danger créé pour autrui repose elle-même sur une absence de scrupules (ATF 131 IV 133 consid.”
“Ein solch verbotenes Manöver liegt etwa vor, wenn ein Fahrzeuglenker die Lücken in den parallelen Kolonnen ausnützt, um auf der rechten Fahrbahn zu überholen (BGE 148 IV 374 E. 3.1). Besondere Vorsicht ist im Strassenverkehr namentlich dann geboten, wenn Anzeichen dafür bestehen, dass sich ein Strassenbenützer nicht richtig verhalten wird (Art. 26 Abs. 2 SVG). Anzeichen für fehlerhaftes Verhalten eines Strassenbenützers liegen vor, wenn aufgrund seines bisherigen Verhaltens damit gerechnet werden muss, dass er sich in verkehrsgefährdender Weise verkehrsregelwidrig verhalten wird. Ein Fehlverhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers kann sich aber auch aus der Unklarheit oder Ungewissheit einer bestimmten Verkehrslage aufdrängen, die nach allgemeiner Erfahrung die Möglichkeit fremden Fehlverhaltens unmittelbar in die Nähe rückt. In solchen Situationen liegen zwar keine konkreten Anzeichen für unrichtiges Verhalten vor, doch ist angesichts der besonderen Gefahrenneigung risikoarmes Verhalten gefordert (BGE 125 IV 83 E. 2b; BGer 6B_272/2024 vom 15. Mai 2024 E. 1.3.1; je mit Hinweisen). In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; je mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen, also unbewusst fahrlässig gehandelt hat. In solchen Fällen ist grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, wenn das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem vorübergehenden Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; BGer 6B_180/2023 vom 27. Juni 2024 E. 3.2; je mit Hinweisen). Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verkehrsregelverletzung auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen.”
“Grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Dossier 1-4 2.1.1.Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsre- geln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Tä- ter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Ge- fährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Ge- fahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt. Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rück- sichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässig- keit. Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit sei- ner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rück- sichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen. Je schwerer die Verkehrsregelver- letzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen.”
“ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Annahme von Rücksichtslosigkeit i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG ist restriktiv zu handhaben, weshalb nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen werden darf. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten ist, wiegt auch subjektiv schwer (BGE 142 IV 93 E. 3.1; Urteil 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung der Verkehrsregeln auf ein zumindest grob fahrlässiges Verhalten zu schliessen. Die Rücksichtslosigkeit ist ausnahmsweise zu verneinen, wenn besondere Umstände vorliegen, die das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen (Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2 mit Hinweisen).”
Widerstand gegen polizeiliche Weisungen: Gehorsamsverweigerung erfüllt Art.90 (Verstoss gegen Verkehrszeichen/Polizeianordnungen) aber begründet nicht automatisch strafrechtlich Art.286 StGB; konkrete Aktensituation erforderlich.
“A teneur de l'art. 27 al. 1 LCR, chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu'aux ordres de la police. Les signaux et les marques priment les règles générales; les ordres de la police ont le pas sur les règles générales, les signaux et les marques. L'art. 90 al. 1 LCR prévoit que celui qui viole les règles de la circulation prévues par la LCR ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. Le conducteur qui refuse d'obtempérer à un ordre de la police commet une infraction au sens de l'art. 27 al. 1 LCR cum art. 90 LCR, mais ne tombe pas sous le coup de l'art. 286 CP, même si, dans le dessein d'échapper à une poursuite pénale, il fait échouer un contrôle de police, mais sans que son action se situe dans le cours d'un acte de l'autorité suffisamment concret (JEANNERET/KUHN/MIZEL/RISKE, Code suisse de la circulation routière commenté, 5 e éd. 2024, n o”
Art. 90 Abs. 1 SVG schützt vornehmlich ein öffentliches Interesse als abstraktes Gefährdungsdelikt. Daraus folgt, dass Dritte in der Regel kein unmittelbar geschütztes Rechtsinteresse i.S. der Beschwerdelegitimation geltend machen können. Soweit Beteiligte bei einem Unfall verletzt wurden, ergibt sich eine allfällige Stellung als Geschädigte nicht aus Art. 90 Abs. 1 SVG selbst, sondern allenfalls aus Art. 125 StGB.
“En outre, les dégâts sur le motocycle n'étaient pas suffisamment renseignés et les photographies requises à cet égard n'avaient pas été versées au dossier. Les lésions par ailleurs annoncées, de même que les dégâts présents sur le motocycle paraissaient difficilement compatibles avec le récit de B______. Quoi qu'il en soit, eu égard à leurs comportements intimement liés, ils devaient tous deux être renvoyés en jugement afin que le juge du fond se prononce sur les conditions de réalisation des infractions et, le cas échéant, sur les motifs justificatifs allégués. b. À réception des sûretés, la cause a été gardée à juger sans échange d'écritures, ni débats. EN DROIT : 1. 1.1. Le recours a été déposé selon la forme et dans le délai prescrits (art. 385 al. 1 et 396 al. 1 CPP), concerne une ordonnance sujette à recours auprès de la Chambre de céans (art. 393 al. 1 let. a CPP) et émane du plaignant, partie à la procédure (art. 104 al. 1 let. b CPP). 1.2. Le recourant ne dispose toutefois pas d'un intérêt juridiquement protégé, au sens de l'art. 382 al. 1 CPP, à se plaindre du classement des infractions relatives à l'art. 90 al. 1 LCR dénoncées. L'existence d'un intérêt juridiquement protégé, au sens de l'art. 382 CPP, n'est en effet admise que lorsque le recourant est directement et immédiatement touché dans ses droits par l’ordonnance attaquée. La violation d'un intérêt relevant d'un autre sujet de droit est insuffisante pour créer la qualité pour recourir (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1004/2022 du 23 mai 2023 consid. 3.1.1). En l'occurrence, le recourant se plaint du classement prononcé par le Ministère public relatif aux comportements adoptés par B______ sur la route, arguant notamment que sa conduite était dangereuse et qu'il avait pris le risque de mettre en danger les autres usagers de la route. Or, ces arguments, somme toute généraux – le recourant ne prétendant pas que son intégrité physique aurait concrètement été mise en danger par le comportement dénoncé –, ne permettent pas de fonder un intérêt juridiquement protégé pour recourir, étant précisé que l'art. 90 LCR n'a pas vocation à protéger directement les droits du recourant (ATF 138 IV 258 consid.”
“Unmittelbar verletzt ist nach herrschender Auffassung, wer der Träger des durch die verletzte Strafnorm geschützten Rechtsguts ist, d.h. wer unter den Schutzbereich der verletzten Strafnorm fällt (BGE 138 IV 258 E. 2.2 f., 129 IV 95 E. 3.1). Der Beschwerdeführer beantragt die gesamthafte Aufhebung der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Oktober 2023. Soweit er die Aufhebung der Einstellung des Strafverfahrens wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung verlangt, ist er als geschädigte Person und konstituierter Straf- und Zivilkläger von der Einstellung unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert. Insoweit ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten. Von Art. 90 Abs. 1 SVG ist der reibungslose Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen, d. h. ausschliesslich ein öffentliches Interesse unmittelbar geschützt. Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt. Bei bloss abstrakten Gefährdungsdelikten – wie Art. 90 Abs. 1 SVG – gibt es keine Geschädigten im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO. Hat ein Kollisionsbeteiligter eine Körperverletzung erlitten, so ergibt sich die Geschädigtenstellung nicht aus den strafrechtlichen Bestimmungen des SVG, sondern aus Art. 125 StGB (vgl. BGE 141 IV 454 E. 2.3.2, 138 IV 258 E. 3.1.2; Mazzucchelli/Postizzi, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 88 zu Art. 115 StPO; Lieber, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 3b zu Art. 115 StPO; Riklin, in: Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 3 zu Art. 115 StPO; Boll, in: Handkommentar Strassenverkehrsrecht, 2022, N. 2131 zu Art. 90 SVG). Soweit der Beschwerdeführer auch die Aufhebung der Einstellung des Strafverfahrens wegen Widerhandlung gegen Art. 90 Abs. 1 SVG verlangt, ist hierauf mangels unmittelbarer Geschädigtenstellung des Beschwerdeführers und damit mangels Beschwerdelegitimation nicht einzutreten. 3. 3.1 Am 13. Mai 2022, ca. 15:55 Uhr, ereignete sich auf der Hauptstrasse in E.”
Bei Einsprache kann das Gericht den Beschuldigten freisprechen und den Strafbefehl bzw. die Busse aufheben; in diesem Fall kann dem Einsprecher eine Entschädigung zugesprochen und die Verfahrenskosten der Gerichtskasse auferlegt werden.
“Der Einsprecher ist nicht schuldig und wird freigesprochen. 2.Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 3.Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer werden auf die Gerichtskasse ge- nommen. Die Kosten des Strafbefehls Nr. ST.2021.3960 vom 25. August 2022 und die nachträglichen Untersuchungs- sowie Überweisungskosten werden dem Statthalteramt des Bezirkes Zürich zur Abschreibung überlassen. 4.Dem Einsprecher wird eine Entschädigung von Fr. 3'700.– (pauschal inkl. MwSt.) zulasten der Gerichtskasse zugesprochen. Berufungsanträge: a)Des Statthalteramtes Bezirk Zürich: (Urk. 32 S. 1) 1.Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 11. Oktober 2022 (GC220162-L/U) sei aufzuheben und stattdessen der Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks Zürich vom 25. August 2022 zu bestätigen; 2.Eventualiter sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 11. Oktober 2022 (GC220162-L/U) aufzuheben und der Beschuldigte stattdessen wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs (Art. 31 Abs. 1 i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG) zu verurteilen. - 3 - 3.Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. b)Des Beschuldigten: (Urk. 44 S. 2) Das vorinstanzliche Urteil vom 11. Oktober 2022 (GC220162) sei zu bestäti- gen; unter Kosten und Entschädigungsfolgen im Untersuchungs- und den Ge- richtsverfahren zulasten der Staatskasse. ________________________________ Erwägungen: I. Verfahrensgang 1.Mit Strafbefehl vom 29. März 2022 sprach das Statthalteramt Bezirk Zürich (nachfolgend Statthalteramt) den Beschuldigten der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG sowie Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig. Es bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 400.– und setzte eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen fest. Ferner auferlegte es dem Beschuldigten Gebühren in der Höhe von Fr. 330.– (Urk. 3). 2.Gegen diesen Strafbefehl erhob der Beschuldigte mit Eingabe vom 2. April 2022 frist- und formgerecht Einsprache gemäss Art. 354 Abs. 1 lit. a StPO in Ver- bindung mit Art.”
Wiedereinbiegen nach Überholen oder nach Ausschwenken mit ungenügendem Abstand kann eine ernstliche Gefährdung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG begründen. Eine niedrige Geschwindigkeit schliesst eine derartige Gefährdung nicht aus, insbesondere wenn schutzlose Verkehrsteilnehmer (z. B. Velofahrende) betroffen sind.
“Betreffend den Vorwurf des zweiten Rechtsüberholens erwägt die Vorinstanz, es handle sich hierbei um ein verbotenes Überholen durch Ausschwenken nach rechts und Wiedereinbiegen nach links und damit ebenfalls um einen Verstoss gegen Art. 90 Abs. 2 SVG. Entgegen dem Beschwerdeführer spreche die Dauer von ca. 21 Sekunden zwischen dem Ausschwenken und dem Wiedereinbiegen nicht gegen eine derartige Qualifikation des Manövers. Das Ausschwenken, das Vorbeifahren und das anschliessende Wiedereinbiegen seien in einem Zug erfolgt. Dass der Beschwerdeführer dafür rund 21 Sekunden benötigt habe, sei auf die geringe Geschwindigkeitsdifferenz der Fahrzeuge zurückzuführen. Der Beschwerdeführer habe auch durch dieses Manöver eine ernstliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer geschaffen. Der Fahrer des weissen Audis habe nicht damit rechnen müssen, dass der Beschwerdeführer ihn in derart regelwidriger Weise durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen rechts überholen würde. Dies auch deshalb, weil der Beschwerdeführer vor dem Beginn des Manövers sein Fahrzeug innerhalb seiner Fahrspur nach links gelenkt habe, was geeignet gewesen sei, beim Lenker des Audis die Erwartung eines Spurwechsels nach links (und nicht nach rechts) zu wecken. Der Beschwerdeführer habe den Audi bewusst und gewollt über die Normalspur überholt.”
“Rechtliche Würdigung der Vorinstanz Die Vorinstanz hielt fest, es liege auf der Hand, dass der Abstand beim Wiedereinbiegen im Zuge des Überholmanövers bei weitem nicht eingehalten worden sei. Ein Unfall habe nur aufgrund des reflexartigen Bremsens und Weglenkens von E.________ verhindert werden können. Der Beschuldigte habe damit eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise verletzt. Durch das Überholmanöver und Wiedereinbiegen mit ungenügendem Abstand habe der Beschuldigte die – viel schutzlosere und damit verletzlichere – Fahrradfahrerin einer erheblichen konkreten Gefahr ausgesetzt. Selbst bei sehr geringer Geschwindigkeit könne ein entsprechendes Manöver zu schweren Verletzungen führen. In Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung habe damit eine ernstliche Gefährdung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG vorgelegen. Der Beschuldigte habe um die allgemeine Gefährlichkeit eines solchen Überholmanövers gewusst und sich grobfahrlässig und rücksichtslos verhalten.”
Eine über längere Strecken wiederholt bzw. dauerhaft unterschrittene Mindestabstandsverletzung kann die strafrechtliche Würdigung verschärfen und ist als relevantes Indiz bei der Prüfung von Art. 90 Abs. 2 SVG bzw. der Strafzumessung zu berücksichtigen. Soweit die Rechtsprechung darlegt, ist die Dauer jedoch nicht erforderlich, um den objektiven Tatbestand zu erfüllen.
“Sekunden verringert habe. Diesen Abstand habe der Beschuldigte während mindestens acht Sekunden, somit 235 Metern, aufrechterhalten. Folglich sei der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG zweifellos erfüllt.”
“Vorliegend ist der Beschuldigte der groben Verletzung der Verkehrsregeln (Unterschreiten des minimalen Sicherheitsabstands) schuldig zu erklären. Eine grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung kann betreffend die objektiven Tatkomponenten Folgendes festgehalten werden: Dass der Berufungskläger durch das massive Missachten der Abstandsvorschriften andere Verkehrsteilnehmer erhöht abstrakt gefährdet hat, ist bereits im Rahmen der rechtlichen Würdigung als Qualifikationsmerkmal von Art. 90 Abs. 2 SVG zu seinen Lasten gewürdigt worden. Zu berücksichtigen ist hier zusätzlich, dass der Beschuldigte nicht bloss kurzzeitig, sondern nachweislich über eine längere Strecke von rund 1'400 Metern immer wieder mit einem deutlich zu geringen Abstand auf das vor ihm fahrende Auto aufgefahren ist - dieser Umstand wurde bei der Prüfung des objektiven Tatbestands zwar aufgrund der Ausführungen des Beschuldigten erläutert, war dort aber noch nicht von Bedeutung, da es zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG eben nicht auf die Dauer der Abstandsunterschreitung ankommt, zumal immer ein genügender Abstand einzuhalten ist. Zudem ist das dem Beschuldigten folgende zivile Fahrzeug der Polizei zu keinem Zeitpunkt derart nahe auf seinen Personenwagen aufgefahren, dass dieses ihn an der Vergrösserung des Abstands gehindert hätte, was ebenfalls leicht verschuldenserhöhend ins Gewicht fällt. Demgegenüber ist verschuldensmindernd zu beachten, dass der Beschuldigte nicht vorsätzlich, sondern bloss grobfahrlässig gehandelt hat.”
“Vorliegend ist der Beschuldigte der groben Verletzung der Verkehrsregeln (Unterschreiten des minimalen Sicherheitsabstands) schuldig zu erklären. Eine grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung kann betreffend die objektiven Tatkomponenten Folgendes festgehalten werden: Dass der Berufungskläger durch das massive Missachten der Abstandsvorschriften andere Verkehrsteilnehmer erhöht abstrakt gefährdet hat, ist bereits im Rahmen der rechtlichen Würdigung als Qualifikationsmerkmal von Art. 90 Abs. 2 SVG zu seinen Lasten gewürdigt worden. Zu berücksichtigen ist hier zusätzlich, dass der Beschuldigte nicht bloss kurzzeitig, sondern nachweislich über eine längere Strecke von rund 1'400 Metern immer wieder mit einem deutlich zu geringen Abstand auf das vor ihm fahrende Auto aufgefahren ist - dieser Umstand wurde bei der Prüfung des objektiven Tatbestands zwar aufgrund der Ausführungen des Beschuldigten erläutert, war dort aber noch nicht von Bedeutung, da es zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG eben nicht auf die Dauer der Abstandsunterschreitung ankommt, zumal immer ein genügender Abstand einzuhalten ist.”
Beim Spurwechsel kann eine Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG vorliegen, wenn die Fahrzeuglenkerin die nach Art. 31 Abs. 1 SVG gebotene Aufmerksamkeit verletzt, etwa durch ungenügende Beobachtung der Ampel. Das erforderliche Mass an Aufmerksamkeit bemisst sich nach den Umständen des Einzelfalls.
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss die Fahrzeuglenkerin das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass sie ihren Vorsichtspflichten nachkommen kann. Sie muss ihre Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 der Verkehrsregelverordnung vom 13. November 1962 [VRV, SR 741.11). Das Mass der anzuwendenden Aufmerksamkeit richtet sich nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 137 IV 290 E. 3.6, 127 II 302 E. 3c; BGer 6B_4/2025 vom 11. März 2025 E. 2.1, 6B_53/2024 vom 13. Januar 2025 E. 3.3.1, 6B_27/2023 vom 5. Mai 2023 E. 1.3 je mit Hinweisen). Dieses Gebot hat die Berufungsklägerin verletzt. Sie ist, als sie hinter dem Jeep auf die Ampel zufuhr, ihrer Aufmerksamkeitspflicht nicht nachgekommen, indem sie sich auf den beabsichtigten Spurwechsel und das Ausnützen der «Lücke» auf der linken Spur konzentriert und der Ampel sowie dem Fahrverhalten des Jeeps keine genügende Beachtung mehr geschenkt hat.”
Fehlt die nähere Bezeichnung der verletzten Verkehrsvorschrift im Dispositiv, kann die Zuordnung zur Strafnorm von Art. 90 Abs. 1 SVG aus den Erwägungen folgen, sofern diese eindeutig sind. Die Nichterwähnung der Strafbestimmung lässt sich in solchen Fällen als offensichtliches Versehen qualifizieren und grundsätzlich von Amtes wegen berichtigen (rectificatio/ Berichtigung d'office; vgl. Art. 83 StPO bzw. entsprechende Praxis).
“Welche Verkehrsregel konkret verletzt wurde, wird im Urteilsdispositiv nicht aufgeführt. Folglich genügt dieses den Anforderungen von Art. 408 in Verbindung mit Art. 81 Abs. 4 lit. a StPO nicht. Es ergibt sich jedoch aus den Erwägungen in Verbindung mit den dort aufgeführten Gesetzesbestimmungen von Art. 34 SVG und Art. 12 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11), dass der Schuldspruch wegen ungenügenden Abstands erfolgte (erstinstanzliches Urteil S. 7 Ziff. 12 und S. 8 Ziff. 13.2), so dass das Urteil diesbezüglich klar ist. Dasselbe trifft auf das vorinstanzliche Urteil zu, dessen Dispositiv-Ziffer 1 wie folgt lautet: "Die Berufung wird abgewiesen und der Entscheid des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland vom 17. November 2022 wird bestätigt." Den Erwägungen zufolge legt die Vorinstanz dem Schuldspruch die Verletzung von Art. 31 Abs. 1 SVG zugrunde und spricht damit den Beschwerdeführer wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig (vorinstanzliches Urteil S. 15). Auch dieses unvollständige Dispositiv führt (allein) nicht zur Aufhebung des angefochtenen Urteils. Dem Beschwerdeführer steht bei dieser Sachlage die Berichtigung des Urteils gemäss Art. 83 StPO bei der Vorinstanz zur Verfügung. Er legt nicht dar und es ist nicht erkennbar, dass er diesen Rechtsbehelf bei der Vorinstanz erhoben und die vorliegenden Mängel beanstandet hätte. Die Vorinstanz kann die erforderlichen Korrekturen des Urteilsdispositivs aber grundsätzlich auch von Amtes wegen vornehmen (vgl. Art. 83 Abs. 1 StPO).”
“a LCR). Il ressort clairement de la motivation du jugement entrepris que l'intimé est reconnu coupable, d'une part, d'une violation de l'art. 90 al. 1 LCR, et, d'autre part, d'une violation de l'art. 93 al. 2 let. a LCR, et que la peine a été fixée sur la base d'un verdict de culpabilité concernant ces deux infractions. Une erreur de plume lors de la rédaction du dispositif est manifestement intervenue : il y a dès lors lieu de procéder à sa rectification d'office dès lors que ce ne sont pas deux violations simples des règles de la circulation qui sont imputées au prévenu mais une violation simple des règles de la circulation routière (art. 43 LCR cum art. 90 al. 1 LCR) et la conduite d'un véhicule ne répondant pas aux prescriptions (art. 219 al. 2 let. f OETV cum art. 93 al. 2 let. a LCR), étant relevé que la peine menace pour ces deux infractions est l'amende. Ainsi, il ne sera pas fait droit à la conclusion du MP visant le prononcé d'un verdict de culpabilité pour deux infractions à l'art. 90 al. 1 LCR. Le dispositif du jugement entrepris sera toutefois modifié dans le sens qui précède. 3. 3.1.1. Les infractions de conduite d'un véhicule ne répondant pas aux prescriptions (art. 219 al. 2 OETV cum art. 93 al. 2 let. a LCR) et de violation simple des règles de la circulation routière (art. 43 LCR cum art. 90 al. 1 LCR) sont passibles de l'amende. 3.1.2. Selon l'art. 47 du Code pénal suisse (CP), le juge fixe la peine d'après la culpabilité de l'auteur. Il prend en considération les antécédents et la situation personnelle de ce dernier ainsi que l'effet de la peine sur son avenir (al. 1). La culpabilité est déterminée par la gravité de la lésion ou de la mise en danger du bien juridique concerné, par le caractère répréhensible de l'acte, par les motivations et les buts de l'auteur et par la mesure dans laquelle celui-ci aurait pu éviter la mise en danger ou la lésion, compte tenu de sa situation personnelle et des circonstances extérieures (al. 2). 3.1.3. Conformément à l'art. 49 al.”
“Die Strafbestimmungen des Strassenverkehrsgesetzes finden sich in den Art. 90 ff. SVG. Einschlägig ist vorliegend insbesondere die Bestimmung von Art. 90 Abs. 1 SVG, gemäss welcher mit Busse bestraft wird, wer Verkehrsregeln des SVG oder Vollziehungsverordnungen des Bundesrates verletzt. Art. 90 SVG bildet aufgrund seines allgemeinen und abstrakten Wortlauts ohne entsprechende - 6 - Ergänzung durch konkrete Verkehrsvorschriften indessen keine Grundlage für ei- ne Verurteilung (BGE 100 IV 73). Die Vorinstanz erwähnt Art. 90 Abs. 1 SVG denn auch in ihren Erwägungen und kommt zum Schluss (Urk. 25 S. 4 ff.), der Beschuldigte habe den objektiven und subjektiven Tatbestand dieser Strafbe- stimmung erfüllt (Urk. 25 S. 7), nimmt die Bestimmung sodann aber nicht im Dis- positiv auf. Dass die Vorinstanz die Strafbestimmung im Dispositiv aber bewusst weggelassen hätte, ist nicht ersichtlich. Die Nichterwähnung von Art. 90 Abs. 1 SVG ist daher als offensichtliches Versehen zu qualifizieren, zumal einer straf- rechtlichen Verurteilung gestützt auf Bestimmungen zu Verkehrsregeln ohne Er- wähnung der entsprechenden Strafbestimmung keine Bedeutung zukommen könnte. Eine Korrektur dieses (formellen) Versehens im Berufungsverfahren verstösst daher auch nicht gegen das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).”
Bei Schuldspruch nach Art. 90 Abs. 1 SVG kann das Gericht unter den Voraussetzungen von Art. 54 StGB von einer Strafe absehen. Eine solche Strafbefreiung kommt insbesondere in Frage, wenn der Täter durch unmittelbare Folgen seines Handelns bereits derart betroffen ist, dass die Funktion der Strafe als Sühne/Genugtuung und Prävention bereits erfüllt erscheint.
“En effet, une éventuelle incurie de la Ville de Fribourg en matière de circulation ne saurait être en lien de causalité avec l’accident provoqué par l’appelant et ne saurait dès lors être considérée comme un motif justifiant une mise à sa charge des frais de procédure. 2.6. En ce qui concerne la requête de l’appelant tendant à la mise à la charge de l’Etat des frais judiciaires mis à sa charge par le Tribunal fédéral, elle doit également être rejetée dans la mesure de sa recevabilité. En effet, il n’existe aucun motif justifiant cette mise à la charge de l’Etat et l’appelant n’en invoque d’ailleurs aucun. 3. 3.1. Vu le sort de l’appel, les frais de la procédure d’appel, arrêtés à CHF 900.- (émolument : CHF 800.- ; débours : CHF 100.-) sont mis à la charge de A.________. 3.2. Aucune indemnité de partie n’est accordée à la partie qui supporte les frais de procédure (ATF 137 IV 352 cons. 2.4.2). la Cour arrête : I. L’appel est rejeté. Partant, le jugement du Juge de police de l’arrondissement de la Sarine du 19 décembre 2023 est confirmé dans la teneur suivante : reconnaît A.________ coupable de violation simple des règles de la circulation routière et, en application de l’art. 90 al. 1 LCR en relation avec les art. 31 al. 3, 33 al. 1, 34 al. 4 LCR et 12 al. 1 OCR ; l’exempte de toute peine (art. 54 CP) ; le condamne au paiement des frais de procédure par CHF 150.- (émolument et débours compris) (art. 421, 422, 424 et 426 CPP). II. La requête de A.________ tendant à la mise à la charge de la Ville de Fribourg des frais de procédure mis à sa charge est rejetée. III. La requête de A.________ tendant à la mise à la charge de l’Etat des frais judiciaires mis à sa charge par le Tribunal fédéral est rejetée. IV. Les frais de la procédure d’appel, arrêtés à CHF 900.- (émolument : CHF 800.- ; débours : CHF 100.-) sont mis à la charge de A.________. V. Aucune indemnité de partie n’est allouée. VI. Notification. Cet arrêt peut faire l'objet d'un recours en matière pénale au Tribunal fédéral dans les trente jours dès la notification de l’arrêt rédigé. La qualité et les autres conditions pour interjeter recours sont déterminées par les art. 78 à 81 et 90 ss de la loi sur le Tribunal fédéral du 17 juin 2005 (LTF).”
“La jurisprudence qu’il cite à cet égard ne lui est d’aucun secours en l’espèce, puisque force est d’admettre qu’il n’a pas correctement évalué la situation et ne s’est lui-même pas comporté réglementairement en violant le droit de priorité. Le témoin [...] (P. 4, p. 6), qui circulait derrière le véhicule de l’appelant, ne permet pas de retenir autre chose. Il a vu ce dernier s’engager alors que le véhicule « Mini Cooper » arrivait rapidement sur la droite. Il appartenait ainsi à S.________, débiteur de priorité, de ne pas « gêner » – le terme confine ici à l’euphémisme au vu du résultat – le véhicule arrivant sur sa droite, même à une vitesse légèrement excessive. Sauf à considérer que le véhicule prioritaire aurait accéléré, ce qui n’est ni imaginable, ni même plaidé, l’appelant est responsable de l’accident qui s’est produit. Enfin, comme l’a retenu à juste titre le premier juge (cf. jugement du 24 novembre 2022, p. 7), on ne peut rien déduire des dommages considérables sur les véhicules dès lors que ceux-ci sont conçus pour absorber les chocs afin de préserver l’habitacle. S.________ s’est ainsi bien rendu coupable de contravention à l’art. 90 al. 1 LCR pour avoir enfreint les art. 36 al. 2 LCR et 14 al. 1 OCR. 3.3 3.3.1 L’appelant requiert enfin l’application de l’art. 54 CP. 3.3.2 A teneur de l’art. 54 CP, si l’auteur a été directement atteint par les conséquences de son acte au point qu’une peine serait inappropriée, l’autorité compétente renonce à le poursuivre, à le renvoyer devant le juge ou à lui infliger une peine. Sont visées les conséquences directes de l'acte, à savoir celles qui sont survenues lors de l'exécution de l'acte ou sont étroitement liées au résultat de l'acte. Est notamment atteint directement par les conséquences de son acte, celui qui subit des lésions physiques ou psychiques causées à l'occasion d'un accident qu'il a provoqué (ATF 119 IV 280 consid. 2b). Une exemption de peine se justifie lorsque l'auteur paraît déjà suffisamment puni et que la fonction compensatrice de la peine est déjà réalisée (ATF 137 IV 105 consid. 2.3). Pour déterminer si une peine serait disproportionnée, il convient de mettre en balance les conséquences de l'acte et la faute de l'auteur.”
Ist die Signalisation unklar oder für den Betroffenen nicht wahrnehmbar, kann das subjektive Tatbestandsmerkmal (Vorsatz/dolus) fehlen; es bleibt dann allenfalls nur Fahrlässigkeit, was eine Bestrafung nach Art. 90 Abs. 1 SVG rechtfertigen kann.
“Contrairement à ce que soutenait le MP, il ne connaissait pas les lieux, la maison sur laquelle il avait réalisé des travaux, de nombreuses années auparavant, n'étant pas dans le village de Jussy. Il n'avait emprunté le chemin agricole que parce qu'il avait vu un cycliste le faire. Au demeurant, ce passage était parfaitement carrossable à l'époque des faits. L'élément subjectif de l'infraction n'était pas donné, dès lors qu'il était admis qu'il n'avait pas franchi de "portail zone 30" et que, selon son appréciation de la situation, il ignorait ainsi se trouver dans une telle zone. Il avait exposé, de façon constante, que le simple marquage d'un chiffre 30 au sol n'était pas pour lui une indication de cela. Le Tribunal fédéral avait admis que l'intention n'était pas donnée lorsque la signalisation et la configuration de la route n'étaient pas claires dans l'esprit du conducteur. Il n'avait eu ni conscience ni volonté de commettre un excès de vitesse par rapport à une limitation de vitesse à 30 km/h, le dol éventuel n'entrant pas en considération. La négligence que l'on pouvait tout au plus lui reprocher ne permettait qu'une application de l'art. 90 al. 1 LCR. e. Dans un courrier subséquent, l'appelant relève encore qu'une modification de la LCR venait d'être adoptée par le Conseil National le 9 mars 2022. Celle-ci prévoyait notamment la suppression de la peine plancher prévue à l'art. 90 al. 3 LCR et laissait ainsi la possibilité aux juges d'infliger une peine pécuniaire au lieu d'une peine privative de liberté minimale d'un an. Partant, si sa culpabilité devait être retenue de ce chef, il sollicitait la suspension de la procédure jusqu'à la révision effective de la loi, afin d'appliquer la lex mitior. f. Le TP s'est intégralement référé à son jugement. D. A______ est né le ______ 1954 à Genève, canton d'où il est originaire. Il est marié et père de cinq enfants majeurs. Il travaille en tant que directeur de la société C______ SA pour un revenu mensuel d'environ CHF 8'000.- brut. Son loyer s'élève à CHF 1'800.- par mois. Il n'a pas d'antécédents judiciaires. EN DROIT : 1. 1.1. L'appel est recevable pour avoir été interjeté et motivé selon la forme et dans les délais prescrits (art.”
Bei der Prüfung der Nähe der Verwirklichung und der objektiven Schwere einer groben Verkehrsregelverletzung sind konkrete Umstände, namentlich Tageszeit, Verkehrsdichte und Sichtverhältnisse, zu berücksichtigen.
“20 Metern zwischen der Lichtsignalanlage und der Ein- fahrt auf den Parkplatz beim Bahnhof F._____ sehr gut überblicken können. Wäh- rend ihrer weiteren Fahrt über den Parkplatz bis zum Wiedereinbiegen auf die I._____-strasse habe sie sich sodann verkehrsregelkonform verhalten und zu je- dem Zeitpunkt sehen können, dass ihr kein anderes Fahrzeug entgegenkomme. Sie habe mithin keine erhöht abstrakte Gefährdung für die Sicherheit anderer Ver- kehrsteilnehmer geschaffen. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG sei daher nicht erfüllt (Urk. 99 Rz 6 ff.). Dasselbe gelte mit Bezug auf den subjektiven Tatbestand: Da die Beschuldigte aufgrund der konkreten Verkehrssituation und ihrer Fahrweise stets habe erkennen können, dass ihr kein anderes Fahrzeug ent- gegenkomme, habe sie nicht in Kauf genommen, mit einem anderen Verkehrsteil- nehmer zu kollidieren oder eine erhöhte abstrakte Gefahr für die Verkehrssicher- heit zu schaffen (Urk. 99 Rz 10). 4.2.Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen des Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG ausführlich und zutreffend dargelegt (Urk. 85 S. 20 f.). Auf die ent- sprechenden Erwägungen kann daher verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist nochmals hervorzuheben, dass der Tatbestand der groben Verkehrsregel- verletzung in objektiver Hinsicht voraussetzt, dass der Täter eine wichtige Ver- kehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet, wobei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine er- höhte abstrakte Gefährdung genügt. Wesentliches Kriterium für die Annahme ei- ner erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände – Tageszeit, Verkehrs- dichte, Sichtverhältnisse – der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_85/2023 vom 8. November 2023 E.”
“Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände – Tageszeit, Verkehrs- dichte, Sichtverhältnisse – der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_85/2023 vom 8. November 2023 E. 1.2.1; je mit Hinweisen). - 32 - Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwie- gend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahr- lässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). 4.3.Es steht ausser Frage, dass die Beschuldigte durch die Nichtbeachtung ei- nes Rotlichtsignals am Bahnhof F._____ eine für die Gewährleistung der Sicher- heit im Strassenverkehr elementare Verkehrsregel in objektiv schwerer Weise missachtete (vgl. BGE 123 IV 88 E. 4.c mit Hinweis). Die zentrale Frage ist vorlie- gend, ob sie durch ihr Fahrverhalten die Verkehrssicherheit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ernsthaft gefährdete, d.h. ob sie eine konkrete oder erhöhte abstrakte Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer schuf. 4.4.Zur allgemeinen Verkehrssituation ist zunächst festzuhalten, dass es sich um ein temporäres Rotlicht aufgrund einer Baustelle auf der I._____-strasse nahe des Bahnhofs F._____ handelte. Für die I._____-strasse gilt – zumindest soweit sie am Bahnhof F._____ vorbeiführt – eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Das Rotlicht war somit nur vorübergehend aufgestellt worden, um den Verkehrs- fluss um die Baustelle in einer verkehrsberuhigten "Tempo-30-Zone" zu regulie- ren. Zur Tatzeit herrschten gute Sichtverhältnisse. Allerdings war die Fahrbahn am äusseren Rand teilweise mit Resten von Eis und Schnee bedeckt. Hinzu kommt, dass aufgrund des Standorts des Rotlichtsignals in der unmittelbaren Nähe des Bahnhofs F._____ und der Tageszeit ein gewisses Verkehrsaufkom- men nicht auszuschliessen war. Aus der zeitlich längeren Videoaufnahme (Urk. D2/2/9, IMG_1994-converted) er- gibt sich (ab ca.”
“Grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Dossier 1-4 2.1.1.Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsre- geln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Tä- ter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Ge- fährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Ge- fahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt. Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rück- sichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässig- keit. Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit sei- ner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht.”
“Theoretische Grundlagen Für die theoretischen Grundlagen zu Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1558; S. 61 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung eine ernsthafte Gefährdung der Verkehrssicherheit voraus. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung des Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 je mit Hinweisen). Eine konkrete Gefahr oder Verletzung ist nicht verlangt (Urteil BGer 6B_462/2019 E. 1.1.1). Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, mithin ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93 E. 3.1 mit Hinweisen). Rücksichtslosigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist bloss mit Zurückhaltung anzunehmen. Insbesondere darf nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen werden. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten ist, wiegt auch subjektiv schwer (BGE 142 IV 93 E.”
Die Rechtsprechung anerkennt, dass ein besonders skrupelloses Verhalten in Fällen schwerer Verletzung der Verkehrsregeln als subjektives Tatbestandsmerkmal in Betracht kommen kann und dass das Fehlen von Skrupeln auch bei der Beurteilung von Schuld und bei der Strafzumessung berücksichtigt werden kann.
“Pour le reste, comme le relève le recourant, la cour cantonale a retenu que le comportement du recourant dénotait une absence particulière des scrupules. 4.2.4.1. Il est vrai que l'absence (particulière) de scrupules est un élément constitutif subjectif de certaines infractions, telles que l'assassinat (art. 112 CP; cf. ATF 141 IV 62 consid. 4.1; arrêt 6B_545/2022 du 4 janvier 2023 consid. 4.2.2), la mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP; cf. arrêts 6B_859/2022 du 6 mars 2023 consid. 2.1; 6B_386/2022 du 20 décembre 2022 consid. 2.1; 6B_418/2021 du 7 avril 2022 consid. 5.1) ou encore la violation grave d'une règle de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR; dans le cadre de cette infraction, le comportement sans scrupules, comme élément constitutif subjectif, dérive de la jurisprudence, cf. ATF 142 IV 93 consid. 3.1; ATF 131 IV 133 consid. 3.2; arrêt 6B_1109/2022 du 22 mai 2023 consid. 3.1.1 et les arrêts cités). 4.2.4.2. Néanmoins, l'absence de scrupules peut aussi être, dans la détermination de la culpabilité de l'auteur (art. 47 CP), un critère pertinent à charge à prendre en compte lors de la fixation de la peine (cf. LOÏC PAREIN, L a fixation de la peine, de l'homme coupable à l'homme capable, 2010, p. 128). Dans ce sens, l'absence totale de scrupules peut par exemple être un élément objectif à prendre en considération dans l'analyse du caractère répréhensible de l'acte ou un élément subjectif pour l'évaluation de l'intensité délictuelle de l'auteur au moment de l'acte (cf. QUELOZ/MANTELLI-RODRIGUEZ, in Commentaire romand, Code pénal I, 2e éd. 2021, nos 19 et 28 ad art. 47 CP; WIPRÄCHTIGER/KELLER, in Basler Kommentar, Strafrecht, vol.”
“Si l'autorité de première instance n'a pas exclu que le recourant avait pu être surpris par la vitesse croissante de la trottinette, elle a toutefois relevé que certains éléments au dossier, notamment le message adressé à la police, pouvaient laisser penser que l'intéressé s'érigeait en justicier (jugement de première instance du 8 mai 2019 p. 9). Aussi, l'éventuelle surprise plaidée par le recourant ne constitue pas un indice permettant de retenir l'existence de scrupules dans sa démarche. En tant que le recourant rappelle que la visibilité était bonne, que la chaussée n'était pas glissante et qu'aucune voiture ne venait en face, il ne fait que confirmer le raisonnement cantonal quant au caractère fautif de son comportement. Il en résulte que la condamnation du recourant pour violation grave des règles de la circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR est conforme au droit fédéral. C'est en vain que le recourant effectue un parallèle entre le cas d'espèce et d'autres causes présentant des circonstances différentes, dans lesquelles les dispositions pénales topiques (art. 90 al. 1 et 2 LCR) ne font pas l'objet de la discussion (arrêts 6B_55/2018 du 17 mai 2018 et 1C_280/2012 du 28 juin 2013). Au demeurant, dans un arrêt examinant précisément l'applicabilité de l'art. 90 al. 2 LCR, publié aux ATF 99 IV 279, la violation grave des règles de la circulation a été admise s'agissant d'un conducteur qui, après avoir rattrapé un véhicule, s'est rabattu à une distance insuffisante de celui-ci et a freiné immédiatement (cf. également GERHARD FIOLKA, in Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, n° 84 ad art. 90 LCR). Pour le surplus, le recourant ne conteste pas avoir réalisé les conditions de violation simple des règles de la circulation, ainsi que l'a retenu la cour cantonale.”
Bei zeitlich eng aufeinanderfolgenden, gleichartigen Verkehrsregelverletzungen (im vorliegenden Fall zwei Verursachungen vermeidbaren Lärms im Abstand von rund 10 Minuten) kommt in der Praxis das Verschlechterungsverbot zur Anwendung, wodurch ein mehrfacher Schuldspruch grundsätzlich ausser Betracht fallen kann; es bleibt insoweit nur ein einziger Schuldspruch. (Sachverhalt gestützt durch SK 23 500+501.)
“Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 42 Abs. 1 SVG, welche durch Art. 33 der Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) konkretisiert wird, zuwider und erfüllte den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Es liegen zwei Handlungen mit einem Zeitabstand von rund 10 Minuten vor (vgl. Anzeigerapport vom 2. August 2021; pag. 211). Ein Schuldspruch wegen mehrfachen Verursachens von vermeidbarem Lärm fällt aufgrund der Geltung des Verschlechterungsverbots jedoch ausser Betracht. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 in H.________(Ortschaft), Y.________ (Brücke) und X.________(Strasse), durch Verursachen von vermeidbarem Lärm schuldig zu sprechen. 12. Vorwurf des Missachtens eines Verbotssignals für Motorfahrzeuge 12.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft), AB.________(Strasse), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ missachtete mit einem Motorrad das Verbotssignal für Motorfahrzeuge. 12.2 Beweismittel Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1150). Ergänzend zu den von der Vorinstanz genannten Beweismitteln liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung vor. Auf eine Zusammenfassung dieser Aussagen wird verzichtet und es wird, soweit relevant, direkt im Rahmen der Beweiswürdigung darauf eingegangen. 12.3 Beweiswürdigung und Beweisergebnis der Vorinstanz Für die Erwägungen der Vorinstanz kann auf Ziffer II.11.3 vorne verwiesen werden. Die Vorinstanz kam beweiswürdigend zum Schluss, dass auf den Sachverhalt gemäss Anklageschrift abzustellen ist (S.”
“Dabei verursachte er vermeidbaren Lärm, indem er den Motor des Motorrades unnötig aufheulen liess, und zwar ein erstes Mal beim/nach dem Abbiegen vom X.________(Strasse) herkommend auf die Y.________(Brücke) und das zweite Mal auf dem X.________(Strasse) in Richtung Bahnhof H.________ (Ortschaft) auf der Höhe des Hotels AC.________(Hotel). 11.8 Rechtliche Würdigung 11.8.1 Gesetzliche und theoretische Grundlagen Für die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1160 f.). 11.8.2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr in H.________(Ortschaft) vermeidbaren Lärm verursacht, indem er den Motor des Motorrades zwei Mal unnötig aufheulen liess. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 42 Abs. 1 SVG, welche durch Art. 33 der Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) konkretisiert wird, zuwider und erfüllte den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Es liegen zwei Handlungen mit einem Zeitabstand von rund 10 Minuten vor (vgl. Anzeigerapport vom 2. August 2021; pag. 211). Ein Schuldspruch wegen mehrfachen Verursachens von vermeidbarem Lärm fällt aufgrund der Geltung des Verschlechterungsverbots jedoch ausser Betracht. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 in H.________(Ortschaft), Y.________ (Brücke) und X.________(Strasse), durch Verursachen von vermeidbarem Lärm schuldig zu sprechen. 12. Vorwurf des Missachtens eines Verbotssignals für Motorfahrzeuge 12.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft), AB.________(Strasse), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag.”
“Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 42 Abs. 1 SVG, welche durch Art. 33 der Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) konkretisiert wird, zuwider und erfüllte den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Es liegen zwei Handlungen mit einem Zeitabstand von rund 10 Minuten vor (vgl. Anzeigerapport vom 2. August 2021; pag. 211). Ein Schuldspruch wegen mehrfachen Verursachens von vermeidbarem Lärm fällt aufgrund der Geltung des Verschlechterungsverbots jedoch ausser Betracht. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 in H.________(Ortschaft), Y.________ (Brücke) und X.________(Strasse), durch Verursachen von vermeidbarem Lärm schuldig zu sprechen. 12. Vorwurf des Missachtens eines Verbotssignals für Motorfahrzeuge 12.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft), AB.________(Strasse), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ missachtete mit einem Motorrad das Verbotssignal für Motorfahrzeuge. 12.2 Beweismittel Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1150). Ergänzend zu den von der Vorinstanz genannten Beweismitteln liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung vor. Auf eine Zusammenfassung dieser Aussagen wird verzichtet und es wird, soweit relevant, direkt im Rahmen der Beweiswürdigung darauf eingegangen. 12.3 Beweiswürdigung und Beweisergebnis der Vorinstanz Für die Erwägungen der Vorinstanz kann auf Ziffer II.11.3 vorne verwiesen werden. Die Vorinstanz kam beweiswürdigend zum Schluss, dass auf den Sachverhalt gemäss Anklageschrift abzustellen ist (S.”
Auf Autobahnen gelten die Zwei‑Sekunden‑Regel bzw. die «1/6‑Tacho»‑Faustregel als anerkannte Mindeststandards bzw. Richtschnur zur Beurteilung, ob ein ungenügender Abstand eine grobe Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG begründet.
“Le juge peut fonder une condamnation sur un faisceau d'indices ; en cas de versions contradictoires, il doit déterminer laquelle est la plus crédible. En d'autres termes, ce n'est ni le genre ni le nombre des preuves qui est déterminant, mais leur force de persuasion (Verniory, in : CR CPP, op. cit., n. 34 ad art. 10 CPP et les références citées). 4.3. L'art. 34 al. 4 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01) prévoit que le conducteur doit observer une distance suffisante notamment lorsque des véhicules se suivent. Cette disposition est concrétisée à l'art. 12 al. 1 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11), selon lequel lorsque des véhicules se suivent, le conducteur se tiendra à une distance suffisante du véhicule qui le précède, afin de pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. L'irrespect d'une distance suffisante constitue une violation simple (art. 90 al. 1 LCR), le cas échéant grave (art. 90 al. 2 LCR) des règles de la circulation (TF 6B_110/2017 du 12 octobre 2017 consid. 2.1). Ce qu'il faut comprendre par « distance suffisante » au sens de l'art. 34 al. 4 LCR doit être déterminé au regard de toutes les circonstances, telles qu’en particulier la configuration des lieux, la densité du trafic, la visibilité et le véhicule en cause. Il n'y a pas de règle générale développée par la jurisprudence qui indiquerait à partir de quelle distance une violation des règles de la circulation pourrait être retenue. Les règles des deux secondes ou du « demi-compteur » (30 m à 60 km/h ; 40 m à 80 km/h, etc., avec le conseil de calculer plus largement au-delà de 100 km/h et qui comporte déjà une certaine marge de sécurité dès lors que ces distances correspondent à un intervalle de 1,8 secondes) constituent cependant des standards minimaux habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1 ; TF 6B_110/2017 du 12 octobre 2017, consid. 2.1 ; cf. aussi Weissenberger, op. cit., n. 53 ad art. 34 LCR ; Bussy et alii, Code suisse de la circulation routière, 4e éd, Bâle 2015, pp.”
“Sekunden) und die Zwei-Sekunden-Regel ab (zum Ganzen BGE 131 IV 133 E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil BGer 1C_442/2017 vom 26. April 2018 E. 2.2). Diese Distanz entspricht ungefähr der Anhaltestrecke bei plötzlichem ordnungsgemässem Bremsen und Anhalten des vorausfahrenden Personenwagens (BGE 104 IV 192 E. 2b). Für die Beurteilung, ob eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG anzunehmen ist, wird als Richtschnur die Regel "1/6-Tacho" bzw. ein Abstand von”
“Urteil des Bundesgerichts 6B_1139/2019 vom 3. April 2020, E. 2.2.). Wie die Vorinstanz ausführte, anerkannte das Bundesgericht zwar, dass im dichten Stadtverkehr nicht strikte auf die «Zwei-Sekunden»- oder «halber Tacho»-Regel abgestellt werde könne, pflichtete jedoch bei, dass diese Regel auf Autobahnen unverzichtbar sei, selbst wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht ausgefahren werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_502/2016 vom 13. September 2016 E. 2 f.). Weiter kann auch bei Unterschreitung des Mindestabstandes auf einer verhältnismässig kurzen Strecke eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer und damit eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln angenommen werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_534/2008 vom 13. Januar 2009 E. 3.5.: ungenügender Abstand während einer Strecke von mindestens 300 m auf der Autobahn). Der Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG kann sowohl vorsätzlich als auch fahrlässig begangen werden (Art. 100 Ziff. 1 SVG). Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nach der Rechtsprechung ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; 130 IV 32 E. 5.1.; 126 IV 192 E. 3.; 123 IV 88 E. 2a und 4a; 118 IV 285 E. 4.). Der Täter muss sowohl die grobe Verkehrsregelverletzung als auch die Schaffung der Gefahr zumindest in Kauf nehmen, wobei Inkaufnehmen nicht Eventualvorsatz meint, sondern bloss grobe Fahrlässigkeit (Fiolka, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2. Auflage 2014, N 93 zu Art. 90 SVG). Diese ist zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen, also unbewusst fahrlässig gehandelt hat (BGE 130 IV 32 E. 5.1. mit Hinweis). In solchen Fällen ist grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, wenn das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht (BGE 118 IV 285 E.”
In Ausnahmefällen kann eine überaus niedrige, aus ökologischen Gründen erlassene Höchstgeschwindigkeit bei der Würdigung der Tat mildernd berücksichtigt werden; dort, wo die Beschränkung im Verhältnis zur Qualität der Infrastruktur offensichtlich überzogen ist, wurde gelegentlich angenommen, das Überschreiten der Limite könne nicht als «grobe» Regelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2, sondern nur als einfache Verstoss nach Art. 90 Abs. 1 zu qualifizieren sein. Dies ist eine restriktiv anzuwendende, einzelfallbezogene Ausnahme.
“2 LCR. S’agissant des circonstances favorables du cas d’espèce, on ne pourrait éventuellement en tenir compte que dans des situations particulières, comme par exemple, sur l’autoroute, si un excès de vitesse est commis sur un tronçon où la limitation est excessivement basse au regard de la qualité des infrastructures routières, pour des raisons écologiques. On pourrait ainsi retenir que le dépassement de la vitesse autorisée ne constitue pas un cas grave selon l’art. 90 al. 2 LCR mais une violation simple selon l’art. 90 al. 1 LCR (Jeanneret, Les dispositions pénales de la Loi sur la circulation routière (LCR), Commentaire Stämpfli CS, 2007, art. 90 n. 49). Cela n’est toutefois pas le cas en l’espèce et la jurisprudence du Tribunal fédéral en matière d’excès de vitesse est claire et ne laisse aucune marge de manœuvre, sous réserve des considérations qui précèdent. Partant, l’appelant doit être reconnu coupable de violation grave des règles de la circulation routière (excès de vitesse; art. 90 al. 2 LCR). 3. 3.1. L’appelant conteste également s’être rendu coupable de complicité d’induction de la justice en erreur, sans toutefois motiver son grief. 3.2. Le Juge de police a retenu que la démarche de D.________ de se dénoncer était, dans un premier temps, selon ses propres termes, « honnête », en ce sens qu’il venait régulièrement en Suisse à cette période et que son frère lui prêtait alors un véhicule pour rencontrer des investisseurs. Par contre, dans la mesure où lors de l’audition de confrontation devant le Ministère public, le 16 février 2015, les photos-radar ont été présentées à D.________ en présence de A.________ et que ce dernier n’est pas intervenu lorsque son frère cadet s’est faussement accusé pour la commission de l’infraction routière, dans la mesure également où A.________ a, par la suite, laissé son frère répéter dans son courrier du 26 février 2015 qu’il était le conducteur alors même qu’il le savait innocent, il s’est rendu coupable de complicité d’induction de la justice en erreur (cf.”
Bleiben nach der Beweiswürdigung Zweifel, ob eine Ablenkung (z.B. durch Bedienung eines Mobiltelefons) die Fahrzeugführung erschwert hat, ist zugunsten des Beschuldigten von keiner beeinträchtigten Fahrzeugführung auszugehen und der Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG nicht nachgewiesen; in solchen Fällen führt dies zum Freispruch (in dubio pro reo).
“Es kann ebenso gut sein, dass der Beschuldigte die Einstel- lung des Tempomats, die Musiklautstärke oder ähnliches bediente. Ein (kurzer) Blick nach unten lässt denn auch nicht darauf schliessen, dass der Beschuldigte derart abgelenkt gewesen sein müsste, um nicht adäquat auf unvorhersehbare Verkehrsverhältnisse reagieren zu können. Es wurden ferner auch keine Schlan- genlinien oder sonstige unkonzentrierte Fahrverhaltensweisen vom Zeugen im Polizeirapport festgehalten oder anlässlich seiner Befragung zu Protokoll gege- ben. Vor diesem Hintergrund ist zugunsten des Beschuldigten in dubio pro reo da- von auszugehen, dass seine Aufmerksamkeit nicht durch das Bedienen eines Mo- biltelefons beeinträchtigt und damit die Fahrzeugführung erschwert gewesen ist. Ein fehlbares Verhalten des Beschuldigten ist folglich nicht ohne Zweifel nach- weisbar, weshalb der Beschuldigte freizusprechen ist. 3.Im Ergebnis kann der objektive Sachverhalt gemäss Strafbefehl mit den vor- handenen Beweismitteln nicht erstellt werden. In der Folge ist der Beschuldigte der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV nicht schuldig und ist freizusprechen. IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 1.In Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte mit seinem Berufungsbegehren vollumfänglich obsiegt und vom Anklagevorwurf freizusprechen ist, sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens auf die Gerichts- - 11 - kasse zu nehmen. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz (Art. 426 Abs. 2 und Art. 428 Abs. 1 StPO). 2.Dem Beschuldigten steht für die Kosten seiner erbetenen Verteidigung im Strafverfahren ausgangsgemäss eine Parteientschädigung zu (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Die vom Beschuldigten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren gel- tend gemachte Entschädigung von Fr. 5'909.60 (inkl. MwSt; Urk. 11 und Urk. 37/1- 2) erscheint angemessen. Entsprechend ist ihm für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte im Rahmen der Untersuchung und der beiden Gerichts- verfahren eine Prozessentschädigung in der beantragten Höhe aus der Gerichts- kasse zuzusprechen (Art.”
“Mais, d'autre part, les versions des parties demeurent diamétralement opposées et l'unique preuve administrée par l'accusation pour les départager, soit l'audition du témoin C______, enseignant, s'avère être essentiellement à décharge. D'un point de vue objectif, il subsiste donc un doute. Le MP échoue dans la preuve qui lui incombe. L'appelant sera acquitté du chef d'injure. Le jugement entrepris sera réformé sur ce point. 3.2. À l'approche du passage pour piétons, l'appelant, au volant de son véhicule, devait accorder la priorité à la partie plaignante et à ses jeunes protégés. Le fait que la première était en train de rassembler les seconds sur le trottoir ne laissait planer aucun doute sur leur intention de traverser le passage pour piétons et sur l'imminence d'une telle action. Tout comme le témoin, l'appelant l'avait identifié – il l'admet. Il ne pouvait unilatéralement s'arroger la priorité d'un (simple) geste de la main, en guise de merci, en tablant sur le fait qu'on le laisserait passer. En manquant de leur faciliter la traversée de la chaussée, il a contrevenu à son devoir (accru) de prudence et violé les règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Le jugement entrepris sera confirmé sur ce point. 3.3. Faute de commission d'un crime ou d'un délit durant le délai d'épreuve, il n'y a pas lieu de trancher la question de l'éventuelle révocation du sursis accordé le 10 juin 2020 (art. 46 al. 1 CP), respectivement de renoncer formellement à en ordonner la révocation (art. 46 al. 2 CP) comme l'a fait le TP. 4. L'appelant sera mis à l'amende (art. 106 al. 1 CP). Celle fixée par le premier juge (CHF 240.-) tient compte adéquatement de sa faute et de sa situation personnelle et financière (art. 106 al. 3 CP). Le montant de l'amende n'est au demeurant pas discuté au-delà de l'acquittement plaidé. 5. L'appelant, qui obtient gain de cause et succombe en partie, supportera la moitié des frais de la procédure d'appel, qui comprennent un émolument de CHF 500.- (art. 428 al. 1 CPP et 14 al. 1 let. e RTFMP). Il n'y a pas lieu d'en faire supporter le solde à la partie plaignante (cf. arrêt du Tribunal fédéral 6B_438/2013 du 18 juillet 2013, consid.”
“Sachverhalt: A. A.________ fuhr am Sonntag, 26. April 2020, um 14.30 Uhr mit seinem Personenwagen von Appenzell Richtung Eichberg. B.________, welcher vor A.________ fuhr, hielt auf Höhe der Liegenschaft U.________strasse xxx zwecks kreuzen mit dem Gegenverkehr am rechten Rand der Fahrbahn an. A.________ konnte nicht rechtzeitig bremsen, wich nach rechts auf die Wiese aus, fuhr durch den Holzzaun in einen Graben und kam bei einer Scheune zum Stillstand. Er touchierte den Personenwagen von B.________ leicht am linken Heck sowie riss er ein Stück Metallzaun vom Fahrbahnrand weg. Durch herumfliegende Teile wurden zwei weitere, stehende Fahrzeuge leicht beschädigt. B. Am 25. September 2020 erliess die Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell I.Rh. einen Strafbefehl gegen A.________ wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG sowie einfacher Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG. Sie bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 180.--, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, einer (Übertretungs-) Busse von Fr. 400.-- sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 1'500.--. Dagegen erhob A.________ Einsprache. Die Staatsanwaltschaft Appenzell I.Rh. hielt am Strafbefehl vom 25. September 2020 fest und überwies diesen als Anklageschrift an das Bezirksgericht Appenzell I.Rh.. C. Das Bezirksgericht Appenzell I.Rh. sprach A.________ mit Urteil vom 19. Oktober 2021 vom Vorwurf der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG frei. Es verurteilte ihn wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG und bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 180.-- unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Gegen dieses Urteil erhob A.________ Berufung. D. Mit Urteil vom 14. November 2022 stellte das Kantonsgericht des Kantons Appenzell I.Rh. die Rechtskraft des Freispruchs fest und wies die Berufung ab.”
Nach jüngerer Bundesgerichtspraxis können Widerhandlungen nach Art. 90 Abs. 2 SVG je nach den konkreten Tatumständen als "schwere Straftat" im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO qualifiziert werden. Entscheidend sind die Umstände des Einzelfalls (z.B. offensichtlich krass übersetzte Geschwindigkeit, gefährliches Überholen auf der Gegenfahrbahn an unübersichtlicher Stelle), die das öffentliche Interesse an der Aufklärung höher wiegen lassen als die formellen Verwertungsinteressen des Beschuldigten.
“Der Beschwerdeführer macht jedoch geltend, dass eine grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) keine schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO darstelle. Ihm ist insoweit beizupflichten, dass dies tatsächlich langjährige Praxis des Bundesgerichts war (BGE 147 IV 16 E. 7.2, 146 IV 226 E. 4 und 137 I 218 E. 2.3.5.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1288/2019 vom 21. Dezember 2020 E. 2.6, 6B_1404/2019 vom 17. August 2020 E. 1.4 und 6B_553/2015 vom 18. Januar 2016 E. 2.2, nicht publ. in BGE 142 IV 23). Diese Rechtsprechung wurde indes mit Entscheid des Bundesgerichts 6B_821/2021 vom 6. September 2023 dahingehend präzisiert, dass je nach Umständen des Einzelfalls sehr wohl auch Widerhandlungen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG als schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO qualifiziert werden können (dort E. 1.5.4 [nicht publiziert in BGE 149 IV 369]; ferner Urteil des Bundesgerichts 7B_184/2022 vom 30. November 2023 E. 2.6).”
“Rechtsprechung des Bundesgerichts zur schweren Straftat i.S.v. Art. 141 Abs. 2 StPO im Bereich von Art. 90 Abs. 2 (a)SVG Das Bundesgericht hat sich mit Urteil 6B_821/2021 vom 6. September 2023 eingehend mit der Frage befasst, ob grobe Verkehrsregelverletzungen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG als schwere Straftaten gemäss Art. 141 Abs. 2 StPO gewertet werden können, und bejahte dies im Grundsatz. Aus den Erwägungen geht hervor, dass auch bei Art. 90 Abs. 2 SVG die konkreten Tatumstände massgebend sind. Bezogen auf den konkret zu beurteilenden Fall erwog es was folgt (Urteil des Bundesgerichts 6B_821/2021 vom 6. September 2023 E. 1.5.4.2., nicht publiziert in BGE 149 IV 369): Unbesehen davon, dass die Vorinstanz das vorschriftswidrige Überholen und das Fahren auf der Gegenfahrbahn an einer unübersichtlichen Stelle je isoliert als Delikt nach Art. 90 Abs. 2 SVG wertete, sind diese Verkehrsregelverletzungen ebenso als schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO einzustufen. Bei offensichtlich krass übersetzten Geschwindigkeiten, gefährdete der Beschwerdeführer beim Überholen einen aus der Gegenrichtung herannahenden Motorradfahrer massiv und fuhr er in einer unübersichtlichen Rechtskurve auf der linken Fahrbahn, sodass es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Kollision gekommen wäre, wäre ein anderes Fahrzeug entgegengekommen. Das öffentliche Interesse an der Aufklärung dieser beiden Taten ist damit höher als dasjenige des Beschwerdeführers an der rechtskonformen Erhebung resp. der Unverwertbarkeit der Videoaufnahmen zu gewichten. Dasselbe muss schlechterdings in Bezug auf den Vorwurf des unerlaubten Fahrens am 10. April 2015 gelten, beging der Beschwerdeführer dieses Delikt doch während einer Fahrt, auf der er wissentlich und willentlich ein erhöhtes Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern einging (vgl. E. 1.5.3 hiervor).”
“Sodann wendet sich der Beschwerdeführer gegen die Berücksichtigung des Fotos, welches die Zeugin aufgenommen hat. Auf seine diesbezüglichen Ausführungen ist nicht näher einzugehen. Denn die Vorinstanz gelangte bereits nach der Würdigung der Aussagen der Zeugen und des Beschwerdeführers zum willkürfreien Schluss, dass sich der angeklagte Tatvorwurf 1 verwirklicht hatte. Der guten Ordnung halber ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass nach der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch Widerhandlungen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG als schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO qualifiziert werden können (Urteile 7B_184/2022 vom 30. November 2023 E. 2.6; 6B_821/2021 vom 6. September 2023 E. 1.5.4, nicht publiziert in BGE 149 IV 369).”
Für Art. 90 Abs. 3 SVG ist eine höhere Gefährdung erforderlich als für Abs. 2; diese höhere Stufe verlangt eine unmittelbarere, besonders naheliegende Möglichkeit der Verwirklichung der Gefahr. Die Abgrenzung zu Abs. 2 erfolgt daher nach der Nähe und der Intensität der konkreten Gefährdung.
“Erwägungen der Kammer Der vorinstanzlichen Subsumtion kann sich die Kammer nur teilweise anschliessen. Vorab ist Folgendes festzuhalten: In der SVG-Praxis findet der Tatbestand der Gefährdung des Lebens oft Anwendung auf Sachverhalte, welche auch die Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 3 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) erfüllen. Bei Art. 90 Abs. 3 muss eine Gefahr vorliegen, die höher ist als jene gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG. Analog der Lebensgefährdung nach Art. 129 StGB muss bei Art. 90 Abs. 3 SVG die Gefahr eine unmittelbare sein, nicht jedoch eine unausweichliche; die nahe Möglichkeit des Erfolgseintritts genügt (Urteil des Bundesgerichts 6B_148/2016 vom 29. November 2016 E. 1.3.2; ist der Tatbestand der Lebensgefährdung erfüllt, tritt Art. 90 Abs. 3 SVG aber dahinter zurück; Wohlers/Cohen, in: Strassenverkehr 4/2013, S. 5, 15, mit Hinweisen auf die Lehre). Daraus und aus der Tatsache, dass vorliegend eine rechtskräftige Verurteilung wegen Art. 90 Abs. 2 (und nicht Abs. 3) SVG vorliegt, kann nun aber nicht automatisch der Umkehrschluss gezogen werden, es sei damit erwiesen, dass die verursachte Gefährdung die Schwelle der Lebensgefährdung nicht erreicht habe. Es ist nämlich auch denkbar, dass aus anderen, formellen Gründen nicht Anklage nach Art. 90 Abs. 3 SVG erhoben wurde oder dass eine solche ganz einfach irrtümlich nicht erfolgte. Die Frage der unmittelbaren Lebensgefahr ist somit vorliegend unabhängig vom rechtskräftigen Schuldspruch wegen Art.”
“Die Tat muss das Risiko eines Unfalls für die körperliche Integrität oder das Leben von Menschen schaffen, wobei dabei Dritte und nicht der Täter selbst betroffen sein müssen. Die Gefahr muss unmittelbar sein, wobei die nahe Möglichkeit des Erfolgseintritts genügt. Unter die Fallgruppe des waghalsigen Überholens werden primär Überholmanöver eingestuft, welche ohne ausreichende Sicht oder bei nahendem Gegenverkehr ausgeführt werden. Das Verhalten muss gemeingefährlich beziehungsweise "verrückt", nicht nur gewagt, sondern unsinnig sein. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass es sich um eine höhere als die in Art. 90 Abs. 2 SVG geforderte "ernstliche" Gefahr handeln muss. Diese muss analog der Lebensgefährdung nach Art. 129 StGB unmittelbar, nicht jedoch unausweichlich sein. Dabei sind die konkreten Umstände zu berücksichtigen, wie die Licht- und Sichtverhältnisse, die Strassen- und Witterungsverhältnisse, das Verkehrsaufkommen, die Abstände zu anderen Fahrzeugen sowie die Verletzung weiterer Verkehrsregeln. In Abgrenzung zur "ernstlichen Gefahr" nach Art. 90 Abs. 2 SVG muss bei Art. 90 Abs. 3 SVG eine besonders naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung verlangt werden. Aufgrund der konkreten Umstände muss diese Gefährdung möglichst nahe liegen und letztlich die Verwirklichung derselben nur vom Zufall abhängen. Der subjektive Tatbestand des Art. 90 Abs. 3 SVG erfordert Vorsatz bezüglich der Verletzung einer elementaren Verkehrsregel und der Risikoverwirklichung, wobei Eventualvorsatz genügt. Ein Gefährdungsvorsatz oder der Vorsatz, einen bestimmten Erfolg herbeizuführen, ist nicht erforderlich. Wer objektiv eine qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG begeht, erfüllt grundsätzlich auch die subjektiven Voraussetzungen des Tatbestands. Dem Richter kommt ein wenn auch begrenzter Handlungsspielraum zu, um die Erfüllung des subjektiven Tatbestands unter besonderen Umständen zu verneinen. Die Konkurrenzfrage zwischen der Verkehrsregelgefährdung und der fahrlässigen Körperverletzung beziehungsweise fahrlässigen Tötung klärte das Bundesgericht bereits in einem Entscheid aus dem Jahr 1965.”
Schuldbekenntnisse oder Verurteilungen wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln können als einschlägiger Vorfall im Sinne von Art. 90 Abs. 2 gewertet werden. Nach der Rechtsprechung sind ausserdienstliche Taten dem zivilen Strafrecht zuzuweisen; Militärstrafrecht findet in solchen Fällen keine Anwendung. Bei geleisteten Zahlungen ist zu prüfen, für welchen konkreten Tatbestand die Zahlung erfolgte, da Zahlungen anderer Delikte nicht ohne Weiteres als Erledigung einer nach Art. 90 Abs. 2 verhängten Sanktion gelten.
“Ensuite, une reconnaissance de culpabilité d’infraction grave à la loi sur la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) constitue indubitablement « un crime ou un délit routier ayant gravement mis en danger la sécurité de tiers ou ayant entraîné des blessures ou la mort de tiers » (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1236/2023 du 22 avril 2024 consid. 3.3) – tout comme la commission de l’infraction prévue à l’art. 90 al. 3 LCR ou la conduite en état d’incapacité par exemple. S’il n’est pas exclu que tel soit également le cas d’autres infractions, rien n’indique que chacune des dispositions mentionnées dans les recommandations CMP empêcherait l’application de l’art. 90 al. 3ter LCR – contrairement à ce que fait valoir le Parquet général. Au contraire, comme constaté ci-dessus (ch. 11.4), elles ne sauraient être appliquées telles quelles par les autorités judiciaires. Au contraire, une application stricte de ces recommandations telle que préconisée par le Parquet général risquerait de limiter la marge de manœuvre supplémentaire que le législateur a voulu confier aux tribunaux. De l’avis de la 2e Chambre pénale, il convient de procéder à un examen du cas concret, afin de déterminer si les précédentes condamnations de l’auteur constituent un antécédent sens de l’art.”
“Ces signaux sont placés dès qu'il existe une zone bâtie de façon compacte sur l'un des deux côtés de la route, respectivement à partir de l'endroit où ni l'un ni l'autre des côtés de la route n'est bâti d'une façon compacte (art. 22 al. 3 de l'ordonnance du 5 septembre 1979 sur la signalisation routière [OSR ; RS 741.21]). La notion de zone bâtie de façon compacte n'exige pas des constructions contiguës ; il faut par ailleurs prendre en considération la zone entière et non pas seulement un court tronçon (arrêts du TF 6B_1445/2019 du 17 avril 2020 consid. 2.1, 6B_464/2015 du 8 février 2016 consid. 2.1). Ainsi, contrairement à ce que semble penser le recourant, on ne se trouve pas en présence d'une limitation générale de vitesse de 50 km/h uniquement dans les zones densément peuplées. Du reste, le recourant ne soutient pas que la limite de vitesse fût de 80 km/h aux endroits concernés. 5.2 Il est in casu établi que pour ces faits, le recourant a été reconnu coupable de violation grave des règles de la circulation routière, en application de l'art. 90 al. 2 LCR. Pour rappel, cette disposition réprime d'une peine privative de liberté de trois ans au plus le comportement de celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque. Cette infraction est ainsi constitutive de délit (cf. art. 10 al. 3 du code pénal suisse du 21 décembre 1937 [CP ; RS 311.0]). Partant, le motif de non-recrutement de l'art. 21 al. 1 LAAM est manifestement réalisé. C'est ici le lieu de préciser, contrairement à ce que semble penser le recourant qui invoque, sans autre motivation, une violation de l'art. 9 al. 1 CP, que les actes qui lui sont reprochés ne sauraient être jugés d'après le droit pénal militaire, dès lors qu'ils ont été commis en dehors de tout devoir de service militaire. En raison des excès de vitesse reprochés, que le recourant ne conteste pas, celui-ci a été condamné, par jugement du 2 décembre 2022 du Tribunal de police, à une peine pécuniaire de 180 jours-amende assortie du sursis avec un délai d'épreuve de deux ans.”
“beziehen. Da aber die Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, auf welche sich der Strafbefehl bezieht (Führen eines Motorfahrzeugs trotz Entzug oder Aberkennung des Ausweises gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG), am 9. Oktober 2021 erfolgte, können jedenfalls die Zahlungen von siebenmal EUR 300. (Zahlungsdaten 29.4.2021 bis 4.10.2021) nicht für die dafür ausgesprochene Strafe erfolgt sein. Die ebenfalls eingereichte Quittung für eine Zahlung von EUR 3'205.60 vom 9. Oktober 2022 (Akten S. 46) bezieht sich ausdrücklich auf eine Widerhandlung nach Art. 90 Abs. 2 SVG (grobe Verletzung der Verkehrsregeln), nicht auf eine Widerhandlung nach Art. 95 Abs. 1 SVG (Führen eines Motorfahrzeugs trotz Entzug oder Aberkennung des Ausweises). Damit erweist sich das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe die verfahrensgegenständliche Strafe bereits bezahlt, prima vista als falsch. Für welche Bussen die von ihm geleisteten Zahlungen genau erfolgten, kann der Beschwerdeführer bei der Inkassostelle der Kantonspolizei in Erfahrung bringen.”
Zur Anwendung von Art. 90 Abs. 1 ist die konkret verletzte Verkehrsregel anzugeben. Als Beispiel kommt Art. 30 Abs. 2 LCR in Betracht (Ladung so zu disponieren, dass sie niemanden gefährdet oder behindert und nicht herunterfallen kann). Diese Vorschrift ist streng auszulegen; bei der Beurteilung ist auch an geringfügige Unfälle oder Ausrutscher (z. B. leichte Kollisionen, Rutschen auf nasser Fahrbahn oder Eis) zu denken.
“La libre appréciation des preuves implique que l'état de fait retenu pour construire la solution doit être déduit des divers éléments et indices, qui doivent être examinés et évalués dans leur ensemble (arrêts du Tribunal fédéral 6B_1169/2017 du 15 juin 2018 consid. 1.1 et 6B_608/2017 du 12 avril 2018 consid. 3.1). 2.1.3. Le principe de l'appréciation libre des preuves interdit d'attribuer d'entrée de cause une force probante accrue à certains moyens de preuve, comme des rapports de police. On ne saurait toutefois dénier d'emblée toute force probante à un tel document. Celui-ci est en effet, par sa nature, destiné et propre à servir de moyen de preuve, dans la mesure où le policier y reproduit des faits qu'il a constatés et il est fréquent que l'on se fonde, dans les procédures judiciaires, sur les constatations ainsi transcrites (arrêts du Tribunal fédéral 6B_753/2016 du 24 mars 2017 consid. 1.2 et les références citées ; 6B_146/2016 du 22 août 2016 consid. 4.1). 2.2.1. Conformément à l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la loi ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. Cette disposition étant abstraite et générale, elle doit être complétée par l'indication de la ou des règles concrètes de la circulation qui ont été violées (ATF 100 IV 71 consid. 1). 2.2.2 L'art. 30 al. 2 LCR, 2ème phrase, prévoit que le chargement doit être disposé de telle manière qu'il ne mette en danger ni ne gêne personne et qu'il ne puisse tomber. Cette disposition doit être comprise dans un sens strict. Il ne suffit pas d'assurer la stabilité du chargement en vue du seul trafic normal et des freinages subits, qui en font partie. La densité de la circulation, la multiplication des incidents et accidents de tous genres et de toutes gravités, justifient des exigences plus sévères. La stabilité du chargement et son immobilité sur le camion doivent être assurées en tenant compte d'accidents anodins, telle la collision bénigne, en chaîne ou non, tel le dérapage sur du sol mouillé ou sur du verglas, qui aboutit à une collision latérale contre un mur ou une barrière : ces accidents le plus souvent n'affectent pas gravement le véhicule ; tout au moins celui-ci reste sur ses roues et ne subit pas de dommage important.”
Ein unvermittelter Spurwechsel mit nur kurz gesetztem Blinksignal begründet für den korrekt fahrenden Gegenverkehr in der Regel keine Zumutbarkeit zur Gefahrenabwehr (keine Ausweichpflicht). Besteht durch das Manöver eine erhöhte abstrakte Gefährdung, kann dies bereits eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG darstellen.
“Der Tatbestand ist nicht erst bei Vorliegen eines Sachschadens oder gar erst bei der Verletzung von Personen, sondern bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung erfüllt, welche bei einem durch die Fahrweise des Beschuldigten her- vorgerufenen Bremsmanöver des Lenkers des Opel Corsa zweifelsohne vorgele- gen hätte. Es kann zudem gerade in der vorliegenden Situation nicht sein, dass die Pflicht zur Vermeidung eines Unfalls auf den korrekt fahrenden und vortrittsbe- rechtigten Lenker abgewälzt wird. Zwar hätte das Touchieren bei sofortigem und sehr starkem Bremsen des Fahrers des Opels allenfalls vermieden werden kön- nen. Es kann von diesem jedoch nicht erwartet werden, dass er, angesichts des- sen, dass der LKW zunächst auf seiner Höhe fuhr und relativ unvermittelt nach nur einem Blinklicht auf seine Fahrspur wechselte, innert Sekundenbruchteilen ei- - 8 - ne angemessenere Reaktion gezeigt hätte, als er dies getan hat. Der Tatbestand der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist damit als erfüllt zu betrachten.”
Eine einfache Verkehrsregelverletzung kann vom Tatbestand des Fahrens in fahrunfähigem Zustand konsumiert werden, sofern das Nichtbeherrschen des Fahrzeugs ausschliesslich auf die Trunkenheit zurückzuführen ist. Bestehen darüber hinaus andere, nicht alkoholbedingte Ursachen für das Nichtbeherrschen, liegt in der Regel echte Konkurrenz vor.
“Verkehrsregelverletzung Auch in Bezug auf die Verkehrsregelverletzung kann auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Act. B.2 E. 3.11 f.). Der Beschuldigte hat durch die Kollision bzw. Beschädigung der Glaswand den Tatbestand von Art. 31 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG zweifelsfrei erfüllt. Allenfalls könnte die Frage aufgeworfen werden, ob Art. 31 Abs. 1 SVG im vorliegenden Fall durch den Tatbestand des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG konsumiert wird. Dies wäre dann der Fall, sofern das Nichtbeherrschen des Fahrzeugs ausschliesslich auf die Trunkenheit zurückzuführen wäre (Urteil des Bundesgerichts 6A.82/2001 vom 12. September 2001 E. 2c/cc). Davon ist jedoch nicht auszugehen. Vielmehr dürfte die Kollision auf eine allgemeine Unachtsamkeit und allenfalls auf eine unnötige Hektik zurückzuführen sein. Somit liegt ein Fall von echter Konkurrenz vor.”
“Unerfindlich bleibt, was der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen zu Art. 90 Abs. 1 SVG zu erreichen sucht. Das erstinstanzliche Gericht ging davon aus, dass eine allfällige einfache Verkehrsregelverletzung wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs (Art. 31 Abs. 1 i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG) bei der Kollision mit der Signalinsel in Pfäffikon/SZ vom Fahren in angetrunkenem oder sonstwie fahrunfähigem Zustand (Art. 92 Abs. 1 lit. a SVG) konsumiert werde. Es seien nämlich keine konkreten Anzeichen für eine Unaufmerksamkeit seitens des Beschwerdeführers ersichtlich, die ausserhalb des nachgewiesenen Alkoholeinflusses lägen. Das erstinstanzliche Gericht berücksichtigte deshalb im Rahmen der Strafzumessung, dass sich durch die Kollision mit dem Signalpfosten die dem Führen eines Fahrzeugs unter Alkoholeinfluss immanente Gefahr verwirklicht habe. Die Vorinstanz ging gestützt auf diese "unangefochtene Konsumation" unter Hinweis auf das erstinstanzliche Urteil davon aus, dass sich Ausführungen zu Art. 90 Abs. 1 SVG erübrigten. Der Beschwerdeführer will dem Bundesgericht weismachen, die einzige "unangefochtene Konsumation" sei, dass er während rund sechs Stunden drei kleine Lagerbiere à 3,3 dl mit ca. 4,9 % Alkoholgehalt getrunken habe, die Vorinstanz aber unhaltbarerweise annehme, durch diese "Konsumation" habe er den Tatbestand von Art.”
Für den Nachweis einer groben Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG ist es nicht erforderlich, über die gesamte Strecke mathematisch exakt jeden Abstand zu belegen. Schätzungen der Distanz durch Polizeifunktionäre sowie augenscheinliche Feststellungen, etwa aus Videobildern, können den ungenügenden Abstand ausreichend nachweisen.
“Februar 2018 (460 17 144) entgegen, dass es für die Verwirklichung des Tatbestands der groben Verletzung von Verkehrsregeln bei ungenügendem Abstand keiner Mindeststrecke bedarf, wie dies von ihm geltend gemacht werde. Auch habe das Bundesgericht nie ausgeführt, dass eine grobe Verkehrsregelverletzung durch Nichteinhalten des Abstands erst ab einer Mindeststrecke von 132 Metern erfüllt sei. Vielmehr sei aufgrund von Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 der Verkehrsregelverordnung (VRV, SR 741.11) stets ein genügender Abstand einzuhalten. Insgesamt wäre es völlig verfehlt und würde der bundesgerichtlichen Rechtsprechung widersprechen, wenn über die gesamte Strecke einer Nachfahrmessung mathematisch exakt nachgewiesen werden müsste, wie gross der Abstand jeweils war. Das Bundesgericht habe bereits mehrfach bestätigt, dass selbst Schätzungen der Distanz durch Polizeifunktionäre ohne Bilddokumentation genügend seien, um den Nachweis des ungenügenden Abstands erbringen zu können. Im vorliegenden Fall sei der unzureichende Abstand aufgrund der Videodatei augenscheinlich nachgewiesen und der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG klarerweise erfüllt. Ferner legt die Staatsanwaltschaft mit Berufungsantwort vom 1. November 2019 dar, dass für die Beurteilung der Frage, ob eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln vorliege, nicht nur die gemessene Strecke, sondern auch weitere Faktoren zu berücksichtigen seien. Nebst dem starken Verkehrsaufkommen hätten sich auch die damaligen Umweltbedingungen (teils feuchte Fahrbahn und relativ tiefe Temperaturen) negativ auf den Bremsweg ausgewirkt. Entgegen den Behauptungen des Berufungsklägers könne bei einer Sichtung der Videoaufnahme unschwer erkannt werden, dass der Abstand des Beschuldigten sowohl im Zeitraum der durchgeführten Messung als auch in der darauffolgenden Phase augenscheinlich deutlich zu kurz sei. Aus diesem Grund sei bei der Polizei Basel-Landschaft eine zweite Abstandsberechnung in Auftrag gegeben worden, welcher zu entnehmen sei, dass sich der Abstand des Beschuldigten zum vorausfahrenden Fahrzeug bei einer relevanten Geschwindigkeit von 106 km/h auf”
Eine exakt aus einer Videoaufzeichnung ermittelte Abstandsmessung kann im Einzelfall als ausreichender Beweis dafür dienen, dass die Mindestabstandregel grob missachtet wurde. Entscheidend bleibt jedoch die würdigung der konkreten Umstände; eine einzelne Momentaufnahme kann hierfür regelmässig nicht genügen.
“Sekunden an das vor ihm fahrende Fahrzeug angenähert habe. Eine solche Momentaufnahme reiche klar nicht aus, um den objektiven Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung zu erfüllen. Grundsätzlich ist in Übereinstimmung mit den Ausführungen des Berufungsklägers sowie der höchstrichterlichen Rechtsprechung jeweils immer aufgrund der konkreten Umstände im Einzelfall genau zu prüfen, ob der beschuldigten Person die Verwirklichung des Tatbestands der groben Verletzung der Verkehrsregeln vorgeworfen werden kann. Vor dem Hintergrund der soeben getätigten Ausführungen zum Sachverhalt und aufgrund der Würdigung der vorliegenden Beweise ist in casu hingegen freilich davon auszugehen, dass der objektive Tatbestand einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG erfüllt ist. Der Beschuldigte hat die Mindestabstandregel entgegen seinem Einwand massiv missachtet. Sowohl der exakt gemessene (vgl. act. 23) als auch der aus der Videoaufzeichnung augenscheinlich ersichtliche Abstand lag offensichtlich unter dem für eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln angenommenen Richtwert von”
Wesentliches Kriterium ist die Nähe der Verwirklichung der Gefahr. Eine erhöhte abstrakte Gefährdung genügt nur dann zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn unter Berücksichtigung der konkreten Umstände (z.B. Tageszeit, Verkehrsdichte, Sichtverhältnisse) der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt.
“Den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.1; 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 1). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist.”
“Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.1; 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 1). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93 E.”
“20 Metern zwischen der Lichtsignalanlage und der Ein- fahrt auf den Parkplatz beim Bahnhof F._____ sehr gut überblicken können. Wäh- rend ihrer weiteren Fahrt über den Parkplatz bis zum Wiedereinbiegen auf die I._____-strasse habe sie sich sodann verkehrsregelkonform verhalten und zu je- dem Zeitpunkt sehen können, dass ihr kein anderes Fahrzeug entgegenkomme. Sie habe mithin keine erhöht abstrakte Gefährdung für die Sicherheit anderer Ver- kehrsteilnehmer geschaffen. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG sei daher nicht erfüllt (Urk. 99 Rz 6 ff.). Dasselbe gelte mit Bezug auf den subjektiven Tatbestand: Da die Beschuldigte aufgrund der konkreten Verkehrssituation und ihrer Fahrweise stets habe erkennen können, dass ihr kein anderes Fahrzeug ent- gegenkomme, habe sie nicht in Kauf genommen, mit einem anderen Verkehrsteil- nehmer zu kollidieren oder eine erhöhte abstrakte Gefahr für die Verkehrssicher- heit zu schaffen (Urk. 99 Rz 10). 4.2.Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen des Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG ausführlich und zutreffend dargelegt (Urk. 85 S. 20 f.). Auf die ent- sprechenden Erwägungen kann daher verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist nochmals hervorzuheben, dass der Tatbestand der groben Verkehrsregel- verletzung in objektiver Hinsicht voraussetzt, dass der Täter eine wichtige Ver- kehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet, wobei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine er- höhte abstrakte Gefährdung genügt. Wesentliches Kriterium für die Annahme ei- ner erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände – Tageszeit, Verkehrs- dichte, Sichtverhältnisse – der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_85/2023 vom 8. November 2023 E.”
In Ausnahmefällen — namentlich bei engem örtlichen und zeitlichen Zusammenhang mit einer qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung und aus präventiven Gründen — kann für die grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG allein die Freiheitsstrafe als geeignete Strafart in Betracht kommen. Allgemein gilt jedoch nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip die Geldstrafe als mildere Sanktion.
“Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft. Im Vordergrund steht daher bei entsprechender Strafhöhe die Geldstrafe als gegenüber der Freiheitsstrafe mildere Sanktion (vgl. zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 6B_112/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.2. und 6B_207/2013 vom 10. September 2013 E. 1.4.1; BGE 134 IV 97 E. 4.2.2). Der Beschuldigte wurde wegen der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Bst. b SVG, der groben Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG, der Widerhandlungen gegen das SVG gemäss Art. 97 Abs. 1 Bst. a, Art. 95 Abs. 1 Bst. b und Art. 94 Abs. 1 Bst. a SVG sowie der Widerhandlung gegen das KStrG i.S.v. Art. 15 KStrG schuldig gesprochen. Der Strafrahmen für die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Bst. b SVG beträgt Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren. Für die grobe Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG und für die übrigen Widerhandlungen gegen das SVG ist eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vorgesehen. Die Übertretungsbusse für die Widerhandlung gegen das KStrG ist bereits in Rechtskraft erwachsen. Die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung ist mithin zwingend mit einer Freiheitsstrafe zu sanktionieren. Wie sich nachfolgend aus dem Verschulden, dem engen örtlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der qualifiziert groben Verkehrsreglverletzung und aus präventiver Sicht zeigen wird – und wie dies auch von der Verteidigung beantragt wurde –, kommt auch für die grobe Verkehrsregelverletzung einzig eine Freiheitsstrafe als Strafart in Betracht. Für die weiteren Widerhandlungen gegen das SVG kann die Geldstrafe als mildere Sanktion ausgesprochen werden. Die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung stellt aufgrund der abstrakt höchsten Strafandrohung das schwerste Delikt dar. Für dieses ist eine Einsatzstrafe festzusetzen. Anschliessend ist diese für die grobe Verkehrsregelverletzung angemessen zu erhöhen.”
“Im Grundsatz kann in Bezug auf Strafrahmen, Strafart und schwerste Tat vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 287 ff.). Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft. Im Vordergrund steht daher bei entsprechender Strafhöhe die Geldstrafe als gegenüber der Freiheitsstrafe mildere Sanktion (vgl. zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 6B_112/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.2. und 6B_207/2013 vom 10. September 2013 E. 1.4.1; BGE 134 IV 97 E. 4.2.2). Der Beschuldigte wurde wegen der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Bst. b SVG, der groben Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG, der Widerhandlungen gegen das SVG gemäss Art. 97 Abs. 1 Bst. a, Art. 95 Abs. 1 Bst. b und Art. 94 Abs. 1 Bst. a SVG sowie der Widerhandlung gegen das KStrG i.S.v. Art. 15 KStrG schuldig gesprochen. Der Strafrahmen für die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Bst. b SVG beträgt Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren. Für die grobe Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG und für die übrigen Widerhandlungen gegen das SVG ist eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vorgesehen. Die Übertretungsbusse für die Widerhandlung gegen das KStrG ist bereits in Rechtskraft erwachsen. Die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung ist mithin zwingend mit einer Freiheitsstrafe zu sanktionieren. Wie sich nachfolgend aus dem Verschulden, dem engen örtlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der qualifiziert groben Verkehrsreglverletzung und aus präventiver Sicht zeigen wird – und wie dies auch von der Verteidigung beantragt wurde –, kommt auch für die grobe Verkehrsregelverletzung einzig eine Freiheitsstrafe als Strafart in Betracht.”
Die VBRS‑Richtlinien empfehlen für grobe Verkehrsverletzungen im Allgemeinen eine Sanktionierung ab 12 Strafeinheiten. In der Rechtspraxis finden sich — je nach Einzelfall — deutlich höhere Geldstrafen; so wurde in einem Entscheid eine unbedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen verhängt.
“Objektive und subjektive Tatkomponenten (Tatverschulden) Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, geben die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten in der Version gültig per 1. Januar 2021 (nachfolgend: VBRS-Richtlinien) Anhaltspunkte für die angemessene Strafhöhe bei einem sog. Referenzsachverhalt. Allerdings stützt sich die Vorinstanz bei der konkreten Strafzumessung nicht auf den einschlägigen Referenzsachverhalt. So ist zwar richtig, dass die VBRS-Richtlinien für Widerhandlungen auf Autobahnen und Autostrassen für brüskes Abstoppen ohne Not bei nachfolgendem Fahrzeug (Schikanestopp) grundsätzlich eine Strafe ab 12 Strafeinheiten empfehlen (vgl. Punkt 1.VIII.3.5, S. 23 der VBRS-Richtlinien). Vorliegend handelt es sich bei der betroffenen Strasse indes weder um eine Autobahn noch um eine Autostrasse. So ereignete sich der zu beurteilende Vorfall auf einer Nebenstrasse ausserorts. Die VBRS-Richtlinien sehen für den vorliegend zu beurteilenden Fall keinen besonderen Referenzsachverhalt vor. Für grobe Verkehrsverletzungen nach Art. 90 Abs. 2 SVG empfehlen die VBRS-Richtlinien im Allgemeinen, diese in der Regel mit einer Strafe ab 12 Strafeinheiten zu sanktionieren (vgl. Punkt 1.I.2., S. 7 der VBRS-Richtlinien). Im Übrigen sahen bereits die VBRS-Richtlinien, welche per 1. Januar 2020 gültig waren, diese Sanktionierung vor. Betreffend die vorliegende objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte durch das unbegründete und brüske Bremsen auf der Nebenstrasse ausserorts nicht nur sich selbst und seine Ehefrau gefährdete, sondern auch den Geschädigten und dessen Ehefrau. Die Gefahr, welche vom Beschuldigten ausging, darf nicht sowohl bei der Qualifizierung seines Verhaltens als grobe Verkehrsregelverletzung als auch beim objektiven Tatverschulden zu seinen Lasten gewertet werden. Allerdings ist innerhalb des Strafrahmens zu gewichten, wie schwer der Verstoss gegen die Verkehrsregeln wiegt. Hierbei ist insbesondere den Strassen- und Verkehrsverhältnissen Beachtung zu schenken. Der Tatbestand der groben Verkehrsverletzung durch brüskes Abbremsen (Schikanestopp) erfasst beispielsweise auch Konstellationen auf Autobahnen bei dichtem Verkehr bei Schnee.”
“Objektive und subjektive Tatkomponenten (Tatverschulden) Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, geben die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten in der Version gültig per 1. Januar 2021 (nachfolgend: VBRS-Richtlinien) Anhaltspunkte für die angemessene Strafhöhe bei einem sog. Referenzsachverhalt. Allerdings stützt sich die Vorinstanz bei der konkreten Strafzumessung nicht auf den einschlägigen Referenzsachverhalt. So ist zwar richtig, dass die VBRS-Richtlinien für Widerhandlungen auf Autobahnen und Autostrassen für brüskes Abstoppen ohne Not bei nachfolgendem Fahrzeug (Schikanestopp) grundsätzlich eine Strafe ab 12 Strafeinheiten empfehlen (vgl. Punkt 1.VIII.3.5, S. 23 der VBRS-Richtlinien). Vorliegend handelt es sich bei der betroffenen Strasse indes weder um eine Autobahn noch um eine Autostrasse. So ereignete sich der zu beurteilende Vorfall auf einer Nebenstrasse ausserorts. Die VBRS-Richtlinien sehen für den vorliegend zu beurteilenden Fall keinen besonderen Referenzsachverhalt vor. Für grobe Verkehrsverletzungen nach Art. 90 Abs. 2 SVG empfehlen die VBRS-Richtlinien im Allgemeinen, diese in der Regel mit einer Strafe ab 12 Strafeinheiten zu sanktionieren (vgl. Punkt 1.I.2., S. 7 der VBRS-Richtlinien). Im Übrigen sahen bereits die VBRS-Richtlinien, welche per 1. Januar 2020 gültig waren, diese Sanktionierung vor. Betreffend die vorliegende objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte durch das unbegründete und brüske Bremsen auf der Nebenstrasse ausserorts nicht nur sich selbst und seine Ehefrau gefährdete, sondern auch den Geschädigten und dessen Ehefrau. Die Gefahr, welche vom Beschuldigten ausging, darf nicht sowohl bei der Qualifizierung seines Verhaltens als grobe Verkehrsregelverletzung als auch beim objektiven Tatverschulden zu seinen Lasten gewertet werden. Allerdings ist innerhalb des Strafrahmens zu gewichten, wie schwer der Verstoss gegen die Verkehrsregeln wiegt. Hierbei ist insbesondere den Strassen- und Verkehrsverhältnissen Beachtung zu schenken. Der Tatbestand der groben Verkehrsverletzung durch brüskes Abbremsen (Schikanestopp) erfasst beispielsweise auch Konstellationen auf Autobahnen bei dichtem Verkehr bei Schnee.”
“85 Auslagen (Gutachten METAS) Fr. 60.00 Auslagen Polizei Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. - 3 - Berufungsanträge: Der Verteidigung des Beschuldigten: (Urk. 45 S. 1; Prot. II S. 24) 1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 24. Juni 2021 sei aufzuheben und der Beschuldigte von Schuld und Strafe frei- zusprechen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse, wobei dem Beschuldigten wegen der notwendigen anwaltlichen Vertre- tung eine Parteientschädigung von Fr. 6'850.– zzgl. Mehrwertsteuer zuzusprechen sei. b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: (Urk. 49, schriftlich) Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. - 4 - Erwägungen: I. Prozessgeschichte 1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach, Einzelgericht, vom 24. Juni 2021 wur- de der Beschuldigte der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV schuldig gesprochen und mit einer unbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 40.– bestraft (Urk. 31). 2. Gegen das mündlich eröffnete Urteil meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 5. Juli 2021 fristgerecht Berufung an (Urk. 34) und reichte am 3. Januar 2022 die begründete Berufungserklärung ein (Urk. 45). Er beantragt einen vollumfängli- chen Freispruch unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Staatskas- se. 3. Mit Präsidialverfügung vom 4. Januar 2022 wurde der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung er- hoben oder ein Nichteintreten auf die Berufung beantragt werde (Urk. 47). Innert der angesetzten Frist erhob die Staatsanwaltschaft keine Anschlussberufung. Mit Eingabe vom 10. Januar 2022 teilte sie einzig mit, dass sie die Bestätigung des vor-instanzlichen Urteils beantrage (Urk. 49). 4.”
Das Befahren entgegen der Fahrtrichtung (circulé à contre-sens) kann den Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllen.
“À teneur du rapport d'arrestation, les policiers ont, le soir du 20 mars 2022, repéré deux individus – A______ et E______ – au comportement suspect, à savoir qu'ils semblaient observer des scooters parqués à la rue 1______ [GE]. L'un d'eux – A______ – s'était éloigné et était revenu au guidon d'un scooter, en sens inverse de la circulation. Lors de son interpellation, A______ s'est légitimé avec le patronyme de sa mère, alors que son nom officiel est F______, celui de son père. La police a par ailleurs trouvé sur E______ un boîtier électronique permettant le démarrage de scooters de marque G______ (ci-après : G______) modèles 2015 à 2022. En outre, le deux-roues conduit par A______ était immatriculé au nom d'un tiers [E______ dira que cet engin avait été volé dans la journée, en France, mais A______ n'est pas prévenu pour ces faits]. c. Au moment de son arrestation, A______ était fortement soupçonné d'avoir, dans les circonstances précitées, de concert avec E______, tenté de dérober un motocycle pour se l'approprier (art. 22 al. 1 cum 139 CP), circulé à contre-sens au guidon d'un scooter (art. 90 al. 1 LCR) et pénétré en Suisse sans être, par négligence, en possession d'une pièce d'identité valable indiquant sa nationalité (art. 115 al. 1 let. a et al. 3 LÉI). d. Entendu sur ces faits par la police et le Ministère public, A______ a reconnu l'infraction à la LCR et l'entrée illégale par négligence, mais contesté toute tentative de vol. Il était venu à Genève avec E______ pour se "promener" et ignorait que celui-ci détenait le boîtier susmentionné. e. Lors de son audition par la police, E______, mineur, a expliqué être venu à Genève avec A______ pour voler un scooter G______, ce qu'il s'apprêtait à faire au moment de leur interpellation. Un mois plus tôt, il avait déjà dérobé un scooter de la marque précitée, dans le quartier des L______, de concert avec le dénommé I______ [lors de son audition ultérieure par le Juge des mineurs, il dira toutefois "A______"]. Les vols des scooters G______ étaient commandés par son fournisseur de haschich, en France, dénommé J______ ; les engins étaient ensuite, selon sa compréhension, revendus à un Lyonnais.”
Strafrahmen: Art. 90 Abs. 2 SVG bedroht mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Die Geldstrafe beträgt grundsätzlich drei bis höchstens 180 Tagessätze; der ordentliche Strafrahmen reicht damit von drei Tagessätzen bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe sind in der Regel innerhalb dieses ordentlichen Rahmens zu berücksichtigen.
“Strafrahmen Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 90 Abs. 2 SVG). Der Strafrahmen reicht demnach von drei Tagessätzen Geldstrafe (Art. 34 Abs. 1 StGB) bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe.”
“Für grobe Verletzungen der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG sieht das Gesetz einen Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Die Geldstrafe beträgt grundsätzlich drei bis höchstens 180 Ta- gessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB). Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe sind in der Regel innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen und führen nur beim Vorliegen ausserordentlicher Umstände zur Erweiterung des Strafrahmens (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Es sind vorliegend keine Gründe ersichtlich, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen.”
Bestimmte objektiv gefährliche Verstösse gegen Verkehrsregeln können den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllen. Als Beispiele, die in der Rechtsprechung als ausreichend für die objektive Tatbestandsseite angesehen wurden, gelten u.a. das Überfahren einer Sicherheitslinie beim Überholen, Überholen in unübersichtlichen Kurven mit erzwungenem Abbremsen des Gegenverkehrs, gefährliche Fahrstreifenwechsel, mehrfache grobe Verstösse (insbesondere in Verbindung mit Geschwindigkeitsüberschreitungen) sowie schwerwiegende Störungen der Fahrzeugbeherrschung durch Eingriffe Dritter. Für die Strafbarkeit nach Art. 90 Abs. 2 SVG kommt daneben die subjektive Komponente hinzu: Es bedarf rücksichtslosen oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidrigen Verhaltens (z.B. grobe Fahrlässigkeit oder Rücksichtslosigkeit).
“Überfahren Sicherheitslinie nach Kreisverkehr In objektiver Hinsicht ist der Tatbestand durch das Überfahren der Sicherheitslinie erfüllt. Dass das Überholmanöver am Ende der Sicherheitslinie erfolgte, ändert daran nichts. Vielmehr äussert sich in diesem Fahrverhalten die Gleichgültigkeit des Beschuldigten gegenüber der Signalisation und seine Ungeduld zeugt von einer gewissen Rücksichtslosigkeit, weshalb auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt ist. Der Beschuldigte hat sich demnach mit dem Überholen des von B.D. gelenkten Fahrzeugs nach dem Kreisverkehrsplatz der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gemacht.”
“In drei Fällen überschritt er die zulässige Höchstgeschwindigkeit während eines Überholmanövers. Dabei überholte er einen Personenwagen, drei Personenwagen bzw. zwei Personenwagen und zwei Motorräder. In zwei der drei Überholmanöver überfuhr er eine durchgezogene Sicherheitslinie bzw. eine Sperrfläche. Einmal überholte er die Fahrzeuge sogar, obwohl ihm zu Beginn zwei Personenwagen entgegenkamen. Zwar beging er die Geschwindigkeitsüberschreitungen bei trockenen Strassenverhältnissen und die Sichtverhältnisse waren grösstenteils uneingeschränkt. Bei den Fahrten in Dunkelheit hätte er allerdings Velofahrer oder Fussgänger ohne Licht oder reflektierende Kleidung kaum rechtzeitig erblickt. Der Beschwerdeführer beging die Taten ohne ersichtlichen oder nachvollziehbaren Grund. Bei den hohen Geschwindigkeiten hätte er auf Unvorhergesehenes wie etwa einbiegende Verkehrsteilnehmer nicht rechtzeitig reagieren können. Er beging die Taten vorsätzlich und zeichnete sie auf. Nach der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung können auch Widerhandlungen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG als schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO qualifiziert werden (Urteil 6B_821/2021 vom 6. September 2023 E. 1.5.4, zur Publ. bestimmt, mit Hinweisen). Die Vorinstanz legt überzeugend dar, weshalb sie aufgrund der konkreten Umstände auch die mehrfache grobe Verletzung der Verkehrsregeln als schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO einstuft. Das öffentliche Interesse an der Aufklärung dieser Taten überwiegt. Daher durfte die Vorinstanz offen lassen, ob die Hausdurchsuchung rechtens war.”
“m.H.). Diese Voraussetzungen waren vorliegend nicht erfüllt. Es ist erstellt und unbestritten, dass der Beschuldigte unmittelbar hinter einem Lkw fahrend und vor einer ihm bekannten unübersichtlichen Rechtskurve ausserorts auf die Gegenfahrbahn ausgebogen ist und sich sein Manöver daher in einen nicht einsehbaren Strassenabschnitt hineinzog. Damit missachtete er nicht nur das Überholverbot im Bereich von unübersichtlichen Kurven gemäss Art. 35 Abs. 4 SVG. Mit seinem Manöver erzwang er auch ein Abbremsen des ihm entgegenfahrenden Polizeifahrzeuges, weshalb die seitens des Beschuldigten beanspruchte linke Strassenseite für den Gegenverkehr im fraglichen Zeitpunkt nicht frei gewesen ist (vgl. Urteil 6B_161/2015 vom 8. Juli 2015 E. 5.2 m.H.). Aufgrund der geschaffenen Gefahr sowie des rücksichtslosen Verhaltens liegt somit auch eine Missachtung von Art. 90 Abs. 2 SVG vor. Ohne Bedeutung bleibt, dass der Beschuldigte letztlich gar nicht neben dem Lkw vorgefahren ist.”
“Dabei hat er mit dem Manöver begonnen, als der Fahrer des BMWs bereits dicht hinter ihm auf der linken Spur gefahren ist. Als Folge musste der BWM bremsen, um eine Kollision mit A.________ zu verhindern. Hätte der BMW nicht mehr rechtzeitig bremsen können, wäre es zu einer Kollision gekommen. Demzufolge hat A.________ beim Wechsel des Fahrstreifens keine Rücksicht auf den BWM genommen und durch dieses Manöver den Verkehr gefährdet. Mithin hat er mit seinem Verhalten Artikel 34 Abs. 3 und Art. 44 Abs. 1 SVG sowie Art. 10 Abs. 1 VRV verletzt und somit eine Verkehrsregelverletzung begangen. Vorliegend hat eine Kollision zwischen A.________ und dem BMW einzig aus dem Grund vermieden werden können, weil der BMW nach dem Wechsel des Fahrstreifens von A.________ auf die linke Spur, gebremst hat. Da es beinahe zu einer Kollision der beiden Fahrzeuge gekommen wäre, liegt eine abstrakte Gefährdung eindeutig vor. Der Fahrstreifenwechsel von A.________ war gefährlich. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ist somit erfüllt. Zu ergänzen ist, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt, als der BMW-Fahrer im Zuge seines Überholmanövers auf die”
“Aufgrund der Aussagen der Beteiligten ergibt sich mithin entgegen der An- klage zwar kein eigentlicher Messerangriff des Beschuldigten auf den Privatklä- ger, doch ist davon auszugehen, dass der alkoholisierte Beschuldigte den Privat- kläger direkt nach der Aufdeckung seines Diebstahls in den engen Räumlichkei- ten der Coop-Filiale, wohin er zwecks Kontrolle seiner Personalien geführt wurde, verbal in der umschriebenen Weise attackierte und dabei schon bald sein Messer in der Hand hielt, welches er auch aufzuklappen versuchte. Inwiefern ihm dies tat- sächlich gelungen ist, spielt für die Beurteilung des Vorfalles letztlich keine ent- scheidende Rolle und kann somit offen bleiben. 4.Rechtliche Würdigung 4.1.Die rechtliche Würdigung der erstellten Sachverhalte gemäss den Dossi- ers 2 und 3 gibt zu keinen weitführenden Erwägungen Anlass. Es ist in diesem Zusammenhang vorweg darauf hinzuweisen, dass im Vergleich zum vorinstanzli- chen Urteil infolge des vorliegend geltenden Verschlechterungsverbotes im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO von vornherein keine strengere Bestrafung des Be- schuldigten in Betracht fällt. 4.2.Die grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 und 3 SVG ist ohne Weiteres gegeben. Es bedarf in Berücksichtigung der entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz (vgl. Urk. 62 S. 33 ff.) keiner weiterführenden Erwägungen dazu, dass ein mehrfacher Griff des Beifahrers ins Lenkrad des Führers eines Fahrzeuges in Kombination mit einem Schlagen gegen den Oberarm und einem Reissen an den Haaren über - 14 - eine gewisse Dauer ein sicheres Beherrschen des Fahrzeuges auf der Autobahn kaum noch ermöglicht und damit durchaus geeignet ist, eine erhöht abstrakte Ge- fährdung des Lenkers selbst und auch der übrigen Teilnehmer im Strassenver- kehr im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu bewirken, zumal wenn solche Aktionen bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h durchgeführt werden. Zwar sehen die beiden Verursacher der Gefährdung dies anders (vgl. Urk. D2/6/1 S. 7; Prot. II S. 18), doch vermag diese subjektive Einschätzung den geschilder- ten objektiven Gegebenheiten im Verlauf der inkriminierten Fahrt nicht gerecht zu werden.”
“Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, das heisst ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_505/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 1.1.1). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen. Die Annahme von Rücksichtslosigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist jedoch restriktiv zu handhaben, weshalb nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen werden darf. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten ist, wiegt auch subjektiv schwer (BGE 142 IV 93 E. 3.1; zum Ganzen bisherigen Abschnitt Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Bei einer (eventual-)vorsätzlichen Missachtung der Verkehrsregeln stellt sich im Falle einer Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zudem die Frage des Vorsatzes in Bezug auf die Gefährdung Dritter, nämlich ob der Täter eine erhöhte abstrakte Gefahr, eine darüber hinausgehende konkrete Gefährdung oder gar eine Verletzung Dritter, das heisst eines Unfalls, in Kauf genommen hat oder ob diesbezüglich (bewusste) Fahrlässigkeit vorliegt. Der subjektive Tatbestand ist daher nicht bloss bezüglich der Verletzung der Verkehrsregeln, sondern auch hinsichtlich der damit einhergehenden Folgen bzw.”
“In drei Fällen überschritt er die zulässige Höchstgeschwindigkeit während eines Überholmanövers. Dabei überholte er einen Personenwagen, drei Personenwagen bzw. zwei Personenwagen und zwei Motorräder. In zwei der drei Überholmanöver überfuhr er eine durchgezogene Sicherheitslinie bzw. eine Sperrfläche. Einmal überholte er die Fahrzeuge sogar, obwohl ihm zu Beginn zwei Personenwagen entgegenkamen. Zwar beging er die Geschwindigkeitsüberschreitungen bei trockenen Strassenverhältnissen und die Sichtverhältnisse waren grösstenteils uneingeschränkt. Bei den Fahrten in Dunkelheit hätte er allerdings Velofahrer oder Fussgänger ohne Licht oder reflektierende Kleidung kaum rechtzeitig erblickt. Der Beschwerdeführer beging die Taten ohne ersichtlichen oder nachvollziehbaren Grund. Bei den hohen Geschwindigkeiten hätte er auf Unvorhergesehenes wie etwa einbiegende Verkehrsteilnehmer nicht rechtzeitig reagieren können. Er beging die Taten vorsätzlich und zeichnete sie auf. Nach der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung können auch Widerhandlungen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG als schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO qualifiziert werden (Urteil 6B_821/2021 vom 6. September 2023 E. 1.5.4, zur Publ. bestimmt, mit Hinweisen). Die Vorinstanz legt überzeugend dar, weshalb sie aufgrund der konkreten Umstände auch die mehrfache grobe Verletzung der Verkehrsregeln als schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO einstuft. Das öffentliche Interesse an der Aufklärung dieser Taten überwiegt. Daher durfte die Vorinstanz offen lassen, ob die Hausdurchsuchung rechtens war.”
Verstösse gegen Art. 90 Abs. 1 SVG werden in der Praxis mit Bussgeldern sanktioniert; kann die Geldstrafe nicht bezahlt werden, kommt gegebenenfalls eine Ersatzfreiheitsstrafe zur Anwendung. In den vorliegenden Entscheiden wurden neben Geldstrafen von beispielsweise CHF 1'000 auch Tagessatzstrafen bzw. Ersatzfreiheitsstrafen (z. B. fünf Tage) bestätigt.
“Les faits établis par le Tribunal de première instance (qui lient le CPAR) ne font état daucun élément pouvant sapparenter à une éventuelle discrimination, inégalité de traitement ou manquement à la sécurité. Ledit agent a par ailleurs expliqué de manière crédible avoir averti à plusieurs reprises les parents (dont lappelante) de linterdiction de stationner avant de les sanctionner, ce qui figure également au journal des événements du 13 septembre quil a produit. Le premier juge na enfin pas non plus constaté que lagent C______ aurait eu recours à la force au moment des faits, de sorte que ce grief doit également être écarté. 2.2.6. En stationnant sur une zone interdite à la circulation en dehors des horaires prévus et en refusant dobtempérer, à deux reprises, aux injonctions dun agent municipal, lappelante a commis des infractions aux art. 90 al. 1 et 11F LPG. Les éléments constitutifs desdites infractions étant manifestement remplis, le verdict de culpabilité sera confirmé et lappel rejeté. 3. 3.1. Les infractions aux art. 90 al. 1 LCR et 11F LPG sont passibles d’une amende. 3.2. Selon l'art. 106 CP, sauf disposition contraire de la loi, le montant maximum de l’amende est de CHF 10000 francs. Le juge prononce dans son jugement, pour le cas où, de manière fautive, le condamné ne paie pas l’amende, une peine privative de liberté de substitution d’un jour au moins et de trois mois au plus (al. 2). Le juge fixe l’amende et la peine privative de liberté de substitution en tenant compte de la situation de l’auteur afin que la peine corresponde à la faute commise (al. 3). 3.3. En lespèce, la faute commise nest pas anodine, lappelante ayant sciemment stationné à un endroit quelle savait interdit et refusé dobtempérer à deux reprises aux injonctions dun agent municipal avec une désinvolture crasse. Le montant de CHF 500.- d’amende retenu par le TP sera confirmé, ne souffrant d'aucune critique (compte tenu notamment du concours entre les infractions), et n’étant au demeurant pas en lui-même contesté par l’appelante. La peine privative de liberté de substitution de cinq jours sera également confirmée, l’appel principal étant intégralement rejeté.”
“Il s’en est pris à l’intégrité de l’un des agents, lui faisant craindre pour sa sécurité, pour faire obstacle à leur mission et se soustraire à un banal contrôle. Un tel mépris et un tel manque d’égard pour les personnes appelées à faire respecter les décisions de l’autorité justifie une sanction sévère. L’appelant ne montre aucun remords ni aucune prise de conscience du caractère inadéquat et dangereux de son comportement. Il ne critique pas la peine prononcée par le premier juge, au-delà de l’acquittement et de l’exemption de peine sollicités. Dans ces circonstances, les sanctions prononcées par le premier juge, soit une peine pécuniaire de 60 jours-amende à CHF 100.-, assortie d’une amende de CHF 1'000.- à titre de sanction immédiate, apparaissent adéquates, voire clémentes pour l’infraction à l’art. 285 CP. Le montant du jour-amende ne sera pas revu à la hausse, quand bien même il semble ressortir du casier-judiciaire de l’appelant, et faute d’autre indication de sa part, que sa capacité financière est largement supérieure à la moyenne. De même, le montant de l’amende pour infraction à l’art. 90 al. 1 LCR, soit le non-respect d’un injonction (art. 27 al. 1 LCR), arrêté à CHF 1'000.- par le premier juge, apparaît adéquat et proportionné. Le jugement entrepris sera donc intégralement confirmé. 4. L'appelant, qui succombe, supportera les frais de la procédure envers l'État (art. 428 CPP). 5. Par identité de motifs, il n'y a pas lieu à indemnité au sens de l'art. 429 CPP. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement rendu le 12 mai 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/10239/2020. Le rejette. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 3'175.-, qui comprennent un émolument de CHF 3'000.-. Déboute A______ de ses conclusions en indemnisation. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de violence ou menace contre les autorités et les fonctionnaires (art. 285 ch. 1 CP), de violation des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR) et de conduite sans être porteur du permis de circulation (art.”
Typische Fallkonstellationen, in denen Art. 90 Abs. 2 SVG angewandt wird, sind z. B. Rechtsüberholen, Nichtwahren eines ausreichenden Nachfahrabstands, Missachtung von Lichtsignalen sowie das Führen eines Motorfahrzeuges ohne Berechtigung bzw. ohne erforderlichen Versicherungsschutz. In der Rechtsprechung wird Art. 90 Abs. 2 SVG häufig zusammen mit einschlägigen Vorschriften aus dem SVG und der VRV genannt.
“________(Ortschaft) ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten. III. Das Gericht stellt fest, dass A.________ folgende Taten am 06.12.2022 auf der Autobahn zwischen I.________(Ortschaft) und J.________(Ortschaft) im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat (Art. 19 Abs. 1 StGB): 1. Versuchte vorsätzliche schwere Körperverletzung (Art. 122 Alinea 1 i.V.m. Art. 22 aStGB), mehrfach begangen z.N. von D.________ und F.________; 2. Qualifizierte Sachbeschädigung z.N. AL.________ (Art. 144 Abs. 3 aStGB); 3. Sachbeschädigung z.N. der M.________ (AG) (Art. 144 Abs. 1 StGB); 4. Nötigung (Art. 181 StGB), begangen z.N. von L.________; 5. Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 aStGB); 6. Qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 3, Art. 26 SVG); 7. Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch (Art. 94 Abs. 1 Bst. a SVG); 8. Führen eines Motorfahrzeuges ohne Berechtigung (Art. 95 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 10 Abs. 2 SVG); 9. Grobe Verkehrsregelverletzung, mehrfach begangen 9.1. durch Rechtsüberholen (Art. 35 Abs. 1, Art. 90 Abs. 2 SVG); 9.2. durch Nichtwahren eines ausreichenden Nachfahrabstandes zum vorderen Fahrzeug (Art. 90 Abs. 2 SVG, Art. 12 Abs. 1 VRV, Art. 34 Abs. 4 SVG). IV. Gestützt darauf und in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 und 3, 56, 59 StGB erkennt das Gericht: 1. Für A.________ wird eine stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 StGB angeordnet, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 400 Tagen (vom 06.12.2022 bis 09.01.2024). 2. Die Verfahrenskosten werden wie folgt bestimmt und vom Kanton Bern getragen (Art. 419 i.V.m. 423 StPO): [Tabellarische Zusammensetzung der Verfahrenskosten] V. Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwältin C.________ wird wie folgt bestimmt: Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin C.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ mit CHF 23'239.55. VI. Weiter wird beschlossen: 1. A.________ wird in Sicherheitshaft belassen. Vorbehältlich des vorherigen Eintritts der Rechtskraft des Urteils gilt die Sicherheitshaft vorerst bis zum Massnahmeantritt; längstens jedoch bis am 8.”
“Compte tenu de la faible amplitude de cette écriture et de la difficulté très relative de son objet, quatre heures seront allouées pour sa rédaction, y-compris un entretien avec le prévenu. Les vacations pour déposer les écritures au greffe ne donnent pas lieu à indemnisation, un envoi postal suffisant à répondre aux exigences légales et aucun débat d’appel n’ayant eu lieu. En conclusion, la rémunération de Me B______ sera arrêtée à CHF 1'033.90 correspondant à quatre heures d'activité au tarif de CHF 200.-/heure plus la majoration forfaitaire de 20% et l'équivalent de la TVA au taux de 7.7% en CHF 73.90. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTCO/79/2022 rendu le 28 juin 2022 par le Tribunal correctionnel dans la procédure P/12604/2016. L'admet. Annule ce jugement en ce qui le concerne. Et statuant à nouveau : Acquitte A______ de violation des règles fondamentales de la circulation routière (art. 90 al. 3 et 4 LCR) et de non restitution de plaques de contrôle (art. 97 al. 1 let. b LCR). Déclare A______ coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), de conduite sans permis (art. 95 al. 1 let. b LCR) et de conduite sous défaut d'assurance RC (art. 96 al. 2 LCR). Condamne A______ à une peine pécuniaire de 180 jours-amende (art. 34 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 50.-. Renonce à révoquer le sursis octroyé le 22 décembre 2016 par le Ministère public (art. 46 al. 2 CP). Condamne A______ au quart des frais de la procédure de première instance, qui s'élèvent au total à CHF 4'539.-, y compris un émolument de jugement de CHF 1'500.-, soit à CHF 1'134.75 (art. 426 al. 1 CPP). Prend acte de ce que le Tribunal correctionnel a arrêté à CHF 5'471.15 l'indemnité de procédure due à Me B______, défenseur d'office de A______ (art. 135 CPP) pour la procédure préliminaire et de première instance et arrête à CHF 1'033.90 celle due pour la procédure d’appel. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 1'655.-, qui comprennent un émolument de CHF 1'500.-. Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal correctionnel et à l'Office cantonal de la population et des migrations.”
“Fazit Im Ergebnis ist der vorinstanzliche Schuldspruch zu bestätigen. Demnach hat sich der Beschuldigte der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG, namentlich von Art. 35 Abs. 2 SVG, Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 10 Abs. 2 SVG schuldig gemacht. Überdies ist er schuldig der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG.”
“Weiter habe der Beschuldigte aus krass pflichtwidriger Unachtsamkeit an der Verzweigung Zweierstrasse / Zurlindenstrasse eine rot leuchtende Lichtsignalanlage missachtet und den Kreuzungsbereich überquert (Dossier-Nr. 3). Damit habe er eine wichtige Verkehrsregel in gravierender Weise verletzt und eine erhöhte abstrakte Gefährdung geschaffen. Gleiches gelte in Bezug auf das Befahren der Verzweigung Seebahnstrasse / Kalkbreitestrasse (Dossier-Nr. 4). Schliesslich habe der Beschuldigte vorsätzlich durch das Rückwärtsfahren auf einer stark befahrenen Strasse in schwerwiegender Missachtung der Verkehrsregeln eine gefährliche Situation geschaffen (Dossier- - 38 - Nr. 10; Urk. 96 S. 51 ff.). Auf diese zutreffenden Erwägungen kann verwiesen werden. Schuldausschlussgründe liegen keine vor (E. III.1.5 vorstehend). Demnach ist der Beschuldigte schuldig zu sprechen: - der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 43 Abs. 2 SVG und Art. 41 Abs. 2 VRV (Dossier-Nr. 3, Befahren des Trottoirs); - der mehrfachen fahrlässigen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 68 Abs. 1 und Abs. 1bis SSV (Dossiers-Nr. 3 und 4, Lichtsignalanlage); - der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 17 Abs. 3 VRV (Dossier-Nr. 10, Rückwärtsfahren). IV. Strafzumessung”
“Der Beschuldigte A._____ ist daher bezüglich Dossier 1 (E._____-strasse, F._____) der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 32 Abs. 1 SVG, Art. 33 Abs. 2 SVG, Art. 34 Abs. 1 Satz 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV schuldig zu sprechen. IV. Dossier 2 (Probefahrt, G._____)”
“Mai 2019, werden eingestellt. 4.Der Beschuldigte ist schuldig des gewerbsmässigen, teilweise bandenmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 und Ziff. 3 StGB (Dossiers 1, ..., 5, 6, 9, 11, 13, 14, ..., 19–23, 27-28, ..., 33, 37–49, ..., 51, 52, 54, 55, 57–68., 69, 70-78, 81–85, 88–90, 93-94, 95-96, 99–104, 105, 106-127, 129–137, 141–143, ..., 165–167, 170–175, 177, 178), der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossiers 5, 6, 9, 11, 13, 14, ..., 19–23, 27-28, ..., 33, 37–49, ..., 52, 54, 55, 57, 59–65, 67–68, 69, 70-78, 81, 83–85, 88–90, 93-94, 95–96, 99–104, 105, 106-120, 122–125, 129–137, 141–143, 165–167, 170–175, 177, 178), - 26 - des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dossiers 1, ..., 5, 19, 64, 75–79, 81, 125), der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG (Dossier 181: Geschwindigkeit [182 km/h]), der mehrfachen vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG (Dossier 179: Fahrstreifenwechsel; Abstand), der vorsätzlichen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG (Dossier 179: Geschwindigkeit), der mehrfachen qualifiziert harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB (Dossier 183: Kinderpornografie, Videos verschickt), der qualifiziert harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB (Dossier 183: Kinderpornografie, Besitz zum Eigenkonsum), der mehrfachen harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 StGB (Dossier 184: Tierpornografie, Besitz zum Eigenkonsum), der mehrfachen Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1 StGB (Dossiers 182 und 185), der mehrfachen Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1bis StGB (Besitz). 5.Von den Vorwürfen des (teilweise versuchten) Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB) (Dossiers 34, 35, 79, 140, 146), der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossiers 1, 34, 35, 79, 140, 146), des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art.”
Art. 90 Abs. 1 SVG ist die lex generalis für einfache Verkehrsregelverletzungen. Ergibt die Tat eine konkrete oder erhöhte abstrakte Gefährdung (z. B. erhebliche Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit), ist zu prüfen, ob stattdessen Art. 90 Abs. 2 einschlägig ist. Liegt die Überschreitung nur knapp unterhalb der von der Rechtsprechung als regelmässig gefahrbegründend angesehenen Grenzen, sind die konkreten Umstände des Einzelfalls — namentlich Messunsicherheit und sonstige situative Faktoren — zu berücksichtigen.
“L’art. 90 al. 1 LCR prévoit que quiconque viole les règles de la circulation prévues par ladite loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Cette règle s’applique en tant que lex generalis à l’art. 90 al. 2 LCR, dans la mesure où une infraction grave des règles de la circulation routière ne peut être retenue (Giger Hans, in: Strassenverkehrsgesetz Kommentar, Strassenverkehrsgesetz mit weiteren Erlassen, 9e éd., 2022, n° 34 ad art. 34 LCR ; Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, n° 68 ad art. 90 LCR ; Yvan Jeanneret, Les dispositions pénales de la Loi sur la circulation routière, 2007, n° 89 ad art. 90 LCR).”
“4 ; ATF 132 II 234 consid. 3 ; ATF 128 II 131 consid. 2a). Cette dernière valeur limite est aussi valable pour les tronçons limités à 60 km/h en localités. Le schématisme de la jurisprudence ne dispense pas les autorités appliquant le droit de prendre en considération les circonstances exceptionnelles concrètes du cas d’espèce qui permettraient d’exclure l’une des conditions d’application de l’art. 90 al. 2 LCR (Philippe Weissenberger, in: Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2011, n° 53 ad art. 90 LCR ; voir aussi Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, n° 68 ad art. 90 LCR). Dans son arrêt 6B_772/2010 du 9 décembre 2010, le Tribunal fédéral a précisé que si le dépassement de vitesse n’est que légèrement inférieur aux valeurs limites pour lesquelles la jurisprudence a admis qu’une mise en danger sérieuse des autres usagers de la route est régulièrement réalisée, il convient alors d’examiner également les circonstances concrètes du cas pour décider si c’est l’art. 90 al. 1 LCR ou 90 al. 2 LCR qui est applicable.”
“Au vu de ce qui précède, la fiabilité de la mesure de la vitesse opérée par le radar ne suscite aucun doute raisonnable. Le premier juge était donc fondé à retenir que le prévenu circulait à la vitesse de 85 km/h, marge de sécurité déduite, lorsqu’il a été flashé. Mal fondé, ce grief doit être rejeté. 5. 5.1 L’appelant conteste sa condamnation pour violation grave des règles de la circulation au sens de l’art. 90 al. 2 LCR. Il soutient une nouvelle fois que la vitesse mesurée par le radar n’est pas fiable ni exacte, qu’il subsiste des zones d’ombre entourant la prise de cette mesure, que la vitesse retenue est le seul élément à charge, qu’elle doit être exempte de tout reproche et que la rigidité du système impose la plus grande précision. Il fait valoir que l’agent opérateur n’a pas été en mesure de confirmer si et dans quelle mesure la vitesse mesurée a été arrondie au chiffre entier le plus proche et que l’excès de vitesse commis constitue tout au plus une faute légère au sens de l’art. 90 al. 1 LCR. 5.2 5.2.1 Selon l'art. 90 LCR (Loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01), celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende (al. 1). Celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire (al. 2). Pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D'un point de vue objectif, la violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR suppose que l'auteur ait mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue (ATF 143 IV 508 consid.”
“4 ; ATF 132 II 234 consid. 3 ; ATF 128 II 131 consid. 2a). Cette dernière valeur limite est aussi valable pour les tronçons limités à 60 km/h en localités. Le schématisme de la jurisprudence ne dispense pas les autorités appliquant le droit de prendre en considération les circonstances exceptionnelles concrètes du cas d’espèce qui permettraient d’exclure l’une des conditions d’application de l’art. 90 al. 2 LCR (Philippe Weissenberger, in: Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2011, n° 53 ad art. 90 LCR ; voir aussi Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, n° 68 ad art. 90 LCR). Dans son arrêt 6B_772/2010 du 9 décembre 2010, le Tribunal fédéral a précisé que si le dépassement de vitesse n’est que légèrement inférieur aux valeurs limites pour lesquelles la jurisprudence a admis qu’une mise en danger sérieuse des autres usagers de la route est régulièrement réalisée, il convient alors d’examiner également les circonstances concrètes du cas pour décider si c’est l’art. 90 al. 1 LCR ou 90 al. 2 LCR qui est applicable.”
“Subsumtion Gemäss dem erstellten Sachverhalt überschritt der Beschuldigte die Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h nach Abzug der vom ASTRA festgelegten Geräte- und Messunsicherheit um 17 km/h. Der Beschuldigte hat damit gegen Art. 27 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 4a Abs. 5 der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) verstossen. Mit der gebotenen Sorgfalt hätte er die signalisierte Geschwindigkeit einhalten können; entsprechend handelte er mindestens fahrlässig. Da bereits die fahrlässige Begehung strafbar ist (Art. 100 Abs. 1 SVG), ist auch der subjektive Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung erfüllt. Es sind sodann weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe ersichtlich. Der Beschuldigte ist somit der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen. IV. Strafzumessung”
Tatbestand: Art. 90 Abs. 2 SVG erfasst die grobe Verletzung von Verkehrsregeln sowohl bei Vorsatz als auch bei Fahrlässigkeit; bei fahrlässiger Begehung ist grobe Fahrlässigkeit erforderlich. Die Verletzung ist objektiv grob, wenn sie unter den konkreten Umständen als schwerwiegend zu qualifizieren ist. Bei der Bewertung sind insbesondere das äussere Erscheinungsbild der Regelverletzung, ihr Ausmass und ihre Tragweite für die Verkehrssicherheit sowie die konkreten Umstände zu berücksichtigen.
“Rechtliche Grundlagen der groben Verkehrsregelverletzung Die Vorinstanz legte die rechtlichen Grundlagen der groben Verkehrsregelverletzung wie folgt korrekt dar (S. 12 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 187 f.): […]. Wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt, erfüllt […] den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG und wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Strafbar ist auch die fahrlässige Begehung (Art. 100 Ziff. 1 Satz 1 SVG); bei Art. 90 Abs. 1 SVG genügt leichte Fahrlässigkeit, Art. 90 Abs. 2 SVG setzt grobe Fahrlässigkeit voraus (Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2014, Art. 90 SVG N 14). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Verletzung einer Verkehrsregel dann objektiv grob im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn der Verstoss nach den konkreten Umständen als schwerwiegend bezeichnet werden muss, wobei das äussere Erscheinungsbild der Verkehrsregelverletzung, ihr Ausmass und ihre Tragweite für die Verkehrssicherheit mit zu berücksichtigen sind (BGE 106 IV 49, 106 IV 385 ff.). Zu den Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 SVG zählen grundsätzlich die im III. Teil des Gesetzes (Art. 26-57 SVG) enthaltenen Bestimmungen und die gestützt darauf bzw. auf Art. 57 SVG erlassenen bundesrätlichen Vollziehungsvorschriften (Weissenberger, a.a.O., Art. 90 N 6). Art. 27 Abs. 1 SVG schreibt vor, dass Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei befolgt werden müssen. Nach Art. 32 Abs. 2 SVG beschränkt der Bundesrat die Geschwindigkeit der Motorfahrzeuge auf allen Strassen.”
“Vorliegend wurde der Beschwerdeführer mit Strafurteil vom 30. November 2022, das in Rechtskraft erwachsen ist, der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig erklärt. Eine strafrechtliche grobe Verkehrsregelverletzung entspricht nach konstanter Rechtsprechung administrativrechtlich einer schweren Widerhandlung (BGE 132 II 234 E. 3). Die grobe Verkehrsregelverletzung erfordert subjektiv ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1 mit Hinweisen; Urteile BGer 6B_994/2019 vom 29. Januar 2020 E. 3.1.1; 6B_1467/2019 vom 20. Februar 2020 E. 2.2.1). Wie sich schon aus der Subsumierung des streitigen Ereignisses unter Art. 90 Abs. 2 SVG schlüssig ergibt, ist das Strafgericht von einem schweren Verschulden bzw. einer groben Fahrlässigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen. Im Strafurteil wurde hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes namentlich ausgeführt, dass der Beschwerdeführer im Bewusstsein, dass er die Autobahn bei der Ausfahrt Wankdorf verlassen wollte, im Bereich Neufeld auf den ersten Überholstreifen gewechselt und links am sich bildenden Stau vorbeigefahren ist.”
“Dès lors, l'infraction est toujours considérée comme moyennement grave lorsque tous les éléments constitutifs qui permettent de la privilégier comme légère ou au contraire de la qualifier de grave ne sont pas réunis. Tel est par exemple le cas lorsque la faute est grave et la mise en danger bénigne ou, inversement, si la faute est légère et la mise en danger grave (ATF 136 II 447 consid. 3.2 et les références citées, arrêt TF 1C_51/2021 du 4 avril 2022 consid. 2.1.1 et les références citées). Pour déterminer si le cas est de peu de gravité ou de gravité moyenne, l'autorité doit tenir compte de la gravité de la faute commise et de la réputation du contrevenant en tant que conducteur; la gravité de la mise en danger du trafic n'est prise en considération que dans la mesure où elle est significative pour la faute (ATF 128 II 86 consid. 2c et les références citées). La faute légère correspond à une négligence légère. Tant la mise en danger que la faute doivent dans ce cas être légères (arrêt TF 1C_135/2022 du 24 août 2022 consid. 2.1). L'infraction sanctionnée par l'art. 16c al. 1 let. a LCR correspond en principe à la définition réprimée sur la plan pénal par l'art. 90 al. 2 LCR (ATF 120 Ib 285 / JdT 1995 I 678 consid. 1). Sur le plan subjectif, l'art. 16c al. 1 let. a LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, c'est-à-dire une faute grave, donnée en cas de dol direct ou de dol éventuel et, en cas d'acte commis par négligence, découlant au minimum d'une négligence grossière. Cette condition est réalisée si l'auteur est conscient du danger que représente sa manière de conduire ou si, contrairement à ses devoirs, il ne tient pas compte du fait qu'il met en danger les autres usagers, c'est-à-dire s'il agit avec une négligence inconsciente; tel sera le cas lorsque le conducteur est inattentif, qu'il apprécie mal une situation, ou qu'il évalue mal les conséquences de son comportement (arrêt TF 1C_135/2022 du 24 août 2022 consid. 2.1). 3.3. A teneur de l'art. 31 al. 1 LCR, le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer au devoir de la prudence. Cela signifie qu'il doit être à tout moment en mesure de réagir utilement aux circonstances.”
Der Halter kann nach Art. 90 Abs. 1 SVG (LCR) haftbar gemacht werden, insbesondere wenn er das Fahrzeug Dritten zur Verfügung gestellt hat oder dessen Nutzung nicht bestritten hat. In solchen Fällen kann er wegen der Verkehrsverletzung verurteilt und zu einer Busse verurteilt werden.
“La CourEDH a confirmé la compatibilité de ces dérogations avec le droit au silence, qui n'est pas absolu, indiquant notamment que le détenteur d'un véhicule a des obligations et qu'il doit en assumer les conséquences en cas de non-respect. En outre, l'appelant n'a pas invoqué ce droit en première instance et a indiqué que son véhicule avait également pu être conduit par des amis. L'écoulement du temps invoqué (ndr : l'ordonnance pénale a été notifiée quatre mois après les faits) n'est pas un argument pertinent, puisqu'on peut raisonnablement exiger du détenteur d'un véhicule qu'il connaisse l'identité de celui à qui il l'a confié, ce d'autant plus que l'amende d'ordre lui a été adressée que deux mois après les faits, mais qu'il ne s'est pas interrogé, ni manifesté à ce sujet. Au surplus, il ne peut pas être retenu que le véhicule aurait été utilisé contre la volonté de l'appelant dès lors qu'il a accepté de le mettre à disposition de tiers. C'est ainsi avec raison que le premier juge a déclaré l'appelant, en sa qualité de détenteur du véhicule, coupable de la contravention à l'art. 90 al. 1 LCR et l'a condamné à une amende de CHF 240.-, sans prononcer de peine privative de liberté de substitution. Le jugement entrepris sera confirmé. 4. L'appelant, qui succombe, supportera les frais de la procédure envers l'État (art. 428 CPP). Pour le surplus, la mise à sa charge des frais de première instance sera confirmée (art. 426 CPP). * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTDP/920/2022 rendu le 25 juillet 2022 par le Tribunal de police dans la procédure P/23645/2021. Le rejette. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 955.-, qui comprennent un émolument de CHF 800.-. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de violation simple des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR cum 27 al. 1 LCR, art. 4a al. 1 let. b et al. 5 OCR et art. 22 al. 1 OSR). Condamne A______ à une amende d'ordre de CHF 240.- (art. 7 al. 5 et 14 LAO; art. 303.2 let. d OAO). Condamne A______ aux frais de la procédure, qui s'élèvent à CHF 403.”
“Au surplus, il ne peut pas être retenu que le véhicule aurait été utilisé contre la volonté de l'appelant dès lors qu'il a accepté de le mettre à disposition de tiers. C'est ainsi avec raison que le premier juge a déclaré l'appelant, en sa qualité de détenteur du véhicule, coupable de la contravention à l'art. 90 al. 1 LCR et l'a condamné à une amende de CHF 240.-, sans prononcer de peine privative de liberté de substitution. Le jugement entrepris sera confirmé. 4. L'appelant, qui succombe, supportera les frais de la procédure envers l'État (art. 428 CPP). Pour le surplus, la mise à sa charge des frais de première instance sera confirmée (art. 426 CPP). * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTDP/920/2022 rendu le 25 juillet 2022 par le Tribunal de police dans la procédure P/23645/2021. Le rejette. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 955.-, qui comprennent un émolument de CHF 800.-. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de violation simple des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR cum 27 al. 1 LCR, art. 4a al. 1 let. b et al. 5 OCR et art. 22 al. 1 OSR). Condamne A______ à une amende d'ordre de CHF 240.- (art. 7 al. 5 et 14 LAO; art. 303.2 let. d OAO). Condamne A______ aux frais de la procédure, qui s'élèvent à CHF 403.-, y compris un émolument de jugement de CHF 200.- (art. 426 al. 1 CPP). ( ) Fixe l'émolument complémentaire de jugement à CHF 400.-. Met cet émolument complémentaire à la charge de A______." Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police et à l'Office cantonal des véhicules. Le greffier : Alexandre DA COSTA Le président : Pierre BUNGENER Indication des voies de recours : Conformément aux art. 78 ss de la loi fédérale sur le Tribunal fédéral (LTF), le présent arrêt peut être porté dans les trente jours qui suivent sa notification avec expédition complète (art. 100 al. 1 LTF), par-devant le Tribunal fédéral (1000 Lausanne 14), par la voie du recours en matière pénale. ETAT DE FRAIS COUR DE JUSTICE Selon les art.”
“La CourEDH a confirmé la compatibilité de ces dérogations avec le droit au silence, qui n'est pas absolu, indiquant notamment que le détenteur d'un véhicule a des obligations et qu'il doit en assumer les conséquences en cas de non-respect. En outre, l'appelant n'a pas invoqué ce droit en première instance et a indiqué que son véhicule avait également pu être conduit par des amis. L'écoulement du temps invoqué (ndr : l'ordonnance pénale a été notifiée quatre mois après les faits) n'est pas un argument pertinent, puisqu'on peut raisonnablement exiger du détenteur d'un véhicule qu'il connaisse l'identité de celui à qui il l'a confié, ce d'autant plus que l'amende d'ordre lui a été adressée que deux mois après les faits, mais qu'il ne s'est pas interrogé, ni manifesté à ce sujet. Au surplus, il ne peut pas être retenu que le véhicule aurait été utilisé contre la volonté de l'appelant dès lors qu'il a accepté de le mettre à disposition de tiers. C'est ainsi avec raison que le premier juge a déclaré l'appelant, en sa qualité de détenteur du véhicule, coupable de la contravention à l'art. 90 al. 1 LCR et l'a condamné à une amende de CHF 240.-, sans prononcer de peine privative de liberté de substitution. Le jugement entrepris sera confirmé. 4. L'appelant, qui succombe, supportera les frais de la procédure envers l'État (art. 428 CPP). Pour le surplus, la mise à sa charge des frais de première instance sera confirmée (art. 426 CPP). * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTDP/920/2022 rendu le 25 juillet 2022 par le Tribunal de police dans la procédure P/23645/2021. Le rejette. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 955.-, qui comprennent un émolument de CHF 800.-. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de violation simple des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR cum 27 al. 1 LCR, art. 4a al. 1 let. b et al. 5 OCR et art. 22 al. 1 OSR). Condamne A______ à une amende d'ordre de CHF 240.- (art. 7 al. 5 et 14 LAO; art. 303.2 let. d OAO). Condamne A______ aux frais de la procédure, qui s'élèvent à CHF 403.”
Unzureichender Abstand beim Fahren hinter vortrittsberechtigten Einsatzfahrzeugen kann als Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG geahndet werden (vgl. Entscheid SU160036).
“Mit Strafbefehl des Statthalteramts Bezirk Dietikon vom 15. Juli 2015 wurde der Berufungskläger und Beschuldigte (fortan der Beschuldigte) A._____ wegen fahrlässiger einfacher Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 100 Ziff. 1 SVG i.V.m. Art. 26 Abs. 1 SVG, Art. 27 Abs. 2 SVG, Art. 35 Abs. 2 SVG, Art. 43 Abs. 3 SVG, Art. 44 Abs. 1 SVG sowie Art. 16 Abs. 2 VRV (ungenügender Abstand beim Fahren hinter einem vortrittsberechtig- ten Einsatzfahrzeug sowie verbotenes Befahren einer Rettungsachse) schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 500.– bestraft (act. 2). Der Beschuldigte liess mit Schreiben vom 12. August 2015 Einsprache gegen den Strafbefehl erhe- ben (Urk. 3). Mit Eingabe vom 28. Oktober 2015 überwies das Statthalteramt Be- zirk Dietikon die Akten ans Bezirksgericht Dietikon mit dem Antrag, den Strafbe- fehl zu bestätigen (Urk. 14). Im Rahmen der gerichtlichen Beurteilung wurde der Beschuldigte mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon - Einzelgericht in Strafsachen, vom 17. Februar 2016 der fahrlässigen einfachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG - 4 - i.V.m. Art. 100 Ziff. 1 SVG i.V.m. Art. 26 Abs. 1 SVG, Art. 27 Abs. 2 SVG und Art. 35 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr.”
Die blosse pauschale Angabe «Verstoss gegen Verkehrsregeln» im Anklage- bzw. Bussakt genügt nicht. Der Akt muss die der Annahme eines Tatbestands zugrunde liegenden Tatsachen konkret beschreiben, damit die Maxime d’accusation (Abgrenzungs- und Informationsfunktion gegenüber dem Beschuldigten) gewahrt ist.
“325 CPP, l'acte d'accusation désigne : (a) le lieu et la date de son établissement ; (b) le Ministère public qui en est l'auteur ; (c) le tribunal auquel il s'adresse ; (d) les noms du prévenu et de son défenseur ; (e) le nom du lésé ; (f) le plus brièvement possible, mais avec précision, les actes reprochés au prévenu, le lieu, la date et l'heure de leur commission ainsi que leurs conséquences et le mode de procéder de l'auteur ; (g) les infractions réalisées et les dispositions légales applicables de l'avis du Ministère public. En d'autres termes, l'acte d'accusation doit contenir les faits qui, de l'avis du Ministère public, correspondent à tous les éléments constitutifs de l'infraction reprochée au prévenu. L'acte d'accusation définit l'objet du procès et sert également à informer le prévenu (fonction de délimitation et d'information) (ATF 147 IV 505 précité, ibid., et les références citées). Des imprécisions relatives au lieu ou à la date sont sans portée, dans la mesure où le prévenu ne peut pas avoir de doute sur le comportement qui lui est reproché (ATF 147 IV 505 précité, ibid., et les références citées). Ainsi, les actes reprochés doivent être concrètement décrits afin que l'intéressé puisse se défendre (CAPE 8 février 2022/106). 3.1.2.2 Conformément à l’art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la loi ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. 3.1.3 Il est vrai que l’art. 90 al. 1 LCR constitue une disposition de caractère général et abstrait, et certes, selon la jurisprudence, la seule mention d’une violation de règles de circulation selon cette disposition, sans autre précision, est insuffisante (ATF 126 I 19 consid. 2e ; TF 6P.136/2003 du 24 novembre 2003 ; VD, JdT 1981 III 155). Toutefois, à l’instar du premier juge, il convient de nier toute violation de la maxime d’accusation en l’espèce. On rappellera que le but de celle-ci est de garantir au prévenu un acte d’accusation contenant les infractions qui lui sont imputées de façon suffisamment précise pour lui permettre d’apprécier objectivement et subjectivement ce qui lui est reproché et comment son comportement se définit pénalement, autrement dit, de lui garantir de pouvoir se défendre efficacement (Moreillon/Parein-Reymond, Petit Commentaire du Code de procédure pénale, 2e éd.”
Fallen qualifizierte Tatbestände aus Beweisgründen (z.B. wegen Unverwertbarkeit von Aussagen) weg, kann das Verfahren auf die einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG reduziert bleiben.
“Mai 2021 seien infolge Unverwertbarkeit aus den Akten zu löschen. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der groben Verkehrsverletzung durch Nichtanpassen der Geschwindigkeit gemäss Art. 90 Abs. 2 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 i.V.m. Art. 100 Ziff. 1 SVG, begangen am 27. März 2021 in .________ freizusprechen. Die Verfahrenskosten für das erstinstanzliche Verfahren sowie die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung im Betrag von CHF 14'587.95 (Beilage 0) für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte nach Art. 429 StPO gemäss der beiliegenden Honorarnote zuzusprechen. Eventualiter Es sei die Unverwertbarkeit i.S.v. Art. 158 Abs. 2 StPO der Aussagen der Beschuldigten gemäss dem Unfallprotokoll vom 4. Mai 2021 festzustellen. Die Aussagen des Beschuldigten gemäss dem Unfallprotokoll vom 4. Mai 2021 seien infolge Unverwertbarkeit aus den Akten zu löschen. Der Beschuldigte sei der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 i.V.m. Art. 100 Ziff. 1 SVG, begangen am 27. März 2021 in .________, schuldig zu sprechen und zu einer zu Busse verurteilen, deren Höhe von Amtes wegen zu bestimmen ist. Die Verfahrenskosten für das erstinstanzliche Verfahren sowie die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung im Betrag von CHF 14'587.95 (Beilage 0) für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte nach Art. 429 StPO gemäss der beiliegenden Honorarnote zuzusprechen.”
Unter besonderen Umständen (z. B. signalisierte Reduktion der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, nahende Autobahnverzweigung) kann ein Rechtsüberholmanöver — insbesondere wenn es von einem erfahrenen Lenker begangen wird — als grobfahrlässig und rücksichtslos beurteilt werden und damit den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllen.
“Im Hinblick auf die durch sein Rechtsüberholmanöver geschaffene erhöhte abstrakte Gefahr musste dem Beschuldigten, zumal als erfahrenem Autofahrer mit einer Fahrleistung von 30'000 bis 40'000 km pro Jahr, bewusst gewesen sein, dass die Lenker der beiden von ihm rechts überholten Fahrzeuge, die ihre Geschwindigkeit aufgrund der Signalisation verringerten, nicht damit rechnen mussten, von ihm rechts überholt zu werden und dass allgemein sowie aufgrund der vorliegenden Situation (signalisierte Reduktion der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und nahende Autobahnverzweigung) die Möglichkeit bestand, dass eines der beiden Fahrzeuge oder beide einen Spurwechsel nach rechts vollziehen könnten. Angesichts der vorstehenden Ausführungen und zumal in casu keine besonderen Gegenindizien ersichtlich sind, die das Verhalten des Beschuldigten in milderem Licht erscheinen lassen könnten, ist von einem grobfahrlässigen und mithin rücksichtslosen Verhalten des Beschuldigten auszugehen, womit der Straftatbestand des Art. 90 Abs. 2 SVG auch in subjektiver Hinsicht erfüllt ist.”
“Im Hinblick auf die durch sein Rechtsüberholmanöver geschaffene erhöhte abstrakte Gefahr musste dem Beschuldigten, zumal als erfahrenem Autofahrer mit einer Fahrleistung von 30'000 bis 40'000 km pro Jahr, bewusst gewesen sein, dass die Lenker der beiden von ihm rechts überholten Fahrzeuge, die ihre Geschwindigkeit aufgrund der Signalisation verringerten, nicht damit rechnen mussten, von ihm rechts überholt zu werden und dass allgemein sowie aufgrund der vorliegenden Situation (signalisierte Reduktion der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und nahende Autobahnverzweigung) die Möglichkeit bestand, dass eines der beiden Fahrzeuge oder beide einen Spurwechsel nach rechts vollziehen könnten. Angesichts der vorstehenden Ausführungen und zumal in casu keine besonderen Gegenindizien ersichtlich sind, die das Verhalten des Beschuldigten in milderem Licht erscheinen lassen könnten, ist von einem grobfahrlässigen und mithin rücksichtslosen Verhalten des Beschuldigten auszugehen, womit der Straftatbestand des Art. 90 Abs. 2 SVG auch in subjektiver Hinsicht erfüllt ist.”
Der Rückzug eines Strafantrags hat keine Sperrwirkung für von Amtes wegen zu verfolgende Delikte. Die amtliche Verfolgung von Art. 90 Abs. 1 SVG bleibt daher auch bei Rückzug des Strafantrags unberührt.
“Schliesslich wäre es stossend, wenn es letztlich der Strafantragsteller in der Hand hätte, ob hinsichtlich eines Offizialdelikts ermittelt wird oder nicht. Würde der Rückzug des Strafantrags und die gestützt darauf erfolgte Einstellung des Strafverfahrens Sperrwirkung entfalten, hätte dies nach der Beurteilung der Vorinstanz zur Folge, dass hinsichtlich des Offizialdelikts nicht mehr ermittelt werden könnte. Bei einem Einbruch- oder Einschleichdiebstahl, welcher offensichtlich als einheitliches Ganzes betrachtet werden muss, hätte der Rückzug des Strafantrags wegen Hausfriedensbruchs demnach zur Folge, dass die beschuldigte Person nicht mehr wegen Diebstahls und/oder Sachbeschädigung verurteilt werden könnte. Dies kann nicht angehen (vgl. insoweit auch Urteil des Bundesgerichts 6S.628/2001 vom 29. November 2001 E. 2a mit Hinweis auf BGE 96 IV 39; 106 IV 391, wonach der Rückzug des nach Art. 125 Abs. 1 StGB erforderlichen Strafantrags ein von Amtes wegen zu verfolgendes Gefährdungsdelikts [Art. 90 Abs. 1 SVG] unberührt lässt, d.h. dass bei Rückzug des Strafantrags wegen fahrlässiger Körperverletzung weiter wegen einfacher Verkehrsregelverletzung ermittelt werden muss und das Verbot der doppelten Strafverfolgung nicht gilt; vgl. ebenso Godenzi, Schweizerisches Strafgesetzbuch Handkommentar, 4. Aufl. 2020, N. 2 zu Art. 125 StGB; Trechsel/Geth, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, a.a.O., N. 5 zu Art. 125 StGB; Stratenwerth/Wohlers, Schweizerisches Strafgesetzbuch Handkommentar, 3. Aufl. 2013, N. 2 zu Art. 125 StGB).”
In Ausnahmefällen hat das Bundesgericht festgestellt, dass trotz eines Unfallereignisses keine grobe Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2) vorliegt. Entscheidende Umstände waren etwa schwierige Sichtverhältnisse (Nacht), glatte Fahrbahn, verminderte Geschwindigkeit und eine nachgewiesene vorsichtige Fahrweise; in solchen Konstellationen wurde die Tat als einfache Verletzung qualifiziert.
“L'absence de scrupules sera exceptionnellement niée lorsque les circonstances particulières du cas d'espèce font apparaître le comportement de l'auteur sous un jour plus favorable (arrêt du Tribunal fédéral 6B_665/2015 du 15 septembre 2016 consid. 2.1.2 et les références). Le Tribunal fédéral a confirmé la qualification de violation simple des règles de la circulation routière dans le cas d'un homme qui, circulant en voiture dans des conditions de visibilité difficiles, dès lors qu'il faisait nuit et que la route était glissante, a percuté un piéton traversant sur le passage clouté, lui causant une fracture du bassin ainsi que des blessures au genou et à la tête. D'un point de vue subjectif, et se fondant sur l'intention du prévenu de conduire prudemment, ainsi que sur son comportement après la collision et sa vitesse réduite, le Tribunal fédéral a confirmé qu'il ne pouvait lui être reproché un comportement sans scrupule ou gravement contraire aux règles de la circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR (arrêt du Tribunal fédéral 6B_835/2010 du 16 novembre 2010 consid. 5.3.2). Le Tribunal fédéral est parvenu à la même conclusion dans le cas d'un homme ayant ignoré le droit de passage d'un piéton se trouvant sur un passage clouté, dans le parking d'un centre commercial. D'un point de vue subjectif, il a considéré que le fait que le conducteur n'ait pas vu le piéton à temps alors qu'il en aurait eu la possibilité, de même que le fait que des piétons devaient être attendus à tout moment sur un passage pour piétons situé devant l'entrée d'un magasin, ne suffisaient pas à établir l'existence d'une violation grave des règles de la circulation routière, dès lors que l'homme roulait au rythme de la marche et qu'il n'y avait aucune autre circonstance aggravante (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1174/2013 du 14 mai 2014 consid. 3.4). 2.2.2. Chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies (art.”
“L'absence de scrupules sera exceptionnellement niée lorsque les circonstances particulières du cas d'espèce font apparaître le comportement de l'auteur sous un jour plus favorable (arrêt du Tribunal fédéral 6B_665/2015 du 15 septembre 2016 consid. 2.1.2 et les références). Le Tribunal fédéral a confirmé la qualification de violation simple des règles de la circulation routière dans le cas d'un homme qui, circulant en voiture dans des conditions de visibilité difficiles, dès lors qu'il faisait nuit et que la route était glissante, a percuté un piéton traversant sur le passage clouté, lui causant une fracture du bassin ainsi que des blessures au genou et à la tête. D'un point de vue subjectif, et se fondant sur l'intention du prévenu de conduire prudemment, ainsi que sur son comportement après la collision et sa vitesse réduite, le Tribunal fédéral a confirmé qu'il ne pouvait lui être reproché un comportement sans scrupule ou gravement contraire aux règles de la circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR (arrêt du Tribunal fédéral 6B_835/2010 du 16 novembre 2010 consid. 5.3.2). Le Tribunal fédéral est parvenu à la même conclusion dans le cas d'un homme ayant ignoré le droit de passage d'un piéton se trouvant sur un passage clouté, dans le parking d'un centre commercial. D'un point de vue subjectif, il a considéré que le fait que le conducteur n'ait pas vu le piéton à temps alors qu'il en aurait eu la possibilité, de même que le fait que des piétons devaient être attendus à tout moment sur un passage pour piétons situé devant l'entrée d'un magasin, ne suffisaient pas à établir l'existence d'une violation grave des règles de la circulation routière, dès lors que l'homme roulait au rythme de la marche et qu'il n'y avait aucune autre circonstance aggravante (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1174/2013 du 14 mai 2014 consid. 3.4). 2.2.2. Chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies (art.”
Die Anklage/Anklageschrift/Akte muss präzise und ausreichend bestimmt sein: blosse pauschale Nennung einer Regelverletzung genügt nicht; Tatbestandselemente und Umstände (Ort, Zeit, Verhalten, Folgen, Vorgehen des Täters) sind so zu bezeichnen, dass der Beschuldigte sich verteidigen kann.
“325 CPP, l'acte d'accusation désigne : (a) le lieu et la date de son établissement, (b) le ministère public qui en est l'auteur, (c) le tribunal auquel il s'adresse, (d) les noms du prévenu et de son défenseur, (e) le nom du lésé, (f) le plus brièvement possible, mais avec précision, les actes reprochés au prévenu, le lieu, la date et l’heure de leur commission ainsi que leurs conséquences et le mode de procéder de l'auteur, (g) les infractions réalisées et les dispositions légales applicables de l'avis du ministère public. En d'autres termes, l'acte d'accusation doit contenir les faits qui, de l'avis du ministère public, correspondent à tous les éléments constitutifs de l'infraction reprochée au prévenu. L'acte d'accusation définit l'objet du procès et sert également à informer le prévenu (fonction de délimitation et d'information). Des imprécisions relatives au lieu ou à la date sont sans portée, dans la mesure où le prévenu ne peut pas avoir de doute sur le comportement qui lui est reproché (ATF 147 IV 505 précité, ibid.). 3.2.2 Aux termes de l'art. 90 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende (al. 1). Celui qui, par une violation grave d’une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d’autrui ou en prend le risque est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire (al. 2). L’art. 90 al. 1 LCR constitue une disposition de caractère général et abstrait, de sorte que la seule mention d’une violation de règles de circulation selon cette disposition, sans autre précision, est insuffisante (ATF 126 I 19 consid. 2e ; TF 6P.136/2003 du 24 novembre 2003 ; JdT 1981 III 155). L’acte d’accusation a pour fonction de présenter et de fixer l’objet du procès et de garantir les droits de la défense, de telle façon que le prévenu soit mis en état de les faire valoir concrètement ou de pouvoir se défendre efficacement. L’accusation doit ainsi désigner la personne poursuivie et les infractions qui lui sont reprochées de façon suffisamment précise pour lui permettre d’apprécier objectivement et subjectivement quels reproches lui sont faits (Moreillon/Parein-Reymond, Petit Commentaire du Code de procédure pénale, 2e éd.”
“325 CPP, l'acte d'accusation désigne : (a) le lieu et la date de son établissement, (b) le ministère public qui en est l'auteur, (c) le tribunal auquel il s'adresse, (d) les noms du prévenu et de son défenseur, (e) le nom du lésé, (f) le plus brièvement possible, mais avec précision, les actes reprochés au prévenu, le lieu, la date et l’heure de leur commission ainsi que leurs conséquences et le mode de procéder de l'auteur, (g) les infractions réalisées et les dispositions légales applicables de l'avis du ministère public. En d'autres termes, l'acte d'accusation doit contenir les faits qui, de l'avis du ministère public, correspondent à tous les éléments constitutifs de l'infraction reprochée au prévenu. L'acte d'accusation définit l'objet du procès et sert également à informer le prévenu (fonction de délimitation et d'information). Des imprécisions relatives au lieu ou à la date sont sans portée, dans la mesure où le prévenu ne peut pas avoir de doute sur le comportement qui lui est reproché (ATF 147 IV 505 précité, ibid.). 3.2.2 Aux termes de l'art. 90 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende (al. 1). Celui qui, par une violation grave d’une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d’autrui ou en prend le risque est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire (al. 2). L’art. 90 al. 1 LCR constitue une disposition de caractère général et abstrait, de sorte que la seule mention d’une violation de règles de circulation selon cette disposition, sans autre précision, est insuffisante (ATF 126 I 19 consid. 2e ; TF 6P.136/2003 du 24 novembre 2003 ; JdT 1981 III 155). L’acte d’accusation a pour fonction de présenter et de fixer l’objet du procès et de garantir les droits de la défense, de telle façon que le prévenu soit mis en état de les faire valoir concrètement ou de pouvoir se défendre efficacement. L’accusation doit ainsi désigner la personne poursuivie et les infractions qui lui sont reprochées de façon suffisamment précise pour lui permettre d’apprécier objectivement et subjectivement quels reproches lui sont faits (Moreillon/Parein-Reymond, Petit Commentaire du Code de procédure pénale, 2e éd.”
“Les exigences du principe de la légalité (nulla poena sine lege) de cette disposition résultent aussi des art. 5, 9 et 164 al. 1 let. c Cst. 36. Selon la jurisprudence, pour pouvoir être qualifiée de « prévisible », une loi doit être énoncée avec assez de précision pour permettre au justiciable, en s’entourant au besoin de conseils éclairés, de prévoir, à un degré raisonnable dans les circons-tances de la cause, les conséquences qui peuvent découler d’un acte déterminé. Ces conséquences n’ont pas à être prévisibles avec une certitude absolue. Ainsi, ne méconnaît pas l’exigence de prévisibilité une loi qui, tout en conférant un pouvoir d’appréciation, en précise l’étendue et les modalités d’exercice avec assez de netteté, compte tenu du but légitime poursuivi, pour fournir à l’individu une protection adéquate contre l’arbitraire. Il en va de même de la loi qui peut se prêter à plus d’une interprétation (arrêts du Tribunal fédéral 7B_72/2023 du 29 avril 2024 consid. 3.1 ; 6B_477/2023 du 17 avril 2024 consid. 7.3.1). 37. En vertu de l’art. 90 LCR, certains comportements en matière de circulation routière sont punissables d’une amende, d’une peine privative de liberté de trois ans au plus, d’une peine pécuniaire ou d’une peine privative de liberté d’un à quatre ans. Est notamment sanctionné le fait de dépasser la vitesse maximale autorisée (cf. arrêt du Tribunal fédéral 7B_545/2023 du 16 décembre 2024, destiné à publication). 38. À teneur des art. 2 et 12 à 21 du code de procédure pénale suisse du 5 octobre 2007 (CPP - RS 312.0) en lien avec les art. 77, 94, 96, 98, 100, 101, 113, 128 et 130 de la loi sur l’organisation judiciaire du 26 septembre 2010 (LOJ - E 2 05), la justice pénale est administrée uniquement par les autorités désignées par la loi, à savoir, à Genève, le Ministère public, le Tribunal des mesures de contrainte, le Tribunal de police, le Tribunal correctionnel, le Tribunal criminel, le Tribunal d’application des peines et des mesures, le Tribunal des mineurs ainsi que la chambre pénale de recours et la chambre pénale d’appel et de révision de la Cour de justice.”
In den zitierten Entscheiden wurde eine toleranzbereinigte Geschwindigkeitsüberschreitung von 36 km/h auf einer richtungsgetrennten Autostrasse als Erfüllung des objektiven Tatbestands der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG angesehen.
“Die Vorinstanz hält fest, die toleranzbereinigte Geschwindigkeitsüberschreitung auf der richtungsgetrennten Autostrasse N13 bei Rothenbrunnen habe 36 km/h betragen. Damit habe der Beschwerdeführer den objektiven Tatbestand der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Dies bestreitet der Beschwerdeführer nicht.”
“Die toleranzbereinigte Geschwindigkeitsüberschreitung des Beschuldigten betrug - wie durch die Radarmessung belegt und unbestritten ist - 36 km/h auf der richtungsgetrennten Autostrasse N13 bei Rothenbrunnen. Angesichts der vor- erwähnten Rechtsprechung des Bundesgerichts hat der Beschuldigte damit den objektiven Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Zu prüfen bleibt, ob sein Verhalten auch in subjektiver Hinsicht unter Art. 90 Abs. 2 SVG fällt.”
Frühere einschlägige Verkehrs‑ und sonstige Vorstrafen erhöhen in der Gesamtwürdigung die Rückfallgefahr und wirken strafschärfend (ungünstige Prognose).
“Das Zwangsmassnahmengericht begründet die Wiederholungsgefahr wie folgt: Damit ist auch gesagt, dass, anders als die Verteidigung annimmt, der Haftgrund der Wiederholungsgefahr nach Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO gegeben ist: er ist in Anbetracht der zahlreichen Vorstrafen – namentlich am 14. Oktober 2015 wegen u.a. versuchter einfacher Körperverletzung i.S.v. Art. 123 StGB und Raubs i.S.v. Art. 140 StGB, am 18. August 2020 wegen u.a. mehrfachen Vergehens gegen das BetmG i.S.v. Art. 19 BetmG, grober und qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG und Fahrens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand i.S.v. Art. 91 SVG sowie am 15. Oktober 2020 wegen u.a. mehrfacher Körperverletzung i.S.v. Art. 123 StGB – einerseits und der Gegenstand der hängigen Untersuchung bildenden, zugegebenen und als Vortaten heranzuziehenden SVG-Delikte, mit denen die für die Annahme der Wiederholungsgefahr erforderliche Gleichartigkeit der Straftaten erstellt ist (vgl. z.B. Urteile des Bundesgerichts 1B_538/2011 vom 17. Oktober 2011 E. 3.2 und 1B_71/2013 vom 13. März 2013 E. 2.3) und die als schwere Vergehen zu qualifizieren sind, anderseits zu bejahen. Die ungünstige Prognose ergibt sich zum einen aus seinem psychischen Zustand (A.________ spricht selber von einer unbehandelten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung), zum anderen aus der Tatsache, dass A.________ im Fall seiner Freilassung in ein unverändert gebliebenes Umfeld zurückkehren würde, dass offensichtlich nicht imstande war, ihn von den ihm vorgeworfenen Straftaten abzuhalten, oder ihn vielmehr gerade dazu brachte.”
“Besonders verwerflich erscheint das Verhalten des Beschwerdeführers in Anbetracht des Umstands, dass er zum Zeitpunkt der IV-Anmeldung ohne Geldsorgen zusammen mit seinen Eltern wohnte und entsprechend leicht von seiner Tatbegehung hätte absehen können (vgl. zum Ganzen Entscheid des Kantonsgerichts, S. 36, 53 ff.). Dieses Betrugsdelikt stellt den Gipfel des gesetzeswidrigen Verhaltens dar, das der Beschwerdeführer über fast zwei Jahrzehnte an den Tag legte. Bereits 1998 hatte er eine bedingt aufgeschobene Landesverweisung verwirkt, und am 16. März 2004 drohte ihm das Verwaltungsgericht förmlich die Ausweisung an (vgl. Sachverhalt lit. B vorne). All dies vermochte den Beschwerdeführer nicht genügend zu beeindrucken, delinquierte er doch auch nach dem verwaltungsgerichtlichen Entscheid weiter. Anders als er suggeriert, ging es (auch) dabei nicht bloss um Bagatelldelikte. Im Jahr 2012 machte er sich eines Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz (SR 741.01, SVG) – einschlägig war aArt. 90 Ziff. 2 SVG, der dem Schutz von Leib und Leben dient (G. Fiolka, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, N 8 ff. zu Art. 90 SVG) – schuldig (Dossier S. 522 ff.). Im selben Jahr erging ein Strafbefehl wegen Tätlichkeiten, Beschimpfung und Drohung, nachdem der Beschwerdeführer einen Parkhauswächter, der ihn angewiesen hatte, im Parkhaus langsamer zu fahren und nicht auf dem Frauenparkplatz zu parkieren, beschimpft und sodann mit einer Hand am Hals, mit der anderen am Arm festgehalten und gegen einen Personenwagen gedrückt hatte (Dossier S. 544 ff.). Dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der Verurteilung wegen Sozialhilfebetrugs Ersttäter ist, lässt diese Ausgangslage in keinem milderen Licht erscheinen. Abgesehen davon, dass eine Wiederholung des Betrugs in diesem Bereich schon aus faktischen Gründen kaum vorstellbar ist, bedarf es vorliegend einer Gesamtbetrachtung seines deliktischen Verhaltens (vgl. auch den nachfolgenden Absatz). Die Diversität der verübten Delikte zeugt dabei von einer bereichsübergreifenden kriminellen Energie und einer ganz grundsätzlichen Ignoranz gegenüber der hiesigen Rechts- und Werteordnung.”
Es ist nicht zwingend erforderlich, in Strafbefehl oder Anklage einen spezifischen LCR-/VRV-Artikel zu bezeichnen, sofern aus der tatsachen‑bezogenen Darstellung klar hervorgeht, welche Verkehrsregel verletzt worden ist; in diesem Fall liegt keine Verletzung der Anklagemaxime vor.
“, Bâle 2016, n. 4 ad art. 9 CPP et les réf.). Même si l’acte d’accusation ne mentionne que l’art. 90 al. 1 LCR, il n’y a pas de violation de la maxime d’accusation lorsque les faits décrits permettent de comprendre la règle de la circulation routière qui a été violée (CAPE 23 mars 2023/203 consid. 3.1.3). 3.3 En l'espèce, il est vrai que l’ordonnance pénale du 20 septembre 2022 retient une violation grave des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 2 LCR, mais n’indique pas les dispositions spécifiques de la LCR qui ont été violées, à savoir les art. 51 al. 2 LCR et 55 al. 1 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11) pour un accident ayant causé des dommages corporels sans en aviser la police, ainsi que l’art. 3 al. 1 OCR, pour une marche arrière effectuée sans vouer toute l’attention commandée par les circonstances. Pour sa part, le premier juge a retenu une violation simple des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 1 LCR, considérant qu’il n’y avait pas eu d’accident ni de blessure corporelle, mais n’a pas non plus indiqué les règles spécifiques de la LCR qui avaient été violées en lien avec l’art. 90 al. 1 LCR. Cela dit, le rapport de police du 2 juillet 2022 mentionne qu’au moment où les agents se sont présentés au domicile de l’appelante peu après l’incident, celle-ci a admis les faits tout en les minimisant (P. 5, p. 3). Ensuite, au cours de son audition du même jour par la police, l’appelante a déclaré : « [...], un homme m’a mis une amende électronique. A ce moment, j’étais assise au volant de ma voiture. Sa compagne qui se trouvait derrière ma voiture m’engueulait. J’ai finalement pris le papier et j’ai reculé à faible vitesse. Sur ce, ma voiture a heurté légèrement la cycliste. Elle n’est même pas tombée » (P. 5, p. 4). En outre, l’acte d’accusation indique ce qui suit : « La prévenue a réalisé une marche arrière au volant de l’engin précité en sachant que F.________, [...], se trouvait derrière elle sur un cycle pour l’empêcher de quitter les lieux sans avoir pris le ticket.”
Zur Abgrenzung einer groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG dienen anerkannte Erfahrungssätze: Die Zwei‑Sekunden‑ bzw. „Halber‑Tacho“‑Regel (etwa 1,8 Sekunden) gilt als Mindeststandard für einen ausreichenden Abstand; die «1/6‑Tacho»‑Regel (etwa 0,6 Sekunden; in der Praxis teils bis 0,8 Sekunden genannt) wird in der Rechtsprechung als Richtschnur herangezogen, um das Vorliegen einer groben Verletzung zu beurteilen.
“Il n'existe pas de règle absolue sur ce qu'il faut entendre par "distance suffisante" au sens de l'art. 34 al. 4 LCR; cela dépend des circonstances concrètes, notamment des conditions de la route, de la circulation et de la visibilité, de même que de l'état des véhicules impliqués. Le sens de cette règle de circulation est avant tout de permettre au conducteur, même en cas de freinage inopiné du véhicule qui précède, de s'arrêter derrière lui. La jurisprudence n'a pas fixé de distances minimales à respecter au-delà desquelles il y aurait infraction simple, moyennement grave ou grave à la LCR. Elle a toutefois admis que la règle des "deux secondes" ou du "demi-compteur" (correspondant à un intervalle de 1,8 seconde) sont des standards minimaux habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1; arrêt TF 1C_179/2023 du 3 août 2023 consid. 3.1). Cette distance correspond approximativement à la distance d'arrêt en cas de freinage et d'arrêt soudains et corrects du véhicule qui précède. Pour déterminer s'il faut admettre une violation grave des règles de la circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, la règle du "1/6 de tachymètre" (ou écart de 0,6 seconde) sert de fil conducteur (arrêt TF 1C_482/2023 du 11 mars 2024 consid. 2.2 et les références citées). Cette disposition constitue une règle primordiale de la circulation routière dont la violation est la cause de nombreux accidents (ATF 131 IV 133 consid. 3.2.1; arrêt TF 6B_1137/2022 du 7 juillet 2023 consid. 3.3). 3.2. Celui qui dépasse doit avoir particulièrement égard aux autres usagers de la route, notamment à ceux qu’il veut dépasser (art. 35 al. 3 LCR). Conformément à l'art. 40 LCR, les signaux avertisseurs inutiles ou excessifs seront évités. L'art. 29 al. 1 OCR précise que le conducteur se comporte de manière à ne pas devoir donner des signaux avertisseurs acoustiques ou des signaux optiques. Il n’a le droit de donner de tels signaux que lorsque la sécurité du trafic l’exige. 3.3. En l'espèce, en talonnant à moins d'un mètre le véhicule conduit par la nouvelle compagne de son ex-compagnon, la recourante a violé le prescrit de l'art.”
“Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective. Lorsque l'appréciation des preuves et la constatation des faits sont critiquées en référence au principe in dubio pro reo, celui-ci n'a pas de portée plus large que l'interdiction de l'arbitraire, prohibant une appréciation reposant sur des preuves inadéquates ou sans pertinence (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.3 ; ATF 143 IV 500 consid. 1.1 ; ATF 138 V 74 consid. 7). 4. 4.1 L'art. 34 al. 4 LCR prévoit que le conducteur doit observer une distance suffisante notamment lorsque des véhicules se suivent. Cette disposition est concrétisée à l'art. 12 al. 1 de l'ordonnance sur les règles de la circulation routière (OCR ; RS 741.11), selon lequel, lorsque des véhicules se suivent, le conducteur se tiendra à une distance suffisante du véhicule qui le précède, afin de pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. L'irrespect d'une distance suffisante constitue une violation simple (art. 90 al. 1 LCR), le cas échéant grave (art. 90 al. 2 LCR) des règles de la circulation. Ce qu'il faut entendre par « distance suffisante » au sens de l'art. 34 al. 4 LCR dépend des circonstances concrètes, notamment des conditions de la route, de la circulation et de la visibilité, de même que de l'état des véhicules impliqués. Le sens de cette règle de circulation est avant tout de permettre au conducteur, même en cas de freinage inopiné du véhicule qui précède, de s'arrêter derrière lui. La jurisprudence n'a développé aucun principe général en ce qui concerne la distance à partir de laquelle une violation simple des règles de la circulation, au sens de l'art. 90 al. 1 LCR, doit être retenue dans tous les cas, même en présence de conditions favorables. Elle a toutefois admis que la règle des deux secondes ou du « demi-compteur » (correspondant à un intervalle de 1,8 seconde) étaient des standards minima habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1 p. 135 ; ATF 104 IV 192 consid. 2b p. 194). Sur une autoroute, la règle du « 1/6 compteur », respectivement de l’intervalle de 0,6 secondes, peut être utilisée pour déterminer si l’infraction doit être qualifiée de grave (ATF 131 IV 133 consid.”
“4 LCR; cela dépend des circonstances concrètes, notamment des conditions de la route, de la circulation et de la visibilité, de même que de l'état des véhicules impliqués. Le sens de cette règle de circulation est avant tout de permettre au conducteur, même en cas de freinage inopiné du véhicule qui précède, de s'arrêter derrière lui. La jurisprudence n'a pas fixé de distances minimales à respecter au-delà desquelles il y aurait infraction simple, moyennement grave ou grave à la LCR. Elle a toutefois admis que la règle des " deux secondes " ou du " demi-compteur " (correspondant à un intervalle de 1,8 seconde) sont des standards minimaux habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1; arrêts 6B_85/2023 du 8 novembre 2023 consid. 1.2.2; 1C_179/2023 du 3 août 2023 consid. 3.1). Cette distance correspond approximativement à la distance d'arrêt en cas de freinage et d'arrêt soudains et corrects du véhicule qui précède (ATF 104 IV 192 consid. 2b). Pour déterminer s'il faut admettre une violation grave des règles de la circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, la règle du " 1/6 de tachymètre " (ou écart de 0,6 seconde) sert de fil conducteur (ATF 131 IV 133 consid. 3.2.2; arrêts 6B_698/2017 du 13 octobre 2017 consid. 5.4; 6B_1030/2010 du 22 mars 2011 consid. 3.3.2). Ainsi, une faute grave a notamment été retenue à l'encontre d'un automobiliste qui a suivi le véhicule le précédant sur la voie de gauche de l'autoroute, sur une distance de 800 mètres environ et à une vitesse supérieure à 100 km/h, avec un écart de moins de 10 mètres, correspondant à 0,33 seconde de temps de parcours (ATF 131 IV 133 consid. 3.2.3), respectivement à une vitesse de 112 km/h sur environ 500 mètres à une distance de”
“Quant à la distance suffisante au sens de cette disposition, la jurisprudence se réfère aux règles d'expérience de la moitié de la vitesse affichée par le compteur ("1/2 tachy" soit 1,8 seconde) ou des 2 secondes ("21, 22"), cependant qu'une distance inférieure à "1/6 tachy" ou "0,6 seconde" parle, en fonction des circonstances, en faveur d'une violation grave (art. 90 al. 2 LCR; ATF 131 IV 133 consid. 3.1 et 3.2.2; v. parmi d'autres: arrêts 6B_698/2017 du 13 octobre 2017 consid. 5.4, 6B_1004/2016 du 14 mars 2017 consid. 3.3 et 6B_848/2016 du 13 février 2017 consid. 1.3.3). Il n'est pas nécessaire, en l'espèce, de rechercher plus précisément si et sous quelles cautèles une autre règle d'expérience permettrait de délimiter les violations graves qualifiées des règles de la circulation routière.”
Fahrten im Zusammenhang mit Flucht, ein grober Verlust der Fahrzeugbeherrschung (z. B. schwere Unfälle nach Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit) sowie Eingriffe Dritter in die Lenkung können typischerweise eine erhöhte abstrakte Gefährdung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG begründen und so die objektive Tatbestandsseite und die schwere des Verschuldens wesentlich stützen.
“Dans ces conditions, les éléments constitutifs des crimes de tentative de brigandage qualifié et de brigandage qualifié en tant qu’affilié à une bande au sens de l’art. 140 ch. 3 al. 2 aCP, ainsi que de vol en bande au sens de l’art. 139 ch. 3 al. 2 aCP sont réalisés. La circonstance aggravante étant donnée pour ce seul motif déjà, c’est en vain – et du reste à l’encontre des faits – que l’appelant fait plaider qu’il n’aurait pas fait preuve d’une violence physique particulière . 6. 6.1 Pour ce qui est du chef de prévention de violation grave des règles de la circulation routière (cas n° 6 de l’acte d’accusation), reconnu, l’appelant conteste avoir perdu la maitrise du véhicule « en raison d’une vitesse excessive et avoir par sa façon de conduire créé un danger sérieux pour la sécurité d’autrui » (déclaration d’appel, p. 2 in fine). 6.2 D’après l’art. 31 al. 1 LCR, le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence. Selon l’art. 90 al. 2 LCR, celui qui, par une violation grave d’une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d’autrui ou en prend le risque est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire. 6.3 A l’audience d’appel, le prévenu a fait valoir que ni sa vitesse lors des faits, ni l’origine de la perte de maîtrise n’avaient été déterminées. Ce moyen est infirmé par les faits. En effet, l’appelant fuyait alors les lieux du brigandage commis avec [...] (cas n° 5 de l’acte d’accusation) et le véhicule utilisé à cette fin a été retrouvé, fortement endommagé, alors que la glissière de sécurité sise à proximité immédiate présentait également des dégâts. La reconstitution des faits a établi que la voiture avait effectué un quart de tour sur la gauche et heurté la glissière du côté droit, avant de s’immobiliser. Les dommages à la glissière de sécurité sont consécutifs à ce choc. De par ses conséquences, un tel accident ne peut découler que d’une perte de maitrise, qui plus est grossière et dangereuse.”
“Es ist in diesem Zusammenhang vorweg darauf hinzuweisen, dass im Vergleich zum vorinstanzli- chen Urteil infolge des vorliegend geltenden Verschlechterungsverbotes im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO von vornherein keine strengere Bestrafung des Be- schuldigten in Betracht fällt. 4.2.Die grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 und 3 SVG ist ohne Weiteres gegeben. Es bedarf in Berücksichtigung der entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz (vgl. Urk. 62 S. 33 ff.) keiner weiterführenden Erwägungen dazu, dass ein mehrfacher Griff des Beifahrers ins Lenkrad des Führers eines Fahrzeuges in Kombination mit einem Schlagen gegen den Oberarm und einem Reissen an den Haaren über - 14 - eine gewisse Dauer ein sicheres Beherrschen des Fahrzeuges auf der Autobahn kaum noch ermöglicht und damit durchaus geeignet ist, eine erhöht abstrakte Ge- fährdung des Lenkers selbst und auch der übrigen Teilnehmer im Strassenver- kehr im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu bewirken, zumal wenn solche Aktionen bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h durchgeführt werden. Zwar sehen die beiden Verursacher der Gefährdung dies anders (vgl. Urk. D2/6/1 S. 7; Prot. II S. 18), doch vermag diese subjektive Einschätzung den geschilder- ten objektiven Gegebenheiten im Verlauf der inkriminierten Fahrt nicht gerecht zu werden. Art. 31 Abs. 3 Satz 2 SVG bezieht im Übrigen ausdrücklich auch den Mit- fahrenden in das Verbot der Behinderung des Fahrzeuglenkers ein, so dass im Gegensatz zur Verteidigung auch der Beschuldigte in casu ohne Weiteres in die Strafbarkeit betreffend die grobe Verkehrsregelverletzung inkludiert werden kann. 4.3.Betreffend die vorinstanzlich festgestellte Drohung gemäss Dossier 3 ist der Sachverhalt zwar nicht in allen Punkten erstellt, doch ist zumindest erwiesen, dass der Beschuldigte den Privatkläger bereits zu Beginn der Auseinanderset- zung mit den Worten "ich bringe dich um" und "ich steche dir die Augen aus" trak- tierte und dabei sein Messer hervornahm, welches er zu öffnen versuchte (vgl.”
“Würdigung der Kammer Gemäss Beweisergebnis ist erstellt, dass der Beschuldigte am 27. März 2021 mit einer Geschwindigkeit von ca. 60 km/h in die 180°-Kehre einfuhr und aufgrund übersetzter Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und ins Schleudern kam. Das Fahrzeug drehte sich, kam rückwärts auf die linke Fahrbahnseite und anschliessend rückwärts von der Fahrbahn ab, wo es eine Böschung hinunterrutschte und schliesslich zum Stillstand kam. Indem der Beschuldigte mit einer deutlich überhöhten Geschwindigkeit von ca. 60 km/h in eine enge und unübersichtliche Kurve einfuhr, verletzte er Art. 32 Abs. 1 SVG und damit eine der wesentlichsten und wichtigsten Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG. Weiter erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen hat, wobei eine erhöhte abstrakte Gefährdung für die Erfüllung des Tatbestands bereits ausreichend ist. Der Beschuldigte schuf – entgegen der Ansicht der Verteidigung – mit seinem Verhalten eine erhöhte abstrakte Gefahr für andere Verkehrsteilnehmende. Es ist einzig dem Zufall zu verdanken, dass das Schleudern des Fahrzeugs nicht in einem gravierenderen (Selbst-)Unfall endete und der Beschuldigte niemanden – auch nicht sich selber – verletzte. Ein auf der Gegenfahrbahn entgegenkommendes Fahrzeug hätte aufgrund der 180°-Kehre und der dadurch stark eingeschränkten Sichtverhältnisse nur wenig bis gar keinen Handlungsspielraum mehr gehabt, dem schleudernden Fahrzeug des Beschuldigten auszuweichen. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt, setzte der Beschuldigte überdies nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Beifahrer einer konkreten Gefährdung aus.”
Konkurrenzverhältnisse: Art. 90 Abs. 2 SVG kann in echter Konkurrenz zu anderen Delikten stehen (z. B. vorsätzliche Körperverletzung, Nötigung, fahrlässige Tötung), insbesondere wenn neben der verletzten oder getöteten Person weitere Verkehrsteilnehmer konkret oder in erhöhter Weise gefährdet wurden. Gleichzeitig wird in der Lehre und Praxis teilweise vertreten, dass schwerere Tatbestände gegen Leib und Leben (z. B. Gefährdung des Lebens, Art. 129 StGB) Art. 90 SVG gegenübertreten bzw. dieses als schwereres Delikt „konsumieren“ können; diese Auffassung ist jedoch nicht ohne Differenzierung und unter Berücksichtigung der Rechtsprechung anzuwenden.
“3) SVG vorliegt, kann nun aber nicht automatisch der Umkehrschluss gezogen werden, es sei damit erwiesen, dass die verursachte Gefährdung die Schwelle der Lebensgefährdung nicht erreicht habe. Es ist nämlich auch denkbar, dass aus anderen, formellen Gründen nicht Anklage nach Art. 90 Abs. 3 SVG erhoben wurde oder dass eine solche ganz einfach irrtümlich nicht erfolgte. Die Frage der unmittelbaren Lebensgefahr ist somit vorliegend unabhängig vom rechtskräftigen Schuldspruch wegen Art. 90 Abs. 2 SVG zu prüfen. Weiter relevant dürfte vorab die Konkurrenzfrage sein. Der Tatbestand der Gefährdung des Lebens nach Art. 129 StGB geht Art. 90 SVG vor, soweit jemand durch eine Verkehrsregelverletzung vorsätzlich in Lebensgefahr gebracht wurde: Beide Tatbestände sind Gefährdungsdelikte gegen das Leben, Art. 129 StGB konsumiert Art. 90 SVG als schwereres Delikt (Fiolka, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 192 zu Art. 90 SVG). Würde dieser Auffassung ohne weitere Differenzierung gefolgt, würde dies bedeuten, dass der Kammer neben dem Schuldspruch gestützt auf Art. 90 Abs. 2 SVG ein weiterer Schuldspruch nach Art. 129 StGB von vornherein verwehrt wäre, da wegen der eingetretenen Rechtskraft der vorinstanzliche SVG-Schuldspruch nachträglich nicht mehr durch einen weiteren Schuldspruch «konsumiert» werden kann. Das Bundesgericht hat nun aber in seinem Urteil 6B_794/2014 vom 9. Februar 2015 E. 5.2 Folgendes festgehalten: Die Tatbestände der fahrlässigen Tötung oder Körperverletzung und der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von aArt. 90 Ziff. 2 SVG gelangen nach der Rechtsprechung in echter Konkurrenz zur Anwendung, wenn neben der verletzten oder getöteten Person weitere Verkehrsteilnehmer konkret gefährdet wurden (BGE 96 IV 39 E. 2; 91 IV 211 E. 4; vgl. auch BGE 119 IV 280 E. 2c). Gleiches gilt für durch Verkehrsregelverletzungen begangene vorsätzliche Delikte gegen Leib und Leben (vgl. Fiolka, a.a.O, N. 188 zu Art. 90 SVG; Weissenberger, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2. Aufl. 2015, N. 45 zu Art. 90 SVG) und entsprechend auch für die Gefährdung des Lebens im Sinne von Art.”
“Soweit durch eine grobe Verkehrsregelverletzung fahrlässig der Tod eines Menschen herbeigeführt und neben der getöteten Person mindestens noch jemand anderes konkret oder jedenfalls in erhöhter Weise abstrakt gefährdet wurde, ist von echter Konkurrenz zwischen Art. 117 StGB und Art. 90 Abs. 2 SVG auszugehen (BGE 119 IV 280 E. 2c S. 284; Urteil 6S.628/2001 vom 29. November 2001 E. 2a). Ob eine konkrete, eine erhöhte abstrakte oder nur eine abstrakte Gefahr geschaffen wird, hängt von der Situation ab, in welcher die Verkehrsregelverletzung begangen wird. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr nach Art. 90 Abs. 2 SVG ist die Nähe der Verwirklichung. Die erhöhte abstrakte Gefahr setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung voraus (BGE 142 IV 93 E. 3.1 S. 96; 131 IV 133 E. 3.2 S. 136; Urteil 6B_772/2018 vom 8. November 2018 E. 2.3; je mit Hinweisen). Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG nach der Rechtsprechung ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen, also unbewusst fahrlässig gehandelt hat. In solchen Fällen ist grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, wenn das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern.”
“In der Lehre werden unterschiedliche Auffassungen vertreten, ob zwischen der Nötigung und der Verletzung von Verkehrsbestimmungen unechte oder echte Konkurrenz besteht, wenn ein Verkehrsteilnehmer durch seine Fahrweise einen anderen Strassenbenützer zu einem bestimmten Verhalten nötigt. Gemäss bun- desgerichtlicher Rechtsprechung ist echte Konkurrenz zwischen Art. 181 StGB und Art. 90 Abs. 2 SVG anzunehmen, weil die beiden Straftatbestände unter- schiedliche Rechtsgüter schützen würden: Mit den Verkehrsregeln solle laut dem Bundesgericht insbesondere die Verkehrssicherheit auf öffentlichen Strassen ge- währleistet werden. Demgegenüber schütze der Nötigungstatbestand die Hand- lungsfreiheit bzw. die Freiheit der Willensbildung und -betätigung des Einzelnen. Daneben seien auch verschiedene Rechtsgutträger betroffen, weil Art. 90 Abs. 2 SVG überdies weitere abstrakt gefährdete Verkehrsteilnehmer schütze (BGE 137 IV 326 E. 3.5.1.,”
“129 StGB muss bei Art. 90 Abs. 3 SVG die Gefahr eine unmittelbare sein, nicht jedoch eine unausweichliche; die nahe Möglichkeit des Erfolgseintritts genügt (Urteil des Bundesgerichts 6B_148/2016 vom 29. November 2016 E. 1.3.2; ist der Tatbestand der Lebensgefährdung erfüllt, tritt Art. 90 Abs. 3 SVG aber dahinter zurück; Wohlers/Cohen, in: Strassenverkehr 4/2013, S. 5, 15, mit Hinweisen auf die Lehre). Daraus und aus der Tatsache, dass vorliegend eine rechtskräftige Verurteilung wegen Art. 90 Abs. 2 (und nicht Abs. 3) SVG vorliegt, kann nun aber nicht automatisch der Umkehrschluss gezogen werden, es sei damit erwiesen, dass die verursachte Gefährdung die Schwelle der Lebensgefährdung nicht erreicht habe. Es ist nämlich auch denkbar, dass aus anderen, formellen Gründen nicht Anklage nach Art. 90 Abs. 3 SVG erhoben wurde oder dass eine solche ganz einfach irrtümlich nicht erfolgte. Die Frage der unmittelbaren Lebensgefahr ist somit vorliegend unabhängig vom rechtskräftigen Schuldspruch wegen Art. 90 Abs. 2 SVG zu prüfen. Weiter relevant dürfte vorab die Konkurrenzfrage sein. Der Tatbestand der Gefährdung des Lebens nach Art. 129 StGB geht Art. 90 SVG vor, soweit jemand durch eine Verkehrsregelverletzung vorsätzlich in Lebensgefahr gebracht wurde: Beide Tatbestände sind Gefährdungsdelikte gegen das Leben, Art. 129 StGB konsumiert Art. 90 SVG als schwereres Delikt (Fiolka, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 192 zu Art. 90 SVG). Würde dieser Auffassung ohne weitere Differenzierung gefolgt, würde dies bedeuten, dass der Kammer neben dem Schuldspruch gestützt auf Art. 90 Abs. 2 SVG ein weiterer Schuldspruch nach Art. 129 StGB von vornherein verwehrt wäre, da wegen der eingetretenen Rechtskraft der vorinstanzliche SVG-Schuldspruch nachträglich nicht mehr durch einen weiteren Schuldspruch «konsumiert» werden kann. Das Bundesgericht hat nun aber in seinem Urteil 6B_794/2014 vom 9. Februar 2015 E. 5.2 Folgendes festgehalten: Die Tatbestände der fahrlässigen Tötung oder Körperverletzung und der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von aArt.”
“Der Vollständigkeit halber ist auf das Argument der Verteidigung einzuge- hen, wonach der Unfall und die Verletzungen der Privatklägerin strafrechtlich be- reits mit der vorinstanzlichen Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung abgegolten seien und für die grobe Verkehrsregelverletzung nicht berücksichtigt werden dürften, da dies zu einer doppelten Bestrafung führen würde (Urk. 74 Rz. 46). Vorab ist festzuhalten, dass, wie soeben aufgezeigt, auch für F._____ ei- ne ernsthafte sowie konkrete Gefahr im Strassenverkehr entstand. Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass der Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB, der in Rechtskraft erwachsen ist (siehe vorne Ziff. II./2.), allein die Verletzung der körperlichen Integrität der Privatklägerin er- fasst und nicht die gefährlichen Folgen des Verhaltens des Beschuldigten für den Strassenverkehr generell. Es handelt sich mithin um zwei unterschiedliche Vor- - 13 - würfe gegen den Beschuldigten, die jeweils die Verletzung anderer Rechtsgüter tangieren. Bei einer Verurteilung wegen Art. 125 StGB und Art. 90 Abs. 2 SVG liegt echte Idealkonkurrenz vor, zumal neben der verletzten Privatklägerin auch mind. eine weitere Verkehrsteilnehmerin in der Person von F._____ konkret ge- fährdet wurde (siehe hierzu W EISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, a.a.O., N 45 zu Art. 90 SVG).”
Bei wiederholten groben Verkehrsregelverletzungen und erkennbarer Uneinsichtigkeit des Täters kann die Praxis eher zur Anordnung der Einziehung als Sanktion neigen; die Einziehung kommt dabei auch bei groben Verkehrsdelikten i.S. von Art. 90 Abs. 2 SVG in Betracht.
“Die Voraussetzungen für eine Einziehungsbeschlagnahme im Sinne von Art. 263 StPO i.V.m. Art. 90a SVG bzw. Art. 69 Abs. 1 StGB sind vorliegend erfüllt; es kann grundsätzlich auf die Ausführungen in der Stellungnahme der Generalstaatsanwaltschaft verwiesen werden. So wurde der Beschwerdeführer gemäss Strafregisterauszug bereits mehrfach wegen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzugs (Art. 95 Abs. 1 Bst. b SVG) verurteilt (Strafbefehle vom 30. Juli 2018 und 11. August 2022). Zuletzt wurde gegen den Beschwerdeführer gemäss Stellungnahme der Generalstaatsanwaltschaft ein Strafbefehl wegen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Verweigerung, Entzugs oder Aberkennung des Ausweises i.S. des Strassenverkehrsgesetzes erlassen (vgl. auch Strafregisterauszug vom 10. April 2024). Darüber hinaus wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehlen vom 30. November 2021 und 10. Februar 2023 wegen grober Verletzungen der Verkehrsregeln i.S. des Strassenverkehrsgesetzes (Art. 90 Abs. 2 SVG) verurteilt. Im Kanton Aargau ist derzeit ein weiteres Verfahren gegen den Beschwerdeführer hängig, in welchem dem Beschwerdeführer eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 46 km/h netto, angeblich begangen am 10. März 2024, vorgeworfen wird (Ermittlungsbericht vom 23. April 2024, S. 4). Zwischenzeitlich hat die Staatsanwaltschaft Zofingen-Klum das vorliegende Verfahren mit Übernahmeverfügung vom 13. Mai 2024 entsprechend übernommen. Allein diese zahlreichen SVG-Widerhandlungen dokumentieren seine Uneinsichtigkeit bzw. Unbelehrbarkeit. Die einschlägigen Vorstrafen und Administrativmassnahmen vermochten den Beschwerdeführer nicht von weiteren Widerhandlungen abzuhalten. Da der Beschwerdeführer darüber hinaus bestreitet, zum vorgeworfenen Tatzeitpunkt mit dem Auto gefahren zu sein, kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass er echte Reue zeigt, welche ihn in Zukunft davon abhält, sein Auto zu benutzen. Die für die Einziehung mitunter erforderliche Gefährdungsprognose ist vor dem Hintergrund des Entzugs des Führerausweises in Verbindung mit der Uneinsichtigkeit bzw.”
“der Täter durch die Einziehung von weiteren groben Verkehrsregelverletzungen abgehalten werden kann. Die Einziehungsvoraussetzungen von Art. 90a Abs. 1 lit. a SVG dürften bei qualifiziert groben Verkehrsdelikten (im Sinne von Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 SVG) in der Regel erfüllt sein. Eine mögliche Einziehung ist aber nicht auf diese Fälle beschränkt, sondern fällt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch bei (nicht qualifiziert) groben Verkehrsregelverletzungen im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Betracht (BGE 140 IV 133 E. 3.4; 139 IV 250 E. 2.3.3). Dasselbe gilt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch für das Führen eines Fahrzeugs ohne entsprechenden Führerausweis (Art. 95 Abs. 1 SVG), wenn die betreffende Person aus demselben Grund schon verurteilt worden ist (Urteil 1B_556/2017 vom 5. Juni 2018 E. 4.2 mit Hinweis). In sachverhaltlicher Hinsicht hat die Vorinstanz folgende Feststellungen getroffen: Gemäss dem aktenkundigen Polizeirapport sei anlässlich der polizeilichen Patrouillentätigkeit am 13. Mai 2022 beobachtet worden, wie der Fahrzeuglenker des Personenwagens Hyundai Tucson, SG xxx'xxx, während der Fahrt telefonierte. Sodann sei während der nachfolgenden Kontrolle festgestellt worden, dass der beschuldigte Fahrzeuglenker mit einem Führerausweisentzug für sämtliche Fahrzeugkategorien belegt sei. Daraus folgerte die Vorinstanz, dass derzeit unter anderem ein hinreichender Tatverdacht auf das Führen eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs, Verweigerung oder Aberkennung des Führerausweises nach Art.”
In einzelnen Urteilen — so insbesondere im Urteil 7B_545/2023 — wurde die Frage, ob der formelle Halter schuldrechtlich für eine fremde Übertretung nach Art. 90 Abs. 1 SVG strafrechtlich verurteilt werden kann, nicht aufgeworfen und daher nicht geprüft.
“dudit arrêt). La question pertinente en l'espèce - notamment le point de savoir si le fait que le détenteur formel soit non seulement tenu de payer le montant de l'amende à la place du conducteur responsable, mais qu'il soit en même temps condamné pour une infraction à l'art. 90 al. 1 LCR (qu'il n'a pas commise matériellement) est compatible avec le principe de la culpabilité - n'a pas été soulevée et n'a donc pas dû être examinée dans ce cas (cf. à ce sujet, toutefois de manière plutôt sommaire, arrêt 6B_836/2019 du 14 mai 2020 consid. 2.2.2, selon lequel le Tribunal fédéral était lié par la loi en vertu de l'art. 190 Cst.).”
Auch bei plötzlich eingetretener Fahrzeugpanne (z. B. Benzinmangel im Tunnel) kann eine Ordnungswidrigkeit nach Art. 90 LCR vorliegen, wenn dadurch ein plötzliches, erhebliches Verkehrsbehinderungs-/Gefährdungsrisiko verursacht wird; Art. 90 ist allgemein und muss mit konkreten verletzten Verkehrsregeln begründet werden.
“Néanmoins, vu les éléments qui précèdent, l'hypothèse la plus plausible est que le signal n'est pas visible parce qu'il n'y a pas eu de freinage et non en raison de ces autres aléas. Il est donc retenu que l'appelant s'est soudainement trouvé en panne d'essence dans le tunnel autoroutier, ce qui a provoqué un important et soudain ralentissement de son véhicule. 3. 3.1.1. Selon l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la LCR ou par des dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. Cette disposition étant abstraite et générale, elle doit être complétée par l'indication de la ou des règles concrètes de la circulation qui ont été violées (ATF 100 IV 71 consid. 1). En effet, elle n'a pas de portée propre, dès lors qu'elle se contente d'ériger en contravention toute infraction simple à cette loi. Le jugement doit donc énoncer, dans ses motifs, les règles de la circulation qui ont été violées (Y. JEANNERET, Les dispositions pénales de la loi sur la circulation routière - LCR, Berne 2007, n. 15 ad art. 90 LCR). 3.1.2. Au sens de l'art. 26 al. 1 LCR, chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. Le principe de la confiance, déduit de cette disposition, permet à l'usager qui se comporte réglementairement d'attendre des autres usagers, aussi longtemps que des circonstances particulières ne doivent pas l'en dissuader, qu'ils se comportent également de manière conforme aux règles de la circulation, c'est-à-dire ne le gênent pas ni ne le mettent en danger (ATF 125 IV 83 consid. 2 ; 118 IV 277 consid. 4a). 3.1.3. Selon l'art. 93 al. 2 let. a LCR, est puni de l'amende, quiconque conduit un véhicule dont il sait ou devrait savoir s'il avait prêté tout l'attention commandée par les circonstances qu'il ne répond pas aux prescriptions. L'art. 93 al. 2 let. a LCR est une infraction de mise en danger abstraite qui sanctionne la non-conformité au véhicule. Il n'est donc pas relevant de savoir si l'état défectueux du véhicule a accru le risque d'accident (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1099/2009 du 16 février 2010, consid.”
Das Befahren einer Einspurstrecke zum Überholen kann, sofern die Strecke übersichtlich ist und keine Anhaltspunkte für eine erhöhte Gefährdung des überholten Fahrzeugs oder für entgegenkommenden Verkehr bestehen, als einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG zu qualifizieren.
“Überholen auf der Einspurstrecke Entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft ist das Befahren der Einspurstrecke zum Überholen als einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG zu werten. Im vorliegenden Fall bestehen keine Hinweise auf eine erhöhte Gefährdung des überholten Fahrzeugs oder auf entgegenkommende Fahrzeuge. Das Überholen auf diesem Streckenabschnitt war nicht per se gefährlich, da er übersichtlich ist. Mit hohem Verkehrsaufkommen ist um”
Eine strafrechtliche Qualifikation einer Verkehrsregelverletzung als «leicht» nach Art. 90 Abs. 1 SVG schliesst nicht aus, dass im verwaltungsrechtlichen Verfahren eine schwere Widerhandlung angenommen wird. Die kantonale Rechtsprechung (insbesondere Kantonsgericht Freiburg) geht bei einem Nachfahrabstand von weniger als 0,6 Sekunden bereits von einer schweren Widerhandlung aus; das Bundesgericht beurteilt bei rund 0,56 Sekunden regelmässig als grobe Verkehrsregelverletzung, sofern keine besonderen entlastenden Umstände vorliegen.
“Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, sie habe den Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung verletzt, weil sie von der strafrechtlichen Beurteilung abgewichen sei, welche den Vorfall lediglich als einfache Verkehrsregelverletzung qualifiziert habe. Die Vorinstanz ist jedoch vom gleichen Sachverhalt ausgegangen wie die Staatsanwaltschaft, sie hat diesen lediglich anders gewürdigt. Dazu ist sie auch unter dem Gesichtspunkt der Einheit der Rechtsordnung befugt. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – eine strafrechtliche Qualifikation einer Verkehrsregelverletzung als "leicht" im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG nicht bedeutet, dass die Widerhandlung im verwaltungsrechtlichen Verfahren ebenfalls als "leicht" im Sinne von Art. 16a SVG qualifiziert wird. Auch hat das Kantonsgericht Freiburg in seiner Praxis bereits mehrfach festgehalten, dass bei einem Nachfahrabstand von weniger als 0,6 Sekunden auch dann von einer schweren Widerhandlung auszugehen ist, wenn die beschwerdeführende Person im Strafverfahren "lediglich" für eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG verurteilt worden ist (siehe z.B. Urteile KG FR 603 2019 96 vom 30. September 2019; 603 2020 26 vom 26. Mai 2020). Die Rüge geht daher fehl. Auch ist zu berücksichtigen, dass nach der Praxis des Bundesgerichts bei einem Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug von bloss 0,56 Sekunden in der Regel von einer groben Verkehrsregelverletzung auszugehen ist, sofern nicht besondere entlastende Umstände vorliegen (siehe Urteil BGer 1C_250/2017 vom 7. September 2017 E. 3.2 f.); im Strafbefehl wurde die hiervon abweichende Qualifikation nicht begründet. Schliesslich kann der Beschwerdeführer aus seinem Argument, dass die Praxis der Kantone diesbezüglich unterschiedlich sei, auch nichts zu seinen Gunsten ableiten, da die Vorinstanz die Regeln des Strassenverkehrsgesetzes (Bundesrecht) wie dargelegt in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung angewandt hat.”
“Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, sie habe den Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung verletzt, weil sie von der strafrechtlichen Beurteilung abgewichen sei, welche den Vorfall lediglich als einfache Verkehrsregelverletzung qualifiziert habe. Die Vorinstanz ist jedoch vom gleichen Sachverhalt ausgegangen wie die Staatsanwaltschaft, sie hat diesen lediglich anders gewürdigt. Dazu ist sie auch unter dem Gesichtspunkt der Einheit der Rechtsordnung befugt. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – eine strafrechtliche Qualifikation einer Verkehrsregelverletzung als "leicht" im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG nicht bedeutet, dass die Widerhandlung im verwaltungsrechtlichen Verfahren ebenfalls als "leicht" im Sinne von Art. 16a SVG qualifiziert wird. Auch hat das Kantonsgericht Freiburg in seiner Praxis bereits mehrfach festgehalten, dass bei einem Nachfahrabstand von weniger als 0,6 Sekunden auch dann von einer schweren Widerhandlung auszugehen ist, wenn die beschwerdeführende Person im Strafverfahren "lediglich" für eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG verurteilt worden ist (siehe z.B. Urteile KG FR 603 2019 96 vom 30. September 2019; 603 2020 26 vom 26. Mai 2020). Die Rüge geht daher fehl. Auch ist zu berücksichtigen, dass nach der Praxis des Bundesgerichts bei einem Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug von bloss 0,56 Sekunden in der Regel von einer groben Verkehrsregelverletzung auszugehen ist, sofern nicht besondere entlastende Umstände vorliegen (siehe Urteil BGer 1C_250/2017 vom 7. September 2017 E. 3.2 f.); im Strafbefehl wurde die hiervon abweichende Qualifikation nicht begründet.”
“Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, sie habe den Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung verletzt, weil sie von der strafrechtlichen Beurteilung abgewichen sei, welche den Vorfall lediglich als einfache Verkehrsregelverletzung qualifiziert habe. Die Vorinstanz ist jedoch vom gleichen Sachverhalt ausgegangen wie die Staatsanwaltschaft, sie hat diesen lediglich anders gewürdigt. Dazu ist sie auch unter dem Gesichtspunkt der Einheit der Rechtsordnung befugt. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – eine strafrechtliche Qualifikation einer Verkehrsregelverletzung als "leicht" im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG nicht bedeutet, dass die Widerhandlung im verwaltungsrechtlichen Verfahren ebenfalls als "leicht" im Sinne von Art. 16a SVG qualifiziert wird. Auch hat das Kantonsgericht Freiburg in seiner Praxis bereits mehrfach festgehalten, dass bei einem Nachfahrabstand von weniger als 0,6 Sekunden auch dann von einer schweren Widerhandlung auszugehen ist, wenn die beschwerdeführende Person im Strafverfahren "lediglich" für eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG verurteilt worden ist (siehe z.B. Urteile KG FR 603 2019 96 vom 30. September 2019; 603 2020 26 vom 26. Mai 2020). Die Rüge geht daher fehl. Auch ist zu berücksichtigen, dass nach der Praxis des Bundesgerichts bei einem Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug von bloss 0,56 Sekunden in der Regel von einer groben Verkehrsregelverletzung auszugehen ist, sofern nicht besondere entlastende Umstände vorliegen (siehe Urteil BGer 1C_250/2017 vom 7. September 2017 E. 3.2 f.); im Strafbefehl wurde die hiervon abweichende Qualifikation nicht begründet. Schliesslich kann der Beschwerdeführer aus seinem Argument, dass die Praxis der Kantone diesbezüglich unterschiedlich sei, auch nichts zu seinen Gunsten ableiten, da die Vorinstanz die Regeln des Strassenverkehrsgesetzes (Bundesrecht) wie dargelegt in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung angewandt hat.”
Das nach der letzten Tat belegte Wohlverhalten verschiebt die Berechnung der Verjährungsfrist praktisch; für die Ermittlung des Fristablaufs ist der Beginn dieser Wohlverhaltenszeit (seit der letzten Tat) massgeblich.
“Die Verjährungsfrist für die Verkehrsregelverletzungen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG beträgt zehn Jahre und jene für die Verkehrsregelverletzungen gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG fünfzehn Jahre. Zwei Drittel der Verjährungsfrist für die erste unter Art. 90 Abs. 2 SVG subsumierte Verkehrsregelverletzung (begangen am 2. Juli 2017) waren somit am 1. März 2024 abgelaufen. Da sich der Beschwerdeführer jedoch erst seit Begehung der letzten Tat, mithin seit dem 21. Juli 2017, wohl verhalten hat, verlängert sich diese Frist dementsprechend bis 20. März”
Frühere Verurteilungen wegen schwerer oder grober Verkehrsdelikte können als einschlägige Vorstrafen im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG betrachtet werden. Ob konkrete frühere Verurteilungen als solche Vorstrafen zu qualifizieren sind, ist anhand einer Einzelfallprüfung zu beurteilen.
“Ensuite, une reconnaissance de culpabilité d’infraction grave à la loi sur la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) constitue indubitablement « un crime ou un délit routier ayant gravement mis en danger la sécurité de tiers ou ayant entraîné des blessures ou la mort de tiers » (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1236/2023 du 22 avril 2024 consid. 3.3) – tout comme la commission de l’infraction prévue à l’art. 90 al. 3 LCR ou la conduite en état d’incapacité par exemple. S’il n’est pas exclu que tel soit également le cas d’autres infractions, rien n’indique que chacune des dispositions mentionnées dans les recommandations CMP empêcherait l’application de l’art. 90 al. 3ter LCR – contrairement à ce que fait valoir le Parquet général. Au contraire, comme constaté ci-dessus (ch. 11.4), elles ne sauraient être appliquées telles quelles par les autorités judiciaires. Au contraire, une application stricte de ces recommandations telle que préconisée par le Parquet général risquerait de limiter la marge de manœuvre supplémentaire que le législateur a voulu confier aux tribunaux. De l’avis de la 2e Chambre pénale, il convient de procéder à un examen du cas concret, afin de déterminer si les précédentes condamnations de l’auteur constituent un antécédent sens de l’art.”
Die Geschwindigkeit ist stets den Umständen anzupassen, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung sowie den Strassen‑, Verkehrs‑ und Sichtverhältnissen. Die signalisierte Höchstgeschwindigkeit darf nur bei günstigen Verhältnissen ausgeschöpft werden; ist dies nicht der Fall, kann bereits eine unangepasste Geschwindigkeit eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG begründen.
“2 de la convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales (CEDH), ainsi que son corollaire, le principe in dubio pro reo, concernent tant le fardeau de la preuve que l'appréciation des preuves au sens large. En tant que règle sur le fardeau de la preuve, elle signifie, au stade du jugement, que le fardeau de la preuve incombe à l'accusation et que le doute doit profiter au prévenu. Comme règle d'appréciation des preuves, la présomption d'innocence signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective (ATF 148 IV 409 consid. 2.2). 2.2. Au sens de l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. 2.2.1. L'art. 26 ch. 1 LCR prévoit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. 2.2.2. Conformément à l'art. 31 al. 1 LCR, le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence. 2.2.3. Selon l'art. 32 al. 1 1ère phrase LCR, la vitesse doit toujours être adaptée aux circonstances, notamment aux particularités du véhicule et du chargement, ainsi qu’aux conditions de la route, de la circulation et de la visibilité. Cette disposition est complétée par l'art. 4 al. 1 1ère phrase OCR, à teneur duquel le conducteur ne doit pas circuler à une vitesse qui l’empêcherait de s’arrêter sur la distance à laquelle porte sa visibilité. Cette règle implique notamment qu'on ne peut circuler à la vitesse maximale autorisée que si les conditions de la route, du trafic et de visibilité sont favorables (ATF 126 II 192 consid.”
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG hat der Lenker sein Fahrzeug ständig so zu beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Der Fahrzeuglenker muss jederzeit in der Lage sein, auf die jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckmässig zu reagieren. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 [VRV; SR 741.11]). Zu diesen Pflichten gehört, dass der Fahrzeuglenker die Geschwindigkeit stets den Umständen anpasst (Art. 32 Abs. 1 SVG), namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Die signalisierte Höchstgeschwindigkeit darf nicht unter allen Umständen ausgefahren werden, sondern gilt nur bei günstigen Verhältnissen (BGE 121 II 127 E. 4a mit Hinweisen). Gemäss Art. 34 Abs.”
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer die Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Dabei handelt es sich um ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Der Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG kann sowohl vorsätzlich als auch fahrlässig begangen werden (vgl. Art. 100 Ziff. 1 SVG; GERHARD FIOLKA, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 29 f. zu Art. 90 SVG). Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG hat der Lenker sein Fahrzeug ständig so zu beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss jederzeit in der Lage sein, auf die jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckmässig zu reagieren. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 [VRV; SR 741.11]). Zu diesen Pflichten gehört, dass der Fahrzeuglenker die Geschwindigkeit stets den Umständen anpasst, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen (Art.”
In der Praxis orientieren sich die Gerichte bei der Bemessung von Bussen für einfache Verkehrsregelverletzungen nach Art. 90 Abs. 1 SVG häufig an den Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS‑Richtlinien); dies zeigt sich insbesondere bei als Standardfall angesehenen Sachverhalten.
“Einsatzstrafe für den Vorfall vom 28. Februar 2022 Die einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird als Übertretung mit Busse bestraft, wobei der Strafrahmen (theoretisch) bis zum Bussen-Höchstbetrag von CHF 10'000.00 reicht (Art. 106 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG). Wie die Vorinstanz orientiert sich auch die Kammer bei ihrer Beurteilung an den Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (nachfolgend VBRS-Richtlinien). Die VBRS-Richtlinien sehen für die rücksichtslose Handhabung (Kavaliersstart u.Ä.) gemäss Art. 33 Bst. b VRV eine Busse von CHF”
“Für die Grundlagen der Strafzumessung kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 71 f.). Eine einfache Verkehrsregelverletzung wird mit Busse bis zu CHF 10'000.00 bestraft (Art. 90 Abs. 1 SVG; Art. 106 Abs. 1 StGB). Die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten (VBRS) empfehlen für ein Nichtbeherrschen des Fahrzeuges bzw. ein unachtsames Fahren eine Busse von CHF”
“Einfache Verkehrsregelverletzungen werden nach Art. 90 Abs. 1 SVG mit Busse geahndet. Die Vorinstanz geht davon aus, dass es sich vorliegend um einen Standardfall handelt und setzt die auszusprechende Busse entsprechend der Empfehlung in den Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (nachfolgend: VBRS-Richtlinien) auf CHF”
Pflichten der Eigensicherung (z. B. Helmpflicht) gelten nicht als "Verkehrsregeln" i.S.v. Art. 90 SVG und sind vielmehr über spezielle Bestimmungen (z. B. Art. 96 VRV) zu sanktionieren; sprachlich zählt Art. 90 SVG Regeln, die das Verhalten der Strassenbenützer untereinander regeln.
“21) konkretisiert, wo sich die Beschreibungen und Abbildungen der zugelassenen Signale und Markierungen befinden (BSK SVG-Maeder, N. 10 zu Art. 27 SVG). Gemäss Art. 33 Abs. 1 SSV verpflichtet das Signal «Radweg» die Führer von Fahrrädern und Motorfahrräder, den für sie gekennzeichneten Weg zu benützen. Für den Vortritt sowie für die Benützung des Radwegs durch andere Strassenbenützer gelten die Artikel 15 Absatz 3 und 40 VRV. Gemäss Art. 40 Abs. 3 VRV dürfen Führer anderer Fahrzeuge auf dem mit einer unterbrochenen Linie abgegrenzten Radstreifen fahren, sofern sie den Fahrradverkehr dadurch nicht behindern. Verletzung der Vorschrift über das Tragen eines Schutzhelms i.S.v. Art. 3b Abs. 1 VRV Art. 3b Abs. 1 Satz 1 VRV bestimmt, dass die Führer und Mitfahrer von Motorrädern mit oder ohne Seitenwagen, von Leicht-, Klein- und dreirädrigen Motorfahrzeugen sowie die Führer von Motorfahrrädern während der Fahrt Schutzhelme tragen müssen. Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG sind nur Regeln, die das Verhalten der Strassenbenützer untereinander betreffen (BSK SVG-Fiolka, N. 20 ff. zu Art. 90 SVG). Demgegenüber sind die Regeln über Massnahmen der Eigensicherung keine Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG. Nach Gesagtem ist die obgenannte Vorschrift über das Tragen von Schutzhelmen für Motorradfahrer (Art. 3b VRV) nicht als Verkehrsregel i.S.v. Art. 90 SVG zu werten und deren Widerhandlung – entgegen der Vorinstanz – nicht über Art. 90 Abs. 1 SVG zu sanktionieren, sondern i.V.m. Art. 96 VRV (BSK SVG-Fiolka, N. 25 zu Art. 90 SVG), wonach auch mit Busse bestraft wird, wer Vorschriften der VRV verletzt, wenn keine andere Strafbestimmung anwendbar ist. In subjektiver Hinsicht hat diese abweichende Qualifizierung der Pflicht nach Art. 3b Abs. 1 VRV aber keine Auswirkung. Unter dem Wortlaut «dieses Gesetz» von Art. 100 Ziff. 1 SVG sind neben dem SVG überdies auch die Vollziehungsverordnungen zu verstehen (vgl. BSK SVG-Unseld, N. 2 zu Art. 100 SVG; Giger, SVG-Kommentar, 8. Auflage, Zürich 2014, N. 1 zu Art. 100 SVG), womit ebenfalls die fahrlässige Begehung von Art. 96 VRV strafbar ist.”
Die Anklageschrift umschreibt den Gegenstand des Verfahrens; die rechtliche Beurteilung, ob ein Verhalten eine «ernstliche Gefahr» i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG darstellt, fällt in die Zuständigkeit des Gerichts. Die Anklage muss den relevanten Lebenssachverhalt jedoch so konkretisieren, dass eine effektive Verteidigung möglich ist. Bei Art. 90 Abs. 2 SVG kann die erforderliche Darstellung der «ernstlichen Gefahr» dabei bereits aus der Schilderung des grob verkehrsregelwidrigen Verhaltens (z.B. massiver Geschwindigkeitsüberschreitung) folgen; eine ausdrückliche Darlegung des Gefährdungsmoments in der Anklageschrift ist dann nicht zwingend. Zudem muss erkennbar sein, ob Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen wird.
“Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Die nähere Begründung der Anklage erfolgt an Schranken; es ist Sache des Gerichts, den Sachverhalt verbindlich festzustellen. Dieses ist an den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO; BGE 143 IV 63 E. 2.2; Urteil 6B_589/2019 vom 26. Mai 2020 E. 3.3; je mit Hinweisen). Ob das angeklagte Verkehrsmanöver des Beschwerdeführers, auf der Autobahn an drei Personenwagen rechts auf der Normalspur mit einer Geschwindigkeit von mehr als 120 km/h vorbeizufahren, im Falle des Nachweises eine erhebliche Gefahr im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG darstellt, ist eine reine Rechtsfrage und beschlägt nicht die Umschreibung des angeklagten Lebenssachverhalts.”
“Urteile des BGer 6B_28/2018 vom 7. August 2018 E. 6.3; 6B_760/2017 vom 23. März 2018 E. 1.3; 6B_684/2017 vom 13. März 2018 E. 2; je mit Hinweisen). Solange für die beschuldigte Person demnach klar ist, welcher Sachverhalt ihr vorgeworfen wird, könnte selbst eine fehlerhafte und unpräzise Anklage nicht dazu führen, dass es zu keinem Schuldspruch kommen darf (vgl. Urteile des BGer 6B_111/2016 vom 26. April 2016 E. 1; 6B_719/2017 vom 10. September 2018 E. 1.2; 6B_720/2018 vom 3. Oktober 2018 E. 1.2). Massgebend ist der reale Lebenssachverhalt (BGE 140 IV 188 E. 1.6). Der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Erfasst wird damit insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand aber auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar, wobei aufgrund der subjektiven Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 2 SVG (rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten) mindestens grobe Fahrlässigkeit anzunehmen ist (vgl. Urteil des BGer 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss die Anklage wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln grundsätzlich eine hinreichende Darstellung der «ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer» enthalten. Eine solche kann sich allerdings bereits aus der Schilderung des Verkehrsverhaltens ergeben (etwa bei einer massiven Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit), so dass eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefährdung nicht zwingend explizit in der Anklageschrift zu erwähnen ist (Urteil des BGer 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.1). In Bezug auf den subjektiven Tatbestand sind die Anforderungen an die Umschreibung der Sachverhaltselemente in der Anklageschrift gering (BGE 143 IV 63 E. 2.3 mit Hinweisen). Es muss aber grundsätzlich klar sein, ob der beschuldigten Person Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen wird (BGE 120 IV 348 E.”
“Weiter darf der Fahrzeugführer nur so schnell fahren, dass er innerhalb der überblickbaren Strecke halten kann (Art. 4 Abs. 1 VRV). Dem Beschuldigten war zu jeder Zeit klar, was ihm vorgeworfen wird, und er konnte sich entsprechend verteidigen, was aus seinem Verhalten und seinen Aussagen im Strafverfahren ohne weiteres ersichtlich ist. Die von der Verteidigung hervorgehobenen Unklarheiten bezüglich des Sachverhalts sind folglich nicht von Bedeutung. Eine Verletzung des Anklageprinzips ist nicht ersichtlich. Ergänzend dazu ist festzuhalten, dass auch in Bezug auf die subjektive Tatbestandskomponente keine Verletzung des Anklagegrundsatzes vorliegt, dies sowohl betreffend den Vorwurf der einfachen Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes [SVG; SR 741.01]) gemäss Strafbefehl vom 1. Juli 2021 als auch betreffend den von der Vorinstanz gemachten Vorbehalt der anderen rechtlichen Würdigung der groben Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG). Das Bundesgericht hielt zum Anklagegrundsatz bei Anklagen wegen grober Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG hinsichtlich Darstellung des Tatbestandsmerkmals der «ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer» unter anderem fest, es genüge, dass aufgrund der angeklagten groben Verkehrsregelverletzung sowie der Sachverhaltsschilderung in der Anklage auf eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr geschlossen werden muss, ohne dass dies in der Anklageschrift zwingend explizit zu erwähnen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.1): Aus der Anklage muss dem Angeklagten klar sein, ob ihm Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen wird (BGE 120 IV 348 E. 3c). Dies gilt grundsätzlich auch für die Anklage von Verkehrsregelverletzungen. Das Bundesgericht hat betreffend die Anklage wegen Verletzung von Verkehrsregeln ausgeführt, der Vorwurf der Fahrlässigkeit sei bei Hinweisen auf eine fehlende Aufmerksamkeit in der Regel enthalten. Es sei zumindest von einer angeklagten fahrlässigen Tatbegehung auszugehen, es sei denn, die Anklage beinhalte einen darüber hinausgehenden Vorwurf eines vorsätzlichen Handelns.”
Subjektiv erfasst der Tatbestand vorsätzliches Verhalten, einschliesslich Eventualvorsatz; gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 SVG und die ständige Rechtsprechung kommt der Tatbestand jedoch auch bei grober Fahrlässigkeit zur Anwendung. Objektiv verlangt die Norm eine grobe Verletzung einer wichtigen Verkehrsregel, die eine ernstliche Gefährdung der Sicherheit anderer bewirkt; eine erhöhte abstrakte Gefährdung (nicht erst eine konkrete Gefahr) kann hierfür genügen. Bei fahrlässiger Begehung ist mindestens grobe Fahrlässigkeit erforderlich; diese liegt etwa vor, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seines Verhaltens bewusst ist oder die Gefährdung unbedacht lässt, wenn dies auf Rücksichtslosigkeit schliessen lässt.
“Nach seinem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der subjek- tive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventual- vorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei grober Fahrlässigkeit anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 6B_272/2023 vom 2. Oktober 2024 E. 1.3.1). Stets vorausgesetzt wird ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Ver- schulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen).”
“Der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfasst insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten, was sich aus dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") ergibt. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteile 6B_272/2023 vom 2. Oktober 2024 E. 1.3.1; 6B_16/2023, 6B_23/2023 vom 17. Mai 2024 E. 3.2.1). Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht.”
“Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG, SR 741.01) erfüllt, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Der objektive Tatbestand verlangt nach der Rechtsprechung, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Eine konkrete Gefahr oder Verletzung ist nicht verlangt. Die erhöhte abstrakte Gefährdung setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung voraus wesentliches Kriterium ist demnach die Nähe der Verwirklichung der Gefahr. Die bloss allgemeine Möglichkeit, dass sich eine Gefahr verwirklicht, genügt zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG dann, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (zum Ganzen: BGE 143 IV 508 E. 1.3, 142 IV 93 E. 3.1, 131 IV 133 E. 3.2; BGer 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 2.3.1, 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1, 6B_1173/2020 vom 18. November 2020 E. 1.1.1, je m. Hinw.). In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst wie schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten. Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung der Verkehrsregeln auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen. Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (statt vieler BGE 142 IV 93 E. 3.1; BGer 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1, 6B_1467/2019 vom 20. Februar 2020 E. 2.2). Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, besteht die grobe Verkehrsregelverletzung vorliegend darin, dass der Berufungskläger beim Überholen ungenügenden seitlichen Abstand zu B____ gehalten und diesem zusehends das Eingeklemmtsein gedroht hat.”
“Den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteil 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 1). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen).”
Alkohol- oder drogenbedingte Enthemmung sowie Fahren ohne Führerausweis können für das Vorliegen des subjektiven Tatbestands (Rücksichtslosigkeit/Gewissenlosigkeit) nach Art. 90 Abs. 2 SVG sprechen und indizieren in der Praxis oft eine besonders schwere Schuld. Solche Umstände können — insbesondere aus Gründen der spezialpräventiven Wirkung — zur Verhängung einer Freiheitsstrafe führen.
“weiss der Beschuldigte, dass er eine Person ist, die bei Trauer starke, unkontrollierbare Emotionen erleidet (u.a. pag. 354). Am 25. März 2018 stieg er dennoch in sein Auto und fuhr durch die Gegend, notabene, obschon ihm der Führerausweis am 30. September 2017 auf unbestimmte Zeit entzogen worden war. Vor der Fahrt hatte er zudem eine beachtliche Menge Alkohol und Drogen konsumiert. Nebst der psychischen Verfassung bzw. – wie die Generalstaatsanwaltschaft es nannte – des «miserablen Gefühlszustands» des Beschuldigten (pag. 878) bestanden mithin «zig» Gründe, weshalb er am 25. März 2018 nicht hätte fahren dürfen – ganz abgesehen davon, dass er ohnehin über keine Fahrerlaubnis (mehr) verfügte. Indem er sich dennoch in seinen Peugeot setzte, losfuhr und an besagter Stelle mit der Leitplanke kollidierte, handelte er zweifelsohne rücksichtslos. Gewissenloser als der Beschuldigte sich damals verhielt, kann man sich als Verkehrsteilnehmer fast nicht verhalten. Somit ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe sind weder ersichtlich noch dargetan worden. Der Beschuldigte hat sich der groben Verkehrsregelverletzung, begangen am 25. März 2018 in M.________ durch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges, schuldig gemacht.”
“Il n'est pas nécessaire que le délinquant ait voulu l'infraction (dol simple), mais il suffit qu'il ait accepté la possibilité de commettre une infraction (dol éventuel) ou qu'il ait pu ou dû se rendre compte ou tenir compte du fait qu'en diminuant ses facultés, il s'exposait au danger de commettre une infraction (TF 6B_146/2016 du 22 août 2016 consid. 3). En cas d'actio libera in causa, même par négligence, il ne sera pas tenu compte de l'altération de responsabilité. 3.2 3.2.1 En l’espèce, Q.________ doit répondre de 4 conduites sans permis, dont celle du 28 octobre 2019 sur un long trajet (art. 95 LCR [loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958; RS 741.01]), de 4 vols d’usage (art. 94 al. 1 LCR), d’une conduite d’un véhicule automobile en état d’ébriété qualifiée le 28 octobre 2019 (art. 91 al. 2 let. a LCR) – étant précisé que l’alcoolémie était massive, soit au minimum 2,63 g/kg, que le conducteur a perdu tout souvenir de son trajet (PV aud. 3, p. 2) et qu’il roulait avec deux bouteilles d’alcool fort entamées sur le siège passager (P. 16, p. 5) –, d’une violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) le même jour pour avoir perdu la maîtrise de son véhicule sur l’autoroute et heurté un autre véhicule, violé l’obligation de circuler à droite et franchi des lignes de sécurité en zigzaguant, emprunté la bande d’arrêt d’urgence et créé un danger sérieux pour la sécurité des autres usagers, et encore, toujours le même jour, d’une tentative d’entrave aux mesures de constatation de l’incapacité de conduire (art. 22 CP ad art. 91a al. 1 LCR) pour ne pas avoir obtempéré aux injonctions de la police de s’arrêter, puis de sortir de sa voiture, contraignant les agents à l’extraire de l’habitacle. Ces délits sont tous passibles d’une peine privative de liberté de trois ans ou d’une peine pécuniaire. Le choix d’une peine privative de liberté comme genre de peine s’impose pour des raisons évidentes de prévention spéciale pour chacune de ces infractions, et n’est au demeurant pas remis en cause par l’appelant. Les antécédents en matière de circulation routière sont accablants et la culpabilité lourde, s’agissant d’un alcoolique de longue date s’obstinant à conduire, même sur l’autoroute, dans un état d’ébriété très important sans la moindre considération pour la sécurité des autres.”
Überholmanöver in Kurven oder an unübersichtlichen Stellen (z. B. enge Rechtskurve, unübersichtliche Kreuzung) können wegen des erhöhten Gefährdungspotentials als grobe Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden. Auch ein ohne ersichtlichen Grund beschleunigtes Vorgehen bzw. das Beschleunigen trotz ungenügender Lücken kann auf grobe Fahrlässigkeit oder eine grobe Verkehrsregelverletzung hindeuten.
“Das entgegenkommende Fahrzeug ist denn auch nach rechts ausgewichen. Grundsätzlich muss niemand mit Gegenverkehr auf der eigenen Spur rechnen. Beim Wiedereinbiegen gefähr- dete der Beschuldigte sodann den hinter ihm fahrenden Lenker konkret, indem er sich in die Lücke hinter dem Lastwagen hineinzwängte und den hinter ihm fahren- den Lenker zum Bremsen zwang; dies mit einer gefahrenen Geschwindigkeit von ca. 70 km/h. In subjektiver Hinsicht ist zu bemerken, dass der Beschuldigte keinen eigentlichen Grund für das Überholen hatte. Es macht den Anschein, als ob der Beschuldigte einfach keine Lust hatte, hinter der Kolonne herzufahren. Aufgrund seiner Kenntnisse der Strecke wusste er, dass dort eine Gelegenheit war, die er ergreifen musste bzw. wollte. Trotz ungenügender Lücken hat er beschleunigt, um mehrere Fahrzeuge in einem Zug zu überholen. Dieses Vorgehen in einer Rechts- kurve stellt mindestens ein grob fahrlässiges Verhalten dar. Aus dem Gesagten folgt, dass der Beschuldigte den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV erfüllt hat. Er ist dafür schuldig zu sprechen.”
“Der Beschuldigte ist nach dem Gesagten der groben Verletzung der Verkehrs- regeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 35 Abs. 4 und 5 SVG und Art. 11 Abs. 4 VRV (Überholmanöver) sowie der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 42 Abs. 1 SVG und Art. 33 lit. c VRV (Lärmver- ursachung) schuldig zu sprechen. IV. Strafe 1.Die Vorinstanz hat sich zu den Grundprinzipien der Strafzumessung grund- sätzlich zutreffend geäussert (vgl. Urk. 47 S. 48 ff.), wobei infolge des Wegfalls der Schuldsprüche betreffend Betrug und Urkundenfälschung indessen keine Ge- samtstrafenbildung im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB mehr vorzunehmen ist. An- gesichts der verbleibenden groben Verletzung der Verkehrsregeln ergibt sich neu ein Strafrahmen von einer Geldstrafe von mindestens drei Tagessätzen bis zu einer Freiheitsstrafen von drei Jahren (vgl. Art. 90 Abs. 2 SVG). Die einfache Verletzung der Verkehrsregeln ist als Übertretung separat mit einer Busse zu bestrafen (vgl. Art. 90 Abs. 1 SVG). 2.Betreffend die objektive Tatschwere der groben Verkehrsregelverletzung ist mit der Vorinstanz von einem äusserst gefährlichen Überholmanöver im Kreu- zungsbereich auszugehen, bei welchem eine konkrete Gefährdung nur durch Zufall ausblieb. Zwar wurden abgesehen vom überholten Lenker offensichtlich keine an- deren Verkehrsteilnehmer gefährdet, doch ereignete sich die Tat bei Dunkelheit im Rahmen einer nicht sonderlich übersichtlichen Kreuzung, was das Gefährdungspo- tential des Manövers tendenziell noch erhöhte. Insgesamt ist aber von einem eher noch leichten Verschulden auszugehen, zumal dem Beschuldigten immerhin zu - 26 - Gute zu halten ist, dass er beim Überholmanöver eine gewisse Vorsicht walten liess und zu diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war, da er – wie in der Videoaufnahme zu dessen Gunsten erkennbar – das Tempo vor dem Überholmanöver jedenfalls merklich reduzierte und den Linksabbieger mit- hin nicht gänzlich ungebremst im Kreuzungsbereich passierte (vgl.”
“Rechtsprechung des Bundesgerichts zur schweren Straftat i.S.v. Art. 141 Abs. 2 StPO im Bereich von Art. 90 Abs. 2 (a)SVG Das Bundesgericht hat sich mit Urteil 6B_821/2021 vom 6. September 2023 eingehend mit der Frage befasst, ob grobe Verkehrsregelverletzungen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG als schwere Straftaten gemäss Art. 141 Abs. 2 StPO gewertet werden können, und bejahte dies im Grundsatz. Aus den Erwägungen geht hervor, dass auch bei Art. 90 Abs. 2 SVG die konkreten Tatumstände massgebend sind. Bezogen auf den konkret zu beurteilenden Fall erwog es was folgt (Urteil des Bundesgerichts 6B_821/2021 vom 6. September 2023 E. 1.5.4.2., nicht publiziert in BGE 149 IV 369): Unbesehen davon, dass die Vorinstanz das vorschriftswidrige Überholen und das Fahren auf der Gegenfahrbahn an einer unübersichtlichen Stelle je isoliert als Delikt nach Art. 90 Abs. 2 SVG wertete, sind diese Verkehrsregelverletzungen ebenso als schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO einzustufen. Bei offensichtlich krass übersetzten Geschwindigkeiten, gefährdete der Beschwerdeführer beim Überholen einen aus der Gegenrichtung herannahenden Motorradfahrer massiv und fuhr er in einer unübersichtlichen Rechtskurve auf der linken Fahrbahn, sodass es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Kollision gekommen wäre, wäre ein anderes Fahrzeug entgegengekommen. Das öffentliche Interesse an der Aufklärung dieser beiden Taten ist damit höher als dasjenige des Beschwerdeführers an der rechtskonformen Erhebung resp.”
Führerscheinentzugsdauer und berufliche Notwendigkeit: Berufliche/privat‑wirtschaftliche Abhängigkeit vom Fahrausweis rechtfertigt keine Verkürzung der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdauer des Führerscheinentzugs.
“Autrement dit, le besoin de disposer du permis pour des raisons professionnelles et personnelles invoqué par le recourant ne peut pas conduire à une réduction de la durée du retrait, limitée au minimum légal. 5. 5.1. Pour l'ensemble des motifs qui précèdent, le recours doit être rejeté et la décision de la CMA confirmée. 5.2. Vu l'issue du recours, les frais de procédure doivent être mis à la charge du recourant qui succombe (art. 131 CPJA). (dispositif sur la page suivante) la Cour arrête : I. Le recours est rejeté. II. Les frais de procédure, par CHF 600.-, sont mis à la charge du recourant et compensés par l'avance de frais versée. III. Notification. Cette décision peut faire l'objet d'un recours auprès du Tribunal fédéral, à Lausanne, dans les 30 jours dès sa notification. La fixation des montants des frais de procédure peut, dans un délai de 30 jours, faire l'objet d'une réclamation auprès de l'autorité qui a statué, lorsque seule cette partie de la décision est contestée (art. 148 CPJA). Fribourg, le 4 mai 2022/mju/jbh La Présidente : Le Greffier-stagiaire : 603 2022 22 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 77 VRGart. 77 CPJAart. 77 VRG Art. 78 VRGart. 78 CPJAart. 78 VRG 6A.100/2006 BGE 124 II 103ATF 124 II 103DTF 124 II 103 BGE 104 Ib 359ATF 104 Ib 359DTF 104 Ib 359 BGE 102 Ib 196ATF 102 Ib 196DTF 102 Ib 196 BGE 121 II 214ATF 121 II 214DTF 121 II 214 BGE 123 II 97ATF 123 II 97DTF 123 II 97 BGE 121 II 214ATF 121 II 214DTF 121 II 214 6A.82/2006 BGE 139 II 95ATF 139 II 95DTF 139 II 95 Art. 29 SVGart. 29 LCRart. 29 LCStr Art. 57 VRVart. 57 OCRart. 57 ONC Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 29 SVGart. 29 LCRart. 29 LCStr Art. 57 VRVart. 57 OCRart. 57 ONC Art. 71a VTSart. 71a OETVart. 71a OETV BGE 123 II 106ATF 123 II 106DTF 123 II 106 BGE 124 II 259ATF 124 II 259DTF 124 II 259 Art. 16 SVGart. 16 LCRart. 16 LCStr 6A.16/2006 BGE 126 II 202ATF 126 II 202DTF 126 II 202 BGE 125 II 561ATF 125 II 561DTF 125 II 561 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 120 Ib 285ATF 120 Ib 285DTF 120 Ib 285 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 122 II 228ATF 122 II 228DTF 122 II 228 Art. 90 SVGart. 90 LCRart.”
In der zitierten Entscheidung wurde das Strafverfahren hinsichtlich der Tatbestandsverwirklichung nach Art. 90 Abs. 1 SVG (Verlust der Fahrzeugbeherrschung) eingestellt.
“classé la procédure pénale dirigée contre A.________ s’agissant des préventions de : violation des règles de la circulation (perte de maîtrise d’un véhicule, art. 90 al. 1 LCR), infraction prétendument commise le 17 août 2018, à Moutier, F.________ (lieu) ; violation des règles de la circulation (ne pas remplir ses devoirs en cas d’accident, art. 92 al. 1 LCR), infraction prétendument commise le 17 août 2018, à Moutier, F.________ (lieu) ; contravention à la loi sur les stupéfiants (art. 19a LStup), infraction prétendument commise le 17 août 2018 et antérieurement, à Moutier ; pas alloué d’indemnité à A.________ et pas distrait de frais pour cette partie de la procédure ; II.”
Art. 90 Abs.1 erfasst sowohl vorsätzliche als auch fahrlässige Verstösse; es handelt sich um eine Blankettnorm, die mit konkreten Verkehrsregeln angewandt wird.
“Theoretische Ausführungen zum Tatbestand Für die theoretischen Grundlagen zu Art. 90 Abs. 1 SVG kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 129 f., S. 14 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Der einfachen Verkehrsregelverletzung macht sich strafbar, wer Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Art. 90 SVG ist eine Blankettstrafbestimmung, kann mithin nur in Verbindung mit einer Verkehrsregel angewandt werden (BSK SVG-Fiolka, 2014, Art. 90 N 5). Subjektiv erfasst der Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung sowohl vorsätzliche als auch fahrlässige Handlungen (Art. 100 Abs. 1 SVG; BSK SVG- Fiolka, Art. 90 N 30; Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2015, Art. 90 N 54). Art. 27 Abs. 1 SVG normiert das Gebot, Signale und Markierungen zu befolgen. Wobei Signale und Markierungen den allgemeinen Regeln, die Weisungen der Polizei den allgemeinen Regeln, Signalen und Markierungen vorgehen. Art. 32 SVG schreibt vor, dass die Geschwindigkeit stets den Umständen entsprechend angepasst werden muss. Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge in Ortschaften beträgt unter günstigen Strassenverhältnissen 50 km/h (Art. 4a Abs. 1 Bst. a VRV). Gemäss Abs. 2 gilt die absolute Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h im ganzen dichtbebauten Gebiet der Ortschaft; sie beginnt beim Signal «Höchstgeschwindigkeit 50 km/h generell» und endet beim Signal «Ende der Höchstgeschwindigkeit 50 generell».”
Art. 90 Abs. 1 SVG wird in der Praxis als Übertretung mit Busse verfolgt; theoretisch reicht der Strafrahmen bis zum Höchstbetrag (vgl. Quellen zur Praxis und VBRS). Aus den Entscheiden ergibt sich, dass bei Fahrzeugmanipulationen (z. B. veränderter Endschalldämpfer, nicht homologierte Änderungen) und damit verbundenem Lärm in der Rechtspraxis höhere Bussen verhängt wurden.
“Verursachen von vermeidbarem Lärm Die einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird als Übertretung mit Busse bestraft, wobei der Strafrahmen (theoretisch) bis zum Bussen-Höchstbetrag von CHF 10'000.00 reicht (Art. 106 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG). Die VBRS-Richtlinien sehen für die rücksichtslose Handhabung (Kavaliersstart u.Ä.) gemäss Art. 33 Bst. b VRV eine Busse von CHF”
“Demgegenüber ist der Schuldspruch der Vorinstanz in Bezug auf den ver- ursachten Lärm und den veränderten Endschalldämpfer (Art. 42 Abs. 1 SVG und Art. 33 lit. b und c VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und Art. 29 SVG in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG) zu bestätigen.”
“für die mehrfache Verletzung der Ver- kehrsregeln gemäss Art. 42 Abs. 1 SVG und Art. 33 lit. b und c VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und des Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG (Lärm, Manipulati- on am Endschalldämpfer; Sachverhalt vom 17. Mai 2019) ist zu bestätigen (act. E.1 E. 6.9.2). Insgesamt ist also eine Busse von CHF 1'600.00 auszuspre- chen. Diese ist zu bezahlen. Für die fragliche Busse hat das Gericht gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von min- destens einem Tag und höchstens drei Monaten festzulegen. Die Ersatzfreiheits- strafe für die schuldhafte Nichtbezahlung der Busse ist auf 14 Tage festzusetzen (vgl. act. E.1 E. 6.9.3, ferner KGer GR SK1 17 39 v.”
“________, prévenu et appelant, représenté par Me Laurent Métrailler, avocat, défenseur choisi contre Ministère public, intimé Objet Violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) Appel du 25 avril 2022 contre le jugement de la Juge de police de l'arrondissement de la Gruyère du 7 avril 2022 considérant en fait A. Le 30 avril 2021, le Préfet du district de la Gruyère (ci-après : le Préfet) a reconnu A.________ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR en lien avec les art. 54 et 60 al. 2 OAV ; usage abusif de plaques professionnelles et en lien avec l’art. 29 LCR ; conduite d’un véhicule non conforme aux prescriptions) et l’a condamné à une amende de CHF 400.‑. Le 10 mai 2021, A.________ a formé opposition à l’ordonnance pénale du Préfet et a été renvoyé devant la Juge de police de l’arrondissement de la Gruyère (ci-après : la Juge de police). B. Le 7 avril 2022, la Juge de police a reconnu A.________ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR en lien avec l’art. 29 LCR ; conduite d’un véhicule non conforme aux prescriptions). Elle l’a condamné à une amende de CHF 250.-, convertible, en cas de non-paiement fautif, en une peine privative de liberté de substitution de 3 jours (art. 106 al. 2 et 3 CP) et lui a fait supporter l’entier des frais de la procédure (émolument et débours), arrêtés à CHF 539.-. La Juge de police a retenu les faits suivants : En date du 13 février 2021, A.________ a acquis un véhicule de marque Alfa Romeo n° de châssis bbb, de couleur rouge, dans un garage à Zurich. Le dimanche 7 mars 2022 (recte 2021), entre 16h20 et 16h25, A.________ a été interpellé au volant dudit véhicule sur l’A 12, chaussée Jura, sur l’aire de repos de la Joux des Ponts. Après l’inspection du véhicule, les policiers ont constaté que diverses modifications avaient été apportées au véhicule sans avoir fait l’objet d’une homologation, à savoir, pour l’essentiel, un aileron non conforme, des feux de croisement et de position de couleur bleue, ainsi qu’un bruit dépassant les valeurs limites.”
Sorgfalts- und Pflichtenverletzungen: Die Missachtung allgemein anerkannter Sorgfaltsregeln oder von administrativen/betrieblichen Weisungen (z. B. Weisungen für Buschauffeure) kann eine Verletzung der Verkehrsregelpflicht i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG begründen. Bei der Prüfung ist auf den Gehalt der allgemeinen Sorgfaltspflicht (duty of prudence) abzustellen; ihre Verletzung setzt zudem Verwerflichkeit (blamable Nachlässigkeit) voraus. Liegt eine gerechtfertigte Pflichtenkollision vor, entfällt die Sanktion.
“August 2021 in Jona mit dem von ihm gelenkten Linienbus - ohne anzuhalten und ohne getätigten Seitenblick bei gleichzeitiger Passage mehrerer Fahrzeuge von links und rechts auf der Rütistrasse - von der Kreuzackerstrasse in die Rütistrasse eingebogen zu sein. In der Annahme, das Signal auf der Rütistrasse habe auf Rot gewechselt, habe sich A.________ vor dem Einfahren in die Kreuzung nicht sorgfaltspflichtgemäss vergewissert, dass seine Fahrbahn auch wirklich frei sei, weshalb er den von links kommenden Personenwagen von B.________ übersehen habe und es zur Kollision gekommen sei. Gemäss Weisungen der Instruktoren der VZO-Betriebe müssten sich Buschauffeure - bevor sie in den Kreuzungsbereich Rütistrasse/Kreuzackerstrasse einfahren - vergewissern, dass die Fahrzeuge auf der Rütistrasse tatsächlich auch anhalten. Dies habe A.________ in Missachtung der gebotenen Sorgfaltspflicht nicht getan. B. Mit Entscheid vom 12. Juli 2022 sprach das Kreisgericht See-Gaster A.________ der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 26 und 27 Abs. 1 SVG sowie Art. 14 Abs. 1 VRV schuldig und verurteilte ihn zu einer Busse von Fr. 300.--. C. Gegen das Urteil erhob A.________ Berufung mit dem Antrag, er sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Das Kantonsgericht St. Gallen, Strafkammer, wies mit Entscheid vom 31. Oktober 2023 die Berufung ab und bestätigte den Entscheid des Kreisgerichts See-Gaster vom 12. Juli 2022. D. Mit Beschwerde in Strafsachen beantragt A.________, den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom 31. Oktober 2023 sei aufzuheben und er sei vom Vorwurf der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln freizusprechen. Sodann sei die Sache zur Neuverlegung der Kosten und Entschädigungen an das Kantonsgericht zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Kantons St. Gallen.”
“Pour déterminer le contenu du devoir de prudence, il faut donc se demander si une personne raisonnable, dans la même situation et avec les mêmes aptitudes que l'auteur, aurait pu prévoir, dans les grandes lignes, le déroulement des événements et, le cas échéant, quelles mesures elle pouvait prendre pour éviter la survenance du résultat dommageable. Lorsque des prescriptions légales ou administratives ont été édictées dans un but de prévention des accidents, ou lorsque des règles analogues émanant d'associations spécialisées sont généralement reconnues, leur violation fait présumer la violation du devoir général de prudence. La violation des devoirs de la prudence peut aussi être déduite des principes généraux, si aucune règle spéciale de sécurité n'a été violée. En second lieu, la violation du devoir de prudence doit être fautive, c'est-à-dire qu'il faut pouvoir reprocher à l'auteur une inattention ou un manque d'effort blâmable (ATF 145 IV 154 consid. 2.1 ; ATF 133 IV 158 consid. 5.1). 2.2.2. S'agissant d'un accident de la route, il convient de se référer aux règles de la circulation routière (arrêt du Tribunal fédéral 6B_69/2017 du 28 novembre 2017 consid. 2.1), étant précisé que la violation de règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 1 LCR est absorbée par l'art. 125 CP, en l'absence de mise en danger d'autres personnes que le blessé (arrêt du Tribunal fédéral 6B_291/2015 du 18 janvier 2016 consid. 3.2 ; M. DUPUIS / L. MOREILLON / C. PIGUET / S. BERGER / M. MAZOU / V. RODIGARI [éds.], Petit commentaire, Code pénal, 2ème éd., 2017 Bâle, n. 14 ad art. 125). L'art. 26 al. 1 LCR prescrit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. Ainsi, selon le principe de la confiance qui en découle, tout usager de la route qui se comporte conformément aux règles établies, doit pouvoir, dans la mesure où aucune circonstance particulière ne s'y oppose, admettre que les autres participants à la circulation routière se conduiront également de façon conforme aux règles (ATF 143 IV 138 consid. 2.1). À teneur de l'art. 34 al. 1 LCR, les véhicules tiendront leur droite et circuleront, si la route est large, sur la moitié droite de celle-ci.”
“Insgesamt hat die Beschuldigte die Straftatbestände von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 100 Ziff. 1 SVG sowie Art. 3 Abs. 1 VRV in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt und ist hierfür schuldig zu spre- chen. Hinsichtlich der Rechtfertigungsgründe ist auf die gemachten Ausführungen zur gerechtfertigten Pflichtenkollision zu verweisen (Erw. III.3.1.), weitere Rechtfer- tigungs- sowie Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. IV. Strafzumessung”
“Pour déterminer le contenu du devoir de prudence, il faut donc se demander si une personne raisonnable, dans la même situation et avec les mêmes aptitudes que l'auteur, aurait pu prévoir, dans les grandes lignes, le déroulement des événements et, le cas échéant, quelles mesures elle pouvait prendre pour éviter la survenance du résultat dommageable. Lorsque des prescriptions légales ou administratives ont été édictées dans un but de prévention des accidents, ou lorsque des règles analogues émanant d'associations spécialisées sont généralement reconnues, leur violation fait présumer la violation du devoir général de prudence. La violation des devoirs de la prudence peut aussi être déduite des principes généraux, si aucune règle spéciale de sécurité n'a été violée. En second lieu, la violation du devoir de prudence doit être fautive, c'est-à-dire qu'il faut pouvoir reprocher à l'auteur une inattention ou un manque d'effort blâmable (ATF 145 IV 154 consid. 2.1 et les références citées ; 133 IV 158 consid. 5.1). 3.2.2. S'agissant d'un accident de la route, il convient de se référer aux règles de la circulation routière (arrêt du Tribunal fédéral 6B_69/2017 du 28 novembre 2017 consid. 2.1), étant précisé que la violation de règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 1 LCR est absorbée par l'art. 125 CP (arrêt du Tribunal fédéral 6B_291/2015 du 18 janvier 2016 consid. 3.2). Le principe de la confiance, déduit de l'art. 26 al. 1 LCR, prévoit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies (ATF 120 IV 252 consid. 2d/aa). Ce principe permet à l'usager, qui se comporte réglementairement, d'attendre des autres usagers, aussi longtemps que des circonstances particulières ne doivent pas l'en dissuader, qu'ils se comportent également de manière conforme aux règles de la circulation, c'est-à-dire ne le gênent pas ni ne le mettent en danger (ATF 125 IV 83 consid. 2b ; ATF 118 IV 277 consid. 4a ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_959/2016 du 6 juillet 2017 consid. 2.2). Le principe de la confiance ne s'applique pas à l'égard des personnes visées par l'art. 26 al. 2 LCR, soit les enfants, les infirmes et les personnes âgées, et une prudence particulière s’impose à l’égard de ceux-ci même s’il apparaît qu’un usager de la route va se comporter de manière incorrecte (ATF 129 IV 282 consid.”
Wiederholtes oder fortgesetztes regelwidriges Verhalten – etwa sehr dichtes Auffahren, regelwidrige Spurwechsel, wiederholtes und nicht verkehrsbedingtes starkes Abbremsen sowie Gesten oder Lichthupen zur Missachtung anderer Verkehrsteilnehmer – kann den Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllen. Auch eine relativ kurz dauernde, aber andauernde Regelverletzung kann ausreichend sein, wenn dadurch eine ernstliche Gefahr für Dritte hervorgerufen oder in Kauf genommen wird.
“Mit seinen Rügen wendet sich der Beschwerdeführer nicht gegen die Art des zweimaligen Bremsens (brüsk, einmal bis zum Stillstand) und die Pflicht, auf den nachfolgenden Verkehr zu achten. Dabei kommt dem Beschwerdeführer keine Kompetenz zu, den nachfolgenden Lenker nach seinem eigenen Belieben zu massregeln. Auch das Einbiegen in die Tankstelle durfte nur unter Rücksichtnahme auf den nachfolgenden Verkehr und damit nicht brüsk erfolgen. Diese Pflicht hat der Beschwerdeführer missachtet. Insoweit ist die vorinstanzliche Erwägung zu verstehen, der Beschwerdeführer habe ohne erkennbaren Grund abgebremst. Die Art des Bremsens war in beiden Fällen nicht verkehrsbedingt, d.h. nicht einem Notfall im Sinne von Art. 12 Abs. 2 VRV geschuldet. Auch ein Rechtfertigungsgrund ist nicht ersichtlich. Die Verurteilung wegen mehrfacher grober Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 37 Abs. 1 SVG und Art. 12 Abs. 2 VRV ist nicht zu beanstanden.”
“Sie seien mit Geschwindigkeiten im Bereich der jeweils zulässigen Höchstgeschwindigkeit unterwegs gewesen, weshalb sie darauf hätten vertrauen dürfen, dass sich nicht plötzlich ein Fahrzeug auf der ersten Überholspur von hinten nähern und rechts an ihnen vorbeifahren würde. Betreffend den subjektiven Tatbestand erwägt die Vorinstanz, der Beschwerdeführer sei bewusst und gewollt an den beiden Fahrzeugen vorbeigefahren. Es sei ihm problemlos möglich gewesen, seine Geschwindigkeit so weit zu verringern, dass es nicht zum Überholvorgang gekommen wäre. Es sei ihm offenkundig bloss darum gegangen, schneller voranzukommen, was sich auch daraus zeige, dass er bereits vor dem Überholen mit sehr geringem Abstand dem VW Beetle gefolgt und, sobald die erste Überholspur frei gewesen sei, sogleich (und ohne die Richtungsanzeige zu betätigen) auf diese gewechselt sei. Einem Fahrzeugführer wie ihm mit einer Fahrleistung von 30'000 bis 40'000 km pro Jahr müsse bewusst sein, dass er durch ein derartiges Verhalten eine erhöhte abstrakte Gefahr schaffe. Mithin habe er sich grobfahrlässig verhalten und sich der Verletzung von Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gemacht.”
“15 Uhr auf der Überholspur der Autobahn A4 in Fahrtrichtung Zug bei teilweise nasser Fahrbahn ungefähr ab Küssnacht dem vor ihm fahrenden und von B.________ gelenkten Personenwagen so nahe aufgefahren zu sein, dass es B.________ nicht mehr möglich gewesen sei, die Lichter des Personenwagens von A.________ im Rückspiegel zu erkennen. Dabei habe A.________ mit seinen Händen gestikuliert und B.________ mehrmals mittels Lichthupe zu erkennen gegeben, dass dieser schneller fahren solle. Als sich auf der rechten Fahrbahn eine Lücke ergeben und B.________ die Überholspur habe verlassen können, habe A.________ erneut sehr nahe auf den nächsten vor ihm fahrenden Personenwagen aufgeschlossen. Durch das zu nahe Auffahren habe A.________ eine ernstliche Gefahr für B.________ und seine Beifahrerin C.________ sowie für andere Verkehrsteilnehmer hervorgerufen. B. Der Einzelrichter am Bezirksgericht Küssnacht sprach A.________ mit Urteil vom 31. Oktober 2019 der mehrfachen vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 SVG, Art. 34 Abs. 4 SVG sowie Art. 12 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) und der vorsätzlichen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 40 SVG und Art. 29 Abs. 1 VRV schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 360.-- bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 2'740.-- (ersatzweise neun Tage Freiheitsstrafe). C. Dagegen gelangte A.________ an das Kantonsgericht Schwyz. Dieses hiess seine Berufung mit Urteil vom 10. Dezember 2020 teilweise gut. Es hob das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts auf und sprach A.________ der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV sowie der vorsätzlichen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 40 SVG und Art. 29 Abs. 1 VRV schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 12 Tagessätzen à Fr.”
“120 km/h schnellen Verkehrsflusses auf der Überholspur und deswegen auf die Möglichkeit eines verkehrsbedingten Aufschliessens des Beschwerdeführers hindeute. Die Vorinstanz hat die entsprechende Möglichkeit also nicht etwa ausser Betracht gelassen, sondern ausdrücklich und nachvollziehbar ausgeschlossen. Unter den gegebenen Umständen verbleibt kein Raum dafür, zu Gunsten des Beschwerdeführers anzunehmen, das zu nahe Auffahren sei verkehrsbedingt erfolgt. Aus den glaubhaften Aussagen von B.________, der nicht nur eine wenige Augenblicke lange Situation beschrieb, sondern namentlich auch das Gestikulieren des Beschwerdeführers beobachten konnte, geht ausserdem hervor, dass dessen regelwidriges Verhalten eine strafrechtlich relevante Dauer - die nach der Rechtsprechung relativ kurz sein kann (vgl. E. 4.1) - erreicht hat. Es bestand demnach kein Anlass, die Zeugen über die genaue Dauer des zu nahen Auffahrens gezielt zu befragen, wie es der Beschwerdeführer bemängelt. Der Schuldspruch gestützt auf Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV erweist sich auch in dieser Hinsicht als bundesrechtskonform.”
Bei Verdacht auf Trunkenheit ist die Verhältnismässigkeit polizeilicher Massnahmen zu prüfen; die blosse Kooperation und Herausgabe persönlicher Gegenstände rechtfertigt nicht stets den Verzicht auf eine vollständige Körperdurchsuchung.
“Le fait qu'un fonctionnaire de police doive se pencher sur la proportionnalité de son action est donc indissociable de son activité (ibid, consid. 2.9. p. 104). 3.6. En l'espèce, la police conteste avoir pratiqué une palpation sur les vêtements du recourant avant qu'il ne monte dans le véhicule de service et soutient avoir effectué, au poste, la fouille corporelle en deux temps de l'intéressé qui ne s'était jamais trouvé entièrement nu et avait, tout au plus, dû faire un "squat" sans tousser. Elle ne conteste ainsi pas l'existence d'une fouille corporelle, même si le rapport de contravention du 2 septembre 2021 ne la documente pas, contrairement à ce qui semble préconisé à cet égard (Y. JEANNERET / A. KUHN / C. PERRIER DEPEURSINGE, loc.cit.) Si l'on peut s'étonner de l'absence de palpation par les policiers par-dessus les vêtements du prévenu avant de le faire monter dans leur véhicule, cette question comme celle de savoir si la fouille s'est déroulée en un temps ou en deux, peut rester ouverte vu ce qui suit. Le recourant a été interpellé pour infraction à l'art. 90 LCR et conduit au poste de police pour y être soumis à un test éthylomètre, en raison d'une suspicion d'un état d'ébriété qualifiée. Rien n'indiquait que le recourant était enclin à la violence, ni l'infraction reprochée ni son comportement: la police ne le prétend du reste pas et admet que le précité avait été collaborant durant toute l'interpellation et le contrôle de sécurité. Son appréhension a été effectuée par surprise, si bien que la probabilité qu'il ait dissimulé sur lui des objets dangereux était pratiquement inexistante. Quant à l'éventualité qu'il ait pu cacher, dans les cavités de son corps, des objets susceptibles d'être confisqués (art. 249 CPP), elle paraît difficilement vraisemblable et n'est du reste pas évoquée par la police. Le fait que le recourant ait été placé dans la salle d'audition ne suffit pas à justifier une fouille corporelle à nu – pour sa propre sécurité –, d'autant plus qu'il lui avait été demandé préalablement de remettre ses effets personnels et sa ceinture, et qu'il était collaborant.”
Als einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG wurden in den angeführten Entscheiden u.a. folgende konkrete Verhaltensweisen gewertet: Nichtgewähren des Vortritts; Fahren gegen die Fahrtrichtung; Loslassen der Lenkvorrichtung beim Motorrad; unnötiges Aufheulen des Motors / Verursachen vermeidbaren Lärms; Nichtbeherrschen des Fahrzeugs; technische Änderungen oder Mängel am Fahrzeug ohne Homologation; Nichtgesicherte Transporte (z.B. ungesicherter Hund) sowie Nichtanlegen der Sicherung bzw. Weglassen der Pflichtgurten; Missachtung oder Fehlen vorgeschriebener Beleuchtung bzw. Richtungsanzeiger. Diese Beispiele beruhen auf den konkret zitierten Fällen, in denen die Handlungen als Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG qualifiziert wurden.
“2025 sur JTDP/915/2024 ( PENAL ) , REJETE Descripteurs : CIRCULATION ROUTIÈRE(DROIT DE LA CIRCULATION ROUTIÈRE) Normes : LCR.90.al1; LCR.36 RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/11515/2023 AARP/55/2025 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 17 février 2025 Entre A______, domicilié c/o B______, ______, appelant, contre le jugement JTDP/915/2024 rendu le 16 juillet 2024 par le Tribunal de police, et SERVICE DES CONTRAVENTIONS, chemin de la Gravière 5, case postale 104, 1211 Genève 8, LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimés. EN FAIT : A. a. En temps utile, A______ appelle du jugement JTDP/915/2024 du 16 juillet 2024, par lequel le Tribunal de police (TP) l'a acquitté de conduite d'un véhicule ne répondant pas aux prescriptions (art. 93 al. 2 let. a de la loi sur la circulation routière [LCR]) mais l'a reconnu coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), l'a condamné à une amende de CHF 300.-, au paiement de la moitié des frais de la procédure et a rejeté ses conclusions en indemnisation. A______ conclut à son acquittement et à une juste indemnisation. b. Selon l'ordonnance pénale du 29 mars 2022, il est encore reproché à A______ ce qui suit : Le 27 septembre 2021, il a refusé une priorité de droite à une intersection, avec accident et blessé. B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : a. À teneur du rapport de renseignements, le 27 septembre 2021, à 11h58, A______ circulait sur le "parking" sis à l'avenue Wendt en direction de la rue Liotard, au guidon de sa trottinette électrique. Ne respectant pas la priorité de droite, il avait heurté C______, cycliste, qui, venant de la rue Liotard, circulait en direction de la rue de la Servette. Les deux protagonistes avaient chuté et avaient été légèrement blessés. b. La vue générale dans le sens de circulation de C______ montre un marquage au sol jaune autorisant le passage des cyclistes sur cette voie, sinon en sens unique (contresens cyclable).”
“Dabei verursachte er vermeidbaren Lärm, indem er den Motor des Motorrades unnötig aufheulen liess, und zwar ein erstes Mal beim/nach dem Abbiegen vom X.________(Strasse) herkommend auf die Y.________(Brücke) und das zweite Mal auf dem X.________(Strasse) in Richtung Bahnhof H.________ (Ortschaft) auf der Höhe des Hotels AC.________(Hotel). 11.8 Rechtliche Würdigung 11.8.1 Gesetzliche und theoretische Grundlagen Für die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1160 f.). 11.8.2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr in H.________(Ortschaft) vermeidbaren Lärm verursacht, indem er den Motor des Motorrades zwei Mal unnötig aufheulen liess. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 42 Abs. 1 SVG, welche durch Art. 33 der Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) konkretisiert wird, zuwider und erfüllte den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Es liegen zwei Handlungen mit einem Zeitabstand von rund 10 Minuten vor (vgl. Anzeigerapport vom 2. August 2021; pag. 211). Ein Schuldspruch wegen mehrfachen Verursachens von vermeidbarem Lärm fällt aufgrund der Geltung des Verschlechterungsverbots jedoch ausser Betracht. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 in H.________(Ortschaft), Y.________ (Brücke) und X.________(Strasse), durch Verursachen von vermeidbarem Lärm schuldig zu sprechen. 12. Vorwurf des Missachtens eines Verbotssignals für Motorfahrzeuge 12.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft), AB.________(Strasse), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag.”
“7 Beweisergebnis Zusammenfassend ist erstellt, dass der Beschuldigte am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr in H.________(Ortschaft) auf der AB.________(Strasse) mit einem Motorrad das Verbotssignal für Motorfahrzeuge missachtete. 12.8 Rechtliche Würdigung 12.8.1 Gesetzliche und theoretische Grundlagen Für die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1160 f.). 12.8.2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr in H.________(Ortschaft) auf der AB.________(Strasse) mit einem Motorrad das Verbotssignal für Motorfahrzeuge missachtet. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 27 Abs. 1 SVG, welche durch Art. 19 Abs. 1 Bst. a und b i.V.m. Abs. 2 SSV (Vorschriftssignal 2.13 gemäss Anhang 2 zur SSV) konkretisiert wird, zuwider. Eine Nichtbeachtung dieses Vorschriftssignals stellt eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG dar. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft) auf der AB.________(Strasse), durch Missachten des Verbotssignals für Motorfahrzeuge schuldig zu sprechen. 13. Vorwurf des Loslassens der Lenkvorrichtung 13.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.7. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft), X.________(Strasse), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ liess als Lenker eines Motorrades während ca. 150 Meter mit beiden Händen die Lenkvorrichtung los. 13.2 Beweismittel Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden (S.”
“7 Beweisergebnis Zusammenfassend ist erstellt, dass der Beschuldigte als Lenker eines Motorrades am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr auf dem X.________(Strasse) in H.________(Ortschaft) mit beiden Händen die Lenkvorrichtung losliess. 13.8 Rechtliche Würdigung 13.8.1 Gesetzliche und theoretische Grundlagen Für die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1160 f.). 13.8.2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte als Lenker eines Motorrades am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr auf dem X.________(Strasse) in H.________(Ortschaft) mit beiden Händen die Lenkvorrichtung losgelassen. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 31 Abs. 1 SVG, welche durch 3 Abs. 3 VRV konkretisiert wird, zuwider. Die Widerhandlung gegen diese Vorschrift stellt eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG dar. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft) auf dem X.________(Strasse), durch Loslassen der Lenkvorrichtung schuldig zu sprechen. 14. Vorwurf des Führens eines nicht den Vorschriften entsprechenden Personenwagens 14.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juni 2021 um 22:08 Uhr in H.________(Ortschaft) bei H.________(Ortschaft), Hauptstrasse, vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ lenkte einen Personenwagen […]. Weiter war der Reifen vorne rechts an der Innenseite abgefahren und die Reifenkarkasse über den gesamten Umfang freigelegt, wodurch die Betriebssicherheit beeinträchtigt war. […]. Zudem waren die vorderen Tagfahrlichter mittels Tönungslack getönt.”
“________ (Ortschaft) bei einem Überholmanöver mit einem Personenwagen zwei Einspurstrecken überfahren und ist links einer Sicherheitslinie gefahren. Damit handelte der Beschuldigte der Grundregel von Art. 27 Abs. 1 SVG zuwider, welche durch Art. 34 Abs. 2 SVG (zu fahren ist immer rechts der Sicherheitslinie) sowie Art. 74 Abs. 2 der Signalisationsverordnung (SSV; SR 741.21: der Führer darf Verzweigungen nur in Richtung der auf seinem Fahrstreifen angebrachten Einspurpfeile befahren) präzisiert wird und deren Verletzung den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juni 2021 in H.________ (Ortschaft) durch Überfahren von zwei Einspurstrecken und Linksfahren einer Sicherheitslinie schuldig zu sprechen. 11. Vorwurf des Verursachens von vermeidbarem Lärm 11.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.4. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________ (Ortschaft), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ fuhr mit einem Motorrad auf dem X.________ (Strasse) in Richtung H.________ (Ortschaft) und bog anschliessend nach links auf die Y.________ (Brücke) ab. Dabei verursachte er vermeidbaren Lärm, indem er den Motor des Motorrades unnötig aufheulen liess. Weiter liess er auf dem X.________ (Strasse) den Motor unnötig aufheulen. 11.2 Beweismittel Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1150). Ergänzend zu den von der Vorinstanz genannten Beweismitteln liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung vor. Auf eine Zusammenfassung dieser Aussagen wird verzichtet und es wird, soweit relevant, direkt im Rahmen der Beweiswürdigung darauf eingegangen 11.”
“Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.7. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft), X.________(Strasse), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ liess als Lenker eines Motorrades während ca. 150 Meter mit beiden Händen die Lenkvorrichtung los.”
“7 Beweisergebnis Zusammenfassend ist erstellt, dass der Beschuldigte als Lenker eines Motorrades am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr auf dem X.________(Strasse) in H.________(Ortschaft) mit beiden Händen die Lenkvorrichtung losliess. 13.8 Rechtliche Würdigung 13.8.1 Gesetzliche und theoretische Grundlagen Für die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1160 f.). 13.8.2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte als Lenker eines Motorrades am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr auf dem X.________(Strasse) in H.________(Ortschaft) mit beiden Händen die Lenkvorrichtung losgelassen. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 31 Abs. 1 SVG, welche durch 3 Abs. 3 VRV konkretisiert wird, zuwider. Die Widerhandlung gegen diese Vorschrift stellt eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG dar. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft) auf dem X.________(Strasse), durch Loslassen der Lenkvorrichtung schuldig zu sprechen. 14. Vorwurf des Führens eines nicht den Vorschriften entsprechenden Personenwagens 14.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juni 2021 um 22:08 Uhr in H.________(Ortschaft) bei H.________(Ortschaft), Hauptstrasse, vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ lenkte einen Personenwagen […]. Weiter war der Reifen vorne rechts an der Innenseite abgefahren und die Reifenkarkasse über den gesamten Umfang freigelegt, wodurch die Betriebssicherheit beeinträchtigt war. […]. Zudem waren die vorderen Tagfahrlichter mittels Tönungslack getönt.”
“1 Invoquant une violation du droit ainsi qu'une constatation incomplète et erronée des faits, l'appelant conteste sa condamnation pour infraction simple des règles de la circulation routière. Il soutient que le jugement serait erroné en ce sens que ce ne serait pas lui qui aurait stoppé le véhicule, précisant qu’il était descendu par la droite, puis s’était déplacé à gauche, voulant apporter son aide, compte tenu de l’accident. Il aurait ensuite posé son pied à terre, puis serait tombé. 9.2 Aux termes de l'art. 26 al. 1 LCR, chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. Selon l'art. 34 al. 1 LCR, les véhicules tiendront leur droite et circuleront, si la route est large, sur la moitié droite de celle-ci. Ils longeront le plus possible le bord droit de la chaussée, en particulier s'ils roulent lentement ou circulent sur un tronçon dépourvu de visibilité. Selon l’art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. 9.3 Le premier juge a retenu que F.________ avait circulé à contre-sens pour rejoindre plusieurs autres cyclistes qui entouraient un véhicule automobile afin de l’empêcher de continuer sa route, qu'il ne pouvait justifier sa trajectoire au motif que les règles applicables dans le cadre d'un rassemblement de la Critical mass permettaient d'adopter une telle conduite et que F.________ soutenait à tort qu'il n'y avait pas de circulation dans le sens inverse, au motif que celle-ci aurait été stoppée sous le pont Bessières. L'appelant invoque une violation du droit ainsi qu'une constatation incomplète et erronée des faits. Il ne se plaint toutefois pas d'arbitraire et n'explique pas en quoi les faits retenus à son encontre seraient manifestement inexacts. Cela étant, on peut souligner que la manifestation n'était pas autorisée et qu'aucune voie n'avait été fermée à la circulation, la police ne pouvant savoir quel allait être l'itinéraire des cyclistes.”
“Der Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 31 Abs. 1 i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG ist schuldig, wer sein Fahrzeug nicht ständig so beherrscht, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann.”
“Die Vorschrift gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG, wonach ein Fahrer sein Fahrzeug ständig so zu beherrschen hat, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann, ist als elementare Verkehrsregel zu werten (Entscheid des Bundesgerichts vom 17. August 2020, 6B_1404/2019, E. 3.4), handelt es sich doch um eine Grundvoraussetzung zur Gewährleistung eines sicheren und reibungslosen Verkehrs; die Missachtung dieser Verkehrsregel birgt ein hohes Unfallrisiko. Indem der Beschwerdeführer durch die von ihm initiierte Beschleunigung die Beherrschung über sein Motorrad verlor, verletzte er somit eine elementare Verkehrsvorschrift. Entsprechend wurde er – wie bereits ausgeführt – von der Staatsanwaltschaft C.________ mit Strafbefehl vom 8. November 2021 (AB 33 S. 4 f.) gestützt auf Art. 31 Abs. 1 und Art. 90 Abs. 1 SVG mit einer Busse von Fr. 200.-- sanktioniert. Ausgehend von einer Verletzung einer elementaren Verkehrsvorschrift sind sodann die Umstände zu würdigen, um beurteilen zu können, ob die Verkehrsregelverletzung als schwerwiegend zu qualifizieren ist (vgl. E. 2.3.2 hiervor).”
“Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft C.________ vom 8. November 2021 (AB 33 S. 4 f.) wurde der Beschwerdeführer wegen Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges mit Unfallfolge gestützt auf Art. 31 Abs. 1 und Art. 90 Abs. 1 SVG zu einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt. Dem Strafbefehl lag folgender Sachverhalt zugrunde: "Am 22.08.2021, 10:19 Uhr, fuhr der Beschuldigte als Lenker des Motorrads …, BE …, in … auf dem”
“________, prévenu et appelant, représenté par Me Laurent Métrailler, avocat, défenseur choisi contre Ministère public, intimé Objet Violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) Appel du 25 avril 2022 contre le jugement de la Juge de police de l'arrondissement de la Gruyère du 7 avril 2022 considérant en fait A. Le 30 avril 2021, le Préfet du district de la Gruyère (ci-après : le Préfet) a reconnu A.________ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR en lien avec les art. 54 et 60 al. 2 OAV ; usage abusif de plaques professionnelles et en lien avec l’art. 29 LCR ; conduite d’un véhicule non conforme aux prescriptions) et l’a condamné à une amende de CHF 400.‑. Le 10 mai 2021, A.________ a formé opposition à l’ordonnance pénale du Préfet et a été renvoyé devant la Juge de police de l’arrondissement de la Gruyère (ci-après : la Juge de police). B. Le 7 avril 2022, la Juge de police a reconnu A.________ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR en lien avec l’art. 29 LCR ; conduite d’un véhicule non conforme aux prescriptions). Elle l’a condamné à une amende de CHF 250.-, convertible, en cas de non-paiement fautif, en une peine privative de liberté de substitution de 3 jours (art. 106 al. 2 et 3 CP) et lui a fait supporter l’entier des frais de la procédure (émolument et débours), arrêtés à CHF 539.-. La Juge de police a retenu les faits suivants : En date du 13 février 2021, A.________ a acquis un véhicule de marque Alfa Romeo n° de châssis bbb, de couleur rouge, dans un garage à Zurich. Le dimanche 7 mars 2022 (recte 2021), entre 16h20 et 16h25, A.________ a été interpellé au volant dudit véhicule sur l’A 12, chaussée Jura, sur l’aire de repos de la Joux des Ponts. Après l’inspection du véhicule, les policiers ont constaté que diverses modifications avaient été apportées au véhicule sans avoir fait l’objet d’une homologation, à savoir, pour l’essentiel, un aileron non conforme, des feux de croisement et de position de couleur bleue, ainsi qu’un bruit dépassant les valeurs limites.”
“Theoretische Grundlagen Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird, wer Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt, mit Busse bestraft. Solche Verkehrsregeln sind: Fahrräder müssen nach Art. 216 Abs. 1 der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS; SR 741.41), wenn eine Beleuchtung nach Art. 41 SVG und Art. 30 der Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) erforderlich ist, mindestens mit einem nach vorn weiss und einem nach hinten rot leuchtenden, ruhenden Licht ausgerüstet sein. Weiter ist gemäss Art. 39 Abs. 1 SVG und Art. 28 Abs. 1 VRV jede Richtungsänderung mit dem Richtungsanzeiger oder durch deutliche Handzeichen rechtzeitig bekannt zu geben. Zuletzt ist gemäss Art. 43 Abs. 2 SVG und Art. 41 Abs. 2 VRV das Trottoir den Fussgängern vorbehalten. Muss hingegen mit einem Fahrzeug das Trottoir benützt werden, so ist der Führer gegenüber den Fussgängern und Benützern von fahrzeugähnlichen Geräten zu besonderer Vorsicht verpflichtet. Nach Art. 286 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer eine Behörde, ein Mitglied einer Behörde oder einen Beamten an einer Handlung hindert, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt.”
“3 Conduite d’un véhicule qui ne répond pas aux prescriptions légales (art. 30 al. 2 et 93 al. 2 let. a LCR) infraction commise au volant de son véhicule H.________(marque) immatriculé ________ le 11 mai 2020 vers 12:26 heures, sur l’A5 à F.________(lieu), dans le tunnel de F.________(lieu) en direction de G.________(lieu), par le fait d’avoir transporté son chien sur la banquette arrière de sa voiture et pas attaché, respectivement par le fait de ne pas avoir assuré son chien d’une manière à ce qu’il ne mette en danger ou ne gêne personne, en particulier en cas d’accident. I.4 Violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) infraction commise au volant de son véhicule H.________(marque) immatriculé ________ le 11 mai 2020 vers 12:26 heures, sur l’A5 à F.________(lieu), dans le tunnel de F.________(lieu) en direction de G.________(lieu), par le fait d’avoir circulé sans être porteuse de la ceinture de sécurité. I.5 Violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) infraction commise à trois reprises au volant de son véhicule H.________(marque) immatriculé ________ le 4 janvier 2020, entre 14:20 heures et 14:30 heures, à K.________ (lieu), sur l’autoroute A16 direction G.________(lieu), dans le tunnel précédent la sortie L.________ (lieu), puis à la hauteur de la sortie L.________ (lieu), par le fait :”
Das Rückwärtsfahren ist mit besonders grossen Gefahren verbunden; daraus folgt eine erhöhte und besondere Sorgfalts‑ und Mitwirkungspflicht des Rückwärtsfahrenden. Er hat so zu handeln, dass jede Gefahr für Dritte ausgeschlossen wird. Bei Fahrzeugen mit beschränkter Sicht nach hinten ist zum Rückwärtsfahren eine Hilfsperson beizuziehen, sofern nicht jede Gefahr ausgeschlossen werden kann.
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer die Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Art. 36 Abs. 4 SVG bestimmt, dass der Führer, der sein Fahrzeug in den Verkehr einfügen, wenden oder rückwärts fahren will, andere Strassenbenützer nicht behindern darf; diese haben den Vortritt. Mit dieser Regelung bringt der Gesetzgeber zum Ausdruck, dass die mit dem Rückwärtsfahren verbundenen Gefahren besonders gross sind und dass der rückwärts fahrende Lenker deshalb zu erhöhter und besonderer Sorgfalt verpflichtet ist, um jede Gefahr für Dritte ausschliessen zu können (vgl. Urteil 6P.104/2005 vom 27. Oktober 2005 E. 1 mit Hinweis). Gemäss Art. 17 Abs. 1 VRV hat der Fahrzeugführer sich vor dem Wegfahren zu vergewissern, dass er keine Kinder oder andere Strassenbenützer gefährdet. Bei Fahrzeugen mit beschränkter Sicht nach hinten ist zum Rückwärtsfahren eine Hilfsperson beizuziehen, wenn nicht jede Gefahr ausgeschlossen ist (vgl. Urteil 1B_1/2011 vom 20. April 2011 E.”
Handygebrauch/Ablenkung wird bei der Strafzumessung häufig berücksichtigt: Die Strafe für die begangene Verkehrsregelverletzung wird in der Regel erhöht; bei mehreren Regelverletzungen ist oft echte Konkurrenz anzunehmen.
“1 VRV ist erfüllt. Durch das absichtliche Vornehmen einer Verrichtung (Blick auf das Navigationssystem auf seinem Mobiltelefon), welche seine Aufmerksamkeit beeinträchtigt hat, nahm der Beschuldigte zumindest in Kauf, dass er weitere Verkehrsregelverletzungen, insbesondere die vorliegende Missachtung der Vortrittsregelung, begehen wird. Der subjektive Tatbestand ist somit ebenfalls erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich. Der Beschuldigte ist somit – in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils – der einfachen Verkehrsregelverletzung durch Missachtung des Signals «kein Vortritt» im Kreisverkehrsplatz gemäss Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und Art. 36 Abs. 2 SVG sowie Art. 14 Abs. 1 und Art. 41b Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen. 11. Konkurrenzen Werden durch eine Handlung mehrere Verkehrsregeln verletzt, so ist in der Regel echte Konkurrenz anzunehmen (Fiolka, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N. 172 zu Art. 90 SVG mit Hinweisen). Der Beschuldigte ist somit der mehrfachen einfachen Verkehrsregelverletzung schuldig zu sprechen. IV. Strafzumessung 12. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung Die allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung sind zutreffend. Darauf kann verwiesen werden (pag. 124 f., S. 18 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 13. Strafrahmen und Strafart Für einfache Verletzung der Verkehrsregeln ist eine Busse bis CHF 10'000.00 vorgesehen (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). Die Strafandrohung ist somit für beide Delikte identisch. Mit der Vorinstanz ist vorliegend vorab die Strafe für die einfache Verkehrsregelverletzung durch Vornehmen einer Verrichtung festzusetzen und diese anschliessend aufgrund des Schuldspruchs wegen Missachtung des Signals «kein Vortritt» zu erhöhen (pag. 125, S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Aufgrund des geltenden Verschlechterungsverbots ist es der Kammer nicht erlaubt, die Strafe zu Ungunsten des Beschuldigten abzuändern.”
Eine Randdatenerhebung kann zur Klärung der Täterschaft in Fällen nach Art. 90 Abs. 2 SVG als geeignet und verhältnismässig angesehen werden.
Bei Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung/Körperverletzung kann Art.90 ergänzend angewendet werden, soweit zusätzlich Drittpersonen konkret gefährdet wurden (Echte Konkurrenz prüfen).
“Die Konkurrenzfrage zwischen der Verkehrsregelgefährdung und der fahrlässigen Körperverletzung beziehungsweise fahrlässigen Tötung klärte das Bundesgericht bereits in einem Entscheid aus dem Jahr 1965. Die Regeste dieses Entscheides hält folgendes fest: "Durch die Strafe wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung wird die Gefährdung der allgemeinen Verkehrssicherheit und die konkrete Gefährdung der getöteten oder verletzten Personen mitabgegolten. Neben Art. 117 und 125 StGB ist daher Art. 90 SVG nur anwendbar, wenn ausser den getöteten oder verletzten Personen eine weitere konkret gefährdet worden ist.". Diese Frage wurde seither mehrfach bestätigt. Auch in der Lehre findet diese Rechtsprechung mehrheitlich Zustimmung: Die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung dürfte in der Regel in echter Konkurrenz zu den Tötungs- und Körperverletzungsdelikten stehen, weil mindestens eine abstrakte Gefährdung der übrigen Verkehrsteilnehmer geschaffen wird. Das Tatunrecht einer qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung wird durch die Verurteilung wegen eines Verletzungsdelikts nicht vollständig abgegolten, weil Art. 90 SVG zusätzlich öffentliche Rechtsgüter schützt. Dies muss umso mehr bei den Fahrlässigkeitsdelikten gelten, mithin der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung, weil die Fahrlässigkeitsdelikte das Tatunrecht des Vorsatzdelikts nicht abgelten. Soweit ersichtlich kritisiert einzig Fiolka diese Konkurrenzfrage. Er weist darauf hin, dass das Bundesgericht nicht weiter begründe, weshalb echte Konkurrenz anzunehmen sei. Dagegen spreche, dass sowohl die abstrakte als auch die konkrete Gefährdung letztlich imaginäre, geistige Gebilde seien und sich der Gefährdungserfolg fundamental von einem Verletzungserfolg unterscheide. 7.1 Der Berufungskläger sagte anlässlich der polizeilichen Befragung nach dem Unfall aus, dass er den entgegenkommenden Lieferwagen erst gesehen habe, als er am Überholen gewesen sei. Er habe das Fahrzeug, welches er am Überholen gewesen sei, nicht touchieren wollen und habe gehofft, dass er noch dazwischenkomme. Danach habe er das entgegenkommende Fahrzeug touchiert.”
Art. 90 LCR kann auch bei Ungehorsam gegenüber Polizeiordern bzw. Nichtbefolgen von Signalen/Anordnungen (z. B. Verweigerung eines Polizeiauftrags) als Übertretung angewendet werden; dies fällt nicht unter Art. 286 StGB, sofern kein konkretes behördliches Handeln ausreichend behindert wurde.
“A teneur de l'art. 27 al. 1 LCR, chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu'aux ordres de la police. Les signaux et les marques priment les règles générales; les ordres de la police ont le pas sur les règles générales, les signaux et les marques. L'art. 90 al. 1 LCR prévoit que celui qui viole les règles de la circulation prévues par la LCR ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. Le conducteur qui refuse d'obtempérer à un ordre de la police commet une infraction au sens de l'art. 27 al. 1 LCR cum art. 90 LCR, mais ne tombe pas sous le coup de l'art. 286 CP, même si, dans le dessein d'échapper à une poursuite pénale, il fait échouer un contrôle de police, mais sans que son action se situe dans le cours d'un acte de l'autorité suffisamment concret (JEANNERET/KUHN/MIZEL/RISKE, Code suisse de la circulation routière commenté, 5 e éd. 2024, n o”
Zeitlich unmittelbar aufeinanderfolgende, erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen innerhalb derselben Fahrt können als Tateinheit qualifiziert und gemeinsam im Rahmen der strafrechtlichen Beurteilung als grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG gewürdigt werden.
“Fahrt vom 2. Juli 2017 Der Beschuldigte überschritt am 2. Juli 2017 um ca. 10:48 Uhr in H.________, Fahrtrichtung O.________, die auf diesem Abschnitt geltende Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h zwei Mal, nämlich um mindestens 41 km/h und um mindestens 39 km/h. Die Vorinstanz hat diesen als erwiesen erachteten Sachverhalt rechtlich wie folgt gewürdigt (pag. 1156 f., Ziff. IV.3.3. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Die beiden Beschleunigungen, die im Rahmen derselben Fahrt in zeitlich unmittelbarer Nähe erfolgten, sind als Tateinheit zu qualifizieren, zumal davon ausgegangen werden kann, dass der Beschuldigte vor der Fahrt nur einen Tatentschluss gefasst hatte. Durch die Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h um 41 km/h und 39 km/h erfüllte der Beschuldigte, ungeachtet der konkreten Umstände, die objektiven Voraussetzungen der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG. Auch diese Fahrt wurde gefilmt, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich handelte. Diesen Ausführungen kann sich die Kammer anschliessen. Bei der starken Beschleunigung und gefahrenen Geschwindigkeit von mindestens 101 bzw. 99 km/h war es dem Beschuldigten kaum möglich, auf (unvorhersehbares) Verhalten der übrigen Verkehrsteilnehmer oder auf andere (unvorhersehbare) Ereignisse wie auf die Strasse laufende Kinder zu reagieren. Der Beschuldigte schuf mit seinem Fahrverhalten nicht zuletzt eine erhebliche Gefahr für die Insassen der entgegenkommenden und vor ihm fahrenden Fahrzeuge. Nach dem Gesagten hat der Beschuldigte am 2. Juli 2017 den Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 aSVG durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h innerorts um mindestens 41 km/h und um mindestens 39 km/h erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe wurden keine geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich.”
“________, au guidon du motocycle Yamaha MT-09A immatriculé ________, par le fait d’avoir intentionnellement violé une règle fondamentale de la circulation routière et d’avoir ainsi accepté de courir un grand risque d’accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort, en commettant tout au long de ce trajet plusieurs excès de vitesse importants, notamment à O.________ (lieu), en atteignant, sur un tronçon limité à 80 km/h, une vitesse maximale de 160 km/h, soit une vitesse de 147.2 km/h après déduction d’une marge d’erreur de 12.8 km/h, représentant un excès de vitesse de 67.2 km/h[4]. Infraction commise le 6 avril 2020 à 16:27 heures, à S.________ (lieu), au guidon du motocycle Yamaha MT-09A immatriculé ________, par le fait d’avoir intentionnellement violé une règle fondamentale de la circulation routière et d’avoir ainsi accepté de courir un grand risque d’accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort, en atteignant, sur un tronçon limité à 80 km/h, une vitesse de 163 km/h, soit une vitesse de 158 km/h après déduction de la marge de tolérance de 5 km/h, représentant un excès de vitesse de 78 km/h[5]. I.2 violations graves à la LCR (art. 90 al. 2 LCR) Infractions commises le 15 janvier 2020 en journée à une heure indéterminée, sur le trajet K.________, au guidon du motocycle Yamaha MT-09A immatriculé ________, par le fait d’avoir commis tout au long de ce trajet plusieurs excès de vitesse importants, notamment à : L.________ (lieu), en atteignant, sur un tronçon limité à 50 km/h, une vitesse de 96 km/h, soit une vitesse de 88 km/h après déduction d’une marge d’erreur de 8 km/h, représentant un excès de vitesse de 38 km/h[6]. M.________ (lieu), en atteignant, sur un tronçon limité à 80 km/h, une vitesse de 134 km/h, soit une vitesse de 123.9 km/h après déduction d’une marge d’erreur de 10.1 km/h, représentant un excès de vitesse de 43.9 km/h[7]. Infraction commise le 15 janvier 2020 en journée à une heure indéterminée, à T.________ (lieu) par le fait d’avoir atteint, au guidon du motocycle Yamaha MT-09A immatriculé ________, sur un tronçon limité à 80 km/h, une vitesse maximale de 138 km/h, soit une vitesse de 127.”
Bei Anwendung von Art. 90 ist auf einschlägige Rechtsprechung und ältere BGE-Entscheide abzustellen, die Tatbestandsmerkmale und Strafzumessung präzisieren.
“90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 142 IV 137ATF 142 IV 137DTF 142 IV 137 6B_592/2018 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr 6B_24/2017 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 142 IV 137ATF 142 IV 137DTF 142 IV 137 6B_700/2015 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 143 IV 508ATF 143 IV 508DTF 143 IV 508 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 143 IV 508ATF 143 IV 508DTF 143 IV 508 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 143 IV 508ATF 143 IV 508DTF 143 IV 508 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 143 IV 508ATF 143 IV 508DTF 143 IV 508 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 143 IV 508ATF 143 IV 508DTF 143 IV 508 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 13 StGBart. 13 CPart. 13 CP Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 142 IV 137ATF 142 IV 137DTF 142 IV 137 Art. 32 SVGart. 32 LCRart. 32 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr 6A.11/2000 6B_700/2015 Art. 13 StGBart. 13 CPart. 13 CP Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 131 VRGart. 131 CPJAart. 131 VRG Art. 148 VRGart. 148 CPJAart. 148 VRG erster Eintragvorheriger Eintragnächster Eintragletzter EintragDokument im Originalformat anzeigenDossierinfos603 2021 17518.03.2022Arrêt de la IIIe Cour administrative du Tribunal cantonalUn recours a été déposé devant le Tribunal fédéral contre cette décision (1C_256/2022).Normen BundArt. 13 StGBArt. 16 SVGArt. 32 SVGRechtsprechung BundBGE 143 IV 508BGE 142 IV 1371C_588/20201C_154/20186B_592/2018Normen KantonArt. 77 VRGArt. 78 VRGArt. 131 VRGRechtsprechung Kanton603 2021 56603 2021 175603 2015 62Normen Bund/Kanton”
“304 CP Art. 47 StGBart. 47 CPart. 47 CP Art. 42 StGBart. 42 CPart. 42 CP Art. 398 StPOart. 398 CPPart. 398 CPP Art. 399 StPOart. 399 CPPart. 399 CPP Art. 104 StPOart. 104 CPPart. 104 CPP Art. 382 StPOart. 382 CPPart. 382 CPP Art. 399 StPOart. 399 CPPart. 399 CPP Art. 398 StPOart. 398 CPPart. 398 CPP Art. 398 StPOart. 398 CPPart. 398 CPP 6B_43/2012 Art. 391 StPOart. 391 CPPart. 391 CPP Art. 404 StPOart. 404 CPPart. 404 CPP Art. 405 StPOart. 405 CPPart. 405 CPP Art. 406 StPOart. 406 CPPart. 406 CPP Art. 389 StPOart. 389 CPPart. 389 CPP Art. 389 StPOart. 389 CPPart. 389 CPP Art. 389 StPOart. 389 CPPart. 389 CPP 6B_78/2012 BGE 136 I 229ATF 136 I 229DTF 136 I 229 Art. 10 StPOart. 10 CPPart. 10 CPP Art. 32 KVart. 32 Cst.art. 32 KV Art. 32 BVart. 32 Cst.art. 32 Costituzione federale della Confederazione Svizzera Art. 82 StPOart. 82 CPPart. 82 CPP Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 143 IV 508ATF 143 IV 508DTF 143 IV 508 BGE 142 IV 93ATF 142 IV 93DTF 142 IV 93 BGE 131 IV 133ATF 131 IV 133DTF 131 IV 133 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 142 IV 93ATF 142 IV 93DTF 142 IV 93 BGE 143 IV 508ATF 143 IV 508DTF 143 IV 508 BGE 132 II 234ATF 132 II 234DTF 132 II 234 BGE 124 II 259ATF 124 II 259DTF 124 II 259 6B_326/2017 6B_326/2017 6B_3/2014 6B_1011/2013 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr Art. 304 StGBart. 304 CPart. 304 CP Art. 304 StGBart. 304 CPart. 304 CP Art. 25 StGBart. 25 CPart. 25 CP 6B_591/2013 BGE 132 IV 49ATF 132 IV 49DTF 132 IV 49 6B_591/2013 Art. 25 StGBart. 25 CPart. 25 CP 6B_696/2012 6B_700/2012 Art. 113 StPOart. 113 CPPart. 113 CPP Art. 47 StGBart. 47 CPart. 47 CP 6B_353/2012 Art. 47 StGBart. 47 CPart. 47 CP BGE 134 IV 17ATF 134 IV 17DTF 134 IV 17 Art. 47 StGBart. 47 CPart. 47 CP 6B_823/2007 Art. 47 StGBart. 47 CPart. 47 CP BGE 134 IV 17ATF 134 IV 17DTF 134 IV 17 BGE 116 IV 288ATF 116 IV 288DTF 116 IV 288 Art.”
Intervallzeiten zwischen nachfolgenden Fahrzeugen unter ca. 0,8 bzw. 0,6 Sekunden können je nach den konkreten Umständen für die Annahme einer schweren Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2 SVG) sprechen. Die Rechtsprechung stellt demgegenüber als allgemein anerkannte Mindeststandards eher Regeln wie die «2‑Sekunden‑Regel» oder den «Halben Tachometer» (ca. 1,8 s) gegenüber; die kürzeren Intervalle werden insbesondere auf Autobahnen zur Abgrenzung der schweren Verstösse herangezogen.
“Mais une négligence grossière peut également exister lorsque, contrairement à ses devoirs, l'auteur ne prend absolument pas en compte le fait qu'il met en danger les autres usagers, en d'autres termes s'il se rend coupable d'une négligence inconsciente. Dans de tels cas, une négligence grossière ne peut être admise que si l'absence de prise de conscience du danger créé pour autrui repose elle-même sur une absence de scrupules (ATF 131 IV 133 consid. 3.2 ; ATF 143 IV 500). 5.2.3 L'art. 34 al. 4 LCR prévoit que le conducteur doit observer une distance suffisante notamment lorsque des véhicules se suivent. Cette disposition est concrétisée à l'art. 12 al. 1 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11), selon lequel lorsque des véhicules se suivent, le conducteur se tiendra à une distance suffisante du véhicule qui le précède, afin de pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. L'irrespect d'une distance suffisante constitue une violation simple (art. 90 al. 1 LCR), le cas échéant grave (art. 90 al. 2 LCR) des règles de la circulation (TF 6B_110/2017 du 12 octobre 2017 consid. 2.1). Ce qu'il faut comprendre par « distance suffisante » au sens de l'art. 34 al. 4 LCR doit être déterminé au regard de toutes les circonstances, telles qu'en particulier la configuration des lieux, la densité du trafic, la visibilité et le véhicule en cause. Il n'y a pas de règle générale développée par la jurisprudence qui indiquerait à partir de quelle distance une violation des règles de la circulation pourrait être retenue. Les règles des deux secondes ou du « demi compteur » (correspondant à un intervalle de 1,8 secondes) constituent cependant des standards minimaux habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1 ; TF 6B_110/2017 du 12 octobre 2017 consid. 2.1). Sur une autoroute, la règle du « 1/6 compteur », respectivement de l'intervalle de 0,6 secondes, peut être utilisée pour déterminer si l'infraction doit être qualifiée de grave (ATF 131 IV 133 consid. 3.2.2 ; TF 6B_894/2020 du 26 novembre 2020 consid.”
“Quant à la distance suffisante au sens de cette disposition, la jurisprudence se réfère aux règles d'expérience de la moitié de la vitesse affichée par le compteur ("1/2 tachy" soit 1,8 seconde) ou des 2 secondes ("21, 22"), cependant qu'une distance inférieure à "1/6 tachy" ou "0,6 seconde" parle, en fonction des circonstances, en faveur d'une violation grave (art. 90 al. 2 LCR; ATF 131 IV 133 consid. 3.1 et 3.2.2; v. parmi d'autres: arrêts 6B_698/2017 du 13 octobre 2017 consid. 5.4, 6B_1004/2016 du 14 mars 2017 consid. 3.3 et 6B_848/2016 du 13 février 2017 consid. 1.3.3). Il n'est pas nécessaire, en l'espèce, de rechercher plus précisément si et sous quelles cautèles une autre règle d'expérience permettrait de délimiter les violations graves qualifiées des règles de la circulation routière.”
“Du reste, le prévenu a lui-même admis n’avoir pas toujours respecté la distance de sécurité (jugt, p. 7). C’est donc à juste titre que le premier juge s’est fondé sur le rapport de police pour retenir les faits litigieux, et on ne discerne aucune violation de la présomption d’innocence sur ce point. 7. 7.1 Invoquant une violation de l’art. 34 al. 4 LCR, l’appelant soutient que la distance observée par les policiers est insuffisante pour retenir une infraction. 7.2 L'art. 34 al. 4 LCR prévoit que le conducteur doit observer une distance suffisante notamment lorsque des véhicules se suivent. Cette disposition est concrétisée à l'art. 12 al. 1 de l'ordonnance sur les règles de la circulation routière (OCR; RS 741.11), selon lequel lorsque des véhicules se suivent, le conducteur se tiendra à une distance suffisante du véhicule qui le précède, afin de pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. L'irrespect d'une distance suffisante constitue une violation simple (art. 90 al. 1 LCR), le cas échéant grave (art. 90 al. 2 LCR) des règles de la circulation. Ce qu'il faut entendre par « distance suffisante » au sens de l'art. 34 al. 4 LCR dépend des circonstances concrètes, notamment des conditions de la route, de la circulation et de la visibilité, de même que de l'état des véhicules impliqués. Le sens de cette règle de circulation est avant tout de permettre au conducteur, même en cas de freinage inopiné du véhicule qui précède, de s'arrêter derrière lui. La jurisprudence n'a développé aucun principe général en ce qui concerne la distance à partir de laquelle une violation simple des règles de la circulation, au sens de l'art. 90 al. 1 LCR, doit être retenue dans tous les cas, même en présence de conditions favorables. Elle a toutefois admis que la règle des deux secondes ou du « demi-compteur » (correspondant à un intervalle de 1,8 seconde) étaient des standards minima habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1 p. 135 ; ATF 104 IV 192 consid. 2b p. 194). Prenant en compte la pratique allemande et la doctrine, la jurisprudence du Tribunal fédéral a considéré que le cas peut être grave lorsque l'intervalle entre les véhicules est inférieur à 0,8 voire 0,6 seconde (ATF 131 IV 133 consid.”
Die Strafzumessung richtet sich nach der Schuld des Täters; dabei sind insbesondere das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Zukunft zu berücksichtigen (Art. 47 StGB). Zur Bestimmung der Schuld sind die Gefahrenschwere, das Verschulden, die Motive und die Intensität des Tatentschlusses sowie das Rückfallrisiko relevant. Finanzielle Verhältnisse sind bei der Bemessung einer Geldstrafe zu prüfen, spielen dabei aber eine eher untergeordnete Rolle. Soweit die Voraussetzungen für eine Herabsetzung der Strafe vorliegen, ist nach Art. 48a StGB unter engen Voraussetzungen auch ein anderes Strafgenre denkbar.
“Lorsque différents types de peines peuvent être prononcés par le juge pénal, le choix de la sanction doit être opéré en tenant compte au premier chef de la culpabilité de l'auteur, de l'adéquation de la peine, de ses effets sur l'auteur et sur sa situation sociale ainsi que de son efficacité du point de vue de la prévention (ATF 147 IV 241 consid. 3.2 ; 144 IV 313 consid. 1.1.1 ; arrêts du Tribunal fédéral 6B_855/2023 du 15 juillet 2024 consid. 2.2.2 ; 6B_104/2023 du 12 avril 2024 consid. 3.3.2). Selon l'art. 48a al. 2 CP, le juge qui atténue une peine peut prononcer une peine d'un genre différent de celui qui est prévu pour l'infraction mais il reste lié par le maximum et par le minimum légal de chaque genre de peine. L'application de cette norme est exceptionnelle et réservée aux cas où les éléments qui mènent à réduire la culpabilité de l'auteur, respectivement sa peine, se cumulent à tel point que le prononcé d'une sanction dans le cadre légal choquerait le sentiment de justice (ATF 136 IV 55 consid. 5.8 ; arrêts du Tribunal fédéral 6B_935/2017 du 9 février 2018 consid. 2.3 ; 6B_765/2017 du 18 janvier 2018 consid. 2.3 ; 6B_794/2016 du 6 janvier 2017 consid. 4.3.2). Les exemples d'application par des juridictions pénales supérieures sont ainsi particulièrement rares (voir par exemple pour l'art. 90 al. 2 LCR en lien avec l'ancien art. 100 al. 4 LCR : arrêt du Tribunal fédéral 6B_1075/2023 du 5 février 2024 consid. 3.4 ; pour l'art. 33 al. 1 let. a LArm : AARP/81/2022 du 24 mars 2022 consid. 3.2 et AARP/222/2021 du 13 juillet 2021 consid. 3.2). 3.1.3. Le montant d'une amende doit être fixé sur la base de la culpabilité de l'auteur (1) et de ses capacités financières (2), dans ce cadre ces dernières jouent toutefois un rôle plus secondaire que dans la fixation d'une peine pécuniaire (ATF 134 IV 97 consid. 6.3.7.1 ; 134 IV 60 consid. 7.3.3). La culpabilité doit être évaluée en fonction de tous les éléments objectifs pertinents, qui ont trait à l'acte lui-même, à savoir notamment la gravité de la lésion, le caractère répréhensible de l'acte et son mode d'exécution. Du point de vue subjectif, sont pris en compte l'intensité de la volonté délictuelle ainsi que les motivations et les buts de l'auteur. À ces composantes de la culpabilité, il faut ajouter les facteurs liés à l'auteur lui-même, à savoir les antécédents (judiciaires et non judiciaires), la réputation, la situation personnelle (état de santé, âge, obligations familiales, situation professionnelle, risque de récidive, etc.”
“1 aCP, les lésions corporelles simples sont punies d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Elles sont poursuivies d'office si l’auteur est le conjoint de la victime et que l’atteinte a été commise durant le mariage ou dans l’année qui a suivi le divorce (art. 123 ch. 2 al. 3 aCP). À teneur de l'art. 144 al. 1 CP, les dommages à la propriété sont réprimés, sur plainte, d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. L'infraction de séquestration est quant à elle punie d'une peine privative de liberté de cinq ans au plus ou d'une peine pécuniaire (art. 183 ch. 1 CP), celle de contrainte sexuelle d'une peine privative de liberté de dix ans au plus ou d'une peine pécuniaire (art. 189 al. 1 aCP) et le viol d'une peine privative de liberté de un à dix ans (art. 190 al. 1 aCP). La violation grave des règles de la circulation routière est quant à elle réprimée d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire (art. 90 al. 2 LCR), la peine menace étant identique pour les infractions à l'art. 91 al. 2 let. b LCR, à l'art. 19 al. 1 let. c LStup et à l'art. 33 al. 1 let. a LArm. L'infraction à l'art. 19a ch. 1 LStup est sanctionnée de l'amende. 3.3. Selon l'art. 47 CP, le juge fixe la peine d'après la culpabilité de l'auteur. Il prend en considération les antécédents et la situation personnelle de ce dernier ainsi que l'effet de la peine sur son avenir (al. 1). La culpabilité est déterminée par la gravité de la lésion ou de la mise en danger du bien juridique concerné, par le caractère répréhensible de l'acte, par les motivations et les buts de l'auteur et par la mesure dans laquelle celui-ci aurait pu éviter la mise en danger ou la lésion, compte tenu de sa situation personnelle et des circonstances extérieures (al. 2). La culpabilité de l'auteur doit être évaluée en fonction de tous les éléments objectifs pertinents, qui ont trait à l'acte lui-même, à savoir notamment la gravité de la lésion, le caractère répréhensible de l'acte et son mode d'exécution.”
“E. 2). Die Bestimmung von Art. 90 Abs. 2 SVG sieht einen Strafrahmen bis zu drei Jah- ren Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe vor. Innerhalb des Strafrahmens ist die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu bemessen, wobei sein Vorleben und seine persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf sein Leben zu berücksichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 StGB; vgl. zu den Einzelheiten BGE 123 IV 49 E. 2; 136 IV 55 E. 5.3). Es gibt vorliegend keine Gründe, statt einer Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen.”
“La culpabilité de l’auteur doit être évaluée en fonction de tous les éléments objectifs pertinents qui ont trait à l’acte lui-même, à savoir notamment la gravité de la lésion, le caractère répréhensible de l’acte et son mode d’exécution. Du point de vue subjectif, sont pris en compte l’intensité de la volonté délictuelle ainsi que les motivations et les buts de l’auteur. A ces composantes de la culpabilité, il faut ajouter les facteurs liés à l’auteur lui-même, à savoir ses antécédents, sa réputation, sa situation personnelle (état de santé, âge, obligations familiales, situation professionnelle, risque de récidive, etc.), sa vulnérabilité face à la peine, de même que son comportement après l’acte et au cours de la procédure pénale (ATF 142 IV 137 consid. 9.1, JdT 2016 I 169 ; ATF 141 IV 61 consid. 6.1.1 et les références citées ; TF 6B_183/2021 du 27 octobre 2021 consid. 1.3). A teneur de l'art. 42 al. 1 CP, le juge suspend en règle générale l'exécution d'une peine pécuniaire ou d'une peine privative de liberté de deux ans au plus lorsqu'une peine ferme ne paraît pas nécessaire pour détourner l'auteur d'autres crimes ou délits. Selon l’art. 90 al. 2 LCR, celui qui, par une violation grave d’une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d’autrui ou en prend le risque est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire. 6.3 Vérifiée d’office, la sanction, fixée en application des critères légaux à charge et à décharge, et conformément à la culpabilité et à la situation personnelle de D.________, ne prête pas le flanc à la critique. Il peut être renvoyé à cet égard à la motivation du premier juge (cf. jugement pp. 16 à 18 ; art. 82 al. 4 CPP), qui est claire et convaincante. Au vu de la faute commise par l’appelant, de sa difficulté à reconnaître sa faute et de ses antécédents d’infractions à la loi sur la circulation routière, la peine pécuniaire de 20 jours-amende à 90 fr. le jour avec sursis pendant trois ans, ainsi que l’amende de 360 fr. prononcée à titre de sanction immédiate et la peine privative de liberté de substitution en cas de non-paiement fautif de 4 jours, répriment adéquatement le comportement litigieux de l’appelant et doivent être confirmées.”
Unter Umständen können auch Fahrmanöver wie das Verlassen der Fahrbahn auf den Pannenstreifen oder rücksichtsloses Einfahren von Zufahrten als grobe Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG qualifiziert werden, wenn dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen wird.
“A/444/2024 JTAPI/512/2024 du 28.05.2024 ( LCR ) , REJETE Descripteurs : RETRAIT DE PERMIS;FAUTE GRAVE;CONDAMNATION Normes : LCR.16c; LCR.16.al2.leta; LCR.26.al1; LCR.27.al1; LCR.34; LCR.35; LCR.44 En fait En droit Par ces motifs RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE A/444/2024 LCR JTAPI/512/2024 JUGEMENT DU TRIBUNAL ADMINISTRATIF DE PREMIÈRE INSTANCE du 28 mai 2024 dans la cause Monsieur A______ contre OFFICE CANTONAL DES VÉHICULES EN FAIT 1. Monsieur A______, né le ______ 1964, est titulaire d'un permis de conduire pour les catégories B, BE, B1, D1, D1E, F, G et M et la sous-catégorie A1. 2. Par ordonnance pénale et de non entrée en matière du 14 mai 2021, le Ministère public du canton de Genève a déclaré M. A______ coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) et l'a condamné à une peine pécuniaire de 60 jours-amende, sursis pendant trois ans ainsi qu'à titre de sanction immédiate, à une amende de CHF 600.-. Il n'est pas entré en matière s'agissant des faits de dommages à la propriété et d'injure allégués par le plaignant, vu l'absence de charges suffisantes. Il lui était reproché d'avoir, le 30 octobre 2020, entre 16h10 et 16h30, au volant d'un véhicule de livraison : - dans le virage du tunnel des Communes-Réunies de la voie d'accès 1825, d'avoir omis de respecter une distance suffisante avec le véhicule le précédant ; - à la jonction de la voie d'accès 1825 et de la voie d'accès venant du giratoire de la Milice sur l'autoroute A1aP, en direction de Perly de s'être déporté sur sa droite sur la bande d'arrêt d'urgence suite au ralentissement du véhicule automobile le précédant conduit par Monsieur B______, à l'approche du marquage « cédez le passage » et, en arrivant à la fin de la voie d'accès 1814, de s'être inséré sur l'autoroute sans égard aux autres usagers et sans respect d'une distance suffisante avec le véhicule circulant normalement sur la voie lente ; - sur l'autoroute A1aP, en direction de Perly, du point kilométrique (PK) 1.”
Bei der Beurteilung von Geschwindigkeitsüberschreitungen können Messwerte unter Berücksichtigung der vom ASTRA festgelegten Geräte‑ und Messunsicherheit herangezogen werden. Nach Abzug dieser Unsicherheit ist die verbleibende Überschreitung als Tatsachenbasis für eine Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG (grobe Verletzung der Verkehrsregeln) verwertet worden.
“S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG vor, welche es erlaubt, auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen (Urteil des Bundesgerichts 6B_33/2015 vom 5. Mai 2015 E. 1.1., m.w.H.). Konkrete Umstände, die gemäss Rechtsprechung das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen liessen, liegen keine vor. Die Vorinstanz hat die vom Beschuldigten implizit geltend gemachten Umstände eingehend behandelt; darauf kann grundsätzlich verwiesen werden (S. 50 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 2242 f.). Dass allenfalls – wie der Beschuldigte behauptet – eine andere Höchstgeschwindigkeit gegolten haben könnte, wurde im Rahmen der Beweiswürdigung bereits verneint. Irrelevant ist zudem, dass der Beschuldigte der Meinung war, das Weiterführen der Geschwindigkeit von 80 km/h nach dem Baustellenabschnitt sei nicht rechtmässig gewesen (selbst wenn dem so gewesen wäre, vgl. BGE 128 IV 184 E. 4.3.). Das Verhalten des Beschuldigten war demnach zumindest grobfahrlässig. Der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ist damit erfüllt. Mangels Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen ist der Beschuldigte der groben Verkehrsregelverletzung (Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit nach Abzug der vom ASTRA festgelegten Geräte- und Messunsicherheit auf der Autobahn um 35 km/h), begangen am 18. August 2019, 11:27 Uhr in T.________, schuldig zu sprechen.”
Fehlende oder ungenügende tatsächliche Feststellungen (z. B. kein nachgewiesener Unfall, unklare Position der Fahrzeuge, fehlende forensische Abklärungen) können dazu führen, dass ein Tatvorwurf nach Art. 90 Abs. 1 SVG nicht als erwiesen gilt und der Beschuldigte freigesprochen wird.
“Zumal der Anklagesachverhalt in Bezug auf die Beschädigung des Kandelabers durch den Beschuldigten nicht rechtsgenügend erstellt werden kann, lag kein Unfall und damit kein Umstand vor, weshalb der Beschuldigte mit der An- ordnung einer Atemalkohol- oder Blutprobe hat rechnen müssen. Insofern konnte er sich der Anordnung auch nicht entziehen oder diese vereiteln. Der Tatbestand der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit nach Art. 91a Abs. 1 SVG ist damit nicht erfüllt. Ebenso verhält es sich in Bezug auf den Vorwurf des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall nach Art. 51 Abs. 1 und Abs. 3 i.V.m. Art. 92 Abs. 1 SVG sowie der Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 31 Abs. 1 i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG. Der Beschuldigte ist auch von diesen Vorwürfen freizusprechen.”
“Les termes « le plus possible » signifie « autant que les circonstances le permettent » et aussi « autant que les circonstances l’exigent » (Bussy/Rusconi et al. [édit.], Code suisse de la circulation routière commenté [ci-après : CS CR], 4e éd., Bâle 2015, n. 1.3 ad art. 34 LCR). L’obligation de tenir sa droite n’a donc pas un caractère absolu. Son observation dépend des conditions de circulation et de sécurité du cas d’espèce (ATF 129 IV 44 consid. 1.3 = JdT 2003 I 489 ; ATF 107 IV 44 consid. 2a = JdT 1980 I 470). La manière de tenir la droite doit s’inspirer du but de la règle, qui est de permettre le croisement, le dépassement et la présélection (ATF 94 IV 120 = JdT 1969 I 415 n. 33), c’est-à-dire de contribuer à la fluidité du trafic tout en réduisant les risque d’accident (Bussy/Rusconi et al. [édit.], CS CR, op. cit., n. 1.3 s. ad art. 34 LCR). 3.3 En l’espèce, l’ordonnance pénale, devenue acte d’accusation à la suite de l’opposition de l’intimé (art. 356 al. 1 CPP), indique que ce dernier a circulé insuffisamment à droite au volant de son camion et retient, comme dispositions légales applicables, l’art. 90 al. 1 LCR en lien avec l’art. 34 al. 1 LCR. C’est donc en vain que l’appelant requiert la condamnation de l’intimé pour avoir contrevenu aux art. 34 al. 4 et 44 al. 1 LCR en ne respectant pas le droit de priorité de l’automobiliste P.________ (appel, p. 3). Cela étant, le premier juge a en substance considéré que le dossier ne permettait pas de constater la position des véhicules au moment du choc, que le léger empiètement du camion sur la voie de gauche constaté après que les véhicules se soient immobilisés n’empêchait nullement une voiture de tourisme de circuler normalement sur cette voie, que les clichés de l’automobile conduite par P.________ tendaient en outre à démontrer que celui-ci n’était pas en train de dépasser le camion au moment du choc, que plusieurs éléments soutenaient plutôt l’hypothèse que l’intéressé s’était en réalité déporté sur sa droite, pour sortir du giratoire en direction d’Evian, pensant que l’intimé allait en faire de même et qu’en définitive, aucune faute de circulation ne pouvait être reprochée à l’intimé, lequel avait fait preuve de toute la prudence requise.”
“Si malgré la vitesse adaptée aux circonstances, soit une légère montée à la sortie du tunnel, ainsi qu'un rétrécissement de la chaussée due aux places de stationnement, la collision n'a pu être évitée, c'est du fait de la sortie hâtive du second motocycle de sa place de stationnement. A l'aune du principe de confiance, l'appelant ne devait en effet pas s'attendre à ce que le motocycle s'engage brusquement sur la chaussée et cela, sans avoir vérifié l'état de la circulation sur sa gauche après avoir débéquillé son motocycle. Il sera par ailleurs souligné que la trace figurant sur le croquis de l'accident, mentionnée dans le mémoire de l'appelant, correspond effectivement au sens de circulation de l'appelant, de la même manière que la trace indiquée sur la place de stationnement pour motocycle que quitte le conducteur blessé, et non à une trace de freinage. Dès lors, il n'est pas soutenable de retenir, à teneur des seuls éléments figurant au dossier, et à défaut d'expertise, que la vitesse de l'appelant était inadaptée. Au vu de ce qu'il précède, l'appelant sera acquitté des infractions aux art. 4 al. 1 OCR, 26 et 32 al. 1 LCR cum art. 90 al. 1 LCR. 4. L'appel ayant été admis, il ne sera pas perçu de frais (art. 428 CPP a contrario). 5. 5.1.1. À teneur de l'art. 429 CPP, le prévenu a droit, s'il bénéficie d'une ordonnance de classement, à une indemnité pour les dépenses occasionnées par l'exercice raisonnable de ses droits de procédure (let. a.) Cette indemnité est en principe due par l'État (Message relatif à l'unification du droit de la procédure pénale (CPP) du 21 décembre 2005, FF 2006 1309), en vertu de sa responsabilité causale dans la conduite des procédures pénales (N. SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung : Praxiskommentar, Zurich 2009, n. 6 ad art. 429). Encore faut-il que l'assistance d'un avocat ait été nécessaire, compte tenu de la complexité de l'affaire en fait ou en droit, et que le volume de travail de l'avocat était ainsi justifié (Message, ibid.). Les honoraires d'avocat se calculent selon le tarif local, à condition qu'ils restent proportionnés (N. SCHMID, op. cit., n. 7 ad art. 429). Les démarches superflues, abusives ou excessives ne sont pas indemnisées (ATF 115 IV 156 consid.”
Subjektiv verlangt Art. 90 Abs. 2 SVG rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden; bei fahrlässiger Begehung ist mindestens grobe Fahrlässigkeit erforderlich. Je objektiv gravierender die Verkehrsregelverletzung ist, desto eher wird die Annahme rücksichtslosen Handelns bzw. grober Fahrlässigkeit gerechtfertigt. Bei erheblich überhöhter oder sonst „massiv“ anerkannter Regelverletzung spricht die Rechtsprechung dafür, dass dem Täter das allgemeine Gefährdungsbewusstsein zuzuschreiben ist.
“Grobe Verkehrsregelverletzung In objektiver Hinsicht setzt eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln voraus, dass die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet wurde. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1 je m.w.H.). Das Überfahren der Sicherheitslinie stellt regelmässig eine erhöhte abstrakte Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer dar (Urteil des Bundesgerichts 6B_1427/2017 vom 25. April 2018 E. 2.1.2. m.w.H.).”
“Den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.1; 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 1). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist.”
“Nach Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Der objektive Tatbestand verlangt nach der Rechtsprechung, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Diese setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung voraus. Eine konkrete Gefahr oder Verletzung ist nicht verlangt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; Urteile 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 2.3.1; 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1; 6B_505/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 1.1.1; 6B_761/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, das heisst ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit.”
“Daher folgt die Vorinstanz der erstinstanzlichen Einschätzung, wonach auch ohne konkrete Geschwindigkeitsmessung von einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 25 km/h und dementsprechend objektiv von einer groben Verkehrsregelverletzung auszugehen ist. Der Beschwerdeführer mache nichts geltend, was eine andere Einschätzung nahelegen würde. Er argumentiere, bei einem Vorsprung auf die Militärpolizisten von ca. 30 Sekunden wäre er auch bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h bereits 500 Meter entfernt gewesen. Dem hält die Vorinstanz entgegen, dass die fragliche Strecke überwiegend gerade verlaufe. Die Militärpolizisten hätten den Beschwerdeführer also auch bei einem Abstand von 500 Metern noch gut erkennen können und hätten bei einer hypothetischen Geschwindigkeit von 60 km/h keinen Grund gehabt, die Verfolgung abzubrechen. Weiter sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer selbst seine Geschwindigkeit als "massiv überhöht" bezeichnet habe. Eine Geschwindigkeit von bloss 60 km/h würde kaum jemand als "massiv überhöht" bezeichnen. Bei einer massiven Geschwindigkeitsüberschreitung, die der Beschwerdeführer anerkenne, habe ihm bewusst sein müssen, dass er andere Verkehrsteilnehmer gefährde, was den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfülle.”
“Celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, créé un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire (al. 2). Pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D'un point de vue objectif, la violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR suppose que l'auteur a violé de façon grossière une règle fondamentale de la circulation et mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 p. 512 = SJ 2018 I 277 ; ATF 142 IV 93 consid. 3.1 p. 96 ; ATF 131 IV 133 consid. 3.2 p. 136 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_444/2016 du 3 avril 2017 consid. 1.1; arrêt du Tribunal fédéral 6B_108/2015 du 27 novembre 2015 consid.5). Subjectivement, l'état de fait de l'art. 90 al. 2 LCR exige, selon la jurisprudence, un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, c'est-à-dire une faute grave et, en cas d'acte commis par négligence, à tout le moins une négligence grossière. Celle-ci doit être admise lorsque le conducteur est conscient du caractère généralement dangereux de son comportement contraire aux règles de la circulation. Mais une négligence grossière peut également exister lorsque, contrairement à ses devoirs, l'auteur ne prend absolument pas en compte le fait qu'il met en danger les autres usagers, en d'autres termes s'il se rend coupable d'une négligence inconsciente. Dans de tels cas, une négligence grossière ne peut être admise que si l'absence de prise de conscience du danger créé pour autrui repose elle-même sur une absence de scrupules (ATF 131 IV 133 consid. 3.2 p. 136 ; arrêts du Tribunal fédéral 6B_1300/2016 du 5 décembre 2017 consid. 2.1.2 non publié in ATF 143 IV 500 ; 6B_444/2016 du 3 avril 2017 consid. 1.1). L'art.”
Bei einer fahrlässigen Verkehrsregelverletzung infolge Nichtbeherrschens des Fahrzeugs (z. B. Unaufmerksamkeit/Verlust der Kontrolle) wird regelmässig eine Busse — häufig in Form einer Einsatzstrafe für die schwerste Tat — verhängt. Bei der Bemessung der Busse orientieren sich die Gerichte an kantonalen Richtlinien und Empfehlungen (insbesondere VBRS, AJPB sowie kantonale Strafmassrichtlinien).
“Aufgrund derselben abstrakten Strafandrohung der obigen Delikte rechtfertigt es sich, zunächst eine Einsatzstrafe für die fahrlässige Verletzung der Verkehrs- regeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV sowie Art. 100 Ziff. 1 SVG (fehlende Beherrschung des Fahrzeugs aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit) festzusetzen, zumal dieses verschuldensmässig am schwersten wiegt. Der Strafrahmen reicht bis Fr. 10'000.– Busse (Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). 3.Fahrlässige Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV sowie Art. 100 Ziff. 1 SVG”
“Einsatzstrafe für den Vorfall vom 28. Februar 2022 Die einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird als Übertretung mit Busse bestraft, wobei der Strafrahmen (theoretisch) bis zum Bussen-Höchstbetrag von CHF 10'000.00 reicht (Art. 106 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG). Wie die Vorinstanz orientiert sich auch die Kammer bei ihrer Beurteilung an den Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (nachfolgend VBRS-Richtlinien). Die VBRS-Richtlinien sehen für die rücksichtslose Handhabung (Kavaliersstart u.Ä.) gemäss Art. 33 Bst. b VRV eine Busse von CHF”
“Für die Grundlagen der Strafzumessung kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 71 f.). Eine einfache Verkehrsregelverletzung wird mit Busse bis zu CHF 10'000.00 bestraft (Art. 90 Abs. 1 SVG; Art. 106 Abs. 1 StGB). Die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten (VBRS) empfehlen für ein Nichtbeherrschen des Fahrzeuges bzw. ein unachtsames Fahren eine Busse von CHF”
“S’agissant des infractions à l’art. 90 al. 1 LCR (ch. I.14. AA), à l’art. 91 al. 1 let. c LCR, à l’art. 86 al. 1 LCdF (ch. I.20. AA) et à l’art. 19a ch. 1 LStup (ch. I.21.1. et I.21.2. AA), il convient là-aussi de se baser sur les recommandations de l’AJPB et de fixer les amendes respectivement, compte tenu de la faute du prévenu, à CHF”
Die Missachtung formeller Verkehrszeichen und -markierungen sowie die Verletzung konkreter Vorschriften (z. B. Vorschriftssignale, Sperrflächen, Sicherheitslinien, Abstandspflichten) kann den Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllen, soweit den Zeichen oder Vorschriften Vorschriftcharakter zukommt bzw. dadurch eine konkrete Verkehrsregel verletzt wird.
“Allgemeines Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG setzt die Verletzung einer beliebigen Verkehrsregel des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats voraus. Subjektiv werden von Art. 90 Abs. 1 SVG vorsätzliche und fahrlässige Handlungen erfasst (Fiolka, Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 29 f. zu Art. 90 SVG). Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei sind gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG zu befolgen. Die Signale und Markierungen gehen den allgemeinen Regeln, die Weisungen der Polizei den allgemeinen Regeln, Signalen und Markierungen vor. Signale und Markierungen sind technische Mittel zur Führung des Verkehrs. Wer Signale und Markierungen missachtet, ist strafbar, soweit diesen Zeichen Vorschriftcharakter zukommt (Giger, Orell Füssli Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 9. Aufl. 2022, N. 1 zu Art. 27 SVG).”
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich schuldig, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 78 SSV (Signalisationsverordnung, SR 741.21) gebietet, dass Sperrflächen nicht befahren werden dürfen. Art. 34 Abs. 4 SVG ordnet an, dass Strassenbenützer ausreichenden Abstand zu anderen Strassenbenützern zu halten haben, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren. Der Berufungskläger fuhr einem ihm vorfahrenden Fahrzeug nach einer Überholgelegenheit suchend, dicht auf und befuhr in der Absicht, dieses zu überholen, die Sperrfläche mit drei Vierteln seines Fahrzeugs, brach den Überholvorgang allerdings wieder ab. Der Berufungskläger missachtete beide vorgenannten Verkehrsregeln, womit er sich mehrfach der Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig machte.”
“________(Ortschaft) auf der AB.________(Strasse) mit einem Motorrad das Verbotssignal für Motorfahrzeuge missachtet. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 27 Abs. 1 SVG, welche durch Art. 19 Abs. 1 Bst. a und b i.V.m. Abs. 2 SSV (Vorschriftssignal 2.13 gemäss Anhang 2 zur SSV) konkretisiert wird, zuwider. Eine Nichtbeachtung dieses Vorschriftssignals stellt eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG dar. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft) auf der AB.________(Strasse), durch Missachten des Verbotssignals für Motorfahrzeuge schuldig zu sprechen. 13. Vorwurf des Loslassens der Lenkvorrichtung 13.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.7. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft), X.________(Strasse), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ liess als Lenker eines Motorrades während ca. 150 Meter mit beiden Händen die Lenkvorrichtung los. 13.2 Beweismittel Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1150). Ergänzend zu den von der Vorinstanz genannten Beweismitteln liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung vor. Auf eine Zusammenfassung dieser Aussagen wird verzichtet und es wird, soweit relevant, direkt im Rahmen der Beweiswürdigung darauf eingegangen. 13.3 Beweiswürdigung und Beweisergebnis der Vorinstanz Für die Erwägungen der Vorinstanz kann auf Ziffer II.11.3 vorne verwiesen werden. Die Vorinstanz kam beweiswürdigend zum Schluss, dass auf den Sachverhalt gemäss Anklageschrift abzustellen ist (S.”
“________ (Ortschaft) bei einem Überholmanöver mit einem Personenwagen zwei Einspurstrecken überfahren und ist links einer Sicherheitslinie gefahren. Damit handelte der Beschuldigte der Grundregel von Art. 27 Abs. 1 SVG zuwider, welche durch Art. 34 Abs. 2 SVG (zu fahren ist immer rechts der Sicherheitslinie) sowie Art. 74 Abs. 2 der Signalisationsverordnung (SSV; SR 741.21: der Führer darf Verzweigungen nur in Richtung der auf seinem Fahrstreifen angebrachten Einspurpfeile befahren) präzisiert wird und deren Verletzung den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juni 2021 in H.________ (Ortschaft) durch Überfahren von zwei Einspurstrecken und Linksfahren einer Sicherheitslinie schuldig zu sprechen. 11. Vorwurf des Verursachens von vermeidbarem Lärm 11.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.4. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________ (Ortschaft), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ fuhr mit einem Motorrad auf dem X.________ (Strasse) in Richtung H.________ (Ortschaft) und bog anschliessend nach links auf die Y.________ (Brücke) ab. Dabei verursachte er vermeidbaren Lärm, indem er den Motor des Motorrades unnötig aufheulen liess. Weiter liess er auf dem X.________ (Strasse) den Motor unnötig aufheulen. 11.2 Beweismittel Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1150). Ergänzend zu den von der Vorinstanz genannten Beweismitteln liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung vor. Auf eine Zusammenfassung dieser Aussagen wird verzichtet und es wird, soweit relevant, direkt im Rahmen der Beweiswürdigung darauf eingegangen 11.”
Geldstrafen können im Strafregister vermerkt sein; sie erscheinen also als Eintrag. Solche Einträge werden jedoch nicht automatisch als Vorstrafe im Sinne der Strafzumessung gewertet (vgl. Entscheid, in dem eine spätere Verurteilung nicht als Vorstrafe für eine frühere Tat berücksichtigt wurde).
“L'offre d'un appareil à sous, en l'espèce le "B______", servant aux jeux de hasard, était punissable quel que soit le moment de la qualification de l'appareil en question. En outre, il y avait bien des jeux d'argent sur tous les appareils installés par l'appelant. Dès lors, son comportement était punissable tant sous l'égide de la LMJ que de la LJAr. D. A______ est né le ______ 1947 à U______ en Italie. Il est citoyen suisse, marié et père de deux enfants majeurs. Aujourd'hui retraité, il vit d'une rente AVS d'environ CHF 1'500.- par mois et loge dans une maison appartenant à son épouse, libre d'hypothèque. Le couple vit sous le régime de la séparation de biens. Ses primes d'assurance maladie sont de CHF 250.-. Il n'a ni dettes, ni fortune. E. Le casier judiciaire suisse de A______ mentionne une condamnation le 21 novembre 2019 par le MP à une peine pécuniaire de 30 jours-amende avec sursis, ainsi qu'à une amende de CHF 500.-, pour violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR). EN DROIT : 1. 1.1. L'appel est recevable pour avoir été interjeté et motivé selon la forme et dans les délais prescrits (art. 398 et 399 CPP). La Chambre limite son examen aux violations décrites dans l'acte d'appel (art. 404 al. 1 CPP), sauf en cas de décisions illégales ou inéquitables (art. 404 al. 2 CPP). 2. 2.1. Le 1er janvier 2019, la LMJ a été remplacée par la LJAr. Selon le Tribunal fédéral, les dispositions pénales de la LMJ s'appliquent aux procédures en cours, ainsi qu'à la poursuite des infractions commises avant l'entrée en vigueur de la LJAr, à moins que l'application de la LJAr soit plus favorable à l'auteur (lex mitior ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_260/2020 du 2 juillet 2020 consid. 1 ; Message du Conseil fédéral du 21 octobre 2015 sur la loi fédérale du 29 septembre 2017 sur les jeux d'argent ; FF 2015 p. 7740). La question de savoir si le nouveau droit est plus favorable que l'ancien - qui n'a pas encore été tranchée par le Tribunal fédéral, s'agissant de la LMJ et de la LJAr (arrêts du Tribunal 6B_1245/2019 du 17 juin 2020 consid.”
“Schliesslich ist die Täterkomponente zu beurteilen: Mit Blick auf das Vorle- ben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann auf die vorinstanz- lichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 50 S. 33). Gemäss Strafregisteraus- zug vom 2. Februar 2023 ist am 2. Dezember 2022 ein Strafbefehl der Staatsan- waltschaft Zofingen - Kulm wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2 SVG) ergangen, wofür der Beschuldigte mit 160 Tagessätzen Geldstrafe bestraft wurde (Urk. 84). Mit Blick auf die hier zu beurteilende Tat aus dem Jahr 2017 gilt diese Verurteilung allerdings nicht als Vorstrafe. Aus seiner Biographie - 50 - ergeben sich sodann keine Umstände, welche das strafbare Verhalten erklären. Sie bleibt deshalb ohne Auswirkungen auf die Strafzumessung. Der Beschuldigte ist ferner nicht geständig, was sich allerdings nicht straferhöhend auswirken darf. Die Täterkomponente ist mithin strafzumessungsneutral zu werten.”
Die Verwaltungsbehörde ist bei der Beurteilung von Fahrverstössen im Rahmen verwaltungsrechtlicher Massnahmen nicht an die strafrechtliche Qualifikation gebunden. Sie kann — gestützt auf dieselben Ermittlungsakten — eine strengere Würdigung des Gefährdungsgrades vornehmen und zu einer höheren Einstufung (z. B. «mittelschwer» statt «geringfügig») gelangen, sofern dies objektiv begründbar ist.
“Au demeurant, dans le cas d'espèce, les fautes commises le 17 avril 2024 ont été à l'origine d'une mise en danger concrète de la circulation; le recourant ayant perdu la maîtrise de son véhicule avant de heurter la glissière de sécurité et de s'immobiliser sur une voie de circulation de l'autoroute. De plus, la perte de maîtrise d'un véhicule sur une autoroute détrempée crée toujours un danger sérieux, en particulier pour les véhicules qui suivent, dont le danger de collision est susceptible d'avoir de graves conséquences pour les occupants. En l'espèce, le seul fait qu'il n'y ait pas eu de blessés ou d'autres véhicules impliqués relève du pur cas fortuit, qui ne saurait profiter à l'intéressé. Dès lors que tant la faute que la mise en danger qui a résulté des évènements du 17 avril 2024 peuvent être qualifiées de graves, force est de constater que l'autorité intimée n'a pas commis d'excès ou d'abus de son pouvoir d'appréciation en retenant que le recourant avait commis une infraction grave aux règles de la circulation routière. Elle était légitimée, dans ces conditions, à se distancer de l'appréciation de l'autorité pénale, qui a reconnu le recourant coupable de violation simple des règles de la circulation routière, au sens de l'art. 90 al. 1 LCR. En effet, l'appréciation pénale s'appuie uniquement sur le rapport de police du 21 avril 2024, le Préfet n'ayant ni entendu le recourant ni procédé à de plus amples mesures probatoires. Elle ne repose donc pas étroitement sur des faits que le Préfet connaissait de manière plus approfondie que l'autorité administrative. L'autorité intimée, qui disposait du même dossier, était dès lors libre de procéder à sa propre appréciation juridique des faits pertinents. Enfin, eu égard à l'évènement du 15 avril 2024, la Cour relève que, contrairement à ce qu'allègue implicitement le recourant, on ne saurait admettre une faute particulièrement légère au motif que ce dernier étant principalement astigmate, son cerveau corrigerait les défauts de sa vision et sa conduite sans lunettes n'aurait donc créé aucun danger. Il n'y a en effet pas lieu de faire des distinctions, du point de vue du degré de la faute, en fonction de l'importance du trouble visuel du conducteur. Ainsi, dès lors que le recourant ne portait pas de correcteurs optiques, ses facultés visuelles ne correspondaient pas aux exigences médicales définies pour assurer la sécurité du trafic et un tel comportement entraîne une mise en danger de la sécurité des autres usagers de la route pour le moins légère, comme l'a retenu à juste titre l'autorité intimée.”
“En tant qu'il retient que le recourant a heurté la conductrice de la trottinette pour expliquer le fait constaté par la police que le rétroviseur de son véhicule a été rabattu, le raisonnement de la cour cantonale échappe au grief d'arbitraire. Elle pouvait en déduire que le recourant n'avait pas voué toute son attention à l'égard de cette usagère de la route lors de sa manoeuvre de dépassement en ne tenant pas suffisamment compte du risque qu'elle pouvait dévier de sa trajectoire et retenir qu'il avait commis une infraction aux prescriptions sur la circulation routière au sens des art. 16a ss LCR. Au surplus, le recourant ne conteste pas la qualification de la faute et de la mise en danger retenue par le Service cantonal des automobiles et de la navigation et confirmée par la cour cantonale dans l'hypothèse où une infraction devait être retenue à son encontre. Il ne développe aucune argumentation visant à démontrer que la mise en danger aurait été jugée à tort moyennement grave. A ce propos, on observera que l'autorité administrative n'était pas liée par le jugement pénal qui a retenu une infraction simple au sens de l'art. 90 al. 1 LCR (ATF 139 II 95 consid. 3.2; arrêt 1C_135/2022 du 24 août 2022 consid. 2.4); dans la mesure où l'inattention fautive du recourant avait provoqué un accident ayant entraîné des lésions de peu de gravité, il n'était pas critiquable de ne pas avoir qualifié la mise en danger de légère, mais de moyennement grave. Quant à la durée du retrait du permis de conduire, fixée à un mois, elle correspond au minimum légal en cas d'infraction moyennement grave (cf. art. 16b al. 2 let. a LCR) et est conforme au droit fédéral.”
Art. 90 Abs. 1 SVG schützt primär das öffentliche Interesse an einem reibungslosen und sicheren Verkehrsablauf. Individualinteressen wie Leib, Leben oder Eigentum werden nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur mittelbar geschützt, weil es sich um ein abstraktes Gefährdungsdelikt handelt. Eine Geschädigtenstellung besteht deshalb nicht regelmässig, es sei denn, durch die tatbestandsmässige Handlung werde konkret eine Person gefährdet.
“Der Beschwerdeführer liess zur Legitimation ausführen, er habe sich vor der Staatsanwaltschaft als Zivil- und Strafkläger konstituiert, weshalb er zur Anfech- tung der Einstellungsverfügung legitimiert sei (Urk. 2 Rz. 3). 3.1. Der Beschwerdegegnerin wurde einerseits eine fahrlässige Körperverletzung zum Nachteil des Beschwerdeführers und andererseits eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i. V. m. Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 17 Abs. 1 VRV vorgeworfen, wobei sich die Verfahrenseinstellung auf beide Delikte bezog (vgl. Urk. 3/1). 3.2. Während in Bezug auf das Körperverletzungsdelikt die Geschädigtenstellung des Beschwerdeführers ohne Weiteres zu bejahen ist, ist in der Lehre umstritten, - 5 - ob Art. 90 Abs. 1 SVG, neben dem allgemeinen Interesse an einem reibungslos ablaufenden, sicheren Strassenverkehr, auch Leib und Leben anderer Verkehrs- teilnehmenden unmittelbar schützt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der reibungslose Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen, das heisst ausschliesslich ein öffentliches Interesse, von Art. 90 Abs. 1 SVG unmittel- bar geschützt. Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt. Dies wird damit begründet, dass es sich bei Art. 90 Abs. 1 SVG um ein abstraktes Gefährdungsdelikt handelt, bei wel- chem es keine Geschädigten gibt, es sei denn, jemand werde als Folge der Bege- hung eines solchen Deliktes doch konkret gefährdet. Deshalb ist dem Kollisions- beteiligten, der lediglich einen Sachschaden erlitten hat und sofern das Verhalten des Beschuldigten nicht nach Art. 144 StGB strafbar ist, die Geschädigtenstellung und damit auch die Beschwerdelegitimation abzusprechen (BGE 138 IV 358 E. 3.1 ff., insb. E. 4.1). Hat die betroffene Person eine Körperverletzung erlitten, ergibt sich die Geschädigtenstellung (lediglich) aus Art. 125 StGB (MAZZUCCHELLI/ POSTIZZI, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 88 zu Art. 115 StPO). 3.3. Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführer als Geschädigter des behaup- teten Körperverletzungsdelikts, jedoch nicht der behaupteten Verkehrsregelverlet- zung zu sehen, weshalb seine Konstituierung als Privatklägerschaft und damit auch die Beschwerdelegitimation gegen die Einstellungsverfügung sich nur auf die fahrlässige einfache Körperverletzung beziehen kann.”
“Im Zusammenhang mit Strafnormen, die nicht primär Individualrechtsgüter schützen, gelten nur diejenigen Personen als Geschädigte, die durch die darin umschriebenen Tatbestände in ihren Rechten beeinträchtigt werden, sofern diese Beeinträchtigung unmittelbare Folge der tat- bestandsmässigen Handlung ist (BGE 129 IV 95 E. 3.1). Werden durch Delikte, die (nur) öffentliche Interessen verletzen, private Interessen auch, aber bloss mit- telbar beeinträchtigt, so ist der Betroffene nicht Geschädigter im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO (Urteil des Bundesgerichts 6S.679/1996 vom 14. Januar 1997 E. 1a). 3. Der Beschwerdeführer liess zur Legitimation ausführen, er habe sich vor der Staatsanwaltschaft als Zivil- und Strafkläger konstituiert, weshalb er zur Anfech- tung der Einstellungsverfügung legitimiert sei (Urk. 2 Rz. 3). 3.1. Der Beschwerdegegnerin wurde einerseits eine fahrlässige Körperverletzung zum Nachteil des Beschwerdeführers und andererseits eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i. V. m. Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 17 Abs. 1 VRV vorgeworfen, wobei sich die Verfahrenseinstellung auf beide Delikte bezog (vgl. Urk. 3/1). 3.2. Während in Bezug auf das Körperverletzungsdelikt die Geschädigtenstellung des Beschwerdeführers ohne Weiteres zu bejahen ist, ist in der Lehre umstritten, - 5 - ob Art. 90 Abs. 1 SVG, neben dem allgemeinen Interesse an einem reibungslos ablaufenden, sicheren Strassenverkehr, auch Leib und Leben anderer Verkehrs- teilnehmenden unmittelbar schützt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der reibungslose Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen, das heisst ausschliesslich ein öffentliches Interesse, von Art. 90 Abs. 1 SVG unmittel- bar geschützt. Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt. Dies wird damit begründet, dass es sich bei Art. 90 Abs. 1 SVG um ein abstraktes Gefährdungsdelikt handelt, bei wel- chem es keine Geschädigten gibt, es sei denn, jemand werde als Folge der Bege- hung eines solchen Deliktes doch konkret gefährdet.”
Praxis: In den vorgelegten Entscheidungen wurde Art. 90 Abs. 2 SVG häufig zusammen mit einschlägigen LCR-Bestimmungen (insbesondere Art. 91 LCR bei Alkoholbefunden) verwertet. In mehreren dieser Fälle führten die kombinierten Tatbestände zur Verhängung einer Freiheitsstrafe.
“La rédaction de la déclaration d'appel et la composition d'un bordereau de pièces ne nécessitent pas plus de quatre heures de travail, la première reprenant une argumentation déjà développée en première instance ; et le travail lié aux débats d'appel, rédaction de plaidoirie comprise, pas d'avantage qu'une journée de travail (huit heures). En conclusion, la rémunération sera arrêtée à CHF 2'518.- correspondant à 48 minutes d'activité au tarif de CHF 200.-/heure, trois heures d'activité au tarif de 150.-/heure, 11 heures et 20 minutes d'activité au tarif de 110.-/heure, plus la majoration forfaitaire de 20%, plus deux vacations au tarif de CHF 55.- et l'équivalent de la TVA au taux de 7.7% en CHF 180.- – l'ancien taux de l'impôt est applicable (art. 112 et 115 al. 1 de la Loi fédérale régissant la taxe sur la valeur rajoutée [LTVA]). * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTDP/699/2023 rendu le 2 juin 2023 par le Tribunal de police dans la procédure P/9536/2019. L'admet partiellement. Annule ce jugement. Et statuant à nouveau : Déclare A______ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), de conduite en état d'ébriété avec un taux d'alcool qualifié (art. 91 al. 2 let. a LCR), de conduite sans autorisation pour les faits visés sous chiffres 1.1.2 à 1.1.5 de l'acte d'accusation (art. 95 al. 1 let. b LCR) et d'empêchement d'accomplir un acte officiel (art. 286 CP). Acquitte A______ d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a al. 1 LCR) et de conduite sans autorisation pour les faits visés sous chiffre 1.1.1 de l'acte d'accusation (art. 95 al. 1 let. b LCR). Classe les faits visés sous chiffre 1.4 de l'acte d'accusation (art. 96 al. 1 let. a LCR). Condamne A______ à une peine privative de liberté de 14 mois, sous déduction de deux jours de détention avant jugement. Met A______ au bénéfice du sursis partiel. Fixe la partie à exécuter de la peine à sept mois. Fixe la partie suspendue de la peine à sept mois et impartit à A______ un délai d'épreuve de quatre ans. Condamne A______ à une peine pécuniaire de 30 jours-amende. Fixe le montant du jour-amende à CHF 30.”
“33), plus la majoration forfaitaire de 20% (CHF 166.66) et l'équivalent de la TVA au taux de 7.7% en CHF 76.99. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTDP/1134/2021 rendu le 16 septembre 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/7681/2017. Le déclare irrecevable en ce qu'il porte sur les conclusions en réparation du dommage matériel et l'admet partiellement pour le surplus. Annule ce jugement en ce qui concerne A______ et D______. Et statuant à nouveau : Acquitte A______ de rixe (art. 133 CP), de dommages à la propriété (art. 144 al. 1 CP) et de tentative de contrainte (art. 181 cum 22 CP). Déclare A______ coupable de tentative de lésions corporelles graves (art. 122 cum 22 CP), d'infraction à la loi sur les armes (art. 33 let. a LArm), de conduite malgré une incapacité et violation de l'interdiction de conduire sous l'influence de l'alcool (art. 91 al. 2 LCR), de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) et d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a LCR). Condamne A______ à une peine privative de liberté de 10 mois, sous déduction de neuf jours de détention avant jugement dont cinq jours à titre d'imputation des mesures de substitution (art. 40 CP). Met A______ au bénéfice du sursis et fixe la durée du délai d'épreuve à trois ans (art. 42 et 44 CP). Avertit A______ de ce que, s'il devait commettre de nouvelles infractions durant le délai d'épreuve, le sursis pourrait être révoqué et la peine suspendue exécutée, cela sans préjudice d'une nouvelle peine (art. 44 al. 3 CP). Renonce à ordonner l'expulsion de Suisse de A______ (art. 66a al. 2 CP). Renvoie B______ à agir par la voie civile s'agissant de ses prétentions en réparation du dommage matériel (art. 126 al. 2 let. b CPP). Condamne A______ à payer à B______ un montant de CHF 1'500.-, avec intérêts à 5% dès le 8 avril 2017, à titre de réparation du tort moral (art. 47 CO). Déboute B______ de ses conclusions en réparation du tort moral pour le surplus.”
“3 CPP) en ce qu'ils ne seront mis à charge de l'appelant qu'à raison de la moitié, soit CHF 1'048.25 sur un total de CHF 2'096.50, et que l'émolument complémentaire de jugement de CHF 800.- ne sera mis à charge de l'appelant qu'à raison d'1/3. 5. 5.1. Considéré globalement, l'état de frais produit par Me C______, défenseur d'office de A______, satisfait les exigences légales et jurisprudentielles régissant l'assistance judiciaire gratuite en matière pénale. La rémunération de Me C______ sera partant arrêtée à CHF 912.20, correspondant à sept heures d'activité au tarif de CHF 110.-/heure, plus la majoration forfaitaire de 10% et l'équivalent de la TVA au taux de 7.7% en CHF 65.20. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement rendu le 5 novembre 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/24952/2017. L'admet partiellement. Annule ce jugement. Et statuant à nouveau : Déclare A______ coupable de dommages à la propriété (art. 144 al. 1 CP) et de violation grave des règles de la circulation (art. 90 al. 2 LCR cum 27 al. 1 LCR et 4a al. 1 let. b OCR). Acquitte A______ d'escroquerie (art. 146 al. 1 CP) s'agissant des faits du 1er juin 2017 décrits sous let. A.a de l'ordonnance pénale du 22 mars 2019 et d'abus de confiance (art. 138 ch. 1 CP) s'agissant des faits décrits sous let. A.b de l'ordonnance pénale du 22 mars 2019. Condamne A______ à une peine pécuniaire de 80 jours-amende. Fixe le montant du jour-amende à CHF 30.-. Dit que cette peine est complémentaire à celle prononcée le 25 avril 2019 par le Ministère public du canton de Fribourg. Renonce à révoquer le sursis octroyé le 21 avril 2016 par le Ministère public du canton de Berne (art. 46 al. 2 CP). Déboute D______ de ses conclusions civiles. Prend acte de ce que l'indemnité de procédure due à Me C______, défenseur d'office de A______, a été fixée à CHF 6'740.95 s'agissant de la procédure préliminaire et de première instance. Arrête à CHF 912.20, TVA comprise, le montant des frais et honoraires de Me C______, défenseur d'office de A______ pour la procédure d'appel.”
Die subjektive Komponente von Art. 90 Abs. 2 SVG ist restriktiv zu prüfen. Die objektive Schwere der Verletzung ist allenfalls ein Indiz für schweres Verschulden, sie rechtfertigt jedoch nicht automatisch den Schluss auf subjektive Rücksichtslosigkeit. Was der Täter wusste, wollte oder in Kauf nahm, sind innere Tatsachen und damit Tatfrage, die das Bundesgericht nur auf Willkür prüft; aus diesem Grund muss das Sachgericht die einschlägigen tatsächlichen Umstände erschöpfend darlegen.
“Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, das heisst ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht. Die Annahme einer groben Verletzung von Verkehrsregeln setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen momentanen Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Je schwerer die Verletzung von Verkehrsregeln objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen. Die Annahme von Rücksichtslosigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist jedoch restriktiv zu handhaben, weshalb nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verletzung von Verkehrsregeln geschlossen werden darf. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten ist, wiegt auch subjektiv schwer (BGE 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 2.3.1; 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 3.2.2; 6B_1173/2020 vom 18. November 2020 E. 1.1.1; 6B_994/2019 vom 29. Januar 2020 E. 3.1.1; je mit Hinweisen). Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen und ist damit Tatfrage. Als solche prüft sie das Bundesgericht nur unter dem Gesichtspunkt der Willkür (Art. 9 BV; Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 141 IV 369 E. 6.3). Rechtsfrage ist hingegen, ob gestützt auf die festgestellten Tatsachen Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkter Vorsatz gegeben ist (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 135 IV 152 E. 2.3.2; je mit Hinweisen). Da sich Tat- und Rechtsfragen insoweit teilweise überschneiden, hat das Sachgericht die in diesem Zusammenhang relevanten Tatsachen möglichst erschöpfend darzustellen, damit erkennbar wird, aus welchen Umständen es auf Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkten Vorsatz geschlossen hat (in Bezug auf Eventualvorsatz: BGE 133 IV 1 E.”
“Subjektiv erfordert der Tatbestand des Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst wie schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden (Weissenberger, a.a.O., Art. 90 N 68). Der Täter muss sowohl die grobe Verkehrsregelverletzung als auch die Schaffung der Gefahr zumindest in Kauf nehmen, wobei Inkaufnahme hier nicht Eventualvorsatz, sondern grobe Fahrlässigkeit meint (Fiolka, a.a.O., Art. 90 N 93). Da das Schuldprinzip auch im Strassenverkehrsstrafrecht ernst zu nehmen ist, darf nicht unbesehen von der objektiven Schwere der Tat auf den Grad des Verschuldens geschlossen werden (BGer 6B_109/2008 vom 13. Juni 2008 E. 3.1). Allerdings ist die objektive Schwere der Tat ein Indiz dafür, dass den Täter auch subjektiv ein schweres Verschulden trifft (BGE 126 IV 192 E. 3; BGer 6B_331/2008 vom 10. Oktober 2008 E. 3.2). Insbesondere der Grad der in der jeweiligen Situation geforderten Aufmerksamkeit und die konkrete Bedeutung der verletzten Regel spielen bei der Beurteilung des Verschuldens eine wichtige Rolle (Fiolka, a.”
Objektiver Tatbestand: Art. 90 Abs. 2 SVG verlangt eine grobe Verletzung einer wichtigen Verkehrsvorschrift, durch welche die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet wird. Nach der Rechtsprechung genügt hierzu bereits eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Entscheidend für die Annahme einer solchen erhöhten abstrakten Gefährdung ist die Nähe (Imminenz) der Verwirklichung der Gefahr. Die bloss allgemeine Möglichkeit, dass sich eine Gefahr verwirklicht, reicht nur aus, wenn unter Berücksichtigung der Umstände (z. B. Verkehrsdichte, Sicht, Tageszeit, Örtlichkeit) der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder einer Verletzung naheliegt.
“Den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.1; 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten.”
“In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur dann zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_272/2023 vom 2. Oktober 2024 E. 1.3.1; 6B_180/2023 vom 27. Juni 2024 E. 3.2; je mit Hinweisen).”
“Den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 1). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht.”
Ein Zusammenstoss oder deutliches Kontrollverlust‑Verhalten (z. B. Drift, Befahren des Trottoirs, Ausweichmanöver mit Gefährdung von Fussgängern) kann ein Indiz für fehlende Fahrzeugbeherrschung sein. Solche Fälle können — namentlich innerorts auf schmaler Strasse oder bei unmittelbarer Gefährdung Dritter — den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllen.
“der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Mit Busse wird bestraft, wer Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Art. 90 Abs. 1 SVG ist demnach erfüllt, wenn eine beliebige Verkehrsregel des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt wird. Zu den Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG gehören grundsätzlich die unter Titel III. des SVG erfassten Art. 26 SVG bis Art. 57 SVG (vgl. Giger, Kommentar SVG, 8. Aufl., Zürich 2014, Art. 90 N 1, Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015., Art. 90 N 2, 6). Bei Art. 90 SVG handelt es sich damit um eine sogenannte Blankettstrafnorm, die der Ergänzung durch die Verletzung konkreter Verkehrsregeln bedarf (Weissenberger, Kommentar zum SVG, Bundesgerichtspraxis, Art. 90 N 2). Art. 31 Abs. 1 SVG stellt eine objektiv wichtige Verkehrsregelvorschrift dar, deren Missachtung den Straftatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt. Nur in Ausnahmefällen kann es sich auch um eine grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG handeln (WEISSENBERGER, a.a.O., Art. 31 N 2). Nach Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Fahrzeugführer das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss mithin ständig so wachsam sein, dass er alle relevanten Umstände so aufnehmen kann, dass er rechtzeitig und situationsadäquat zu reagieren vermag (BSK SVG-Roth, Art. 31 N 44). Der Fahrzeugführer muss das Fahrzeug sicher und unfallfrei durch den Verkehr führen – kommt es zu einem Zusammenstoss, so ist das an sich bereits der Beweis dafür, dass das Fahrzeug vom Lenker nicht beherrscht wurde (BSK SVG-Roth, Art. 31 N 54, mit Hinweis auf BGer 6B_54/2010, Urteil vom 18.03.2010). Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 SVG ist eine einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG sowohl vorsätzlich als auch fahrlässig begangen strafbar (BSK SVG-Fiolka, Art. 90 N 30).”
“Insbesondere kann es zu gefährlichen Situationen kommen, wenn Fussgänger einem fahrenden Personenwagen auf dem Trottoir auf die Strasse ausweichen müssen, so wie es vorliegend der Fall war. Im Übrigen stellt bereits ein driftendes Fahrzeug bzw. ein Fahrzeug, worüber der Fahrer die Kontrolle verloren hat, in- nerorts auf einer relativ schmalen Einbahnstrasse eine Gefährdung für die übrigen Verkehrsteilnehmer und Fussgänger dar. Die weiteren Fussgänger, die sich zum fraglichen Zeitpunkt an der besagten Örtlichkeit aufhielten, gaben auch allesamt an, sich durch das Verhalten des Beschuldigten gefährdet gefühlt zu haben. Der Beschuldigte hat durch sein Verhalten, mithin das zu schnelle Beschleunigen ausgangs der Kurve, Gegenlenken und anschliessendem Befahren des Trottoirs, ein erhebliches und naheliegendes Risiko für eine Kollision auf dem Trottoir sowie auf der Strasse mit möglichen Folgen für Leib und Leben geschaffen. Der objekti- ve Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG ist folglich erfüllt.”
Ablenkung durch Tonwiedergabe‑, Kommunikations‑ oder Informationssysteme kann eine Strafbarkeit nach Art. 90 Abs. 1 SVG begründen. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 VRV muss der Lenker seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden und darf keine Verrichtung vornehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert; er hat insbesondere dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit durch solche Geräte nicht beeinträchtigt wird. Das erforderliche Mass der Aufmerksamkeit richtet sich nach den gesamten Umständen (namentlich Verkehrsdichte, örtliche Verhältnisse, Zeit, Sicht und voraussehbare Gefahrenquellen).
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Fahrzeuglenker das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 der Verkehrsregelverordnung vom 13. November 1962 [VRV; SR 741.11). Er darf beim Fahren keine Verrichtung vornehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 Satz 2 VRV). Er hat dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird (Art. 3 Abs. 1 Satz 3 VRV). Das Mass der Aufmerksamkeit, die er nach Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 VRV der Strasse und dem Verkehr zuwenden muss, richtet sich nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 137 IV 290 E.”
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Fahrzeuglenker das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 VRV). Er darf beim Fahren keine Verrichtung vornehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 Satz 2 VRV). Er hat dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird (Art. 3 Abs. 1 Satz 3 VRV). Das Mass der Aufmerksamkeit, die er nach Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 VRV der Strasse und dem Verkehr zuzuwenden hat, richtet sich nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 137 IV 290 E. 3.6; 127 II 302 E. 3c; 122 IV 225 E.”
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Fahrzeuglenker das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 VRV) und darf beim Fahren keine Verrichtung vornehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 Satz 2 VRV). Ferner hat er dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird (Art. 3 Abs. 1 Satz 3 VRV). Das Mass der Aufmerksamkeit, die der Fahrzeugführer nach Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 VRV der Strasse und dem Verkehr zuzuwenden hat, richtet sich nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 137 IV 290 E. 3.6 mit Hinweisen).”
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Fahrzeuglenker das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 VRV). Er darf beim Fahren keine Verrichtung vornehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 Satz 2 VRV). Er hat ferner dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird (Art. 3 Abs. 1 Satz 3 VRV). Das Mass der Aufmerksamkeit, die der Fahrzeugführer nach Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 VRV der Strasse und dem Verkehr zuzuwenden hat, richtet sich nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 137 IV 290 E. 3.6; 127 II 302 E.”
Die objektive Grobheit im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG richtet sich danach, ob der Verstoss nach den konkreten Umständen als schwerwiegend zu qualifizieren ist. Dabei sind insbesondere das äussere Erscheinungsbild der Regelverletzung, ihr Ausmass und ihre Tragweite für die Verkehrssicherheit zu berücksichtigen.
“Rechtliche Grundlagen der groben Verkehrsregelverletzung Die Vorinstanz legte die rechtlichen Grundlagen der groben Verkehrsregelverletzung wie folgt korrekt dar (S. 12 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 187 f.): […]. Wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt, erfüllt […] den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG und wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Strafbar ist auch die fahrlässige Begehung (Art. 100 Ziff. 1 Satz 1 SVG); bei Art. 90 Abs. 1 SVG genügt leichte Fahrlässigkeit, Art. 90 Abs. 2 SVG setzt grobe Fahrlässigkeit voraus (Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2014, Art. 90 SVG N 14). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Verletzung einer Verkehrsregel dann objektiv grob im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn der Verstoss nach den konkreten Umständen als schwerwiegend bezeichnet werden muss, wobei das äussere Erscheinungsbild der Verkehrsregelverletzung, ihr Ausmass und ihre Tragweite für die Verkehrssicherheit mit zu berücksichtigen sind (BGE 106 IV 49, 106 IV 385 ff.). Zu den Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 SVG zählen grundsätzlich die im III. Teil des Gesetzes (Art. 26-57 SVG) enthaltenen Bestimmungen und die gestützt darauf bzw. auf Art. 57 SVG erlassenen bundesrätlichen Vollziehungsvorschriften (Weissenberger, a.a.O., Art. 90 N 6). Art. 27 Abs. 1 SVG schreibt vor, dass Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei befolgt werden müssen. Nach Art. 32 Abs. 2 SVG beschränkt der Bundesrat die Geschwindigkeit der Motorfahrzeuge auf allen Strassen. Ausserhalb von Ortschaften, ausgenommen auf Autostrassen und Autobahnen beträgt diese gemäss Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV 80 km/h. Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gilt ab dem Signal «Ende der Höchstgeschwindigkeit 50 generell» oder «Ende der Höchstgeschwindigkeit» (Art.”
Bei Baustellen (insbesondere mit Gegen- oder entgegengehendem Veloverkehr) kann eine überhöhte Geschwindigkeit eher als grobe Fahrlässigkeit bzw. als rücksichtsloses Verhalten im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden. Massgeblich bleibt stets die konkrete Gefährdungssituation; die Annahme von Rücksichtslosigkeit ist restriktiv und vom Einzelfall abhängig.
“Or, cette éventualité était hautement probable en présence de travaux, d'une part, et d'une voie de circulation avec piste cyclable en sens inverse, d'autre part, alors qu'il circulait peu avant 10h00 un jour de semaine. La première condition objective de la création d'un danger sérieux pour la sécurité du trafic est réalisée. Sous l'angle subjectif, l'appelant habitait à moins d'un kilomètre du lieu de l'infraction, de sorte qu'il peut être inféré qu'il connaissait la zone en question et la présence de travaux, pouvant impliquer la présence d'ouvriers notamment, ce qui aurait dû l'inciter à redoubler de prudence. Au vu de la vitesse particulièrement excessive par rapport aux conditions de la route et en l'absence d'argument de l'appelant tendant à démontrer l'existence de circonstances particulières en lien avec l'aspect subjectif, il sera retenu qu'il a, à tout le moins par une négligence grossière, à la limite du dol éventuel, fait fi des risques de danger créé pour autrui. L'élément subjectif de l'infraction est donc également réalisé. 3.2.3. Par conséquent, le verdict de culpabilité du chef de violation grave des règles de la circulation routière, au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, sera confirmé, l'appel étant rejeté sur ce point. 4. 4.1.1. La violation grave des règles de la circulation routière est sanctionnée par une peine privative de liberté de trois ans au plus ou par une peine pécuniaire (art. 90 al. 2 LCR). 4.1.2. Selon l'art. 47 CP, le juge fixe la peine d'après la culpabilité de l'auteur. Il prend en considération les antécédents et la situation personnelle de ce dernier ainsi que l'effet de la peine sur son avenir (al. 1). La culpabilité est déterminée par la gravité de la lésion ou de la mise en danger du bien juridique concerné, par le caractère répréhensible de l'acte, par les motivations et les buts de l'auteur et par la mesure dans laquelle celui-ci aurait pu éviter la mise en danger ou la lésion, compte tenu de sa situation personnelle et des circonstances extérieures (al. 2). La culpabilité de l'auteur doit être évaluée en fonction de tous les éléments objectifs pertinents, qui ont trait à l'acte lui-même, à savoir notamment la gravité de la lésion, le caractère répréhensible de l'acte et son mode d'exécution.”
“Die Unterscheidung zwischen grober und einfacher Verkehrsregelverletzung nahm das Bundesgericht indessen auf Ebene des subjektiven Tatbestands vor. ff) In dem von beiden Parteien angerufenen Urteil vom 3. April 2017 entschied das Bundesgericht, eine vorübergehende Einschränkung der auf einer Autobahn geltenden Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h auf 80 km/h führe dazu, dass die Rechtsprechung für Geschwindigkeitsübertretungen ausserorts (und nicht für Geschwindigkeitsübertretungen auf Autobahnen) zur Anwendung gelange. Grund für die Temporeduktion war eine Baustelle. Das Bundesgericht führte aus, in gewissen Situationen könne eine Baustelle mit Blick auf die potenzielle Gefahrensituation vergleichbar sein mit einer Ausserortsstrecke. Dann sei die Rechtsprechung für die grobe Verkehrsregelverletzung ausserorts anwendbar. Dieser Entscheid gliedert sich durchaus in die dargestellten Praxislinien ein, denn auch er berücksichtigt die konkreten örtlichen Gegebenheiten. Nicht die Signalisation einer bestimmten Geschwindigkeit wirkt qualifizierend, sondern die im Einzelfall geschaffene Gefahr. c) aa) Der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfordert ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, das heisst ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit. Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen. Die Annahme von Rücksichtslosigkeit ist jedoch restriktiv zu handhaben. Es kann nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen werden. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten ist, wiegt subjektiv auch schwer. bb) Der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG wirkt ausgleichend und korrigierend: In Fällen, in denen der objektive Tatbestand aufgrund der – aus Gründen der Rechtsgleichheit - eingeführten Grenzwerte erfüllt ist, dem Fahrzeuglenker aufgrund sämtlicher Umstände aber kein rücksichtsloses Verhalten vorgeworfen werden kann, liegt nur eine leichte Verkehrsregelverletzung vor.”
Ablenkung durch Mobiltelefon kann bereits fahrlässiges Verhalten erfüllen und macht die Voraussetzungen von Art. 90 SVG gegeben (Missachtung von Vortrittsregeln, konkrete Gefährdung).
“Vor der Einfahrt in einen Kreisverkehrsplatz muss der Führer die Geschwindigkeit mässigen und den im Kreis von links herannahenden Fahrzeugen den Vortritt lassen (Art. 41b Abs. 1 VRV). Wer zur Gewährung des Vortritts verpflichtet ist, darf den Vortrittsberechtigten in seiner Fahrt nicht behindern. Er hat seine Geschwindigkeit frühzeitig zu mässigen und, wenn er warten muss, vor Beginn der Verzweigung zu halten (Art. 14 Abs. 1 VRV). Das Signal «Kein Vortritt» verpflichtet den Führer, den Fahrzeugen auf der Strasse, der er sich nähert, den Vortritt zu gewähren (Art. 36 Abs. 2 der Signalisationsverordnung [SSV; SR 741.21]). Die Regeln über den Vortritt sind für die Verkehrssicherheit fundamentale Vorschriften. Wer durch Missachtung der Vortrittsregelung andere Fahrzeuglenker in ihrer Fahrt behindert (starkes Bremsen, Ausweichen) und damit konkret gefährdet, erfüllt den objektiven Tatbestand von Art. 90 SVG (Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, N. 88 zu Art. 90 SVG). 10.2 Subsumtion Der Beschuldigte war bei der Einfahrt in den Kreisverkehrsplatz vortrittsbelastet und der sich bereits im Kreisverkehrsplatz befindende Motorfahrradlenker vortrittsberechtigt. Dementsprechend durfte der Beschuldigte den vortrittsberechtigten Motorfahrradlenker in seiner Fahrt nicht behindern. Der Beschuldigte übersah den Motorfahrradlenker jedoch und kollidierte in der Folge mit diesem. Sein Fahrzeug kam gemäss eigenen Aussagen erst nach dem Signal «kein Vortritt» im Kreisverkehrsplatz zum Stillstand (pag. 68 Z. 37 f.). Der Beschuldigte missachtete damit die Regeln über den Vortritt und gefährdete einen anderen Fahrzeuglenker konkret. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und Art. 36 Abs. 2 SVG sowie Art. 14 Abs. 1 und Art. 41b Abs. 1 VRV ist erfüllt. Durch das absichtliche Vornehmen einer Verrichtung (Blick auf das Navigationssystem auf seinem Mobiltelefon), welche seine Aufmerksamkeit beeinträchtigt hat, nahm der Beschuldigte zumindest in Kauf, dass er weitere Verkehrsregelverletzungen, insbesondere die vorliegende Missachtung der Vortrittsregelung, begehen wird.”
Bei konkreten Manövern kann schon sehr knappes Hintereinanderfahren (z. B. «talonnant à moins d’un mètre»), dichtes Auffahren/Drängen, knappes Überholen oder ungenügender seitlicher Abstand — je nach den konkreten Umständen — eine ernstliche Gefahr i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG begründen. Dies gilt insbesondere, wenn dadurch die Gefahr des Überrollens, eines Sturzes oder sonstiger Verletzungen für verletzliche Verkehrsteilnehmer (z. B. Velofahrende, Rollerfahrende) oder für neben Fahrzeugen stehende Personen konkret wird.
“Il n'existe pas de règle absolue sur ce qu'il faut entendre par "distance suffisante" au sens de l'art. 34 al. 4 LCR; cela dépend des circonstances concrètes, notamment des conditions de la route, de la circulation et de la visibilité, de même que de l'état des véhicules impliqués. Le sens de cette règle de circulation est avant tout de permettre au conducteur, même en cas de freinage inopiné du véhicule qui précède, de s'arrêter derrière lui. La jurisprudence n'a pas fixé de distances minimales à respecter au-delà desquelles il y aurait infraction simple, moyennement grave ou grave à la LCR. Elle a toutefois admis que la règle des "deux secondes" ou du "demi-compteur" (correspondant à un intervalle de 1,8 seconde) sont des standards minimaux habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1; arrêt TF 1C_179/2023 du 3 août 2023 consid. 3.1). Cette distance correspond approximativement à la distance d'arrêt en cas de freinage et d'arrêt soudains et corrects du véhicule qui précède. Pour déterminer s'il faut admettre une violation grave des règles de la circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, la règle du "1/6 de tachymètre" (ou écart de 0,6 seconde) sert de fil conducteur (arrêt TF 1C_482/2023 du 11 mars 2024 consid. 2.2 et les références citées). Cette disposition constitue une règle primordiale de la circulation routière dont la violation est la cause de nombreux accidents (ATF 131 IV 133 consid. 3.2.1; arrêt TF 6B_1137/2022 du 7 juillet 2023 consid. 3.3). 3.2. Celui qui dépasse doit avoir particulièrement égard aux autres usagers de la route, notamment à ceux qu’il veut dépasser (art. 35 al. 3 LCR). Conformément à l'art. 40 LCR, les signaux avertisseurs inutiles ou excessifs seront évités. L'art. 29 al. 1 OCR précise que le conducteur se comporte de manière à ne pas devoir donner des signaux avertisseurs acoustiques ou des signaux optiques. Il n’a le droit de donner de tels signaux que lorsque la sécurité du trafic l’exige. 3.3. En l'espèce, en talonnant à moins d'un mètre le véhicule conduit par la nouvelle compagne de son ex-compagnon, la recourante a violé le prescrit de l'art.”
“Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, besteht die grobe Verkehrsregelverletzung vorliegend darin, dass der Berufungskläger beim Überholen ungenügenden seitlichen Abstand zu B____ gehalten und diesem zusehends das Eingeklemmtsein gedroht hat. Selbst wenn davon ausgegangen wird, dass der Berufungskläger B____ nicht bereits mit der seitlichen Fahrzeugfront am Bein oder den Beinen berührt hat, ist erstellt, dass er zu B____ derart nahe herangefahren ist, dass es zu mindestens einem Kontakt zwischen B____ und dem Fahrzeug des Berufungsklägers kam; sei es durch das von C____ beobachtete «Wegstossen», Abstützen oder das Schlagen auf das Fahrzeugdach oder gar auf den Rückspiegel. Jedenfalls war der Abstand derart gering, dass dies als grobe Verkehrsregelverletzung zu qualifizieren ist, da Leib und Leben einer Person konkret gefährdet wurden. Es bestand zumindest die konkrete Gefahr einer Verletzung von B____ durch das Verhalten des Berufungsklägers. Namentlich der zwangsläufig geringe Abstand zu den Füssen und die damit einhergehende Gefahr des Überrollens der Füsse birgt auch bei niedriger Geschwindigkeit eine nicht von der Hand zu weisende Gefahr. Der Berufungskläger erfüllte somit den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG. Die vorinstanzliche Feststellung, dass der Berufungskläger zweifellos fahrlässig gehandelt habe, ist nicht zu beanstanden, zumal dem Berufungskläger jederzeit bewusst war, dass sich B____ neben seinem Pannenfahrzeug auf der Strasse befand. Der vorinstanzliche Schuldspruch nach Art. 90 Abs. 2 i.V.m. Art. 31 Abs. 1 und 35 Abs. 2 SVG ist zu bestätigen.”
“Il est également noté que même si la Cour n’avait pas retenu que D.________ avait effectué un freinage d’urgence jusqu’à l’arrêt complet de son véhicule (ch. III.13.2 ci-dessus), les éléments constitutifs de l’art. 90 al. 2 LCR seraient de toute évidence remplis dans la mesure où il est établi que D.________ a dû freiner de manière importante en raison de la manœuvre de dépassement litigieuse et que le camion de A.________ ne s’est rabattu qu’à environ 10 mètres de sa voiture (ch. III.13.1.3 ci-dessus) sur un tronçon hors localité, violant ainsi gravement les règles fondamentales de la circulation et créant un danger sérieux et concret.”
“Im Bereich der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr in Richtung Forsthaus touchierte die Fahrzeugfront gar leicht das Heck des Rollers, nachdem der Rollerfahrer situationsbedingt leicht abgebremst hatte; mehr als bei einer tatsächlichen Kollision kann der Abstand beim Hintereinanderfahren offenkundig nicht unterschritten werden. Der Beschuldigte hielt den erforderlichen Abstand beim Hintereinanderfahren offensichtlich nicht ein und verletzte die Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 VRV. Ob es sich dabei um eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG handelt, beurteilt sich in objektiver Hinsicht danach, ob der Beschuldigte eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und dabei die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet hat, wobei eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer nicht erst bei einer konkreten, sondern bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben ist (BGE 143 IV 508 E. 1.2). Die Regel betreffend die Wahrung eines ausreichenden Abstands beim Hintereinanderfahren ist von grundlegender Bedeutung, zumal viele Unfälle auf ungenügenden Abstand zurückzuführen sind (BGE 131 IV 133 E. 3.2.1). Verstösse gegen Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 VRV werden denn auch regelmässig unter Art. 90 Abs. 2 SVG subsumiert (beispielhaft BGE 131 IV 133). Das ist auch vorliegend angezeigt, bewirkte der Beschuldigte durch sein mehrfaches und krasses Nichteinhalten des Abstands im Kreisverkehr doch ein Touchieren mit dem vor ihm fahrenden Rollerfahrer. Dadurch rief er eine ernstliche und konkrete (nicht bloss erhöht abstrakte) Gefahr für die Sicherheit des Rollerfahrers hervor. Dabei fällt zusätzlich ins Gewicht, dass sich der Vorfall im Kreisverkehr ereignete, wo mehr Aufmerksamkeit und Manövrieren erforderlich sind als etwa auf einer geraden Strecke. Erschwerend kommt zudem hinzu, dass Rollerfahrer im Allgemeinen und Lehrfahrer im Besonderen zu den speziell vulnerablen Verkehrsteilnehmern gehören. Sie sind einzig durch einen Helm geschützt und daher anfälliger für Verletzungen als der durchschnittlich motorisierte Verkehrsteilnehmer; dies gilt umso mehr bei einem Zusammenstoss mit einem SUV, wozu auch der vom Beschuldigte gelenkte Personenwagen zählt. Der Beschuldigte schuf für den Rollerfahrer die konkrete Gefahr eines Sturzes mit entsprechenden Verletzungsfolgen.”
“Das Touchieren eines auch langsam fahrenden Autos mit einem Velolenker hätte schnell zu einem ungünstigen Unfallverlauf und nicht mehr leichten Verletzungen führen können. Immerhin hat die Velofahrerin B._____ tatsächlich einen leichten Kratzer und ein Hämatom am Knöchel erlitten. Der Zeuge I._____ hat denn auch geschildert, er sei ziemlich erschrocken und froh gewesen, dass die Frau nicht umgefallen sei. Mit anderen Worten hat der Beschuldigte die Velofahrerin konkret gefährdet, ja gar leicht verletzt, wobei der Eintritt einer (erheblicheren) Verletzung nahe lag. Zudem handelt es sich bei den Vorsichtsregeln beim Überholen um wichtige Verkehrsregeln. Der Beschuldigte hat diese in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit dadurch ernstlich gefährdet. Weiter ist davon auszugehen, dass ihm der geringe Abstand bewusst war und er das Überholmanöver trotzdem durchgeführt hat im Wissen darum, dass es sehr knapp ist. Er hat demnach eine ernstliche Gefähr- dung der Velofahrerin in Kauf genommen und damit den qualifizierten Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG sowie Art. 10 Abs. 1 VRV erfüllt. - 28 -”
Art. 90 Abs. 2 SVG kann auch unmittelbaren Schutz für individuelle Interessen wie Gesundheit, Leben oder körperliche Unversehrtheit der Verkehrsteilnehmer bezwecken. Vor diesem Hintergrund kann in Fällen, in denen durch grobe Verkehrsverletzungen eine konkrete Gefährdung dieser Interessen behauptet wird, die Stellung als Verletzter (Qualität de lésé) im Verfahren bejaht werden.
“En l’espèce, sans indiquer sur quelles dispositions légales précises de la LCR il s’est fondé, le Ministère public a classé la procédure pénale à l’encontre du prévenu au motif qu’il n’était pas possible d’établir, au vu des versions contradictoires des parties, s’il s’était effectivement rendu coupable des faits reprochés. Or, une mise en danger concrète de la santé, l’intégrité physique ou la vie du recourant, ne saurait être exclue en l’espèce, dans la mesure où la question est précisément de savoir s’il y a des soupçons suffisants à l’encontre du prévenu d’avoir, au volant de son véhicule et dans une zone à 80km/h, freiné à plusieurs reprises de manière brusque et volontaire, obligeant de ce fait le recourant à freiner violemment afin d’éviter une collision avec le véhicule du prévenu. A cela s’ajoute que le Tribunal fédéral n’a pas exclu que l’art. 90 al. 2 LCR vise également à protéger de manière directe les intérêts individuels des usagers de la route, tels que la santé, la vie ou l’intégrité corporelle. Partant, la Chambre de recours ne peut d’emblée dénier au recourant, qui a attaqué l’ordonnance de classement s’agissant de violations susceptibles d’être considérées comme graves au sens de l’art. 90 al. 2 LCR et d’avoir mises concrètement en danger sa santé, son intégrité physique ou sa vie, la qualité de lésé au sens de l’art. 115 CPP.”
Das konkrete Fahrverhalten (z. B. Geschwindigkeit, Aggressivität, wiederholtes Anfahren) ist für Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere für das subjektive Tatbestandsmerkmal relevant und kann zudem die Strafzumessung beeinflussen; bei besonders gefahrenerhöhendem Verhalten führen die Umstände regelmässig zu deutlich strengeren Sanktionen.
“Die Staatsanwaltschaft spricht zwar in ihrer Anklage davon, dass der Berufungskläger auf den Streifen gefahren sei, «ohne die Geschwindigkeit zu verringern». Daraus wird aber weder von ihr noch seitens der Vorinstanz eine separate Vorschriftsverletzung abgeleitet. Vielmehr ist die Frage einer angepassten Geschwindigkeit hier im Kontext mit Art. 33 Abs. 2 SVG i.V. mit Art. 6 der Verkehrsregelnverordnung (VRV, SR 741.11) zu sehen. In dessen Abs. 1 wird nochmals explizit formuliert, dass der Fahrzeugführer vor Fussgängerstreifen jedem Fussgänger, der sich bereits auf dem Streifen befindet oder davor wartet und ersichtlich die Fahrbahn überqueren will, den Vortritt gewähren und dazu die Geschwindigkeit rechtzeitig mässigen, nötigenfalls anhalten muss. Dass der Berufungskläger das Vortrittsrecht nach Art. 33 Abs. 2 SVG missachtet hat, gesteht er selbst zu. Ebenso anerkennt er, dass es sich bei Art. 33 Abs. 2 SVG um eine wichtige Verkehrsvorschrift handelt, deren Missachtung den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Sein konkretes Fahrverhalten, insbesondere die Frage, wie schnell bzw. «zügig» er gefahren ist, spielt nach dem Gesagten somit lediglich für die Frage des subjektiven Tatbestandes (und allenfalls bei der Strafzumessung) eine Rolle, dort aber eine gewichtige.”
“Aufgrund der starken Beschleunigung, der gefahrenen Geschwindigkeiten und der Fahrweise des Beschuldigten (nur eine Hand am Lenkrad und bei der Fahrt vom 21. Juli 2017 die andere Hand am Mobiltelefon) war das Risiko, dass der Beschuldigte weder rechtzeitig noch adäquat reagieren kann und/oder im Zuge einer Reaktion die Beherrschung über sein Fahrzeug verliert und es zu einem Unfall mit Schwerverletzten oder Todesopfern kommt, enorm hoch. Dies ergibt sich nicht zuletzt bereits daraus, dass die gefahrenen Geschwindigkeiten (annähernd) jene erreichten, die aufgrund der ihr wegen der Geschwindigkeit inhärenten Gefahr nur auf richtungsgetrennten Autobahnen zu fahren erlaubt ist (über 100 km/h), auf welchen weder mit entgegenkommenden, noch in die Fahrbahn ein- oder abbiegenden Fahrzeugen noch mit langsameren und schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fahrradfahrer oder Fussgänger zu rechnen ist. Mit seinen massiven Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts gefährdete der Beschuldigte das mit Art. 90 Abs. 2 SVG unmittelbar geschützte Rechtsgut der Verkehrssicherheit und das mittelbar geschützte Rechtsgut des Lebens somit mehrmals erheblich und resultierte aus seinem Fahrverhalten eine überaus hohe abstrakte Gefahr. Als Beweggrund für die massiven Geschwindigkeitsüberschreitungen stand die Freude an der Beschleunigung bzw. am schnellen Fahren und die Absicht, mit den Videos anzugeben («nicht schlecht, ha»), im Vordergrund. Dies zeigt sich bereits daran, dass der Tachometer im Zentrum der Videoaufnahmen steht (vgl. E. 12.3. und 13.3.). Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände bzw. der vom Bundesgericht genannten Kriterien gelangt die Kammer zum Schluss, dass es sich bei den groben Verkehrsregelverletzungen vom”
“Es bestand zwar eine konkrete Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, allerdings konnte der Zeuge N. rechtzeitig anhalten, weil er den Beschuldigten schon aus einiger Distanz wahr- nehmen konnte. Zudem konnte der Beschuldigte das Auto selbst wieder auffan- gen und weiterfahren. Subjektiv ist von grob fahrlässigem Handeln des Beschuldigten auszugehen (E. 3.4.6). Sein Verhalten kann gerade noch als "jugendlicher Leichtsinn" bezeich- net werden. Ziemlich sicher hat der Beschuldigte sein Fahrkönnen überschätzt. Sicher hat er die gefahrene Geschwindigkeit in Anbetracht der Verkehrssituation unterschätzt. Die subjektiven Tatkomponenten erhöhen das leichte objektive Tat- verschulden, das Verschulden bleibt indes insgesamt immer noch leicht. Hier zeigt sich ein Widerspruch im Urteil der Vorinstanz: Sie geht zwar von einem vorsätzli- chen Handeln aus, erachtet das subjektive Tatverschulden aber dennoch als leicht. Die von der Vorinstanz angenommene hypothetische Einsatzstrafe von 30 Tagessätzen erscheint in Anbetracht des Strafrahmens von Art. 90 Abs. 2 SVG zu tief. Die hypothetische, verschuldensangemessene Einsatzstrafe ist auf 50 Ta- gessätze anzusetzen.”
“Uhr, begangen, noch ausserhalb des Dorf- kerns, nach dessen Aussagen kurz nach Ende einer 80er-Strecke, wobei auch keine konkrete Gefahrensituation auf dem Radarbild ersichtlich sei. Beim subjekti- ven Tatverschulden berücksichtigte sie, dass der Beschuldigte zumindest eventu- alvorsätzlich gehandelt hat. Das Verschulden des Beschuldigten stufte sie im Rahmen der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG als nicht mehr leicht ein (vgl. Urk. 49 S. 39 f.). Die Würdigung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden und die Höhe der Geldstrafe auf 90 Tagessätze festzulegen. In Anwendung des Asperationsprinzips ist die oben ermittelte Einsatzstrafe um 60 Tagessätze zu erhöhen. 2.5.Täterkomponente”
Wenn bei einer mutmasslichen groben Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) erkennbar Zweifel bestehen, ob der Beschuldigte die Vernehmungssprachen verständlich erfasst, hätte ein Übersetzer beizuziehen sein. Im vorliegenden Entscheid wurde dies verpasst; zudem unterblieb die Belehrung über das Recht auf Beizug eines Übersetzers (Art. 158 Abs. 1 Bst. d StPO). Die Vorinstanz erachtete deshalb die entsprechenden Aussagen gemäss Art. 158 Abs. 2 StPO als absolut unverwertbar.
“________ jeweils nicht verstanden habe, was er ihm gesagt habe und der andere Polizist [F.________] habe derweil den Verkehr geregelt. Das Unfallaufnahmeprotokoll sei somit vom Polizisten mit den schlechteren Französischkenntnissen erstellt worden. D.________ selbst habe ausgeführt, dass sein Kollege nur kurz bei der Übersetzung geholfen habe, weshalb davon ausgegangen werden müsse, dass F.________ nur bei einem marginalen Teil der Einvernahme dabei gewesen sei. D.________ habe für die von ihm durchgeführte Einvernahme nicht über ausreichende Französischkenntnisse verfügt (pag. 223). Die Sprachkenntnisse der Verfahrensbeteiligten seien somit unzureichend gewesen, zumal auch der Zeuge E.________ nur über marginale Deutschkenntnisse verfüge. Da sich D.________ nicht sicher gewesen sei, ob der Beschuldigte während der Einvernahme alles verstanden habe, hätte er zwingend einen Übersetzer beiziehen müssen. Aufgrund der fehlenden Übersetzung hätten die Rechte des Beschuldigten klarerweise gelitten. Bei der dem Beschuldigten vorgeworfenen groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG habe es sich zudem weder um einen einfachen noch dringenden Fall gehandelt, bei welchen gemäss Art. 68 Abs. 1 StPO ausnahmsweise auf das Beiziehen eines Übersetzers hätte verzichtet werden dürfen. Würde man im vorliegenden Fall von einer solchen Ausnahme ausgehen, hätte der Beschuldigte zum fehlenden Beizug einer Übersetzung sein Einverständnis geben müssen; ein solches Einverständnis liege nicht vor. Die Polizisten hätten laut eigener Aussage nicht einmal die Möglichkeit in Betracht gezogen einen Übersetzer beizuziehen. Zusammenfassend wäre eine Übersetzung zwingend nötig gewesen. Hinzukommend sei auch die Belehrung hinsichtlich des Rechts auf Beizug eines Übersetzers unterblieben, weshalb eine Verletzung von Art. 158 Abs. 1 Bst. d StPO vorliege. Die Aussagen des Beschuldigten gemäss Unfallaufnahmeprotokoll vom 27. März 2021 seien daher i.S.v. Art. 158 Abs. 2 StPO absolut unverwertbar (pag. 224 f.). 8. Vorinstanzliche Erwägungen Die Vorinstanz erwog, die Befragung am Unfallort habe dazu gedient, sich einen Überblick über die Unfallsituation bzw.”
“________ jeweils nicht verstanden habe, was er ihm gesagt habe und der andere Polizist [F.________] habe derweil den Verkehr geregelt. Das Unfallaufnahmeprotokoll sei somit vom Polizisten mit den schlechteren Französischkenntnissen erstellt worden. D.________ selbst habe ausgeführt, dass sein Kollege nur kurz bei der Übersetzung geholfen habe, weshalb davon ausgegangen werden müsse, dass F.________ nur bei einem marginalen Teil der Einvernahme dabei gewesen sei. D.________ habe für die von ihm durchgeführte Einvernahme nicht über ausreichende Französischkenntnisse verfügt (pag. 223). Die Sprachkenntnisse der Verfahrensbeteiligten seien somit unzureichend gewesen, zumal auch der Zeuge E.________ nur über marginale Deutschkenntnisse verfüge. Da sich D.________ nicht sicher gewesen sei, ob der Beschuldigte während der Einvernahme alles verstanden habe, hätte er zwingend einen Übersetzer beiziehen müssen. Aufgrund der fehlenden Übersetzung hätten die Rechte des Beschuldigten klarerweise gelitten. Bei der dem Beschuldigten vorgeworfenen groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG habe es sich zudem weder um einen einfachen noch dringenden Fall gehandelt, bei welchen gemäss Art. 68 Abs. 1 StPO ausnahmsweise auf das Beiziehen eines Übersetzers hätte verzichtet werden dürfen. Würde man im vorliegenden Fall von einer solchen Ausnahme ausgehen, hätte der Beschuldigte zum fehlenden Beizug einer Übersetzung sein Einverständnis geben müssen; ein solches Einverständnis liege nicht vor. Die Polizisten hätten laut eigener Aussage nicht einmal die Möglichkeit in Betracht gezogen einen Übersetzer beizuziehen. Zusammenfassend wäre eine Übersetzung zwingend nötig gewesen. Hinzukommend sei auch die Belehrung hinsichtlich des Rechts auf Beizug eines Übersetzers unterblieben, weshalb eine Verletzung von Art. 158 Abs. 1 Bst. d StPO vorliege. Die Aussagen des Beschuldigten gemäss Unfallaufnahmeprotokoll vom 27. März 2021 seien daher i.S.v. Art. 158 Abs. 2 StPO absolut unverwertbar (pag. 224 f.).”
Im vorliegenden Fall diente die Beobachtung durch einen in Zivil fahrenden Polizisten als Anlass für die Verzeigung und die eingeleiteten Ermittlungen wegen Nutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt.
“von einem vor ihm fahrenden Polizisten in Zivil dabei beobachtet, wie er mehrmals mit der linken Hand ein Mobiltelefon bediente, das an einer Frontscheibenhalterung links vom Lenkrad seines Fahrzeugs angebracht war. Als er in C. vom Polizisten D. angehalten wurde, gab er zu, drei Kurz- nachrichten (SMS) geschrieben zu haben. Der ihn einvernehmende Polizist D. verzeigte A. wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrs- gesetz (SVG). Die Staatsanwaltschaft Graubünden erhob am 10. Oktober 2017 Strafbefehl ge- gen A. wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 3 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und verurteilte ihn zu einer Busse von CHF 300.00. Gegen diesen Strafbefehl erhob A. am 26. Oktober 2017 Ein- sprache. Eine Konfronteinvernahme zwischen A. und D. fand am 20. Dezember 2017 vor der Staatsanwaltschaft Graubünden statt. Letztere erhob am 17. Mai 2018 Anklage gegen A. wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und beantragte, er sei mit einer Busse von CHF 300.00 zu be- strafen. B. Nach Durchführung der Hauptverhandlung vom 28. September 2018 sprach das Regionalgericht Albula A. vom Anklagevorwurf frei. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft Graubünden am 8. Oktober 2018 (Poststempel 9. Oktober 2018) Berufung an. In der frist- und formgerecht eingereichten Beru- fungserklärung ans Kantonsgericht begehrt die Staatsanwaltschaft (nachfolgend: Berufungsklägerin) die vollumfängliche Aufhebung des angefochtenen Urteils. Sie beantragt, A. sei der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen und mit einer Busse von CHF 300.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen, zu bestrafen. A. (nachfolgend: Berufungsbeklagter) beantragt die Abweisung der Berufung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates. C. Mit Verfügung vom 17. Dezember 2018 ordnete der Vorsitzende der I.”
“Sachverhalt A. Am 8. August 2017 wurde A. bei einer Autofahrt von B. in Rich- tung C. von einem vor ihm fahrenden Polizisten in Zivil dabei beobachtet, wie er mehrmals mit der linken Hand ein Mobiltelefon bediente, das an einer Frontscheibenhalterung links vom Lenkrad seines Fahrzeugs angebracht war. Als er in C. vom Polizisten D. angehalten wurde, gab er zu, drei Kurz- nachrichten (SMS) geschrieben zu haben. Der ihn einvernehmende Polizist D. verzeigte A. wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrs- gesetz (SVG). Die Staatsanwaltschaft Graubünden erhob am 10. Oktober 2017 Strafbefehl ge- gen A. wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 3 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und verurteilte ihn zu einer Busse von CHF 300.00. Gegen diesen Strafbefehl erhob A. am 26. Oktober 2017 Ein- sprache. Eine Konfronteinvernahme zwischen A. und D. fand am 20. Dezember 2017 vor der Staatsanwaltschaft Graubünden statt. Letztere erhob am 17. Mai 2018 Anklage gegen A. wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und beantragte, er sei mit einer Busse von CHF 300.00 zu be- strafen. B. Nach Durchführung der Hauptverhandlung vom 28. September 2018 sprach das Regionalgericht Albula A. vom Anklagevorwurf frei. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft Graubünden am 8. Oktober 2018 (Poststempel 9. Oktober 2018) Berufung an. In der frist- und formgerecht eingereichten Beru- fungserklärung ans Kantonsgericht begehrt die Staatsanwaltschaft (nachfolgend: Berufungsklägerin) die vollumfängliche Aufhebung des angefochtenen Urteils. Sie beantragt, A. sei der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs.”
Eventualvorsatz genügt. Er ist gegeben, wenn der Täter die Inkaufnahme einer erhöhten abstrakten Gefahr oder einer darüber hinausgehenden konkreten Gefährdung akzeptiert. In engen Fällen ist gesondert zu prüfen, ob der Täter sowohl die Verletzung der Verkehrsregel als auch die damit verbundene Gefährdung (sogenannter „doppelter Vorsatz“) in Kauf genommen hat.
“Die Vorinstanz führt aus, die vom Bundesgericht festgelegten Grenzwerte bezögen sich gerade auf gute Witterungs-, Strassen- und Verkehrsverhältnisse. Hinzu komme, dass der Geschwindigkeitsexzess im Rahmen eines Überholmanövers begangen worden sei, bei dem der Lenker des überholten Fahrzeugs stark beschleunigt habe, woraufhin der Beschwerdeführer noch schneller gefahren sei. Dies habe die abstrakte Unfallgefahr, die bereits allein aufgrund der gefahrenen Geschwindigkeit von 110 km/h bestanden habe, um ein Vielfaches erhöht. Auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG sei ohne Weiteres erfüllt. Der Beschwerdeführer habe mindestens eventualvorsätzlich gehandelt.”
“1 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_86/2019 du 8 février 2019 consid. 3.1 et les références citées). De manière générale, la séquestration est réalisée dès que la victime est concrètement privée de sa liberté de mouvement, même si les entraves imposées ne sont pas insurmontables (ATF 104 IV 170 in JdT 1979 IV 144). L'infraction est intentionnelle, le dol éventuel étant suffisant (M. DUPUIS / L. MOREILLON / C. PIGUET / S. BERGER / M. MAZOU / V. RODIGARI, op. cit., n. 36 ad art. 183). 2.4.2. L'art. 183 CP ne sera retenu, en plus de l'art. 189 et/ou 190 aCP, que si l'on discerne une atteinte à la liberté allant au-delà de ce qui est lié nécessairement à la commission de la contrainte sexuelle ou du viol ; l'auteur doit enlever la victime dans un premier temps ou la retenir après la commission de l'infraction (arrêt du Tribunal fédéral 6B_774/2015 du 22 mai 2015, consid. 5). 2.5. L'art. 90 LCR constitue la base légale pour réprimer la violation des règles de la circulation routière (ATF 100 IV 71 consid. 1). L'art. 90 al. 2 LCR sanctionne, au titre de délit, celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque. Pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D'un point de vue objectif, la violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR suppose que l'auteur ait mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; 142 IV 93 consid. 3.1 ; 131 IV 133 consid. 3.2). Subjectivement, l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, c'est-à-dire une faute grave et, en cas d'acte commis par négligence, à tout le moins une négligence grossière.”
“Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_505/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 1.1.1). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen. Die Annahme von Rücksichtslosigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist jedoch restriktiv zu handhaben, weshalb nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen werden darf. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten ist, wiegt auch subjektiv schwer (BGE 142 IV 93 E. 3.1; zum Ganzen bisherigen Abschnitt Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Bei einer (eventual-)vorsätzlichen Missachtung der Verkehrsregeln stellt sich im Falle einer Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zudem die Frage des Vorsatzes in Bezug auf die Gefährdung Dritter, nämlich ob der Täter eine erhöhte abstrakte Gefahr, eine darüber hinausgehende konkrete Gefährdung oder gar eine Verletzung Dritter, das heisst eines Unfalls, in Kauf genommen hat oder ob diesbezüglich (bewusste) Fahrlässigkeit vorliegt. Der subjektive Tatbestand ist daher nicht bloss bezüglich der Verletzung der Verkehrsregeln, sondern auch hinsichtlich der damit einhergehenden Folgen bzw. der Risikoverwirklichung zu prüfen, wobei sich ein Eventualvorsatz sowohl auf die Inkaufnahme einer erhöhten abstrakten Gefahr als auch einer darüber hinausgehenden konkreten Gefahr oder gar einer Verletzung Dritter beziehen kann. Es wird in dieser Hinsicht von einem sogenannten «doppelten Vorsatz» gesprochen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.3 mit Hinweisen). Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern ein ausreichender Abstand einzuhalten, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren.”
“Grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Dossier 1-4 2.1.1.Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsre- geln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Tä- ter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Ge- fährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Ge- fahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt. Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rück- sichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässig- keit. Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit sei- ner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht.”
Das Fehlen früherer verkehrsrechtlicher Verurteilungen gilt als mildernder Umstand und kann zur Verhängung einer milderen Sanktion führen; in der Praxis kommt bei fehlenden Vorstrafen häufig eine Geldstrafe statt einer Freiheitsstrafe in Betracht.
“3, l'auteur peut être puni d'une peine privative de liberté de quatre ans au plus ou d'une peine pécuniaire s'il n'a pas été condamné, au cours des dix années précédant les faits, pour un crime ou un délit routier ayant gravement mis en danger la sécurité de tiers ou ayant entraîné des blessures ou la mort de tiers. La volonté du législateur est ainsi de laisser au juge un plus grand pouvoir d'appréciation selon les circonstances. L'absence d'antécédents judiciaires routiers est érigé en véritable circonstance atténuante. En d'autres termes, la peine menace de l'infraction de base de l'art. 90 al. 3 LCR ne vaut que pour les récidivistes (Message du Conseil fédéral suisse concernant la révision de la loi fédérale sur la circulation routière du 17 novembre 2021, FF 2021 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_1379/2023 du 11 septembre 2024 ; Y. JEANNERET/ A. KUHN/ C. MIZEL/ O. RISKE/ B. RUSCONI/ A. BUSSY, Code suisse de la circulation routière commenté, 5ème éd., Bâle 2024, n. 5.7 ad art. 90). 3.1.2. La violation grave des règles de la circulation routière, au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, est punie d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. 3.1.3. La représentation de la violence au sens de l'art. 135 al. 1bis aCP est sanctionnée d'une peine privative de liberté d'un an au plus "ou de l'amende" selon la version française. Les versions allemande et italienne de la disposition précitée prévoient toutefois comme sanction non pas une amende, mais bien une peine pécuniaire, de sorte que, s'agissant d'une erreur manifeste de traduction en français, il sera tenu compte de la version allemande. 3.2.1. Selon l'art. 47 CP, le juge fixe la peine d'après la culpabilité de l'auteur. Il prend en considération les antécédents et la situation personnelle de ce dernier ainsi que l'effet de la peine sur son avenir (al. 1). La culpabilité est déterminée par la gravité de la lésion ou de la mise en danger du bien juridique concerné, par le caractère répréhensible de l'acte, par les motivations et les buts de l'auteur et par la mesure dans laquelle celui-ci aurait pu éviter la mise en danger ou la lésion, compte tenu de sa situation personnelle et des circonstances extérieures (al.”
“En l’espèce, l’art. 90 al. 2 LCR prévoit la possibilité de condamner le prévenu à une peine pécuniaire ou à une peine privative de liberté de 3 ans au plus. En l’absence de condamnation antérieure inscrite au casier judiciaire et la 2e Chambre pénale étant de toute manière liée par le principe de l’interdiction de la reformatio in peius, seule une peine pécuniaire entre en ligne de compte dans le cas d’espèce.”
Ein absichtliches Verursachen von Reifenspuren/Schäden (z. B. 'burn') in einem Parkhaus kann in den vorliegenden Unterlagen sowohl als mögliche Widerhandlung gegen Art. 90 Abs. 1 SVG (Verstoss gegen Verkehrsregeln) als auch als Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 StGB thematisiert worden sein. In der zitierten Entscheidung hat eine Drittpartei wegen solcher mutmasslichen Handlungen Strafanzeige erstattet und Reinigungskosten geltend gemacht.
“2024 sur ONMMP/1169/2024 ( MP ) , REJETE Descripteurs : DOMMAGES À LA PROPRIÉTÉ(DROIT PÉNAL);PREUVE;DOMMAGE Normes : CPP.144 république et canton de Genève POUVOIR JUDICIAIRE P/4533/2024 ACPR/493/2024 COUR DE JUSTICE Chambre pénale de recours Arrêt du mercredi 3 juillet 2024 Entre LA FONDATION A______, ______[GE], agissant en personne, recourante, contre l'ordonnance de non-entrée en matière rendue le 12 mars 2024 par le Ministère public, et LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, 1213 Petit-Lancy - case postale 3565, 1211 Genève 3, intimé. EN FAIT : A. a. Par acte expédié le 25 mars 2024, la Fondation A______ recourt contre l'ordonnance du 12 mars 2024, notifiée le lendemain, par laquelle le Ministère public a refusé d'entrer en matière sur sa plainte pénale. La recourante conclut à l'annulation de l'ordonnance précitée et à l'ouverture d'une instruction contre B______ pour dommages à la propriété, mise en danger de la vie d'autrui et violation de l'art. 90 al. 1 LCR. b. La recourante a été dispensée de verser les sûretés (art. 383 CPP). B. Les faits pertinents suivants ressortent du dossier : a. Le 18 janvier 2024, la Fondation A______ a déposé plainte pénale, pour dommages à la propriété (art. 144 CP), violation des règles de la circulation routière (art. 90 LCR) et mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP), contre le conducteur du véhicule immatriculé GE 1______ pour des faits survenus le 5 janvier 2024, aux environs de 16h30, dans le parking de C______, à Genève. Elle reprochait audit conducteur d'avoir intentionnellement endommagé le revêtement du sol du parking en ne respectant pas les consignes de sécurité [il avait roulé "en sens interdit"], en roulant à une vitesse excessive et en réalisant un "burn". Le véhicule avait laissé des traces de pneu ayant nécessité l'appel à une société de nettoyage et engendré des frais de CHF 1'189.10. Elle a produit le devis établi le 18 janvier 2024 par une société de nettoyage professionnel, faisant état d'un "récurage mécanique des sols avec un produit adéquat".”
“2024 sur ONMMP/1169/2024 ( MP ) , REJETE Descripteurs : DOMMAGES À LA PROPRIÉTÉ(DROIT PÉNAL);PREUVE;DOMMAGE Normes : CPP.144 république et canton de Genève POUVOIR JUDICIAIRE P/4533/2024 ACPR/493/2024 COUR DE JUSTICE Chambre pénale de recours Arrêt du mercredi 3 juillet 2024 Entre LA FONDATION A______, ______[GE], agissant en personne, recourante, contre l'ordonnance de non-entrée en matière rendue le 12 mars 2024 par le Ministère public, et LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, 1213 Petit-Lancy - case postale 3565, 1211 Genève 3, intimé. EN FAIT : A. a. Par acte expédié le 25 mars 2024, la Fondation A______ recourt contre l'ordonnance du 12 mars 2024, notifiée le lendemain, par laquelle le Ministère public a refusé d'entrer en matière sur sa plainte pénale. La recourante conclut à l'annulation de l'ordonnance précitée et à l'ouverture d'une instruction contre B______ pour dommages à la propriété, mise en danger de la vie d'autrui et violation de l'art. 90 al. 1 LCR. b. La recourante a été dispensée de verser les sûretés (art. 383 CPP). B. Les faits pertinents suivants ressortent du dossier : a. Le 18 janvier 2024, la Fondation A______ a déposé plainte pénale, pour dommages à la propriété (art. 144 CP), violation des règles de la circulation routière (art. 90 LCR) et mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP), contre le conducteur du véhicule immatriculé GE 1______ pour des faits survenus le 5 janvier 2024, aux environs de 16h30, dans le parking de C______, à Genève. Elle reprochait audit conducteur d'avoir intentionnellement endommagé le revêtement du sol du parking en ne respectant pas les consignes de sécurité [il avait roulé "en sens interdit"], en roulant à une vitesse excessive et en réalisant un "burn". Le véhicule avait laissé des traces de pneu ayant nécessité l'appel à une société de nettoyage et engendré des frais de CHF 1'189.10. Elle a produit le devis établi le 18 janvier 2024 par une société de nettoyage professionnel, faisant état d'un "récurage mécanique des sols avec un produit adéquat".”
Art. 90 Abs. 1 SVG kann ergänzend zu spezialstrafrechtlichen Vorschriften (z. B. Art. 239 StGB) angewendet werden. Nach der gefestigten Rechtsprechung stehen die geschützten Rechtsgüter der beiden Normen—das öffentliche Interesse am ordnungsgemässen Betrieb von Dienstleistungen einerseits und die Sicherheit sowie die Verkehrsfliessung auf öffentlichen Strassen andererseits—in der Regel in einer solchen Differenz, dass ein ideales Konkurrenzverhältnis möglich ist.
“Quand bien même elle serait arrivée en cours de manifestation et n’aurait pas été présente à 11 h 20, lorsque le blocage du pont a débuté, l’infraction continuait à être réalisée en sa présence, étant précisé que le résultat global de chaque comportement individuel doit être pris en compte. Les éléments constitutifs objectifs et subjectifs de l’infraction d’entrave aux services d'intérêt général sont donc réalisés, de sorte que la condamnation de l’appelante pour cette infraction doit être confirmée, étant précisé que la perturbation du trafic des véhicules et des véhicules d’urgence ne constitue pas une entrave au sens de la disposition précitée. 4. 4.1 L’appelante conteste sa condamnation pour violation simple des règles de la circulation routière. Elle fait valoir, d’une part, que le lieu exact où elle se serait trouvée lors de la manifestation ne serait pas établi et, d’autre part, que les infractions réprimées par les art. 239 CP et 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01) n’entreraient pas en concours idéal, l’art. 90 al. 1 LCR étant absorbé par l’art. 239 CP lorsqu’un même acte empêcherait d’un seul bloc la circulation routière et les services d’intérêt général. 4.2 En l’occurrence, le Tribunal fédéral a retenu qu’il ressortait clairement de l'état de fait que l’appelante se trouvait assise sur les voies de circulation du pont Bessières, sans qu'il soit nécessaire de déterminer plus précisément sa position sur les voies de circulation (consid. 6.3). Cette constatation, qui lie la Cour de céans, est suffisante pour retenir un usage indu des voies de circulation et fonder la condamnation de l’appelante au titre de l’art. 90 al. 1 LCR. Par ailleurs, contrairement à ce que soutient l’appelante, les art. 239 CP et 90 al. 1 LCR, lequel réprime, en l’espèce, un usage indu des voies de circulation, entrent en concours idéal, les biens juridiquement protégés étant distincts, soit, d’une part, l’intérêt de la collectivité au bon fonctionnement du service public (Dupuis et al. [éd.], op.”
“50) qu'à 11h20, la police annonçait environ 250 personnes sur le Pont [...], que ce dernier avait été fermé à toute circulation, que la ligne n°16 avait dû être déviée, que dès 12h15, les lignes n°16 et 6 avaient pris environ 10 minutes de retard sur l'itinéraire dévié et qu'à 17h15, le pont était toujours fermé, les lignes n° 6, 13, 16, 18, 22 et 60 ayant environ 18 minutes de retard. Il découle de ce qui précède que par leur ampleur et leur durée, les entraves causées aux transports publics ont été d'une intensité supérieure au seuil minimal tombant sous le coup de l'art. 239 ch. 1 CP. P.________ et J.________ ont ainsi, intentionnellement, empêché, respectivement troublé l'exploitation d'une entreprise de transports au sens de la première hypothèse visée par l'art. 239 ch. 1 CP. Les éléments objectifs et subjectifs de l'infraction d'entrave aux services d'intérêt général sont donc réalisés. C'est ainsi en vain que les prévenus concluent à nouveau à leur acquittement de cette infraction. S'agissant du concours entre l'art. 239 CP et l'art. 90 al. 1 LCR (Loi sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01), il y a lieu de constater que ces deux dispositions protègent des biens juridiques distincts, à savoir l’intérêt de la collectivité au bon fonctionnement du service public pour le premier (Dupuis et al., Petit Commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle, 2017, n. 1 ad art. 239 CP) et la sécurité routière et la fluidité du trafic sur les routes publiques pour le second (Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle, 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR). Ces deux infractions entrent donc en concours idéal, contrairement à ce que soutiennent les appelants. Il s’ensuit que la condamnation de P.________ et J.________ pour les infractions d’entrave aux services d'intérêt général et violation simple des règles de la circulation routière doit être confirmée. 3.3. 3.3.1 P.________ conclut à son acquittement du chef de prévention d’empêchement d’accomplir un acte officiel. 3.3.2 En vertu de l'art.”
“________, même à supposer qu’il ignorait que des bus passaient sur le pont Bessière, ce qui n’est de toute manière pas crédible, il s’est à tout le moins accommodé d’une telle situation, son objectif n’étant pas différent de celui des autres manifestants. Au demeurant, il ne prétend pas qu’il aurait immédiatement quitté les lieux s’il avait su que des bus empruntaient cet artère, ayant du reste déclaré au tribunal : « […] cela ne m’a posé de problème de participer à une manifestation qui bloquait un pont […]. » (cf. jgt, p. 6). L’élément subjectif de l’art. 239 CP est ainsi également rempli. Partant, la condamnation des appelants pour entrave aux services d’intérêt général doit être confirmée. 8. Dans son arrêt 6B_14/2023 (consid. 7.1 à 7.4), le Tribunal fédéral a confirmé que le comportement de B.________ remplissait les éléments constitutifs de l’art. 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01) en relation avec les art. 26, 49 al. 2 LCR et 46 al. 2 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11). En revanche, il a laissé ouverte la question de savoir si un concours était possible entre l’art. 239 CP et l’art. 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01) en relation avec les art. 26 et 49 al. 2 LCR. S’agissant des appelants Q.________, F.________ et K.________, le Tribunal fédéral a, dans son arrêt 6B_1486/2022 (consid. 7), déclaré irrecevable leur grief en relation avec leur condamnation pour violation simple des règles de la circulation. En l’occurrence, les art. 239 CP et 90 al. 1 LCR, lequel réprime, en l’espèce, un usage indu des voies de circulation, entrent en concours idéal, les biens juridiquement protégés étant distincts, soit, d’une part, l’intérêt de la collectivité au bon fonctionnement du service public (Dupuis et al., op. cit., n. 1 ad art. 239 CP) et, d’autre part, la sécurité routière et la fluidité du trafic sur les routes publiques (Jeanneret et al., Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR). La condamnation des appelants pour violation simple des règles de la circulation routière sera dès lors confirmée.”
“] visant à donner de la publicité à cette action de blocage. Ce comportement doit donc s’analyser comme une action collective de résistance, chacun étant coauteur par sa contribution à la formation d’une « tortue » ou à l’enchaînement à un dispositif de blocage. Il est donc établi que chacun d’entre eux a adopté un comportement visant une résistance et une opposition aux actes de l’autorité, par un comportement organisé préalablement, peu importe qu’il s’agisse d’un enchaînement à l’autre ou à un dispositif. Ce comportement n’est dans tous les cas pas assimilable à un simple refus d’obtempérer non punissable (cf. ATF 127 IV 115 consid. 2), mais constitue bien une résistance physique ayant entravé l’acte de l’autorité. Partant, la condamnation des appelants pour violation de l'art. 286 CP doit être confirmée. 6. 6.1 Les appelants contestent leur condamnation pour violation simple des règles de la circulation routière. 6.2 Les ordonnances pénales concernant les prévenus retiennent une violation simple des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR), pour violation des art. 26 al. 1 LCR, 49 al. 2 LCR et 46 al. 2 OCR. Le premier juge a considéré que les art. 26 et 49 LCR ainsi que 46 OCR étaient des dispositions particulièrement générales et que l'art. 239 CP était une lex specialis qui absorbait les infractions à la LCR, de sorte qu'il n'y avait pas lieu de retenir un concours avec l'art. 239 CP. En revanche, il a retenu une violation de ces trois articles en lien avec le blocage des véhicules autres que ceux des transports publics. Cette appréciation ne prête pas le flanc à la critique. La condamnation des appelants pour violation simples des règles de la circulation routière doit dès lors être confirmée, les biens juridiquement protégés étant distincts, soit, d’une part, l’intérêt de la collectivité au bon fonctionnement du service public (art. 239 CP) (Dupuis/Moreillon/Piguet/Berger/ Mazou/Rodigari, Petit Commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle, 2017, n. 1 ad art. 239 CP) et, d’autre part, la sécurité routière et la fluidité du trafic sur les routes publiques (art.”
Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen folgt die Rechtsprechung häufig darauf, dass Rücksichtslosigkeit (und damit die subjektive Komponente von Art. 90 Abs. 2 SVG) bejaht wird, sofern keine besonderen, mildernden Umstände vorliegen. Demgegenüber können kurzzeitiges, isoliertes Beschleunigen sowie günstige, übersichtliche Verkehrs- und Streckenverhältnisse oder ortstypische Gegebenheiten dazu führen, dass Rücksichtslosigkeit verneint und folglich nur eine einfache Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 1 SVG) festgestellt wird.
“ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 6B_510/2019 vom 8. August 2019 E. 3.2). Zwar darf nicht unbesehen von der objektiven auf die subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen werden. Das Bundesgericht wertete jedoch die Mehrheit der beurteilten Fälle von Geschwindigkeitsüberschreitungen, welche den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllten, auch in subjektiver Hinsicht als rücksichtslos, weil besondere Umstände fehlten, die die Geschwindigkeitsüberschreitung in einem milderen Licht erscheinen liessen. Solche nahm es etwa an bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung um 29 km/h, wobei die Geschwindigkeit zur kurzfristigen Verkehrsberuhigung innerorts mit 60 km/h signalisiert war, die Strecke angesichts des guten Ausbaus und der Übersichtlichkeit optisch als Ausserortsstrecke erschien, die Sicht- und Witterungsverhältnisse ideal waren sowie geringer Verkehr herrschte (Urteil des Bundesgerichts 6B_661/2016 vom 23. Februar 2017 E. 1.2.1 mit Hinweisen). Die Kammer verneinte die Rücksichtslosigkeit im Urteil SK 17 81 vom 18. Mai”
“Der Beschuldigte sei sich zwar grundsätzlich der Gefährlichkeit von Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts bewusst, im konkreten Fall habe er allerdings aufgrund einer Fehlinterpretation der Strassenverhältnisse und der Geschwindigkeiten nicht gewusst, dass er eine erhöhte Gefährlichkeit begründe. Da dem Beschuldigten aber die geltende Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h hätte bekannt sein müssen, zumal er vor der Messstelle eine längere Strecke innerorts unterwegs gewesen sei, müsse er sich vorwerfen lassen, die abstrakte Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig nicht in Betracht gezogen zu haben. Da der Beschuldigte nur für eine kurze Dauer beschleunigt und aus eigenem Antrieb wieder angebremst habe, gute Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse geherrscht hätten, richtungstrennende, erhöhte Randsteine vorhanden und keine anderen Verkehrsteilnehmer vor Ort gewesen seien, erscheine das kurzfristige Fehlverhalten des Beschuldigten aber in einem milderen Licht. Der Beschuldigte habe daher nicht rücksichtslos i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG gehandelt, weshalb der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nicht erfüllt sei. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten infolgedessen nicht wegen grober, sondern wegen einfacher Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig.”
“Die gerade übersichtliche Strecke, die optimalen Sicht- und Lichtverhältnisse, eine trockene, gut ausgebaute Strasse sowie das Fehlen anderer Verkehrsteilnehmer hätten es dem Beschwerdeführer ermöglicht, den Abschnitt vorausschauend und hindernisfrei einzusehen. Das zur Bejahung des subjektiven Tatbestandes erforderliche Kriterium der Rücksichtslosigkeit sei restriktiv anzuwenden und im vorliegenden Fall zu verneinen. Die Vorinstanz behaupte ohne jegliche Begründung, dass keine besonderen Umstände vorlägen, die die Geschwindigkeitsüberschreitung in einem milderen Licht erscheinen lassen würden. Hierbei unterlasse sie es aber, alle dargelegten Umstände einer umfassenden Gesamtwürdigung zu unterziehen. Sie schliesse vorschnell von einer objektiv auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung. Die Vorinstanz erfülle ihre Begründungspflicht nicht und behaupte einfach, dass das Verhalten des Beschwerdeführers im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als rücksichtslos erscheine. Die Geschwindigkeitsüberschreitung sollte aus den genannten Gründen jedoch nicht isoliert, sondern vor dem Hintergrund dieser speziellen Umstände gewürdigt werden. Die Vorinstanz habe deshalb das Recht (Art. 90 Abs. 2 SVG) falsch angewandt. Für die richtige Rechtsanwendung von Art. 90 Abs. 1 SVG spreche einerseits, dass keinerlei weiteren Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz vorlägen und der Beschwerdeführer zu keiner Zeit eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer dargestellt habe. Es handle sich um ein einmaliges, isoliertes Verkehrsvergehen. Die Fahrweise des Beschwerdeführers sei weder bewusst rücksichtslos, skrupellos noch grob fahrlässig. Die vorliegende Geschwindigkeitsüberschreitung, ohne weitere riskante Manöver und ohne Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer spreche aufgrund der fehlenden Rücksichtslosigkeit für eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln.”
“Die Geschwindigkeitsüberschreitung des Beschuldigten betrug - wie durch die Radarmessung belegt ist und er einräumt - 28 km/h innerorts. Angesichts der vorerwähnten Rechtsprechung des Bundesgerichts hat er damit den objektiven Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG er- füllt. Zu prüfen bleibt, ob sein Verhalten auch in subjektiver Hinsicht unter Art. 90 Abs. 2 SVG fällt. Dabei ist von Bedeutung, ob besondere Umstände vorliegen, welche als Gegenindizien gegen das Vorliegen von Rücksichtslosigkeit sprechen bzw. welche die Geschwindigkeitsüberschreitung in einem milderen Licht erschei- nen lassen.”
“Ausserdem kann aufgrund der baulichen Anlage des Strassenabschnitts nicht von einer gesteigerten, mit einer Autostrasse vergleichbaren Gefahrenlage ausgegangen werden. Die grosszügige Anlage gibt Brems- und Ausweichmanövern Raum, was bereits die grundsätzliche Problematik eines zu schnellen Vorfahrens relativiert. Im Unterschied zu einer Autostrasse ist sodann nicht mit Gegenverkehr und Bremsmanövern wegen höhengleicher Kreuzungen zu rechnen. Somit bleibt es bei der Feststellung, der Strassenabschnitt der Autobahn weise im hier fraglichen Abschnitt die typische Gefahrenlage einer Autobahn auf. cc) Demnach kommen die für Autobahnen geltenden Grenzwerte zur Anwendung; die vom Berufungsbeklagten begangene Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit um 31 km/h (nach Abzug der Sicherheitsmarge) stellt in objektiver Hinsicht eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Abs. 1 SVG dar. Die vorinstanzliche Beurteilung ist nicht zu beanstanden. d) aa) Selbst wenn der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG bejaht würde, bliebe es bei einem Freispruch vom Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung, weil der subjektive Tatbestand fehlt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Berufungsbeklagten ausdrücklich Unachtsamkeit vor. Eine vorsätzliche Begehung steht nicht zur Diskussion. Der subjektive Tatbestand in der Variante von Fahrlässigkeit setzt indessen – wie dargelegt – ein rücksichtsloses Verhalten voraus. bb) Der Berufungsbeklagte sagte anlässlich der Hauptverhandlung aus, er fahre schon seit vielen Jahren Auto. Diese Strecke fahre er oft und er sei sich gewohnt, mit Tempomat zu fahren. Dieser sei sehr modern. Wäre etwas im Weg gewesen, hätte der Tempomat reagiert. An diesem Morgen habe er vergessen, den Tempomaten rauszunehmen. Es habe überhaupt keine anderen Autos gehabt. Weil er den Tempomaten nicht "rausgenommen" habe, sei er bei der Radarfalle "reingelaufen". cc) Unter Berücksichtigung der bereits dargelegten örtlichen Gegebenheiten kann dem Berufungsbeklagten kein rücksichtsloses Verhalten vorgeworfen werden.”
Art. 90 Abs. 2 SVG erfasst die grobe Verletzung einer Verkehrsregel, durch die eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer geschaffen oder in Kauf genommen wird. Die Rechtsprechung verlangt zur Tatbestandsverwirklichung eine objektiv grobe Verletzung einer fundamentalen Verkehrsregel und subjektiv ein Verhalten ohne Skrupel oder wenigstens grob fahrlässig. In der Praxis treten derartige Fälle häufig bei Gefährdungen von nicht motorisierten bzw. besonders verletzlichen Verkehrsteilnehmern (z. B. Fussgänger, Velofahrende, Reiter) auf.
“Der objektive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG ist demnach erfüllt. Der Beschuldigte handelte auch in subjektiver Hinsicht tatbestandsmässig. Er missachtete das Vortrittsrecht des Fussgängers wissentlich und willentlich sowie in rücksichtsloser Weise. Er agierte ohne Not, d.h. weder verkehrs- noch fahrzeugbedingt, sondern vielmehr in der Absicht, den Fussgänger von der Strasse zu drängen und sich die Durchfahrt zu erzwingen, obwohl er selber vortrittsbelastet war. Es ging ihm um eine reine Machtdemonstration gegenüber dem schwächeren, nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer. Der Beschuldigte musste mit der Gefahr rechnen, dass sich der Fussgänger beim Zusammenstoss mit der Stossstange verletzt und/oder sich nicht auf der Motorhaube abstützen resp. zur Seite ausweichen kann, und angefahren/überfahren wird. Der Beschuldigte hat sich der groben Verkehrsregelverletzung durch Nichtbelassen des Vortritts gegenüber Fussgängern auf Fussgängerstreifen als Lenker eines Personenwagens nach Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 33 Abs. 1 SVG schuldig gemacht.”
“Il fait valoir qu'il n'est pas établi qu'il aurait volontairement démarré en direction du cycliste, ni qu'il aurait fait preuve d'une négligence grossière, le simple fait de relâcher la pression sur les freins pendant qu'il discutait avec le plaignant n'étant pas suffisant à cet égard. 2.2.4. Quoi qu'en dise le prévenu, la motivation du Juge de police est pertinente et convaincante pour ce qui a trait à la qualification juridique des événements du 27 novembre 2020. En démarrant le bus sans précautions, alors que le plaignant se trouvait tout proche de la roue avant gauche, l'épaule collée au véhicule, le prévenu a créé un danger sérieux pour la circulation routière. Il a, de plus, perdu la maîtrise de son bus, qui a heurté le vélo électrique sur lequel se trouvait B.________, et a ainsi violé grossièrement une règle fondamentale. Comme relevé par le premier juge, ce comportement dépasse clairement une simple mise en danger – même accrue – du trafic, dans la mesure où un accident s'est produit. De plus, l'appelant ne doit qu'à la chance que seul un dommage matériel soit survenu et il était très probable que l'intégrité corporelle du cyclise puisse être lésée. Dans ces conditions, objectivement, l'acte reproché au prévenu tombe sous le coup de l'art. 90 al. 2 LCR, ce qu'il ne conteste au demeurant plus en appel. Au niveau subjectif, le comportement de A.________ relève bien d'une négligence grossière. Même si, comme il l'a déclaré au Procureur (DO/3'002), il n'a vraisemblablement pas eu la volonté d'agresser le cycliste, il a démarré brusquement son bus, lequel s'est déporté sur la gauche vers le plaignant, alors que ce dernier se trouvait tellement proche du véhicule qu'il était probable qu'il puisse être blessé. En sa qualité de chauffeur de bus, il lui appartenait d'être particulièrement attentif à ce que son véhicule ne se mette pas en mouvement de manière inopinée, surtout en direction d'un cycliste, vulnérable par nature face aux autres usagers de la route. Dès lors, même à retenir en sa faveur qu'il n'a pas accéléré, il a clairement manqué de la précaution élémentaire en manœuvrant le bus, qui est un véhicule lourd et bien plus dangereux qu'une voiture. Compte tenu encore des circonstances dans lesquelles l'accident a eu lieu – de nuit, alors qu'il y avait du brouillard et que la circulation était dense –, le comportement du prévenu doit être qualifié de sérieusement fautif.”
“Contrairement à ce que soutient l'appelant, on ne distingue pas d'incohérence manifeste dans les propos de la prénommée, qui n'a jamais prétendu avoir détenu un tel objet à ce moment, ni ne l'a laissé entendre, alors que B.________, élève de l'intimée, a nié que sa professeure avait utilisé une cravache. Enfin, s’agissant de la présence d'une hypothétique troisième cavalière, qui, selon l'appelant et sa compagne, pourrait avoir donné ce fameux coup de cravache, elle n'est nullement établie. On voit mal que cette circonstance aurait pu être cachée par Z.________ et surtout par sa jeune élève, auditionnée par la police. En outre, même si cette dernière laisse entendre que le cheval monté par Z.________ serait parti au galop avant le coup de klaxon, cela n'exclut toutefois par encore que le cheval ait été effrayé tant par le comportement de l'appelant, qui s'est approché à quelque 1 à 2 mètres des chevaux, que par le coup de klaxon donné quasi simultanément, alors qu'il s'était mis à accélérer. En définitive, c’est bien la version telle qu’elle ressort de l’acte d’accusation qui doit être retenue en dépit des dénégations de l’appelant. 4.5.4 Aux termes de l’art. 90 al. 2 LCR, celui qui, par une violation grave d’une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d’autrui ou en prend le risque est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire. Pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être considérée comme grave, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. L'infraction réprimée par cette disposition est objectivement réalisée lorsque l'auteur viole grossièrement une règle fondamentale de la circulation et met ainsi sérieusement en danger la sécurité d'autrui ; une mise en danger abstraite accrue est toutefois suffisante (ATF 142 IV 93 c. 3.1). Subjectivement, l'art. 90 al. 2 LCR exige, selon la jurisprudence, un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, c'est-à-dire une faute grave et, en cas d'acte commis par négligence, à tout le moins une négligence grossière. Celle-ci doit être admise lorsque le conducteur est conscient du caractère généralement dangereux de son comportement contraire aux règles de la circulation.”
“2 LCR, mais son comportement n'était pas gravement fautif et on ne pouvait lui reprocher une absence de scrupules, pourtant exigée par l'art. 90 al. 2 LCR. Les déclarations du témoin, qui avait affirmé avoir dû retenir le groupe pour laisser passer le véhicule se trouvant devant celui de l'appelante, attestaient d'une absence évidente de manifestation de volonté de traverser clairement identifiable. c. Le MP conclut au rejet de l'appel et à la confirmation du jugement entrepris. C'était à juste titre que le TP avait écarté la dernière version de A______ et retenu que l'accident ne relevait pas d'une mauvaise appréciation de la situation, étant rappelé que l'appelante avait livré des explications incohérentes sur les circonstances de l'accident, en partie contredites par les déclarations du témoin. A______ avait violé le devoir de prudence imposé par l'art. 33 al. 2 LCR et n'avait pas porté à la situation l'attention particulièrement accrue exigée par l'art. 26 al. 2 LCR. L'application de l'art. 90 al. 2 LCR s'imposait, dès lors que l'appelante avait fait preuve d'une négligence grossière, en considérant que le groupe - qu'elle savait composé de personnes handicapées - n'allait pas traverser et en ne prenant pas toutes les mesures nécessaires pour préserver celui-ci du danger. d. A______ a dupliqué, persistant dans ses conclusions. D. A______, ressortissante suisse née le ______ 1947, est divorcée et n'a pas d'enfant à charge. Elle perçoit une rente AVS de CHF 2'300.- par mois ainsi qu'un revenu annuel net résultant de son activité indépendante, en CHF 20'000.-. Elle s'acquitte mensuellement d'un loyer de CHF 2'500.- ainsi que de sa prime d'assurance-maladie, qui s'élève à CHF 540.-. Selon l'extrait de son casier judiciaire suisse, elle n'a pas d'antécédent. EN DROIT : 1. L'appel est recevable pour avoir été interjeté et motivé selon la forme et dans les délais prescrits (art. 398 et 399 du code de procédure pénale [CPP]). La Chambre limite son examen aux violations décrites dans l'acte d'appel (art.”
Art. 90 Abs. 1 SVG wird in der Praxis häufig zusammen mit weiteren Bestimmungen des SVG und der Ausführungsrecht- sätze des Bundesrates rea- lisert und beurteilt. In der Rechtsprechung treten Art. 90 Abs. 1 SVG‑Tatbestände regelmässig neben Normen wie etwa Vorschriften der VRV, Art. 29, Art. 91a oder Art. 95 SVG auf. Zudem ist zu beachten, dass Art. 90 in verschiedene Deliktsarten differenziert (Übertretung nach Abs. 1; Vergehen/Verbrechen in den nachfolgenden Absätzen) und diese Abgrenzung im Urteilssinne gesondert zu erfassen ist.
“Unter Ausscheidung von 30% der anteilsmässigen Verfahrenskosten, ausmachend CHF 5'346.60 zu Lasten des Kantons Bern sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung im Umfang von 30% an die Aufwendungen für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte (vgl. unten Lit. A Ziff. III). II. A.________ wird schuldig erklärt: 1. des Verbrechens gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 3 i.V mit Abs. 4 SVG), begangen am 1. August 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 1.2); 2. des Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 2 SVG), mehrfach begangen 2.1 am 30. Juni 2019 in Eggiwil (AKS Lit. A Ziff. 2.1); 2.2 am 2. Juli 2019 in Boltigen (AKS Lit. A Ziff. 2.2); 2.3 am 9. Juli 2019 in Bedretto (AKS Lit. A Ziff. 2.3); 2.4 am 9. Juli 2019 in Airolo (AKS Lit. A Ziff. 2.4); 2.5 am 29. Juli 2019 in Röthenbach i. Emmental (AKS Lit. A Ziff. 2.5); 2.6 am 9. August 2019 in Gletsch (AKS Lit. A Ziff. 2.6); 2.7 am 9. August 2019 in Steingletscher (AKS Lit. A Ziff. 2.7); 3. der Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes (Art. 90 Abs. 1 SVG), mehrfach begangen 3.1 am 10. Mai 2019 in Röthenbach (AKS Lit. A Ziff. 3.1); 3.2 am 10. Juni 2019 in Eriz und Aussereriz (AKS Lit. A Ziff. 3.2 und 3.3); 3.3 am 17. Juni 2019 in Schwenden und Horboden (AKS Lit. A Ziff. 3.4, 3.5, 3.7 und 3.8); 3.4 am 17. Juni 2019 in Horboden (AKS Lit. A Ziff. 3.6); 3.5 am 19. Juni 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 3.9, 3.10, 3.11 und 3.12); 3.6 am 21. Juni 2019 in Eggiwil und Röthenbach (AKS Lit. A Ziff. 3.13, 3.14, 3.15, 3.16, 3.17, 3.18. 3.19, 3.20 und 3.21); 3.7 am 23. Juni 2019 in Unterseen (AKS Lit. A Ziff. 3.22); 3.8 am 23. Juni 2019 in Unterseen, (AKS Lit. A Ziff. 3.23); 3.9 am 30. Juni 2019 in Röthenbach im Emmental, Eggiwil und Schangnau (AKS Lit. A Ziff. 3.24, 3.25, 3.26, 3.27, 3.28, 3.29, 3.30, 3.31, 3.32, 3.33 und 3.34); 3.10 am 2. Juli 2019 in Hauteville (AKS Lit. A Ziff. 3.35); 3.11 am 2. Juli 2019 in Corbières (AKS Lit. A Ziff. 3.36); 3.12 am 2. Juli 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 3.37); 3.13 am 2. Juli 2019 in Boltigen (AKS Lit.”
“A. ist schuldig der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsre- geln gemäss Art. 42 Abs. 1 SVG und Art. 33 lit. b und c VRV i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG und des Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs gemäss Art. 29 SVG i.V.m. Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG (Sachverhalt vom 17. Mai 2019).”
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich schuldig, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 78 SSV (Signalisationsverordnung, SR 741.21) gebietet, dass Sperrflächen nicht befahren werden dürfen. Art. 34 Abs. 4 SVG ordnet an, dass Strassenbenützer ausreichenden Abstand zu anderen Strassenbenützern zu halten haben, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren. Der Berufungskläger fuhr einem ihm vorfahrenden Fahrzeug nach einer Überholgelegenheit suchend, dicht auf und befuhr in der Absicht, dieses zu überholen, die Sperrfläche mit drei Vierteln seines Fahrzeugs, brach den Überholvorgang allerdings wieder ab. Der Berufungskläger missachtete beide vorgenannten Verkehrsregeln, womit er sich mehrfach der Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig machte.”
“Fazit Der Beschuldigte hat sich demnach zusammenfassend der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 10 Abs. 1 VRV (ungenügender seitlicher Abstand zum Fahrrad), der - 30 - mehrfachen einfachen Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 und Abs. 3 SVG, Art. 10 Abs. 2 VRV (gerin- ger Abstand beim Überholen VW-Bus) sowie Art. 43 Abs. 2 SVG und Art. 41 Abs. 2 VRV (Fahren auf Trottoir) sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 2 SVG und Art. 55 Abs. 2 VRV schuldig gemacht. Von den Vorwürfen der einfachen Ver- letzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 40 SVG und Art. 29 Abs. 1 VRV (Warnsignale) sowie Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV (ungenügender Ab- stand beim Hinterherfahren) ist der Beschuldigte dahingegen freizusprechen. V. Strafe A. Theoretische Grundlagen der Strafzumessung, des Strafrahmens, der Straf- art, der Tagessatzhöhe, der Gesamtstrafenbildung sowie des Vollzugs der Strafe Der Vorderrichter hat die zu den Kriterien der Strafzumessung, der Strafart, der Gesamtstrafenbildung und des Strafvollzuges nötigen theoretischen Ausführun- gen gemacht. Darauf (Urk. 32 S. 24 ff.) sowie auf die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Thema (Urteile des Bundesgerichts 6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.3.; BGE 136 IV 55, E. 5.4 ff.; 135 IV 130, E. 5.3.1; 132 IV 102, E. 8.1; je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen werden. Vorliegend ist von einem Strafrahmen von Geldstrafe bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe (vgl. Art. 90 Abs. 2 SVG, Art. 92 Abs. 2 SVG) auszugehen und ist aufgrund der Umstände unbestrit- tenermassen eine Geldstrafe (Ersttäter, Höhe der Strafe, mildere Strafart) auszu- sprechen.”
Massive Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit oder eine massiv unterschrittene Abstandshaltung können auf ein erhebliches Verschulden bis hin zu Vorsatz schliessen. Art. 90 Abs. 2 SVG verlangt subjektiv rücksichtsloses bzw. schwerwiegendes verkehrsregelwidriges Verhalten; bei fahrlässiger Begehung genügt grobe Fahrlässigkeit, die etwa gegeben ist, wenn sich der Lenker der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist.
“Eine so massive Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit kann dem Lenker kaum verborgen bleiben, weshalb sie grundsätzlich zumindest auf grober Fahrlässigkeit beruht, es sei denn, es bestehe eine Ausnahmesituation (vgl. Urteile BGer 1C_263/2011 vom 22. August 2011 E. 2.6; 1C_312/2018 vom 30. Oktober 2018 E. 2.2). Eine solche ist vorliegend nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht dargetan. Vielmehr legte er in seiner Beschwerde im Wesentlichen dar, dass er Fehler begangen habe, auch solche, die nicht mit dem Strassenverkehrsrecht zu tun hätten, die er sehr bereue. Er sei für seine Tätigkeit als Projektleiter auf den Führerausweis angewiesen. Diese Argumente vermögen jedoch die Qualifizierung des Ereignisses als schwere Widerhandlung in keiner Weise umzustossen. Das grosse Verschulden des Beschwerdeführers manifestiert sich überdies auch darin, dass er im Formular zur Ermittlung des Lenkers eine ihm unbekannte Person als Lenker seines Wagens angegeben hatte. Schliesslich hat auch die Staatsanwaltschaft das Ereignis im Strafbefehl als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG qualifiziert, was nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung einer schweren Widerhandlung im Administrativverfahren entspricht (vgl. BGE 132 II 234 E. 3; Urteil BGer 1C_156/2020 vom 15. April 2021 E. 4.3).”
“Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_272/2023 vom 2. Oktober 2024 E. 1.3.1; 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; je mit Hinweisen). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist.”
“Wie bereits ausgeführt, ist auf der SAT-SPEED-Aufnahme erkennbar, dass der Beschuldigte leicht links versetzt hinter dem vorausfahrenden Fahrzeug fuhr und die linken Räder seines Personenwagens dabei teilweise bereits auf der Sicherheitslinie waren (vgl. E. II.11.3 hiervor). Aus Sicht der Kammer muss aus diesem drängelnden Verhalten des Beschuldigten auf einen direkten Vorsatz in Bezug auf den viel zu geringen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug geschlossen werden. Als erfahrener Lenker hätte dem Beschuldigten zudem bewusst sein müssen, dass mit der massiven Unterschreitung des Mindestabstands das erhebliche Risiko eines Verkehrsunfalls verbunden war. Seine Fahrweise ist damit als rücksichtslos im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren. Indem der Beschuldigte wissentlich und willentlich den Mindestabstand massiv unterschritt, hat er eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer zumindest in Kauf genommen. Somit ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind weder dargetan noch ersichtlich. Damit hat sich der Beschuldigte der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gemacht. IV. Strafzumessung”
Bei sehr hohen Geschwindigkeitsüberschreitungen geht die Praxis in der Regel davon aus, dass der objektive Tatbestand der groben Verletzung der Verkehrsregeln vorliegt und dass mindestens grobe Fahrlässigkeit bzw. bei besonders hohen Werten subjektive Rücksichtslosigkeit gegeben ist. Besondere Umstände, die dem entgegenstehen, müssen geltend gemacht und geprüft werden.
“Eine so massive Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit kann dem Lenker kaum verborgen bleiben, weshalb sie grundsätzlich zumindest auf grober Fahrlässigkeit beruht, es sei denn, es bestehe eine Ausnahmesituation (vgl. Urteile BGer 1C_263/2011 vom 22. August 2011 E. 2.6; 1C_312/2018 vom 30. Oktober 2018 E. 2.2). Eine solche ist vorliegend nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht dargetan. Vielmehr legte er in seiner Beschwerde im Wesentlichen dar, dass er Fehler begangen habe, auch solche, die nicht mit dem Strassenverkehrsrecht zu tun hätten, die er sehr bereue. Er sei für seine Tätigkeit als Projektleiter auf den Führerausweis angewiesen. Diese Argumente vermögen jedoch die Qualifizierung des Ereignisses als schwere Widerhandlung in keiner Weise umzustossen. Das grosse Verschulden des Beschwerdeführers manifestiert sich überdies auch darin, dass er im Formular zur Ermittlung des Lenkers eine ihm unbekannte Person als Lenker seines Wagens angegeben hatte. Schliesslich hat auch die Staatsanwaltschaft das Ereignis im Strafbefehl als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG qualifiziert, was nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung einer schweren Widerhandlung im Administrativverfahren entspricht (vgl. BGE 132 II 234 E. 3; Urteil BGer 1C_156/2020 vom 15. April 2021 E. 4.3).”
“Daher folgt die Vorinstanz der erstinstanzlichen Einschätzung, wonach auch ohne konkrete Geschwindigkeitsmessung von einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 25 km/h und dementsprechend objektiv von einer groben Verkehrsregelverletzung auszugehen ist. Der Beschwerdeführer mache nichts geltend, was eine andere Einschätzung nahelegen würde. Er argumentiere, bei einem Vorsprung auf die Militärpolizisten von ca. 30 Sekunden wäre er auch bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h bereits 500 Meter entfernt gewesen. Dem hält die Vorinstanz entgegen, dass die fragliche Strecke überwiegend gerade verlaufe. Die Militärpolizisten hätten den Beschwerdeführer also auch bei einem Abstand von 500 Metern noch gut erkennen können und hätten bei einer hypothetischen Geschwindigkeit von 60 km/h keinen Grund gehabt, die Verfolgung abzubrechen. Weiter sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer selbst seine Geschwindigkeit als "massiv überhöht" bezeichnet habe. Eine Geschwindigkeit von bloss 60 km/h würde kaum jemand als "massiv überhöht" bezeichnen. Bei einer massiven Geschwindigkeitsüberschreitung, die der Beschwerdeführer anerkenne, habe ihm bewusst sein müssen, dass er andere Verkehrsteilnehmer gefährde, was den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfülle.”
“Gestützt auf diese Praxis ist zu konstatieren, dass im vorliegenden Fall der Beschuldigte mit einer massgeblichen Geschwindigkeit von 117 km/h selbst die auf einer Autostrasse geltende allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h (vgl. Art. 4a Abs. 1 lit. c VRV) deutlich überschritten sowie die auf einer Autobahn unter günstigen Verhältnissen zulässige Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h (vgl. Art. 4a Abs. 1 lit. d VRV) nahezu ausgeschöpft hätte. Bei dieser Sachlage erweist sich ‒ nachdem mangels Vorliegens besonderer Verhältnisse keine Veranlassung besteht, um von der gefestigten höchstrichterlichen Rechtsprechung abzuweichen ‒ die Fahrweise des Beschuldigten ohne gesonderte Prüfung der konkreten Umstände als eine zumindest grob fahrlässig begangene ernsthafte Gefährdung der Verkehrssicherheit. Rechtfertigungsoder Schuldausschlussgründe liegen keine vor. Gemäss diesen Erwägungen ist der Beschuldigte in Abweisung seiner Berufung und demnach in Bestätigung des angefochtenen Urteils der groben Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 2 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV schuldig zu erklären.”
“Grobe Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2 SVG) Gemäss dem Beweisergebnis fuhr der Beschuldigte – anders als die Vorinstanz folgerte – mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h auf der Autobahn, womit er die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h um 40 km/h überschritten und damit gegen Verkehrsregeln betreffend die zulässige Höchstgeschwindigkeit verstossen hat. Nach ständiger Rechtsprechung sind die objektiven Voraussetzungen der groben Verkehrsregelverletzung ungeachtet der konkreten Umstände zu bejahen, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen um 35 km/h oder mehr überschritten wird (BGE 132 II 234 E. 3.1; 123 II 106 E. 2.b). Diese Grenze hat der Beschuldigte mit der Geschwindigkeitsüberschreitung von 40 km/h ohne weiteres erreicht, bzw. überschritten. Der Beschuldigte schuf mit seinem Verhalten eine erhöht abstrakte Gefahr. Die Kammer ist sodann überzeugt, dass dem Beschuldigten die von ihm gefahrene Geschwindigkeit bewusst war, weshalb eine vorsätzliche Tatbegehung vorliegt. Bei der gefahrenen Geschwindigkeit von 160 km/h war es dem Beschuldigten kaum möglich, auf (unvorhersehbares) Verhalten der übrigen Verkehrsteilnehmenden oder auf andere (unvorhersehbare) Ereignisse zu reagieren.”
“Subjectivement, il faut reconnaître qu’avec des dépassements de vitesse aussi considérables, dont une large part (six sur neuf) a été commise en localité, il ne pouvait échapper au prévenu qu’il mettait en danger les autres usagers de la route de sorte qu’on doit lui imputer, à tout le moins, une négligence grossière (arrêts du Tribunal fédéral 6B_630/2020 du 6 octobre 2020 consid. 3.1 ; 6B_772/2010 du 9 décembre 2010 consid. 2.3 ; Jugement de la Cour suprême du canton de Berne, 2e Chambre pénale SK 14 357 du 5 août 2015 consid. IV.1.1.). C’est à raison que la défense n’a pas argumenté que le Parquet général invoquerait à tort l’art. 90 al. 2 LCR, dans la mesure où le prévenu lui-même a admis avoir mis en danger les autres usagers de la route (D. 96 l. 230s et D. 258 l. 41).”
“Die Geschwindigkeitsüberschreitung des Beschuldigten betrug - wie durch die Radarmessung belegt ist und er einräumt - 28 km/h innerorts. Angesichts der vorerwähnten Rechtsprechung des Bundesgerichts hat er damit den objektiven Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG er- füllt. Zu prüfen bleibt, ob sein Verhalten auch in subjektiver Hinsicht unter Art. 90 Abs. 2 SVG fällt. Dabei ist von Bedeutung, ob besondere Umstände vorliegen, welche als Gegenindizien gegen das Vorliegen von Rücksichtslosigkeit sprechen bzw. welche die Geschwindigkeitsüberschreitung in einem milderen Licht erschei- nen lassen.”
Fehlende Rücksichtslosigkeit sowie eine einmalige oder isolierte, geringfügige Übertretung ohne Gefährdung sprechen gegen das Vorliegen eines rücksichtslosen, subjektiv schweren Verschuldens und rechtfertigen die Anwendung von Art. 90 Abs. 1 SVG (einfache Widerhandlung).
“Das zur Bejahung des subjektiven Tatbestandes erforderliche Kriterium der Rücksichtslosigkeit sei restriktiv anzuwenden und im vorliegenden Fall zu verneinen. Die Vorinstanz behaupte ohne jegliche Begründung, dass keine besonderen Umstände vorlägen, die die Geschwindigkeitsüberschreitung in einem milderen Licht erscheinen lassen würden. Hierbei unterlasse sie es aber, alle dargelegten Umstände einer umfassenden Gesamtwürdigung zu unterziehen. Sie schliesse vorschnell von einer objektiv auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung. Die Vorinstanz erfülle ihre Begründungspflicht nicht und behaupte einfach, dass das Verhalten des Beschwerdeführers im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als rücksichtslos erscheine. Die Geschwindigkeitsüberschreitung sollte aus den genannten Gründen jedoch nicht isoliert, sondern vor dem Hintergrund dieser speziellen Umstände gewürdigt werden. Die Vorinstanz habe deshalb das Recht (Art. 90 Abs. 2 SVG) falsch angewandt. Für die richtige Rechtsanwendung von Art. 90 Abs. 1 SVG spreche einerseits, dass keinerlei weiteren Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz vorlägen und der Beschwerdeführer zu keiner Zeit eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer dargestellt habe. Es handle sich um ein einmaliges, isoliertes Verkehrsvergehen. Die Fahrweise des Beschwerdeführers sei weder bewusst rücksichtslos, skrupellos noch grob fahrlässig. Die vorliegende Geschwindigkeitsüberschreitung, ohne weitere riskante Manöver und ohne Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer spreche aufgrund der fehlenden Rücksichtslosigkeit für eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln.”
“Dieser sei sehr modern. Wäre etwas im Weg gewesen, hätte der Tempomat reagiert. An diesem Morgen habe er vergessen, den Tempomaten rauszunehmen. Es habe überhaupt keine anderen Autos gehabt. Weil er den Tempomaten nicht "rausgenommen" habe, sei er bei der Radarfalle "reingelaufen". cc) Unter Berücksichtigung der bereits dargelegten örtlichen Gegebenheiten kann dem Berufungsbeklagten kein rücksichtsloses Verhalten vorgeworfen werden. Dieser fuhr um ca. 05.57 Uhr zunächst korrekt auf einem Autobahnabschnitt. Er vergass in der Folge, den Tempomaten auszuschalten und behielt die Geschwindigkeit bei. Zwar hätte der Berufungsbeklagte aufgrund seiner Streckenkenntnis erkennen müssen, dass er zu schnell fuhr. Da er aber zu früher Stunde, allein, bei trockener Witterung und auf einer gut ausgebauten Autobahnstrecke unterwegs war, kann sein Verhalten nicht als rücksichtslos qualifiziert werden. Im Ergebnis hat die Vorinstanz den Berufungsbeklagten zu Recht der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen.”
Fehlende Beherrschung des Fahrzeugs infolge mangelnder Aufmerksamkeit (z. B. Ablenkung, Bedienung des Mobiltelefons, Blick weg, Filmen) erfüllt regelmässig den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG als Fahrlässigkeit. In Einzelfällen kann jedoch eine streitige Annahme des bedingten Vorsatzes in Betracht kommen, wenn der Lenker bewusst eine Verrichtung vornimmt, die seine Aufmerksamkeit beeinträchtigt und damit die Inkaufnahme weiterer Verkehrsregelverletzungen nahelegt.
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss die Fahrzeuglenkerin das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass sie ihren Vorsichtspflichten nachkommen kann. Sie muss ihre Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 der Verkehrsregelverordnung vom 13. November 1962 [VRV, SR 741.11). Das Mass der anzuwendenden Aufmerksamkeit richtet sich nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 137 IV 290 E. 3.6, 127 II 302 E. 3c; BGer 6B_4/2025 vom 11. März 2025 E. 2.1, 6B_53/2024 vom 13. Januar 2025 E. 3.3.1, 6B_27/2023 vom 5. Mai 2023 E. 1.3 je mit Hinweisen). Dieses Gebot hat die Berufungsklägerin verletzt. Sie ist, als sie hinter dem Jeep auf die Ampel zufuhr, ihrer Aufmerksamkeitspflicht nicht nachgekommen, indem sie sich auf den beabsichtigten Spurwechsel und das Ausnützen der «Lücke» auf der linken Spur konzentriert und der Ampel sowie dem Fahrverhalten des Jeeps keine genügende Beachtung mehr geschenkt hat.”
“Wer durch Missachtung der Vortrittsregelung andere Fahrzeuglenker in ihrer Fahrt behindert (starkes Bremsen, Ausweichen) und damit konkret gefährdet, erfüllt den objektiven Tatbestand von Art. 90 SVG (Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, N. 88 zu Art. 90 SVG). 10.2 Subsumtion Der Beschuldigte war bei der Einfahrt in den Kreisverkehrsplatz vortrittsbelastet und der sich bereits im Kreisverkehrsplatz befindende Motorfahrradlenker vortrittsberechtigt. Dementsprechend durfte der Beschuldigte den vortrittsberechtigten Motorfahrradlenker in seiner Fahrt nicht behindern. Der Beschuldigte übersah den Motorfahrradlenker jedoch und kollidierte in der Folge mit diesem. Sein Fahrzeug kam gemäss eigenen Aussagen erst nach dem Signal «kein Vortritt» im Kreisverkehrsplatz zum Stillstand (pag. 68 Z. 37 f.). Der Beschuldigte missachtete damit die Regeln über den Vortritt und gefährdete einen anderen Fahrzeuglenker konkret. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und Art. 36 Abs. 2 SVG sowie Art. 14 Abs. 1 und Art. 41b Abs. 1 VRV ist erfüllt. Durch das absichtliche Vornehmen einer Verrichtung (Blick auf das Navigationssystem auf seinem Mobiltelefon), welche seine Aufmerksamkeit beeinträchtigt hat, nahm der Beschuldigte zumindest in Kauf, dass er weitere Verkehrsregelverletzungen, insbesondere die vorliegende Missachtung der Vortrittsregelung, begehen wird. Der subjektive Tatbestand ist somit ebenfalls erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich. Der Beschuldigte ist somit – in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils – der einfachen Verkehrsregelverletzung durch Missachtung des Signals «kein Vortritt» im Kreisverkehrsplatz gemäss Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und Art. 36 Abs. 2 SVG sowie Art. 14 Abs. 1 und Art. 41b Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen. 11. Konkurrenzen Werden durch eine Handlung mehrere Verkehrsregeln verletzt, so ist in der Regel echte Konkurrenz anzunehmen (Fiolka, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 1.”
“Rechtliche Grundlagen Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich schuldig, wer Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollzugsverordnung des Bundesrates verletzt. Art. 31 Abs. 1 SVG schreibt vor, dass der Führer das Fahrzeug ständig so beherrschen muss, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung [VRV; SR 741.11]). Beherrschen bedeutet, jederzeit in der Lage zu sein, auf die jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckmässig zu reagieren (Urteil des Bundesgerichts 6B_302/2011 vom 29. August 2011 E. 3.3.2). Dies setzt voraus, dass der Fahrzeugführer jederzeit volle Kontrolle über sein Fahrzeug ausüben und auf selbst überraschende Verkehrsversverhältnisse mit einer durchschnittlichen Reaktionszeit angemessen reagieren kann (Weissenberger, in: Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, N 1 zu Art. 31 SVG). Die ihm zustehende Reaktionszeit richtet sich nach den Umständen.”
“Subjektiver Tatbestand Hingegen erweist sich die rechtliche Würdigung der Vorinstanz betreffend den subjektiven Tatbestand – mit dem Stadtrichteramt (Urk. 50 S. 3 ff.) – als rechts- fehlerhaft. Die Vorinstanz erwog, da der Beschuldigte die Kollision nicht bemerkt habe, könne ihm keine Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden, weshalb der subjektive Tatbestand nicht erfüllt sei. Entsprechend sprach die Vorinstanz den Beschuldigten frei (Urk. 49 S. 12 f. E. IV.2.2.). Ob der Beschuldigte die Kollision bemerkte (oder bei pflichtgemässer Sorgfalt hätte bemerken müssen), ist irrelevant. Den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt, wer fahrlässig eine Verkehrsregel verletzt (Art. 100 Ziff. 1 SVG). Fahr- lässig handelt, wer die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtig- keit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 StGB). Im Strassenverkehr richtet sich der Umfang der zu beachtenden Sorgfalt nach dem SVG und den dazu gehörenden Verordnungen. Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts stellt die Übertretung einer solchen Vorschrift – bei Eintritt eines entsprechenden tatbestandsmässigen Erfolgs – regelmässig auch eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit im Sinne von Art. 12 Abs. 3 StGB dar (BGE 116 IV 306 E. 1a). Es ist erstellt, dass der Beschuldigte beim Parkmanöver infolge man- gelnder Aufmerksamkeit mit dem bepflanzten Betongefäss kollidierte und damit das - 12 - Fahrzeug im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG nicht ausreichend beherrschte, weshalb er das Betongefäss beschädigte. In diesem Sachverhalt sind die Elemente der Fahrlässigkeit bereits enthalten: Die mangelnde Beherrschung des Fahrzeugs stellt die pflichtwidrige Unvorsichtigkeit im Sinne von Art.”
“Aufgrund derselben abstrakten Strafandrohung der obigen Delikte rechtfertigt es sich, zunächst eine Einsatzstrafe für die fahrlässige Verletzung der Verkehrs- regeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV sowie Art. 100 Ziff. 1 SVG (fehlende Beherrschung des Fahrzeugs aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit) festzusetzen, zumal dieses verschuldensmässig am schwersten wiegt. Der Strafrahmen reicht bis Fr. 10'000.– Busse (Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). 3.Fahrlässige Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV sowie Art. 100 Ziff. 1 SVG”
“Im Strassenverkehr richtet sich der Umfang der zu beachtenden Sorgfalt nach dem SVG und den dazu gehörenden Verordnungen. Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts stellt die Übertretung einer solchen Vorschrift – bei Eintritt eines entsprechenden tatbestandsmässigen Erfolgs – regelmässig auch eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit im Sinne von Art. 12 Abs. 3 StGB dar (BGE 116 IV 306 E. 1a). Es ist erstellt, dass der Beschuldigte beim Parkmanöver infolge man- gelnder Aufmerksamkeit mit dem bepflanzten Betongefäss kollidierte und damit das - 12 - Fahrzeug im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG nicht ausreichend beherrschte, weshalb er das Betongefäss beschädigte. In diesem Sachverhalt sind die Elemente der Fahrlässigkeit bereits enthalten: Die mangelnde Beherrschung des Fahrzeugs stellt die pflichtwidrige Unvorsichtigkeit im Sinne von Art. 12 Abs. 3 StGB dar. Der Beschuldigte hat demnach den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV in fahrlässiger Weise erfüllt.”
“Subjektiver Tatbestand Hingegen erweist sich die rechtliche Würdigung der Vorinstanz betreffend den subjektiven Tatbestand – mit dem Stadtrichteramt (Urk. 50 S. 3 ff.) – als rechts- fehlerhaft. Die Vorinstanz erwog, da der Beschuldigte die Kollision nicht bemerkt habe, könne ihm keine Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden, weshalb der subjektive Tatbestand nicht erfüllt sei. Entsprechend sprach die Vorinstanz den Beschuldigten frei (Urk. 49 S. 12 f. E. IV.2.2.). Ob der Beschuldigte die Kollision bemerkte (oder bei pflichtgemässer Sorgfalt hätte bemerken müssen), ist irrelevant. Den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt, wer fahrlässig eine Verkehrsregel verletzt (Art. 100 Ziff. 1 SVG). Fahr- lässig handelt, wer die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtig- keit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 StGB). Im Strassenverkehr richtet sich der Umfang der zu beachtenden Sorgfalt nach dem SVG und den dazu gehörenden Verordnungen. Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts stellt die Übertretung einer solchen Vorschrift – bei Eintritt eines entsprechenden tatbestandsmässigen Erfolgs – regelmässig auch eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit im Sinne von Art. 12 Abs. 3 StGB dar (BGE 116 IV 306 E. 1a). Es ist erstellt, dass der Beschuldigte beim Parkmanöver infolge man- gelnder Aufmerksamkeit mit dem bepflanzten Betongefäss kollidierte und damit das - 12 - Fahrzeug im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG nicht ausreichend beherrschte, weshalb er das Betongefäss beschädigte. In diesem Sachverhalt sind die Elemente der Fahrlässigkeit bereits enthalten: Die mangelnde Beherrschung des Fahrzeugs stellt die pflichtwidrige Unvorsichtigkeit im Sinne von Art.”
“Viel mehr als die unbeständigen Vorbringen des Beschuldigten überzeugen die Aussagen des Zeugen, wonach man im Polizeifahrzeug höher gesessen habe und den Beschuldigten über die Sachen im Kofferraum hinweg habe sehen können (Urk. 28 S. 4). An den Aussagen des Zeugen ist nichts zu erkennen, das gegen deren Glaubhaftigkeit sprechen würde. Wenn die Vorinstanz gestützt auf den Polizeirapport vom 18. Februar 2021 (Urk. 1), die Aussagen des Polizeibeamten B._____ vom 21. Februar 2022 (Urk. 28) und den Umstand, dass der Beschuldigte keine ihn entlastende Belege einzureichen bzw. Beweismittel anzuführen vermochte, den Sachverhalt als in rechtsgenügender Weise erstellt - 8 - betrachtete, ist daran nicht im Ansatz Willkür zu erkennen. Der Anklagesachverhalt ist, wie das die Vorinstanz festgehalten hat, erstellt (Urk. 52 S. 9). IV. Rechtliche Würdigung Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung äusserte sich die Verteidigung nicht. Die Vorinstanz nahm die rechtliche Würdigung korrekt vor (Urk. 52 S. 9 ff.), weshalb der Beschuldigte der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 und Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG sowie Art. 3 Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen ist. V. Sanktion”
Eine Radarmessung kann, wenn das Gerät den Anforderungen entspricht und von einem qualifizierten/vereidigten Beamten sachgemäss bedient wird, als zuverlässig erachtet werden; vor diesem Hintergrund kann ein Gericht eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG annehmen.
“Ce policier, qui a témoigné de la bonne utilisation de l’appareil de contrôle, est non seulement assermenté, mais il a également suivi un « cours sur les connaissances théoriques spécialisées pour contrôler les infractions aux limitations de vitesse » au moyen de matériel conforme aux exigences du droit fédéral (P. 15/2). Il n’y a dès lors aucune raison de douter des compétences et des constats effectués par le Sgt Z.________, et ses déclarations doivent être privilégiées par rapport à celles du prévenu, d’autant que contrairement à un prévenu qui risque l’inscription d’une condamnation dans son casier judiciaire et un retrait de son permis de conduire, le policier n’a aucun intérêt à mentir. Au vu de ce qui précède, la fiabilité de la mesure de la vitesse opérée par le radar ne suscite aucun doute raisonnable. Le premier juge était donc fondé à retenir que le prévenu circulait à la vitesse de 85 km/h, marge de sécurité déduite, lorsqu’il a été flashé. Mal fondé, ce grief doit être rejeté. 5. 5.1 L’appelant conteste sa condamnation pour violation grave des règles de la circulation au sens de l’art. 90 al. 2 LCR. Il soutient une nouvelle fois que la vitesse mesurée par le radar n’est pas fiable ni exacte, qu’il subsiste des zones d’ombre entourant la prise de cette mesure, que la vitesse retenue est le seul élément à charge, qu’elle doit être exempte de tout reproche et que la rigidité du système impose la plus grande précision. Il fait valoir que l’agent opérateur n’a pas été en mesure de confirmer si et dans quelle mesure la vitesse mesurée a été arrondie au chiffre entier le plus proche et que l’excès de vitesse commis constitue tout au plus une faute légère au sens de l’art. 90 al. 1 LCR. 5.2 5.2.1 Selon l'art. 90 LCR (Loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01), celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende (al. 1). Celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire (al.”
In der Praxis werden geringfügige innerörtliche Geschwindigkeitsüberschreitungen (1–5 km/h nach Abzug der Mess- bzw. Geräteuntergrenze) mit Ordnungsbussen von rund CHF 40 geahndet. Missachtungen eines Lichtsignals wurden in der Rechtspraxis beispielsweise mit einer Busse von CHF 250 bestraft (konkrete Ahndung hängt vom Einzelfall ab).
“En matière contraventionnelle, l'appel ne peut être formé que pour le grief selon lequel le jugement est juridiquement erroné ou l'état de fait a été établi de manière manifestement inexacte ou en violation du droit. Aucune nouvelle allégation ou preuve ne peut être produite (art. 398 al. 4 CPP). 2. 2.1.1. A teneur de l'art. 27 al. 1 de la Loi fédérale sur la circulation routière [LCR], chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu’aux ordres de la police. La vitesse doit toujours être adaptée aux circonstances, notamment aux particularités du véhicule et du chargement, ainsi qu’aux conditions de la route, de la circulation et de la visibilité (art. 32 al. 1 LCR). La vitesse maximale générale des véhicules peut atteindre, lorsque les conditions de la route, de la circulation et de visibilité sont favorables, 50 km/h dans les localités (art. 4a al. 1 let. a de l'Ordonnance sur les règles de la circulation routière [OCR]). Lorsque des signaux indiquent d’autres vitesses maximales, celles-ci sont applicables en lieu et place des limitations générales de vitesse (al. 5). L'art. 90 al. 1 LCR dispose que celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Dépasser, à l’intérieur d’une localité, de 1 à 5 km la vitesse maximale signalée, définie à titre général ou pour certains genres de véhicules, après déduction de la marge d’erreur inhérente aux appareils et aux mesures fixée par l’OFROU, est sanctionné par une amende d'ordre de CHF 40.- (art. 303 ch. 1 let. a de l'Ordonnance sur les amendes d'ordre [OAO]). 2.1.2. L'art. 7 de la Loi sur les amendes d'ordre [LAO], dans sa teneur jusqu'au 30 septembre 2023, dispose: Si le conducteur d’un véhicule n’a pas été intercepté ou appréhendé lors de l’infraction, l’amende est établie au nom du détenteur du véhicule figurant dans le permis de circulation (al. 1); l’amende est notifiée par écrit au détenteur du véhicule figurant dans le permis de circulation; le détenteur du véhicule dispose d’un délai de 30 jours pour la payer (al.”
“– werden dem Einsprecher auferlegt. Diese Kosten sowie die Busse von Fr. 250.– werden vom Stadtrichteramt Zürich eingefordert. 7. [Urteilseröffnung] 8. [Rechtsmittel] - 3 - Berufungsanträge: a) Der erbetenen Verteidigung des Beschuldigten: (Urk. 30 S. 1, Urk. 40 S. 1, schriftlich) 1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich (10. Abteilung) vom 27.05.2020 vollumfänglich aufzuheben. 2. Es sei Herr A._____ von Schuld und Strafe freizusprechen. 3. Unter den ordentlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen. b) Des Stadtrichteramts Zürich: (Urk. 45 S. 2, schriftlich) 1. Die gestellten Berufungsanträge seien abzuweisen. 2. Unter Kostenfolgen zu Lasten des Berufungsklägers. - 4 - _______________________________________ Erwägungen: I. 1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 27. Mai 2020 wurde der Beschuldigte des Missachtens eines Lichtsignals im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 SSV schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 250.– bestraft. Ferner wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen für den Fall schuldhafter Nichtbezahlung der Busse festgesetzt. Ausgangsgemäss wurden die Kosten der nachträglichen Untersuchung, des Strafbefehls sowie des gerichtlichen Verfahrens dem Beschuldigten auferlegt (Urk. 29). 2. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 30. Mai 2020 innert Frist Berufung an (Urk. 24). Nachdem dem Beschuldigten das begründete Urteil am 14. September 2020 zugestellt worden war (Urk. 28/2), liess er am 21. September 2020 (Datum Poststempel) fristgerecht Berufung erklären (Urk. 31). Mit Präsidialverfügung vom 28. September 2020 wurde dem Stadtrichteramt Zürich (nachfolgend: Stadtrichteramt) eine Kopie der Berufungserklärung zugestellt unter Fristansetzung zur Anschlussberufung oder für einen Antrag auf Nichteintreten auf die Berufung (Urk. 33). Gleichzeitig wurde der Beschuldigte unter Hinweis auf sein Aussageverweigerungsrecht aufgefordert, ein Datenerfassungsblatt auszufüllen und seine finanziellen Verhältnisse zu belegen (ebd.”
Bei riskanten Überhol- oder Wiedereinbiegevorgängen ist die Pflicht zur Wahrung eines ausreichenden Abstands von zentraler Bedeutung. Wird beim Wiedereinbiegen eine spürbare, vorhersehbare Geschwindigkeitsreduktion (z. B. durch Rekuperation) erwartet, ist der Abstand bei der Bemessung entsprechend weiter zu wählen.
“Demgegenüber erweist sich die Aussage des Beschuldigten als widersprüchlich. Es bestehen keine ernst zu nehmenden Zweifel daran, dass sich der Überholvorgang so abgespielt hat, wie er von B.________ in seiner Anzeige vom 9. März 2021 geschildert und von der Vorinstanz angenommen wurde. Als Schlussfolgerung kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte ein riskantes Überholmanöver eingeleitet hat, das ihn vor der Vollendung aufgrund des entgegenkommenden Personenwagens zwang, wieder rechts einzuscheren, womit er den erforderlichen Sicherheitsabstand gegenüber dem E-Bike-Fahrer B.________ bei weitem nicht mehr einhielt und diesen einer konkreten und erheblichen Gefährdung ausgesetzt hat. Ein folgenschwerer Unfall konnte nur knapp vermieden werden. Damit hat der Berufungsführer gegen die Art. 34 Abs. 3 und 4 sowie Art. 35 Abs. 3 SVG verstossen und eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen. Er ist zurecht wegen einer groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG verurteilt worden.”
“Zwar hat der Beschuldigte im Moment des Wie- dereinbiegens auf die rechte Fahrspur einen noch genügenden Abstand zum Fahr- zeug von G._____ eingehalten. Da er jedoch bereits zu Beginn des Überholmanö- vers wusste, dass er aufgrund des Kickstarts beim Wiedereinbiegen die Geschwin- digkeit durch das Loslassen des Gaspedals spürbar reduzieren würde, hätte er die- sen Umstand bei der Bemessung des Abstands berücksichtigen müssen. Mit dem - 29 - Loslassen des Gaspedals nach dem Wiedereinbiegen auf die rechte Fahrspur ohne verkehrsbedingten Grund und aufgrund der ihm bekannten spürbaren Rekupera- tion trotz kurz bevorstehender Erhöhung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h auf 80 km/h manifestierte der Beschuldigte ein rücksichtsloses Verhalten gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere gegenüber G._____, zu deren Schutz die entsprechenden Vorschriften erlassen wurden. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass er grobfahrlässig handelte und demzufolge auch den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllte.”
“Rechtliche Grundlagen Eine grobe Verkehrsregelverletzung begeht, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 90 Abs. 2 SVG). Für die allgemeinen Ausführungen zum objektiven und subjektiven Tatbestand wird auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (S. 37 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern ausreichend Abstand zu wahren, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren. Laut Art. 12 Abs. 1 VRV ist der Abstand so zu wählen, dass der nachfolgende Fahrzeuglenker auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig halten kann.”
Fehlende oder unzureichende Warnsignale, eingeschränkte Sicht oder riskantes Verhalten schliessen eine Strafbarkeit nicht automatisch aus. Auch regelmässige Ansagen oder das Vorhandensein von Warnsignalen können eine Verurteilung wegen grober Pflichtverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG nicht verhindern, wenn die Umstände ein weit über das zulässige Mass hinausgehendes Risiko begründen.
“De surcroît, il ne disposait alors que d'une visibilité restreinte sur le trafic latéral, celle-ci devant même être qualifiée de quasiment nulle, compte tenu de la configuration des lieux, au niveau du carrefour formé par l'intersection des rues François-Versonnex et de la rue des Eaux-Vives, en particulier s'agissant des véhicules en provenance de cette dernière, ainsi que cela ressort notamment des images vidéo. L'assistance apportée par son collègue C______, dont la procédure démontre au demeurant qu'il observait uniquement le trafic sur sa droite et s'occupait également de faire la liaison avec la CECAL, n'était nullement de nature à prévenir les risques d'accident, référence étant faite à la jurisprudence du Tribunal fédéral citée supra au considérant 2.1.8. Dans de telles circonstances, il est établi que l'appelant A______ n'a pas respecté les règles imposées par la prudence et pris des risques largement excessifs. Les annonces régulières à la CECAL, le fait que les autres membres de la patrouille ne se soient pas sentis en danger, respectivement le fait qu'aucun accident grave ne soit survenu, ne changent rien à ce qui précède. 2.2.4. Au regard de ce qui précède, l'appelant ne peut bénéficier de l'absence de punissabilité prévue à l'art. 100 ch. 4 LCR. Sa culpabilité du chef d'infraction grave à la LCR (art. 90 al. 2 LCR) doit dès lors être confirmée. Il remplit néanmoins les conditions d'une atténuation de peine, désormais obligatoire à teneur de l'art. 100 ch. 4 dernière phrase LCR, qui sera développée infra. 3. 3.1. Celui qui commet une infraction à l'art. 90 al. 2 LCR est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. 3.2. Selon l'art. 100 ch. 4 3ème phrase LCR, si le conducteur n'a pas fait preuve de la prudence imposée par les circonstances ou s'il n'a pas donné les signaux d'avertissement nécessaires lors d'une course officielle urgente, il reste punissable, mais la peine doit être atténuée. Le nouvel art. 100 ch. 5 LCR, également entré en vigueur le 1er octobre 2023, précise qu'en cas d'excès de vitesse commis lors de courses officielles urgentes ou nécessaires pour des raisons tactiques, seule est prise en considération la différence par rapport à la vitesse qui aurait été appropriée pour l'intervention. Cette disposition prévoit un mécanisme additionnel en faveur des conducteurs, lorsque les conditions de la justification selon l'art.”
“De surcroît, il ne disposait alors que d'une visibilité restreinte sur le trafic latéral, celle-ci devant même être qualifiée de quasiment nulle, compte tenu de la configuration des lieux, au niveau du carrefour formé par l'intersection des rues François-Versonnex et de la rue des Eaux-Vives, en particulier s'agissant des véhicules en provenance de cette dernière, ainsi que cela ressort notamment des images vidéo. L'assistance apportée par son collègue C______, dont la procédure démontre au demeurant qu'il observait uniquement le trafic sur sa droite et s'occupait également de faire la liaison avec la CECAL, n'était nullement de nature à prévenir les risques d'accident, référence étant faite à la jurisprudence du Tribunal fédéral citée supra au considérant 2.1.8. Dans de telles circonstances, il est établi que l'appelant A______ n'a pas respecté les règles imposées par la prudence et pris des risques largement excessifs. Les annonces régulières à la CECAL, le fait que les autres membres de la patrouille ne se soient pas sentis en danger, respectivement le fait qu'aucun accident grave ne soit survenu, ne changent rien à ce qui précède. 2.2.4. Au regard de ce qui précède, l'appelant ne peut bénéficier de l'absence de punissabilité prévue à l'art. 100 ch. 4 LCR. Sa culpabilité du chef d'infraction grave à la LCR (art. 90 al. 2 LCR) doit dès lors être confirmée. Il remplit néanmoins les conditions d'une atténuation de peine, désormais obligatoire à teneur de l'art. 100 ch. 4 dernière phrase LCR, qui sera développée infra. 3. 3.1. Celui qui commet une infraction à l'art. 90 al. 2 LCR est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. 3.2. Selon l'art. 100 ch. 4 3ème phrase LCR, si le conducteur n'a pas fait preuve de la prudence imposée par les circonstances ou s'il n'a pas donné les signaux d'avertissement nécessaires lors d'une course officielle urgente, il reste punissable, mais la peine doit être atténuée. Le nouvel art. 100 ch. 5 LCR, également entré en vigueur le 1er octobre 2023, précise qu'en cas d'excès de vitesse commis lors de courses officielles urgentes ou nécessaires pour des raisons tactiques, seule est prise en considération la différence par rapport à la vitesse qui aurait été appropriée pour l'intervention. Cette disposition prévoit un mécanisme additionnel en faveur des conducteurs, lorsque les conditions de la justification selon l'art.”
Bei Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG können – zusätzlich zur Ahndung der Verkehrsregelverletzung – weitere straf- oder verwaltungsrechtliche Tatbestände hinzutreten, wenn etwa nach einer Kollision die Meldepflicht nicht erfüllt oder der Unfallort verlassen wird. Ebenso bestehen eigenständige Straftatbestände für die Verweigerung von Atem- oder Bluttests. Solche zusätzlichen Pflichten und Sanktionen ergeben sich aus den einschlägigen Ausführungs- und Ergänzungsbestimmungen.
“Le juge atténue la peine si l'erreur était évitable. L'erreur sur l'illicéité vise le cas où l'auteur agit en ayant connaissance de tous les éléments constitutifs de l'infraction, et donc avec intention, mais en croyant par erreur agir de façon licite (ATF 141 IV 336 consid. 2.4.3 et les références citées, JdT 2016 I 200 ; ATF 129 IV 238 consid. 3.1 ; TF 6B_1398/2022 du 12 mai 2023 consid. 1.1.1). La réglementation relative à l'erreur sur l'illicéité repose sur l'idée que le justiciable doit faire tout son possible pour connaître la loi et que son ignorance ne le protège que dans des cas exceptionnels (ATF 129 IV 238 précité ; TF 6B_1398/2022 précité ; TF 6B_706/2019 du 13 août 2019 consid. 2.1). Pour exclure l'erreur de droit, il suffit que l'auteur ait eu le sentiment de faire quelque chose de contraire à ce qui se doit ou qu'il eût dû avoir ce sentiment (ATF 129 IV 6 consid. 4.1 ; TF 6B_706/2019 précité ; TF 6B_77/2019 du 11 février 2019 consid. 2.1 non publié à l’ATF 145 IV 17). 4.1.3 Selon l’art. 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958; RS 741.01), celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Selon l’art. 92 al. 1 LCR est puni de l’amende quiconque viole, lors d’un accident, les obligations que lui impose la présente loi. Selon l’art. 51 al. 3 LCR, si l’accident n’a causé que des dommages matériels, leur auteur en avertira tout de suite le lésé en indiquant son nom et son adresse. En cas d’impossibilité, il en informera sans délai la police. Selon l’art. 91a al. 1 LCR est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire quiconque, en qualité de conducteur d’un véhicule automobile, s’oppose ou se dérobe intentionnellement à une prise de sang, à un contrôle au moyen de l’éthylomètre ou à un autre examen préliminaire réglementé par le Conseil fédéral, qui a été ordonné ou dont le conducteur devait supposer qu’il le serait, ou quiconque s’oppose ou se dérobe intentionnellement à un examen médical complémentaire ou fait en sorte que des mesures de ce genre ne puissent atteindre leur but.”
“Fazit Der Beschuldigte ist der fahrlässigen Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV sowie Art. 100 Ziff. 1 SVG schuldig zu sprechen. 3.Tatvorwurf 2 3.1.Sachverhalt Die Vorinstanz erwog, aufgrund der Kollision seien sowohl am Fahrzeug als auch am bepflanzten Betongefäss Schäden (Wertverminderung) entstanden, namentlich in Form der auf den Fotos ersichtlichen Schrammen bzw. Abriebspuren. Die Kollisionsintensität und das Ausmass der am bepflanzten Betongefäss vorbe- stehenden Beschädigungen seien ungeklärt. Letzteres sei unbedeutend, da nach- weislich weitere – wenn auch geringe – Schäden durch die vorliegende Kollision entstanden seien. Es sei unbestritten und somit erstellt, dass der Beschuldigte nach der Kollision weder die Geschädigte noch die Polizei informiert habe. Aufgrund der glaubhaften Aussagen des Beschuldigten sei erstellt, dass er nach der Kollision ruhig seinen Kofferraum geöffnet habe und während seines Geschäftstermins, mit- hin für längere Zeit, das Fahrzeug auf dem fraglichen Parkplatz habe stehen lassen.”
Art. 90 Abs. 1 SVG kann neben anderen strafrechtlichen Verurteilungen gesondert verhängt werden. Die Entscheidungen zeigen, dass dabei gleichzeitig Bussenzahlungen, Tagessatz- oder Geldstrafen, Ersatzfreiheitsstrafen für nicht bezahlte Bussen sowie ein aufgeschobener Vollzug mit Probezeit angeordnet werden können. Art. 90 tritt damit in der Praxis auch als zusätzliche Anklage zu schwereren Straftaten auf.
“Leuthard Urteil vom 16. April 2024 in Sachen A._____, Beschuldigter und Erstberufungskläger amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG X._____ gegen B._____, Privatkläger und Zweitberufungskläger unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ sowie Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, Anklägerin und Berufungsbeklagte betreffend einfache Körperverletzung etc. und Widerruf Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Ein- zelgericht, vom 12. Mai 2023 (GG220208) - 2 - Anklage: Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 29. Juli 2022 (Urk. 25) ist diesem Urteil beigeheftet. Urteil der Vorinstanz: 1.Der Beschuldigte ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB; der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB; der vorsätzlichen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 37 Abs. 2 SVG sowie der fahrlässigen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG. 2.Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. 3.Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre angesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 4.Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 5.Von einem Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg- Aarau vom 28. Juni 2019 bedingt ausgefällten Geldstrafe von 30 Tagessät- zen zu Fr. 30.– unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren wird abgese- hen. Die Probezeit wird um 1 Jahr verlängert. - 3 - 6.Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: Fr.1'500.00; die weiteren Kosten betragen: Fr.645.25 Gebühr für das Vorverfahren; Fr.5'094.20 amtliche Verteidigung (RA X._____); Fr.6'756.35 unentgeltlicher Rechtsvertreter Privatkläger (RA Y._____). Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 7.Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom- men diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers, werden dem Beschuldigten auferlegt.”
“* * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel de A______ et l'appel joint du Ministère public formés contre le jugement rendu le 3 juin 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/12795/2019. Les rejette. Ordonne le maintien des mesures de substitution prévues dans l'ordonnance du Tribunal des mesures de contrainte du 23 avril 2021 jusqu'au début de l'exécution de la peine. Condamne A______ aux 2/3 des frais de la procédure d'appel, en CHF 2'325.-, qui comprennent un émolument de CHF 2'000.-, et laisse le solde de ces frais à la charge de l'Etat. Arrête à CHF 4'570.05, TVA comprise, le montant des frais et honoraires de Me C______, défenseure d'office de A______, pour la procédure d'appel. Arrête à CHF 2'437.60, TVA comprise, le montant des frais et honoraires de Me E______, conseil juridique gratuit de D______, pour la procédure d'appel. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de tentative de meurtre (art. 22 al. 1 CP cum art. 111 CP), de conduite en état d'ébriété qualifiée (art. 91 al. 2 let. a LCR) et de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Condamne A______ à une peine privative de liberté de 4 ans et 6 mois, sous déduction de 83 jours de détention avant jugement et de 95 jours à titre d'imputation des mesures de substitution (art. 40 et art. 51 CP). Condamne A______ à une peine pécuniaire de 120 jours-amende (art. 34 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 30.-. Condamne A______ à une amende de CHF 300.- (art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de 3 jours. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Renonce à révoquer le sursis octroyé le 27 juillet 2017 par le Ministère public de Genève (art. 46 al. 2 CP). Renonce à ordonner l'expulsion de Suisse de A______ (art. 66a al. 2 CP). Condamne A______ à payer à D______ CHF 20'000.-, avec intérêts à 5% dès le 21 juin 2019, à titre de réparation du tort moral (art. 47 et art. 49 CO). Ordonne le séquestre, la confiscation et la destruction des objets figurant sous chiffres 2 et 3 de l'inventaire n° 2______ du 21 juin 2019, sous chiffres 1 à 27 de l'inventaire n° 3______ du 21 juin 2019, sous chiffres 1 à 5 de l'inventaire n° 4______ du 21 juin 2019, sous chiffres 1 à 6 de l'inventaire n° 5______ du 21 juin 2019, sous chiffres 1 et 3 de l'inventaire n° 6______ du 21 juin 2019, sous chiffres 1 à 3 de l'inventaire n° 7______ du 21 juin 2019 et sous chiffres 1 à 5 de l'inventaire n° 8______ du 21 juin 2019 (art.”
Bei Überschreitung der innerorts zulässigen Geschwindigkeit um rund 25–29 km/h (konkret 28 km/h) fallen Fälle in die obere Bandbreite der VBRS‑Referenzen; ab 28 km/h entfällt zudem die Möglichkeit einer Ordnungsbusse nach der einschlägigen Verordnung.
“Objektive und subjektive Tatschwere Beim objektiven Tatverschulden ist zu berücksichtigen, welche Rechtsgüter in welchem Ausmass beeinträchtigt wurden. Art. 90 SVG dient primär dem Schutz der Verkehrssicherheit, sekundär aber auch dem Schutz von Leib und Leben der übrigen Strassenbenützer, sowie deren Eigentum (Fiolka, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 8 ff. zu Art. 90 SVG). Die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (nachfolgend: VBRS-Richtlinien; Stand vom 1. Januar 2021) sehen für gewisse Deliktskategorien Referenzstrafen vor. Die Kammer ist nicht an diese Richtlinien gebunden, sie können jedoch als Orientierungspunkte dienen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_510/2019 vom 8. August 2019 E. 4.3.). Die VBRS-Richtlinien empfehlen grobe Verkehrsverletzungen durch Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit um 25 bis 29 km/h innerorts mit einer Strafe von 25 Strafeinheiten zu sanktionieren (S. 22 der VBRS-Richtlinien). Der Beschuldigte hat die Geschwindigkeit von 50 km/h innerorts um netto 28 km/h überschritten, was im oberen Bereich dieser Bandbreite von 25 bis 29 km/h liegt.”
“S’agissant plus particulièrement de l’appréciation des déclarations de l’appelant sur son emploi du temps, la Juge de police a considéré qu’il ne les avait fournies que tardivement, ce qui selon elle affecte leur crédibilité. Il ne s’agit nullement d’un renversement du fardeau de la preuve, mais d’une appréciation des déclarations de l’appelant qui, bien qu’ayant toujours contesté être le conducteur fautif, avance en toute fin de procédure un élément pouvant le disculper. Faute d’être suffisamment motivés sous l’angle de l’arbitraire, les griefs de l’appelant sont irrecevables. 2.5. Enfin, l’appelant se plaint d’une violation du droit, grief en soi recevable. Il soutient que la Juge de police a porté atteinte à l’article 90 al. 1 LCR en ne tenant pas compte de circonstances exceptionnelles qui auraient commandé de lui infliger une amende d’ordre. On doit lui opposer d’emblée que sa critique se fonde sur des allégations nouvelles, jugées irrecevables (cf. consid. 1.3), notamment en lien avec l’invocation de circonstances exceptionnelles et qu’en outre, elle est mal fondée. D’une part, la jurisprudence citée par l’appelant (ATF 143 IV 508) se rapporte aux alinéas 2 à 4 de l’art. 90 LCR et non à l’alinéa 1 de cette disposition. D’autre part, les faits incriminés n’entrent quoi qu’il en soit pas dans la liste des contraventions sanctionnées par une amende d’ordre, puisque le dépassement de vitesse est de 28 km/h et non de 25 km/h au maximum (cf. annexe 1 dans l’ordonnance sur les amendes d’ordre, ch. 303 ch. 3 let. e; RS 314.11). 2.6. Au vu de ce qui précède, l’appel doit être rejeté dans la mesure de sa recevabilité. 3. 3.1. Vu le sort de l’appel, les frais de la procédure d’appel, arrêtés à CHF 1’100.- (émolument : CHF 1’000.-; débours : CHF 100.-), doivent être mis à la charge de l’appelant (art. 428 al. 1 CPP). 3.2. Aucune indemnité de partie n’est accordée à la partie qui supporte les frais de procédure (ATF 137 IV 352 consid. 2.4.2). la Cour arrête : I. L’appel est rejeté dans la mesure de sa recevabilité. II. Les frais de la procédure d’appel, arrêtés à CHF 1’100.- (émolument : CHF 1’000.-; débours : CHF 100.-), sont mis à la charge de A.________. III. Aucune indemnité de partie n’est accordée.”
Rücksichtslosigkeit ist restriktiv zu beurteilen; die Prüfung erfordert eine objektive und eine subjektive Betrachtung. Günstige konkrete Verkehrsverhältnisse können — je nach den Umständen — gegen die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefährdung sprechen, schliessen aber die Bejahung von Skrupellosigkeit nicht generell aus.
“Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_505/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 1.1.1). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen. Die Annahme von Rücksichtslosigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist jedoch restriktiv zu handhaben, weshalb nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen werden darf. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten ist, wiegt auch subjektiv schwer (BGE 142 IV 93 E. 3.1; zum Ganzen bisherigen Abschnitt Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Bei einer (eventual-)vorsätzlichen Missachtung der Verkehrsregeln stellt sich im Falle einer Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zudem die Frage des Vorsatzes in Bezug auf die Gefährdung Dritter, nämlich ob der Täter eine erhöhte abstrakte Gefahr, eine darüber hinausgehende konkrete Gefährdung oder gar eine Verletzung Dritter, das heisst eines Unfalls, in Kauf genommen hat oder ob diesbezüglich (bewusste) Fahrlässigkeit vorliegt. Der subjektive Tatbestand ist daher nicht bloss bezüglich der Verletzung der Verkehrsregeln, sondern auch hinsichtlich der damit einhergehenden Folgen bzw. der Risikoverwirklichung zu prüfen, wobei sich ein Eventualvorsatz sowohl auf die Inkaufnahme einer erhöhten abstrakten Gefahr als auch einer darüber hinausgehenden konkreten Gefahr oder gar einer Verletzung Dritter beziehen kann. Es wird in dieser Hinsicht von einem sogenannten «doppelten Vorsatz» gesprochen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.3 mit Hinweisen). Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern ein ausreichender Abstand einzuhalten, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren.”
“En tant que règle sur le fardeau de la preuve, elle signifie, au stade du jugement, que le fardeau de la preuve incombe à l'accusation et que le doute doit profiter au prévenu. Comme règle d'appréciation des preuves, elle signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective. Lorsque l'appréciation des preuves et la constatation des faits sont critiquées en référence au principe in dubio pro reo, celui-ci n'a pas de portée plus large que l'interdiction de l'arbitraire (ATF 148 IV 409 consid. 2.2 ; ATF 146 IV 88 consid. 1.3.1 ; ATF 145 IV 154 consid. 1.1). 5.2.2 Aux termes de l'art. 90 al. 2 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01), celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D'un point de vue objectif, la violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR suppose que l'auteur ait mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; ATF 142 IV 93 consid. 3.1). Subjectivement, l'état de fait de l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, c'est-à-dire une faute grave et, en cas d'acte commis par négligence, à tout le moins une négligence grossière.”
“_____-strasse nach der Parkplatzausfahrt konnte die Beschul- digte gut überblicken und damit allenfalls von unten herannahende Verkehrsteil- nehmer frühzeitig erkennen. Aus der aktenkundigen Videoaufnahme ist ersicht- lich, dass hinter der Ausfahrt des Parkplatzes auf der linken Strassenseite ledig- lich ein Pick-Up abgestellt war und unmittelbar danach eine Ausbuchtung zur Ver- kehrsberuhigung folgte, sodass die I._____-strasse über eine kurze Strecke ver- engt war. Entgegenkommende Fahrzeuge waren dagegen keine zu sehen (vgl. Urk. D2/2/9, IMG_1994-converted, ab ca. 01:34). Solche hätten im Übrigen hinter der Ausbuchtung resp. dem abgestellten Pick-Up anhalten und die Beschuldigte vorbeifahren lassen müssen, da die Verkehrshindernisse auf deren Fahrspur be- standen. Unter diesen konkreten Umständen schuf die Beschuldigte keine erhöhte abstrak- te Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer im Sinne der vorstehend dargelegten - 34 - bundesgerichtlichen Rechtsprechung, als sie das Rotlicht missachtete. Der objek- tive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist demnach nicht erfüllt. Da aufgrund der konkreten Verkehrssituation und des vorstehend dargelegten Fahrverhaltens der Beschuldigten keine gesteigerte Gefährdungs- oder Unfallge- fahr bestand, kann ihr kein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsre- gelwidriges Verhalten vorgeworfen werden. M.a.W. ist nicht davon auszugehen, dass die Beschuldigte eine erhöhte abstrakte Gefahr, eine darüber hinausge- hende konkrete Gefährdung oder gar eine Verletzung Dritter in Kauf nahm oder diesbezüglich (bewusst) grobfahrlässig handelte. Folglich ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nicht erfüllt. 4.5.Das unter Sachverhaltsabschnitt 4 von Dossier 2 beschriebene und ankla- gegemäss erstellte Verhalten der Beschuldigten erfüllt dagegen den objektiven und subjektiven Tatbestand der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1 und Abs. 1 bis SSV. Dies wird auch von der amtlichen Verteidigung aner- kannt (Urk.”
“Mit all diesen Vorbringen hat sich die Vorinstanz auseinandergesetzt und ausführlich begründet, weshalb darin keine besonderen Umstände liegen, die das Verhalten des Beschwerdeführers in einem milderen Licht erscheinen lassen. Mit den bereits erwähnten zahlreichen Gefahrenquellen, aus welchen die Vorinstanz die Unübersichtlichkeit ableitete, erklärte sie auch, weshalb die Signalisation von jener bei den Bushaltestellen Unter Laret und Ober Laret abweicht. Abgesehen davon ergibt sich aus den von der Vorinstanz festgestellten örtlichen Verhältnissen im Bereich der Messstelle auch ohne Weiteres der Innerortscharakter (auch wenn ein solcher zur Begründung der Skrupellosigkeit nicht erforderlich wäre). Schliesslich wies die Vorinstanz auch auf die erhöhte Unfallhäufigkeit hin, die zur Signalisationsänderung führte. Die Vorinstanz wies darüber hinaus völlig zurecht darauf hin, dass günstige Verkehrsverhältnisse und das Fehlen anderer Verkehrsteilnehmer nicht gegen die Annahme der Skrupellosigkeit sprechen, zumal der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG keine konkrete Gefahr verlangt. Die Vorinstanz hat daher weder ihre Begründungspflicht verletzt, noch in Verletzung von Art. 90 Abs. 2 SVG vorschnell vom objektiven auf den subjektiven Tatbestand geschlossen. Sie hat zurecht darauf hingewiesen, dass es nicht erklärbar sei, dass der Beschwerdeführer, die beidseits der Strasse angebrachten Geschwindigkeitstafeln sowie das Ortsschild "Laret" übersehen habe. Tatsächlich lässt sich dies nur mit einem Grad an Unaufmerksamkeit erklären, der eine Skrupellosigkeit begründet. Unbehelflich ist schliesslich der Hinweis des Beschwerdeführers darauf, dass dieser ausser der Geschwindigkeitsüberschreitung keine weiteren riskanten Manöver ausgeführt habe und auch keine weiteren Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz seitens des Beschwerdeführers vorlägen.”
Bei mehrfacher Begehung von Art. 90 Abs. 2 SVG wirkt sich die Mehrfachtat strafschärfend aus (vgl. Art. 49 StGB). Bei Ausfällung einer Geldstrafe ist – unter Hinweis auf Art. 34 Abs. 1 StGB – ein Mindestumfang von drei Tagessätzen zu beachten. Die Mehrfachtat erweitert den gesetzlichen Strafrahmen nicht, kann aber in der Praxis zu deutlich höheren Strafen führen (in Einzelfällen wurden Freiheitsstrafen von mehreren Jahren in Aussicht gestellt).
“Strafrahmen, Strafart und schwerste Straftat Zu beurteilen gilt es drei grobe Verkehrsregelverletzungen. Diese sind gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe zu sanktionieren. Der Strafrahmen beträgt damit mindestens drei Tagessätze Geldstrafe (Art. 34 Abs. 1 StGB) und angesichts der Mehrfachbegehung höchstens”
“Das geltende (neue) Recht ist daher auf diese nur anzuwenden, sofern es für den Beschuldigten im konkreten Fall zu ei- nem günstigeren Ergebnis führt (vgl. Art. 2 Abs. 2 StGB; DONATSCH, in: Do- natsch/Heimgartner/Isenring/Weder [Hrsg.], Kommentar zum StGB, 21. Aufl., Zü- rich 2022, N 10 zu Art. 2 StGB). Während nach altem Recht die Ausfällung einer Geldstrafe von einem bis zu 360 Tagessätzen möglich ist, ist nach neuem Recht nur noch eine Geldstrafe von 3 bis 180 Tagessätzen zulässig (alt bzw. neu Art. 34 Abs. 1 StGB). Vorliegend ist eine (Gesamt-)Geldstrafe auszusprechen (vgl. vorstehend Ziffer 1.5.), sodass sich angesichts des Strafhöchstmasses von 180 Tagessätzen Geldstrafe das neue Recht als das mildere und konkret an- wendbare erweist. 2.2.Der Beschuldigte hat sich der Gehilfenschaft zur mehrfachen Widerhand- lung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG strafbar gemacht. Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG sehen hierfür eine Frei- - 54 - heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Auch die grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne Art. 90 Abs. 2 SVG (Anklageziffer 3) sieht eine Gelds- trafe oder eine Freiheitsstrafe bis drei Jahre vor. Strafschärfend wirkt sich die mehrfache Tatbegehung aus (Art. 49 Abs. 1 StGB). Strafmildernd wirkt sich die Gehilfenschaft aus (Art. 25 StGB). Diese technischen Strafzumessungsfaktoren führen zu keiner Erweiterung des Strafrahmens. Sämtliche zu sanktionierende Delikte sind somit innerhalb des Strafrahmens von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c und d BetmG und Art. 90 Abs. 2 SVG angemessen zu sanktionieren. 2.3.Infolge des Umstands, dass alle Delikte den gleichen Strafrahmen aufwei- sen, ist hier von derjenigen Straftat auszugehen, die im konkreten Fall die höchste Strafe nach sich zieht. Der Beschuldigte beteiligte sich als Gehilfe an insgesamt drei Lieferungen von total ca. 132 Kilogramm Marihuana mit einem THC-Gehalt von mindestens 8%, welche durch B._____ an E._____ erfolgten. Der Beitrag des Beschuldigten bestand jeweils darin, Material zu beschaffen, im eigenen Fahr- zeug den Transport zu begleiten bzw.”
“die Schlusseinvernahme durchzuführen, die Anklageschrift auszuarbeiten, die Anklageerhebung durchzuführen sowie das Gesuch um Auslieferung nach Frankreich zu prüfen und ein allfälliges Auslieferungsverfahren durchzuführen. Sodann ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass er sich im vorliegenden Verfahren nicht aufgrund von Kollusionsgefahr in Haft befindet, was unter Umständen eine Entlassung nach Durchführung bestimmter Beweiserhebungen rechtfertigten könnte. Eine vorliegende Fluchtgefahr kann vielmehr auch nach Abschluss des Vorverfahrens noch gegeben sein. Hinsichtlich der Haftdauer gilt es ferner festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer bis zum Ablauf der Haftverlängerung knapp fünf Monate in Untersuchungshaft befinden wird. Aufgrund des ihm vorgeworfenen Sachverhalts und der zu erwartenden Strafe ist die Haft auch in dieser zeitlichen Hinsicht noch verhältnismässig. Wie bereits dargelegt wurde, könnte auch bei einer Bejahung der mehrfachen Begehung des Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG anstatt von Art. 129 StGB und Art. 90 Abs. 3 bzw. 4 SVG eine Freiheitsstrafe von bis zu 4 ½ Jahren ausgefällt werden. Ob die (mögliche) Sanktion bedingt oder unbedingt ausgesprochen werden wird, spielt dabei keine Rolle (BGE 133 I 270 E. 3.4.2; AGE HB.2021.6 vom 3. März 2021 E. 6.4).”
Das Filmen von Polizeikontrollen in Verbindung mit Drohungen oder aggressivem Verhalten kann als Indiz für eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden und in der zitierten Entscheidung zur Verurteilung nach dieser Bestimmung geführt haben.
“2023 sur JTDP/1525/2022 ( PENAL ) , REJETE RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/14542/2020 AARP/426/2023 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 23 novembre 2023 Entre A______, domicilié ______, comparant par Me Adriano NESE, avocat, DE BOCCARD ASSOCIES SA, rue du Mont-Blanc 3, 1201 Genève, appelant, contre le jugement JTDP/1525/2022 rendu le 23 décembre 2022 par le Tribunal de police, et B______, partie plaignante, C______, partie plaignante, D______, partie plaignante, LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimés. EN FAIT : A. a. En temps utile, A______ appelle du jugement du 23 décembre 2022 par lequel le Tribunal de police (TP) l'a acquitté de violence ou menace contre les autorités et les fonctionnaires (art. 285 ch. 1 al. 1 du Code pénal [CP]) et l'a reconnu coupable de dommages à la propriété (art. 144 al. 1 CP), d'injure (art. 177 al. 1 CP) ainsi que de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 de la loi fédérale sur la circulation routière [LCR]), l'a condamné à une peine pécuniaire de 90 jours-amende, à CHF 30.- l'unité, avec sursis, délai d'épreuve de trois ans, a rejeté ses prétentions en indemnisation et l'a condamné aux 4/5èmes des frais de la procédure. A______ conclut à son acquittement des chefs d'infractions de dommages à la propriété (art. 144 al. 1 CP) et de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), ainsi qu'à une exemption de peine en lien avec l'infraction d'injure (art. 177 al. 1 et 2 CP, art. 52 et 16 CP). Il conclut également à l'octroi d'une indemnité pour les dépenses occasionnées par l'exercice raisonnable de ses droits de procédure, chiffrée à CHF 5'203.10 pour celles de première instance (art. 429 al. 1 let. a du Code de procédure pénale [CPP]), et à ce que les frais de la procédure soient mis à la charge de l'État. Le Ministère public (MP) conclut au rejet de l'appel. b. Selon l'ordonnance pénale du 3 décembre 2020, il est encore reproché ce qui suit à A______ : Le 23 juin 2020, vers 12h00, à l'avenue de Mategnin sur la commune de Meyrin, il a adopté à l'encontre des policiers une attitude agressive lors d'un contrôle routier. Il les a en particulier insultés de "connards de racistes" abusant de leur pouvoir, les a filmés au moyen de son téléphone portable tout en leur disant "Vous allez voir, je vais me venger de vous. Cela va coûter bien plus cher à vous et à l'Etat que l'amende que vous me délivrez", a refusé d'obtempérer aux injonctions de B______ qui lui demandait d'arrêter de filmer, forçant celui-ci à user de la contrainte pour se saisir de l'appareil.”
Parkscheibenpflicht: Das Signal «Parkieren mit Parkscheibe» verlangt die Verwendung einer Parkscheibe nach Anhang 3 Ziff. 1; diese ist gemäss den Vorgaben gut sichtbar hinter der Frontscheibe anzubringen. Die Signalisationsverordnung gilt als Vollziehungsvorschrift im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG, sodass Verstösse gegen die Parkscheibenpflicht sanktionierbar sind.
“Gesetzliche und theoretische Grundlagen Die Vorinstanz machte vorab Ausführungen zur einfachen Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 1 SVG) sowie zum Parkieren mit Parkscheibe (Art. 48a SSV) und legte sodann die rechtliche Ausgangslage in Bezug auf die Anwohnerparkkarte dar. Auf diese zutreffenden Ausführungen kann vollumfänglich verwiesen werden (S. 16 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 89 f.): Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer Verkehrsregeln dieses Gesetztes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Art. 90 Abs. 1 setzt die Verletzung einer beliebigen Verkehrsregel des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats voraus. Unter diese Bestimmung fallen sämtliche Verkehrsregelverletzungen, soweit diese keinen qualifizierten Tatbestand erfüllen. Erfasst werden sodann vorsätzliche sowie auch fahrlässige Handlungen (BSK SVG-FIOLKA, Art. 90 Abs. 1 N 29 f.). […] Das Signal «Parkieren mit Parkscheibe» kennzeichnet Parkplätze, auf denen beim Parkieren eine Parkscheibe nach Anhang 3 Ziff. 1 verwendet werden muss. Diese muss gemäss Abs. 4 gut sichtbar hinter der Frontscheibe am Fahrzeug angebracht werden. Grundsätzlich gilt, dass Signale, Markierungen sowie Weisungen der Polizei zu befolgen sind (Art. 27 Abs. 1 SVG). Zudem gilt die Signalisationsverordnung (SSV) als Vollziehungsvorschrift i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG. Des Weiteren sind die Kantone und Gemeinden befugt, das Parkieren besonders zu regeln (BSK-SVG, N 70 zu Art.”
Eine Verurteilung nach Art. 90 Abs. 2 kann bei administrativen Entscheiden über den Führerausweis (z. B. Erneuerung/Erteilung, insbesondere bei beruflichen Fahrerlaubnissen) zur Verweigerung oder zu Entzugsmassnahmen führen; einschlägige Vorstrafen werden dabei berücksichtigt und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer negativen Entscheidung im Einzelfall.
“Le 27 août 2020, la Police cantonale du commerce (ci-après: PCC ou autorité intimée) a délivré à A.________ (ci-après aussi: l'intéressé ou le recourant) une autorisation de chauffeur indépendant pratiquant le transport de personnes à titre professionnel ainsi qu'une autorisation d'entreprise de transport de personnes à titre professionnel valable du 27 août 2020 au 26 août 2024. B. Le 14 juin 2024, la PCC a imparti à A.________ un délai au 31 juillet 2024 pour solliciter le renouvellement des autorisations précitées et lui faire parvenir divers documents dont un extrait datant de moins de 3 mois du casier judiciaire. Le 16 juillet 2024, A.________ a sollicité le renouvellement de son autorisation de chauffeur indépendant pratiquant le transport de personnes à titre professionnel. L'extrait du casier judiciaire du 25 juin 2024 fait état des condamnations suivantes: le 1er juin 2017 par le Ministère public du Jura bernois pour violation grave des règles de la circulation (art. 90 al. 2 LCR) commise le 17 octobre 2016 à une peine pécuniaire de 20 jours-amende à 50 fr. et à une amende de 600 fr.; le 9 novembre 2021 par le Tribunal correctionnel de Lausanne pour escroquerie commise entre les mois de juillet 2009 et de janvier 2014 à une peine privative de liberté de 14 mois avec sursis pendant 4 ans, qui a été prolongé d'un an; le 13 septembre 2022 par le Ministère public de l'arrondissement de Lausanne pour détournement de valeurs patrimoniales mises sous main de justice à une peine pécuniaire de 40 jours-amende à 30 fr. Le 25 juillet 2024, la PCC a indiqué à l'intéressé qu'elle se réservait de refuser le renouvellement des autorisations précitées en raison de la condamnation pour violation grave des règles de la circulation et lui a imparti un délai pour lui transmettre une copie du jugement et lui faire part de ses déterminations. L'intéressé n'a pas réagi dans le délai imparti. Par décision du 11 septembre 2024, la PCC a refusé le renouvellement de l'autorisation de chauffeur indépendant pratiquant le transport de personnes à titre professionnel de A.”
“Par courrier du même jour, la CMA a pris acte du fait que le précité avait volontairement déposé son permis de conduire et l'a informé que la durée de ce dépôt ne pourrait pas être décomptée en cas de demande de restitution, même provisoire, du permis faite avant la décision de retrait; que, le 14 décembre 2021, l'intéressé s'est adressé à la CMA pour lui faire part du fait qu'il considérait avoir déjà déposé ses observations, par courrier du 6 décembre 2021; que, par décision du 23 décembre 2021, la CMA a prononcé le retrait du permis de conduire de A.________ pour la durée d'un an, en application des art. 16c al. 1 let. a et 16c al. 2 let. c de la loi du 19 décembre 1958 sur la circulation routière (LCR; RS 741.01). Elle a considéré que le prénommé avait commis une infraction grave et a pris en compte le fait qu'il avait déjà fait l'objet d'un retrait pour faute grave (excès de vitesse), mesure exécutée en 2017; que, par ordonnance pénale du Ministère public du 29 décembre 2021, l'intéressé a été condamné à 20 jours-amende à 350.-, avec sursis pendant deux ans, ainsi qu'à une amende de CHF 1'750.-, pour violation grave des règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 2 LCR; que, le 10 janvier 2022, il a formé opposition contre dite ordonnance; que, par courriel et courrier du 27 janvier 2022, il s'est adressé à la CMA et a sollicité de celle-ci qu'elle révoque sa décision de retrait du 23 décembre 2021 et qu'elle suspende la procédure jusqu'à droit connu sur le plan pénal, soulignant qu'il avait formé opposition contre l'ordonnance du 29 décembre 2021 et que l'autorité administrative devait attendre le jugement pénal, définitif et exécutoire, avant de rendre sa décision; qu'aucune suite n'ayant été donnée à cette demande, A.________ interjette recours le 2 février 2022 auprès du Tribunal cantonal contre la décision de retrait du 23 décembre 2021 et conclut, sous suite de frais et dépens, principalement, à ce que la procédure administrative ouverte à son encontre soit suspendue jusqu'à droit connu sur le plan pénal et à ce que son permis de conduire, déposé volontairement, lui soit restitué. Subsidiairement, il demande que l'affaire soit renvoyée à la CMA pour nouvelle décision dans le sens des considérants et que la période entre le dépôt de son permis et la restitution de celui-ci soit imputée sur un éventuel retrait prononcé par nouvelle décision.”
Bildeten ausschliesslich Übertretungen nach Art. 90 Abs. 1 SVG Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, kann in der Berufung nur geltend gemacht werden, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung. Neue Behauptungen und neue Beweismittel können im Berufungsverfahren nicht vorgebracht werden (Art. 398 Abs. 4 StPO).
“Bei der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG handelt es sich um eine mit Busse bedrohte Tat und damit um eine Übertretung (Art. 103 StGB). Bilden ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, so kann mit der Berufung nur geltend gemacht werden, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung. Neue Behauptungen und Beweise können im Berufungsverfahren nicht vorgebracht werden (Art. 398 Abs. 4 StPO).”
“Dem Berufungsbeklagten werden ausschliesslich Übertretungen vorgewor- fen (vgl. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG). Die Voraussetzungen zur Behandlung der Berufung im schriftlichen Verfahren liegen vor, nachdem zudem nur Rechtsfragen zu entschei- den sind (Art. 406 Abs. 1 lit. a und lit. c StPO) und die Parteien überdies ihr Ein- verständnis mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens erklärt haben (Art. 406 Abs. 2 StPO). Bildeten ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, so kann mit der Berufung nur geltend gemacht werden, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung. Neue Behauptun- gen und Beweise können nicht vorgebracht werden (Art. 398 Abs. 4 StPO).”
Sind sowohl Freiheitsstrafe als auch Geldstrafe angesichts des Verschuldens vertretbar, gebietet der Verhältnismässigkeitsgrundsatz in der Regel die Wahl der Geldstrafe als weniger freiheitsentziehende Sanktion.
“Der Strafrahmen betreffend die grobe Verletzung der Verkehrsregeln beträgt gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Sofern eine Freiheitsstrafe und eine Geldstrafe in Betracht kommen und beide dem Verschulden des Täters angemessen sind, kommt letzterer entsprechend dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz grundsätzlich der Vorrang zu (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; Bommer, Neuerungen im Sanktionenrecht: Geldstrafe und Freiheitsstrafe, in: ZStrR 2017, 365 ff., 372). Mit dem Aussprechen der Geldstrafe hat die Vorinstanz gegenüber der Freiheitsstrafe die mildere Strafe gewählt. Was die Wahl der Sanktionsart, das heisst die Frage, ob eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe auszusprechen ist, angeht, so besteht vorliegend da lediglich der Berufungskläger Berufung erhob und die Staatsanwaltschaft auf eine Anschlussberufung verzichteten aufgrund des Verbots der reformatio in peius im Übrigen kein Raum, diese zu überprüfen (vgl. AGE SB.2022.11 vom 31. Januar 2023 E. 5.2.1). Es ist somit mit der Vorinstanz eine Geldstrafe auszusprechen.”
“Im Grundsatz kann in Bezug auf Strafrahmen, Strafart und schwerste Tat vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 287 ff.). Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft. Im Vordergrund steht daher bei entsprechender Strafhöhe die Geldstrafe als gegenüber der Freiheitsstrafe mildere Sanktion (vgl. zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 6B_112/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.2. und 6B_207/2013 vom 10. September 2013 E. 1.4.1; BGE 134 IV 97 E. 4.2.2). Der Beschuldigte wurde wegen der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Bst. b SVG, der groben Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG, der Widerhandlungen gegen das SVG gemäss Art. 97 Abs. 1 Bst. a, Art. 95 Abs. 1 Bst. b und Art. 94 Abs. 1 Bst. a SVG sowie der Widerhandlung gegen das KStrG i.S.v. Art. 15 KStrG schuldig gesprochen. Der Strafrahmen für die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Bst. b SVG beträgt Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren. Für die grobe Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG und für die übrigen Widerhandlungen gegen das SVG ist eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vorgesehen. Die Übertretungsbusse für die Widerhandlung gegen das KStrG ist bereits in Rechtskraft erwachsen. Die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung ist mithin zwingend mit einer Freiheitsstrafe zu sanktionieren. Wie sich nachfolgend aus dem Verschulden, dem engen örtlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der qualifiziert groben Verkehrsreglverletzung und aus präventiver Sicht zeigen wird – und wie dies auch von der Verteidigung beantragt wurde –, kommt auch für die grobe Verkehrsregelverletzung einzig eine Freiheitsstrafe als Strafart in Betracht.”
Wiederholtes Bedienen von Geräten (z. B. Radio) zusammen mit gleichzeitiger Mobiltelefonbedienung und wiederholtem Überfahren einer Sicherheitslinie kann regelmässig die Annahme begründen, dass durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG hervorgerufen oder in Kauf genommen wurde. In den zitierten Entscheidungen werden Ablenkung (Schlangenlinien) und die Tatbegehung auf einer Autobahn bzw. in einem Baustellenbereich als Umstände genannt, die die konkrete und erhebliche Gefahr nochmals hervorheben.
“1 LCR) ; - une condamnation du 29 août 2018 pour conduite d’un véhicule automobile en état d’ébriété avec un taux d’alcool qualifié dans le sang ou dans l’haleine (0.54 mg/l ; art. 91 al. 2 let. a LCR) ; - une condamnation du 18 mars 2019 pour dommages à la propriété (art. 144 al. 1 CP), ainsi que pour violation de domicile (art. 186 CP) ; - une condamnation du 16 mars 2020 pour conduite d’un véhicule automobile en état d’ébriété (art. 91 al. 1 let. a LCR), pour contravention à la loi sur les stupéfiants (art. 19a LStup), ainsi que pour conduite d’un véhicule automobile en étant dans l’incapacité de conduire (art. 91 al. 2 let. b LCR) ; - une condamnation du 11 juin 2021 pour inobservations des prescriptions de service par négligence au sens du Code pénal militaire (art. 72 al. 2 CPM). H. Le 30 juin 2023, le ministère public a rendu simultanément une ordonnance pénale et une décision de non-entrée en matière. Il a reconnu le prévenu coupable d’une violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) et de consommation illicite de produits stupéfiants (art. 19a LCR). Les faits de la prévention sont les suivants : « À X.________, entre le lieudit « [bbb] » et Y.________, le jeudi 13 avril 2023 vers 16h00, A.________ a circulé au volant du véhicule de livraison immatriculé BE [111] en direction de Y.________, manipulant son téléphone portable, ainsi que son autoradio à plusieurs reprises, ne vouant dès lors pas toute son attention à la circulation routière. De plus, il a franchi à plusieurs reprises la ligne de sécurité visiblement tracée sur le sol, malgré les avertissements du véhicule de la police neuchâteloise qui le suivait. À Z.________, Y.________ et en tout autre lieu en Suisse, dans le courant du mois d’avril 2023 à tout le moins, A.________ a consommé une quantité indéterminée de produits cannabiques et de cocaïne ». I. Le 11 juillet 2023, le prévenu a formé opposition à l’ordonnance pénale. Le ministère public a maintenu l’ordonnance et l’a transmise au Tribunal de police du Littoral et du Val-de-Travers pour valoir acte d’accusation.”
“Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft, sofern ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Nach der Rechtsprechung müssen eine geringe Gefahr und ein leichtes Verschulden kumulativ gegeben sein (BGE 135 II 138). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Nach einer mittelschweren Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen (Abs. 2 lit. a). Leichte und mittelschwere Widerhandlungen werden von Art. 90 Abs. 1 SVG als einfache Verkehrsregelverletzungen erfasst (BGE 135 II 138 E. 2.4). Gemäss Art. 16c SVG begeht eine schwere Widerhandlung, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Abs. 1 lit. a). Nach einer schweren Widerhandlung, welche einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG entspricht (vgl. BGE 132 II 234 E. 3.2; Urteil BGer 1C_3/2015 vom 26. August 2015 E. 2.1), wird der Führerausweis für mindestens drei Monate entzogen (Abs. 2 lit. a). dass bei dieser Sachlage nicht von einer geringen Gefahr im Sinne des Gesetzes ausgegangen werden kann. Bei den vom Beschwerdeführer verletzten Strassenverkehrsvorschriften handelt es sich um zentrale Verkehrsvorschriften, deren Missachtung regelmässig zu schweren Unfällen führen kann (siehe Urteil BGer 6B_666/2009 vom 24. September 2009 E. 1.4). Insbesondere zeigen die Schlangenlinien, dass sich der Beschwerdeführer ablenken lassen hat und dass seine Aufmerksamkeit durch das Mobiltelefon beeinträchtigt war. Diese konkrete und erhebliche Gefahr wird nochmals mehr dadurch deutlich, als das inkriminierte Verhalten auf einer Autobahn gezeigt wurde, auf der im besagten Abschnitt 100 km/h gefahren werden durfte und er sich nach eigenen Aussagen in einem Baustellenbereich befand, in dem nochmals mehr Aufmerksamkeit den Begebenheiten geschenkt werden muss.”
Bei der Annahme von Art. 90 Abs. 2 SVG sind die Vorinstanz und die Anklagebehörde gehalten, die konkreten, für die Gefährdungsbeurteilung relevanten objektiven Umstände (z. B. Abstand, Reaktionszeit, Sicht‑/Witterungsverhältnisse, Bremsweg) zu prüfen und zu würdigen. Schematische Beurteilungen — insbesondere allein gestützt auf Richtwerte wie die «1/6‑Tacho»‑Regel — sind zu vermeiden; dies gilt besonders bei Überschreitungen knapp unter oder nahe den in der Praxis herangezogenen Grenzwerten, wonach die konkreten Umstände zu prüfen sind, ob eine ernstliche Gefahr besteht oder nicht.
“Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz Willkür vor, soweit sie als erstellt erachte, dass er eine Reaktionszeit von einer Sekunde aufgewiesen habe. Zudem verletze sie den Grundsatz in dubio pro reo, indem sie nicht von der optimalen Reaktionszeit ausgehe. In rechtlicher Hinsicht macht der Beschwerdeführer geltend, die Vorinstanz nehme zu Unrecht eine grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG an. Zwar stelle sie zutreffend fest, dass gemäss der empfohlenen Regel "1/6-Tacho" vorliegend eine grobe Verkehrsregelverletzung vorliege, zumal der Abstand 1,36 Meter bzw. 0,07 Sekunden unter dem aus der Geschwindigkeit resultierenden Richtwert zu liegen komme. Sie würdige jedoch die gemäss Rechtsprechung zu beachtenden weiteren relevanten Parameter nicht korrekt. Überdies sei der Tatbestand auch in subjektiver Hinsicht nicht erfüllt.”
“Selon une jurisprudence constante du Tribunal fédéral, tout excès de vitesse remplit les conditions objectives et subjectives de l’art. 90 al. 2 LCR, et ce nonobstant les circonstances particulières du cas, dès lors que le dépassement atteint au moins 35 km/h sur les autoroutes, 30 km/h sur routes en dehors des localités ou 25 km/h sur les routes en localités (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_772/2010 du 9 décembre 2010 consid. 2.4 ; ATF 132 II 234 consid. 3 ; ATF 128 II 131 consid. 2a). Cette dernière valeur limite est aussi valable pour les tronçons limités à 60 km/h en localités. Le schématisme de la jurisprudence ne dispense pas les autorités appliquant le droit de prendre en considération les circonstances exceptionnelles concrètes du cas d’espèce qui permettraient d’exclure l’une des conditions d’application de l’art. 90 al. 2 LCR (Philippe Weissenberger, in: Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2011, n° 53 ad art. 90 LCR ; voir aussi Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, n° 68 ad art. 90 LCR). Dans son arrêt 6B_772/2010 du 9 décembre 2010, le Tribunal fédéral a précisé que si le dépassement de vitesse n’est que légèrement inférieur aux valeurs limites pour lesquelles la jurisprudence a admis qu’une mise en danger sérieuse des autres usagers de la route est régulièrement réalisée, il convient alors d’examiner également les circonstances concrètes du cas pour décider si c’est l’art.”
“Es werde aber gerade nicht ausgeführt, auf welche Tatsachen Bezug genommen werde, und einzig mit der Rechtsfolge des Staatsanwalts argumentiert. Darin liege eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. eine willkürliche Nichtausübung des pflichtgemässen Ermessens. Die Frage, ob eine konkrete, erhebliche, mittelgrosse oder nur leichte Gefährdung vorgelegen habe, werde nicht weiter geprüft. Die vorliegende Subsumption sei unzulässig, denn das Gesetz kenne keine 1/6-Tacho-Regel oder auch keine Abstandsregel von 0,6 Sekunden. Die Staatsanwaltschaft äussere sich im Strafbefehl gerade nicht, ob der Rekurrent grob schuldhaft gehandelt habe. Vielmehr stehe nur da, dass die abstrakte Gefährdung zumindest in Kauf genommen worden sei oder grobfahrlässig gehandelt wurde. Welche Form des Verschuldens vorliege, werde im Strafbefehl offengelassen. Die Administrativbehörde müsse für die korrekte Einstufung der geschaffenen Gefahr Bezug auf die konkreten objektiven Tatumstände nehmen und für das Verschulden aus den Tatumständen einen eigenen Schluss ziehen. Die Schlussfolgerung, dass allein aus der Verurteilung nach Art. 90 Abs. 2 SVG automatisch eine schwere Widerhandlung gemäss Art. 16c SVG folge, widerspreche der Gesetzessystematik und sei verwaltungsrechtlich deshalb willkürlich und unhaltbar, weil die Verwaltungsbehörde gehalten sei, ihr Ermessen auszuschöpfen.”
Bei Fällen, in denen Vortrittsregeln gegenüber Einsatzfahrzeugen betroffen sind oder Dritte gefährdet werden, ist besondere Vorsicht geboten. Verstösse nach Art. 90 Abs. 1 LCR können in der Praxis gleichzeitig mit weiteren Verkehrs‑ oder Straftatvorwürfen verfolgt werden, namentlich Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit Unfallaufnahme/Unfallflucht und Fragen der Fahrfähigkeit bzw. Drogen‑Bezogenen Vorwürfe.
“4 µg/L dans le sang au moment de l'événement, étant précisé que la concentration élevée de THC-COOH (120 µg/L) mesurée dans le sang suggère une consommation répétée de cannabis, fait qualifié de conduite d'un véhicule automobile dans l'incapacité de conduire pour d'autres raisons que l'alcool au sens de l'art. 91 al. 2 let. b Loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 (LCR - RS 741.01) (ch.1.1.2. de l'acte d'accusation). c. A Genève, le 3 novembre 2022, détenu sans droit, à son domicile, sis ______[GE], dans sa chambre à coucher, un pistolet air soft pouvant être confondu avec une véritable arme à feu, faits qualifiés d'infraction à la loi fédérale sur les armes (art. 33 al. 1 let. a Loi fédérale sur les armes, les accessoires d'armes et les munitions du 20 juin 1997 (LArm - RS 514.54) ; ch. 1.1.3 de l'acte d'accusation). d. A Genève, le 8 août 2022, vers 13h45, sur la rue de Carouge, à l'intersection avec la rue Barthelemy-MENN, omis d'accorder la priorité de droite à une voiture de police qui circulait sur la rue précitée et qui bifurquait à droite pour s'engager sur la rue de Carouge, fait qualifié de violation simples des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) (ch. 1.1.4 de l'acte d'accusation). e. A Genève, le 8 août 2022, vers 13h45, détenu, lors de son interpellation, dans sa sacoche, un mélange de marijuana et de haschisch d'un poids total de 5.5 grammes, drogue destinée à sa consommation personnelle ainsi que d'avoir intentionnellement et régulièrement consommé des stupéfiants depuis une date indéterminée, en particulier du cannabis, faits qualifiés d'infraction à l'art. 19a ch.1 LStup (ch.1.1.5 de l'acte d'accusation). B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : Faits en lien avec le trafic de stupéfiants i. Stupéfiants saisis lors de la première interpellation de X______ (1.1.1. a et b de l'acte d'accusation du 28 novembre 2023) et du trafic de drogues dites "douces" (1.1.1. e à j) b.a.a. Le 3 novembre 2022, lors de l'interpellation de X______, la police a saisi, dans la sacoche de celui-ci, sept sachets de marijuana ainsi que des sachets minigrip vides avec des résidus de drogue. Il ressort des analyses effectuées par la BPTS que ceux-ci contenaient au total 19.”
“13 RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/21031/2019 AARP/417/2021 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 13 décembre 2021 Entre LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, appelant, contre le jugement JTDP/593/2021 rendu le 11 mai 2021 par le Tribunal de police, et A______, domiciliée ______, comparant par Me B______, avocat, intimée. EN FAIT : A. a.a. En temps utile, le Ministère public (MP) appelle du jugement JTDP/593/2021 du 11 mai 2021, par lequel le Tribunal de police (TP) a reconnu A______ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 de la loi sur la circulation routière [LCR]), de violation des obligations en cas daccident (art. 92 al. 1 LCR) et la acquittée de linfraction dentrave aux mesures de constatation de lincapacité de conduire (art. 91a al. 1 LCR). A______ a été condamnée à une amende de CHF 600.- (peine privative de liberté de substitution de six jours) ainsi qu'à une part des frais de la procédure. Le TP la indemnisée à hauteur de CHF 1000.- pour les dépenses obligatoires occasionnées par lexercice raisonnable de ses droits de procédure. a.b. Le MP entreprend partiellement ce jugement et conclut à la condamnation de A______ des chefs de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), violation des obligations en cas daccident (art. 92 al. 1 LCR) et dentrave aux mesures de constatation de lincapacité de conduire (art. 91a al. 1 LCR). Lintimée doit être condamnée à une peine pécuniaire de 100 jours-amende à CHF 60.- lunité, avec sursis pendant trois ans, à une amende de CHF 1200.- à titre de sanction immédiate et à une amende contraventionnelle de CHF 2060.-, toutes deux avec peine privative de liberté de substitution, ainsi quaux frais de la procédure. Aucune indemnité au sens de lart. 429 al. 1 CPP ne doit lui être accordée. b. Selon l'ordonnance pénale du 23 septembre 2020, il est reproché ce qui suit à A______. Le 13 juin 2019, aux alentours de 15h10, à la hauteur du numéro 3 de la route de Meyrin, en direction de la gare, elle a perdu la maîtrise de son véhicule automobile en lâchant la pédale de frein et roulé sur le pied de la motocycliste la précédant, laquelle a été légèrement blessée. Elle a ensuite quitté les lieux sans remplir ses devoirs en cas daccident, se dérobant ainsi aux mesures permettant de déterminer son incapacité de conduire.”
Für die Beurteilung, ob eine Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG vorliegt, sind konkrete Feststellungen zu den Störungen öffentlicher Verkehrsmittel erforderlich. Insbesondere sind zu dokumentieren: betroffene Linien, Beginn und Dauer der Störung, der Umfang (z. B. wie viele Busse betroffen), vorhandene Umleitungen sowie entstandene Verzögerungen und deren Auswirkungen auf das Publikum und das übrige Netz. Fehlen solche Feststellungen, kann dies eine Ergänzung des Sachverhalts oder eine Rückweisung zur Vervollständigung erforderlich machen.
“En particulier, il ne ressortait pas de celui-ci quel retard la mise en place des déviations idoines avait engendré, que ce soit sur la ligne concernée ou sur le reste du réseau, combien de bus auraient été concernés par la déviation, depuis quelle heure, durant combien de temps, après combien de temps un parcours alternatif avait pu être mis en place, durant combien de temps et selon quelles modalités, dans quelle mesure le public avait été impacté ou encore quelle avait été l'ampleur des perturbations sur le reste du réseau. Au contraire, l'état de fait cantonal permettait uniquement de savoir que les bus de la ligne n° 16 avaient dû être déviés sur des artères attenantes, a priori dès 11h25 bien que l'horaire du premier bus concerné n'ait pas été discuté. Il convenait dès lors d'annuler le jugement attaqué et de renvoyer la cause à la cour cantonale pour qu'elle complète l'état de fait s'agissant de tout ou partie des éléments précités, dans une mesure permettant au Tribunal fédéral de contrôler le respect de la disposition légale appliquée. Quant au grief de Q.________, qui estimait que les infractions réprimées par les art. 239 CP et 90 al. 1 LCR retenues à sa charge n'entraient pas en concours idéal, l'art. 90 al. 1 LCR étant selon lui absorbé par l'art. 239 CP lorsqu'un même acte empêche d'un seul bloc la circulation routière et les services d'intérêts général, le Tribunal fédéral a considéré qu’il était pour l’heure sans objet, dans la mesure où sa condamnation au titre de l'art. 239 CP faisait l'objet d'un renvoi à la cour cantonale. 4. 4.1 L’appelant invoque une violation de l’art. 239 CP. Il soutient que seule la ligne 16 des TL aurait dû être déviée en raison de la manifestation du 20 septembre 2019, laquelle avait généré un retard d’environ 18 minutes sur plusieurs lignes lors du rétablissement à 17h20, que ce retard, d’à peine plus de 15 minutes, ne correspondait pas à l’intensité suffisante pour retenir l’infraction d’entrave aux services d’intérêt général. 4.2 En vertu de l'art. 239 ch. 1 CP, quiconque, intentionnellement, empêche, trouble ou met en danger l'exploitation d'une entreprise publique de transports ou de communications, notamment celle des chemins de fer, des postes, du télégraphe ou du téléphone (1re hypothèse), ou l'exploitation d'un établissement ou d'une installation servant à distribuer au public l'eau, la lumière, l'énergie ou la chaleur (2e hypothèse), est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire.”
Unerlaubtes Rechtsüberholen kann — je nach konkreten Umständen — als einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG beurteilt werden. Nach der neueren Rechtsprechung und der seit 1.1.2021 geltenden Regelung (Art. 36 Abs. 5 lit. a und c VRV) ist eine Qualifikation als grobe Verkehrsregelverletzung nur dann angezeigt, wenn konkret eine erhöhte abstrakte Gefährdung oder eine Beinaheverletzung vorliegt. Bestimmte Fälle des Ausschwenkens und Wiedereinbiegens bleiben verboten, können aber gemäss den neuen Bestimmungen auch als einfache Verletzung mit einer Ordnungsbusse von Fr. 250 geahndet werden.
“Nach altem Recht und der diesbezüglichen Rechtsprechung wäre ein solches Verhalten grundsätzlich als grobe Verkehrsregelverletzung zu qualifizieren gewesen. Unter Anwendung des neuen Rechts sei dies nur der Fall, wenn konkret eine erhöhte abstrakte Gefährdung oder gar eine Verletzung nahe liege. Im vorliegenden Fall ergebe sich aus den Angaben der Zeugen nicht, dass es infolge des Rechtsüberholens durch den Beschwerdegegner zu gefährlichen Situationen gekommen wäre. Nach neuer Rechtslage sei das Rechtsüberholen im konkreten Fall somit nur als einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG zu beurteilen. Damit erweise sich das neue, am 1. Januar 2021 in Kraft getretene Recht (Art. 36 Abs. 5 lit. a und c VRV) als milder als die zur Tatzeit geltende Regelung. Die Gesetzesänderung habe explizit bezweckt, das Rechtsüberholen in gewissen Konstellationen weniger schwer zu bestrafen. Der Beschwerdegegner sei deshalb gemäss der neueren, für ihn milderen Bestimmung zu verurteilen und er sei bloss der einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.”
“Im vorliegenden Fall habe der Beschwerdegegner bei einwandfreien Strassen- und Sichtverhältnissen und normalem Verkehrsaufkommen mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit mehrere Fahrzeuge rechts überholt. Dass ein ruhiger Verkehrsfluss geherrscht habe, zeige sich auch auf den Videoaufnahmen. Sein Verhalten stelle sowohl nach alter als auch nach neuer Rechtslage ein unerlaubtes Rechtsüberholen dar, was zumindest einen Schuldspruch nach Art. 90 Abs. 1 SVG nach sich ziehe. Nach altem Recht und der diesbezüglichen Rechtsprechung wäre ein solches Verhalten grundsätzlich als grobe Verkehrsregelverletzung zu qualifizieren gewesen. Unter Anwendung des neuen Rechts sei dies nur der Fall, wenn konkret eine erhöhte abstrakte Gefährdung oder gar eine Verletzung nahe liege. Im vorliegenden Fall ergebe sich aus den Angaben der Zeugen nicht, dass es infolge des Rechtsüberholens durch den Beschwerdegegner zu gefährlichen Situationen gekommen wäre. Nach neuer Rechtslage sei das Rechtsüberholen im konkreten Fall somit nur als einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG zu beurteilen. Damit erweise sich das neue, am 1. Januar 2021 in Kraft getretene Recht (Art. 36 Abs. 5 lit. a und c VRV) als milder als die zur Tatzeit geltende Regelung. Die Gesetzesänderung habe explizit bezweckt, das Rechtsüberholen in gewissen Konstellationen weniger schwer zu bestrafen. Der Beschwerdegegner sei deshalb gemäss der neueren, für ihn milderen Bestimmung zu verurteilen und er sei bloss der einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.”
“Weiterhin verboten bleibe zwar das Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen, jedoch könne dieses gemäss der neuen Regelung auch als einfache Verletzung der Verkehrsregeln mit einer Ordnungsbusse von Fr. 250.-- geahndet werden. Mit der Einführung dieses Ordnungsbussentatbestandes solle zum Ausdruck gebracht werden, dass nicht alle Fälle von Rechtsüberholen als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG respektive als schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c SVG zu qualifizieren seien und somit nicht zwingend zu einem Führerausweisentzug führen müssten. Im vorliegenden Fall habe der Beschwerdegegner bei einwandfreien Strassen- und Sichtverhältnissen und normalem Verkehrsaufkommen mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit mehrere Fahrzeuge rechts überholt. Dass ein ruhiger Verkehrsfluss geherrscht habe, zeige sich auch auf den Videoaufnahmen. Sein Verhalten stelle sowohl nach alter als auch nach neuer Rechtslage ein unerlaubtes Rechtsüberholen dar, was zumindest einen Schuldspruch nach Art. 90 Abs. 1 SVG nach sich ziehe. Nach altem Recht und der diesbezüglichen Rechtsprechung wäre ein solches Verhalten grundsätzlich als grobe Verkehrsregelverletzung zu qualifizieren gewesen. Unter Anwendung des neuen Rechts sei dies nur der Fall, wenn konkret eine erhöhte abstrakte Gefährdung oder gar eine Verletzung nahe liege. Im vorliegenden Fall ergebe sich aus den Angaben der Zeugen nicht, dass es infolge des Rechtsüberholens durch den Beschwerdegegner zu gefährlichen Situationen gekommen wäre. Nach neuer Rechtslage sei das Rechtsüberholen im konkreten Fall somit nur als einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG zu beurteilen. Damit erweise sich das neue, am 1. Januar 2021 in Kraft getretene Recht (Art. 36 Abs. 5 lit. a und c VRV) als milder als die zur Tatzeit geltende Regelung. Die Gesetzesänderung habe explizit bezweckt, das Rechtsüberholen in gewissen Konstellationen weniger schwer zu bestrafen. Der Beschwerdegegner sei deshalb gemäss der neueren, für ihn milderen Bestimmung zu verurteilen und er sei bloss der einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art.”
Nach Art. 23 Abs. 3 lit. a der OCR dürfen Warnblinklichter nur zur Gefahrenwarnung verwendet werden und — wenn das Fahrzeug steht — lediglich ergänzend zum Pannensignal. Der alleinige Gebrauch oder sonstige missbräuchliche Einsatz kann als Widerhandlung nach Art. 90 Abs. 1 SVG gewertet werden; die entsprechende Zuwiderhandlung ist in der OAO (Ziff. 318.3) aufgeführt.
“2 LCR lorsqu'il crée un obstacle important, objectivement de nature à provoquer des accidents, malgré l'attention requise des autres usagers de la route ou s'il entrave dans une mesure particulière la marche des autres véhicules (ATF 117 IV 507 consid. 2b ; 112 IV 94 consid. 3a ; 102 II 281 consid. 3a ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_965/2014 du 2 août 2016 consid. 5.1). Selon l'art. 19 OCR, norme qui précise sur certains points la règle générale de l'art. 37 al. 2 LCR (ATF 117 IV 507 consid. 2b), second alinéa, lettre a, il est interdit de parquer partout où l'arrêt n'est pas permis. Selon l'art. 18 OCR, les conducteurs doivent si possible s'arrêter hors de la chaussée ; en tous les cas, sur la chaussée, ils ne doivent placer leur véhicule qu'au bord et parallèlement à l'axe de circulation. 3.1.2. Selon l'art. 23 al. 3 let. a OCR, les feux clignotants avertisseurs ne peuvent être utilisés que pour avertir d'un danger et, si le véhicule est à l'arrêt, uniquement en complément du signal de panne, ou, s'il s'agit d'un bus scolaire signalé comme tel, pour laisser monter et descendre les écoliers. Cette norme est couverte par la contravention de l'art. 90 al. 1 LCR (H. GIGER, SVG Kommentar, 9ème éd. 2022, n. 6 ad art. 4 LCR). Cette infraction est d'ailleurs listée au chiffre 318.3 de l'ordonnance sur les amendes d'ordre du 16 janvier 2019 (OAO). 3.1.3. Selon l'art. 3 al. 1 2ème et 3ème phr. OCR, un conducteur doit éviter toute occupation qui rendrait plus difficile la conduite du véhicule, et en particulier veiller à ce que son attention ne soit pas distraite par un appareil reproducteur de son ni par un quelconque système d'information ou de communication. Le conducteur qui conduit en tenant dans la main son téléphone plus d'un court instant viole en principe cette disposition, même si les circonstances du cas d'espèce sont déterminantes (ATF 120 IV 63 consid. 2d ; arrêts du Tribunal fédéral 6B_27/2023 du 5 mai 2023 consid. 1.3 ; 1C_470/2020 du 8 février 2021 consid. 4.1 ; 6B_894/2016 du 14 mars 2017 consid. 3.1 ; 1C_422/2016 du 9 janvier 2017 consid. 3.2). 3.2.1. En l'espèce, il ressort des déclarations de l'appelant, du rapport de police du 31 août 2021 et des déclarations de la gendarme F______ devant le TP que l'appelant a été contraint de déplacer son véhicule à l'approche d'un bus.”
Eine verspätete Wahrnehmung von Fussgängern und ein zu spätes bzw. ungenügendes Bremsen bzw. Nichtanhalten können nach der Rechtsprechung den Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung i.S. von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllen. Insbesondere hat die Rechtsprechung wiederholt entschieden, dass das Nichtanhalten beziehungsweise das Zu-spät-Erkennen einer auf einem Fussgängerstreifen engagierten Person nicht als leichte, sondern regelmässig als schwere (grob fahrlässige) schuldhafte Handlung qualifiziert werden kann.
“83/2000 du 31 octobre 2000) ; à l'approche d'un carrefour, alors qu'il réduisait son allure et concentrait son attention sur les véhicules venant de sa gauche, a remarqué tardivement la piétonne qui avait traversé les trois quart d'un passage sécurisé, l'a heurtée et l’a fait chuter (arrêt du Tribunal fédéral 6A.43/2000 du 22 août 2000). Selon l’art. 16b al. 2 let. a LCR, après une infraction moyennement grave, le permis d’élève conducteur ou le permis de conduire est retiré pour un mois au minimum. 3.2.3 Commet une infraction grave, la personne qui, en violant gravement les règles de la circulation, met sérieusement en danger la sécurité d'autrui ou en prend le risque (art. 16c al. 1 let. a LCR). Après une infraction grave, le permis de conduire est retiré pour trois mois au minimum (art. 16c al. 2 let. a LCR). Les circonstances doivent être prises en considération pour fixer la durée du retrait du permis de conduire, notamment l'atteinte à la sécurité routière, la gravité de la faute, les antécédents en tant que conducteur ainsi que la nécessité professionnelle de conduire un véhicule automobile (art. 16 al. 3 1e phr. LCR). Conformément à la jurisprudence, l'infraction grave de l'art. 16c LCR correspond à la violation grave d'une règle de la circulation routière de l'art. 90 al. 2 LCR (ATF 132 II 234 consid. 3 ; arrêt du Tribunal fédéral 1C_402/2015 du 10 février 2016 consid. 2.1). Selon le Tribunal fédéral, commet une faute grave : le conducteur qui, circulant à 30 km/h dans une zone à important trafic piétonnier et après avoir contourné un îlot de tram, renverse mortellement une dame âgée à quelques mètres d'un passage pour piétons (arrêt du Tribunal fédéral 1C_402/2009 du 17 février 2010) ; le motocycliste qui, de nuit et sur une chaussée mouillée, n'ayant remarqué que tardivement un piéton sur un passage sécurisé, effectue un freinage d'urgence entraînant la chute de sa moto qui renverse alors le piéton (arrêt du Tribunal fédéral 1C_87/2009 du 11 août 2009) ; le conducteur qui, ébloui plusieurs fois par le soleil, continue de circuler à 55 km/h à l'intérieur d'une localité, en particulier sur un passage pour piétons, sans visibilité (arrêt du Tribunal fédéral 6S.628/2001 du 29 novembre 2001). Il a également estimé que la faute d'un conducteur qui a heurté une personne engagée sur un passage pour piétons en ne s'arrêtant pas à temps ne peut être qualifiée de légère (arrêts du Tribunal fédéral 1C_87/2009 précité ; 6A.”
“a LCR par contre correspond en principe à la définition de l'infraction réprimée sur le plan pénal par l'art. 90 al. 2 LCR (Mizel, p. 395). Le Tribunal fédéral tient ces notions pour identiques à tous les égards (ATF 120 Ib 285 consid. 3 / JdT 1995 I 678); il estime que, pour être punissable sous l'angle de l'art. 90 al. 2 LCR, le comportement du conducteur doit être particulièrement blâmable, soit, en d'autres termes, relever d'une négligence grossière. L'auteur doit avoir violé, par son comportement ou par une simple absence passagère, un devoir de prudence élémentaire qui lui était imposé de manière évidente par les circonstances. La création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui au sens de la disposition précitée est déjà donnée en cas de mise en danger abstraite accrue. Le critère déterminant pour admettre que l'on est en présence d'un danger abstrait sérieux ou accru réside dans l'imminence du danger (ATF 122 II 228 consid. 3b / JdT 1996 I 700 et les références citées). Subjectivement, l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, découlant à tout le moins d'une négligence grossière (ATF 118 IV 84 consid. 2a). 4.2. D'après la jurisprudence, la faute d'un conducteur qui a heurté une personne engagée sur un passage pour piétons en ne s'arrêtant pas à temps ne peut pas être qualifiée de légère (cf. arrêts TF 4A_239/2015 du 6 octobre 2015 consid. 2.3; 1C_425/2012 du 17 décembre 2012 consid. 4.1; 1C_87/2009 du 11 août 2009 consid. 4.3). La jurisprudence a qualifié de grave la faute commise par un conducteur qui, circulant à 30 km/h dans une zone à important trafic piétonnier et après avoir contourné un îlot de tram, avait renversé mortellement une piétonne à quelques mètres d'un passage pour piétons, la faute commise par un motocycliste qui, de nuit et sur une chaussée mouillée, n'avait remarqué que tardivement un piéton sur un passage sécurisé et l'avait percuté avec sa moto, la faute commise par un conducteur qui, ébloui plusieurs fois par le soleil, a continué de circuler à 55 km/h à l'intérieur d'une localité, en particulier sur un passage pour piétons et ce sans visibilité, ou encore la double infraction commise par un automobiliste qui, n'ayant pas adapté sa vitesse aux circonstances, avait violé la priorité à un piéton et l'avait heurté (cf.”
Zur Anklage und zum Tatbestandsmerkmal der «ernstlichen Gefahr»: Für Art. 90 Abs. 2 SVG ist keine tatsächliche Schädigung erforderlich; es genügt, dass aus der in der Anklage bzw. Sachverhaltsdarstellung geschilderten groben Verkehrsregelverletzung aufgrund der konkreten Umstände auf eine erhöhte abstrakte oder gegebenenfalls konkrete Gefahr geschlossen werden kann. Die Anklage muss dem Beschuldigten zudem deutlich machen, ob ihm Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen wird. Umstände wie eine sehr kurze, überschaubare Strecke, das Fehlen entgegenkommender Verkehrsteilnehmer oder sonstige konkrete Gegebenheiten können hingegen dazu führen, dass eine erhöhte abstrakte Gefährdung verneint wird.
“Nach der Rechtsprechung muss die Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine hinreichende Darstellung des Tatbestandsmerkmals der "ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer" enthalten (Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.1). Nebst dem muss klar sein, ob der beschuldigten Person Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen wird. Dies gilt grundsätzlich auch für die Anklage von Verkehrsregelverletzungen, die sowohl bei vorsätzlicher als auch bei fahrlässiger Begehung strafbar sind (vgl. Art. 90 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 SVG). Hinweise auf eine fehlende Aufmerksamkeit in der Anklage beinhalten in der Regel einen Vorwurf der Fahrlässigkeit, während die Formulierungen "mit Wissen und Willen" bzw. "in Kauf genommen" mit Blick auf Art. 12 Abs. 1 StGB auf Vorsatz bzw. Eventualvorsatz hindeuten. Bei einer Anklage wegen Verletzung der Verkehrsregeln ist daher von einer angeklagten fahrlässigen Tatbegehung auszugehen, es sei denn, die Anklage beinhalte einen darüber hinausgehenden Vorwurf eines vorsätzlichen Handelns. Die Rechtsprechung begründet dies damit, dass die vorsätzliche und fahrlässige Verkehrsregelverletzung gleichermassen strafbar sind.”
“vor Fussgängerstreifen besonders vorsichtig zu fahren und nötigenfalls anzuhalten, um den Fussgängern den Vortritt zu lassen, die sich schon auf dem Streifen befinden oder im Begriffe sind, ihn zu betreten (Art. 33 Abs. 2 SVG). Weiter darf der Fahrzeugführer nur so schnell fahren, dass er innerhalb der überblickbaren Strecke halten kann (Art. 4 Abs. 1 VRV). Dem Beschuldigten war zu jeder Zeit klar, was ihm vorgeworfen wird, und er konnte sich entsprechend verteidigen, was aus seinem Verhalten und seinen Aussagen im Strafverfahren ohne weiteres ersichtlich ist. Die von der Verteidigung hervorgehobenen Unklarheiten bezüglich des Sachverhalts sind folglich nicht von Bedeutung. Eine Verletzung des Anklageprinzips ist nicht ersichtlich. Ergänzend dazu ist festzuhalten, dass auch in Bezug auf die subjektive Tatbestandskomponente keine Verletzung des Anklagegrundsatzes vorliegt, dies sowohl betreffend den Vorwurf der einfachen Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes [SVG; SR 741.01]) gemäss Strafbefehl vom 1. Juli 2021 als auch betreffend den von der Vorinstanz gemachten Vorbehalt der anderen rechtlichen Würdigung der groben Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG). Das Bundesgericht hielt zum Anklagegrundsatz bei Anklagen wegen grober Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG hinsichtlich Darstellung des Tatbestandsmerkmals der «ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer» unter anderem fest, es genüge, dass aufgrund der angeklagten groben Verkehrsregelverletzung sowie der Sachverhaltsschilderung in der Anklage auf eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr geschlossen werden muss, ohne dass dies in der Anklageschrift zwingend explizit zu erwähnen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.1): Aus der Anklage muss dem Angeklagten klar sein, ob ihm Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen wird (BGE 120 IV 348 E. 3c). Dies gilt grundsätzlich auch für die Anklage von Verkehrsregelverletzungen. Das Bundesgericht hat betreffend die Anklage wegen Verletzung von Verkehrsregeln ausgeführt, der Vorwurf der Fahrlässigkeit sei bei Hinweisen auf eine fehlende Aufmerksamkeit in der Regel enthalten. Es sei zumindest von einer angeklagten fahrlässigen Tatbegehung auszugehen, es sei denn, die Anklage beinhalte einen darüber hinausgehenden Vorwurf eines vorsätzlichen Handelns.”
“Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective. Lorsque l'appréciation des preuves et la constatation des faits sont critiquées en référence au principe in dubio pro reo, celui-ci n'a pas de portée plus large que l'interdiction de l'arbitraire (ATF 148 IV 409 consid. 2.2 ; ATF 146 IV 88 consid. 1.3.1 ; ATF 145 IV 154 consid. 1.1). 5.2.2 Aux termes de l'art. 90 al. 2 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01), celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D'un point de vue objectif, la violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR suppose que l'auteur ait mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; ATF 142 IV 93 consid. 3.1). Subjectivement, l'état de fait de l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, c'est-à-dire une faute grave et, en cas d'acte commis par négligence, à tout le moins une négligence grossière. Celle-ci doit être admise lorsque le conducteur est conscient du caractère généralement dangereux de son comportement contraire aux règles de la circulation. Mais une négligence grossière peut également exister lorsque, contrairement à ses devoirs, l'auteur ne prend absolument pas en compte le fait qu'il met en danger les autres usagers, en d'autres termes s'il se rend coupable d'une négligence inconsciente. Dans de tels cas, une négligence grossière ne peut être admise que si l'absence de prise de conscience du danger créé pour autrui repose elle-même sur une absence de scrupules (ATF 131 IV 133 consid.”
“En tant que règle sur le fardeau de la preuve, elle signifie, au stade du jugement, que le fardeau de la preuve incombe à l'accusation et que le doute doit profiter au prévenu. Comme règle d'appréciation des preuves, elle signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective. Lorsque l'appréciation des preuves et la constatation des faits sont critiquées en référence au principe in dubio pro reo, celui-ci n'a pas de portée plus large que l'interdiction de l'arbitraire (ATF 148 IV 409 consid. 2.2 ; ATF 146 IV 88 consid. 1.3.1 ; ATF 145 IV 154 consid. 1.1). 5.2.2 Aux termes de l'art. 90 al. 2 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01), celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D'un point de vue objectif, la violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR suppose que l'auteur ait mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; ATF 142 IV 93 consid. 3.1). Subjectivement, l'état de fait de l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, c'est-à-dire une faute grave et, en cas d'acte commis par négligence, à tout le moins une négligence grossière.”
“dem abgestellten Pick-Up anhalten und die Beschuldigte vorbeifahren lassen müssen, da die Verkehrshindernisse auf deren Fahrspur be- standen. Unter diesen konkreten Umständen schuf die Beschuldigte keine erhöhte abstrak- te Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer im Sinne der vorstehend dargelegten - 34 - bundesgerichtlichen Rechtsprechung, als sie das Rotlicht missachtete. Der objek- tive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist demnach nicht erfüllt. Da aufgrund der konkreten Verkehrssituation und des vorstehend dargelegten Fahrverhaltens der Beschuldigten keine gesteigerte Gefährdungs- oder Unfallge- fahr bestand, kann ihr kein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsre- gelwidriges Verhalten vorgeworfen werden. M.a.W. ist nicht davon auszugehen, dass die Beschuldigte eine erhöhte abstrakte Gefahr, eine darüber hinausge- hende konkrete Gefährdung oder gar eine Verletzung Dritter in Kauf nahm oder diesbezüglich (bewusst) grobfahrlässig handelte. Folglich ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nicht erfüllt. 4.5.Das unter Sachverhaltsabschnitt 4 von Dossier 2 beschriebene und ankla- gegemäss erstellte Verhalten der Beschuldigten erfüllt dagegen den objektiven und subjektiven Tatbestand der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1 und Abs. 1 bis SSV. Dies wird auch von der amtlichen Verteidigung aner- kannt (Urk. 99 Rz 11). Die Beschuldigte ist daher entsprechend schuldig zu spre- chen. 5.Fazit Im Übrigen ist die rechtliche Würdigung der Vorinstanz zutreffend und wurde von der Beschuldigten bzw. ihren Verteidigern nicht explizit kritisiert oder in Frage ge- stellt. Es besteht folglich kein Anlass zu weiterführenden Erwägungen, sondern es kann vollumfänglich auf die korrekten Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 85 S. 22 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Beschuldigte ist demzufolge wie folgt schuldig zu sprechen: des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs.”
“In objektiver Hinsicht würden sich die beiden Tatbestände im Merkmal der ernstlichen Gefährdung der Ver- kehrssicherheit unterscheiden. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG bereits beim Vorliegen einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Eine sol- - 31 - che erhöhte abstrakte Gefährdung sei vorliegend jedoch nicht auszumachen. So habe die Beschuldigte, als sie das Rotlichtsignal überfahren habe, die kurze Weg- strecke von lediglich ca. 20 Metern zwischen der Lichtsignalanlage und der Ein- fahrt auf den Parkplatz beim Bahnhof F._____ sehr gut überblicken können. Wäh- rend ihrer weiteren Fahrt über den Parkplatz bis zum Wiedereinbiegen auf die I._____-strasse habe sie sich sodann verkehrsregelkonform verhalten und zu je- dem Zeitpunkt sehen können, dass ihr kein anderes Fahrzeug entgegenkomme. Sie habe mithin keine erhöht abstrakte Gefährdung für die Sicherheit anderer Ver- kehrsteilnehmer geschaffen. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG sei daher nicht erfüllt (Urk. 99 Rz 6 ff.). Dasselbe gelte mit Bezug auf den subjektiven Tatbestand: Da die Beschuldigte aufgrund der konkreten Verkehrssituation und ihrer Fahrweise stets habe erkennen können, dass ihr kein anderes Fahrzeug ent- gegenkomme, habe sie nicht in Kauf genommen, mit einem anderen Verkehrsteil- nehmer zu kollidieren oder eine erhöhte abstrakte Gefahr für die Verkehrssicher- heit zu schaffen (Urk. 99 Rz 10). 4.2.Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen des Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG ausführlich und zutreffend dargelegt (Urk. 85 S. 20 f.). Auf die ent- sprechenden Erwägungen kann daher verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist nochmals hervorzuheben, dass der Tatbestand der groben Verkehrsregel- verletzung in objektiver Hinsicht voraussetzt, dass der Täter eine wichtige Ver- kehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet, wobei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine er- höhte abstrakte Gefährdung genügt.”
Besteht eine Verletzung einer Verkehrsregel und wird gleichzeitig eine Massnahme zur Feststellung der Fahrunfähigkeit vereitelt, liegt zwischen Art. 90 Abs. 1 SVG und Art. 91a Abs. 1 SVG echte Konkurrenz vor.
“Konkurrenzen Hat der Täter eine Verkehrsregel verletzt und gleichzeitig eine Massnahme zur Feststellung der Fahrunfähigkeit vereitelt, besteht zwischen Art. 90 Abs. 1 SVG und Art. 91a Abs. 1 SVG echte Konkurrenz. Ferner nimmt die herrschende Lehre und Rechtsprechung auch zwischen Art. 92 SVG und Art. 91a Abs. 1 SVG echte Konkurrenz an (Riedo, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N. 263 ff. zu Art. 91a SVG mit weiteren Hinweisen). IV. Strafzumessung”
“Konkurrenzen Der Beschuldigte wurde erstinstanzlich schuldig gesprochen der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 und Art. 36 Abs. 4 SVG. Dieser Schuldspruch ist in Rechtskraft erwachsen. Hinzu kommen oberinstanzliche Schuldsprüche wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall mit Sachschaden gemäss Art. 92 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 3 SVG und wegen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit i.S.v. Art. 91a Abs. 1 SVG. Hat der Täter eine Verkehrsregel verletzt und gleichzeitig eine Massnahme zur Feststellung der Fahrunfähigkeit vereitelt, besteht zwischen Art. 90 Abs. 1 SVG und Art. 91a Abs. 1 SVG echte Konkurrenz. Ferner nimmt die herrschende Lehre und Rechtsprechung auch zwischen Art. 92 SVG und Art. 91a Abs. 1 SVG echte Konkurrenz an (Riedo, a.a.O., N. 263 ff. zu Art. 91a SVG m.w.H.). IV. Strafzumessung”
Ein Rotlichtübertritt kann — abhängig von der konkreten Verkehrslage — den Tatbestand der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG) erfüllen, wenn dadurch keine erhöhte abstrakte Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer entsteht.
“Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen mehrfacher Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB ist folglich zu bestätigen. 4.Grobe Verletzung der Verkehrsregeln (Nichtbeachten eines Lichtsignals) 4.1.Der Beschuldigten wird unter Sachverhaltsabschnitt 4 gemäss Dossier 2 vorgeworfen, sie habe auf ihrer Fahrt von ihrem Wohnort in F._____ in Richtung Autobahneinfahrt C._____/G._____ ein Rotlichtsignal nicht beachtet. Die Staats- anwaltschaft und die Vorinstanz würdigten dieses Verhalten als grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1 und Abs. 1 bis SSV. Die amtliche Verteidigung brachte anlässlich der Berufungsverhandlung zusammengefasst vor, dass die Missachtung eines Lichtsignals auch eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG darstellen könne. In objektiver Hinsicht würden sich die beiden Tatbestände im Merkmal der ernstlichen Gefährdung der Ver- kehrssicherheit unterscheiden. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG bereits beim Vorliegen einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Eine sol- - 31 - che erhöhte abstrakte Gefährdung sei vorliegend jedoch nicht auszumachen. So habe die Beschuldigte, als sie das Rotlichtsignal überfahren habe, die kurze Weg- strecke von lediglich ca. 20 Metern zwischen der Lichtsignalanlage und der Ein- fahrt auf den Parkplatz beim Bahnhof F._____ sehr gut überblicken können. Wäh- rend ihrer weiteren Fahrt über den Parkplatz bis zum Wiedereinbiegen auf die I._____-strasse habe sie sich sodann verkehrsregelkonform verhalten und zu je- dem Zeitpunkt sehen können, dass ihr kein anderes Fahrzeug entgegenkomme. Sie habe mithin keine erhöht abstrakte Gefährdung für die Sicherheit anderer Ver- kehrsteilnehmer geschaffen.”
“Unter diesen konkreten Umständen schuf die Beschuldigte keine erhöhte abstrak- te Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer im Sinne der vorstehend dargelegten - 34 - bundesgerichtlichen Rechtsprechung, als sie das Rotlicht missachtete. Der objek- tive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist demnach nicht erfüllt. Da aufgrund der konkreten Verkehrssituation und des vorstehend dargelegten Fahrverhaltens der Beschuldigten keine gesteigerte Gefährdungs- oder Unfallge- fahr bestand, kann ihr kein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsre- gelwidriges Verhalten vorgeworfen werden. M.a.W. ist nicht davon auszugehen, dass die Beschuldigte eine erhöhte abstrakte Gefahr, eine darüber hinausge- hende konkrete Gefährdung oder gar eine Verletzung Dritter in Kauf nahm oder diesbezüglich (bewusst) grobfahrlässig handelte. Folglich ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nicht erfüllt. 4.5.Das unter Sachverhaltsabschnitt 4 von Dossier 2 beschriebene und ankla- gegemäss erstellte Verhalten der Beschuldigten erfüllt dagegen den objektiven und subjektiven Tatbestand der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1 und Abs. 1 bis SSV. Dies wird auch von der amtlichen Verteidigung aner- kannt (Urk. 99 Rz 11). Die Beschuldigte ist daher entsprechend schuldig zu spre- chen. 5.Fazit Im Übrigen ist die rechtliche Würdigung der Vorinstanz zutreffend und wurde von der Beschuldigten bzw. ihren Verteidigern nicht explizit kritisiert oder in Frage ge- stellt. Es besteht folglich kein Anlass zu weiterführenden Erwägungen, sondern es kann vollumfänglich auf die korrekten Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 85 S. 22 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Beschuldigte ist demzufolge wie folgt schuldig zu sprechen: des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG, des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG, - 35 - der mehrfachen Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB, der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art.”
Sind Verfahren wegen Art. 90 Abs. 1 SVG verjährt, können sie wegen Verjährung eingestellt oder nicht weiter verfolgt werden. Unabhängig von der Verjährung dürfen verjährte Verletzungen von Verkehrsregeln jedoch bei der Beurteilung der Sorgfaltspflicht im Rahmen einer fahrlässigen Körperverletzung berücksichtigt werden.
“Vorbemerkung Gemäss der Staatsanwaltschaft hat der Beschuldigte mit seinem Verhalten die Tatbestände der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB und der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 36 Abs. 4 SVG, Art. 39 Abs. 2 SVG und Art. 14 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt. Wie die Vorinstanz richtig festgestellt hat, sind die SVG-Delikte als selbständige Tatbestände verjährt (vgl. Art. 90 Abs. 1 SVG und Art. 109 StGB); unabhängig davon wären die Delikte aufgrund von unechter Konkurrenz durch die fahrlässige Körperverletzung ohnehin konsumiert worden (BGE 106 IV 391 E. 4). Eine Verfah- renseinstellung erfolgt nicht, da die Anklage einen einzigen Lebenssachverhalt betrifft, welcher umfassend durch die Verurteilung abgedeckt ist (BGE 142 IV 378). Unabhängig von der Verjährung können die Verkehrsregelverletzungen je- doch zur Beurteilung der Sorgfaltspflicht im Rahmen der fahrlässigen Körperver- letzung herangezogen werden. Zusammenfassend ist im Folgenden damit einzig der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB zu prüfen.”
Dashcam-Aufnahmen werden als invasive, staatlich relevanter Überwachungsbereich angesehen; das öffentliche Interesse an Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss (Art. 90 LCR) kann gegenüber privaten Überwachungsinteressen überwiegen, weshalb Rechtfertigungsgründe eingeschränkt zuzulassen sind und die Abwägung der Interessen streng erfolgt.
“Les prises de vue, ou les enregistrements, non reconnaissables, se font en continu et sans discrimination, sur l'ensemble du parcours effectué par le conducteur circulant sur la voie publique. Ce type de caméra de bord s'apparente à un système de surveillance de l'espace public qui relève de la compétence de l'État pour assurer la sécurité du trafic. En outre, ni le but ni l'identité du maître des données n'est reconnaissable, ce qui empêche la personne concernée de faire valoir ses droits, en particulier son droit d'accès aux données (art. 8 LPD ; ATF 147 IV 16 consid. 3.1 et les références citées ; ATF 146 I 11 consid. 3.3.2 ; Préposé fédéral à la protection des données et à la transparence, Explications relatives aux caméras de bord (dashcams), version janvier 2019). 2.5.2. Outre le caractère invasif de la collecte de données par une dashcam, une restriction dans l'admission de motifs justificatifs sous l'angle de la pesée des intérêts s'explique également au regard du bien juridique protégé par les règles de la circulation routière, en particulier l'art. 90 LCR, à savoir en premier lieu, l'intérêt public à la fluidité du trafic et à la sécurité sur les routes (ATF 138 IV 258 consid. 3.1, 3.2 et 4), domaine qui relève de la compétence de l'État (cf. supra consid. 2.5.1). 2.6. Dans la pesée des intérêts de l'art. 13 LPD, dans le cas d'un dépassement par un véhicule d'un homme circulant sur une trottinette, le Tribunal fédéral a tenu compte de la gravité de l'atteinte à la personnalité (particularités de l'enregistrement), de l'intérêt public (nature des infractions reprochées [violation simple et grave des règles de la circulation routière]) et de l'intérêt privé (le dépassement en cause n'a pas occasionné d'accident ou de lésion ; ATF 147 IV consid. 7 ; BURGENER, op. cit., p. 61). 2.6.1. La notion d'infractions graves au sens de l'art. 141 al. 2 CPP doit être examinée au regard de la gravité de l'acte concret et de l'ensemble des circonstances qui l'entourent, et non abstraitement selon la peine menace de l'infraction en cause. Le législateur a utilisé expressément la notion d'infractions graves ("schwere Straftaten", "gravi reati"), à la différence de nombreuses dispositions du CPP qui recourent aux notions de crimes ou délit ("Verbrechen oder Vergehen", "crimini e deliti") contenues à l'art.”
“Les prises de vue, ou les enregistrements, non reconnaissables, se font en continu et sans discrimination, sur l'ensemble du parcours effectué par le conducteur circulant sur la voie publique. Ce type de caméra de bord s'apparente à un système de surveillance de l'espace public qui relève de la compétence de l'État pour assurer la sécurité du trafic. En outre, ni le but ni l'identité du maître des données n'est reconnaissable, ce qui empêche la personne concernée de faire valoir ses droits, en particulier son droit d'accès aux données (art. 8 LPD ; ATF 147 IV 16 consid. 3.1 et les références citées ; ATF 146 I 11 consid. 3.3.2 ; Préposé fédéral à la protection des données et à la transparence, Explications relatives aux caméras de bord (dashcams), version janvier 2019). 2.5.2. Outre le caractère invasif de la collecte de données par une dashcam, une restriction dans l'admission de motifs justificatifs sous l'angle de la pesée des intérêts s'explique également au regard du bien juridique protégé par les règles de la circulation routière, en particulier l'art. 90 LCR, à savoir en premier lieu, l'intérêt public à la fluidité du trafic et à la sécurité sur les routes (ATF 138 IV 258 consid. 3.1, 3.2 et 4), domaine qui relève de la compétence de l'État (cf. supra consid. 2.5.1). 2.6. Dans la pesée des intérêts de l'art. 13 LPD, dans le cas d'un dépassement par un véhicule d'un homme circulant sur une trottinette, le Tribunal fédéral a tenu compte de la gravité de l'atteinte à la personnalité (particularités de l'enregistrement), de l'intérêt public (nature des infractions reprochées [violation simple et grave des règles de la circulation routière]) et de l'intérêt privé (le dépassement en cause n'a pas occasionné d'accident ou de lésion ; ATF 147 IV consid. 7 ; BURGENER, op. cit., p. 61). 2.6.1. La notion d'infractions graves au sens de l'art. 141 al. 2 CPP doit être examinée au regard de la gravité de l'acte concret et de l'ensemble des circonstances qui l'entourent, et non abstraitement selon la peine menace de l'infraction en cause. Le législateur a utilisé expressément la notion d'infractions graves ("schwere Straftaten", "gravi reati"), à la différence de nombreuses dispositions du CPP qui recourent aux notions de crimes ou délit ("Verbrechen oder Vergehen", "crimini e deliti") contenues à l'art.”
Eine Verurteilung nach Art. 90 Abs. 1 SVG («einfache Verkehrsregelverletzung») kann administrativ sowohl als leichte Widerhandlung (Art. 16a SVG) wie auch als mittelschwere Widerhandlung (Art. 16b SVG) subsumiert werden. Das strafrechtliche und das administrativrechtliche Sanktionensystem sind nicht deckungsgleich; die strafrechtliche Qualifikation als «einfache Verkehrsregelverletzung» bindet die Verwaltung daher nicht automatisch bei der administrativen Einstufung.
“Dem steht auch nicht entgegen, dass das fragliche Ereignis im Strafbefehl als einfache Verkehrsregelverletzung bewertet wurde: So umfasst doch die einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG administrativrechtlich sowohl die leichte als auch die mittelschwere Widerhandlung nach Art. 16a und 16b SVG. Das straf- und das administrativrechtliche Sanktionensystem sind insofern nicht deckungsgleich (siehe BGE 135 II 138 E. 2.4).”
“Eine Verurteilung nach Art. 90 Abs. 1 SVG kann in Abhängigkeit von der Verkehrsgefährdung und dem Verschulden im Administrativverfahren eine leichte oder eine mittelschwere Widerhandlung i.S.v. Art. 16a bzw. 16b SVG darstellen (BGE 135 II 138 E. 2.4). Gemäss Lehre und Rechtsprechung setzt die Annahme einer leichten Widerhandlung nach Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG kumulativ voraus, dass die lenkende Person durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen hat und sie dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Danach stellt die Gefährdung der Sicherheit anderer einen wesentlichen und eigenständigen Gesichtspunkt dar, dem der Gesetzgeber bewusst ein höheres Gewicht zugemessen hat, indem er im Rahmen einer Revision das Recht des Warnungsentzugs von strafrechtlichen Erwägungen stärker verselbständigt und im Hinblick auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit und damit die weitere Senkung der Zahl der Toten und Verletzten im Strassenverkehr - teilweise massiv - verschärft hat; dies nicht nur gegenüber Rückfälligen, sondern auch gegenüber Ersttäterinnen und Ersttätern (BGE 135 II 138 E.”
“Strafrechtlich wurde der Rekurrent wegen einfacher Verletzung von Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Abs. 1 SVG verurteilt. Die einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG umfasst administrativrechtlich die leichte und die mittelschwere Widerhandlung gemäss Art. 16a und 16b SVG. Das straf- und das administrativrechtliche Sanktionssystem sind insoweit nicht deckungsgleich. Von der strafrechtlichen Sanktion kann deshalb nicht immer und ohne Weiteres auf die anzuordnende Verwaltungsmassnahme geschlossen werden (vgl. Entscheid der VRK IV-2013/48 vom 29. August 2013 E. 2c, im Internet abrufbar unter: www.sg.ch/recht/gerichte und dort unter Rechtsprechung; BGer 1C_259/2011 vom 27. September 2011 E. 3.4 und 1C_282/2011 vom 27. September 2011 E. 2.4). Vom Strafurteil geht hinsichtlich der Rechtsanwendung keine Bindungswirkung aus, auch wenn die Behörden vom gleichen Sachverhalt ausgehen. Insbesondere sind die Würdigung des Verschuldens und der Gefährdung für die verwaltungsrechtliche Beurteilung des Falls nicht verbindlich. In der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts ist die Verwaltungsbehörde somit frei, ausser die rechtliche Qualifikation hängt stark von der Würdigung von Tatsachen ab, die der Strafrichter besser kennt, etwa, weil er den Beschuldigten persönlich einvernommen hat (Ph.”
Bei ortskundigen Verkehrsteilnehmern (hier: Linienbuschauffeur) erhöht sich die gebotene Sorgfalt; sie müssen die Geschwindigkeit den bekannten Gefahrenstellen anpassen und diesen Gefahrenquellen erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Unterlassen sie dies und führen dadurch grob Verkehrsregelverletzungen herbei, begründet dies den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG.
“Die Vorderrichterin hat den Beschuldigten der groben Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig erklärt. Indem dieser das Vortrittsrecht der sich auf dem Fussgängerstreifen befindlichen beiden Fussgänger missachtet habe, sei der Tatbestand der groben Verkehrsverletzung objektiv erfüllt. Die exakte Geschwindigkeit der Fussgänger sei vorliegend von untergeordneter Bedeutung. Der Beschuldigte sei Linienbuschauffeur und gebe selbst an, ortskundig zu sein und vom Schulhaus Kenntnis gehabt zu haben. Zudem sei ihm die Unfallstelle wegen ihrer Gefährlichkeit bekannt gewesen. Insofern hätte er die Geschwindigkeit des von ihm geführten Linienbusses diesen Gegebenheiten anpassen und insbesondere der ihm bekannten Gefahrenquellen besondere Aufmerksamkeit schenken müssen. Sodann sei nicht nachvollziehbar, weshalb er die Kinder erst nach dem Zeugen C. gesehen habe, was einzig mit einer kurzen Unachtsamkeit von ihm zu erklären sei. Der Fussgängerstreifen sei für den ortskundigen Beschuldigten bereits von weitem sichtbar und der rechtsseitige Bereich daneben einsehbar gewesen. Es sei nicht ersichtlich und werde auch nicht geltend gemacht, dass besondere Vorkommnisse im Verkehrsgeschehen den Buschauffeur von der geforderten Aufmerksamkeit abgelenkt hätten.”
Bei Radar- bzw. Fotoerhebungen kann für die Verurteilung nach Art. 90 Abs. 1 LCR entscheidend sein, dass das geflashte Fahrzeug einer Person zugeordnet werden kann (Zulassungsdaten, auf dem Bild erkennbare fahrende Person). Die Glaubwürdigkeit einer Zeugenaussage ist in solchen Fällen nicht zwangsläufig ausschlaggebend.
“De plus, le procédé est dilatoire, au vu de la résidence outre-Atlantique du témoin, qui nécessiterait, vu les explications de l’appelant, qu’on attende sa venue en Suisse. De plus, l’épouse a déjà été entendue par le premier juge sur sa version des faits. Il sera pris acte du fait qu’elle ne se souvient de pratiquement rien. Au surplus, pour les motifs qui seront exposés ci-dessous, la crédibilité de ce témoin n’est pas déterminante s’agissant d’un litige relevant de la loi sur la circulation routière. 3. Invoquant le principe in dubio pro reo, l’appelant fait valoir que le premier juge ne disposait pas d’éléments suffisants pour lui permettre de se convaincre qu’il était le conducteur du véhicule au moment où l’infraction a été constatée par le radar. A cet égard, il lui fait grief d’avoir écarté arbitrairement le témoignage de son épouse, qui a indiqué avoir conduit le véhicule en question durant une vingtaine de minutes. Selon lui, on ne saurait dès lors exclure que celle-ci soit l’auteure de l’infraction. 3.1 Aux termes de l’art. 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01), celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Selon l’art. 27 al. 1 LCR, 1ère phrase, chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu’aux ordres de la police. Selon l’art. 96 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11), Celui qui aura violé une prescription de la présente ordonnance sera puni de l’amende si aucune autre disposition pénale n’est applicable. Aux termes de l’art. 41 al.1 let. a OCR, la vitesse maximale générale des véhicules peut atteindre, lorsque les conditions de la route, de la circulation et de visibilité sont favorables, 50 km/h dans les localités. 3.2 L’art. 10 CPP dispose que toute personne est présumée innocente tant qu’elle n’est pas condamnée par un jugement entré en force (al. 1). Le tribunal apprécie librement les preuves recueillies selon l’intime conviction qu’il retire de l’ensemble de la procédure (al.”
“P/545/2023 AARP/374/2023 du 27.10.2023 sur JTDP/738/2023 ( PENAL ) , PARTIELMNT ADMIS En fait En droit RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/545/2023 AARP/374/2023 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 9 octobre 2023 Entre A______, domicilié ______, FRANCE, comparant en personne, appelant, contre le jugement JTDP/738/2023 rendu le 7 juin 2023 par le Tribunal de police, et LE SERVICE DES CONTRAVENTIONS, p.a. Nouvel Hôtel de Police, chemin de la Gravière 5, 1227 Les Acacias, intimé. EN FAIT A. a. Par courrier daté du 14 juin 2023, remis à la Poste française le 16 juin 2023, parvenu à la Poste suisse à une date inconnue et au Tribunal pénal le 22 juin 2023, A______ a annoncé appeler du jugement du Tribunal de police (TP) du 7 juin 2023, dont les motifs lui ont été notifiés le 14 juin 2023, par lequel le TP l'a reconnu coupable de violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et condamné à une amende de CHF 40.-, en mettant les frais de la procédure (CHF 351.-) à sa charge. b. A______ conclut à l'acquittement. c. Selon l'ordonnance pénale du Service des contraventions (SDC) du 30 avril 2021, il est reproché à A______ d'avoir, le ______ 2021 à 16h40, à l'avenue de Bel-Air 61ter à Chêne-Bourg/Genève/Suisse, au volant du véhicule immatriculé 1______ (France), circulé à l'intérieur d'une localité à la vitesse de 39 km/h alors que la vitesse était limitée à 30 km/h, soit d'avoir dépassé la vitesse autorisée, après déduction de la marge de sécurité, de 4 km/h. B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : a. L'infraction a été mise en évidence au moyen d'un radar. L'image montre un homme au volant. La Brigade judiciaire et radar (BJR) a confirmé que le numéro d'immatriculation du véhicule flashé, de marque B______/2______ [modèle], était attribué à A______. b. Dans ses courriers à l'attention du SDC et du TP, A______ a expliqué : "Il s'avère que depuis plus de trois ans je ne me suis pas rendu dans votre pays, de plus au moment des faits incriminés je me trouvais dans ma résidence secondaire à C______ [France], chemin 3______ [code postal].”
Bei Verfahren nach Art. 90 Abs. 1 SVG können Radar-, Foto‑ und Videoaufnahmen als tragfähige Beweismittel herangezogen werden. Bei der Beurteilung von Geschwindigkeitsüberschreitungen sind die verwendeten Messmittel, die zu berücksichtigenden Geräte- und Messunsicherheiten (z. B. ASTRA‑Abzug) sowie allenfalls eingeholte Fachgutachten (z. B. METAS‑Gutachten) relevant.
“501 2022 58 Arrêt du 3 février 2023 Cour d'appel pénal Composition Président : Michel Favre Juge : Dina Beti Juge suppléante : Catherine Faller Greffière-rapporteure : Sandra Ayan-Mantelli Parties A.________, prévenu et appelant, représenté par Me Valentin Aebischer, avocat, défenseur choisi contre Ministère public, intimé Objet Violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) Appel du 22 mars 2022 contre le jugement de la Juge de police de l'arrondissement de la Broye du 8 mars 2022 considérant en fait A. Le 8 mars 2022, la Juge de police de l’arrondissement de la Broye (ci-après : la Juge de police) a reconnu A.________ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR en lien avec l’art. 27 al. 1 LCR; dépassement de vitesse). Elle l’a condamné à une amende de CHF 400.-, convertible, en cas de non-paiement fautif, en une peine privative de liberté de substitution de 4 jours (art. 106 al. 2 et 3 CP) et lui a fait supporter l’entier des frais de la procédure, arrêtés à CHF 1'400.-. La Juge de police a retenu les faits suivants : le 30 avril 2021 à 21h21 à B.________ sur l’autoroute C.________, A.________ a commis un dépassement de vitesse de 28 km/h (vitesse mesurée : 134 km/h; vitesse autorisée : 100 km/h; marge de sécurité déduite de 6 km/h) au volant de son véhicule immatriculé ddd. Le prévenu contestait être le conducteur fautif.”
“Die Anklage, die sich aus dem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 15. April 2019 ergibt, wirft dem Berufungskläger vor, er habe am Freitag, 18. Januar 2019 um 22:07 Uhr, in Basel auf der Autobahn A2 im Kleinbasel die signalisierte Höchstgeschwindigkeit nach Abzug der vom ASTRA festgelegten Geräte- und Messunsicherheit auf Autobahnen um 31-34 km/h überschritten (vgl. Strafakten S. 3 f.). Das Strafgericht erachtete diesen Sachverhalt als erstellt, wobei es von einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 32 km/h ausging (vgl. angefochtenes Urteil E. II S. 3), und erklärte den Berufungskläger mit Urteil vom 9. Januar 2020 aufgrund dieses Sachverhalts der (einfachen) Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig.”
“19.14 Uhr, lenkte der Beschwerdeführer seinen Personenwagen mit dem Kennzeichen "01" auf der Autobahn A51, Fahrbahn Schaffhausen. Eine Streife der Kantonspolizei Zürich stellte fest, dass der Beschwerdeführer zum vorausfahrenden Fahrzeug nur einen ungenügenden Abstand einhielt. Sie dokumentierte dieses Fahrverhalten über eine Distanz vom über 1'000 m auf Video. Gemäss einem Kurzgutachten des Eidgenössischen Instituts für Metrologie (METAS) vom 21. April 2020 (in der Folge: METAS-Gutachten), welches das Video auswertete, hielt der Beschwerdeführer bei einer Fahrgeschwindigkeit von durchschnittlich 84,1 km/h (+/– 1,3 km/h) während 41 Sekunden lediglich einen durchschnittlichen Abstand von 0,68 Sekunden bzw. 15,8 m zum vorausfahrenden Fahrzeug ein. Der minimale Abstand betrug höchstens 0,5 Sekunden bzw. 11,2 m. 2.2 Gestützt darauf wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 8. Juli 2020 wegen einer Verletzung der Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG, schuldig befunden und mit einer Busse von Fr. 180.- bestraft. Der Strafbefehl erwuchs (unangefochten) in Rechtskraft. Gestützt auf diese Grundlage entzog die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am 21. September 2020 aufgrund einer mittelschweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG den Führerschein gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG für die Dauer von einem Monat. 3. 3.1 Der Untersuchungsgrundsatz (§ 7 Abs. 1 VRG) verpflichtet die Behörde von Amtes wegen dazu, für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Wie die Vorinstanz in ihrem Entscheid zutreffend ausführte, darf die für den Führerausweisentzug zuständige Verwaltungsbehörde grundsätzlich nicht von den Tatsachenfeststellungen des rechtskräftigen Strafentscheids abweichen. Eine Abweichung ist nur dann zulässig, wenn die Behörde ihrem Entscheid Tatsachen zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung zu einem anderen Entscheid führt, oder wenn der Strafrichter nicht alle sich mit dem Sachverhalt stellenden Rechtsfragen abgeklärt hat (BGr, 20.”
“Au vu de ce qui précède, la fiabilité de la mesure de la vitesse opérée par le radar ne suscite aucun doute raisonnable. Le premier juge était donc fondé à retenir que le prévenu circulait à la vitesse de 85 km/h, marge de sécurité déduite, lorsqu’il a été flashé. Mal fondé, ce grief doit être rejeté. 5. 5.1 L’appelant conteste sa condamnation pour violation grave des règles de la circulation au sens de l’art. 90 al. 2 LCR. Il soutient une nouvelle fois que la vitesse mesurée par le radar n’est pas fiable ni exacte, qu’il subsiste des zones d’ombre entourant la prise de cette mesure, que la vitesse retenue est le seul élément à charge, qu’elle doit être exempte de tout reproche et que la rigidité du système impose la plus grande précision. Il fait valoir que l’agent opérateur n’a pas été en mesure de confirmer si et dans quelle mesure la vitesse mesurée a été arrondie au chiffre entier le plus proche et que l’excès de vitesse commis constitue tout au plus une faute légère au sens de l’art. 90 al. 1 LCR. 5.2 5.2.1 Selon l'art. 90 LCR (Loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01), celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende (al. 1). Celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire (al. 2). Pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D'un point de vue objectif, la violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR suppose que l'auteur ait mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue (ATF 143 IV 508 consid.”
“44 RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/21891/2019 AARP/241/2021 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 3 août 2021 Entre A______, domicilié ______, France, comparant en personne, appelant, contre le jugement JTDP/300/2021 rendu le 10 mars 2021 par le Tribunal de police, et LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimé. EN FAIT : A. a. En temps utile, A______ appelle du jugement du 10 mars 2021, par lequel le Tribunal de police (TP) l'a reconnu coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 de la Loi fédérale sur la circulation routière [LCR]) et l'a condamné à une peine pécuniaire de 25 jours-amende à CHF 150.- l'unité, assortie du sursis et délai d'épreuve de trois ans, tout en le sanctionnant d'une amende de CHF 750.- à titre de sanction immédiate (peine de substitution de cinq jours), frais de procédure à sa charge. A______ conclut à la déqualification juridique des faits en contravention à la LCR (art. 90 al. 1 LCR) ainsi que, dans tous les cas, au prononcé d'une peine "juste et proportionnelle". b. Selon l'ordonnance pénale du 6 novembre 2019, il est reproché à A______ d'avoir, le 24 juillet 2019, circulé sur la route 1______ (B______) à 70 km/h alors que la vitesse maximale autorisée est de 40 km/h, soit un dépassement total, sous déduction de la marge de sécurité, de 25 km/h. B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : a. Le 24 juillet 2019 à 07h24, le motocycle immatriculé en France, conduit par A______, a été photographié par un appareil radar immobile, surveillé par du personnel spécialisé sur la route 1______, alors que celui-ci circulait, en direction du Pont C______, à une vitesse de 70 km/h. Le radar était situé à la hauteur du n° 2______ de la route précitée, dont le tracé est rectiligne. Les faits se sont produits de jour, alors que la chaussée était sèche, le trafic fluide et les conditions météorologiques bonnes, à l'instar de la visibilité. b.a. Les rapports de police indiquent que la vitesse maximale autorisée sur le tronçon où se trouvait le véhicule lorsqu'il a été photographié est de 40 km/h, d'où un dépassement de 25 km/h (marge de sécurité de 5 km/h déduite) de la vitesse maximale autorisée.”
“Ein paralleler Kolonnenverkehr, welcher den Berufungskläger zum Rechtsüberholen legitimiert hätte, lag gemäss der Videoaufnahme entgegen der Ansicht des Berufungsklägers offensichtlich nicht vor. Vielmehr ist auf der Aufzeichnung zu erkennen, dass zum Zeitpunkt des inkriminierten Manövers des Berufungsklägers zwar ein gewisses Verkehrsaufkommen herrschte, jedoch keine so starke Verkehrsverdichtung, dass auf der Überholspur kein schnelleres Fahren möglich gewesen wäre als auf dem Normalstreifen. Ab der Tageszeitanzeige 20:43:15 der Videoaufnahme präsentierte sich dem Berufungskläger als Lenker des Personenwagens VW ([...]) die Normalspur als frei. Er schloss auf dieser während rund 30 Sekunden mit teilweise überhöhter Geschwindigkeit (bis zu 94 km/h) auf die Höhe von zwei Personenfahrzeugen auf der Überholspur auf, fuhr in der Folge an diesen vorbei (Tageszeit 20:43:4520:44:00) und wechselte schliesslich wieder unmittelbar vor dem vorderen der beiden überholten Personenwagen zurück auf die Überholspur (Tageszeit 20:44:02). Sein Verhalten stellt sowohl nach alter als auch nach neuer Rechtslage ein unerlaubtes Rechtsüberholen dar, was zumindest einen Schuldspruch nach Art. 90 Abs. 1 SVG nach sich zieht. In rechtlicher Hinsicht stellt sich somit die Frage, ob das Rechtsüberholen des Berufungsklägers unter Anwendung der neuen Gesetzesregelung als grobe Verkehrsregelverletzung zu qualifizieren ist, wie es die Vorinstanz gestützt auf das damals geltende, in casu strengere Recht (s. nachfolgend E. 6.46.6) getan hat.”
Bei schweren oder wiederholten Verletzungen von Art. 90 Abs. 1 kann dies die Anordnung präventiver oder repressiver Zwangsmassnahmen rechtfertigen; die Praxis bezieht in solchen Fällen namentlich Fahrzeugséquestre, die Konfiskation und die Verwertung des Fahrzeugs (Art. 90a LCR) ein.
“Il ressort par ailleurs du rapport du GAVA du 2 juin 2022 que son dépassement maximal de vitesse avait été de 85,6 km/h sur un tronçon limité à 100 km/h soit, presque du simple au double, et que le visionnage des images laissait vraisemblablement penser qu'il participait à un "rodéo routier" avec deux autres conducteurs. Il n'est ainsi pas exclu en l'état que les conditions de l'art. 90a al. 1 let. a LCR soient réalisées. Par ailleurs, compte tenu de la conduite manifestement dangereuse adoptée, il existe des indices au sens de l'art. 90a al. 1 let. b LCR de ce qu'en mains du recourant, le véhicule séquestré serait susceptible de mettre en danger la sécurité routière à l'avenir, respectivement de ce que le séquestre en vue de la confiscation soit propre à l'empêcher de commettre de nouvelles violations graves, voire graves et qualifiées des règles de la circulation. Ce d'autant que, d'après le rapport du 19 août 2021 de la BCI, l'analyse du téléphone de l'intéressé avait permis de mettre en évidence plusieurs vidéos de lui en train de se filmer en conduisant. Certes, le recourant n'a pas d'antécédents judiciaires inscrits au casier judiciaire. D'après les renseignements de police, il a cependant été prévenu à deux reprises de violation de l'art. 90 al. 1 LCR, et ce, malgré son jeune âge au moment des faits (23 ans). Que l'Office cantonal des véhicules lui ait restitué son permis de conduire, n'est par ailleurs pas déterminant dans la mesure où il s'agit d'une restitution provisoire. Qu'il soit autorisé – suite à la levée des mesures de substitution – de conduire des véhicules à moteur n'est pas non plus pertinent, dès lors que la confiscation au sens de l'art. 90a LCR ne peut porter que sur le véhicule effectivement utilisé pour commettre l'infraction considérée, ce qui est le cas ici. Eu égard à la gravité des infractions reprochées, le maintien du séquestre apparaît objectivement propre à retarder ou à rendre plus difficile, à tout le moins, la commission de nouvelles infractions graves. Des mesures moins sévères ne permettent pas d'atteindre ce but, dès lors que le recourant ne prétend pas avoir résilié son contrat de leasing, de sorte qu'il aurait toujours l'usage et la jouissance du véhicule si celui-ci lui était restitué. Compte tenu de la durée du séquestre, soit depuis le 23 mai 2021, le Ministère public sera toutefois tenu de mener à terme la procédure le plus rapidement possible.”
“Il estimait que la nouvelle affaire à laquelle se référait le MP n'avait pas à être évoquée à ce stade et se bornait à affirmer qu'il n'avait plus conduit depuis le 8 décembre 2020, notamment pas le 25 septembre 2021. A force d'être "attrapé" et ayant été témoin d'un accident, il avait désormais compris qu'il ne devait pas conduire. b. Lors de son réquisitoire, le MP a précisé l'allusion qu'il avait faite lors de l'interrogatoire du prévenu, indiquant qu'une nouvelle procédure était pendante devant le TP, pour des infractions commises le 25 septembre 2021. c. Sur ce, avec l'accord des parties, la Chambre pénale d'appel et de révision (CPAR) a ordonné la suspension de la procédure jusqu'à droit jugé par le TP dans cette seconde procédure, ce dont elle a informé ladite juridiction. II. P/18319/2021 A. a. Le TP a statué par jugement du 12 juillet 2022, reconnaissant A______ coupable de conduite sous retrait du permis de conduire (art. 95 al. 1 let. b LCR) ainsi que de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR cum art. 32 al. 1 LCR), et l'a condamné à une courte peine privative de liberté de 30 jours, sous déduction d'un jour de détention avant jugement ainsi qu'à une amende de CHF 150.- (peine privative de liberté de substitution : un jour), tout en renonçant à révoquer le sursis du 3 avril 2020. La première juge a ordonné la confiscation et la réalisation du véhicule E______ GE 2______, le produit de la vente devant être restitué au condamné après déduction des coûts de réalisation et des frais de la procédure, lesquels ont été mis à sa charge. En temps utile le MP et A______ ont partiellement entrepris cette seconde décision. b. Aux termes de l'acte d'accusation du 26 janvier 2021, il est reproché au prévenu d'avoir circulé au volant dudit véhicule le 25 septembre 2021 à 7h45, sur la route Jean-Jacques RIGAUD, nonobstant l'interdiction générale de conduire qui le frappe, ainsi que d'avoir atteint le rond-point sans ralentir puis emprunté le carrefour à une vitesse inadaptée. B. A______ admet les faits, étant précisé qu'il a été interpellé sur place, après avoir été observé en train de les commettre.”
“- + le forfait de 20% couvrant les opérations diverses (l'activité pour l'ensemble du dossier étant inférieure à 30 heures ; CHF 192.50) + la vacation à l'audience (CHF 110.-) + la TVA au taux de 7.7% (CHF 97.40) * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Déclare partiellement irrecevable l'appel de A______ contre le jugement rendu le 12 juillet 2022 par le Tribunal de police dans la procédure P/18319/2021 désormais jointe à la procédure P/11384/2020. Reçoit pour le surplus les appels formés par le Ministère public et A______ contre ledit jugement ainsi que contre celui rendu le 21 septembre 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/11384/2020. Rejette l'appel de A______ contre le second jugement et admet partiellement ceux du Ministère public contre les deux décisions. Annule ces jugements. Et statuant à nouveau : Déclare A______ coupable de conduites sous retrait du permis de conduire (art. 95 al. 1 let. b LCR), de conduite en état d'ébriété (art. 91 al. 1 let. a LCR) et de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Condamne A______ à une peine privative de liberté de cinq mois, sous déduction de quatre jours de détention avant jugement (art. 40 CP). Le condamne à une amende de CHF 700.- (art. 91 al. 1 let. a LCR ; art. 90 al. 1 cum art. 32 al. 1 LCR et art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de sept jours. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Renonce à révoquer le sursis octroyé le 3 avril 2020 par le Tribunal de police, mais adresse un avertissement à A______ et prolonge le délai d'épreuve de deux ans (art. 46 al. 2 CP). Ordonne la confiscation des véhicules séquestrés de marque E______ immatriculé GE 2______, no de châssis 3______, et D______ immatriculé GE 1______, no de châssis 4______ (art. 90a al. 1 LCR). Ordonne la réalisation de ces véhicules et la restitution du prix de vente à A______ après déduction des frais de la procédure mis à sa charge, des frais de fourrière facturés entre le prononcé du présent arrêt et la réalisation, ainsi que des coûts de réalisation (art.”
Wer mehrere, voneinander abgegrenzte Verstösse gegen die Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG begeht, kann dafür jeweils gesondert angeklagt und verurteilt werden; einzelne, unterschiedliche Verhaltensweisen werden getrennt qualifiziert und als einzelne Schuldsprüche erfasst.
“Unter Ausscheidung von 30% der anteilsmässigen Verfahrenskosten, ausmachend CHF 5'346.60 zu Lasten des Kantons Bern sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung im Umfang von 30% an die Aufwendungen für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte (vgl. unten Lit. A Ziff. III). II. A.________ wird schuldig erklärt: 1. des Verbrechens gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 3 i.V mit Abs. 4 SVG), begangen am 1. August 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 1.2); 2. des Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 2 SVG), mehrfach begangen 2.1 am 30. Juni 2019 in Eggiwil (AKS Lit. A Ziff. 2.1); 2.2 am 2. Juli 2019 in Boltigen (AKS Lit. A Ziff. 2.2); 2.3 am 9. Juli 2019 in Bedretto (AKS Lit. A Ziff. 2.3); 2.4 am 9. Juli 2019 in Airolo (AKS Lit. A Ziff. 2.4); 2.5 am 29. Juli 2019 in Röthenbach i. Emmental (AKS Lit. A Ziff. 2.5); 2.6 am 9. August 2019 in Gletsch (AKS Lit. A Ziff. 2.6); 2.7 am 9. August 2019 in Steingletscher (AKS Lit. A Ziff. 2.7); 3. der Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes (Art. 90 Abs. 1 SVG), mehrfach begangen 3.1 am 10. Mai 2019 in Röthenbach (AKS Lit. A Ziff. 3.1); 3.2 am 10. Juni 2019 in Eriz und Aussereriz (AKS Lit. A Ziff. 3.2 und 3.3); 3.3 am 17. Juni 2019 in Schwenden und Horboden (AKS Lit. A Ziff. 3.4, 3.5, 3.7 und 3.8); 3.4 am 17. Juni 2019 in Horboden (AKS Lit. A Ziff. 3.6); 3.5 am 19. Juni 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 3.9, 3.10, 3.11 und 3.12); 3.6 am 21. Juni 2019 in Eggiwil und Röthenbach (AKS Lit. A Ziff. 3.13, 3.14, 3.15, 3.16, 3.17, 3.18. 3.19, 3.20 und 3.21); 3.7 am 23. Juni 2019 in Unterseen (AKS Lit. A Ziff. 3.22); 3.8 am 23. Juni 2019 in Unterseen, (AKS Lit. A Ziff. 3.23); 3.9 am 30. Juni 2019 in Röthenbach im Emmental, Eggiwil und Schangnau (AKS Lit. A Ziff. 3.24, 3.25, 3.26, 3.27, 3.28, 3.29, 3.30, 3.31, 3.32, 3.33 und 3.34); 3.10 am 2. Juli 2019 in Hauteville (AKS Lit. A Ziff. 3.35); 3.11 am 2. Juli 2019 in Corbières (AKS Lit. A Ziff. 3.36); 3.12 am 2. Juli 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 3.37); 3.13 am 2. Juli 2019 in Boltigen (AKS Lit.”
“In Bezug auf die Ereignisse vom 8. Februar 2019 ergeht somit ein Schuldspruch wegen einfacher Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 1 SVG und Art. 36 Abs. 5 VRV und ein Schuldspruch wegen einfacher Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 39 Abs. 1 SVG und Art. 28 Abs. 1 VRV.”
“Der Beschuldigte hat zwei Verkehrsregelverletzungen im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG begangen und ist dafür mit einer Busse zu bestrafen.”
“Erwägungen: I. Verfahrensgang 1.Mit Strafbefehl vom 29. März 2022 sprach das Statthalteramt Bezirk Zürich (nachfolgend Statthalteramt) den Beschuldigten der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG sowie Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig. Es bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 400.– und setzte eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen fest. Ferner auferlegte es dem Beschuldigten Gebühren in der Höhe von Fr. 330.– (Urk. 3). 2.Gegen diesen Strafbefehl erhob der Beschuldigte mit Eingabe vom 2. April 2022 frist- und formgerecht Einsprache gemäss Art. 354 Abs. 1 lit. a StPO in Ver- bindung mit Art. 357 Abs. 2 StPO beim Statthalteramt (Urk. 4). In der Folge wurde der Beschuldigte am 22. August 2022 durch das Statthalteramt einvernommen (Urk. 10). 3.In Anwendung von Art. 355 Abs. 3 lit. c StPO erliess das Statthalteramt am 25. August 2022 einen neuen Strafbefehl. Es sprach den Beschuldigten erneut der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne der eingangs zitierten Be- stimmungen schuldig und bestrafte ihn wieder mit einer Busse von Fr. 400.– unter Ansetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. Dem Beschuldigten wurden sodann unverändert Gebühren in der Höhe von Fr.”
Typische Verhaltensweisen, die in der Rechtsprechung als rücksichtslos i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet wurden, sind etwa: plötzliche, nicht verkehrsbedingte Bremsmanöver; gezieltes Schikanieren (Auffahren, Touchieren); ohne verkehrsbedingten Grund namentlich das Loslassen des Gaspedals mit dadurch absehbarer Geschwindigkeitsverminderung; mehrfaches Greifen/Einwirken am Lenkrad bei hohen Autobahngeschwindigkeiten; Filmen mit einer Hand bzw. demonstratives Entfernen einer Hand vom Lenkrad; sowie das Unterlassen der Tacho-Kontrolle bei offenkundiger Geschwindigkeitsabweichung. Diese Beispiele dienen der Einordnung des Tatbestands und beruhen auf der zitierten Rechtsprechung.
“Mit seinen Rügen wendet sich der Beschwerdeführer nicht gegen die Art des zweimaligen Bremsens (brüsk, einmal bis zum Stillstand) und die Pflicht, auf den nachfolgenden Verkehr zu achten. Dabei kommt dem Beschwerdeführer keine Kompetenz zu, den nachfolgenden Lenker nach seinem eigenen Belieben zu massregeln. Auch das Einbiegen in die Tankstelle durfte nur unter Rücksichtnahme auf den nachfolgenden Verkehr und damit nicht brüsk erfolgen. Diese Pflicht hat der Beschwerdeführer missachtet. Insoweit ist die vorinstanzliche Erwägung zu verstehen, der Beschwerdeführer habe ohne erkennbaren Grund abgebremst. Die Art des Bremsens war in beiden Fällen nicht verkehrsbedingt, d.h. nicht einem Notfall im Sinne von Art. 12 Abs. 2 VRV geschuldet. Auch ein Rechtfertigungsgrund ist nicht ersichtlich. Die Verurteilung wegen mehrfacher grober Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 37 Abs. 1 SVG und Art. 12 Abs. 2 VRV ist nicht zu beanstanden.”
“Der Beschuldigte schuf für den Rollerfahrer die konkrete Gefahr eines Sturzes mit entsprechenden Verletzungsfolgen. Der objektive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung ist demnach erfüllt. Der Beschuldigte missachtete den gebotenen Abstand zum Rollerfahrer wissentlich und willentlich sowie in rücksichtsloser Weise. Er agierte ohne Not, d.h. weder verkehrs- noch fahrzeugbedingt, sondern vielmehr aus Verärgerung über ein vorangegangenes Überholmanöver des Rollerfahrers mit L-Schild. Er schloss bewusst viel zu dicht auf den vor ihm fahrenden Rollerfahrer auf, weil er jenen schikanieren und seine Macht demonstrieren wollte. Schliesslich touchierte er den Roller mutwillig. Dem Beschuldigten musste die allgemeine Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst sein, womit der Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung auch in subjektiver Hinsicht erfüllt ist. Der Beschuldigte hat sich der groben Verkehrsregelverletzung durch Nichtwahren eines ausreichenden Abstands beim Hintereinanderfahren nach Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig gemacht.”
“Zwar hat der Beschuldigte im Moment des Wie- dereinbiegens auf die rechte Fahrspur einen noch genügenden Abstand zum Fahr- zeug von G._____ eingehalten. Da er jedoch bereits zu Beginn des Überholmanö- vers wusste, dass er aufgrund des Kickstarts beim Wiedereinbiegen die Geschwin- digkeit durch das Loslassen des Gaspedals spürbar reduzieren würde, hätte er die- sen Umstand bei der Bemessung des Abstands berücksichtigen müssen. Mit dem - 29 - Loslassen des Gaspedals nach dem Wiedereinbiegen auf die rechte Fahrspur ohne verkehrsbedingten Grund und aufgrund der ihm bekannten spürbaren Rekupera- tion trotz kurz bevorstehender Erhöhung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h auf 80 km/h manifestierte der Beschuldigte ein rücksichtsloses Verhalten gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere gegenüber G._____, zu deren Schutz die entsprechenden Vorschriften erlassen wurden. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass er grobfahrlässig handelte und demzufolge auch den subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllte.”
“Aufgrund der Aussagen der Beteiligten ergibt sich mithin entgegen der An- klage zwar kein eigentlicher Messerangriff des Beschuldigten auf den Privatklä- ger, doch ist davon auszugehen, dass der alkoholisierte Beschuldigte den Privat- kläger direkt nach der Aufdeckung seines Diebstahls in den engen Räumlichkei- ten der Coop-Filiale, wohin er zwecks Kontrolle seiner Personalien geführt wurde, verbal in der umschriebenen Weise attackierte und dabei schon bald sein Messer in der Hand hielt, welches er auch aufzuklappen versuchte. Inwiefern ihm dies tat- sächlich gelungen ist, spielt für die Beurteilung des Vorfalles letztlich keine ent- scheidende Rolle und kann somit offen bleiben. 4.Rechtliche Würdigung 4.1.Die rechtliche Würdigung der erstellten Sachverhalte gemäss den Dossi- ers 2 und 3 gibt zu keinen weitführenden Erwägungen Anlass. Es ist in diesem Zusammenhang vorweg darauf hinzuweisen, dass im Vergleich zum vorinstanzli- chen Urteil infolge des vorliegend geltenden Verschlechterungsverbotes im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO von vornherein keine strengere Bestrafung des Be- schuldigten in Betracht fällt. 4.2.Die grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 und 3 SVG ist ohne Weiteres gegeben. Es bedarf in Berücksichtigung der entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz (vgl. Urk. 62 S. 33 ff.) keiner weiterführenden Erwägungen dazu, dass ein mehrfacher Griff des Beifahrers ins Lenkrad des Führers eines Fahrzeuges in Kombination mit einem Schlagen gegen den Oberarm und einem Reissen an den Haaren über - 14 - eine gewisse Dauer ein sicheres Beherrschen des Fahrzeuges auf der Autobahn kaum noch ermöglicht und damit durchaus geeignet ist, eine erhöht abstrakte Ge- fährdung des Lenkers selbst und auch der übrigen Teilnehmer im Strassenver- kehr im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu bewirken, zumal wenn solche Aktionen bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h durchgeführt werden. Zwar sehen die beiden Verursacher der Gefährdung dies anders (vgl. Urk. D2/6/1 S. 7; Prot. II S. 18), doch vermag diese subjektive Einschätzung den geschilder- ten objektiven Gegebenheiten im Verlauf der inkriminierten Fahrt nicht gerecht zu werden.”
“ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässig- keit. Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit sei- ner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rück- sichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen. Je schwerer die Verkehrsregelver- letzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen. Die Annahme von Rück- - 17 - sichtslosigkeit i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG ist restriktiv zu handhaben, weshalb nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverlet- zung geschlossen werden darf. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu be- trachten ist, wiegt auch subjektiv schwer. Grundsätzlich ist von einer objektiv gro- ben Verletzung der Verkehrsregeln auf ein zumindest grob fahrlässiges Verhalten zu schliessen. Die Rücksichtslosigkeit ist ausnahmsweise zu verneinen, wenn be- sondere Umstände vorliegen, die das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen (Urteile des Bundesgerichts 6B_85/2024 vom 8. November 2024 E. 1.2.1.; 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2 mit Hinweisen). 2.1.2.Durch das Filmen mit der rechten Hand und der gleichzeitig demonstra- tiven Wegnahme der linken Hand vom Lenkrad, konnte der Beschuldigte das Fahr- zeug nicht in der Weise beherrschen, dass er jederzeit seinen Vorsichtspflichten hätte nachkommen können, und verletzte damit Art.”
“Strafbarkeit gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG Die Geschwindigkeitsüberschreitung von 38 km/h ausserorts ist vorliegend unbestritten und ergibt sich aus den Akten (act. 27 ff.). Damit ist der objektive Tatbestand der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne der vorstehenden Erwägungen (E. II.4.1) erfüllt. In subjektiver Hinsicht liegt nichts vor, was gegen ein rücksichtsloses Verhalten des Berufungsklägers sprechen würde. Die gefahrene Geschwindigkeit ist insbesondere auf einem Motorrad gut einschätzbar, wobei sich 80 km/h von 118 km/h deutlich unterscheiden. Wer es bei dieser Ausgangslage unterlässt, den Tachometer zur Kontrolle der Geschwindigkeit zu konsultieren, nimmt eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit billigend in Kauf. Hinsichtlich der erheblichen Überschreitung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG liegt mindestens ein grobfahrlässiges Verhalten vor, zumal die regelmässige Kontrolle der gefahrenen Geschwindigkeit zu den elementaren Sorgfaltspflichten des Fahrzeugführers zählt. Der Berufungskläger hat sich folglich der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art.”
Bei erheblichen bzw. besonders krassen Überschreitungen stützt sich die Praxis wiederholt auf einschlägige Rechtsprechung und drohende schwere Strafandrohungen; das Ausmass der Überschreitung ist hier entscheidend.
“78 VRG 6A.100/2006 BGE 124 II 103ATF 124 II 103DTF 124 II 103 BGE 104 Ib 359ATF 104 Ib 359DTF 104 Ib 359 BGE 102 Ib 196ATF 102 Ib 196DTF 102 Ib 196 BGE 121 II 214ATF 121 II 214DTF 121 II 214 BGE 123 II 97ATF 123 II 97DTF 123 II 97 BGE 121 II 214ATF 121 II 214DTF 121 II 214 6A.82/2006 BGE 139 II 95ATF 139 II 95DTF 139 II 95 Art. 32 SVGart. 32 LCRart. 32 LCStr Art. 33 SVGart. 33 LCRart. 33 LCStr BGE 127 IV 34ATF 127 IV 34DTF 127 IV 34 BGE 122 IV 225ATF 122 IV 225DTF 122 IV 225 Art. 33 SVGart. 33 LCRart. 33 LCStr 1C_425/2012 1C_504/2011 6B_493/2011 6B_1070/2009 6S.96/2006 Art. 6 VRVart. 6 OCRart. 6 ONC Art. 31 SVGart. 31 LCRart. 31 LCStr Art. 31 SVGart. 31 LCRart. 31 LCStr Art. 32 SVGart. 32 LCRart. 32 LCStr BGE 123 II 106ATF 123 II 106DTF 123 II 106 BGE 124 II 259ATF 124 II 259DTF 124 II 259 603 2016 227 1C_250/2017 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 120 Ib 285ATF 120 Ib 285DTF 120 Ib 285 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 122 II 228ATF 122 II 228DTF 122 II 228 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 118 IV 84ATF 118 IV 84DTF 118 IV 84 4A_239/2015 1C_425/2012 1C_87/2009 1C_87/2009 1C_425/2012 1C_425/2012 1C_87/2009 BGE 122 II 228ATF 122 II 228DTF 122 II 228 BGE 118 IV 84ATF 118 IV 84DTF 118 IV 84 Art. 33 SVGart. 33 LCRart. 33 LCStr Art. 32 SVGart. 32 LCRart. 32 LCStr Art. 33 SVGart. 33 LCRart. 33 LCStr Art. 4 VRVart. 4 OCRart. 4 ONC Art. 6 VRVart. 6 OCRart. 6 ONC 6B_1318/2019 Art. 16 SVGart. 16 LCRart. 16 LCStr BGE 132 II 234ATF 132 II 234DTF 132 II 234 Art. 49 StGBart. 49 CPart. 49 CP BGE 108 Ib 258ATF 108 Ib 258DTF 108 Ib 258 Art. 49 StGBart. 49 CPart. 49 CP Art. 17 SVGart. 17 LCRart. 17 LCStr Art. 29 KVart. 29 Cst.art. 29 KV Art. 29 BVart. 29 Cst.art. 29 Costituzione federale della Confederazione Svizzera Art. 142 VRGart. 142 CPJAart. 142 VRG BGE 133 III 614ATF 133 III 614DTF 133 III 614 Art. 129 VRGart. 129 CPJAart. 129 VRG 603 2020 85 603 2020 113 erster Eintragvorheriger Eintragnächster Eintragletzter EintragDokument im Originalformat anzeigenDossierinfos603 2020 8502.12.”
“100/2006 BGE 124 II 103ATF 124 II 103DTF 124 II 103 BGE 104 Ib 359ATF 104 Ib 359DTF 104 Ib 359 BGE 102 Ib 196ATF 102 Ib 196DTF 102 Ib 196 BGE 121 II 214ATF 121 II 214DTF 121 II 214 BGE 123 II 97ATF 123 II 97DTF 123 II 97 BGE 121 II 214ATF 121 II 214DTF 121 II 214 6A.82/2006 BGE 139 II 95ATF 139 II 95DTF 139 II 95 Art. 33 SVGart. 33 LCRart. 33 LCStr BGE 127 IV 34ATF 127 IV 34DTF 127 IV 34 BGE 122 IV 225ATF 122 IV 225DTF 122 IV 225 Art. 33 SVGart. 33 LCRart. 33 LCStr 1C_87/2009 6S.96/2006 BGE 121 IV 286ATF 121 IV 286DTF 121 IV 286 BGE 115 II 283ATF 115 II 283DTF 115 II 283 1C_504/2011 6B_493/2011 6B_1070/2009 6S.96/2006 Art. 31 SVGart. 31 LCRart. 31 LCStr Art. 31 SVGart. 31 LCRart. 31 LCStr Art. 32 SVGart. 32 LCRart. 32 LCStr BGE 123 II 106ATF 123 II 106DTF 123 II 106 BGE 124 II 259ATF 124 II 259DTF 124 II 259 603 2016 227 6A.16/2006 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 120 Ib 285ATF 120 Ib 285DTF 120 Ib 285 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 122 II 228ATF 122 II 228DTF 122 II 228 Art. 90 SVGart. 90 LCRart. 90 LCStr BGE 118 IV 84ATF 118 IV 84DTF 118 IV 84 4A_239/2015 1C_425/2012 1C_87/2009 1C_87/2009 1C_425/2012 1C_425/2012 1C_87/2009 BGE 122 II 228ATF 122 II 228DTF 122 II 228 BGE 118 IV 84ATF 118 IV 84DTF 118 IV 84 Art. 33 SVGart. 33 LCRart. 33 LCStr 1C_87/2009 603 2014 135 603 2015 12 Art. 16 SVGart. 16 LCRart. 16 LCStr BGE 132 II 234ATF 132 II 234DTF 132 II 234 Art. 131 VRGart. 131 CPJAart. 131 VRG Art. 148 VRGart. 148 CPJAart. 148 VRG erster Eintragvorheriger Eintragnächster Eintragletzter EintragDokument im Originalformat anzeigenDossierinfos603 2021 13508.11.2021Arrêt de la IIIe Cour administrative du Tribunal cantonalNormen BundArt. 16 SVGArt. 31 SVGArt. 32 SVGRechtsprechung BundBGE 139 II 95BGE 132 II 234BGE 127 IV 344A_239/20151C_425/20121C_504/2011Normen KantonArt. 77 VRGArt. 78 VRGArt. 131 VRGRechtsprechung Kanton603 2021 135603 2016 227603 2015 12Normen Bund/Kanton”
“Objektive Tatschwere Ausgangspunkt der Strafzumessung ist das Tatverschulden. Dieses orientiert sich an der Bandbreite möglicher Begehungsweisen innerhalb des vorliegenden Tatbestands und ist somit relativ. Art. 90 SVG schützt mit seiner Blankettstruktur verschiedene Rechtsgüter, die jeweils von der verletzten Verkehrsregel abhängig sind. Geschwindigkeitsbeschränkungen dienen einerseits dazu, dass einem (langsamer fahrenden) Verkehrsteilnehmer mehr Reaktionszeit zur Verfügung steht; andererseits sind die Unfallfolgen bei niedriger Geschwindigkeit meist weniger gravierend. Im weitesten Sinne wird mit der Bestimmung damit Leib und Leben der mit dem Strassenverkehr in Kontakt kommenden Personen geschützt (Fiolka, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N. 7 f. zu Art. 90 SVG). Im Rahmen von Art. 90 Abs. 4 SVG kommt der gefahrenen Geschwindigkeit respektive dem Überschreiten der entsprechenden Grenzwerte, vorrangige Bedeutung zu. Je gravierender die Überschreitung ausfällt, desto grösser ist nach der gesetzlichen Konzeption das (abstrakte) Unfallrisiko. Dem damit einhergehenden Ausmass der Rechtsgutsgefährdung kommt im Rahmen der Strafzumessung erhebliches Gewicht zu (Urteil des Bundesgerichts 6B_1358/2017 vom 11. März 2019 E. 3.2). Der Beschuldigte hat die Schwelle, die nach dem Willen des Gesetzgebers auf einer Strasse innerorts zur Annahme einer qualifiziert groben Verkehrsverletzung führen soll, gleich zweimal und erheblich überschritten. So überschritt er an der T.________ Strasse die zulässige und signalisierte Geschwindigkeit von 30km/h nach Abzug der gesetzlichen Toleranz mit 94km/h, fuhr also mehr als dreimal schneller als gesetzlich erlaubt. Rund eine Minute später überschritt er an anderer Stelle die zulässige und signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 50km/h nach Abzug der gesetzlichen Toleranz mit 59 km/h, fuhr also mehr als doppelt so schnell als erlaubt.”
Missbräuchliche Verwendung der Warnblinklichter kann als einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG geahndet werden. Im zugrundeliegenden Entscheid wurde dies etwa im Zusammenhang mit missbräuchlichem Einschalten der Warnblinker bei Rechtsüberholen auf der Autobahn und beim unbefugten Benützen des Pannenstreifens festgestellt.
“Schlussfolgernd ergibt sich, dass der Beschuldigte sich auch in Bezug auf das inkriminierte Fahrmanöver einzig einer einfachen Verkehrsregelverletzung - 10 - nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gemacht hat. Der erstinstanzliche Schuldspruch betreffend grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist demgegenüber aufzuheben. 4.Zusammengefasst ist der Beschuldigte demnach zusätzlich zur rechts- kräftig gewordenen Verurteilung wegen Hinderung einer Amtshandlung (Art. 286 StGB), missbräuchlicher Verwendung der Warnblinklichter (Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 40 SVG, Art. 23 Abs. 3 lit. b VRV und Art. 29 Abs. 1 VRV) so- wie einmaligen Konsums von Marihuana (Art. 19a Ziff. 1 BetmG) zweitinstanzlich der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Ver- bindung mit Art. 35 Abs. 1 SVG, Art. 8 Abs. 3 VRV und Art. 36 Abs. 5 VRV (Rechtsüberholen auf der Autobahn) bzw. in Verbindung mit Art. 43 Abs. 3 SVG und Art. 36 Abs. 3 VRV (unbefugtes Benützen des Pannenstreifens) schuldig zu sprechen. IV. Sanktion 1.1.Bei der Strafzumessung ist vorab zu beachten, dass mit dem Wegfall der Verurteilung wegen grober Verkehrsregelverletzung nur noch die Hinderung einer Amtshandlung als Vergehen zu ahnden ist. Gemäss Art. 286 StGB ist dafür ein Strafrahmen von bis zu 30 Tagessätzen Geldstrafe vorgesehen. Zu Recht beur- teilt die Vorinstanz das Tatverschulden diesbezüglich als nicht unerheblich (vgl. Urk. 28 S. 18). Obschon der Beschuldigte von einem Polizeifunktionär ausdrück- lich angewiesen wurde, hinter das beschriftete Polizeifahrzeug zu fahren, und er anfänglich seine Bereitschaft signalisierte, der Aufforderung nachzukommen, ent- zog er sich direktvorsätzlich der Verkehrskontrolle, indem er unvermittelt davon- fuhr (Urk.”
“29 Abs. 1 VRV sowie der Übertretung des BG über die Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 2.Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu Fr. 50.– sowie mit einer Busse von Fr. 400.–. 3.Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 4.Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. - 3 - 5.Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: Fr.1'500.00; die weiteren Kosten betragen: Fr.1'100.00 Gebühr für das Vorverfahren; Fr.1'299.30 Kosten Gutachten IRM; Fr.60.00 Auslagen Polizei (EDV-Datensicherung). 6.Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. Berufungsanträge: a)Der Verteidigung des Beschuldigten: (Urk. 43 S. 1) " 1. In Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils (Ziff. 1 Abs. 1) sei der Beru- fungskläger einer einfachen Verkehrsregelverletzung i.S. von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 36 Abs. 3 VRV schuldig zu spre- chen. 2. Er sei mit einer Ordnungsbusse von Fr. 140.– ohne Kosten zu bestra- fen. 3. Eventualiter sei er mit einer angemessenen Busse im ordentlichen Ver- fahren zu bestrafen. 4. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staats- kasse zu nehmen und es sei dem Beschuldigten eine angemessene Prozessentschädigung zuzusprechen." b)Der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl: (Urk. 34; schriftlich) Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. - 4 - Erwägungen: I. Einleitung und Verfahrensgang 1.Anlässlich einer Verkehrskontrolle beobachteten Beamte der Kantonspoli- zei Zürich am 17. Mai 2022, wie ein Fahrzeug mit dem Kontrollschild "ZH 1" auf der Autobahn A3 in Fahrtrichtung B._____ kurz vor der Ausfahrt C._____ mit ein- geschalteter Warnblinkanlage auf dem Pannenstreifen an mehreren Fahrzeugen vorbeifuhr, die in stockendem Kolonnenverkehr auf dem Normalstreifen unter- wegs waren. Als die Polizei den Fahrer daraufhin zum Anhalten aufforderte, fuhr dieser davon.”
Beweis- und Anklagehinweise: Die Anklage muss das Tatbestandsmerkmal der «ernstlichen Gefahr» hinreichend darstellen; es genügt, wenn aus der Sachverhaltsdarstellung auf eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr geschlossen werden kann. Aus der Anklage muss ferner ersichtlich sein, ob Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen wird. Bei der Beweiswürdigung gilt der Grundsatz in dubio pro reo; ausschlaggebend sind ernstliche, nicht rein theoretische (irreductible) Zweifel.
“Nach der Rechtsprechung muss die Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine hinreichende Darstellung des Tatbestandsmerkmals der "ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer" enthalten (Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.1). Nebst dem muss klar sein, ob der beschuldigten Person Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen wird. Dies gilt grundsätzlich auch für die Anklage von Verkehrsregelverletzungen, die sowohl bei vorsätzlicher als auch bei fahrlässiger Begehung strafbar sind (vgl. Art. 90 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 SVG). Hinweise auf eine fehlende Aufmerksamkeit in der Anklage beinhalten in der Regel einen Vorwurf der Fahrlässigkeit, während die Formulierungen "mit Wissen und Willen" bzw. "in Kauf genommen" mit Blick auf Art. 12 Abs. 1 StGB auf Vorsatz bzw. Eventualvorsatz hindeuten. Bei einer Anklage wegen Verletzung der Verkehrsregeln ist daher von einer angeklagten fahrlässigen Tatbegehung auszugehen, es sei denn, die Anklage beinhalte einen darüber hinausgehenden Vorwurf eines vorsätzlichen Handelns. Die Rechtsprechung begründet dies damit, dass die vorsätzliche und fahrlässige Verkehrsregelverletzung gleichermassen strafbar sind.”
“Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective. Lorsque l'appréciation des preuves et la constatation des faits sont critiquées en référence au principe in dubio pro reo, celui-ci n'a pas de portée plus large que l'interdiction de l'arbitraire (ATF 148 IV 409 consid. 2.2 ; ATF 146 IV 88 consid. 1.3.1 ; ATF 145 IV 154 consid. 1.1). 5.2.2 Aux termes de l'art. 90 al. 2 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01), celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D'un point de vue objectif, la violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR suppose que l'auteur ait mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; ATF 142 IV 93 consid. 3.1). Subjectivement, l'état de fait de l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, c'est-à-dire une faute grave et, en cas d'acte commis par négligence, à tout le moins une négligence grossière. Celle-ci doit être admise lorsque le conducteur est conscient du caractère généralement dangereux de son comportement contraire aux règles de la circulation. Mais une négligence grossière peut également exister lorsque, contrairement à ses devoirs, l'auteur ne prend absolument pas en compte le fait qu'il met en danger les autres usagers, en d'autres termes s'il se rend coupable d'une négligence inconsciente. Dans de tels cas, une négligence grossière ne peut être admise que si l'absence de prise de conscience du danger créé pour autrui repose elle-même sur une absence de scrupules (ATF 131 IV 133 consid.”
“vor Fussgängerstreifen besonders vorsichtig zu fahren und nötigenfalls anzuhalten, um den Fussgängern den Vortritt zu lassen, die sich schon auf dem Streifen befinden oder im Begriffe sind, ihn zu betreten (Art. 33 Abs. 2 SVG). Weiter darf der Fahrzeugführer nur so schnell fahren, dass er innerhalb der überblickbaren Strecke halten kann (Art. 4 Abs. 1 VRV). Dem Beschuldigten war zu jeder Zeit klar, was ihm vorgeworfen wird, und er konnte sich entsprechend verteidigen, was aus seinem Verhalten und seinen Aussagen im Strafverfahren ohne weiteres ersichtlich ist. Die von der Verteidigung hervorgehobenen Unklarheiten bezüglich des Sachverhalts sind folglich nicht von Bedeutung. Eine Verletzung des Anklageprinzips ist nicht ersichtlich. Ergänzend dazu ist festzuhalten, dass auch in Bezug auf die subjektive Tatbestandskomponente keine Verletzung des Anklagegrundsatzes vorliegt, dies sowohl betreffend den Vorwurf der einfachen Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes [SVG; SR 741.01]) gemäss Strafbefehl vom 1. Juli 2021 als auch betreffend den von der Vorinstanz gemachten Vorbehalt der anderen rechtlichen Würdigung der groben Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG). Das Bundesgericht hielt zum Anklagegrundsatz bei Anklagen wegen grober Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG hinsichtlich Darstellung des Tatbestandsmerkmals der «ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer» unter anderem fest, es genüge, dass aufgrund der angeklagten groben Verkehrsregelverletzung sowie der Sachverhaltsschilderung in der Anklage auf eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr geschlossen werden muss, ohne dass dies in der Anklageschrift zwingend explizit zu erwähnen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.1): Aus der Anklage muss dem Angeklagten klar sein, ob ihm Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen wird (BGE 120 IV 348 E. 3c). Dies gilt grundsätzlich auch für die Anklage von Verkehrsregelverletzungen. Das Bundesgericht hat betreffend die Anklage wegen Verletzung von Verkehrsregeln ausgeführt, der Vorwurf der Fahrlässigkeit sei bei Hinweisen auf eine fehlende Aufmerksamkeit in der Regel enthalten. Es sei zumindest von einer angeklagten fahrlässigen Tatbegehung auszugehen, es sei denn, die Anklage beinhalte einen darüber hinausgehenden Vorwurf eines vorsätzlichen Handelns.”
Konkrete Anwendungen/Beispiele: Als regelmässig erhöhte abstrakte Gefährdung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG werden in der Rechtsprechung u.a. genannt: das Überfahren von Sicherheitslinien; Rechtsüberholen auf der Autobahn bzw. riskante Überholmanöver auf Ausfädelstreifen; massive Geschwindigkeitsüberschreitung (insbesondere innerorts); Überschreitung signalisierter Höchstgeschwindigkeit; das Befahren einer engen 180°‑Kehre mit übersetzter Geschwindigkeit; Eingriffe von Mitfahrenden ins Lenkrad bei hoher Geschwindigkeit; sowie Gefährdungen durch herumfliegende Fahrzeugteile.
“Grobe Verkehrsregelverletzung In objektiver Hinsicht setzt eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln voraus, dass die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet wurde. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1 je m.w.H.). Das Überfahren der Sicherheitslinie stellt regelmässig eine erhöhte abstrakte Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer dar (Urteil des Bundesgerichts 6B_1427/2017 vom 25. April 2018 E. 2.1.2. m.w.H.).”
“Aus dem verbindlich festgestellten Sachverhalt geht hervor, dass der Beschwerdegegner nach dem Signal "Ende der Autobahn" mit der Distanztafel "800 m" mit der zulässiger Höchstgeschwindigkeit insgesamt drei auf der linken Spur in Richtung Thusis fahrende Fahrzeuge rechts (auf der Richtung Flims führenden Spur) überholte, wobei er dazwischen jeweils wieder links einspurte. Der Beschwerdegegner vollzog seine Manöver mithin bei (wenn auch nicht exzessiver) so doch hoher Fahrgeschwindigkeit im Bereich einer weniger als 800 Meter langen Ausspurstrecke, wo - wie von der Beschwerdeführerin zu Recht hervorgehoben - vermehrt mit Spurwechseln zu rechnen ist. Diesbezüglich ist entgegen dem Beschwerdegegner keine unzulässige Ausdehnung des Anklagesachverhalts erkennbar. Im Falle des Ausscherens resp. Spurwechsels eines der überholten Fahrzeuge (oder anderer Verkehrsteilnehmer) hätte es dabei ohne Weiteres zu gefährlichen Bremsmanövern resp. einer Kollision kommen können. Dem Gesagten zufolge - und entgegen der Vorinstanz - schuf der Beschwerdegegner durch sein Verhalten eine erhöhte abstrakte Gefährdung und erfüllte somit den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG. Daran vermögen bei diesen Gegebenheiten weder gute Strassen- und Sichtverhältnisse noch ein normales Verkehrsaufkommen bzw. ein ruhiger Verkehrsfluss etwas zu ändern. Unbehelflich ist auch, dass der Beschwerdegegner die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten habe. Ob er nach seinen Überholmanövern "in einem Zug" wieder auf die linke Spur zurückschwenkte, resp. ob sein Fahrzeug "plötzlich und unvermittelt" aufgetaucht sei, ist ebenfalls nicht von Belang. Schliesslich kann der Beschwerdegegner auch aus dem Umstand, dass sich die von ihm geschaffenen Gefährdungen nicht verwirklicht hätten, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Zu keinem anderen Schluss führt das vom Beschwerdegegner zitierte Urteil 1C_105/2022 vom 14. Februar”
“Der Beschuldigte nahm den Lieferwagen erst wahr, als ihm das Gestikulieren des Lieferwagenfahrers, E.________, auffiel. Während rund 100 Metern fuhren die beiden Fahrzeuge im Schritttempo nebeneinander her. Dabei begann E.________, mit seiner Lieferwagenkomposition nach rechts zu ziehen und er drängte das Fahrzeug des Beschuldigten dadurch gegen rechts ab. Um auszuweichen, befuhr der Beschuldigte mit mindestens zwei Rädern den Pannenstreifen. Anstatt dort anzuhalten bzw. abzubremsen, beschleunigte er und fuhr über eine Strecke von rund 50 Metern auf dem Pannenstreifen weiter und am Lieferwagen vorbei. Von dort aus wollte er wieder vollständig auf die Normalspur einbiegen und zog leicht nach links, wobei es zur Kollision mit dem Lieferwagen von E.________ kam und dessen rechte vordere Seite mit der linken hinteren Seite des Fahrzeugs des Beschuldigten zusammenstiess. III. Rechtliche Würdigung Grobe Verkehrsregelverletzung durch Rechtsüberholen auf der Autobahn Theoretische Grundlagen zum Tatbestand Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Diesen Tatbestand erfüllt, wer eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 6B_13/2024 vom 21. Mai 2024 E. 2.3; je mit Hinweisen). Gemäss Art. 35 Abs. 1 SVG ist links zu überholen. Daraus wird das Verbot des Rechtsüberholens abgeleitet. Hierbei handelt es sich um eine für die Verkehrssicherheit objektiv wichtige Vorschrift, deren Missachtung eine erhebliche Gefährdung der Verkehrssicherheit mit beträchtlicher Unfallgefahr nach sich zieht und daher objektiv schwer wiegt.”
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Wei- sungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglen- ker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Be- sonderheiten von Fahrzeug und Ladung sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Ver- kehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG be- straft werden. Nach Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Ver- letzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer her- vorruft oder in Kauf nimmt. Der objektive Tatbestand verlangt nach der Rechtspre- chung, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Diese setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung voraus. Eine konkrete Gefahr oder Verletzung ist nicht verlangt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; BGer 6B_466/2022 v.”
“Au terme de l'ordonnance pénale précitée, le recourant a été condamné à une peine de 180 jours-amende assortie du sursis avec un délai d'épreuve de trois ans, et à une amende de CHF 1'080.-. Selon dite ordonnance pénale, il lui est reproché d'avoir, le 28 juin 2022, à 19h31, sur la commune de (...), circulé au volant de son véhicule automobile à la vitesse de 97 km/h alors que la vitesse maximale autorisée à cet endroit était de 50 km/h, soit un dépassement de 42 km/h (marge de sécurité déduite). Conformément à la pratique constante de l'autorité inférieure (cf. supra consid. 3.2.2), cette peine suffit en soi à exclure le recourant des rangs de l'armée. Il y a lieu d'examiner si des circonstances particulières permettent de faire exception à cette pratique. 5.2 5.2.1 Le recourant, tout en reconnaissant sa pleine responsabilité, objecte n'avoir fait de mal à personne lors de son excès de vitesse et s'être toujours comporté en citoyen modèle en dehors de cette infraction isolée. Le Tribunal retient toutefois que ces arguments ne sont à eux seuls pas décisifs. En effet, la violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) est une infraction qui peut notamment se matérialiser par une mise en danger abstraite (accrue) de la sécurité d'autrui (cf. ATF 142 IV 93 consid. 3.1). Un tel risque existe particulièrement à l'intérieur d'une localité, où l'on rencontre de nombreux usagers de la route (piétons, cyclistes, enfants) qui sont exposés à un danger particulier en raison de leur vulnérabilité (cf. arrêts du Tribunal fédéral [TF] 1C_503/2016 du 12 janvier 2017 consid. 3.2, 1C_438/2012 du 17 juin 2013 consid. 2.2.1, 6B_1028/2008 du 16 avril 2009 consid. 3.5.2). Au vu de ces considérations, l'autorité inférieure, qui se doit d'assurer la sécurité des autres soldats de la troupe et de sa mission envers la population, était en droit de retenir que le comportement délictuel du recourant, bien qu'isolé, représente un risque pour la sécurité de l'armée incompatible avec les impératifs du service militaire. Le Tribunal relève par ailleurs que l'Office cantonal des véhicules de (...) a retiré le permis de conduire à l'essai du recourant en application de l'art.”
“Nach der Rechtsprechung muss die Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine hinreichende Darstellung des Tatbestandsmerkmals der "ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer" enthalten (vgl. Urteil 6B_963/2015 vom 19. Mai 2016 E. 1.4). Allerdings kann sich eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr für die Verkehrssicherheit auch bereits aus der Schilderung des Verkehrsverhaltens ergeben (Urteil 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 1.5.5). Eine Gefahr für die Verkehrssicherheit liegt nach der Rechtsprechung unabhängig von den konkreten Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, etwa bei einer massiven Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (vgl. für die diesbezüglich von der Rechtsprechung festgelegten Grenzwerte: BGE 143 IV 508 E. 1.3 mit Hinweisen) oder einer massiven Unterschreitung des erforderlichen Abstands zu anderen Fahrzeugen (vgl. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV; BGE 131 IV 133 E. 3.2.2; Urteile 6B_1037/2020 vom 20. Dezember 2021 E. 1.3.1; 1C_474/2020 vom 19. April 2021 E. 3.1; 6B_894/2020 vom 26.”
“Würdigung der Kammer Gemäss Beweisergebnis ist erstellt, dass der Beschuldigte am 27. März 2021 mit einer Geschwindigkeit von ca. 60 km/h in die 180°-Kehre einfuhr und aufgrund übersetzter Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und ins Schleudern kam. Das Fahrzeug drehte sich, kam rückwärts auf die linke Fahrbahnseite und anschliessend rückwärts von der Fahrbahn ab, wo es eine Böschung hinunterrutschte und schliesslich zum Stillstand kam. Indem der Beschuldigte mit einer deutlich überhöhten Geschwindigkeit von ca. 60 km/h in eine enge und unübersichtliche Kurve einfuhr, verletzte er Art. 32 Abs. 1 SVG und damit eine der wesentlichsten und wichtigsten Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG. Weiter erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen hat, wobei eine erhöhte abstrakte Gefährdung für die Erfüllung des Tatbestands bereits ausreichend ist. Der Beschuldigte schuf – entgegen der Ansicht der Verteidigung – mit seinem Verhalten eine erhöhte abstrakte Gefahr für andere Verkehrsteilnehmende. Es ist einzig dem Zufall zu verdanken, dass das Schleudern des Fahrzeugs nicht in einem gravierenderen (Selbst-)Unfall endete und der Beschuldigte niemanden – auch nicht sich selber – verletzte. Ein auf der Gegenfahrbahn entgegenkommendes Fahrzeug hätte aufgrund der 180°-Kehre und der dadurch stark eingeschränkten Sichtverhältnisse nur wenig bis gar keinen Handlungsspielraum mehr gehabt, dem schleudernden Fahrzeug des Beschuldigten auszuweichen. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt, setzte der Beschuldigte überdies nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Beifahrer einer konkreten Gefährdung aus.”
“Es ist in diesem Zusammenhang vorweg darauf hinzuweisen, dass im Vergleich zum vorinstanzli- chen Urteil infolge des vorliegend geltenden Verschlechterungsverbotes im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO von vornherein keine strengere Bestrafung des Be- schuldigten in Betracht fällt. 4.2.Die grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 und 3 SVG ist ohne Weiteres gegeben. Es bedarf in Berücksichtigung der entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz (vgl. Urk. 62 S. 33 ff.) keiner weiterführenden Erwägungen dazu, dass ein mehrfacher Griff des Beifahrers ins Lenkrad des Führers eines Fahrzeuges in Kombination mit einem Schlagen gegen den Oberarm und einem Reissen an den Haaren über - 14 - eine gewisse Dauer ein sicheres Beherrschen des Fahrzeuges auf der Autobahn kaum noch ermöglicht und damit durchaus geeignet ist, eine erhöht abstrakte Ge- fährdung des Lenkers selbst und auch der übrigen Teilnehmer im Strassenver- kehr im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu bewirken, zumal wenn solche Aktionen bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h durchgeführt werden. Zwar sehen die beiden Verursacher der Gefährdung dies anders (vgl. Urk. D2/6/1 S. 7; Prot. II S. 18), doch vermag diese subjektive Einschätzung den geschilder- ten objektiven Gegebenheiten im Verlauf der inkriminierten Fahrt nicht gerecht zu werden. Art. 31 Abs. 3 Satz 2 SVG bezieht im Übrigen ausdrücklich auch den Mit- fahrenden in das Verbot der Behinderung des Fahrzeuglenkers ein, so dass im Gegensatz zur Verteidigung auch der Beschuldigte in casu ohne Weiteres in die Strafbarkeit betreffend die grobe Verkehrsregelverletzung inkludiert werden kann. 4.3.Betreffend die vorinstanzlich festgestellte Drohung gemäss Dossier 3 ist der Sachverhalt zwar nicht in allen Punkten erstellt, doch ist zumindest erwiesen, dass der Beschuldigte den Privatkläger bereits zu Beginn der Auseinanderset- zung mit den Worten "ich bringe dich um" und "ich steche dir die Augen aus" trak- tierte und dabei sein Messer hervornahm, welches er zu öffnen versuchte (vgl.”
“Durch herumfliegende Teile wurden zwei weitere, stehende Fahrzeuge leicht beschädigt. B. Am 25. September 2020 erliess die Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell I.Rh. einen Strafbefehl gegen A.________ wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG sowie einfacher Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG. Sie bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 180.--, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, einer (Übertretungs-) Busse von Fr. 400.-- sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 1'500.--. Dagegen erhob A.________ Einsprache. Die Staatsanwaltschaft Appenzell I.Rh. hielt am Strafbefehl vom 25. September 2020 fest und überwies diesen als Anklageschrift an das Bezirksgericht Appenzell I.Rh.. C. Das Bezirksgericht Appenzell I.Rh. sprach A.________ mit Urteil vom 19. Oktober 2021 vom Vorwurf der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG frei. Es verurteilte ihn wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG und bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 180.-- unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Gegen dieses Urteil erhob A.________ Berufung. D. Mit Urteil vom 14. November 2022 stellte das Kantonsgericht des Kantons Appenzell I.Rh. die Rechtskraft des Freispruchs fest und wies die Berufung ab. Es sprach A.________ der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 180.-- unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. E. A.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, er sei vom Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung freizusprechen. Er sei wegen einfacher Verkehrsregelverletzung durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs schuldig zu sprechen sowie mit einer Busse von Fr. 250.-- zu bestrafen.”
Bei überraschendem und nicht vorhersehbarem Verhalten von Fussgängern (z.B. plötzliches Rennen auf einem Fussgängerstreifen) kann—insbesondere wenn der Lenker mit der den örtlichen Verhältnissen angepassten Geschwindigkeit und mit gebührender Aufmerksamkeit gefahren ist—keine grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG vorliegen.
“Dabei ist zu betonen, dass der Beschuldigte mit lediglich 28 km/h gefahren ist, bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts, womit er das Tempo offensichtlich aufgrund der besonderen örtlichen Begebenheiten bereits stark reduziert hat. Daraus erhellt, dass der Beschuldigte in jeder Hinsicht mit einer den Umständen angepassten Geschwindigkeit gefahren und ihm auch keine mangelnde Aufmerksamkeit anzulasten ist. Zusammenfassend ist demnach festzustellen, dass in casu nicht von einer Missachtung des Vortrittrechts von Fussgängern auszugehen ist, sondern vielmehr die beiden Kinder für den Beschuldigten derart überraschend und nicht vorhersehbar den Fussgängerstreifen rennend betreten haben, dass es ihm schlechterdings nicht mehr möglich gewesen ist, trotz gehöriger Aufmerksamkeit und den konkreten Umständen angepasster Geschwindigkeit rechtzeitig anzuhalten. Damit ist dem Beschuldigten kein Verstoss gegen strassenverkehrsrechtliche Vorschriften vorzuwerfen, womit keine Zuwiderhandlung gegen Art. 90 Abs. 2 SVG vorliegt.”
Das Bundesgericht hat bisher nicht entschieden, bei welcher Geschwindigkeitsüberschreitung auf ausserörtlich mit 80 km/h signalisierten Strecken Art. 90 Abs. 2 SVG unabhängig von den konkreten Umständen anzuwenden wäre. Ob eine Verletzung der Verkehrsregeln «grob» und damit strafbar ist, bleibt demnach weiterhin einzelfallabhängig zu prüfen.
“26-57 SVG) enthaltenen Bestimmungen und die gestützt darauf bzw. auf Art. 57 SVG erlassenen bundesrätlichen Vollziehungsvorschriften (Weissenberger, a.a.O., Art. 90 N 6). Art. 27 Abs. 1 SVG schreibt vor, dass Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei befolgt werden müssen. Nach Art. 32 Abs. 2 SVG beschränkt der Bundesrat die Geschwindigkeit der Motorfahrzeuge auf allen Strassen. Ausserhalb von Ortschaften, ausgenommen auf Autostrassen und Autobahnen beträgt diese gemäss Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV 80 km/h. Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gilt ab dem Signal «Ende der Höchstgeschwindigkeit 50 generell» oder «Ende der Höchstgeschwindigkeit» (Art. 4a Abs. 3 VRV). Bislang hat sich das Bundesgericht noch nicht zur Frage geäussert, bei welcher Geschwindigkeitsüberschreitung Art. 90 Abs. 2 SVG ungeachtet die konkreten Umstände erfüllt ist, wenn eine Strasse ausserorts mit 80 km/h signalisiert ist (OFK-Giger, 9. Aufl. 2022, Art. 32 SVG N 27). Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nach ständiger Rechtsprechung ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend regelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden (BGE 130 IV 32 E. 5.1; 126 IV 192 E. 3; 123 IV 88 E. 2a). Die Verkehrsregelverletzung muss mithin «grob» sein und der Täter muss (kumulativ) eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorrufen oder in Kauf nehmen. Grob ist die Verkehrsregelverletzung dann, wenn der Täter einerseits subjektiv «ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend regelwidriges Verhalten» an den Tag legt, was «schweres Verschulden, mindestens grobe Fahrlässigkeit» voraussetzt, und andererseits auch objektiv eine wichtige Verkehrsvorschrift in gravierender Weise betroffen ist. Die Tatbestandsmässigkeit kann bejaht werden, «wenn der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet». Das ist bereits bei Vorliegen einer erhöhten abstrakten Gefährdung der Fall. Rücksichtsloses Verhalten, mindestens grobe Fahrlässigkeit, liegt vor, falls der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist oder die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt (zum Ganzen: Giger, a.”
Kurzdauernde, geringfügige Ablenkung (z. B. kurzes Greifen nach dem Handy) führt meist nicht zur Annahme grober Fahrlässigkeit; bei bloss kurzer Inattention ist Fahrlässigkeit schweren Grades in der Regel zu verneinen.
“1), de se pencher pour ramasser un document qui se trouvait dans un sac à main, sur le sol côté passager (arrêt du TF du 31.03.2008 [1C_71/2008] cons. 2.2), de se baisser pour ramasser un téléphone portable tombé à ses pieds (arrêt du TF du 11.01.2008 [1C_299/2007] cons. 2.2), lorsque ces activités ont conduit à ce que l'attention du conducteur soit détournée de la route (étant précisé que l'infraction sanctionnée par l'art. 16c al. 1 let. a LCR, visée dans ces décisions, correspond en principe à la définition de l'infraction réprimée sur le plan pénal par l'art. 90 al. 2 LCR ; cf. ATF 120 Ib 285 ; Mizel, Les nouvelles dispositions légales sur le retrait du permis de conduire, in RDAF 2004, p. 395). 8.3 Il résulte de ces précédents que, si les circonstances n'appelaient pas une attention accrue et que l'auteur a fait preuve d'une brève inattention, la négligence grave doit en règle générale être niée (sur le constat, cf. Jeanneret, Les dispositions pénales de la LCR, Commentaire, 2007, n. 41 ad art. 90 LCR et les arrêts cités). Ainsi, le Tribunal fédéral a nié l'existence d'une négligence grossière dans le cas d'un automobiliste qui, plusieurs secondes après le passage du feu au rouge, s'était engagé dans une intersection en omettant de respecter la signalisation, alors que la visibilité était bonne et le trafic peu dense (ATF 118 IV 285 cons. 4). La négligence grossière a aussi été écartée pour un autre automobiliste n'ayant pas respecté la priorité d'un véhicule venant en sens inverse et ayant provoqué une collision avec ce dernier, alors que son inattention n'avait été que momentanée (arrêt du TF du 20.03.2002 [6S.11/2002] cons. 3a). 9. En l’espèce, on a retenu en fait que l’appelant s’est engagé dans une zone industrielle, à une heure de trafic de pointe, vers les 16h30 à fin novembre. Après 100 mètres, il a, selon ses dires, saisi un téléphone portable sur lequel il devait manipuler une application pour valider une livraison. Il tenait encore ledit téléphone plus de 150 mètres après, lorsqu’il a été observé pendant 2 à 3 secondes par les policiers auxquels il avait violé la priorité en s’engageant sur un rond-point.”
“1), de se pencher pour ramasser un document qui se trouvait dans un sac à main, sur le sol côté passager (arrêt du TF du 31.03.2008 [1C_71/2008] cons. 2.2), de se baisser pour ramasser un téléphone portable tombé à ses pieds (arrêt du TF du 11.01.2008 [1C_299/2007] cons. 2.2), lorsque ces activités ont conduit à ce que l'attention du conducteur soit détournée de la route (étant précisé que l'infraction sanctionnée par l'art. 16c al. 1 let. a LCR, visée dans ces décisions, correspond en principe à la définition de l'infraction réprimée sur le plan pénal par l'art. 90 al. 2 LCR ; cf. ATF 120 Ib 285 ; Mizel, Les nouvelles dispositions légales sur le retrait du permis de conduire, in RDAF 2004, p. 395). Il résulte de ces précédents que, si les circonstances n'appelaient pas une attention accrue et que l'auteur a fait preuve d'une brève inattention, la négligence grave doit en règle générale être niée (sur le constat, cf. Jeanneret, Les dispositions pénales de la LCR, Commentaire, 2007, n. 41 ad art. 90 LCR et les arrêts cités). Ainsi, le Tribunal fédéral a réfuté l'existence d'une négligence grossière dans le cas d'un automobiliste qui, plusieurs secondes après le passage du feu au rouge, s'était engagé dans une intersection en omettant de respecter la signalisation, alors que la visibilité était bonne et le trafic peu dense (ATF 118 IV 285 cons. 4). La négligence grossière a aussi été écartée pour un autre automobiliste n'ayant pas respecté la priorité d'un véhicule venant en sens inverse et ayant provoqué une collision avec ce dernier, alors que son inattention n'avait été que momentanée (arrêt du TF du 20.03.2002 [6S.11/2002] cons. 3a). 4.3. En l'espèce, pour convaincre de la brièveté de son inattention, l'appelant soutient, en lien avec l'article 31 al. 1 LCR, qu'il ne « cherchait » pas un paquet de cigarettes (comme l'a retenu le tribunal de police, cons. 9 dernier par.), mais qu'il a détourné ses yeux de la chaussée pour « prendre » le paquet de cigarettes (la première notion suggérant une certaine durée alors que la seconde n'implique qu'une brève inattention) (acte d'appel p.”
Das aktive Bedienen eines Mobiltelefons während der Fahrt (z. B. zum Schreiben von SMS) kann die notwendige Aufmerksamkeit stören und zu einem Verlust der Fahrzeugbeherrschung führen. Eine solche durch das Telefon verursachte Beeinträchtigung kann als grobe Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden, wenn dadurch ein ernstliches Gefährdungsrisiko verwirklicht wird (oder der Verlust der Beherrschung demonstriert ist). Zudem ist ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen der Regelverletzung und dem eingetretenen Schaden erforderlich; die adäquate Kausalität entfällt nur in Ausnahmefällen, wenn eine gleichzeitige Ursache so aussergewöhnlich ist, dass sie nicht zu erwarten war.
“6 et les références citées ; arrêt TF 6B_69/2017 du 28 novembre 2017 consid. 2.2.1). L’attention requise du conducteur implique qu’il soit en mesure de parer rapidement aux dangers qui menacent la vie, l’intégrité corporelle et les biens matériels d’autrui, et la maîtrise du véhicule exige qu’en présence d’un danger, il actionne immédiatement les commandes du véhicule de manière appropriée aux circonstances (cf. Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., 2024, art. 31 LCR n. 2.4). Si l’emploi du téléphone tout en conduisant ne contrevient pas nécessairement aux art. 31 al. 1 LCR et 3 al. 1 OCR, l’art. 31 al. 1 LCR est toutefois violé lorsque, par l’usage d’un téléphone (ou d’un autre appareil de communication et d’information comme un GPS), l’attention du conducteur est effectivement troublée. Une perte de maîtrise consécutive à une manipulation d’un téléphone portable pour envoyer un SMS contrevient aux art. 31 al. 1 LCR et 3 al. 1 OCR et a été considéré comme une violation grave des règles de la circulation selon l’art. 90 al. 2 LCR (arrêt TF 6B_27/2023 du 5 mai 2023 consid. 1.4). Il faut en outre qu'il existe un rapport de causalité entre la violation fautive du devoir de prudence et les lésions de la victime. Le rapport de causalité est qualifié d'adéquat lorsque, d'après le cours ordinaire des choses et l'expérience de la vie, le comportement était propre à entraîner un résultat du genre de celui qui s'est produit (ATF 138 IV 57 consid. 4.1.3). La causalité adéquate sera admise même si le comportement de l'auteur n'est pas la cause directe ou unique du résultat. Peu importe que le résultat soit dû à d'autres causes, notamment à l'état de la victime, à son comportement ou à celui de tiers (ATF 131 IV 145 consid. 5.2). La causalité adéquate peut être exclue si une autre cause concomitante, par exemple une force naturelle, le comportement de la victime ou d'un tiers, constitue une circonstance tout à fait exceptionnelle ou apparaît si extraordinaire que l'on ne pouvait s'y attendre. L'imprévisibilité d'un acte concurrent ne suffit pas en soi à interrompre le rapport de causalité adéquate.”
“6 et les références citées ; arrêt TF 6B_69/2017 du 28 novembre 2017 consid. 2.2.1). L’attention requise du conducteur implique qu’il soit en mesure de parer rapidement aux dangers qui menacent la vie, l’intégrité corporelle et les biens matériels d’autrui, et la maîtrise du véhicule exige qu’en présence d’un danger, il actionne immédiatement les commandes du véhicule de manière appropriée aux circonstances (cf. Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., 2024, art. 31 LCR n. 2.4). Si l’emploi du téléphone tout en conduisant ne contrevient pas nécessairement aux art. 31 al. 1 LCR et 3 al. 1 OCR, l’art. 31 al. 1 LCR est toutefois violé lorsque, par l’usage d’un téléphone (ou d’un autre appareil de communication et d’information comme un GPS), l’attention du conducteur est effectivement troublée. Une perte de maîtrise consécutive à une manipulation d’un téléphone portable pour envoyer un SMS contrevient aux art. 31 al. 1 LCR et 3 al. 1 OCR et a été considéré comme une violation grave des règles de la circulation selon l’art. 90 al. 2 LCR (arrêt TF 6B_27/2023 du 5 mai 2023 consid. 1.4). Il faut en outre qu'il existe un rapport de causalité entre la violation fautive du devoir de prudence et les lésions de la victime. Le rapport de causalité est qualifié d'adéquat lorsque, d'après le cours ordinaire des choses et l'expérience de la vie, le comportement était propre à entraîner un résultat du genre de celui qui s'est produit (ATF 138 IV 57 consid. 4.1.3). La causalité adéquate sera admise même si le comportement de l'auteur n'est pas la cause directe ou unique du résultat. Peu importe que le résultat soit dû à d'autres causes, notamment à l'état de la victime, à son comportement ou à celui de tiers (ATF 131 IV 145 consid. 5.2). La causalité adéquate peut être exclue si une autre cause concomitante, par exemple une force naturelle, le comportement de la victime ou d'un tiers, constitue une circonstance tout à fait exceptionnelle ou apparaît si extraordinaire que l'on ne pouvait s'y attendre. L'imprévisibilité d'un acte concurrent ne suffit pas en soi à interrompre le rapport de causalité adéquate.”
Aus besonders grobem, objektiv gefährlichem Fahrverhalten kann sich die «ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer» im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG bereits aus dem geschilderten Verhalten selbst ergeben. Dies gilt namentlich bei massiven Geschwindigkeitsüberschreitungen, deutlich ungenügendem Abstand oder dem Überfahren der Sicherheitslinie mit anschliessender Kollision; solche objektiv groben Verhaltensformen können zur Annahme des Tatbestands genügen.
“Überfahren der Sicherheitslinie mit Kollisionsfolge Dass der Beschuldigte die Sicherheitslinie überfahren hat und auf der Gegenfahrbahn mit dem von E. gelenkten Fahrzeug kollidiert ist, ist unumstritten. Die Insassen der beiden Fahrzeuge wurden dadurch konkret gefährdet. Damit hat der Beschuldigte die Verkehrsregeln, wonach rechts der Sicherheitslinie zu fahren ist, in objektiv grober Weise verletzt. Warum der Beschuldigte auf die Gegenfahrbahn geriet, liess sich nicht eindeutig erstellen. Das Fahrverhalten und die Aussagen von E. deuten auf eine Ablenkung hin. Jedenfalls war der Beschuldigte nicht auf seine Fahrt konzentriert und handelte somit grob fahrlässig. Damit hat der Beschuldigte die Verkehrsregeln in grober Weise verletzt. Der Beschuldigte sagte aus, er sei einem Tier oder einem Kind ausgewichen. Er macht damit eine Notstandsituation geltend (Art. 17 und 18 StGB). Das Ausweichmanöver liess sich aber nicht erstellen, weshalb auch nicht von einem Notstand auszugehen ist. Der Beschuldigte ist für die Verletzung von Art. 27 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig zu sprechen.”
“Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdeführerin sei am Kontrollort mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h (nach Abzug der Sicherheitsmarge) statt mit der zulässigen Geschwindigkeit von 50 km/h gefahren und damit 30 km/h zu schnell unterwegs gewesen. Dabei nimmt sie in Übereinstimmung mit der dargelegten Rechtsprechung (vgl. oben E. 5.2.4) zutreffend an, dass das Fahrverhalten der Beschwerdeführerin ungeachtet der konkreten Umstände den objektiven Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt.”
“Nach der Rechtsprechung muss die Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine hinreichende Darstellung des Tatbestandsmerkmals der "ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer" enthalten (vgl. Urteil 6B_963/2015 vom 19. Mai 2016 E. 1.4). Allerdings kann sich eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr für die Verkehrssicherheit auch bereits aus der Schilderung des Verkehrsverhaltens ergeben (Urteil 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 1.5.5). Eine Gefahr für die Verkehrssicherheit liegt nach der Rechtsprechung unabhängig von den konkreten Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, etwa bei einer massiven Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (vgl. für die diesbezüglich von der Rechtsprechung festgelegten Grenzwerte: BGE 143 IV 508 E. 1.3 mit Hinweisen) oder einer massiven Unterschreitung des erforderlichen Abstands zu anderen Fahrzeugen (vgl. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV; BGE 131 IV 133 E. 3.2.2; Urteile 6B_1037/2020 vom 20. Dezember 2021 E. 1.3.1; 1C_474/2020 vom 19. April 2021 E. 3.1; 6B_894/2020 vom 26.”
Bei unvollständiger Bekanntgabe der Personalien kann das Ermittlungsverfahren gegen den Melder eingestellt und ihm die Verfahrenskosten auferlegt werden. Werden Bussen nicht bezahlt, erfolgt in der Regel eine Mahnung; bei ausbleibender bzw. beharrlicher Nichtzahlung wird das Verfahren an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, wodurch zusätzliche Verfahrenskosten bzw. Gebühren entstehen können.
“00 auferlegt. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass die Ordnungsbusse nicht innert 30 Tagen bezahlt worden sei und auch nicht die für die Übertretung verantwortliche Person bekannt gegeben worden sei. C. Mit Eingabe vom 13. Februar 2024 (Poststempel) erhob A. Einspra- che gegen den Strafbefehl und hielt dabei fest, dass er die Personalien des ver- antwortlichen Fahrzeugführers bereits im September 2023 bekannt gegeben habe. Mit Schreiben vom 23. Februar 2024 teilte die Staatsanwaltschaft A. unter anderem mit, dass das Personalienblatt unvollständig gewesen sei, da die Postlei- zahl gefehlt habe und zudem fehle für eine Individualisierung des Fahrzeugführers dessen Geburtsdatum. Nach erneutem Schriftenwechsel reichte A. mit Schreiben vom 10. April 2024 (Poststempel) die verlangten Informationen nach. D. Mittels Strafbefehl vom 26. April 2024 verurteilte sie den von A. be- kanntgegebenen Fahrzeugführer aufgrund der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und bestrafte ihn mit einer Busse von CHF 120.00. E. Mittels Einstellungsverfügung vom 19. September 2024, mitgeteilt am 26. September 2024, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden das Strafverfahren gegen A. wegen der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27. Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG ein. Die Kosten des Verfahrens in der Höhe von CHF 210.00 wurden A. auferlegt. F. Mit Eingabe vom 3. Oktober 2024 (Poststempel) reichte A. (nachfol- gend: Beschwerdeführer) Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft wegen der Auf- erlegung der Verfahrenskosten ein. Die Staatsanwaltschaft leitete die Beschwerde zuständigkeitshalber an das Kantonsgericht von Graubünden (nachfolgend: Kan- tonsgericht) weiter. G. Mit Stellungnahme vom 22. Oktober 2024 äusserte sich die Staatsanwalt- schaft zum beschwerdeführerischen Vorbringen und beantragte die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. H. Die Akten der Vorinstanz wurden beigezogen. Die Sache ist spruchreif.”
“Sachverhalt A. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staats- anwaltschaft) vom 31. Januar 2023 wurde A. schuldig gesprochen der Ver- letzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und mit einer Busse von CHF 100.00, bei schuldhafter Nichtbezah- lung mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag, bestraft. Mitsamt den Verfah- renskosten hatte A. CHF 310.00 (Busse CHF 100.00, Barauslagen CHF 80.00, Gebühren CHF 130.00) zu bezahlen. B. Nachdem die Zahlung von A. innert 30 Tagen nicht bei der Finanz- verwaltung von Graubünden eingegangen war, erhielt er am 5. April 2023 die ers- te Mahnung durch die Staatsanwaltschaft Graubünden. C. Mit Eingabe vom 21. April 2023 machte A. geltend, er verstehe die Mahnung über CHF 310.00 nicht und wolle informiert werden. Zudem erhob er sinngemäss Einsprache gegen den Strafbefehl. Am 9. Juni 2023 informierte die Staatsanwaltschaft A. detailliert über das Verfahren und das Zustandekom- men der dazugehörigen Kosten. Ausserdem eröffnete die Staatsanwaltschaft glei- chentags die Strafuntersuchung gegen A. und setze ihm eine 10-tägige Frist zu einem allfälligen Rückzug der Einsprache. D. Nachdem A. die Einsprache nicht zurückgezogen hatte, erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden am 5.”
“Juni 2021 wurde A____ (Beschwerdeführerin) wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG, SR 741.01) eine Busse von CHF 40. auferlegt. Darauf reagierte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 19. Juni 2021 an die Kantonspolizei, worin sie zum Ausdruck brachte, dass sie die offiziellen Zahlungsformulare der Kantonspolizei nicht anerkenne. Die Kantonspolizei informierte mit Schreiben vom 12. August 2021 die Beschwerdeführerin über den weiteren Ablauf des Verfahrens bei ausbleibender Bezahlung der Busse. Die Beschwerdeführerin erklärte mit Schreiben vom 27. August 2021, dass sie die Busse nicht bezahlen werde. Daraufhin informierte die Kantonspolizei die Beschwerdeführerin am 28. September 2021 über die Überweisung des Verfahrens an die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt und die damit anfallenden Verfahrensgebühren von CHF 200.. Die Staatsanwaltschaft erliess am 10. November 2021 diesbezüglich einen Strafbefehl. Darin wurde die Beschwerdeführerin der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 30 Abs. 1 der Signalisationsverordnung (SSV, SR 741.21) schuldig erklärt und zu einer Busse von CHF 40. verurteilt. Zudem wurden ihr die Kosten des Verfahrens in Höhe von CHF 340.30 auferlegt. Gegen den Strafbefehl erhob die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 24. November 2021 sinngemäss Einsprache. Mit Schreiben vom 2. Dezember 2021 informierte das Strafgericht Basel-Stadt die Beschwerdeführerin, dass anlässlich des Einspracheverfahrens eine mündliche Hauptverhandlung stattfinde und sie diesbezüglich zu gegebener Zeit eine Vorladung erhalte. Darauf reagierte die Beschwerdeführerin mit Eingaben vom 9. Dezember 2021 und vom 30. Dezember 2021 und stellte Bedingungen für die Zahlung ihrer Busse. Die Vorladung vom 3. März 2022 zur Hauptverhandlung vom 12. April 2022 wurde der Beschwerdeführerin am 7. März 2022 zugestellt. Mit Schreiben vom 23. März 2022 lehnte die Beschwerdeführerin die Vorladung zur Verhandlung ab. Der zuständige Präsident des Strafgerichts wies die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 29.”
Ungenügender seitlicher Abstand beim Überholen, der zu einem Sturz/Unfall führt, erfüllt die Tatbestandsmerkmale von Art. 90 Abs. 1 SVG. In der zitierten Entscheidung wird zudem festgehalten, dass Fahrlässigkeit ebenfalls strafbar ist.
“Il a été retenu en l’espèce que lors du dépassement, le prévenu a touché D.________ ou, à tout le moins, n’a pas laissé une distance latérale suffisante ce qui a déséquilibré ce dernier et a entraîné sa chute. Dans la mesure où D.________ a chuté, il est clair que la distance latérale n’était pas suffisante pour éviter l’accident. Partant, les éléments constitutifs de l’art. 90 al. 1 LCR sont remplis en l’espèce, étant rappelé que la négligence est également punissable (art. 100 ch. 1 LCR). V. Peine”
Bei erkennbarer konkreter Gefährdung (z. B. enge Bereiche, Fussgängerzonen, Schneefall, erkennbare Fussgänger) kann das Unterlassen einer der Lage angepassten Geschwindigkeitsreduktion oder mangelhafte Aufmerksamkeit eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG begründen. Bei eingeschränkter Sicht ist der Fahrer verpflichtet, so stark zu verlangsamen, dass er anderen Verkehrsteilnehmern (insbesondere hinter Hindernissen oder bei Fussgängerinnen und Fussgängern) den Vorrang gewähren bzw. rechtzeitig anhalten kann. Die konkrete Würdigung bleibt einzelfallabhängig; bereits deutlich angepasste Geschwindigkeit kann eine Strafbarkeit ausschliessen.
“Wer wie der Beschuldigte trotz Schneefalls und schneebedeckter Strasse bei Erblicken einer Fussgängerin am Fussgängerstreifen die Fahrgeschwindigkeit seines Lieferwagens mit Anhänger von 45 km/h nicht senkt und bei gleichbleibender Geschwindigkeit auf den Fussgängerstreifen zufährt, missachtet elementare Sorgfaltsregeln und gefährdet die anderen Verkehrsteilnehmer in hohem Masse (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_1318/2019 vom 23. Juni 2021 E. 2.4.3). Bei einer konkreten Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit – d.h. der tatsächlichen Gefährdung eines individualisierbaren Rechtsgutträgers – ist der objektive Tatbestand einer groben Verkehrsregelverletzung zudem grundsätzlich stets erfüllt, es sei denn, die Gefährdung weise ausnahmsweise einen geringen Intensitätsgrad auf (Philippe Weissenberger, a.a.O., N. 66 zu Art. 90 SVG). Indem der Beschuldigte mit der sich auf dem Fussgängerstreifen befindenden Fussgängerin kollidierte und diese am linken Fuss eine Trümmerfraktur sowie diverse Prellungen, Rippenquetschungen und einen angeknacksten Brustwirbel erlitt, verursachte er eine konkrete Gefahr. Ein geringer Intensitätsgrad der Gefährdung ist vorliegend nicht gegeben. Aus den genannten Gründen ist der objektive Tatbestand der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Nur nebenbei sei erwähnt, dass selbst wenn man beweiswürdigungsmässig auf die Angaben des Beschuldigten abgestellt hätte und von einem starken Schneefall, 30-35 km/h und einer vereisten Strasse ausgegangen wäre, dessen gefahrene Geschwindigkeit nicht den Verhältnissen angepasst gewesen wäre. So hätte er bei starkem Schneefall, einer schneebedeckten und vereisten Strasse die Geschwindigkeit seines Lieferwagens noch weiter reduzieren müssen, spätestens dann, als er die Fussgängerin am Strassenrand erblickte. Auch diesfalls hätte er durch sein Verhalten elementare Sorgfaltsregeln missachtet und die anderen Verkehrsteilnehmer in hohem Masse gefährdet. Damit wäre der objektive Tatbestand der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ebenfalls erfüllt gewesen. Die Vorinstanz führte zudem korrekt aus, dass selbst wenn der Beschuldigte als Ortsunkundiger nicht gewusst und aufgrund des Schnees nicht gesehen hätte, dass sich dort ein Fussgängerstreifen befindet, er hätte verlangsamen müssen, als er die Fussgängerin am Strassenrand erblickte und diese das für Fussgänger typische Verhalten (nach links und rechts schauen) zeigte.”
“Si le conducteur ne bénéficie pas d'une pareille visibilité, il doit ralentir de manière à pouvoir accorder la priorité aux piétons dissimulés derrière l'obstacle (arrêts du Tribunal fédéral 6B_108/2015 du 27 novembre 2015 consid. 3 ; 1C_425/2012 du 17 décembre 2012 consid. 3.2). Le devoir de prudence du conducteur ne disparaît pas même à l'égard d'un piéton qui s'élance sur un passage piéton de manière contraire aux règles (arrêts du Tribunal fédéral 6B_250/2012 du 1er novembre 2012 consid. 3.2.2 ; 6B_922/2008 du 2 avril 2009 consid. 3.4). Selon l'art. 26 al. 2 LCR, une prudence particulière s'impose à l'égard des enfants, des infirmes et des personnes âgées, de même s'il apparaît qu'un usager de la route va se comporter de manière incorrecte (ATF 129 IV 282 consid. 2.2.1 p. 285 ; 115 IV 239 consid. 2 p. 239 s.). 2.2.3. Les règles prescrites à l'art. 33 al. 2 et 3 LCR constituent en principe des règles fondamentales de la circulation, dont la violation tombe généralement sous le coup de l'art. 90 al. 2 LCR, sous réserve des circonstances concrètes du cas d'espèce (A. BUSSY / B. RUSCONI et al., Code suisse de la circulation routière : commentaire, 4ème éd., Lausanne 2015, N 2.9 ad. art. 33 ; arrêt du Tribunal fédéral 6S_265/22005 du 1er décembre 2005). 2.2.4. En vertu du principe selon lequel, en droit pénal, les fautes ne se compensent pas, une éventuelle faute concomitante de la victime ou d'un tiers n'intervient dans l'analyse de la causalité que lorsqu'elle est si extraordinaire et imprévisible que l'enchaînement des faits en perd sa portée juridique. Encore faut-il que cet acte ait une importance telle qu'il s'impose comme la cause la plus probable et la plus immédiate de l'événement considéré, reléguant à l'arrière-plan tous les autres facteurs qui ont contribué à l'amener et notamment le comportement de l'auteur (ATF 125 IV 17 consid. 2c/bb p. 23 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_69/2017 du 28 novembre 2017 consid. 2.3.2). 2.3. En l'espèce, l'appelante soutient que le groupe de personnes se trouvant sur le trottoir ne bougeait pas et n'avait pas manifesté la volonté de traverser lorsqu'elle a redémarré son véhicule.”
“83/2000 du 31 octobre 2000) ; à l'approche d'un carrefour, alors qu'il réduisait son allure et concentrait son attention sur les véhicules venant de sa gauche, a remarqué tardivement la piétonne qui avait traversé les trois quart d'un passage sécurisé, l'a heurtée et l’a fait chuter (arrêt du Tribunal fédéral 6A.43/2000 du 22 août 2000). Selon l’art. 16b al. 2 let. a LCR, après une infraction moyennement grave, le permis d’élève conducteur ou le permis de conduire est retiré pour un mois au minimum. 2.2.3 Commet une infraction grave, la personne qui, en violant gravement les règles de la circulation, met sérieusement en danger la sécurité d'autrui ou en prend le risque (art. 16c al. 1 let. a LCR). Après une infraction grave, le permis de conduire est retiré pour trois mois au minimum (art. 16c al. 2 let. a LCR). Les circonstances doivent être prises en considération pour fixer la durée du retrait du permis de conduire, notamment l'atteinte à la sécurité routière, la gravité de la faute, les antécédents en tant que conducteur ainsi que la nécessité professionnelle de conduire un véhicule automobile (art. 16 al. 3 1e phr. LCR). Conformément à la jurisprudence, l'infraction grave de l'art. 16c LCR correspond à la violation grave d'une règle de la circulation routière de l'art. 90 al. 2 LCR (ATF 132 II 234 consid. 3 ; arrêt du Tribunal fédéral 1C_402/2015 du 10 février 2016 consid. 2.1). Selon le Tribunal fédéral, commet une faute grave : le conducteur qui, circulant à 30 km/h dans une zone à important trafic piétonnier et après avoir contourné un îlot de tram, renverse mortellement une dame âgée à quelques mètres d'un passage pour piétons (arrêt du Tribunal fédéral 1C_402/2009 du 17 février 2010) ; le motocycliste qui, de nuit et sur une chaussée mouillée, n'ayant remarqué que tardivement un piéton sur un passage sécurisé, effectue un freinage d'urgence entraînant la chute de sa moto qui renverse alors le piéton (arrêt du Tribunal fédéral 1C_87/2009 du 11 août 2009) ; le conducteur qui, ébloui plusieurs fois par le soleil, continue de circuler à 55 km/h à l'intérieur d'une localité, en particulier sur un passage pour piétons, sans visibilité (arrêt du Tribunal fédéral 6S.628/2001 du 29 novembre 2001). Il a également estimé que la faute d'un conducteur qui a heurté une personne engagée sur un passage pour piétons en ne s'arrêtant pas à temps ne peut être qualifiée de légère (arrêts du Tribunal fédéral 1C_87/2009 précité ; 6A.”
“Dabei ist zu betonen, dass der Beschuldigte mit lediglich 28 km/h gefahren ist, bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts, womit er das Tempo offensichtlich aufgrund der besonderen örtlichen Begebenheiten bereits stark reduziert hat. Daraus erhellt, dass der Beschuldigte in jeder Hinsicht mit einer den Umständen angepassten Geschwindigkeit gefahren und ihm auch keine mangelnde Aufmerksamkeit anzulasten ist. Zusammenfassend ist demnach festzustellen, dass in casu nicht von einer Missachtung des Vortrittrechts von Fussgängern auszugehen ist, sondern vielmehr die beiden Kinder für den Beschuldigten derart überraschend und nicht vorhersehbar den Fussgängerstreifen rennend betreten haben, dass es ihm schlechterdings nicht mehr möglich gewesen ist, trotz gehöriger Aufmerksamkeit und den konkreten Umständen angepasster Geschwindigkeit rechtzeitig anzuhalten. Damit ist dem Beschuldigten kein Verstoss gegen strassenverkehrsrechtliche Vorschriften vorzuwerfen, womit keine Zuwiderhandlung gegen Art. 90 Abs. 2 SVG vorliegt.”
Art. 90 Abs. 2 SVG genügt für sich genommen grundsätzlich nicht, um etwa die Anordnung von Wiederholungsgefahr (§ Art. 221 StPO) zu rechtfertigen. Erforderlich ist zusätzlich, dass von konkreter Gefährlichkeit auszugehen ist, d.h. dass durch das Verhalten eine erhebliche Gefährdung Dritter (insbesondere ihres Lebens oder ihrer körperlichen Unversehrtheit) gegeben erscheint; dabei sind Kontext und das betroffene Rechtsgut zu berücksichtigen.
“Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass damit grundsätzlich zwei einschlägige Vorstrafen vorliegen. Er ist aber der Auffassung, ihnen mangle es an der erforderlichen Schwere. Dem kann jedoch nicht gefolgt werden. Sowohl für die grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) als auch für das Führen eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Ausweises (Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG) droht das Gesetz nicht nur Geldstrafe, sondern Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren an. Sowohl Art. 90 Abs. 2 SVG als auch Art. 95 Abs. 1 SVG schützen die Verkehrssicherheit und damit dasselbe Rechtsgut. Damit liegen grundsätzlich schwere Vergehen vor, welche - zumindest abstrakt - das Vortatenerfordernis erfüllen (vgl. Urteile 1B_191/2015 vom 18. Juni 2015 E. 2.3.1; 1B_405/2013 vom 3. Dezember 2013 E. 2.2.3; 1B_435/2012 vom 8. August 2012 E. 3.7 und E. 3.9). Indes ist nicht alleine der abstrakte Strafrahmen entscheidend, ob von einem schweren Vergehen auszugehen ist, sondern es ist auch das betroffene Rechtsgut und der Kontext einzubeziehen (vgl. E. 3.2 hiervor). Das Bundesgericht hat festgehalten, dass das Fahren ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 SVG sowie eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG für sich alleine grundsätzlich nicht für die Anordnung von Wiederholungsgefahr genüge.”
“Ist der Deliktsbetrag – wie zum Beispiel bei Anlagebetrug – sehr hoch, lässt das befürchten, dass der Beschuldigte auch künftig schwere Vermögensdelikte begehen wird. Rechnung zu tragen ist weiter der persönlichen, namentlich finanziellen Lage der Geschädigten (BGE 146 IV 136 E. 2.5). Bei Serien von Einbruch- bzw. Einschleichdiebstählen kann nach der Praxis des Bundesgerichts in diesem Sinne «sicherheitsrelevant» sein, wenn die Täterschaft gewerbsmässig bzw. serienweise in Wohnungen eindringt und dabei Waffen mitträgt oder Bewohner überrascht und bedroht bzw. wenn das ernsthafte Risiko besteht, dass es dabei zu Drohungen und Gewaltanwendung kommen könnte (Forster, a.a.O., N. 14a zu Art. 221). Zulässig ist die Anordnung von Präventivhaft indes auch bei Delikten gegen die Freiheit sowie bei schweren Verstössen gegen Nebenstrafgesetze (BGE 143 IV 9 E. 2.7; BGE 146 IV 326 E. 3.1 je mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat festgehalten, dass das Fahren ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 SVG sowie eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG für sich alleine grundsätzlich nicht für die Anordnung von Wiederholungsgefahr genügt. Erforderlich sei zusätzlich, dass von einer konkreten Gefährlichkeit auszugehen sei, d.h. ein schweres Vergehen vorliege und die Sicherheit Dritter, insbesondere deren Leben bzw. die körperliche Unversehrtheit durch das Verhalten der beschuldigten Person erheblich gefährdet erscheine (Urteil des Bundesgerichts 1B_187/2022 vom 5. Mai 2022 E. 3.3.2). Die in Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO genannten schweren Delikte müssen ernsthaft drohen, indem sie (nach revidiertem Gesetzestext) die Sicherheit anderer unmittelbar erheblich gefährden. Der neue Gesetzestext entspricht diesbezüglich auch der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts. Die Bedrohung muss akut sein und die Verbrechen oder schweren Vergehen müssen in naher Zukunft drohen, weshalb die Haft mit grosser Dringlichkeit anzuordnen ist. Zu verlangen ist in diesem Zusammenhang zudem eine negative Rückfallprognose (Forster, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, N.”
Wer mehrere einfache Übertretungen nach Art. 90 Abs. 1 SVG begeht, wird in der Praxis als Täter mehrerer Einzeltaten verurteilt; die Einzeltaten können zu einer kumulierten/zusammengefassten Busse führen. Bei der Bemessung der Busse sind insbesondere Anzahl und relative Schwere der einzelnen Übertretungen zu berücksichtigen.
“Einfache Verkehrsregelverletzungen auf der Autobahn am 24. Oktober 2018 Der Beschuldigte hat am 24. Oktober 2018 auf der Flucht vor der Polizei mehrere einfache Verkehrsregelverletzungen auf der Autobahn begangen, die gestützt auf Art. 90 Abs. 1 SVG mit Busse bestraft werden. Konkret handelt es sich dabei um folgende Verkehrsregelverletzungen: - Mehrfaches Nichtwahren eines ausreichenden Abstandes beim Hintereinanderfahren - Mehrfaches unvorsichtiges Ausschwenken nach links zum Überholen - Überfahren einer doppelten Sicherheitslinie Es wird davon ausgegangen, dass der Beschuldigte insgesamt mindestens sieben einfache Verkehrsregelverletzungen auf der Autobahn begangen hat. Gemäss Empfehlungen der VBRS-Richtlinien werden Fahrfehler auf der Autobahn gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG mit einer Busse von CHF”
“Strafart, Strafrahmen und Bestimmung des schwersten Delikts Art. 90 Abs. 1 SVG, Art 99 Ziff. 3 aSVG und Art. 96 VRV drohen Busse an (sog. Übertretung gemäss Art. 103 StGB i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG). Der Strafrahmen reicht bis zu CHF 10‘000.00 Busse (Art. 106 Abs. 1 StGB). Der Beschuldigte hat damit die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt. Es gelangt das Asperationsprinzip gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zur Anwendung. Demnach verurteilt ihn das Gericht zur Strafe der schwersten Straftat und erhöht diese angemessen. Zu beachten ist allerdings, dass im Bereich der Verkehrsregelverletzungen, die nach Ordnungsbussengesetz zu ahnden sind, das Kumulationsprinzip gilt (Art. 3a OBG; BSK StGB-Heimgartner, N 13 zu Art. 104 StGB). Die Ermittlung des schwereren Delikts nach dem Kriterium der konkret höheren objektiven Tatschwere vorzunehmen, ist möglich und sinnvoll (vgl. Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2. Auflage, Basel 2019, N. 485). Darin kann der Vorinstanz gefolgt werden. Unter korrekter Anwendung der VBRS-Richtlinien gewichtet die Vorinstanz die einfache Verkehrsregelverletzung infolge Nichtbeachtung von Signalen durch unerlaubtes Befahren des Radwegs mit einem Motorrad nach Art.”
“Fazit Der Beschuldigte hat sich demnach zusammenfassend der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 10 Abs. 1 VRV (ungenügender seitlicher Abstand zum Fahrrad), der - 30 - mehrfachen einfachen Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 und Abs. 3 SVG, Art. 10 Abs. 2 VRV (gerin- ger Abstand beim Überholen VW-Bus) sowie Art. 43 Abs. 2 SVG und Art. 41 Abs. 2 VRV (Fahren auf Trottoir) sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 2 SVG und Art. 55 Abs. 2 VRV schuldig gemacht. Von den Vorwürfen der einfachen Ver- letzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 40 SVG und Art. 29 Abs. 1 VRV (Warnsignale) sowie Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV (ungenügender Ab- stand beim Hinterherfahren) ist der Beschuldigte dahingegen freizusprechen. V. Strafe A. Theoretische Grundlagen der Strafzumessung, des Strafrahmens, der Straf- art, der Tagessatzhöhe, der Gesamtstrafenbildung sowie des Vollzugs der Strafe Der Vorderrichter hat die zu den Kriterien der Strafzumessung, der Strafart, der Gesamtstrafenbildung und des Strafvollzuges nötigen theoretischen Ausführun- gen gemacht.”
“August 2023 wird nicht eingetreten. 3.Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 4.Gegen Ziffer 2 dieses Beschlusses kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge- richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge- setzes. Es wird erkannt: 1.Die Beschuldigte A._____ ist schuldig des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG, des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG, der mehrfachen Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB, - 49 - der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 43 Abs. 2 SVG und Art. 41 Abs. 2 VRV (unerlaubtes Befahren des Trottoirs), Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1 und Abs. 1 bis SSV (Nichtbeachten eines Lichtsignals) so- wie Art. 39 Abs. 1 SVG und Art. 28 Abs. 1 VRV (Unterlassen der Rich- tungsanzeige). 2.Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 400.– sowie mit Fr. 1'000.– Busse. 3.Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 4.Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen. 5.Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziffern 7 und 8) wird bestätigt. 6.Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 3'100.– amtliche Verteidigung (inkl. 7,7 resp. 8,1 % MWST). 7.Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden zu drei Vierteln der Beschuldigten auferlegt und zu einem Viertel auf die Gerichtskasse genommen.”
“Unter Ausscheidung von 30% der anteilsmässigen Verfahrenskosten, ausmachend CHF 5'346.60 zu Lasten des Kantons Bern sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung im Umfang von 30% an die Aufwendungen für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte (vgl. unten Lit. A Ziff. III). II. A.________ wird schuldig erklärt: 1. des Verbrechens gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 3 i.V mit Abs. 4 SVG), begangen am 1. August 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 1.2); 2. des Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 2 SVG), mehrfach begangen 2.1 am 30. Juni 2019 in Eggiwil (AKS Lit. A Ziff. 2.1); 2.2 am 2. Juli 2019 in Boltigen (AKS Lit. A Ziff. 2.2); 2.3 am 9. Juli 2019 in Bedretto (AKS Lit. A Ziff. 2.3); 2.4 am 9. Juli 2019 in Airolo (AKS Lit. A Ziff. 2.4); 2.5 am 29. Juli 2019 in Röthenbach i. Emmental (AKS Lit. A Ziff. 2.5); 2.6 am 9. August 2019 in Gletsch (AKS Lit. A Ziff. 2.6); 2.7 am 9. August 2019 in Steingletscher (AKS Lit. A Ziff. 2.7); 3. der Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes (Art. 90 Abs. 1 SVG), mehrfach begangen 3.1 am 10. Mai 2019 in Röthenbach (AKS Lit. A Ziff. 3.1); 3.2 am 10. Juni 2019 in Eriz und Aussereriz (AKS Lit. A Ziff. 3.2 und 3.3); 3.3 am 17. Juni 2019 in Schwenden und Horboden (AKS Lit. A Ziff. 3.4, 3.5, 3.7 und 3.8); 3.4 am 17. Juni 2019 in Horboden (AKS Lit. A Ziff. 3.6); 3.5 am 19. Juni 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 3.9, 3.10, 3.11 und 3.12); 3.6 am 21. Juni 2019 in Eggiwil und Röthenbach (AKS Lit. A Ziff. 3.13, 3.14, 3.15, 3.16, 3.17, 3.18. 3.19, 3.20 und 3.21); 3.7 am 23. Juni 2019 in Unterseen (AKS Lit. A Ziff. 3.22); 3.8 am 23. Juni 2019 in Unterseen, (AKS Lit. A Ziff. 3.23); 3.9 am 30. Juni 2019 in Röthenbach im Emmental, Eggiwil und Schangnau (AKS Lit. A Ziff. 3.24, 3.25, 3.26, 3.27, 3.28, 3.29, 3.30, 3.31, 3.32, 3.33 und 3.34); 3.10 am 2. Juli 2019 in Hauteville (AKS Lit. A Ziff. 3.35); 3.11 am 2. Juli 2019 in Corbières (AKS Lit. A Ziff. 3.36); 3.12 am 2. Juli 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 3.37); 3.13 am 2. Juli 2019 in Boltigen (AKS Lit.”
“Die durch B____ beobachteten Delikte stellen allesamt Übertretungen dar, die an sich im Ordnungsbussenverfahren geahndet werden könnten. Indes überstiege der Gesamtbussenbetrag den in Art. 5 Abs. 2 des Ordnungsbussengesetzes (OBG, SR 314.1) vorgesehenen Maximalbetrag von CHF 600., sodass alle Widerhandlungen im ordentlichen Verfahren zu ahnden sind. Der Strafrahmen für eine Übertretung nach Art. 90 Abs. 1 SVG beträgt Busse bis zu CHF 10'000. (Art. 106 Abs. 1 des Strafgesetzbuches [StGB, SR 311.0]). Der Deliktsmehrheit ist in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB strafschärfend Rechnung zu tragen.”
“Da der Strafvollzug bedingt ausgesprochen wurde und Art. 90 Abs. 1 SVG als Grundtatbestand mit einer Busse, Art. 90 Abs. 2 SVG als qualifizierter Tatbestand mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe gesühnt wird, sind die Voraussetzungen einer Verbindungsbusse nach Art. 42 Abs. 4 StGB erfüllt. Die Verbindungsbusse dient nach Art. 42 Abs. 4 StGB vorab dazu, die Schnittstellenproblematik zwischen der unbedingten Busse (für Übertretungen) und der bedingten Geldstrafe (für Vergehen) zu entschärfen (BGE 134 IV 60 E. 7.3.1, mit Hinweisen). Hinsichtlich deren Bemessung hat das Bundesgericht festgehalten, dass die Geldstrafe und die Verbindungsbusse zusammen eine schuldangemessene Sanktion darstellen müssen, das heisst, die Gesamtzahl der Tagessätze habe dem Verschulden des Täters zu entsprechen. Es sei nicht zulässig, über die nach dem Tatschuldprinzip bemessene Strafe hinauszugehen. Die Strafenkombination solle nicht etwa zu einer Straferhöhung führen oder eine zusätzliche Strafe ermöglichen. Sie erlaube lediglich innerhalb der schuldangemessenen Strafe eine täter- und tatangemessene Sanktion, wobei die kombinierten Strafen in ihrer Summe schuldangemessen sein müssten.”
Bei der Prüfung eines Überholmanövers im Rahmen von Art. 90 Abs. 2 SVG sind insbesondere folgende Kriterien zu beachten: das Wahrhalten eines gegenüber allen Strassenbenützern ausreichenden Abstands beim Überholen, die besondere Rücksichtnahme auf die überholten Verkehrsteilnehmenden und das rechtzeitige Wiedereinbiegen, sobald keine Gefahr mehr besteht. Die Missachtung dieser Pflichten kann eine grobe Verkehrsregelverletzung darstellen und – bei entsprechender Eignung des Verhaltens zur Herbeiführung erheblicher Gefahren – eine ernstliche Gefährdung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG begründen.
“Gemäss Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG, SR 741.01) macht sich schuldig, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Der objektive Tatbestand besteht damit aus zwei kumulativ zu erfüllenden Merkmalen: der groben Verkehrsregelverletzung und der durch diese hervorgerufenen ernstlichen Gefährdung. Eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gegeben, wenn der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in gravierender Weise missachtet (objektive Seite) und ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend regelwidriges Verhalten an den Tag legt (subjektive Seite), das heisst schweres Verschulden bzw. zumindest grobe Fahrlässigkeit verwirklicht (Fiolka, Basler Kommentar, 1. Auflage 2014, Art. 90 SVG N 41). Sodann liegt eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung vor. Die erhöhte abstrakte Gefahr setzt dabei die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung und Verletzung voraus, mithin muss die Handlungsweise des Täters typischerweise besonders geeignet sein, Verletzungen der geschützten Rechtsgüter herbeizuführen (Fiolka, a.a.O., Art. 90 SVG N 45 f.; KGer BL 460 19 280 vom 23. Juni 2020 E. II.6.1). Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern ausreichender Abstand zu wahren, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren.”
“Rechtliche Grundlagen Gegen Art. 90 Abs. 2 SVG verstösst, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Im Zusammenhang mit einem Überholmanöver sind dabei, wie von der Vorinstanz korrekt aufgeführt, folgende Verkehrsregeln zu beachten: - Nach Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern ausreichender Abstand zu wahren, namentlich beim Überholen. - Wer überholt, muss auf die übrigen Strassenbenützer, namentlich auf jene, die er überholen will, besonders Rücksicht nehmen (Art. 35 Abs. 3 SVG). - Nach dem Überholen hat der Fahrzeugführer wieder einzubiegen, sobald für den überholten Strassenbenützer keine Gefahr mehr besteht (Art. 10 Abs. 2 VRV). Die Vorinstanz hat die weiteren theoretischen Grundlagen zur groben Verkehrsregelverletzung und den vorliegend einschlägigen Bestimmungen zutreffend wiedergegeben. Darauf wird verwiesen (pag. 121 ff., S. 27 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Besonders relevante Ausführungen zu einzelnen Tatbestandsmerkmalen werden direkt im Rahmen der Subsumtion wiederholt.”
“Rechtliche Würdigung der Vorinstanz Die Vorinstanz hielt fest, es liege auf der Hand, dass der Abstand beim Wiedereinbiegen im Zuge des Überholmanövers bei weitem nicht eingehalten worden sei. Ein Unfall habe nur aufgrund des reflexartigen Bremsens und Weglenkens von E.________ verhindert werden können. Der Beschuldigte habe damit eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise verletzt. Durch das Überholmanöver und Wiedereinbiegen mit ungenügendem Abstand habe der Beschuldigte die – viel schutzlosere und damit verletzlichere – Fahrradfahrerin einer erheblichen konkreten Gefahr ausgesetzt. Selbst bei sehr geringer Geschwindigkeit könne ein entsprechendes Manöver zu schweren Verletzungen führen. In Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung habe damit eine ernstliche Gefährdung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG vorgelegen. Der Beschuldigte habe um die allgemeine Gefährlichkeit eines solchen Überholmanövers gewusst und sich grobfahrlässig und rücksichtslos verhalten.”
In der vorliegenden Entscheidung wurde die Überschreitung der zulässigen Parkzeit (bis zu zwei Stunden) als Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG gewertet; der Beschuldigte wurde zu einer Busse von Fr. 40.– verurteilt. Zusätzlich wurden Gebühren und Gerichtskosten festgesetzt.
“Der Einsprecher ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 48 Abs. 3 SSV. 2. Der Einsprecher wird bestraft mit einer Busse von Fr. 40.–. 3. Bezahlt der Einsprecher die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag. 4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–. Allfällige weitere Ausla- gen bleiben vorbehalten. 5. Die Gerichtskosten werden dem Einsprecher auferlegt. Über diese Kosten stellt die Gerichtskasse Rechnung. Die Kosten des Stadtrichteramtes Zürich im Betrag von Fr. 540.– [recte Fr. 440.–] (Fr. 90.– Verfügungskosten sowie Fr. 350.– zusätzliche Untersu- chungskosten) werden dem Einsprecher auferlegt. Diese Kosten sowie die Busse von Fr. 40.– werden durch das Stadtrichteramt Zürich eingefordert. - 3 - Berufungsanträge: a) Des Beschuldigten: (Urk. 18; sinngemäss) Der Beschuldigte sei der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 48 Abs. 3 SSV als nicht schuldig zu erklären, unter Erlass der Busse, Gebühren und Gerichtskosten. b) Des Stadtrichteramts Zürich: (Urk. 28; sinngemäss) Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. ––––––––––––––––––––––––––– Erwägungen: I. Verfahrensgang 1. Mit Strafbefehl des Stadtrichteramtes Zürich vom 5. September 2022 wurde der Beschuldigte wegen Überschreitens der zulässigen Parkzeit bis zwei Stunden auf einem gebührenpflichtigen Parkfeld (zentrale Parkuhr), im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 48 Abs. 3 SSV, schul- dig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 40.– bestraft (Urk. 2). Der Beschul- digte erhob mit Eingabe vom 7. September 2022 Einsprache gegen den Strafbe- fehl (Urk. 3). Mit Eingabe vom 14. November 2022 überwies das Stadtrichteramt Zürich die Akten an das Bezirksgericht Zürich mit dem Antrag, den Strafbefehl zu bestätigen (Urk.”
Kurze Fahrtunterbrechungen (z.B. wiederholte Kurzstrecken mit Überschreitungen) stehen der Annahme einer natürlichen Handlungseinheit nicht entgegen; solche wiederholten Kurzstrecken können als eine einzige natürliche Handlungseinheit gewertet werden.
“Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen kann eine natürliche Handlungsein- heit insbesondere dann angenommen werden, wenn jemand zunächst einen Ki- lometer mit überhöhter Geschwindigkeit zurücklegt, dann einen Kilometer regel- konform fährt und schliesslich wieder einen Kilometer weit zu schnell fährt. Es wä- re nicht sachgerecht, einen solchen Fahrer wegen mehrfacher Verkehrsregelver- letzung zu bestrafen und die Strafe nach Art. 49 StGB zu schärfen, während man jemanden, der die ganzen drei Kilometer mit übersetzter Geschwindigkeit zurück- gelegt hat, nur wegen einer einmaligen Verkehrsregelverletzung bestraft. Kurze Fahrtunterbrechungen stehen der Annahme einer solchen natürlichen Handlungs- einheit nicht entgegen (Fiolka Jahrbuch, S. 370 f .; Fiolka BSK, N 169 zu Art. 90 SVG; Weissenberger, a.a.O., N 42 f .; vgl. OGer SO STBER.2021.61 v.”
“Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen kann eine natürliche Handlungsein- heit insbesondere dann angenommen werden, wenn jemand zunächst einen Ki- lometer mit überhöhter Geschwindigkeit zurücklegt, dann einen Kilometer regel- konform fährt und schliesslich wieder einen Kilometer weit zu schnell fährt. Es wä- re nicht sachgerecht, einen solchen Fahrer wegen mehrfacher Verkehrsregelver- letzung zu bestrafen und die Strafe nach Art. 49 StGB zu schärfen, während man jemanden, der die ganzen drei Kilometer mit übersetzter Geschwindigkeit zurück- gelegt hat, nur wegen einer einmaligen Verkehrsregelverletzung bestraft. Kurze Fahrtunterbrechungen stehen der Annahme einer solchen natürlichen Handlungs- einheit nicht entgegen (Fiolka Jahrbuch, S. 370 f .; Fiolka BSK, N 169 zu Art. 90 SVG; Weissenberger, a.a.O., N 42 f .; vgl. OGer SO STBER.2021.61 v.”
“Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen kann eine natürliche Handlungsein- heit insbesondere dann angenommen werden, wenn jemand zunächst einen Ki- lometer mit überhöhter Geschwindigkeit zurücklegt, dann einen Kilometer regel- konform fährt und schliesslich wieder einen Kilometer weit zu schnell fährt. Es wä- re nicht sachgerecht, einen solchen Fahrer wegen mehrfacher Verkehrsregelver- letzung zu bestrafen und die Strafe nach Art. 49 StGB zu schärfen, während man jemanden, der die ganzen drei Kilometer mit übersetzter Geschwindigkeit zurück- gelegt hat, nur wegen einer einmaligen Verkehrsregelverletzung bestraft. Kurze Fahrtunterbrechungen stehen der Annahme einer solchen natürlichen Handlungs- einheit nicht entgegen (Fiolka Jahrbuch, S. 370 f .; Fiolka BSK, N 169 zu Art. 90 SVG; Weissenberger, a.a.O., N 42 f .; vgl. OGer SO STBER.2021.61 v.”
Nicht jede Verletzung eines Fussgängers zieht Art. 90 Abs. 2 SVG nach sich. Leichte Verstösse, die keine grobe Verletzung der Verkehrsregeln und keine grobe Fahrlässigkeit ergeben, können nach der einschlägigen Praxis unter die Ordnungsbusse (vgl. ch. 337 OAO) fallen. Dass Fussgänger überraschend und nicht vorhersehbar auftauchen, kann den Beschuldigten entlasten und somit eine Zuwiderhandlung gegen Art. 90 Abs. 2 SVG ausschliessen.
“en cas de violation des règles de la circulation à observer à l’égard des piétons lorsqu’il ne s’agit ni d’un cas grave au sens de l’art. 90 al. 2 LCR ni du cas prévu au ch. 337 de l’ordonnance sur les amendes d’ordre (OAO ; RS 314.11). Force est de constater que le cas d’espèce correspond précisément à l’énoncé de la recommandation ci-dessus de sorte que l’amende de CHF”
“Dabei ist zu betonen, dass der Beschuldigte mit lediglich 28 km/h gefahren ist, bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts, womit er das Tempo offensichtlich aufgrund der besonderen örtlichen Begebenheiten bereits stark reduziert hat. Daraus erhellt, dass der Beschuldigte in jeder Hinsicht mit einer den Umständen angepassten Geschwindigkeit gefahren und ihm auch keine mangelnde Aufmerksamkeit anzulasten ist. Zusammenfassend ist demnach festzustellen, dass in casu nicht von einer Missachtung des Vortrittrechts von Fussgängern auszugehen ist, sondern vielmehr die beiden Kinder für den Beschuldigten derart überraschend und nicht vorhersehbar den Fussgängerstreifen rennend betreten haben, dass es ihm schlechterdings nicht mehr möglich gewesen ist, trotz gehöriger Aufmerksamkeit und den konkreten Umständen angepasster Geschwindigkeit rechtzeitig anzuhalten. Damit ist dem Beschuldigten kein Verstoss gegen strassenverkehrsrechtliche Vorschriften vorzuwerfen, womit keine Zuwiderhandlung gegen Art. 90 Abs. 2 SVG vorliegt.”
Beim Rechtsvorbeifahren ohne anschliessenden Spurwechsel sowie beim passiven Rechtsüberholen lässt sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG nur schwerlich bejahen. Die seit 1.1.2021 geltende Regelung (Art. 36 Abs. 5 VRV) und die dazugehörigen Erläuterungen unterstreichen, dass nicht jeder Fall des Rechtsüberholens automatisch als schwere Verletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren ist.
“Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 90 Abs. 2 SVG. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz liege im Falle des Rechtsüberholens nicht generell eine schwere Verkehrsregelverletzung vor. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung lasse sich beim Rechtsvorfahren ohne mittelbar anschliessenden Spurwechsel sowie beim passiven Rechtsüberholen ein grob fahrlässiges Verhalten nur schwer begründen. Auch müsse berücksichtigt werden, dass ab 1. Januar 2021 das Rechtsvorbeifahren auf Autobahnen ausserhalb von Einspurstrecken und ausserhalb von Kolonnenverkehr erlaubt sein werde. Demnach könne vorliegend unter keinen Umständen von einer gravierenden Missachtung der Verkehrsregeln gesprochen werden, nachdem er klar nicht rechts überholt habe, sondern rechts vorbeigefahren sei. Zudem sei gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG stets erforderlich, dass der Täter eine (ernstliche) Gefahr hervorgerufen habe, eine Inkaufnahme wäre eine reine Unterlassung. Die Argumentation der Vorinstanz, wonach die den mittleren Fahrstreifen benutzenden Verkehrsteilnehmer nicht hätten damit rechnen müssen, auf der Autobahn rechts überholt zu werden, greife zu kurz, denn diese hätten ihrerseits gegen das Rechtsfahrgebot verstossen und sich demnach nicht auf den Vertrauensgrundsatz berufen können.”
“Am 1. Januar 2021 (AS 2020 S. 2139) nach dem Zeitpunkt der hier zu beurteilenden Verkehrsregelverletzung vom 24. Februar 2019 und nach dem erstinstanzlichen Urteil vom 10. November 2020 trat die Regelung von Art. 36 Abs. 5 VRV in Kraft, nach welcher der Fahrzeugführer neu bei Kolonnenverkehr auf dem linken oder mittleren Fahrstreifen mit der gebotenen Vorsicht rechts an den Fahrzeugen auf dem links von ihm liegenden Fahrstreifens vorbeifahren darf (sog. passives Rechtsüberholen). Weiterhin verboten bleibt das klassische Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen, jedoch kann dieses gemäss der neuen Regelung auch als einfache Verletzung der Verkehrsregeln mit einer Ordnungsbusse von CHF 250. geahndet werden (Art. 36 Abs. 5 VRV, Ziff. 314 der Ordnungsbussenverordnung [OBV, SR 314.11]). Mit der Einführung dieses Ordnungsbussentatbestandes soll zum Ausdruck gebracht werden, dass nicht alle Fälle von Rechtsüberholen als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG respektive als schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c SVG zu qualifizieren sind und somit nicht zwingend zu einem Führerausweisentzug führen müssen (Bundesamt für Strassen ASTRA, Erläuterungen zu den Änderungen der Verkehrsregeln und Signalisationsvorschriften S. 3 f. und S. 14).”
Die Tatsache, dass es sich um eine Übertretung nach Art. 90 Abs. 1 SVG handelt, schliesst eine Entschädigung der Anwaltskosten nicht von vornherein aus. Massgeblich sind die konkreten Umstände des Einzelfalls: insbesondere die Schwierigkeit der tatsächlichen und rechtlichen Beurteilung, mögliche zivil- oder administrative Folgen, die Verfahrensdauer sowie Auswirkungen auf persönliche oder berufliche Verhältnisse. Bei tatsächlich und rechtlich einfachen Bagatellfällen wird die Beauftragung eines Anwalts hingegen häufig als unangemessen beurteilt.
“Zwar weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass vorliegend lediglich eine Busse von Fr. 300.– wegen einer einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG und mithin eine Übertretung in Frage stand (vgl. Urk. 40 S. 19). Wie sich aus der zuvor wiedergegebenen Rechtsprechung des Bundesgerichts ergibt, schliesst dieser Umstand allein eine Entschädigung der Anwaltskosten allerdings nicht per se aus. In diesem Zusammenhang hielt das Bundesgericht auch fest, dass ein durchschnittlicher juristischer Laie kaum einen massgeblichen Unterschied zwischen einem Vergehen (Art. 10 Abs. 3 StGB) und einer Übertretung (Art. 103 StGB) erblicken dürfte, zumal nicht vorausgesetzt wer- den könne, dass die Trichotomie der Straftaten allgemein bekannt sei (Urteil des Bundesgerichts 6B_800/2015 vom 6. April 2016 E. 2.5). Zu berücksichtigen sind vielmehr – wie vorstehend dargelegt – die konkreten Umstände des Einzelfalls.”
“Die Vorinstanz begründet die Verweigerung einer Entschädigung damit, dass lediglich eine Busse von Fr. 300.-- wegen einer Übertretung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Frage stand. Zwar könne je nach den konkreten Umständen auch bei blossen Übertretungen ein Anspruch auf Entschädigung bestehen. Doch sei die Beauftragung eines Anwalts im vorliegenden Fall unangemessen gewesen. Der gegen den Beschwerdeführer erhobene Vorwurf erscheine in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht einfach. Auch ein juristischer Laie hätte ihn erfassen und sich dagegen verteidigen können. So sei der Beschwerdeführer bei der telefonischen Tatbestandsaufnahme durch die Stadtpolizei Zürich am 19. November 2020 in der Lage gewesen, den Vorwurf zu bestreiten und seine Sicht der Dinge einlässlich darzulegen. Auch zur Erhebung der Einsprache wäre der Beschwerdeführer ohne Anwalt fähig gewesen, zumal gemäss Art. 354 Abs. 2 StPO keine Begründung der Einsprache nötig sei. Der Beschwerdeführer habe seinen Anwalt mandatiert, noch bevor ein Strafbefehl oder nur schon eine Vorladung zur Einvernahme ergangen sei. Er habe am 12. November 2020 einen Verzeigungsvorhalt erhalten, wonach die Stadtpolizei Zürich festgestellt habe, dass der Lenker des auf ihn eingelösten Fahrzeugs am 11.”
“Vorliegend hatte das gegen den Beschwerdeführer geführte Strafverfahren "lediglich" eine Übertretung (Art. 90 Abs. 1 SVG) zum Gegenstand. Der gegenüber dem Beschwerdeführer erhobene Vorwurf war daher eher gering. Wie der Be- schwerdeführer zu Recht einwendet und wie sich aus der zuvor wiedergegebenen Rechtsprechung des Bundesgerichts ergibt, schliesst dies eine Entschädigung der Anwaltskosten nicht per se aus. Zu berücksichtigen sind vielmehr die konkreten Umstände des Einzelfalls. Die Staatsanwaltschaft meint, das Strafverfahren sei weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht schwierig gewesen. Es ist je- doch widersprüchlich, wenn sie dem Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vorwirft, er hätte dies auch ohne juristische Ausbildung erkennen können, hat sie doch nach begründeter Einsprache am Strafbefehl nicht mehr festgehalten, son- dern sich dazu entschieden, das Strafverfahren einzustellen. Offenbar war daher selbst für den juristisch geschulten Staatsanwalt die Angelegenheit nicht derart einfach, dass er sich von Beginn an für die "richtige" Erledigungsform des Straf- verfahrens entschieden hätte.”
“Il faut garder à l'esprit que le droit pénal matériel et le droit de procédure sont complexes et représentent, pour des personnes qui ne sont pas habituées à procéder, une source de difficultés. Celui qui se défend seul est susceptible d'être moins bien loti. Cela ne dépend pas forcément de la gravité de l'infraction en cause. Même en cas de simple contravention, on ne saurait par conséquent admettre que le prévenu ait en quelque sorte le devoir civique de supporter lui-même ses frais de défense. En outre, au moment de déterminer si le recours à un avocat revêt un caractère raisonnable, la durée de la procédure et ses effets sur les relations personnelles et professionnelles du prévenu doivent également être pris en considération, à côté de la gravité de l’accusation et de la complexité du cas en fait et en droit (ATF 138 IV 197 consid. 2.3.3 et 2.3.5/ JdT 2013 IV p. 184 ; arrêt TF 1B_536/2012 du 9 janvier 2013 consid. 2.2). Dans ce dernier arrêt, le Tribunal fédéral a jugé que le fait d’être uniquement condamné initialement au paiement d’une amende de CHF 400.- pour violation simple des règles sur la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) ne signifiait pas que le recours à l’assistance d’un mandataire était nécessairement inadéquat. Il mentionne que la procédure pénale pouvait également, dans le cas qui lui était soumis, avoir une influence sur la responsabilité civile du condamné ou sur la procédure administrative ouverte à son encontre. Dans ces circonstances, le Tribunal fédéral a jugé que le recours à un avocat était approprié à l’exercice des droits de procédure. Dans un arrêt plus récent, le Tribunal fédéral a relevé que l’assistance d'un avocat était justifiée lorsqu’une condamnation même bégnine pouvait avoir des conséquences importantes sur les prétentions en responsabilité civile (arrêt TF 6B_258/2013 du 6 janvier 2014 consid. 2). En revanche, le Tribunal fédéral a confirmé le refus d’octroi d’une indemnité au prévenu acquitté qui avait été initalement condamné pour une infraction de faible gravité à une amende de CHF 300.- alors que l'affaire n'avait aucune conséquence sur sa vie personnelle et professionnelle (arrêt TF 6B_603/2014 du 9 janvier 2015 consid.”
Bei Blockaden abseits des öffentlichen Verkehrs bzw. bei Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer ist Art. 90 LCR unabhängig von Art. 239 StGB anwendbar; Art. 239 ist lex specialis für Störungen öffentlicher Dienste, Art. 90 schützt die Verkehrsteilnehmer und den Verkehrsfluss.
“239 CP était une lex specialis qui absorbait les infractions à la LCR, de sorte qu'il n'y avait pas lieu de retenir un concours avec l'art. 239 CP. En revanche, il a retenu une violation de ces trois articles en lien avec le blocage des véhicules autres que ceux des transports publics. Cette appréciation ne prête pas le flanc à la critique. La condamnation des appelants pour violation simples des règles de la circulation routière doit dès lors être confirmée, les biens juridiquement protégés étant distincts, soit, d’une part, l’intérêt de la collectivité au bon fonctionnement du service public (art. 239 CP) (Dupuis/Moreillon/Piguet/Berger/ Mazou/Rodigari, Petit Commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle, 2017, n. 1 ad art. 239 CP) et, d’autre part, la sécurité routière et la fluidité du trafic sur les routes publiques (art. 90 LCR) (Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle, 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR), le concours entre les art. 239 CP et 90 LCR doit être retenu (cf. notamment CAPE 20 juin 2024/235 consid. 4). L’art. 90 LCR sanctionne donc l’entrave faite aux autres usagers de la route. 7. Les appelants contestent leur condamnation pour contravention à la loi sur les contraventions en relation avec l’art. 41 RGP. 7.1 Selon l'art. 41 RGP, toutes les manifestations publiques ou privées organisées dans des lieux ouverts au public, notamment les rassemblements, les cortèges, les spectacles, les conférences, les soirées (dansantes ou autres) ou les expositions, sont soumises à une autorisation préalable de la Direction (soit de la Direction chargée du maintien de la sécurité et de l'ordre public [art. 12 RGP]). La demande d'autorisation ou l'annonce d'une manifestation doit être déposée le plus tôt possible pour que les mesures nécessaires puissent être prises, compte tenu de l'ampleur de la manifestation prévue (art. 43 al. 1 RGP ; cf. aussi art. 16 al. 1 RGP). Les organisateurs sont tenus de fournir tous les documents et renseignements utiles, un délai pouvant leur être imparti pour ce faire (art. 43 al. 2 RGP).”
“1 LCR, 49 al. 2 LCR et 46 al. 2 OCR. Le premier juge a considéré que les art. 26 et 49 LCR ainsi que 46 OCR étaient des dispositions particulièrement générales et que l'art. 239 CP était une lex specialis qui absorbait les infractions à la LCR, de sorte qu'il n'y avait pas lieu de retenir un concours avec l'art. 239 CP. En revanche, il a retenu une violation de ces trois articles en lien avec le blocage des véhicules autres que ceux des transports publics. Cette appréciation ne prête pas le flanc à la critique. La condamnation des appelants pour violation simples des règles de la circulation routière doit dès lors être confirmée, les biens juridiquement protégés étant distincts, soit, d’une part, l’intérêt de la collectivité au bon fonctionnement du service public (art. 239 CP) (Dupuis/Moreillon/Piguet/Berger/ Mazou/Rodigari, Petit Commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle, 2017, n. 1 ad art. 239 CP) et, d’autre part, la sécurité routière et la fluidité du trafic sur les routes publiques (art. 90 LCR) (Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle, 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR), le concours entre les art. 239 CP et 90 LCR doit être retenu (cf. notamment CAPE 20 juin 2024/235 consid. 4). L’art. 90 LCR sanctionne donc l’entrave faite aux autres usagers de la route. 7. Les appelants contestent leur condamnation pour contravention à la loi sur les contraventions en relation avec l’art. 41 RGP. 7.1 Selon l'art. 41 RGP, toutes les manifestations publiques ou privées organisées dans des lieux ouverts au public, notamment les rassemblements, les cortèges, les spectacles, les conférences, les soirées (dansantes ou autres) ou les expositions, sont soumises à une autorisation préalable de la Direction (soit de la Direction chargée du maintien de la sécurité et de l'ordre public [art. 12 RGP]). La demande d'autorisation ou l'annonce d'une manifestation doit être déposée le plus tôt possible pour que les mesures nécessaires puissent être prises, compte tenu de l'ampleur de la manifestation prévue (art.”
“26 et 49 LCR ainsi que 46 OCR étaient des dispositions particulièrement générales et que l'art. 239 CP était une lex specialis qui absorbait les infractions à la LCR, de sorte qu'il n'y avait pas lieu de retenir un concours avec l'art. 239 CP. En revanche, il a retenu une violation de ces trois articles en lien avec le blocage des véhicules autres que ceux des transports publics. Cette appréciation ne prête pas le flanc à la critique. La condamnation des appelants pour violation simples des règles de la circulation routière doit dès lors être confirmée, les biens juridiquement protégés étant distincts, soit, d’une part, l’intérêt de la collectivité au bon fonctionnement du service public (art. 239 CP) (Dupuis/Moreillon/Piguet/Berger/ Mazou/Rodigari, Petit Commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle, 2017, n. 1 ad art. 239 CP) et, d’autre part, la sécurité routière et la fluidité du trafic sur les routes publiques (art. 90 LCR) (Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle, 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR), le concours entre les art. 239 CP et 90 LCR doit être retenu (cf. notamment CAPE 20 juin 2024/235 consid. 4). L’art. 90 LCR sanctionne donc l’entrave faite aux autres usagers de la route. 7. Les appelants contestent leur condamnation pour contravention à la loi sur les contraventions en relation avec l’art. 41 RGP. 7.1 Selon l'art. 41 RGP, toutes les manifestations publiques ou privées organisées dans des lieux ouverts au public, notamment les rassemblements, les cortèges, les spectacles, les conférences, les soirées (dansantes ou autres) ou les expositions, sont soumises à une autorisation préalable de la Direction (soit de la Direction chargée du maintien de la sécurité et de l'ordre public [art. 12 RGP]). La demande d'autorisation ou l'annonce d'une manifestation doit être déposée le plus tôt possible pour que les mesures nécessaires puissent être prises, compte tenu de l'ampleur de la manifestation prévue (art. 43 al. 1 RGP ; cf. aussi art. 16 al. 1 RGP). Les organisateurs sont tenus de fournir tous les documents et renseignements utiles, un délai pouvant leur être imparti pour ce faire (art.”
Führerausweisentzüge können nicht nur bei strafbaren Verkehrsverstössen (Art. 90 SVG) erfolgen, sondern auch bei sonstigen Widerhandlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften (z.B. Missachtung von Auflagen im Fahrzeugausweis) gestützt werden.
“Strafrechtlich wurde der Beschwerdeführer gemäss Art. 96 Abs. 1 lit. c SVG wegen der Missachtung einer im Fahrzeugausweis vorgesehenen Auflage zu einer Busse von Fr. 100.-- verurteilt. Im Verwaltungsverfahren wurde ihm der Führerausweis wegen einer mittelschweren Verkehrsregelverletzung in Anwendung von Art. 16b Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Abs. 2 lit. a und Abs. 3 SVG sowie von ergänzenden Verordnungsbestimmungen, also insbesondere weil er durch sein Verhalten eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen hat, für die Mindestdauer von einem Monat entzogen. Insofern ist die Begründung im angefochtenen Entscheid, worin auf Art. 90 SVG verwiesen wird, nur bedingt für den vorliegenden Fall einschlägig, wie der Beschwerdeführer nicht ohne Grund rügt. Führerausweisentzüge gemäss Art. 16 SVG sind jedoch nicht nur bei strafbaren Verkehrsregelverstössen nach Art. 90 SVG, sondern auch bei sonstigen Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften zulässig. Dazu zählen unter anderem Verstösse im Sinne von Art. 96 SVG (vgl. DORIS BÜHLMANN, in : Niggli et al. [Hrsg.], Strassenverkehrsgesetz, Basler Kommentar, 2014, N. 100 zu Art. 96). Der angefochtene Entscheid stützt sich auf diese Bestimmung in Verbindung mit Art. 29 SVG. Danach dürfen Fahrzeuge insbesondere nur in betriebssicherem und vorschriftsgemässem Zustand verkehren. Gemäss Art. 96 Abs. 1 lit. c SVG wird mit Busse bestraft, wer die mit dem Fahrzeugausweis oder der Bewilligung von Gesetzes wegen oder im Einzelfall verbundenen Beschränkungen oder Auflagen missachtet. Die Strafdrohung von Art. 96 Abs. 1 SVG entspricht derjenigen von Art. 90 Abs. 1 SVG. Im Übrigen verfügen die straf- und verwaltungsrechtlichen Sanktionen über unterschiedliche Abstufungen.”
Bewusstes, über längere Zeit während der Fahrt filmendes/Videoaufzeichnendes Verhalten kann als vorsätzliche, schwere Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden, wenn dadurch die Aufmerksamkeit auf die Fahrt nicht voll aufrechterhalten wird.
“L'appréciation des preuves doit être examinée dans son ensemble (ATF 127 I 38 consid. 2a; ATF 120 Ia 31 consid. 2c; TF 6B_831/2009 consid. 2.2.2). 3.3 L’appelant revient d'abord sur les circonstances lui ayant valu sa condamnation pour violation grave des règles de la circulation routière, pour avoir filmé son fils pendant qu'il conduisait. Il reprend sa version exculpatoire selon laquelle c'est un ami qui aurait filmé la scène. Or, la vidéo produite par le prévenu lui-même montre que son fils, assis à l'arrière dans un siège pour enfant, est filmé depuis l'avant gauche en diagonale entre les sièges et qu'il n'y a pas d'autres passagers dans la voiture, ni à l'arrière ni sur le siège avant droit (jugement, p. 10). La version de l'appelant est ainsi dépourvue de toute crédibilité. En conduisant sans vouer toute l'attention à la route pour, durant un laps de temps prolongé, filmer sans aucune nécessité son fils assis à l'arrière, le prévenu a commis une faute intentionnelle d'une gravité justifiant la qualification de l'art. 90 al. 2 LCR, qui n’est pas contestée en elle-même. 3.4 L'appelant conteste ensuite toute violence perpétrée à l'encontre de son épouse. Il serait au contraire la victime de celle-ci, qui avait pour habitude de l'agresser. Il invoque un état de légitime défense durant les faits commis le 7 novembre 2019. Comme relevé par le premier juge, la version de la plaignante est corroborée par le constat médical effectué le 11 novembre 2019 à la consultation de l’Unité de médecine des violences du centre universitaire romand de médecine légale, qui atteste des chocs subis et qui réduit à néant la version du prévenu qui n'aurait fait que de repousser son épouse. La condamnation pour lésions corporelles simples qualifiées doit également être confirmée. 4. L'appelant conteste ensuite l'importance de la sanction, en faisant valoir que des conducteurs sont condamnés à des amendes symboliques, pour avoir utilisé leur téléphone en conduisant. Il perd toutefois de vue que la condamnation porte sur deux délits et qu'elle est au contraire particulièrement clémente, dès lors que les seules lésions corporelles auraient valu de prononcer une peine pécuniaire de 90 jours-amende.”
Wird Art. 90 SVG nicht ausdrücklich in einer Strafanzeige geltend gemacht, ist die sachliche Ausdehnung nicht automatisch eröffnet; es muss vor Anrufung des Gerichts zunächst ein Antrag/Gesuch auf sachliche Ausdehnung bei der Staatsanwaltschaft gestellt bzw. die Zustellung sichergestellt werden.
“Hinzu komme, dass mit der angefochtenen Verfügung einzig das Verfahren hinsichtlich der fahrlässigen Körperverletzung eingestellt werde, weshalb die Anträge bezüglich Verkehrsregelverletzung über den Streitgegenstand hinausgingen. 2.3.3 Die Beschwerdeführerin äussert sich nicht ansatzweise zur Beschwerdelegitimation bezüglich Verkehrsregelverletzung. Es ist daher auf diesen Teil der Beschwerde nicht einzutreten, zumal die Beschwerdelegitimation nicht offensichtlich zu bejahen ist. Auch ist es nicht an der Beschwerdekammer in Strafsachen, hinsichtlich einer möglichen Verkehrsregelverletzung erstmalig eine rechtliche Qualifikation vorzunehmen, um daraus auf das bzw. die geschützten Rechtsgüter zu schliessen. 2.3.4 Was den Streitgegenstand anbelangt, ist das Folgende anzumerken: Verkehrsregeln stellen bei fahrlässigen Verletzungsdelikten im Strassenverkehr regelmässig die verletzte Sorgfaltspflicht dar. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass jedes Strafverfahren aufgrund eines solchen Delikts ohne Weiteres auch auf Verfolgung einer Verkehrsregelverletzung i.S.v. 90 SVG gerichtet ist. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, Strafanzeige bezüglich Art. 90 SVG eingereicht zu haben. Entsprechend hätte sie einen Antrag auf sachliche Ausdehnung an die Staatsanwaltschaft stellen müssen. Da sich die Rügen der Verletzung der Untersuchungsmaxime auf die Verkehrsregelverletzung beziehen, ist darauf ebenfalls nicht einzutreten. 2.4 Auf die Sache ist nach dem Gesagten nur hinsichtlich der fahrlässigen Körperverletzung einzutreten. 3. Der angefochtenen Verfügung lässt sich folgender”
“Was den Streitgegenstand anbelangt, ist das Folgende anzumerken: Verkehrsregeln stellen bei fahrlässigen Verletzungsdelikten im Strassenverkehr regelmässig die verletzte Sorgfaltspflicht dar. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass jedes Strafverfahren aufgrund eines solchen Delikts ohne Weiteres auch auf Verfolgung einer Verkehrsregelverletzung i.S.v. 90 SVG gerichtet ist. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, Strafanzeige bezüglich Art. 90 SVG eingereicht zu haben. Entsprechend hätte sie einen Antrag auf sachliche Ausdehnung an die Staatsanwaltschaft stellen müssen. Da sich die Rügen der Verletzung der Untersuchungsmaxime auf die Verkehrsregelverletzung beziehen, ist darauf ebenfalls nicht einzutreten.”
“Hinzu komme, dass mit der angefochtenen Verfügung einzig das Verfahren hinsichtlich der fahrlässigen Körperverletzung eingestellt werde, weshalb die Anträge bezüglich Verkehrsregelverletzung über den Streitgegenstand hinausgingen. 2.3.3 Die Beschwerdeführerin äussert sich nicht ansatzweise zur Beschwerdelegitimation bezüglich Verkehrsregelverletzung. Es ist daher auf diesen Teil der Beschwerde nicht einzutreten, zumal die Beschwerdelegitimation nicht offensichtlich zu bejahen ist. Auch ist es nicht an der Beschwerdekammer in Strafsachen, hinsichtlich einer möglichen Verkehrsregelverletzung erstmalig eine rechtliche Qualifikation vorzunehmen, um daraus auf das bzw. die geschützten Rechtsgüter zu schliessen. 2.3.4 Was den Streitgegenstand anbelangt, ist das Folgende anzumerken: Verkehrsregeln stellen bei fahrlässigen Verletzungsdelikten im Strassenverkehr regelmässig die verletzte Sorgfaltspflicht dar. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass jedes Strafverfahren aufgrund eines solchen Delikts ohne Weiteres auch auf Verfolgung einer Verkehrsregelverletzung i.S.v. 90 SVG gerichtet ist. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, Strafanzeige bezüglich Art. 90 SVG eingereicht zu haben. Entsprechend hätte sie einen Antrag auf sachliche Ausdehnung an die Staatsanwaltschaft stellen müssen. Da sich die Rügen der Verletzung der Untersuchungsmaxime auf die Verkehrsregelverletzung beziehen, ist darauf ebenfalls nicht einzutreten. 2.4 Auf die Sache ist nach dem Gesagten nur hinsichtlich der fahrlässigen Körperverletzung einzutreten. 3. Der angefochtenen Verfügung lässt sich folgender”
“Hinzu komme, dass mit der angefochtenen Verfügung einzig das Verfahren hinsichtlich der fahrlässigen Körperverletzung eingestellt werde, weshalb die Anträge bezüglich Verkehrsregelverletzung über den Streitgegenstand hinausgingen. 2.3.3 Die Beschwerdeführerin äussert sich nicht ansatzweise zur Beschwerdelegitimation bezüglich Verkehrsregelverletzung. Es ist daher auf diesen Teil der Beschwerde nicht einzutreten, zumal die Beschwerdelegitimation nicht offensichtlich zu bejahen ist. Auch ist es nicht an der Beschwerdekammer in Strafsachen, hinsichtlich einer möglichen Verkehrsregelverletzung erstmalig eine rechtliche Qualifikation vorzunehmen, um daraus auf das bzw. die geschützten Rechtsgüter zu schliessen. 2.3.4 Was den Streitgegenstand anbelangt, ist das Folgende anzumerken: Verkehrsregeln stellen bei fahrlässigen Verletzungsdelikten im Strassenverkehr regelmässig die verletzte Sorgfaltspflicht dar. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass jedes Strafverfahren aufgrund eines solchen Delikts ohne Weiteres auch auf Verfolgung einer Verkehrsregelverletzung i.S.v. 90 SVG gerichtet ist. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, Strafanzeige bezüglich Art. 90 SVG eingereicht zu haben. Entsprechend hätte sie einen Antrag auf sachliche Ausdehnung an die Staatsanwaltschaft stellen müssen. Da sich die Rügen der Verletzung der Untersuchungsmaxime auf die Verkehrsregelverletzung beziehen, ist darauf ebenfalls nicht einzutreten. 2.4 Auf die Sache ist nach dem Gesagten nur hinsichtlich der fahrlässigen Körperverletzung einzutreten. 3. Der angefochtenen Verfügung lässt sich folgender”
Mehrere an sich geringfügige Verstösse können kumuliert eine qualifizierte schwere Verletzung der Verkehrsregeln darstellen und so dann als Schaffung einer ernstlichen Gefahr im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu werten sein, sofern durch die Kumulation ein entsprechend ernstliches Gefährdungsbild entsteht.
“À teneur de l'art. 90 al. 4 LCR, l'al. 3 est toujours applicable lorsque la vitesse maximale autorisée a été dépassée d'au moins 80 km/h, là où la limite était fixée à plus de 80 km/h (let. d). 2.2.4.2. L'art. 90 al. 3 LCR contient deux conditions objectives, la violation d'une règle fondamentale de la circulation routière et la création d'un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort. La notion de violation d'une règle fondamentale de la circulation apparaît identique à celle de violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, la jurisprudence retenant qu'il y a violation grave, notamment lorsque l'auteur viole gravement une règle importante, fondamentale ou élémentaire. Toutefois, vu le caractère aggravé de l'art. 90 al. 3 LCR, il y a lieu de retenir une définition plus limitative que celle retenue pour l'art. 90 al. 2 LCR afin de ne retenir que les comportements insensés présentant une gravité sensiblement plus élevée que celle requise par l'art. 90 al. 2 LCR. La loi donne une liste d'exemples de ces règles fondamentales en évoquant les excès de vitesse particulièrement importants, les dépassements téméraires ou la participation à des courses de vitesse illicites (Y. JEANNERET et al., op. cit., n. 5.2 ad 90 LCR ATF 142 IV137 consid. 6.1). Un cumul de violations simples des règles de la circulation routière est susceptible de constituer une violation grave "qualifiée", pour autant qu'elle créé un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort (ATF 142 IV 137 consid. 8.1 ; arrêts du Tribunal fédéral 6B_34/2017 du 3 novembre 2017 consid. 2.4 et 6B_148/2016 du 29 novembre 2016 consid. 1.3.2). L'art. 90 al. 3 LCR réprime la mise en danger abstraite qualifiée, en ce sens que la probabilité d’un accident avec une issue fatale ou des blessures graves est presque certaine, pour le cas où une ou plusieurs personnes se trouvent à proximité (arrêts du Tribunal fédéral 6B_567/2017 du 22 mai 2018 consid. 3.2.1 ; 6B_148/2016 du 29 novembre 2016 consid.”
“1 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_86/2019 du 8 février 2019 consid. 3.1 et les références citées). De manière générale, la séquestration est réalisée dès que la victime est concrètement privée de sa liberté de mouvement, même si les entraves imposées ne sont pas insurmontables (ATF 104 IV 170 in JdT 1979 IV 144). L'infraction est intentionnelle, le dol éventuel étant suffisant (M. DUPUIS / L. MOREILLON / C. PIGUET / S. BERGER / M. MAZOU / V. RODIGARI, op. cit., n. 36 ad art. 183). 2.4.2. L'art. 183 CP ne sera retenu, en plus de l'art. 189 et/ou 190 aCP, que si l'on discerne une atteinte à la liberté allant au-delà de ce qui est lié nécessairement à la commission de la contrainte sexuelle ou du viol ; l'auteur doit enlever la victime dans un premier temps ou la retenir après la commission de l'infraction (arrêt du Tribunal fédéral 6B_774/2015 du 22 mai 2015, consid. 5). 2.5. L'art. 90 LCR constitue la base légale pour réprimer la violation des règles de la circulation routière (ATF 100 IV 71 consid. 1). L'art. 90 al. 2 LCR sanctionne, au titre de délit, celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque. Pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D'un point de vue objectif, la violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR suppose que l'auteur ait mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; 142 IV 93 consid. 3.1 ; 131 IV 133 consid. 3.2). Subjectivement, l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, c'est-à-dire une faute grave et, en cas d'acte commis par négligence, à tout le moins une négligence grossière.”
Fortlaufende Dashcam-Aufnahmen ohne Einwilligung können als Eingriff in die Persönlichkeit gelten und sind in Fällen ohne Unfall oder Verletzung häufig als unzulässige Privatbeweise auszuschliessen. Nach der zitierten Rechtsprechung genügt die tatbestandsmässige Verletzung von Art. 90 Abs. 2 SVG allein nicht, um die Aufnahme wegen des öffentlichen Interesses als verwertbar zu erklären; die konkrete Gefährdungsintensität ist massgeblich für die Interessenabwägung.
“Cet enregistrement, sans discrimination de ce qui entrait dans le champ de vision de la caméra, n'était pas reconnaissable pour le recourant, de sorte qu'il constitue une atteinte à sa personnalité. En outre, vu l'infraction à l'art. 90 al. 2 LCR retenue par le Ministère public et l'absence d'accident ou de lésion à la suite des manœuvres reprochées, il n'y a pas lieu d'admettre de motif justificatif déduit de la pesée des intérêts en présence, ce d'autant plus que le plaignant a renoncé à sa qualité de partie plaignante et apparait plus comme un "justicier" de la route au sens de la jurisprudence du Tribunal fédéral que comme un lésé (cf. ATF 147 IV 16 consid. 3, 5 et 7); en outre, le prévenu n'a, a fortiori, pas donné son consentement avant sa réalisation. Aucun motif justificatif déduit de l'art. 13 al. 1 LPD n'étant réalisé en l'espèce, il convient de qualifier les prises de vue par la dashcam embarquée d'illicites. Conformément à la jurisprudence mentionnée, l'infraction reprochée (art. 90 al. 2 LCR) ne peut, de manière abstraite, être qualifiée de grave au sens de l'art. 141 al. 2 CPP de sorte à permettre l'exploitation d'un moyen de preuve (cf. ATF 147 IV 16; ATF 146 IV 226 consid. 4). Concrètement, l'intensité de la mise en danger et les manœuvres reprochées n'atteignent pas le niveau de gravité requis pour justifier l'exploitation du moyen de preuve. L'intérêt public à l'élucidation des faits ne prime pas l'intérêt privé du recourant à une administration des preuves conforme à la loi, respectivement à l'inexploitabilité d'enregistrements vidéo privés. Dans la mesure où l'enregistrement vidéo est inexploitable pour ce motif, il n'y a pas lieu d'examiner la question de savoir si les autorités de poursuite pénale auraient pu obtenir ce moyen de preuve légalement. L'inexploitabilité du moyen de preuve en cause au sens de l'art. 141 CPP étant manifeste, la Chambre de céans est fondée à le constater et ordonner le retrait du dossier. 3. Fondé, le recours sera ainsi admis et, partant, l'ordonnance querellée annulée.”
“Cet enregistrement, sans discrimination de ce qui entrait dans le champ de vision de la caméra, n'était pas reconnaissable pour le recourant, de sorte qu'il constitue une atteinte à sa personnalité. En outre, vu l'infraction à l'art. 90 al. 2 LCR retenue par le Ministère public et l'absence d'accident ou de lésion à la suite des manœuvres reprochées, il n'y a pas lieu d'admettre de motif justificatif déduit de la pesée des intérêts en présence, ce d'autant plus que le plaignant a renoncé à sa qualité de partie plaignante et apparait plus comme un "justicier" de la route au sens de la jurisprudence du Tribunal fédéral que comme un lésé (cf. ATF 147 IV 16 consid. 3, 5 et 7); en outre, le prévenu n'a, a fortiori, pas donné son consentement avant sa réalisation. Aucun motif justificatif déduit de l'art. 13 al. 1 LPD n'étant réalisé en l'espèce, il convient de qualifier les prises de vue par la dashcam embarquée d'illicites. Conformément à la jurisprudence mentionnée, l'infraction reprochée (art. 90 al. 2 LCR) ne peut, de manière abstraite, être qualifiée de grave au sens de l'art. 141 al. 2 CPP de sorte à permettre l'exploitation d'un moyen de preuve (cf. ATF 147 IV 16; ATF 146 IV 226 consid. 4). Concrètement, l'intensité de la mise en danger et les manœuvres reprochées n'atteignent pas le niveau de gravité requis pour justifier l'exploitation du moyen de preuve. L'intérêt public à l'élucidation des faits ne prime pas l'intérêt privé du recourant à une administration des preuves conforme à la loi, respectivement à l'inexploitabilité d'enregistrements vidéo privés. Dans la mesure où l'enregistrement vidéo est inexploitable pour ce motif, il n'y a pas lieu d'examiner la question de savoir si les autorités de poursuite pénale auraient pu obtenir ce moyen de preuve légalement. L'inexploitabilité du moyen de preuve en cause au sens de l'art. 141 CPP étant manifeste, la Chambre de céans est fondée à le constater et ordonner le retrait du dossier. 3. Fondé, le recours sera ainsi admis et, partant, l'ordonnance querellée annulée.”
“Dans un autre arrêt de principe tout aussi récent concernant la pesée des intérêts prévue par le CPP s'agissant de preuves recueillies par un particulier, le Tribunal fédéral a jugé que la notion d'infractions graves au sens de l'art. 141 al. 2 CPP devait être examinée au regard de la gravité de l'acte concret et de l'ensemble des circonstances qui l'entourent, et non abstraitement selon la peine menace de l'infraction en cause (ATF 147 IV 16 consid. 6; 147 IV 9 consid. 1.4.2 précisant la portée de l'ATF 146 IV 226 consid. 4). 2.4. En l'espèce, le conducteur, qui a dénoncé les faits, a lui-même expliqué que la caméra embarquée enregistrait en continu; ce dont il s'était d'ailleurs souvenu le soir des événements de cette caractéristique, et a extrait 9 minutes du film de l'ensemble de son trajet Lausanne-Genève. Cet enregistrement, sans discrimination de ce qui entrait dans le champ de vision de la caméra, n'était pas reconnaissable pour le recourant, de sorte qu'il constitue une atteinte à sa personnalité. En outre, vu l'infraction à l'art. 90 al. 2 LCR retenue par le Ministère public et l'absence d'accident ou de lésion à la suite des manœuvres reprochées, il n'y a pas lieu d'admettre de motif justificatif déduit de la pesée des intérêts en présence, ce d'autant plus que le plaignant a renoncé à sa qualité de partie plaignante et apparait plus comme un "justicier" de la route au sens de la jurisprudence du Tribunal fédéral que comme un lésé (cf. ATF 147 IV 16 consid. 3, 5 et 7); en outre, le prévenu n'a, a fortiori, pas donné son consentement avant sa réalisation. Aucun motif justificatif déduit de l'art. 13 al. 1 LPD n'étant réalisé en l'espèce, il convient de qualifier les prises de vue par la dashcam embarquée d'illicites. Conformément à la jurisprudence mentionnée, l'infraction reprochée (art. 90 al. 2 LCR) ne peut, de manière abstraite, être qualifiée de grave au sens de l'art. 141 al. 2 CPP de sorte à permettre l'exploitation d'un moyen de preuve (cf. ATF 147 IV 16; ATF 146 IV 226 consid. 4). Concrètement, l'intensité de la mise en danger et les manœuvres reprochées n'atteignent pas le niveau de gravité requis pour justifier l'exploitation du moyen de preuve.”
Bei Geschwindigkeitsvorschriften handelt es sich um grundlegende Verkehrsregeln; zeitlich oder örtlich vorübergehend herabgesetzte Höchstgeschwindigkeiten erfordern deshalb besondere Aufmerksamkeit. Das Übersehen entsprechender Signalisation entbindet nicht von der Strafbarkeit und kann als grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden.
“Bei den Vorschriften über die Geschwindigkeit handelt es sich deshalb um grundlegende Verkehrsregeln. Wer sie missachtet, gefährdet Leib und Leben anderer Verkehrsteilnehmenden. Fahrzeuglenkende haben den Geschwindigkeitsbegrenzungen deshalb besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Dies gilt auch für zeitlich und örtlich vorübergehend herabgesetzte Höchstgeschwindigkeiten, weil die anderen Verkehrsteilnehmenden auch auf deren Einhaltung vertrauen (Urteil des Bundesgerichts 1C_224/2010, 1C_238/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 4.4 mit Hinweisen). Selbst wenn der Beschwerdeführer die Geschwindigkeitsanzeige übersehen hätte, war sein Verhalten deshalb grobfahrlässig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_224/2010, 1C_238/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 4.5). Zusammengefasst ist sowohl aus objektiver als auch subjektiver Sicht von einer schweren Widerhandlung auszugehen. In damit übereinstimmender Weise wurde der Beschwerdeführer im Strafverfahren wegen einer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln hervorgerufenen oder in Kauf genommenen ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer nach Art. 90 Abs. 2 SVG rechtskräftig verurteilt (act. 8.6, S. 29 f.). Bei der in Art. 16c Abs. 2 Bst. e SVG vorgesehenen Fünfjahresfrist handelt es sich um eine Bewährungsfrist, die mit dem Ablauf des massgeblichen Ausweisentzugs bzw. der massgeblichen Aberkennung zu laufen beginnt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_83/2020 vom 13. Februar 2020 E. 4.3). Die am 8. Juli 2016 für die Dauer von 24 Monaten verfügte Führerausweisaberkennung wegen einer schweren Widerhandlung erfolgte gestützt auf Art. 16c Abs. 2 Bst. d SVG (act. 8.6, S. 9). Da die am 26. August 2021 begangene schwere Widerhandlung noch innerhalb von 5 Jahren nach Ablauf der Aberkennungsdauer (15. Juli 2018, act. 8.6, S.14 unten) begangen wurde, ist der Führerausweis des Beschwerdeführers gemäss Art. 16c Abs. 2 Bst. e SVG für immer (bzw. mindestens für 5 Jahre; Art. 17 Abs. 4 Satz 1 in Verbindung mit Art. 23 Abs. 3 SVG) abzuerkennen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_204/2017 vom 18. Juli 2017 E. 2.6). Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.”
“Ce faisant, elle était consciente qu'elle commettait déjà un important dépassement de vitesse dans une configuration des lieux pouvant impliquer la présence, notamment, de piétons ou d'ouvriers. Or, ces circonstances auraient dû l'inciter à redoubler de prudence (cf. arrêts du Tribunal fédéral 6B_672/2018 du 20 septembre 2018 consid. 1.2 et 6B_444/2016 du 3 avril 2017 consid. 1.3.2). Inattentive à la signalisation et à la présence de travaux, elle a, par une négligence grossière, à la limite du dol éventuel, adopté une vitesse excessive par rapport aux conditions de la route et fait fi des risques de danger qu'elle créait pour autrui. L'élément subjectif de l'infraction est donc également réalisé et l'appelante échoue à démontrer l'existences de circonstances particulières Partant, le verdict de culpabilité rendu à l'encontre de l'appelante du chef de violation grave des règles de la circulation routière, au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, sera confirmé. 4. 4.1. La violation grave des règles de la circulation routière est sanctionnée par une peine privative de liberté de trois ans au plus ou par une peine pécuniaire (art. 90 al. 2 LCR). 4.2. Selon l'art. 47 CP, le juge fixe la peine d'après la culpabilité de l'auteur. Il prend en considération les antécédents et la situation personnelle de ce dernier ainsi que l'effet de la peine sur son avenir (al. 1). La culpabilité est déterminée par la gravité de la lésion ou de la mise en danger du bien juridique concerné, par le caractère répréhensible de l'acte, par les motivations et les buts de l'auteur et par la mesure dans laquelle celui-ci aurait pu éviter la mise en danger ou la lésion, compte tenu de sa situation personnelle et des circonstances extérieures (al. 2). La culpabilité de l'auteur doit être évaluée en fonction de tous les éléments objectifs pertinents, qui ont trait à l'acte lui-même, à savoir notamment la gravité de la lésion, le caractère répréhensible de l'acte et son mode d'exécution. Du point de vue subjectif, sont pris en compte l'intensité de la volonté délictuelle ainsi que les motivations et les buts de l'auteur. À ces composantes de la culpabilité, il faut ajouter les facteurs liés à l'auteur lui-même, à savoir les antécédents (judiciaires et non judiciaires), la réputation, la situation personnelle (état de santé, âge, obligations familiales, situation professionnelle, risque de récidive, etc.”
Bei Abstandsfragen ist die erforderliche Distanz nicht numerisch festgelegt, sondern richtet sich nach den konkreten Verhältnissen (z. B. Fahrbahnbreite/-beschaffenheit, Verkehrsdichte und ‑zusammensetzung, eigene und fremde Geschwindigkeit, Sicht). Mess- bzw. Bildnachdaten (z. B. Videoauswertung, METAS‑Gutachten) können als Beweismittel dienen; ihre Verwertbarkeit ist jedoch nicht per se gegeben und kann im Einzelfall zu prüfen sein.
“Rechtliche Grundlagen Vorab kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zur Strassenverkehrsgesetzgebung sowie zur einfachen Verkehrsregelverletzung verwiesen werden (pag. 181 f., S. 16 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Der guten Ordnung halber sind folgende Ergänzungen bzw. Wiederholungen angezeigt: Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich schuldig, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollzugsvorschriften des Bundesrates verletzt. Während sich Art. 34 Abs. 1 SVG mit dem Abstand zu den Fahrbahnrändern oder zur Fahrbahnmitte befasst, beschlägt Art. 34 Abs. 4 SVG den Abstand zu anderen Strassenbenützern. Es muss ein gegenüber allen Strassenbenützern «ausreichender» Abstand gewahrt werden, sodass die anderen Strassenbenützer weder gefährdet noch behindert werden. Vier mögliche Konstellationen sind im Gesetz bereits genannt: Das Neben- und das Hintereinanderfahren sowie das Überholen und das Kreuzen. Dem Sinn nach muss die Abstandsregel aber darüber hinausgehend bei jedem Vorbeifahren gelten, wobei die Ausführungen zu den vier beispielhaft genannten Konstellationen sinngemäss auf den jeweiligen Einzelfall zu übertragen sind (Maeder, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N. 46 f. zu Art. 34 SVG). Wie gross der seitliche Abstand jeweils sein muss, ist nicht in Zahlen auszudrücken, sondern hängt von den örtlichen Verhältnissen, der Fahrbahnbreite und -beschaffenheit, der Dichte und der Zusammensetzung des Verkehrs, der eigenen und der fremden Geschwindigkeit sowie den Sichtverhältnissen ab (Giger, in: Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 8.”
“Der Berufungskläger folgte mit seinem Personenwagen über eine Strecke von rund 900 Metern mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h einem anderen Personenwagen mit einem Abstand von geschätzt «rund einer Wagenlänge». Es steht ausser Frage, dass der Abstand somit ungenügend war und das Verhalten des Berufungsklägers zumindest eine einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG darstellte. Nach der Berechnung der Kantonspolizei aufgrund des (nicht verwertbaren) Standbildes betrug der Abstand des Berufungsklägers zum vorderen Fahrzeug 0,59 Sekunden (Akten S. 32) und damit nur knapp weniger als die Richtschnur von 0,6 Sekunden. Ohne Verwertung des genannten Standbildes lässt sich nicht nachweisen, dass der Abstand weniger als 0,6 Sekunden betrug. Eine grobe Verkehrsregelverletzung kann dem Berufungskläger somit nicht nachgewiesen werden. Er ist daher der einfachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG und 12 Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen.”
“19.14 Uhr, lenkte der Beschwerdeführer seinen Personenwagen mit dem Kennzeichen "01" auf der Autobahn A51, Fahrbahn Schaffhausen. Eine Streife der Kantonspolizei Zürich stellte fest, dass der Beschwerdeführer zum vorausfahrenden Fahrzeug nur einen ungenügenden Abstand einhielt. Sie dokumentierte dieses Fahrverhalten über eine Distanz vom über 1'000 m auf Video. Gemäss einem Kurzgutachten des Eidgenössischen Instituts für Metrologie (METAS) vom 21. April 2020 (in der Folge: METAS-Gutachten), welches das Video auswertete, hielt der Beschwerdeführer bei einer Fahrgeschwindigkeit von durchschnittlich 84,1 km/h (+/– 1,3 km/h) während 41 Sekunden lediglich einen durchschnittlichen Abstand von 0,68 Sekunden bzw. 15,8 m zum vorausfahrenden Fahrzeug ein. Der minimale Abstand betrug höchstens 0,5 Sekunden bzw. 11,2 m. 2.2 Gestützt darauf wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 8. Juli 2020 wegen einer Verletzung der Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG, schuldig befunden und mit einer Busse von Fr. 180.- bestraft. Der Strafbefehl erwuchs (unangefochten) in Rechtskraft. Gestützt auf diese Grundlage entzog die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am 21. September 2020 aufgrund einer mittelschweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG den Führerschein gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG für die Dauer von einem Monat. 3. 3.1 Der Untersuchungsgrundsatz (§ 7 Abs. 1 VRG) verpflichtet die Behörde von Amtes wegen dazu, für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Wie die Vorinstanz in ihrem Entscheid zutreffend ausführte, darf die für den Führerausweisentzug zuständige Verwaltungsbehörde grundsätzlich nicht von den Tatsachenfeststellungen des rechtskräftigen Strafentscheids abweichen. Eine Abweichung ist nur dann zulässig, wenn die Behörde ihrem Entscheid Tatsachen zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung zu einem anderen Entscheid führt, oder wenn der Strafrichter nicht alle sich mit dem Sachverhalt stellenden Rechtsfragen abgeklärt hat (BGr, 20.”
Für die Verfolgung wegen Verkehrsregelverletzung ist grundsätzlich eine ausdrückliche Strafanzeige oder ein Antrag auf sachliche Ausdehnung an die Staatsanwaltschaft erforderlich; ohne dies fehlt die Legitimation/ist der Streitgegenstand nicht eröffnet.
“Hinzu komme, dass mit der angefochtenen Verfügung einzig das Verfahren hinsichtlich der fahrlässigen Körperverletzung eingestellt werde, weshalb die Anträge bezüglich Verkehrsregelverletzung über den Streitgegenstand hinausgingen. 2.3.3 Die Beschwerdeführerin äussert sich nicht ansatzweise zur Beschwerdelegitimation bezüglich Verkehrsregelverletzung. Es ist daher auf diesen Teil der Beschwerde nicht einzutreten, zumal die Beschwerdelegitimation nicht offensichtlich zu bejahen ist. Auch ist es nicht an der Beschwerdekammer in Strafsachen, hinsichtlich einer möglichen Verkehrsregelverletzung erstmalig eine rechtliche Qualifikation vorzunehmen, um daraus auf das bzw. die geschützten Rechtsgüter zu schliessen. 2.3.4 Was den Streitgegenstand anbelangt, ist das Folgende anzumerken: Verkehrsregeln stellen bei fahrlässigen Verletzungsdelikten im Strassenverkehr regelmässig die verletzte Sorgfaltspflicht dar. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass jedes Strafverfahren aufgrund eines solchen Delikts ohne Weiteres auch auf Verfolgung einer Verkehrsregelverletzung i.S.v. 90 SVG gerichtet ist. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, Strafanzeige bezüglich Art. 90 SVG eingereicht zu haben. Entsprechend hätte sie einen Antrag auf sachliche Ausdehnung an die Staatsanwaltschaft stellen müssen. Da sich die Rügen der Verletzung der Untersuchungsmaxime auf die Verkehrsregelverletzung beziehen, ist darauf ebenfalls nicht einzutreten. 2.4 Auf die Sache ist nach dem Gesagten nur hinsichtlich der fahrlässigen Körperverletzung einzutreten. 3. Der angefochtenen Verfügung lässt sich folgender”
“Was den Streitgegenstand anbelangt, ist das Folgende anzumerken: Verkehrsregeln stellen bei fahrlässigen Verletzungsdelikten im Strassenverkehr regelmässig die verletzte Sorgfaltspflicht dar. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass jedes Strafverfahren aufgrund eines solchen Delikts ohne Weiteres auch auf Verfolgung einer Verkehrsregelverletzung i.S.v. 90 SVG gerichtet ist. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, Strafanzeige bezüglich Art. 90 SVG eingereicht zu haben. Entsprechend hätte sie einen Antrag auf sachliche Ausdehnung an die Staatsanwaltschaft stellen müssen. Da sich die Rügen der Verletzung der Untersuchungsmaxime auf die Verkehrsregelverletzung beziehen, ist darauf ebenfalls nicht einzutreten.”
“Was den Streitgegenstand anbelangt, ist das Folgende anzumerken: Verkehrsregeln stellen bei fahrlässigen Verletzungsdelikten im Strassenverkehr regelmässig die verletzte Sorgfaltspflicht dar. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass jedes Strafverfahren aufgrund eines solchen Delikts ohne Weiteres auch auf Verfolgung einer Verkehrsregelverletzung i.S.v. 90 SVG gerichtet ist. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, Strafanzeige bezüglich Art. 90 SVG eingereicht zu haben. Entsprechend hätte sie einen Antrag auf sachliche Ausdehnung an die Staatsanwaltschaft stellen müssen. Da sich die Rügen der Verletzung der Untersuchungsmaxime auf die Verkehrsregelverletzung beziehen, ist darauf ebenfalls nicht einzutreten.”
Beim Rückwärtsfahren kann das sicheres Abwarten – etwa bis die Rückfahrkamera funktioniert – geboten sein; das Vorwärts- bzw. Rückwärtsmanövrieren trotz mangelhafter Sicht und bei Anzeichen für Fussgängerverkehr kann eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln und damit eine ernstliche Gefahr i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG begründen. Bei der Strafzumessung können Umstände wie arbeitsbedingter Zeitdruck, Geständnis, nachträgliche finanzielle Wiedergutmachung und das Verhalten unmittelbar nach dem Unfall strafmildernd zu berücksichtigen sein.
“A cela s’ajoute que la fin du trottoir se situait juste avant l'endroit où la manœuvre a été effectuée et que cet élément devait laisser présager la présence de piétons qui ne pouvaient pas passer à un autre endroit. En s'engageant avant que sa caméra de recul ne soit enclenchée et malgré le manque de visibilité à l'arrière de son véhicule, l'appelant a compté sur le fait qu'il n'y aurait personne ou qu'il appartenait aux autres usagers de libérer le passage, ce qui dénote un manque particulier de scrupule, d'autant qu'il lui suffisait d'attendre quelques secondes pour avoir l'usage de sa caméra de recul puisque celle-ci s’est enclenchée peu après le choc et a permis à l’appelant de voir la victime à terre. On soulignera encore que l'appelant aurait pu se parquer dans l'autre sens, de telle sorte qu'il effectue sa marche arrière en arrivant pour minimiser les risques pour les tiers. Au vu de ces éléments, c'est à bon droit que le premier juge a retenu la violation grave d'une règle de circulation routière au sens de l’art. 90 al. 2 LCR, soit d’avoir créé un sérieux danger pour la sécurité d’autrui ou en avoir pris le risque en enfreignant les dispositions des art. 3 al. 1 et 17 al. 1 OCR. 5. L’appelant, qui conclut à son acquittement, ne conteste pas en tant que telle la peine prononcée à son encontre. Celle-ci doit néanmoins être examinée d’office. Au vu de l’ensemble des éléments, la culpabilité de l’appelant peut être qualifiée de légère. En effet, si l'empressement de celui-ci à effectuer sa manœuvre était répréhensible, il était le résultat des exigences de l'employeur. Pour le surplus, il y a lieu de retenir que l'appelant a reconnu les faits et a pris des engagements financiers auprès de la victime. Son comportement après l’accident, notamment les premiers gestes de l’appelant, a été approprié et X.________ a manifestement été affecté par l'accident. Toutefois, la peine de 45 jours-amende prononcée en première instance apparaît adéquate pour sanctionner le comportement de l’appelant, étant souligné que cette peine aurait été indubitablement trop clémente si une culpabilité moyenne avait dû être retenue.”
Konsequenzen bei Einstellung/Verfahrensabschluss: Einstellung des Strafverfahrens (z.B. wegen fahrlässiger Körperverletzung) bedeutet nicht automatisch Verfolgung nach Art.90; eine Art.90-Verfolgung/Antrag muss gesondert gestellt werden; gleichwohl kann bei nachgewiesenem Verkehrsverstoss trotz strafbefreiendem Abschluss Verfahrenskostenauferlegung möglich sein.
“Hinzu komme, dass mit der angefochtenen Verfügung einzig das Verfahren hinsichtlich der fahrlässigen Körperverletzung eingestellt werde, weshalb die Anträge bezüglich Verkehrsregelverletzung über den Streitgegenstand hinausgingen. 2.3.3 Die Beschwerdeführerin äussert sich nicht ansatzweise zur Beschwerdelegitimation bezüglich Verkehrsregelverletzung. Es ist daher auf diesen Teil der Beschwerde nicht einzutreten, zumal die Beschwerdelegitimation nicht offensichtlich zu bejahen ist. Auch ist es nicht an der Beschwerdekammer in Strafsachen, hinsichtlich einer möglichen Verkehrsregelverletzung erstmalig eine rechtliche Qualifikation vorzunehmen, um daraus auf das bzw. die geschützten Rechtsgüter zu schliessen. 2.3.4 Was den Streitgegenstand anbelangt, ist das Folgende anzumerken: Verkehrsregeln stellen bei fahrlässigen Verletzungsdelikten im Strassenverkehr regelmässig die verletzte Sorgfaltspflicht dar. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass jedes Strafverfahren aufgrund eines solchen Delikts ohne Weiteres auch auf Verfolgung einer Verkehrsregelverletzung i.S.v. 90 SVG gerichtet ist. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, Strafanzeige bezüglich Art. 90 SVG eingereicht zu haben. Entsprechend hätte sie einen Antrag auf sachliche Ausdehnung an die Staatsanwaltschaft stellen müssen. Da sich die Rügen der Verletzung der Untersuchungsmaxime auf die Verkehrsregelverletzung beziehen, ist darauf ebenfalls nicht einzutreten. 2.4 Auf die Sache ist nach dem Gesagten nur hinsichtlich der fahrlässigen Körperverletzung einzutreten. 3. Der angefochtenen Verfügung lässt sich folgender”
“Hinzu komme, dass mit der angefochtenen Verfügung einzig das Verfahren hinsichtlich der fahrlässigen Körperverletzung eingestellt werde, weshalb die Anträge bezüglich Verkehrsregelverletzung über den Streitgegenstand hinausgingen. 2.3.3 Die Beschwerdeführerin äussert sich nicht ansatzweise zur Beschwerdelegitimation bezüglich Verkehrsregelverletzung. Es ist daher auf diesen Teil der Beschwerde nicht einzutreten, zumal die Beschwerdelegitimation nicht offensichtlich zu bejahen ist. Auch ist es nicht an der Beschwerdekammer in Strafsachen, hinsichtlich einer möglichen Verkehrsregelverletzung erstmalig eine rechtliche Qualifikation vorzunehmen, um daraus auf das bzw. die geschützten Rechtsgüter zu schliessen. 2.3.4 Was den Streitgegenstand anbelangt, ist das Folgende anzumerken: Verkehrsregeln stellen bei fahrlässigen Verletzungsdelikten im Strassenverkehr regelmässig die verletzte Sorgfaltspflicht dar. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass jedes Strafverfahren aufgrund eines solchen Delikts ohne Weiteres auch auf Verfolgung einer Verkehrsregelverletzung i.S.v. 90 SVG gerichtet ist. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, Strafanzeige bezüglich Art. 90 SVG eingereicht zu haben. Entsprechend hätte sie einen Antrag auf sachliche Ausdehnung an die Staatsanwaltschaft stellen müssen. Da sich die Rügen der Verletzung der Untersuchungsmaxime auf die Verkehrsregelverletzung beziehen, ist darauf ebenfalls nicht einzutreten. 2.4 Auf die Sache ist nach dem Gesagten nur hinsichtlich der fahrlässigen Körperverletzung einzutreten. 3. Der angefochtenen Verfügung lässt sich folgender”
“Chacun est tenu de se conformer aux signaux et aux marques ainsi qu’aux ordres de la police. Les signaux et les marques priment les règles générales; les ordres de la police ont le pas sur les règles générales, les signaux et les marques (art. 27 al. 1 LCR). 2.5. En l'espèce, le recourant a admis qu'en suivant, au volant de sa voiture de service banalisée, le motard pour l'admonester, il n'avait pas respecté plusieurs signaux et marques régulant la circulation routière. Il n'a pas contesté, au demeurant, l'absence d'urgence liée à sa fonction. S'il est libéré de ces faits sur le plan pénal, il le doit, en partie, à un changement de législation en sa faveur et, au surplus, à la prescription. Or, ces motifs de classement, en particulier la prescription, soulèvent la question de la faute permettant, cas échéant, d'imputer les frais de la procédure au prévenu acquitté. Le Ministère public s'appuie, in casu, sur l'art. 27 al. 1 LCR, soit la même norme de comportement qui, en lien avec l'art. 90 LCR, fondait le reproche pénal qui pesait sur le recourant. Cela ne constitue toutefois pas pour autant une violation de la présomption d'innocence. En matière de circulation routière, le système de répression cumule la procédure pénale et administrative, sans heurter le principe ne bis in idem (ATF 137 I 363 consid. 2.3; arrêt du Tribunal fédéral 1C_140/2019 du 29 mars 2019 consid. 3). Ainsi, les mêmes faits peuvent entrainer des sanctions tant pénales (via l'art. 91 LCR) qu'administratives (via les art. 16 ss LCR), sur la base de la même règle de la circulation (art. 26 ss LCR). Ainsi, le classement d'une procédure pénale pour une violation de l'une des dispositions de la LCR n'empêche pas, si le comportement contraire à celles-ci est avéré, de condamner le prévenu aux frais de la procédure (cf. arrêts du Tribunal fédéral 7B_18/2023 du 24 août 2023 consid. 3.5 et 3.6, 6B_256/2016 du 20 juin 2016 consid. 3.2; AARP/44/2022 du 21 février 2022 consid. 5.5.1 non remis en cause dans l'arrêt du Tribunal fédéral 6B_619/2022 du 8 février 2023).”
Der Strafrahmen nach Art. 90 Abs. 2 SVG reicht nach der Rechtsprechung von 3 Tagessätzen Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Bei der Wahl der Strafart sind Zweckmässigkeit, präventive Wirkung und die Auswirkungen auf den Täter und sein Umfeld zu berücksichtigen; grundsätzlich ist bei alternativ zur Verfügung stehenden, hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen die weniger freiheitsentziehende zu wählen. In leichten und mittleren Fällen sowie bei geringem Verschulden kommt daher in der Regel die Geldstrafe, häufig im Rahmen unterhalb von 180 Tagessätzen, als mildere und zweckmässige Sanktion in Betracht.
“Strafart und Strafrahmen Die grobe Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG stellt ein Vergehen nach Art. 10 Abs. 3 StGB dar und wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe sanktioniert. Der Strafrahmen reicht im vorliegenden Fall somit von 3 Tagen (Art. 40 Abs. 1 StGB) bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe. Wie noch zu zeigen sein wird, liegt die vorliegend auszusprechende Strafe deutlich unterhalb von 180 Strafeinheiten, womit eine Geldstrafe auszufällen ist (Art. 34 Abs. 1 StGB). Es sind vorliegend keine Gründe ersichtlich, welche ein Verlassen des ordentlichen Strafrahmens gebieten würden. Für die Widerhandlung gegen die Verkehrsregelverordnung ist gestützt auf Art. 96 VRV i.V.m. Art. 103 Abs. 1 SVG eine Busse auszusprechen.”
“Ackermann, Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Aufl. 2019, N. 24 zu Art. 49 StGB). Eine vorsätzliche Tötung wird gemäss Art. 111 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren und bis zu 20 Jahren bestraft. Als Strafmilderungsgrund ist die versuchte Tatbegehung (Art. 22 Abs. 1 StGB) zu berücksichtigen. Mildert das Gericht die Strafe, so ist es nicht an die angedrohte Mindeststrafe gebunden und kann auch auf eine andere als die angedrohte Strafart erkennen, wobei es an das gesetzliche Höchst- und Mindestmass der Strafart gebunden ist (Art. 48a StGB). Als zusätzliche aussergewöhnliche Umstände sind vorliegend zudem die achtenswerten Beweggründe (Art. 48 Bst. a Ziff. 1 StGB) sowie die schwere Bedrängnis (Art. 48 Bst. a Ziff. 2 StGB) zu berücksichtigen. Aufgrund der konkreten Tatumstände rechtfertigt sich vorliegend ein Unterschreiten der angedrohten Mindeststrafe (Art. 48a Abs. 1 StGB; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1363/2019 vom 19. November 2020 E. 2.3.2.). Eine grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG kann mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren sanktioniert werden. Der konkrete Strafrahmen beträgt somit drei Tagessätze Geldstrafe bis drei Jahre Freiheitsstrafe. Aufgrund des konkreten Verschuldens kommt vorliegend nur eine Strafe in Frage, welche unter 180 Strafeinheiten zu liegen kommt. Die Geldstrafe geht der Freiheitsstrafe grundsätzlich vor (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1). Der Beschuldigte hat keine Vorstrafen (pag. 1795). Das im Urteilszeitpunkt hängige Strafverfahren wegen Drohung wird aufgrund der Unschuldsvermutung nicht berücksichtigt. Somit ist von einem intakten Leumund auszugehen. Es sind keine Gründe ersichtlich, vom gesetzlich vorgesehenen Primat der Geldstrafe abzuweichen (Art. 41 Abs. 1 StGB). Die Strafe ist daher als Geldstrafe auszusprechen. Aufgrund der Ungleichartigkeit der Strafen kommt das Asperationsprinzip nicht zur Anwendung.”
“Grundsätze der Strafzumessung Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB wiederholt dargelegt (BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; 136 IV 55 E. 5.4 ff.). Darauf kann verwiesen werden. Die grobe Verletzung von Verkehrsregeln sieht einen Strafrahmen von Freiheits- strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor (Art. 90 Abs. 2 SVG). Es gibt vorlie- gend keine Gründe, die dafürsprechen würden, statt einer Geldstrafe eine Frei- heitsstrafe auszusprechen (vgl. Art. 47 und Art. 41 StGB; BGE 147 IV 241 E. 3).”
“50 StGB hat das Gericht die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung festzuhalten und seine Überlegungen in den Grundzügen wiederzugeben, sodass die Strafzumessung nachvollziehbar ist (BGE 144 IV 313 E. 1.2; 134 IV 17 E. 2.1; je mit Hinweisen). Bei der Wahl der Strafart trägt das Gericht nebst dem Verschulden der Zweckmässigkeit der Strafe, ihren Auswirkungen auf die Täterschaft und auf ihr soziales Umfeld sowie ihrer Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention Rechnung (BGE 147 IV 241 E. 3.2; 144 IV 313 E. 1.1.1; je mit Hinweisen). Bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen soll im Regelfall jene gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; 138 IV 120 E. 5.2; BGer 6B_244/2021 vom 17. April 2023 E. 5.3.3; je mit Hinweisen). Strafe für die grobe Verkehrsregelverletzung durch Rechtsüberholen auf der Autobahn Strafrahmen und Strafart Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird, wer sich der groben Verkehrsregelverletzung schuldig macht, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Strafrahmen erstreckt sich somit von drei Tagessätzen Geldstrafe (Art. 34 Abs. 1 StGB) bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Aussergewöhnliche Umstände, derentwegen dieser ordentliche Strafrahmen zu verlassen wäre (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.5), liegen keine vor. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, wiegt das Verschulden des Beschuldigten insgesamt leicht. Auch mit Blick auf die präventive Effizienz der Strafe sind keine Gründe ersichtlich, um auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen. Eine Geldstrafe erweist sich als zweckmässig und ausreichend. Tatkomponenten Objektive Tatschwere Die Verkehrsregeln bzw. die Strafbestimmungen von Art. 90 SVG schützen in erster Linie den reibungslosen Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen. Mittelbar geschützt sind zudem Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen (BGE 138 IV 258 E.”
Missachtungen von Vorschriftssignalen (etwa das Missachten eines Verbotssignals für Motorfahrzeuge) sowie Verhaltensweisen wie das Loslassen der Lenkvorrichtung können als einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG geahndet werden.
“________(Ortschaft) auf der AB.________(Strasse) mit einem Motorrad das Verbotssignal für Motorfahrzeuge missachtet. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 27 Abs. 1 SVG, welche durch Art. 19 Abs. 1 Bst. a und b i.V.m. Abs. 2 SSV (Vorschriftssignal 2.13 gemäss Anhang 2 zur SSV) konkretisiert wird, zuwider. Eine Nichtbeachtung dieses Vorschriftssignals stellt eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG dar. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft) auf der AB.________(Strasse), durch Missachten des Verbotssignals für Motorfahrzeuge schuldig zu sprechen. 13. Vorwurf des Loslassens der Lenkvorrichtung 13.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.7. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft), X.________(Strasse), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ liess als Lenker eines Motorrades während ca. 150 Meter mit beiden Händen die Lenkvorrichtung los. 13.2 Beweismittel Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1150). Ergänzend zu den von der Vorinstanz genannten Beweismitteln liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung vor. Auf eine Zusammenfassung dieser Aussagen wird verzichtet und es wird, soweit relevant, direkt im Rahmen der Beweiswürdigung darauf eingegangen. 13.3 Beweiswürdigung und Beweisergebnis der Vorinstanz Für die Erwägungen der Vorinstanz kann auf Ziffer II.11.3 vorne verwiesen werden. Die Vorinstanz kam beweiswürdigend zum Schluss, dass auf den Sachverhalt gemäss Anklageschrift abzustellen ist (S.”
Bei ungleichmässiger Sicht und dichter Verkehrslage muss ein konkretes, unmittelbar drohendes Gefährdungspotential vorliegen (nicht nur abstrakte Möglichkeit).
“Mais une négligence grossière peut également exister lorsque, contrairement à ses devoirs, l'auteur ne prend absolument pas en compte le fait qu'il met en danger les autres usagers, en d'autres termes s'il se rend coupable d'une négligence inconsciente. Dans de tels cas, une négligence grossière ne peut être admise que si l'absence de prise de conscience du danger créé pour autrui repose elle-même sur une absence de scrupules (ATF 131 IV 133 cons. 3.2). Plus la violation de la règle de la circulation est objectivement grave, plus on admettra l'existence d'une absence de scrupule, sauf indice particulier permettant de retenir le contraire (ATF 142 IV 93 cons. 3.1 ; arrêt du TF du 12.07.2023 [6B_254/2023] cons. 4.2). S’agissant de la création d’un danger sérieux, la jurisprudence retient que le danger doit viser autrui, soit n’importe quelle personne qui n’est pas l’auteur ; une simple possibilité abstraite de danger ne suffit pas, mais il faut qu’au regard des circonstances telles que la densité de circulation, les conditions météorologiques, la configuration des lieux, la visibilité, la possibilité de survenance d’une lésion ou d’un danger concret apparaisse imminente (Bussy/Rusconi et al., op. cit., n. 4.5 ad art. 90 LCR, avec les références). c) En l’espèce, l’appelant circulait aux alentours de 16h00 entre X.________ et Y.________, par le col de W.________, en raison de la fermeture du tunnel. Ce tronçon est limité, entre X.________ et W.________, à 80 km/h, puis à 60 km/h, respectivement 40 km/h au niveau du col de W.________, puis à nouveau à 80 km/h jusqu’à V.________. La visibilité n’est pas uniforme sur l’ensemble du parcours. Si elle peut s’étendre sur plusieurs dizaines de mètres au niveau du lieu-dit « [bbb] », elle apparait plus limitée en d’autres endroits, du fait de la configuration variable du tronçon (notamment entre le lieu-dit « [bbb] » et le col de W.________, où la route est un peu plus sinueuse et la végétation plus dense). Une voie de dépassement existe à intervalle régulier, souvent en alternance avec le sens de circulation opposé. Hormis les déclarations du gendarme, qui précise que la circulation « était assez dense, surtout dans les heures de pointes », il n’existe aucune précision s’agissant des conditions de route et des conditions météorologiques au moment des faits (pluie ; humidité).”
Das Vorhandensein automatischer Brems‑ oder Abstandssysteme entbindet den Lenker nicht von der Pflicht, einen ausreichenden Abstand zu halten. Solche Systeme befreien den Lenker nach der zitierten Rechtsprechung nicht von strafrechtlicher Verantwortung; der Lenker bleibt insbesondere verpflichtet, besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen und den Abstand entsprechend zu vergrössern, damit eine plötzliche Geschwindigkeitsänderung des Vorausfahrenden rechtzeitig bewältigt werden kann.
“Auch wenn das Auto des Berufungsklägers mit einem automatischen (akustischen) Brems(warn)system ausgestattet gewesen sein sollte, entlastet ihn dies nicht. Der Lenker eines Fahrzeugs bleibt wie dargelegt auch in diesem Fall für die Einhaltung eines ausreichenden Abstands verantwortlich (vgl. oben E. 3.2.2), der vorliegend in einer augenfälligen Weise nicht eingehalten wurde. Irrelevant ist auch, dass der Lenker des vorderen Fahrzeugs nicht durchwegs mit gleichbleibender Geschwindigkeit fuhr. Eine solche Fahrweise ist im Fliessverkehr normal und entbindet den nachfolgenden Fahrzeuglenker nicht etwa von seiner Pflicht, den erforderlichen Abstand einzuhalten, sondern verpflichtet ihn im Gegenteil dazu, besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen und einen umso grösseren Abstand herzustellen, um auf eine plötzliche Veränderung der Geschwindigkeit rechtzeitig und adäquat reagieren zu können. Zusammengefasst begründete das Fahrverhalten des Berufungsklägers damit eine erhöhte abstrakte Gefahr und ist dieses objektiv folglich als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren.”
“Auch wenn das Auto des Berufungsklägers mit einem automatischen (akustischen) Brems(warn)system ausgestattet gewesen sein sollte, entlastet ihn dies nicht. Der Lenker eines Fahrzeugs bleibt wie dargelegt auch in diesem Fall für die Einhaltung eines ausreichenden Abstands verantwortlich (vgl. oben E. 3.2.2), der vorliegend in einer augenfälligen Weise nicht eingehalten wurde. Irrelevant ist auch, dass der Lenker des vorderen Fahrzeugs nicht durchwegs mit gleichbleibender Geschwindigkeit fuhr. Eine solche Fahrweise ist im Fliessverkehr normal und entbindet den nachfolgenden Fahrzeuglenker nicht etwa von seiner Pflicht, den erforderlichen Abstand einzuhalten, sondern verpflichtet ihn im Gegenteil dazu, besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen und einen umso grösseren Abstand herzustellen, um auf eine plötzliche Veränderung der Geschwindigkeit rechtzeitig und adäquat reagieren zu können. Zusammengefasst begründete das Fahrverhalten des Berufungsklägers damit eine erhöhte abstrakte Gefahr und ist dieses objektiv folglich als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren.”
Das Überschreiten einer durchgezogenen Linie und anschliessendes Einscheren auf eine Busspur kann als Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG gewertet werden (vgl. entsch. Sachverhalt).
“Par ordonnance pénale du 20 avril 2021 (OPMP/3732/2021), le Ministère public a reconnu A______ coupable d'injure (art. 177 al. 1 CP) et de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) pour les faits précités et l'a condamné aux frais de la procédure. e. Par courrier du 6 mai 2021, A______ s'y est opposé. f. Lors de l'audience du 17 août 2021 par-devant le Ministère public, C______ a, d'abord, confirmé "sa" plainte contre A______, puis, à la fin de l'audience, souhaitant "faire un geste", l'a "retirée". g. Lors de ladite audience, A______ a confirmé son opposition et ses déclarations précédentes. h. À la suite de l'avis de prochaine clôture du Ministère public l'informant notamment que, s'agissant de l'injure, une ordonnance de classement partiel serait rendue, A______ a requis une indemnisation à hauteur de CHF 1'400.-, correspondant à 4 heures d'activité de collaborateur. i. Parallèlement à l'ordonnance querellée, le Ministère public a, par ordonnance pénale, reconnu A______ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), pour avoir franchi la ligne continue et s'être rabattu sur la voie réservée au bus, et l'a notamment condamné aux frais de la procédure. C. Dans sa décision querellée, le Ministère public retient l'existence d'un empêchement de procéder, dans la mesure où l'infraction d'injure était poursuivie sur plainte et que C______ avait retiré la sienne. Toutefois, les frais de la procédure devaient être mis à la charge de A______ puisqu'il avait eu un comportement fautif et contraire à la norme de comportement prescrite à l'art. 28 CC en portant atteinte à l'honneur de C______, qui avait décidé de faire un geste en retirant sa plainte. Le Ministère public était néanmoins convaincu que le geste avait été réalisé par le prévenu. Pour les mêmes motifs, aucune indemnité n'était accordée à ce dernier. D. a. Dans son recours, A______ explique, en substance, qu'il existait dès le départ un empêchement de procéder, aucune plainte n'ayant été déposée par le lésé. Les frais engendrés par la poursuite, ce nonobstant, l'instruction ne pouvaient ainsi être mis à sa charge.”
Überschreitungen der in der Rechtsprechung genannten Schwellenwerte (zumindest 35 km/h auf Autobahnen, 30 km/h ausserhalb von Ortschaften, 25 km/h in Ortschaften) werden regelmässig als Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 angesehen. Liegt die Überschreitung knapp unter diesen Werten, sind die konkreten Umstände des Einzelfalls zusätzlich zu prüfen.
“Selon une jurisprudence constante du Tribunal fédéral, tout excès de vitesse remplit les conditions objectives et subjectives de l’art. 90 al. 2 LCR, et ce nonobstant les circonstances particulières du cas, dès lors que le dépassement atteint au moins 35 km/h sur les autoroutes, 30 km/h sur routes en dehors des localités ou 25 km/h sur les routes en localités (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_772/2010 du 9 décembre 2010 consid. 2.4 ; ATF 132 II 234 consid. 3 ; ATF 128 II 131 consid. 2a). Cette dernière valeur limite est aussi valable pour les tronçons limités à 60 km/h en localités. Le schématisme de la jurisprudence ne dispense pas les autorités appliquant le droit de prendre en considération les circonstances exceptionnelles concrètes du cas d’espèce qui permettraient d’exclure l’une des conditions d’application de l’art. 90 al. 2 LCR (Philippe Weissenberger, in: Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2011, n° 53 ad art. 90 LCR ; voir aussi Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, n° 68 ad art. 90 LCR). Dans son arrêt 6B_772/2010 du 9 décembre 2010, le Tribunal fédéral a précisé que si le dépassement de vitesse n’est que légèrement inférieur aux valeurs limites pour lesquelles la jurisprudence a admis qu’une mise en danger sérieuse des autres usagers de la route est régulièrement réalisée, il convient alors d’examiner également les circonstances concrètes du cas pour décider si c’est l’art.”
Bestimmte Überhol- und Fahrmanöver können die erforderliche Nähe der Verwirklichung einer ernstlichen Gefahr im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG erhöhen. Dazu zählen insbesondere Überholen auf Strecken ohne Richtungstrennung, Rechtsüberholen (insbesondere auf Autobahnen), waghalsiges Überholen sowie das Vorbeifahren auf dem Pannenstreifen in Situationen, in denen dadurch gegen Überhol- oder Pannenstreifenregelungen verstossen wird. Solche Manöver begründen unter den in der Rechtsprechung genannten Umständen eine erhöhte abstrakte Gefährdung und können die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung fördern.
“Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Ver- - 24 - kehrssicherheit ernsthaft gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefähr- dung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung ei- ner Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.1; je mit Hinwei- sen). Da der Überholende bei Strassen ohne Richtungstrennung – wie vorliegend – auch dem Gegenverkehr zugedachte Verkehrsflächen benutzt, zählt das Überholen zu den gefährlichsten Fahrmanövern.”
“Der Beschuldigte nahm den Lieferwagen erst wahr, als ihm das Gestikulieren des Lieferwagenfahrers, E.________, auffiel. Während rund 100 Metern fuhren die beiden Fahrzeuge im Schritttempo nebeneinander her. Dabei begann E.________, mit seiner Lieferwagenkomposition nach rechts zu ziehen und er drängte das Fahrzeug des Beschuldigten dadurch gegen rechts ab. Um auszuweichen, befuhr der Beschuldigte mit mindestens zwei Rädern den Pannenstreifen. Anstatt dort anzuhalten bzw. abzubremsen, beschleunigte er und fuhr über eine Strecke von rund 50 Metern auf dem Pannenstreifen weiter und am Lieferwagen vorbei. Von dort aus wollte er wieder vollständig auf die Normalspur einbiegen und zog leicht nach links, wobei es zur Kollision mit dem Lieferwagen von E.________ kam und dessen rechte vordere Seite mit der linken hinteren Seite des Fahrzeugs des Beschuldigten zusammenstiess. III. Rechtliche Würdigung Grobe Verkehrsregelverletzung durch Rechtsüberholen auf der Autobahn Theoretische Grundlagen zum Tatbestand Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Diesen Tatbestand erfüllt, wer eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 6B_13/2024 vom 21. Mai 2024 E. 2.3; je mit Hinweisen). Gemäss Art. 35 Abs. 1 SVG ist links zu überholen. Daraus wird das Verbot des Rechtsüberholens abgeleitet. Hierbei handelt es sich um eine für die Verkehrssicherheit objektiv wichtige Vorschrift, deren Missachtung eine erhebliche Gefährdung der Verkehrssicherheit mit beträchtlicher Unfallgefahr nach sich zieht und daher objektiv schwer wiegt.”
“Die Tat muss das Risiko eines Unfalls für die körperliche Integrität oder das Leben von Menschen schaffen, wobei dabei Dritte und nicht der Täter selbst betroffen sein müssen. Die Gefahr muss unmittelbar sein, wobei die nahe Möglichkeit des Erfolgseintritts genügt. Unter die Fallgruppe des waghalsigen Überholens werden primär Überholmanöver eingestuft, welche ohne ausreichende Sicht oder bei nahendem Gegenverkehr ausgeführt werden. Das Verhalten muss gemeingefährlich beziehungsweise "verrückt", nicht nur gewagt, sondern unsinnig sein. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass es sich um eine höhere als die in Art. 90 Abs. 2 SVG geforderte "ernstliche" Gefahr handeln muss. Diese muss analog der Lebensgefährdung nach Art. 129 StGB unmittelbar, nicht jedoch unausweichlich sein. Dabei sind die konkreten Umstände zu berücksichtigen, wie die Licht- und Sichtverhältnisse, die Strassen- und Witterungsverhältnisse, das Verkehrsaufkommen, die Abstände zu anderen Fahrzeugen sowie die Verletzung weiterer Verkehrsregeln. In Abgrenzung zur "ernstlichen Gefahr" nach Art. 90 Abs. 2 SVG muss bei Art. 90 Abs. 3 SVG eine besonders naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung verlangt werden. Aufgrund der konkreten Umstände muss diese Gefährdung möglichst nahe liegen und letztlich die Verwirklichung derselben nur vom Zufall abhängen. Der subjektive Tatbestand des Art. 90 Abs. 3 SVG erfordert Vorsatz bezüglich der Verletzung einer elementaren Verkehrsregel und der Risikoverwirklichung, wobei Eventualvorsatz genügt. Ein Gefährdungsvorsatz oder der Vorsatz, einen bestimmten Erfolg herbeizuführen, ist nicht erforderlich. Wer objektiv eine qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG begeht, erfüllt grundsätzlich auch die subjektiven Voraussetzungen des Tatbestands. Dem Richter kommt ein wenn auch begrenzter Handlungsspielraum zu, um die Erfüllung des subjektiven Tatbestands unter besonderen Umständen zu verneinen. Die Konkurrenzfrage zwischen der Verkehrsregelgefährdung und der fahrlässigen Körperverletzung beziehungsweise fahrlässigen Tötung klärte das Bundesgericht bereits in einem Entscheid aus dem Jahr 1965.”
“Pannenstreifen sind jedoch nicht von dieser Ausnahme erfasst, gemäss Art. 36 Abs. 3 VRV dürfen diese nur für Nothalte benutzt werden. Es stellt sich die Frage, ob der Berufungsführer durch die Verletzung von Art. 35 Abs. 1 respektive Art. 36 Abs. 3 und 5 VRV im vorliegenden Fall eine einfache (Art. 90 Ziff. 1 SVG) oder eine grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Ziff. 2 SVG) begangen hat. Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die Annahme einer schweren Widerhandlung bzw. einer groben Verkehrsregelverletzung voraus, dass die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet wurde. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung des Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände des Einzelfalls der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (Urteil des Bundesgerichts 6B_992/2020 vom 30. November 2020 E. 2.2; BGE 131 IV 133 E. 3.2). Das Befahren des Pannenstreifens (Verstoss gegen Art. 36 Abs. 3 VRV) wird in der Regel als einfache Verkehrsregelverletzung eingestuft, was sich auch aus der Ordnungsbussenverordnung ergibt. Der Beschuldigte ist jedoch auf dem Pannenstreifen auch an anderen Fahrzeuge rechts vorbeigefahren, ohne dass eine Ausnahme gemäss Art. 36 Abs. 5 VRV vorgelegen hätte, womit er ebenso gegen Art. 35 Abs. 1 SVG verstossen hat (vgl. auch BGE 133 II 58, E. 5.4, wonach das Rechtsüberholen auf einem Pannenstreifen unmittelbar vor einer Autobahnausfahrt einen Verstoss gegen Art. 35 Abs. 1 SVG darstellt). Bei der Beurteilung der Schwere der Verkehrsregelverletzung ist immer auch die konkrete Situation zu berücksichtigen (BGE 131 IV 133 E. 3.2). Ein Motorfahrzeugführer muss nicht damit rechnen, dass andere Fahrzeuge auf dem Pannenstreifen rechts vorbeifahren.”
Verhaltensweisen wie Aggressivität bei einer Kontrolle können in den Sachverhaltsfeststellungen als relevantes Indiz erscheinen; fehlende oder fehlerhafte Beleuchtung und fehlerhaft angebrachte Kennzeichen wurden in der Rechtsprechung als zufällige Entdeckungen bezeichnet, die unter Voraussetzungen verwertbar sind. Bild- und Videoaufnahmen (z. B. Handyvideos) können ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen als Beweismittel verwertbar sein; Tätigkeiten mit dem Mobiltelefon während der Fahrt wurden in Entscheiden zudem als Verhalten gewertet, das die Fahrzeugbedienung erschwert. Diese Umstände können bei der Beurteilung von Verstössen gegen Art. 90 Abs. 1 SVG berücksichtigt werden, stellen aber jeweils nur Indizien dar und bedürfen der konkreten rechtlichen Würdigung im Einzelfall.
“286 CP par le TP) ; Il a, à Genève, le 13 février 2021, à l'avenue de l'Ain, alors qu'il était au volant d'un véhicule automobile immatriculé GE 2______ dont il venait de perdre la maîtrise, quitté les lieux sans prévenir les services de police et sans attendre leur arrivée alors qu'il devait se douter, qu'au vu des circonstances, des mesures visant à mesurer sa capacité de conduire seraient ordonnées, et sans respecter ses devoirs en cas d'accident avec dégâts matériels, faits qualifiés d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire au sens de l'art. 91a al. 1 LCR. b.b. Il ne conteste plus sa culpabilité pour avoir : - le 18 octobre 2020, dans les circonstances décrites plus haut, effectué un demi-tour sur route en franchissant une double ligne de sécurité (art. 90 al. 1 LCR cum art. 26 et 27 LCR), - le 13 février 2021, dans les circonstances décrites plus haut, perdu la maîtrise du véhicule et ainsi heurté le terre-plein séparant les deux voies de circulation, percuté un arbre et terminé sa course sur une voie de circulation, faits qualifiés de violation simple des règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 1 LCR cum art. 31 LCR. b.c. Il a par ailleurs été acquitté des chefs de : - diffamation (art. 173 ch. 1 CP), pour avoir traité B______ de "raciste" devant notamment C______ et les badauds gravitant autour de la gare Cornavin ; - entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91 al. 1 let. e LCR), pour avoir refusé de se soumettre à une prise de sang ou à un prélèvement d'urine pour les faits du 19 octobre 2020. B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : Faits du 18 octobre 2020 a.a. Il ressort du rapport d'arrestation que le caporal B______ et la gendarme C______ procédaient au contrôle du véhicule en cause, stationné sur les cases dépose-minute de la place de Cornavin et dépourvu de plaque d'immatriculation avant. Contacté par téléphone, A______, détenteur du véhicule, s'est rendu sur les lieux. Il présentait une alcoolémie de 0.52 mg/l. Lorsqu'il a été question d'éclaircir les faits à la Brigade routière et accident (BRA), A______ est rapidement devenu agressif et injurieux, à tel point qu'il a dû être maitrisé par la force.”
“Ainsi, c'est à juste titre que le TP a considéré que les prises de vue recueillies par le témoin étaient exploitables au sens de l'art. 141 al. 2 CPP appliqué par analogie. 2.8.3. Par ailleurs, l'absence d'éclairage du véhicule de l'appelant et le positionnement de la plaque d'immatriculation derrière le pare-brise constituent des découvertes fortuites pleinement exploitables (art. 243 CPP par analogie), conformément à la jurisprudence rappelée ci-dessus. 3. 3.1. Est puni celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral (art. 90 al. 1 LCR). À teneur de l'art. 41 al. 1 LCR, les véhicules automobiles en marche doivent être éclairés en permanence. 3.2. L'art. 90 al. 3 LCR définit et réprime les infractions particulièrement graves aux règles de la circulation routière, dites "délit de chauffard", consacrant une troisième catégorie d'infraction aux règles de la circulation routière sous la forme d'un crime (cf. art. 90 al. 1 LCR constituant une contravention et l'art. 90 al. 2 LCR un délit). L'art. 90 al. 3 LCR punit celui qui, par une violation intentionnelle des règles fondamentales de la circulation, accepte de courir un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort, que ce soit en commettant des excès de vitesse particulièrement importants, en effectuant des dépassements téméraires ou en participant à des courses de vitesse illicites avec des véhicules automobiles. À teneur de l'art. 90 al. 4 LCR, l'al. 3 est toujours applicable lorsque la vitesse maximale autorisée a été dépassée d'au moins 50 km/h, là où la limite était fixée à 50 km/h (let. b). L'Ordonnance de l’OFROU concernant l’ordonnance sur le contrôle de la circulation routière (OOCCR-OFROU) ne prévoit pas de déduction de marge de sécurité en cas de vitesse calculée sur la base d'images vidéo. 3.2.1. L'art. 90 al. 3 LCR contient deux conditions objectives, la violation d'une règle fondamentale de la circulation routière et la création d'un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort.”
“Der Beschwerdeführer wurde mit Anzeigerapport vom 16. November 2021 wegen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit (Art. 90 Abs. 3 SVG) und Vornehmens einer Verrichtung, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 90 Abs. 1 SVG), verzeigt. Konkret wird ihm vorgeworfen, am 28. Juni 2019 auf der Hauptstrasse in H.________ (Ort) ausserorts mit einer Geschwindigkeit bis max. 155 km/h (gemäss Tacho) gefahren zu sein, d.h. die ausserorts signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h toleranzbereinigt (Sicherheitsmarge von 24 km/h) um 51 km/h überschritten und dies mit einem Handy gefilmt zu haben (Filmdauer: 11 Sekunden). Auf der entsprechenden Aufnahme soll gemäss Berichtsrapport vom 25. Mai 2021 ersichtlich sein, wie der Lenker (welcher eine markante Herrenarmbanduhr trage) sein Fahrzeug ausserorts stark beschleunigt habe, dies bis zu einer Geschwindigkeit von ca. 155 km/h. Zu diesem Zeitpunkt sei ein Postauto entgegengefahren und die Geschwindigkeit sei wieder reduziert worden. Weiter hielt die Polizei im Berichtsrapport 25. Mai 2021 fest, dass auf dem Mobiltelefon des Beschwerdeführers mehrere Bild- und Videoaufnahmen hätten gesichtet werden können, auf welchen dieser eine entsprechende Armbanduhr trage. Dem Anzeigerapport vom 16.”
Sind mehrere Verstösse nach Art. 90 Abs. 1 SVG zeitlich und sachlich eng miteinander verknüpft, kann anstelle mehrerer Einzelbussen eine Gesamtbusse gebildet werden. In besonderen Fällen — namentlich wenn eine Geldbusse nicht in ausreichendem Masse präventiv wirkt — ist nach der neueren Rechtsprechung auch die Verhängung einer Gesamtfreiheits- oder Gesamtgeldstrafe möglich.
“auch Urteile des BGer 6B_59/2020 vom 30. November 2020 E. 4.4; 6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.4). Auch nach der neusten Rechtsprechung darf indes eine Gesamtfreiheitsstrafe ausgesprochen werden, wenn viele Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und eine blosse Geldstrafe bei keinem der in einem engen Zusammenhang stehenden Delikte geeignet ist, in genügendem Masse präventiv auf den Täter einzuwirken (Urteile des BGer 6B_798/2021 vom 2. August 2022 E. 5.1 mit Verweis auf die Urteile 6B_141/2021 vom 23. Juni 2021 E. 1.3.2; 6B_496/2020 vom 11. Januar 2021 E. 3.4.2; 6B_112/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.2; 6B_1186/2019 vom 9. April 2020 E. 2.2 und 2.4; zum Ganzen: Urteil 6B_196/2021 vom 25. April 2022 E. 5.3.2). Geringfügiger Diebstahl (Art. 172ter StGB), Führen eines Fahrzeugs in angetrunkenem Zustand (Art. 31 Abs. 2 i.V.m. Art. 90 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes [SVG; SR 741.01]), einfache Verkehrsregelverletzungen (Art. 41 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 2 i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG) und Konsumwiderhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19a Abs. 1 BetmG; SR 812.121) werden mit Busse bis zu CHF 10'000.00 sanktioniert (Art. 106 Abs. 1 StGB). Für diese Delikte ist eine separate Gesamtbusse auszusprechen.”
Frühere Ordnungsbussen können im Rahmen der Interessenabwägung bzw. bei der Strafzumessung berücksichtigt werden; ihnen kann dabei nur geringes Gewicht zukommen. Dies gilt auch für Delikte im Bereich von Art. 90 Abs. 1 SVG.
“Entgegen der Ansicht des Rekurrenten (Rekursbegründung Rz. 17 und 24) sind seine Delikte aber jedenfalls im Rahmen der Interessenabwägung zu berücksichtigen, auch wenn ihnen nur ein geringes Gewicht beigemessen werden kann. Im Übrigen ist die Frage, ob die Delikte zu berücksichtigen sind oder nicht, für den Ausgang der Interessenabwägung nicht entscheidend. Indem der Rekurrent als Schuldner der Verfügung des Betreibungsamts, am 13. November 2017 zum Vollzug der Pfändung zu erscheinen, pflichtwidrig keine Folge leistete, machte er sich des Ungehorsams des Schuldners im Betreibungsverfahren gemäss Art. 323 Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB, SR 311.0) schuldig. Mit Strafbefehl vom 31. Januar 2018 wurde er dafür mit einer Busse von CHF 300. bestraft (Akten JSD S. 148 f.). Am 6. Juli 2017 machte sich der Rekurrent mit einem Motorrad des Parkierens in einer Begegnungszone an nicht dafür gekennzeichneten Stellen bis zwei Stunden und des Nichtbeachtens des Vorschriftssignals Verbot für Motorräder gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 22b Abs. 3 und Art. 19 Abs. 1 lit. b SSV sowie Art. 49 Abs. 1 StGB schuldig. Mit Strafbefehl vom 24. Januar 2019 wurde er dafür mit einer Busse von CHF 140. bestraft (Akten JSD S. 154 f.). Am 21. Januar 2019 machte sich der Rekurrent mit einem Personenwagen des Parkierens innerhalb des signalisierten Halteverbots bis 60 Minuten gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 19 Abs. 2 lit. a VRV und Art. 30 SSV schuldig. Mit Strafbefehl vom 2. Juli 2019 wurde er dafür mit einer Busse von CHF 120. bestraft (Akten JSD S. 152 f.). Am 16. Februar 2021 machte sich der Rekurrent des Nichtbeachtens des Vorschriftssignals Verbot für Motorwagen gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 19 Abs. 1 lit. a SSV schuldig. Mit Strafbefehl vom 2. Dezember 2021 wurde er dafür mit einer Busse von CHF 100. bestraft (Akten JSD S. 150 f.). Der Rekurrent macht zwar zu Recht geltend, dass seine Strassenverkehrsdelikte wohl im Ordnungsbussenverfahren hätten geahndet werden können, wenn er die Bussen innert der Bedenkfrist von 30 Tagen bezahlt hätte.”
Art. 90 Abs. 1 SVG erfasst ein Delikt der abstrakten Gefährdung. Damit ist der objektive Tatbestand bereits durch die Verletzung einer verkehrsrechtlichen Vorschrift erfüllt; das Eintreten eines konkreten Schadens oder einer konkreten Gefährdung Dritter ist nicht erforderlich. Die Vorschriften dienen als Sicherheitsregeln zur Unfallverhütung und werden als formales Gefährdungsdelikt geahndet.
“Der Beschwerdeführer moniert weder die Rechtmässigkeit der Signalisation respektive der für den fraglichen Autobahnabschnitt auf 80 km/h festgesetzten Geschwindigkeit (wobei diese selbst dann zu beachten wäre, wenn sie nicht gesetzeskonform erlassen worden wäre; vgl. Urteil 1C_539/2022 vom 23. Mail 2024 E. 5.1 [zur Publikation bestimmt]; mit Hinweis auf BGE 128 IV 184 E. 4.2; vgl. auch Urteil 6S.18/2004 vom 22. März 2004 E. 1.4 f.) noch das Fehlen einer gesetzlichen Grundlage für die Geschwindigkeitskontrolle. Ebenso wenig stellt er die Richtigkeit der Radarmessung oder aber die Zuständigkeit der Kantonspolizei Solothurn für deren Durchführung in Frage. Er stellt auch nicht in Abrede, dass die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ausnahmslos einzuhalten ist und zwar unabhängig davon, ob es sich um abfallende Strassen oder aber Streckenabschnitte handelt, auf welche wiederum ein Abschnitt mit höherer Geschwindigkeitslimite folgt. Entgegen seinen (z.T. sinngemässen) Ausführungen ist auch nicht entscheidend, ob eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit "zu den genannten Gefahrensituationen" (dazu nachfolgend) beiträgt. Art. 90 Abs. 1 SVG ist ein abstraktes Gefährdungsdelikt, sodass der objektive Tatbestand allein schon durch die Verletzung einer spezifischen Verkehrsregel - vorliegend Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 22 SSV - erfüllt ist, unabhängig davon, ob im konkreten Fall ein Rechtsgut in Gefahr gerät (BGE 138 IV 258 E. 3.1.2; 92 IV 33 E. 1; Urteile 6B_1147/2019 vom 22. März 2021 E. 2.3.4; 6B_801/2015 vom 22. Februar 2016 E. 2.4.2). Seine übrigen Einwände, namentlich jene eines auf der (abfallenden) Strassen "intuitiv" bedingten Nichtbremsens oder aber, dass ein Autofahrer nicht über die Fähigkeiten "eines technischen Gerätes zur absolut genauen Geschwindigkeitsregelung" verfüge, "mit denen die Fahrtgeschwindigkeit jederzeit genau eingehalten werden kann", gehen bereits in Anbetracht der ihm zugebilligten Sicherheitsmarge von 5 km/h an der Sache vorbei (Urteil 6S.18/2004 vom 22. März 2004 E. 2.2). Darauf ist nicht weiter einzugehen.”
“Le conducteur doit avant tout porter son attention, outre sur sa propre voie de circulation, sur les dangers auxquels on doit s'attendre et peut ne prêter qu'une attention secondaire à d'éventuels comportements inhabituels ou aberrants (ATF 122 IV 225 consid. 2c. ; TF 6B_69/2017 précité consid. 2.2.1). L'attention requise du conducteur implique qu'il soit en mesure de parer rapidement aux dangers qui menacent la vie, l'intégrité corporelle ou les biens matériels d'autrui, et la maîtrise du véhicule exige qu'en présence d'un danger, il actionne immédiatement les commandes du véhicule de manière appropriée aux circonstances (TF 6B_909/2014 du 21 mai 2015 consid. 2.1 ; TF 6B_873/2014 du 5 janvier 2015 consid. 2.1 et la référence citée). Selon l'art. 32 al. 1 LCR, la vitesse doit toujours être adaptée aux circonstances, notamment aux particularités du véhicule et du chargement, ainsi qu'aux conditions de la route, de la circulation et de la visibilité. L'art. 4 al. 1 OCR précise notamment que le conducteur ne doit pas circuler à une vitesse qui l'empêcherait de s'arrêter sur la distance à laquelle porte sa visibilité. Les règles de la circulation sont des prescriptions de sécurité destinées à prévenir les accidents. Aux termes de l'art. 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01), celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral se rend coupable de violation simple des règles de la circulation routière. L'art. 90 al. 1 LCR réprime donc une infraction de mise en danger abstraite, sans égard au résultat concret de ces violations (ATF 92 IV 33 consid. 1). Par ailleurs, il n'existe aucune compensation des fautes en droit pénal (ATF 85 IV 91), chacun étant puni pour celles qu'il a commises (ATF 105 IV 213). Il y a lieu de rappeler également que le droit de priorité confère à son bénéficiaire le droit de circuler sans être gêné dans sa progression. Il ne l'exonère toutefois pas de ses devoir généraux de prudence ni du respect des autres règles de circulation. S'il existe des indices concrets que des usagers vont se comporter de façon incorrecte, il lui appartient, conformément à l'art. 26 al. 2 LCR, d'observer une prudence particulière par rapport à ces autres usagers, sous peine d'être privé de se prévaloir du principe de la confiance.”
“Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective. Dans cette mesure, la présomption d'innocence se confond avec l'interdiction générale de l'arbitraire, prohibant une appréciation reposant sur des preuves inadéquates ou sans pertinence (ATF 138 V 74 consid. 7 ; ATF 124 IV 86 consid. 2a ; ATF 120 la 31 consid. 2). 4.2.2 Selon l'art. 31 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01), le conducteur doit rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence. Selon l'art. 3 al. 1 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11), le conducteur voue son attention à la route et à la circulation. La violation simple de ces règles de circulation est punie de l'amende (art. 90 al. 1 LCR). Le degré de l'attention requise par l'art. 3 al. 1 OCR s'apprécie au regard des circonstances d'espèce, telles que la densité du trafic, la configuration des lieux, l'heure, la visibilité et les sources de danger prévisibles (ATF 127 II 302 consid. 3c et arrêt cité). Les règles de la circulation sont des prescriptions de sécurité destinées à prévenir les accidents. L'art. 90 LCR réprime donc une infraction de mise en danger abstraite, sans égard au résultat concret de ces violations (ATF 92 IV 33 consid. 1). 4.3 Le Tribunal de police a retenu plusieurs éléments probants résultant du dossier pour arrêter les faits à l’encontre de l’appelant : - on pouvait difficilement concevoir que le policier dénonciateur, agent public assermenté, puisse dénoncer une infraction à la circulation routière inexistante ; le policier avait rapporté les faits de manière claire et constante et s’était montré particulièrement mesuré dans ses propos, alors que le contrôle s’était déroulé dans des circonstances tendues et que le prévenu avait adopté une attitude intimidante ; l’agent avait déclaré qu’il avait vu le prévenu rouler sur la roue arrière à une quinzaine de mètres de lui, de sorte qu’on pouvait exclure une mauvaise appréciation de la situation ; - les arguments du prévenu étaient inconsistants : rien ne permettait de retenir un acharnement du policier dénonciateur contre le prévenu, le rendant suspect de prévention, ou que l’agent se serait montré violent à l’égard du prévenu à une autre occasion comme celui-ci le prétendait ; le policier avait expliqué de façon convaincante que ce n’était que lorsque le prévenu avait ôté son casque qu’il l’avait reconnu en raison de ses multiples antécédents routiers ; le palmarès délictuel du prévenu rendait d’autant plus vraisemblable le fait qu’il était bien l’auteur du comportement reproché, sachant qu’il avait encore été récemment condamné pour mise à disposition d’un véhicule à une personne non titulaire du permis de conduire et qu’il avait admis avoir démonté la chicane de sa moto pour faire plus de bruit ; enfin, le fait que le prévenu était à quelques jours de la fin de son permis probatoire ne voulait pas dire qu’il n’avait pas commis d’infraction routière et qu’il serait devenu un usager de la route modèle ; - les témoignages écrits produits par le prévenu n’étaient pas de nature à renverser la conviction du tribunal, d’autant qu’un tel moyen de preuve n’était pas recevable et que c’était le prévenu qui avait rédigé le texte ; deux des trois témoins entendus connaissaient le prévenu et tous se rendaient par ailleurs à la même soirée le jour en question ; seul le troisième témoin, qui ne connaissait pas le prévenu, pouvait être crédible, mais il était établi que le prévenu avait parlé ou téléphoné aux trois témoins avant les débats, de sorte que celui-ci avait eu tout loisir de les influencer ; à cela s’ajoutait que les trois témoins s’étaient sans aucun doute sentis liés par leur témoignage écrit ; - au moment du « wheeling », deux des témoins entendus se trouvaient à plus de 100 mètres derrière le prévenu et le troisième se trouvait à une centaine de mètres devant le prévenu : le fait que ceux-ci n’avaient pas vu le prévenu faire sa manœuvre dangereuse, mais avaient entendu le bruit anormalement élevé causé par la moto, était donc cohérent ; en revanche, le prévenu avait effectué le « wheeling » à une quinzaine de mètres devant le policier qui se trouvait du côté droit de la route.”
Ergibt sich die Verkehrsregelverletzung ausschliesslich aus alkoholbedingener Fahrunfähigkeit, kann sie im Ergebnis im Tatbestand der Trunkenheitsfahrt aufgehen bzw. von diesem konsumiert werden; dies kann straf- und strafzumessungsrechtlich zu berücksichtigen sein.
“Unerfindlich bleibt, was der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen zu Art. 90 Abs. 1 SVG zu erreichen sucht. Das erstinstanzliche Gericht ging davon aus, dass eine allfällige einfache Verkehrsregelverletzung wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs (Art. 31 Abs. 1 i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG) bei der Kollision mit der Signalinsel in Pfäffikon/SZ vom Fahren in angetrunkenem oder sonstwie fahrunfähigem Zustand (Art. 92 Abs. 1 lit. a SVG) konsumiert werde. Es seien nämlich keine konkreten Anzeichen für eine Unaufmerksamkeit seitens des Beschwerdeführers ersichtlich, die ausserhalb des nachgewiesenen Alkoholeinflusses lägen. Das erstinstanzliche Gericht berücksichtigte deshalb im Rahmen der Strafzumessung, dass sich durch die Kollision mit dem Signalpfosten die dem Führen eines Fahrzeugs unter Alkoholeinfluss immanente Gefahr verwirklicht habe. Die Vorinstanz ging gestützt auf diese "unangefochtene Konsumation" unter Hinweis auf das erstinstanzliche Urteil davon aus, dass sich Ausführungen zu Art. 90 Abs. 1 SVG erübrigten. Der Beschwerdeführer will dem Bundesgericht weismachen, die einzige "unangefochtene Konsumation" sei, dass er während rund sechs Stunden drei kleine Lagerbiere à 3,3 dl mit ca. 4,9 % Alkoholgehalt getrunken habe, die Vorinstanz aber unhaltbarerweise annehme, durch diese "Konsumation" habe er den Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt. Er verkennt, dass sich die Vorinstanz an dieser Stelle nicht zu seinem Alkoholkonsum äusserte, sondern lediglich bestätigte, dass das Unrecht der Kollision des Beschwerdeführers mit der Signalinsel im Tatbestand von Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG aufgeht, da er keine ausserhalb des Alkoholeinflusses liegende Unaufmerksamkeit an den Tag gelegt hatte. Dass die Vorinstanz diesem Umstand bei der Bemessung der Strafe Rechnung trug, ist nicht zu beanstanden.”
Bei Anwendung von Art. 90 Abs. 4 LCR/Revisionen ist der Einzelfall zwingend zu prüfen; starre Automatismen sind zu vermeiden, der Richter erhält dadurch grössere Prüfungs‑ und Ermessensspielräume.
“La révision du Code pénal et des lois spéciales introduite par la loi fédérale sur l'harmonisation des peines (FF 2021 2997 ; publiée au RO 2023 259) n’a pas impliqué de modification effective de l’art. 90 al. 3 LCR. La modification du 17 mars 2023 de la LCR, entrée en vigueur le 1er octobre 2023 (FF 2021 3026 ; publiée au RO 2023 453), n’a pour sa part pas modifié l’art. 90 al. 3 LCR qui sanctionne le délit de chauffard. Partant, à ce sujet, il convient de renvoyer aux développements théoriques exposés dans les considérants de première instance. Toutefois, l’art. 90 al. 4 LCR a subi à l’occasion de la révision susmentionnée une modification matérielle dans la mesure où les excès de vitesse mentionnés sont désormais présentés comme des « excès de vitesse importants », selon la notion figurant à l’alinéa 3, et où il n’est plus disposé que de tels excès rendent l’alinéa 3 « toujours applicable ». Il convient de noter d’emblée que la révision de l’art. 90 LCR est destinée à éviter les cas de rigueur inutiles et à octroyer à cette fin au juge une plus grande marge d’appréciation. La volonté du législateur était ainsi que soit impérativement examiné le cas d’espèce, même lorsqu’un excès de vitesse au sens de l’art. 90 al. 4 LCR a été commis, la loi reflétant dès lors la jurisprudence du Tribunal fédéral (Message du Conseil fédéral concernant la révision de la loi fédérale sur la circulation routière du 17 novembre 2021 [FF 2021 3026], p. 44 et 72).”
Mehrere und einschlägige Verkehrs‑ oder sonstige Straftaten können die Anordnung administrativer Massnahmen (z. B. Führerausweisentzug, Einziehung) begünstigen. Liegt Gleichartigkeit mit andern Delikten vor, kann eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2 SVG) in die hypothetische Gesamtstrafenbildung einbezogen werden.
“Die Voraussetzungen für eine Einziehungsbeschlagnahme im Sinne von Art. 263 StPO i.V.m. Art. 90a SVG bzw. Art. 69 Abs. 1 StGB sind vorliegend erfüllt; es kann grundsätzlich auf die Ausführungen in der Stellungnahme der Generalstaatsanwaltschaft verwiesen werden. So wurde der Beschwerdeführer gemäss Strafregisterauszug bereits mehrfach wegen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzugs (Art. 95 Abs. 1 Bst. b SVG) verurteilt (Strafbefehle vom 30. Juli 2018 und 11. August 2022). Zuletzt wurde gegen den Beschwerdeführer gemäss Stellungnahme der Generalstaatsanwaltschaft ein Strafbefehl wegen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Verweigerung, Entzugs oder Aberkennung des Ausweises i.S. des Strassenverkehrsgesetzes erlassen (vgl. auch Strafregisterauszug vom 10. April 2024). Darüber hinaus wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehlen vom 30. November 2021 und 10. Februar 2023 wegen grober Verletzungen der Verkehrsregeln i.S. des Strassenverkehrsgesetzes (Art. 90 Abs. 2 SVG) verurteilt. Im Kanton Aargau ist derzeit ein weiteres Verfahren gegen den Beschwerdeführer hängig, in welchem dem Beschwerdeführer eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 46 km/h netto, angeblich begangen am 10. März 2024, vorgeworfen wird (Ermittlungsbericht vom 23. April 2024, S. 4). Zwischenzeitlich hat die Staatsanwaltschaft Zofingen-Klum das vorliegende Verfahren mit Übernahmeverfügung vom 13. Mai 2024 entsprechend übernommen. Allein diese zahlreichen SVG-Widerhandlungen dokumentieren seine Uneinsichtigkeit bzw. Unbelehrbarkeit. Die einschlägigen Vorstrafen und Administrativmassnahmen vermochten den Beschwerdeführer nicht von weiteren Widerhandlungen abzuhalten. Da der Beschwerdeführer darüber hinaus bestreitet, zum vorgeworfenen Tatzeitpunkt mit dem Auto gefahren zu sein, kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass er echte Reue zeigt, welche ihn in Zukunft davon abhält, sein Auto zu benutzen. Die für die Einziehung mitunter erforderliche Gefährdungsprognose ist vor dem Hintergrund des Entzugs des Führerausweises in Verbindung mit der Uneinsichtigkeit bzw.”
“Damit liegt in Abweichung von der Vorinstanz eine retrospektive Konkurrenz im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB vor (BGE 145 IV 1 E. 1.3 S. 8; 142 IV 265 E. 2.4.2 S. 269; je mit Hinweisen). Der Beschuldigte ist daher im Sinne dieser Bestimmung nicht schlechter zu stellen, wie wenn die dem genannten Urteil zugrundeliegenden Delikte zusammen mit den vorliegenden Straftaten beurteilt worden wären. Da für die neuen Delikte wie ausgeführt Freiheitsstrafen auszufällen sind und am 27. Mai 2021 als Grund- strafe ebenfalls auf eine Freiheitsstrafe erkannt wurde, liegt Gleichartigkeit der Strafen vor und ist eine hypothetische Gesamtstrafenbildung nach Art. 49 Abs. 2 StGB möglich. - 13 - 3.3.Das Gesetz sieht für die am 27. Mai 2021 ausgefällten Schuldsprüche der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB eine Strafandrohung von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor, ebenso für die grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG. Für die Bildung der Gesamtfreiheitsstrafe erweist sich der Betrug als schwerste Tat im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB. Daher gilt es nachfolgend für den Betrug eine Ein- satzstrafe festzusetzen, welche zur Bildung der hypothetischen Gesamtstrafe um die Grundstrafe vom 27. Mai 2021 sowie aufgrund der Urkundenfälschung ange- messen zu erhöhen sein wird. Die Zusatzstrafe ergibt sich aus der Differenz zwischen der hypothetischen Gesamtstrafe und der Grundstrafe. Oder anders aus- gedrückt: Die infolge Asperation eintretende Reduzierung der rechtskräftigen Grundstrafe wird von der für die neuen Delikte auszusprechenden Strafe abzuzie- hen sein, was die auszufällende Zusatzstrafe ergibt. 4.Betrug 4.1.In objektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass die Deliktssumme von Fr. 500'000.– innerhalb des Anwendungsbereichs der Verordnung vom 25. März 2020 zur Gewährung von Krediten und Solidarbürgschaften infolge des Coronavirus (Covid-19-Solidarbürgschaftsverordnung; Covid-19-SBüV; SR 951.”
“5 annexe I ALCP, dès lors qu'il avait été condamné principalement pour des infractions aux règles de la circulation routière et que les peines qui lui avaient été infligées (la peine privative de liberté et la peine pécuniaire) avaient été assorties du sursis (partiel ou complet). 6.3.1 En l'occurrence, il est patent qu'une « menace d'une certaine gravité » pour l'ordre et la sécurité publics peut résulter de la commission d'infractions aux règles de la circulation routière telles celles pour lesquelles le recourant a été condamné et, partant, que de telles infractions présentent, à elles seules, un degré de gravité suffisant pour justifier le prononcé d'une mesure fondée sur l'art. 5 annexe I ALCP. En effet, force est de constater que les infractions aux règles de la circulation routière commises par l'intéressé sont toutes constitutives de délits au sens de l'art. 10 al. 3 CP. Dans la mesure où ces infractions sont toutes passibles d'une peine privative de liberté pouvant aller jusqu'à trois ans (ou d'une peine pécuniaire), elles présentent, de surcroît, un degré de gravité intrinsèque certain. Il est en effet indéniable que, notamment, la violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), la conduite malgré une incapacité de conduire (art. 91 al. 2 let. b LCR) et la conduite sans autorisation (art. 95 al. 1 let. b LCR) sont objectivement graves, dès lors qu'elles sont de nature à compromettre sérieusement la sécurité routière et à mettre en danger l'intégrité physique (voire la vie) du conducteur et des autres usagers de la route (dans le même sens, cf. ATF 139 II 121 consid. 5.5.1). A cela s'ajoute que les infractions aux règles de la circulation routière ayant été reprochées au recourant ne se limitent pas à un ou deux actes isolés. En effet, l'intéressé a circulé en Suisse (y compris dans le canton de Vaud) à réitérées reprises entre le 6 juillet 2020 (date de sa première interpellation) et le 14 novembre 2020, alors que son permis de conduire français avait été annulé et que les autorités vaudoises lui avaient interdit de circuler sur leur territoire. En outre, l'intéressé a violé les règles de la circulation routière à de multiples reprises en date du 14 novembre 2020, en circulant de nuit sans éclairage, en n'annonçant pas ses changements de direction, en n'accordant pas la priorité de droite, en ne s'arrêtant pas à un feu rouge, en circulant à une vitesse inadaptée (ou en n'observant pas les limitations de vitesse), en prenant un carrefour giratoire à contresens et en ne respectant pas les ordres et signaux de la police (cf.”
Bei offiziellen dringlichen oder taktisch notwendigen Einsätzen besteht nach den neuen Regeln von Art. 100 LCR ein zusätzliches attenuierendes Berücksichtigungsprinzip: Ist ein strafbares Geschwindigkeitsüberschreiten gegeben, ist nach Art. 100 Ziff. 5 LCR nur die Differenz zwischen der tatsächlichen Geschwindigkeit und der für den Einsatz angemessenen Geschwindigkeit zu berücksichtigen. Diese Regel ergänzt die Attenuierung nach Art. 100 Ziff. 4 LCR, wenn deren Rechtfertigungsvoraussetzungen nicht erfüllt sind.
“L'assistance apportée par son collègue C______, dont la procédure démontre au demeurant qu'il observait uniquement le trafic sur sa droite et s'occupait également de faire la liaison avec la CECAL, n'était nullement de nature à prévenir les risques d'accident, référence étant faite à la jurisprudence du Tribunal fédéral citée supra au considérant 2.1.8. Dans de telles circonstances, il est établi que l'appelant A______ n'a pas respecté les règles imposées par la prudence et pris des risques largement excessifs. Les annonces régulières à la CECAL, le fait que les autres membres de la patrouille ne se soient pas sentis en danger, respectivement le fait qu'aucun accident grave ne soit survenu, ne changent rien à ce qui précède. 2.2.4. Au regard de ce qui précède, l'appelant ne peut bénéficier de l'absence de punissabilité prévue à l'art. 100 ch. 4 LCR. Sa culpabilité du chef d'infraction grave à la LCR (art. 90 al. 2 LCR) doit dès lors être confirmée. Il remplit néanmoins les conditions d'une atténuation de peine, désormais obligatoire à teneur de l'art. 100 ch. 4 dernière phrase LCR, qui sera développée infra. 3. 3.1. Celui qui commet une infraction à l'art. 90 al. 2 LCR est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. 3.2. Selon l'art. 100 ch. 4 3ème phrase LCR, si le conducteur n'a pas fait preuve de la prudence imposée par les circonstances ou s'il n'a pas donné les signaux d'avertissement nécessaires lors d'une course officielle urgente, il reste punissable, mais la peine doit être atténuée. Le nouvel art. 100 ch. 5 LCR, également entré en vigueur le 1er octobre 2023, précise qu'en cas d'excès de vitesse commis lors de courses officielles urgentes ou nécessaires pour des raisons tactiques, seule est prise en considération la différence par rapport à la vitesse qui aurait été appropriée pour l'intervention. Cette disposition prévoit un mécanisme additionnel en faveur des conducteurs, lorsque les conditions de la justification selon l'art. 100 ch. 4 LCR ne sont pas données. (i.e. la course doit être officielle et urgente ou nécessaire à des fins tactiques, mais les autres conditions ne sont pas remplies, singulièrement la condition de la prudence/proportionnalité) : en cas d'excès de vitesse punissable, le juge ne doit prendre en compte que la différence entre la vitesse effective du conducteur et la vitesse qui aurait été appropriée pour l'intervention (correspondant à l'ancienne pratique genevoise citée dans l'arrêt du Tribunal fédéral 6B_1161/2018, consid.”
“Le principe de proportionnalité était respecté et les données étaient pertinentes et nécessaires pour constater linfraction. Leur traitement était en outre conforme au principe de la reconnaissabilité (art. 38 LIPAD), tout policier sachant quun véhicule de police était muni dun RAG. Si lanalyse des données du RAG devait être considérée comme un preuve illicite au sens de lart. 141 CPP, il conviendrait de procéder à une pesée des intérêts au sens de lart. 141 al. 2 CPP. En loccurrence, A______ avait commis une infraction grave au vu de la vitesse adoptée et des circonstances, créant un danger abstrait accru pour les autres usagers de la route, ce qui justifiait de pouvoir exploiter ces preuves. c. Le MP persiste dans les conclusions de sa déclaration dappel. Le TP avait appliqué à tort lart. 48 let. a ch. 1 CP, dès lors que lart. 100 al. 4 LCR constituait une lex specialis permettant dappréhender les cas datténuation de peine dans le cadre de courses officielles urgentes. Les éléments constitutifs de linfraction à lart. 90 al. 2 LCR étaient réunis. La vitesse de la course avait créé un sérieux danger pour la sécurité dautrui. A______ ne pouvait tenir pour acquis que la vie ou lintégrité corporelle dautrui étaient mises en péril et ainsi se croire être autorisé à rouler à une vitesse deux fois supérieure à la limite. Son choix de stopper la course-poursuite tendait à le démontrer. Lexcès de vitesse avait été commis en zone urbaine, à une heure où des piétons se promenaient encore fréquemment et la vitesse maximale atteinte était proche du seuil de lart. 90 al. 3 LCR. Il navait pas fait preuve de la prudence imposée par les circonstances, créant lui-même un danger abstrait accru pour les autres usagers de la route. Il ne pouvait ainsi être exempté de peine au sens de lart. 100 al. 4 LCR. La peine prononcée par le TP était trop faible. A______ avait créé un danger pour la vie dautrui en commettant un excès de vitesse considérable. Sa faute était dune certaine gravité. Une peine de 30 jours-amende à CHF 160.- lunité paraissait justifiée au regard des circonstances et tiendrait suffisamment compte de latténuation prévue par lart.”
Die fahrlässige grobe Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG ist als Offizialdelikt qualifiziert; ihre Verfolgung bedarf daher grundsätzlich keines Strafantrags und erfolgt von Amtes wegen.
“Die fahrlässige Tötung im Sinne von Art. 117 StGB sowie die fahrlässige grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbin- dung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 31 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 34 Abs. 1 SVG sind Offizialdelikte, weswegen hierfür keine Strafanträge erforderlich sind.”
“Nach erfolgter Beratung am 29. Mai 2024 wurde das Urteil gleichentags mündlich eröffnet, mündlich begründet und den Parteien je im Dispositiv übergeben (Prot. S. 17). 1.11. Mit Eingabe vom 4. Juni 2024 meldete die amtliche Verteidigerin Rechtsan- wältin Dr. iur. X._____ fristgerecht Berufung gegen das Urteil vom 29. Mai 2024 an (act. 180). 2. Strafanträge 2.1. Bei Straftaten, die nur auf Antrag hin verfolgt werden, ist das Vorliegen eines gültigen Strafantrages Prozessvoraussetzung und damit von Amtes wegen zu prü- fen (Art. 30 ff. StGB; Art. 303 StPO). Ein Strafantrag ist gemäss Art. 304 Abs. 1 StPO bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder der Übertretungsstrafbehörde schriftlich einzureichen oder mündlich zu Protokoll zu geben, wobei dies gemäss Art. 31 StGB innert drei Monaten ab Bekanntwerden des Täters zu erfolgen hat. 2.2. Die fahrlässige Tötung im Sinne von Art. 117 StGB sowie die fahrlässige grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbin- dung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 31 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 34 Abs. 1 SVG sind Offizialdelikte, weswegen hierfür keine Strafanträge erforderlich sind. 2.3. Die fahrlässige Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB ist ein Antragsdelikt. Die Geschädigten L._____ (act. 1 S. 29), B._____ (act. 1 S. 27), J._____ (act. 69/3), C._____ (act. 1 S. 28), D._____ (act. 1 S. 29), E._____ (act. 1 S. 29), M._____ (act. 83/1), N._____ (act. 83/1), O._____ (act. 83/1), P._____ (act. 83/1), F._____ (act. 1 S. 28), Q._____ (act. 83/1), K._____ (act. 1 S. 28), G._____ (act. 1 S. 28), H._____ (act. 1 S. 28), I._____ (act. 78/2), R._____ (act. 1 S. 29), S._____ (act. 1 S. 29, act. 81/2) und T._____ (act. 1 S. 29) haben allesamt fristgerecht einen Strafantrag gestellt. - 15 - 3. Konstituierung der Privatklägerschaft 3.1. Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, welche ausdrücklich er- klärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen, wobei der Strafantrag dieser Erklärung gleichgestellt ist (Art.”
Art. 90 Abs. 1 SVG kommt als Strafnorm bei einfachen Verletzungen der Verkehrsregeln in Betracht, etwa nach Kollisionen oder bei Missachtung elementarer Verkehrsregeln (vgl. Art. 31 Abs. 1 SVG). Bei einer als elementar qualifizierten Regelverletzung sind die Umstände zu prüfen, um zu beurteilen, ob die Verletzung als schwerwiegend zu werten ist oder ob sie als einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 zu bestrafen ist.
“Die Vorschrift gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG, wonach ein Fahrer sein Fahrzeug ständig so zu beherrschen hat, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann, ist als elementare Verkehrsregel zu werten (Entscheid des Bundesgerichts vom 17. August 2020, 6B_1404/2019, E. 3.4), handelt es sich doch um eine Grundvoraussetzung zur Gewährleistung eines sicheren und reibungslosen Verkehrs; die Missachtung dieser Verkehrsregel birgt ein hohes Unfallrisiko. Indem der Beschwerdeführer durch die von ihm initiierte Beschleunigung die Beherrschung über sein Motorrad verlor, verletzte er somit eine elementare Verkehrsvorschrift. Entsprechend wurde er – wie bereits ausgeführt – von der Staatsanwaltschaft C.________ mit Strafbefehl vom 8. November 2021 (AB 33 S. 4 f.) gestützt auf Art. 31 Abs. 1 und Art. 90 Abs. 1 SVG mit einer Busse von Fr. 200.-- sanktioniert. Ausgehend von einer Verletzung einer elementaren Verkehrsvorschrift sind sodann die Umstände zu würdigen, um beurteilen zu können, ob die Verkehrsregelverletzung als schwerwiegend zu qualifizieren ist (vgl. E. 2.3.2 hiervor).”
“2023 sur JTDP/1178/2023 ( PENAL ) , PARTIELMNT ADMIS république et canton de genève pouvoir judiciaire P/17763/2022 AARP/13/2024 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 20 décembre 2023 Entre A______, domicilié ______, comparant par Me Guglielmo PALUMBO, avocat, HABEAS Avocats Sàrl, rue du Général-Dufour 20, case postale 556, 1211 Genève 4, appelant, contre le jugement JTDP/1178/2023 rendu le 13 septembre 2023 par le Tribunal de police, et LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimé. EN FAIT : A. Saisine de la Chambre pénale d'appel et de révision (CPAR) a.a. En temps utile, A______ appelle du jugement du 13 septembre 2023, par lequel le Tribunal de police (TP) l'a reconnu coupable d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a al. 1 de la Loi fédérale sur la circulation routière [LCR]), de violation des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR), de violation des obligations en cas d'accident (art. 92 al. 1 LCR), l'a condamné à une peine pécuniaire (ferme) de 70 jours-amende à CHF 90.-, à une amende de CHF 1'000.- et aux frais de la procédure. a.b. A______ entreprend partiellement ce jugement, concluant à l'acquittement des chefs d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire et de violation des obligations en cas d'accident, et au prononcé d'une amende de CHF 500.-. a.c. Le Ministère public (MP) conclut à la confirmation du jugement. b. Selon l'ordonnance pénale du 18 novembre 2022, qui tient lieu d'acte d'accusation, il est reproché ce qui suit à A______ : il a, le 12 mai 2022, au volant de son véhicule, inattentif, heurté un véhicule tiers, lui causant des dégâts matériels et, consécutivement à l'accident, quitté les lieux sans remplir ses devoirs en cas d'accident, se dérobant ainsi aux mesures permettant de déterminer son incapacité de conduire. B. Faits résultant du dossier de première instance a.”
“Strafbarkeit Nach Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Die Vorinstanz bestätigte die Einschätzung der Staatsanwaltschaft, wonach der Beschuldigte mit seinem Fahrverhalten eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln begangen habe (act. E.1 E. 4.3 ff.). Da dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden kann, ein derart knappes Ein- biegemanöver durchgeführt zu haben, dass der Lenker des Sattelschleppers hatte abbremsen müssen, kann dem Beschuldigten nicht vorgeworfen werden, durch sein Manöver eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen zu haben. Damit mangelt es an der objektiven Voraussetzung zur Erfüllung des Tatbestandes der groben Verkehrsregelverletzung. Dem Be- schuldigten kann einzig eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG angelastet werden. Dafür ist er zu bestrafen (Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 36 Abs. 4 SVG, Art. 36 Abs. 4 VRV und Art. 14 Abs. 1 VRV).”
“Aufgrund derselben abstrakten Strafandrohung der obigen Delikte rechtfertigt es sich, zunächst eine Einsatzstrafe für die fahrlässige Verletzung der Verkehrs- regeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV sowie Art. 100 Ziff. 1 SVG (fehlende Beherrschung des Fahrzeugs aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit) festzusetzen, zumal dieses verschuldensmässig am schwersten wiegt. Der Strafrahmen reicht bis Fr. 10'000.– Busse (Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). 3.Fahrlässige Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV sowie Art. 100 Ziff. 1 SVG”
Zu dichtes Vorbeifahren im Kreisverkehr bzw. ein Überholmanöver mit anschliessendem Abbiegen nach dem Kreisverkehr kann, insbesondere wenn dabei Ungeduld oder Gleichgültigkeit (z. B. Überfahren der Sicherheitslinie) erkennbar sind, als grobe Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden.
“Überfahren Sicherheitslinie nach Kreisverkehr In objektiver Hinsicht ist der Tatbestand durch das Überfahren der Sicherheitslinie erfüllt. Dass das Überholmanöver am Ende der Sicherheitslinie erfolgte, ändert daran nichts. Vielmehr äussert sich in diesem Fahrverhalten die Gleichgültigkeit des Beschuldigten gegenüber der Signalisation und seine Ungeduld zeugt von einer gewissen Rücksichtslosigkeit, weshalb auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt ist. Der Beschuldigte hat sich demnach mit dem Überholen des von B.D. gelenkten Fahrzeugs nach dem Kreisverkehrsplatz der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gemacht.”
“Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschwerdeführer hinsichtlich der groben Verkehrsregelverletzung im zur Anklage erhobenen Strafbefehl vom 17. Juli 2019 ein konkret umschriebenes Fehlverhalten durch ungenügenden Abstand beim Überholen der Fahrradfahrerin im Kreisverkehrsplatz mit anschliessendem Abbiegen vor, indem sie das Geschehene detailliert schildert (siehe oben: lit. A). Dazu führt sie den entsprechenden Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG samt der einzelnen verletzten Verkehrsvorschriften auf, namentlich Art. 34 Abs. 4 und Art. 35 Abs. 3 SVG sowie Art. 10 Abs. 2 VRV (kant. Akten, pag. 25). Damit geht aus dem Strafbefehl genügend klar hervor, welcher reale Lebenssachverhalt angeklagt wird und welches Verhalten dem Beschwerdeführer konkret vorgeworfen wird. Der Vorwurf, die Fahrradfahrerin zu nahe überholt und sie beim nachfolgenden Rechtsabbiegen dadurch touchiert und dies nachher realisiert zu haben, geht vor dem Hintergrund der jedem Fahrzeugführer als bekannt vorausgesetzten Grundregel, sich im Verkehr so zu verhalten, dass er andere in der ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder behindert noch gefährdet (Art. 26 Abs. 1 SVG), offensichtlich mit der Anschuldigung einher, beim eigenen Fahrverhalten nicht genügend auf die Fahrradfahrerin Rücksicht genommen zu haben. Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, er sei beim Überholmanöver zu nahe an die Fahrradfahrerin herangefahren und er habe mit seinem Fahrzeug das Fahrrad touchiert.”
Subjektiv verlangt Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten; bei fahrlässiger Begehung ist mindestens grobe Fahrlässigkeit erforderlich. Grobe Fahrlässigkeit liegt insbesondere vor, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Sie kann aber auch gegeben sein, wenn der Täter die Gefährdung anderer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht (unbewusste Fahrlässigkeit), sofern dieses Nichtbedenken auf Rücksichtslosigkeit beruht.
“Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.1; 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 1). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93 E.”
“Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_272/2023 vom 2. Oktober 2024 E. 1.3.1; 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; je mit Hinweisen). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist.”
“Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; Urteil 6B_85/2023 vom 8. November 2023 E. 1.2.1; je mit Hinweisen). Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist.”
Auch kurzfristige oder zeitlich begrenzte Blockaden des Verkehrs (z. B. einige Minuten bis zu mehreren Dutzend Minuten) können eine Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG darstellen; in den angeführten Entscheiden wurde in solchen Fällen regelmässig eine Ahndung im Sinne einer einfachen Übertretung bzw. einer Busse vorgenommen.
“Le Tribunal fédéral a retenu une entrave illicite à l'encontre de celui qui maintient abaissée, par des chaînes, une barrière de passage à niveau, en immobilisant le treuil avec une colle instantanée et paralyse ainsi le trafic routier pendant une dizaine de minutes (ATF 119 IV 301). 4.1.2 Aux termes de l’art. 13 al. 1 CP, quiconque agit sous l’influence d’une appréciation erronée des faits est jugé d’après cette appréciation si elle lui est favorable. Agit sous l’emprise d’une erreur sur les faits celui qui n’a pas connaissance ou qui se base sur une appréciation erronée d’un élément constitutif d’une infraction pénale. L’intention délictueuse fait défaut. L’auteur doit être jugé selon son appréciation erronée si celle-ci lui est favorable (ATF 129 IV 238 consid. 3.1 ; TF 6B_943/2019 du 7 février 2020 consid. 4.1 ; TF 6B_1012/2017 du 23 mars 2018 consid. 2.1 ; TF 6B_996/2017 du 7 mars 2018 consid. 4.2). Déterminer ce qu’une personne a su, envisagé, voulu ou accepté relève des constatations de fait (ATF 142 IV 137 consid. 12 ; ATF 141 IV 369 consid. 6.3). 4.1.3 Aux termes de l’art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. L'art. 26 al. 1 LCR prescrit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. 4.2 En l’espèce, il ressort du rapport de police (P. 4) que le trafic a été complètement stoppé pendant quarante-cinq minutes. Comme retenu par le Tribunal de police (cf. jgmt, p. 13), il s'agit d'un axe lausannois très fréquenté permettant de rejoindre l'autoroute depuis le centre-ville, avec quatre lignes de bus à fréquence élevée. L’appelant ne saurait se prévaloir de ne pas avoir constaté la gêne puisque, précisément, le trafic a dû être dévié et qu’il ressort de ses déclarations aux débats de première instance qu’il a pu constater qu’aucun véhicule ne passait. Il n’a pas pu échapper à l’appelant que le trafic a été bloqué de 17h50 à 18h35 et qu’il n’a pu être finalement rétabli qu’à 19h30, heure de la levée du dispositif policier.”
“qui, au vu de l’insistance de son collègue et du fait qu’il a semblé ne reculer devant rien pour parvenir à ses fins, a eu raison de sa résistance. Ce n’est qu’en raison du procédé employé par le prévenu que E., qui était loin d’imaginer ce qui l’attendait, a finalement suivi A. jusqu’au parking du [...]. Par conséquent, c’est à juste titre que le tribunal a reconnu A. coupable de contrainte au sens de l’art. 181 CP. Le motif de l’appelant s’avère par conséquent mal fondé. 8. 8.1 L’appelant se plaint d’une violation du principe « in dubio pro reo », d’une violation des art. 90 LCR et 37 al. 2 LCR et d’une constatation inexacte des faits, en tant qu’aucun élément au dossier ne permettrait de retenir avec certitude qu’il a barré la route à E.. 8.2 Les principes relatifs à la présomption d’innocence et à l’appréciation des preuves ont déjà été rappelés ci-dessus, de sorte qu’il y est renvoyé (cf. 4.2 supra). 8.3 En vertu de l’art. 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière ; 741.01), celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. L’art. 37 al. 2 LCR prévoit que les véhicules ne seront arrêtés ni parqués aux endroits où ils pourraient gêner ou mettre en danger la circulation. 8.4 Le Tribunal a considéré qu’A. s’était rendu coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), considérant qu’en stoppant son véhicule sur la chaussée, il avait mis en danger les autres usagers de la circulation (art. 37 al. 2 LCR). L’appelant se contente, une nouvelle fois, d’opposer sa propre version des faits à celle qui a été retenue par le premier juge. Tel que cela résulte de ce qui précède, même si A. conteste au stade de l’appel avoir commis une infraction à la loi sur la circulation routière, il a admis lors de ses auditions être remonté avec son véhicule automobile à la hauteur de E.”
Ungünstige Sichtverhältnisse (z. B. starker Regen, Nebel, auf die Fahrbahn fallende Rauchschwaden, Sonnenblendung) sind bei der Beurteilung, ob eine Abstandsunterschreitung als grobe Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren ist, zu berücksichtigen; bei geringer Sicht muss der Abstand so bemessen sein, dass ein rechtzeitiges Anhalten möglich bleibt.
“1 OCR, est applicable, de jour, dans les circonstances les plus diverses, notamment lorsque les conditions atmosphériques réduisent la visibilité ; ainsi, en cas de forte pluie, de brouillard, de fumée rabattue sur la route ou d’éblouissement par le soleil (Bussy/Rusconi/Jeanneret/Kuhn/Mizel/Müller, Code suisse de la circulation routière commenté, 4e éd. 2015, n. 1.18 et 1.20 ad art. 32 LCR, pp. 400 s. et les réf. cit.) ; en particulier, en cas d’éblouissement, le conducteur ébloui doit adapter sa vitesse au fait qu’il voit moins loin que normalement et, s’il est aveuglé au point de ne plus rien voir, il doit immédiatement s’arrêter et ne continuer que s’il voit suffisamment loin (Bussy et alii, op. et loc. cit. ; ATF 77 IV 100). L'art. 34 al. 4 LCR prévoit que le conducteur doit observer une distance suffisante notamment lorsque des véhicules se suivent. Cette disposition est concrétisée à l'art. 12 al. 1 OCR selon lequel lorsque des véhicules se suivent, le conducteur se tiendra à une distance suffisante du véhicule qui le précède, afin de pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. L'irrespect d'une distance suffisante constitue une violation simple (art. 90 al. 1 LCR), le cas échéant grave (art. 90 al. 2 LCR) des règles de la circulation. Ce qu'il faut comprendre par "distance suffisante" au sens de l'art. 34 al. 4 LCR doit être déterminé au regard de toutes les circonstances, telles en particulier que la configuration des lieux, la densité du trafic, la visibilité et le véhicule en cause (TF 6B_110/2017 du 12 octobre 2017 consid. 2.1). Il n'y a pas de règle générale développée par la jurisprudence qui indiquerait à partir de quelle distance une violation des règles de la circulation pourrait être retenue. Les règles des deux secondes ou du "demi compteur" (correspondant à un intervalle de 1.8 secondes) constituent cependant des standards minimaux habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1 p. 135 s. ; TF 6B_110/2017 du 12 octobre 2017 consid. 2.1). Par principe, l'automobiliste qui circule devant n'a pas à tenir compte de la possible inattention de celui qui le suit (ATF 115 IV 248 consid. 3). Il est néanmoins tenu à certaines obligations envers le véhicule qui suit. Ainsi, l’art.”
Auch die einfache Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG kann bei Teilnahme an Sitzblockaden oder ähnlichen Demonstrationen verwirklicht sein. Trägt die Teilnahme zu erheblichen Verkehrsunterbrüchen (z. B. längere Einstellung von Buslinien) bei, kann dies den Tatbestand erfüllen; die Verantwortlichkeit kann sich dabei auch aus Fahrlässigkeit ergeben.
“En effet, il semble que ce soit le déplacement des activistes, refoulés par la police, qui a causé ces perturbations supplémentaires lorsque la foule est remontée vers la gare, sans que l’on puisse l’imputer spécifiquement à l’appelant qui participait au sit-in au niveau de l’arrêt de bus Maladière-lac. Compte tenu de ce qui précède, il est établi à satisfaction que le trafic sur la partie de l’avenue de Rhodanie occupée par l’appelant et les autres activistes ne devait pas être interrompu par la manifestation à laquelle s’étaient préparés les TL. Il est également établi qu’aucun bus de la ligne n° 2 n’a circulé entre 12h20 et 16h50, ce qui correspond à 9 bus, et que la ligne de bus n° 24 a été interrompue au niveau de l’arrêt Vidy-Port durant 41 minutes. L’intensité des perturbations créées par les activistes auxquels appartenait l’appelant, tant pour les bus que pour les autres véhicules, est suffisamment importante pour réaliser les infractions d’entrave aux services d’intérêt général au sens de l’art. 239 CP et de violation simple des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 1 LCR en relation avec les art. 26 al. 1, 49 al. 2 LCR et 46 al. 2 OCR. La condamnation de l’appelant pour ces deux infractions, qui sont en concours, doit dès lors être confirmée, étant rappelé que les TL ont été pris au dépourvu par la manifestation inattendue à laquelle l’appelant a participé en toute connaissance de cause, répondant à l’appel du collectif XR. 3. La peine prononcée doit être revue, compte tenu de l’acquittement du chef de contravention à LContr. en relation avec de l’art. 41 RGP. 3.1 3.1.1 Selon l’art. 47 CP, le juge fixe la peine d'après la culpabilité de l'auteur. Il prend en considération les antécédents et la situation personnelle de ce dernier ainsi que l'effet de la peine sur son avenir (al. 1). La culpabilité est déterminée par la gravité de la lésion ou de la mise en danger du bien juridique concerné, par le caractère répréhensible de l'acte, par les motivations et les buts de l'auteur et par la mesure dans laquelle celui-ci aurait pu éviter la mise en danger ou la lésion, compte tenu de sa situation personnelle et des circonstances extérieures (al.”
“Ainsi, le blocage comme tel d’un axe routier avec disposition d’obstacles, à un endroit empêchant tout contournement direct, comme un pont, puis immobilisation des manifestants sur la chaussée en adoptant des positions et des prises (« tortue » et « sit-in ») compliquant leur évacuation exprimait clairement que ce comportement collectif n’avait pas été approuvé par l’autorité compétente. Enfin, les interventions, sommations d’évacuation et avis de dénonciation de la police démontraient à l’évidence le caractère illicite du regroupement. L’appelante savait donc que l’action de blocage n’était pas autorisée, outre le fait qu’en demeurant assise, elle excédait le seuil de tolérance, ayant entendu les premières injonctions de la police adressées de façon générale aux manifestants. L’intention de bloquer le trafic, et donc également les services d’intérêt général, est ainsi établie. En définitive, l’infraction de l’art. 239 CP est réalisée, tant objectivement que subjectivement, et l’appel doit être rejeté sur ce point. 7. 7.1 En ce qui concerne la contravention de l’art. 90 al. 1 LCR pour avoir transgressé l’art. 26 al. 1 LCR, l’appelante prétend, à nouveau, qu’ignorant la non-autorisation de la manifestation, elle n’avait pas l’intention de gêner le trafic. 7.2 L'art. 26 al. 1 LCR prescrit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. 7.3 D’une part, comme on l’a vu ci-dessus, l’appelante savait que la manifestation n’était pas autorisée et l’a démontré lorsqu’elle a pris part au sit-in et, d’autre part, sur le plan subjectif, la contravention peut aussi être commise par négligence, en application de l’art. 100 al. 1 première phrase LCR. Ainsi, même un manifestant par hypothèse de bonne foi expérimentant le déroulement de la manifestation devait en réaliser l’illicéité et pouvait la vérifier, ne serait-ce qu’en questionnant un organisateur ou un policier. Le grief doit être rejeté, de sorte que l’appelante doit être condamnée pour violation simple des règles de la circulation routière.”
Auch kurzzeitige erhebliche Unaufmerksamkeit (z. B. ca. 3 Sekunden Blick aufs Mobiltelefon) oder das Nichtanpassen der Geschwindigkeit kann bereits eine erhöhte abstrakte Gefährdung begründen und somit Art. 90 SVG erfüllen.
“Il requiert la mise en œuvre d’une expertise pour déterminer si l’accident aurait pu être évité ou non. 4.2 4.2.1 Selon l'art. 31 al. 1 LCR, le conducteur doit rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence. Selon l'art. 3 al. 1 OCR, le conducteur voue son attention à la route et à la circulation. La violation simple de ces règles de circulation est punie de l'amende (art. 90 al. 1 LCR). Le degré de l'attention requise par l'art. 3 al. 1 OCR s'apprécie au regard des circonstances d'espèce, telles que la densité du trafic, la configuration des lieux, l'heure, la visibilité et les sources de danger prévisibles (ATF 127 II 302 consid. 3c p. 303 et arrêt cité). Il est rappelé la teneur de l’art. 26 al. 2 LCR selon lequel une prudence particulière s’impose à l’égard des enfants, des infirmes et des personnes âgées, et de même s’il apparaît qu’un usager de la route va se comporter de manière incorrecte. Les règles de la circulation sont des prescriptions de sécurité destinées à prévenir les accidents. L'art. 90 LCR réprime donc une infraction de mise en danger abstraite, sans égard au résultat concret de ces violations (cf. ATF 92 IV 33 consid. 1 p. 34). Par ailleurs, il y a lieu de préciser qu’il n’existe aucune compensation des fautes en droit pénal (ATF 85 IV 91) chacun étant puni pour celles qu’il a commises (ATF 105 IV 213). 4.2.2 Les autorités pénales mettent en œuvre tous les moyens de preuves licites qui, selon l’état des connaissance scientifiques et l’expérience, sont propres à établir la vérité (art. 139 al. 1 CPP). Le Ministère public et les tribunaux ont recours à un ou plusieurs experts lorsqu’ils ne dispose pas des connaissances et des capacités nécessaires pour constater ou juger un état de fait (art. 182 CPP). Il n’y a toutefois pas lieu d’administrer des preuves sur des faits non pertinents, notoires, connus de l’autorité pénale ou déjà suffisamment prouvés (art. 139 al. 2 CPP). 4.3 En l’occurrence, l’appelant perd de vue qu’il s’agit de trancher la question de la violation de l’art.”
“Die Feststellung der Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer seinen Blick während ca. drei Sekunden auf sein Mobiltelefon gerichtet und damit die Aufmerksamkeit vom Verkehrsgeschehen abgewendet hatte, erscheint weder als als offensichtlich falsch noch auch nur als in Widerspruch zur Darstellung des Beschwerdeführers. Denn dass das Gesichtsfeld des Beschwerdeführers eingeschränkt gewesen wäre, schreibt das Verwaltungsgericht nicht. Und ebensowenig bestreitet der Beschwerdeführer, dass er während der fraglichen Zeit von ca. drei Sekunden auf das Mobiltelefon und nicht auf den Verkehr schaute. Hinsichtlich der beanstandeten Feststellung einer Verkehrsgefährdung ist aufgrund der von der Vorinstanz gewählten Worte davon auszugehen, dass sie sich auf eine abstrakte Gefährdung bezieht. So legt sie dar, welche Folgen das Verhalten (die Unaufmerksamkeit) des Beschwerdeführers typischerweise hätte haben können. Wenn dagegen im Strafbefehl festgehalten wird, es habe keine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer bestanden, ist dagegen offensichtlich eine konkrete Gefahr gemeint. Art. 90 SVG ist ein abstraktes Gefährdungsdelikt, es wäre mithin widersprüchlich, wenn die Staatsanwaltschaft den Beschwerdeführer gestützt darauf verurteilt und gleichzeitig selbst eine bloss abstrakte Gefährdung ausgeschlossen hätte (vgl. Urteil 6B_965/2010 vom 17. Mai 2011 E. 3.2 mit Hinweisen, in: JdT 2011 I S. 316; GERHARD FIOLKA, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 47 zu Art. 90 SVG). Die Rüge der offensichtlich unrichtigen Sachverhaltsfeststellung ist deshalb auch insoweit unbegründet. Ob eine abstrakte Gefährdung ausreicht, ist schliesslich eine Frage, die nicht den Sachverhalt betrifft, sondern die Rechtsanwendung.”
Art. 90 Abs. 1 SVG sieht eine Busse vor. Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, ist im Urteil eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag bis höchstens drei Monaten auszusprechen. Busse und Ersatzfreiheitsstrafe sind nach den Verhältnissen des Täters so zu bemessen, dass sie dem Verschulden angemessen sind; dabei sind Vorleben, persönliche Verhältnisse und das Verschulden zu berücksichtigen.
“Rechtliche Grundlagen Art. 90 Abs. 1 SVG sieht als Strafe Busse vor. Bestimmt es das Gesetz nicht an- ders, so ist der Höchstbetrag der Busse CHF 10'000.00 (Art. 106 Abs. 1 StGB). Das Gericht spricht im Urteil für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten aus. Es bemisst Busse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Verhältnis- sen des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden ange- messen ist. Dabei hat es das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse wie auch die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters zu berücksichtigen (Art. 47 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 104 StGB). Das Verschulden wird dabei nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit dieser nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB i.V.m. Art.”
“Wenn die Vorinstanz in subjektiver Hinsicht zum Schluss gelangt, dass der Beschuldigte mit seinem Handeln den Gefährdungserfolg in Kauf nahm, ist dies fraglich, zu Gunsten des Beschuldigten aber zumindest nicht willkürlich und zu übernehmen. Es kann auf ihre Ausführungen verwiesen werden (Urk. 45 S. 9). 5.Ferner liegen weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vor. 6.Der Beschuldigte ist demzufolge und in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen, und er ist hierfür zu bestrafen. - 15 - V. Sanktion 1.Mit Busse wird bestraft, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungs- vorschriften des Bundesrats verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Zudem ist im Urteil für den Fall, dass der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht bezahlt, eine Ersatzfrei- heitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens 3 Monaten auszusprechen (Art. 102 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 106 Abs. 2 StGB). Die Busse und die Ersatzfreiheitsstrafe sind je nach den Verhältnissen des Täters so zu bemessen, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 102 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 106 Abs. 3 StGB). 2.Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg- gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art.”
“für die Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG ist zu bestätigen (act. B.2 E. 4.11). Insgesamt ist also eine Busse von CHF 3'200.00 auszusprechen. Diese ist zu bezahlen. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 11 Tage festgesetzt (Art. 106 Abs. 2 StGB).”
Ergibt sich aus der Umständeinschätzung, dass die begangene Verkehrsverletzung als isolierter Vorfall erscheint und die Vorgeschichte des Täters keine auf künftige Gefährlichkeit hinweisenden Elemente enthält, kann die Beschlagnahme bzw. Einziehung des Fahrzeugs aus Gründen der Verhältnismässigkeit entfallen.
“69 ss CP ou d’autres normes de confiscation spéciales (Julen Berthod, in : Jeanneret/Kuhn/Perrier DepeursingeKuhn/Jeanneret, op. cit., n. 7 ad art. 263 CPP). 2.2.3 En vertu de l’art. 90a al. 1 LCR, le tribunal peut ordonner la confiscation d’un véhicule automobile lorsque les règles de la circulation ont été violées gravement et sans scrupules (let. a) et que cette mesure peut empêcher l’auteur de commettre d’autres violations graves des règles de la circulation (let. b). Les conditions de l’art. 90a al. 1 let. a LCR sont en principe remplies lorsqu’il existe un soupçon de violation grave et qualifiée des règles de la circulation au sens de l’art. 90 al. 3 et 4 LCR (ATF 140 IV 133 consid. 3.4, JdT 2014 I 329 et 2015 IV 22 ; ATF 139 IV 250 consid. 2.3.3, JdT 2014 IV 89 ; TF 1B_275/2013 du 28 octobre 2013 consid. 2.3.3; JdT 2015 III 104). Une éventuelle confiscation ne se limite toutefois pas aux cas de l’art. 90 al. 3 et 4 LCR, mais entre également en considération en cas de violations graves (non qualifiées) des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 2 LCR (ATF 140 IV 133 précité ; ATF 139 IV 250 précité ; CREP 18 septembre 2018/718 consid. 2.2). Sous l’angle de l’art. 90a al. 1 let. b LCR, le juge du séquestre examine si le conducteur pourrait à l’avenir compromettre la sécurité routière avec le véhicule automobile utilisé ou si le séquestre confiscatoire serait à même d’empêcher le conducteur de commettre une nouvelle infraction routière grave (ATF 140 IV 133 précité ; ATF 139 IV 250 précité). Afin de poser ce pronostic, l’examen des antécédents de l’auteur peut servir d’appui à la réflexion du juge, la dangerosité devant être exclue lorsque l’infraction commise au moyen du véhicule apparaît comme un incident isolé dans l’histoire de l’auteur (JdT 2015 III 104 précité ; CREP 18 septembre 2018/718 précité ; CREP 11 mai 2018/246 consid. 2.2). 2.3 En l’espèce, les conditions d’un séquestre conservatoire du véhicule conduit le soir des faits par X.________ apparaissent prima facie réalisées pour les motifs exposés par le Ministère public. Toutefois, considérant que le détenteur du véhicule n’est pas le prévenu, mais sa fille, que celle-ci a rendu vraisemblable que l’utilisation de ce véhicule est essentielle à la vie de sa famille, qu’elle en a besoin pour poursuivre l’apprentissage de la conduite, avec l’aide de sa mère, et qu’elle s’est engagée à prendre les mesures nécessaires pour que son père ne puisse plus disposer dudit véhicule, il apparait que la mesure de séquestre ne respecte pas le principe de la proportionnalité.”
Überholen trotz Rotlicht vor einer einspurigen Baustelle, wodurch das Risiko entsteht, den Gegenverkehr erheblich zu gefährden oder zu behindern, kann als Inkaufnahme einer ernstlichen Gefahr im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden.
“infraction à la loi sur la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), commise le 21 juin 2018, à ________, par le fait d’avoir dépassé deux véhicules devant un feu de signalisation placé devant un chantier ne présentant plus qu’une voie de circulation et prendre le risque de gêner le trafic prioritaire venant en face, et par le fait de ne pas avoir respecté le signal lumineux (feu rouge) avec un véhicule automobile ;”
Bei einfachen Verletzungen gemäss Art. 90 Abs. 1 stützen sich Gerichte regelmässig auf den Sachverhalt, wie er im Strafbefehl oder im Polizeirapport dargelegt ist, sofern diese Unterlagen nicht durch andere Beweismittel erschüttert werden. Wird ein solcher Rapport ganz oder teilweise vom Betroffenen anerkannt, genügt dies häufig für die Verurteilung.
“Zusammenfassend ist die vorinstanzliche Feststellung des Sachverhalts weder offensichtlich unrichtig noch beruht sie auf einer Rechtsverletzung. Dem- entsprechend ist für die rechtliche Würdigung auf den Sachverhalt gemäss Straf- befehl vom 16. März 2021 abzustellen. - 20 - IV. Rechtliche Würdigung Die von der Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdigung ist zutreffend und gibt zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass. Es kann deshalb vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden (Urk. 44 S. 8 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Verteidigung hat zu Recht nicht vorgebracht, dass die rechtli- che Würdigung der Vorinstanz für den Fall, dass sich der angeklagte Sachverhalt rechtsgenügend erstellen lasse, unzutreffend sei. Der Beschuldigte ist daher der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 und Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG sowie Art. 36 Abs. 1 und Art. 75 Abs. 1 SSV schuldig zu sprechen. V. Strafzumessung”
“Cela ne lui ôte toutefois pas la valeur probante inhérente à un tel document, dès lors qu'il ne se heurte à aucun autre élément du dossier et est même en partie reconnu par l'appelant, qui n'exclut pas avoir franchi une double ligne de sécurité. Le premier juge n'a ainsi pas établi les faits de manière manifestement inexacte. Toujours au vu du rapport de police du 7 juillet 2020, il n'a pas non plus versé dans l'arbitraire en ne retenant pas que l'appelant avait franchi la double ligne de sécurité par négligence, en se contentant de suivre le cortège. Le comportement de B______ est donc constitutif d'une contravention au sens de l'art. 90 al. 1 LCR (art. 26 al. 1, 27 al. 1, 34 al. 1 LCR et 73 al. 6 let. a OSR) et sa culpabilité sera confirmée. 3.7. C______ La TP a retenu qu'elle s'était arrêtée au milieu de la chaussée pendant plusieurs secondes sans verser dans l'arbitraire puisque ces faits, en définitive admis, ressortent du rapport de police du 30 juin 2020, confirmé par écrit par son auteur. Son comportement est ainsi constitutif d'une contravention au sens de l'art. 90 al. 1 LCR (art. 26 al. 1, 37 al. 1 LCR et 18 al. 1 OCR). L'appelante argue vainement qu'une condamnation sur la seule base de l'art. 26 LCR était contraire au droit et que la circulation était déjà bloquée par le cortège. Il est en effet indiscutable qu'elle a contrevenu à l'interdiction de s'arrêter n'importe où sur une voie de circulation sans égard pour les véhicules qui suivent, qui plus est sur l'un des axes routiers principaux du canton. Il ne ressort pas du rapport de police du 30 juin 2020 qu'à son emplacement, le trafic était déjà intégralement bloqué en amont de sorte que son comportement ne pouvait plus influer sur la circulation. L'application de l'art. 37 al. 1 LCR par la CPAR sans interpellation préalable ne viole par ailleurs pas son droit d'être entendue pour les motifs mentionnés supra au consid. 2.2.2. 3.8. D______ Le TP a établi conformément au droit que l'appelant s'est approché et adressé aux agents procédant au contrôle d'un manifestant et qu'il n'avait pas obtempéré à leur ordre de quitter les lieux de l'interpellation, ce qui n'est pas contesté.”
“44 RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/21891/2019 AARP/241/2021 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 3 août 2021 Entre A______, domicilié ______, France, comparant en personne, appelant, contre le jugement JTDP/300/2021 rendu le 10 mars 2021 par le Tribunal de police, et LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimé. EN FAIT : A. a. En temps utile, A______ appelle du jugement du 10 mars 2021, par lequel le Tribunal de police (TP) l'a reconnu coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 de la Loi fédérale sur la circulation routière [LCR]) et l'a condamné à une peine pécuniaire de 25 jours-amende à CHF 150.- l'unité, assortie du sursis et délai d'épreuve de trois ans, tout en le sanctionnant d'une amende de CHF 750.- à titre de sanction immédiate (peine de substitution de cinq jours), frais de procédure à sa charge. A______ conclut à la déqualification juridique des faits en contravention à la LCR (art. 90 al. 1 LCR) ainsi que, dans tous les cas, au prononcé d'une peine "juste et proportionnelle". b. Selon l'ordonnance pénale du 6 novembre 2019, il est reproché à A______ d'avoir, le 24 juillet 2019, circulé sur la route 1______ (B______) à 70 km/h alors que la vitesse maximale autorisée est de 40 km/h, soit un dépassement total, sous déduction de la marge de sécurité, de 25 km/h. B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : a. Le 24 juillet 2019 à 07h24, le motocycle immatriculé en France, conduit par A______, a été photographié par un appareil radar immobile, surveillé par du personnel spécialisé sur la route 1______, alors que celui-ci circulait, en direction du Pont C______, à une vitesse de 70 km/h. Le radar était situé à la hauteur du n° 2______ de la route précitée, dont le tracé est rectiligne. Les faits se sont produits de jour, alors que la chaussée était sèche, le trafic fluide et les conditions météorologiques bonnes, à l'instar de la visibilité. b.a. Les rapports de police indiquent que la vitesse maximale autorisée sur le tronçon où se trouvait le véhicule lorsqu'il a été photographié est de 40 km/h, d'où un dépassement de 25 km/h (marge de sécurité de 5 km/h déduite) de la vitesse maximale autorisée.”
“La cession du véhicule à l'acheteur indiqué est attestée par les informations transmises au SDC par le CCPD, l'intimé a immédiatement produit le contrat de cession sans se contredire à ce sujet et les informations concernant le cessionnaire sont en particulier confirmées par la carte d'identité de ce dernier, également versée au dossier. Sur la base de ce qui précède, l'acquittement de l'intimé sera confirmé et l'appel du MP rejeté. 2. Au vu de l'issue de l'appel, les frais de la procédure seront laissés à la charge de l'Etat (art. 428 CPP). La répartition des frais de la procédure préliminaire et de première instance n'a pas à être revue (art. 428 al. 3 CPP a contrario). * * * * * PAR CES MOTIFS, LE PRESIDENT DE LA CHAMBRE PENALE D'APPEL ET DE REVISION : Reçoit l'appel formé par le Ministère public contre le jugement rendu le 22 janvier 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/13095/2020. Le rejette. Laisse les frais de la procédure d'appel à la charge de l'Etat. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Acquitte A______ de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Laisse les frais de la procédure à la charge de l'Etat (art. 423 al. 1 CPP)." Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police, à l'Office cantonal de la population et des migrations et à l'Office cantonal des véhicules. Le greffier : Alexandre DA COSTA Le président : Pierre BUNGENER Indication des voies de recours : Conformément aux art. 78 ss de la loi fédérale sur le Tribunal fédéral du 17 juin 2005 (LTF; RS 173.110), le présent arrêt peut être porté dans les trente jours qui suivent sa notification avec expédition complète (art. 100 al. 1 LTF), par-devant le Tribunal fédéral (1000 Lausanne 14), par la voie du recours en matière pénale, sous la réserve qui suit.”
Bei schneebedeckter, vereister oder nasser Fahrbahn ist die Geschwindigkeit den Verhältnissen anzupassen; im vorliegenden Entscheid hätte der Lenker bereits vor dem Erkennen der Fussgängerin unter die gefahrenen 45 km/h reduzieren müssen. Sobald ein Fussgänger erkennbar ist oder typisches Fussgänger‑Verhalten zeigt, besteht zudem die Pflicht, die Geschwindigkeit weiter zu verringern, um eine Gefährdung zu vermeiden.
“Der Beschuldigte hätte zum einen schon vor Erblicken der Fussgängerin eine tiefere Geschwindigkeit als 45 km/h fahren müssen, was dem Schneefall, der schneebedeckten Strasse und seinem Lieferwagen mit Anhänger angepasst gewesen wäre. Zum anderen hätte er bei Erblicken der Fussgängerin am Strassenrand seine Geschwindigkeit reduzieren müssen, womit gemäss Zusatzgutachten der D.________ vom 11. März 2023 die Kollision hätte verhindert werden können (vgl. pag. 208 Ziff. 3.2). Der Beschuldigte hat den Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung sowohl in objektiver als auch subjektiver Hinsicht erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind weder dargetan noch ersichtlich. Der Beschuldigte ist somit der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 i.V.m. 32 Abs. 1 und 33 Abs. 2 SVG sowie Art. 4 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen. III. Strafzumessung Allgemeine Ausführungen Vorab kann auf die korrekten theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung verwiesen werden (pag. 311 f., S. 40 f. der Urteilsbegründung). Der Strafrahmen für die grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG beträgt Freiheitsstrafe von mindestens drei Tagen (Art. 40 Abs. 1 StGB) bis zu drei Jahren oder Geldstrafe von mindestens drei bis höchstens 180 Tagessätzen (Art. 34 Abs. 1 StGB). Die Kammer hat das Verbot der reformatio in peius zu beachten. Sie darf die vorinstanzlich ausgesprochene Geldstrafe von 90 Tagessätzen und die Verbindungsbusse von CHF 2’000.00 mit Ersatzfreiheitsstrafe von zwanzig Tagen nicht erhöhen. Konkrete Strafzumessung”
“Indem der Beschuldigte mit der sich auf dem Fussgängerstreifen befindenden Fussgängerin kollidierte und diese am linken Fuss eine Trümmerfraktur sowie diverse Prellungen, Rippenquetschungen und einen angeknacksten Brustwirbel erlitt, verursachte er eine konkrete Gefahr. Ein geringer Intensitätsgrad der Gefährdung ist vorliegend nicht gegeben. Aus den genannten Gründen ist der objektive Tatbestand der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Nur nebenbei sei erwähnt, dass selbst wenn man beweiswürdigungsmässig auf die Angaben des Beschuldigten abgestellt hätte und von einem starken Schneefall, 30-35 km/h und einer vereisten Strasse ausgegangen wäre, dessen gefahrene Geschwindigkeit nicht den Verhältnissen angepasst gewesen wäre. So hätte er bei starkem Schneefall, einer schneebedeckten und vereisten Strasse die Geschwindigkeit seines Lieferwagens noch weiter reduzieren müssen, spätestens dann, als er die Fussgängerin am Strassenrand erblickte. Auch diesfalls hätte er durch sein Verhalten elementare Sorgfaltsregeln missachtet und die anderen Verkehrsteilnehmer in hohem Masse gefährdet. Damit wäre der objektive Tatbestand der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ebenfalls erfüllt gewesen. Die Vorinstanz führte zudem korrekt aus, dass selbst wenn der Beschuldigte als Ortsunkundiger nicht gewusst und aufgrund des Schnees nicht gesehen hätte, dass sich dort ein Fussgängerstreifen befindet, er hätte verlangsamen müssen, als er die Fussgängerin am Strassenrand erblickte und diese das für Fussgänger typische Verhalten (nach links und rechts schauen) zeigte. Aufgrund der Strassenverhältnisse wäre er diesfalls zu grösserer Sorgfalt angehalten gewesen und hätte langsamer und aufmerksamer fahren müssen (pag. 305, S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung mit Verweis auf das Urteil der”
“Der Beschuldigte hätte zum einen schon vor Erblicken der Fussgängerin eine tiefere Geschwindigkeit als 45 km/h fahren müssen, was dem Schneefall, der schneebedeckten Strasse und seinem Lieferwagen mit Anhänger angepasst gewesen wäre. Zum anderen hätte er bei Erblicken der Fussgängerin am Strassenrand seine Geschwindigkeit reduzieren müssen, womit gemäss Zusatzgutachten der D.________ vom 11. März 2023 die Kollision hätte verhindert werden können (vgl. pag. 208 Ziff. 3.2). Der Beschuldigte hat den Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung sowohl in objektiver als auch subjektiver Hinsicht erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind weder dargetan noch ersichtlich. Der Beschuldigte ist somit der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 i.V.m. 32 Abs. 1 und 33 Abs. 2 SVG sowie Art. 4 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen. III. Strafzumessung Allgemeine Ausführungen Vorab kann auf die korrekten theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung verwiesen werden (pag. 311 f., S. 40 f. der Urteilsbegründung). Der Strafrahmen für die grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG beträgt Freiheitsstrafe von mindestens drei Tagen (Art. 40 Abs. 1 StGB) bis zu drei Jahren oder Geldstrafe von mindestens drei bis höchstens 180 Tagessätzen (Art. 34 Abs. 1 StGB). Die Kammer hat das Verbot der reformatio in peius zu beachten. Sie darf die vorinstanzlich ausgesprochene Geldstrafe von 90 Tagessätzen und die Verbindungsbusse von CHF 2’000.00 mit Ersatzfreiheitsstrafe von zwanzig Tagen nicht erhöhen. Konkrete Strafzumessung”
Fehlt eine erkennbare Abgrenzung (z. B. Signalisation oder Barriere), kann eine privat genutzte Fläche als öffentliche Verkehrsfläche im Sinne von Art. 1 LCR angesehen werden. In diesem Fall sind die LCR und ihre Ausführungsbestimmungen anwendbar, sodass eine Bestrafung nach Art. 90 Abs. 1 SVG in Betracht kommt.
“C'est également en vain que le recourant se prévaut des ATF 101 IV 173 et 109 IV 131, étant donné que les états de fait divergent sur des éléments déterminants. Dans la première affaire précitée, une signalisation interdisant d'y pénétrer et d'y circuler se trouvait sur la place privée en question, tandis que dans le second cas, le propriétaire d'une partie du trottoir ouvert à la circulation publique avait manifesté sa volonté de disposer de son espace en y déposant des objets tels que des tables, chaises, bacs à fleurs, voire véhicules à moteur. Aucune de ces deux hypothèses n'est réalisée en l'occurrence. En effet, si l'intention du recourant était de rendre la place pavée devant l'entrée du garage de la villa privée, il devait la rendre visible aux tiers, notamment par des signaux ou une barrière. En l'absence de telles indications claires, l'emplacement en question doit être considéré comme étant une voie publique au sens de l'art. 1 LCR et 1 al. 2 OCR. Il s'ensuit que la LCR ainsi que ses dispositions d'exécution sont applicables. Dans la mesure où le recourant ne soulève pas d'autre grief à l'encontre de sa condamnation du chef de l'art. 90 al. 1 LCR, celle-ci peut être confirmée.”
Konkurrenzlage: Steht die Verkehrsregelverletzung in unmittelbarem kausalem Zusammenhang mit der Fahrunfähigkeit, wird sie von der schwereren Tat nach Art. 91 Abs. 2 SVG als konsumiert betrachtet; dies gilt auch für die sich anschliessende administrative Sanktionierung (vgl. Quelle 0). Dagegen liegt echte Konkurrenz vor, wenn das Nichtbeherrschen des Fahrzeugs nicht ausschliesslich auf Trunkenheit/Fahrunfähigkeit zurückzuführen ist (vgl. Quelle 1). Zwischen Art. 90 Abs. 1 SVG und Art. 91a Abs. 1 SVG wird ebenfalls echte Konkurrenz angenommen (vgl. Quellen 2 und 3).
“L'autorité administrative doit alors prononcer une mesure pour l'infraction la plus grave et en prolonger la durée équitablement. Sur la base de tous les éléments à prendre en compte, elle fixe ainsi une mesure d'ensemble, comme prévu par l'art. 49 al. 1 CP (cf. arrêt TC FR 603 2023 154 du 1er mars 2024 consid. 6.2; Mizel, Droit et pratique illustrée du retrait du permis de conduire, 2015, p. 547 s.). En l'espèce, à l'instar du juge pénal, la Cour n'a pas retenu que la conductrice a manipulé son téléphone portable d'une manière qui entrave la conduite (cf. supra consid. 3.2). Faute d'une autre motivation suffisante, on ne peut donc pas confirmer la décision de l'autorité administrative de s'écarter du minimum légal. Il ne se justifie notamment pas non plus de confirmer cette durée au motif que la recourante a perdu la maîtrise de son véhicule en faisant une sortie de route. En effet cette infraction est la conséquence directe de son assoupissement au volant. Partant, au plan pénal, l'infraction à l'art. 90 al. 1 LCR est absorbée par l'infraction de conduite en état d'incapacité de l'art. 91 al. 2 let. b LCR (cf. Fahrni/Heimgartner, BSK SVG, 2014, art. 91 SVG no 66), ce qui doit valoir également s'agissant de la sanction administrative, de sorte que l'autorité intimée ne pouvait pas prononcer une peine d'ensemble au sens de l'art. 49 CP pour une infraction grave (incapacité de conduire) et moyennement grave (perte de maîtrise) (cf. arrêts TC FR 603 2018 142 du 3 décembre 2018 consid. 2.2 et 5.2; 603 2016 36 du 15 avril 2016 consid. 2b et 5b; ég. arrêt TF 6A.82/2001 du 12 septembre 2001 consid. 6c/cc; Jeanneret, Les dispositions pénales de la LCR, 2007, art. 90 LCR no 93). La décision doit par conséquent être réformée en ce sens que la durée de la mesure est fixée au minimum légal de 3 mois. 6.3. Au vu de l'art. 16 al. 3 dernière phrase LCR, cette durée de 3 mois ne peut être réduite, pour quelque raison que ce soit (cf. ATF 132 II 234 consid. 2.3), même pas pour les motifs invoqués par la conductrice, liés à son activité professionnelle.”
“Verkehrsregelverletzung Auch in Bezug auf die Verkehrsregelverletzung kann auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Act. B.2 E. 3.11 f.). Der Beschuldigte hat durch die Kollision bzw. Beschädigung der Glaswand den Tatbestand von Art. 31 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG zweifelsfrei erfüllt. Allenfalls könnte die Frage aufgeworfen werden, ob Art. 31 Abs. 1 SVG im vorliegenden Fall durch den Tatbestand des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG konsumiert wird. Dies wäre dann der Fall, sofern das Nichtbeherrschen des Fahrzeugs ausschliesslich auf die Trunkenheit zurückzuführen wäre (Urteil des Bundesgerichts 6A.82/2001 vom 12. September 2001 E. 2c/cc). Davon ist jedoch nicht auszugehen. Vielmehr dürfte die Kollision auf eine allgemeine Unachtsamkeit und allenfalls auf eine unnötige Hektik zurückzuführen sein. Somit liegt ein Fall von echter Konkurrenz vor.”
“Konkurrenzen Hat der Täter eine Verkehrsregel verletzt und gleichzeitig eine Massnahme zur Feststellung der Fahrunfähigkeit vereitelt, besteht zwischen Art. 90 Abs. 1 SVG und Art. 91a Abs. 1 SVG echte Konkurrenz. Ferner nimmt die herrschende Lehre und Rechtsprechung auch zwischen Art. 92 SVG und Art. 91a Abs. 1 SVG echte Konkurrenz an (Riedo, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N. 263 ff. zu Art. 91a SVG mit weiteren Hinweisen). IV. Strafzumessung”
“Konkurrenzen Der Beschuldigte wurde erstinstanzlich schuldig gesprochen der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 und Art. 36 Abs. 4 SVG. Dieser Schuldspruch ist in Rechtskraft erwachsen. Hinzu kommen oberinstanzliche Schuldsprüche wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall mit Sachschaden gemäss Art. 92 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 3 SVG und wegen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit i.S.v. Art. 91a Abs. 1 SVG. Hat der Täter eine Verkehrsregel verletzt und gleichzeitig eine Massnahme zur Feststellung der Fahrunfähigkeit vereitelt, besteht zwischen Art. 90 Abs. 1 SVG und Art. 91a Abs. 1 SVG echte Konkurrenz. Ferner nimmt die herrschende Lehre und Rechtsprechung auch zwischen Art. 92 SVG und Art. 91a Abs. 1 SVG echte Konkurrenz an (Riedo, a.a.O., N. 263 ff. zu Art. 91a SVG m.w.H.). IV. Strafzumessung”
Innerorts besteht wegen der höheren Reizdichte und der grösseren Zahl schwacher Verkehrsteilnehmer eine erhöhte Sorgfaltspflicht. Überschreitungen der Vorschriften oder unangemessenes Verhalten innerorts erhöhen daher die abstrakte Gefährdung und können für die Annahme einer schweren Widerhandlung nach Art. 90 Abs. 2 SVG sprechen. Bei der Einstufung ist jedoch das Ausmass der Gefährdung und des Verschuldens abzuklären und abzuwägen; eine rein schematische Beurteilung genügt nicht.
“Denn sie hat in allen Fällen des erwähnten Geschwindigkeitsbereichs auch das Ausmass der Gefährdung und des Verschuldens abzuklären und zu gewichten, damit sie entscheiden kann, ob allenfalls ein schwerer Fall vorliegt und welche Entzugsdauer bei einem mittelschweren beziehungsweise schweren Fall angemessen ist. Eine rein schematische Beurteilung dieser Fragen lediglich aufgrund der festgestellten Geschwindigkeitsüberschreitung würde ein pflichtwidriges Nichtausüben des rechtserheblichen Ermessens und damit eine Verletzung von Bundesrecht darstellen. Umgekehrt kommt ein leichter Fall allenfalls dann in Betracht, wenn der Lenker aus nachvollziehbaren Gründen gemeint hat, er befinde sich noch nicht oder nicht mehr im Innerortsbereich (siehe BGE 124 II 97 E. 2c; Urteile BGer 1C_156/2020 vom 15. April 2021 E. 4.2; 1C_210/2020 vom 30. November 2020 E. 2.2; 1C_454/2018 vom 21. Dezember 2018 E. 3.3; 1C_144/2011 vom 26. Oktober 2011 E. 3.3). Vorab ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer mit dem rechtskräftigen Strafbefehl hinsichtlich der Geschwindigkeitsüberschreitung einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen wurde. Eine grobe Verkehrsregelverletzung im strafrechtlichen Sinne entspricht gemäss der Rechtsprechung im Verwaltungsverfahren einer schweren Widerhandlung (siehe BGE 132 II 234 E. 3; 141 II 220 E. 3.3.3). Weiter wurde im Strafbefehl ausdrücklich festgehalten, dass der Beschwerdeführer durch die Überschreitung der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit innerorts von 50 km/h um 26 km/h eine erhöhte abstrakte Gefährdung für die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer geschaffen hat, was er zumindest in Kauf genommen habe. Soweit er dies in seiner Beschwerde pauschal in Abrede stellt und behauptet, dass er durch die Geschwindigkeitsüberschreitung niemanden gefährdet habe, kann ihm nicht gefolgt werden. Zudem ist die Zahl der vom Lenker zu verarbeitenden Reize innerorts grösser als ausserorts oder auf der Autobahn, was eine gesteigerte Aufmerksamkeit erfordert. So gibt es innerorts mehr schwache Verkehrsteilnehmer (Fussgänger, Velofahrer), die einem besonderen Risiko ausgesetzt sind.”
In der Praxis werden bei einfachen Verkehrsverletzungen gelegentlich Ersatzfreiheitsstrafen kurzer Dauer angeordnet; in den vorgelegten Entscheiden reichen die konkreten Sanktionen von 1 bis 5 Tagen (mit Fällen von 1, 3 und 5 Tagen bzw. Adjustierungen nach Anrechnung von Haft).
“Il a conclu, avec suite de frais et de dépens, à l'annulation de la décision attaquée et, à titre principal, à l'approbation de l'octroi anticipé d'une autorisation d'établissement en sa faveur et, subsidiairement, au renvoi de la cause au SEM pour nouvelle décision. C.b Par décision incidente du 7 mai 2024, le recourant a été invité à verser une avance sur les frais de procédure présumés de 1'200 francs dans un délai échéant le 6 juin suivant, lequel a été prolongé au 1er juillet 2024. C.c Le 3 juillet 2024, le nouveau mandataire de l'intéressé a informé le Tribunal avoir été désigné suppléant de l'avocat jusqu'alors en charge de la défense des intérêts du recourant et a demandé la suspension, la prolongation ou la restitution de tout délai relatif à la présente procédure. C.d Le 11 juillet suivant, la juge instructeure a fait savoir audit mandataire que le délai imparti pour le paiement de l'avance de frais avait expiré sans que celle-ci ne soit versée, demeurant toutefois possible une demande de restitution de délai. C.e En date du 17 juillet 2024, le recourant a été condamné à une amende de 120 francs pour violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), une peine privative de liberté de substitution d'un jour ayant de plus été prononcée. C.f L'avance de frais requise a été payée le 18 juillet 2024 et une demande de restitution du délai pour ce faire formée le 29 juillet suivant. C.g Par décision incidente du 7 août 2024, dite demande a été admise et le recours déclaré recevable. En outre, un double de celui-ci a été transmis au SEM, lequel a été invité à se prononcer à son sujet. C.h Le 5 septembre 2024, l'autorité intimée a fait parvenir sa réponse, par laquelle elle a renvoyé aux considérants de sa décision et a conclu au rejet du recours. C.i Invité à se déterminer à son tour, par ordonnance du 16 septembre suivant, le recourant a adressé sa réplique le 16 octobre 2024, par laquelle il s'est limité à déclarer persister intégralement dans ses conclusions. Celle-ci a été portée à la connaissance de l'autorité inférieure en date du 29 octobre 2024. Les autres allégations en fait ou en droit invoquées par les parties seront exposées, si nécessaire, dans les considérants en droit ci-dessous.”
“L'appelant, qui succombe, supportera les frais de la procédure envers l'État, y compris un émolument de décision réduit à CHF 200.- qui tienne compte de sa situation difficile (HG) (art. 425 et 428 al. 1 CPP). Vu la confirmation du verdict de culpabilité, la répartition des frais de première instance, arrêtés à CHF 250.-, n'a pas à être revue. L'émolument complémentaire de jugement sera toutefois réduit à CHF 200.-, pour le même motif (art. 425 et 428 al. 3 CPP). 5. Vu l'issue de l'appel, aucune indemnisation ne sera accordée à l'appelant (art. 429 al. 1 a contrario CPP). * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTDP/915/2024 rendu le 16 juillet 2024 par le Tribunal de police dans la procédure P/11515/2023. Le rejette. Annule néanmoins ce jugement. Et statuant à nouveau : Acquitte A______ de conduite d'un véhicule ne répondant pas aux prescriptions (art. 93 al. 2 let. a LCR cum art. 29 LCR et 18 let. b OETV). Déclare A______ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR cum art. 36 al. 4 LCR). Le condamne à une amende de CHF 300.- (art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de trois jours. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Condamne A______ à la moitié des frais de la procédure de première instance qui s'élèvent à CHF 748.-, frais arrêtés à CHF 250.-, et laisse le solde à la charge de l'État. Fixe l'émolument complémentaire de jugement à CHF 200.- et le met à la charge de A______. Rejette les conclusions en indemnisation de A______ (art. 429 al. 1 CPP). Arrête les frais de la procédure d'appel à CHF 395.-, y compris un émolument de décision de CHF 200.-, et met ces frais à la charge de A______. Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police et à l'Office cantonal des véhicules. La greffière : Sonia LARDI DEBIEUX Le président : Fabrice ROCH Indication des voies de recours : Conformément aux art.”
“4.3.2). L'imputation d'un jour de détention avant jugement sur une amende s'effectue sur la base du facteur de conversion retenu pour la peine privative de liberté de substitution (ATF 135 IV 126 consid. 1.3.9). 4.2.1. La culpabilité de l'appelant est grave dans la mesure où son taux d'alcoolisation se trouvait largement au-dessus du seuil qualifié au sens de l'art. 2 de l'Ordonnance de l'Assemblée fédérale concernant les taux limites d'alcool admis en matière de circulation routière. Sa coopération à la procédure n'a pas été bonne car il a commencé par nier avoir bu les quantités d'alcool nécessaires à atteindre un taux de 0.89 mg/l dans l'air expiré, avant d'admettre ses torts. En revanche, il apparaît faire des efforts pour rester abstinent. Il n'a pas d'antécédent. Ses revenus sont particulièrement modestes. Au vu de ce qui précède, il se justifie de prononcer une amende de CHF 500.- au titre de l'infraction de violation simple des règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 1 LCR. 4.2.2. Le TP a fixé une peine privative de liberté de substitution de cinq jours, soit une clé de conversion type de CHF 100.- par jour (cf. ATF 149 I 248 consid. 5.4.2), qui sera maintenue. Le prévenu a été détenu plus de trois heures le 10 juin 2021 et le 16 janvier 2022. Deux jours de détention avant jugement doivent donc être imputés sur sa peine, comme l'a d'ailleurs retenu le MP dans son ordonnance pénale. Cela correspond à un montant de CHF 200.-. Par conséquent, l'appelant sera condamné à une peine de CHF 500.- sous imputation de CHF 200.- au titre de ses jours de détention avant jugement. La peine privative de liberté de substitution sera, dans la suite, fixée à trois jours. 5. 5.1.1. Selon l'art. 426 al. 1 CPP, le prévenu supporte les frais de procédure s'il est condamné. Selon l'art. 426 al. 3 let. a CPP, il ne supporte pas les frais que le canton a occasionnés par des actes de procédure inutiles ou erronés. Seuls les actes d'emblée objectivement inutiles sont visés par cette disposition (arrêts du Tribunal fédéral 6B_780/2022 du 1er mai 2023 consid.”
“Ainsi, le montant de l'amende, arrêté à CHF 40.-, et la quotité de la peine privative de liberté de substitution (un jour) prononcés par le TP sont proportionnés et conformes au droit de sorte qu'ils seront également confirmés. 3. L'appelant, qui succombe, supportera les frais de la procédure envers l'État, qui comprennent un émolument de procédure de CHF 800.- (art. 428 CPP ; art. 14 al. 1 let. e du règlement fixant le tarif des frais en matière pénale [RTFMP]). Pour le surplus, la mise à sa charge des frais de première instance sera confirmée (art. 426 CPP). * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTDP/706/2022 rendu le 14 juin 2022 par le Tribunal de police dans la procédure P/3041/2022. Le rejette. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 975.-, qui comprennent un émolument de CHF 800.-. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Condamne A______ à une amende de CHF 40.- (art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution d'un jour. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Condamne A______ aux frais de la procédure, arrêtés à CHF 200.- (art. 426 al. 1 CPP). " Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police et à l'Office cantonal des véhicules. La greffière : Andreia GRAÇA BOUÇA La présidente : Alessandra CAMBI FAVRE-BULLE Indication des voies de recours : Conformément aux art. 78 ss de la loi fédérale sur le Tribunal fédéral (LTF), le présent arrêt peut être porté dans les trente jours qui suivent sa notification avec expédition complète (art. 100 al. 1 LTF), par-devant le Tribunal fédéral (1000 Lausanne 14), par la voie du recours en matière pénale. ETAT DE FRAIS COUR DE JUSTICE Selon les art. 4 et 14 du règlement du 22 décembre 2010 fixant le tarif des frais et dépens en matière pénale (E 4 10.”
Bei engen und schräg angeordneten Parkplätzen — namentlich beim Rückwärtseinparken — ist ein überdurchschnittliches Mass an Aufmerksamkeit erforderlich. Zum Gebot, das Fahrzeug ständig zu beherrschen, gehört unter anderem die richtige Einschätzung von Distanzen; knappe Platzverhältnisse und Schrägaufstellung können somit das erforderliche Sorgfaltsniveau gegenüber dem Durchschnitt erhöhen.
“Objektiver Tatbestand Die Vorinstanz erachtete – mit dem Stadtrichteramt – den objektiven Tatbestand der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV (Nichtbeherrschen des Fahrzeugs infolge mangelnder Aufmerksamkeit) als erfüllt (Urk. 49 S. 11 f. E. IV.2.1.). Diese rechtliche Würdigung ist zutreffend. Darauf ist nachfolgend näher einzugehen. Der Führer muss das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichts- pflichten nachkommen kann, was unter anderem heisst, dass er seine Aufmerk- samkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden muss (Art. 31 Abs. 1 SVG i.Vm. Art. 3 Abs. 1 VRV). Das Gebot, das Fahrzeug zu beherrschen, verlangt vom Fahrzeugführer unter anderem die richtige Einschätzung von Distanzen (Urteil BGer 6B_54/2010 vom 18. März 2010 E. 2.3). Das Rückwärtseinparken erforderte aufgrund der knappen Platzverhältnisse und der Schrägaufstellung der Parkplätze ein überdurchschnittlich hohes Mass an Aufmerksamkeit. Indem der Beschuldigte mit dem ca. 55 cm hohen bepflanzten, vor ihm (vor der Fahrzeugfront) am Boden stehenden und somit visuell wahrnehmbaren Betongefäss (vgl.”
“Objektiver Tatbestand Die Vorinstanz erachtete – mit dem Stadtrichteramt – den objektiven Tatbestand der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV (Nichtbeherrschen des Fahrzeugs infolge mangelnder Aufmerksamkeit) als erfüllt (Urk. 49 S. 11 f. E. IV.2.1.). Diese rechtliche Würdigung ist zutreffend. Darauf ist nachfolgend näher einzugehen. Der Führer muss das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichts- pflichten nachkommen kann, was unter anderem heisst, dass er seine Aufmerk- samkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden muss (Art. 31 Abs. 1 SVG i.Vm. Art. 3 Abs. 1 VRV). Das Gebot, das Fahrzeug zu beherrschen, verlangt vom Fahrzeugführer unter anderem die richtige Einschätzung von Distanzen (Urteil BGer 6B_54/2010 vom 18. März 2010 E. 2.3). Das Rückwärtseinparken erforderte aufgrund der knappen Platzverhältnisse und der Schrägaufstellung der Parkplätze ein überdurchschnittlich hohes Mass an Aufmerksamkeit. Indem der Beschuldigte mit dem ca. 55 cm hohen bepflanzten, vor ihm (vor der Fahrzeugfront) am Boden stehenden und somit visuell wahrnehmbaren Betongefäss (vgl.”
Bei auf Videoüberwachung basierenden Geschwindigkeitsberechnungen sind die Ergebnisse zu hinterfragen. Es sollte, wo erforderlich, an die zuständige Fachstelle (DTC) verwiesen werden; wird dies nicht veranlasst, ist eine vom OFROU empfohlene Reduktion der ermittelten Geschwindigkeit von mindestens 7 km/h in Betracht zu ziehen.
“Il ignorait posséder les vidéos retrouvées dans son téléphone portable et que celles-ci étaient illégales, étant précisé qu'elles figuraient dans un groupe WhatsApp, dédié en principe à l'organisation de soirées, et non dans le fichier de ses photos et vidéos personnelles. Il ne les avait donc jamais visionnées. C'était "complètement par hasard" que certaines de ces vidéos se déroulaient dans un contexte routier, alors qu'il avait lui-même un goût pour le domaine automobile. Il n'avait encore jamais participé à l'une des soirées organisées par ledit groupe. Lorsqu'il avait 19 ans, il figurait sur une dizaine, voire une quinzaine, de groupes WhatsApp. À présent, il faisait attention aux messages qu'il recevait et, par précaution, il ne donnait pas son numéro de téléphone à un inconnu. b.a. Par la voix de son conseil, A______ a conclu à son acquittement des chefs d'infraction de représentation de la violence au sens de l'art. 135 CP et d'infraction à l'art. 90 al. 3 LCR. Il ne s'est, en revanche, pas opposé à un verdict de culpabilité du chef de violation à l'art. 90 al. 2 LCR, tant pour les faits survenus le 25 janvier que le 9 mai 2021, mais a sollicité le prononcé d'une peine pécuniaire assortie du sursis. Au surplus, il a requis la restitution de son téléphone portable. Les faits du 9 mai 2021 ne relevaient en aucun cas d'un rodéo routier. Les parties avaient toutes indiqué qu'il n'y avait pas eu de course, sans avoir pu se concerter. Du reste, d'après les images de vidéosurveillance, les véhicules roulaient ensemble, sans que l'un n'essaie de dépasser l'autre. Ils avaient tous freiné à l'approche des radars et ne voulaient pas atteindre un point d'arrivée précis. Le premier juge avait, à tort, pris en compte les résultats du rapport du GAVA, tels quels, en se basant sur un arrêt de la CPAR (AARP/73/2022 du 16 mars 2022). Or, quand bien même les images de vidéosurveillance ne faisaient pas partie des moyens techniques visés par l'ordonnance de l'OFROU, cela ne signifiait pas encore qu'il ne fallait pas appliquer de déduction lorsque la vitesse était calculée sur cette base.”
“Or, quand bien même les images de vidéosurveillance ne faisaient pas partie des moyens techniques visés par l'ordonnance de l'OFROU, cela ne signifiait pas encore qu'il ne fallait pas appliquer de déduction lorsque la vitesse était calculée sur cette base. Au contraire, si on tenait compte d'une déduction lorsque la vitesse était prise par un radar, alors il fallait en faire de même lorsqu'elle était calculée sur la base d'un moyen plus précis tel que des images de vidéosurveillance. En aucun cas la CPAR n'avait validé de manière générale les méthodes de calculs du GAVA, qui reconnaissait du reste lui-même leurs imprécisions et recommandait de s'adresser au DTC à ce sujet. Il était au demeurant curieux que le rapport du GAVA retienne exactement les mêmes valeurs de dépassement de vitesse pour C______ et l'appelant. Par conséquent, il convenait soit d'envoyer le cas au DTC pour préciser les valeurs à retenir, soit de réduire la vitesse moyenne d'au moins 7 km/h – tel que préconisé par l'OFROU – ce qui aboutissait à un dépassement de vitesse de 79 km/h. Le MP avait du reste initialement mis en prévention l'appelant pour un tel excès. En tout état de cause, dans le doute, il convenait de faire application de l'art. 90 al. 2 LCR. Le TP n'avait également pas procédé à un examen attentif de l'élément subjectif de l'infraction reprochée, en ne cherchant pas à savoir si l'appelant avait véritablement accepté de créer un grand risque d'accident pouvant entraîner des blessures ou la mort. Or, tel n'avait pas été le cas. L'appelant avait expliqué, dès sa première audition, qu'il avait inconsciemment adapté sa vitesse aux autres véhicules et qu'il ne se rendait pas compte du danger. L'appelant était, au surplus, habitué aux véhicules et à la trajectoire empruntée. Les conditions de circulation étaient idéales. Aucun véhicule n'avait interféré avec le sien, la chaussée était à sens unique, le tronçon était large et rectiligne, de sorte qu'il n'y avait pas de risque de croisement. Il ne pouvait pas non plus y avoir de piéton. En tant que chauffeur professionnel, il s'était dit qu'il maîtrisait son véhicule. Dans son téléphone, il avait des vidéos de voitures qui roulaient vite et auxquelles il n'arrivait rien. À 19 ans, cela avait pu influencer sa perception du danger.”
Das Überfahren von Einspurstreifen bzw. das Fahren links einer (weissen, ununterbrochenen) Sicherheitslinie fällt regelmässig unter Art. 90 Abs. 1 SVG. Art. 34 Abs. 2 SVG und die Signalisationsverordnung (Art. 73 SSV) schreiben vor, rechts der Sicherheitslinie zu fahren; ihre Verletzung begründet eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG. Ein Überschreiten der Sicherheitslinie ist nur bei einem zwingenden Grund gerechtfertigt (z. B. ein Hindernis), nicht dagegen für allgemeine Bequemlichkeitsgründe.
“________ (Ortschaft) bei einem Überholmanöver mit einem Personenwagen zwei Einspurstrecken überfahren hat und links einer Sicherheitslinie gefahren ist. 10.8 Rechtliche Würdigung 10.8.1 Gesetzliche und theoretische Grundlagen Für die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1160 f.). 10.8.2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte am 23. Juni 2021 um 22:08 Uhr in H.________ (Ortschaft) bei einem Überholmanöver mit einem Personenwagen zwei Einspurstrecken überfahren und ist links einer Sicherheitslinie gefahren. Damit handelte der Beschuldigte der Grundregel von Art. 27 Abs. 1 SVG zuwider, welche durch Art. 34 Abs. 2 SVG (zu fahren ist immer rechts der Sicherheitslinie) sowie Art. 74 Abs. 2 der Signalisationsverordnung (SSV; SR 741.21: der Führer darf Verzweigungen nur in Richtung der auf seinem Fahrstreifen angebrachten Einspurpfeile befahren) präzisiert wird und deren Verletzung den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juni 2021 in H.________ (Ortschaft) durch Überfahren von zwei Einspurstrecken und Linksfahren einer Sicherheitslinie schuldig zu sprechen. 11. Vorwurf des Verursachens von vermeidbarem Lärm 11.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.4. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________ (Ortschaft), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ fuhr mit einem Motorrad auf dem X.________ (Strasse) in Richtung H.________ (Ortschaft) und bog anschliessend nach links auf die Y.________ (Brücke) ab. Dabei verursachte er vermeidbaren Lärm, indem er den Motor des Motorrades unnötig aufheulen liess. Weiter liess er auf dem X.________ (Strasse) den Motor unnötig aufheulen.”
“Einfache Verkehrsregelverletzung / Überfahren einer Sicherheitslinie Vorab kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 19 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 270 f.). Der guten Ordnung halber sind folgende Ergänzungen bzw. Wiederholungen angezeigt: Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer die Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt. Unter diese Bestimmung fallen sämtliche Verkehrsregelverletzungen, soweit diese keinen qualifizierten Tatbestand erfüllen. Art. 34 Abs. 2 SVG regelt, dass auf Strassen mit Sicherheitslinien immer rechts dieser Linien zu fahren ist. Sicherheitslinien (weiss, ununterbrochen) kennzeichnen die Fahrbahnmitte oder Fahrstreifengrenzen (Art. 73 Abs. 1 Signalisationsverordnung [SSV; SR 741.21]). Sie dürfen gemäss Art. 73 Abs. 6 Bst. a SSV von Fahrzeugen weder überfahren noch überquert werden (Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2014, N 16 zu Art. 34 SVG m.w.H.). Links der Sicherheitslinie darf erst dann überholt werden, wenn der Überholende sich vergewissert hat, dass ein zwingender Grund vorliegt, der die Übertretung der Vorschrift rechtfertigt (vgl. BGE 86 IV 113). Solches ist nur dann anzunehmen, wenn der Fahrzeugführer auf ein Hindernis stösst (z.”
Allgemeine Grundsätze der Strafbemessung: Bei geringen Überschreitungen richtet sich die Strafe grundsätzlich nach der gesetzlichen Mindeststrafe, sofern nicht zusätzliche risikosteigernde Umstände (z. B. Strassen-/Sichtverhältnisse, Dauer, Verkehrsaufkommen) vorliegen.
“Zur Bemessung der objektiven Tatschwere der qualifiziert groben Verkehrs- regelverletzung ist das von der Strafnorm geschützte Rechtsgut festzustellen. Die- ses ergibt sich aus der verletzten Verkehrsregel, d.h. vorliegend aus den Bestim- mungen über die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten. Sie dienen der Verkehrssi- cherheit bzw. einem möglichst unfallfreien Ablauf des Strassenverkehrs und be- zwecken den Schutz von Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer sowie den Schutz des Vermögens (Fiolka BSK, N 7 ff. zu Art. 90 SVG). Die objektive Tatschwere hängt wesentlich davon ab, wie konkret die Gefahr für die Rechtsgüter war (Hans Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, N 115). Der Höhe der Geschwindigkeit kommt bei dieser Frage eine vorrangige Rolle zu. Denn je schneller gefahren wird, desto weniger Reaktionszeit steht zur Verfügung und desto schwerwiegender sind tendenziell die Unfallfolgen. Mit steigender Ge- schwindigkeit steigt somit das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder To- desopfern und folglich die Gefährdung der geschützten Rechtsgüter. Diesem Um- stand trägt bereits die Gesetzeskonzeption von Art. 90 SVG mit höher werdender Strafandrohung Rechnung. Bei einer bloss geringen Überschreitung der Grenz- werte hat sich die Strafe entsprechend an der gesetzlichen Mindeststrafe zu orien- tieren, es sei denn es liegen zusätzliche Umstände vor, die das bereits gesetzlich vermutete hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern er- höhen. Solche Umstände können insbesondere die Strassen- und Sichtverhältnis- se, die Dauer der Geschwindigkeitsüberschreitung sowie das Verkehrsaufkommen sein (BGer 6B_1358/2017 v.”
Wiederholte Flucht vor der Polizei mit mehreren Kollisionen, Verletzten und damit erheblicher Gefährdung Dritter kann als grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG qualifiziert werden. Solche Tatumstände sprechen für eine hohe Strafbarkeitsintensität und können die Verfolgung mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren rechtfertigen.
“Par acte déposé le 5 août 2024, A______ recourt contre l'ordonnance du 26 juillet 2024, notifiée le 30 suivant, par laquelle le Tribunal des mesures de contrainte (ci-après : TMC) a prolongé sa détention provisoire jusqu'au 30 septembre 2024. Le recourant conclut à l'annulation de l'ordonnance précitée et à sa mise en liberté immédiate, moyennant l'obligation de vivre chez son père, l'interdiction de conduire un véhicule à moteur, ainsi que l'obligation faite à son père (sic) de s'occuper de lui "jour et nuit", de lui faire suivre ses traitements auprès de ses médecins traitant jusqu'à la mise en place des mesures préconisées par l'expertise psychiatrique, et de "ne pas [lui] permettre de disposer des clés d'un véhicule à moteur". B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : a. A______, ressortissant kosovar né en ______ 2005, est prévenu de tentative de meurtre (art. 22 al. 1 CP cum 111 CP), mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP), violence ou menaces contre les autorités ou les fonctionnaires (art. 285 al. 1 CP), violation grave des règles de la circulation (art. 90 al. 2 LCR), violation intentionnelle des règles fondamentales de la circulation (art. 90 al. 3 et 4 LCR), conduite sans autorisation (art. 95 al. 1 let. a LCR) et dommages à la propriété (art. 144 al. 1 et 3 CP). Il lui est reproché d'avoir, à Genève, le 31 janvier 2024 peu après minuit : circulé, sans être titulaire du permis de conduire, au volant d'un véhicule de marque D______/1______ [appartenant à son père], du quai 2______ jusqu'à la route 3______ en commettant de nombreuses violations simples des règles de la circulation (non-respect de signaux ou de marques, circulation sans feux de croisement) ; pris la fuite à la vue d'un véhicule de police venant l'interpeller, en commettant plusieurs excès de vitesse particulièrement importants (un d'environ 75 km/h par rapport à la vitesse limitée à 50 km/h, dix-neuf autres dont quatre de plus de 45 km/h sur des tronçons limités à 50 km/h, un dépassement d'environ 40 km/h sur un tronçon avec vitesse limitée à 30 km/h); pris la fuite à proximité d'un barrage de police au niveau de l'avenue 4______ ; forcé un barrage de police à l'avenue 5______ et heurté à sept reprises des véhicules de police et un gendarme, le blessant ; sur la route 3______, perdu la maîtrise de son véhicule et violemment percuté des véhicules de police qui l'encerclaient ; blessé six gendarmes et endommagé au moins sept véhicules de police ; empêché de la sorte, par la violence, les forces de l'ordre de l'interpeller.”
Bestimmte Umstände können das Verschulden im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG erhöhen. Dazu zählen etwa dichte Verkehrssituation kombiniert mit starker Beschleunigung zum Spurwechsel, das Führen eines überbreiten Fahrzeugs auf einer engen Spur sowie vermeidbares unnötiges Beschleunigen (insbesondere in Wohnquartieren während der Abendstunden). Solche Faktoren wurden in der Rechtsprechung als strafmindernd bzw. verschärfend für die Beurteilung einer einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG herangezogen.
“Tribunal cantonal TC Page 1 de 7 501 2024 41 Arrêt du 24 octobre 2024 Cour d'appel pénal Composition Président : Michel Favre Juges : Marc Boivin, Dina Beti Greffier : Pascal Tabara Parties A.________, prévenu et appelant, représenté par Me Jean-Luc Maradan, avocat, contre MINISTÈRE PUBLIC, intimé et PRÉFECTURE DE LA SARINE, intimée Objet Violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) Appel du 18 mars 2024 contre le jugement du Juge de police de l'arrondissement de la Sarine du 20 février 2024 considérant en fait A. Par ordonnance pénale du 22 août 2023, la Préfecture de la Sarine a prononcé une amende de CHF 100.- à l'encontre de A.________ pour violation simple des règles de la circulation routière et a mis les frais de la procédure à sa charge. Selon cette ordonnance pénale, il est reproché au prévenu d'avoir, le 17 avril 2023 vers 16h40, alors qu'il circulait de Givisiez en direction de Villars-sur-Glâne, sur la voie de gauche de la route principale, circulé à une vitesse inadaptée aux conditions de la circulation qui était dense, en effectuant une forte accélération en vue de se rabattre sur la voie de droite, comme prescrit par le marquage au sol. B. Statuant le 20 février 2024 à la suite de l'opposition du prévenu, le Juge de police de l'arrondissement de la Sarine l'a condamné à une amende de CHF 300.- et au paiement des frais de la procédure. Il a considéré les faits retenus dans l'ordonnance pénale du 22 août 2023 comme établis.”
“2 SVG befasst und in diesem Zusammenhang namentlich die Kri- terien der Verletzung einer wichtigen Verkehrsvorschrift und der Verursachung ei- ner erhöht abstrakten Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer, welche die na- heliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung indiziert, herausgestrichen (vgl. Urk. 47 S. 32 f.). Diesen Überlegungen kann ohne Weiteres gefolgt werden. Der Beschuldigte hat mit seiner Fahrweise elementare Bestimmungen des Stras- senverkehrsgesetzes verletzt, indem er auf einer Strassenkreuzung das Vortritts- recht des vor ihm blinkenden Fahrzeuges missachtete (vgl. Art. 35 Abs. 4 und 5 SVG). Mit seinem Manöver schuf er zudem erstelltermassen ein erhöht abstraktes Risiko für den vor ihm fahrenden Lenker und damit eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG. b)Gleichermassen zutreffend ist die rechtliche Würdigung der Vorinstanz betref- fend die einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG, welche unter zutreffender Rezitierung der einschlägigen Verkehrsregeln von Art. 42 Abs. 1 SVG und Art. 33 lit. c VRV zu Recht darauf hingewiesen hat, dass es den Beschul- - 25 - digten entgegen der Argumentation der Verteidigung nicht von der Einhaltung der besagten Vorschriften entlastet, wenn das von ihm gelenkte Fahrzeug mit sämtli- chen Fahrzeugteilen zugelassen war, da dieser auch mit einem solchen Fahrzeug insbesondere in den Abendstunden im Bereich eines Wohnquartiers zwingend ge- halten war, vermeidbaren Lärm, welcher bei einem unnötigen Beschleunigen zwecks Imponiergehabe entsteht, definitiv zu unterlassen (Urk. 47 S. 34 f.).”
“Indem die Beschuldigte mit einer Geschwindigkeit fuhr, bei welcher sie sich trotz Bemerken der sich auf der Autobahn befindlichen Personen derart stark auf den linken Fahrbahnrand konzentrieren musste, dass sie hierdurch auch den Polizeibeamten B._____ touchierte und es nicht bemerkte, kann nicht als den Umständen angepasst qualifiziert werden. Nachdem ihr bereits bewusst war, dass ihr Fahrzeug überbreit ist und sie auf einer engen Fahrspur fuhr, waren ihre Unaufmerksamkeit und die nicht an die Umstände angepasste Geschwindigkeit voraussehbar und auch leicht vermeidbar. In der Folge realisierte sich eine kon- krete Gefahr für die sich auf der Autobahn befindlichen Personen aufgrund der Un- aufmerksamkeit und der nicht den Umständen angepassten Geschwindigkeit der Beschuldigten. Diese Gefahr konnte nur aufgrund der geistesgegenwärtigen Reak- tion der Beteiligten abgewendet werden. Sie erfüllte damit den objektiven Tatbe- stand einer einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbin- dung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV.”
Als praxisorientierte Anhaltspunkte für die Beurteilung eines ausreichenden Abstands werden in Lehre und Rechtsprechung für Personenwagen die Regel «halber Tacho» (ca. 1,8 Sekunden) bzw. die «Zwei‑Sekunden‑Regel» herangezogen. Für die Ahndung einer einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG dienen diese Faustregeln als Orientierung; die konkrete Beurteilung bleibt jedoch von den konkreten Umständen abhängig. Die Strafmassrichtlinien führen für zu nahes Aufschliessen eine abgestufte Regelbusse von etwa CHF 400–800 bei Abständen zwischen rund 2,0 und 0,61 Sekunden an.
“Gegenüber allen Strassenbenützern ist ausreichender Abstand zu wahren, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren (Art. 34 Abs. 4 SVG). Als Abstand gilt die seitliche Distanz zu anderen Verkehrsteilnehmern (beim Überholen, Kreuzen, Nebeneinanderfahren und Vorbeifahren) und die Distanz zum vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer (Weissenberger, Art. 34 SVG N. 42). Absatz 4 der Norm wird durch Art. 12 Abs. 1 VRV konkretisiert. Danach hat der Fahrzeugführer beim Hintereinanderfahren einen ausreichenden Abstand zu wahren, so dass er auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig halten kann. Was unter einem „ausreichenden Abstand“ im Sinne der genannten Bestimmung zu verstehen ist, hängt von den gesamten Umständen ab. Dazu gehören unter anderem die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der beteiligten Fahrzeuge (Weissenberger, Art. 34 SVG N. 56). Obschon die Rechtsprechung keine allgemeinen Grundsätze zur Frage entwickelt hat, bei welchem Abstand in jedem Fall, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, eine einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG anzunehmen ist, sind im Sinne von Faustregeln und Mindestgrundsätzen die Regel „halber Tacho“ (entsprechend 1,8”
“Was unter einem "ausreichenden Abstand" im Sinn von Art. 34 Abs. 4 SVG zu verstehen ist, hängt von den gesamten Umständen ab. Dazu gehören unter anderem die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der beteiligten Fahrzeuge. Die Verkehrsregel bezweckt in erster Linie, dass der Fahrzeuglenker auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig hinter diesem halten kann. Ein überraschendes Bremsen schliesst ein brüskes Bremsen mit ein. Letzteres ist, auch wenn ein Fahrzeug folgt, im Notfall gestattet (vgl. Art. 12 Abs. 2 VRV). Die Rechtsprechung hat – im Unterschied zu den Geschwindigkeitsüberschreitungen – noch keine allgemein gültigen Grundsätze zur Frage entwickelt, bei welchen Abständen aus objektiver Sicht in jedem Fall, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, eine leichte (Art. 16a SVG), mittelschwere (Art. 16b SVG) oder schwere Widerhandlung (Art. 16c SVG) gegen die Strassenverkehrsvorschriften anzunehmen ist. Zur Beurteilung, ob eine einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG, welche administrativrechtlich die leichte und mittelschwere Widerhandlung gemäss Art. 16a und 16b SVG umfasst, vorliegt, wird im Sinn von Faustregeln für Personenwagen auf die Regel "halber Tacho" (entsprechend 1,8 Sekunden) und die "Zwei-Sekunden"-Regel abgestellt. Diese Distanz entspricht ungefähr der Anhaltestrecke bei plötzlichem, ordnungsgemässem Bremsen und Anhalten des vorausfahrenden Fahrzeugs (BGE 131 IV 133 E. 3.1). Zur Beantwortung der Frage, ob eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG, welche administrativrechtlich einer schweren Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG entspricht, begangen wurde, wird in Lehre und Rechtsprechung als Richtschnur die Regel "1/6-Tacho" bzw. ein Abstand von 0,6 Sekunden herangezogen (J. Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 57 f.; BGer 6B_127/2012 vom 3. September 2012 E. 3.1; BGE 131 IV 133 E. 3.2.2). Die vom Bundesgericht entwickelte Abstandsregelung gilt ausdrücklich auch für den Autobahnverkehr (BGer 6B_1004/2016 vom 14.”
“Einfache Verkehrsregelverletzungen nach Art. 90 Abs. 1 SVG sind Übertretungen, die mit Busse bestraft werden. Die Busse ist nach Art. 106 StGB in Verbindung mit Art. 102 Abs. 1 SVG zu bemessen. Der Bussenrahmen für eine Übertretung nach Art. 90 Abs. 1 SVG reicht bis zu CHF 10'000. (Art. 106 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG). Da die Bestimmungen des Ersten Teils des Strafgesetzbuches grundsätzlich auch für Übertretungen gelten (Art. 104 StGB), ist der Deliktsmehrheit in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB strafschärfend Rechnung zu tragen. Hierfür ist in einem ersten Schritt die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb des Strafrahmes festzusetzen, welche in einem zweiten Schritt unter Einbezug der anderen Straftat in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen ist (vgl. Ackermann, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 4. Auflage 2019, Art. 49 N 113 ff.). Bei der Bemessung der einzelnen Bussen kann auf die Bussenliste gemäss der Ordnungsbussenverordnung (OBV, SR 314.11) und auf die Strafmassrichtlinien der Staatsanwaltschaft als Richtschnur abgestellt werden. Gemäss den Strafmassrichtlinien liegt die Regelbusse für zu nahes Aufschliessen bei Abständen zwischen 2,0 Sekunden und 0,61 Sekunden abgestuft zwischen CHF 400. und CHF 800.”
In der Praxis werden Geldbussen nach Art. 90 Abs. 1 SVG bei schuldhafter Nichtbezahlung in der Regel in kurze Ersatzfreiheitsstrafen umgewandelt. Die vorliegenden Entscheide zeigen Umwandlungen z. B. in 2, 4, 5 oder 6 Tage, abhängig vom Einzelfall und der festgesetzten Bussenhöhe.
“Nachdem der Beschuldigte mit heutigen Urteil schuldig zu sprechen ist, ist auch über die erstinstanzlichen Verfahrenskosten zu befinden (Art. 426 Abs. 1 StPO). Für das erstinstanzliche Verfahren erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.– als angemessen, welche somit in dieser Höhe festzusetzen ist und mit - 17 - den Kosten des Statthalteramtes (Gebühren von Fr. 330.– und nachträgliche Ge- bühren von Fr. 300.–) ausgangsgemäss dem Beschuldigten aufzuerlegen ist. 3.Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Beru- fungsverfahrens sind daher mit einer Gerichtsgebühr von Fr. 500.– ausgangsge- mäss dem Beschuldigten aufzuerlegen. Auf eine Parteientschädigung besteht diesfalls kein Anspruch. Die entsprechende Dispositivziffer im angefochtenen Ent- scheid (Ziff. 4) ist daher ersatzlos zu streichen. Es wird erkannt: 1.Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV. 2.Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 400.–. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 3.Die erstinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr.600.– ; die weiteren Kosten betragen: Fr.630.– Kosten Strafbefehlsverfahren; 4.Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 500.–. 5.Die Kosten des Strafbefehlsverfahrens und des Gerichtsverfahrens beider Instanzen werden dem Beschuldigten auferlegt. 6.Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be- schuldigten; das Statthalteramt Bezirk Zürich; die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich; - 18 - sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmit- tel an die Vorinstanz; das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativ- massnahmen (PIN.”
“- prononcée par le premier juge s’avère donc adéquate et sera confirmée. La peine privative de liberté de substitution de six jours sera également confirmée, l’appel étant intégralement rejeté. 4. 4.1. L'appelant, qui succombe entièrement, supportera les frais de la procédure dappel, comprenant un émolument de CHF 1'000.- (art. 428 CPP et art. 14 al. 1 let. e du règlement fixant le tarif des frais en matière pénale du 22 décembre 2010 [RTFMP]). 5. Les conclusions en indemnisation de l’appelant seront rejetées (art. 429 CPP). * * * * * PAR CES MOTIFS, LA PRÉSIDENTE DE LA CHAMBRE PÉNALE D'APPEL ET DE RÉVISION : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTDP/1292/2021 rendu le 18 octobre 2021 par le Tribunal de police, dans la procédure P/2305/2021. Le rejette. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 1'155.-, comprenant un émolument de CHF 1'000 -. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : « Déclare A______ coupable d'infraction aux art. 90 al. 1 LCR (cum art. 36 OCR) et 96 al. 1 let. c LCR. Condamne A______ à une amende de CHF 600.- (art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de 6 jours. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Condamne A______ aux frais de la procédure, arrêtés à CHF 400.- (art. 426 al. 1 CPP). Rejette les conclusions en indemnisation de A______ (art. 429 CPP)." Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police et au Service cantonal de véhicules. La greffière : Melina CHODYNIECKI La présidente : Gaëlle VAN HOVE Indication des voies de recours : Conformément aux art. 78 ss de la loi fédérale sur le Tribunal fédéral (LTF), le présent arrêt peut être porté dans les trente jours qui suivent sa notification avec expédition complète (art. 100 al. 1 LTF), par-devant le Tribunal fédéral (1000 Lausanne 14), par la voie du recours en matière pénale, sous la réserve qui suit.”
“Mit Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht in Strafsachen, vom 5. Mai 2021 wurde der Beschuldigte wegen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV und Art. 22 Abs. 1 SSV mit einer Busse von Fr. 200.– bestraft. Für den Fall des schuldhaften Nichtbezahlens der Busse wurde gleichzeitig eine Ersatz- freiheitsstrafe von 2 Tagen festgesetzt und schliesslich wurde über die Kosten- und Entschädigungsfolgen entschieden (Urk. 14 S. 2 f.).”
“Die von der Vorinstanz ausgesprochene Bussenhöhe erscheint schuldangemessen und verhältnismässig. Mit Verweis auf die schlüssige Begründung der Bussenhöhe im Strafurteil (S. 5 f.) bleibt es deshalb bei einer Busse von CHF 600. für die Widerhandlung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG, die im Falle schuldhafter Nichtbezahlung in 6 Tage Freiheitsstrafe umgewandelt wird.”
“L'appel sera ainsi rejeté et le jugement de première instance confirmé. 4. La peine, adéquate et proportionnée, n'ayant fait l'objet d'aucune contestation de la part de l'appelante, sera confirmée. 5. L'appelante, qui succombe, supportera les frais de la procédure envers l'État (art. 428 CPP). La décision sur les frais préjugeant de la question de l'indemnisation (ATF 137 IV 352 consid. 2.4.2), l'appelante n'aura le droit à aucune indemnité fondée sur l'art. 429 CPP. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement rendu le 16 mai 2023 par le Tribunal de police dans la procédure P/24670/2021. Le rejette. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 1'135.-, qui comprennent un émolument de CHF 1'000.-. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Acquitte A______ d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a al. 1 LCR). Déclare A______ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et de violation des obligations en cas d'accident (art. 92 al. 1 LCR). Condamne A______ à une amende de CHF 500.- (art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de 5 jours. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Rejette les conclusions en indemnisation de A______ (art. 429 al. 1 let. a et 430 al. 1 let. a CPP). Condamne A______ aux 2/3 des frais de la procédure, qui s'élèvent à CHF 1'156.-, y compris un émolument de jugement de CHF 300.- (art. 426 al. 1 CPP). Laisse pour le surplus les frais de la procédure à la charge de l'Etat (art. 423 al. 1 CPP). (…) Condamne A______ à payer un émolument complémentaire de CHF 600.- à l'État de Genève." Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police, au Service des contraventions et à l'Office cantonal de la population et des migrations. La greffière : Lylia BERTSCHY Le président : Gregory ORCI Indication des voies de recours : Conformément aux art.”
“E. wird der mehrfachen fahrlässigen schweren Körperverletzung, der fahrlässigen einfachen Körperverletzung, des Nichttragens der Sicherheitsgurte, des Konsums von Betäubungsmitteln, der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall schuldig erklärt und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten, sowie zu einer Busse von Fr. 800.00, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen, in Anwendung von Art. 125 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 3a Abs. 1 VRV (i.V.m. Art. 96 VRV), Art. 90 Abs. 1 SVG (i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG), Art. 92 Abs. 1 i.V.m. Art. 51 Abs. 3 SVG, Art. 19a Ziff. 1 BetmG, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 106 StGB.”
Beim Richtungswechsel (z. B. Abbiegen, Überholen, Fahrstreifenwechsel) ist auf Gegen- und nachfolgenden Verkehr Rücksicht zu nehmen (Art. 34 Abs. 3 SVG). Beim Überholen sind die besonderen Rücksichtspflichten von Art. 35 SVG zu beachten; im Kolonnenverkehr ist nur zu überholen, wer die Gewissheit hat, rechtzeitig und ohne Behinderung wieder einzuordnen (Art. 35 Abs. 2). Das Verlassen eines Fahrstreifens ist nur erlaubt, wenn dadurch der übrige Verkehr nicht gefährdet wird (Art. 44 Abs. 1). Verstösse hiergegen können nach Art. 90 Abs. 1 SVG gebüsst werden.
“Nach Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer die Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Der Führer, der seine Fahrrichtung ändern will, wie zum Abbiegen, Überholen, Einspuren und Wechseln des Fahrstreifens, hat auf den Gegenverkehr und auf die ihm nachfolgenden Fahrzeuge Rücksicht zu nehmen (Art. 34 Abs. 3 SVG). Dem sich ankündigenden, schneller fahrenden Fahrzeug ist die Strasse zum Überholen freizugeben (Art. 35 Abs. 7 SVG). Auf Strassen, die für den Verkehr in gleicher Richtung in mehrere Fahrstreifen unterteilt sind, darf der Führer seinen Streifen nur verlassen, wenn er dadurch den übrigen Verkehr nicht gefährdet (Art. 44 Abs. 1 SVG).”
“Mit Busse wird nach Art. 90 Abs. 1 SVG bestraft, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt. Gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG hat der Führer, der seine Fahrrichtung ändern will, namentlich zum Überholen, auf den Gegenverkehr und die ihm nachfolgenden Fahrzeuge Rücksicht zu nehmen. Überholen und Vorbeifahren an Hindernissen ist nur gestattet, wenn der nötige Raum übersichtlich und frei ist und der Gegenverkehr nicht behindert wird. Im Kolonnenverkehr darf nur überholen, wer die Gewissheit hat, rechtzeitig und ohne Behinderung anderer Fahrzeuge wieder einbiegen zu können (Art. 35 Abs. 2 SVG).”
“4 SVG in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 VRV verletzt hat (Urk. 169 S. 25 E. IV.3.3.). Im Folgenden hat die Vorinstanz auch zutreffend dargetan, dass diese Verkehrsregel- verletzungen keine besondere Gefahr darstellten, da der Beschuldigte den Fahrspurwechsel mit seinem Blinker anzeigte und die anderen Verkehrsteilnehmer entsprechend reagierten, indem sie ihre eigenen Fahrzeuge abbremsten. Entsprechend qualifizierte die Vorinstanz diese Verkehrsregel-verletzungen als einfache Verkehrsregelverletzungen nach Art. 90 Abs. 1 SVG, was zutreffend und zu übernehmen ist (Urk. 169 S. 26 ff. E. IV.3.4. ff., mit Verweis auf Urk. 40/4 S. 7). In der Folge hat die Vorinstanz sodann richtig erwogen, dass diese Verkehrsregelverletzungen gemäss Art. 109 StGB in Verbindung mit Art. 103 StGB - 13 - verjährt sind (Urk. 169 S. 28 E. IV.3.8.). Es ist das Verfahren in Bezug auf den Vorwurf der einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV folglich einzustellen (Art. 329 Abs. 1 lit. c, Art. 329 Abs. 4 StPO und Art. 329 Abs. 5 StPO). 4.Würdigung”
Bei Art. 90 LCR/SVG kann ein ideales Konkurrenzverhältnis zu Art. 239 StGB bestehen (Konkurrenz zwischen Verkehrsregelverletzung und Störung/Behinderung öffentlicher Dienste möglich).
“La jurisprudence y ajoute le transport par téléphérique, alors que la doctrine majoritaire s'accorde généralement à dire que le transport par tram, bus, bateau, avion, ski-lift ou funiculaire est également protégé par l'art. 239 CP, sous réserve de cas particuliers (TF 6B_81/2023 du 8 février 2024 consid. 3.1 et les réf. citées). 2.1.2 La violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) dont il est fait grief à l’appelant est d’avoir contrevenu aux art. 26 et 49 LCR, ainsi que 46 OCR. L’art. 26 al. 1 LCR prévoit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. L’art. 49 al. 1, 1ère phrase, LCR dispose que les piétons utiliseront le trottoir. Selon l’art. 46 al. 2 OCR, qui précise la portée de l’art. 49 al. 1 LCR, les piétons éviteront de s’attarder inutilement sur la chaussée, notamment aux endroits sans visibilité ou resserrés, aux intersections ainsi que de nuit et par mauvais temps. Selon la doctrine, l’infraction de violation simple des règles de la circulation routière visée à l’art. 90 LCR ne protège pas le même bien juridique que l’art. 239 CP, la première disposition protégeant en premier lieu la vie et l’intégrité corporelle, alors que la seconde vise la protection de l’intérêt général, soit celui de la collectivité à bénéficier de services publics sans perturbation en garantissant la bonne marche des installations concernées (Dupuis/Moreillon/Piguet/Berger/ Mazou/Rodigari, Petit Commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle, 2017, n. 1 et 27 ad art. 239 CP ; Gerhard Fiolka in : Niggli/Heer/Wiprächtiger [édit.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstrafprozessordnung, 3e éd., Bâle 2023 [ci-après : BSK StPO/JStPO], n. 37 ad art. 239 CP ; Virginie Rodigari, in : Macaluso/Moreillon/ Quéloz [édit.], Commentaire romand du Code pénal II, Bâle 2017 [ci-après : CR CP II], nn. 1 et 29 ad art. 239 CP ; Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle, 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR). Ainsi, le concours idéal entre ces deux infractions est possible (CAPE 14 juillet 2024/370 consid.”
“La jurisprudence y ajoute le transport par téléphérique, alors que la doctrine majoritaire s'accorde généralement à dire que le transport par tram, bus, bateau, avion, ski-lift ou funiculaire est également protégé par l'art. 239 CP, sous réserve de cas particuliers (TF 6B_81/2023 du 8 février 2024 consid. 3.1 et les réf. citées). 2.1.2 La violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) dont il est fait grief à l’appelant est d’avoir contrevenu aux art. 26 et 49 LCR, ainsi que 46 OCR. L’art. 26 al. 1 LCR prévoit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. L’art. 49 al. 1, 1ère phrase, LCR dispose que les piétons utiliseront le trottoir. Selon l’art. 46 al. 2 OCR, qui précise la portée de l’art. 49 al. 1 LCR, les piétons éviteront de s’attarder inutilement sur la chaussée, notamment aux endroits sans visibilité ou resserrés, aux intersections ainsi que de nuit et par mauvais temps. Selon la doctrine, l’infraction de violation simple des règles de la circulation routière visée à l’art. 90 LCR ne protège pas le même bien juridique que l’art. 239 CP, la première disposition protégeant en premier lieu la vie et l’intégrité corporelle, alors que la seconde vise la protection de l’intérêt général, soit celui de la collectivité à bénéficier de services publics sans perturbation en garantissant la bonne marche des installations concernées (Dupuis/Moreillon/Piguet/Berger/ Mazou/Rodigari, Petit Commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle, 2017, n. 1 et 27 ad art. 239 CP ; Gerhard Fiolka in : Niggli/Heer/Wiprächtiger [édit.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstrafprozessordnung, 3e éd., Bâle 2023 [ci-après : BSK StPO/JStPO], n. 37 ad art. 239 CP ; Virginie Rodigari, in : Macaluso/Moreillon/ Quéloz [édit.], Commentaire romand du Code pénal II, Bâle 2017 [ci-après : CR CP II], nn. 1 et 29 ad art. 239 CP ; Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle, 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR). Ainsi, le concours idéal entre ces deux infractions est possible (CAPE 14 juillet 2024/370 consid.”
Mehrfaches Rechtsüberholen auf Autobahnen kann die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllen. Insbesondere begründet das auf Autobahnen praktizierte Rechtsüberholen wegen der erhöhten abstrakten Gefährdung und der Bedeutung der Vorschrift (Art. 35 Abs. 1 SVG) ein objektiv schwerwiegendes Verhalten; ein rücksichtsloses Verhalten genügt damit auch für den subjektiven Tatbestand.
“Verbot des Rechtsüberholens Gemäss Beweisergebnis überholte der Beschuldigte auf der W.________(Autobahn) Süd, AF.________(Ortschaft) – Z.________ (Ortschaft) auf der Höhe km ________, auf der Höhe km ________ und auf der AH.________(Autobahn) Ost, AG.________(Ortschaft) – AI.________(Ortschaft) auf der Höhe km ________ mehrere Fahrzeuge rechts. Der Beschuldigte legte dabei insgesamt, d.h. im Rahmen seiner Fluchtfahrt, ein äusserst rücksichts- und bedenkenloses Verhalten an den Tag. Damit sind sowohl der objektive als auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Rechtfertigungsgründe sind keine ersichtlich. Der Beschuldigte hat mit seinem Verhalten am 6. Dezember 2022 auf der Autobahn zwischen I.________(Ortschaft) und J.________(Ortschaft) durch mehrfaches Rechtsüberholen den Straftatbestand der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG mehrfach erfüllt.”
“Nach Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, bei fahrlässiger Begehung grobe BGE 148 IV 374 S. 379 Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1; BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteile 6B_1235/ 2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 3.2.2; je mit Hinweisen). Aus Art. 35 Abs. 1 SVG wird das Verbot des Rechtsüberholens abgeleitet. Hierbei handelt es sich um eine für die Verkehrssicherheit objektiv wichtige Vorschrift, deren Missachtung eine erhebliche Gefährdung der Verkehrssicherheit mit beträchtlicher Unfallgefahr nach sich zieht und daher objektiv schwer wiegt. Wer auf der Autobahn fährt, muss sich darauf verlassen können, dass er nicht plötzlich rechts überholt wird. Das Rechtsüberholen auf der Autobahn, wo hohe Geschwindigkeiten gefahren werden, stellt eine erhöhte abstrakte Gefährdung dar (BGE 142 IV 93 E.”
Konkrete Fahrzeugmängel oder nicht zugelassene Veränderungen (z. B. erheblich abgefahrene Reifen mit freigelegter Karkasse, getönte vordere Tagfahrlichter) wurden in der zitierten Anklageschrift als Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG qualifiziert.
“Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juni 2021 um 22:08 Uhr in H.________(Ortschaft) bei H.________(Ortschaft), Hauptstrasse, vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ lenkte einen Personenwagen […]. Weiter war der Reifen vorne rechts an der Innenseite abgefahren und die Reifenkarkasse über den gesamten Umfang freigelegt, wodurch die Betriebssicherheit beeinträchtigt war. […]. Zudem waren die vorderen Tagfahrlichter mittels Tönungslack getönt.”
Ist die strafrechtliche Verfolgung wegen Verjährung ausgeschlossen, kann dies die vorfrageweise strafrechtliche Prüfung durch Verwaltungsstellen oder Sozialversicherungen beeinträchtigen. Das Bundesgericht hat eine derartige Bindungswirkung einer Einstellungsverfügung wegen Verjährung bejaht, und die Verjährung ist von Amtes wegen zu beachten; daraus kann folgen, dass Behörden, die vorfrageweise das Vorliegen einer Straftat prüfen, an eine solche Einstellungsverfügung gebunden sein können.
“Ob und inwieweit die Beschwerdegegnerin bei diesen Gegebenheiten in ihrer Verfügung vom 7. Februar 2018 vorfrageweise prüfen durfte, ob der Beschwerdeführer durch sein Fahrverhalten, das den folgenschweren Unfall verursachte, den Straftatbestand der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt hat, muss hier nicht weiter vertieft werden. Immerhin sei erwähnt, dass das Bundesgericht in einem jüngeren Urteil eine Bindungswirkung dergestalt bejahte, dass die über den Rückforderungsanspruch befindende Behörde an eine Einstellungsverfügung der zuständigen strafrechtlichen Untersuchungsbehörde wegen Verjährung gebunden war (vgl. Urteil 9C_148/2020 vom 2. Juli 2020 E. 4.4 und 4.6; vgl. demgegenüber hinsichtlich der Anwendung der längeren strafrechtlichen Verjährungsfrist gemäss Art. 60 Abs. 2 OR: BGE 136 III 502 E. 6.3.1 mit Hinweisen).”
“Im Übrigen scheint zumindest fraglich, ob der vorfrageweisen Prüfung des Straftatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG nicht die strafrechtlichen Verjährungsbestimmungen entgegenstünden. Gemäss der bis zum 31. Dezember 2013 geltenden Bestimmung von aArt. 97 Abs. 1 lit. c StGB verjährte die Strafverfolgung einer groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG in sieben Jahren. Nach der geltenden Bestimmung von Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB verjährt die erwähnte Straftat in 10 Jahren. Da sich der Unfall am 5. August 2009 ereignete und zudem die geltenden Verjährungsbestimmungen nicht milder sind (Art. 2 Abs. 2 StGB), ist das alte Recht anwendbar (vgl. Urteil 6B_85/2021 vom 26. November 2021 E. 17.3). Der Eintritt der Verfolgungsverjährung ist von Amtes BGE 148 V 195 S. 208 wegen und - unter Vorbehalt der Revision zu Gunsten des Beschuldigten - in jedem Verfahrensstadium zu beachten (BGE 129 IV 49 E. 5.4; BGE 116 IV 80 E. 1). So verfügt die Staatsanwaltschaft gemäss Art. 310 Abs. 1 lit. b StPO die Nichtanhandnahme, sobald auf Grund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass Verfahrenshindernisse bestehen.”
“Im Übrigen scheint zumindest fraglich, ob der vorfrageweisen Prüfung des Straftatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG nicht die strafrechtlichen Verjährungsbestimmungen entgegenstünden. Gemäss der bis zum 31. Dezember 2013 geltenden Bestimmung von aArt. 97 Abs. 1 lit. c StGB verjährte die Strafverfolgung einer groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG in sieben Jahren. Nach der geltenden Bestimmung von Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB verjährt die erwähnte Straftat in 10 Jahren. Da sich der Unfall am 5. August 2009 ereignete und zudem die geltenden Verjährungsbestimmungen nicht milder sind (Art. 2 Abs. 2 StGB), ist das alte Recht anwendbar (vgl. Urteil 6B_85/2021 vom 26. November 2021 E. 17.3). Der Eintritt der Verfolgungsverjährung ist von Amtes BGE 148 V 195 S. 208 wegen und - unter Vorbehalt der Revision zu Gunsten des Beschuldigten - in jedem Verfahrensstadium zu beachten (BGE 129 IV 49 E. 5.4; BGE 116 IV 80 E. 1). So verfügt die Staatsanwaltschaft gemäss Art. 310 Abs. 1 lit. b StPO die Nichtanhandnahme, sobald auf Grund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass Verfahrenshindernisse bestehen. Dazu gehört vorab die Verjährung (OMLIN, a.a.O., N. 10 zu Art. 310 StPO). Wenn es somit zufolge eingetretener Verfolgungsverjährung den Strafbehörden untersagt ist, eine Straftat zu beurteilen, so liegt der Schluss nahe, dass dies auch für die Behörden der Sozialversicherung gilt, welche vorfrageweise das Vorliegen einer Straftat prüfen, um daran sozialversicherungsrechtliche Folgen zu knüpfen.”
Auch ein pflichtwidriges, unbewusstes Nichtinbetrachtziehen der Gefährdung kann als grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gelten. Voraussetzung ist, dass dieses Nichtbedenken auf Rücksichtslosigkeit schliesst (z. B. bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern).
“Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.1; 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 1). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93 E.”
“Der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfasst insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten, was sich aus dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") ergibt. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteile 6B_272/2023 vom 2. Oktober 2024 E. 1.3.1; 6B_16/2023, 6B_23/2023 vom 17. Mai 2024 E. 3.2.1). Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht.”
“Die Vorinstanz verweist zutreffend auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach gute Witterungs-, Strassen- und Verkehrsverhältnisse keine besonderen entlastenden Umstände darstellen (Urteile 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1; 6B_505/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 1.1.1; 6B_1204/2016 vom 24. Mai 2017 E. 3.3.1; 6B_33/2015 vom 5. Mai 2015 E. 1.2; je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer habe den Anhaltspunkten für eine übersetzte Geschwindigkeit nicht die gebotene Aufmerksamkeit geschenkt und dem Tachometer trotz Indizien für eine Fehlfunktion blind vertraut. Damit sei er pflichtwidrig unachtsam gewesen und habe die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig nicht in Betracht gezogen. Sein Verhalten erscheine als rücksichtslos im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer nicht vor, im Wissen um die übersetzte Geschwindigkeit und die damit geschaffene Gefährdung agiert zu haben. An der vorinstanzlich zu Recht bejahten Rücksichtslosigkeit ändert aber nichts, dass der Beschwerdeführer nicht bewusst fahrlässig handelte. Denn darauf kann es nicht ankommen, sonst wäre der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG bei unbewusster Fahrlässigkeit nicht anwendbar. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, hätte der Beschwerdeführer den Irrtum über die gefahrene Geschwindigkeit erkennen und vermeiden können (vgl. Urteil 6B_505/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 1.2.2). Mit dieser Begründung gelangt die Vorinstanz zum zutreffenden Schluss, dass auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt ist.”
“Den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteil 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 1). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteil 6B_16/2023 vom 17. Mai 2024 E. 3.2.1). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93 E.”
Art. 90 Abs. 2 SVG setzt kumulativ zwei Voraussetzungen voraus: (1) eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln und (2) dass der Täter dadurch oder in Kauf nehmend eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, ist nicht Abs. 2, sondern Art. 90 Abs. 1 SVG (Busse) anzuwenden.
“Die Vorinstanz hatte den Beschuldigten wegen fahrlässiger Verkehrsregelver- letzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 1 und Abs. 5 VRV und Art. 22 SSV schuldig ge- sprochen. Die Staatsanwaltschaft rügt, dass der Beschuldigte nicht für eine fahr- lässige, sondern für eine (zumindest eventual-)vorsätzliche Begehung einer gro- ben Verkehrsregelverletzung zu bestrafen sei. Art. 90 Abs. 1 SVG bestraft denjenigen mit Busse, der die Verkehrsregeln nach dem Strassenverkehrsgesetz oder nach den Vollziehungsvorschriften des Bun- desrates verletzt. Art. 90 Abs. 2 SVG sieht hingegen eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe für jemanden vor, welcher durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Eine Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 SVG erfüllt also dann die qualifizierten Tatbestandsmerkmale von Abs. 2, wenn sie «grob» ist und der Täter zudem «eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt». Ist nur eine der beiden Voraussetzungen erfüllt, z.B. indem eine leichte Verletzung der Verkehrsregeln eine gravierende Gefahrensituation bewirkt, so gelangt nicht Art. 90 Abs. 2 SVG zur Anwendung, sondern vielmehr Abs. 1 der Bestimmung. Sowohl die einfache als auch die grobe Verletzung der Verkehrsregeln kann fahrlässig begangen werden (Art. 100 Ziff. 1 SVG).”
“Grundlagen Die Vorinstanz gab das Theoretische zum objektiven und subjektiven Tatbestand der fahrlässigen einfachen Körperverletzung (Art. 125 Abs. 1 Schweizerisches Strafgesetzbuch [StGB; SR 311.0]) korrekt wieder. Darauf wird verwiesen (Ziff. III.2.1. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 239 f.). Gleiches gilt für den objektiven und subjektiven Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 1 Strassenverkehrsgesetz [SVG; SR 741.01]) sowie die Pflichten im Strassenverkehr betreffend Rechtsfahren (Art. 34 SVG) und betreffend Kreuzen und Überholen (Art. 35 SVG; Ziff. III.1.1. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 235 ff.). Ergänzend ist das Folgende festzuhalten: Mit Busse wird bestraft, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 90 Abs. 2 SVG). Eine Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt die qualifizierten Tatbestandsmerkmale von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn sie «grob» ist und (kumulativ) der Täter dadurch «eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt». Ist nur eine dieser beiden Voraussetzungen erfüllt, z.B. indem eine leichte Verletzung der Verkehrsregeln im konkreten Fall eine gravierende Gefahrensituation bewirkt, so gelangt nicht Art. 90 Abs. 2 SVG, sondern vielmehr Abs. 1 zur Anwendung (Giger, OFK SVG, 8. Auflage, Art. 90 N 10). Betreffend Konkurrenzen ist weiter zu ergänzen, dass Art. 90 SVG neben Art. 125 StGB zur Anwendung gelangt, wenn ausser der verletzten Person eine weitere Person konkret gefährdet wird (BGE 91 IV 211”
“Abgrenzung Art. 90 Abs. 1 SVG bestraft denjenigen mit Busse, der die Verkehrsregeln nach dem Strassenverkehrsgesetz oder nach den Vollziehungsvorschriften des Bun- desrates verletzt. Art. 90 Abs. 2 SVG sieht hingegen eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe für jemanden vor, welcher durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Eine Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt also dann die qualifizierten Tatbestandsmerkmale von Abs. 2, wenn sie also "grob" ist und der Täter zudem "eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt". Ist nur eine der beiden Voraussetzungen erfüllt, z.B. indem eine leichte Verletzung der Verkehrsregeln eine gravierende Gefahrensituation bewirkt, so gelangt nicht Art. 90 Abs. 2 SVG zur Anwendung, sondern vielmehr Abs.”
Bei Art. 90 Abs. 1 SVG ist bei unklarer Tatsachenlage zugunsten der beschuldigten Person zu entscheiden: Bleiben nach objektiver Beweiswürdigung ernsthafte, irreduzible Zweifel an einem für die Schuld bejahenden Tatbestand, ist freizusprechen (in dubio pro reo). Eine Verurteilung setzt dagegen eine hinreichende Gewissheit hinsichtlich der zu beweisenden Tatsachen voraus.
“La présomption d'innocence est violée lorsque le juge rend un verdict de culpabilité au seul motif que le prévenu n'a pas prouvé son innocence (ATF 127 I 38 consid. 2a) ou encore lorsque le juge condamne le prévenu au seul motif que sa culpabilité est plus vraisemblable que son innocence. En revanche, l'absence de doute à l'issue de l'appréciation des preuves exclut la violation de la présomption d'innocence en tant que règle sur le fardeau de la preuve. Comme règle d'appréciation des preuves, la présomption d'innocence signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3). 2.2.1. Selon l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la LCR ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. 2.2.2. Aux termes de l'art. 49 LCR, la place des piétons est sur le trottoir et non sur la chaussée dont l'usage est restrictif. L'art. 46 al. 2 OCR prévoit que les piétons éviteront de s’attarder inutilement sur la chaussée, notamment aux endroits sans visibilité ou resserrés, aux intersections ainsi que de nuit et par mauvais temps. 2.3.1. L'appelante conteste sa culpabilité du chef de violation simple des règles de la circulation routière. Au stade de l'appel, elle reproche à l'autorité de première instance de ne pas avoir instruit les faits en lien avec l'infraction qui lui est reprochée, précisant qu'elle n'avait eu aucune raison de "déambuler inutilement" sur la chaussée et qu'il n'était pas indiqué dans le rapport de contravention si elle marchait au milieu de la rue ou sur un trottoir à côté de véhicules. Elle avait été interpellée uniquement en raison de son origine et non pour une infraction pénale.”
“2 de la convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales (CEDH), ainsi que son corollaire, le principe in dubio pro reo, concernent tant le fardeau de la preuve que l'appréciation des preuves au sens large. En tant que règle sur le fardeau de la preuve, elle signifie, au stade du jugement, que le fardeau de la preuve incombe à l'accusation et que le doute doit profiter au prévenu. Comme règle d'appréciation des preuves, la présomption d'innocence signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective (ATF 148 IV 409 consid. 2.2). 2.2. Au sens de l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. 2.2.1. L'art. 26 ch. 1 LCR prévoit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. 2.2.2. Conformément à l'art. 31 al. 1 LCR, le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence. 2.2.3. Selon l'art. 32 al. 1 1ère phrase LCR, la vitesse doit toujours être adaptée aux circonstances, notamment aux particularités du véhicule et du chargement, ainsi qu’aux conditions de la route, de la circulation et de la visibilité. Cette disposition est complétée par l'art. 4 al. 1 1ère phrase OCR, à teneur duquel le conducteur ne doit pas circuler à une vitesse qui l’empêcherait de s’arrêter sur la distance à laquelle porte sa visibilité. Cette règle implique notamment qu'on ne peut circuler à la vitesse maximale autorisée que si les conditions de la route, du trafic et de visibilité sont favorables (ATF 126 II 192 consid.”
“Fazit In Bezug auf den ersten Sachverhaltsabschnitt betreffend ungenügenden Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zwischen dem Tunnel San Bernardino und der Kurve "Manzei" lässt sich der Sachverhalt nicht mit der genügenden Gewissheit erstellen. Der Beschuldigte ist von diesem Vorwurf freizusprechen (Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG). Der angeklagte Sachverhalt in Bezug auf das Überholmanöver lässt sich anhand der glaubhaften Aussagen von B. mehrheitlich erstellen. Entgegen der An- klageschrift ist aber gestützt auf die Aussagen des Zeugen von einer Geschwin- digkeit der Kolonne von ca. 70 km/h, einer Überholgeschwindigkeit des Beschul- digten von ca. 90-100 km/h und Abständen zwischen den Fahrzeugen in der Ko- lonne von 25 bis 30 Metern auszugehen. Die konkrete Sichtdistanz des Beschul- digten zu Beginn des Überholmanövers lässt sich nicht erstellen. Ebenso wenig der Abstand des Beschuldigten zum vorausfahrenden LKW beim Wiedereinbiegen von ca. fünf Metern. Erstellt ist hingegen, dass das hinter dem LKW - und nach dessen Wiedereinspuren hinter dem Beschuldigten - fahrende Fahrzeug abge- bremst hat.”
“Es kann ebenso gut sein, dass der Beschuldigte die Einstel- lung des Tempomats, die Musiklautstärke oder ähnliches bediente. Ein (kurzer) Blick nach unten lässt denn auch nicht darauf schliessen, dass der Beschuldigte derart abgelenkt gewesen sein müsste, um nicht adäquat auf unvorhersehbare Verkehrsverhältnisse reagieren zu können. Es wurden ferner auch keine Schlan- genlinien oder sonstige unkonzentrierte Fahrverhaltensweisen vom Zeugen im Polizeirapport festgehalten oder anlässlich seiner Befragung zu Protokoll gege- ben. Vor diesem Hintergrund ist zugunsten des Beschuldigten in dubio pro reo da- von auszugehen, dass seine Aufmerksamkeit nicht durch das Bedienen eines Mo- biltelefons beeinträchtigt und damit die Fahrzeugführung erschwert gewesen ist. Ein fehlbares Verhalten des Beschuldigten ist folglich nicht ohne Zweifel nach- weisbar, weshalb der Beschuldigte freizusprechen ist. 3.Im Ergebnis kann der objektive Sachverhalt gemäss Strafbefehl mit den vor- handenen Beweismitteln nicht erstellt werden. In der Folge ist der Beschuldigte der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV nicht schuldig und ist freizusprechen. IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 1.In Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte mit seinem Berufungsbegehren vollumfänglich obsiegt und vom Anklagevorwurf freizusprechen ist, sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens auf die Gerichts- - 11 - kasse zu nehmen. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz (Art. 426 Abs. 2 und Art. 428 Abs. 1 StPO). 2.Dem Beschuldigten steht für die Kosten seiner erbetenen Verteidigung im Strafverfahren ausgangsgemäss eine Parteientschädigung zu (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Die vom Beschuldigten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren gel- tend gemachte Entschädigung von Fr. 5'909.60 (inkl. MwSt; Urk. 11 und Urk. 37/1- 2) erscheint angemessen. Entsprechend ist ihm für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte im Rahmen der Untersuchung und der beiden Gerichts- verfahren eine Prozessentschädigung in der beantragten Höhe aus der Gerichts- kasse zuzusprechen (Art.”
Bei sehr kurzer, klarer Sicht und überschaubarer Strecke (im entschiedenen Fall ca. 20 m) kann das Tatbestandsmerkmal der «ernstlichen Gefahr» im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG entfallen, weil keine erhöhte abstrakte Gefährdung festgestellt wurde.
“4.Grobe Verletzung der Verkehrsregeln (Nichtbeachten eines Lichtsignals) 4.1.Der Beschuldigten wird unter Sachverhaltsabschnitt 4 gemäss Dossier 2 vorgeworfen, sie habe auf ihrer Fahrt von ihrem Wohnort in F._____ in Richtung Autobahneinfahrt C._____/G._____ ein Rotlichtsignal nicht beachtet. Die Staats- anwaltschaft und die Vorinstanz würdigten dieses Verhalten als grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1 und Abs. 1 bis SSV. Die amtliche Verteidigung brachte anlässlich der Berufungsverhandlung zusammengefasst vor, dass die Missachtung eines Lichtsignals auch eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG darstellen könne. In objektiver Hinsicht würden sich die beiden Tatbestände im Merkmal der ernstlichen Gefährdung der Ver- kehrssicherheit unterscheiden. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG bereits beim Vorliegen einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Eine sol- - 31 - che erhöhte abstrakte Gefährdung sei vorliegend jedoch nicht auszumachen. So habe die Beschuldigte, als sie das Rotlichtsignal überfahren habe, die kurze Weg- strecke von lediglich ca. 20 Metern zwischen der Lichtsignalanlage und der Ein- fahrt auf den Parkplatz beim Bahnhof F._____ sehr gut überblicken können. Wäh- rend ihrer weiteren Fahrt über den Parkplatz bis zum Wiedereinbiegen auf die I._____-strasse habe sie sich sodann verkehrsregelkonform verhalten und zu je- dem Zeitpunkt sehen können, dass ihr kein anderes Fahrzeug entgegenkomme. Sie habe mithin keine erhöht abstrakte Gefährdung für die Sicherheit anderer Ver- kehrsteilnehmer geschaffen. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG sei daher nicht erfüllt (Urk. 99 Rz 6 ff.). Dasselbe gelte mit Bezug auf den subjektiven Tatbestand: Da die Beschuldigte aufgrund der konkreten Verkehrssituation und ihrer Fahrweise stets habe erkennen können, dass ihr kein anderes Fahrzeug ent- gegenkomme, habe sie nicht in Kauf genommen, mit einem anderen Verkehrsteil- nehmer zu kollidieren oder eine erhöhte abstrakte Gefahr für die Verkehrssicher- heit zu schaffen (Urk.”
Parkieren ausserhalb oder unzulässig innerhalb markierter Parkfelder — insbesondere das Benutzen von für andere Fahrzeugkategorien bestimmten Feldern — stellt eine Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 SVG und Art. 79 SSV dar und wird als Ordnungsbusse geahndet. Auch kurzzeitiges Besetzen eines markierten Feldes (z. B. Ladefeld) kann gebüsst werden, selbst wenn keine konkrete Gefahr entstanden ist.
“Gesetzliche und theoretische Ausführungen Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird bestraft, wer Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt. Zu den Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 SVG gehören grundsätzlich die unter Titel III des SVG erfassten Art. 26 bis Art. 57 SVG. Darüber hinaus finden sich aber weitere Verkehrsregeln im Verordnungsrecht. Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei zu befolgen. Nach Art. 79 Abs. 1 der Signalisationsverordnung (SSV; SR 741.21) werden Parkfelder entweder ausschliesslich durch Markierungen gekennzeichnet oder in Ergänzung zu Signalen markiert. Die Markierung erfolgt durch ununterbrochene Linien (Art. 79 Abs. 2 SSV). Wo Parkfelder gekennzeichnet sind, darf nur innerhalb dieser Felder parkiert werden (Art. 79 Abs. 6 SSV). Art. 90 Abs. 1 SVG erfasst sowohl vorsätzliche wie auch fahrlässige Handlungen (vgl. auch Art. 100 Ziff. 1 SVG; Fiolka, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, N 30 zu Art. 90 SVG).”
“Là où sont délimitées des cases de stationnement, les véhicules doivent stationner uniquement dans les limites de ces cases. Les cases de stationnement ne doivent être utilisées que par les véhicules des catégories pour lesquelles elles ont été dimensionnées. Il s'agit de violations simples des règles de la circulation routière, la sanction encourue étant dès lors l'amende (art. 90 al. 1 LCR). 2.1.2. En l'espèce, il est établi, à teneur des photographies versées à la procédure par le Service des contraventions, que le véhicule de l'appelant était stationné sur une place de parking portant le numéro 6______, dont le marquage avait préalablement été noirci. L'appelant ne saurait par conséquent être suivi lorsqu'il affirme s'être parqué sur une place bleue. Quant à la photographie produite par l'intéressé, elle ne lui est d'aucun secours, puisqu'elle n'est pas datée et qu'on ne peut y observer que la place numéro 5______. L'appelant sera par conséquent reconnu coupable d'infraction à l'art. 90 al. 1 LCR et le jugement querellé confirmé sur ce point. 2.2.1. Selon l'art. 27 al. 1 LCR, chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu'aux ordres de la police. Conformément à l'art. 48 al. 6 OSR, le signal "Parcage contre paiement" désigne les endroits où les voitures automobiles ne peuvent être garées que contre paiement d'une taxe et selon les prescriptions figurant sur les parcomètres. Il s'agit de violations simples des règles de la circulation routière, la sanction encourue étant dès lors l'amende (art. 90 al. 1 LCR). 2.2.2. En l'espèce, il est établi, à teneur de la procédure et, en particulier, d'une photographie produite par le Service des contraventions, qu'un panneau indiquant l'obligation de payer le parking "tous les jours de 8h à 19h" se trouvait bien dans la zone de parcage concernée, ce que l'appelant ne conteste au demeurant pas. Les arguments formulés par l'appelant, tendant à dire qu'une telle obligation de paiement n'existerait pas le dimanche ou bien encore que l'agent l'ayant amendé devait être au bénéfice d'une autorisation spéciale pour pouvoir travailler un jour férié, ne reposent sur aucun fondement et n'emportent dès lors pas conviction.”
“eine bestimmte Benut- zergruppe) vorgesehen, zu welchem es der Beschuldigte gemäss eigenen Aus- sagen gerade eben nicht benützte. Aus den eingereichten Fotografien ergibt sich nicht, ob sich diese anderen Fahrzeuge bzw. Fahrzeuglenker zum vorgesehenen Zweck auf diesem Parkfeld befanden, oder ob diese Fahrzeughalter gegebenen- falls in einem separaten Verfahren gebüsst wurden, oder ob ein allfälliges Fehlver- halten nicht beobachtet werden konnte. Der Beschuldigte kann somit aus den von ihm eingereichten Fotografien bzw. seinem diesbezüglichen Vorbringen nichts zu seinen Gunsten ableiten. Hinweise auf eine Diskriminierung des Beschuldigten – wie von ihm ohne weitere Ausführungen vorgebracht – ergeben sich aus den Akten keine. Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe liegen ferner keine vor. 5.Zusammenfassend ist der Beschuldigte somit – in Abweichung zur rechtlichen Würdigung der Vorinstanz (Urk. 25 E. III/1 ff. S.6–8) – der Verletzung der Verkehrs- regeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 79 Abs. 6 SSV schuldig zu sprechen. IV. Sanktion 1.Die Vorinstanz hat die massgeblichen theoretischen Grundlagen zur Strafzu- messung zutreffend dargelegt, weshalb darauf zu verweisen ist. Die Vorinstanz hat – bei abweichender rechtlicher Würdigung – eine Busse in der Höhe von Fr. 220.– ausgefällt (Urk. 25 E. IV/1 ff. S. 8–9). 2.Der Beschuldigte parkierte sein Fahrzeug während zwölf Minuten auf einem Parkfeld, welches aufgrund der Markierung nicht dafür vorgesehen war, um auf einen Passagier zu warten. Mit der Vorinstanz befand sich der Beschuldigte jedoch während der ganzen zwölf Minuten im Fahrzeuginnern, weswegen er jederzeit - 11 - wegfahren konnte, ohne dass sein Fahrzeug hätte abgeschleppt werden müssen, wodurch zusätzliche Kosten und Aufwände verhindert wurden. Weiter ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Beschuldigte keine eigentliche Gefahrensituation schuf, er aber andere Personen daran hinderte, das markierte Parkfeld zum vorge- sehenen Zweck – dem Ein- und Ausladen von Gepäckstücken – zu benützen.”
Bei Bildung einer Zusatzstrafe ist zunächst die hypothetische Grund- bzw. Gesamtstrafe für die neu zu beurteilenden Delikte festzulegen. Ist diese – wie vorliegend bei Art. 90 Abs. 2 SVG – gegenüber den Vorstrafen die schwerste Straftat, ist die für die neuen Delikte festgesetzte Strafe gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB um einen angemessenen Anteil der Grundstrafe für die alten Delikte zu erhöhen. Von der so gebildeten hypothetischen Gesamtstrafe wird abschliessend die rechtskräftige Grundstrafe (die Vorstrafen) abgezogen, um die Höhe der Zusatzstrafe zu ermitteln.
“Dem in Erw. 2.1.4 dargestellten Vorgehen bei der Bildung einer Zusatzstrafe folgend ist mit Blick auf die abstrakten Strafdrohungen von Art. 90 Abs. 2 SVG (grobe Verletzung der Verkehrsregeln: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren) einerseits und von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Diebstahl: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren) andererseits festzustellen, dass die neuen Delikte die schwerste Straftat darstellen, weshalb zur Bestimmung der hypothetischen Grundstrafe und davon ausgehend der Zusatzstrafe gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB die für die neuen Taten festgelegte Strafe um einen angemessenen Anteil der Grundstrafe für die alten Delikte zu erhöhen ist. Folglich gilt es nachfolgend, zuerst eine vorläufige Gesamtstrafe für die neuen Delikte festzusetzen und diese anschliessend wegen der Grundstrafe (Vorstrafen) angemessen zu erhöhen. Von der daraus gebildeten hypothetischen Gesamtstrafe wird schliesslich die rechtskräftige Grundstrafe, d.h. insgesamt 25 Tagessätze Geldstrafe aus den Vorstrafen, abgezogen, was zur Höhe der Zusatzstrafe für die neu zu beurteilenden Delikte führt.”
Art. 90 Abs. 1 SVG ist eine generell-abstrakte Vorschrift. Die einfache Angabe von «Art. 90 Abs. 1 SVG» in der Anklage genügt daher nicht grundsätzlich; die Anklage muss die dem Vorwurf zugrunde liegenden Tatsachen so schildern, dass erkennbar ist, welche konkrete Verkehrsregel verletzt worden sein soll. Liegen die beschriebenen Tatsachen vor, kann auch eine ausschliessliche Bezugnahme auf Art. 90 Abs. 1 ausreichen.
“325 CPP, l'acte d'accusation désigne : (a) le lieu et la date de son établissement, (b) le ministère public qui en est l'auteur, (c) le tribunal auquel il s'adresse, (d) les noms du prévenu et de son défenseur, (e) le nom du lésé, (f) le plus brièvement possible, mais avec précision, les actes reprochés au prévenu, le lieu, la date et l’heure de leur commission ainsi que leurs conséquences et le mode de procéder de l'auteur, (g) les infractions réalisées et les dispositions légales applicables de l'avis du ministère public. En d'autres termes, l'acte d'accusation doit contenir les faits qui, de l'avis du ministère public, correspondent à tous les éléments constitutifs de l'infraction reprochée au prévenu. L'acte d'accusation définit l'objet du procès et sert également à informer le prévenu (fonction de délimitation et d'information). Des imprécisions relatives au lieu ou à la date sont sans portée, dans la mesure où le prévenu ne peut pas avoir de doute sur le comportement qui lui est reproché (ATF 147 IV 505 précité, ibid.). 3.2.2 Aux termes de l'art. 90 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende (al. 1). Celui qui, par une violation grave d’une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d’autrui ou en prend le risque est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire (al. 2). L’art. 90 al. 1 LCR constitue une disposition de caractère général et abstrait, de sorte que la seule mention d’une violation de règles de circulation selon cette disposition, sans autre précision, est insuffisante (ATF 126 I 19 consid. 2e ; TF 6P.136/2003 du 24 novembre 2003 ; JdT 1981 III 155). L’acte d’accusation a pour fonction de présenter et de fixer l’objet du procès et de garantir les droits de la défense, de telle façon que le prévenu soit mis en état de les faire valoir concrètement ou de pouvoir se défendre efficacement. L’accusation doit ainsi désigner la personne poursuivie et les infractions qui lui sont reprochées de façon suffisamment précise pour lui permettre d’apprécier objectivement et subjectivement quels reproches lui sont faits (Moreillon/Parein-Reymond, Petit Commentaire du Code de procédure pénale, 2e éd., Bâle 2016, n. 4 ad art. 9 CPP et les réf.). Même si l’acte d’accusation ne mentionne que l’art. 90 al. 1 LCR, il n’y a pas de violation de la maxime d’accusation lorsque les faits décrits permettent de comprendre la règle de la circulation routière qui a été violée (CAPE 23 mars 2023/203 consid.”
Die Einziehung nach Art. 90a SVG kann nicht nur bei den qualifizierten Raserdelikten (Art. 90 Abs. 3–4) angeordnet werden, sondern kommt nach der Rechtsprechung und Lehre auch bei groben Verkehrsregelverletzungen im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Betracht. Art. 90a dient dem Schutz der Allgemeinheit vor Motorfahrzeuglenkern, die die Verkehrssicherheit grob gefährdet haben. Die Sonderregel des Art. 90a ist lex specialis gegenüber der strafrechtlichen Einziehungsnorm des Art. 69 StGB.
“und der Täter durch die Einziehung von weiteren groben Verkehrsregelverletzungen abgehalten werden kann (Bst. b). Die Voraussetzungen nach Art. 90a Abs. 1 Bst. a SVG gelten nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel als erfüllt, wenn ein Delikt nach Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG (sog. «Rasertatbestand») vorliegt. Die Einziehung ist aber nicht auf diese Fälle beschränkt, sondern fällt auch bei groben Verkehrsregelverletzungen i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG in Betracht (BGE 139 IV 250 E. 2.3.3; Husmann, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 75 f. zu Art. 90a SVG). Dasselbe gilt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch für das Führen eines Fahrzeugs ohne entsprechenden Führerausweis (Art. 95 Abs. 1 SVG), wenn die betreffende Person aus demselben Grund schon verurteilt worden ist (Urteil des Bundesgerichts 1B_492/2022 vom 9. November 2022 E. 2.1 mit Hinweisen). Art. 90a SVG dient dem Schutz der Allgemeinheit vor Motorfahrzeuglenkern, welche die Verkehrssicherheit in grober Weise gefährdet haben. Es handelt sich hierbei um eine sichernde Massnahme ohne Strafcharakter (Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, N. 2 zu Art. 90a). Art. 90a SVG ist lex specialis zur strafrechtlichen Einziehungsnorm des Art. 69 Abs. 1 StGB. Diese kann somit nur zur Anwendung kommen, wenn die spezielle Norm nicht erfüllt ist. Die Unterschiede zwischen beiden Bestimmungen besteht darin, dass nach Art.”
“Die Beschlagnahme ist nur aufzuheben, wenn ihre Voraussetzungen offensichtlich nicht erfüllt sind (BGE 139 IV 250 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 1B_556/2021 vom 29. November 2021 E. 3.2). Sind die Voraussetzungen einer Beschlagnahme erfüllt, hat diese entgegen dem Wortlaut der Bestimmung von Art. 263 StPO («können») zwingend zu erfolgen (Jositsch/Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2023, N. 1108). 4.3 Nach Art. 90a Abs. 1 SVG kann das Gericht die Einziehung eines Motorfahrzeuges anordnen, wenn damit eine grobe Verkehrsregelverletzung in skrupelloser Weise begangen wurde (Bst. a) und der Täter durch die Einziehung von weiteren groben Verkehrsregelverletzungen abgehalten werden kann (Bst. b). Die Voraussetzungen nach Art. 90a Abs. 1 Bst. a SVG gelten nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel als erfüllt, wenn ein Delikt nach Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG (sog. «Rasertatbestand») vorliegt. Die Einziehung ist aber nicht auf diese Fälle beschränkt, sondern fällt auch bei groben Verkehrsregelverletzungen i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG in Betracht (BGE 139 IV 250 E. 2.3.3; Husmann, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 75 f. zu Art. 90a SVG). Art. 90a SVG dient dem Schutz der Allgemeinheit vor Motorfahrzeuglenkern, welche die Verkehrssicherheit in grober Weise gefährdet haben. Es handelt sich hierbei um eine sichernde Massnahme ohne Strafcharakter (Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, N. 2 zu Art. 90a). Art. 90a SVG ist lex specialis zur strafrechtlichen Einziehungsnorm des Art. 69 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0). Diese kann somit nur zur Anwendung kommen, wenn die spezielle Norm nicht erfüllt ist. Die Unterschiede zwischen beiden Bestimmungen besteht darin, dass nach Art. 90a SVG allein das bei der konkret in Frage stehenden Tat verwendete Motorfahrzeug eingezogen werden kann, während über Art. 69 StGB auch sonstige Fahrzeuge des Täters eingezogen werden können (Weissenberger, a.a.O., N. 3 und 18 zu Art. 90a; vgl. auch den Leitentscheid Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 15 189 vom 18.”
“der Täter durch die Einziehung von weiteren groben Verkehrsregelverletzungen abgehalten werden kann. Die Einziehungsvoraussetzungen von Art. 90a Abs. 1 lit. a SVG dürften bei qualifiziert groben Verkehrsdelikten (im Sinne von Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 SVG) in der Regel erfüllt sein. Eine mögliche Einziehung ist aber nicht auf diese Fälle beschränkt, sondern fällt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch bei (nicht qualifiziert) groben Verkehrsregelverletzungen im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Betracht (BGE 140 IV 133 E. 3.4; 139 IV 250 E. 2.3.3). Dasselbe gilt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch für das Führen eines Fahrzeugs ohne entsprechenden Führerausweis (Art. 95 Abs. 1 SVG), wenn die betreffende Person aus demselben Grund schon verurteilt worden ist (Urteil 1B_556/2017 vom 5. Juni 2018 E. 4.2 mit Hinweis). In sachverhaltlicher Hinsicht hat die Vorinstanz folgende Feststellungen getroffen: Gemäss dem aktenkundigen Polizeirapport sei anlässlich der polizeilichen Patrouillentätigkeit am 13. Mai 2022 beobachtet worden, wie der Fahrzeuglenker des Personenwagens Hyundai Tucson, SG xxx'xxx, während der Fahrt telefonierte. Sodann sei während der nachfolgenden Kontrolle festgestellt worden, dass der beschuldigte Fahrzeuglenker mit einem Führerausweisentzug für sämtliche Fahrzeugkategorien belegt sei. Daraus folgerte die Vorinstanz, dass derzeit unter anderem ein hinreichender Tatverdacht auf das Führen eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs, Verweigerung oder Aberkennung des Führerausweises nach Art.”
Bei einem einmaligen, im Vorleben isolierten Vorfall (insbesondere ohne sonstige einschlägige Vergangenheit) ist für Massnahmen wie die Fahrzeugkonfiskation regelmässig keine künftige Gefährdung anzunehmen. Ob Vorstrafen bzw. Wiederholungsgefahr vorliegen, ist unter Einbezug des konkreten Kontextes und des geschützten Rechtsguts zu beurteilen; eine grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG begründet nicht automatisch Wiederholungsgefahr.
“69 ss CP ou d’autres normes de confiscation spéciales (CREP 4 septembre 2023/716 consid. 4.1.2 ; Julen Berthod in : CR CPP, n. 7 ad art. 263 CPP). 2.2.2 En vertu de l’art. 90a al. 1 LCR, le tribunal peut ordonner la confiscation d’un véhicule automobile lorsque les règles de la circulation ont été violées gravement et sans scrupules (let. a) et que cette mesure peut empêcher l’auteur de commettre d’autres violations graves des règles de la circulation (let. b). Les conditions de l’art. 90a al. 1 let. a LCR sont en principe remplies lorsqu’il existe un soupçon de violation grave et qualifiée des règles de la circulation au sens de l’art. 90 al. 3 et 4 LCR (ATF 140 IV 133 consid. 3.4, JdT 2014 I 329 et 2015 IV 22 ; CREP 27 juin 2023/463 consid. 2.2.2 et les références citées). Une éventuelle confiscation ne se limite toutefois pas aux cas de l’art. 90 al. 3 et 4 LCR, mais entre également en considération en cas de violations graves (non qualifiées) des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 2 LCR (ATF 140 IV 133 précité ; CREP 27 juin 2023/463 précité). Sous l’angle de l’art. 90a al. 1 let. b LCR, le juge du séquestre examine si le conducteur pourrait à l’avenir compromettre la sécurité routière avec le véhicule automobile utilisé ou si le séquestre confiscatoire serait à même d’empêcher le conducteur de commettre une nouvelle infraction routière grave (ATF 140 IV 133 précité ; CREP 27 juin 2023/463 précité). Afin de poser ce pronostic, l’examen des antécédents de l’auteur peut servir d’appui à la réflexion du juge, la dangerosité devant être exclue lorsque l’infraction commise au moyen du véhicule apparaît comme un incident isolé dans l’histoire de l’auteur (JdT 2015 III 104 ; CREP 27 juin 2023/463 précité et les références citées). Dans un cas comme dans l'autre, la loi pose comme condition à la confiscation – et par voie de conséquence au séquestre qui la précède – que le retrait du véhicule automobile empêche l'auteur de compromettre la sécurité des personnes (art. 69 al. 1 CP) et de commettre des violations graves des règles de la circulation routière (art.”
“Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass damit grundsätzlich zwei einschlägige Vorstrafen vorliegen. Er ist aber der Auffassung, ihnen mangle es an der erforderlichen Schwere. Dem kann jedoch nicht gefolgt werden. Sowohl für die grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) als auch für das Führen eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Ausweises (Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG) droht das Gesetz nicht nur Geldstrafe, sondern Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren an. Sowohl Art. 90 Abs. 2 SVG als auch Art. 95 Abs. 1 SVG schützen die Verkehrssicherheit und damit dasselbe Rechtsgut. Damit liegen grundsätzlich schwere Vergehen vor, welche - zumindest abstrakt - das Vortatenerfordernis erfüllen (vgl. Urteile 1B_191/2015 vom 18. Juni 2015 E. 2.3.1; 1B_405/2013 vom 3. Dezember 2013 E. 2.2.3; 1B_435/2012 vom 8. August 2012 E. 3.7 und E. 3.9). Indes ist nicht alleine der abstrakte Strafrahmen entscheidend, ob von einem schweren Vergehen auszugehen ist, sondern es ist auch das betroffene Rechtsgut und der Kontext einzubeziehen (vgl. E. 3.2 hiervor). Das Bundesgericht hat festgehalten, dass das Fahren ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 SVG sowie eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG für sich alleine grundsätzlich nicht für die Anordnung von Wiederholungsgefahr genüge.”
Polizeirapporte gelten in der Rechtsprechung grundsätzlich als geeignetes Beweismittel, weil der Polizeibeamte in ihnen Tatsachen wiedergibt, die er festgestellt hat. Alleinige Verneinungen des Beschuldigten genügen regelmässig nicht, um die Glaubwürdigkeit eines solchen Rapports zu erschüttern.
“De jurisprudence constante, un rapport de police est, par sa nature, destiné et propre à servir de moyen de preuve, dans la mesure où le policier y reproduit des faits qu'il a constatés et où il est fréquent que l'on se fonde, dans les procédures judiciaires, sur les constatations ainsi transcrites (TF 6B_1143/2023 du 21 mars 2024 consid. 2.3 et les références citées). A cet égard, les seules dénégations de l’appelant sont insuffisantes pour retenir que le contenu du rapport ne serait pas conforme à la réalité. 3. 3.1 L’appelant soutient que le jugement serait juridiquement erroné, en ce sens qu’il ne serait pas interdit de transporter un chien sur le siège passager et que le chien ne dérangeait pas la conduite. 3.2 Conformément à l’art. 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01), celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Les règles de la circulation sont des prescriptions de sécurité destinées à prévenir les accidents. L'infraction visée par l'art. 90 al. 1 LCR est conçue comme un délit formel de mise en danger abstrait, de sorte qu'il suffit de violer une règle de comportement imposée par la loi pour que l'infraction soit consommée, indépendamment de la survenance d'un danger concret ou d'une lésion (ATF 92 IV 33 consid. 1 ; TF 6B_1147/2019 du 22 mars 2021 consid. 2.3.4 ; TF 6B_491/2011 du 3 novembre 2011 consid. 2.3). En application de l’art. 31 al. 1 LCR, le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence. Selon l’art. 3 al. 1 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11), le conducteur vouera son attention à la route et à la circulation. Il évitera toute occupation qui rendrait plus difficile la conduite du véhicule. Il veillera en outre à ce que son attention ne soit distraite, notamment, ni par un appareil reproducteur de son ni par un quelconque système d’information ou de communication. L'attention requise du conducteur implique qu'il soit en mesure de parer rapidement aux dangers qui menacent la vie, l'intégrité corporelle ou les biens matériels d'autrui, et la maîtrise du véhicule exige qu'en présence d'un danger, il actionne immédiatement les commandes du véhicule de manière appropriée aux circonstances (TF 6B_909/2014 du 21 mai 2015 consid.”
“L’appelant se contente d’avancer sa propre version des faits, sans démontrer en quoi le premier juge aurait versé dans l’arbitraire. Cette argumentation appellatoire est irrecevable. En outre, les faits retenus par le premier juge reposent sur un rapport de police, dont il n’y a pas de raison de douter de la crédibilité. De jurisprudence constante, un rapport de police est, par sa nature, destiné et propre à servir de moyen de preuve, dans la mesure où le policier y reproduit des faits qu'il a constatés et où il est fréquent que l'on se fonde, dans les procédures judiciaires, sur les constatations ainsi transcrites (TF 6B_1143/2023 du 21 mars 2024 consid. 2.3 et les références citées). A cet égard, les seules dénégations de l’appelant sont insuffisantes pour retenir que le contenu du rapport ne serait pas conforme à la réalité. 3. 3.1 L’appelant soutient que le jugement serait juridiquement erroné, en ce sens qu’il ne serait pas interdit de transporter un chien sur le siège passager et que le chien ne dérangeait pas la conduite. 3.2 Conformément à l’art. 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01), celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Les règles de la circulation sont des prescriptions de sécurité destinées à prévenir les accidents. L'infraction visée par l'art. 90 al. 1 LCR est conçue comme un délit formel de mise en danger abstrait, de sorte qu'il suffit de violer une règle de comportement imposée par la loi pour que l'infraction soit consommée, indépendamment de la survenance d'un danger concret ou d'une lésion (ATF 92 IV 33 consid. 1 ; TF 6B_1147/2019 du 22 mars 2021 consid. 2.3.4 ; TF 6B_491/2011 du 3 novembre 2011 consid. 2.3). En application de l’art. 31 al. 1 LCR, le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence. Selon l’art. 3 al. 1 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.”
Bei Strassen ohne Richtungstrennung zählt das Überholen zu den gefährlichsten Fahrmanövern. Verletzungen der Verkehrsregeln beim Überholen werden deshalb überwiegend als grobe Verkehrsregelverletzungen im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet. Massgeblich für die objektive Prüfung sind insbesondere die erhöhte abstrakte Gefährdung und die Nähe der Verwirklichung.
“In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Ver- - 24 - kehrssicherheit ernsthaft gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefähr- dung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung ei- ner Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.1; je mit Hinwei- sen). Da der Überholende bei Strassen ohne Richtungstrennung – wie vorliegend – auch dem Gegenverkehr zugedachte Verkehrsflächen benutzt, zählt das Überholen zu den gefährlichsten Fahrmanövern. Verkehrsregelverletzungen betreffend das Überholen werden deshalb überwiegend zu den groben Verkehrsregelverletzungen nach Art. 90 Abs. 2 SVG gezählt (FIOLKA, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Bas- ler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 1. Auflage 2014, Art. 90 N 84; GIGER, SVG Kommentar, Strassenverkehrsgesetz mit weiteren Erlassen, 9. Auflage 2022, Art. 90 N 12). Grundsätzlich ist dies der Fall, wenn der Fahrer zu Beginn des Ma- növers nicht sicher sein kann, beim Überholen andere Verkehrsteilnehmer nicht zu behindern oder zu gefährden (Art. 35 Abs. 2 SVG). Gemäss Art. 35 Abs. 3 SVG hat der Überholende auf die übrigen Strassenbenützer, namentlich auf jene, die er überholen will, besonders Rücksicht zu nehmen. Nach dem Überholen hat der Fahrzeugführer wieder einzubiegen, sobald für den überholten Strassenbenützer keine Gefahr mehr besteht (Art. 10 Abs. 2 VRV). Der Abstand, der diesen Anforde- rungen entspricht, hängt von den Geschwindigkeiten der beteiligten Fahrzeuge, aber auch von den Strassen- und Sichtverhältnissen ab (GIGER, SVG Kommentar, Strassenverkehrsgesetz mit weiteren Erlassen, 9.”
In Parkfällen können Fotodokumentation und der Polizeirapport als Beweismittel den Schuldspruch stützen. Eigenen, nicht datierten Fotos des Beschuldigten wird in der Praxis häufig geringe Überzeugungskraft beigemessen.
“Den Schuldspruch stützte die Vorinstanz auf die vorerwähnten Vorbringen des Beschuldigten, auf die Fotodokumentation zum Ereignis (Urk. 1/1 S. 1 f.) und auf den Polizeirapport vom 1. September 2019 (Urk. 1). Sie erwog, dass sich die Aussagen des Beschuldigten mit den übrigen im Recht liegenden Beweismitteln decken würden. Daher würden keine Zweifel an der anklagegemässen Darstel- lung des Sachverhalts bestehen, und er gelte als erstellt. Auch die rechtliche Würdigung des Stadtrichteramtes sei zutreffend, weshalb der Beschuldigte wegen fahrlässigen Überschreitens der zulässigen Parkzeit bis zu zwei Stunden auf ei- nem gebührenpflichten Parkfeld im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 48 Abs. 3 SSV schuldig zu sprechen sei (Urk. 17 S. 3 f.) .”
“Lorsque dans le cadre du complexe de faits établi suite à l'appréciation des preuves faite par le juge, il existe plusieurs hypothèses également probables, le juge pénal doit choisir la plus favorable au prévenu (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.2 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_477/2021 du 14 février 2022 consid. 3.2). 2.2. Sauf règle légale spéciale, le principe de l'appréciation libre des preuves interdit d'attribuer d'entrée de cause une force probante déterminée à certains moyens de preuve (en ce sens : ATF 138 IV 47 consid 2.3 ; 133 I 33 consid. 2.1). S'agissant d'un rapport de police, celui-ci ne bénéficie ni d'une force probante particulière, ni d'une absence de force probante, dès lors qu'un tel document est, par sa nature, destiné et propre à servir de moyen de preuve, dans la mesure où le policier y reproduit des faits qu'il a constatés et où il est fréquent que l'on se fonde, dans les procédures judiciaires, sur les constatations ainsi transcrites (arrêts du Tribunal fédéral 6B_55/2018 du 17 mai 2018 consid 1.1 ; 6B_146/2016 du 22 août 2016 consid. 4.1 ; 6B_256/2016 du 20 juin 2016 consid 1.1 ; 6B_750/2010 du 5 mai 2011 consid 2.2). 3. 3.1. Selon l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. 3.1.1. Selon l'art. 37 al. 2 première phr. LCR, les véhicules ne seront arrêtés ni parqués aux endroits où ils pourraient gêner ou mettre en danger la circulation. Un stationnement est interdit par l'art. 37 al. 2 LCR lorsqu'il crée un obstacle important, objectivement de nature à provoquer des accidents, malgré l'attention requise des autres usagers de la route ou s'il entrave dans une mesure particulière la marche des autres véhicules (ATF 117 IV 507 consid. 2b ; 112 IV 94 consid. 3a ; 102 II 281 consid. 3a ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_965/2014 du 2 août 2016 consid. 5.1). Selon l'art. 19 OCR, norme qui précise sur certains points la règle générale de l'art. 37 al. 2 LCR (ATF 117 IV 507 consid. 2b), second alinéa, lettre a, il est interdit de parquer partout où l'arrêt n'est pas permis. Selon l'art. 18 OCR, les conducteurs doivent si possible s'arrêter hors de la chaussée ; en tous les cas, sur la chaussée, ils ne doivent placer leur véhicule qu'au bord et parallèlement à l'axe de circulation.”
“En l'espèce, il est établi, à teneur des photographies versées à la procédure par le Service des contraventions, que le véhicule de l'appelant était stationné sur une place de parking portant le numéro 6______, dont le marquage avait préalablement été noirci. L'appelant ne saurait par conséquent être suivi lorsqu'il affirme s'être parqué sur une place bleue. Quant à la photographie produite par l'intéressé, elle ne lui est d'aucun secours, puisqu'elle n'est pas datée et qu'on ne peut y observer que la place numéro 5______. L'appelant sera par conséquent reconnu coupable d'infraction à l'art. 90 al. 1 LCR et le jugement querellé confirmé sur ce point. 2.2.1. Selon l'art. 27 al. 1 LCR, chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu'aux ordres de la police. Conformément à l'art. 48 al. 6 OSR, le signal "Parcage contre paiement" désigne les endroits où les voitures automobiles ne peuvent être garées que contre paiement d'une taxe et selon les prescriptions figurant sur les parcomètres. Il s'agit de violations simples des règles de la circulation routière, la sanction encourue étant dès lors l'amende (art. 90 al. 1 LCR). 2.2.2. En l'espèce, il est établi, à teneur de la procédure et, en particulier, d'une photographie produite par le Service des contraventions, qu'un panneau indiquant l'obligation de payer le parking "tous les jours de 8h à 19h" se trouvait bien dans la zone de parcage concernée, ce que l'appelant ne conteste au demeurant pas. Les arguments formulés par l'appelant, tendant à dire qu'une telle obligation de paiement n'existerait pas le dimanche ou bien encore que l'agent l'ayant amendé devait être au bénéfice d'une autorisation spéciale pour pouvoir travailler un jour férié, ne reposent sur aucun fondement et n'emportent dès lors pas conviction. En effet, une telle obligation de paiement ressort très clairement du panneau précité, dont la validité ne saurait être remise en cause, ce d'autant que le régime payant dudit parking a été confirmé a posteriori par la police municipale. En outre, il est notoire que les agents de la police municipale sont autorisés à patrouiller le dimanche.”
“Là où sont délimitées des cases de stationnement, les véhicules doivent stationner uniquement dans les limites de ces cases. Les cases de stationnement ne doivent être utilisées que par les véhicules des catégories pour lesquelles elles ont été dimensionnées. Il s'agit de violations simples des règles de la circulation routière, la sanction encourue étant dès lors l'amende (art. 90 al. 1 LCR). 2.1.2. En l'espèce, il est établi, à teneur des photographies versées à la procédure par le Service des contraventions, que le véhicule de l'appelant était stationné sur une place de parking portant le numéro 6______, dont le marquage avait préalablement été noirci. L'appelant ne saurait par conséquent être suivi lorsqu'il affirme s'être parqué sur une place bleue. Quant à la photographie produite par l'intéressé, elle ne lui est d'aucun secours, puisqu'elle n'est pas datée et qu'on ne peut y observer que la place numéro 5______. L'appelant sera par conséquent reconnu coupable d'infraction à l'art. 90 al. 1 LCR et le jugement querellé confirmé sur ce point. 2.2.1. Selon l'art. 27 al. 1 LCR, chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu'aux ordres de la police. Conformément à l'art. 48 al. 6 OSR, le signal "Parcage contre paiement" désigne les endroits où les voitures automobiles ne peuvent être garées que contre paiement d'une taxe et selon les prescriptions figurant sur les parcomètres. Il s'agit de violations simples des règles de la circulation routière, la sanction encourue étant dès lors l'amende (art. 90 al. 1 LCR). 2.2.2. En l'espèce, il est établi, à teneur de la procédure et, en particulier, d'une photographie produite par le Service des contraventions, qu'un panneau indiquant l'obligation de payer le parking "tous les jours de 8h à 19h" se trouvait bien dans la zone de parcage concernée, ce que l'appelant ne conteste au demeurant pas. Les arguments formulés par l'appelant, tendant à dire qu'une telle obligation de paiement n'existerait pas le dimanche ou bien encore que l'agent l'ayant amendé devait être au bénéfice d'une autorisation spéciale pour pouvoir travailler un jour férié, ne reposent sur aucun fondement et n'emportent dès lors pas conviction.”
Nicht homologierte oder unerlaubte Änderungen am Fahrzeug (z. B. nicht genehmigter Aileron, nicht konforme blaue Lichter, überschrittener Lärmpegel) können eine Übertretung von Art. 90 Abs. 1 SVG darstellen und ziehen entsprechendes Straf- oder Bussverfahren nach sich.
“________, prévenu et appelant, représenté par Me Laurent Métrailler, avocat, défenseur choisi contre Ministère public, intimé Objet Violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) Appel du 25 avril 2022 contre le jugement de la Juge de police de l'arrondissement de la Gruyère du 7 avril 2022 considérant en fait A. Le 30 avril 2021, le Préfet du district de la Gruyère (ci-après : le Préfet) a reconnu A.________ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR en lien avec les art. 54 et 60 al. 2 OAV ; usage abusif de plaques professionnelles et en lien avec l’art. 29 LCR ; conduite d’un véhicule non conforme aux prescriptions) et l’a condamné à une amende de CHF 400.‑. Le 10 mai 2021, A.________ a formé opposition à l’ordonnance pénale du Préfet et a été renvoyé devant la Juge de police de l’arrondissement de la Gruyère (ci-après : la Juge de police). B. Le 7 avril 2022, la Juge de police a reconnu A.________ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR en lien avec l’art. 29 LCR ; conduite d’un véhicule non conforme aux prescriptions). Elle l’a condamné à une amende de CHF 250.-, convertible, en cas de non-paiement fautif, en une peine privative de liberté de substitution de 3 jours (art. 106 al. 2 et 3 CP) et lui a fait supporter l’entier des frais de la procédure (émolument et débours), arrêtés à CHF 539.-. La Juge de police a retenu les faits suivants : En date du 13 février 2021, A.________ a acquis un véhicule de marque Alfa Romeo n° de châssis bbb, de couleur rouge, dans un garage à Zurich. Le dimanche 7 mars 2022 (recte 2021), entre 16h20 et 16h25, A.________ a été interpellé au volant dudit véhicule sur l’A 12, chaussée Jura, sur l’aire de repos de la Joux des Ponts. Après l’inspection du véhicule, les policiers ont constaté que diverses modifications avaient été apportées au véhicule sans avoir fait l’objet d’une homologation, à savoir, pour l’essentiel, un aileron non conforme, des feux de croisement et de position de couleur bleue, ainsi qu’un bruit dépassant les valeurs limites.”
Unnötiges Aufheulen des Motors kann eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG darstellen. Die Rechtsprechung stellt darauf ab, dass durch Hochdrehen des Motors vermeidbarer Lärm verursacht wird; so führte in einem Fall zweimaliges Aufheulen zur Verurteilung, in einem anderen Fall genügte bereits einmaliges Hochdrehen im Leerlauf beim Wegfahren.
“Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.4. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________ (Ortschaft), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ fuhr mit einem Motorrad auf dem X.________ (Strasse) in Richtung H.________ (Ortschaft) und bog anschliessend nach links auf die Y.________ (Brücke) ab. Dabei verursachte er vermeidbaren Lärm, indem er den Motor des Motorrades unnötig aufheulen liess. Weiter liess er auf dem X.________ (Strasse) den Motor unnötig aufheulen.”
“Dabei verursachte er vermeidbaren Lärm, indem er den Motor des Motorrades unnötig aufheulen liess, und zwar ein erstes Mal beim/nach dem Abbiegen vom X.________(Strasse) herkommend auf die Y.________(Brücke) und das zweite Mal auf dem X.________(Strasse) in Richtung Bahnhof H.________ (Ortschaft) auf der Höhe des Hotels AC.________(Hotel). 11.8 Rechtliche Würdigung 11.8.1 Gesetzliche und theoretische Grundlagen Für die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1160 f.). 11.8.2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr in H.________(Ortschaft) vermeidbaren Lärm verursacht, indem er den Motor des Motorrades zwei Mal unnötig aufheulen liess. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 42 Abs. 1 SVG, welche durch Art. 33 der Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) konkretisiert wird, zuwider und erfüllte den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Es liegen zwei Handlungen mit einem Zeitabstand von rund 10 Minuten vor (vgl. Anzeigerapport vom 2. August 2021; pag. 211). Ein Schuldspruch wegen mehrfachen Verursachens von vermeidbarem Lärm fällt aufgrund der Geltung des Verschlechterungsverbots jedoch ausser Betracht. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 in H.________(Ortschaft), Y.________ (Brücke) und X.________(Strasse), durch Verursachen von vermeidbarem Lärm schuldig zu sprechen. 12. Vorwurf des Missachtens eines Verbotssignals für Motorfahrzeuge 12.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft), AB.________(Strasse), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag.”
“Subsumtion Die Vorinstanz hat die beiden erstellten Sachverhalte auch rechtlich zutreffend gewürdigt; es kann darauf verwiesen werden (pag. 69, Zff.III.2 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Der Beschuldigte hat sowohl am 28. Februar 2022 als auch am 10. März 2022 durch Hochdrehen des Motors im Leerlauf beim Wegfahren aus seiner Garage vermeidbaren Lärm direkt vorsätzlich verursacht. In Bezug auf das Quietschen der Reifen handelte der Beschuldigte am 10. März 2022 fahrlässig. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte wegen einfacher Verkehrsregelverletzung in Anwendung der Art. 33 Bst. b VRV und Art. 42 Abs. 1 i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen. IV. Strafzumessung Betreffend die Ausführungen zur Strafzumessung kann auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 70 f., Ziff. IV. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; vgl. auch Art. 106 Abs. 3 StGB).”
Bei der Beurteilung einer Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 1 SVG ist auf die einschlägigen Vorschriften der VRV (z.B. Art. 33 Bst. b VRV; vgl. Art. 42 Abs. 1 SVG) und auf die konkreten Feststellungen der Vorinstanz abzustellen.
“Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung Wer Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt, wird nach Art. 90 Abs. 1 SVG mit Busse bestraft. Für die hier relevanten Verkehrsregeln gemäss Art. 42 Abs. 1 SVG und Art. 33 Bst. b der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) kann auf die korrekte inhaltliche Wiedergabe der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 69, Ziff. III.1 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).”
Bei fehlender oder fehlender gültiger Zulassung/Ermächtigung (z.B. spezielle Fahrzeugkategorien) kann die Überschreitung von Geschwindigkeitsgrenzen auch nach spezialgesetzlichen Bestimmungen (z.B. Art.90 LCR/related) zu qualifizierter strafbarer Handlung führen.
“1 in fine OCR – dans des cas spéciaux, l’autorité compétente peut autoriser une vitesse de remorquage plus élevée, notamment lorsqu’un dispositif rigide d’attelage assure la direction du véhicule remorqué –, mais en relevant que, pour que l’autorité compétente, en l’occurrence l’OCN, autorise [...] en question à circuler à une vitesse de 80 km/h en lieu et place des 40 km/h autorisés avec un dispositif d’attelage, le véhicule devait obligatoirement subir une expertise dans le but d’obtenir un permis de circulation en bonne et due forme, constatant que tel n’était pas le cas (P. 4, p. 2 in fine). Après l’audience de première instance, l’autorisation litigieuse a été obtenue, après expertise, soit contrôle administratif technique, et le permis de circulation a comporté depuis le 27 août 2021 la mention d’une vitesse de 80 km/h (P. 26/4). Sur un plan technique, le véhicule expertisé, notamment son dispositif de remorquage, est identique à celui photographié par le radar. Comme indiqué ci-dessus, l’excès de vitesse visé à l’art. 5 al. 1 let. c ch. 1 OCR qui en décrit précisément les éléments (lex specialis) et à l’art. 5 al. 4 OCR, est sanctionné par l’art. 90 LCR. La qualification de l’art. 96 al. 1 let. c LCR que l’appelant propose est plus générale et plus large puisqu’elle ne se limite pas à la vitesse maximale de la catégorie particulière de véhicules que sont les véhicules de remorquage, mais qu’elle embrasse le fait, pour un conducteur, de ne pas respecter les restrictions ou les conditions (de toute nature) auxquelles le permis de circulation ou l’autorisation sont soumis de par la loi ou dans un cas d’espèce. En d’autres termes, l’art. 90 LCR sanctionne ici un excès de vitesse, alors que l’art. 96 LCR un défaut d’autorisation (Jeanneret, Les dispositions pénales de la loi sur la circulation routière, Berne, 2007, p. 339 n. 13 ad art. 96 LCR). La qualification juridique que retient le jugement attaqué est bien fondée et ce moyen d’appel doit être rejeté. 4. Erreur Dans un deuxième moyen, l’appelant avance qu’il aurait commis une erreur de droit ou sur les faits en croyant de bonne foi pouvoir circuler – techniquement – à 80 km/h avec son véhicule et en croyant par erreur que le défaut d’autorisation ne relevait que d’une contravention.”
Ob eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG als «schwere Straftat» im Sinn von Art. 141 Abs. 2 StPO zu qualifizieren ist, hängt von den konkreten Tatumständen ab. Das Bundesgericht hat in jüngerer Rechtsprechung ausdrücklich festgehalten, dass dies in Einzelfällen bejaht werden kann. Als Beispiele nennt die Rechtsprechung etwa offensichtlich krass übersetzte Geschwindigkeit und gefährliches Überholen auf unübersichtlicher Strecke, bei denen die Gefahr einer schwerwiegenden Kollision bzw. eine erhebliche Gefährdung Dritter bestand.
“Der Beschwerdeführer macht jedoch geltend, dass eine grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) keine schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO darstelle. Ihm ist insoweit beizupflichten, dass dies tatsächlich langjährige Praxis des Bundesgerichts war (BGE 147 IV 16 E. 7.2, 146 IV 226 E. 4 und 137 I 218 E. 2.3.5.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1288/2019 vom 21. Dezember 2020 E. 2.6, 6B_1404/2019 vom 17. August 2020 E. 1.4 und 6B_553/2015 vom 18. Januar 2016 E. 2.2, nicht publ. in BGE 142 IV 23). Diese Rechtsprechung wurde indes mit Entscheid des Bundesgerichts 6B_821/2021 vom 6. September 2023 dahingehend präzisiert, dass je nach Umständen des Einzelfalls sehr wohl auch Widerhandlungen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG als schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO qualifiziert werden können (dort E. 1.5.4 [nicht publiziert in BGE 149 IV 369]; ferner Urteil des Bundesgerichts 7B_184/2022 vom 30. November 2023 E. 2.6).”
“Für die Beurteilung der Frage, ob eine zur Verwertbarkeit führende Einwilligung vorliegt, wird sie demnach nebst den Aussagen des Beschwerdeführers (nur noch) auf die teilnahmerechtskonform abgehaltenen gerichtlichen Einvernahmen der Mitbeschuldigten und allfällige korrekt durchgeführte neue Befragungen abstellen können. Gegebenenfalls und jedenfalls dann, wenn sich eine Einwilligung nicht wird nachweisen lassen und sie die Videoaufnahme daher als rechtswidrigen privaten Beweis qualifizieren sollte, wird die Vorinstanz zu prüfen haben, ob eine Verwertbarkeit dennoch zu bejahen ist, weil die Strafbehörden die Videoaufnahme hypothetisch rechtmässig hätten erlangen können und die Schwere der im Raum stehenden Straftat ihre Verwertung rechtfertigt (vgl. E. 1.3.1 oben). Denn anders als die Vorinstanz in ihren Ausführungen zu den betreffenden Voraussetzungen festhält (vgl. angefochtenes Urteil E. II.2.4.2 S. 14), kann je nach den konkreten Umständen auch ein Vergehen wie die dem Beschwerdeführer angelastete grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine entsprechend schwere, eine Verwertung rechtfertigende Straftat ausmachen (vgl. BGE 147 IV 9 E. 1.4; zur groben Verletzung der Verkehrsregeln als schwere Straftat, indes jeweils mit Bezug auf eine unzulässige staatliche Beweiserhebung: Urteile 7B_184/2022 vom 30. November 2023 E. 2.6; 6B_821/2021 vom 6. September 2023 E. 1.5.4 ff., nicht publ. in BGE 149 IV 369).”
“Rechtsprechung des Bundesgerichts zur schweren Straftat i.S.v. Art. 141 Abs. 2 StPO im Bereich von Art. 90 Abs. 2 (a)SVG Das Bundesgericht hat sich mit Urteil 6B_821/2021 vom 6. September 2023 eingehend mit der Frage befasst, ob grobe Verkehrsregelverletzungen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG als schwere Straftaten gemäss Art. 141 Abs. 2 StPO gewertet werden können, und bejahte dies im Grundsatz. Aus den Erwägungen geht hervor, dass auch bei Art. 90 Abs. 2 SVG die konkreten Tatumstände massgebend sind. Bezogen auf den konkret zu beurteilenden Fall erwog es was folgt (Urteil des Bundesgerichts 6B_821/2021 vom 6. September 2023 E. 1.5.4.2., nicht publiziert in BGE 149 IV 369): Unbesehen davon, dass die Vorinstanz das vorschriftswidrige Überholen und das Fahren auf der Gegenfahrbahn an einer unübersichtlichen Stelle je isoliert als Delikt nach Art. 90 Abs. 2 SVG wertete, sind diese Verkehrsregelverletzungen ebenso als schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO einzustufen. Bei offensichtlich krass übersetzten Geschwindigkeiten, gefährdete der Beschwerdeführer beim Überholen einen aus der Gegenrichtung herannahenden Motorradfahrer massiv und fuhr er in einer unübersichtlichen Rechtskurve auf der linken Fahrbahn, sodass es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Kollision gekommen wäre, wäre ein anderes Fahrzeug entgegengekommen. Das öffentliche Interesse an der Aufklärung dieser beiden Taten ist damit höher als dasjenige des Beschwerdeführers an der rechtskonformen Erhebung resp.”
Eine Sicherungseinziehung des Führerausweises nach Art. 90a SVG kommt nicht nur bei den «Rasertaten» (Art. 90 Abs. 3–4 SVG) in Betracht, sondern kann auch bei groben Verkehrsregelverletzungen im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG angeordnet werden. Frühere, wiederholte Führerausweisentzüge sprechen für die Anordnung einer solchen Sicherungseinziehung.
“und der Täter durch die Einziehung von weiteren groben Verkehrsregelverletzungen abgehalten werden kann (Bst. b). Die Voraussetzungen nach Art. 90a Abs. 1 Bst. a SVG gelten nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel als erfüllt, wenn ein Delikt nach Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG (sog. «Rasertatbestand») vorliegt. Die Einziehung ist aber nicht auf diese Fälle beschränkt, sondern fällt auch bei groben Verkehrsregelverletzungen i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG in Betracht (BGE 139 IV 250 E. 2.3.3; Husmann, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 75 f. zu Art. 90a SVG). Dasselbe gilt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch für das Führen eines Fahrzeugs ohne entsprechenden Führerausweis (Art. 95 Abs. 1 SVG), wenn die betreffende Person aus demselben Grund schon verurteilt worden ist (Urteil des Bundesgerichts 1B_492/2022 vom 9. November 2022 E. 2.1 mit Hinweisen). Art. 90a SVG dient dem Schutz der Allgemeinheit vor Motorfahrzeuglenkern, welche die Verkehrssicherheit in grober Weise gefährdet haben. Es handelt sich hierbei um eine sichernde Massnahme ohne Strafcharakter (Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, N. 2 zu Art. 90a). Art. 90a SVG ist lex specialis zur strafrechtlichen Einziehungsnorm des Art. 69 Abs. 1 StGB. Diese kann somit nur zur Anwendung kommen, wenn die spezielle Norm nicht erfüllt ist. Die Unterschiede zwischen beiden Bestimmungen besteht darin, dass nach Art.”
“4 SVG angegeben wurde). Aus dem vorliegenden Video geht hervor, wie der C.________(Fahrzeug) auf der Autobahn P.________ an mehreren Stellen massiv beschleunigt wurde, wobei anderen Fahrzeugen knapp aufgefahren resp. diese überholt wurden. Auch auf der Hauptstrasse bei relativ dichtem Verkehr wurde der C.________(Fahrzeug) insbesondere beim Abbiegen von der Q.________(Strasse) in die R.________(Strasse) derart stark beschleunigt, dass das Heck des Fahrzeuges kurz ausbrach (vgl. S. 2 des Berichtrapports der Kantonspolizei Zürich vom 4. August 2016 betreffend den Fall 3). Dies deutet auf besonders krasse Geschwindigkeitsüberschreitungen resp. auf eine äusserst hochriskante Fahrweise hin, zumal die gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit nur knapp unter dem Kennwert von Art. 90 Abs. 4 SVG liegt. Weiter kommt hinzu, dass eine Sicherungseinziehung gemäss Art. 90a SVG nicht nur bei qualifiziert groben Verkehrsverletzungen, sondern auch bereits bei groben Verkehrsregelverletzungen im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Betracht fällt (vgl. E. 4.3 hiervor). Dem Beschwerdeführer wurde bereits mehrfach der Führerausweis entzogen (vgl. den ADMAS-Auszug vom 26. Oktober 2016; vgl. Z. 46 ff. des Protokolls der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 24. Januar 2018). Zudem hatte er in der Vergangenheit gemäss eigenen Angaben Geschwindigkeitsbussen in Deutschland sowie Österreich zu verzeichnen (vgl. Frage 43 der Hafteinvernahme vom 25. Oktober 2016). Er ist grundsätzlich geständig, zumindest teilweise der Lenker des I.________(Fahrzeug) auf dem Video vom 14. November 2014 gewesen zu sein. Aus dem diesbezüglichen Video sind offensichtlich mehrere erhebliche Verkehrsregelverletzungen ersichtlich (u.a. massive Beschleunigung des Fahrzeuges, dichtes Auffahren, Ausbrechen des Hecks durch diverse Fahrmanöver; alles auf der Autobahn sowie teilweise auf der Hauptstrasse begangen, welche bei einer Bushaltestelle mit wartenden Personen vorbeiführte). Dass sich der Beschwerdeführer nicht bewusst gewesen sein will, Verkehrsregelverletzungen begangen zu haben, wirkt angesichts dessen wenig glaubhaft und deutet auf eine Uneinsichtigkeit resp.”
Art. 90 Abs. 1 SVG gilt als lex generalis; sie steht daher neben qualifizierenden Verkehrsstrafbestimmungen (z. B. Abs. 2). Art. 90 Abs. 1 kann auch neben schwereren Delikten (z. B. Art. 125 StGB) zur Anwendung gelangen, namentlich wenn ausser der verletzten Person eine weitere Person konkret gefährdet wird. Umgekehrt wird die Sanktion von Art. 90 Abs. 1 durch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung absorbiert, wenn keine weitere Person konkret gefährdet ist. Ferner besteht echte Konkurrenz zwischen Art. 90 Abs. 1 und Art. 92 SVG, soweit neben den Pflichten bei Unfall zusätzlich Verkehrsregeln verletzt wurden.
“L’art. 90 al. 1 LCR prévoit que quiconque viole les règles de la circulation prévues par ladite loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Cette règle s’applique en tant que lex generalis à l’art. 90 al. 2 LCR, dans la mesure où une infraction grave des règles de la circulation routière ne peut être retenue (Giger Hans, in: Strassenverkehrsgesetz Kommentar, Strassenverkehrsgesetz mit weiteren Erlassen, 9e éd., 2022, n° 34 ad art. 34 LCR ; Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, n° 68 ad art. 90 LCR ; Yvan Jeanneret, Les dispositions pénales de la Loi sur la circulation routière, 2007, n° 89 ad art. 90 LCR).”
“Grundlagen Die Vorinstanz gab das Theoretische zum objektiven und subjektiven Tatbestand der fahrlässigen einfachen Körperverletzung (Art. 125 Abs. 1 Schweizerisches Strafgesetzbuch [StGB; SR 311.0]) korrekt wieder. Darauf wird verwiesen (Ziff. III.2.1. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 239 f.). Gleiches gilt für den objektiven und subjektiven Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 1 Strassenverkehrsgesetz [SVG; SR 741.01]) sowie die Pflichten im Strassenverkehr betreffend Rechtsfahren (Art. 34 SVG) und betreffend Kreuzen und Überholen (Art. 35 SVG; Ziff. III.1.1. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 235 ff.). Ergänzend ist das Folgende festzuhalten: Mit Busse wird bestraft, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 90 Abs. 2 SVG). Eine Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt die qualifizierten Tatbestandsmerkmale von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn sie «grob» ist und (kumulativ) der Täter dadurch «eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt». Ist nur eine dieser beiden Voraussetzungen erfüllt, z.B. indem eine leichte Verletzung der Verkehrsregeln im konkreten Fall eine gravierende Gefahrensituation bewirkt, so gelangt nicht Art. 90 Abs. 2 SVG, sondern vielmehr Abs. 1 zur Anwendung (Giger, OFK SVG, 8. Auflage, Art. 90 N 10). Betreffend Konkurrenzen ist weiter zu ergänzen, dass Art. 90 SVG neben Art. 125 StGB zur Anwendung gelangt, wenn ausser der verletzten Person eine weitere Person konkret gefährdet wird (BGE 91 IV 211 Regeste; zuletzt bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 6B_1429/2020 vom 8. April 2021 E. 1.7). Durch die Strafe wegen fahrlässiger Körperverletzung wird die Gefährdung der allgemeinen Verkehrssicherheit und die konkrete Gefährdung der verletzten Person abgegolten, nicht aber die konkrete Gefährdung einer weiteren Person.”
“Vorbemerkung Gemäss der Staatsanwaltschaft hat der Beschuldigte mit seinem Verhalten die Tatbestände der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB und der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 36 Abs. 4 SVG, Art. 39 Abs. 2 SVG und Art. 14 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt. Wie die Vorinstanz richtig festgestellt hat, sind die SVG-Delikte als selbständige Tatbestände verjährt (vgl. Art. 90 Abs. 1 SVG und Art. 109 StGB); unabhängig davon wären die Delikte aufgrund von unechter Konkurrenz durch die fahrlässige Körperverletzung ohnehin konsumiert worden (BGE 106 IV 391 E. 4). Eine Verfah- renseinstellung erfolgt nicht, da die Anklage einen einzigen Lebenssachverhalt betrifft, welcher umfassend durch die Verurteilung abgedeckt ist (BGE 142 IV 378). Unabhängig von der Verjährung können die Verkehrsregelverletzungen je- doch zur Beurteilung der Sorgfaltspflicht im Rahmen der fahrlässigen Körperver- letzung herangezogen werden. Zusammenfassend ist im Folgenden damit einzig der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB zu prüfen.”
“2). Si l’accident n’a causé que des dommages matériels, leur auteur en avertira tout de suite le lésé en indiquant son nom et son adresse. En cas d’impossibilité, il en informera sans délai la police (al. 3). La règle de comportement prévue à l'art. 51 al. 3 LCR n'est pas applicable en cas d'accident impliquant deux véhicules entrés en collision. Le champ d'application de cette disposition est circonscrit aux accidents lors desquels le lésé impliqué ne participe pas au trafic (ATF 131 IV 36 consid. 3.4.1). L'art. 56 al. 2 OCR ajoute que si un lésé veut appeler la police sans qu'il y ait obligation de l'aviser, les autres personnes impliquées doivent participer à la constatation des faits jusqu'à ce qu'elles soient libérées par la police. Le non-respect, intentionnel ou par négligence, des règles précitées est constitutif d'une violation des devoirs en cas d'accident au sens de l'art. 92 LCR (arrêt du Tribunal fédéral 6B_17/2012 du 30 avril 2012 consid. 3.2). 2.2.4. À teneur de l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Les lésions corporelles par négligence (art. 125 al. 1 CP) absorbent la sanction prévue par l'art. 90 LCR si aucune autre personne n'a été mise en danger (arrêt du Tribunal fédéral 6B_135/2022 du 28 septembre 2022 consid. 2.4). 2.2.5. Est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire quiconque, en qualité de conducteur d’un véhicule automobile, s’oppose ou se dérobe intentionnellement à une prise de sang, à un contrôle au moyen de l’éthylomètre ou à un autre examen préliminaire réglementé par le Conseil fédéral, qui a été ordonné ou dont le conducteur devait supposer qu’il le serait, ou quiconque s’oppose ou se dérobe intentionnellement à un examen médical complémentaire ou fait en sorte que des mesures de ce genre ne puissent atteindre leur but (art. 91a al. 1 LCR). 2.2.6. Est puni de l’amende quiconque viole, lors d’un accident, les obligations que lui impose la présente loi (art.”
“Konkurrenzen Zwischen Art. 90 Abs. 1 SVG und Art. 92 SVG besteht echte Konkurrenz, wenn der Täter neben den besonderen Verhaltenspflichten bei Unfall auch Verkehrsregeln verletzt hat (BSK SVG-Unseld, 1. Aufl. 2014, Art. 92 N 33, 73 und 82). Auch zwischen Art. 91a und Art. 92 SVG besteht echte Konkurrenz (BSK SVG-Riedo, a.a.O., Art. 91a N 266). Der Beschuldigte wird somit der einfachen Körperverletzung zum Nachteil des Straf- und Zivilklägers, der einfachen Verkehrsregelverletzung (Nichtwahren eines ausreichenden seitlichen Abstandes), des versuchten pflichtwidrigen Verhaltens nach Unfall mit Personenschaden sowie der versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit schuldig erklärt. V. Strafzumessung”
Wiederholte oder einschlägige frühere Verurteilungen können als Indiz für erhöhte Schuld (z. B. Gleichgültigkeit gegenüber Verkehrsregeln) in die Strafzumessung bei Übertretungen nach Art. 90 Abs. 1 SVG einfliessen; das Fehlen von Vorstrafen wirkt sich dagegen nicht zwangsläufig mildernd aus.
“ bestraft (Akten JSD S. 148 f.). Am 6. Juli 2017 machte sich der Rekurrent mit einem Motorrad des Parkierens in einer Begegnungszone an nicht dafür gekennzeichneten Stellen bis zwei Stunden und des Nichtbeachtens des Vorschriftssignals Verbot für Motorräder gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 22b Abs. 3 und Art. 19 Abs. 1 lit. b SSV sowie Art. 49 Abs. 1 StGB schuldig. Mit Strafbefehl vom 24. Januar 2019 wurde er dafür mit einer Busse von CHF 140. bestraft (Akten JSD S. 154 f.). Am 21. Januar 2019 machte sich der Rekurrent mit einem Personenwagen des Parkierens innerhalb des signalisierten Halteverbots bis 60 Minuten gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 19 Abs. 2 lit. a VRV und Art. 30 SSV schuldig. Mit Strafbefehl vom 2. Juli 2019 wurde er dafür mit einer Busse von CHF 120. bestraft (Akten JSD S. 152 f.). Am 16. Februar 2021 machte sich der Rekurrent des Nichtbeachtens des Vorschriftssignals Verbot für Motorwagen gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 19 Abs. 1 lit. a SSV schuldig. Mit Strafbefehl vom 2. Dezember 2021 wurde er dafür mit einer Busse von CHF 100. bestraft (Akten JSD S. 150 f.). Der Rekurrent macht zwar zu Recht geltend, dass seine Strassenverkehrsdelikte wohl im Ordnungsbussenverfahren hätten geahndet werden können, wenn er die Bussen innert der Bedenkfrist von 30 Tagen bezahlt hätte. Dies ändert aber nichts daran, dass die Begehung von vier Strassenverkehrsdelikten in weniger als vier Jahren von einer gewissen Gleichgültigkeit gegenüber den Verkehrsregeln zeugt.”
“L'absence d'antécédent a un effet neutre sur la fixation de la peine (ATF 141 IV 61 consid. 6.3.2 ; 136 IV 1 consid. 2.6.4). 5.1.3. Lorsque l'auteur est condamné au titre de plusieurs chefs d'accusation (concours) et que les peines envisagées pour chaque infraction prise concrètement sont de même genre (ATF 147 IV 225 consid. 1.3 ; 144 IV 313 consid. 1.1.1), l'art. 49 al. 1 CP impose au juge, dans un premier temps, de fixer la peine pour l'infraction abstraitement – d'après le cadre légal fixé pour chaque infraction à sanctionner – la plus grave, en tenant compte de tous les éléments pertinents et, dans un second temps, d'augmenter cette peine pour sanctionner chacune des autres infractions, en tenant là aussi compte de toutes les circonstances y relatives (ATF 144 IV 313 consid. 1.1.2 ; 144 IV 217 consid. 3.5.1). L'art. 49 al. 1 CP s'applique notamment en cas de concours réel (ATF 148 IV 96 consid. 4.3.4). 5.2. En l'espèce, la culpabilité de l'auteur doit être qualifiée de faible s'agissant des violations de l'art. 90 al. 1 LCR. En effet, il n'a pas cherché à entraver volontairement la circulation publique et son utilisation irrégulière des feux clignotants avertisseurs à l'arrêt poursuivait un but louable de prudence. En outre, l'utilisation de son téléphone pendant la conduite a été de brève durée et sa vitesse était particulièrement faible pendant la manœuvre concernée, ce qui a pour conséquence que le niveau de risque causé par son comportement est resté faible. Eu égard à l'infraction de refus d'obtempérer, la culpabilité de l'appelant doit être qualifiée de moyenne dès lors qu'il s'est montré d'une irrévérence certaine envers des gendarmes lui ayant, de manière fondée, demandé de quitter les lieux et que ce refus ne faisait de surcroît aucun sens puisqu'il ne pouvait ignorer qu'il ne se trouvait pas à un endroit prévu et approprié pour attendre un arrivant. L'antécédent spécifique de violation grave des règles de la circulation routière inscrit au casier judiciaire pèse de surcroît en sa défaveur. Ses ressources mensuelles doivent être qualifiées de légèrement supérieures à la médiane, sachant que le salaire mensuel brut médian en Suisse en 2020 s'élevait à CHF 6'665.”
Nach konstanter Rechtsprechung entspricht eine strafrechtliche Verurteilung wegen einer groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG administrativ in der Regel einer schweren Widerhandlung im Sinne von Art. 16c SVG.
“März 2021 E. 3.2.2, mit weiteren Hinweisen). In der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts – namentlich auch des Verschuldens – ist die Verwaltungsbehörde demgegenüber frei, ausser die rechtliche Qualifikation hängt stark von der Würdigung von Tatsachen ab, die der Strafrichter besser kennt, etwa, weil er den Beschuldigten persönlich einvernommen hat (BGE 136 II 447 E. 3.1; 127 II 302 nicht publ. E. 3a; 124 II 103 E. 1c/aa; Urteil des Bundesgerichts 1C_424/2012 vom 15. Januar 2013 E. 2.3). Auch in diesem Zusammenhang hat sie jedoch den eingangs genannten Grundsatz (Vermeiden widersprüchlicher Urteile) gebührend zu berücksichtigen (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 25. April 2018 [810 17 226] E. 5; KGE VV vom 24. November 2021 [810 21 84] E. 4.1). 6.3. Zu beachten ist, dass das Bundesgericht von einer inhaltlichen Kongruenz der Normen ausgeht. So geht es in konstanter Rechtsprechung davon aus, dass die grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG einer schweren Widerhandlung im Sinne von Art. 16c SVG entspricht (Urteil des Bundesgerichts 1C_87/2016 vom 13. Juni 2016 E. 2.11; BGE 132 II 234 E. 3; Gerhard Fiolka, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, N 104 zu Art. 90 SVG). Demgegenüber werden einfache Verkehrsregelverletzungen gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG als leichte und mittelschwere Widerhandlungen im Sinne von Art. 16a und 16b SVG erfasst (BGE 135 II 138 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 1C_266/2014 vom 17. Februar 2015 E. 3.2; KGE VV vom 25. April 2018 [810 17 226] E. 5). Wie in der E. 5.2 hiervor ausgeführt, stuft Art. 16c Abs. 1 lit. b SVG das Fahren in angetrunkenem Zustand mit einer qualifizierten Atemalkoholoder Blutalkoholkonzentration als schwere Widerhandlung ein. Die Art. 16c Abs. 1 lit. b SVG entsprechende strafrechtliche Bestimmung ist in Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG verankert (Rütsche/Weber, a.a.O., N 17 zu Art. 16c SVG). 7.1 Der Beschwerdeführer beanstandet die Dauer des Führerausweisentzugs und macht geltend, ein zwölfmonatiger Entzug würde für ihn als Selbständigerwerbenden mit einer eigenen Heizungsfirma fatale berufliche Auswirkungen haben.”
“Tonnen verlor, weil die Ladung ungenügend gesichert war. Zudem ist unbestritten, dass diese beiden Elemente auf die rechte Fahrspur fielen. Die Staatsanwaltschaft hat den Vorfall mit Strafbefehl vom 29. Juni 2023 als einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG eingestuft (vgl. Sachverhalt lit. B hiervor). Es gilt der Grundsatz, dass einfache Verkehrsregelverletzungen administrativrechtlich in der Regel zu einer leichten oder mittelschweren Widerhandlung im Sinne von Art. 16a oder 16b SVG führen. Grobe SVG-Widerhandlungen im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG stellen dagegen in der Regel eine schwere Widerhandlung nach Art. 16c SVG dar. Entsprechend geht das Bundesgericht von einer inhaltlichen Kongruenz der Normen aus (KGE VV vom 21. August 2019 [810 19 11] E. 5.1).”
“Vorliegend wurde der Beschwerdeführer mit Strafurteil vom 30. November 2022, das in Rechtskraft erwachsen ist, der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig erklärt. Eine strafrechtliche grobe Verkehrsregelverletzung entspricht nach konstanter Rechtsprechung administrativrechtlich einer schweren Widerhandlung (BGE 132 II 234 E. 3). Die grobe Verkehrsregelverletzung erfordert subjektiv ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1 mit Hinweisen; Urteile BGer 6B_994/2019 vom 29. Januar 2020 E. 3.1.1; 6B_1467/2019 vom 20. Februar 2020 E. 2.2.1). Wie sich schon aus der Subsumierung des streitigen Ereignisses unter Art. 90 Abs. 2 SVG schlüssig ergibt, ist das Strafgericht von einem schweren Verschulden bzw. einer groben Fahrlässigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen. Im Strafurteil wurde hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes namentlich ausgeführt, dass der Beschwerdeführer im Bewusstsein, dass er die Autobahn bei der Ausfahrt Wankdorf verlassen wollte, im Bereich Neufeld auf den ersten Überholstreifen gewechselt und links am sich bildenden Stau vorbeigefahren ist.”
Leichte Sachschäden infolge rückwärts Fahrens können als ausreichende Tatsachenbasis für eine Verurteilung wegen Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG gewertet werden; dies zeigt der im Quellenmaterial dargestellte Entscheid (Rückwärtsfahrt ohne Vorsicht mit leichten Feststellungsschäden).
“2022 sur JTDP/118/2022 ( PENAL ) , REJETE Descripteurs : VIOLATION DES DEVOIRS EN CAS D'ACCIDENT;ACQUITTEMENT Normes : LCR.92; LCR.51 RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/887/2021 AARP/233/2022 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 15 août 2022 Entre LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, appelant, contre le jugement JTDP/118/2022 rendu le 7 février 2022 par le Tribunal de police, et A______, domiciliée ______, comparant par Me Samir DJAZIRI, avocat, DJAZIRI & NUZZO, rue Leschot 2, 1205 Genève, LE SERVICE DES CONTRAVENTIONS, p.a. Nouvel Hôtel de Police, chemin de la Gravière 5, 1227 Les Acacias, intimés. EN FAIT : A. a. En temps utile, le Ministère public (MP) appelle du jugement du 7 février 2022, par lequel le Tribunal de police (TP) a acquitté A______ de contravention aux devoirs en cas d'accident (art. 51 cum 92 al. 1 de la loi fédérale sur la circulation routière [LCR]), mais l'a reconnue coupable de violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et l'a condamnée à une amende de CHF 100.- (art. 106 du Code pénal [CP] ; peine privative de liberté de substitution : un jour). Les frais de la procédure, arrêtés à CHF 200.-, ont été mis à la charge de A______ et une indemnité de CHF 500.- lui a été octroyée pour les dépenses occasionnées par l'exercice raisonnable de ses droits de procédure (art. 429 al. 1 let. a du Code de procédure pénale [CPP]). b. Par acte du 19 avril 2022, le MP conclut à ce que A______ soit également reconnue coupable d'infraction à l'art. 92 al. 1 cum 51 LCR et condamnée à une amende de CHF 2'140.-, la peine privative de liberté de substitution devant être fixée à 21 jours, frais de la procédure à sa charge en intégralité, à l'exclusion de toute indemnité. c. Selon l'ordonnance (no 3______) du Service des contraventions (SDC) du 15 mai 2020, il est reproché à A______ d'avoir, le 19 décembre 2019 à 09h09 [recte : vers 17h00], au quai du Général-Guisan à Genève, au volant de son véhicule de marque B______ (GE 1______), effectué une marche arrière sans précaution, avec accident et dégâts matériels légers et heurté le véhicule de marque C______ (VD 2______), ainsi que d'avoir manqué à ses devoirs en cas d'accident avec dommages matériels.”
Vor Fussgängerstreifen gilt eine erhöhte Aufmerksamkeitspflicht; ihre Missachtung kann als Verletzung/strafrbare grobe Verkehrsverletzung nach Art. 90 SVG gewertet werden.
“Cette limitation n'est cependant plus applicable lorsque la question de savoir si l'usager a violé une règle de la circulation dépend précisément de la possibilité qu'il a d'invoquer le principe de la confiance, en d'autres termes, si et dans quelle mesure il pouvait se fonder sur le comportement de l'autre usager (ATF 125 IV 83 consid. 2b p. 87 s. ; ATF 120 IV 252 consid. 2d/aa p. 254 ; ATF 143 IV 500 consid. 1.2.4). Le principe de la confiance ne s'applique pas à l'égard des personnes visées par l'art. 26 al. 2 LCR (ATF 129 IV 282 consid. 2.2.1 p. 285 ; ATF 115 IV 239 consid. 2 p. 239 s. ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_770/2017 du 11 janvier 2018 consid. 3.1). 2.4. Aux termes de l'art. 33 LCR, le conducteur facilitera aux piétons la traversée de la chaussée (al. 1). Avant les passages pour piétons, le conducteur circulera avec une prudence particulière et, au besoin, s'arrêtera pour laisser la priorité aux piétons qui se trouvent déjà sur le passage ou qui s'y engagent (al. 2). L'inobservation de ces prescriptions est une violation des règles de la circulation, punissable selon l'art. 90 LCR. Selon la jurisprudence, le conducteur doit vouer à la route et au trafic toute l'attention possible, le degré de cette attention devant être apprécié au regard de toutes les circonstances, telles que la densité du trafic, la configuration des lieux, l'heure, la visibilité et les sources de danger prévisibles (ATF 103 IV 101 consid. 2b p. 104). La "prudence particulière" avant les passages pour piétons que doit adopter le conducteur selon l'art. 33 al. 2 LCR signifie qu'il doit porter une attention accrue à ces passages protégés et à leurs abords par rapport au reste du trafic et être prêt à s'arrêter à temps si un piéton traverse la chaussée ou en manifeste la volonté (cf. ATF 121 IV 286 consid. 4b p. 291/292 ; ATF 115 II 283 consid. 1a p. 285). En règle générale, le conducteur n'est pas obligé de réduire sa vitesse à l'approche d'un passage pour piétons lorsque personne ne se trouve à proximité, si ce conducteur peut admettre qu'aucun piéton ne va surgir à l'improviste ou si on lui fait clairement comprendre qu'il a la priorité.”
“Cette limitation n'est cependant plus applicable lorsque la question de savoir si l'usager a violé une règle de la circulation dépend précisément de la possibilité qu'il a d'invoquer le principe de la confiance, en d'autres termes, si et dans quelle mesure il pouvait se fonder sur le comportement de l'autre usager (ATF 125 IV 83 consid. 2b p. 87 s. ; ATF 120 IV 252 consid. 2d/aa p. 254 ; ATF 143 IV 500 consid. 1.2.4). Le principe de la confiance ne s'applique pas à l'égard des personnes visées par l'art. 26 al. 2 LCR (ATF 129 IV 282 consid. 2.2.1 p. 285 ; ATF 115 IV 239 consid. 2 p. 239 s. ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_770/2017 du 11 janvier 2018 consid. 3.1). 2.4. Aux termes de l'art. 33 LCR, le conducteur facilitera aux piétons la traversée de la chaussée (al. 1). Avant les passages pour piétons, le conducteur circulera avec une prudence particulière et, au besoin, s'arrêtera pour laisser la priorité aux piétons qui se trouvent déjà sur le passage ou qui s'y engagent (al. 2). L'inobservation de ces prescriptions est une violation des règles de la circulation, punissable selon l'art. 90 LCR. Selon la jurisprudence, le conducteur doit vouer à la route et au trafic toute l'attention possible, le degré de cette attention devant être apprécié au regard de toutes les circonstances, telles que la densité du trafic, la configuration des lieux, l'heure, la visibilité et les sources de danger prévisibles (ATF 103 IV 101 consid. 2b p. 104). La "prudence particulière" avant les passages pour piétons que doit adopter le conducteur selon l'art. 33 al. 2 LCR signifie qu'il doit porter une attention accrue à ces passages protégés et à leurs abords par rapport au reste du trafic et être prêt à s'arrêter à temps si un piéton traverse la chaussée ou en manifeste la volonté (cf. ATF 121 IV 286 consid. 4b p. 291/292 ; ATF 115 II 283 consid. 1a p. 285). En règle générale, le conducteur n'est pas obligé de réduire sa vitesse à l'approche d'un passage pour piétons lorsque personne ne se trouve à proximité, si ce conducteur peut admettre qu'aucun piéton ne va surgir à l'improviste ou si on lui fait clairement comprendre qu'il a la priorité.”
“Cette limitation n'est cependant plus applicable lorsque la question de savoir si l'usager a violé une règle de la circulation dépend précisément de la possibilité qu'il a d'invoquer le principe de la confiance, en d'autres termes, si et dans quelle mesure il pouvait se fonder sur le comportement de l'autre usager (ATF 125 IV 83 consid. 2b p. 87 s. ; ATF 120 IV 252 consid. 2d/aa p. 254 ; ATF 143 IV 500 consid. 1.2.4). Le principe de la confiance ne s'applique pas à l'égard des personnes visées par l'art. 26 al. 2 LCR (ATF 129 IV 282 consid. 2.2.1 p. 285 ; ATF 115 IV 239 consid. 2 p. 239 s. ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_770/2017 du 11 janvier 2018 consid. 3.1). 2.4. Aux termes de l'art. 33 LCR, le conducteur facilitera aux piétons la traversée de la chaussée (al. 1). Avant les passages pour piétons, le conducteur circulera avec une prudence particulière et, au besoin, s'arrêtera pour laisser la priorité aux piétons qui se trouvent déjà sur le passage ou qui s'y engagent (al. 2). L'inobservation de ces prescriptions est une violation des règles de la circulation, punissable selon l'art. 90 LCR. Selon la jurisprudence, le conducteur doit vouer à la route et au trafic toute l'attention possible, le degré de cette attention devant être apprécié au regard de toutes les circonstances, telles que la densité du trafic, la configuration des lieux, l'heure, la visibilité et les sources de danger prévisibles (ATF 103 IV 101 consid. 2b p. 104). La "prudence particulière" avant les passages pour piétons que doit adopter le conducteur selon l'art. 33 al. 2 LCR signifie qu'il doit porter une attention accrue à ces passages protégés et à leurs abords par rapport au reste du trafic et être prêt à s'arrêter à temps si un piéton traverse la chaussée ou en manifeste la volonté (cf. ATF 121 IV 286 consid. 4b p. 291/292 ; ATF 115 II 283 consid. 1a p. 285). En règle générale, le conducteur n'est pas obligé de réduire sa vitesse à l'approche d'un passage pour piétons lorsque personne ne se trouve à proximité, si ce conducteur peut admettre qu'aucun piéton ne va surgir à l'improviste ou si on lui fait clairement comprendre qu'il a la priorité.”
Ordentlicher Strafrahmen: Geldstrafe ab 3 Tagessätzen bis höchstens 180 Tagessätze oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren. Historisch betrug die Höchstgrenze der Geldstrafe zeitweise 360 Tagessätze. Die Tagessatzhöhe ist gesetzlich begrenzt (bis höchstens CHF 3'000). Vom ordentlichen Strafrahmen wird nur bei aussergewöhnlichen Umständen abgewichen.
“Für grobe Verletzungen der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG sieht das Gesetz einen Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Die Geldstrafe beträgt grundsätzlich drei bis höchstens 180 Ta- gessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB). Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe sind in der Regel innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen und führen nur beim Vorliegen ausserordentlicher Umstände zur Erweiterung des Strafrahmens (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Es sind vorliegend keine Gründe ersichtlich, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen.”
“Strafrahmen und Strafart Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 90 Abs. 2 SVG). Der Strafrahmen reicht demnach von 3 Tagen Geldstrafe bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe (Art. 40 Abs. 1 StGB und Art. 34 Abs. 1 StGB). Vorliegend ist der ordentliche Strafrahmen nicht zu verlassen, da keine aussergewöhnlichen Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall nicht zu hart bzw. nicht zu milde erscheint (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63). Der konkrete Strafrahmen entspricht demnach dem abstrakten Strafrahmen; innerhalb dieses Rahmens ist die Strafe festzusetzen. Das Gericht kann statt auf eine Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erkennen, wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 Bst. a StGB) oder eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann (Art. 41 Abs. 1 Bst. b StGB). Wo immer möglich ist der Geldstrafe aber Vorrang zu geben. Angesichts des konkreten Delikts kann bereits an dieser Stelle vorweggenommen werden, dass nur eine Geldstrafe in Betracht kommt, nicht zuletzt auch in Beachtung des Verbots der reformatio in peius (Art.”
“Der konkret anwendbare Strafrahmen für die grobe Verletzung der Ver- kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG beträgt Freiheitsstrafe bis zu 3 Jah- ren oder Geldstrafe. Gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB beträgt die Geldstrafe, soweit es das Gesetz nicht anders bestimmt, höchstens 180 Tagessätze. Für Strafen bis - 10 - zu sechs Monaten (180 Tagessätzen) sieht das Gesetz die Geldstrafe (Art. 34 StGB) und die Freiheitsstrafe (Art. 40 StGB) vor.”
“Art. 90 Abs. 2 SVG sieht für die grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine Sanktion von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Gemäss der zur Zeit der Tatbegehung im Jahre 2016 in Kraft stehenden Fassung von Art. 34 Abs. 1 StGB (kurz aStGB) beträgt die Geldstrafe höchstens 360 Tagessätze. Gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG ist für die qualifizierte Verletzung der Verkehrsregeln ein Strafrahmen von einem bis zu vier Jahren Freiheitsstrafe vorgesehen. Der Gehilfe ist gestützt auf Art. 25 StGB und in Anwendung von Art. 48a StGB milder zu bestrafen, da ihn im Verhältnis zum Haupttäter ein reduziertes Verschulden trifft (BGE 136 IV 55 E. 5.6).”
Art. 90 Abs. 1 erfasst auch die Verletzung von Vollzugsvorschriften des Bundesrates (z.B. Art. 18 Abs. 1 OCR). Verstösse gegen solche Ausführungsbestimmungen können nach Art. 90 Abs. 1 gebüsst werden.
“Aux termes de l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par cette loi ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. Le conducteur qui veut s'arrêter aura égard, dans la mesure du possible, aux véhicules qui le suivent (art. 37 al. 1 LCR). L'art. 18 al. 1 OCR prescrit que le conducteur s'arrêtera si possible hors de la chaussée; sur la chaussée, ils ne placeront leur véhicule qu'au bord et parallèlement à l'axe de circulation; l'arrêt sur le bord gauche de la route n'est autorisé que s'il y a sur la droite une voie de tramway ou de chemin de fer routier (let. a), si une interdiction de s'arrêter ou de parquer est signalée ou marquée à droite (let. b), sur les routes étroites à faible trafic (let.”
Bei einer einfachen Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG kann im Einzelfall der bedingte Strafvollzug erhalten bleiben; allenfalls kommt eine Verwarnung in Betracht. Dies entspricht der Erwägung in der zitierten Rechtssache.
“Bei einer Verurteilung wegen einfacher Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG sei der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich Sihl vom 28. Juli 2020 (recte: 2018) für eine Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu je CHF 140.- gewährte bedingte Strafvollzug nicht zu widerrufen. Eventualiter sei der Beschuldigte zu verwarnen.”
Art. 90 ist eine Blankettstrafnorm: Die Sanktion setzt die Verletzung von Verkehrsregeln oder von Bestimmungen anderer Erlasse voraus (Verweischarakter).
“En particulier, sous le titre marginal "Autres infractions", l'art. 48 LNI réprime de l'amende celui qui aura d'une autre manière contrevenu à la LNI, aux dispositions d'exécution édictées par la Confédération ou par les cantons ou aux règles de conventions internationales touchant la police de navigation ou l'économie des transports, sans qu'il y ait délit ou contravention au sens des art. 40 à 47 LNI. A l'instar de l'art. 90 LCR en matière de circulation routière, et de l'art. 40 LNI s'agissant des "règles de route" de la navigation intérieure (soit notamment les règles faisant l'objet du chapitre 4 de la LNI [art. 22 ss LNI] ainsi que des art. 41 à 59 ONI), l'art. 48 LNI constitue une norme en blanc (Blankettstrafnorm), à savoir une disposition de nature pénale qui déclare globalement punissables des actes décrits dans d'autres dispositions légales ou réglementaires (cf. pour l'art. 90 LCR: ATF 100 IV 71 consid. 1; PHILIPPE WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2e éd., 2015, n° 2 ad art. 90 LCR; YVAN JEANNERET, Les dispositions pénales de la Loi sur la circulation routière, 2007, n° 2 ad art. 90 LCR; pour les art. 40 et 48 LNI: ANDREAS FLÜCKIGER, Gemeingebrauch an oberirdischen öffentlichen Gewässern, insbesondere die Schiffahrt auf Schweizer Gewässern, thèse Bâle 1986, p. 128 s.).”
“90 ss LCR en matière de circulation routière (arrêt 6B_531/2016 du 5 mai 2017 consid. 3.4 et les références citées). En particulier, sous le titre marginal "Autres infractions", l'art. 48 LNI réprime de l'amende celui qui aura d'une autre manière contrevenu à la LNI, aux dispositions d'exécution édictées par la Confédération ou par les cantons ou aux règles de conventions internationales touchant la police de navigation ou l'économie des transports, sans qu'il y ait délit ou contravention au sens des art. 40 à 47 LNI. A l'instar de l'art. 90 LCR en matière de circulation routière, et de l'art. 40 LNI s'agissant des "règles de route" de la navigation intérieure (soit notamment les règles faisant l'objet du chapitre 4 de la LNI [art. 22 ss LNI] ainsi que des art. 41 à 59 ONI), l'art. 48 LNI constitue une norme en blanc (Blankettstrafnorm), à savoir une disposition de nature pénale qui déclare globalement punissables des actes décrits dans d'autres dispositions légales ou réglementaires (cf. pour l'art. 90 LCR: ATF 100 IV 71 consid. 1; PHILIPPE WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2e éd., 2015, n° 2 ad art. 90 LCR; YVAN JEANNERET, Les dispositions pénales de la Loi sur la circulation routière, 2007, n° 2 ad art. 90 LCR; pour les art. 40 et 48 LNI: ANDREAS FLÜCKIGER, Gemeingebrauch an oberirdischen öffentlichen Gewässern, insbesondere die Schiffahrt auf Schweizer Gewässern, thèse Bâle 1986, p. 128 s.).”
“90 ss LCR en matière de circulation routière (arrêt 6B_531/2016 du 5 mai 2017 consid. 3.4 et les références citées). En particulier, sous le titre marginal "Autres infractions", l'art. 48 LNI réprime de l'amende celui qui aura d'une autre manière contrevenu à la LNI, aux dispositions d'exécution édictées par la Confédération ou par les cantons ou aux règles de conventions internationales touchant la police de navigation ou l'économie des transports, sans qu'il y ait délit ou contravention au sens des art. 40 à 47 LNI. A l'instar de l'art. 90 LCR en matière de circulation routière, et de l'art. 40 LNI s'agissant des "règles de route" de la navigation intérieure (soit notamment les règles faisant l'objet du chapitre 4 de la LNI [art. 22 ss LNI] ainsi que des art. 41 à 59 ONI), l'art. 48 LNI constitue une norme en blanc (Blankettstrafnorm), à savoir une disposition de nature pénale qui déclare globalement punissables des actes décrits dans d'autres dispositions légales ou réglementaires (cf. pour l'art. 90 LCR: ATF 100 IV 71 consid. 1; PHILIPPE WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2e éd., 2015, n° 2 ad art. 90 LCR; YVAN JEANNERET, Les dispositions pénales de la Loi sur la circulation routière, 2007, n° 2 ad art. 90 LCR; pour les art. 40 et 48 LNI: ANDREAS FLÜCKIGER, Gemeingebrauch an oberirdischen öffentlichen Gewässern, insbesondere die Schiffahrt auf Schweizer Gewässern, thèse Bâle 1986, p. 128 s.).”
In der Rechtspraxis zu Art. 90 Abs. 2 SVG werden Verurteilungen häufig mit bedingtem Vollzug (Sursis) und Festsetzung einer Probezeit kombiniert; ferner werden Bussen regelmässig mit Ersatzfreiheitsstrafen für schuldhafte Nichtbezahlung bzw. der Vollzug von Geldstrafen aufgeschoben.
“Au demeurant, seul le comportement illicite de l'appelant a entraîné l'ouverture de la procédure, y compris en relation avec les faits ayant abouti à un acquittement et à des classements par le TP (art. 426 al. 2 CPP). 4. Considéré globalement, l'état de frais produit par Me C______, défenseur d'office de A______, satisfait les exigences légales et jurisprudentielles régissant l'assistance judiciaire gratuite en matière pénale. Sa rémunération sera, partant, arrêtée à CHF 568.65, correspondant à 4h00 d'activité au tarif de CHF 110.-/heure (CHF 440.-), plus la majoration forfaitaire de 20% (CHF 88.-) et l'équivalent de la TVA au taux de 7.7% en CHF 40.65. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement rendu le 26 octobre 2020 par le Tribunal de police dans la procédure P/8108/2017. L'admet très partiellement. Annule ce jugement. Et statuant à nouveau : Déclare A______ coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), de conduite d'un véhicule automobile dans l'incapacité de conduire pour d'autres raisons que l'alcool (art. 91 al. 2 let. b LCR), d'empêchement d'accomplir un acte officiel (art. 286 CP) et de dommages à la propriété (art. 144 CP). L'acquitte de mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP). Classe la procédure s'agissant de l'infraction de dommages à la propriété (art. 144 CP) en relation avec I______, de violation des devoirs en cas d'accident (art. 92 al. 1 LCR) et de contravention à la loi fédérale sur les stupéfiants (art. 19a ch. 1 LStup). Condamne A______ à une peine privative de liberté de 13 mois, sous déduction de deux jours de détention avant jugement. Le condamne également à une peine pécuniaire de dix jours-amende. Fixe le montant du jour-amende à CHF 20.-. Met A______ au bénéfice du sursis pour les deux peines prononcées et fixe la durée du délai d'épreuve à trois ans. L'avertit que s'il devait commettre de nouvelles infractions durant le délai d'épreuve, le sursis pourrait être révoqué et la peine suspendue exécutée, cela sans préjudice d'une nouvelle peine (art.”
“– festzusetzen. 2.4.Die Entschädigungsfrage folgt den gleichen Regeln wie der Kostenent- scheid. Es gilt der Grundsatz, dass bei Auferlegung der Kosten keine Entschädi- gung oder Genugtuung auszurichten ist (BGE 147 IV 47 E. 4.1; 145 IV 268 E. 1.2; 144 IV 207 E. 1.8.2; 137 IV 352 E. 2.4.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1290/2021 vom 31. März 2022 E. 5.1). Ausgangsgemäss verbleibt kein Raum für die bean- tragte Zusprechung einer Entschädigung (Urk. 45 Rz. 77) an den Beschuldigten. Es wird beschlossen: 1.Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil, Einzelgericht in Zivil- und Strafsachen, vom 7. Februar 2024 bezüglich der Dispositivzif- fern 2 (Freisprüche), 6 (Entscheid betreffend Zivilbegehren der Privatkläge- rin) und 7 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 2.Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. - 37 - Es wird erkannt: 1.Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, Art. 35 Abs. 3 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV. 2.Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 100.– und einer Busse von Fr. 2'000.–. 3.Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. 4.Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen. 5.Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 8) wird bestätigt. 6.Dem erbetenen Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird für die Un- tersuchung und das vorinstanzliche Verfahren eine reduzierte Prozessent- schädigung von Fr. 3'000.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichts- kasse zugesprochen. 7.Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–. 8.Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 9.Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten die Staatsanwaltschaft See/Oberland sowie in vollständiger Ausfertigung an die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten die Staatsanwaltschaft See/Oberland - 38 - und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw.”
“), Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiber i.V. Fabian Leimgruber Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle, Rheinstrasse 12, Postfach, 4410 Liestal, Anklagebehörde gegen A. , vertreten durch Advokat Peter Nedwed, Steinenvorstadt 73, Postfach, 4002 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Grobe Verletzung der Verkehrsregeln (Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 11. August 2022) A. Mit Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 11. August 2022 wurde A. in teilweiser Bestätigung des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 7. April 2020 der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 100.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 800.-- (bzw. im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von acht Tagen) verurteilt; dies in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art. 33 SVG und Art. 6 Abs. 1 VRV), Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 StGB, Art. 44 StGB sowie Art. 106 StGB. Sodann wurde der Beschuldigte dazu verpflichtet, in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 2'554.--, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 1'554.-- und der Gerichtsgebühr von CHF 1'000.--, zu tragen. Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums vom 11. August 2022 meldete der Beschuldigte, vertreten durch Advokat Peter Nedwed, mit Schreiben vom 12. August 2022 die Berufung an und brachte sodann in der Berufungserklärung vom 16. Dezember 2022 folgende Rechtsbegehren vor: Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und es sei der Berufungskläger vollumfänglich freizusprechen (Ziff. 1); dies unter o/e-Kostenfolge für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren zu Lasten des Staates (Ziff.”
Bei Blockaden von öffentlichen Verkehrsmitteln (Linienbusse, ÖV-Linien) ist häufig sowohl Art. 239 StGB (Entrave aux services d’intérêt général) als auch Art. 90 LCR (z.B. unzulässige Wegbenützung, Gefährdung, Verletzung einfacher Verkehrsregeln) einschlägig; konkrete Folgen (z. B. Ausfälle, Umleitungen) sprechen für die kumulative Anwendung.
“Selon la doctrine, l’infraction de violation simple des règles de la circulation routière visée à l’art. 90 LCR ne protège pas le même bien juridique que l’art. 239 CP, la première disposition protégeant en premier lieu la vie et l’intégrité corporelle, alors que la seconde vise la protection de l’intérêt général, soit celui de la collectivité à bénéficier de services publics sans perturbation en garantissant la bonne marche des installations concernées (Dupuis/Moreillon/Piguet/Berger/ Mazou/Rodigari, Petit Commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle, 2017, n. 1 et 27 ad art. 239 CP ; Gerhard Fiolka in : Niggli/Heer/Wiprächtiger [édit.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstrafprozessordnung, 3e éd., Bâle 2023 [ci-après : BSK StPO/JStPO], n. 37 ad art. 239 CP ; Virginie Rodigari, in : Macaluso/Moreillon/ Quéloz [édit.], Commentaire romand du Code pénal II, Bâle 2017 [ci-après : CR CP II], nn. 1 et 29 ad art. 239 CP ; Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle, 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR). Ainsi, le concours idéal entre ces deux infractions est possible (CAPE 14 juillet 2024/370 consid. 6.2 ; CAPE 20 juin 2024/235 consid. 4). 2.2 En l’espèce, il convient de rappeler qu’à l’appel de XR, les activités ont quitté le parcours officiel prévu pour la manifestation du 27 septembre 2019 afin de bloquer le giratoire de la Maladière. La police est parvenue à les stopper à l’extrémité de l’avenue de Rhodanie, à la hauteur de l’arrêt de bus n° 2 (Maladière- Lac). Il ressort du rapport des TL du 17 avril 2024 que le bus n° 2 devait pouvoir circuler à cet endroit (P. 49), la zone n’étant pas concernée par la manifestation autorisée. La déviation prévue a été mise en place à 10h00. Compte tenu du sit-in au niveau de l’arrêt Maladière-Lac, les bus ont été contraints d’opérer un demi-tour à Bellerive, la ligne n’étant rétablie qu’à 16h50. 9 bus de la ligne 2 ont été concernés par ce blocage. Sur la base du parcours officiel de la manifestation, les TL ont en outre prévu la déviation de la ligne n° 24 à partir de 10h20.”
“Selon la doctrine, l’infraction de violation simple des règles de la circulation routière visée à l’art. 90 LCR ne protège pas le même bien juridique que l’art. 239 CP, la première disposition protégeant en premier lieu la vie et l’intégrité corporelle, alors que la seconde vise la protection de l’intérêt général, soit celui de la collectivité à bénéficier de services publics sans perturbation en garantissant la bonne marche des installations concernées (Dupuis/Moreillon/Piguet/Berger/ Mazou/Rodigari, Petit Commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle, 2017, n. 1 et 27 ad art. 239 CP ; Gerhard Fiolka in : Niggli/Heer/Wiprächtiger [édit.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstrafprozessordnung, 3e éd., Bâle 2023 [ci-après : BSK StPO/JStPO], n. 37 ad art. 239 CP ; Virginie Rodigari, in : Macaluso/Moreillon/ Quéloz [édit.], Commentaire romand du Code pénal II, Bâle 2017 [ci-après : CR CP II], nn. 1 et 29 ad art. 239 CP ; Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle, 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR). Ainsi, le concours idéal entre ces deux infractions est possible (CAPE 14 juillet 2024/370 consid. 6.2 ; CAPE 20 juin 2024/235 consid. 4). 2.2 En l’espèce, il convient de rappeler qu’à l’appel de XR, les activités ont quitté le parcours officiel prévu pour la manifestation du 27 septembre 2019 afin de bloquer le giratoire de la Maladière. La police est parvenue à les stopper à l’extrémité de l’avenue de Rhodanie, à la hauteur de l’arrêt de bus n° 2 (Maladière- Lac). Il ressort du rapport des TL du 17 avril 2024 que le bus n° 2 devait pouvoir circuler à cet endroit (P. 49), la zone n’étant pas concernée par la manifestation autorisée. La déviation prévue a été mise en place à 10h00. Compte tenu du sit-in au niveau de l’arrêt Maladière-Lac, les bus ont été contraints d’opérer un demi-tour à Bellerive, la ligne n’étant rétablie qu’à 16h50. 9 bus de la ligne 2 ont été concernés par ce blocage. Sur la base du parcours officiel de la manifestation, les TL ont en outre prévu la déviation de la ligne n° 24 à partir de 10h20.”
“En définitive, les appelants, qui ont tous reconnu avoir participé à cette action, ont délibérément empêché les autorités de prendre les mesures nécessaires pour assurer la continuité du trafic des transports publics. L’entrave a été considérable, en durée et en intensité. Les faits constituent précisément une entrave à un service d’intérêt général au sens de l’art. 239 CP, de sorte que cette infraction doit être retenue à l’encontre des appelants. Les art. 239 CP et 90 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01), lequel réprime, en l’espèce, un usage indu des voies de circulation, entrent en concours idéal, les biens juridiquement protégés étant distincts, soit, d’une part, l’intérêt de la collectivité au bon fonctionnement du service public (Dupuis et al., op. cit., n. 1 ad art. 239 CP) et, d’autre part, la sécurité routière et la fluidité du trafic sur les routes publiques (Jeanneret et al., Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR). La condamnation des appelants pour violation simple des règles de la circulation routière sera dès lors confirmée. 5. Les appelants contestent leur condamnation pour empêchement d’accomplir un acte officiel. 5.1 En vertu de l'art. 286 CP, celui qui aura empêché une autorité, un membre d'une autorité ou un fonctionnaire d'accomplir un acte entrant dans ses fonctions sera puni d'une peine pécuniaire de 30 jours-amende au plus. Pour qu'il y ait opposition aux actes de l'autorité, il faut que l'auteur, par son comportement, entrave l'autorité ou le fonctionnaire dans l'accomplissement d'un acte officiel ; il ne suffit pas qu'il se borne à ne pas obtempérer à un ordre qui lui est donné, par exemple de souffler dans l'éthylomètre, de parler moins fort ou de ne pas conduire (ATF 127 IV 115 consid. 2 ; TF 7B_71/2023 du 8 mai 2024 consid. 4.2). Il n'est en revanche pas nécessaire que l'auteur parvienne à éviter effectivement l'accomplissement de l'acte officiel, il suffit qu'il le rende plus difficile, l'entrave ou le diffère (TF 7B_71/2023 précité).”
“En définitive, les appelants, qui ont tous reconnu avoir participé à cette action, ont délibérément empêché les autorités de prendre les mesures nécessaires pour assurer la continuité du trafic des transports publics. L’entrave a été considérable, en durée et en intensité. Les faits constituent précisément une entrave à un service d’intérêt général au sens de l’art. 239 CP, de sorte que cette infraction doit être retenue à l’encontre des appelants. Les art. 239 CP et 90 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01), lequel réprime, en l’espèce, un usage indu des voies de circulation, entrent en concours idéal, les biens juridiquement protégés étant distincts, soit, d’une part, l’intérêt de la collectivité au bon fonctionnement du service public (Dupuis et al., op. cit., n. 1 ad art. 239 CP) et, d’autre part, la sécurité routière et la fluidité du trafic sur les routes publiques (Jeanneret et al., Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR). La condamnation des appelants pour violation simple des règles de la circulation routière sera dès lors confirmée. 5. Les appelants contestent leur condamnation pour empêchement d’accomplir un acte officiel. 5.1 En vertu de l'art. 286 CP, celui qui aura empêché une autorité, un membre d'une autorité ou un fonctionnaire d'accomplir un acte entrant dans ses fonctions sera puni d'une peine pécuniaire de 30 jours-amende au plus. Pour qu'il y ait opposition aux actes de l'autorité, il faut que l'auteur, par son comportement, entrave l'autorité ou le fonctionnaire dans l'accomplissement d'un acte officiel ; il ne suffit pas qu'il se borne à ne pas obtempérer à un ordre qui lui est donné, par exemple de souffler dans l'éthylomètre, de parler moins fort ou de ne pas conduire (ATF 127 IV 115 consid. 2 ; TF 7B_71/2023 du 8 mai 2024 consid. 4.2). Il n'est en revanche pas nécessaire que l'auteur parvienne à éviter effectivement l'accomplissement de l'acte officiel, il suffit qu'il le rende plus difficile, l'entrave ou le diffère (TF 7B_71/2023 précité).”
Bei Ampelsituationen und Vortrittsfragen ist auf die konkrete Verkehrslage abzustellen; gilt eine Kreuzung durch Lichtsignale als geregelt, so treten die Signale an die Stelle der allgemeinen Vortrittsregeln. Der Vortrittsberechtigte bleibt jedoch seiner allgemeinen Sorgfaltspflicht unterworfen: Liegen konkrete Anzeichen vor, dass ein bestimmter anderer Verkehrsteilnehmer sich regelwidrig verhalten wird, muss er gegenüber diesem Verkehrsteilnehmer besondere Vorsicht walten lassen; lässt er diese Vorsicht vermissen, kann er sich nicht auf den Vertrauensgrundsatz berufen.
“Der Beschwerdeführer rügt die unrichtige Anwendung von Art. 26 Abs. 2 SVG und in der Folge auch von Art. 90 Abs. 1 SVG. Die Vorinstanz habe zu Recht festgehalten, dass die allgemeinen Regeln zum Vortrittsrecht nicht zum Tragen kämen, da der Verkehr auf der Rütistrasse durch Lichtsignalanlagen geregelt gewesen sei und zu Gunsten des Beschwerdeführers davon ausgegangen werden müsse, dass die Fahrzeuge auf der Rütistrasse Rot gehabt haben und somit nicht vortrittsberechtigt gewesen seien. Ausgehend von diesem verbindlich von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt, wonach die Ampeln auf der Rütistrasse im Zeitpunkt des Einbiegens des Beschwerdeführers auf Rot gewechselt hätten, sei eine Verletzung von Art. 26 Abs. 2 SVG zu verneinen. Nicht gefolgt werden könne der Argumentation der Vorinstanz, wonach der Umstand, dass sich andere Verkehrsteilnehmer regelwidrig verhalten und die Kreuzung trotz Rotlichts befahren haben, als ein Anzeichen im Sinne von Art. 26 Abs. 2 SVG zu werten sei, und der Beschwerdeführer somit zur besonderen Vorsicht verpflichtet gewesen wäre. Gemäss Rechtsprechung müsse der Vortrittsberechtigte nur in Bezug auf den konkreten Strassenbenützer, bei dem Anzeichen für ein verkehrsgefährdendes regelwidriges Verhalten vorliegen, besondere Sorgfalt walten lassen.”
“Sachverhalt: A. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen sprach A.________ mit Strafbefehl vom 30. November 2021 der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 300.--. A.________ erhob gegen den Strafbefehl Einsprache. Die Staatsanwaltschaft hielt am Strafbefehl fest und reichte am 31. Mai 2022 Anklage an das Kreisgericht See-Gaster ein. In der Anklageschrift wird A.________ vorgeworfen, am 27. August 2021 in Jona mit dem von ihm gelenkten Linienbus - ohne anzuhalten und ohne getätigten Seitenblick bei gleichzeitiger Passage mehrerer Fahrzeuge von links und rechts auf der Rütistrasse - von der Kreuzackerstrasse in die Rütistrasse eingebogen zu sein. In der Annahme, das Signal auf der Rütistrasse habe auf Rot gewechselt, habe sich A.________ vor dem Einfahren in die Kreuzung nicht sorgfaltspflichtgemäss vergewissert, dass seine Fahrbahn auch wirklich frei sei, weshalb er den von links kommenden Personenwagen von B.________ übersehen habe und es zur Kollision gekommen sei. Gemäss Weisungen der Instruktoren der VZO-Betriebe müssten sich Buschauffeure - bevor sie in den Kreuzungsbereich Rütistrasse/Kreuzackerstrasse einfahren - vergewissern, dass die Fahrzeuge auf der Rütistrasse tatsächlich auch anhalten.”
“L'attention requise du conducteur implique qu'il soit en mesure de parer rapidement aux dangers qui menacent la vie, l'intégrité corporelle ou les biens matériels d'autrui, et la maîtrise du véhicule exige qu'en présence d'un danger, il actionne immédiatement les commandes du véhicule de manière appropriée aux circonstances (TF 6B_909/2014 du 21 mai 2015 consid. 2.1 ; TF 6B_873/2014 du 5 janvier 2015 consid. 2.1 et la référence citée). Selon l'art. 32 al. 1 LCR, la vitesse doit toujours être adaptée aux circonstances, notamment aux particularités du véhicule et du chargement, ainsi qu'aux conditions de la route, de la circulation et de la visibilité. L'art. 4 al. 1 OCR précise notamment que le conducteur ne doit pas circuler à une vitesse qui l'empêcherait de s'arrêter sur la distance à laquelle porte sa visibilité. Les règles de la circulation sont des prescriptions de sécurité destinées à prévenir les accidents. Aux termes de l'art. 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01), celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral se rend coupable de violation simple des règles de la circulation routière. L'art. 90 al. 1 LCR réprime donc une infraction de mise en danger abstraite, sans égard au résultat concret de ces violations (ATF 92 IV 33 consid. 1). Par ailleurs, il n'existe aucune compensation des fautes en droit pénal (ATF 85 IV 91), chacun étant puni pour celles qu'il a commises (ATF 105 IV 213). Il y a lieu de rappeler également que le droit de priorité confère à son bénéficiaire le droit de circuler sans être gêné dans sa progression. Il ne l'exonère toutefois pas de ses devoir généraux de prudence ni du respect des autres règles de circulation. S'il existe des indices concrets que des usagers vont se comporter de façon incorrecte, il lui appartient, conformément à l'art. 26 al. 2 LCR, d'observer une prudence particulière par rapport à ces autres usagers, sous peine d'être privé de se prévaloir du principe de la confiance. Le prioritaire qui doit être en mesure de s'apercevoir qu'il ne peut exercer son droit de priorité sans accident doit faire tout son possible pour éviter une collision (TF 6B_335/2016 du 27 août 2015 consid.”
Bei Geschwindigkeitsmessungen ist der vom ASTRA festgelegte Abzug für Geräte‑ und Messunsicherheit zu berücksichtigen. Liegt eine gültige Eichung vor, rechtfertigt dies grundsätzlich die Verwertbarkeit der Messung; ein nachträglich vorgelegtes aktuelles Eichzertifikat macht die Messung nicht mit sich allein ungültig (keine Pflicht, das aktuelle Eichprotokoll am Tatort mitzuführen).
“S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG vor, welche es erlaubt, auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen (Urteil des Bundesgerichts 6B_33/2015 vom 5. Mai 2015 E. 1.1., m.w.H.). Konkrete Umstände, die gemäss Rechtsprechung das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen liessen, liegen keine vor. Die Vorinstanz hat die vom Beschuldigten implizit geltend gemachten Umstände eingehend behandelt; darauf kann grundsätzlich verwiesen werden (S. 50 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 2242 f.). Dass allenfalls – wie der Beschuldigte behauptet – eine andere Höchstgeschwindigkeit gegolten haben könnte, wurde im Rahmen der Beweiswürdigung bereits verneint. Irrelevant ist zudem, dass der Beschuldigte der Meinung war, das Weiterführen der Geschwindigkeit von 80 km/h nach dem Baustellenabschnitt sei nicht rechtmässig gewesen (selbst wenn dem so gewesen wäre, vgl. BGE 128 IV 184 E. 4.3.). Das Verhalten des Beschuldigten war demnach zumindest grobfahrlässig. Der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ist damit erfüllt. Mangels Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen ist der Beschuldigte der groben Verkehrsregelverletzung (Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit nach Abzug der vom ASTRA festgelegten Geräte- und Messunsicherheit auf der Autobahn um 35 km/h), begangen am 18. August 2019, 11:27 Uhr in T.________, schuldig zu sprechen.”
“Die Beweiswürdigung hat zudem ergeben, dass das verwendete Lasermessgerät im Zeitpunkt der Geschwindigkeitsüberschreitung gültig war. Das aktuelle Eichzertifikat wurde dem Beschuldigten nachgereicht. Was der Beschuldigte in Bezug auf die strafbare Geschwindigkeitsüberschreitung aus dem Umstand, dass im Tatzeitpunkt ein altes Eichzertifikat vorgelegt und das bestehende, aktuelle und korrekte erst nachgereicht wurde, zu seinen Gunsten ableiten wird, ist nicht ersichtlich. Es liegt eine gültige Messung eines geeichten Lasermessgeräts mit einem gültigen Eichzertifikat vor. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, besteht keine Vorschrift, wonach Geschwindigkeitsmessungen nur gültig sind, wenn das aktuelle Eichprotokoll des verwendeten Lasermessgeräts mitgeführt wird (vgl. auch den Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich SB170002 vom 07. Juli 2017 E. 2.4.). Damit liegt gemäss der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung objektiv eine grobe Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG vor, welche es erlaubt, auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen (Urteil des Bundesgerichts 6B_33/2015 vom 5. Mai 2015 E. 1.1., m.w.H.). Konkrete Umstände, die gemäss Rechtsprechung das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen liessen, liegen keine vor. Die Vorinstanz hat die vom Beschuldigten implizit geltend gemachten Umstände eingehend behandelt; darauf kann grundsätzlich verwiesen werden (S. 50 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 2242 f.). Dass allenfalls – wie der Beschuldigte behauptet – eine andere Höchstgeschwindigkeit gegolten haben könnte, wurde im Rahmen der Beweiswürdigung bereits verneint. Irrelevant ist zudem, dass der Beschuldigte der Meinung war, das Weiterführen der Geschwindigkeit von 80 km/h nach dem Baustellenabschnitt sei nicht rechtmässig gewesen (selbst wenn dem so gewesen wäre, vgl. BGE 128 IV 184 E. 4.3.). Das Verhalten des Beschuldigten war demnach zumindest grobfahrlässig. Der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ist damit erfüllt.”
Bei Überhol- und Spurverstössen (z. B. Überfahren von Einspurstrecken, Überschreitung von Sicherheitslinien, Rechtsüberholen, unzulässiges Befahren des Pannenstreifens) entscheidet die konkrete Übersichtlichkeit und die Höhe der Gefährdung, ob eine einfache Verkehrsregelverletzung oder eine schwerere, grobe Verletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG vorliegt. Das unzulässige Befahren des Pannenstreifens erfüllt regelmässig den Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung; es kann jedoch – je nach konkreten Umständen – auch vorsätzlich (wobei Eventualvorsatz genügt) oder zumindest fahrlässig verwirklicht worden sein.
“Überholen auf der Einspurstrecke Entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft ist das Befahren der Einspurstrecke zum Überholen als einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG zu werten. Im vorliegenden Fall bestehen keine Hinweise auf eine erhöhte Gefährdung des überholten Fahrzeugs oder auf entgegenkommende Fahrzeuge. Das Überholen auf diesem Streckenabschnitt war nicht per se gefährlich, da er übersichtlich ist. Mit hohem Verkehrsaufkommen ist um”
“Nach altem Recht und der diesbezüglichen Rechtsprechung wäre ein solches Verhalten grundsätzlich als grobe Verkehrsregelverletzung zu qualifizieren gewesen. Unter Anwendung des neuen Rechts sei dies nur der Fall, wenn konkret eine erhöhte abstrakte Gefährdung oder gar eine Verletzung nahe liege. Im vorliegenden Fall ergebe sich aus den Angaben der Zeugen nicht, dass es infolge des Rechtsüberholens durch den Beschwerdegegner zu gefährlichen Situationen gekommen wäre. Nach neuer Rechtslage sei das Rechtsüberholen im konkreten Fall somit nur als einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG zu beurteilen. Damit erweise sich das neue, am 1. Januar 2021 in Kraft getretene Recht (Art. 36 Abs. 5 lit. a und c VRV) als milder als die zur Tatzeit geltende Regelung. Die Gesetzesänderung habe explizit bezweckt, das Rechtsüberholen in gewissen Konstellationen weniger schwer zu bestrafen. Der Beschwerdegegner sei deshalb gemäss der neueren, für ihn milderen Bestimmung zu verurteilen und er sei bloss der einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.”
“Damit ist der Beschuldigte der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Rechtsüberholen auf der Autobahn schuldig zu erklären. Einfache Verkehrsregelverletzung durch unzulässiges Fahren auf dem Pannenstreifen Theoretische Grundlagen zum Tatbestand Nach Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer die Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Der Fahrzeugführer darf Pannenstreifen und signalisierte Abstellplätze für Pannenfahrzeuge gemäss Art. 36 Abs. 3 VRV nur für Nothalte benützen. Wer diese Vorschrift bei erhöhtem Verkehrsaufkommen missachtet, nimmt damit in der Regel auch ein Rechtsüberholen vor. Damit bewirkt der Lenker eine Irritation anderer Verkehrsteilnehmer und letztlich eine unklare Verkehrslage nach Art. 26 Abs. 1 SVG (vgl. BGer 6B_227/2015 vom 23. Juli 2025 E. 1.3.2 und 1.3.3). Ob dieser Regelverstoss als einfache oder schwere Verkehrsregelverletzung zu ahnden ist, beurteilt sich anhand der konkreten Umstände im Einzelfall (BGer 6B_227/2015 vom 23. Juli 2025 E. 1.3.5). Für die Erfüllung des Tatbestands von Art. 90 Abs. 1 SVG genügt einfache bzw. leichte Fahrlässigkeit (Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG). Der Tatbestand kann aber auch vorsätzlich erfüllt werden, wobei Eventualvorsatz genügt (Weissenberger, a.a.O., N 58 zu Art. 90). Subsumtion Der Beschuldigte befuhr mit mindestens der Hälfte seines Personenwagens den Pannenstreifen. Zwar tat er dies, um dem sich seitlich nähernden Lieferwagen mit Anhänger auszuweichen. In der Folge nahm er jedoch keinen Nothalt vor, wie Art. 36 Abs. 3 VRV es erlaubt hätte, sondern befuhr den Pannenstreifen über eine Strecke von mindestens 50 Metern, wobei er im Begriff war, den Lieferwagen links von ihm zu überholen. Damit nutzte er den Pannenstreifen unerlaubterweise und verstiess gegen Art. 36 Abs. 3 VRV. Dass der Beschuldigte sich mit seinem Fahrzeug nicht vollständig, das heisst nicht mit allen vier Rädern, auf dem Pannenstreifen befand, ändert an dieser rechtlichen Einordnung nichts. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG ist erfüllt. Auch wenn dem Beschuldigten zuzugestehen ist, dass er sich bis zu einem gewissen Grad wohl in einer Stresssituation befand, entschied er sich wissentlich und willentlich für das Ausweichmanöver mit Weiterfahrt auf dem Pannenstreifen und handelte damit vorsätzlich.”
“Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte am 23. Juni 2021 um 22:08 Uhr in H.________ (Ortschaft) bei einem Überholmanöver mit einem Personenwagen zwei Einspurstrecken überfahren und ist links einer Sicherheitslinie gefahren. Damit handelte der Beschuldigte der Grundregel von Art. 27 Abs. 1 SVG zuwider, welche durch Art. 34 Abs. 2 SVG (zu fahren ist immer rechts der Sicherheitslinie) sowie Art. 74 Abs. 2 der Signalisationsverordnung (SSV; SR 741.21: der Führer darf Verzweigungen nur in Richtung der auf seinem Fahrstreifen angebrachten Einspurpfeile befahren) präzisiert wird und deren Verletzung den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juni 2021 in H.________ (Ortschaft) durch Überfahren von zwei Einspurstrecken und Linksfahren einer Sicherheitslinie schuldig zu sprechen.”
Art. 90 Abs. 2 SVG schützt die Verkehrssicherheit (nicht vorrangig die individuelle Handlungsfreiheit). In Extremfällen — etwa wiederholte oder besonders gefährliche grobe Verstösse — kann eine Tat nach Art. 90 Abs. 2 SVG als schwere Straftat i.S. von Art. 141 Abs. 2 StPO eingestuft werden. Solche gravierenden Verstösse können zudem die Anwendung weitergehender Sicherungsmassnahmen (z. B. Fahrzeugkonfiskation nach einschlägigen Bestimmungen) rechtfertigen.
“Konkurrenz Zwischen Art. 90 SVG und Art. 181 StGB besteht echte Konkurrenz, weil die beiden Tatbestände unterschiedliche Rechtsgüter schützen. Während Art. 181 StGB die Handlungsfreiheit resp. die Freiheit der Willensbildung und -betätigung des Einzelnen schützt, wird von Art. 90 Abs. 2 SVG die Verkehrssicherheit auf öffentlichen Strassen geschützt (BGE 137 IV 326 E. 3.6). VI. Strafzumessung”
“In drei Fällen überschritt er die zulässige Höchstgeschwindigkeit während eines Überholmanövers. Dabei überholte er einen Personenwagen, drei Personenwagen bzw. zwei Personenwagen und zwei Motorräder. In zwei der drei Überholmanöver überfuhr er eine durchgezogene Sicherheitslinie bzw. eine Sperrfläche. Einmal überholte er die Fahrzeuge sogar, obwohl ihm zu Beginn zwei Personenwagen entgegenkamen. Zwar beging er die Geschwindigkeitsüberschreitungen bei trockenen Strassenverhältnissen und die Sichtverhältnisse waren grösstenteils uneingeschränkt. Bei den Fahrten in Dunkelheit hätte er allerdings Velofahrer oder Fussgänger ohne Licht oder reflektierende Kleidung kaum rechtzeitig erblickt. Der Beschwerdeführer beging die Taten ohne ersichtlichen oder nachvollziehbaren Grund. Bei den hohen Geschwindigkeiten hätte er auf Unvorhergesehenes wie etwa einbiegende Verkehrsteilnehmer nicht rechtzeitig reagieren können. Er beging die Taten vorsätzlich und zeichnete sie auf. Nach der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung können auch Widerhandlungen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG als schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO qualifiziert werden (Urteil 6B_821/2021 vom 6. September 2023 E. 1.5.4, zur Publ. bestimmt, mit Hinweisen). Die Vorinstanz legt überzeugend dar, weshalb sie aufgrund der konkreten Umstände auch die mehrfache grobe Verletzung der Verkehrsregeln als schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO einstuft. Das öffentliche Interesse an der Aufklärung dieser Taten überwiegt. Daher durfte die Vorinstanz offen lassen, ob die Hausdurchsuchung rechtens war.”
“69 CP peuvent, pour l’essentiel, être repris afin d’interpréter l’art. 90a LCR, de sorte que cette norme ne vise pas à élargir le champ d’application mais au contraire vise uniquement à mieux préciser les règles en matière de confiscation des véhicules à moteur dans le domaine de la circulation routière. Par conséquent, à l’instar de l’art. 69 CP, l’art. 90a LCR est une mesure de sûreté réelle, qui n’a pas un but sanctionnateur, mais qui vise au contraire à protéger la collectivité (Galliano, Le délit de chauffard, Analyse et implications de l’art. 90 al. 3 LCR, Berne 2019, pp. 155 s. et les réf. citées) 2.2.2.1 Pour faire application de l’art. 90a LCR, il faut tout d’abord qu’une infraction ait été commise. A la différence de l'art. 69 CP, il ne s'agit pas de n'importe quelle infraction, mais d'une violation grave des règles de la circulation commise sans scrupules (art. 90a al. 1 let. a LCR, Skrupellosigkeit). Prise littéralement, cette définition correspond à la violation grave des règles de la circulation de l'art. 90 al. 2 LCR et, par conséquent, englobe aussi le délit de chauffard. D'après le message à l'origine de la loi, la volonté du législateur était toutefois de frapper uniquement les quelques rares cas extrêmes de chauffards et de limiter cette mesure à l'ultimo ratio. Il en découle qu'en pratique l'art. 90a LCR ne s'appliquera qu’en cas de violation sans scrupules des règles élémentaires de la circulation selon l'art. 90 al. 3 LCR. Un tel comportement se traduit par un mode de conduite particulièrement dépourvu d'égards et de retenue, par exemple un excès de vitesse particulièrement grave compte tenu des conditions concrètes ou une perturbation du trafic par des freinages intempestifs à vitesse élevée. De tels comportements correspondent généralement à des délits de mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP ; Galliano, op. cit., pp. 158 s. et les réf. citées). En outre, il n'est pas exclu qu'une confiscation puisse intervenir sur le constat d'une violation grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, parce qu'un dépassement grave (non qualifié) de la vitesse maximale autorisée (au sens de l'art.”
Bei nur kurzzeitiger oder geringfügiger Geschwindigkeitsüberschreitung oder wenn keine erhöhte abstrakte bzw. konkrete Gefährdung feststellbar ist, wird typischerweise Art. 90 Abs. 1 SVG (Busse) angewendet; dies zeigt sich in der Rechtsprechung, wenn die Überschreitung kurz war, günstige Verkehrs- und Sichtverhältnisse vorlagen und keine konkreten Gefährdungen geschaffen wurden.
“Der Beschuldigte sei sich zwar grundsätzlich der Gefährlichkeit von Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts bewusst, im konkreten Fall habe er allerdings aufgrund einer Fehlinterpretation der Strassenverhältnisse und der Geschwindigkeiten nicht gewusst, dass er eine erhöhte Gefährlichkeit begründe. Da dem Beschuldigten aber die geltende Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h hätte bekannt sein müssen, zumal er vor der Messstelle eine längere Strecke innerorts unterwegs gewesen sei, müsse er sich vorwerfen lassen, die abstrakte Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig nicht in Betracht gezogen zu haben. Da der Beschuldigte nur für eine kurze Dauer beschleunigt und aus eigenem Antrieb wieder angebremst habe, gute Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse geherrscht hätten, richtungstrennende, erhöhte Randsteine vorhanden und keine anderen Verkehrsteilnehmer vor Ort gewesen seien, erscheine das kurzfristige Fehlverhalten des Beschuldigten aber in einem milderen Licht. Der Beschuldigte habe daher nicht rücksichtslos i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG gehandelt, weshalb der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nicht erfüllt sei. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten infolgedessen nicht wegen grober, sondern wegen einfacher Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig.”
“Zusammenfassend vermag sich der Beschuldigte daher auf keinen der in Art. 36 Abs. 5 lit. a-d VRV normierten Ausnahmetatbestände zu stützen, weshalb das Rechtsüberholen verboten war. Der Beschuldigte hat sich demnach nicht nur des Befahrens des Pannenstreifens, sondern auch des verbotenen Rechtsüberho- lens strafbar gemacht. Mit der Vorinstanz liegt dabei aber nur eine einfache und keine grobe Verletzung der Verkehrsregeln vor. Eine konkrete Gefährdung für die Sicherheit anderer hat der Beschuldigte nicht geschaffen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass er nicht etwa fliessenden Verkehr überholt hat und seine Geschwindigkeit mit 15 km/h verhältnismässig langsam war. 4.Der Beschuldigte ist demnach in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1, Art. 35 Abs. 1, Art. 43 Abs. 3 SVG sowie Art. 8 Abs. 3 und Art. 36 Abs. 3 und 5 VRV schuldig zu sprechen. IV. Strafzumessung 1.Das Befahren des Pannenstreifens sowie das Rechtsüberholen werden gemäss Ziff.”
“Allgemeines Mit Busse wird bestraft, wer die Verkehrsregeln oder die Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die Annahme einer schweren Widerhandlung bzw. einer groben Verkehrsregelverletzung voraus, dass die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet wurde. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung des Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts 6B_1/2020 vom 6. Mai 2021 E. 4.1.1 sowie 6B_1173/2020 vom 18. November 2020 E. 1.1.1; je mit Hinweisen). Es ist sowohl die vorsätzliche als auch die fahrlässige Begehung der einfachen bzw.”
Konkrete Anhaltspunkte aus der Rechtsprechung: Bei einer Geschwindigkeit von rund 80 km/h wird in der Praxis ein Mindestabstand von etwa 13 Metern genannt. So entspricht etwa ein Abstand von 12 m bei 82 km/h einem zeitlichen Abstand von ca. 0,5268 s und wurde in einem Bundesgerichtsentscheid nach der «1/6‑Tacho‑Regel» (≈0,6 s) als Indiz für eine grobe Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet. Die «1/6‑Tacho‑Regel» dient in der Rechtsprechung als Orientierungsgrösse; sehr kurze Zeitabstände (deutlich unter 0,6 s), z. B. Abstände um oder unter etwa 10 m bei hohen Autobahnfahrten, werden ebenfalls als Beleg für eine grobe Verletzung herangezogen. Diese Werte sind Orientierungen und können je nach den konkreten Umständen (Fahrbahnverhältnisse, Sicht, Zustand der Fahrzeuge etc.) unterschiedlich zu würdigen sein.
“Die Vorinstanz nimmt zu Recht eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG an. Nach ihrer willkürfreien Sachverhaltsfeststellung betrug der Abstand zwischen dem Personenwagen des Beschwerdeführers und dem vorausfahrenden Fahrzeug 12 Meter bei einer Geschwindigkeit von 82 km/h, den der Beschwerdeführer während einer Distanz von 380 Metern eingehalten hat. Dies entspricht einem zeitlichen Abstand von 0,5268 Sekunden. Damit beging der Beschwerdeführer nach der genannten "1/6-Tacho-Regel" eine grobe Verkehrsregelverletzung. Unbehelflich ist seine Rüge, dass sich die reinen Bremswege bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h aufgrund der Beschaffenheit der Fahrzeuge signifikant unterscheiden würden. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern diese unterschiedliche Beschaffenheit das Kollisionsrisiko so stark minimiert hätte, dass trotz seines Verhaltens keine erhöhte abstrakte Unfallgefahr bestanden hat. Unter Berücksichtigung der genannten Umstände spricht die Vorinstanz den Beschwerdeführer zu Recht der groben Verkehrsregelverletzung durch Hintereinanderfahren mit ungenügendem Abstand schuldig.”
“Nichtwahren eines ausreichenden Nachfahrabstands zum vorderen Fahrzeug Die Kammer erachtet beweiswürdigend als erstellt, dass der Beschuldigte dem vorausfahrenden Fahrzeug auf einer längeren Distanz (mindestens 10 Sekunden bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h) sehr nahe aufgefahren ist, so dass die Distanz zwischen den Fahrzeugen keine Wagenlänge mehr bzw. maximal zwei bis drei Meter betrug. Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h beträgt der minimal einzuhaltende Abstand rund 13 Meter. Mit diesem Verhalten missachtete der Beschuldigte eine elementare Verkehrsregel in grober Weise. Der objektive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG durch Nichtwahren eines ausreichenden Nachfahrabstands zum vorderen Fahrzeug ist vorliegend zu bejahen. Der Beschuldigte legte dabei ein rücksichts- und bedenkenloses Verhalten an den Tag und handelte wissentlich und willentlich. Es liegen keine Rechtfertigungsgründe vor. Der Beschuldigte hat mit seinem Verhalten am 6. Dezember 2022 auf der Autobahn zwischen I.________(Ortschaft) und J.________(Ortschaft) durch Nichtwahren eines ausreichenden Nachfahrabstands zum vorderen Fahrzeug den Straftatbestand der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt.”
“Faute de démontrer en quoi les constatations des policiers seraient douteuses, il ne saurait être reproché à la cour cantonale de s'être fondée, dans le cadre de la libre appréciation des preuves, sur le rapport de police pour établir la distance entre les véhicules. Par ailleurs, même à déduire une marge de sécurité de 15 km/h en vertu de l'art. 8 al. 1 let. i. ch. 1 OOCCR-OFROU, l'intervalle n'est que de 0,42 seconde pour une distance de 10 mètres parcourue à 85 km/h (0,36 seconde à 100 km/h), soit un intervalle en-deçà de la règle du « 1/6 compteur », respectivement de l'intervalle de 0,6 seconde. Il apparaît ainsi qu'en circulant à 10 mètres du véhicule qui la précédait à une vitesse de 85 km/h, marge de sécurité déduite, l'intéressée a de toute manière enfreint de manière grave l'art. 34 al. 4 LCR. La déduction d'une marge de sécurité dans la détermination de la vitesse est ainsi sans incidence sur l'infraction retenue. La cour cantonale n'a en conséquence pas violé le droit fédéral en concluant que la recourante avait créé un risque abstrait accru pour les autres usagers de la route au sens de l'art. 90 al. 2 LCR en circulant à une distance largement insuffisante.”
“4 LCR; cela dépend des circonstances concrètes, notamment des conditions de la route, de la circulation et de la visibilité, de même que de l'état des véhicules impliqués. Le sens de cette règle de circulation est avant tout de permettre au conducteur, même en cas de freinage inopiné du véhicule qui précède, de s'arrêter derrière lui. La jurisprudence n'a pas fixé de distances minimales à respecter au-delà desquelles il y aurait infraction simple, moyennement grave ou grave à la LCR. Elle a toutefois admis que la règle des " deux secondes " ou du " demi-compteur " (correspondant à un intervalle de 1,8 seconde) sont des standards minimaux habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1; arrêts 6B_85/2023 du 8 novembre 2023 consid. 1.2.2; 1C_179/2023 du 3 août 2023 consid. 3.1). Cette distance correspond approximativement à la distance d'arrêt en cas de freinage et d'arrêt soudains et corrects du véhicule qui précède (ATF 104 IV 192 consid. 2b). Pour déterminer s'il faut admettre une violation grave des règles de la circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, la règle du " 1/6 de tachymètre " (ou écart de 0,6 seconde) sert de fil conducteur (ATF 131 IV 133 consid. 3.2.2; arrêts 6B_698/2017 du 13 octobre 2017 consid. 5.4; 6B_1030/2010 du 22 mars 2011 consid. 3.3.2). Ainsi, une faute grave a notamment été retenue à l'encontre d'un automobiliste qui a suivi le véhicule le précédant sur la voie de gauche de l'autoroute, sur une distance de 800 mètres environ et à une vitesse supérieure à 100 km/h, avec un écart de moins de 10 mètres, correspondant à 0,33 seconde de temps de parcours (ATF 131 IV 133 consid. 3.2.3), respectivement à une vitesse de 112 km/h sur environ 500 mètres à une distance de”
Art. 90 Abs. 1 SVG kann ergänzend zu speziellen Alkohol‑ oder Drogenstrafbestimmungen angewandt werden; in Fällen erheblicher Berauschung kann eine Spezialnorm die Anwendung von Art. 90 Abs. 1 jedoch überlagern. Administrative Behörden können in solchen Fällen Abklärungen zur Fahrfähigkeit anordnen und gegebenenfalls Entzugsmassnahmen treffen.
“A______ a été condamné : · Le 28 mai 2014 par le MP à 30 jours-amende à CHF 50.-, assortis du sursis, délai d'épreuve 3 ans, pour violation grave des règles de la circulation. · Le 6 avril 2018 par le MP à 60 jours-amende à CHF 60.- (ferme) pour lésions corporelles simples par négligence et conduite d'un véhicule en état d'ébriété (taux d'alcool qualifié). EN DROIT : 1. L'appel est recevable pour avoir été interjeté et motivé selon la forme et dans les délais prescrits (art. 398 et 399 du Code de procédure pénale [CPP]). La Chambre limite son examen aux violations décrites dans l'acte d'appel (art. 404 al. 1 CPP), sauf en cas de décision illégale ou inéquitable (art. 404 al. 2 CPP). 2. 2.1.1. À teneur de l'art. 31 al. 1 LCR, le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence. Celui qui viole les règles de la circulation prévues par la loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende (art. 90 al. 1 LCR). 2.1.2. L'art. 91a al. 1 LCR dispose qu'est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire quiconque, en qualité de conducteur d’un véhicule automobile, s’oppose ou se dérobe intentionnellement à une prise de sang, à un contrôle au moyen de l’éthylomètre ou à un autre examen préliminaire réglementé par le Conseil fédéral, qui a été ordonné ou dont le conducteur devait supposer qu’il le serait, ou quiconque s’oppose ou se dérobe intentionnellement à un examen médical complémentaire ou fait en sorte que des mesures de ce genre ne puissent atteindre leur but. 2.1.3. L'art. 92 al. 1 LCR dispose qu'est puni de l’amende quiconque viole, lors d’un accident, les obligations que lui impose la loi. 2.1.4. En cas d’accident où sont en cause des véhicules automobiles ou des cycles, toutes les personnes impliquées devront s’arrêter immédiatement. Elles sont tenues d’assurer, dans la mesure du possible, la sécurité de la circulation (art. 51 al. 1 LCR). S’il y a des blessés, toutes les personnes impliquées dans l’accident devront leur porter secours ; quant aux autres personnes, elles le feront dans la mesure qu’on peut exiger d’elles.”
“Nebst den behandelten Verbrechen und Vergehen hat sich die Beschuldigte auch der vorsätzlichen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 18 Abs. 1 SSV sowie der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 2 BetmG in Verbindung mit Art. 19a BetmG strafbar gemacht. Zum einen konsumierte sie Crystal Meth (Dossier 3 und 5) und zum anderen lenkte sie ein Motorrad durch ein Fahrverbot (Dossier 3 und 5). Diese beiden Übertretungen sind mit Busse zu bestrafen.”
“34 ss, 106 et 107 CP), tandis que les autorités administratives compétentes décident de mesures administratives (avertissement ou retrait de permis) prévues par les art. 16 ss LCR. Une certaine coordination s'impose entre ces deux procédures. La jurisprudence a ainsi établi que, en principe, l'autorité administrative statuant sur un retrait du permis de conduire ne peut pas s'écarter des constatations de fait d'un jugement pénal entré en force. La sécurité du droit commande en effet d'éviter que l'indépendance du juge pénal et du juge administratif ne conduise à des jugements opposés, rendus sur la base des mêmes faits (ATF 137 I 363 consid. 2.3.2 et les références citées ; arrêt du Tribunal fédéral 1C_146/2015 du 7 septembre 2015 consid. 2.1). En l'espèce, le recourant a, par ordonnance pénale du MP du 26 octobre 2018, devenue exécutoire, été reconnu coupable de conduite en état d'ébriété avec un taux d'alcool qualifié, soit de 1.99 gr. ‰ dans le sang. Il lui a aussi été reproché une violation de son devoir de prudence (art. 26 LCR) et une perte de maîtrise de son véhicule (art. 31 LCR), soit une infraction à l'art. 90 al. 1 LCR, laquelle a toutefois été absorbée par l'art. 91 al. 2 let. a LCR, compte tenu de son important état d'ébriété. 5) a. Selon l'art. 14 al. 1 et 2 LCR, tout conducteur de véhicule automobile doit posséder l'aptitude et les qualifications nécessaires à la conduite, à savoir en particulier avoir atteint l'âge minimal requis (let. a), posséder les aptitudes physiques et psychiques requises pour conduire un véhicule automobile en toute sécurité (let. b), ne souffrir d'aucune dépendance l'empêchant de conduire un véhicule automobile en toute sécurité (let. c) et ses antécédents doivent attester qu'il respecte les règles en vigueur ainsi que les autres usagers de la route (let. d). b. Si l'aptitude à la conduite soulève des doutes, la personne concernée fera l'objet d'une enquête dans les cas énumérés de manière non exhaustive à l'art. 15d al. 1 let. a à e LCR (Message du Conseil fédéral du 20 octobre 2010 concernant Via sicura, FF 2010 77055). Un examen d'aptitude est en particulier ordonné pour des personnes ayant conduit un véhicule à moteur avec une concentration d'alcool dans le sang de 1.”
Im vorliegenden Entscheid wurde eine Busse nach Art. 90 Abs. 1 SVG ausgesprochen; ein Widerruf war wegen Fristablaufs ausgeschlossen (Art. 46 Abs. 5 StGB).
Bei Verfahren nach Art. 90 Abs. 1 SVG wurden Einspracheeingaben in den vorliegenden Entscheiden wegen Fristversäumnissen oder formeller Mängel als verspätet bzw. ungültig beurteilt. Behörden können ergänzende Anforderungen stellen (z. B. Einreichung der Originalunterschrift oder vollständiger Angaben); kommt die Partei dem nicht nach, wird die Einsprache mitgeteiltlich als ungültig behandelt bzw. an die höhere Instanz überwiesen.
“Strafkammer Geschäfts-Nr.: UH240056-O/U Verfügung vom 22. Mai 2024 in Sachen A._____, Beschwerdeführer gegen Stadtrichteramt Zürich, Beschwerdegegner betreffend Erledigung nach Einsprache gegen Strafbefehl Beschwerde gegen die Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 23. Januar 2024, GC240007-L - 2 - Erwägungen: I. 1. Mit Strafbefehl des Stadtrichteramtes Zürich vom 16. Oktober 2023 (Nr. 2023-057-987) wurde A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) wegen Übertre- tung des Strassenverkehrsgesetzes mit einer Busse von Fr. 250.− bestraft. Zu- dem wurde ihm eine Kosten- und Gebührenpauschale in der Höhe von Fr. 250.− auferlegt (Urk. 7/2). Dem Beschwerdeführer wurde konkret vorgeworfen, als Len- ker des Personenwagens mit dem Kennzeichen LU 1 am 10. Mai 2023 um 18.58 Uhr an der B._____-/C._____-strasse (Zürich 6), Fahrtrichtung stadteinwärts, durch pflichtwidrige Unvorsichtigkeit ein Lichtsignal missachtet zu haben, das be- reits seit 0.90 Sekunden auf Rot gestanden sei (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 SSV). Nachdem dieser Strafbefehl dem Beschwerdefüh- rer am 23. Oktober 2023 zugestellt worden war (Urk. 7/2/1), erhob der Beschwer- deführer mit Eingabe vom 23. November 2023 (beim Stadtrichteramt Zürich ein- gegangen am 27. November 2023) Einsprache. Darin machte er im Wesentlichen geltend, er habe sich mehrmals schriftlich und telefonisch bei der Stadtpolizei ge- meldet, damit der Bussenbescheid ihm an seine Adresse zugestellt werde. Er habe aber lediglich eine Email-Nachricht vom 21. August 2023 erhalten, worauf er erneut (vergeblich) um die Angabe des Bussenbetrags und Zustellung eines Ein- zahlungsscheines gebeten habe. Man habe ihm dadurch die Zahlung der Busse verwehrt. Es sei ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen, sich in der Sache eher beim Stadtrichteramt zu melden (Urk. 7/3). Mit Schreiben des Stadtrichteramtes vom 28. November 2023 teilte dieses dem Beschwerdeführer mit, seine Einsprache sei verspätet, weshalb sie als ungültig beurteilt werde.”
“Sachverhalt Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 20. August 2021 wurde A____ der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig erklärt und zu einer Busse von CHF 250., bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise zu drei Tagen Freiheitsstrafe, verurteilt. Zudem wurden ihm eine Abschlussgebühr von CHF 200. und Auslagen in der Höhe von CHF 8.60 auferlegt. Der Strafbefehl wurde A____ am 27. August 2021 mit eingeschriebener Postzusendung zugestellt (act. 3, Vorakten S. 19). Gegen diesen Strafbefehl erhob A____ mit der auf den 6. September 2021 datierten Eingabe (Postaufgabe bei der Schweizerischen Post vom 7. September 2021) Einsprache bei der Staatsanwaltschaft und macht unter anderem geltend, er habe das fragliche Fahrzeug nicht gefahren. Zudem sei er «nicht angehalten worden und es seien bei der Staatsanwaltschaft keine Daten von ihm respektive keinen Beweis gegen ihn vorhanden» (act. 3, Vorakten S. 5). Die Staatsanwaltschaft überwies die Einsprache zusammen mit den Akten am 10. September 2021 zuständigkeitshalber an das Strafgericht mit dem Hinweis, sie halte an dem Strafbefehl fest und betrachte die Einsprache als verspätet erhoben (act.”
“Sachverhalt A. £ Mit Strafbefehl vom 22. Februar 2021 sprach die Staatsanwaltschaft Graubünden A. der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig, bestrafte ihn mit einer Busse von CHF 60.00 und auferlegte ihm die Verfahrenskosten von CHF 210.00 (Barausla- gen CHF 80.00, Gebühren CHF 130.00). B. Mit Eingabe vom 23. Februar 2021 teilte A. mit, dass er den Strafbe- fehl als Angebot akzeptiere und unter diversen Forderungen annehme. Am 15. März teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass die Eingabe als Einsprache gegen den Strafbefehl entgegengenommen werde, jedoch aufgrund fehelender Original- unterschrift ungültig sei. Mit Schreiben vom 31. März 2021 hielt A. wieder- um ohne Originalunterschrift, an seiner Einsprache fest. C. Am 24. Juni 2021 setzte die Staatsanwaltschaft Graubünden A ._, mit Verweis auf den Antrag auf Ungültigkeitserklärung vor dem zuständigen Regional- gericht im Unterlassungsfall, Frist zur Zustellung der Einsprache mit Originalunter- schrift. Mit Eingabe vom 7. Juli 2021 kam A. der Aufforderung nicht nach. D. Mit Verfügung vom 9. Juli 2021, mitgeteilt am 12. Juli 2021, überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden den Strafbefehl gegen A.”
Das Loslassen der Lenkvorrichtung mit beiden Händen verletzt Art. 31 Abs. 1 SVG (konkretisiert durch Art. 3 Abs. 3 VRV) und erfüllt damit eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG. In den vorliegenden Entscheiden wird kein Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgrund festgestellt.
“2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte als Lenker eines Motorrades am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr auf dem X.________(Strasse) in H.________(Ortschaft) mit beiden Händen die Lenkvorrichtung losgelassen. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 31 Abs. 1 SVG, welche durch 3 Abs. 3 VRV konkretisiert wird, zuwider. Die Widerhandlung gegen diese Vorschrift stellt eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG dar. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft) auf dem X.________(Strasse), durch Loslassen der Lenkvorrichtung schuldig zu sprechen. 14. Vorwurf des Führens eines nicht den Vorschriften entsprechenden Personenwagens 14.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juni 2021 um 22:08 Uhr in H.________(Ortschaft) bei H.________(Ortschaft), Hauptstrasse, vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ lenkte einen Personenwagen […]. Weiter war der Reifen vorne rechts an der Innenseite abgefahren und die Reifenkarkasse über den gesamten Umfang freigelegt, wodurch die Betriebssicherheit beeinträchtigt war. […]. Zudem waren die vorderen Tagfahrlichter mittels Tönungslack getönt. 14.2 Beweismittel Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1150). Ergänzend zu den von der Vorinstanz genannten Beweismitteln liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung vor. Auf eine Zusammenfassung dieser Aussagen wird verzichtet und es wird, soweit relevant, direkt im Rahmen der Beweiswürdigung darauf eingegangen. 14.3 Beweiswürdigung und Beweisergebnis der Vorinstanz Die Vorinstanz machte folgende Ausführungen (S.”
“2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte als Lenker eines Motorrades am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr auf dem X.________(Strasse) in H.________(Ortschaft) mit beiden Händen die Lenkvorrichtung losgelassen. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 31 Abs. 1 SVG, welche durch 3 Abs. 3 VRV konkretisiert wird, zuwider. Die Widerhandlung gegen diese Vorschrift stellt eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG dar. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft) auf dem X.________(Strasse), durch Loslassen der Lenkvorrichtung schuldig zu sprechen. 14. Vorwurf des Führens eines nicht den Vorschriften entsprechenden Personenwagens 14.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juni 2021 um 22:08 Uhr in H.________(Ortschaft) bei H.________(Ortschaft), Hauptstrasse, vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ lenkte einen Personenwagen […]. Weiter war der Reifen vorne rechts an der Innenseite abgefahren und die Reifenkarkasse über den gesamten Umfang freigelegt, wodurch die Betriebssicherheit beeinträchtigt war. […]. Zudem waren die vorderen Tagfahrlichter mittels Tönungslack getönt. 14.2 Beweismittel Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1150). Ergänzend zu den von der Vorinstanz genannten Beweismitteln liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung vor. Auf eine Zusammenfassung dieser Aussagen wird verzichtet und es wird, soweit relevant, direkt im Rahmen der Beweiswürdigung darauf eingegangen. 14.3 Beweiswürdigung und Beweisergebnis der Vorinstanz Die Vorinstanz machte folgende Ausführungen (S.”
Fehlt anhand der vorgelegten Beweismittel die zweifelsfreie Feststellung des objektiven Sachverhalts, ist der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nicht erfüllt und kommt ein Freispruch in Betracht. Für die Beurteilung von Zeugenaussagen ist dabei die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage massgeblich; die allgemeine, dauerhafte Glaubwürdigkeit einer Person kommt der Rechtsprechung zufolge eine geringere Bedeutung zu.
“Aus dem Ausgeführten folgt, dass die Aussagen der Zeugin G .__, auf die sich die Anklage stützt, zu vage sind, um den ungenügenden Abstand des Be- schuldigten zum vorausfahrenden Polizeifahrzeug zweifelsfrei zu erstellen. Weite- re belastende Beweismittel liegen nicht im Recht. Der Beschuldigte ist vom Vor- wurf des ungenügenden Abstands beim Hintereinanderfahren im Sinne von Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG (Sach- verhalt vom 17. Mai 2019) freizusprechen.”
“Im Ergebnis kann der objektive Sachverhalt gemäss Anklageschrift mit den vorhandenen Beweismitteln nicht erstellt werden. In der Folge ist der Beschuldigte der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG nicht schul- dig und ist freizusprechen. IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen”
“Der Beschwerdeführer bestreitet nicht mehr, dass sein Manöver den Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Er wendet sich aber gegen den Schuldspruch wegen qualifiziert grober Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 3 SVG. Zur Begründung trägt er vor, die vorinstanzliche Beweisführung sei mangelhaft und die daraus gezogenen Schlüsse seien teils willkürlich. Die Rüge ist unbegründet. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz erwähne mit keinem Wort, ob die überholte Auskunftsperson glaubwürdig und ob ihre Aussagen glaubhaft seien. Dabei verkennt er, dass der allgemeinen Glaubwürdigkeit im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft einer Person nach der Rechtsprechung kaum mehr relevante Bedeutung zukommt. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen (BGE 147 IV 409 E. 5.4.3 mit Hinweisen). Dass die Aussagen der Auskunftsperson nicht glaubhaft wären, legt der Beschwerdeführer nicht im Ansatz dar. Vielmehr erschöpft sich sein Vorbringen in einer unzulässigen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil. So trägt er beispielsweise vor, es könne "nicht ausgeschlossen werden, dass die Auskunftsperson subtil beeinflusst worden" sei.”
Bei Missverständnissen trifft den Rückwärtsfahrenden eine erhöhte Sorgfaltsverpflichtung. Er kann sich nicht darauf verlassen, dass eine blosse mündliche Ankündigung vom anderen Verkehrsteilnehmer zur Kenntnis genommen worden ist, und muss daher Sichtkontakt oder eine anderweitige Kontrolle sicherstellen (z. B. über Spiegel oder eine Hilfsperson). Unterbleibt dies, kann eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG bejaht werden.
“Eventualiter wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit - 16 - Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 17 Abs. 1 VRV vor, weil er seine Vorsichtspflichten beim Rückwärtsfahren missachtet habe. Diesbezüglich kann vorab vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 62 S. 11 f., S. 16 f. und S. 18). Offenbar kam es zu einem Missverständnis zwischen dem Privatkläger und dem Beschuldigten, indem der Beschuldigte davon ausging, er fahre nun rückwärts, der Privatkläger sich dagegen vorstellte, der Beschuldigte fahre nun vorwärts. Dabei war jedoch klarerweise der Beschuldigte als Rückwärtsfahrender vortrittsbelastet und zur er- höhten Vorsicht verpflichtet. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend ausführte konn- te der Beschuldigte aufgrund der Umstände nicht darauf vertrauen, dass der Pri- vatkläger seine Ankündigung, nun rückwärts zu fahren, zur Kenntnis genommen hatte (Urk. 62 S. 11). Ferner spricht es gegen die Einhaltung seiner Vorsichts- pflichten, wenn der Beschuldigte ausführt, er habe den Privatkläger für seine Hilfsperson beim Rückwärtsfahren im Sinne von Art.”
“Offenbar kam es zu einem Missverständnis zwischen dem Privatkläger und dem Beschuldigten, indem der Beschuldigte davon ausging, er fahre nun rückwärts, der Privatkläger sich dagegen vorstellte, der Beschuldigte fahre nun vorwärts. Dabei war jedoch klarerweise der Beschuldigte als Rückwärtsfahrender vortrittsbelastet und zur er- höhten Vorsicht verpflichtet. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend ausführte konn- te der Beschuldigte aufgrund der Umstände nicht darauf vertrauen, dass der Pri- vatkläger seine Ankündigung, nun rückwärts zu fahren, zur Kenntnis genommen hatte (Urk. 62 S. 11). Ferner spricht es gegen die Einhaltung seiner Vorsichts- pflichten, wenn der Beschuldigte ausführt, er habe den Privatkläger für seine Hilfsperson beim Rückwärtsfahren im Sinne von Art. 17 Abs. 1 VRV gehalten, er dann aber einfach losfuhr, ohne den Privatkläger im Blick zu haben und ohne den linken Seitenspiegel zu konsultieren (vgl. auch Urk. 62 S. 16 f.). Der Beschuldigte ist somit der (einfachen) Verletzung der Verkehrsregeln im Sin- ne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 17 Abs. 1 VRV (unvorsichtiges Rückwärtsfahren) schuldig zu sprechen. IV. Strafzumessung”
In Verfahren wegen wiederholter Geschwindigkeitsüberschreitungen hat die Staatsanwaltschaft in mindestens einem Fall die Verhängung von Freiheitsstrafe beantragt. In einem weiteren Entscheid wurde eine Netto-Geschwindigkeitsüberschreitung von 67 km/h als Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet.
“Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, die zulässige Höchst- geschwindigkeit mehrmals überschritten und sich damit der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 3 SVG und der mehrfachen gro- ben Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gemacht zu haben. Insbesondere wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 19. März 2020 um 9:04 Uhr in Zürich auf der C._____-strasse die signalisierte Höchstgeschwindig- keit überschritten zu haben und damit eine qualifiziert grobe Verletzung der Ver- kehrsregeln begangen zu haben. Dies stellt den mit der höchsten Strafe bedroh- ten vorgeworfenen Tatbestand dar, weshalb die (Stadt-)Zürcher Behörden nach Art. 31 Abs. 1 und 34 Abs. 1 StPO örtlich zuständig sind. Da die Staatsanwalt- schaft eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten (und damit mehr als ein Jahr Freiheits- strafe) beantragt, ist gemäss § 22 i.V.m. 27 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 GOG das Kollegial- gericht des Bezirksgerichts Zürich sachlich zuständig, womit die Zuständigkeit des hiesigen Gerichts gegeben ist.”
“Il sera donc retenu que le prévenu se trouvait au volant au moment des faits et qu'il a fait une course-poursuite avec un autre véhicule sur l'autoroute entre Leysin et Genève durant 5 à 10 minutes en circulant à une vitesse de 186 km/h, alors que la vitesse était limitée à cet endroit à 120 km/h, soit un dépassement de 38 km. La course-poursuite est établie au vu des images figurant au dossier (appel de phares de l'autre véhicule), des déclarations de E______ et de D______, ainsi que des commentaires de ce dernier. Par son comportement le prévenu a mis en danger les autres utilisateurs de l'autoroute. Il sera ainsi reconnu coupable d'infraction à l'art. 90 al. 3 et 4 let. c LCR. 3.2.3. S'agissant des faits du 16 janvier 2021 (ch. 1.1.2.a. de l'acte d'accusation), les faits sont établis au vu des images vidéos prise par E______ la nuit des faits et par les déclarations du prévenu qui admet avoir circulé à une vitesse maximale affichée au compteur de 220 km/h sur l'autoroute entre Genève et Leysin, alors que la vitesse était limitée à 120 km/h, soit un dépassement de 67 km/h, marge de sécurité déduite. Il sera ainsi reconnu coupable d'infraction à l'art. 90 al. 2 LCR. 3.2.4. S'agissant des faits du 7 juillet 2021 (ch. 1.1.2.b. et 1.1.3 de l'acte d'accusation), il est établi que le prévenu était bien le détenteur du véhicule immatriculé GE 3______ le jour des faits, ce qu'il admet. Si le prévenu indique que le jour en question le véhicule était loué, il échoue à le rendre vraisemblable. Il n'a pas été en mesure de produire de contrat de location et la seule production de la copie d'une pièce d'identité et d'un permis de conduire d'un tiers, qui plus est domicilié en Espagne, ne saurait suffire. En outre, il apparait étonnant que les documents d'identité présentés n'aient pas été conservés avec le contrat de location. Le prévenu a également fait des déclarations confuses sur le fait qu'il avait rempli le formulaire à la place de la conductrice, bien qu'en présence de l'intéressée. Au vu de ce qui précède, au vu de la nature de ses dénégations, et du fait que le prévenu aurait dû être en mesure, à tout le moins de rendre vraisemblable qu'il avait loué son véhicule, le Tribunal a acquis la conviction que c'était bien lui qui était au volant le 7 juillet 2021.”
Art. 90 Abs.1 erfasst sowohl vorsätzliches wie auch fahrlässiges Verhalten; es handelt sich um eine Blankettstrafbestimmung, die jede Verkehrsregelverletzung erfassen kann.
“Theoretische Ausführungen zum Tatbestand Für die theoretischen Grundlagen zu Art. 90 Abs. 1 SVG kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 129 f., S. 14 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Der einfachen Verkehrsregelverletzung macht sich strafbar, wer Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Art. 90 SVG ist eine Blankettstrafbestimmung, kann mithin nur in Verbindung mit einer Verkehrsregel angewandt werden (BSK SVG-Fiolka, 2014, Art. 90 N 5). Subjektiv erfasst der Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung sowohl vorsätzliche als auch fahrlässige Handlungen (Art. 100 Abs. 1 SVG; BSK SVG- Fiolka, Art. 90 N 30; Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2015, Art. 90 N 54). Art. 27 Abs. 1 SVG normiert das Gebot, Signale und Markierungen zu befolgen. Wobei Signale und Markierungen den allgemeinen Regeln, die Weisungen der Polizei den allgemeinen Regeln, Signalen und Markierungen vorgehen. Art. 32 SVG schreibt vor, dass die Geschwindigkeit stets den Umständen entsprechend angepasst werden muss. Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge in Ortschaften beträgt unter günstigen Strassenverhältnissen 50 km/h (Art. 4a Abs. 1 Bst. a VRV). Gemäss Abs. 2 gilt die absolute Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h im ganzen dichtbebauten Gebiet der Ortschaft; sie beginnt beim Signal «Höchstgeschwindigkeit 50 km/h generell» und endet beim Signal «Ende der Höchstgeschwindigkeit 50 generell».”
“Theoretische Ausführungen zum Tatbestand Für die theoretischen Grundlagen zu Art. 90 Abs. 1 SVG kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 129 f., S. 14 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Der einfachen Verkehrsregelverletzung macht sich strafbar, wer Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Art. 90 SVG ist eine Blankettstrafbestimmung, kann mithin nur in Verbindung mit einer Verkehrsregel angewandt werden (BSK SVG-Fiolka, 2014, Art. 90 N 5). Subjektiv erfasst der Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung sowohl vorsätzliche als auch fahrlässige Handlungen (Art. 100 Abs. 1 SVG; BSK SVG- Fiolka, Art. 90 N 30; Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2015, Art. 90 N 54). Art. 27 Abs. 1 SVG normiert das Gebot, Signale und Markierungen zu befolgen. Wobei Signale und Markierungen den allgemeinen Regeln, die Weisungen der Polizei den allgemeinen Regeln, Signalen und Markierungen vorgehen. Art. 32 SVG schreibt vor, dass die Geschwindigkeit stets den Umständen entsprechend angepasst werden muss. Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge in Ortschaften beträgt unter günstigen Strassenverhältnissen 50 km/h (Art. 4a Abs. 1 Bst. a VRV). Gemäss Abs. 2 gilt die absolute Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h im ganzen dichtbebauten Gebiet der Ortschaft; sie beginnt beim Signal «Höchstgeschwindigkeit 50 km/h generell» und endet beim Signal «Ende der Höchstgeschwindigkeit 50 generell».”
“Dem Sinn nach muss die Abstandsregel aber darüber hinausgehend bei jedem Vorbeifahren gelten, wobei die Ausführungen zu den vier beispielhaft genannten Konstellationen sinngemäss auf den jeweiligen Einzelfall zu übertragen sind (Maeder, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N. 46 f. zu Art. 34 SVG). Wie gross der seitliche Abstand jeweils sein muss, ist nicht in Zahlen auszudrücken, sondern hängt von den örtlichen Verhältnissen, der Fahrbahnbreite und -beschaffenheit, der Dichte und der Zusammensetzung des Verkehrs, der eigenen und der fremden Geschwindigkeit sowie den Sichtverhältnissen ab (Giger, in: Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 8. Aufl. 2014, N. 1 zu Art. 34 SVG, mit Hinweis auf BGE 97 II 265). Je geringer der seitliche Abstand bemessen wird, desto näher liegt die Gefahr eines Zusammenstosses oder Unfalles (Urteil des Bundesgerichts 6B_ 576/2007 vom 22. Januar 2007 E. 4.2). Nach Art. 100 Ziff. 1 SVG sind nicht nur vorsätzliche, sondern auch fahrlässige Handlungen strafbar, soweit das SVG nichts anderes bestimmt. Anderslautende Bestimmungen sind weder in Art. 90 SVG noch in einzelnen Verkehrsregeln enthalten, weswegen Art. 90 Abs. 1 SVG vorsätzliche und fahrlässige Handlungen erfasst (Fiolka, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N. 30 zu Art. 90 SVG). Fahrlässigkeit ist gegeben, wenn der Täter die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) i.V.m. Art. 104 StGB und 102 Abs. 1 SVG).”
“zu Art. 34 SVG). Wie gross der seitliche Abstand jeweils sein muss, ist nicht in Zahlen auszudrücken, sondern hängt von den örtlichen Verhältnissen, der Fahrbahnbreite und -beschaffenheit, der Dichte und der Zusammensetzung des Verkehrs, der eigenen und der fremden Geschwindigkeit sowie den Sichtverhältnissen ab (Giger, in: Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 8. Aufl. 2014, N. 1 zu Art. 34 SVG, mit Hinweis auf BGE 97 II 265). Je geringer der seitliche Abstand bemessen wird, desto näher liegt die Gefahr eines Zusammenstosses oder Unfalles (Urteil des Bundesgerichts 6B_ 576/2007 vom 22. Januar 2007 E. 4.2). Nach Art. 100 Ziff. 1 SVG sind nicht nur vorsätzliche, sondern auch fahrlässige Handlungen strafbar, soweit das SVG nichts anderes bestimmt. Anderslautende Bestimmungen sind weder in Art. 90 SVG noch in einzelnen Verkehrsregeln enthalten, weswegen Art. 90 Abs. 1 SVG vorsätzliche und fahrlässige Handlungen erfasst (Fiolka, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N. 30 zu Art. 90 SVG). Fahrlässigkeit ist gegeben, wenn der Täter die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) i.V.m. Art. 104 StGB und 102 Abs. 1 SVG).”
“Vorab ist festzuhalten, dass im Strafverfahren wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregel nicht ein und derselbe Lebensvorgang wie in der Einstellungsverfügung vom 11. Dezember 2019 zu beurteilen ist. Der Straftatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 17 der Verkehrsregelnverordnung [VRP; SR 741.11]) stellt ein abstraktes Gefährdungsdelikt dar. Die Verletzung von Verkehrsregeln des SVG und der Vollziehungsvorschriften ist als solche, um der Verkehrssicherheit willen, unter Strafe gestellt, ohne Rücksicht darauf, ob sie zu einem Unfall führt oder es unter anderen Umständen zu einem solchen gekommen wäre. Art. 90 Abs. 1 SVG setzt nicht voraus, dass durch die Verkehrsregelverletzung jemand zu Schaden gekommen ist oder konkret gefährdet wurde (vgl. Maurer, StGB/JStGB-Kommentar mit weiteren Erlassen und Kommentaren zu den Strafbestimmungen des SVG, BetmG und AuG/AIG, 20. Aufl. 2018, N. 9 zu Art. 90 SVG; Giger, SVG Kommentar, 8. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 90 SVG; Fiolka, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N. 9 zu Art. 90 SVG). Die einfache Verkehrsregelverletzung ist zudem ein schlichtes Tätigkeitsdelikt, welches bereits mit der verpönten Regelwidrigkeit vollendet ist (vgl. Maurer, a.a.O., N. 9 zu Art. 90 SVG). Der der Verkehrsregelverletzung zugrunde liegende Lebenssachverhalt war angesichts dessen bereits durch das angeblich unvorsichtige Wenden des Beschuldigten auf der Strasse abgeschlossen. Dass es in der Folge zu einem Zusammenstoss des landwirtschaftlichen Traktors des Beschuldigten und des Motorrads des Geschädigten gekommen ist, stellt einen neuen Sachverhalt dar. Auch wenn die verschiedenen strafrechtlichen Vorwürfe gegen den Beschuldigten allesamt mit dem Verkehrsunfall vom 27. Juli 2019 zusammenhängen, handelt es sich dabei im prozessualen Sinn dennoch nicht um ein und denselben Lebensvorgang, sondern um verschiedene Taten, die einer separaten Erledigung zugänglich sind (vgl. auch Riklin, StPO Kommentar, 2.”
In Grenzfällen zwischen Art. 90 Abs. 2 und den Schwellen von Abs. 3/3ter fordert die Rechtsprechung eine Kongruenz der Sanktionen. Überschreitungen, die den Schwellenwerten nahekommen, wurden in den zitierten Entscheiden als ähnlich schwer zu qualifizieren beurteilt und in Einzelfällen mit bis zu 240 Strafeinheiten geahndet. Die Gerichte halten daher die in einigen SSK‑Empfehlungen genannten Mindestwerte (z. B. 120 Tagessätze) für zu tief, wenn der Tatbestand noch unter Art. 90 Abs. 2 fällt.
“Fazit Zusammengefasst ergibt sich eine Strafe von 240 Strafeinheiten. Die ermittelte Strafhöhe erweist sich auch aufgrund der folgenden Erwägungen als angemes- sen: Überschreitungen der geltenden Höchstgeschwindigkeit innerorts von 50 km/h um bis zu 49 km/h fallen in den Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG, während solche ab dem Schwellenwert von 50 km/h in denjenigen von Abs. 3, dem sog. Rasertatbestand, fallen (vgl. Art. 90 Abs. 4 lit. a SVG). Durch die Einführung von Abs. 3ter ist der Unterschied zwischen der Strafandrohung für gro- be Verletzungen der Verkehrsregeln gemäss Abs. 2 und qualifiziert groben Verlet- zungen der Verkehrsregeln gemäss Abs. 3 - abgesehen von der Höchststrafe, welcher in der Praxis wenig Bedeutung zukommt - zumindest für Ersttäter faktisch aufgehoben worden. Umso mehr gebietet es sich, eine Kongruenz zu schaffen, im Sinne, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen im Grenzbereich von Art. 90 Abs. 2 und Abs. 3 SVG ähnlich bestraft werden müssen. Der Umstand, dass der Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG bei der Errei- chung der in Art. 90 Abs. 4 SVG definierten Schwellenwerte endet, führt dazu, dass der Strafrahmen für Geschwindigkeitsüberschreitungen in diesem Bereich faktisch nur von Geldstrafe bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe reicht. Das objektive Verschulden bei Überschreitungen, die sich innerhalb von Art.”
“Umso mehr gebietet es sich, eine Kongruenz zu schaffen, im Sinne, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen im Grenzbereich von Art. 90 Abs. 2 und Abs. 3 SVG ähnlich bestraft werden müssen. Der Umstand, dass der Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG bei der Errei- chung der in Art. 90 Abs. 4 SVG definierten Schwellenwerte endet, führt dazu, dass der Strafrahmen für Geschwindigkeitsüberschreitungen in diesem Bereich faktisch nur von Geldstrafe bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe reicht. Das objektive Verschulden bei Überschreitungen, die sich innerhalb von Art. 90 Abs. 2 SVG den Schwellenwerten nähern, ist daher als schwer zu qualifizieren und entsprechend dem so definierten Strafrahmen zu sanktionieren. Die vorliegend ausgefällte Strafe von 240 Strafeinheiten erweist sich somit als kongruent im Hinblick auf Abs. 2 von Art. 90 SVG. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen zeigt sich, dass die von der Schweizerischen Staatsanwaltschaftskonferenz SSK erlassene Empfehlung, bei Überschreitung der geltenden Höchstgeschwindigkeit innerorts um 40 bis 49 km/h, also noch im Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG, aber kurz vor dem Schwellenwert von 50 km/h zu Abs. 3 SVG, von mindestens 120 Strafeinheiten auszugehen (<https://www.ssk-cmp.ch/de/dienstleistungen/empfehlungen>, Straf- massempfehlungen SVG), zu tief ausfällt.”
“3 SVG ähnlich bestraft werden müssen. Der Umstand, dass der Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG bei der Erreichung der in Art. 90 Abs. 4 SVG definierten Schwellenwerte endet, führt dazu, dass der Strafrahmen für Geschwindigkeitsüberschreitungen in diesem Bereich faktisch nur von Geldstrafe bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe reicht. Das objektive Verschulden bei Überschreitungen, die sich innerhalb von Art. 90 Abs. 2 SVG den Schwellenwerten nähern, ist daher als schwer zu qualifizieren und entsprechend dem so definierten Strafrahmen zu sanktionieren. Die vorliegend ausgefällte Strafe von 240 Strafeinheiten (vor Berücksichtigung des Nachtatverhaltens des Beschuldigten) erweist sich somit als kongruent im Hinblick auf Abs. 2 von Art. 90 SVG. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen zeigt sich, dass die von der Schweizerischen Staatsanwaltschaftskonferenz SSK erlassene Empfehlung, bei Überschreitung der geltenden Höchstgeschwindigkeit innerorts um 36 bis 39 km/h, also noch im Anwendungsbereich von Art. 90 Abs. 2 SVG, aber kurz vor dem Schwellenwert von 40 km/h zu Abs. 3 SVG, von mindestens 120 Strafeinheiten auszugehen (<https://www.ssk- cmp.ch/de/dienstleistungen/empfehlungen>, Strafmassempfehlungen SVG), zu tief ausfällt.”
In der Praxis werden wiederholte Verstösse gegen die Verkehrsregeln häufig mit Tagessatzstrafen und Geldbussen sowie gegebenenfalls mit weiteren Sanktionen (z. B. Strafaufschub) geahndet. Vorherige Verurteilungen nach der Strassenverkehrsgesetzgebung (LCR) werden bei der Bemessung der Sanktion berücksichtigt.
“b de la loi fédérale sur les étrangers et l'intégration [LEI]) ; - le 29 mai 2013 par le MP, à une peine de 120 jours-amende à CHF 40.-, avec sursis pendant trois ans, ainsi qu'à une amende de CHF 1'200.-, pour violation grave des règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire au sens de l'art. 91a al. 1 LCR et conduite d'un véhicule automobile sans le permis de conduire au sens de l'art. 95 al. 1 let. a LCR ; - le 27 janvier 2014 par le Ministère public de D______ [BE], à une peine de 10 jours-amende à CHF 30.-, pour non-restitution de permis ou de plaques de contrôle non valables ou retirés au sens de l'art. 97 al. 1 let. b LCR ; - le 29 décembre 2014 par le MP, à une peine de 180 jours-amende à CHF 30.-, ainsi qu'à une amende de CHF 500.-, pour conduite d'un véhicule automobile sans le permis de conduire requis au sens de l'art. 95 al. 1 let. a LCR, violation simple des règles de la circulation au sens de l'art. 90 al. 1 LCR, entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire au sens de l'art. 91a al. 1 LCR, conduite d'un véhicule automobile en état d'ébriété avec un taux d'alcool qualifié au sens de l'art. 91 al. 2 let. a LCR et séjour illégal au sens de l'art. 115 al. 1 let. b LEI ; - le 7 janvier 2015 par le Ministère public du canton de Neuchâtel, à une peine de 10 jours-amende à CHF 25.-, avec sursis pendant deux ans, ainsi qu'à une amende de CHF 150.-, pour vol (art. 139 ch. 1 CP) ; - le 8 octobre 2015 par le MP, à une peine de 60 jours-amende à CHF 30.- et à une amende de CHF 300.-, pour violation simple des règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 1 LCR, conduite d'un véhicule automobile sans le permis de conduire requis au sens de l'art. 95 al. 1 let. a LCR et conduite d'un véhicule défectueux au sens de l'art. 93 al. 2 let. a LCR ; - le 16 septembre 2016 par le Ministère public de D______, à une peine de 75 jours-amende à CHF 30.-, avec sursis pendant quatre ans, ainsi qu'à une amende de CHF 450.”
“115 al. 1 let. b LEtr) ; - le 29 mai 2013, par le Ministère public du canton de Genève, à une peine pécuniaire de 120 jours-amende à CHF 40.-, assortie du sursis, ainsi qu'à une amende de CHF 1'200.-, pour violation grave des règles de la circulation (art. 90 al. 2 LCR), entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a al. 1 LCR) et conduite d'un véhicule automobile sans le permis de conduire (art. 95 al. 1 let. a LCR) ; - le 27 janvier 2014, par le Ministère public du Jura bernois, à une peine pécuniaire de 10 jours-amende à CHF 30.-, pour non-restitution de permis ou de plaques de contrôle non valables ou retirés (art. 97 al. 1 let. b LCR) ; - le 29 décembre 2014, par le Ministère public du canton de Genève, à une peine pécuniaire de 180 jours-amende à CHF 30.- ainsi qu'à une amende de CHF 500.-, pour conduite d'un véhicule automobile sans le permis de conduire requis (art. 95 al. 1 let. a LCR), violation des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR), entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a al. 1 LCR), conduite d'un véhicule automobile en état d'ébriété avec un taux d'alcool qualifié (art. 91 al. 2 let. a LCR) et séjour illégal (art. 115 al. 1 let. b LEtr), peine ayant fait l'objet d'une libération conditionnelle prononcée le 8 avril 2019, avec un délai d'épreuve d'un an ; - le 7 janvier 2015, par le Ministère public du canton de Neuchâtel, à une peine pécuniaire de 10 jours-amende à CHF 25.-, assortie du sursis, ainsi qu'à une amende de CHF 150.-, pour vol (art. 139 ch. 1 CP) ; - le 8 octobre 2015, par le Ministère public du canton de Genève, à une peine pécuniaire de 60 jours-amende à CHF 30.- et à une amende de CHF 300.-, pour violation des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR), conduite d'un véhicule automobile sans le permis de conduire requis (art. 95 al. 1 let. a LCR) et conduite d'un véhicule défectueux (art. 93 al. 2 let. a LCR) peine ayant fait l'objet d'une libération conditionnelle prononcée le 8 avril 2019, avec un délai d'épreuve d'un an ; - le 16 septembre 2016, par le Ministère public du Jura bernois, à une peine pécuniaire de 75 jours-amende à CHF 30.”
“Actuellement et depuis mars 2023, il travaille en qualité d'agent d'entretien chez R______. Il perçoit un salaire mensuel brut de CHF 4'500.- ainsi que des allocations familiales, lesquelles sont reversées à son ex-épouse. S'agissant de ses charges, il paie difficilement sa prime d'assurance-maladie fixée à CHF 240.-, il parvient à s'acquitter des pensions alimentaires dont il est débiteur et est prélevé à la source s'agissant de ses impôts dont il ignore le montant. Sans fortune, il a des dettes à hauteur de CHF 2'300.-, sous forme de poursuites. A teneur de l'extrait de son casier judiciaire suisse, en l'état au 28 mai 2024, X______ a été condamné: - le 7 juillet 2020, par le Ministère public du canton de Genève, à une peine pécuniaire de 80 jours-amende à CHF 60.-, assortie du sursis et d'un délai d'épreuve de 3 ans, ainsi qu'à des amendes de CHF 900.- et CHF 140.-, pour omission de porter les permis ou les autorisations au sens de la LCR (art. 99 al. 1 let. b LCR), violation des règles de la circulation au sens de la LCR (art. 90 al. 1 LCR), recel (art. 160 ch. 1 al. 1 CP), conduite d'un véhicule automobile sans le permis de conduire requis au sens de la LCR (art. 95 al. 1 let. a LCR) et comportement frauduleux à l'égard des autorités au sens de la LEI (art. 118 al. 1 LEI), étant précisé que le délai d'épreuve précité a été prolongé d'une année par décision du 25 juin 2022; - le 25 juin 2022, par le Ministère public du canton de Genève, à une peine pécuniaire de 60 jours-amende à CHF 50.-, pour conduite d'un véhicule automobile sans le permis de conduire requis (art. 95 al. 1 let. a LCR). En France, selon ses explications, il a fait l'objet de "petites condamnations", lorsqu'il était jeune, notamment pour détention de stupéfiants. Il n'a pas été condamné en relation avec un trafic, en 2020, portant sur 2.6 kilos de cannabis, avec un certain M______. Il se trouvait dans la même voiture que cet individu, qui avait reconnu être le détenteur des stupéfiants et avait été condamné. EN DROIT Classement 1.1.1. L'art.”
Bei mehreren groben Verkehrsregelverletzungen nach Art. 90 Abs. 2 SVG bleibt der ordentliche Strafrahmen (Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren) grundsätzlich bestehen. Die Deliktsmehrheit ist strafschärfend zu berücksichtigen, führt aber nicht automatisch zu einer Erweiterung des gesetzlichen Höchstmasses; die Gesamt- bzw. Einsatzstrafe ist innerhalb dieses Rahmens unter Heranziehung der schwersten Tat zu bilden.
“Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung wiederholt dar- gelegt (BGE 144 IV 313 E. 1.1; BGE 141 IV 61 E. 6.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). Darauf sowie auf die zutreffenden theoretischen Ausführungen der Vorinstanz, insbesondere ihre Erwägungen betreffend den Strafrahmen, das Ausfällen einer Gesamtstrafe und die Grundsätze der Strafzumessung innerhalb des Strafrahmens, kann vorab verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 26 - 32 - S. 32 f.). Der Beschuldigte ist folglich hinsichtlich der mehrfachen groben Verlet- zung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG mit einer innerhalb des ordentlichen Strafrahmens (Geldstrafe bis 180 Tagesätze oder Freiheitsstrafe bis drei Jahren) zu bemessenden Gesamtstrafe zu bestrafen (Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 1 StGB und Art. 40 Abs. 1 StGB).”
“Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung macht der Beschuldigte im Wesentlichen geltend, es sei vorliegend von einem sehr geringen Verschulden auszugehen. Von einer konkreten Gefährdung fehle jede Spur und von einer abstrakten Gefährdung könne, wenn überhaupt, nur die Rede sein, weil diese beim Rechtsüberholen grundsätzlich ohne Würdigung der Umstände des Einzelfalles angenommen werde. Auch seien die geltend gemachte Ortsunkundigkeit des Beschuldigten sowie die Hinweise seines Navigationssystems mitzuberücksichtigen. Gemäss Art. 408 StPO fällt die Berufungsinstanz ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt. Dabei hat sie die Strafe nach ihrem eigenen Ermessen festzusetzen und muss sich nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet hat (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014, E. 6.2). Im vorliegenden Fall ist der Beschuldigte der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig zu erklären, womit der ordentliche Strafrahmen nach Art. 90 Abs. 2 SVG zwischen einer Geldstrafe von drei Tagessätzen und einer Freiheitsstrafe von höchstens drei Jahren liegt. Die Deliktsmehrheit ist gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB strafschärfend zu gewichten, führt aber nicht automatisch zu einer Erhöhung des Strafrahmens, vielmehr bleibt gemäss der vorgängig zitierten Praxis des Bundesgerichts - nachdem in casu keine aussergewöhnlichen Umstände vorliegen - der ordentliche Strafrahmen bestehen. Die Deliktsmehrheit ist demnach vorliegend nicht strafschärfend, sondern innerhalb des ordentlichen Strafrahmens straferhöhend zu berücksichtigen.”
“Konkret ist der Beschuldigte wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung im Sinne von Art. 117 StGB, mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB sowie fahrlässiger grober Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 31 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 34 Abs. 1 SVG zu bestrafen. Sowohl in Art. 117 StGB als auch in Art. 125 Abs. 1 StGB als auch in Art. 90 Abs. 2 SVG ist als Strafe eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vorgesehen. Für die Festlegung des Strafrahmens bei mehreren Straftaten ist auf die Strafe der schwersten Tat abzustellen (Art. 49 Abs. 1 StGB). Als Kriterium für die Schwere des Delikts wird grundsätzlich auf den Strafrahmen des jeweiligen Delikts abgestellt. Sind mehrere Straftatbestände mit gleichem Strafrahmen zu beurteilen, ist an sich jedes Delikt für die Einsatzstrafe geeignet. Das Höchstmass der angedrohten Strafe darf im Er- gebnis jedoch nicht um mehr als die Hälfte erhöht werden.”
“Strafrahmen, Strafart und schwerste Straftat Zu beurteilen gilt es drei grobe Verkehrsregelverletzungen. Diese sind gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe zu sanktionieren. Der Strafrahmen beträgt damit mindestens drei Tagessätze Geldstrafe (Art. 34 Abs. 1 StGB) und angesichts der Mehrfachbegehung höchstens”
Art. 90 Abs. 1 SVG wird in der Praxis häufig zugleich mit weiteren Verkehrs- und strafrechtlichen Tatbeständen festgestellt. Die Rechtsprechung dokumentiert Fälle, in denen Verstösse nach Art. 90 Abs. 1 SVG kumulativ neben anderen Bestimmungen (z. B. der VRV, NSAG, BetmG sowie strafrechtlichen Delikten nach dem StGB oder weiteren Vorschriften des SVG) geahndet wurden.
“Entsprechend sind die Freispruche vom Vorwurf des Fahrens unter Missachtung von Beschränkungen oder Auflagen gemäss Art. 30 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 96 Abs. 1 lit. c SVG sowie vom Vorwurf der Übertretung der Verkehrsregelverordnung gemäss Art. 67 Abs. 5 VRV in Verbindung mit Art. 96 VRV sowie die Schuldsprüche wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 36 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG, Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und mehrfacher Übertretung des Nationalstrassenabgabegesetzes gemäss Art. 14 Abs. 1 NSAG wie auch die Strafzumessung in Rechtskraft erwachsen.”
“TRIBUNAL CANTONAL 206 AM23.016122-FMR CHAMBRE DES RECOURS PENALE __________________________________________ Arrêt du 22 mars 2025 __________________ Composition : M. KRIEGER, président Mmes Byrde et Elkaim, juges Greffière : Mme Saghbini ***** Art. 385 al. 1 CPP Statuant sur le recours interjeté le 28 février 2025 par X.________ contre le prononcé rendu le 10 février 2025 par le Tribunal de police de l’arrondissement de la Broye et du Nord vaudois dans la cause n° AM23.016122-FMR, la Chambre des recours pénale considère : En fait : A. a) Par ordonnance pénale du 19 septembre 2024, le Ministère public de l’arrondissement du Nord vaudois (ci-après : le Ministère public) a condamné X.________ pour violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR [Loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01]), conduite d’un véhicule automobile en état d'ébriété avec un taux d'alcool qualifié dans le sang ou dans l'haleine (art. 91 al. 2 let. a LCR), conduite d’un véhicule défectueux (art. 93 al. 2 let. a LCR) et omission de porter les permis ou les autorisations (art. 99 al. 1 let. b LCR), à 40 jours-amende, le jour-amende étant fixé à 30 fr., avec sursis pendant deux ans, ainsi qu’à une amende de 400 fr. convertible en treize jours de peine privative de liberté de substitution en cas de non-paiement fautif dans le délai imparti, peine complémentaire à celle prononcée le 14 novembre 2023 par le Tribunal de police de Genève (I), et a mis les frais, par 300 fr., à la charge du prévenu (II). Il est reproché à l’intéressé d’avoir, le 31 juillet 2023, entre minuit et 5h30, sur la route de [...] à [...], circulé sous l’influence de l’alcool (concentration d’alcool par litre d’air expiré de 0.64 mg/L correspondant à un taux d’alcool dans le sang de 1.”
“P/11950/2021 AARP/367/2024 du 09.10.2024 sur JTDP/418/2024 ( PENAL ) , ADMIS Descripteurs : PRINCIPE DE L'ACCUSATION Normes : LCR.90; LCR.91.ala; CPP.9 RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/11950/2021 AARP/367/2024 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 9 octobre 2024 Entre A______, domicilié c/o Mme B______, ______ [GE], comparant par Me C______, avocate, appelant, contre le jugement JTDP/418/2024 rendu le 10 avril 2024 par le Tribunal de police, et LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimé. EN FAIT : A. a. En temps utile, A______ appelle du jugement JTDP/418/2024 du 10 avril 2024, par lequel le Tribunal de police (TP) l'a reconnu coupable d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a al. 1 de la loi fédérale sur la circulation routière [LCR]), de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et de conduite d'un véhicule ne répondant pas aux prescriptions (art. 93 al. 2 let. a LCR), et a classé la procédure des chefs de lésions corporelles simples (art. 123 ch. 1 du Code pénal [CP]), de menaces (art. 180 al. 1 et 2 let. a CP) et d'injures (art. 177 al. 1 CP). Le TP l'a condamné à une peine pécuniaire de 60 jours-amende, sous déduction d'un jour de détention avant jugement, avec sursis pendant trois ans, ainsi qu'à une amende de CHF 500.-, peine privative de liberté de substitution de cinq jours. La moitié des frais de la procédure préliminaire et de première instance, qui s'élèvent à CHF 1'351.-, et un émolument complémentaire de jugement de CHF 600.- ont été mis à sa charge. b. A______ entreprend partiellement ce jugement, concluant à son acquittement des chefs d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire et de conduite d'un véhicule ne répondant pas aux prescriptions, et à ce que 80% des frais de la procédure de première instance et la totalité des frais d'appel soient laissés à la charge de l'État.”
“E. 1.3). Vorliegend sind die Schuldsprüche betreffend die Vorwürfe des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. a, b, c und d BetmG, der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG, der mehrfachen Hinde- rung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB sowie des Führens eines Motor- fahrzeugs trotz Verweigerung, Entzugs oder Aberkennung des Ausweises gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG, der Nichtabgabe von Ausweisen oder Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG sowie der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 und 3 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG, die Verweisung der Zivilklagen des Privatklägers B. und der Privatklä- gerin C ._ auf den Zivilweg sowie die Abweisung einer ausseramtlichen Ent- schädigung für die Vertretung der Adhäsionskläger nicht angefochten worden und damit in Rechtskraft erwachsen (vgl. Art. 437 StPO; Art. 402 StPO).”
“A. ist schuldig der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsre- geln gemäss Art. 42 Abs. 1 SVG und Art. 33 lit. b und c VRV i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG und des Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs gemäss Art. 29 SVG i.V.m. Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG (Sachverhalt vom 17. Mai 2019).”
“78 S. 42ff) 1. Die Beschuldigte ist schuldig − des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, − der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB, − des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, − des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG, − des mehrfachen Führens eines entwendeten Motorfahrzeugs im Sinne von Art. 94 Abs. 2 lit. b SVG, − des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG, − des mehrfachen Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 Satz 1 SVG in Verbindung mit Art. 63 SVG, − der mehrfachen missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und / oder Kontrollschildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG, − der Übertretung des BG über die Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG in Verbindung mit Art. 19a BetmG sowie − der vorsätzlichen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 18 Abs. 1 SSV. - 3 - 2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, wo- von 162 Tage durch Untersuchungshaft bereits erstanden sind, sowie einer Busse von Fr. 300.–. 3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben. Die Probezeit wird auf 5 Jahre festgesetzt. 4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen. 5. Der mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 27. September 2016 bedingt ausgesprochene Teil der Freiheitsstrafe von 8 Monaten (gesamt 14 Monate Freiheitsstrafe) wird nicht widerrufen. Die Probezeit wird um eineinhalb Jah- re verlängert. 6. Der Beschuldigten wird die Weisung erteilt, die freiwillig begonnene Thera- pie im B._____ (inkl. vorgesehene Nachbetreuung) sowie die ambulante Psychotherapie bei Prof. Dr. phil. C._____ fortzusetzen. 7. Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.”
Art. 90 setzt voraus, dass eine konkret in Gesetz oder Verordnung verankerte Verkehrsregel verletzt wurde; zu den einschlägigen Regeln gehören die unter Titel III (Art. 26–57 SVG) sowie spezifische Regeln wie Art. 36 (Rechtsvortritt).
“Theoretische Grundlagen Für die rechtlichen Grundlagen zu Art. 90 und Art. 36 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) sowie zu Art. 1 Abs. 8, Art. 14 und Art. 15 Abs. 3 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 149 ff., S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Nach Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer Verkehrsregeln des Strassenverkehrs oder Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Art. 90 SVG ist als sogenannter Blankettstraftatbestand formuliert; d.h. eine Bestrafung ist nur möglich, wenn konkrete, in Gesetz und Verordnung verankerte Verkehrsregeln verletzt worden sind. Dies gilt für alle Tatbestandvarianten von Art. 90 SVG (vgl. BSK SVG-Fiolka, 2014 Art. 90 N 5 m.w.H.). Zu den Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 SVG gehören grundsätzlich die unter Titel III des SVG erfassten Art. 26 bis Art. 57 SVG. Eine objektiv wichtige Verkehrsregel i.S.v. Art. 90 SVG stellt Art. 36 SVG dar. Gemäss Art. 36 Abs. 2 SVG hat auf Strassenverzweigungen, vorbehalten anderslautenden Regelungen durch Signale oder durch die Polizei, das von rechts kommende Fahrzeug den Vortritt. Verzweigungen sind Kreuzungen, Gabelungen oder Einmündungen von Fahrbahnen (Art. 1 Abs. 8 Satz 1 VRV). Aus dieser Begriffsumschreibung folgt, dass die Rechtsvortrittsregel von Art. 36 Abs. 2 SVG dem Grundsatze nach immer gilt, wenn Fahrbahnen in Form von Kreuzungen, Gabelungen oder Einmündungen aufeinandertreffen bzw. sich schneiden.”
Die Verwendung von Blaulicht und Sirene rechtfertigt nicht per se unverhältnismässige Geschwindigkeitsüberschreitungen. Selbst wenn Warnsignale zulässig sind, kann eine erhebliche, zur Gefährdung führende Überschreitung der Geschwindigkeit als grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden.
“Fazit Nach dem Gesagten durfte der Berufungskläger unter subjektiven Gesichtspunk- ten zwar davon ausgehen, dass es sich bei seiner Fahrt vom 27. Februar 2018 ins E. um eine dringliche Dienstfahrt gehandelt hat. Damit war der Einsatz von Blaulicht und Wechselklanghorn gemäss Art. 100 Ziff. 4 SVG gerechtfertigt. Der Berufungskläger hat sich daher nicht der unzulässigen Verwendung von Warnsi- gnalen im Sinne von Art. 16 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gemacht. Die von ihm begangene Geschwindigkeitsüberschreitung um 46 km/h erweist sich jedoch in Anbetracht des Zwecks der Dienstfahrt als nicht verhältnismässig. Der Berufungskläger kann sich diesbezüglich damit nicht auf Art. 100 Ziff. 4 SVG berufen und er ist demzufolge der groben Verletzung der Ver- kehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig zu sprechen. Die Geschwindigkeitsüberschreitung und die Verwendung der Warnsignale erfolgte in Tateinheit, weshalb in Bezug auf den letzten Punkt kein ausdrücklicher Freispruch erfolgt (BGE 142 IV 378 E. 1.3).”
“Le danger créé était dautant moins justifiable quil ne pouvait au mieux faire gagner à lappelant que quelques instants, étant rappelé quil a indiqué que le véhicule du fuyard lavait distancé. La durée (restreinte ou non) de son excès de vitesse nest enfin pas pertinente dans le cadre de lexamen de sa culpabilité. Au vu de ce qui précède, il nest pas soutenable de prétendre que lappelant a pleinement fait preuve de la prudence nécessaire lors de sa course officielle urgente, quand bien même il a activé ses avertisseurs sonores et visuels, la vitesse atteinte par son véhicule nétant pas proportionnée aux circonstances. Lappelant sera dès lors reconnu coupable de violation grave dune règle de la circulation routière au sens de lart. 90 al. 2 LCR, son appel étant rejeté. Sil ne peut bénéficier de limpunité prévue à lart. 100 ch. 4 LCR, lappelant remplit néanmoins les conditions dune atténuation de peine, qui sera appréhendée infra (consid. 4.5). Retenir le contraire le placerait en effet dans la même situation quun particulier qui aurait commis une telle infraction, sans aucun motif et sans avertisseurs. 4. 4.1. Celui qui commet une infraction à lart. 90 al. 2 LCR est puni dune peine privative de liberté de trois ans au plus ou dune peine pécuniaire. 4.2. Selon l'art. 47 CP, le juge fixe la peine d'après la culpabilité de l'auteur. Il prend en considération les antécédents et la situation personnelle de ce dernier ainsi que l'effet de la peine sur son avenir (al. 1). La culpabilité est déterminée par la gravité de la lésion ou de la mise en danger du bien juridique concerné, par le caractère répréhensible de l'acte, par les motivations et les buts de l'auteur et par la mesure dans laquelle celui-ci aurait pu éviter la mise en danger ou la lésion, compte tenu de sa situation personnelle et des circonstances extérieures (al. 2). La culpabilité de l'auteur doit être évaluée en fonction de tous les éléments objectifs pertinents, qui ont trait à l'acte lui-même, à savoir notamment la gravité de la lésion, le caractère répréhensible de l'acte et son mode d'exécution (objektive Tatkomponente). Du point de vue subjectif, sont pris en compte l'intensité de la volonté délictuelle ainsi que les motivations et les buts de l'auteur (subjektive Tatkomponente).”
Bei Velofahrern ist ein als «grob» qualifizierter Verkehrsregelverstoss, der eine ernstliche Gefahr für andere begründet (Art. 90 Abs. 2 SVG), nach der zitierten Rechtsprechung und Lehre eher selten gegeben. Viele typische Verkehrswidrigkeiten oder Unfälle mit Fahrrädern werden als wenig schwer eingestuft und führen in der Regel nicht zu einer Strafverfolgung nach dieser Bestimmung.
“Compte tenu de l'acte illicite nécessairement commis et en dépit duquel une non-entrée en matière ou un classement est prononcé, une mise des frais à la charge du prévenu s'avère justifiée et ne viole pas la présomption d'innocence (ATF 144 IV 202 consid. 2). A.________ est ainsi dans l’erreur lorsqu’elle sous-entend que la décision querellée implique qu’elle n’a pas commis d’infraction. Au contraire, l’application de l’art. 54 CP nécessite qu’un comportement répréhensible puisse lui être reproché. Il sied de déterminer si tel est effectivement le cas. 4.3. Selon l’art. 31 al. 1 LCR, le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence. Le conducteur vouera son attention à la route et à la circulation (art. 3 al. 1 de l’Ordonnance sur les règles de la circulation routière (OCR) ; RS 741.11). Ces dispositions s’appliquent aux cyclistes (art. 1 LCR). Leur violation peut entrainer des suites pénales, soit une amende en cas de violation simple (art. 90 al. 1 LCR), voire une peine plus sévère en cas de violation grave créant un sérieux danger pour la sécurité d’autrui (art. 90 al. 2 LCR) (Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2ème éd. 2015, art. 31 LCR n. 2), ce qui n’apparaît guère concevable de la part d’un cycliste. Le degré de l'attention requise par l'art. 3 al. 1 OCR s'apprécie au regard des circonstances d'espèce, telles que la densité du trafic, la configuration des lieux, l'heure, la visibilité et les sources de danger prévisibles (ATF 137 IV 290 consid. 3.6 et les références citées). 4.4. En l’espèce, il ressort du rapport de police que les roues du cycle de A.________ se sont prises dans des rails situés sur la route cantonale traversant le village de E.________, entraînant sa chute. Ce faisant, la recourante a manifestement perdu la maîtrise de son vélo, n’ayant, par négligence, pas prêté une attention suffisante à la configuration particulière de cette partie de la route. Son comportement peut sans hésitation être qualifié de peu grave et un tel fait n’entraîne le plus souvent pas l’intervention de la police, de sorte qu’il n’est pas sanctionné.”
Art. 90 Abs. 1 SVG erfasst in der Praxis sowohl leichte als auch mittelschwere Verkehrsregelverletzungen. Solche Verstösse können – je nach Fallgestaltung – im Ordnungsbussenverfahren oder strafrechtlich (z. B. durch Strafbefehl oder Gerichtsverfahren) verfolgt werden. In bestimmten Konstellationen kann zudem eine Verantwortlichkeit nach Art. 305 StGB in Betracht kommen.
“Bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung ist eine Ahndung der Widerhandlung im Ordnungsbussenverfahren ausgeschlossen (BGE 114 IV 63 E. 3, mit Hinweisen; Urteil BGer 6B_520/2015 vom 24. November 2015 E. 1.3). Hieran ändert auch die vorliegend ausgesprochene Busse von lediglich CHF 100.- nichts (vgl. Art. 4 Abs. 3 Bst. a Ordnungsbussengesetz vom 18. März 2016 [OBG; SR 314.1]). Folgerichtig hat die Staatsanwaltschaft die Widerhandlungen unter Art. 90 Abs. 1 SVG (bzw. Art. 93 Abs. 2 SVG) subsumiert – wobei sowohl leichte als auch mittelschwere Widerhandlungen von Art. 90 Abs. 1 SVG als einfache Verkehrsregelverletzungen erfasst werden (siehe BGE 135 II 138 E. 2.4) – und das Verfahren mit einem Strafbefehl erledigt.”
“Dabei gilt die Bindungswirkung in verstärktem Mass, wenn – wie vorliegend – im ordentlichen Verfahren durch ein Gericht beurteilt wurde. Die rechtliche Würdigung hat aufgrund dieser tatsächlichen Feststellungen zu erfolgen. Hängt die rechtliche Würdigung stark von der Würdigung der Tatsachen ab, die der Strafrichter besser kennt als die Administrativbehörde, ist Letztere auch hinsichtlich der rechtlichen Qualifikation an das Strafurteil gebunden. Indes geht vom Strafurteil keine Bindungswirkung hinsichtlich des Schweregrads der Widerhandlung aus (Philippe Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz [Kommentar SVG], 2. A., Zürich/St. Gallen 2015, Vorbem. zu Art. 16a–c, N. 10 mit Hinweisen zur Rechtsprechung des Bundesgerichts). 3.2.1 Der Beschwerdeführer wurde im Strafverfahren der Verstösse gegen Art. 31 Abs. 1 und Art. 36 Abs. 4 SVG sowie Art. 3 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1 und Art. 15 Abs. 3 VRV für schuldig befunden und nach Art. 90 Abs. 1 SVG bestraft. Von Art. 90 Abs. 1 SVG als einfache Verkehrsregelverletzungen werden zusammen mit den leichten auch die mittelschweren Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz erfasst (BGE 135 II 138 E. 2.4). 3.2.2 Die Beschwerdegegnerin qualifizierte den Vorfall als mittelschwere Widerhandlung im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG und führte dazu in der angefochtenen Verfügung aus, auch wenn der Beschwerdeführer wegen einer einfachen Verkehrsregelverletzung verurteilt worden sei, könne diese nicht mehr als leichte Widerhandlung im Sinn von Art. 16a Abs. 1 SVG beurteilt werden. Sie begründete dies mit einer erheblichen Verkehrsgefährdung, welche sich in einem Unfall realisiert habe, bei dem lediglich durch glückliche Umstände keine der beteiligten Personen verletzt worden seien. 3.2.3 Die Vorinstanz bestätigte diese Auffassung und führte zur Begründung zusammengefasst aus, zum einen habe sich die Gefährdung durch die Kollision verwirklicht, womit von einer nur abstrakten Gefährdung keine Rede sein könne. Zum anderen sei die Gefährdung als erheblich zu bezeichnen, führte die Kollision doch insbesondere am Fahrzeug des Beschwerdeführers zu einem grossen Sachschaden.”
“Sachverhalt A. Die Staatsanwaltschaft erklärte A. am 28. November 2019 mittels Strafbefehl der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 14 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG sowie des Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG und Art. 58 Abs. 4 VTS in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG schuldig. Dagegen erhob A. am 5. Dezember 2019 Einsprache. B. Das Regionalgericht Landquart sprach A. am 7. Oktober 2020 der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 14 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG sowie des Führens eines nicht vor- schriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG und Art. 58 Abs. 4 VTS in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG schuldig. Es bestrafte ihn mit einer Busse von CHF 400.00. C. Gegen dieses Urteil meldete A. (nachfolgend: Beschuldigter) am 7. Oktober 2020 Berufung an. D. Am 31. März 2021 reichte der Beschuldigte die Berufungserklärung ein. Er beantragte, er sei vom Vorwurf der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 14 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG sowie des Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG und Art. 58 Abs. 4 VTS in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG von Schuld und Strafe freizusprechen, unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates. Am 6. April 2021 reichte er eine Ergänzung zur Berufungser- klärung nach und beantragte die Durchführung eines Augenscheins an Ort und Stelle. Die Staatsanwaltschaft teilte am 7. April 2021 mit, dass sie auf eine Stel- lungnahme verzichte.”
“L'infraction est intentionnelle mais le dol éventuel suffit (ATF 103 IV 98 consid. 2 p. 100). Il faut que l'auteur sache ou accepte l'éventualité qu'une personne est exposée à une poursuite pénale et qu'il adopte volontairement un comportement dont il sait qu'il est de nature à soustraire la personne, au moins temporairement, à l'action de l'autorité pénale. Il n'est pas nécessaire que l'auteur ait pour but d'entraver ou de retarder l'action de l'autorité (ATF 114 IV 36 consid. 2a p. 39s). 3.3. En l'occurrence, le recourant admet avoir renoncé à amender B______, alors qu'il l'avait vu commettre plusieurs infractions à la circulation routière et l'avait interpellé pour ce motif. Le fait que les infractions en cause (à tout le moins à l'art. 26 LCR, qui oblige chacun à se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies, et à l'art. 27 LCR qui prévoit l'obligation de se conformer aux signaux et aux marques) ne soient passibles que d'une amende en vertu de l'art. 90 al. 1 LCR, et qu'elles soient incluses dans la liste des contraventions susceptibles de faire l'objet d'une procédure simplifiée au sens de la loi fédérale sur les amendes d'ordre (art. 1 al. 1 ch. 7 LAO – RS 314.1), n'empêche pas, à teneur de la loi et de la jurisprudence, qu'elles entrent dans le champ d'application de l'art. 305 CP. À cet égard, et contrairement à ce que soutient le recourant, le fait que les infractions commises relèvent de la procédure d'amende d'ordre, n'exclut pas pour autant l'engagement d'une poursuite pénale, une procédure anonyme ne valant que pour autant que l'amende soit payée immédiatement (art. 6 al. 2 LAO), l'absence d'ouverture d'une procédure pénale étant ensuite conditionnée au fait que le montant dû soit payé dans le délai imparti (art. 6 al. 4 LAO). Par son comportement, le recourant a par ailleurs soustrait B______ à la poursuite pénale durant un certain temps – quand bien même l'intéressé a finalement quand même été poursuivi à la suite de sa dénonciation – ce qui suffit à réaliser l'infraction (cf.”
Mehrere einzelne Vorfälle (z. B. Fahrstreifenwechsel, ungenügender Abstand) können als «mehrfache vorsätzliche grobe Verletzung der Verkehrsregeln» i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG erfasst werden. Frühere, rechtskräftige Verurteilungen dürfen bei der Beurteilung herangezogen werden und erhöhen die Gewichtung der Gefährlichkeit bzw. der öffentlichen Interessenabwägung.
“Die Verfahren bezüglich Sachbeschädigung betreffend die Dossiers 51, 58, 66, 82, 121, 126, 127 und 147, Hausfriedensbruch betreffend die Dossiers 65, 66 und 67, Gewaltdarstellungen betreffend die Dossiers 182 / 185 sowie Pornografie betreffend Dossier 184, jeweils betreffend das Versenden vor dem 31. Mai 2019, werden eingestellt. 4.Der Beschuldigte ist schuldig des gewerbsmässigen, teilweise bandenmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 und Ziff. 3 StGB (Dossiers 1, 3, 5, 6, 9, 11, 13, 14, 18–23, 25–28, 31, 33, 37–52, 54, 55, 57–78, 81–85, 88–90, 93–96, 99–127, 129–137, 141–143, 147, 165–167, 170–175, 177, 178), der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossiers 5, 6, 9, 11, 13, 14, 18–23, 25–28, 31, 33, 37–50, 52, 54, 55, 57, 59–65, 67–78, 81, 83–85, 88–90, 93–96, 99–120, 122–125, 129–137, 141–143, 165–167, 170–175, 177, 178), des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dossiers 1, 3, 5, 19, 64, 75–79, 81, 125), der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG (Dossier 181: Geschwindigkeit [182 km/h]), der mehrfachen vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG (Dossier 179: Fahrstreifenwechsel; Abstand), - 3 - der vorsätzlichen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG (Dossier 179: Geschwindigkeit), der mehrfachen qualifiziert harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB (Dossier 183: Kinderpornografie, Videos verschickt), der qualifiziert harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB (Dossier 183: Kinderpornografie, Besitz zum Eigenkonsum), der mehrfachen harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 StGB (Dossier 184: Tierpornografie, Besitz zum Eigenkonsum), der mehrfachen Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1 StGB (Dossiers 182 und 185), der mehrfachen Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1 bis StGB (Besitz). 5.Von den Vorwürfen des (teilweise versuchten) Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB) (Dossiers 34, 35, 79, 140, 146), der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs.”
“Ces faits n'ont toutefois pas été repris dans la décision querellée. 9.3 S'agissant des arguments avancés dans le recours (cf. consid. 4.2 supra), le Tribunal constate que le SEM pouvait se fonder sur les condamnations prononcées contre l'intéressé entre 2016 et 2020, dans la mesure où celles-ci étaient devenues définitives et exécutoires selon confirmation, en février 2022, des Ministères publics neuchâtelois, vaudois et valaisan (cf. consid. A.f supra). Par ailleurs, bien que le recourant ait fait valoir qu'au vu du type d'infractions commises, il ne représentait pas une menace d'une certaine gravité au sens de la jurisprudence applicable au cas d'espèce, le Tribunal relève que les infractions aux règles de la circulation routière commises par l'intéressé sont toutes passibles d'une peine privative de liberté pouvant aller jusqu'à trois ans (ou d'une peine pécuniaire), et qu'elles présentent, de surcroît, un degré de gravité intrinsèque certain. Il est en effet indéniable que, notamment, la violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) ou la conduite malgré le refus, le retrait ou l'interdiction de l'usage du permis (art. 95 al. 1 let. b LCR) sont objectivement graves, dès lors qu'elles sont de nature à compromettre sérieusement la sécurité routière et à mettre ainsi en danger l'intégrité physique (voire la vie) non seulement du conducteur mais surtout aussi des autres usagers de la route (dans le même sens, cf. ATF 139 II 121 consid. 5.5.1). A cela s'ajoute encore les infractions retenues contre le recourant relatives à la violence ou menace contre les autorités ou les fonctionnaires, à l'entrave à la circulation publique avec mise en danger de la vie ou de l'intégrité corporelle des personnes et à l'escroquerie, les deux dernières infractions étant constitutives de crime au sens de l'art. 10 al. 4 CP. Certes, l'intéressé a allégué dans son recours qu'il n'avait plus commis d'infraction depuis le mois d'avril 2020 et qu'il était venu en Suisse chaque année depuis lors, de sorte qu'il n'existait pas de risque réel et concret qu'il commette de nouvelle infraction.”
“Der Beschwerdeführer sei bei allen Verurteilungen, die in den letzten 15 Jahren gegen ihn ausgesprochen worden seien, als schuldfähig erachtet worden (Urteil E. II/3.5). Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Er argumentiert, die Vorinstanz verkenne, dass sich das Mass der Schuldfähigkeit immer auf den Deliktszeitpunkt beziehe und nicht die psychische Verfassung eines Menschen gesamthaft wiedergebe. Ein Mensch könne psychisch anhaltend belastet sein und gleichwohl in gewissen Momenten unter intakter Schuldfähigkeit handeln. Aus dieser Begründung geht nicht hervor, inwiefern dadurch die Würdigung der öffentlichen Interessen durch die Vorinstanz nicht zutreffend sei. Zudem vermag der Beschwerdeführer auch nichts für sich abzuleiten, wenn er vorbringt, bei den durch ihn begangenen Delikten handle es sich nicht um Schwerstkriminalität. Der Beschwerdeführer wird im vorliegenden Verfahren der mehrfachen Urkundenfälschung i.S.v. Art. 251 Ziff. 1 StGB, der Drohung i.S.v. Art. 180 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung i.S.v. Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG, der groben Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV, des Vergehens gegen das Waffengesetz i.S.v. Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. f WG und Art. 27 WG, der Hinderung einer Amtshandlung i.S.v. Art. 286 StGB sowie des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen i.S.v. Art. 292 StGB schuldig gesprochen. Zwar handelt es sich dabei nicht um Katalogtaten, welche eine obligatorische Landesverweisung i.S.v. Art. 66a StGB zur Folge hätten. Dennoch wiegen die Delikte keineswegs leicht, wurde der Beschwerdeführer doch immerhin zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten sowie einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt (vgl. zur Verhältnismässigkeit einer nicht obligatorischen Landesverweisung bei einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr E. 1.1 oben). Sowohl die Vorstrafen des Beschwerdeführers als auch seine vorliegende Verurteilung zeigen auf, dass er die schweizerische Rechtsordnung seit vielen Jahren schwerwiegend missachtet.”
Lag mehrere Male binnen kurzer Zeit dieselbe Verletzung der Verkehrsregeln vor (hier: zweimaliges Verursachen vermeidbaren Lärms im Abstand von rund 10 Minuten), zieht die Praxis wegen des anwendbaren Verschlechterungsverbots keinen mehrfachen Schuldspruch nach sich; es bleibt bei einem Schuldspruch wegen einfacher Verletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG.
“Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr in H.________(Ortschaft) vermeidbaren Lärm verursacht, indem er den Motor des Motorrades zwei Mal unnötig aufheulen liess. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 42 Abs. 1 SVG, welche durch Art. 33 der Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) konkretisiert wird, zuwider und erfüllte den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Es liegen zwei Handlungen mit einem Zeitabstand von rund 10 Minuten vor (vgl. Anzeigerapport vom 2. August 2021; pag. 211). Ein Schuldspruch wegen mehrfachen Verursachens von vermeidbarem Lärm fällt aufgrund der Geltung des Verschlechterungsverbots jedoch ausser Betracht. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 in H.________(Ortschaft), Y.________ (Brücke) und X.________(Strasse), durch Verursachen von vermeidbarem Lärm schuldig zu sprechen.”
“Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 42 Abs. 1 SVG, welche durch Art. 33 der Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) konkretisiert wird, zuwider und erfüllte den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Es liegen zwei Handlungen mit einem Zeitabstand von rund 10 Minuten vor (vgl. Anzeigerapport vom 2. August 2021; pag. 211). Ein Schuldspruch wegen mehrfachen Verursachens von vermeidbarem Lärm fällt aufgrund der Geltung des Verschlechterungsverbots jedoch ausser Betracht. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 in H.________(Ortschaft), Y.________ (Brücke) und X.________(Strasse), durch Verursachen von vermeidbarem Lärm schuldig zu sprechen. 12. Vorwurf des Missachtens eines Verbotssignals für Motorfahrzeuge 12.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft), AB.________(Strasse), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ missachtete mit einem Motorrad das Verbotssignal für Motorfahrzeuge. 12.2 Beweismittel Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1150). Ergänzend zu den von der Vorinstanz genannten Beweismitteln liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung vor. Auf eine Zusammenfassung dieser Aussagen wird verzichtet und es wird, soweit relevant, direkt im Rahmen der Beweiswürdigung darauf eingegangen. 12.3 Beweiswürdigung und Beweisergebnis der Vorinstanz Für die Erwägungen der Vorinstanz kann auf Ziffer II.11.3 vorne verwiesen werden. Die Vorinstanz kam beweiswürdigend zum Schluss, dass auf den Sachverhalt gemäss Anklageschrift abzustellen ist (S.”
“Dabei verursachte er vermeidbaren Lärm, indem er den Motor des Motorrades unnötig aufheulen liess, und zwar ein erstes Mal beim/nach dem Abbiegen vom X.________(Strasse) herkommend auf die Y.________(Brücke) und das zweite Mal auf dem X.________(Strasse) in Richtung Bahnhof H.________ (Ortschaft) auf der Höhe des Hotels AC.________(Hotel). 11.8 Rechtliche Würdigung 11.8.1 Gesetzliche und theoretische Grundlagen Für die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1160 f.). 11.8.2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr in H.________(Ortschaft) vermeidbaren Lärm verursacht, indem er den Motor des Motorrades zwei Mal unnötig aufheulen liess. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 42 Abs. 1 SVG, welche durch Art. 33 der Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) konkretisiert wird, zuwider und erfüllte den Straftatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Es liegen zwei Handlungen mit einem Zeitabstand von rund 10 Minuten vor (vgl. Anzeigerapport vom 2. August 2021; pag. 211). Ein Schuldspruch wegen mehrfachen Verursachens von vermeidbarem Lärm fällt aufgrund der Geltung des Verschlechterungsverbots jedoch ausser Betracht. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 in H.________(Ortschaft), Y.________ (Brücke) und X.________(Strasse), durch Verursachen von vermeidbarem Lärm schuldig zu sprechen. 12. Vorwurf des Missachtens eines Verbotssignals für Motorfahrzeuge 12.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.5. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft), AB.________(Strasse), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag.”
Kann im Verfahren die Verletzung der Verkehrsregel nach Art. 90 Abs. 1 SVG weder dem Lenker noch dem Halter nachgewiesen werden, kommt es zu keiner Verurteilung; in einem solchen Fall ist ein Freispruch von Schuld und Strafe nach Art. 408 StPO möglich.
“Somit darf die Beschuldigte weder als Lenkerin noch als Fahrzeughalterin der Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen werden. Demnach ist die Berufung gut- zuheissen und die Beschuldigte in Anwendung von Art. 408 StPO von Schuld und Strafe freizusprechen.”
Ob ein konkretes Fahrmanöver eine «erhebliche Gefahr» im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG darstellt, ist eine Rechtsfrage (rechtliche Würdigung) und betrifft nicht die blosse Umschreibung des angeklagten Sachverhalts.
“Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Die nähere Begründung der Anklage erfolgt an Schranken; es ist Sache des Gerichts, den Sachverhalt verbindlich festzustellen. Dieses ist an den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO; BGE 143 IV 63 E. 2.2; Urteil 6B_589/2019 vom 26. Mai 2020 E. 3.3; je mit Hinweisen). Ob das angeklagte Verkehrsmanöver des Beschwerdeführers, auf der Autobahn an drei Personenwagen rechts auf der Normalspur mit einer Geschwindigkeit von mehr als 120 km/h vorbeizufahren, im Falle des Nachweises eine erhebliche Gefahr im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG darstellt, ist eine reine Rechtsfrage und beschlägt nicht die Umschreibung des angeklagten Lebenssachverhalts.”
Für die Anordnung von Wiederholungsgefahr oder Sicherungsmassnahmen genügt eine Verurteilung nach Art. 90 Abs. 2 SVG nicht automatisch. Vielmehr ist zusätzlich auf konkrete Gefährlichkeit und den Kontext abzustellen; es muss sich um ein schweres Vergehen handeln, bei dem die Sicherheit Dritter (insbesondere Leben oder körperliche Unversehrtheit) erheblich gefährdet erscheint.
“Dem kann jedoch nicht gefolgt werden. Sowohl für die grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) als auch für das Führen eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Ausweises (Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG) droht das Gesetz nicht nur Geldstrafe, sondern Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren an. Sowohl Art. 90 Abs. 2 SVG als auch Art. 95 Abs. 1 SVG schützen die Verkehrssicherheit und damit dasselbe Rechtsgut. Damit liegen grundsätzlich schwere Vergehen vor, welche - zumindest abstrakt - das Vortatenerfordernis erfüllen (vgl. Urteile 1B_191/2015 vom 18. Juni 2015 E. 2.3.1; 1B_405/2013 vom 3. Dezember 2013 E. 2.2.3; 1B_435/2012 vom 8. August 2012 E. 3.7 und E. 3.9). Indes ist nicht alleine der abstrakte Strafrahmen entscheidend, ob von einem schweren Vergehen auszugehen ist, sondern es ist auch das betroffene Rechtsgut und der Kontext einzubeziehen (vgl. E. 3.2 hiervor). Das Bundesgericht hat festgehalten, dass das Fahren ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 SVG sowie eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG für sich alleine grundsätzlich nicht für die Anordnung von Wiederholungsgefahr genüge. Erforderlich sei zusätzlich, dass von einer konkreten Gefährlichkeit auszugehen sei, d.h. ein schweres Vergehen vorliege und die Sicherheit Dritter, insbesondere deren Leben bzw. die körperliche Unversehrtheit durch das Verhalten der beschuldigten Person erheblich gefährdet erscheint (vgl. Urteile 1B_255/2015 vom 12. August 2015 E. 3.2; 1B_442/2015 vom 21. Januar 2016 E. 3.4; 1B_458/2016 vom 19. Dezember 2016 E. 3.3).”
“Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass damit grundsätzlich zwei einschlägige Vorstrafen vorliegen. Er ist aber der Auffassung, ihnen mangle es an der erforderlichen Schwere. Dem kann jedoch nicht gefolgt werden. Sowohl für die grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) als auch für das Führen eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Ausweises (Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG) droht das Gesetz nicht nur Geldstrafe, sondern Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren an. Sowohl Art. 90 Abs. 2 SVG als auch Art. 95 Abs. 1 SVG schützen die Verkehrssicherheit und damit dasselbe Rechtsgut. Damit liegen grundsätzlich schwere Vergehen vor, welche - zumindest abstrakt - das Vortatenerfordernis erfüllen (vgl. Urteile 1B_191/2015 vom 18. Juni 2015 E. 2.3.1; 1B_405/2013 vom 3. Dezember 2013 E. 2.2.3; 1B_435/2012 vom 8. August 2012 E. 3.7 und E. 3.9). Indes ist nicht alleine der abstrakte Strafrahmen entscheidend, ob von einem schweren Vergehen auszugehen ist, sondern es ist auch das betroffene Rechtsgut und der Kontext einzubeziehen (vgl. E. 3.2 hiervor). Das Bundesgericht hat festgehalten, dass das Fahren ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 SVG sowie eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG für sich alleine grundsätzlich nicht für die Anordnung von Wiederholungsgefahr genüge.”
Kurzfristige, verkehrsgerechte Blicke (z. B. aufs Armaturenbrett, bei Stillstand/Stop‑and‑go oder auf ein sprachgesteuertes Navigationssystem) begründen nicht ohne Weiteres eine strafbare Verletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG. Entscheidend ist, ob die Aufmerksamkeit tatsächlich gestört bzw. die sofortige Verfügbarkeit der freien Hand oder die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt wurde.
“En conséquence, le conducteur peut, lorsque la circulation le permet, jeter un rapide coup d'œil sur le tableau de bord pour vérifier la vitesse ou la réserve de benzine, sans que l'on ne puisse lui reprocher une attention insuffisante, ou encore sur l'horloge ou sur un système de navigation intégré dans le véhicule avec commande vocale (arrêts TF 1C_422/2016 du 9 janvier 2017 consid. 3.2; 1C_183/2016 du 22 septembre 2016 consid. 2.1). Le Tribunal fédéral a également jugé qu'il en va de même du conducteur qui lit un journal durant les phases d'arrêts d'un bouchon et qui le fait reposer sur le haut des cuisses et sur le volant, dans les phases durant lesquelles le véhicule avance de quelques mètres à la vitesse du pas (arrêt TF 6P.68/2006 du 6 septembre 2006 consid. 3.3); que l'emploi du téléphone tout en conduisant ne contrevient ainsi pas nécessairement aux art. 31 al. 1 LCR et 3 al. 1 OCR. L'art. 31 al. 1 LCR est toutefois violé lorsque par l'usage d'un téléphone (ou d'un autre appareil de communication ou d'information comme un GPS) l'attention du conducteur est effectivement troublée; l'infraction réalise alors au moins une mise en danger abstraite de la circulation sanctionnée par l'art. 90 al. 1 LCR (arrêt TC FR 603 2019 24 du 1er avril 2019 consid. 3.2; Bussy/Rusconi, art. 31 LCR, n. 2.4); que la question de savoir si une occupation rend plus difficile ou impossible la conduite du véhicule au sens de l'art. 3 al. 1 2ème phrase OCR dépend par principe de l'occupation en soi, du véhicule et du trafic. On peut en général nier que tel est le cas lorsqu'un acte n'est que de très courte durée et qu'à cette occasion le regard n'est pas détourné du trafic ni la position du corps modifiée. On parle en revanche de conduite entravée de manière inadmissible lorsque l'occupation est de plus longue durée ou qu'elle rend d'une autre manière plus difficile la disponibilité immédiate de la main qui ne tient pas le volant en cas de nécessité (arrêt TF 1C_422/2016 du 9 janvier 2017 consid. 3.2; ATF 120 IV 63 consid. 2d); qu'en l'espèce, alors qu'il circulait au volant de son véhicule automobile, le recourant a manipulé son téléphone portable qu'il tenait dans sa main gauche, pour écouter de la musique, selon ses dires; qu'il n'est pas contestable que, pour effectuer cette opération, le recourant a détourné son attention de la circulation pour une durée suffisamment longue pour être remarquée par les agents de police.”
“Der Sachverhalt ist damit mit der Einschränkung der Bedienung des Mobil- telefons, an welche sich der Zeuge D._____ nicht mehr erinnern konnte und von welcher entgegen der Vorinstanz in dubio pro reo nicht zuungunsten des Beschul- digten ausgegangen werden kann, als erstellt zu erachten. IV. Rechtliche Würdigung 1.Das Stadtrichteramt und die Vorinstanz würdigten das Verhalten des Beschul- digten als einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 VRV (Urk. 2 und 45 S. 9 f.). 2.Die Verteidigung stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass gar keine strafbare Verrichtung im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV vorliege. Es habe gar nicht beobachtet werden können, ob der Beschuldigte seinen Blick auf das Handy oder den Verkehr gehabt habe. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz sei offensichtlich falsch und weder der objektive noch der subjektive Tatbestand seien erfüllt (Urk. 55 S. 12 f.). - 13 - 3.Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Führer das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vor- sichtspflichten nachkommen kann. Das heisst, der Führer muss jederzeit in der Lage sein, auf die jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckmässig zu reagieren (BGE 127 II 302 E. 3c S. 303). Der Fahrzeugführer muss gemäss Art. 3 VRV seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden. Er darf beim Fahren keine Verrichtung vor- nehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 VRV). Er hat ferner dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Ton- wiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beein- trächtigt wird. Eine Verletzung nach Art. 3 Abs. 1 Satz 1 und 3 VRV durch die Ver- wendung von Kommunikations- und Informationssystemen liegt nur vor, wenn die Aufmerksamkeit dadurch auch tatsächlich beeinträchtigt wird.”
“Ein Fahrzeugführer macht sich strafbar, wenn er die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Führer das Fahrzeug ständig so be- herrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Art. 3 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) konkretisiert diese Vorschrift dahin- gehend, dass der Fahrzeugführer seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden muss (Satz 1). Er darf beim Fahren keine Verrichtung vorneh- men, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Satz 2). Er hat ferner dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird (Satz 3). In der Rechtsprechung wird unterschieden zwischen der Verletzung der Auf- merksamkeit nach Art. 3 Abs. 1 Satz 1 und Satz 3 VRV und dem Vornehmen einer Verrichtung, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 2 VRV. Während eine Verletzung von Art. 3 Abs. 1 Satz 1 und 3 VRV gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich nur vorliegt, wenn die Aufmerksamkeit durch die Verwendung von Kommunikations- und Informations- systemen auch tatsächlich beeinträchtigt wird, untersagt Art.”
Eine massive Unterschreitung des Sicherheitsabstands kann aus drängendem Aufschliessen auf das vorausfahrende Fahrzeug auf vorsätzliches oder zumindest rücksichtsloses Verhalten schliessen lassen. Nach der Rechtsprechung begründet die deutliche Unterschreitung des Mindestabstands die Annahme, der Fahrzeuglenker habe die mit der Fahrweise verbundene ernstliche Gefahr für Dritte erkannt und mindestens in Kauf genommen, sodass der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt sein kann.
“Der Beschuldigte habe gewusst, dass der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu klein gewesen sei, er habe diese Gefährdung allerdings pflichtwidrig nicht bedacht, nicht aktiv gebremst und mithin grobfahrlässig gehandelt (pag. 220; S. 14 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung). Diesen Ausführungen kann sich die Kammer im Ergebnis nicht anschliessen. Wie bereits ausgeführt, ist auf der SAT-SPEED-Aufnahme erkennbar, dass der Beschuldigte leicht links versetzt hinter dem vorausfahrenden Fahrzeug fuhr und die linken Räder seines Personenwagens dabei teilweise bereits auf der Sicherheitslinie waren (vgl. E. II.11.3 hiervor). Aus Sicht der Kammer muss aus diesem drängelnden Verhalten des Beschuldigten auf einen direkten Vorsatz in Bezug auf den viel zu geringen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug geschlossen werden. Als erfahrener Lenker hätte dem Beschuldigten zudem bewusst sein müssen, dass mit der massiven Unterschreitung des Mindestabstands das erhebliche Risiko eines Verkehrsunfalls verbunden war. Seine Fahrweise ist damit als rücksichtslos im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren. Indem der Beschuldigte wissentlich und willentlich den Mindestabstand massiv unterschritt, hat er eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer zumindest in Kauf genommen. Somit ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind weder dargetan noch ersichtlich. Damit hat sich der Beschuldigte der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gemacht. IV. Strafzumessung”
“Die Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe sich nicht auf das Distanzregelungssystem verlassen und die Verkehrswidrigkeit seiner Fahrweise sei ihm nicht bewusst gewesen, sind tatsächlicher Natur. Der Beschwerdeführer stellt dem Urteil der Vorinstanz seine eigene Darstellung des Sachverhalts gegenüber, ohne darzulegen, inwiefern die vorinstanzlichen Feststellungen willkürlich wären. Darauf ist nicht einzutreten (Art. 106 Abs. 2 BGG). Es ist in rechtlicher Hinsicht nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz grobe Fahrlässigkeit annimmt und Art. 90 Abs. 2 SVG auch subjektiv als erfüllt erachtet. Der Beschwerdeführer hat den erforderlichen Abstand zu dem vor ihm fahrenden Fahrzeug über einen längeren Zeitraum massiv unterschritten. Die Vorinstanz geht zutreffend davon aus, dass er dies erkannt haben muss, und schliesst angesichts der damit einhergehenden Gefahr für die Verkehrssicherheit auf ein rücksichtslosen Verhalten. Unbehelflich ist angesichts des verbindlich festgestellten Sachverhalts, namentlich des Verkehrsaufkommens sowie des sich im Abstand von 10 Metern vor dem Beschwerdeführer befindlichen Fahrzeugs, der Hinweis des Beschwerdeführers, sein Fahrverhalten sei nicht rücksichtslos gewesen, da er seine Geschwindigkeit pflichtbewusst dem Verkehrsaufkommen angepasst habe, und entsprechend nicht mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit gefahren sei, sondern "lediglich mit 65 km/h". Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet, soweit sie den Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG überhaupt genügt und auf sie eingetreten werden kann.”
“Diese Geschwindigkeiten würden die Gefahr von schweren Unfällen erhöhen. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz dürfe die Verkehrsdichte nicht zu Gunsten des Beschwerdegegners ins Gewicht fallen, zumal dieser ohne weiteres die Möglichkeit gehabt habe, einen grösseren Abstand einzuhalten und durch keine anderen Verkehrsteilnehmer in irgendeiner Form bedrängt worden sei. Der Beschwerdegegner sei nicht unverschuldet in eine verkehrsregelwidrige Situation geraten, sondern habe aktiv zu nahe auf das Vorderfahrzeug aufgeschlossen. Die vor ihm fahrende Person durfte weder schneller fahren, noch habe sie durch einen Spurenwechsel nach rechts Platz machen können. Dass der Beschwerdegegner unter den gegebenen Umständen keine Gedanken an die von ihm selbst geschaffte Gefahrensituation verschwendet habe, offenbare eine schwer nachvollziehbare, gleichgültige Haltung gegenüber den Gefährdeten und deren Rechtsgütern, insbesondere Leib und Leben. Das Verhalten sei damit gewissenlos bzw. besonders verwerflich im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 90 Abs. 2 SVG. Besondere Umstände, aufgrund welcher grobe Fahrlässigkeit zu verneinen wäre, lägen nicht vor. Dass sich der Beschwerdegegner durch die Polizei bedrängt gefühlt habe, sei als Schutzbehauptung zu werten. Aber selbst wenn dem so wäre, hätte er keinerlei Anlass hierfür gehabt und trotz dieser angeblichen Falschannahme nicht so nahe an das vordere Fahrzeug aufschliessen dürfen. Zudem sei es widersprüchlich, sich zum einen durch einen zu nahe aufschliessenden Verkehrsteilnehmer bedrängt zu fühlen, um dann selbst dem Vorderfahrzeug viel zu nahe aufzuschliessen und damit dieselbe Gefährdung nach vorne hin, mithin auch für sich selbst, zu verursachen. Für die deutliche Unterschreitung des Sicherheitsabstands habe kein Grund bestanden - schon gar keiner, welcher die Gedankenlosigkeit des Beschwerdegegners als weniger vorwerfbar erscheinen liesse. Dessen Verhalten sei als rücksichtslos zu werten.”
Einzelne Elemente eines Überholmanövers können unter den konkreten Umständen den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllen. Dazu zählen etwa ein ungenügender Abstand beim Wiedereinscheren, ein hastiges oder rücksichtsloses Wiedereinscheren sowie eine unmittelbar danach erfolgende starke Bremsung oder eine spürbare Geschwindigkeitsreduktion durch Loslassen des Gaspedals. Entscheidend ist, dass dadurch eine ernstliche konkrete Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen wird.
“Indem der Beschuldigte ohne verkehrsbedingten Grund unmittelbar nach dem Überholmanöver durch das Loslassen des Gaspedals die Geschwindigkeit entgegen der Signalisation spürbar reduzierte, nahm er keine Rücksicht auf den von ihm überholten Strassenbenützer G._____ und erfüllt somit den objektiven Tat- - 26 - bestand der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 3 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV. 2.2.Subjektiver Tatbestand”
“Il est également noté que même si la Cour n’avait pas retenu que D.________ avait effectué un freinage d’urgence jusqu’à l’arrêt complet de son véhicule (ch. III.13.2 ci-dessus), les éléments constitutifs de l’art. 90 al. 2 LCR seraient de toute évidence remplis dans la mesure où il est établi que D.________ a dû freiner de manière importante en raison de la manœuvre de dépassement litigieuse et que le camion de A.________ ne s’est rabattu qu’à environ 10 mètres de sa voiture (ch. III.13.1.3 ci-dessus) sur un tronçon hors localité, violant ainsi gravement les règles fondamentales de la circulation et créant un danger sérieux et concret.”
“Sachverhalt A. C. erstattete am 2023 gegen den Lenker des Personenwa- gens mit dem Kennzeichen D. Strafanzeige. Im Rahmen des polizeilichen Ermittlungsverfahrens wurde A. als Fahrzeughalter ermittelt. Der Polizeirapport wurde der Staatsanwaltschaft Graubünden am 13. September 2023 zugestellt. Gemäss Auszug aus dem Strafregister-Informationssystem eröff- nete die Staatsanwaltschaft am 9. Oktober 2023 unter der Verfahrens-Nummer VV.2023.3027 zumindest materiell eine Strafuntersuchung wegen grober Verlet- zung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG (vgl. StA act. 5). Als fallführen- der Staatsanwalt wurde B. (nachfolgend: Staatsanwalt B. ) eingesetzt. B. Staatsanwalt B. erliess gegen A. am 8. Dezember 2023 einen Strafbefehl (Proz. VV.2023.3027). Darin wurde diesem vorgeworfen, am 5. August 2023 als Lenker eines Personenwagens auf der E. strasse in Richtung G. nach der Örtlichkeit H. den vor ihm fahrenden C. überholt zu haben. Da Gegenverkehr genaht habe, habe A. sein Überholmanöver ab- brechen und wieder auf die rechte Fahrspur einbiegen müssen. Dabei habe A. zum von ihm überholten und nun hinter ihm fahrenden Fahrzeug von C. einen nicht ausreichenden Abstand eingehalten. C. habe deswe- gen eine Vollbremsung einleiten müssen. A. habe mit seinem Fahrverhalten eine wichtige Verkehrsregel in grob pflichtwidriger Weise verletzt und C. und dessen mitfahrenden Sohn konkret gefährdet. A. habe sich der groben Ver- letzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gemacht. C. Gegen den Strafbefehl liess A.”
“Compte tenu de la gravité de la mise en danger et des circonstances d'espèce, impliquant un rabattement précipité du recourant et une décélération, alors qu'il aurait pu passer au large, la conclusion de la cour cantonale selon laquelle le défaut de prise de conscience reposait sur une absence de scrupules ne prête pas le flanc à la critique. Si l'autorité de première instance n'a pas exclu que le recourant avait pu être surpris par la vitesse croissante de la trottinette, elle a toutefois relevé que certains éléments au dossier, notamment le message adressé à la police, pouvaient laisser penser que l'intéressé s'érigeait en justicier (jugement de première instance du 8 mai 2019 p. 9). Aussi, l'éventuelle surprise plaidée par le recourant ne constitue pas un indice permettant de retenir l'existence de scrupules dans sa démarche. En tant que le recourant rappelle que la visibilité était bonne, que la chaussée n'était pas glissante et qu'aucune voiture ne venait en face, il ne fait que confirmer le raisonnement cantonal quant au caractère fautif de son comportement. Il en résulte que la condamnation du recourant pour violation grave des règles de la circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR est conforme au droit fédéral. C'est en vain que le recourant effectue un parallèle entre le cas d'espèce et d'autres causes présentant des circonstances différentes, dans lesquelles les dispositions pénales topiques (art. 90 al. 1 et 2 LCR) ne font pas l'objet de la discussion (arrêts 6B_55/2018 du 17 mai 2018 et 1C_280/2012 du 28 juin 2013). Au demeurant, dans un arrêt examinant précisément l'applicabilité de l'art. 90 al. 2 LCR, publié aux ATF 99 IV 279, la violation grave des règles de la circulation a été admise s'agissant d'un conducteur qui, après avoir rattrapé un véhicule, s'est rabattu à une distance insuffisante de celui-ci et a freiné immédiatement (cf. également GERHARD FIOLKA, in Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, n° 84 ad art. 90 LCR). Pour le surplus, le recourant ne conteste pas avoir réalisé les conditions de violation simple des règles de la circulation, ainsi que l'a retenu la cour cantonale.”
Die Missachtung von Signalen, Markierungen oder polizeilichen Weisungen fällt typischerweise unter Art. 90 Abs. 1 SVG (Art. 27 Abs. 1 SVG) und stellt eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG dar.
“Allgemeines Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG setzt die Verletzung einer beliebigen Verkehrsregel des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats voraus. Subjektiv werden von Art. 90 Abs. 1 SVG vorsätzliche und fahrlässige Handlungen erfasst (Fiolka, Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 29 f. zu Art. 90 SVG). Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei sind gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG zu befolgen. Die Signale und Markierungen gehen den allgemeinen Regeln, die Weisungen der Polizei den allgemeinen Regeln, Signalen und Markierungen vor. Signale und Markierungen sind technische Mittel zur Führung des Verkehrs. Wer Signale und Markierungen missachtet, ist strafbar, soweit diesen Zeichen Vorschriftcharakter zukommt (Giger, Orell Füssli Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 9. Aufl. 2022, N. 1 zu Art. 27 SVG).”
“7 Beweisergebnis Zusammenfassend ist erstellt, dass der Beschuldigte am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr in H.________(Ortschaft) auf der AB.________(Strasse) mit einem Motorrad das Verbotssignal für Motorfahrzeuge missachtete. 12.8 Rechtliche Würdigung 12.8.1 Gesetzliche und theoretische Grundlagen Für die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1160 f.). 12.8.2 Subsumtion Gemäss Beweisergebnis hat der Beschuldigte am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr in H.________(Ortschaft) auf der AB.________(Strasse) mit einem Motorrad das Verbotssignal für Motorfahrzeuge missachtet. Damit handelte der Beschuldigte der Bestimmung von Art. 27 Abs. 1 SVG, welche durch Art. 19 Abs. 1 Bst. a und b i.V.m. Abs. 2 SSV (Vorschriftssignal 2.13 gemäss Anhang 2 zur SSV) konkretisiert wird, zuwider. Eine Nichtbeachtung dieses Vorschriftssignals stellt eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG dar. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Folglich ist der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft) auf der AB.________(Strasse), durch Missachten des Verbotssignals für Motorfahrzeuge schuldig zu sprechen. 13. Vorwurf des Loslassens der Lenkvorrichtung 13.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift In Ziffer B.4.7. der Anklageschrift vom 4. November 2022 wird dem Beschuldigten eine einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 23. Juli 2021 zwischen 22:37 und 22:49 Uhr, in H.________(Ortschaft), X.________(Strasse), vorgeworfen. Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt (pag. 794): A.________ liess als Lenker eines Motorrades während ca. 150 Meter mit beiden Händen die Lenkvorrichtung los. 13.2 Beweismittel Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel zutreffend aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden (S.”
“4), l’appelant s’est placé lui-même à devoir choisir entre dans deux options : celle de franchir le feu rouge en raison d’un freinage d’urgence ou celle de poursuivre sa route malgré la phase lumineuse rouge. Par ailleurs, comme relevé par le premier juge, la situation ne présentait aucune singularité et s’apparentait à celle des feux équipant les passages pour piétons qui, dans certaines villes, passent à l’orange clignotant durant la nuit, mais peuvent virer au rouge en tout temps lorsqu’un piéton actionne le bouton demandant la priorité. Enfin, la « trilogie » d’infractions à laquelle l’appelant fait référence, à savoir le fait qu’il ne se soit pas conformé aux signaux, aux marques et aux ordres de la police, correspond à l’art. 27 al. 1 LCR qu’il a violé, lequel figurait par ailleurs dans l’ordonnance pénale du 14 juillet 2022. Vu ces éléments, c’est à juste titre que le Tribunal de police a reconnu l’appelant coupable de violation simple des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 1 LCR selon lequel celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. 5. L’appelant ne critique pas la quotité de l’amende. Vérifiée d’office, celle-ci est adéquate et peut être approuvée par adoption de motifs (art. 82 al. 4 CPP ; jugement, p. 8 in fine). 6. Il résulte de ce qui précède que l’appel, manifestement mal fondé, doit être rejeté sans échange d’écritures (art. 390 al. 2 CPP par renvoi de l’art. 406 al. 4 CPP) et le jugement entrepris confirmé. Les frais d’appel, par 540 fr. (art. 21 al. 1 TFIP [tarif des frais de procédure et indemnités en matière pénale du 28 septembre 2010 ; BLV 312.03.1]), seront mis à la charge de l’appelant, qui succombe (art. 428 al. 1 CPP). Par ces motifs, le Président de la Cour d’appel pénale, statuant en application des art. 47, 103 et 106 CP ; 27 al. 1 et 90 al. 1 LCR ; 68 al. 1 et 1bis OSR ; 398 al. 4 CPP, prononce : I. L’appel est rejeté dans la mesure où il est recevable.”
Verfahrensrechtlich können Strafbefehle, gegen die keine Opposition erhoben wird, rechtskräftig und vollstreckbar werden. Eine höhere Instanz darf die Sanktion nicht zuungunsten des Beschuldigten verschärfen (Verschlechterungsverbot); hiervon sieht die Rechtsprechung eine Ausnahme für die Anpassung der Höhe des Tagessatzes vor, wenn sich die finanzielle Lage des Verurteilten nach dem erstinstanzlichen Urteil verbessert hat.
“Le contenu du droit d’être entendu et les modalités de sa mise en œuvre sont déterminés en premier lieu par les dispositions de droit cantonal de procédure (arrêt du Tribunal fédéral 8C_615/2016 du 15 juillet 2017 consid. 3.2.1 et les références citées ; ATA/289/ 2018 du 27 mars 2018 consid. 2b). Il est concrétisé à l’art. 41 LPA, selon lequel les parties ont le droit d’être entendues par l’autorité compétente avant que ne soit prise une décision. 5. En l'occurrence, il découle du dossier que l'autorité intimée a interpellé le recourant par courrier du 24 mars 2023 en l'invitant à se prononcer avant qu'une décision ne soit prise à son encontre. Quand bien même il n'a pas répondu, il a néanmoins eu l'opportunité d'exercer son droit d'être entendu. 6. Par conséquent, le grief de violation de ce droit devra être rejeté 7. Sur le fond, le recourant ne conteste pas l'excès de vitesse commis le 17 juin 2022, pour lequel il a d'ailleurs été déclaré coupable de violation grave des règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, par ordonnance pénale du 6 février 2023 contre laquelle il ne prétend pas avoir fait opposition et qui est donc aujourd'hui définitive et exécutoire. 8. Lorsque la procédure prévue par la loi fédérale sur les amendes d’ordre du 24 juin 1970 (LAO - RS 741.03) n’est pas applicable, une infraction aux prescriptions sur la circulation routière entraîne le retrait du permis d'élève-conducteur ou du permis de conduire ou un avertissement (art. 16 al. 2 LCR). 9. L'art. 16 al. 3 LCR prévoit expressément que la durée minimale du retrait du permis de conduire ne peut être réduite. Selon la jurisprudence du Tribunal fédéral, une telle règle s'impose à l'autorité et aux tribunaux sans dérogation possible, même pour tenir compte de besoins professionnels particuliers du conducteur (ATF 132 II 234 consid. 2 ; arrêt 1C_585/2008 du 14 mai 2009 consid. 2.1 ; cf. aussi ATA/23/2015 du 6 janvier 2015). Ainsi, si des circonstances telles que la gravité de la faute, les antécédents ou la nécessité professionnelle de conduire un véhicule automobile doivent être prises en compte pour fixer la durée du retrait, la durée minimale ne peut cependant pas être réduite (ATF 135 II 334 consid.”
“Strafrahmen und Strafart Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 90 Abs. 2 SVG). Der Strafrahmen reicht demnach von drei Tagessätzen Geldstrafe (Art. 34 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]) bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Aufgrund des geltenden Verschlechterungsverbots ist es der Kammer nicht erlaubt, die Strafe zu Ungunsten des Beschuldigten abzuändern. Davon ausgenommen ist die Höhe des Tagessatzes, wenn sich die finanzielle Situation des Beschuldigten nach dem erstinstanzlichen Urteil verbessert hat (BGE 144 IV 198 E. 5.4). Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu einer Geldstrafe von 18 Tagessätzen zu je CHF 80.00, ausmachend CHF 1'440.00 verurteilt. Gegenüber der Freiheitsstrafe ist die Geldstrafe milder, weshalb die Kammer an diese Strafart gebunden ist und somit eine Geldstrafe auszufällen hat (vgl. BGE 134 IV 82 E. 7.2.2).”
“Zumal am zweiten Verhandlungstag lediglich noch die Urteilseröffnung erfolgte, welche rund eine Stunde in Anspruch nahm, rechtfertigt es sich, das Honorar entsprechend zu kürzen. Mithin ist der amtliche Verteidiger mit einem Honorar von Fr. 24'400.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zu ent- schädigen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Ge- richtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten bleibt. Es wird beschlossen: 1.Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 17. November 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: "Es wird erkannt: - 65 - 1.Der Beschuldigte ist schuldig (...) der mehrfachen qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 3, teilweise in Verbindung mit Abs. 4 SVG, sowie in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1, Art. 34 Abs. 4, Art. 35 Abs. 2 und Art. 44 Abs. 1 SVG; der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG; der mehrfachen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz im Sinne von Art. 119 Abs. 1 AIG (bis 31.12.2018: AuG); der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB. 2.Vom Vorwurf der Einfuhren von Kokain am 13. November 2018, 19. November 2018, 30. November 2018, 5. Dezember 2018 und 14. Dezember 2018 wird der Beschuldigte freigesprochen. 3.Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. Januar 2017 (A-6/2017/10000764) für eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr.”
Im zitierten Entscheid wurde eine unmittelbar nach der Messung abgegebene Anerkennung in der polizeilichen Einvernahme als vollumfängliches Geständnis — auch hinsichtlich der konkret angegebenen Geschwindigkeit — gewertet; ein späteres Bestreiten relativierte dies nicht.
“Die Vorinstanz stellt zunächst auf die polizeiliche Einvernahme des Beschwerdeführers ab, welche am 17. Juli 2013 unmittelbar nach der Geschwindigkeitsmessung vor Ort durchgeführt wurde. In dieser - so die Vorinstanz - habe der Beschwerdeführer den Vorhalt, eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG begangen zu haben, indem er die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h (abzüglich 4 km/h Toleranz) um 30 km/h überschritten habe, ohne jeglichen Vorbehalt anerkannt. Dies sei "als vollumfängliches Geständnis - und zwar sowohl hinsichtlich der Tatbegehung wie auch bezüglich des exakten Wertes der Geschwindigkeit - zu qualifizieren". Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in der Folge die Richtigkeit der Messung angefochten und den Vorwurf bestritten habe, vermöge dieses nicht zu relativieren. Sein sinngemässer Einwand, er habe das Einvernahmeprotokoll lediglich "in der Hektik der Verzeigung" unterschrieben, ohne sich des Inhalts bewusst zu sein, sei nicht glaubhaft. Im Protokoll, welches er unterzeichnet habe, seien bei der Frage nach der Anerkennung des vorgeworfenen Tatbestandes unter Angabe der gemessenen Geschwindigkeit und der ihm zur Last gelegten Geschwindigkeitsüberschreitung zwei Antwortmöglichkeiten (Ja/ Nein mit freien Zeilen für die Angabe einer Begründung) vorgedruckt, wobei im konkreten Fall das Feld "Ja" angekreuzt gewesen sei.”
Art. 90 Abs. 1 SVG erfasst die Verletzung beliebiger Verkehrsregeln des Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates und sieht eine Busse vor. Er erfasst vorsätzliches wie fahrlässiges Verhalten. Als Anwendungsfälle nennen die Quellen u.a. die Missachtung von Signalen und Markierungen sowie Verstösse gegen technische Regeln (z. B. Beleuchtung, rechtzeitiges Anzeigen der Richtungsänderung, Benützen des Trottoirs).
“Allgemeines Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG setzt die Verletzung einer beliebigen Verkehrsregel des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats voraus. Subjektiv werden von Art. 90 Abs. 1 SVG vorsätzliche und fahrlässige Handlungen erfasst (Fiolka, Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 29 f. zu Art. 90 SVG). Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei sind gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG zu befolgen. Die Signale und Markierungen gehen den allgemeinen Regeln, die Weisungen der Polizei den allgemeinen Regeln, Signalen und Markierungen vor. Signale und Markierungen sind technische Mittel zur Führung des Verkehrs. Wer Signale und Markierungen missachtet, ist strafbar, soweit diesen Zeichen Vorschriftcharakter zukommt (Giger, Orell Füssli Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 9. Aufl. 2022, N. 1 zu Art. 27 SVG).”
“Theoretische Grundlagen Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird, wer Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt, mit Busse bestraft. Solche Verkehrsregeln sind: Fahrräder müssen nach Art. 216 Abs. 1 der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS; SR 741.41), wenn eine Beleuchtung nach Art. 41 SVG und Art. 30 der Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) erforderlich ist, mindestens mit einem nach vorn weiss und einem nach hinten rot leuchtenden, ruhenden Licht ausgerüstet sein. Weiter ist gemäss Art. 39 Abs. 1 SVG und Art. 28 Abs. 1 VRV jede Richtungsänderung mit dem Richtungsanzeiger oder durch deutliche Handzeichen rechtzeitig bekannt zu geben. Zuletzt ist gemäss Art. 43 Abs. 2 SVG und Art. 41 Abs. 2 VRV das Trottoir den Fussgängern vorbehalten. Muss hingegen mit einem Fahrzeug das Trottoir benützt werden, so ist der Führer gegenüber den Fussgängern und Benützern von fahrzeugähnlichen Geräten zu besonderer Vorsicht verpflichtet. Nach Art. 286 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer eine Behörde, ein Mitglied einer Behörde oder einen Beamten an einer Handlung hindert, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt.”
“Vorliegend hat sich der Beschuldigte in fünf Fällen des Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzugs des Führerausweises, in zwei Fällen der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, in einem Fall des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall sowie in einem Fall der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln schuldig gemacht. Wie das Strafgericht zutreffend festgehalten hat (vgl. S. 22 des angefochtenen Urteils), handelt es sich mit Blick auf die jeweiligen Strafrahmen bei den Tatbeständen des (mehrfachen) Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzugs des Führerausweises (Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG) sowie der (mehrfachen) Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit (Art. 91a Abs. 1 SVG) um Vergehenstatbestände i.S.v. Art. 10 Abs. 3 StGB, währenddem das pflichtwidrige Verhalten bei Unfall (Art. 92 Abs. 1 SVG) sowie die einfache Verletzung von Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG) Übertretungstatbestände i.S.v. Art. 103 StGB darstellen, auf welche die Bestimmungen zu den Verbrechen und Vergehen nur bedingt anwendbar sind (vgl. Art. 104 StGB).”
Die Gerichtsentscheide zeigen, dass die Benutzung eines nicht zugelassenen Fahrzeugs auf einer Veloinfrastruktur als Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG gewertet werden kann, sofern die materiellen Tatbestandsmerkmale nachgewiesen sind. Hingegen kann eine nachgewiesene rechtsgeschäftliche Cession des Fahrzeugs — etwa durch den Cessionvertrag und die Identitätsdokumente des Erwerbers — zum Freispruch des Überführenden führen. Entscheidend ist jeweils der konkrete Nachweisstand im Einzelfall.
“al1 RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/12024/2021 AARP/331/2022 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 2 novembre 2022 Entre LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, appelant, contre le jugement JTDP/132/2022 rendu le 9 février par 2022 par le Tribunal de police, et A______, domicilié c/o M. B______, chemin ______, ______[GE], comparant par Me C______, avocat, ______, Genève, LE SERVICE DES CONTRAVENTIONS, chemin de la Gravière 5, case postale 104, 1211 Genève 8, intimés. EN FAIT : A. a. En temps utile, le Ministère public (MP) appelle du jugement JTDP/132/2022 rendu le 9 février 2022, par lequel le Tribunal de police (TP) a reconnu A______ coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 43 de la loi fédérale sur la circulation routière [LCR] cum art. 90 al. 1 LCR ; art. 219 al. 2 let. f de l'ordonnance concernant les exigences techniques requises pour les véhicules routiers [OETV] cum art. 93 al. 2 let. a LCR) et l'a condamné à une amende de CHF 140.-, assortie d'une peine privative de liberté de substitution d'un jour, ainsi qu'aux frais de la procédure. Le MP entreprend intégralement ce jugement, concluant à son annulation et au prononcé d'un verdict de culpabilité pour deux infractions à l'art. 90 al. 1 LCR (en lien respectivement avec les art. 26 et 31 LCR pour l'une et les art. 27 al. 1, 43 al. 2 LCR et 33 et 74a de l'ordonnance sur la signalisation routière [OSR] pour l'autre) ainsi qu'une infraction à l'art. 93 al. 2 let. a LCR (en lien avec les art. 29 LCR, 34 et 219 OETV). En outre, il conclut au prononcé d'une amende de CHF 1'190.-, assortie d'une peine privative de liberté de substitution de 11 jours. b. Selon l'ordonnance pénale du 2 mars 2021, valant acte d'accusation, il est reproché ce qui suit à A______ : Le mercredi 26 août 2020 à 19h03, au niveau du numéro ______[n°] de la route de Meyrin à Genève, il a utilisé une piste cyclable avec un véhicule non admis, soit son motocycle immatriculé GE 1______, avec accident et dégâts matériels légers, et n'a pas annoncé à l'autorité compétente les transformations apportées à son véhicule. B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : a.a. Le 26 août 2020, A______ circulait en motocycle, route de Meyrin en direction de la rue de la Servette, sur la piste cyclable.”
“La cession du véhicule à l'acheteur indiqué est attestée par les informations transmises au SDC par le CCPD, l'intimé a immédiatement produit le contrat de cession sans se contredire à ce sujet et les informations concernant le cessionnaire sont en particulier confirmées par la carte d'identité de ce dernier, également versée au dossier. Sur la base de ce qui précède, l'acquittement de l'intimé sera confirmé et l'appel du MP rejeté. 2. Au vu de l'issue de l'appel, les frais de la procédure seront laissés à la charge de l'Etat (art. 428 CPP). La répartition des frais de la procédure préliminaire et de première instance n'a pas à être revue (art. 428 al. 3 CPP a contrario). * * * * * PAR CES MOTIFS, LE PRESIDENT DE LA CHAMBRE PENALE D'APPEL ET DE REVISION : Reçoit l'appel formé par le Ministère public contre le jugement rendu le 22 janvier 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/13095/2020. Le rejette. Laisse les frais de la procédure d'appel à la charge de l'Etat. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Acquitte A______ de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Laisse les frais de la procédure à la charge de l'Etat (art. 423 al. 1 CPP)." Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police, à l'Office cantonal de la population et des migrations et à l'Office cantonal des véhicules. Le greffier : Alexandre DA COSTA Le président : Pierre BUNGENER Indication des voies de recours : Conformément aux art. 78 ss de la loi fédérale sur le Tribunal fédéral du 17 juin 2005 (LTF; RS 173.110), le présent arrêt peut être porté dans les trente jours qui suivent sa notification avec expédition complète (art. 100 al. 1 LTF), par-devant le Tribunal fédéral (1000 Lausanne 14), par la voie du recours en matière pénale, sous la réserve qui suit.”
Voll- und Teilrechtskraft: Ein Schuldspruch wegen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG, der nicht angefochten wurde, erwächst in Rechtskraft und bleibt verbindlich. Bei einer Teileinstellung bleiben die nicht von der Einstellung betroffenen Delikte bestehen; die gegen die übrigen Vorwürfe gerichtete Prüfung bzw. Anfechtung ist weiterzuführen.
“Oktober 2023 wurde dem Beschuldigten, dem Privat- kläger und der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, zur Frage einer allfälligen Tei- leinstellung des Verfahrens Stellung zu nehmen und sich zu den Kosten- und Ent- schädigungsfolgen einer allfälligen Einstellung sowie zur Bussenhöhe für die un- angefochten gebliebenen Strassenverkehrsdelikte zu äussern (Urk. 54). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Stellungnahme (Urk. 58), wohingegen der Beschuldigte und der Privatkläger mit Eingaben vom 19. Oktober 2023 ihre Stel- lungnahmen einreichten (Urk. 56 f.). Mit Präsidialverfügung vom 2. November 2023 wurden die Stellungnahmen des Beschuldigten und des Privatklägers samt Honorarnoten der jeweiligen Gegenseite und der Staatsanwaltschaft zur freige- stellten Vernehmlassung zugestellt (Urk. 63). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 13. November 2023 auf Stellungnahme (Urk. 65), während sich der Beschuldigte und der Privatkläger innert Frist nicht vernehmen liessen (vgl. Urk. 64/2-3). II. Teilrechtskraft In Bezug auf den Schuldspruch wegen vorsätzlicher Verletzung der Ver- kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 37 Abs. 2 SVG sowie der fahrlässigen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und die Kostenfestsetzung wurde das vorinstanzliche Urteil nicht angefochten (Urk. 53 S. 2 f., Urk. 57 und Urk. 50 S. 3 f.). Dahingegen gelten sowohl der Strafpunkt als auch die Kostenauf- lage aufgrund des Antrages des Beschuldigten auf Teileinstellung als mitange- fochten. Damit ist vorab mittels Beschluss festzustellen, dass der erstinstanzliche Entscheid bezüglich Dispositivziffer 1 Alinea 3 und 4 (Schuldspruch Strassenver- kehrsdelikte) sowie Dispositivziffer 6 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwach- sen ist. III. Teileinstellung”
“Der Schuldspruch wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG (Art. 48 Abs. 7 SVV) in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG ist man- gels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen. Der Anklagevorwurf der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 3 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG ist hingegen im Rahmen der erläuterten Kognition zu überprüfen (vgl. Art. 404 Abs. 1 StPO).”
Für die Beurteilung, ob eine erhöhte abstrakte Gefährdung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG vorliegt, sind insbesondere relevant: die Nähe der Verwirklichung sowie die konkreten Umstände des Ereignisses, namentlich Verkehrs‑ und Sichtverhältnisse, Tageszeit und Verkehrs dichte. Auch ist zu berücksichtigen, ob unbestimmte Drittpersonen potentiell exponiert gewesen sein könnten.
“Une infraction moyennement grave est généralement donnée lorsque soit la faute du conducteur, soit la mise en danger qu'elle induit, soit encore l'une et l'autre, ne peuvent être qualifiées de légères, sans pour autant être les deux graves (ATF 136 II 447 consid. 3.2 = JdT 2010 I 524). 2.2.3 Commet une infraction grave selon l'art. 16c al. 1 let. a LCR la personne qui, en violant gravement les règles de la circulation, met sérieusement en danger la sécurité d'autrui ou en prend le risque. 2.3 Il y a mise en danger abstraite accrue lorsqu'une ou des personnes indéterminées auraient pu se trouver potentiellement exposées à un danger pour leur intégrité physique. Lorsque l'on peut objectivement exclure des circonstances la présence de tout tiers, y compris, le cas échéant, du passager du conducteur en infraction, l'imminence du danger peut être niée (arrêt du Tribunal fédéral 6B_23/2016 du 9 décembre 2016 consid. 3.2). Le critère essentiel pour admettre l’existence d’une mise en danger abstraite accrue est la proximité de la réalisation. La simple possibilité qu’un danger se réalise ne tombe sous le coup de l’art. 90 al. 2 LCR que si, en raison de circonstances particulières lors de l’événement (densité du trafic, conditions de visibilité), la survenance d’un danger concret ou même d’une blessure est très probable (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; 142 IV 93 consid. 3.1 ; 131 IV 133 cons. 3.2). Plus la possibilité d'un danger concret ou d'une blessure pour un tiers est grande, et plus la mise en danger abstraite accrue est importante. En pratique, ces différents niveaux de mise en danger abstraite accrue correspondent aux épithètes des diverses infractions de base des art. 16a à 16c LCR (Yvan JEANNERET/André KUHN/Cédric MIZEL/Olivier RISKE, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd. 2024, intro art.16 rem. 3.4.7.3.1). 2.3.1 Une mise en danger abstraite accrue est légère si elle est légèrement supérieure à celle induite par les infractions sanctionnées par les amendes d'ordre (Yvan JEANNERET/André KUHN/Cédric MIZEL/Olivier RISKE, op. cit., art.16a rem. 1.3). 2.3.2 Une mise en danger abstraite accrue moyennement grave est donnée lorsque la possibilité d'une mise en danger concrète existe mais qu'elle est plutôt improbable, lorsqu'un risque de collision avec d'autre véhicule n'est ni exclu ni invraisemblable, lorsque la possibilité d'un accident n'est pas particulièrement proche mais qu'elle n'en est pas moins réelle (Yvan JEANNERET/André KUHN/Cédric MIZEL/Olivier RISKE, op.”
“Auf die ent- sprechenden Erwägungen kann daher verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist nochmals hervorzuheben, dass der Tatbestand der groben Verkehrsregel- verletzung in objektiver Hinsicht voraussetzt, dass der Täter eine wichtige Ver- kehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet, wobei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine er- höhte abstrakte Gefährdung genügt. Wesentliches Kriterium für die Annahme ei- ner erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände – Tageszeit, Verkehrs- dichte, Sichtverhältnisse – der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_85/2023 vom 8. November 2023 E. 1.2.1; je mit Hinweisen). - 32 - Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwie- gend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahr- lässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). 4.3.Es steht ausser Frage, dass die Beschuldigte durch die Nichtbeachtung ei- nes Rotlichtsignals am Bahnhof F._____ eine für die Gewährleistung der Sicher- heit im Strassenverkehr elementare Verkehrsregel in objektiv schwerer Weise missachtete (vgl. BGE 123 IV 88 E. 4.c mit Hinweis). Die zentrale Frage ist vorlie- gend, ob sie durch ihr Fahrverhalten die Verkehrssicherheit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ernsthaft gefährdete, d.h. ob sie eine konkrete oder erhöhte abstrakte Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer schuf. 4.4.Zur allgemeinen Verkehrssituation ist zunächst festzuhalten, dass es sich um ein temporäres Rotlicht aufgrund einer Baustelle auf der I._____-strasse nahe des Bahnhofs F._____ handelte. Für die I._____-strasse gilt – zumindest soweit sie am Bahnhof F.”
“1 LCR doit, partant, être confirmée, comme l’appelant l’a finalement admis, par l’intermédiaire de son mandataire, devant la Cour pénale. 6. a) Reste à déterminer si les pertes de maîtrise successives du véhicule par l’appelant doivent effectivement être qualifiées de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), ce que l’appelant conteste. b) Selon l'article 90 al. 2 LCR, celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Selon la jurisprudence (notamment arrêt du TF du 20.10.2023 [6B_734/2023] cons. 4.1.1), pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l'article 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D'un point de vue objectif, la violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR suppose que l'auteur ait mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue. Il y a mise en danger abstraite accrue lorsqu'une ou des personnes indéterminées auraient pu se trouver potentiellement exposées à un danger pour leur intégrité physique. Lorsque l'on peut objectivement exclure des circonstances la présence de tout tiers, y compris, le cas échéant, du passager du conducteur en infraction, l'imminence du danger peut être niée (arrêt du TF du 09.12.2016 [6B_23/2016] cons. 3.2). Le critère essentiel pour admettre l’existence d’une mise en danger abstraite accrue est la proximité de la réalisation. La simple possibilité qu’un danger se réalise ne tombe sous le coup de l’article 90 al. 2 LCR que si, en raison de circonstances particulières lors de l’événement (densité du trafic, conditions de visibilité), la survenance d’un danger concret ou même d’une blessure est très probable (ATF 143 IV 508 cons.”
“Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Diesen Tatbestand erfüllt, wer eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; Urteil 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit. Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 148 IV 374 E.”
Art. 90 Abs. 1 SVG kann in konkreten Fällen zusammen mit weiteren strafrechtlichen Bestimmungen angewendet werden; im vorliegenden Entscheid wurde es etwa in Verbindung mit Art. 51 Abs. 3 SVG genannt.
“Sachverhalt A. Das Regionalgericht Plessur sprach A. (nachfolgend: Beschuldigter) am 22. November 2023 des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG, der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss Art. 91a Abs. 1 SVG, der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall gemäss Art. 51 Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 92 Abs. 1 SVG schuldig. Es bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 220.00, aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren, und einer Busse von CHF 1'500.00 bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von sechs Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung. Zudem wurden ihm die Verfahrenskosten auferlegt. B. Gegen dieses Urteil erhob der Beschuldigte Berufung. Die Staatsanwaltschaft erhob Anschlussberufung. C. Die Berufungsverhandlung fand am 14. Mai 2025 statt. Anlässlich der Verhandlung beantragte der Beschuldigte, er sei vollumfänglich freizusprechen. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Bestrafung des Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je CHF 360.00 und einer Busse von CHF 10'000.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse sei auf 28 Tage festzusetzen. D. Nach Beratung wurde den Parteien das Urteil am 15. Mai 2025 im Dispositiv schriftlich mitgeteilt.”
Wiederholte gleichartige Verstösse können als „mehrfach begangen“ im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden. Die vielfache Begehung gleichartiger Tatbestände (in den Entscheiden u. a. bis zu neunfach aufgeführt) spricht für das Vorliegen einer groben Verkehrsregelverletzung, führt aber nicht automatisch zu einer vordefinierten Rechtsfolge; die Würdigung bleibt einzelfallabhängig.
“Juli 2019 um 12:04 in Airolo, Gotthardstrasse; 2. von der Anschuldigung der Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes, angeblich begangen am 14. Juli 2019 in Entlebuch durch Nichtgenügen der Meldepflicht nach Verursachen von Drittschäden als Lenker eines Motorrades nach Selbstunfall; 3. von der Anschuldigung des Vergehens gegen das Tierschutzgesetz, evtl. der Übertretung des Tierschutzgesetzes, angeblich begangen kurz vor dem 10. Mai 2019 in Röthenbach im Emmental. Unter Ausscheidung von 30% der anteilsmässigen Verfahrenskosten, ausmachend CHF 5'346.60 zu Lasten des Kantons Bern sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung im Umfang von 30% an die Aufwendungen für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte (vgl. unten Lit. A Ziff. III). II. A.________ wird schuldig erklärt: 1. des Verbrechens gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 3 i.V mit Abs. 4 SVG), begangen am 1. August 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 1.2); 2. des Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 2 SVG), mehrfach begangen 2.1 am 30. Juni 2019 in Eggiwil (AKS Lit. A Ziff. 2.1); 2.2 am 2. Juli 2019 in Boltigen (AKS Lit. A Ziff. 2.2); 2.3 am 9. Juli 2019 in Bedretto (AKS Lit. A Ziff. 2.3); 2.4 am 9. Juli 2019 in Airolo (AKS Lit. A Ziff. 2.4); 2.5 am 29. Juli 2019 in Röthenbach i. Emmental (AKS Lit. A Ziff. 2.5); 2.6 am 9. August 2019 in Gletsch (AKS Lit. A Ziff. 2.6); 2.7 am 9. August 2019 in Steingletscher (AKS Lit. A Ziff. 2.7); 3. der Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes (Art. 90 Abs. 1 SVG), mehrfach begangen 3.1 am 10. Mai 2019 in Röthenbach (AKS Lit. A Ziff. 3.1); 3.2 am 10. Juni 2019 in Eriz und Aussereriz (AKS Lit. A Ziff. 3.2 und 3.3); 3.3 am 17. Juni 2019 in Schwenden und Horboden (AKS Lit. A Ziff. 3.4, 3.5, 3.7 und 3.8); 3.4 am 17. Juni 2019 in Horboden (AKS Lit. A Ziff. 3.6); 3.5 am 19. Juni 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 3.9, 3.10, 3.11 und 3.12); 3.6 am 21. Juni 2019 in Eggiwil und Röthenbach (AKS Lit. A Ziff. 3.13, 3.14, 3.15, 3.16, 3.17, 3.18. 3.19, 3.20 und 3.”
“de l’acte d’accusation du 11 mai 2021 ; - violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), infraction commise à neuf reprises dans les circonstances de temps, de lieux et de faits telles que décrites aux chiffres”
“________ im erstinstanzlichen Verfahren mit CHF 23'239.55 entschädigt. II. Es wird festgestellt, dass A.________ am 6. Dezember 2022 auf der Autobahn zwischen I.________(Ortschaft) und J.________(Ortschaft) im Zustand der Schuldunfähigkeit (Art. 19 Abs. 1 StGB) die folgenden Tatbestände erfüllt hat: versuchte vorsätzliche schwere Körperverletzung (Art. 122 Alinea 1 i.V.m. Art. 22 aStGB), mehrfach begangen z.N. von D.________ und F.________; qualifizierte Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 3 aStGB) z.N. AL.________; Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB) z.N. K.________; Nötigung (Art. 181 StGB) z.N. von L.________; Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 aStGB); qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 3 SVG); Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch (Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG); Führen eines Motorfahrzeuges ohne Berechtigung (Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG); grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG), mehrfach begangen durch Rechtsüberholen; durch Nichtwahren eines ausreichenden Nachfahrabstandes zum vorderen Fahrzeug. III. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme gemäss Art. 59 StGB angeordnet, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 669 Tagen (6. Dezember 2022 bis 4. Oktober 2024). IV. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt CHF 31'177.90 und die oberinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt CHF 7'910.00 (Gebühren: CHF 4'500.00; Haftentscheide: CHF 800.00; Auslagen: CHF 2'610.00 [Gutachter]) trägt der Kanton Bern. V.”
“(im Folgenden: Beschuldigter) am 17. August 2023 der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 34 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG (Überholen nach Kreisverkehrsplatz am 29. Juli 2020 und Vorfall vom 17. Oktober 2020) schuldig und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je CHF 100.00 (Dispositivziffern 2 und 3). Das Verfahren wurde in Bezug auf die Vorwürfe des Überholens auf der Einspurstrecke und des Beschleunigens an der Lichtsignalanlage (Vorfälle vom 29. Juli 2020) wegen Verjährung eingestellt (Dispositivziffer 1). Die Kosten wurden zu 3/5 dem Beschuldigten auferlegt und der Rechtsvertreter des Beschuldigten wurde im Umfang von 2/5 entschädigt (Dispositivziffern 4 und 5). B. Der Beschuldigte meldete am 21. August 2023 Berufung an. Die Berufungserklärung erfolgte am 20. Juni 2024. Der Beschuldigte beantragt den Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 34 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG (Überholen nach Kreisverkehrsplatz am 29. Juli 2020 und Vorfall vom 17. Oktober 2020), eventualiter einen Schuldspruch wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 34 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG (Überholen nach Kreisverkehrsplatz am 29. Juli 2020 und Vorfall vom 17. Oktober 2020) und die Einstellung des Verfahrens wegen Eintritts der Verjährung. Im Falle eines Schuldspruchs wegen mehrfacher grober Verkehrsregelverletzung beantragt der Beschuldigte eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 100.00 unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von drei Jahren; eventualiter sei eine teilbedingte Geldstrafe auszusprechen. C. Die Staatsanwaltschaft erhob am 2. Juli 2024 Anschlussberufung. Sie beantragt, der Beschuldigte sei zusätzlich wegen des Vorfalls vom 29. Juli 2020 (Überholen auf der Einspurstrecke) wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 13 Abs. 3 VRV [Verkehrsregelnverordnung; SR 741.11] i.V.m. Art.”
Das Blockieren bzw. die Behinderung des Verkehrs im Rahmen von Demonstrationen kann als Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG (Verstoss gegen die Verkehrsregeln) geahndet werden; in den Entscheidungen wurde namentlich auf Behinderungen von Privatverkehr, Einsatzfahrzeugen und Linienbussen abgestellt. Auf Grundlage der einschlägigen Ausführungsbestimmungen kann auch unnötiges Verweilen von Fussgängern als Ordnungswidrigkeit beurteilt und gebüsst werden.
“285 CP, en ce que l'auteur ne recourt ni à la violence ni à la menace, que de celle visée à l'art. 292 CP, car une simple désobéissance ne suffit pas. Le comportement incriminé à l'art. 286 CP suppose une résistance qui implique une certaine activité (ATF 133 IV 97 consid. 4.2 ; ATF 127 IV 115 consid. 2 et les références citées) qui est réalisée, par exemple, par le fait de prendre la fuite (ATF 120 IV 136 consid. 2a et les références citées). Il peut s'agir d'une obstruction physique : l'auteur, par sa personne ou un objet qu'il dispose à cette fin, empêche ou gêne le passage du fonctionnaire pour lui rendre plus difficile l'accès à une chose. On peut aussi penser à celui qui, en restant fermement à sa place, ne se laisse pas ou difficilement emmener (Corboz, op. cit., n. 13 ad art. 286 CP ; TF 6B_89/2019 du 17 mai 2019 consid. 1.1.1). 3.3.4 Celui qui viole les règles de la circulation prévues par la loi fédérale sur la circulation routière (LCR ; RS 741.01) ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende (art. 90 al. 1 LCR). L’usage indu de la chaussée est réprimé par les art. 26 al. 1 et 49 al. 2 LCR, et 46 al. 2 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11). L’art. 26 al. 1 LCR prévoit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. L’art. 49 al. 2 LCR dispose que les piétons traverseront la chaussée avec prudence et par le plus court chemin en empruntant, où cela est possible, un passage pour piétons. Enfin, l’art, 46 al. 2 OCR, qui précise la portée de l’art. 49 al. 1 LCR, les piétons éviteront de s’attarder inutilement sur la chaussée, notamment aux endroits sans visibilité ou resserrés, aux intersections ainsi que de nuit et par mauvais temps. 3.4 S’agissant de la manifestation du 27 septembre 2019, les faits reprochés aux intimés ressortent des éléments figurant dans le rapport de police daté du 7 octobre 2019, dont il n’existe aucune raison de s’écarter.”
“Partant, la condamnation des appelants pour violation de l'art. 286 CP doit également être confirmée. 10. 10.1 Les appelants contestent toute violation de l’art. 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01). Ils font valoir que le dossier ne démontre pas où ils se trouvaient précisément et, par conséquent, s’ils bloquaient la chaussée. Ils semblent ainsi se plaindre d’une violation de la maxime d’accusation. 10.2 S’agissant de la maxime d’accusation on se référera au consid. 5.2 supra. 10.3 En l’espèce, les ordonnances pénales des 17 octobre 2019 (manifestation du 20 septembre 2019) et 17 décembre 2019 (manifestation du 14 décembre 2019) pour K.________, des 21 octobre 2019 (manifestation du 20 septembre 2019) et 17 décembre 2019 (manifestation du 14 décembre 2019) pour J.________, et du 22 octobre 2019 (manifestation du 20 septembre 2019) pour F.________, qui tiennent lieu d’actes d’accusation (art. 356 al. 1 CPP), retiennent une violation simple des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR), pour violation des art. 26 al. 1 LCR, 49 al. 2 LCR et 46 al. 2 OCR (Ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11). Le premier juge a retenu une violation de ces trois articles en lien avec le blocage des véhicules autres que ceux d’urgence et des transports publics. Ce raisonnement ne prête pas le flanc à la critique et doit être suivi. En effet, les manifestants ont bloqué la circulation et que le trafic des véhicules, notamment des véhicules d'urgence (police, pompiers, ambulances) et des bus de la ligne no 16, a dû être dévié sur d'autres artères, en interrompant le trafic des véhicules privés. Il n’y a par conséquent aucune violation de la maxime d’accusation puisque l’ensemble du trafic a été perturbé sur les lieux ciblés par les manifestations. 11. 11.1 Les appelants invoquent également une violation des principes de la légalité des peines et de l’interdiction de l’abus de droit. Ils soutiennent que leurs condamnations ne répondraient pas à l’exigence de prévisibilité et de précision de la loi pénale et que le tribunal de première instance aurait appliqué le Code pénal de manière contraire à son but.”
Abgrenzung zu Eigensicherungsregeln: Verstösse gegen Eigensicherungs‑Pflichten (z. B. Helmtragpflicht) sind keine Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG und sind folglich nicht über Art. 90, sondern über spezifische Bestimmungen (z. B. Art. 96 VRV) zu sanktionieren.
“Das wurde in der Signalisationsverordnung (SSV; SR 741.21) konkretisiert, wo sich die Beschreibungen und Abbildungen der zugelassenen Signale und Markierungen befinden (BSK SVG-Maeder, N. 10 zu Art. 27 SVG). Gemäss Art. 33 Abs. 1 SSV verpflichtet das Signal «Radweg» die Führer von Fahrrädern und Motorfahrräder, den für sie gekennzeichneten Weg zu benützen. Für den Vortritt sowie für die Benützung des Radwegs durch andere Strassenbenützer gelten die Artikel 15 Absatz 3 und 40 VRV. Gemäss Art. 40 Abs. 3 VRV dürfen Führer anderer Fahrzeuge auf dem mit einer unterbrochenen Linie abgegrenzten Radstreifen fahren, sofern sie den Fahrradverkehr dadurch nicht behindern. Verletzung der Vorschrift über das Tragen eines Schutzhelms i.S.v. Art. 3b Abs. 1 VRV Art. 3b Abs. 1 Satz 1 VRV bestimmt, dass die Führer und Mitfahrer von Motorrädern mit oder ohne Seitenwagen, von Leicht-, Klein- und dreirädrigen Motorfahrzeugen sowie die Führer von Motorfahrrädern während der Fahrt Schutzhelme tragen müssen. Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG sind nur Regeln, die das Verhalten der Strassenbenützer untereinander betreffen (BSK SVG-Fiolka, N. 20 ff. zu Art. 90 SVG). Demgegenüber sind die Regeln über Massnahmen der Eigensicherung keine Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG. Nach Gesagtem ist die obgenannte Vorschrift über das Tragen von Schutzhelmen für Motorradfahrer (Art. 3b VRV) nicht als Verkehrsregel i.S.v. Art. 90 SVG zu werten und deren Widerhandlung – entgegen der Vorinstanz – nicht über Art. 90 Abs. 1 SVG zu sanktionieren, sondern i.V.m. Art. 96 VRV (BSK SVG-Fiolka, N. 25 zu Art. 90 SVG), wonach auch mit Busse bestraft wird, wer Vorschriften der VRV verletzt, wenn keine andere Strafbestimmung anwendbar ist. In subjektiver Hinsicht hat diese abweichende Qualifizierung der Pflicht nach Art. 3b Abs. 1 VRV aber keine Auswirkung. Unter dem Wortlaut «dieses Gesetz» von Art. 100 Ziff. 1 SVG sind neben dem SVG überdies auch die Vollziehungsverordnungen zu verstehen (vgl. BSK SVG-Unseld, N. 2 zu Art. 100 SVG; Giger, SVG-Kommentar, 8.”
Bleibt das erstinstanzliche Urteil wegen Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG unangefochten oder wird das Rechtsmittel faktisch zurückgezogen, tritt hinsichtlich des Schuldspruchs und der Kostenverfügung Rechtskraft ein; der erstinstanzliche Entscheid ist damit verbindlich.
“Oktober 2023 wurde dem Beschuldigten, dem Privat- kläger und der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, zur Frage einer allfälligen Tei- leinstellung des Verfahrens Stellung zu nehmen und sich zu den Kosten- und Ent- schädigungsfolgen einer allfälligen Einstellung sowie zur Bussenhöhe für das un- angefochten gebliebene Strassenverkehrsdelikt zu äussern (Urk. 53). Die Staats- anwaltschaft verzichtete auf eine Stellungnahme (Urk. 57), wohingegen der Be- schuldigte und der Privatkläger mit Eingaben vom 19. Oktober 2023 ihre Stellung- nahmen einreichten (Urk. 55 f.). Mit Präsidialverfügung vom 2. November 2023 wurden die Stellungnahmen des Beschuldigten und des Privatklägers samt Hono- rarnoten der jeweiligen Gegenseite und der Staatsanwaltschaft zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt (Urk. 62). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Ein- gabe vom 13. November 2023 auf Stellungnahme (Urk. 64), während sich der Be- schuldigte und der Privatkläger innert Frist nicht vernehmen liessen (vgl. Urk. 63/2-3). II. Teilrechtskraft In Bezug auf den Schuldspruch wegen vorsätzlicher Verletzung der Ver- kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 37 Abs. 2 SVG und die Kostenfestsetzung wurde das vorinstanzliche Urteil nicht an- gefochten (Urk. 49 S. 4, Urk. 55 S. 2 f. und Urk. 52). Dahingegen gelten sowohl der Strafpunkt als auch die Kostenauflage aufgrund des Antrages des Beschuldig- ten auf Teileinstellung als mitangefochten. Damit ist vorab mittels Beschluss fest- zustellen, dass der erstinstanzliche Entscheid bezüglich Dispositivziffer 1 Alinea 3 - 6 - (Schuldspruch Strassenverkehrsdelikt) sowie Dispositivziffer 5 (Kostenfestset- zung) in Rechtskraft erwachsen ist. III. Teileinstellung”
“P/17256/2022 AARP/121/2023 du 05.04.2023 sur JTDP/1429/2022 ( PENAL ) , RETRAIT PARTIE Descripteurs : RETRAIT(VOIE DE DROIT) Normes : CPP.386; CPP.407.al1.letb RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/17256/2022 AARP/121/2023 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 5 avril 2023 Entre A______, domicilié ______, comparant en personne, appelant, contre le jugement JTDP/1429/2022 rendu le 16 novembre 2022 par le Tribunal de police, et SERVICE DES CONTRAVENTIONS, p.a. chemin de la Gravière 5, case postale 104, 1211 Genève 8, LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimés. EN FAIT : A. Le 16 novembre 2022, à l’audience, A______ a annoncé appeler du jugement prononcé le même jour par le Tribunal de police, lequel l’a reconnu coupable de violations simples de la loi sur la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et l’a condamné à une amende de CHF 80.- (art. 106 du Code pénal [CP]), assortie d’une peine privative de liberté de substitution d’un jour. Le jugement motivé lui a été notifié le 23 novembre 2022. B. a. Le 5 décembre 2022, A______ a adressé un courrier motivé à la Chambre pénale d'appel et de révision (CPAR), exposant les motifs de son appel. b. Le Ministère public (MP) et le SDC ont conclu au rejet de l’appel. c. En application de l’art. 406 du Code de procédure pénale (CPP), la CPAR a ordonné la procédure écrite, tout en attirant l’attention de l’appelant sur le fait que, sa déclaration d’appel étant déjà motivée, il pouvait s’y référer, mais qu’il devait se manifester en ce sens dans le délai de 20 jours imparti pour déposer son mémoire d’appel écrit. La teneur de l’art. 407 al. 1 let. b CPP était expressément reproduite dans ce courrier, qui a été notifié le 24 janvier 2023 à A______. d. N’ayant reçu aucune détermination dans le délai ainsi imparti, la CPAR a interpellé A______ le 9 mars 2023 sur l’apparente irrecevabilité (recte : apparent retrait) de son appel.”
Art. 90 Abs. 1 SVG kann angewendet werden, wenn objektiv wichtige Verkehrsvorschriften verletzt werden (z.B. Trottoirbenutzung; vgl. Quelle [2]). Ebenso kommt die Bestimmung subsidiär bei Verletzungen konkreter Pflichten aus LCR/VRV in Betracht (vgl. [1], [0]). Bei typischen Verkehrsverstössen ist allerdings an den einschlägigen spezialgesetzlichen Vorschriften zu prüfen; die Verletzung solcher Regeln kann zugleich eine Sorgfaltspflichtverletzung im Sinne der Rechtsprechung begründen (vgl. [0]).
“Pour déterminer le contenu du devoir de prudence, il faut donc se demander si une personne raisonnable, dans la même situation et avec les mêmes aptitudes que l'auteur, aurait pu prévoir, dans les grandes lignes, le déroulement des événements et, le cas échéant, quelles mesures elle pouvait prendre pour éviter la survenance du résultat dommageable. Lorsque des prescriptions légales ou administratives ont été édictées dans un but de prévention des accidents, ou lorsque des règles analogues émanant d'associations spécialisées sont généralement reconnues, leur violation fait présumer la violation du devoir général de prudence. La violation des devoirs de la prudence peut aussi être déduite des principes généraux, si aucune règle spéciale de sécurité n'a été violée. En second lieu, la violation du devoir de prudence doit être fautive, c'est-à-dire qu'il faut pouvoir reprocher à l'auteur une inattention ou un manque d'effort blâmable (ATF 145 IV 154 consid. 2.1 ; ATF 133 IV 158 consid. 5.1). 2.2.2. S'agissant d'un accident de la route, il convient de se référer aux règles de la circulation routière (arrêt du Tribunal fédéral 6B_69/2017 du 28 novembre 2017 consid. 2.1), étant précisé que la violation de règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 1 LCR est absorbée par l'art. 125 CP, en l'absence de mise en danger d'autres personnes que le blessé (arrêt du Tribunal fédéral 6B_291/2015 du 18 janvier 2016 consid. 3.2 ; M. DUPUIS / L. MOREILLON / C. PIGUET / S. BERGER / M. MAZOU / V. RODIGARI [éds.], Petit commentaire, Code pénal, 2ème éd., 2017 Bâle, n. 14 ad art. 125). L'art. 26 al. 1 LCR prescrit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. Ainsi, selon le principe de la confiance qui en découle, tout usager de la route qui se comporte conformément aux règles établies, doit pouvoir, dans la mesure où aucune circonstance particulière ne s'y oppose, admettre que les autres participants à la circulation routière se conduiront également de façon conforme aux règles (ATF 143 IV 138 consid. 2.1). À teneur de l'art. 34 al. 1 LCR, les véhicules tiendront leur droite et circuleront, si la route est large, sur la moitié droite de celle-ci.”
“Schlussfolgernd ergibt sich, dass der Beschuldigte sich auch in Bezug auf das inkriminierte Fahrmanöver einzig einer einfachen Verkehrsregelverletzung - 10 - nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gemacht hat. Der erstinstanzliche Schuldspruch betreffend grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist demgegenüber aufzuheben. 4.Zusammengefasst ist der Beschuldigte demnach zusätzlich zur rechts- kräftig gewordenen Verurteilung wegen Hinderung einer Amtshandlung (Art. 286 StGB), missbräuchlicher Verwendung der Warnblinklichter (Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 40 SVG, Art. 23 Abs. 3 lit. b VRV und Art. 29 Abs. 1 VRV) so- wie einmaligen Konsums von Marihuana (Art. 19a Ziff. 1 BetmG) zweitinstanzlich der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Ver- bindung mit Art. 35 Abs. 1 SVG, Art. 8 Abs. 3 VRV und Art. 36 Abs. 5 VRV (Rechtsüberholen auf der Autobahn) bzw. in Verbindung mit Art. 43 Abs. 3 SVG und Art. 36 Abs. 3 VRV (unbefugtes Benützen des Pannenstreifens) schuldig zu sprechen. IV. Sanktion 1.1.Bei der Strafzumessung ist vorab zu beachten, dass mit dem Wegfall der Verurteilung wegen grober Verkehrsregelverletzung nur noch die Hinderung einer Amtshandlung als Vergehen zu ahnden ist.”
“2 SVG ist das Trottoir den Fussgängern vorbehalten, weshalb der Beschuldigte nicht berechtigt war, mit dem Fahrzeug auf das Trottoir zu fahren. Er musste zumindest - 11 - mit der Fahrzeugfront auf das Trottoir gelangt sein, ansonsten er mit dem bepflanz- ten Betongefäss nicht kollidiert wäre. Im Übrigen kennt das Strafrecht keine Schuld- kompensation (Urteil BGer 6B_237/2013 vom 19. Juli 2013 E. 2.3.1.). Selbst wenn das bepflanzte Betongefäss vorschriftswidrig am äusseren Rand des Trottoirs positioniert war, entschuldigt dies den Beschuldigten nicht. Dieser erkannte die Situation und hätte sich danach richten können, indem er von der anderen Seite der B._____-Strasse zufuhr und vorwärts einparkte. Der Beschuldigte verletzte demnach die Vorschriften der Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV. Art. 31 SVG ist eine objektiv wichtige Verkehrsvorschrift, weshalb der Beschuldigte mit seinem Verhalten den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt hat.”
Art. 90 Abs. 1 SVG stellt einfache Verkehrsregelverletzungen unter Busse. Er kann nebst weiteren, ebenfalls mit Busse bedrohten Verkehrsdelikten (z. B. Art. 92 SVG) neben anderen Anklagepunkten erhoben werden. Für die Bemessung und Zuordnung bestimmter Bussen richtet sich die Praxis bei einschlägigen Tatbeständen nach der Ordnungsbussenverordnung (OBV).
“2023 sur JTDP/1178/2023 ( PENAL ) , PARTIELMNT ADMIS république et canton de genève pouvoir judiciaire P/17763/2022 AARP/13/2024 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 20 décembre 2023 Entre A______, domicilié ______, comparant par Me Guglielmo PALUMBO, avocat, HABEAS Avocats Sàrl, rue du Général-Dufour 20, case postale 556, 1211 Genève 4, appelant, contre le jugement JTDP/1178/2023 rendu le 13 septembre 2023 par le Tribunal de police, et LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimé. EN FAIT : A. Saisine de la Chambre pénale d'appel et de révision (CPAR) a.a. En temps utile, A______ appelle du jugement du 13 septembre 2023, par lequel le Tribunal de police (TP) l'a reconnu coupable d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a al. 1 de la Loi fédérale sur la circulation routière [LCR]), de violation des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR), de violation des obligations en cas d'accident (art. 92 al. 1 LCR), l'a condamné à une peine pécuniaire (ferme) de 70 jours-amende à CHF 90.-, à une amende de CHF 1'000.- et aux frais de la procédure. a.b. A______ entreprend partiellement ce jugement, concluant à l'acquittement des chefs d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire et de violation des obligations en cas d'accident, et au prononcé d'une amende de CHF 500.-. a.c. Le Ministère public (MP) conclut à la confirmation du jugement. b. Selon l'ordonnance pénale du 18 novembre 2022, qui tient lieu d'acte d'accusation, il est reproché ce qui suit à A______ : il a, le 12 mai 2022, au volant de son véhicule, inattentif, heurté un véhicule tiers, lui causant des dégâts matériels et, consécutivement à l'accident, quitté les lieux sans remplir ses devoirs en cas d'accident, se dérobant ainsi aux mesures permettant de déterminer son incapacité de conduire. B. Faits résultant du dossier de première instance a.”
“Die Strafzumessung ist vom Berufungskläger zu Recht nicht angefochten worden. Strafrahmen bildet Art. 90 Abs. 1 SVG, wonach eine Verletzung der Verkehrsregeln mit Busse bestraft wird. Ebenfalls wird mit Busse bestraft, wer eine Widerhandlung nach Art. 99 SVG begeht. Die von der Vorinstanz ausgesprochene Busse für die vorliegende Verkehrsregelverletzung (Nichtbeachten des Vorschriftssignals «Fussgängerzone») sowie für die Widerhandlung wegen Nichtmitführens von Ausweisen oder Bewilligungen richtet sich nach der Ordnungsbussenverordnung (OBV, SR 741.031) und ist nicht zu beanstanden.”
“Sowohl die Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG, als auch das pflichtwidrige Verhalten bei einem Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG werden mit Busse bestraft. Gemäss Art. 104 StGB gilt das Asperationsprinzip gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB auch für Übertretungsbussen (ACKERMANN in: BSK StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 49 N 101). Indem die beiden Delikte mit Busse sanktioniert werden, sind diese Strafarten gleichartig.”
Kann in der Interessenabwägung die Schwere der Tat und der Schutz von Leben bzw. Gesundheit überwiegen, so kann die Verwertbarkeit einer – allenfalls rechtswidrig – erlangten Aufnahme bejaht werden; dies gilt je nach den konkreten Umständen auch für eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG.
“Für die Beurteilung der Frage, ob eine zur Verwertbarkeit führende Einwilligung vorliegt, wird sie demnach nebst den Aussagen des Beschwerdeführers (nur noch) auf die teilnahmerechtskonform abgehaltenen gerichtlichen Einvernahmen der Mitbeschuldigten und allfällige korrekt durchgeführte neue Befragungen abstellen können. Gegebenenfalls und jedenfalls dann, wenn sich eine Einwilligung nicht wird nachweisen lassen und sie die Videoaufnahme daher als rechtswidrigen privaten Beweis qualifizieren sollte, wird die Vorinstanz zu prüfen haben, ob eine Verwertbarkeit dennoch zu bejahen ist, weil die Strafbehörden die Videoaufnahme hypothetisch rechtmässig hätten erlangen können und die Schwere der im Raum stehenden Straftat ihre Verwertung rechtfertigt (vgl. E. 1.3.1 oben). Denn anders als die Vorinstanz in ihren Ausführungen zu den betreffenden Voraussetzungen festhält (vgl. angefochtenes Urteil E. II.2.4.2 S. 14), kann je nach den konkreten Umständen auch ein Vergehen wie die dem Beschwerdeführer angelastete grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine entsprechend schwere, eine Verwertung rechtfertigende Straftat ausmachen (vgl. BGE 147 IV 9 E. 1.4; zur groben Verletzung der Verkehrsregeln als schwere Straftat, indes jeweils mit Bezug auf eine unzulässige staatliche Beweiserhebung: Urteile 7B_184/2022 vom 30. November 2023 E. 2.6; 6B_821/2021 vom 6. September 2023 E. 1.5.4 ff., nicht publ. in BGE 149 IV 369).”
“2 LCR) de sorte que l'intérêt à la vie, ainsi qu'à la santé, était prépondérant par rapport à l'atteinte à la vie privée subie par A______. D. a. Dans son recours, A______ estime que les enregistrements vidéos, obtenus illicitement, devaient être déclarés inexploitables, les infractions punies par l'art. 90 al. 1 et 2 LCR n'étant pas des infractions graves au sens de l'art. 141 al. 2 CPP, ce que le Ministère public avait omis d'analyser. b. Dans ses observations, le Ministère public conclut au rejet du recours. Il soumet des réquisitions de preuve à la Chambre de céans afin de déterminer si la caméra s'enclenchait automatiquement, combien de temps les images restaient en mémoire et le nombre de personnes qui avait accès à ces images. Une décision d'inexploitabilité de moyens de preuve ne pouvait être prise que dans des cas manifestes. Or, la procédure se trouvant encore au stade de l'instruction, lesdits enregistrements vidéos ne pouvaient être écartés. En outre, ils étaient licites. Les faits reprochés avaient été qualifiés de violation grave aux règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) dans l'ordonnance pénale du 4 mars 2020. La caméra embarquée dans le véhicule filmait de trois en trois minutes. Le prévenu était conscient que les évènements avaient été filmés à tout le moins en partie; il n'avait pourtant pas déposé plainte. B______ ne jouait pas au justicier de la route; il s'était senti en danger en raison du comportement du recourant. Au vu des circonstances du cas d'espèce, les intérêts à la vie et à la santé protégés par l'art 90 al. 2 LCR étaient prépondérants à l'atteinte à la vie privée subie par le recourant, lequel avait d'ailleurs compris au moment des faits qu'il était filmé. Le moyen de preuve litigieux devait dès lors être considéré comme licite. À supposer les enregistrements vidéos illicites, ils devraient être considérés comme exploitables au sens de l'art. 141 al. 2 CPP. Tout d'abord, il s'agissait de déterminer si l'on était en présence d'une infraction grave, avant d'analyser si le moyen de preuve aurait pu être récolté de manière licite par les autorités pénales.”
“Selbst wenn die Aufzeichnung unter Verletzung einer Gültigkeitsvorschrift zustande gekommen sei, wirke sich dies im Rahmen der Interessenabwägung nur in geringem Ausmass aus. Für die Verwertbarkeit spreche, dass die Aufzeichnung im öffentlichen Raum und an einer Stelle erfolgt sei, an welcher auch seitens der Polizei Aufzeichnungen zulässig wären. Die Polizei habe denn offenbar auch zu verstehen gegeben, dass sie die betreffende Videoüberwachung durch die Israelitische Gemeinde Basel für angebracht halte. Auch der Beschwerdeführer anerkenne, dass die installierte Kamera zur Gewährleistung der Sicherheit der Synagoge eine vollkommen legitime Zweckverfolgung darstelle. Die Verwertung der Videoaufzeichnung sei vorliegend unerlässlich und zulässig, da sich ansonsten lediglich die Aussagen der beiden Involvierten gegenüberstehen würden, die beide nicht ohne weiteres überzeugten. Alsdann sei ein Verhalten zu prüfen, das eine erhebliche Gefährdung von Leib und Leben mit sich bringen könne und eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG darstelle.”
Auch bei im unteren Bereich des Verschuldens kann ein über längere Zeit oder wiederholt andauerndes Unterschreiten des Sicherheitsabstands strafschärfend wirken. Die Praxis hat derartige Verhaltensweisen – je nach Dauer und Schwere – mit empfindlichen Geldstrafen geahndet.
“Der Berufungskläger hat die Strafzumessung zu Recht nicht eigens angefochten. Die Vorinstanz ist für die grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG treffend von einer Geldstrafe bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe ausgegangen. Das Verschulden des Berufungsklägers bewegt sich im unteren Bereich des Strafrahmens, ist aber gleichwohl nicht zu bagatellisieren. Der Berufungskläger hat den viel zu geringen Abstand während einer längeren Zeit und ohne Anlass aufrechterhalten, was insbesondere bei einem plötzlichen Bremsmanöver des voranfahrenden Fahrzeugs leicht zu einer heftigen Kollision mit massiven Verletzungsfolgen für andere Verkehrsteilnehmer hätte führen können. Dieses Fahrverhalten zeugt von einer beachtlichen Unbekümmertheit gegenüber der von ihm geschaffenen, offensichtlichen Gefahrensituation. Insgesamt ist dafür eine Geldstrafe von 10 Tagessätzen angemessen, was auch der kantonalen Praxis in solchen Fällen entspricht. Der Berufungskläger verzeichnet Vorstrafen aus den Jahren 2010 und 2015 im Zusammenhang mit Verkehrsdelikten sowie Administrativmassnahmen in den Jahren 2008 (mittelschwerer Fall), 2010 (schwerer Fall) und 2012 (leichter Fall).”
“120 km/h schnellen Verkehrsflusses auf der Überholspur und deswegen auf die Möglichkeit eines verkehrsbedingten Aufschliessens des Beschwerdeführers hindeute. Die Vorinstanz hat die entsprechende Möglichkeit also nicht etwa ausser Betracht gelassen, sondern ausdrücklich und nachvollziehbar ausgeschlossen. Unter den gegebenen Umständen verbleibt kein Raum dafür, zu Gunsten des Beschwerdeführers anzunehmen, das zu nahe Auffahren sei verkehrsbedingt erfolgt. Aus den glaubhaften Aussagen von B.________, der nicht nur eine wenige Augenblicke lange Situation beschrieb, sondern namentlich auch das Gestikulieren des Beschwerdeführers beobachten konnte, geht ausserdem hervor, dass dessen regelwidriges Verhalten eine strafrechtlich relevante Dauer - die nach der Rechtsprechung relativ kurz sein kann (vgl. E. 4.1) - erreicht hat. Es bestand demnach kein Anlass, die Zeugen über die genaue Dauer des zu nahen Auffahrens gezielt zu befragen, wie es der Beschwerdeführer bemängelt. Der Schuldspruch gestützt auf Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV erweist sich auch in dieser Hinsicht als bundesrechtskonform.”
“Vorliegend ist der Beschuldigte der groben Verletzung der Verkehrsregeln (Unterschreiten des minimalen Sicherheitsabstands) schuldig zu erklären. Eine grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung kann betreffend die objektiven Tatkomponenten Folgendes festgehalten werden: Dass der Berufungskläger durch das massive Missachten der Abstandsvorschriften andere Verkehrsteilnehmer erhöht abstrakt gefährdet hat, ist bereits im Rahmen der rechtlichen Würdigung als Qualifikationsmerkmal von Art. 90 Abs. 2 SVG zu seinen Lasten gewürdigt worden. Zu berücksichtigen ist hier zusätzlich, dass der Beschuldigte nicht bloss kurzzeitig, sondern nachweislich über eine längere Strecke von rund 1'400 Metern immer wieder mit einem deutlich zu geringen Abstand auf das vor ihm fahrende Auto aufgefahren ist - dieser Umstand wurde bei der Prüfung des objektiven Tatbestands zwar aufgrund der Ausführungen des Beschuldigten erläutert, war dort aber noch nicht von Bedeutung, da es zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG eben nicht auf die Dauer der Abstandsunterschreitung ankommt, zumal immer ein genügender Abstand einzuhalten ist. Zudem ist das dem Beschuldigten folgende zivile Fahrzeug der Polizei zu keinem Zeitpunkt derart nahe auf seinen Personenwagen aufgefahren, dass dieses ihn an der Vergrösserung des Abstands gehindert hätte, was ebenfalls leicht verschuldenserhöhend ins Gewicht fällt. Demgegenüber ist verschuldensmindernd zu beachten, dass der Beschuldigte nicht vorsätzlich, sondern bloss grobfahrlässig gehandelt hat.”
Bei Verurteilung wegen Art. 90 Abs. 1 SVG werden üblicherweise die erstinstanzlichen Verfahrenskosten der verurteilten Person auferlegt. Das Gericht kann diese Kosten konkret festsetzen; dies schliesst auch moderate Beträge nicht aus.
“Da die Berufungsklägerin im Berufungsverfahren der (einfachen) Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen wird, sind die erstinstanzlichen Verfahrenskosten zu belassen. Demgemäss trägt die Berufungsklägerin für das erstinstanzliche Verfahren Kosten von CHF”
“En effet, une éventuelle incurie de la Ville de Fribourg en matière de circulation ne saurait être en lien de causalité avec l’accident provoqué par l’appelant et ne saurait dès lors être considérée comme un motif justifiant une mise à sa charge des frais de procédure. 2.6. En ce qui concerne la requête de l’appelant tendant à la mise à la charge de l’Etat des frais judiciaires mis à sa charge par le Tribunal fédéral, elle doit également être rejetée dans la mesure de sa recevabilité. En effet, il n’existe aucun motif justifiant cette mise à la charge de l’Etat et l’appelant n’en invoque d’ailleurs aucun. 3. 3.1. Vu le sort de l’appel, les frais de la procédure d’appel, arrêtés à CHF 900.- (émolument : CHF 800.- ; débours : CHF 100.-) sont mis à la charge de A.________. 3.2. Aucune indemnité de partie n’est accordée à la partie qui supporte les frais de procédure (ATF 137 IV 352 cons. 2.4.2). la Cour arrête : I. L’appel est rejeté. Partant, le jugement du Juge de police de l’arrondissement de la Sarine du 19 décembre 2023 est confirmé dans la teneur suivante : reconnaît A.________ coupable de violation simple des règles de la circulation routière et, en application de l’art. 90 al. 1 LCR en relation avec les art. 31 al. 3, 33 al. 1, 34 al. 4 LCR et 12 al. 1 OCR ; l’exempte de toute peine (art. 54 CP) ; le condamne au paiement des frais de procédure par CHF 150.- (émolument et débours compris) (art. 421, 422, 424 et 426 CPP). II. La requête de A.________ tendant à la mise à la charge de la Ville de Fribourg des frais de procédure mis à sa charge est rejetée. III. La requête de A.________ tendant à la mise à la charge de l’Etat des frais judiciaires mis à sa charge par le Tribunal fédéral est rejetée. IV. Les frais de la procédure d’appel, arrêtés à CHF 900.- (émolument : CHF 800.- ; débours : CHF 100.-) sont mis à la charge de A.________. V. Aucune indemnité de partie n’est allouée. VI. Notification. Cet arrêt peut faire l'objet d'un recours en matière pénale au Tribunal fédéral dans les trente jours dès la notification de l’arrêt rédigé. La qualité et les autres conditions pour interjeter recours sont déterminées par les art. 78 à 81 et 90 ss de la loi sur le Tribunal fédéral du 17 juin 2005 (LTF).”
Ein ungenügender Abstand kann eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG begründen. Was unter «ausreichendem Abstand» zu verstehen ist, richtet sich nach den konkreten Umständen (Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse, Fahrzeugzustand etc.). Die Rechtsprechung nennt als Orientierungswerte die Zwei‑Sekunden‑Regel bzw. den «halben Tacho» (entsprechend ca. 1,8 s) als übliche Mindeststandards. Auf Autobahnen wird in der Praxis zudem die Regel «1/6 Tacho» (ca. 0,6 s) als Richtschnur herangezogen.
“1 de l'ordonnance sur les règles de la circulation routière (OCR ; RS 741.11), selon lequel, lorsque des véhicules se suivent, le conducteur se tiendra à une distance suffisante du véhicule qui le précède, afin de pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. L'irrespect d'une distance suffisante constitue une violation simple (art. 90 al. 1 LCR), le cas échéant grave (art. 90 al. 2 LCR) des règles de la circulation. Ce qu'il faut entendre par « distance suffisante » au sens de l'art. 34 al. 4 LCR dépend des circonstances concrètes, notamment des conditions de la route, de la circulation et de la visibilité, de même que de l'état des véhicules impliqués. Le sens de cette règle de circulation est avant tout de permettre au conducteur, même en cas de freinage inopiné du véhicule qui précède, de s'arrêter derrière lui. La jurisprudence n'a développé aucun principe général en ce qui concerne la distance à partir de laquelle une violation simple des règles de la circulation, au sens de l'art. 90 al. 1 LCR, doit être retenue dans tous les cas, même en présence de conditions favorables. Elle a toutefois admis que la règle des deux secondes ou du « demi-compteur » (correspondant à un intervalle de 1,8 seconde) étaient des standards minima habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1 p. 135 ; ATF 104 IV 192 consid. 2b p. 194). Sur une autoroute, la règle du « 1/6 compteur », respectivement de l’intervalle de 0,6 secondes, peut être utilisée pour déterminer si l’infraction doit être qualifiée de grave (ATF 131 IV 133 consid. 3.2.2 ; TF 6B_894/2020 du 26 novembre 2020 consid. 2.1 ; TF 6B_1139/2019 du 3 avril 2020 consid. 2.2). 4.2 4.2.1 Peu après son interpellation, le prévenu a signé la déposition suivante : « Ce jour, je suis parti depuis mon domicile à Montherod en direction de Ste-Croix, au volant de ma voiture de tourisme immatriculée [...], marque Ford Flex. Alors que je circulais sur l’autoroute A1 entre l’échangeur d’Ecublens et celui de Villars-Ste-Croix, sur la voie gauche de l’autoroute, à une vitesse que j’estime à moins de 100 km/h en raison du radar, j’ai rattrapé le véhicule qui me précédais (sic).”
“1 de l'ordonnance sur les règles de la circulation routière (OCR; RS 741.11), selon lequel lorsque des véhicules se suivent, le conducteur se tiendra à une distance suffisante du véhicule qui le précède, afin de pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. L'irrespect d'une distance suffisante constitue une violation simple (art. 90 al. 1 LCR), le cas échéant grave (art. 90 al. 2 LCR) des règles de la circulation. Ce qu'il faut entendre par « distance suffisante » au sens de l'art. 34 al. 4 LCR dépend des circonstances concrètes, notamment des conditions de la route, de la circulation et de la visibilité, de même que de l'état des véhicules impliqués. Le sens de cette règle de circulation est avant tout de permettre au conducteur, même en cas de freinage inopiné du véhicule qui précède, de s'arrêter derrière lui. La jurisprudence n'a développé aucun principe général en ce qui concerne la distance à partir de laquelle une violation simple des règles de la circulation, au sens de l'art. 90 al. 1 LCR, doit être retenue dans tous les cas, même en présence de conditions favorables. Elle a toutefois admis que la règle des deux secondes ou du « demi-compteur » (correspondant à un intervalle de 1,8 seconde) étaient des standards minima habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1 p. 135 ; ATF 104 IV 192 consid. 2b p. 194). Prenant en compte la pratique allemande et la doctrine, la jurisprudence du Tribunal fédéral a considéré que le cas peut être grave lorsque l'intervalle entre les véhicules est inférieur à 0,8 voire 0,6 seconde (ATF 131 IV 133 consid. 3.2.2 p. 137 et les références citées). Ainsi, une faute grave a été retenue lorsqu'un automobiliste a, sur une distance de 800 mètres environ et à une vitesse supérieure à 100 km/h, suivi le véhicule le précédant sur la voie de gauche de l'autoroute avec un écart de moins de 10 mètres, correspondant à 0,3 seconde de temps de parcours (ATF 131 IV 133; cf. aussi TF 1C_356/2009 du 12 février 2010; TF 1C_7/2010 du 11 mai 2010; TF 1C_274/210 du 7 octobre 2010).”
“Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern ein aus- reichender Abstand einzuhalten, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren. Was unter einem "ausreichenden Ab- stand" im Sinne von Art. 34 Abs. 4 SVG zu verstehen ist, hängt von den gesam- - 19 - ten Umständen ab. Dazu gehören unter anderem die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der beteiligten Fahrzeuge. Die Recht- sprechung - welche die Vorinstanz sorgfältig zusammengetragen hat und vorauf verwiesen werden kann (vgl. Urk. 30 S. 9 f.) - hat keine allgemeinen Grundsätze zur Frage entwickelt, bei welchem Abstand in jedem Fall, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG anzunehmen ist. Im Sinne von Faustregeln wird für Personenwagen auf die Regel "halber Tacho" (entsprechend 1,8 Sekunden) und die "Zwei-Sekunden"- Regel (als Minimum) abgestellt. Die Rechtsprechung hat auch keine allgemeinen Grundsätze zur Frage entwickelt, bei welchem Abstand in jedem Fall, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG anzunehmen ist (zum Ganzen BGE 131 IV 133 E. 3.1 m.H.). Für die Beurteilung, ob eine grobe Verkehrsregelverletzung anzunehmen ist, wird auf Autobahnen als Richtschnur die Regel "1/6-Tacho" bzw. Abstand von 0,6 Se- kunden herangezogen (vom Bundesgericht bestätigt im kürzlich ergangenen Ur- teil 6B_894/2020 vom 26. November 2020 [E.2.1.: "Sur une autoroute, la règle du «1/6 compteur », respectivement de l'intervalle de 0,6 seconde, peut être utilisée pour déterminer si l'infraction doit être qualifiée de grave."], mit Verweis u.a. auf BGE 131 IV 133 E.”
“Dans de tels cas, une négligence grossière ne peut être admise que si l'absence de prise de conscience du danger créé pour autrui repose elle-même sur une absence de scrupules (ATF 131 IV 133 consid. 3.2 ; TF 6B_630/2020 du 6 octobre 2020 consid. 3.1 ; TF 6B_1300/2016 du 5 décembre 2017 consid. 2.1.2 non publié aux ATF 143 IV 500). Plus la violation de la règle de la circulation est objectivement grave, plus on admettra l'existence d'une absence de scrupule, sauf indice particulier permettant de retenir le contraire (ATF 142 IV 93 consid. 3.1). 4.2.3 L'art. 34 al. 4 LCR prévoit que le conducteur doit observer une distance suffisante notamment lorsque des véhicules se suivent. Cette disposition est concrétisée à l'art. 12 al. 1 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11), selon lequel lorsque des véhicules se suivent, le conducteur se tiendra à une distance suffisante du véhicule qui le précède, afin de pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. L'irrespect d'une distance suffisante constitue une violation simple (art. 90 al. 1 LCR), le cas échéant grave (art. 90 al. 2 LCR) des règles de la circulation (TF 6B_110/2017 du 12 octobre 2017 consid. 2.1). Ce qu'il faut comprendre par « distance suffisante » au sens de l'art. 34 al. 4 LCR doit être déterminé au regard de toutes les circonstances, telles qu’en particulier la configuration des lieux, la densité du trafic, la visibilité et le véhicule en cause. Il n'y a pas de règle générale développée par la jurisprudence qui indiquerait à partir de quelle distance une violation des règles de la circulation pourrait être retenue. Les règles des deux secondes ou du « demi compteur » (correspondant à un intervalle de 1,8 secondes) constituent cependant des standards minimaux habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1 ; TF 6B_110/2017 du 12 octobre 2017, consid. 2.1). Sur une autoroute, la règle du « 1/6 compteur », respectivement de l’intervalle de 0,6 secondes, peut être utilisée pour déterminer si l’infraction doit être qualifiée de grave (ATF 131 IV 133 consid.”
“Für die Beurteilung, ob eine grobe Verkehrsregelverletzung anzunehmen ist, wird auf Autobahnen als Richtschnur die Regel «1/6-Tacho» bzw. ein Abstand von 0,6 s herangezogen (statt vieler vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1139/2019 vom 3. April 2020, E. 2.2.). Wie die Vorinstanz ausführte, anerkannte das Bundesgericht zwar, dass im dichten Stadtverkehr nicht strikte auf die «Zwei-Sekunden»- oder «halber Tacho»-Regel abgestellt werde könne, pflichtete jedoch bei, dass diese Regel auf Autobahnen unverzichtbar sei, selbst wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht ausgefahren werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_502/2016 vom 13. September 2016 E. 2 f.). Weiter kann auch bei Unterschreitung des Mindestabstandes auf einer verhältnismässig kurzen Strecke eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer und damit eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln angenommen werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_534/2008 vom 13. Januar 2009 E. 3.5.: ungenügender Abstand während einer Strecke von mindestens 300 m auf der Autobahn). Der Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG kann sowohl vorsätzlich als auch fahrlässig begangen werden (Art. 100 Ziff. 1 SVG). Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nach der Rechtsprechung ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; 130 IV 32 E. 5.1.; 126 IV 192 E. 3.; 123 IV 88 E. 2a und 4a; 118 IV 285 E. 4.). Der Täter muss sowohl die grobe Verkehrsregelverletzung als auch die Schaffung der Gefahr zumindest in Kauf nehmen, wobei Inkaufnehmen nicht Eventualvorsatz meint, sondern bloss grobe Fahrlässigkeit (Fiolka, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2. Auflage 2014, N 93 zu Art. 90 SVG). Diese ist zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen, also unbewusst fahrlässig gehandelt hat (BGE 130 IV 32 E.”
Unterschreitung des erforderlichen Abstands stellt eine Verletzung der Verkehrsregel im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG dar. Die Rechtsprechung verwendet dabei als Orientierungswerte die «halber Tacho»- bzw. die Zwei‑Sekunden‑Regel. In den vorgelegten Entscheiden wurde eine Rechtfertigung der angeführten Abstandsverletzung mit Notstand abgelehnt.
“Die Vorinstanz hält fest, die Rechtsprechung lasse eine Einschränkung der "Zwei-Sekunden"-Regel bzw. der "halber Tacho"-Regel einzig im dichten Stadtverkehr und beim Anfahren nach Lichtsignalen zu. Diese Ausnahmen für ein Abweichen von der Faustregel "halber Tacho"-Abstand seien vorliegend nicht gegeben. Selbst bei Annahme des für den Beschwerdeführer günstigsten Sachverhaltsgeschehens (45 km/h und 20 Meter Abstand) habe er den erforderlichen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht eingehalten. Art. 34 Abs. 4 SVG richte sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung an den nachfolgenden Fahrzeuglenker, dieser habe seine Aufmerksamkeit auf den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und nicht auf den ihm nachfolgenden Verkehrsteilnehmer zu richten. Die von ihm verursachte Kollision könnte der Beschwerdeführer auch nicht mit einer Notstandssituation rechtfertigen, da eine solche nicht bestanden habe. Demnach habe sich der Beschwerdeführer der Verletzung der Verkehrsregel im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig gemacht.”
“Vor diesem Hintergrund gelangt vorliegend die "halber Tacho"-Regel zur An- wendung und kann dementsprechend der Verteidigung, welche die 1-Sekunden- regel für einschlägig erachtet (vgl. Urk. 44 S. 5 f.), nicht gefolgt werden. Die zu be- urteilende Fahrt fand weder im dichten Stadtverkehr noch in einem Bereich, in welchem reduzierte Geschwindigkeiten gefahren werden, statt. Schliesslich fuhr der Beschuldigte auch kein Lichtsignal an. Ein Tatbestand, der rechtsprechungs- gemäss eine Einschränkung der "halben Tacho"-Regel zulassen würde, ist folg- lich nicht ersichtlich. - 14 - 4.Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV sowie in Anwendung der Regel "halber Tacho" hätte der Beschuldigte bei der gefahrenen Geschwin- digkeit von 45 km/h einen Abstand von mindestens 22,5 Metern zum vorderen Fahrzeug einhalten müssen. Indem er selbst bei Annahme des für ihn günstigsten Sachverhaltsgeschehens lediglich mit einem Abstand von 20 Metern zum vorde- ren Fahrzeug gefahren ist, hat er den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabs- tand unterschritten und sich daher der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig gemacht, wofür er zu bestrafen ist. Auf den Eventualantrag des Statthalteramtes (Schuldigsprechung wegen Nichtbeherrschens des Fahr- zeugs) braucht folglich nicht eingegangen zu werden. 5.Was die vonseiten des Beschuldigten geltend gemachte "Pflichtenkollision" anbelangt, so ist anzumerken, dass sich Art. 34 Abs. 4 SVG nach der bundesge- richtlichen Rechtsprechung an den nachfolgenden Fahrzeuglenker richtet. Der Fahrzeugführer muss damit ausser dem Abstand zum Vorausfahrenden nicht auch denjenigen zum nachfolgenden Verkehrsteilnehmer beachten. Jeder Lenker ist ausschliesslich für den ausreichenden Abstand nach vorn verantwortlich. Es kann nicht verlangt werden, dass der Vorausfahrende seine Geschwindigkeit er- höhe, um einen zu geringen Abstand zum nachfolgenden Fahrzeug zu vergrös- sern, denn dies würde zu einer unzulässigen Ablenkung der Aufmerksamkeit vom Verkehrsgeschehen vor dem Fahrzeug führen, welches in erster Linie zu beob- achten ist.”
“Dans de tels cas, une négligence grossière ne peut être admise que si l'absence de prise de conscience du danger créé pour autrui repose elle-même sur une absence de scrupules (ATF 131 IV 133 consid. 3.2 ; TF 6B_630/2020 du 6 octobre 2020 consid. 3.1 ; TF 6B_1300/2016 du 5 décembre 2017 consid. 2.1.2 non publié aux ATF 143 IV 500). Plus la violation de la règle de la circulation est objectivement grave, plus on admettra l'existence d'une absence de scrupule, sauf indice particulier permettant de retenir le contraire (ATF 142 IV 93 consid. 3.1). 4.2.3 L'art. 34 al. 4 LCR prévoit que le conducteur doit observer une distance suffisante notamment lorsque des véhicules se suivent. Cette disposition est concrétisée à l'art. 12 al. 1 OCR (ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11), selon lequel lorsque des véhicules se suivent, le conducteur se tiendra à une distance suffisante du véhicule qui le précède, afin de pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. L'irrespect d'une distance suffisante constitue une violation simple (art. 90 al. 1 LCR), le cas échéant grave (art. 90 al. 2 LCR) des règles de la circulation (TF 6B_110/2017 du 12 octobre 2017 consid. 2.1). Ce qu'il faut comprendre par « distance suffisante » au sens de l'art. 34 al. 4 LCR doit être déterminé au regard de toutes les circonstances, telles qu’en particulier la configuration des lieux, la densité du trafic, la visibilité et le véhicule en cause. Il n'y a pas de règle générale développée par la jurisprudence qui indiquerait à partir de quelle distance une violation des règles de la circulation pourrait être retenue. Les règles des deux secondes ou du « demi compteur » (correspondant à un intervalle de 1,8 secondes) constituent cependant des standards minimaux habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1 ; TF 6B_110/2017 du 12 octobre 2017, consid. 2.1). Sur une autoroute, la règle du « 1/6 compteur », respectivement de l’intervalle de 0,6 secondes, peut être utilisée pour déterminer si l’infraction doit être qualifiée de grave (ATF 131 IV 133 consid.”
“Celui qui viole des règles de la circulation et crée ainsi une situation confuse ou dangereuse ne peut pas attendre des autres qu'ils parent à ce danger par une attention accrue. Cette limitation n'est cependant plus applicable lorsque la question de savoir si l'usager a violé une règle de la circulation dépend précisément de la possibilité qu'il a d'invoquer le principe de la confiance, en d'autres termes, si et dans quelle mesure il pouvait se fonder sur le comportement de l'autre usager (ATF 125 IV 83 consid. 2b ; ATF 120 IV 252 consid. 2d/aa ; ATF 143 IV 500 consid. 1.2.4). 4.1.7. L'art. 34 al. 4 LCR prévoit que le conducteur doit observer une distance suffisante notamment lorsque des véhicules se suivent. Cette disposition est concrétisée à l'art. 12 al. 1 de l'ordonnance sur les règles de la circulation routière (OCR), selon lequel lorsque des véhicules se suivent, le conducteur se tiendra à une distance suffisante du véhicule qui le précède, afin de pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. L'irrespect d'une distance suffisante constitue une violation simple (art. 90 al. 1 LCR), le cas échéant grave (art. 90 al. 2 LCR) des règles de la circulation. Ce qu'il faut comprendre par "distance suffisante" au sens de l'art. 34 al. 4 LCR doit être déterminé au regard de toutes les circonstances, telles en particulier la configuration des lieux, la densité du trafic, la visibilité et le véhicule en cause. Il n'y a pas de règle générale développée par la jurisprudence qui indiquerait à partir de quelle distance une violation des règles de la circulation pourrait être retenue. Les règles des deux secondes ou du "demi compteur" (correspondant à un intervalle de 1.8 secondes) constituent cependant des standards minimaux habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_110/2017 du 12 octobre 2017 consid. 2.1). La règle des deux secondes revient à respecter un intervalle de deux fois la distance parcourue en une seconde. La règle du "demi compteur" consiste à respecter une distance correspondant à la moitié de la vitesse au compteur, par exemple, une distance de 30 m à 60 km/h, de 40 m lorsque l'on circule à 80 km/h, etc.”
Art. 90 Abs. 1 SVG erfasst einfache Verletzungen der Verkehrsregeln; darunter fallen sowohl vorsätzliches als auch fahrlässiges Verhalten. In Bagatellfällen kommt nach den massgeblichen Bestimmungen des Strafrechts ein Absehen von Verfolgung oder Bestrafung in Betracht; zudem ist gegebenenfalls die Möglichkeit der Strafmilderung zu prüfen.
“der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 89 f.): Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer Verkehrsregeln dieses Gesetztes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Art. 90 Abs. 1 setzt die Verletzung einer beliebigen Verkehrsregel des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats voraus. Unter diese Bestimmung fallen sämtliche Verkehrsregelverletzungen, soweit diese keinen qualifizierten Tatbestand erfüllen. Erfasst werden sodann vorsätzliche sowie auch fahrlässige Handlungen (BSK SVG-FIOLKA, Art. 90 Abs. 1 N 29 f.). […] Das Signal «Parkieren mit Parkscheibe» kennzeichnet Parkplätze, auf denen beim Parkieren eine Parkscheibe nach Anhang 3 Ziff. 1 verwendet werden muss. Diese muss gemäss Abs. 4 gut sichtbar hinter der Frontscheibe am Fahrzeug angebracht werden. Grundsätzlich gilt, dass Signale, Markierungen sowie Weisungen der Polizei zu befolgen sind (Art. 27 Abs. 1 SVG). Zudem gilt die Signalisationsverordnung (SSV) als Vollziehungsvorschrift i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG. Des Weiteren sind die Kantone und Gemeinden befugt, das Parkieren besonders zu regeln (BSK-SVG, N 70 zu Art. 3). Die Verkehrsregeln des SVG erfassen den rollenden und ruhenden Verkehr nur insoweit, als es sich um Verkehr handelt, der sich im Rahmen der Zweckbestimmung der Strassen hält und mithin als Gemeingebrauch erscheint. Das Parkieren während der ganzen Nacht oder während der halb oder ganztägigen Arbeitszeit stellt dagegen einen gesteigerten Gemeingebrauch dar, weshalb dessen Regelung in die alleinige Kompetenz der Kantone fällt. Aus diesem Grunde sind die Kantone befugt, nicht nur Kontrollgebühren, sondern eben auch Benützungs- oder Lenkungsabgaben zu erheben. Gemäss Art. 65 der kantonalen Strassenverkehrsverordnung sind die Gemeinden befugt über den gesteigerten Gemeingebrauch von öffentlichen Strassen und Plätzen Polizeivorschriften zu erlassen. Art. 66 dieser Verordnung regelt, dass solche Verrichtungen, für welche die öffentliche Strasse über den Gemeingebrauch hinausgehend in Anspruch genommen wird, nur mit Bewilligung gestattet ist.”
“Strafrahmen, Strafmilderung und Strafbedürfnis Die einfache Verkehrsregelverletzung ist mit Busse bis zu CHF 10'000.00 bedroht (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG und Art. 106 Abs. 1 StGB). Gemäss Art. 48 Bst. e StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich vermindert ist und der Täter sich in dieser Zeit wohl verhalten hat. Nach der Rechtsprechung ist dieser Strafmilderungsgrund in jedem Fall zu beachten, wenn mindestens zwei Drittel der Verjährungsfrist abgelaufen sind. Für die Berechnung ist der Zeitpunkt des Berufungsurteils massgebend (vgl. BGE 140 IV 145 E. 3.1; Urteil des BGer 6B_1256/2018 vom 28. Oktober 2019 E. 3.4). Gemäss Art. 52 StGB sieht die zuständige Behörde von einer Strafverfolgung, einer Überweisung an das Gericht oder einer Bestrafung ab, wenn Schuld und Tatfolgen geringfügig sind. Mit der Regelung von Art. 52 StGB hat der Gesetzgeber nicht beabsichtigt, dass in allen Bagatellstraftaten generell auf eine strafrechtliche Sanktion verzichtet wird. Eine Strafbefreiung kommt nur bei Delikten in Frage, bei denen keinerlei Strafbedürfnis besteht.”
Schwere Widerhandlungen im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG entsprechen den schweren Widerhandlungen gemäss Art. 16c LCR und ziehen in der Regel einen Führerausweisentzug von mindestens drei Monaten nach sich. Bei Wiederholungsfällen können längere Mindestentzüge zur Anwendung kommen (z. B. mindestens zwölf Monate, sofern die in Art. 16c Abs. 2 LCR genannten Voraussetzungen erfüllt sind). Bei der Bemessung der Entzugsdauer sind die in Art. 16 Abs. 3 LCR genannten Umstände zu berücksichtigen.
“16a SVG begeht eine leichte Widerhandlung, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft, sofern ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Abs. 1 lit. a). Die fehlbare Person wird verwarnt, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis nicht entzogen war und keine andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Abs. 3). Gemäss Art. 16b SVG begeht eine mittelschwere Widerhandlung, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Abs. 1 lit. a). Nach einer mittelschweren Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen (Abs. 2 lit. a). Leichte und mittelschwere Widerhandlungen werden von Art. 90 Abs. 1 SVG als einfache Verkehrsregelverletzungen erfasst (BGE 135 II 138 E. 2.4). Gemäss Art. 16c SVG begeht eine schwere Widerhandlung, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Abs. 1 lit. a). Nach einer schweren Widerhandlung, welche einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG entspricht (BGE 132 II 234 E. 3), wird der Führerausweis für mindestens drei Monate entzogen (Abs. 2 lit. a; zum Ganzen: Urteil BGer 1C_424/2012 vom 14. Januar 2013 E. 2.1).”
“Pour déterminer la durée et s'il y a lieu de prononcer un retrait d'admonestation, la LCR distingue les infractions légères, moyennement graves et graves (art. 16a à 16c LCR). 11. Selon l'art. 16c al. 1 let. b LCR, commet une infraction grave celui qui conduit un véhicule automobile en état d'ébriété et présente un taux d'alcool qualifié dans l'haleine ou dans le sang. Il en va de même de celui qui conduit un véhicule automobile alors que le permis de conduire lui a été retiré (Art. 16c al. 1 let. b LCR). Selon l'art. 2 de l'ordonnance de l'Assemblée fédérale concernant les taux limites d'alcool admis en matière de circulation routière du 15 juin 2012 (RS 741.13), sont considérés comme qualifiés un taux d'alcool dans le sang de 0,8 gramme pour mille ou plus (let. a), ou un taux d'alcool dans l'haleine de 0,4 mg ou plus par litre d'air expiré (let. b). 12. De façon générale, la qualification de cas grave au sens de l’art. 16c al. 1 let. a LCR correspond à celle de l’art. 90 al. 2 LCR (ATF 132 II 234 consid. 3 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B.264/2007 du 19 septembre 2007 consid. 3.1 ; ATA/458/2012 du 30 juillet 2012). 13. Après une infraction grave, le permis d’élève conducteur ou le permis de conduire est retiré pour douze mois au minimum si, au cours des cinq années précédentes, le permis a été retiré une fois en raison d’une infraction grave ou à deux reprises en raison d’infractions moyennement graves (art. 16c al. 2 let. c LCR). 14. Selon l'art. 16 al. 3 LCR, les circonstances doivent être prises en considération pour fixer la durée du retrait du permis de conduire, notamment l'atteinte à la sécurité routière, la gravité de la faute, les antécédents en tant que conducteur, ainsi que la nécessité professionnelle de conduire un véhicule automobile. La durée minimale du retrait ne peut toutefois être réduite. Ces éléments doivent faire l'objet d'une appréciation d'ensemble, de manière à atteindre autant que possible l'effet éducatif et préventif auquel tend la mesure.”
Bei der zivilrechtlichen Adäquanzbeurteilung kommt es auf die Schwere des Verstosses gegen die Sorgfaltspflicht an. Die strafrechtliche Einstufung als «grob» nach Art. 90 Abs. 2 SVG ist dafür nicht ohne Weiteres massgebend.
“Ebenso wenig hilft es der Beschwerdeführerin weiter, dass C.________ wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG) und nicht wegen grober Verletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG gebüsst wurde. Der Begriff der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG, der ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend regelwidriges Verhalten voraussetzt (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 118 V 305 E. 2b), ist im vorliegenden Kontext der Gewichtung des Selbstverschuldens im Rahmen der Adäquanzbeurteilung nicht gleichermassen massgebend (vgl. Urteil 4A_179/2021 vom 20. Mai 2022 E. 4.3.3, zur Publ. bestimmt). Entscheidend ist hier die Schwere des Verstosses gegen die Sorgfaltspflicht (Oftinger/Stark, a.a.O., S. 198 § 5 Rz. 35).”
“Ebenso wenig hilft es der Beschwerdeführerin weiter, dass C.________ wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG) und nicht wegen grober Verletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG gebüsst wurde. Der Begriff der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG, der ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend regelwidriges Verhalten voraussetzt (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 118 V 305 E. 2b), ist im vorliegenden Kontext der Gewichtung des Selbstverschuldens im Rahmen der Adäquanzbeurteilung nicht gleichermassen massgebend (vgl. Urteil 4A_179/2021 vom 20. Mai 2022 E. 4.3.3, zur Publ. bestimmt). Entscheidend ist hier die Schwere des Verstosses gegen die Sorgfaltspflicht (Oftinger/Stark, a.a.O., S. 198 § 5 Rz. 35).”
Die Annahme von Rücksichtslosigkeit i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG ist restriktiv vorzunehmen. Aus einer objektiv schweren Verletzung der Verkehrsregeln darf nicht ohne weiteres auf ein subjektiv ebenso schweres Verschulden geschlossen werden; besondere Gegenindizien können die subjektive Rücksichtslosigkeit verneinen.
“Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, das heisst ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht. Die Annahme einer groben Verletzung von Verkehrsregeln setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen momentanen Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Je schwerer die Verletzung von Verkehrsregeln objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen. Die Annahme von Rücksichtslosigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist jedoch restriktiv zu handhaben, weshalb nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verletzung von Verkehrsregeln geschlossen werden darf. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten ist, wiegt auch subjektiv schwer (BGE 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 2.3.1; 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 3.2.2; 6B_1173/2020 vom 18. November 2020 E. 1.1.1; 6B_994/2019 vom 29. Januar 2020 E. 3.1.1; je mit Hinweisen). Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen und ist damit Tatfrage. Als solche prüft sie das Bundesgericht nur unter dem Gesichtspunkt der Willkür (Art. 9 BV; Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 141 IV 369 E. 6.3). Rechtsfrage ist hingegen, ob gestützt auf die festgestellten Tatsachen Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkter Vorsatz gegeben ist (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 135 IV 152 E. 2.3.2; je mit Hinweisen). Da sich Tat- und Rechtsfragen insoweit teilweise überschneiden, hat das Sachgericht die in diesem Zusammenhang relevanten Tatsachen möglichst erschöpfend darzustellen, damit erkennbar wird, aus welchen Umständen es auf Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkten Vorsatz geschlossen hat (in Bezug auf Eventualvorsatz: BGE 133 IV 1 E.”
“Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung der Verkehrsregeln auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen. Die Annahme von Rücksichtslosigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist jedoch restriktiv zu handhaben, weshalb nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen werden darf. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten ist, wiegt auch subjektiv schwer (Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Die Rücksichtslosigkeit ist ausnahmsweise zu verneinen, wenn besondere Umstände vorliegen, die das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen (BGE 131 IV 133 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 6B_510/2019 vom 8. August 2019 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2). Bei einer (eventual-)vorsätzlichen Missachtung der Verkehrsregeln stellt sich im Falle einer Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zudem die Frage des Vorsatzes in Bezug auf die Gefährdung Dritter, nämlich ob der Täter eine erhöhte abstrakte Gefahr, eine darüber hinausgehende konkrete Gefährdung oder gar eine Verletzung Dritter, d.h. eines Unfalls in Kauf genommen hat oder ob diesbezüglich (bewusste) Fahrlässigkeit vorliegt. Der subjektive Tatbestand ist daher nicht bloss bezüglich der Verletzung der Verkehrsregeln, sondern auch hinsichtlich der damit einhergehenden Folgen bzw. der Risikoverwirklichung zu prüfen, wobei sich ein Eventualvorsatz sowohl auf die Inkaufnahme einer erhöhten abstrakten Gefahr als auch einer darüber hinausgehenden konkreten Gefahr oder gar einer Verletzung Dritter beziehen kann. Es wird in dieser Hinsicht von einem sogenannten «doppelten Vorsatz» gesprochen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.3 mit Hinweisen).”
“Gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich schuldig, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Der objektive Tatbestand der Bestimmung ist nach der Rechtsprechung erfüllt, wenn der Täter erstens eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und zweitens dadurch die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Die Gefahr für die Sicherheit anderer Personen ist nicht erst bei einer konkreten Gefährdung, sondern bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung ernstlich im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG (BGE 142 IV 93 E. 3.1 S. 96, BGer 6B_774/2017 vom 26. Oktober 2017 E. 5.1, je mit Hinweisen; Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Auflage 2015, Art. 90 N 62; Fiolka, in Niggli/ Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, Art. 90 N 41 ff.). Subjektiv erfordert der Tatbestand des Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonstwie schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden (Weissenberger, a.a.O., Art. 90 N 68). Der Täter muss sowohl die grobe Verkehrsregelverletzung als auch die Schaffung der Gefahr zumindest in Kauf nehmen, wobei Inkaufnahme hier nicht Eventualvorsatz, sondern grobe Fahrlässigkeit meint (Fiolka, a.a.O., Art. 90 N 93). Die Annahme von Rücksichtslosigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung restriktiv zu handhaben, weshalb nicht unbesehen von einer objektiv groben auf eine subjektiv grobe Verkehrsregelverletzung geschlossen werden darf (BGE 142 IV 93 E.”
Videoaufnahmen, Standortdaten (z. B. Handy‑Ortung) oder Fotos können erhebliche Beweiskraft haben. Ihre Verwertbarkeit ist jedoch stets im Einzelfall zu prüfen; dabei sind insbesondere die Schwere des Delikts (Art. 90 Abs. 2 SVG), Fragen der Einwilligung bzw. Umstände des Erwerbs sowie die Erheblichkeit der Beweise gegeneinander abzuwägen. In der Praxis kann eine Verwertung auch dann gerechtfertigt sein, wenn formelle Mängel bestehen, sofern sie für die Aufklärung eines schweren Verkehrsdelikts unerlässlich ist.
“Enfin, le seul argument soulevé par la recourante, consistant à dire que la mesure n’est pas utile car son domicile est situé à proximité de l’emplacement du radar, n’est pas convaincant car ce qui est déterminant c’est de savoir si son téléphone portable – et donc elle-même – se trouvait bien au même endroit que le véhicule lorsque celui-ci a été identifié par le radar, ce qui semble être le cas conformément au rapport de la Police de sûreté du 2 novembre 2022, en particulier à l’image 2 annexée (P. 8/2). De toute manière, l’examen de la question de la valeur probante de la mesure relève du juge du fond (TF 1B_487/2019 du 11 novembre 2019 consid. 2). Enfin, la pièce produite par la recourante à l’appui de son recours, soit une déclaration censée émaner de sa belle-sœur avouant avoir conduit ledit véhicule à la date et l’heure litigieuses, n’y change rien. En effet, les éléments présents au dossier ainsi que les conclusions auxquelles sont parvenus les enquêteurs grâce à la mesure de surveillance ordonnée sont suffisants pour suspecter la recourante d’une violation grave d’une règle de la circulation au sens de l’art. 90 al. 2 LCR. 3. Il résulte de ce qui précède que le recours doit être rejeté et l’ordonnance attaquée confirmée. Les frais de la procédure de recours, constitués en l’espèce du seul émolument d’arrêt (art. 422 al. 1 CPP), par 990 fr. (art. 20 al. 1 TFIP [Tarif des frais de procédure et indemnités en matière pénale du 28 septembre 2010 ; BLV 312.03.1]), seront mis à la charge de la recourante, qui succombe (art. 428 al. 1 CPP). Par ces motifs, la Chambre des recours pénale prononce : I. Le recours est rejeté. II. L’ordonnance du 21 octobre 2022 est confirmée. III. Les frais d’arrêt, par 990 fr. (neuf cent nonante francs), sont mis à la charge d’E.________. IV. L’arrêt est exécutoire. La présidente : La greffière : Du Le présent arrêt, dont la rédaction a été approuvée à huis clos, est notifié, par l’envoi d’une copie complète, à : - Mme E.________, - Ministère public central, et communiqué à : - Mme la Présidente du Tribunal des mesures de contrainte - M. le Procureur du Ministère public de l’arrondissement de Lausanne, par l’envoi de photocopies.”
“Rechtliche Grundlagen der groben Verkehrsregelverletzung Die Vorinstanz legte die rechtlichen Grundlagen der groben Verkehrsregelverletzung wie folgt korrekt dar (S. 12 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 187 f.): […]. Wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt, erfüllt […] den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG und wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Strafbar ist auch die fahrlässige Begehung (Art. 100 Ziff. 1 Satz 1 SVG); bei Art. 90 Abs. 1 SVG genügt leichte Fahrlässigkeit, Art. 90 Abs. 2 SVG setzt grobe Fahrlässigkeit voraus (Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2014, Art. 90 SVG N 14). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Verletzung einer Verkehrsregel dann objektiv grob im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn der Verstoss nach den konkreten Umständen als schwerwiegend bezeichnet werden muss, wobei das äussere Erscheinungsbild der Verkehrsregelverletzung, ihr Ausmass und ihre Tragweite für die Verkehrssicherheit mit zu berücksichtigen sind (BGE 106 IV 49, 106 IV 385 ff.). Zu den Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 SVG zählen grundsätzlich die im III. Teil des Gesetzes (Art. 26-57 SVG) enthaltenen Bestimmungen und die gestützt darauf bzw. auf Art. 57 SVG erlassenen bundesrätlichen Vollziehungsvorschriften (Weissenberger, a.a.O., Art. 90 N 6). Art. 27 Abs. 1 SVG schreibt vor, dass Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei befolgt werden müssen. Nach Art. 32 Abs. 2 SVG beschränkt der Bundesrat die Geschwindigkeit der Motorfahrzeuge auf allen Strassen. Ausserhalb von Ortschaften, ausgenommen auf Autostrassen und Autobahnen beträgt diese gemäss Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV 80 km/h. Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gilt ab dem Signal «Ende der Höchstgeschwindigkeit 50 generell» oder «Ende der Höchstgeschwindigkeit» (Art.”
“Selbst wenn die Aufzeichnung unter Verletzung einer Gültigkeitsvorschrift zustande gekommen sei, wirke sich dies im Rahmen der Interessenabwägung nur in geringem Ausmass aus. Für die Verwertbarkeit spreche, dass die Aufzeichnung im öffentlichen Raum und an einer Stelle erfolgt sei, an welcher auch seitens der Polizei Aufzeichnungen zulässig wären. Die Polizei habe denn offenbar auch zu verstehen gegeben, dass sie die betreffende Videoüberwachung durch die Israelitische Gemeinde Basel für angebracht halte. Auch der Beschwerdeführer anerkenne, dass die installierte Kamera zur Gewährleistung der Sicherheit der Synagoge eine vollkommen legitime Zweckverfolgung darstelle. Die Verwertung der Videoaufzeichnung sei vorliegend unerlässlich und zulässig, da sich ansonsten lediglich die Aussagen der beiden Involvierten gegenüberstehen würden, die beide nicht ohne weiteres überzeugten. Alsdann sei ein Verhalten zu prüfen, das eine erhebliche Gefährdung von Leib und Leben mit sich bringen könne und eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG darstelle.”
“Lors de son audition par le Ministère public, le recourant a du reste admis avoir accéléré « pour faire du bruit, car il y avait au bord de la route le jeune qui [l]’avait déjà filmé depuis l’intérieur de l’habitacle ». Les allégations du recourant selon lesquelles il aurait été filmé à son insu et contre sa volonté, peu de temps auparavant et par la même personne, ne sont donc absolument pas crédibles. Il apparaît au contraire qu’il y a bien eu une entente sur ce mode opératoire. Ainsi, quand bien même la preuve absolue de son consentement n’a pas été apportée, il existe à ce stade de l’enquête suffisamment d’indices permettant de retenir que le recourant a consenti à être filmé au moment des faits, de sorte qu’il ne saurait se prévaloir d’une atteinte illicite à sa personnalité. 2.3.2 Par surabondance, l’art. 141 al. 2 CPP permettrait de toute façon l’exploitation des preuves recueillies, celle-ci étant indispensable en l’espèce pour élucider des infractions graves. A cet égard, il y a lieu de relever que le recourant est notamment prévenu de violation grave (art. 90 al. 2 LCR) et de violation grave qualifiée (art. 90 al. 3 LCR) des règles de la circulation routière. Aux termes de l’art. 90 al. 2 LCR, celui qui, par une violation grave d’une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d’autrui ou en prend le risque est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire. L’art. 90 al. 3 LCR définit et réprime les infractions particulièrement graves aux règles de la circulation routière, dites « délit de chauffard ». Selon cette disposition, celui qui, par une violation intentionnelle des règles fondamentales de la circulation, accepte de courir un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort, que ce soit en commettant des excès de vitesse particulièrement importants, en effectuant des dépassements téméraires ou en participant à des courses de vitesse illicites avec des véhicules automobiles est puni d’une peine privative de liberté d’un à quatre ans. A teneur de l'art. 90 al. 4 LCR, l'alinéa 3 est toujours applicable, notamment lorsque la vitesse maximale autorisée a été dépassée d’au moins 60 km/h, là où la limite était fixée à 80 km/h, et d’au moins 80 km/h, là où la limite était fixée à plus de 80 km/h.”
“Ainsi, quand bien même la preuve absolue de son consentement n’a pas été apportée, il existe à ce stade de l’enquête suffisamment d’indices permettant de retenir que le recourant a consenti à être filmé au moment des faits. Au demeurant, quand bien même il n’aurait pas expressément donné son consentement, les circonstances permettent objectivement de retenir qu’en participant à cette course poursuite, le recourant a consenti à être filmé, à tout le moins par actes concluants. 2.3.2 Cette question n’a au demeurant pas besoin d’être tranchée définitivement, dès lors que même si les enregistrements vidéo avaient été obtenus sans le consentement du recourant et l’atteinte à sa personnalité pourrait être qualifiée d’illicite, ils seraient malgré tout exploitables en application de l’art. 141 al. 2 CPP. A cet égard, il y a lieu de relever que le recourant est prévenu de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) et de violation grave qualifiée des règles de la circulation routière (art. 90 al. 3 LCR). Aux termes de l’art. 90 al. 2 LCR, celui qui, par une violation grave d’une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d’autrui ou en prend le risque est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire. L’art. 90 al. 3 LCR définit et réprime les infractions particulièrement graves aux règles de la circulation routière, dites « délit de chauffard ». Selon cette disposition, celui qui, par une violation intentionnelle des règles fondamentales de la circulation, accepte de courir un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort, que ce soit en commettant des excès de vitesse particulièrement importants, en effectuant des dépassements téméraires ou en participant à des courses de vitesse illicites avec des véhicules automobiles est puni d’une peine privative de liberté d’un à quatre ans. A teneur de l'art. 90 al. 4 LCR, l'alinéa 3 est toujours applicable, notamment lorsque la vitesse maximale autorisée a été dépassée d’au moins 80 km/h, là où la limite était fixée à plus de 80 km/h.”
Bei Verfolgungs- oder Fluchtfahrten, bei erheblichen Überschreitungen der zulässigen Geschwindigkeit und beim gezielten Anfahren Dritter kann typischerweise eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG vorliegen.
“________, alors qu’elle-même circulait à vélo, et de l’avoir volontairement emboutie par l’arrière, la faisant ainsi chuter au sol et causant ainsi à E.________ une commotion cérébrale, une plaie au niveau occipital et à la paupière gauche nécessitant 4 points de suture, un hématome périorbitaire à gauche ainsi que des dermabrasions au coude droit, au bassin à droite, sur les deux genoux et au pied droit, ces lésions entrainant une incapacité de travail à 100% du 5 au 11 novembre 2019. E.________ a agi ainsi dans le but de faire ouvrir une procédure pénale contre G.________, alors qu’elle savait qu’il était innocent des faits dont elle l’accusait [faits contestés]. I.3 contravention à la LStup (art. 19a ch. 1) (BJS 21 14627) Infraction commise le 20 novembre 2020 à la U.________ à I.________, en détenant 10,4 grammes de marijuana aux fins de consommation personnelle [faits contestés]. Concernant G.________ : I.4 infraction à la LCR (art. 90 al. 2 LCR) et lésions corporelles simples par négligence (art. 125 al. 1 CP) ; alternativement infraction à la LCR (art. 90 al. 2 LCR) et lésions corporelles simples (art. 123 ch. 1 CP) (BJS 19 28222) Infraction commise le 5 novembre 2019 vers 02:30 heures à I.________, au volant du véhicule automobile V.________, de couleur W.________, immatriculé X.________, en remarquant des personnes cagoulées à proximité immédiate de son domicile sis Y.________ et craignant qu’il s’agisse de cambrioleurs, en suivant une de ces personnes, E.________, qui avait pris la fuite à vélo, en circulant à environ 20 km/h, par le Z.________, la AA.________ et la AB.________, puis, après avoir perdu de vue E.________, en tournant à droite dans la AC.________, en direction du terrain de football de AD.________, avec l’intention de retourner à son domicile en empruntant la AE.________, en ne parvenant pas à freiner suffisamment lorsque, de manière totalement inattendue, E.________ a surgi brusquement à vélo de derrière un véhicule automobile stationné sur le côté droit à la hauteur de l’immeuble AF.________, en entrant en collision frontale avec E.”
“191 CP) voire de contrainte sexuelle (art. 189 al. 1 CP), subsidiairement d'abus de détresse (art. 193 al. 1 CP), au préjudice de neuf patientes, commis entre le 14 novembre 2008 et le 11 février 2019. Il lui est également reproché des infractions d'actes d'ordre sexuel et de contrainte sexuelle perpétrés à son domicile de B______ en France, entre 2006 et 2007, au préjudice de C______, alors âgée d'environ 8 ou 9 ans, dans le cadre de jeux aquatiques dans la piscine ou durant son sommeil. Le 12 août 2022, l'instruction a été étendue à ces infractions. Il lui est en outre reproché d'avoir, le 1er novembre 2017, à 2h23, sur l'avenue Pictet-de-Rochemont à Genève, conduit en état d'ébriété avec un taux d'alcool qualifié (art. 91 al. 1 let. a LCR). Le précité est encore prévenu de lésions corporelles simples (art. 123 CP), dommages à la propriété (art. 144 CP), violences contre les fonctionnaires (art. 285 CP), empêchement d'accomplir un acte officiel (art. 286 CP), violation grave des règles sur la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a LCR), violation des obligations en cas d'accident (art. 92 LCR), conduite malgré une incapacité (art. 91 al. 2 let. b LCR) et délit à la LStup (art. 19 al. 1 let. b, c et d LStup) pour avoir, le 7 janvier 2022 à 4h10, au volant du véhicule D______ [marque, modèle] immatriculé GE 1______, à l'intersection du pont du Val d'Arve et de la route de Veyrier et sous l'emprise de la cocaïne, accéléré fortement à la vue d'une patrouille de police et refusé d'obtempérer aux injonctions de police (feux bleus, sirène et message STOP POLICE), obligeant la police à le poursuivre et s'engageant dans une course poursuite avec les forces de l'ordre; puis, à Carouge, à la place des Charmettes, dans un cul-de-sac, alors que les policiers avaient arrêté leur véhicule de service à 1.5m derrière le sien, enclenché la marche arrière et percuté le véhicule de police où se trouvaient E______ et F______ avec son propre véhicule, provoquant des blessures à E______, soit des douleurs au dos; dans ces circonstances, participé à une course-poursuite sur une grande partie du territoire genevois, alors qu'il était poursuivi par plusieurs patrouilles de police depuis Carouge, en effectuant des dépassements téméraires et en commettant des excès de vitesse particulièrement importants, notamment aux Avanchets, à l'avenue Louis-Casaï, à une vitesse de 155 km/h sur un tronçon limité à 50km/h, soit un dépassement de 98 km/h après déduction de 7 km/h, en prenant des sens inverses et trottoirs, en n'observant pas les feux de circulation et le signal STOP, en franchissant des doubles lignes de sécurité et en effectuant des embardées, acceptant ainsi de faire courir un grand risque d’accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort et ce, jusqu'à ce qu'il perde le contrôle de son véhicule et emboutisse une glissière de sécurité, à l'intersection entre le chemin de Chambésy et la route de Lausanne; et une fois interpelé, refusé la prise de sang et d'urine ordonnée.”
“En lespèce, il est établi par les données du RAG que lappelant a circulé à une vitesse allant jusquà 98.5km/h, marge de sécurité déduite, sur le quai Ernest-Ansermet, soit un dépassement de 48.5km/h de la vitesse autorisée sur ce tronçon, au plus fort de son excès de vitesse. Il a ainsi sciemment mis en danger la sécurité dautrui, ou à tout le moins en a pris le risque. Lappelant ne prétend plus, à juste titre, que les données du RAG auraient été faussées, étant précisé que lappareil a fait lobjet dun contrôle quelques jours avant les faits. Il ne peut non plus se prévaloir – à laune, par exemple, dune erreur sur les faits – davoir pensé rouler à 80km/h seulement. Il a en effet reconnu qualors quil circulait déjà à 60km/h, il avait encore accéléré, sans plus regarder son compteur. Dans les circonstances dune course-poursuite, il lui appartenait cependant dêtre attentif à tous les dangers quil pouvait créer, en particulier à sa vitesse de conduite. Lexcès de vitesse reproché est constitutif dune violation grave dune règle de la circulation routière au sens de lart. 90 al. 2 LCR, infraction dont les conditions tant objectives que subjectives sont réunies. Reste à déterminer sil lappelant est punissable, en vertu de lart. 100 ch. 4 LCR. La CPAR considère que tel est bien le cas, celui-ci nayant pas fait preuve de la prudence imposée par les circonstances. Le TP a retenu à juste titre quil avait agi dans le cadre dune course officielle urgente requise par la CECAL, son objectif étant darrêter un usager de la route suspect, qui avait pris la fuite par deux fois lors dun contrôle de police. Lappelant ignorait toutefois quelle était la raison de la fuite du motard et léventuelle infraction commise par celui-ci au moment de le prendre en chasse. Il ne pouvait ainsi tenir pour acquis que le fuyard avait porté ou comptait porter atteinte à la vie humaine au moment dentreprendre sa course, aucun élément concret ne pouvant le conforter dans cette appréciation. On ne saurait non plus considérer que la fuite du motard ait pu constituer, en elle-même, un tel danger, étant rappelé que selon les déclarations de lappelant, il ny avait aucun autre usager ou piéton sur la chaussée, que les conditions de circulation étaient bonnes et la route sèche.”
Bei einfachen/geringfügigen Verkehrsregelverletzungen werden in der Praxis häufig relativ niedrige Bussen verhängt; in den Entscheiden finden sich Beispiele von CHF 100, CHF 200 oder CHF 300. Zudem werden solche Fälle oft mittels Strafbefehl bzw. vereinfachtem Verfahren behandelt.
“Die amtlichen Kosten des Vorverfahrens und des Gerichtsverfahrens seien der Staatskasse zu überbinden; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse betreffs dem Berufungsverfahren. _______________________________________ Erwägungen: I. Prozessgeschichte 1.Mit Strafbefehl des Statthalteramtes Bezirk Dielsdorf vom 7. Februar 2022 wurde der Beschuldigte und Berufungskläger (fortan der Beschuldigte) der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Ver- bindung mit Art. 35 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft (Urk. 3/2). Der Beschuldigte erhob mit Schreiben vom 16. Fe- bruar 2022 Einsprache gegen den Strafbefehl (Urk. 3/3) und hielt an dieser mit Eingabe vom 19. März 2022 fest (Urk. 3/11). Mit Eingabe vom 6. Mai 2022 über- wies das Statthalteramt die Akten ans Bezirksgericht Dielsdorf mit dem Antrag, den Strafbefehl zu bestätigen (Urk. 1). Im Rahmen der gerichtlichen Beurteilung wurde der Beschuldigte mit Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, Strafsachen, vom 19. August 2022 der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft (Urk. 15). Das Urteil wurde am 19. August 2022 mündlich eröffnet und in unbegründe- ter Form dem Beschuldigten übergeben (Prot. I S. 6 ff.; Urk. 9). Dem Statthalter- amt wurde das unbegründete Urteil am 25. August 2022 zugestellt (Urk. 10). Der - 4 - Beschuldigte meldete mit Schreiben vom 23. August 2022 rechtzeitig die Beru- fung an (Urk. 11). Das begründete Urteil wurde den Parteien am 7. bzw. 8. No- vember 2022 zugestellt (Urk. 14/1-3). 2.Der Beschuldigte reichte mit Eingabe vom 15. November 2022 fristge- recht die Berufungserklärung ein (Urk. 16). Anschlussberufung wurde nicht erho- ben (Urk. 20). Mit Beschluss vom 12. Dezember 2022 wurde das schriftliche Verfahren an- geordnet und dem Beschuldigten Frist zur Begründung der Berufung angesetzt (Urk. 22). Diese erfolgte mit Eingabe des Beschuldigten vom 23. Dezember 2022 (Urk. 24). Mit Präsidialverfügung vom 19. Januar 2023 wurde dem Statthalteramt Frist zur Berufungsantwort angesetzt.”
“Wenn die Vorinstanz in subjektiver Hinsicht zum Schluss gelangt, dass der Beschuldigte mit seinem Handeln den Gefährdungserfolg in Kauf nahm, ist dies fraglich, zu Gunsten des Beschuldigten aber zumindest nicht willkürlich und zu übernehmen. Es kann auf ihre Ausführungen verwiesen werden (Urk. 45 S. 9). 5.Ferner liegen weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vor. 6.Der Beschuldigte ist demzufolge und in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen, und er ist hierfür zu bestrafen. - 15 - V. Sanktion 1.Mit Busse wird bestraft, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungs- vorschriften des Bundesrats verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Zudem ist im Urteil für den Fall, dass der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht bezahlt, eine Ersatzfrei- heitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens 3 Monaten auszusprechen (Art. 102 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 106 Abs. 2 StGB). Die Busse und die Ersatzfreiheitsstrafe sind je nach den Verhältnissen des Täters so zu bemessen, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 102 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 106 Abs. 3 StGB). 2.Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg- gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 102 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 47 StGB). 3.Die Vorinstanz hat eine Busse in der Höhe von Fr. 200.– ausgefällt (Urk. 45 S. 9). Diese Sanktion erscheint auch vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte das Mobiltelefon nicht bediente, angesichts seines – entgegen der Vorinstanz an- zunehmenden – noch leichten Tatverschuldens und der persönlichen Verhältnisse als angemessen.”
“Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft C.________ vom 8. November 2021 (AB 33 S. 4 f.) wurde der Beschwerdeführer wegen Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges mit Unfallfolge gestützt auf Art. 31 Abs. 1 und Art. 90 Abs. 1 SVG zu einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt. Dem Strafbefehl lag folgender Sachverhalt zugrunde: "Am 22.08.2021, 10:19 Uhr, fuhr der Beschuldigte als Lenker des Motorrads …, BE …, in … auf dem”
“En l'occurrence, la défense de l'intimée en appel ne justifiait raisonnablement pas plus de quatre heures d'activité, soit une heure consacrée aux communications diverses, une heure d'étude du dossier, lequel était déjà bien connu du conseil, et deux heures pour la rédaction de l'écriture produite. En conséquence, une indemnité de CHF 1'292.40 (4 x CHF 300.- + CHF 92.40 de TVA) sera allouée à l'intimée pour ses frais de défense en appel. Il ne se justifie pas de revenir sur l'indemnité allouée à ce titre à l'intimée en première instance, au vu de l'acquittement confirmé. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA PRÉSIDENTE DE LA CHAMBRE PÉNALE D'APPEL ET DE RÉVISION : Reçoit l'appel formé par le Ministère public contre le jugement JTDP/118/2022 rendu le 7 février 2022 par le Tribunal de police dans la procédure P/887/2021. Le rejette. Laisse les frais de la procédure d'appel à la charge de l'État. Alloue à A______ une indemnité de CHF 1'292.40 pour ses frais de défense en appel (art. 429 al. 1 let. a CPP). Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Acquitte A______ de contravention aux devoirs en cas d'accident (art. 51 LCR cum 90 92 [rectification d'office: art. 83 al. 1 CPP] al.1 LCR). Condamne A______ à une amende de CHF 100.- (art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de 1 jour. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Condamne A______ aux frais de la procédure, arrêtés à CHF 200.-. (art. 426 al. 1 CPP). Condamne l'Etat de Genève à verser à A______ CHF 500.- à titre d'indemnité pour les dépenses occasionnées par l'exercice raisonnable de ses droits de procédure (art. 429 al. 1 let. a CPP)." Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police et à l'Office cantonal des véhicules. Le greffier : Alexandre DA COSTA La présidente : Alessandra CAMBI FAVRE-BULLE Indication des voies de recours : Conformément aux art.”
Die Missachtung einer für die Verkehrssicherheit wichtigen Vorschrift (z. B. Vortritt nach Art. 33 Abs. 2 SVG) erfüllt den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG. Fragen zum konkreten Fahrverhalten — insbesondere zur gefahrenen Geschwindigkeit — betreffen hingegen primär das subjektive Verschulden und können bei der Strafzumessung eine Rolle spielen.
“Die Staatsanwaltschaft spricht zwar in ihrer Anklage davon, dass der Berufungskläger auf den Streifen gefahren sei, «ohne die Geschwindigkeit zu verringern». Daraus wird aber weder von ihr noch seitens der Vorinstanz eine separate Vorschriftsverletzung abgeleitet. Vielmehr ist die Frage einer angepassten Geschwindigkeit hier im Kontext mit Art. 33 Abs. 2 SVG i.V. mit Art. 6 der Verkehrsregelnverordnung (VRV, SR 741.11) zu sehen. In dessen Abs. 1 wird nochmals explizit formuliert, dass der Fahrzeugführer vor Fussgängerstreifen jedem Fussgänger, der sich bereits auf dem Streifen befindet oder davor wartet und ersichtlich die Fahrbahn überqueren will, den Vortritt gewähren und dazu die Geschwindigkeit rechtzeitig mässigen, nötigenfalls anhalten muss. Dass der Berufungskläger das Vortrittsrecht nach Art. 33 Abs. 2 SVG missachtet hat, gesteht er selbst zu. Ebenso anerkennt er, dass es sich bei Art. 33 Abs. 2 SVG um eine wichtige Verkehrsvorschrift handelt, deren Missachtung den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Sein konkretes Fahrverhalten, insbesondere die Frage, wie schnell bzw. «zügig» er gefahren ist, spielt nach dem Gesagten somit lediglich für die Frage des subjektiven Tatbestandes (und allenfalls bei der Strafzumessung) eine Rolle, dort aber eine gewichtige.”
Bei Tatbeständen, die technische Mängel oder vorhersehbare Fahrzeugzustände betreffen (z.B. Panne, leerer Tank), ist Art. 90 nicht ohne Nennung der konkret verletzten Regel anwendbar; gegebenenfalls greifen andere Spezialnormen (z.B. Fahrzeugmängelbestimmungen).
“Néanmoins, vu les éléments qui précèdent, l'hypothèse la plus plausible est que le signal n'est pas visible parce qu'il n'y a pas eu de freinage et non en raison de ces autres aléas. Il est donc retenu que l'appelant s'est soudainement trouvé en panne d'essence dans le tunnel autoroutier, ce qui a provoqué un important et soudain ralentissement de son véhicule. 3. 3.1.1. Selon l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la LCR ou par des dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. Cette disposition étant abstraite et générale, elle doit être complétée par l'indication de la ou des règles concrètes de la circulation qui ont été violées (ATF 100 IV 71 consid. 1). En effet, elle n'a pas de portée propre, dès lors qu'elle se contente d'ériger en contravention toute infraction simple à cette loi. Le jugement doit donc énoncer, dans ses motifs, les règles de la circulation qui ont été violées (Y. JEANNERET, Les dispositions pénales de la loi sur la circulation routière - LCR, Berne 2007, n. 15 ad art. 90 LCR). 3.1.2. Au sens de l'art. 26 al. 1 LCR, chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. Le principe de la confiance, déduit de cette disposition, permet à l'usager qui se comporte réglementairement d'attendre des autres usagers, aussi longtemps que des circonstances particulières ne doivent pas l'en dissuader, qu'ils se comportent également de manière conforme aux règles de la circulation, c'est-à-dire ne le gênent pas ni ne le mettent en danger (ATF 125 IV 83 consid. 2 ; 118 IV 277 consid. 4a). 3.1.3. Selon l'art. 93 al. 2 let. a LCR, est puni de l'amende, quiconque conduit un véhicule dont il sait ou devrait savoir s'il avait prêté tout l'attention commandée par les circonstances qu'il ne répond pas aux prescriptions. L'art. 93 al. 2 let. a LCR est une infraction de mise en danger abstraite qui sanctionne la non-conformité au véhicule. Il n'est donc pas relevant de savoir si l'état défectueux du véhicule a accru le risque d'accident (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1099/2009 du 16 février 2010, consid.”
Bei fahrlässiger Begehung verlangt Art. 90 Abs. 2 SVG mindestens grobe Fahrlässigkeit. Grobe Fahrlässigkeit liegt insbesondere vor, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Sie kann aber auch bejaht werden, wenn der Täter die Gefährdung pflichtwidrig nicht in Betracht zieht (unbewusste Fahrlässigkeit), sofern dieses Nichtbedenken auf Rücksichtslosigkeit beruht.
“Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.1; 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 1). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93 E.”
“Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_272/2023 vom 2. Oktober 2024 E. 1.3.1; 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; je mit Hinweisen). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist.”
“Den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG insbesondere vorsätzliches und eventualvorsätzliches Verhalten. Gestützt auf Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG ist der Tatbestand nach konstanter Rechtsprechung indes auch bei fahrlässiger Begehung anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteile 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2; 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 1). Subjektiv erfordert Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Diese ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist.”
Absichtliches starkes Beschleunigen zum Erzwingen eines Spurwechsels/Überholens bei dichter Verkehrsdichte kann – insbesondere wenn dadurch die Einordnung vor dem Ende der Fahrspur oder ein abruptes Einscheren in die benachbarte Kolonne droht – als unangepasste Geschwindigkeit i.S.v. Art. 32 LCR und damit als einfache Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG gewertet werden.
“Tribunal cantonal TC Page 1 de 7 501 2024 41 Arrêt du 24 octobre 2024 Cour d'appel pénal Composition Président : Michel Favre Juges : Marc Boivin, Dina Beti Greffier : Pascal Tabara Parties A.________, prévenu et appelant, représenté par Me Jean-Luc Maradan, avocat, contre MINISTÈRE PUBLIC, intimé et PRÉFECTURE DE LA SARINE, intimée Objet Violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) Appel du 18 mars 2024 contre le jugement du Juge de police de l'arrondissement de la Sarine du 20 février 2024 considérant en fait A. Par ordonnance pénale du 22 août 2023, la Préfecture de la Sarine a prononcé une amende de CHF 100.- à l'encontre de A.________ pour violation simple des règles de la circulation routière et a mis les frais de la procédure à sa charge. Selon cette ordonnance pénale, il est reproché au prévenu d'avoir, le 17 avril 2023 vers 16h40, alors qu'il circulait de Givisiez en direction de Villars-sur-Glâne, sur la voie de gauche de la route principale, circulé à une vitesse inadaptée aux conditions de la circulation qui était dense, en effectuant une forte accélération en vue de se rabattre sur la voie de droite, comme prescrit par le marquage au sol. B. Statuant le 20 février 2024 à la suite de l'opposition du prévenu, le Juge de police de l'arrondissement de la Sarine l'a condamné à une amende de CHF 300.- et au paiement des frais de la procédure. Il a considéré les faits retenus dans l'ordonnance pénale du 22 août 2023 comme établis.”
“En effet, selon celles-ci, il y avait, sur la voie de gauche, trois voitures arrêtées aux feux et, sur la voie de droite, une colonne d'une dizaine de véhicules. L'argumentation proposée dans le mémoire motivé constitue une lecture personnelle, de nature appellatoire, de ses propres déclarations, procédé inadmissible en appel restreint. Par ailleurs, l'appelant n'explique pas en quoi ses griefs au sujet de l'expression "technique utilisée sur circuit" ont une influence sur les faits à juger. En effet, dans le jugement attaqué, le Juge de police n'a pas constaté que la technique de circuit utilisée par l'appelant pour estimer la distance disponible pour se rabattre avait eu pour conséquence l'adoption d'une vitesse inadéquate. Il n'a pas non plus tenu compte de cette technique dans la fixation de la peine. Au vu de ce qui précède, la Cour ne décèle aucun arbitraire dans l'établissement des faits. Elle statuera donc sur la base des faits retenus par le Juge de police. 3. Infraction à la loi sur la circulation routière – Qualification juridique 3.1. L'art. 90 al. 1 LCR sanctionne d'une amende celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral. Aux termes de l'art. 32 al. 1 LCR, la vitesse doit toujours être adaptée aux circonstances, notamment aux particularités du véhicule et du chargement, ainsi qu'aux conditions de la route, de la circulation et de la visibilité. Cette règle implique en particulier qu'on ne peut circuler à la vitesse maximale autorisée que si les conditions de la route, du trafic et de visibilité sont favorables. D'une manière générale, le degré d'attention exigé du conducteur s'apprécie au regard de toutes les circonstances, telles que la densité du trafic, la configuration des lieux, l'heure, la visibilité et les sources de danger prévisibles (arrêt TF 6B_58/2024 du 8 août 2024 consid. 1.3.3 et les références citées). 3.2. En l'espèce, selon les constatations du Juge de police, le 17 avril 2023 à 16h40, l'appelant a intentionnellement très fortement accéléré jusqu'à atteindre une vitesse de 60 à 65 km/h en vue de se rabattre sur la voie de droite en raison du marquage au sol alors que le trafic était dense.”
Auch Selbstunfälle oder der Verlust der Fahrzeugbeherrschung können als einfache Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG erfasst sein, sofern eine konkrete oder zumindest erhöhte abstrakte Gefährdung der Sicherheit Dritter gegeben ist. Für die höhere Qualifikation (insbesondere nach Art. 90 Abs. 2 SVG) ist sodann die Nähe der Verwirklichung der Gefährdung ein wesentliches Kriterium.
“1 lit. a SVG gegeben sind. Ist die Gefährdung der Sicherheit anderer gering, aber das Verschulden hoch, oder umgekehrt die Gefährdung hoch und das Verschulden gering, liegt eine mittelschwere Widerhandlung vor (BGr, 7. September 2017, 1C_250/2017, E. 2.2; 12. Dezember 2013, 1C_746/2013, E. 2.3). Nach der Rechtsprechung müssen für die Annahme einer leichten Widerhandlung eine geringe Gefahr und ein leichtes Verschulden kumulativ gegeben sein (BGE 135 II 138 E. 2.2.3 mit Hinweisen). Eine Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinn von Art. 16a–c SVG ist bei einer konkreten oder auch bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung zu bejahen. Eine erhöhte abstrakte Gefahr besteht, wenn die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung naheliegt. Ob eine solche Gefährdung vorliegt, ist anhand der jeweiligen Verhältnisse im Einzelfall zu beurteilen (BGr, 28. März 2018, 1C_650/2017, E. 2.1). Zusammen mit den leichten werden die mittelschweren Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz von Art. 90 Abs. 1 SVG als einfache Verkehrsregelverletzungen erfasst (BGE 135 II 138 E. 2.4). 4. 4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, es habe keine Gefährdung Dritter bestanden. Entgegen der Darstellung im Polizeirapport habe er sich mit dem vom ihm gelenkten Fahrzeug zum Zeitpunkt der Kollision mit der Mittelleitplanke nicht auf gleicher Höhe mit dem überholten Fahrzeug befunden, sondern sei noch eine Fahrzeuglänge beziehungsweise vier bis fünf Meter hinter diesem gewesen. Eine Gefährdung der Insassen des vor ihm fahrenden Fahrzeugs sei deshalb auszuschliessen. Weiter sei die Strecke frei gewesen und es seien keine weiteren Fahrzeuge gefolgt. 4.2 Im Selbstunfall hat sich die konkrete Selbstgefährdung des Beschwerdeführers als Fahrzeuglenker im Unfall mit Sachschaden manifestiert. Aufgrund der Akten ist aber nicht erstellt, dass Dritte konkret gefährdet wurden, dies gilt insbesondere für Personen im überholten Fahrzeug. Da aber auch eine erhöhte abstrakte Gefährdung Dritter relevant ist, ist zu prüfen, ob und welche erhöhte abstrakte Gefährdung der Sicherheit anderer bestand.”
“Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.1; je mit Hinweisen). Mit dem Wortlaut ("hervorruft oder in Kauf nimmt") erfasst der Vergehenstatbestand von Art.”
Bei rein materiellem Schaden wird die Stellung als verletzte Partei (Qualität als «Lésé») im Verfahren zu Art. 90 Abs. 2 SVG/ LCR regelmässig nicht bejaht; zivilrechtliche Ansprüche sind hiervon zu unterscheiden. Das gilt insbesondere, wenn durch die Tat nur eine abstrakt erhöhte Gefährdung vorliegt und kein konkretes Gefährdungsergebnis an den geschützten Rechtsgütern (z. B. Leib, Leben, Körper) eingetreten ist.
“Ainsi, la personne qui, lors d’un accident de la route, a subi un dommage exclusivement matériel, n’est pas touchée directement dans ses droits au sens de l’art. 115 al. 1 CPP. Partant, elle n’est pas considérée comme une personne lésée par une violation des règles de la circulation routière et n’a donc pas la qualité pour recourir au sens des art. 393 ss CPP contre une ordonnance de non-entrée en matière (ATF 147 IV 16 consid. 3.2 ; ATF 138 IV 258 consid. 3.1, 3.2 et 4.1 et les réf., JdT 2013 IV 214 ; CREP 1er juillet 2019/524 ; CREP 23 août 2018/641 ; CREP 9 mars 2016/176). Le Tribunal fédéral n'a pas élargi la position de lésé dans le cas d’un homicide par négligence ou de lésions corporelles survenus à l’occasion d’un accident de la route, considérant que l’infraction de l’art. 117 CP (homicide par négligence) ou de l’art. 125 CP (lésions corporelles par négligence) réalisée par un autre usager de la route était décisive s’agissant de la qualité de lésé et non (également) l’existence d’infractions de violation grave des règles de la circulation routière sur la seule base de l’art. 90 al. 2 LCR (ATF 138 IV 258 consid. 3.1.3, JdT 2013 IV 214). 3.3 Comme exposé ci-dessus, la réglementation routière ne protège qu’indirectement les biens juridiques individuels comme la vie, l'intégrité corporelle, la propriété ou le patrimoine. Partant, le statut de lésé du recourant ne peut se fonder sur la seule base de l’art. 90 al. 1 ou 2 LCR, d'autant que le plaignant n’a pas subi de lésions corporelles ensuite du comportement dénoncé. Par conséquent, ne pouvant se prévaloir de la qualité de lésé, le recourant n’a, dans cette mesure, pas d’intérêt juridiquement protégé à l’annulation ou à la modification de l’ordonnance de non-entrée en matière du 23 février 2024 en tant qu’elle concerne l’infraction à la LCR, de sorte que son recours doit être déclaré irrecevable à cet égard (cf., pour un état de fait analogue, CREP 1er mai 2024/327). 4. 4.1 Le recourant fait valoir qu’alors qu’il circulait à bicyclette, [...] lui aurait littéralement « foncé dessus » avec son lourd engin agricole, ce qui aurait pu le tuer s’il ne s’était pas écarté in extremis.”
“En ce qui concerne l’art. 90 al. 2 LCR, qui est un délit de mise en danger abstraite accrue, il faut se demander si l’infraction grave aux règles de la circulation routière n’a créé qu’un danger abstrait, à savoir qu’il n’y a eu que violation d’une norme générale de diligence, ou bien une mise en danger concrète dont l'état de fait présuppose la survenance du danger dans le cas particulier, ceci qu’il y ait collision ou non (ATF 138 IV 258 consid. 3.1.2 ; Mazzucchelli/Postizzi, Basler Kommentar, op.cit., n°30 ad art. 115 CPP). Il y a en effet création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; ATF 142 IV 93 consid. 3.1 ; ATF 131 IV 133 consid. 3.2). Etant donné qu’en cas de délit de mise en danger abstraite, il n’y a de lésé que si le bien juridique protégé par la disposition légale a été concrètement mis en danger à la suite de la commission d’un tel délit, cette question est d’importance pour pouvoir admettre la qualité de lésé dans la procédure pénale (cf.”
Fehlen subjektive mildernde Umstände und liegt eine objektiv grobe Verletzung der Verkehrsregeln vor, rechtfertigt dies einen Schuldspruch nach Art. 90 Abs. 2 SVG. Bei einer Herabstufung auf eine einfache Verkehrsregelverletzung ergibt die Praxis in der Regel keinen formellen Freispruch, sondern einen Schuldspruch nach der neuen Qualifikation.
“Dass die Vorinstanz das Verhalten des Beschwerdeführers als objektiv grobe Verletzung von Verkehrsregeln qualifiziert, ist nicht zu beanstanden. Ebenso wenig ist ihr vorzuwerfen, dass sie unbesehen von der objektiv groben Verletzung der Verkehrsregeln auf ein grob fahrlässiges Verhalten schliesst. Die vorliegende Konstellation unterscheidet sich denn auch von einem gewöhnlichen Auffahrunfall. Die Vorinstanz legt zutreffend dar, weshalb die konkreten Umstände die gesamte Aufmerksamkeit des Beschwerdeführers auf die Strasse sowie die anderen Verkehrsteilnehmer und eine erhöhte Reaktionsbereitschaft erfordert hätten. Dem stellt der Beschwerdeführer lediglich seine Sicht der Dinge bzw. die erstinstanzlichen Erwägungen gegenüber, was den ihm obliegenden Begründungsanforderungen nicht genügt (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG). Hinzu kommt, dass die Vorinstanz keine besonderen Umstände feststellt, die das Verhalten des Beschwerdeführers subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen. Auch damit setzt er sich nicht auseinander (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG). Der Schuldspruch wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist bundesrechtskonform.”
“Verkehrsregelverstösse werden gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG mit Busse bestraft, soweit nicht die qualifizierten Tatbestandsmerkmale von Art. 90 Abs. 2, 3 oder 4 SVG erfüllt sind. Die einfache Verkehrsregelverletzung ist somit subsidiär zu den qualifizierenden Tatbeständen. Eine Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt dann die qualifizierten Tatbestandsmerkmale von Abs. 2, wenn sie «grob» ist und (kumulativ) der Täter dadurch «eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt». Ist nur eine dieser beiden Voraussetzungen erfüllt, z.B. indem eine leichte Verletzung der Verkehrsregeln in concreto eine gravierende Gefahrensituation bewirkt, so gelangt nicht Art. 90 Abs. 2 SVG, sondern vielmehr Art. 90 Abs. 1 SVG zur Anwendung (HANS GIGER, OFK SVG Kommentar, 9. Aufl. 2022, Art. 90 SVG N 10 m.w.H.). Ob eine wichtige Verkehrsvorschrift verletzt wurde, hängt nicht von der Art der Verkehrsregel ab, sondern von den konkreten Umständen, unter denen sie verletzt wurde. Der Ver- stoss muss im konkreten Fall besonders schwer gewesen sein (JÜRG BOLL, Hand- kommentar Strassenverkehrsrecht, 2022, Art. 90 SVG N 2171)”
“Bezüglich der vorliegenden Verkehrsregelverletzung des Berufungsklägers ist festzustellen, dass die nachfolgenden Fahrzeuge aufgrund seines unrechtmässigen Überholmanövers nicht abbremsen mussten. Eine konkrete Gefährdung lag somit nicht vor. Überdies ist aufgrund der Videoaufzeichnung auch keine erhöhte abstrakte Gefährdung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu erkennen. Schliesslich kann dem Berufungskläger in subjektiver Hinsicht zu Gute gehalten werden, dass er aufgrund seiner fehlenden Ortskundigkeit unsicher gewesen sein mag, ob er die Spur zu wechseln habe. Daher kann das vom Berufungskläger vorgenommene Rechtsüberholen nach der neuen, ab dem 1. Januar 2021 geltenden Bestimmungen insgesamt noch als einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG qualifiziert werden. Demnach ist der Berufungskläger in teilweiser Gutheissung seiner Berufung der einfachen (statt groben) Verletzung der Verkehrsregeln schuldig zu erklären. Praxisgemäss ergeht bei einer solchen Umqualifizierung des Delikts (unter Beachtung der Bindung an den Anklagesachverhalt) kein formeller Freispruch, sondern lediglich ein Schuldspruch gemäss neuer Beurteilung (BGer 6B_803/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.4.2, 6B_574/2012 vom 28. Mai 2013 E. 2.4.2, je mit Hinweisen).”
Eine wiederholte Unterschreitung des vorgeschriebenen Sicherheitsabstands über eine längere Strecke kann bei Art. 90 Abs. 2 SVG strafschärfend in die Strafzumessung einfliessen. Das Gericht hat insoweit festgehalten, dass eine über eine längere Distanz (im entschiedenen Fall rund 1'400 m) wiederholt zu geringer Abstand als objektives Tatmerkmal die Schuld zu Lasten des Täters berücksichtigen kann; dies gilt auch bei grober Fahrlässigkeit (nicht Vorsatz).
“Vorliegend ist der Beschuldigte der groben Verletzung der Verkehrsregeln (Unterschreiten des minimalen Sicherheitsabstands) schuldig zu erklären. Eine grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung kann betreffend die objektiven Tatkomponenten Folgendes festgehalten werden: Dass der Berufungskläger durch das massive Missachten der Abstandsvorschriften andere Verkehrsteilnehmer erhöht abstrakt gefährdet hat, ist bereits im Rahmen der rechtlichen Würdigung als Qualifikationsmerkmal von Art. 90 Abs. 2 SVG zu seinen Lasten gewürdigt worden. Zu berücksichtigen ist hier zusätzlich, dass der Beschuldigte nicht bloss kurzzeitig, sondern nachweislich über eine längere Strecke von rund 1'400 Metern immer wieder mit einem deutlich zu geringen Abstand auf das vor ihm fahrende Auto aufgefahren ist - dieser Umstand wurde bei der Prüfung des objektiven Tatbestands zwar aufgrund der Ausführungen des Beschuldigten erläutert, war dort aber noch nicht von Bedeutung, da es zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG eben nicht auf die Dauer der Abstandsunterschreitung ankommt, zumal immer ein genügender Abstand einzuhalten ist.”
“Vorliegend ist der Beschuldigte der groben Verletzung der Verkehrsregeln (Unterschreiten des minimalen Sicherheitsabstands) schuldig zu erklären. Eine grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung kann betreffend die objektiven Tatkomponenten Folgendes festgehalten werden: Dass der Berufungskläger durch das massive Missachten der Abstandsvorschriften andere Verkehrsteilnehmer erhöht abstrakt gefährdet hat, ist bereits im Rahmen der rechtlichen Würdigung als Qualifikationsmerkmal von Art. 90 Abs. 2 SVG zu seinen Lasten gewürdigt worden. Zu berücksichtigen ist hier zusätzlich, dass der Beschuldigte nicht bloss kurzzeitig, sondern nachweislich über eine längere Strecke von rund 1'400 Metern immer wieder mit einem deutlich zu geringen Abstand auf das vor ihm fahrende Auto aufgefahren ist - dieser Umstand wurde bei der Prüfung des objektiven Tatbestands zwar aufgrund der Ausführungen des Beschuldigten erläutert, war dort aber noch nicht von Bedeutung, da es zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG eben nicht auf die Dauer der Abstandsunterschreitung ankommt, zumal immer ein genügender Abstand einzuhalten ist. Zudem ist das dem Beschuldigten folgende zivile Fahrzeug der Polizei zu keinem Zeitpunkt derart nahe auf seinen Personenwagen aufgefahren, dass dieses ihn an der Vergrösserung des Abstands gehindert hätte, was ebenfalls leicht verschuldenserhöhend ins Gewicht fällt. Demgegenüber ist verschuldensmindernd zu beachten, dass der Beschuldigte nicht vorsätzlich, sondern bloss grobfahrlässig gehandelt hat.”
Im geschilderten Fall erkannte das Gericht, dass bei 100 km/h ein Abstand von 15 m (≈0,54 s) bereits unzureichend ist, und dass die zusätzliche Manipulation des Mobiltelefons sowie kurzzeitige Auslenkungen des Fahrzeugs das Kollisionsrisiko erhöhten. Vor diesem Hintergrund qualifizierte das Gericht das Verhalten als grobe Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG wegen der konkreten Gefährdung anderer.
“Or, à 100 km/h, un véhicule parcourt 27,7 mètres par seconde, de sorte que la distance avec le véhicule précédent, de 15 mètres selon la version la plus favorable au prévenu, représente un intervalle de 0,54 seconde, ce qui est nettement insuffisant pour pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. A lui seul, ce comportement constitue dès lors une mise en danger des autres usagers de la route. A cela s’ajoute une autre circonstance concrète à prendre en considération, à savoir que l’appelant manipulait son téléphone lors des faits, ce qu’il ne conteste pas, et qu’il a légèrement louvoyé avec son véhicule sur la voie de gauche, là également selon le constat clair du policier qu’il n’y a pas non plus lieu de remettre en question (jugement, p. 5). Pour n’avoir pas eu constamment son attention sur le trafic devant lui, l’appelant a aggravé le risque de collision avec le véhicule qui le précédait et il aurait été dans l’incapacité d’éviter une collision, à la fois en raison d’une distance insuffisante et d’une brève inattention. Dans ces conditions, c’est en vain que l’appelant conteste que son comportement doive être qualifié de violation grave des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 2 LCR. 4.3 La quotité de la peine n’est au surplus pas contestée, pas plus que ne l’est la durée du délai d’épreuve du sursis. On peut à cet égard se référer au jugement attaqué, par adoption de motifs (en p. 16 et 17 ; art. 82 al. 4 CPP). Il en va de même du montant du jour-amende. Enfin, le prévenu succombant à l’action pénale, il doit être tenu aux frais de première instance (art. 426 al. 1, 1re phrase, CPP). L’appel doit dès lors être rejeté. 5. L’émolument d’appel, par 1'280 fr. (art. 21 al. 1 et 2 TFIP [tarif des frais de procédure et indemnités en matière pénale du 28 septembre 2010 ; RSV 312.03.1]), sera mis à la charge de l’appelant, qui succombe (art. 428 al. 1 CPP). Par ces motifs, la Cour d’appel pénale, appliquant les art. 34, 42, 47, 50, 106 CP ; 90 al. 2 LCR ; 398 ss CPP, prononce : I. L’appel est rejeté. II. Le jugement rendu le 27 mars 2024 par le Tribunal de police de l’arrondissement de Lausanne est confirmé, son dispositif étant le suivant : "I.”
“Or, à 100 km/h, un véhicule parcourt 27,7 mètres par seconde, de sorte que la distance avec le véhicule précédent, de 15 mètres selon la version la plus favorable au prévenu, représente un intervalle de 0,54 seconde, ce qui est nettement insuffisant pour pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. A lui seul, ce comportement constitue dès lors une mise en danger des autres usagers de la route. A cela s’ajoute une autre circonstance concrète à prendre en considération, à savoir que l’appelant manipulait son téléphone lors des faits, ce qu’il ne conteste pas, et qu’il a légèrement louvoyé avec son véhicule sur la voie de gauche, là également selon le constat clair du policier qu’il n’y a pas non plus lieu de remettre en question (jugement, p. 5). Pour n’avoir pas eu constamment son attention sur le trafic devant lui, l’appelant a aggravé le risque de collision avec le véhicule qui le précédait et il aurait été dans l’incapacité d’éviter une collision, à la fois en raison d’une distance insuffisante et d’une brève inattention. Dans ces conditions, c’est en vain que l’appelant conteste que son comportement doive être qualifié de violation grave des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 2 LCR. 4.3 La quotité de la peine n’est au surplus pas contestée, pas plus que ne l’est la durée du délai d’épreuve du sursis. On peut à cet égard se référer au jugement attaqué, par adoption de motifs (en p. 16 et 17 ; art. 82 al. 4 CPP). Il en va de même du montant du jour-amende. Enfin, le prévenu succombant à l’action pénale, il doit être tenu aux frais de première instance (art. 426 al. 1, 1re phrase, CPP). L’appel doit dès lors être rejeté. 5. L’émolument d’appel, par 1'280 fr. (art. 21 al. 1 et 2 TFIP [tarif des frais de procédure et indemnités en matière pénale du 28 septembre 2010 ; RSV 312.03.1]), sera mis à la charge de l’appelant, qui succombe (art. 428 al. 1 CPP). Par ces motifs, la Cour d’appel pénale, appliquant les art. 34, 42, 47, 50, 106 CP ; 90 al. 2 LCR ; 398 ss CPP, prononce : I. L’appel est rejeté. II. Le jugement rendu le 27 mars 2024 par le Tribunal de police de l’arrondissement de Lausanne est confirmé, son dispositif étant le suivant : "I.”
Bei Blockaden wurde Art. 90 Abs. 1 SVG in der Rechtsprechung eingesetzt, um Verstösse gegen Verkehrsregeln zu ahnden, wenn durch das Blockieren von Fahrbahnen die Sicherheit und der Verkehrsfluss sowie die Durchfahrt unbeteiligter Strassenbenutzer beeinträchtigt werden.
“3 L’appelant a confirmé avoir participé à la manifestation dès le début et y être resté plusieurs heures. Il a indiqué avoir entendu la police demander aux manifestants de quitter les lieux, mais il avait décidé de rester et de s’enchaîner avec d’autres manifestants, ceci dans le but d’empêcher la police d’évacuer séparément les manifestants. Ainsi, nonobstant le fait que l’évacuation des manifestants se soit produite sans violence, force est de retenir qu’en décidant de s’enchaîner à d’autres manifestants, l’appelant a adopté un comportement actif propre à empêcher la police d’évacuer les lieux de la manifestation de manière rapide, ce qui est constitutif d’un empêchement d’accomplir un acte officiel au sens de l’art. 286 al. 1 CP. 5. 5.1 L’appelant conteste sa condamnation pour violation simple des règles de la circulation routière. Il soutient que les art. 239 ch. 1 CP (entrave aux services d’intérêt général) et 90 al. 1 LCR (violation simple des règles de la circulation routière) n’entrent pas en concours idéal. L’art. 239 ch. 1 CP absorbant l’art. 90 al. 1 LCR, il devrait être libéré du chef d’infraction de violation simple des règles de la circulation routière. 5.2 L'art. 239 CP, qui sanctionne l'entrave aux services d'intérêt général, protège l'intérêt public à ce que certaines entreprises fournissent leurs services sans perturbation (ATF 116 IV 44 consid. 2a ; ATF 85 IV 224 consid. III.2 ; ATF 72 IV 68). L’art. 90 al. 1 LCR protège la sécurité routière et la fluidité du trafic (Jeanneret/Kuhn/Mizel/Riske, Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle, 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR). 5.3 L’appelant a contrevenu aux règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 LCR en relation avec les art. 26 et 49 LCR en bloquant les voies de circulations aux autres usagers de la route. Sa condamnation pour violation simple des règles de la circulation routière doit donc être confirmée. En effet, les biens juridiquement protégés des art. 239 ch. 1 CP et 90 al. 1 LCR sont distincts, à savoir les services publics, d’une part, et les usagers de la route, d’autre part, soit les nombreux automobilistes qui n’ont pas pu emprunter cet axe routier bloqué.”
“13), il s'agit d'un axe lausannois très fréquenté permettant de rejoindre l'autoroute depuis le centre-ville, avec quatre lignes de bus à fréquence élevée. L’appelant ne saurait se prévaloir de ne pas avoir constaté la gêne puisque, précisément, le trafic a dû être dévié et qu’il ressort de ses déclarations aux débats de première instance qu’il a pu constater qu’aucun véhicule ne passait. Il n’a pas pu échapper à l’appelant que le trafic a été bloqué de 17h50 à 18h35 et qu’il n’a pu être finalement rétabli qu’à 19h30, heure de la levée du dispositif policier. Par ailleurs s’il a pu penser que la manifestation était autorisée au début de sa participation, l’appelant ne pouvait que comprendre qu’elle ne l’était pas quand il a entendu les injonctions de la police de quitter les lieux, ce qu’il n’a cependant pas fait. L'infraction d'entrave aux services d'intérêt général est donc consommée et la condamnation pour ce motif doit être confirmée, l’application de l’art. 13 al. 1 CP n’étant pas envisageable ici. Enfin, s’agissant de la condamnation de l’appelant pour violation simple des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 1 LCR en relation avec l’art. 26 al. 1 LCR, on rappelle que l’art. 239 CP ne vise que les entreprises publiques de transports ou de communications fournissant des services d'intérêt général. Si cette disposition est effectivement une lex specialis qui absorbe les infractions à la LCR, il y a toutefois violation de chacune de ces trois dispositions en lien avec le blocage des véhicules autres que ceux d’urgence et des transports publics. En effet, dans ce cas de figure, l’art. 90 al. 1 LCR en relation avec l’art. 26 al. 1 LCR entre en concours idéal avec l’art. 239 CP, de sorte que cette norme répressive doit également être retenue à l’encontre de l’appelant. 5. L’appelant considère que les éléments constitutif de l’infraction d’empêchement d’accomplir un acte officiel au sens de l’art. 286 CP ne sont pas réalisés. Il rappelle avoir pensé que la manifestation était autorisée, avoir accepté pacifiquement d’écouter les injonctions de la police et n’avoir opposé aucune résistance active empêchant l’accomplissement d’un acte officiel.”
Einfachen Teilnehmern an einer Demonstration kann nicht generell vorausgesetzt werden, vorgängig eine Bewilligung einzuholen. Dies enthebt sie jedoch nicht von der Pflicht, die Verkehrsregeln einzuhalten und polizeilichen Weisungen — etwa zum Verlassen der Fahrbahn — Folge zu leisten; deren Nichtbefolgung kann sanktioniert werden.
“Ainsi, quoi qu'en dise l’appelant, la sécurité et l’ordre publics sont des motifs pouvant justifier des restrictions de police à la liberté de réunion et de manifestation, et ce même dans le cadre de manifestations pacifiques, comme en l’espèce, étant rappelé que la tolérance de la manifestation en question a été largement respectée dans la présente cause, la police n’étant intervenue qu’après plusieurs heures d’occupation et vaines incitations à partir sous peine de sanctions. Par ailleurs, il va de soi que le droit de manifester aurait parfaitement pu être exercé dans le cadre de manifestations autorisées. Ainsi, l’application de l’art 14 CP doit être rejetée. Pour les mêmes motifs exposés ci-avant (cf. consid. 5.3 supra), le fait justificatif de l’état de nécessité licite (art. 17 CP) doit également être écarté. Il résulte de ce qui précède que c'est à juste titre que le premier juge a retenu que X.________ s’était rendu coupable d’entrave aux services d’intérêt général (art. 239 ch. 1 CP) et de violation simple des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR [loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01]) pour avoir utilisé indûment la chaussée en tant que piéton (en violation des art. 49 al. 1 LCR et 46 al. 2 OCR [ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11]), l’intéressé s’étant couché sur la route afin de simuler un état létal (Dead-in), et d’empêchement d’accomplir un acte officiel (art. 286 CP), pour n’avoir pas obtempéré aux ordres de quitter les lieux. Le prénommé doit en revanche être libéré de la contravention à la loi sur les contraventions (LContr ; BLV 312.11) en relation avec l’art. 41 RGP, dès lors qu’il n’est pas retenu, sur la base des faits incriminés, qu’il était parmi les organisateurs de la manifestation litigieuse, ou qu’il était directement impliqué dans le mouvement...] [...], lequel est à l’origine de l’action du 20 septembre 2019. Partant, on doit considérer qu’en tant que « simple participant », il ne pouvait être exigé de lui qu’il sollicite une autorisation préalable pour se joindre à la manifestation organisée en amont par le collectif précité (cf.”
“1 Invoquant une violation du droit ainsi qu'une constatation incomplète et erronée des faits, l'appelant conteste sa condamnation pour infraction simple des règles de la circulation routière. Il soutient que le jugement serait erroné en ce sens que ce ne serait pas lui qui aurait stoppé le véhicule, précisant qu’il était descendu par la droite, puis s’était déplacé à gauche, voulant apporter son aide, compte tenu de l’accident. Il aurait ensuite posé son pied à terre, puis serait tombé. 9.2 Aux termes de l'art. 26 al. 1 LCR, chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. Selon l'art. 34 al. 1 LCR, les véhicules tiendront leur droite et circuleront, si la route est large, sur la moitié droite de celle-ci. Ils longeront le plus possible le bord droit de la chaussée, en particulier s'ils roulent lentement ou circulent sur un tronçon dépourvu de visibilité. Selon l’art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. 9.3 Le premier juge a retenu que F.________ avait circulé à contre-sens pour rejoindre plusieurs autres cyclistes qui entouraient un véhicule automobile afin de l’empêcher de continuer sa route, qu'il ne pouvait justifier sa trajectoire au motif que les règles applicables dans le cadre d'un rassemblement de la Critical mass permettaient d'adopter une telle conduite et que F.________ soutenait à tort qu'il n'y avait pas de circulation dans le sens inverse, au motif que celle-ci aurait été stoppée sous le pont Bessières. L'appelant invoque une violation du droit ainsi qu'une constatation incomplète et erronée des faits. Il ne se plaint toutefois pas d'arbitraire et n'explique pas en quoi les faits retenus à son encontre seraient manifestement inexacts. Cela étant, on peut souligner que la manifestation n'était pas autorisée et qu'aucune voie n'avait été fermée à la circulation, la police ne pouvant savoir quel allait être l'itinéraire des cyclistes.”
Bei Park‑ und Haltverstössen (einschliesslich Parkmanövern mit Anhänger) richtet sich die Ahndung nach dem Ausmass der Behinderung oder Gefährdung; insbesondere können unzureichende Sorgfalt oder Unaufmerksamkeit bei solchen Manövern — wenn dadurch eine (auch abstrakte) Gefährdung oder ein wichtiges Hindernis geschaffen wird — zu einer Qualifikation als mittelschwer (moyennement grave) führen.
“En l'occurrence, il y a lieu de constater que le recourant a commis plusieurs infractions aux règles de la circulation routière. D'une part, il a d'abord fait preuve d'inattention et perdu la maîtrise de son véhicule, provoquant un accident et des dommages matériels à un panneau de signalisation. Ce faisant, il a pris le risque de mettre en danger la sécurité d'autrui. Il est notoire que les aires de stationnement, même de nuit sur une aire d'autoroute, sont fréquentées par un trafic piéton régulier entre les véhicules stationnés et les aires de repos. Le recourant n'a pas fait preuve de la prudence requise, particulièrement lors d'une manœuvre de stationnement avec une caravane attelée qui exige une attention accrue. Il peut ainsi s'estimer heureux de ne pas avoir blessé un autre usager de la route en raison de son manque d'attention. Cette faute, à l'origine d'une mise en danger abstraite, ne peut être qualifiée de légère. Elle doit être considérée comme moyennement grave. Cette qualification n'entre pas en contradiction avec celle retenue par le Juge pénal qui a fait application de l'art. 90 al. 1 LCR, puisque celui-ci sanctionne tant l'infraction légère que l'infraction moyennement grave (cf. arrêt TF 1C_813/2013 du 9 janvier 2014 consid. 3.4). D'autre part, en quittant les lieux de l'accident sans prévenir la police, le recourant s'est dérobé intentionnellement à un alcootest ou à un autre examen préliminaire dont il ne pouvait ignorer qu'il serait ordonné, dans la mesure où la police procède quasiment systématiquement à un alcootest après un accident, l'art. 55 LCR ne subordonnant par ailleurs pas cette mesure à la présence d'indices particuliers. Or, selon le texte de l'art. 16c al. 1 let. d LCR, il s'agit-là toujours d'une infraction grave. C'est dès lors à juste titre que l'autorité intimée ne s'est pas éloignée de cette qualification. 6. 6.1. A teneur de l'art. 16c al. 2 let. a LCR, après une infraction grave, le permis d'élève conducteur ou le permis de conduire est retiré pour trois mois au minimum. Par ailleurs, selon l'art. 16c al. 2 let. c LCR, après une infraction grave, le permis d'élève conducteur ou le permis de conduire est retiré pour douze mois au minimum si, au cours des cinq années précédentes, le permis a été retiré une fois en raison d'une infraction grave ou à deux reprises en raison d'infractions moyennement graves.”
“Lorsque dans le cadre du complexe de faits établi suite à l'appréciation des preuves faite par le juge, il existe plusieurs hypothèses également probables, le juge pénal doit choisir la plus favorable au prévenu (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.2 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_477/2021 du 14 février 2022 consid. 3.2). 2.2. Sauf règle légale spéciale, le principe de l'appréciation libre des preuves interdit d'attribuer d'entrée de cause une force probante déterminée à certains moyens de preuve (en ce sens : ATF 138 IV 47 consid 2.3 ; 133 I 33 consid. 2.1). S'agissant d'un rapport de police, celui-ci ne bénéficie ni d'une force probante particulière, ni d'une absence de force probante, dès lors qu'un tel document est, par sa nature, destiné et propre à servir de moyen de preuve, dans la mesure où le policier y reproduit des faits qu'il a constatés et où il est fréquent que l'on se fonde, dans les procédures judiciaires, sur les constatations ainsi transcrites (arrêts du Tribunal fédéral 6B_55/2018 du 17 mai 2018 consid 1.1 ; 6B_146/2016 du 22 août 2016 consid. 4.1 ; 6B_256/2016 du 20 juin 2016 consid 1.1 ; 6B_750/2010 du 5 mai 2011 consid 2.2). 3. 3.1. Selon l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. 3.1.1. Selon l'art. 37 al. 2 première phr. LCR, les véhicules ne seront arrêtés ni parqués aux endroits où ils pourraient gêner ou mettre en danger la circulation. Un stationnement est interdit par l'art. 37 al. 2 LCR lorsqu'il crée un obstacle important, objectivement de nature à provoquer des accidents, malgré l'attention requise des autres usagers de la route ou s'il entrave dans une mesure particulière la marche des autres véhicules (ATF 117 IV 507 consid. 2b ; 112 IV 94 consid. 3a ; 102 II 281 consid. 3a ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_965/2014 du 2 août 2016 consid. 5.1). Selon l'art. 19 OCR, norme qui précise sur certains points la règle générale de l'art. 37 al. 2 LCR (ATF 117 IV 507 consid. 2b), second alinéa, lettre a, il est interdit de parquer partout où l'arrêt n'est pas permis. Selon l'art. 18 OCR, les conducteurs doivent si possible s'arrêter hors de la chaussée ; en tous les cas, sur la chaussée, ils ne doivent placer leur véhicule qu'au bord et parallèlement à l'axe de circulation.”
Die Rechtsprechung setzt für Übertretungen von Art. 90 Abs. 1 SVG wiederholt pauschale Bussen (beispielsweise CHF 1'000) an. Bei schuldhafter Nichtbezahlung wird regelmässig eine Ersatzfreiheitsstrafe festgelegt oder in Aussicht gestellt (auch bei tieferen Pauschalbeträgen wurde Ersatzfreiheitsstrafe angewendet).
“S'il n'a pas contesté les infractions en matière de circulation routière, il a fourni des explications farfelues s'agissant des faits en lien avec les stupéfiants. Sa prise de conscience paraît peu étayée, il n'a exprimé aucun regret, tout au plus s'est-il désormais inscrit pour suivre une formation. Sa situation personnelle n'explique en rien ses actes. Il n'a pas d'antécédent, facteur neutre dans la fixation de la peine. Les infractions aux art. 91 al. 2 let. b LCR, 95 al. 1 let. c LCR et 19 al. 1 let. c et d LStup entrent ainsi en concours. Le genre de peine est acquis à l'appelant. Sa quotité sera arrêtée à 100 jours-amende pour l'infraction à l'art. 91 al. 2 let. b LCR, augmentée de 50 jours-amende (peine théorique de 80 jours-amende) pour le délit à l'art. 19 al. 1 LStup et de 10 jours-amende (peine théorique de 20 jours-amende) pour l'infraction à l'art. 95 al. 1 LCR, soit une peine de 160 jours-amende. Le montant du jour-amende, non discuté en appel, paraît adéquat et sera partant confirmé. Le sursis est acquis. S'agissant des contraventions aux art. 90 al. 1 LCR, 99 ch. 1 let. b LCR, 19a LStup ainsi que 33 al. 2 LArm, elles devront être sanctionnées d'une amende de CHF 1'000.-, qui tient compte de la culpabilité de l'appelant, assortie d'une peine privative de liberté de substitution de dix jours. L'exemption de peine plaidée en lien avec l'infraction à la LArm n'entre pas en ligne de compte, au vu de l'absence de prise de conscience de l'intéressé. 4. L'appelant, qui obtient très partiellement gain de cause, supportera les trois quarts des frais de la procédure d'appel (art. 428 CPP), le solde étant laissé à la charge de l'État. Il n'y a en revanche pas lieu de revoir les frais arrêtés par le premier juge. 5. 5.1.1. Selon l'art. 135 al. 1 CPP, le défenseur d'office est indemnisé conformément au tarif des avocats de la Confédération ou du canton du for du procès. S'agissant d'une affaire soumise à la juridiction cantonale genevoise, l'art. 16 du règlement sur l'assistance juridique (RAJ) s'applique, lequel fixe à CHF 200.- (let. c) le tarif horaire applicable au chef d'étude.”
“De même, le montant de l’amende pour infraction à l’art. 90 al. 1 LCR, soit le non-respect d’un injonction (art. 27 al. 1 LCR), arrêté à CHF 1'000.- par le premier juge, apparaît adéquat et proportionné. Le jugement entrepris sera donc intégralement confirmé. 4. L'appelant, qui succombe, supportera les frais de la procédure envers l'État (art. 428 CPP). 5. Par identité de motifs, il n'y a pas lieu à indemnité au sens de l'art. 429 CPP. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement rendu le 12 mai 2021 par le Tribunal de police dans la procédure P/10239/2020. Le rejette. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 3'175.-, qui comprennent un émolument de CHF 3'000.-. Déboute A______ de ses conclusions en indemnisation. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Déclare A______ coupable de violence ou menace contre les autorités et les fonctionnaires (art. 285 ch. 1 CP), de violation des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR) et de conduite sans être porteur du permis de circulation (art. 99 al. 1 let. b LCR). Acquitte A______ du chef de violation des règles de la circulation pour les faits visés sous deuxième tiret de l'acte d'accusation (art. 33 let. b OCR; art. 90 al. 1 LCR). Condamne A______ à une peine pécuniaire de 60 jours-amende (art. 34 al. 1 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 100.- (art. 34 al. 2 LCR). Met A______ au bénéfice du sursis et fixe la durée du délai d'épreuve à 4 ans (art. 42 al. 1 et 44 al. 1 CP). Avertit A______ que s'il devait commettre une nouvelle infraction durant le délai d'épreuve, le sursis pourrait être révoqué et la peine suspendue exécutée, cela sans préjudice d'une nouvelle peine (art. 44 al. 3 CP). Condamne A______, à titre de sanction immédiate, à une amende de CHF 1'000.- (art. 42 al. 4 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution de 10 jours (art. 106 al. 2 CP). Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée (art.”
“Dieser Zweck lässt sich mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe mit dem maximal möglichen unbedingten Strafanteil von einem Jahr erreichen. Hiervon ist die ausgestandene Untersuchungshaft von gut zwei Monaten in Abzug zu bringen. Die andere Strafhälfte wird bedingt ausgesprochen, womit der Beurteilte für die Dauer der zweijährigen Probezeit unter Beweis stellen muss, dass er inskünftig gewillt ist, sich gesetzeskonform zu verhalten. Die mehrfache Hinderung einer Amtshandlung wurde von der Vorinstanz praxisgemäss mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen geahndet, was nicht zu beanstanden ist. Die Tagessatzhöhe wird unverändert auf CHF 50.‒ bemessen. Aufgrund der zu erwartenden Wirkung der teilweise zu verbüssenden Freiheitsstrafe kann die Geldstrafe bedingt mit einer Probezeit von zwei Jahren ausgesprochen werden. Diese Geldstrafe stellt teilweise eine Zusatzstrafe zum Urteil des Strafgerichtspräsidenten Basel-Stadt vom 16. Februar 2018 dar. Ebenfalls teilweise als Zusatzstrafe zu diesem Urteil ist aufgrund des mehrfachen Betäubungsmittelkonsums und der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne vom Art. 90 Abs. 1 SVG eine Busse von CHF 300.‒ auszusprechen (bei schuldhafter Nichtbezahlung 3 Tage Ersatzfreiheitsstrafe). Die Vorinstanz hat die von der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm am 7. Juli 2016 bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 50.‒, Probezeit 3 Jahre, vollziehbar erklärt. Zwar wäre ein Widerruf auch jetzt noch möglich, da die Probezeit mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern vom 5. Dezember 2017 um 1 Jahr und 6 Monate verlängert worden ist und der Widerruf gemäss Art. 46 Abs. 5 StGB bis 3 Jahre nach Ablauf der Probezeit angeordnet werden kann, also bis zum 7. Juli”
Deutliche Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit (z. B. deutlich über 120 km/h bzw. über eine auf 80 km/h reduzierte Limitierung) können regelmässig zur Annahme einer schweren Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG beitragen. Insbesondere in Baustellensituationen erhöht ein erheblicher Geschwindigkeitsüberschuss das Gefährdungspotential und wirkt sich häufig strafzumessend zugunsten höherer Sanktionen aus; die SSK-Richtwerte sehen bei Überschreitungen auf Autobahnen (z. B. 35–39 km/h) rund 20 Tagessätze vor, Baustellensituationen rechtfertigen in der Praxis oft eine strengere Bewertung.
“4 LCR est tellement grave que, par la force des choses, il devrait être conscient - au moins par dol éventuel - qu’il circule à une vitesse excessive et totalement inadéquate (cf. Galiano, p. 127); que, cela étant, il faut néanmoins réserver les situations dans lesquelles le conducteur a agi de façon erronée, en particulier parce qu’il n’a pas pu voir la présence d’un panneau de limitation de vitesse parce que ce dernier n’a pas été correctement mis en évidence, ou posé d’une façon insolite (cf. arrêt TF 6A.11/2000 du 7 septembre 2000 consid. 3d). En effet, dans un autre arrêt, la Haute Cour a retenu qu’une limite de vitesse de 40 km/h sur une chaussée d’autoroute parfaitement aménagée constitue une circonstance tellement extraordinaire que celle-ci exige un examen attentif des conditions subjectives du délit de chauffard, et il a renvoyé l'affaire à la juridiction cantonale (arrêt TF 6B_700/2015 du 14 septembre 2016, consid. 2.2 et 2.3). Dans ces cas, Galiano considère que l’art. 13 CP pourrait trouver application et le délit de chauffard pourrait être déclassifié comme infraction grave aux règles de la circulation au sens de l’art. 90 al. 2 LCR (Galiano, p. 127-128); qu'en l'occurrence, il sied de constater que le Ministère public de l'arrondissement de l'Est vaudois a fait application de la directive n. 1.5 du Procureur général pour retenir une infraction grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, mais n'a en aucun cas admis se trouver en présence d'une erreur sur les faits; que le recourant ne prétend pas que la limitation de vitesse à 80 km/h n'était pas expressément indiquée ou non conforme à la loi; qu'il ne fait pas non plus valoir que la présence du chantier n'était pas reconnaissable, par exemple par un panneau idoine, une signalisation lumineuse ou un marquage au sol; qu'au demeurant, force est d'admettre qu'une limitation à 80 km/h sur une autoroute - pour causes de travaux - n'a en soi rien d'insolite; que l'on ne peut pas s'empêcher de relever, au surplus, que le recourant roulait à 145 km/h, marge de sécurité déduite, soit qu'il dépassait déjà largement la limitation générale de 120 km/h autorisée sur l'autoroute; que cet important excès de vitesse - s'il peut expliquer que le recourant n'ait pas vu la signalisation de chantier - ne saurait en tous les cas l'excuser; qu'enfin, la Cour est d'avis que dès lors qu'il exerce le métier de policier, l'intéressé aurait dû être amené à faire preuve davantage d'attention dans sa conduite; qu'en ce sens et contrairement à ce qu'il soutient, l'infraction est d'autant plus réalisée le concernant sur le plan subjectif; qu'au vu des considérations qui précèdent, l'on ne peut pas raisonnablement considérer se trouver en présence de circonstances particulières permettant d'écarter la réalisation des aspects subjectifs de l'infraction; qu'admettre le contraire reviendrait à permettre à tout conducteur - invoquant simplement qu'il ne savait pas à quelle vitesse il circulait ou qu'il n'avait pas vu le panneau de signalisation - d'échapper automatiquement à un retrait pour délit de chauffard, sans qu'un contexte particulier n'appuie sa position; que pareille conclusion serait clairement contraire à la volonté du législateur; que le fait que l'intéressé n'ait pas d'antécédents récents ne change rien à cette appréciation; que, partant, force est de conclure que les aspects objectifs et subjectifs du délit de chauffard sont réalisés en l'espèce, de sorte que c'est à juste titre et sans excéder ou abuser de son pouvoir d'appréciation que la CMA a fait application de l'art.”
“Ausgehend von den Strafmassempfehlungen der Schweizerischen Staats- anwälte-Konferenz SSK (ehemalige Konferenz der Strafverfolgungsbehörden der Schweiz, KSBS), welche für Geschwindigkeitsüberschreitungen im Bereich von Art. 90 Abs. 2 SVG für eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 35-39 km/h auf Autobahnen eine Geldstrafe in Höhe von 20 Tagessätzen vorsehen und als Richt- linienfunktion dem Gericht als Orientierungshilfe dienen (Urteil des Bundesge- richts 6B_510/2019 vom 8. August 2019 E. 4.3 mit Hinweisen), erscheint – isoliert als Einzelstrafe betrachtet – eine hypothetische Einsatzstrafe von 40 Tagessätzen Geldstrafe oder etwas mehr als einem Monat Freiheitsstrafe dem angesichts der Grenze zur einfachen Verkehrsregelverletzung bei einer Geschwindigkeitsüber- schreitung von 29 km/h ausserorts nicht mehr als leicht zu bewertenden Ver- schulden angemessen, zumal das Befahren einer Baustellensituation ein weit grösseres Gefahrenpotential aufweist, als eine übersichtliche Ausserortsstrecke, da der dichtere Verkehr und/oder die engeren Fahrspuren besonderer Aufmerk- samkeit bedürfen.”
In den zitierten kantonalen Entscheidungen wurde Art. 90 Abs. 2 SVG jeweils mit einer Geldstrafe in Tagessätzen geahndet; in den angeführten Fällen wurde der Vollzug teils ganz oder teilweise mit Sursis und einer festgesetzten Probezeit verbunden.
“L'appelant supportera dès lors 90% des frais de la procédure d'appel, en CHF 1'066.50, y compris un émolument de jugement de CHF 1'000.- (art. 428 al. 1 CPP). 4.3. Il ne se justifie pas de modifier la répartition des frais de la procédure préliminaire et de première instance telle que fixée par le premier juge. Ils seront ainsi laissés entièrement à la charge de l'appelant à hauteur de CHF 1'400.-, y compris l'émolument de jugement complémentaire de CHF 600.- (art. 426 al. 1 CPP). 5. Les conclusions en indemnisation de l'appelant seront entièrement rejetées compte tenu de l'issue de son appel (art. 429 al. 1 let. a CPP). * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit les appels formés par A______ et le Ministère public contre le jugement JTDP/1302/2023 rendu le 11 octobre 2023 par le Tribunal de police dans la procédure P/1237/2021. Rejette l'appel de A______. Admet partiellement l'appel du Ministère public. Annule ce jugement. Et statuant à nouveau : Déclare A______ coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR). Condamne A______ à une peine pécuniaire de 50 jours-amende (art. 34 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 150.-. Met A______ au bénéfice du sursis et fixe la durée du délai d'épreuve à deux ans (art. 42 et 44 CP). Avertit A______ que s'il devait commettre de nouvelles infractions durant le délai d'épreuve, le sursis pourrait être révoqué et la peine suspendue exécutée, cela sans préjudice d'une nouvelle peine (art. 44 al. 3 CP). Condamne A______ aux frais de la procédure préliminaire et de première instance, qui s'élèvent, après réduction, à CHF 1'400.-, y compris un émolument de jugement complémentaire de CHF 600.- (art. 426 al. 1 CPP). Arrête les frais de la procédure d'appel à CHF 1'185.-. Met 90% de ces frais, soit CHF 1'066.50, à la charge de A______ et laisse le solde à la charge de l'État. Rejette les conclusions en indemnisation de A______ (art. 429 al. 1 let. a CPP). Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police.”
“), Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiber i.V. Fabian Leimgruber Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle, Rheinstrasse 12, Postfach, 4410 Liestal, Anklagebehörde gegen A. , vertreten durch Advokat Peter Nedwed, Steinenvorstadt 73, Postfach, 4002 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Grobe Verletzung der Verkehrsregeln (Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 11. August 2022) A. Mit Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 11. August 2022 wurde A. in teilweiser Bestätigung des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 7. April 2020 der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 100.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 800.-- (bzw. im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von acht Tagen) verurteilt; dies in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art. 33 SVG und Art. 6 Abs. 1 VRV), Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 StGB, Art. 44 StGB sowie Art. 106 StGB. Sodann wurde der Beschuldigte dazu verpflichtet, in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 2'554.--, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 1'554.-- und der Gerichtsgebühr von CHF 1'000.--, zu tragen. Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums vom 11. August 2022 meldete der Beschuldigte, vertreten durch Advokat Peter Nedwed, mit Schreiben vom 12. August 2022 die Berufung an und brachte sodann in der Berufungserklärung vom 16. Dezember 2022 folgende Rechtsbegehren vor: Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und es sei der Berufungskläger vollumfänglich freizusprechen (Ziff. 1); dies unter o/e-Kostenfolge für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren zu Lasten des Staates (Ziff.”
“L'intimé se verra allouer, à la charge de l'État, à titre d'indemnité pour les dépenses occasionnées par l'exercice raisonnable de ses droits de procédure, CHF 4'806.10 [((CHF 450.- x 09h35 (estimation surfaite de la durée des débats)) + (CHF 200.- x 00h45)) x 7.7 %] (art. 429 al. 1 let. a et 436 al. 1 CPP). L'appelante verra ses conclusions en indemnisation rejetées (art. 433 al. 1 let. a et 436 al. 1 CPP). * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement rendu le 21 juin 2023 par le Tribunal correctionnel dans la procédure P/11942/2020. Le rejette. Condamne A______ aux frais de la procédure d'appel, en CHF 1'795.-, qui comprennent un émolument de CHF 1'500.-. Alloue à B______, à la charge de l'État, à titre d'indemnité pour les dépenses occasionnées par l'exercice de ses droits de procédure, CHF 4'806.10. Confirme le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant : "Acquitte B______ de viol (art. 190 al. 1 CP) et de contrainte sexuelle (art. 189 al. 1 CP). Déclare B______ coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) et de conduite d'un véhicule ne correspondant pas aux prescriptions (art. 93 al. 1 et 2 let. a LCR et 27 al. 1 OCR). Condamne B______ à une peine pécuniaire de 60 jours-amende (art. 34 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 30.-. Met B______ au bénéfice du sursis et fixe la durée du délai d'épreuve à 3 ans (art. 42 et 44 CP). Avertit B______ que s'il devait commettre de nouvelles infractions durant le délai d'épreuve, le sursis pourrait être révoqué et la peine suspendue exécutée, cela sans préjudice d'une nouvelle peine (art. 44 al. 3 CP). Condamne B______ à une amende de CHF 20.- (art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution d’un jour. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Condamne l'Etat de Genève à verser à B______ CHF 19'783.90, à titre d'indemnité pour les dépenses occasionnées par l'exercice raisonnable de ses droits de procédure (art. 429 al. 1 let. a CPP).”
“– festzusetzen. 2.4.Die Entschädigungsfrage folgt den gleichen Regeln wie der Kostenent- scheid. Es gilt der Grundsatz, dass bei Auferlegung der Kosten keine Entschädi- gung oder Genugtuung auszurichten ist (BGE 147 IV 47 E. 4.1; 145 IV 268 E. 1.2; 144 IV 207 E. 1.8.2; 137 IV 352 E. 2.4.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1290/2021 vom 31. März 2022 E. 5.1). Ausgangsgemäss verbleibt kein Raum für die bean- tragte Zusprechung einer Entschädigung (Urk. 45 Rz. 77) an den Beschuldigten. Es wird beschlossen: 1.Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil, Einzelgericht in Zivil- und Strafsachen, vom 7. Februar 2024 bezüglich der Dispositivzif- fern 2 (Freisprüche), 6 (Entscheid betreffend Zivilbegehren der Privatkläge- rin) und 7 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 2.Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. - 37 - Es wird erkannt: 1.Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, Art. 35 Abs. 3 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV. 2.Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 100.– und einer Busse von Fr. 2'000.–. 3.Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. 4.Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen. 5.Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 8) wird bestätigt. 6.Dem erbetenen Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird für die Un- tersuchung und das vorinstanzliche Verfahren eine reduzierte Prozessent- schädigung von Fr. 3'000.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichts- kasse zugesprochen. 7.Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–. 8.Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 9.Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten die Staatsanwaltschaft See/Oberland sowie in vollständiger Ausfertigung an die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten die Staatsanwaltschaft See/Oberland - 38 - und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw.”
“90 al. 2 LCR, tant objectivement que subjectivement. 2.3. L'appel doit donc être rejeté en lien avec la qualification juridique retenue. 3. L'appelant s'en prend aussi à la quotité de la peine qui lui a été infligée, concluant à être condamné au paiement d'une amende de CHF 200.-. Cependant, dans la mesure où il n'élève, sur cette question, aucun grief contre le jugement attaqué, il faut considérer qu'il ne l'attaque que comme conséquence de la requalification demandée, comme son mandataire l'a d'ailleurs confirmé en séance de ce jour. Dès lors, compte tenu du rejet de l'appel sur la question de la culpabilité et du fait que le jugement n'est pas attaqué dans son ensemble, la Cour n'est pas tenue de revoir cette question à titre indépendant (arrêt TF 6B_419/2014 du 9 janvier 2015 consid. 2.3). Au demeurant, il apparaît que les 30 jours-amende à CHF 130.-, avec sursis, et l'amende additionnelle de CHF 700.- prononcés en première instance se situent tout en bas de la fourchette prévue par l'art. 90 al. 2 LCR et correspondent à la faute de l'appelant. Cette sanction est dès lors adéquate. 4. 4.1. Selon l'art. 426 al. 1 CPP, le prévenu supporte les frais de procédure s'il est condamné. Quant aux frais d'appel, ils sont à la charge des parties dans la mesure où elles ont obtenu gain de cause ou succombé (art. 428 al. 1 CPP); si elle rend une nouvelle décision, l'autorité d'appel se prononce également sur les frais fixés par l'autorité inférieure (art. 428 al. 3 CPP). En l’espèce, vu le rejet de l'appel, il se justifie d'en mettre les frais à la charge du prévenu. Ils sont fixés à CHF 2'200.- (émolument : CHF 2'000.-; débours : CHF 200.-). Quant aux frais de première instance, il n'y a pas matière à revoir leur attribution, vu la confirmation de jugement attaqué. Au demeurant, ce point n'était pas critiqué en appel. 4.2. Aux termes des art. 429 al. 1 let. a et 436 al. 1 CPP, le prévenu acquitté a droit, pour l'appel, à une indemnité pour les dépenses occasionnées par l'exercice raisonnable de ses droits de procédure.”
Unvorsichtig durchgeführte Rückwärtsmanöver können als einfache Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG gewertet werden; im vorliegenden Entscheid führte eine «marche arrière sans précaution» zur Verurteilung nach Art. 90 Abs. 1 LCR.
“P/24670/2021 AARP/353/2023 du 21.09.2023 sur JTDP/594/2023 ( PENAL ) , REJETE RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/24670/2021 AARP/353/2023 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 21 septembre 2023 Entre A______, domiciliée ______ [GE], comparant par Me Sébastien BOZONET, avocat, WOODTLI & ASSOCIES, rue Prévost-Martin 5, case postale 60, 1211 Genève 4, appelante, contre le jugement JTDP/594/2023 rendu le 16 mai 2023 par le Tribunal de police, et LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimé. EN FAIT : A. a. En temps utile, A______ appelle du jugement du 16 mai 2023, par lequel le Tribunal de police (TP) l'a acquittée d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a al. 1 de la loi fédérale sur la circulation routière [LCR]), reconnue coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et de violation des obligations en cas d'accident (art. 92 al. 1 LCR) et l'a condamnée à une amende de CHF 500.-, ainsi qu'aux deux tiers des frais de la procédure, qui s'élèvent à CHF 1'156.-, et à un émolument de jugement de CHF 300.-. A______ entreprend partiellement ce jugement, concluant à son acquittement de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et de violation des obligations en cas d'accident (art. 92 al. 1 LCR), à l'octroi d'une indemnité de procédure équitable pour ses frais de défense de première instance et d'appel, et à ce que la totalité des frais soient mis à la charge de l'État. b. Selon l'ordonnance pénale du 28 juin 2022, il est encore reproché à A______ d'avoir, à Genève, le 6 novembre 2021 aux alentours de 9h55 à la hauteur du n° 25 de la rue Prévost-Martin, au volant du véhicule automobile immatriculé GE1______, effectué une marche arrière sans précaution et heurté, avec le flanc droit de son véhicule, l'aile arrière gauche du véhicule automobile immatriculé ZG2______, endommageant le passage de roue arrière gauche dudit véhicule puis d'avoir, consécutivement à l'accident, quitté les lieux sans remplir ses devoirs en cas d'accident avec dégâts matériels.”
“2023 sur JTDP/594/2023 ( PENAL ) , REJETE RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/24670/2021 AARP/353/2023 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 21 septembre 2023 Entre A______, domiciliée ______ [GE], comparant par Me Sébastien BOZONET, avocat, WOODTLI & ASSOCIES, rue Prévost-Martin 5, case postale 60, 1211 Genève 4, appelante, contre le jugement JTDP/594/2023 rendu le 16 mai 2023 par le Tribunal de police, et LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimé. EN FAIT : A. a. En temps utile, A______ appelle du jugement du 16 mai 2023, par lequel le Tribunal de police (TP) l'a acquittée d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a al. 1 de la loi fédérale sur la circulation routière [LCR]), reconnue coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et de violation des obligations en cas d'accident (art. 92 al. 1 LCR) et l'a condamnée à une amende de CHF 500.-, ainsi qu'aux deux tiers des frais de la procédure, qui s'élèvent à CHF 1'156.-, et à un émolument de jugement de CHF 300.-. A______ entreprend partiellement ce jugement, concluant à son acquittement de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et de violation des obligations en cas d'accident (art. 92 al. 1 LCR), à l'octroi d'une indemnité de procédure équitable pour ses frais de défense de première instance et d'appel, et à ce que la totalité des frais soient mis à la charge de l'État. b. Selon l'ordonnance pénale du 28 juin 2022, il est encore reproché à A______ d'avoir, à Genève, le 6 novembre 2021 aux alentours de 9h55 à la hauteur du n° 25 de la rue Prévost-Martin, au volant du véhicule automobile immatriculé GE1______, effectué une marche arrière sans précaution et heurté, avec le flanc droit de son véhicule, l'aile arrière gauche du véhicule automobile immatriculé ZG2______, endommageant le passage de roue arrière gauche dudit véhicule puis d'avoir, consécutivement à l'accident, quitté les lieux sans remplir ses devoirs en cas d'accident avec dégâts matériels. B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : a.a. Selon le rapport de renseignements du 12 novembre 2021, B______ avait fait appel à la police car il avait vu le véhicule C______/3______ [marque, modèle] bleu immatriculé GE1______ heurter, avec son côté droit, l'aile arrière gauche de la [voiture] D______/4______ [marque, modèle] grise immatriculée ZG2______.”
“2023 sur JTDP/594/2023 ( PENAL ) , REJETE RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/24670/2021 AARP/353/2023 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 21 septembre 2023 Entre A______, domiciliée ______ [GE], comparant par Me Sébastien BOZONET, avocat, WOODTLI & ASSOCIES, rue Prévost-Martin 5, case postale 60, 1211 Genève 4, appelante, contre le jugement JTDP/594/2023 rendu le 16 mai 2023 par le Tribunal de police, et LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimé. EN FAIT : A. a. En temps utile, A______ appelle du jugement du 16 mai 2023, par lequel le Tribunal de police (TP) l'a acquittée d'entrave aux mesures de constatation de l'incapacité de conduire (art. 91a al. 1 de la loi fédérale sur la circulation routière [LCR]), reconnue coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et de violation des obligations en cas d'accident (art. 92 al. 1 LCR) et l'a condamnée à une amende de CHF 500.-, ainsi qu'aux deux tiers des frais de la procédure, qui s'élèvent à CHF 1'156.-, et à un émolument de jugement de CHF 300.-. A______ entreprend partiellement ce jugement, concluant à son acquittement de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et de violation des obligations en cas d'accident (art. 92 al. 1 LCR), à l'octroi d'une indemnité de procédure équitable pour ses frais de défense de première instance et d'appel, et à ce que la totalité des frais soient mis à la charge de l'État. b. Selon l'ordonnance pénale du 28 juin 2022, il est encore reproché à A______ d'avoir, à Genève, le 6 novembre 2021 aux alentours de 9h55 à la hauteur du n° 25 de la rue Prévost-Martin, au volant du véhicule automobile immatriculé GE1______, effectué une marche arrière sans précaution et heurté, avec le flanc droit de son véhicule, l'aile arrière gauche du véhicule automobile immatriculé ZG2______, endommageant le passage de roue arrière gauche dudit véhicule puis d'avoir, consécutivement à l'accident, quitté les lieux sans remplir ses devoirs en cas d'accident avec dégâts matériels. B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : a.a. Selon le rapport de renseignements du 12 novembre 2021, B______ avait fait appel à la police car il avait vu le véhicule C______/3______ [marque, modèle] bleu immatriculé GE1______ heurter, avec son côté droit, l'aile arrière gauche de la [voiture] D______/4______ [marque, modèle] grise immatriculée ZG2______.”
Blick oder Bedienung eines Mobiltelefons während der Fahrt kann bereits eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG darstellen, wenn dadurch die Aufmerksamkeit beeinträchtigt und das sichere Führen des Fahrzeugs erschwert wird. Kurzzeitige Blicke oder Bedienungen können ausreichen; längere Blicke bzw. wiederholte oder mehrere Sekunden dauernde Manipulationen werden in Entscheiden häufig nicht mehr als «nur kurzer Blick» angesehen und können tatbestandsrelevant sein.
“Sie befasste sich mit sämtlichen Einwänden des Beschuldigten und verfiel dabei nicht in Willkür. Der Beschuldigte wiederholt über weite Strecken seine Sicht der Dinge. Es gelingt ihm aber nicht, Willkür im vorinstanzlichen Urteil aufzuzeigen. Mit der Vorinstanz ist folglich von folgendem Sachverhalt auszugehen: Der Beschuldigte nahm am 17. Juni 2021, ca. 20.45 Uhr, in E.________ beim Kreisverkehrsplatz F.________ als Lenker eines Personenwagens während der Fahrt eine Verrichtung vor (Blick auf sein als Navigationsgerät verwendetes Mobiltelefon), welche das sichere Führen des Fahrzeuges erschwerte. Aufgrund dessen übersah der Beschuldigte bei der Einfahrt in den Kreisverkehrsplatz F.________ einen vortrittsberechtigten, sich bereits im Kreisverkehrsplatz befindenden Motorfahrradlenker und kollidierte in der Folge mit diesem. III. Rechtliche Würdigung 9. Vornehmen einer Verrichtung, welche die Aufmerksamkeit beeinträchtigt und damit das sichere Führen eines Motorfahrzeugs erschwert 9.1 Rechtliche Grundlagen Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer die Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Fahrzeuglenker das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 der Verkehrsregelverordnung [VRV; SR 741.11]) und darf beim Fahren keine Verrichtung vornehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 Satz 2 VRV). Ferner hat er dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird (Art. 3 Abs. 1 Satz 3 VRV). Das Mass der Aufmerksamkeit, die der Fahrzeugführer nach Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 VRV der Strasse und dem Verkehr zuzuwenden hat, richtet sich nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 137 IV 290 E.”
“Selbst wenn man bezüglich der damals herrschenden Verkehrslage auf die Aussa- gen des Beschuldigten abstellen würde, welcher von einem "stop and go"-Verkehr und von Stau sprach, könnte entgegen der Verteidigung und ohne Willkür davon ausgegangen werden, dass man den eigenen Blick während rund 15 Sekunden auf das Mobiltelefon in der Hand richten kann, ohne dass die eigene Fahrweise da- durch leidet. Als praktisches Anschauungsbeispiel sei der Orchestermusiker zu nennen, der auf seine Noten und den Dirigenten schauen kann. Doch auch bei der erwähnten Verkehrslage und entsprechend gedrosselten Fahrgeschwindigkeit wäre das beschriebene Verhalten unzulässig, da es nicht mehr einen nur kurzen Blick darstellt, was im Übrigen auch die Verteidigung selbst so anerkennt (vgl. dazu nachfolgend Ziff. IV; Urk. 55 S. 3). 6.Der Sachverhalt ist damit mit der Einschränkung der Bedienung des Mobil- telefons, an welche sich der Zeuge D._____ nicht mehr erinnern konnte und von welcher entgegen der Vorinstanz in dubio pro reo nicht zuungunsten des Beschul- digten ausgegangen werden kann, als erstellt zu erachten. IV. Rechtliche Würdigung 1.Das Stadtrichteramt und die Vorinstanz würdigten das Verhalten des Beschul- digten als einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 VRV (Urk. 2 und 45 S. 9 f.). 2.Die Verteidigung stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass gar keine strafbare Verrichtung im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV vorliege. Es habe gar nicht beobachtet werden können, ob der Beschuldigte seinen Blick auf das Handy oder den Verkehr gehabt habe. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz sei offensichtlich falsch und weder der objektive noch der subjektive Tatbestand seien erfüllt (Urk. 55 S. 12 f.). - 13 - 3.Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Führer das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vor- sichtspflichten nachkommen kann. Das heisst, der Führer muss jederzeit in der Lage sein, auf die jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckmässig zu reagieren (BGE 127 II 302 E.”
“En agissant de la sorte, le prévenu savait qu’il transportait des quantités de drogue susceptibles de mettre la santé de nombreuses personnes en danger, la quantité totale pure transportée étant de 333 grammes. Par ailleurs, le prévenu a vendu à des tiers une quantité minimale de 10 grammes de méthamphétamine, en particulier à I.________, coupant toutefois celle qu’il acquérait avant de la remettre à des tiers. I.2 Infraction à la loi sur l’encouragement du sport et de l’activité physique (art. 22 al. 1 LESp), commise entre 2016 et le 19 juin 2019 à J.________ et à C.________, par le fait d’avoir importé du K.________ des produits utilisés à des fins de dopage pour en procurer pour une partie à des tiers qui s’entrainaient avec lui, notamment à L.________ et M.________, les produits remis étant en particulier du Dianabol, du Pregnyl, de la Fedrine, du Trenacet, de l’Oxy 50, des testostérone Cypionate, du Cytomel T3 et du Deca 300 en quantité qu’il est impossible de préciser, étant entendu qu’il s’agissait de dépannages. I.3 Infraction à la LCR (art. 90 al. 1 LCR), commise en 2019 à J.________ et ailleurs, par le fait d’avoir conduit à plusieurs reprises son véhicule en filmant, respectivement en se filmant pendant plusieurs secondes, étant dès lors inattentif au trafic pendant cette durée. I.4 Contravention à la LStup (art. 19a LStup), commise entre le (3 ans avant le jugement) et le 23 février 2021 à J.________, C.________ et ailleurs en Suisse, par le fait d’avoir consommé de la méthamphétamine et du cannabis.”
“Il y a arbitraire lorsque l’autorité ne prend pas en compte, sans aucune raison sérieuse, un élément de preuve propre à modifier la décision, lorsqu’elle se trompe manifestement sur son sens et sa portée, ou encore lorsque, en se fondant sur les éléments recueillis, elle en tire des constatations insoutenables (Kistler Vianin, op. cit., n. 28 ad art. 398 CPP). 3.3 Le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence (art. 31 al. 1 LCR). Selon l’art. 3 al. 1 OCR (Ordonnance fédérale sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11), le conducteur vouera son attention à la route et à la circulation. Il évitera toute occupation qui rendrait plus difficile la conduite du véhicule. Il veillera en outre à ce que son attention ne soit notamment distraite ni par un appareil reproducteur de son ni par un quelconque système d’information ou de communication. La violation simple de cette règle de circulation est punie de l’amende (art. 90 al. 1 LCR ; cf. TF 6B_965/2011 du 17 mai 2011 consid. 2.1). Le fait de tenir une conversation téléphonique en conduisant ne viole pas encore l’art. 3 al. 1 OCR puisque cela n’exige pas plus de concentration qu’une conversation avec les occupants d’un véhicule. En revanche, le fait de tenir un téléphone ou de le manipuler peut constituer une occupation rendant plus difficile la conduite du véhicule ou distrayant son chauffeur (art. 3 al. 1, 2e et 3e phrases OCR). Le conducteur doit en effet tenir le volant avec une main au moins et doit faire en sorte que l’autre, si elle n’est pas sur le volant, soit disponible à tout instant pour d’autres actions nécessaires, comme par exemple pour actionner l’avertisseur, le clignotant, le levier de vitesse ou l’essuie-glace (TF 6B_1183/2014 du 27 octobre 2015 consid. 1.3 ; ATF 120 IV 63 consid. 2d, JdT 1994 I 697). Lorsque le conducteur manipule un objet d’une main tout en actionnant le véhicule de l’autre, cette occupation rend plus difficile la conduite du véhicule si elle dure plus d’un court instant et si elle oblige le conducteur à modifier la position de son corps ou à détourner son regard du trafic (TF 6B_1183/2014 du 27 octobre 2015 consid.”
Riskante Spurwechsel und Rechtsüberholen — darunter auch mehrfaches Rechtsüberholen auf der Autobahn — können unter den gegebenen Umständen den objektiven Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllen. Wiederholte oder aufeinanderfolgende gefährliche Überholmanöver vermögen zusammen eine erhöhte abstrakte Gefährdung zu schaffen und so die Strafbarkeit zu begründen. In besonders schwerwiegenden Konstellationen (z. B. rücksichtsloser Flucht- oder Renncharakter) kommt eine qualifizierte Einordnung nach weitergehenden Bestimmungen in Betracht.
“Verbot des Rechtsüberholens Gemäss Beweisergebnis überholte der Beschuldigte auf der W.________(Autobahn) Süd, AF.________(Ortschaft) – Z.________ (Ortschaft) auf der Höhe km ________, auf der Höhe km ________ und auf der AH.________(Autobahn) Ost, AG.________(Ortschaft) – AI.________(Ortschaft) auf der Höhe km ________ mehrere Fahrzeuge rechts. Der Beschuldigte legte dabei insgesamt, d.h. im Rahmen seiner Fluchtfahrt, ein äusserst rücksichts- und bedenkenloses Verhalten an den Tag. Damit sind sowohl der objektive als auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Rechtfertigungsgründe sind keine ersichtlich. Der Beschuldigte hat mit seinem Verhalten am 6. Dezember 2022 auf der Autobahn zwischen I.________(Ortschaft) und J.________(Ortschaft) durch mehrfaches Rechtsüberholen den Straftatbestand der groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG mehrfach erfüllt.”
“Aus dem verbindlich festgestellten Sachverhalt geht hervor, dass der Beschwerdegegner nach dem Signal "Ende der Autobahn" mit der Distanztafel "800 m" mit der zulässiger Höchstgeschwindigkeit insgesamt drei auf der linken Spur in Richtung Thusis fahrende Fahrzeuge rechts (auf der Richtung Flims führenden Spur) überholte, wobei er dazwischen jeweils wieder links einspurte. Der Beschwerdegegner vollzog seine Manöver mithin bei (wenn auch nicht exzessiver) so doch hoher Fahrgeschwindigkeit im Bereich einer weniger als 800 Meter langen Ausspurstrecke, wo - wie von der Beschwerdeführerin zu Recht hervorgehoben - vermehrt mit Spurwechseln zu rechnen ist. Diesbezüglich ist entgegen dem Beschwerdegegner keine unzulässige Ausdehnung des Anklagesachverhalts erkennbar. Im Falle des Ausscherens resp. Spurwechsels eines der überholten Fahrzeuge (oder anderer Verkehrsteilnehmer) hätte es dabei ohne Weiteres zu gefährlichen Bremsmanövern resp. einer Kollision kommen können. Dem Gesagten zufolge - und entgegen der Vorinstanz - schuf der Beschwerdegegner durch sein Verhalten eine erhöhte abstrakte Gefährdung und erfüllte somit den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG. Daran vermögen bei diesen Gegebenheiten weder gute Strassen- und Sichtverhältnisse noch ein normales Verkehrsaufkommen bzw. ein ruhiger Verkehrsfluss etwas zu ändern. Unbehelflich ist auch, dass der Beschwerdegegner die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten habe. Ob er nach seinen Überholmanövern "in einem Zug" wieder auf die linke Spur zurückschwenkte, resp. ob sein Fahrzeug "plötzlich und unvermittelt" aufgetaucht sei, ist ebenfalls nicht von Belang. Schliesslich kann der Beschwerdegegner auch aus dem Umstand, dass sich die von ihm geschaffenen Gefährdungen nicht verwirklicht hätten, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Zu keinem anderen Schluss führt das vom Beschwerdegegner zitierte Urteil 1C_105/2022 vom 14. Februar”
“Die Dauer des Manövers ist nicht das einzige Beurteilungskriterium. Vielmehr ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu eruieren, ob das Aus- und Wiedereinschwenken in einem Zug erfolgte (vgl. E. 3.3 hiervor). Die Vorinstanz legt nachvollziehbar dar, weshalb zwischen dem Aus- und dem Wiedereinschwenken rund 21 Sekunden verstrichen sind. Die rechtliche Qualifikation des Manövers als unerlaubtes Überholen ist nicht zu beanstanden. Soweit der Beschwerdeführer ins Feld führt, jedenfalls sei der subjektive Tatbestand nicht erfüllt, da es ihm nicht darum gegangen sei, schneller voranzukommen, ansonsten er entweder die zweite Überholspur benutzt hätte oder auf der Normalspur schneller gefahren und so rascher am Audi vorbeigezogen wäre, erschöpfen sich seine Vorbringen (erneut) in rein appellatorischer Kritik, zumal die Vorinstanz dieses Argument damit entkräftet hat, dass sich im fraglichen Zeitpunkt auf der zweiten Überholspur bereits ein Fahrzeug befand. Folglich sah die Vorinstanz im zweiten Überholmanöver zu Recht einen weiteren Verstoss gegen Art. 90 Abs. 2 SVG.”
“Die Vorinstanz nimmt zutreffend an, dass das Fahrverhalten des Beschwerdeführers den objektiven Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Sie verneint auch zu Recht das Vorliegen besonderer Umstände, welche die Geschwindigkeitsüberschreitung in einem milderen Licht erscheinen lassen würden. Gute Witterungs-, Strassen- und Verkehrsverhältnisse stellen keine besonderen Umstände im Sinne der Rechtsprechung dar (Urteile 6B_180/2023 vom 27. Juni 2024 E. 3.2; 6B_55/2024 vom 11. März 2024 E. 2.3; 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 3.4; je mit Hinweisen). Ohnehin befand sich der Beschwerdeführer, wie die Vorinstanz feststellt und er selbst anerkennt, in einer Situation erhöhter Gefahr, als er die Geschwindigkeitsüberschreitung beging: bei einem Überholmanöver, bei dem sich der Überholte "ein eigentliches Rennen" mit ihm liefern wollte. Was der Beschwerdeführer aus dem Hinweis auf ebendiese (gefährliche) Überholsituation zu seinen Gunsten ableiten will, ist nicht ersichtlich. Ebenso wenig erhellt der Verweis auf ein nicht näher bezeichnetes "Präjudiz" oder auf das Urteil BGE 149 II 96, welches nicht eine Geschwindigkeitsüberschreitung, sondern das Rechtsüberholen betraf.”
“La liste énoncée dans cette disposition étant exemplative, toute autre violation de gravité comparable à celles visées expressément par la loi, commise intentionnellement et provoquant une mise en danger concrète de l'intégrité physique d'autrui, entre dans le cadre du "délit de chauffard". Il est également admissible qu'une multitude d'infractions simplement graves des règles de la circulation routière (non-respect des priorités, vitesse inadaptée, perte de maîtrise, non-respect des signalisations lumineuses, conduite en état d'incapacité, etc.), commises successivement dans un même complexe de faits, puisse provoquer une mise en danger concrète des autres usagers de la route et ainsi correspondre à l'énoncé de fait légal figurant à cet alinéa (Deleze/Dutoit, Le délit de chauffard au sens de l'art. 90 al. 3 LCR : éléments constitutifs et propositions d'interprétation, PJA 2013, p. 1213 ss et références citées). Dans cette disposition, l'on ne retient que les comportements insensés présentant une gravité sensiblement plus élevée que celle requise par l'art. 90 al. 2 LCR (Bussi et al., CSCR Commenté 2015, n°5.2 ad art. 90 al. 3 LCR, p. 905; Deleze/Dutoit, op. cit., p. 1208 qui parlent eux de violation grave qualifiée). S'agissant de la qualification d'actes commis dans le cadre d'une course-poursuite, la doctrine a notamment considéré que constitue une course de vitesse illicite au sens de cette disposition une course de vitesse irresponsable ou une course-poursuite avec la police (Moreillon, Le délit de chauffard : aspects pénaux et procéduraux, in Journées du droit de la circulation routière, juin 2014, p. 220 et références citées). Dans le même sens, l'art. 90 al. 3 LCR peut notamment s'appliquer à la "fuite effrénée d'un conducteur émaillée d'infractions graves (vitesses, feux rouges et priorités brûlées) pour échapper à la police" (Mizel, Le délit de chauffard et sa répression pénale et administrative, PJA 2013, p. 198 et références citées) ou encore à la fuite effrénée d'un suspect pris en chasse par la police qui, pour échapper à son interpellation, zigzague entre les automobilistes circulant normalement sur la voie de circulation (Deleze/Dutoit, op.”
Abzugrenzen ist, dass Art. 90 Abs. 3 und 4 ein qualifiziertes, höheres Gefährdungsniveau verlangen als Art. 90 Abs. 2: Es muss ein hohes Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern vorliegen. Für Abs. 3/4 verlangt die Rechtsprechung zudem einen subjektiven Tatbestand in Form von Vorsatz; Eventualvorsatz genügt. Art. 90 Abs. 3 wird in der Praxis als Tatbestand mit besonders naheliegender Möglichkeit einer konkreten Gefährdung interpretiert.
“À teneur de l'art. 90 al. 4 LCR, l'al. 3 est toujours applicable lorsque la vitesse maximale autorisée a été dépassée d'au moins 80 km/h, là où la limite était fixée à plus de 80 km/h (let. d). 2.2.4.2. L'art. 90 al. 3 LCR contient deux conditions objectives, la violation d'une règle fondamentale de la circulation routière et la création d'un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort. La notion de violation d'une règle fondamentale de la circulation apparaît identique à celle de violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, la jurisprudence retenant qu'il y a violation grave, notamment lorsque l'auteur viole gravement une règle importante, fondamentale ou élémentaire. Toutefois, vu le caractère aggravé de l'art. 90 al. 3 LCR, il y a lieu de retenir une définition plus limitative que celle retenue pour l'art. 90 al. 2 LCR afin de ne retenir que les comportements insensés présentant une gravité sensiblement plus élevée que celle requise par l'art. 90 al. 2 LCR. La loi donne une liste d'exemples de ces règles fondamentales en évoquant les excès de vitesse particulièrement importants, les dépassements téméraires ou la participation à des courses de vitesse illicites (Y. JEANNERET et al., op. cit., n. 5.2 ad 90 LCR ATF 142 IV137 consid. 6.1). Un cumul de violations simples des règles de la circulation routière est susceptible de constituer une violation grave "qualifiée", pour autant qu'elle créé un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort (ATF 142 IV 137 consid. 8.1 ; arrêts du Tribunal fédéral 6B_34/2017 du 3 novembre 2017 consid. 2.4 et 6B_148/2016 du 29 novembre 2016 consid. 1.3.2). L'art. 90 al. 3 LCR réprime la mise en danger abstraite qualifiée, en ce sens que la probabilité d’un accident avec une issue fatale ou des blessures graves est presque certaine, pour le cas où une ou plusieurs personnes se trouvent à proximité (arrêts du Tribunal fédéral 6B_567/2017 du 22 mai 2018 consid. 3.2.1 ; 6B_148/2016 du 29 novembre 2016 consid.”
“Rechtliche Würdigung 11. Rechtliche Grundlagen Für die rechtlichen Grundlagen zum Tatbestand von Art. 90 Abs. 3 und 4 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 208 f.). Ergänzend und präzisierend auf Folgendes hinzuweisen: Gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG wird mit Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren bestraft, wer durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzen oder Todesopfern eingeht, namentlich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überholen oder Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts muss sich in objektiver Hinsicht das nach Art. 90 Abs. 3 SVG geforderte Risiko auf einen Unfall mit Todesopfern oder Schwerverletzten beziehen und somit ein qualifiziertes Ausmass erreichen. Es muss ein hohes Risiko und mithin eine höhere als die in Art. 90 Abs. 2 SVG geforderte «ernstliche» Gefahr vorliegen. Art. 90 Abs. 3 SVG verlangt die besonders naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung (BGer 6B_1404/2019 vom 17. August 2020 E. 3.3 mit Hinweisen). Aus der gesetzlichen Konzeption ergibt sich, dass der Gesetzgeber Geschwindigkeitsüberschreitungen ab den in Art. 90 Abs. 4 SVG genannten Grenzwerten im Vergleich zu anderen Missachtungen der Höchstgeschwindigkeit per se als besonders gefährlich einstuft (BGer 6B_1358/2017 vom 11. März 2019 E. 3.2 mit Hinweis). Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um mindestens 60 km/h überschreitet, verletzt stets elementare Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG (Art. 90 Abs. 4 Bst. c SVG). Der subjektive Tatbestand des Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG erfordert Vorsatz bezüglich der Verletzung einer elementaren Verkehrsregel und der Risikoverwirklichung, wobei Eventualvorsatz genügt (BGE 142 IV 137 E. 3.3). Nach ständiger Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der Täter mit der Tatbestandsverwirklichung rechnet, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1 E.”
“3 SVG wird mit Freiheitsstrafe zwischen einem und vier Jahren bestraft, wer durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, namentlich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Art. 90 Abs. 4 SVG listet Geschwindigkeitsüberschreitungen auf, bei denen Art. 90 Abs. 3 SVG in jedem Fall erfüllt ist. Wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um mindestens 50 km/h überschritten, liegt eine qualifiziert grobe Verletzung der Verkehrsregeln vor (Art. 90 Abs. 4 lit. b SVG). Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung sind alle Tatbestandsvarianten des Art. 90 SVG mit Blick auf die geschützten Rechtsgüter Leib und Leben abstrakte Gefährdungsdelikte und es genügt auch für die Absätze 2-4 der Nachweis einer - je nach Tatbestand abgestuften - erhöhten abstrakten Gefährdung. Art. 90 Abs. 3 SVG setzt mithin keine konkrete Gefährdung Dritter voraus (Urteil 6B_322/2022 vom 25. August 2022 E. 2.2.2 mit Hinweisen). Das nach Art. 90 Abs. 3 SVG geforderte Risiko muss sich auf einen Unfall mit Todesopfern oder Schwerverletzten beziehen und somit ein qualifiziertes Ausmass erreichen. Es muss ein hohes Risiko und mithin eine höhere als die in Art. 90 Abs. 2 SVG geforderte ernstliche Gefahr vorliegen. Diese muss analog der Lebensgefährdung nach Art. 129 StGB unmittelbar, nicht jedoch unausweichlich sein. Mit anderen Worten ist es das (qualifizierte) Ausmass der abstrakten Gefährdung, welches die Schwere der Rechtsgutverletzung bestimmt (Urteil 6B_322/2022 vom 25. August 2022 E. 2.2.2 mit Hinweisen).”
Bei wiederholten oder besonders schweren Verletzungen der Verkehrsregeln kann die Gerichtspraxis zulasten des Beschuldigten darauf abstellen, dass frühere Sanktionen keine präventive Wirkung entfalteten. Ein renitentes Vorleben — auch einschliesslich im Ausland ergangener Verurteilungen — sowie die fortgesetzte Begehung ähnlicher Taten erhöhen daher die Wahrscheinlichkeit, dass statt einer Geldstrafe eine Freiheitsstrafe nach Art. 90 Abs. 2 SVG verhängt wird oder das Strafmass deutlich verschärft wird.
“À teneur de l'extrait de son casier judiciaire suisse, A______ a fait l'objet de plusieurs condamnations, soit : - le 19 octobre 2018, par le MP, à une peine pécuniaire de 25 jours-amende à CHF 30.- l'unité, avec sursis et délai d'épreuve de trois ans (ndr : par jugement du 24 novembre 2019, le délai d'épreuve a été prolongé au 15 mars 2023), sous déduction d'un jour de détention avant jugement, et à deux amendes de CHF 230.-, respectivement CHF 500.-, pour entrée illégale par négligence (art. 115 al. 1 let. a et al. 3 aLEtr), conduite en état d'ébriété avec un taux d'alcool qualifié (art. 91 al. 2 let. a LCR) et infraction à l'art. 96 OCR ; - le 27 mai 2019, par le MP, à une peine pécuniaire de 30 jours-amende à CHF 30.- l'unité, avec sursis et délai d'épreuve de trois ans (ndr : par jugement du 24 novembre 2019, le délai d'épreuve a été prolongé au 26 juin 2023), et à une amende de CHF 500.- pour violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) ; - le 24 novembre 2019, par le MP, à une peine pécuniaire de 180 jours-amende à CHF 30.- l'unité et à une amende de CHF 180.- pour violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), conduite en état d'ébriété avec un taux d'alcool qualifié (art. 91 al. 2 let. a LCR), conduite malgré le refus, le retrait ou l'interdiction d'usage du permis (art. 95 al. 1 let. b LCR) et violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Il a également été condamné à plusieurs reprises en France, à savoir : - le 19 décembre 2013, par le Tribunal correctionnel de I______ [France], à 40h de travail d'intérêt général pour outrage à une personne dépositaire de l'autorité publique et rébellion ; - le 19 novembre 2015, par le Tribunal correctionnel de I______, à deux mois d'emprisonnement avec sursis et à une amende d'EUR 200.- pour circulation avec un véhicule terrestre à moteur sans assurance et conduite d'un véhicule ayant fait usage de substances ou plantes classées comme stupéfiants ; - le 4 février 2016, par le Tribunal correctionnel de J______ [France], à six mois d'emprisonnement avec sursis assorti d'un délai d'épreuve de deux ans pour refus d'obtempérer, par le conducteur d'un véhicule, à une sommation de s'arrêter dans des circonstances exposant directement autrui à un risque de mort ou d'infirmité, dégradation ou détérioration de biens destinés à l'utilité ou la décoration publique et conduite d'un véhicule à moteur malgré une suspension administrative ou judiciaire du permis de conduire ; - le 21 novembre 2016, par le Tribunal correctionnel de I______, à un mois d'emprisonnement avec sursis pour usage illicite de stupéfiants ; - le 11 mai 2017, par le Tribunal correctionnel de I______, à deux mois d'emprisonnement pour conduite d'un véhicule à moteur malgré l'annulation judiciaire du permis de conduire, ainsi qu'à 70 jours-amende à EUR 10.”
“Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, die zulässige Höchst- geschwindigkeit mehrmals überschritten und sich damit der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 3 SVG und der mehrfachen gro- ben Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gemacht zu haben. Insbesondere wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 19. März 2020 um 9:04 Uhr in Zürich auf der C._____-strasse die signalisierte Höchstgeschwindig- keit überschritten zu haben und damit eine qualifiziert grobe Verletzung der Ver- kehrsregeln begangen zu haben. Dies stellt den mit der höchsten Strafe bedroh- ten vorgeworfenen Tatbestand dar, weshalb die (Stadt-)Zürcher Behörden nach Art. 31 Abs. 1 und 34 Abs. 1 StPO örtlich zuständig sind. Da die Staatsanwalt- schaft eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten (und damit mehr als ein Jahr Freiheits- strafe) beantragt, ist gemäss § 22 i.V.m. 27 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 GOG das Kollegial- gericht des Bezirksgerichts Zürich sachlich zuständig, womit die Zuständigkeit des hiesigen Gerichts gegeben ist.”
“Es gilt hervorzuheben, dass der Beschwerdeführer mit Urteil vom 18. August 2020 bereits unter anderem wegen einer qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 3 SVG), mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne erforderlichen Führerausweis (Art. 95 Abs. 1 Bst. a SVG), Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch (Ar. 94 Abs. 1 Bst. a SVG), Fahrens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand (Art. 91 Abs. 2 Bst. b SVG) sowie einer groben Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2 SVG) zu einer Freiheitsstrafe von 48 Monaten und einer stationären Massnahme für junge Erwachsene gemäss Art. 61 StGB (unter Aufschub des Vollzugs der Strafe zu Gunsten der Massnahme, welche mit Entscheid vom 5. Dezember 2022 aufgehoben wurde) nebst einer Busse von CHF 1'500.00 verurteilt wurde. Zudem wurde gegen ihn gemäss Art. 66abis StGB eine Landesverweisung von drei Jahren ausgesprochen. Dem Urteil liegt unter anderem der vom Beschwerdeführer anlässlich der Hafteinvernahme geschilderte Sachverhalt zugrunde, wonach er in alkoholisiertem Zustand in einem Fahrzeug vor der Polizei geflüchtet sei und durch seine Fahrweise mehrere Personen am Leben gefährdet habe (Einvernahme vom 27. Februar 2024, Z. 270 ff.). Seit seiner Entlassung sind gegen den Beschwerdeführer wieder zahlreiche Verfahren unter anderem wegen SVG-Widerhandlungen hängig. Darunter befindet sich ein hängiges Strafverfahren im Kanton Basel-Landschaft insbesondere wegen qualifiziert grober Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs.”
“Cela étant, ses aveux sont fortement affaiblis par ses nombreux mensonges quant à son droit de conduire en Suisse et à ses antécédents judiciaires dans son pays d’origine pour des faits similaires. Il apparaît que ce dernier ne se soucie aucunement des règles applicables en matière de circulation routière et n’hésite pas à mettre en danger la sécurité d’autres personnes. Vu la gravité des faits survenus le 8 juillet 2022 et leur réitération, il convient, pour des raisons de prévention spéciale, de prononcer une peine privative de liberté pour les infractions qui peuvent être sanctionnées par une peine de ce genre, au détriment d’une peine pécuniaire dont l’exécution, vu son absence de domicile en Suisse, n’est pas garantie. Ainsi, l’excès de vitesse particulièrement important, constituant l’infraction la plus grave, justifie à lui seul une peine privative de liberté de 12 mois, constituant le minimum légal, compte tenu des risques qu’il a fait encourir aux autres usagers de la route (cf. art. 90 al. 3 et 4 let. c LCR). Par l’effet du concours, cette peine doit être augmentée d’un mois compte tenu de la violation grave des règles de la circulation au sens de l’art. 90 al. 2 LCR, de 15 jours pour la tentative d’entrave aux mesures de constatation de l’incapacité de conduire au sens de l’art. 91a al. 1 LCR cum 22 al. 1 CP, et de 45 jours pour la conduite sans autorisation au sens de l’art. 95 al. 1 let. b LCR commise à deux reprises. La peine d’ensemble de 15 mois prononcée en première instance est ainsi adéquate et doit être confirmée. L’amende, au demeurant non contestée, qui a été prononcée pour un montant de 600 fr. afin de sanctionner la contravention à la LStup (cf. art. 19a ch. 1 LStup) et la conduite d’un véhicule en état défectueux (cf. art. 93 al. 2 let. a LCR) et la violation de l’interdiction de conduire sous l’effet de l’alcool (cf. art. 91 al. 1 let. a LCR), doit également être confirmée. Compte tenu des antécédents de I.________ à l’étranger et la réitération des infractions à la LCR et du fait que les mesures administratives prises à son encontre, en Suisse et à l’étranger, n’ont eu aucun effet dissuasif, le mépris pour les règles de la circulation routière suisse dont il a fait preuve démontre une absence de prise de conscience totale quant à la gravité des faits qui lui sont reprochés et aux potentielles conséquences de son comportement pour la sécurité des autres usagers de la route.”
“], nordmazedonische Staatsangehörige) reiste am 1. Juni 2001 zu ihm in die Schweiz ein. Aus der Ehe gingen drei Kinder (geb. [...], [...] und [...]) hervor. Die Ehefrau und die Kinder sind im Besitz einer Niederlassungsbewilligung. B. Gegen den Beschwerdeführer ergingen zwischen 1997 und 2014 folgende Verurteilungen beziehungsweise Verwarnungen: - Strafverfügung der Jugendanwaltschaft des Kantons B._______ vom 15. Januar 1997: Bestrafung zur Arbeitsleistung von zwei Halbtagen wegen Drohung (Art. 180 StGB); - Strafverfügung des Bezirksamtes C._______ vom 19. Oktober 1998: halber Tag Arbeitsleistung wegen Widerhandlung gegen das SVG (SR 741.01); - Strafverfügung des Bezirksamtes C._______ vom 28. November 2001: Busse von Fr. 150.- wegen mehrfacher Widerhandlungen gegen das BetmG (SR 812.121); - Urteil des Bezirksgerichts D._______ vom 6. Februar 2002: bedingte Freiheitsstrafe von vier Monaten und Busse von Fr. 1000.- wegen mehrfacher Drohung (Art. 180 StGB) und mehrfacher grober Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2 SVG); - Strafbescheid des Untersuchungsamts D._______ vom 30. April 2002: Busse von Fr. 1'000.- wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln; - Strafverfügung des Bezirksamts C._______ vom 23. Mai 2002: Busse von Fr. 350.- wegen Widerhandlung gegen das SVG; - Verwarnung durch das Ausländerarmt des Kantons B._______ vom 4. Juli 2002: nur mit Rücksicht auf seine Familie sei von der Anordnung einer Ausweisung verzichtet worden, der Beschwerdeführer solle sich fortan klaglos verhalten; - Strafbefehl der Staatsanwaltschaft E._______ vom 24. September 2003: unbedingte Gefängnisstrafe von zehn Tagen sowie eine Busse von Fr. 1'000.- wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln; - Verwarnung durch das Ausländeramt des Kantons B._______ vom 11. November 2003: Androhung der Ausweisung aus der Schweiz, falls der Beschwerdeführer erneut zu schweren Klagen Anlass geben oder gerichtlich verurteilt werden sollte; - Urteil des Bezirksgerichts C._______ vom 22. April 2005: bedingte Gefängnisstrafe von vier Wochen wegen Geldfälschung (Art.”
“Strafahmen, Strafart und schwerste Straftat Die Wahl der Strafart richtet sich nach dem Verhältnismässigkeits- und Zweckmässigkeitsprinzip. Bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionsarten ist die mildeste unter den geeigneten zu wählen, mithin diejenige, die am wenigsten in die persönliche Freiheit des Beschuldigten eingreift. Das Gericht kann statt auf eine Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erkennen (Art. 41 Abs. 1 StGB), wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (lit. a), oder eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann (lit. b). Wie bereits ausgeführt, fällt für die gewerbsmässige Erpressung einzig eine Freiheitsstrafe (zwischen sechs Monaten und zehn Jahren) in Betracht. Für die versuchte Nötigung (Art. 181 StGB) und für die grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) stehen hingegen sowohl die Freiheitsstrafe wie auch die Geldstrafe zur Verfügung (Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe). Das Strafmass für diese beiden Delikte reicht damit von Geldstrafe von 3 Tagessätzen (Art. 34 Abs. 1 StGB) bis zu Freiheitsstrafe von drei Jahren. Vorliegend erscheint das Aussprechen einer Geldstrafe aus spezialpräventiven Gründen für keine der beiden Straftaten als geeignete und zweckmässige Sanktion: Der Beschuldigte hat in der Vergangenheit wiederholt gezeigt, dass er sich von Strafen jeglicher Art unbeeindruckt zeigt. Er hat sowohl nach Geldstrafen, nach (bedingten und unbedingten) Freiheitsstrafen und auch während hängigen Verfahrens (deliktsähnlich) weiter delinquiert (vgl. pag. 2406 ff.). Dadurch offenbarte er nicht nur eine hartnäckige Bereitschaft, kriminell zu handeln, sondern ebenso eine absolute Uneinsichtigkeit. Bezeichnend ist die versuchte Nötigung zum Nachteil des Straf- und Zivilklägers zu nennen; dieser Vorfall fand nur 3 Tage nach dem Urteil des Bezirksgerichts Rheinfelden vom 27.”
Art. 90 Abs. 2 SVG sieht nicht die (blosse) Busse als alleinige Strafart vor; die Strafarten sind Geld- oder Freiheitsstrafe. In der Praxis können daneben verwaltungs- oder verfahrensrechtliche Folgen (z. B. Beantragung/Anordnung einer Landesverweisung, Geltendmachung von Ersatzforderungen) sowie Kosten- und Entschädigungsfolgen von Bedeutung sein.
“Der Beschwerdeführer äussert sich zur Strafzumessung nur für den Fall, da das Bundesgericht die Verurteilung wegen mehrfacher Verletzung von Art. 90 Abs. 2 SVG als bundesrechtswidrig erachtet und stattdessen von mehrfacher Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG ausgeht. Wie vorstehend erwogen (vgl. E. 3 hiervor), hat die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt, wenn sie den Beschwerdeführer der mehrfachen Verletzung von Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig sprach. Damit ist bereits von vornherein ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführer lediglich mit einer Busse bestraft werden kann, da Art. 90 Abs. 2 SVG diese Strafart nicht kennt. Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss rügt, die Vorinstanz hätte seinen seit dem Vorfall guten strafrechtlichen sowie ausgezeichneten fahrerischen Leumund strafreduzierend berücksichtigen müssen, ist ihm nicht zu folgen. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer sei am 6. Oktober 2010 wegen eines Vergehens gegen das Waffengesetz zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 50.-- verurteilt worden. Diese Vorstrafe sei jedoch nicht einschlägig und liege überdies zehn Jahre zurück, weshalb sie nicht straferhöhend zu berücksichtigen sei. Die Vorinstanz äussert sich nicht explizit zur Zeit nach den von ihr zu beurteilenden Vorfällen, woraus zu schliessen ist, dass sie das (angebliche) Wohlverhalten des Beschwerdeführers als neutral wertet. Damit überschreitet sie das ihr zustehende Ermessen nicht.”
“83/1-3), wozu die Staatsanwaltschaft am 28. März 2023 Stel- lung nahm (Urk. 86 und Urk. 87/1-3). Der Beschuldigte reichte hierzu mit Eingabe vom 30. Mai 2023 seine freigestellte Vernehmlassung sowie Honorarnote ein (Urk. 92 f.). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 2.Gegenstand der Berufung Die Staatsanwaltschaft beantragt mit ihrer Berufung einen vollumfänglichen Schuldspruch, eine höhere Bestrafung, die Anordnung einer Landesverweisung und die Verpflichtung des Beschuldigten zur Ablieferung einer Ersatzforderung. Zudem beantragt sie, dass die beschlagnahmte Barschaft zur Deckung der Er- satzforderung und zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten herangezogen werde (Urk. 51 S. 2; Urk. 60 S. 1 f.; Urk. 76). Damit im Zusammenhang stehend und mitangefochten gilt die Kosten- und Entschädigungsfolgenregelung. Eine An- schlussberufung wurde nicht erhoben. Unangefochten geblieben und somit in Rechtskraft erwachsen ist der Schuld- spruch hinsichtlich der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 Satz 1 SVG (Dispositivzif- - 7 - fer 1), die Abweisung des Genugtuungsbegehrens (Dispositivziffer 7) sowie die Kostenfestsetzung (Dispositivziffern 9 und 10). Dies ist vorab mittels Beschluss festzustellen. II. Prozessuales 1.Beweisanträge 1.1.Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sowie der Berufungs- verhandlung stellte die amtliche Verteidigung in Bezug auf den Anklagesachver- halt I. die Beweisanträge, es seien die im Rahmen der Observation der Tiefga- rage entstandenen Videoaufnahmen beizuziehen und eine parteiöffentliche Ein- vernahme mit den Autoren der aktenkundigen Wahrnehmungsberichte (C._____ und D._____) durchzuführen (Urk. 38 Rz. 1 ff., insbes. Rz. 7 und 8; Urk. 61 Rz. 9). Weiter beantragte die amtliche Verteidigung den Beizug der Audiodateien der überwachten Telefongespräche sowie die parteiöffentliche Befragung von B._____ und E._____ (Urk. 38 Rz. 28 ff. und 38; Urk. 61 Rz. 9). 1.2.Mit Beschluss vom 17. März 2022 wurden diese Beweisanträge behandelt und die Sache zur ergänzenden Untersuchung an die Staatsanwaltschaft zurück- gewiesen.”
“), Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiber i.V. Fabian Leimgruber Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle, Rheinstrasse 12, Postfach, 4410 Liestal, Anklagebehörde gegen A. , vertreten durch Advokat Peter Nedwed, Steinenvorstadt 73, Postfach, 4002 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Grobe Verletzung der Verkehrsregeln (Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 11. August 2022) A. Mit Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 11. August 2022 wurde A. in teilweiser Bestätigung des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 7. April 2020 der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 100.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 800.-- (bzw. im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von acht Tagen) verurteilt; dies in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art. 33 SVG und Art. 6 Abs. 1 VRV), Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 StGB, Art. 44 StGB sowie Art. 106 StGB. Sodann wurde der Beschuldigte dazu verpflichtet, in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 2'554.--, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 1'554.-- und der Gerichtsgebühr von CHF 1'000.--, zu tragen. Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums vom 11. August 2022 meldete der Beschuldigte, vertreten durch Advokat Peter Nedwed, mit Schreiben vom 12. August 2022 die Berufung an und brachte sodann in der Berufungserklärung vom 16. Dezember 2022 folgende Rechtsbegehren vor: Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und es sei der Berufungskläger vollumfänglich freizusprechen (Ziff. 1); dies unter o/e-Kostenfolge für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren zu Lasten des Staates (Ziff.”
Verfahrenspraktisch: Ein von der Staatsanwaltschaft erlassener Strafbefehl kann für die weitere Verfolgung einer Verletzung von Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG) ausreichend sein. Ist ein Beschwerdeverfahren gegen eine Verfügung der Staatsanwaltschaft sistiert worden, kann ein späterer rechtskräftiger Entscheid der Strafbehörden die Sistierung beenden und damit die weitere Verfahrenslage beeinflussen.
“August 2020 ebenfalls um eine Beschwerde im Sinne der StPO handelt; dass die Staatsanwaltschaft der Strafkammer das Schreiben vom 29. August 2020 sodann zuständigkeitshalber zukommen liess und beantragte, auf die Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung sei nicht einzutreten, subsidiär sei die Beschwerde abzuweisen; dass der Präsident der Strafkammer mit Verfügung vom 16. November 2020 zur Vermeidung von sich wiedersprechenden Urteilen und um dem Entscheid der Staatsanwaltschaft bzw. gegebenenfalls des erstinstanzlichen Gerichts nicht vorzugreifen, das Beschwerdeverfahren bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids der Staatsanwaltschaft bzw. des erstinstanzlichen Gerichts betreffend den Strafbefehl sistierte; dass die Staatsanwaltschaft an ihrem Strafbefehl festhielt und die Akten dem Polizeirichter des Sensebezirks zur weiteren Behandlung überwies; dass am 24. Juni 2021 die Sitzung vor dem Polizeirichter des Sensebezirks stattfand, anlässlich welcher A.________ wegen Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 31 Abs. 1 i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG) sowie wegen Führerflucht (Art. 92 Abs. 2 SVG) zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 90.-, zu einer Busse von CHF 500.- sowie zur Bezahlung der Kosten des Verfahrens von CHF 750.- verurteilt wurde; dass dieser Entscheid am 19. August 2021 in Rechtskraft erwachsen ist; dass das sistierte Beschwerdeverfahren sodann wiederaufgenommen wurde; dass der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 22. September 2021 (zugestellt am 23. September 2021) eine Frist von 10 Tagen gesetzt wurde, um mitzuteilen, ob sie an ihrer Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung vom 21. August 2020 festhalten oder sie allenfalls zurückziehen möchte; dass innert dieser Frist keine Antwort der Beschwerdeführerin einging; erwägend, dass gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft die Beschwerde an die Strafkammer zulässig (Art. 393 Abs. 1 Bst. a StPO) und innert 10 Tagen schriftlich und begründet einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO); dass die Staatsanwaltschaft eine Nichtanhandnahme verfügt, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind, Verfahrenshindernisse bestehen oder aus den in Art.”
Wiederholte oder fortgesetzte Verstösse gegen Art. 90 Abs. 1 SVG können zu verschärften Sanktionen führen. Die Praxis zeigt als mögliche Folgen: höhere Geldstrafen bis hin zu freiheitsentziehenden Strafen, administrativer Entzug des Führerausweises sowie ergänzende Massnahmen wie psychologische Abklärungen oder Anordnung einer Kontrollfahrt. Ob und welche Massnahme angeordnet wird, richtet sich nach den konkreten Umständen und der einschlägigen Rechtsprechung.
“Toujours sous le coup d'un retrait du permis de conduire à la date de l'audience d'appel, il avait rendez-vous le 14 décembre prochain pour les tests psychologiques en vue de récupérer le document. À teneur de l'extrait de son casier judiciaire suisse, A______ a été condamné à sept reprises depuis 2017 en particulier pour des conduites sans permis et des infractions contre l'intégrité corporelle, notamment : - le 11 mai 2017, par le MP, à une peine pécuniaire de 30 jours-amende, assortie du sursis, lequel a été révoqué le 9 juin 2017, et une amende de CHF 500.-, pour conduite d'un véhicule automobile sans permis ; - le 9 juin 2017, par le MP, à une peine pécuniaire de 150 jours-amende, pour conduite d'un véhicule automobile sans permis ; - le 1er juin 2019, par le MP, à une peine pécuniaire de 150 jours-amende, pour conduite d'un véhicule automobile sans permis ; - le 24 juin 2021, par le MP, à une peine pécuniaire de 180 jours-amende, ainsi qu'à une amende de CHF 550.-, pour conduite d'un véhicule automobile sans permis, lésions corporelles simples, voies de fait et infraction à l'art. 90 al. 1 LCR. - le 6 décembre 2021, par le MP, à une peine privative de liberté de 60 jours pour non restitution de permis ou plaques (peine qu'il a purgée sous la forme de jours de TIG entre août et mi-novembre 2022). EN DROIT : 1. L'appel est recevable pour avoir été interjeté et motivé selon la forme et dans les délais prescrits (art. 398 et 399 CPP). La Chambre limite son examen aux violations décrites dans l'acte d'appel (art. 404 al. 1 CPP), sauf en cas de décisions illégales ou inéquitables (art. 404 al. 2 CPP). 2. 2.1.1. Le principe in dubio pro reo, qui découle de la présomption d'innocence, garantie par l'art. 6 ch. 2 de la Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales du 4 novembre 1950 (CEDH – RS 0.101) et, sur le plan interne, par les art. 32 al. 1 de la Constitution fédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999 (Cst. – RS 101) et 10 al. 3 CPP, concerne tant le fardeau de la preuve que l'appréciation des preuves au sens large (ATF 144 IV 345 consid.”
“Sachverhalt: A. A.________ wurde am 16. April 2020 wegen Rechtsüberholens, begangen am 20. Oktober 2019, der Führerausweis für die Dauer von drei Monaten entzogen; sein Verhalten wurde als schwere Widerhandlung gegen das SVG qualifiziert. Mit Verfügung vom 10. März 2022 entzog das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau A.________ den Führerausweis erneut, diesmal wegen einer mittelschweren Widerhandlung im Sinne von Art. 16b SVG für die Dauer von vier Monaten. Diesem zweiten Entzug liegt eine strafrechtliche Verurteilung von A.________ durch die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland wegen Nichtwahrens eines ausreichenden Abstandes (einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG) zugrunde. Dieser hatte am 2. Juni 2021 auf der Autobahn A1 bei Kirchberg-Schönbühl bei einer Geschwindigkeit von 96 km/h lediglich einen Abstand von 18,2 m zum vor ihm fahrenden Auto eingehalten. B. Das Departement Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau (DVI) hat eine Beschwerde von A.________ gegen diesen Entscheid am 26. Juli 2022 abgewiesen. Mit Urteil vom 21. März 2023 hat das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau eine dagegen gerichtete Beschwerde ebenfalls abgewiesen. C. Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 11. Mai 2023 gelangt A.________ an das Bundesgericht. Er beantragt im Wesentlichen, das Urteil des Verwaltungsgerichts sei aufzuheben und es sei ihm der Führerausweis lediglich für die Dauer von einem Monat zu entziehen. Er beantragt ausserdem, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Das Verwaltungsgericht und das DVI verzichten auf eine Stellungnahme und verweisen auf den angefochtenen Entscheid. Das Bundesamt für Strassen ASTRA stellt Antrag auf Abweisung der Beschwerde.”
“________, recourante, représentée par Me Christophe Sansonnens, avocat contre Office de la circulation et de la navigation, autorité intimée Objet Circulation routière et transports – Retrait du permis de conduire – Distance insuffisante sur l'autoroute – Faute grave Recours du 14 mars 2023 contre la décision du 7 février 2023 considérant en fait A. Il ressort d'un rapport de la police cantonale bernoise du 13 décembre 2022 que, le 27 novembre 2022, à 16h16, A.________ circulait au volant d'un véhicule automobile sur l'autoroute A1 à la hauteur de B.________ en direction de Lausanne/Fribourg. Peu avant la jonction de l'autoroute vers C.________, elle s'est rabattue sur la voie centrale et a circulé, à une vitesse de 85 km/h, sur une distance de 700 m à 13.1 m de la voiture qui la précédait. La conductrice a été arrêtée sur place et confrontée à l'enregistrement vidéo. B. Par ordonnance pénale du 5 janvier 2023, le Ministère public de la région Bern-Mittelland a reconnu la conductrice coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et l'a condamnée à une amende de CHF 500.-. Cette ordonnance est entrée en force, l'intéressée n'ayant pas fait opposition. C. Par courrier du 12 janvier 2023, l'Office de la circulation et de la navigation (ci-après: OCN) a avisé la précitée de l'ouverture d'une procédure, en lui signalant que l'infraction commise pourrait donner lieu au prononcé d'une mesure administrative. L'intéressée s'est déterminée le 20 janvier 2023. D. Par décision du 7 février 2023, l'OCN a prononcé le retrait du permis de conduire de l'intéressée – permis définitif délivré le 30 décembre 2022 – pour la durée de trois mois (durée minimale pour faute grave), en application de l'art. 16c LCR, en raison de l'infraction commise le 27 novembre 2022 (distance insuffisante envers le véhicule précédent [0.55 seconde à 85 km/h]). Il a constaté qu'au moment de l'événement, l'intéressée était encore titulaire d'un permis à l'essai et a partant précisé qu'un nouveau permis à l'essai sera délivré après l'échéance du retrait, qui sera assorti d'une prolongation de la période probatoire d'une année (art.”
“m in eine Parklücke manövrierte, die rund 4 m lang war. Da ihr Auto über keine technischen Hilfsmittel verfügt habe, dürfte das Parkmanöver deshalb nicht einfach gewesen sein. Falls sich die Beschwerdeführerin deshalb nicht in der Lage gesehen hätte, korrekt einzuparkieren, hätte sie sich eine grössere Parklücke suchen müssen, anstatt mit den beiden bereits stehenden Autos zu kollidieren. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin die Kollisionen bei pflichtgemässer Sorgfalt hätte vermeiden können, führe auch dazu, dass der Vorfall zu einer Verurteilung wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs nach Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG hätte führen können. Auch wenn gegen die Beschwerdeführerin letztlich kein Strafverfahren eröffnet wurde, sei daher trotzdem von einem gravierenden Fahrfehler auszugehen, der die Anordnung einer Kontrollfahrt rechtfertige. Der vorliegende Fall unterscheide sich auch wesentlich von jenem, der dem bundesgerichtlichen Urteil 1C_110/2011 zugrunde lag. Im dortigen Fall sei der Lenker zwar in das hinter ihm stehende und hupende Auto gefahren, beim nachfolgenden Vorwärtsfahren habe er sein Fahrverhalten im Gegensatz zur Beschwerdeführerin jedoch angepasst und sei es zu keinen Kollisionen mehr gekommen. Zudem habe das Bundesgericht damals nur das Vorwärtsfahren beurteilt, da das Rückwärtsfahren die beobachtenden Polizisten noch nicht an der Fahrkompetenz zweifeln liess. Bei der Beschwerdeführerin komme sodann erschwerend hinzu, dass sie durch ihre Aussage, sie kenne die Bestimmungen des SVG nicht, ihre Unkenntnis von elementaren Verkehrsregeln offenbart habe. Das auffällige Parkmanöver mit der hinzutretenden mangelnden Kenntnis der einschlägigen strassenverkehrsrechtlichen Gesetzesbestimmungen begründe damit insgesamt berechtigte Zweifel an der Fahrkompetenz der Beschwerdeführerin, auch wenn aufgrund des Vorfalls vom 3.”
“C'est toutefois à juste titre que ces derniers faits n'ont pas été pris en considération dans la décision litigieuse. En effet, les faits du 30 novembre 2013 ont fait l'objet d'une condamnation entrée en force le 6 janvier 2015, soit il y a plus de cinq ans, tandis que ceux du 11 juin 2017, qui relèvent d'une contravention (art. 41 al. 1 et 4 let. a de la loi sur la navigation dans les eaux genevoises du 17 mars 2006 - LNav - H 2 05), remontent à plus de deux ans. Ils ne pouvaient donc être pris en compte pour refuser le CBVM sollicité. Il reste à examiner si la décision est justifiée au regard de la seule condamnation du 12 février 2020. Le recourant a été condamné pour conduite d'un véhicule automobile sans le permis de conduire requis (art. 95 al. 1 let. a de la loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 - LCR - RS 741.01), infraction passible d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire, et pour violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), infraction punie de l’amende, sa peine ayant été fixée à trente jours-amende à CHF 30.-, avec sursis et délai d'épreuve de trois ans, et à deux amendes de CHF 100.- et CHF 500.-. L'autorité intimée a estimé que du fait de cette condamnation, le recourant tombait sous le coup de l'art. 10 al. 1 let. a LCBVM, ce qui est conforme à la jurisprudence de la chambre administrative relative à la peine pécuniaire. Le recourant remet en cause cette jurisprudence et conteste son application à toute peine pécuniaire. Il n'y a néanmoins pas lieu d'examiner ces arguments, vu ce qui suit. En effet, pour l'infraction à l'art. 95 al. 1 let. a LCR, le recourant s'est vu infliger non pas une peine privative de liberté mais une peine pécuniaire de trente jours-amende à CHF 30.-, alors que la peine pécuniaire peut aller de trois à cent quatre-vingt jours amende (art. 34 al. 1 CP) et que le jour-amende est en général fixé de CHF 30.- à CHF 3'000.- (art. 34 al. 2 CP). La peine infligée s'inscrit donc dans la fourchette la plus basse des peines prévues pour l'infraction commise, la peine ayant en outre été assortie du sursis (art.”
“Par acte expédié au greffe de la Chambre de céans le 8 février 2020, A______ recourt, sous la plume de son défenseur d'office, contre l'ordonnance du 21 janvier précédent, notifiée le 29 suivant, à teneur de laquelle le Tribunal de police (ci-après : TP) a rejeté sa demande de nouveau jugement et dit que le prononcé rendu par défaut le 21 décembre 2020 restait valable. Il conclut, sous suite de frais, à l'annulation de cette décision, à l'admission de sa demande ainsi qu'au renvoi de la cause au TP pour nouveaux débats et jugement, "la [future] convocation dev[ant, par ailleurs,] impérativement tenir compte de l'évolution de [son] état de santé". b. L'avocat susvisé, soit Me B______, requiert, dans ce même acte, d'être indemnisé à concurrence de CHF 3'231.-, pour l'activité déployée en lien avec le recours. c. À réception de cet acte, la cause a été gardée à juger sans échange d'écritures ni débats. B. Les faits pertinents suivants ressortent du dossier : a.a. Le Ministère public genevois a ouvert une procédure pénale contre A______, soupçonnant ce dernier d'avoir commis, en 2015 et 2017, les infractions suivantes, pour certaines à réitérées reprises : conduite en état d'ébriété avec un taux d'alcool qualifié (art. 91 al. 2 let. a LCR), violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR), lésions corporelles simples (art. 123 ch. 1 CP), dommages à la propriété (art. 144 CP), injures (art. 177 CP), menaces (art. 180 CP) et discrimination raciale (art. 261bis CP). a.b. Il résulte de rapports d'expertises psychiatriques rendus dans le courant des étés 2017 et 2020, que le prénommé présentait, au moment des faits qui lui sont reprochés, un grave trouble mental, de sévérité élevée, associant principalement un trouble bipolaire à un trouble de la personnalité, un trouble obsessionnel compulsif et un syndrome de Gilles de la Tourette. Sa responsabilité s'en trouvait alors fortement restreinte. a.c. A______ bénéficie d'un traitement ambulatoire auprès de C______, psychiatre, depuis mars 2017. b.a. Après que le prévenu a été traduit par-devant le TP pour y répondre des infractions précitées, la Direction de la procédure a avisé les parties que les débats se tiendraient le 16 septembre 2020. b.b. La veille de l'audience, le défenseur d'office de A______ - nommé courant 2016 - communiquait au TP un certificat médical établi le 14 septembre 2020 par C______, aux termes duquel l'accusé présentait "une détérioration de son état de santé", lequel ne lui permettait pas de se présenter au TP "afin d'[y] être entendu".”
Mehrere einfache Verkehrsverstösse können, wenn sie in engem sachlichem Zusammenhang begangen werden und die Gesamtschau dadurch ein ernstliches Unfallrisiko begründet, kumulativ als vorsätzliche grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden. Eine Aufteilung in einzelne Gesetzesverstösse kann in solchen Fällen künstlich sein.
“Alle geschilderten Verkehrsregelverletzungen stehen in engem, untrennba- ren Zusammenhang und sind letztlich Folge der gewollten leichtsinnigen und le- bensgefährlichen Aktion. Eine Aufteilung in einzelne Gesetzesverstösse hinsicht- - 9 - lich der Schwere der Gefährdung und des Verschuldens wäre rein künstlich. Des- halb ist insgesamt von einer vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG auszugehen.”
“5 annexe I ALCP, dès lors qu'il avait été condamné principalement pour des infractions aux règles de la circulation routière et que les peines qui lui avaient été infligées (la peine privative de liberté et la peine pécuniaire) avaient été assorties du sursis (partiel ou complet). 6.3.1 En l'occurrence, il est patent qu'une « menace d'une certaine gravité » pour l'ordre et la sécurité publics peut résulter de la commission d'infractions aux règles de la circulation routière telles celles pour lesquelles le recourant a été condamné et, partant, que de telles infractions présentent, à elles seules, un degré de gravité suffisant pour justifier le prononcé d'une mesure fondée sur l'art. 5 annexe I ALCP. En effet, force est de constater que les infractions aux règles de la circulation routière commises par l'intéressé sont toutes constitutives de délits au sens de l'art. 10 al. 3 CP. Dans la mesure où ces infractions sont toutes passibles d'une peine privative de liberté pouvant aller jusqu'à trois ans (ou d'une peine pécuniaire), elles présentent, de surcroît, un degré de gravité intrinsèque certain. Il est en effet indéniable que, notamment, la violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), la conduite malgré une incapacité de conduire (art. 91 al. 2 let. b LCR) et la conduite sans autorisation (art. 95 al. 1 let. b LCR) sont objectivement graves, dès lors qu'elles sont de nature à compromettre sérieusement la sécurité routière et à mettre en danger l'intégrité physique (voire la vie) du conducteur et des autres usagers de la route (dans le même sens, cf. ATF 139 II 121 consid. 5.5.1). A cela s'ajoute que les infractions aux règles de la circulation routière ayant été reprochées au recourant ne se limitent pas à un ou deux actes isolés. En effet, l'intéressé a circulé en Suisse (y compris dans le canton de Vaud) à réitérées reprises entre le 6 juillet 2020 (date de sa première interpellation) et le 14 novembre 2020, alors que son permis de conduire français avait été annulé et que les autorités vaudoises lui avaient interdit de circuler sur leur territoire. En outre, l'intéressé a violé les règles de la circulation routière à de multiples reprises en date du 14 novembre 2020, en circulant de nuit sans éclairage, en n'annonçant pas ses changements de direction, en n'accordant pas la priorité de droite, en ne s'arrêtant pas à un feu rouge, en circulant à une vitesse inadaptée (ou en n'observant pas les limitations de vitesse), en prenant un carrefour giratoire à contresens et en ne respectant pas les ordres et signaux de la police (cf.”
“2 LCR un délit). L'art. 90 al. 3 LCR punit celui qui, par une violation intentionnelle des règles fondamentales de la circulation, accepte de courir un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort, que ce soit en commettant des excès de vitesse particulièrement importants, en effectuant des dépassements téméraires ou en participant à des courses de vitesse illicites avec des véhicules automobiles. À teneur de l'art. 90 al. 4 LCR, l'al. 3 est toujours applicable lorsque la vitesse maximale autorisée a été dépassée d'au moins 80 km/h, là où la limite était fixée à plus de 80 km/h (let. d). 2.2.4.2. L'art. 90 al. 3 LCR contient deux conditions objectives, la violation d'une règle fondamentale de la circulation routière et la création d'un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort. La notion de violation d'une règle fondamentale de la circulation apparaît identique à celle de violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR, la jurisprudence retenant qu'il y a violation grave, notamment lorsque l'auteur viole gravement une règle importante, fondamentale ou élémentaire. Toutefois, vu le caractère aggravé de l'art. 90 al. 3 LCR, il y a lieu de retenir une définition plus limitative que celle retenue pour l'art. 90 al. 2 LCR afin de ne retenir que les comportements insensés présentant une gravité sensiblement plus élevée que celle requise par l'art. 90 al. 2 LCR. La loi donne une liste d'exemples de ces règles fondamentales en évoquant les excès de vitesse particulièrement importants, les dépassements téméraires ou la participation à des courses de vitesse illicites (Y. JEANNERET et al., op. cit., n. 5.2 ad 90 LCR ATF 142 IV137 consid. 6.1). Un cumul de violations simples des règles de la circulation routière est susceptible de constituer une violation grave "qualifiée", pour autant qu'elle créé un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort (ATF 142 IV 137 consid. 8.1 ; arrêts du Tribunal fédéral 6B_34/2017 du 3 novembre 2017 consid.”
Bei Sitz- oder Blockadeaktionen auf der Fahrbahn kann bereits das Sitzen bzw. längere Verweilen auf der Fahrbahn als unzulässige (induzierte) Benutzung der Fahrbahn gelten und damit eine Übertretung nach Art. 90 Abs. 1 SVG begründen.
“1 L’appelante conteste sa condamnation pour violation simple des règles de la circulation routière. Elle fait valoir, d’une part, que le lieu exact où elle se serait trouvée lors de la manifestation ne serait pas établi et, d’autre part, que les infractions réprimées par les art. 239 CP et 90 al. 1 LCR (loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 731.01) n’entreraient pas en concours idéal, l’art. 90 al. 1 LCR étant absorbé par l’art. 239 CP lorsqu’un même acte empêcherait d’un seul bloc la circulation routière et les services d’intérêt général. 4.2 En l’occurrence, le Tribunal fédéral a retenu qu’il ressortait clairement de l'état de fait que l’appelante se trouvait assise sur les voies de circulation du pont Bessières, sans qu'il soit nécessaire de déterminer plus précisément sa position sur les voies de circulation (consid. 6.3). Cette constatation, qui lie la Cour de céans, est suffisante pour retenir un usage indu des voies de circulation et fonder la condamnation de l’appelante au titre de l’art. 90 al. 1 LCR. Par ailleurs, contrairement à ce que soutient l’appelante, les art. 239 CP et 90 al. 1 LCR, lequel réprime, en l’espèce, un usage indu des voies de circulation, entrent en concours idéal, les biens juridiquement protégés étant distincts, soit, d’une part, l’intérêt de la collectivité au bon fonctionnement du service public (Dupuis et al. [éd.], op. cit., n. 1 ad art. 239 CP) et, d’autre part, la sécurité routière et la fluidité du trafic sur les routes publiques (Jeanneret et al. [éd.], Code suisse de la circulation routière commenté, 5e éd., Bâle 2024, n. 1.8 ad art. 90 LCR). La condamnation de l’appelante pour violation simple des règles de la circulation routière doit dès lors être confirmée. 5. 5.1 L’appelante conteste sa condamnation pour contravention à la LContr en relation avec les art. 26 et 41 RGP. Elle soutient en substance que seuls les organisateurs de la manifestation pourraient être condamnés au titre de l’art. 41 RGP, à l’exclusion des simples participants, et que sa condamnation pour violation de l’art.”
“En effet, il semble que ce soit le déplacement des activistes, refoulés par la police, qui a causé ces perturbations supplémentaires lorsque la foule est remontée vers la gare, sans que l’on puisse l’imputer spécifiquement à l’appelant qui participait au sit-in au niveau de l’arrêt de bus Maladière-lac. Compte tenu de ce qui précède, il est établi à satisfaction que le trafic sur la partie de l’avenue de Rhodanie occupée par l’appelant et les autres activistes ne devait pas être interrompu par la manifestation à laquelle s’étaient préparés les TL. Il est également établi qu’aucun bus de la ligne n° 2 n’a circulé entre 12h20 et 16h50, ce qui correspond à 9 bus, et que la ligne de bus n° 24 a été interrompue au niveau de l’arrêt Vidy-Port durant 41 minutes. L’intensité des perturbations créées par les activistes auxquels appartenait l’appelant, tant pour les bus que pour les autres véhicules, est suffisamment importante pour réaliser les infractions d’entrave aux services d’intérêt général au sens de l’art. 239 CP et de violation simple des règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 1 LCR en relation avec les art. 26 al. 1, 49 al. 2 LCR et 46 al. 2 OCR. La condamnation de l’appelant pour ces deux infractions, qui sont en concours, doit dès lors être confirmée, étant rappelé que les TL ont été pris au dépourvu par la manifestation inattendue à laquelle l’appelant a participé en toute connaissance de cause, répondant à l’appel du collectif XR. 3. La peine prononcée doit être revue, compte tenu de l’acquittement du chef de contravention à LContr. en relation avec de l’art. 41 RGP. 3.1 3.1.1 Selon l’art. 47 CP, le juge fixe la peine d'après la culpabilité de l'auteur. Il prend en considération les antécédents et la situation personnelle de ce dernier ainsi que l'effet de la peine sur son avenir (al. 1). La culpabilité est déterminée par la gravité de la lésion ou de la mise en danger du bien juridique concerné, par le caractère répréhensible de l'acte, par les motivations et les buts de l'auteur et par la mesure dans laquelle celui-ci aurait pu éviter la mise en danger ou la lésion, compte tenu de sa situation personnelle et des circonstances extérieures (al.”
“Enfin, la CourEDH considère qu’il est important que les associations et autres organisateurs de manifestations se conforment aux règles du jeu démocratique, dont ils sont les acteurs, en respectant les règlementations en vigueur. Le refus délibéré des organisateurs de se conformer à ces règles et leur décision de structurer tout ou partie d’une manifestation de façon à provoquer des perturbations de la vie quotidienne et d’autres activités à un degré excédant le niveau de désagrément inévitable dans les circonstances constituent un comportement qui ne saurait bénéficier de la même protection privilégiée offerte par la CEDH qu’un discours ou débat politique sur des questions d’intérêt général ou que la manifestation pacifique d’opinions sur de telles questions (arrêt CourEDH Navalnyy c. Russie du 15 novembre 2018, § 99 et 149 ss et références citées). 4.2.7 4.2.7.1 L’art. 49 al. 1 LCR dispose que les piétons utiliseront le trottoir (49 al. 1 LCR). Le non-respect de cette disposition constitue une violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Selon l’art. 46 al. 2 OCR, qui précise la portée de l’art. 49 al. 1 LCR, les piétons éviteront de s’attarder inutilement sur la chaussée, notamment aux endroits sans visibilité ou resserrés, aux intersections ainsi que de nuit et par mauvais temps. 4.2.7.2 L’art. 41 al. 1 RGP dispose que toutes les manifestations publiques ou privées organisées dans des lieux ouverts au public, notamment les rassemblements, les cortèges, les spectacles, les conférences, les soirées (dansantes ou autres) ou les expositions, sont soumises à une autorisation préalable de la Direction (soit de la Direction chargée du maintien de la sécurité et de l'ordre public [art. 12 RGP]). La violation de cette disposition constitue une contravention de droit cantonal (art. 25 al. 1 LContr). L'art. 8 LContr prévoit la poursuite et le jugement simultané des contraventions de droit cantonal et des crimes et délits. 4.3 En l’occurrence, les appelants J.________ et X.________ se sont simultanément assis à la Rue Centrale, au milieu de la voie de circulation menant à la Place de l’Europe et, respectivement, à l’avenue Benjamin-Constant, au croisement de la Rue de l’Ecole Supérieurs, chacun muni d’une pancarte sur laquelle ils exprimaient en substance leur inquiétude en lien avec l’urgence climatique.”
“Cela ne lui ôte toutefois pas la valeur probante inhérente à un tel document, dès lors qu'il ne se heurte à aucun autre élément du dossier et est même en partie reconnu par l'appelant, qui n'exclut pas avoir franchi une double ligne de sécurité. Le premier juge n'a ainsi pas établi les faits de manière manifestement inexacte. Toujours au vu du rapport de police du 7 juillet 2020, il n'a pas non plus versé dans l'arbitraire en ne retenant pas que l'appelant avait franchi la double ligne de sécurité par négligence, en se contentant de suivre le cortège. Le comportement de B______ est donc constitutif d'une contravention au sens de l'art. 90 al. 1 LCR (art. 26 al. 1, 27 al. 1, 34 al. 1 LCR et 73 al. 6 let. a OSR) et sa culpabilité sera confirmée. 3.7. C______ La TP a retenu qu'elle s'était arrêtée au milieu de la chaussée pendant plusieurs secondes sans verser dans l'arbitraire puisque ces faits, en définitive admis, ressortent du rapport de police du 30 juin 2020, confirmé par écrit par son auteur. Son comportement est ainsi constitutif d'une contravention au sens de l'art. 90 al. 1 LCR (art. 26 al. 1, 37 al. 1 LCR et 18 al. 1 OCR). L'appelante argue vainement qu'une condamnation sur la seule base de l'art. 26 LCR était contraire au droit et que la circulation était déjà bloquée par le cortège. Il est en effet indiscutable qu'elle a contrevenu à l'interdiction de s'arrêter n'importe où sur une voie de circulation sans égard pour les véhicules qui suivent, qui plus est sur l'un des axes routiers principaux du canton. Il ne ressort pas du rapport de police du 30 juin 2020 qu'à son emplacement, le trafic était déjà intégralement bloqué en amont de sorte que son comportement ne pouvait plus influer sur la circulation. L'application de l'art. 37 al. 1 LCR par la CPAR sans interpellation préalable ne viole par ailleurs pas son droit d'être entendue pour les motifs mentionnés supra au consid. 2.2.2. 3.8. D______ Le TP a établi conformément au droit que l'appelant s'est approché et adressé aux agents procédant au contrôle d'un manifestant et qu'il n'avait pas obtempéré à leur ordre de quitter les lieux de l'interpellation, ce qui n'est pas contesté.”
Verstösse gegen Vorschriften der Eigensicherung (z.B. Helmpflicht) fallen nicht unter Art.90 SVG, sondern sind über die VRV (z.B. Art.96) zu ahnden.
“3 VRV dürfen Führer anderer Fahrzeuge auf dem mit einer unterbrochenen Linie abgegrenzten Radstreifen fahren, sofern sie den Fahrradverkehr dadurch nicht behindern. Verletzung der Vorschrift über das Tragen eines Schutzhelms i.S.v. Art. 3b Abs. 1 VRV Art. 3b Abs. 1 Satz 1 VRV bestimmt, dass die Führer und Mitfahrer von Motorrädern mit oder ohne Seitenwagen, von Leicht-, Klein- und dreirädrigen Motorfahrzeugen sowie die Führer von Motorfahrrädern während der Fahrt Schutzhelme tragen müssen. Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG sind nur Regeln, die das Verhalten der Strassenbenützer untereinander betreffen (BSK SVG-Fiolka, N. 20 ff. zu Art. 90 SVG). Demgegenüber sind die Regeln über Massnahmen der Eigensicherung keine Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG. Nach Gesagtem ist die obgenannte Vorschrift über das Tragen von Schutzhelmen für Motorradfahrer (Art. 3b VRV) nicht als Verkehrsregel i.S.v. Art. 90 SVG zu werten und deren Widerhandlung – entgegen der Vorinstanz – nicht über Art. 90 Abs. 1 SVG zu sanktionieren, sondern i.V.m. Art. 96 VRV (BSK SVG-Fiolka, N. 25 zu Art. 90 SVG), wonach auch mit Busse bestraft wird, wer Vorschriften der VRV verletzt, wenn keine andere Strafbestimmung anwendbar ist. In subjektiver Hinsicht hat diese abweichende Qualifizierung der Pflicht nach Art. 3b Abs. 1 VRV aber keine Auswirkung. Unter dem Wortlaut «dieses Gesetz» von Art. 100 Ziff. 1 SVG sind neben dem SVG überdies auch die Vollziehungsverordnungen zu verstehen (vgl. BSK SVG-Unseld, N. 2 zu Art. 100 SVG; Giger, SVG-Kommentar, 8. Auflage, Zürich 2014, N. 1 zu Art. 100 SVG), womit ebenfalls die fahrlässige Begehung von Art. 96 VRV strafbar ist.”
“Für den Vortritt sowie für die Benützung des Radwegs durch andere Strassenbenützer gelten die Artikel 15 Absatz 3 und 40 VRV. Gemäss Art. 40 Abs. 3 VRV dürfen Führer anderer Fahrzeuge auf dem mit einer unterbrochenen Linie abgegrenzten Radstreifen fahren, sofern sie den Fahrradverkehr dadurch nicht behindern. Verletzung der Vorschrift über das Tragen eines Schutzhelms i.S.v. Art. 3b Abs. 1 VRV Art. 3b Abs. 1 Satz 1 VRV bestimmt, dass die Führer und Mitfahrer von Motorrädern mit oder ohne Seitenwagen, von Leicht-, Klein- und dreirädrigen Motorfahrzeugen sowie die Führer von Motorfahrrädern während der Fahrt Schutzhelme tragen müssen. Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG sind nur Regeln, die das Verhalten der Strassenbenützer untereinander betreffen (BSK SVG-Fiolka, N. 20 ff. zu Art. 90 SVG). Demgegenüber sind die Regeln über Massnahmen der Eigensicherung keine Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 SVG. Nach Gesagtem ist die obgenannte Vorschrift über das Tragen von Schutzhelmen für Motorradfahrer (Art. 3b VRV) nicht als Verkehrsregel i.S.v. Art. 90 SVG zu werten und deren Widerhandlung – entgegen der Vorinstanz – nicht über Art. 90 Abs. 1 SVG zu sanktionieren, sondern i.V.m. Art. 96 VRV (BSK SVG-Fiolka, N. 25 zu Art. 90 SVG), wonach auch mit Busse bestraft wird, wer Vorschriften der VRV verletzt, wenn keine andere Strafbestimmung anwendbar ist. In subjektiver Hinsicht hat diese abweichende Qualifizierung der Pflicht nach Art. 3b Abs. 1 VRV aber keine Auswirkung. Unter dem Wortlaut «dieses Gesetz» von Art. 100 Ziff. 1 SVG sind neben dem SVG überdies auch die Vollziehungsverordnungen zu verstehen (vgl. BSK SVG-Unseld, N. 2 zu Art. 100 SVG; Giger, SVG-Kommentar, 8. Auflage, Zürich 2014, N. 1 zu Art. 100 SVG), womit ebenfalls die fahrlässige Begehung von Art. 96 VRV strafbar ist.”
Die Rechtsprechung gewährt bei Sanktionen am unteren Rand des Strafrahmens häufig bedingten Vollzug (Sursis). In dem zitierten Entscheid wurden 30 Tagessätze à CHF 130.– mit Sursis angeordnet, wobei dies als angemessene Sanktion am unteren Ende von Art. 90 Abs. 2 SVG bewertet wurde.
“90 al. 2 LCR, tant objectivement que subjectivement. 2.3. L'appel doit donc être rejeté en lien avec la qualification juridique retenue. 3. L'appelant s'en prend aussi à la quotité de la peine qui lui a été infligée, concluant à être condamné au paiement d'une amende de CHF 200.-. Cependant, dans la mesure où il n'élève, sur cette question, aucun grief contre le jugement attaqué, il faut considérer qu'il ne l'attaque que comme conséquence de la requalification demandée, comme son mandataire l'a d'ailleurs confirmé en séance de ce jour. Dès lors, compte tenu du rejet de l'appel sur la question de la culpabilité et du fait que le jugement n'est pas attaqué dans son ensemble, la Cour n'est pas tenue de revoir cette question à titre indépendant (arrêt TF 6B_419/2014 du 9 janvier 2015 consid. 2.3). Au demeurant, il apparaît que les 30 jours-amende à CHF 130.-, avec sursis, et l'amende additionnelle de CHF 700.- prononcés en première instance se situent tout en bas de la fourchette prévue par l'art. 90 al. 2 LCR et correspondent à la faute de l'appelant. Cette sanction est dès lors adéquate. 4. 4.1. Selon l'art. 426 al. 1 CPP, le prévenu supporte les frais de procédure s'il est condamné. Quant aux frais d'appel, ils sont à la charge des parties dans la mesure où elles ont obtenu gain de cause ou succombé (art. 428 al. 1 CPP); si elle rend une nouvelle décision, l'autorité d'appel se prononce également sur les frais fixés par l'autorité inférieure (art. 428 al. 3 CPP). En l’espèce, vu le rejet de l'appel, il se justifie d'en mettre les frais à la charge du prévenu. Ils sont fixés à CHF 2'200.- (émolument : CHF 2'000.-; débours : CHF 200.-). Quant aux frais de première instance, il n'y a pas matière à revoir leur attribution, vu la confirmation de jugement attaqué. Au demeurant, ce point n'était pas critiqué en appel. 4.2. Aux termes des art. 429 al. 1 let. a et 436 al. 1 CPP, le prévenu acquitté a droit, pour l'appel, à une indemnité pour les dépenses occasionnées par l'exercice raisonnable de ses droits de procédure.”
Bei der Bestimmung der Tatschwere ist die konkrete Gefährdung entscheidend (Höhe der Geschwindigkeit, Dauer, Sicht- und Strassenverhältnisse, Verkehrsaufkommen); solche Umstände beeinflussen Strafzumessung und Abgrenzung zwischen blossem und schwerem Unrechtsgehalt.
“Zur Bemessung der objektiven Tatschwere der qualifiziert groben Verkehrs- regelverletzung ist das von der Strafnorm geschützte Rechtsgut festzustellen. Die- ses ergibt sich aus der verletzten Verkehrsregel, d.h. vorliegend aus den Bestim- mungen über die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten. Sie dienen der Verkehrssi- cherheit bzw. einem möglichst unfallfreien Ablauf des Strassenverkehrs und be- zwecken den Schutz von Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer sowie den Schutz des Vermögens (Fiolka BSK, N 7 ff. zu Art. 90 SVG). Die objektive Tatschwere hängt wesentlich davon ab, wie konkret die Gefahr für die Rechtsgüter war (Hans Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, N 115). Der Höhe der Geschwindigkeit kommt bei dieser Frage eine vorrangige Rolle zu. Denn je schneller gefahren wird, desto weniger Reaktionszeit steht zur Verfügung und desto schwerwiegender sind tendenziell die Unfallfolgen. Mit steigender Ge- schwindigkeit steigt somit das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder To- desopfern und folglich die Gefährdung der geschützten Rechtsgüter. Diesem Um- stand trägt bereits die Gesetzeskonzeption von Art. 90 SVG mit höher werdender Strafandrohung Rechnung. Bei einer bloss geringen Überschreitung der Grenz- werte hat sich die Strafe entsprechend an der gesetzlichen Mindeststrafe zu orien- tieren, es sei denn es liegen zusätzliche Umstände vor, die das bereits gesetzlich vermutete hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern er- höhen. Solche Umstände können insbesondere die Strassen- und Sichtverhältnis- se, die Dauer der Geschwindigkeitsüberschreitung sowie das Verkehrsaufkommen sein (BGer 6B_1358/2017 v.”
“A., Zürich/St. Gallen 2015, Art. 90 SVG, N. 72, m.w.H.). Das Bundesgericht hat in einem nicht amtlich publizierten Entscheid erwogen, dass nicht unbesehen von der objektiven auf die subjektive schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen werden dürfe. Unter Würdigung der gesamten Umstände lasse sich ein Verhalten allenfalls lediglich als pflichtwidrig unachtsam und nicht als rücksichtslos einstufen. Die rechtsanwendenden Behörden hätten sich mit der konkreten Gefährlichkeit der gefahrenen Geschwindigkeit auseinander zu setzen (vgl. BGer Urteil 6B_622/2009 vom 23. Oktober 2009, E. 3).”
Kurzzeitiges Filmen oder Selbstaufnahmen während der Fahrt können bereits eine Übertretung von Art. 90 Abs. 1 SVG begründen, wenn dadurch für die Dauer der Aufnahme Unaufmerksamkeit gegenüber dem Verkehr entsteht.
“En agissant de la sorte, le prévenu savait qu’il transportait des quantités de drogue susceptibles de mettre la santé de nombreuses personnes en danger, la quantité totale pure transportée étant de 333 grammes. Par ailleurs, le prévenu a vendu à des tiers une quantité minimale de 10 grammes de méthamphétamine, en particulier à I.________, coupant toutefois celle qu’il acquérait avant de la remettre à des tiers. I.2 Infraction à la loi sur l’encouragement du sport et de l’activité physique (art. 22 al. 1 LESp), commise entre 2016 et le 19 juin 2019 à J.________ et à C.________, par le fait d’avoir importé du K.________ des produits utilisés à des fins de dopage pour en procurer pour une partie à des tiers qui s’entrainaient avec lui, notamment à L.________ et M.________, les produits remis étant en particulier du Dianabol, du Pregnyl, de la Fedrine, du Trenacet, de l’Oxy 50, des testostérone Cypionate, du Cytomel T3 et du Deca 300 en quantité qu’il est impossible de préciser, étant entendu qu’il s’agissait de dépannages. I.3 Infraction à la LCR (art. 90 al. 1 LCR), commise en 2019 à J.________ et ailleurs, par le fait d’avoir conduit à plusieurs reprises son véhicule en filmant, respectivement en se filmant pendant plusieurs secondes, étant dès lors inattentif au trafic pendant cette durée. I.4 Contravention à la LStup (art. 19a LStup), commise entre le (3 ans avant le jugement) et le 23 février 2021 à J.________, C.________ et ailleurs en Suisse, par le fait d’avoir consommé de la méthamphétamine et du cannabis.”
Bei Unfalltypik: Alleinunfall/Verletzungen ohne Gefährdung Dritter führen häufig zur Absorption von Art.90 durch Art.125 StGB; entscheidend ist, ob weitere Personen konkret in Gefahr gebracht wurden.
“Pour l'analyse des conséquences de l'acte supposé, il faut appliquer les concepts généraux de la causalité naturelle et de la causalité adéquate (ATF 134 IV 255 consid. 4.4.1). L'existence de cette causalité dite hypothétique suppose une très grande vraisemblance ; autrement dit, elle n'est réalisée que lorsque l'acte attendu ne peut pas être inséré intellectuellement dans le raisonnement sans en exclure, très vraisemblablement, le résultat (ATF 116 IV 182 consid. 4a). La causalité adéquate est ainsi exclue lorsque l'acte attendu n'aurait vraisemblablement pas empêché la survenance du résultat ou lorsqu'il serait simplement possible qu'il l'eût empêché (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1098/2017 du 5 avril 2018 consid. 4.2 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_170/2017 du 19 octobre 2017 consid. 2.2). 3.2.3. S'agissant d'un accident de la route, il convient de se référer aux règles de la circulation routière (arrêt du Tribunal fédéral 6B_69/2017 du 28 novembre 2017 consid. 2.1), étant précisé que la violation de règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 LCR est absorbée par l'art. 125 CP, en l'absence de mise en danger d'autres personnes que le blessé (arrêt du Tribunal fédéral 6B_291/2015 du 18 janvier 2016 consid. 3.2 ; M. DUPUIS / L. MOREILLON/ C. PIGUET/ S. BERGER/ M. MAZOU/ V. RODIGARI [éds.], Petit commentaire, Code pénal, 2ème éd., 2017 Bâle, n. 14 ad art. 125). L'art. 26 al. 1 LCR prescrit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. Ainsi, selon le principe de la confiance qui en découle, tout usager de la route qui se comporte conformément aux règles établies, doit pouvoir, dans la mesure où aucune circonstance particulière ne s'y oppose, admettre que les autres participants à la circulation routière se conduiront également de façon conforme aux règles (ATF 143 IV 138 consid. 2.1). Le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de prudence et vouer son attention à la route et à la circulation (art.”
“Pour l'analyse des conséquences de l'acte supposé, il faut appliquer les concepts généraux de la causalité naturelle et de la causalité adéquate (ATF 134 IV 255 consid. 4.4.1). L'existence de cette causalité dite hypothétique suppose une très grande vraisemblance ; autrement dit, elle n'est réalisée que lorsque l'acte attendu ne peut pas être inséré intellectuellement dans le raisonnement sans en exclure, très vraisemblablement, le résultat (ATF 116 IV 182 consid. 4a). La causalité adéquate est ainsi exclue lorsque l'acte attendu n'aurait vraisemblablement pas empêché la survenance du résultat ou lorsqu'il serait simplement possible qu'il l'eût empêché (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1098/2017 du 5 avril 2018 consid. 4.2 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_170/2017 du 19 octobre 2017 consid. 2.2). 3.2.3. S'agissant d'un accident de la route, il convient de se référer aux règles de la circulation routière (arrêt du Tribunal fédéral 6B_69/2017 du 28 novembre 2017 consid. 2.1), étant précisé que la violation de règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 LCR est absorbée par l'art. 125 CP, en l'absence de mise en danger d'autres personnes que le blessé (arrêt du Tribunal fédéral 6B_291/2015 du 18 janvier 2016 consid. 3.2 ; M. DUPUIS / L. MOREILLON/ C. PIGUET/ S. BERGER/ M. MAZOU/ V. RODIGARI [éds.], Petit commentaire, Code pénal, 2ème éd., 2017 Bâle, n. 14 ad art. 125). L'art. 26 al. 1 LCR prescrit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. Ainsi, selon le principe de la confiance qui en découle, tout usager de la route qui se comporte conformément aux règles établies, doit pouvoir, dans la mesure où aucune circonstance particulière ne s'y oppose, admettre que les autres participants à la circulation routière se conduiront également de façon conforme aux règles (ATF 143 IV 138 consid. 2.1). Le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de prudence et vouer son attention à la route et à la circulation (art.”
“Si le conducteur ne bénéficie pas d'une pareille visibilité, il doit ralentir de manière à pouvoir accorder la priorité aux piétons dissimulés derrière l'obstacle (arrêts du Tribunal fédéral 6B_108/2015 du 27 novembre 2015 consid. 3 ; 1C_425/2012 du 17 décembre 2012 consid. 3.2). Même s'ils bénéficient de la priorité sur les passages pour piétons, ces derniers ne doivent pas s'y lancer à l'improviste (art. 49 al. 2 LCR) (arrêt du Tribunal fédéral 6B_343/2019 du 11 avril 2019 consid. 1.3.1). L'art. 47 al. 3 OCR prescrit pour sa part que le piéton ne jouit de la priorité que si le véhicule peut s'arrêter à temps. Il doit donc manifester à temps son intention. Commet une faute le piéton qui s'élance imprudemment et de façon imprévisible sur la chaussée (ATF 115 II 283 consid. 2a). Il est toutefois admis que le devoir de prudence du conducteur ne disparaît pas à l'égard d'un piéton qui s'élance sur un passage pour piétons de manière contraire aux règles (arrêt du Tribunal fédéral 6B_343/2019 précité consid. 1.3.1). 3.1.4. L'art. 125 CP absorbe les infractions à la LCR de mise en danger, en particulier l'art. 90 LCR, en l'absence de mise en danger d'autres personnes que le blessé (arrêt du Tribunal fédéral 6B_291/2015 du 18 janvier 2016 consid. 3.2 ; M. DUPUIS / L. MOREILLON / C. PIGUET / S. BERGER / M. MAZOU / V. RODIGARI [éds.], Petit commentaire, Code pénal, 2ème éd., Bâle 2017, n. 14 ad art. 125). 3.1.5. Le résultat typique de l'art. 125 CP se définit en référence aux art. 122 et 123 CP. Des lésions corporelles sont graves si l'auteur a blessé une personne de façon à mettre sa vie en danger (art. 122 al. 1 CP), a mutilé le corps d'une personne, un de ses membres ou un de ses organes importants ou causé à une personne une incapacité de travail, une infirmité ou une maladie mentale permanentes, ou a défiguré une personne d'une façon grave et permanente (art. 122 al. 2 CP) ou encore a fait subir à une personne toute autre atteinte grave à l'intégrité corporelle ou à la santé physique ou mentale (art. 122 al. 3 CP). Dans tous ces cas, la loi vise une diminution ou une perte d'une faculté humaine subie par la victime, liée à des atteintes d'ordre physique ou psychique.”
“Si le conducteur ne bénéficie pas d'une pareille visibilité, il doit ralentir de manière à pouvoir accorder la priorité aux piétons dissimulés derrière l'obstacle (arrêts du Tribunal fédéral 6B_108/2015 du 27 novembre 2015 consid. 3 ; 1C_425/2012 du 17 décembre 2012 consid. 3.2). Même s'ils bénéficient de la priorité sur les passages pour piétons, ces derniers ne doivent pas s'y lancer à l'improviste (art. 49 al. 2 LCR) (arrêt du Tribunal fédéral 6B_343/2019 du 11 avril 2019 consid. 1.3.1). L'art. 47 al. 3 OCR prescrit pour sa part que le piéton ne jouit de la priorité que si le véhicule peut s'arrêter à temps. Il doit donc manifester à temps son intention. Commet une faute le piéton qui s'élance imprudemment et de façon imprévisible sur la chaussée (ATF 115 II 283 consid. 2a). Il est toutefois admis que le devoir de prudence du conducteur ne disparaît pas à l'égard d'un piéton qui s'élance sur un passage pour piétons de manière contraire aux règles (arrêt du Tribunal fédéral 6B_343/2019 précité consid. 1.3.1). 3.1.4. L'art. 125 CP absorbe les infractions à la LCR de mise en danger, en particulier l'art. 90 LCR, en l'absence de mise en danger d'autres personnes que le blessé (arrêt du Tribunal fédéral 6B_291/2015 du 18 janvier 2016 consid. 3.2 ; M. DUPUIS / L. MOREILLON / C. PIGUET / S. BERGER / M. MAZOU / V. RODIGARI [éds.], Petit commentaire, Code pénal, 2ème éd., Bâle 2017, n. 14 ad art. 125). 3.1.5. Le résultat typique de l'art. 125 CP se définit en référence aux art. 122 et 123 CP. Des lésions corporelles sont graves si l'auteur a blessé une personne de façon à mettre sa vie en danger (art. 122 al. 1 CP), a mutilé le corps d'une personne, un de ses membres ou un de ses organes importants ou causé à une personne une incapacité de travail, une infirmité ou une maladie mentale permanentes, ou a défiguré une personne d'une façon grave et permanente (art. 122 al. 2 CP) ou encore a fait subir à une personne toute autre atteinte grave à l'intégrité corporelle ou à la santé physique ou mentale (art. 122 al. 3 CP). Dans tous ces cas, la loi vise une diminution ou une perte d'une faculté humaine subie par la victime, liée à des atteintes d'ordre physique ou psychique.”
“Le conducteur qui veut modifier sa direction de marche, par exemple pour obliquer, dépasser, se mettre en ordre de présélection ou passer d’une voie à l’autre, est tenu d’avoir égard aux usagers de la route qui viennent en sens inverse ainsi qu’aux véhicules qui le suivent (al. 3). Avant de changer de direction, le conducteur manifestera à temps son intention au moyen des indicateurs de direction ou en faisant de la main des signes intelligibles. Cette règle vaut notamment pour se disposer en ordre de présélection, passer d’une voie à une autre ou pour obliquer (art. 39 al. 1 let. a LCR). Selon l'art. 28 OCR, le conducteur annoncera tout changement de direction, y compris vers la droite (al. 1). Les cyclistes peuvent cesser de faire le signe déjà pendant le changement de direction (al. 2 in fine). Sur les routes marquées de plusieurs voies pour une même direction, le conducteur ne peut passer d’une voie à une autre que s’il n’en résulte pas de danger pour les autres usagers de la route (art. 44 al. 1 LCR). L'art. 46 al. 1 LCR prévoit que les cyclistes doivent circuler sur les pistes et les bandes cyclables. 2.3.7. L'art. 125 CP absorbe les infractions à la LCR de mise en danger, en particulier l'art. 90 LCR, en l'absence de mise en danger d'autres personnes que le blessé (arrêt du Tribunal fédéral 6B_291/2015 du 18 janvier 2016 consid. 3.2 ; M. DUPUIS / L. MOREILLON / C. PIGUET / S. BERGER / M. MAZOU / V. RODIGARI [éds.], Petit commentaire, Code pénal, 2ème éd., 2017 Bâle, n. 14 ad art. 125). 2.4.1. En l'espèce, il est établi qu'avant l'accident, le prévenu et le lésé, provenant tous deux de la rue Voltaire, roulaient en début de matinée sur le boulevard James-Fazy en direction du pont de la Coulouvrenière. Alors que deux des trois voies du boulevard précité (pour plus de clarté, il ne sera pas fait référence à la quatrième voie de gauche) étaient fermées à la circulation (hormis pour les trams) entre les rues Albert-Richard et de Saint-Jean, soit les voies centrale et de droite, ils se sont retrouvés sur la voie de gauche, où le motocycliste a dépassé le témoin L______ qui roulait en scooter. Ils se sont ensuite déplacés, dès la fin des travaux, vers la droite en direction de la voie centrale, dans le respect du panneau de signalisation et du marquage provisoire au sol.”
Plötzliche, unnötige Bremsmanöver (sogenannte Schikanestopps) oder abrupte Manöver können bereits bei geringer Geschwindigkeit eine konkrete Gefahr für die Sicherheit anderer begründen. Bei der Beurteilung sind die Heftigkeit des Manövers und die subjektive Tatseite (z. B. direkter Vorsatz oder zumindest Eventualvorsatz) von Bedeutung.
“Der Beschuldigte bremste von einer Geschwindigkeit von 70-75 km/h ohne ersichtlichen Grund auf 30-40 km/h ab. Er bremste somit in nicht unwesentlicher Art und Weise brüsk ab. Es ist gestützt auf das Beweisergebnis sodann erwiesen, dass der Beschuldigte freiwillig abbremste und auch nicht wegen äusserer Umstände bremsen musste. Es lag insbesondere kein Notfall vor. Im Ergebnis bremste der Beschuldigte ohne Rücksicht auf den nachfolgenden Personenwagen und handelte schwerwiegend verkehrswidrig. Der Beschuldigte gefährdete mit seinem Bremsmanöver die Verkehrssicherheit ernsthaft und schuf angesichts des tatsächlich verursachten Sachschadens nicht nur eine abstrakte, sondern auch eine konkrete Gefahr. Mit Blick auf die vorgenannte bundesgerichtliche Rechtsprechung handelte es sich um einen sogenannten Schikanestopp. Durch die Missachtung der wichtigen Bestimmungen von Art. 37 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 2 VRV beging der Beschuldigte somit objektiv eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG. Der Beschuldigte bremste, weil er wegen des Fahrverhaltens des Geschädigten auf der vorangehenden Waldstrecke enerviert war, der hinter ihm fahrende Geschädigte seines Erachtens zu schnell fuhr, die Geschwindigkeit anpassen sollte und um diesem bewusst eine Lektion zu erteilen. Damit handelte der Beschuldigte direkt vorsätzlich. Im Ergebnis ist der Beschuldigte mit der Vorinstanz schuldig zu erklären wegen grober Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 i.V.m. Art. 37 Abs. 1 SVG und Art. 12 Abs. 2 VRV. IV. Strafzumessung”
“120 km/h ausge- führten Überholmanöver mit einem Abstand von höchstens achtzehn Metern vor die Privatklägerin 2 gefahren ist und brüsk auf rund 60 km/h abgebremst hat, wo- rauf diese ebenfalls abbremsen musste, um hernach erneut wieder auf 120 km/h zu beschleunigen. Den Wagen angehalten hat der Beschuldigte nicht. Der Eintritt einer konkreten Gefahr oder gar einer Verletzung lag bereits aufgrund des deutlich zu dichten Einbiegens auf das hinter ihm fahrende Fahrzeug sehr nahe und wurde durch das brüske und unnötige Bremsmanöver noch zusätzlich erhöht. Einzig der schnellen Reaktion der Privatklägerin 2 ist es zu verdanken, dass es nicht zu einer Kollision kam, welche bei den damals gefahrenen Ge- schwindigkeiten gravierende Folgen gehabt hätte. Es ist damit erstellt, dass der Beschuldigte durch die Verletzung der Verkehrsregel eine erhöhte abstrakte Ge- fahr für die Sicherheit anderer schuf. Das Verhalten des Beschuldigten ist ent- sprechend in objektiver Hinsicht als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren.”
“Der Privatkläger, dem der Weg abgeschnitten worden war, kollidierte mit dem Heck des PWs der Beschuldigten und durchschlug mit seinem Kopf und seiner Schulter die Heckscheibe, was von der Heftigkeit der Kollision zeugt. Durch ihr Verhalten hat die Beschuldigte eine wichtige Verkehrsregel gravierend verletzt und den Privatkläger konkret gefährdet. An dieser Stelle gilt es in der gebotenen Kürze auf das Vorbringen der Verteidigung einzugehen, wonach bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h ohnehin nicht mehr von brüskem Bremsen gesprochen werden könne (pag. 288). Dieses Vorbringen verfängt in concreto nicht. Einerseits ist die genaue Geschwindigkeit vor dem Abbremsen beweismässig nicht erstellt. Andererseits hielt das Bundesgericht in seinem Urteil BGE 137 IV 326 ausdrücklich fest, dass ein Schikanestopp selbst bei geringer Geschwindigkeit anzunehmen ist bzw. angenommen werden kann (E. 3.4). Die Beschuldigte handelte schliesslich rücksichtslos und mindestens eventualvorsätzlich. Sie hat somit den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt.”
Das Überfahren bzw. Franchieren einer Sicherheits‑ oder Sperrlinie stellt regelmässig eine objektiv erhöhte (abstrakte) Gefährdung dar und kann als schwere/grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG angesehen werden.
“Grobe Verkehrsregelverletzung In objektiver Hinsicht setzt eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln voraus, dass die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet wurde. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1 je m.w.H.). Das Überfahren der Sicherheitslinie stellt regelmässig eine erhöhte abstrakte Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer dar (Urteil des Bundesgerichts 6B_1427/2017 vom 25. April 2018 E. 2.1.2. m.w.H.).”
“a LCR correspond en principe à la définition de l'infraction réprimée sur le plan pénal par l'art. 90 al. 2 LCR (Mizel, Les nouvelles dispositions légales sur le retrait du permis de conduire, in RDAF 2004, p. 395). Le Tribunal fédéral tient ces notions pour identiques à tous les égards (ATF 120 Ib 285); il estime que, pour être punissable sous l'angle de l'art. 90 al. 2 LCR, le comportement du conducteur doit être particulièrement blâmable, soit, en d'autres termes, relever d'une négligence grossière. L'auteur doit avoir violé, par son comportement ou par une simple absence passagère, un devoir de prudence élémentaire qui lui était imposé de manière évidente par les circonstances. La création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui au sens de la disposition précitée est déjà donnée en cas de mise en danger abstraite accrue. Le critère déterminant pour admettre que l'on est en présence d'un danger abstrait sérieux ou accru réside dans l'imminence du danger (ATF 122 II 228 consid. 3b / JdT 1996 I 700 avec les références). Subjectivement, l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, découlant à tout le moins d'une négligence grossière (ATF 118 IV 84 consid. 2a). 4.2. Dans le cas d'espèce, la CMA a qualifié de grave l'infraction commise par le recourant. Son appréciation échappe à toute critique. Les règles concernant les dépassements ont pour but de minimiser les risques qui leur sont liés. Elles sont donc des dispositions importantes pour assurer la sécurité routière (cf. arrêt TF 6S.128/2004 du 15 juin 2004 consid. 2; ATF 129 IV 155 consid. 3.2.1; 121 IV 235 consid. 1b-1c). De plus, il y a lieu de souligner que la manœuvre consistant à franchir une ligne de sécurité représente, du point de vue objectif, une violation grave des règles de la circulation routière en raison du danger notoirement important qu’elle comporte pour la sécurité du trafic et, en particulier, des usagers de la route circulant en sens inverse (cf. ATF 136 II 447 consid. 3.3). En l’occurrence, la manœuvre de dépassement doit être qualifiée de téméraire.”
“Selon le Tribunal fédéral, il n'est pas possible d'établir abstraitement une liste de règles objectivement fondamentales ; il faut procéder à un examen de la règle violée au regard des circonstances objectives de la violation, afin de déterminer le caractère fondamental ou non de la règle considérée ; la violation doit excéder celles que l'on rencontre habituellement. Le fait que la violation d'une règle soit fréquemment à l'origine d'accidents peut faire naître une sorte de présomption, certes réfragable, selon les circonstances, du caractère fondamental de la règle ; tel est les cas, par exemple, des règles relatives à la vitesse (Y. JEANNERET/ A. KUHN/ C. MIZEL/ O. RISKE/ B. RUSCONI/ A. BUSSY, Code suisse de la circulation routière commenté, 5ème éd., Bâle 2024, n. 4.4 ad 90 LCR). Le franchissement d'une ligne de sécurité constitue en principe également une violation grave des règles de la circulation routière (ATF 136 II 447 consid. 3.3 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_1427/2017 du 25 avril 2018 consid. 2.1.2). 2.2.4.1. L'art. 90 al. 3 LCR définit et réprime les infractions particulièrement graves aux règles de la circulation routière, dites "délit de chauffard", consacrant une troisième catégorie d'infraction aux règles de la circulation routière sous la forme d'un crime (l'art. 90 al. 1 LCR constituant une contravention et l'art. 90 al. 2 LCR un délit). L'art. 90 al. 3 LCR punit celui qui, par une violation intentionnelle des règles fondamentales de la circulation, accepte de courir un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort, que ce soit en commettant des excès de vitesse particulièrement importants, en effectuant des dépassements téméraires ou en participant à des courses de vitesse illicites avec des véhicules automobiles. À teneur de l'art. 90 al. 4 LCR, l'al. 3 est toujours applicable lorsque la vitesse maximale autorisée a été dépassée d'au moins 80 km/h, là où la limite était fixée à plus de 80 km/h (let. d). 2.2.4.2. L'art. 90 al. 3 LCR contient deux conditions objectives, la violation d'une règle fondamentale de la circulation routière et la création d'un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort. La notion de violation d'une règle fondamentale de la circulation apparaît identique à celle de violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art.”
Mehrere während derselben Fahrt festgestellte Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden im vorliegenden Entscheid jeweils als einzelne Verstösse nach Art. 90 Abs. 1 SVG erfasst.
“Q.________(lieu), en atteignant, sur un tronçon limité à 50 km/h, une vitesse de 83 km/h, soit une vitesse de 76 km/h après déduction d’une marge d’erreur de 7 km/h, représentant un excès de vitesse de 26 km/h[12]. Infractions commises le 24 février 2020 en journée à une heure indéterminée sur le trajet I.________, au guidon du motocycle Yamaha MT-09A immatriculé ________, par le fait d’avoir commis tout au long de ce trajet plusieurs excès de vitesse importants, notamment à : L.________(lieu), en atteignant, sur un tronçon limité à 30 km/h, une vitesse maximale de 62 km/h, soit une vitesse de 56 km/h après déduction d’une marge d’erreur de 6 km/h, représentant un excès de vitesse de 26 km/h[13]. L.________ (lieu), en atteignant, sur un tronçon limité à 50 km/h, une vitesse maximale de 105 km/h, soit une vitesse de 96.3 km/h après déduction d’une marge d’erreur de 8.7 km/h, représentant un excès de vitesse de 46.3 km/h[14]. I.3 violations simples à la LCR (art. 90 al. 1 LCR) Infractions commises le 15 janvier 2020 en journée à une heure indéterminée, sur le trajet K.________, au guidon du motocycle Yamaha MT-09A immatriculé ________, par le fait d’avoir commis tout au long de ce trajet plusieurs excès de vitesse, notamment à : U.________ (lieu), en atteignant, sur un tronçon limité à 80 km/h, une vitesse de 116 km/h, soit une vitesse de 107.5 km/h après déduction d’une marge d’erreur de 8.5 km/h, représentant un excès de vitesse de 27.5 km/h[15]. V.________ (lieu), en atteignant, sur un tronçon limité à 60 km/h, une vitesse maximale de 91 km/h, soit une vitesse de 83 km/h après déduction d’une marge d’erreur de 8 km/h, représentant un excès de vitesse de 23 km/h[16]. W.________ (lieu), en atteignant, sur un tronçon limité à 30 km/h, une vitesse de 57 km/h, soit une vitesse de 52 km/h après déduction d’une marge d’erreur de 5 km/h, représentant un excès de vitesse de 22 km/h[17]. Infractions commises le 15 janvier 2020 en journée à une heure indéterminée, sur le trajet H.”
“km/h[14]. I.3 violations simples à la LCR (art. 90 al. 1 LCR) Infractions commises le 15 janvier 2020 en journée à une heure indéterminée, sur le trajet K.________, au guidon du motocycle Yamaha MT-09A immatriculé ________, par le fait d’avoir commis tout au long de ce trajet plusieurs excès de vitesse, notamment à : U.________ (lieu), en atteignant, sur un tronçon limité à 80 km/h, une vitesse de 116 km/h, soit une vitesse de”
Bei Kollisionsfolge oder wenn sich beweisen lässt, dass Ablenkung zur Entstehung einer Kollisionsgefahr beigetragen hat, kann bereits grobe Fahrlässigkeit die Verwirklichung von Art. 90 Abs. 2 SVG begründen.
“Überfahren der Sicherheitslinie mit Kollisionsfolge Dass der Beschuldigte die Sicherheitslinie überfahren hat und auf der Gegenfahrbahn mit dem von E. gelenkten Fahrzeug kollidiert ist, ist unumstritten. Die Insassen der beiden Fahrzeuge wurden dadurch konkret gefährdet. Damit hat der Beschuldigte die Verkehrsregeln, wonach rechts der Sicherheitslinie zu fahren ist, in objektiv grober Weise verletzt. Warum der Beschuldigte auf die Gegenfahrbahn geriet, liess sich nicht eindeutig erstellen. Das Fahrverhalten und die Aussagen von E. deuten auf eine Ablenkung hin. Jedenfalls war der Beschuldigte nicht auf seine Fahrt konzentriert und handelte somit grob fahrlässig. Damit hat der Beschuldigte die Verkehrsregeln in grober Weise verletzt. Der Beschuldigte sagte aus, er sei einem Tier oder einem Kind ausgewichen. Er macht damit eine Notstandsituation geltend (Art. 17 und 18 StGB). Das Ausweichmanöver liess sich aber nicht erstellen, weshalb auch nicht von einem Notstand auszugehen ist. Der Beschuldigte ist für die Verletzung von Art. 27 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig zu sprechen.”
Für viele bagatellmässige Verstösse nach Art. 90 Abs. 1 SVG wird das vereinfachte Verfahren der Ordnungsbusse (LAO/ordonnance) angewendet. Konkrete Beispiele und Praxisbeträge zeigen sich in den Entscheiden: das Nichtlösen des Parkierautomaten wird wiederholt mit einer Ordnungsbusse von CHF 40.– geahndet; kantonale Richtlinien nennen für Verletzungen von Sperrflächen bzw. Sicherheitslinien Einsatzbeträge um CHF 100.–. Auch Verstösse wie Nichtanlegen des Sicherheitsgurts oder Parkieren auf dem Trottoir werden unter Art. 90 Abs. 1 SVG subsumiert und können entsprechend mit Übertretungs- bzw. Ordnungsbussen sanktioniert werden.
“Mit Strafbefehl des Stadtrichteramtes Zürich vom 5. September 2022 wurde der Beschuldigte wegen Überschreitens der zulässigen Parkzeit bis zwei Stunden auf einem gebührenpflichtigen Parkfeld (zentrale Parkuhr), im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 48 Abs. 3 SSV, schul- dig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 40.– bestraft (Urk. 2). Der Beschul- digte erhob mit Eingabe vom 7. September 2022 Einsprache gegen den Strafbe- fehl (Urk. 3). Mit Eingabe vom 14. November 2022 überwies das Stadtrichteramt Zürich die Akten an das Bezirksgericht Zürich mit dem Antrag, den Strafbefehl zu bestätigen (Urk. 8).”
“90 al. 1 LCR et condamné à une amende d'ordre de CHF 40.- – une amende d’ordre peut également être infligée dans la procédure pénale ordinaire (art. 14 LAO). En revanche, il n'y a pas lieu de prononcer de peine privative de liberté de substitution pour le cas où A______ ne paierait pas l'amende. En tant que lex specialis, la LAO déroge, en effet, au système des sanctions contraventionnelles de l'art. 106 CP (L. MOREILLON / A. MACALUSO / N. QUELOZ / N. DONGOIS [éds], Commentaire romand, Code pénal II, Bâle 2017, n. 24 ad art. 106 CP). 3. L'appelant, qui succombe sur l'essentiel, supportera 4/5èmes des frais de la procédure envers l'État (art. 428 CPP). PAR CES MOTIFS LE PRÉSIDENT DE LA CHAMBRE PÉNALE D'APPEL ET DE RÉVISION Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement rendu le 7 juin 2023 par le Tribunal de police dans la procédure P/545/2023. L'admet très partiellement. Et, statuant à nouveau : Déclare A______ coupable de violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). Condamne A______ à une amende d'ordre de CHF 40.- (art. 14 LAO). Condamne A______ aux frais de la procédure préliminaire et de première instance, qui s'élèvent à CHF 351.-, y compris un émolument de jugement de CHF 200.- (art. 426 al. 1 CPP). Condamne A______ aux 4/5èmes des frais de la procédure d'appel, qui comprennent un émolument de CHF 300.-. Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police, au Ministère public et au Service cantonal des véhicules. La greffière : Oriana BRICENO LOPEZ Le président : Fabrice ROCH Indication des voies de recours : Conformément aux art. 78 ss de la loi fédérale sur le Tribunal fédéral du 17 juin 2005 (LTF; RS 173.110), le présent arrêt peut être porté dans les trente jours qui suivent sa notification avec expédition complète (art. 100 al. 1 LTF), par-devant le Tribunal fédéral (1000 Lausanne 14), par la voie du recours en matière pénale, sous la réserve qui suit. Dans la mesure où il a trait à l'indemnité de l'avocat désigné d'office ou du conseil juridique gratuit pour la procédure d'appel, et conformément aux art.”
“3 CPP, concerne tant le fardeau de la preuve que l'appréciation des preuves au sens large (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.1 et 127 I 28 consid. 2a). Comme règle d'appréciation des preuves, la présomption d'innocence signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.3). Lorsque l'appréciation des preuves et la constatation des faits sont critiquées en référence à la présomption d'innocence, le principe in dubio pro reo n'a pas de portée plus large que l'interdiction de l'arbitraire (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.3 et 143 IV 500 consid. 1.1). 2.3 L'art. 90 al. 1 LCR punit de l'amende celui qui viole les règles de la circulation prévues par cette loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral. L'art. 27 al. 1 LCR, 1ère phrase, prévoit que chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu’aux ordres de la police. En particulier, le signal "Parcage contre paiement" désigne les parkings où les véhicules ne peuvent être garés que contre paiement d’une taxe et selon les prescriptions figurant sur les parcomètres (art. 47b al. 1 OSR, 1ère phrase). Est sanctionné dans une procédure simplifiée par une amende d'ordre de CHF 300.- maximum quiconque commet notamment une contravention à la LCR prévue dans la liste établie par le Conseil fédéral, sans tenir compte des antécédents ni de la situation personnelle du prévenu (art. 1 al. 1 let. a, al. 2, 4, 5 et art. 15 de la loi sur les amendes d’ordre [LAO - RS 741.03]). Le montant de l'amende d'ordre punissant celui qui n'a pas enclenché le parcomètre est de CHF 40.- (Annexe 1 de l'ordonnance sur les amendes d’ordre [OAO], n° 200.”
“3 CPP, concerne tant le fardeau de la preuve que l'appréciation des preuves au sens large (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.1 et 127 I 28 consid. 2a). Comme règle d'appréciation des preuves, la présomption d'innocence signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.3). Lorsque l'appréciation des preuves et la constatation des faits sont critiquées en référence à la présomption d'innocence, le principe in dubio pro reo n'a pas de portée plus large que l'interdiction de l'arbitraire (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.3 et 143 IV 500 consid. 1.1). 2.3 L'art. 90 al. 1 LCR punit de l'amende celui qui viole les règles de la circulation prévues par cette loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral. L'art. 27 al. 1 LCR, 1ère phrase, prévoit que chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu’aux ordres de la police. En particulier, le signal "Parcage contre paiement" désigne les parkings où les véhicules ne peuvent être garés que contre paiement d’une taxe et selon les prescriptions figurant sur les parcomètres (art. 47b al. 1 OSR, 1ère phrase). Est sanctionné dans une procédure simplifiée par une amende d'ordre de CHF 300.- maximum quiconque commet notamment une contravention à la LCR prévue dans la liste établie par le Conseil fédéral, sans tenir compte des antécédents ni de la situation personnelle du prévenu (art. 1 al. 1 let. a, al. 2, 4, 5 et art. 15 de la loi sur les amendes d’ordre [LAO - RS 741.03]). Le montant de l'amende d'ordre punissant celui qui n'a pas enclenché le parcomètre est de CHF 40.- (Annexe 1 de l'ordonnance sur les amendes d’ordre [OAO], n° 200.”
“Einsatzstrafe für die schwerste Übertretung − Einfache Verkehrsregelverletzung infolge Nichtbeachtung von Signalen i.S.v. Art. 27 Abs. 1 i.V.m Art. 90 Abs. 1 SVG sowie i.V.m. Art. 33 Abs. 1 SSV und Art. 40 Abs. 3 VRV e contrario Die Vorinstanz zieht zur Bestimmung der Einsatzstrafe nachvollziehbar die Empfehlung der VBRS-Richtlinien, bei Nichtbeachtung von Sicherheitslinien und Sperrflächen auf eine Busse von CHF 100.00 bis CHF”
“Einsatzstrafe für die schwerste Übertretung − Einfache Verkehrsregelverletzung infolge Nichtbeachtung von Signalen i.S.v. Art. 27 Abs. 1 i.V.m Art. 90 Abs. 1 SVG sowie i.V.m. Art. 33 Abs. 1 SSV und Art. 40 Abs. 3 VRV e contrario Die Vorinstanz zieht zur Bestimmung der Einsatzstrafe nachvollziehbar die Empfehlung der VBRS-Richtlinien, bei Nichtbeachtung von Sicherheitslinien und Sperrflächen auf eine Busse von CHF 100.00 bis CHF”
“Strafkammer erkennt: I. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 13. Mai 2022 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als A.________ der einfachen Verkehrsregelverletzung, begangen am 27. Januar 2021 in C.________ als Lenker eines Lieferwagens durch Nichttragen der Sicherheitsgurte, schuldig erklärt wurde (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 57 Abs. 5 Bst. a SVG und Art. 3a VRV); und A.________ gestützt auf den rechtskräftigen Schuldspruch gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 StGB zu einer Übertretungsbusse von CHF”
“Bei der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG) und beim Nichtmitführen des Führerausweises (Art. 99 Abs. 1 lit. b SVG) handelt es sich um Übertretungen, welche mit einer Übertretungsbusse zu sanktionieren sind. Die Höhe der Busse liegt zwischen Fr. 1.− und Fr. 10‘000.− (Art. 106 StGB i.V.m. Art. 102 SVG). BC. Strafe betreffend Freiheitsstrafe für die Misswirtschaft a. Strafzumessung (i) Tatkomponenten (a) Objektive Tatschwere”
Bestimmte Umstände erhöhen die an den Fahrzeuglenker gestellten Sorgfaltsanforderungen und sprechen — sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen — eher für die Annahme von subjektiver Rücksichtslosigkeit im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG. Solche Umstände sind u.a. schlechte Witterungsverhältnisse, erhöhtes Verkehrsaufkommen, unübersichtliche Kurven, bebaute bzw. innerörtliche Bereiche sowie die Ortskenntnis oder die berufliche Tätigkeit des Fahrers (z.B. Linienchauffeur), die eine gesteigerte Aufmerksamkeit und Anpassung des Fahrverhaltens erfordern.
“Entgegen der Auffassung des Beschuldigten sind nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sodann auch die konkreten Witterungsverhältnisse in erschwerender Hinsicht zu berücksichtigen. Zwar mag sich unter diesen Umständen auch der Bremsweg des vorderen Fahrzeuges verlängern; gleichwohl ist die eingeschränkte Sicht nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge geeignet, die Reaktionszeit des hinterherfahrenden Fahrzeuges substanziell einzuschränken. Ist sich der Beschuldigte alsdann der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst gewesen, lässt sich eine subjektive Rücksichtslosigkeit nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung kaum mehr verneinen (vgl. BGer 6B_164/2020 vom 20. Juli 2021, E. 3.2). Nachdem der Beschuldigte die konkreten Umstände – namentlich die Witterungsverhältnisse und das Verkehrsaufkommen – mit Verweis auf die verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts nicht zu seinen Gunsten heranziehen kann, muss vorliegend in subjektiver Hinsicht von einem grobfahrlässigen Verhalten des Beschuldigten ausgegangen werden. Folgerichtig ist der Straftatbestand des Art. 90 Abs. 2 SVG auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. Da weder Rechtfertigungsnoch Schuldausschlussgründe ersichtlich sind, ist der Beschuldigte der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG) schuldig zu erklären.”
“Vorerst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit dem Strafbefehl einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen wurde, und dass er auf die Anfechtung dieses Urteils verzichtet hat. Eine grobe Verkehrsregelverletzung im strafrechtlichen Sinne entspricht gemäss der Rechtsprechung im Verwaltungsverfahren einer schweren Widerhandlung (siehe BGE 132 II 234 E. 3; 141 II 220 E. 3.3.3). Weiter ist der Argumentation des Beschwerdeführers entgegenzuhalten, dass sich in Fuhren (kurz vor dem Dorfeingang zu Gadmen) auf beiden Seiten der Strasse kompakte Häusergruppen befinden (Untere Fuhren bzw. Obere Fuhren) bzw. dass dort ein bewohnter Weiler liegt. Für einen Lenker wäre es mit der erforderlichen Aufmerksamkeit durchaus erkennbar gewesen, dass es sich um einen Innerortsbereich handelt, und es oblag dem Beschwerdeführer, der Signalisation auf der Strasse und der Umgebung die notwendige Beachtung zu schenken. Grundsätzlich ist weiter auszuführen, dass die Zahl der vom Lenker zu verarbeitenden Reize innerorts grösser ist als ausserorts oder auf der Autobahn, was eine gesteigerte Aufmerksamkeit erfordert.”
“Die Vorderrichterin hat den Beschuldigten der groben Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig erklärt. Indem dieser das Vortrittsrecht der sich auf dem Fussgängerstreifen befindlichen beiden Fussgänger missachtet habe, sei der Tatbestand der groben Verkehrsverletzung objektiv erfüllt. Die exakte Geschwindigkeit der Fussgänger sei vorliegend von untergeordneter Bedeutung. Der Beschuldigte sei Linienbuschauffeur und gebe selbst an, ortskundig zu sein und vom Schulhaus Kenntnis gehabt zu haben. Zudem sei ihm die Unfallstelle wegen ihrer Gefährlichkeit bekannt gewesen. Insofern hätte er die Geschwindigkeit des von ihm geführten Linienbusses diesen Gegebenheiten anpassen und insbesondere der ihm bekannten Gefahrenquellen besondere Aufmerksamkeit schenken müssen. Sodann sei nicht nachvollziehbar, weshalb er die Kinder erst nach dem Zeugen C. gesehen habe, was einzig mit einer kurzen Unachtsamkeit von ihm zu erklären sei. Der Fussgängerstreifen sei für den ortskundigen Beschuldigten bereits von weitem sichtbar und der rechtsseitige Bereich daneben einsehbar gewesen. Es sei nicht ersichtlich und werde auch nicht geltend gemacht, dass besondere Vorkommnisse im Verkehrsgeschehen den Buschauffeur von der geforderten Aufmerksamkeit abgelenkt hätten.”
“Der Beschuldigte schuf – entgegen der Ansicht der Verteidigung – mit seinem Verhalten eine erhöhte abstrakte Gefahr für andere Verkehrsteilnehmende. Es ist einzig dem Zufall zu verdanken, dass das Schleudern des Fahrzeugs nicht in einem gravierenderen (Selbst-)Unfall endete und der Beschuldigte niemanden – auch nicht sich selber – verletzte. Ein auf der Gegenfahrbahn entgegenkommendes Fahrzeug hätte aufgrund der 180°-Kehre und der dadurch stark eingeschränkten Sichtverhältnisse nur wenig bis gar keinen Handlungsspielraum mehr gehabt, dem schleudernden Fahrzeug des Beschuldigten auszuweichen. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt, setzte der Beschuldigte überdies nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Beifahrer einer konkreten Gefährdung aus. Dass das von der Fahrbahn abkommende Fahrzeug nicht in einen Baum krachte, ist ebenfalls lediglich einem glücklichen Zufall zu verdanken. Damit lag die Möglichkeit der Verwirklichung der abstrakten Gefährdung bzw. der konkreten Rechtsgutsverletzung sehr nahe. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ist nach dem Gesagten erfüllt. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte hinsichtlich der Nichtanpassung der Geschwindigkeit resp. der Verkehrsregelverletzung in grobfahrlässiger Weise. Der Beschuldigte schätzte die Angemessenheit seiner gefahrenen Geschwindigkeit für die konkreten Strassenverhältnisse nachweislich falsch ein. Als geübter Fahrer hätte ihm zweifellos bewusst sein müssen, dass eine Geschwindigkeit von rund 60 km/h in einer Kurve, wie der vorliegenden, (weit) übersetzt war. Nach Ansicht der Kammer vertraute der Beschuldigte jedoch in pflichtwidriger Unvorsichtigkeit darauf, dass er die Geschwindigkeit genügend reduziert hatte, zumal aus den Akten keine Hinweise hervorgehen, dass er vorsätzlich mit einer übersetzten Geschwindigkeit in die 180°-Kehre eingefahren wäre. Wie bereits eingangs erwähnt, handelte er hinsichtlich der Verkehrsregelverletzung folglich grobfahrlässig. Indem der Beschuldigte in einer derart unübersichtlichen Kurve (180°-Kehre, stark eingeschränkte Sichtverhältnisse, begrenzte Ausweichmöglichkeiten für entgegenkommende Fahrzeuge) mit der beschriebenen Geschwindigkeit einfuhr, schuf er eine erhöhte abstrakte Gefährdung für die übrigen Verkehrsteilnehmenden und darüberhinausgehend eine konkrete Gefährdung für sich selbst und seinen Beifahrer.”
“Indem der Beschwerdeführer bereits nahe der Kurvengrenzgeschwindigkeit die nasse Kurve in Kenntnis der örtlichen Verhältnisse befuhr und ausgangs der Kurve zusätzlich beschleunigte, legte er indes ein bedenkenloses Verhalten an den Tag, sodass bei Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug aufgrund der konkreten Umstände ein erhebliches Risiko einer Kollision mit Fussgängern, verbunden mit der Möglichkeit schwerer Verletzungsfolgen, bestand. Wie die Vorinstanz zu Recht erwähnt, spitzte sich diese Gefahr mit Blick auf den Fussgänger D.________ auch zu. Dem Beschwerdeführer ist damit ein grobfahrlässiges Verhalten vorzuwerfen. Besondere Umstände, die das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen, sind keine erkennbar. Der Beschwerdeführer handelte damit gegenüber den Interessen anderer rücksichtslos. Aufgrund dieser Erwägungen ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Der Schuldspruch wegen fahrlässiger grober Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 SVG, Art. 31 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 1 SVG verletzt kein Bundesrecht.”
“Mit dieser rein appellatorischen Kritik und durch nichts belegten Behauptung ist der Beschwerdeführer nicht zu hören. Verkehrsregeln sind im Bereich ihrer Gültigkeit resp. Signalisation einzuhalten. Diese war dem Beschwerdeführer bekannt. Die gemessene Geschwindigkeitsüberschreitung wurde im Bereich einer Verzweigung in beidseits der Strasse auch mit Wohnhäusern bebautem Gebiet begangen. Gerade auf solchen Strecken ist die Einhaltung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit besonders unerlässlich, was der Beschwerdeführer mit seinem Hinweis auf das geringe Verkehrsaufkommen zu verkennen scheint. Es ist der Vorinstanz beizupflichten, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht in der Disposition der Strassenbenützer stehen und durch diese nach eigenem Dafürhalten angepasst werden dürfen. Unter den gegebenen Umständen würdigt die Vorinstanz das Verhalten des Beschwerdeführers zu Recht als rücksichtslos gegenüber den Interessen anderer Verkehrsteilnehmer, zu deren Schutz die Geschwindigkeitsbeschränkung innerorts bis zu deren Aufhebung gilt. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie Art. 90 Abs. 2 SVG sowohl objektiv als auch subjektiv als erfüllt erachtet.”
“2 SVG ist nach bundesgerichtlicher Auffassung freilich restriktiv zu handhaben, weshalb nicht unbesehen von der objektiven Schwere der Verkehrsregelverletzung auf die subjektive Rücksichtslosigkeit geschlossen werden darf. Trotzdem geht das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass die objektive Schwere der Tat ein Indiz für die Annahme von subjektiv schwerem Verschulden bzw. Rücksichtslosigkeit darstellt. Und zwar dergestalt, dass je schwerer der Verkehrsregelverstoss objektiv wiegt, desto eher Rücksichtslosigkeit zu bejahen ist, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93, E. 3.1). Das Bundesgericht hat keine Regeln zur Frage aufgestellt, bei welchem Abstand in jedem Fall eine grobe Verkehrsregelverletzung bzw. eine schwere Widerhandlung anzunehmen ist, bejahte diese jedoch bei einem Abstand von 0,33 Sekunden (BGE 131 IV 133, E. 3.2.3) sowie einem von 0,4 Sekunden (BGer 6B_534/2008 vom 13. Januar 2009, E. 3.2 ff.). Ebenso stellte ein Abstand von wenigen Metern auf einer Strecke von 1,5 km bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h eine schwere Widerhandlung dar (BGer 6A.97/2006 vom 23. April 2007; ebenso zu Art. 90 Abs. 2 SVG: BGE 6B_660/2009 vom 3. November 2009; vgl. Philippe Weissenberger, a.a.O., Art. 90 N 96). Dabei wird aber stets betont, dass den konkreten Umständen des Einzelfalls Rechnung zu tragen ist (BGE 131 IV 133, E. 3.2; BGer 1C_7/2008 vom 24. Juli 2008; vgl. auch BGer 6A.6/2007 vom 19. April 2007).”
Bei Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung/Tötung gilt Art.90 nur zusätzlich, wenn darüber hinaus weitere Personen konkret gefährdet wurden; sonst wird Art.90 durch das Verletzungsdelikt "konsumiert".
“3 LCR n'est pas applicable en cas d'accident impliquant deux véhicules entrés en collision. Le champ d'application de cette disposition est circonscrit aux accidents lors desquels le lésé impliqué ne participe pas au trafic (ATF 131 IV 36 consid. 3.4.1). L'art. 56 al. 2 OCR ajoute que si un lésé veut appeler la police sans qu'il y ait obligation de l'aviser, les autres personnes impliquées doivent participer à la constatation des faits jusqu'à ce qu'elles soient libérées par la police. Le non-respect, intentionnel ou par négligence, des règles précitées est constitutif d'une violation des devoirs en cas d'accident au sens de l'art. 92 LCR (arrêt du Tribunal fédéral 6B_17/2012 du 30 avril 2012 consid. 3.2). 2.2.4. À teneur de l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Les lésions corporelles par négligence (art. 125 al. 1 CP) absorbent la sanction prévue par l'art. 90 LCR si aucune autre personne n'a été mise en danger (arrêt du Tribunal fédéral 6B_135/2022 du 28 septembre 2022 consid. 2.4). 2.2.5. Est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire quiconque, en qualité de conducteur d’un véhicule automobile, s’oppose ou se dérobe intentionnellement à une prise de sang, à un contrôle au moyen de l’éthylomètre ou à un autre examen préliminaire réglementé par le Conseil fédéral, qui a été ordonné ou dont le conducteur devait supposer qu’il le serait, ou quiconque s’oppose ou se dérobe intentionnellement à un examen médical complémentaire ou fait en sorte que des mesures de ce genre ne puissent atteindre leur but (art. 91a al. 1 LCR). 2.2.6. Est puni de l’amende quiconque viole, lors d’un accident, les obligations que lui impose la présente loi (art. 92 al. 1 LCR). Est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire le conducteur qui prend la fuite après avoir tué ou blessé une personne lors d’un accident de la circulation (al.”
“3 LCR n'est pas applicable en cas d'accident impliquant deux véhicules entrés en collision. Le champ d'application de cette disposition est circonscrit aux accidents lors desquels le lésé impliqué ne participe pas au trafic (ATF 131 IV 36 consid. 3.4.1). L'art. 56 al. 2 OCR ajoute que si un lésé veut appeler la police sans qu'il y ait obligation de l'aviser, les autres personnes impliquées doivent participer à la constatation des faits jusqu'à ce qu'elles soient libérées par la police. Le non-respect, intentionnel ou par négligence, des règles précitées est constitutif d'une violation des devoirs en cas d'accident au sens de l'art. 92 LCR (arrêt du Tribunal fédéral 6B_17/2012 du 30 avril 2012 consid. 3.2). 2.2.4. À teneur de l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Les lésions corporelles par négligence (art. 125 al. 1 CP) absorbent la sanction prévue par l'art. 90 LCR si aucune autre personne n'a été mise en danger (arrêt du Tribunal fédéral 6B_135/2022 du 28 septembre 2022 consid. 2.4). 2.2.5. Est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire quiconque, en qualité de conducteur d’un véhicule automobile, s’oppose ou se dérobe intentionnellement à une prise de sang, à un contrôle au moyen de l’éthylomètre ou à un autre examen préliminaire réglementé par le Conseil fédéral, qui a été ordonné ou dont le conducteur devait supposer qu’il le serait, ou quiconque s’oppose ou se dérobe intentionnellement à un examen médical complémentaire ou fait en sorte que des mesures de ce genre ne puissent atteindre leur but (art. 91a al. 1 LCR). 2.2.6. Est puni de l’amende quiconque viole, lors d’un accident, les obligations que lui impose la présente loi (art. 92 al. 1 LCR). Est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire le conducteur qui prend la fuite après avoir tué ou blessé une personne lors d’un accident de la circulation (al.”
“3 LCR n'est pas applicable en cas d'accident impliquant deux véhicules entrés en collision. Le champ d'application de cette disposition est circonscrit aux accidents lors desquels le lésé impliqué ne participe pas au trafic (ATF 131 IV 36 consid. 3.4.1). L'art. 56 al. 2 OCR ajoute que si un lésé veut appeler la police sans qu'il y ait obligation de l'aviser, les autres personnes impliquées doivent participer à la constatation des faits jusqu'à ce qu'elles soient libérées par la police. Le non-respect, intentionnel ou par négligence, des règles précitées est constitutif d'une violation des devoirs en cas d'accident au sens de l'art. 92 LCR (arrêt du Tribunal fédéral 6B_17/2012 du 30 avril 2012 consid. 3.2). 2.2.4. À teneur de l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Les lésions corporelles par négligence (art. 125 al. 1 CP) absorbent la sanction prévue par l'art. 90 LCR si aucune autre personne n'a été mise en danger (arrêt du Tribunal fédéral 6B_135/2022 du 28 septembre 2022 consid. 2.4). 2.2.5. Est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire quiconque, en qualité de conducteur d’un véhicule automobile, s’oppose ou se dérobe intentionnellement à une prise de sang, à un contrôle au moyen de l’éthylomètre ou à un autre examen préliminaire réglementé par le Conseil fédéral, qui a été ordonné ou dont le conducteur devait supposer qu’il le serait, ou quiconque s’oppose ou se dérobe intentionnellement à un examen médical complémentaire ou fait en sorte que des mesures de ce genre ne puissent atteindre leur but (art. 91a al. 1 LCR). 2.2.6. Est puni de l’amende quiconque viole, lors d’un accident, les obligations que lui impose la présente loi (art. 92 al. 1 LCR). Est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire le conducteur qui prend la fuite après avoir tué ou blessé une personne lors d’un accident de la circulation (al.”
“Ergänzend ist das Folgende festzuhalten: Mit Busse wird bestraft, wer Verkehrsregeln des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 90 Abs. 2 SVG). Eine Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG erfüllt die qualifizierten Tatbestandsmerkmale von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn sie «grob» ist und (kumulativ) der Täter dadurch «eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt». Ist nur eine dieser beiden Voraussetzungen erfüllt, z.B. indem eine leichte Verletzung der Verkehrsregeln im konkreten Fall eine gravierende Gefahrensituation bewirkt, so gelangt nicht Art. 90 Abs. 2 SVG, sondern vielmehr Abs. 1 zur Anwendung (Giger, OFK SVG, 8. Auflage, Art. 90 N 10). Betreffend Konkurrenzen ist weiter zu ergänzen, dass Art. 90 SVG neben Art. 125 StGB zur Anwendung gelangt, wenn ausser der verletzten Person eine weitere Person konkret gefährdet wird (BGE 91 IV 211 Regeste; zuletzt bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 6B_1429/2020 vom 8. April 2021 E. 1.7). Durch die Strafe wegen fahrlässiger Körperverletzung wird die Gefährdung der allgemeinen Verkehrssicherheit und die konkrete Gefährdung der verletzten Person abgegolten, nicht aber die konkrete Gefährdung einer weiteren Person. Dieses Konkurrenzverhältnis gilt unverändert, wenn sich die konkrete Gefährdung der weiteren Person in einer Verletzung von Leib und Leben manifestiert, jedoch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung – etwa mangels Strafantrags – ausscheidet.”
Kann nicht nachgewiesen werden, dass das Fahrmanöver eine konkret oder abstrakt erhöhte Gefährdung für unbestimmte Dritte geschafft hat (z. B. weil das Vorbringen, ein knappes Einbiegen habe ein Bremsen Dritter erforderlich gemacht, fehlt oder weil objektiv die Anwesenheit Dritter ausgeschlossen werden kann), fehlt die objektive Tatbestandsvoraussetzung von Art. 90 Abs. 2 SVG. In solchen Fällen kommt die Qualifikation als einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG in Betracht; eine Bestrafung nach Art. 90 Abs. 2 SVG ist nicht begründet.
“Strafbarkeit Nach Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Die Vorinstanz bestätigte die Einschätzung der Staatsanwaltschaft, wonach der Beschuldigte mit seinem Fahrverhalten eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln begangen habe (act. E.1 E. 4.3 ff.). Da dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden kann, ein derart knappes Ein- biegemanöver durchgeführt zu haben, dass der Lenker des Sattelschleppers hatte abbremsen müssen, kann dem Beschuldigten nicht vorgeworfen werden, durch sein Manöver eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen zu haben. Damit mangelt es an der objektiven Voraussetzung zur Erfüllung des Tatbestandes der groben Verkehrsregelverletzung. Dem Be- schuldigten kann einzig eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG angelastet werden. Dafür ist er zu bestrafen (Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. Art. 27 Abs.”
“1 LCR doit, partant, être confirmée, comme l’appelant l’a finalement admis, par l’intermédiaire de son mandataire, devant la Cour pénale. 6. a) Reste à déterminer si les pertes de maîtrise successives du véhicule par l’appelant doivent effectivement être qualifiées de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), ce que l’appelant conteste. b) Selon l'article 90 al. 2 LCR, celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Selon la jurisprudence (notamment arrêt du TF du 20.10.2023 [6B_734/2023] cons. 4.1.1), pour déterminer si une violation d'une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l'article 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D'un point de vue objectif, la violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR suppose que l'auteur ait mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue. Il y a mise en danger abstraite accrue lorsqu'une ou des personnes indéterminées auraient pu se trouver potentiellement exposées à un danger pour leur intégrité physique. Lorsque l'on peut objectivement exclure des circonstances la présence de tout tiers, y compris, le cas échéant, du passager du conducteur en infraction, l'imminence du danger peut être niée (arrêt du TF du 09.12.2016 [6B_23/2016] cons. 3.2). Le critère essentiel pour admettre l’existence d’une mise en danger abstraite accrue est la proximité de la réalisation. La simple possibilité qu’un danger se réalise ne tombe sous le coup de l’article 90 al. 2 LCR que si, en raison de circonstances particulières lors de l’événement (densité du trafic, conditions de visibilité), la survenance d’un danger concret ou même d’une blessure est très probable (ATF 143 IV 508 cons.”
Es ist zulässig, in der Anklage sowohl vorsätzliches Handeln als auch grobe Fahrlässigkeit hinsichtlich einer groben Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG vorzubringen; die konkrete rechtliche Qualifikation (Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit) wird im Sachentscheid durch das Gericht geklärt. Das Strafverfahren erlaubt zudem, alternative oder subsidiäre Schlussfolgerungen in der Anklage zu ziehen.
“Wie erwähnt reicht nach der Rechtsprechung die Schilderung des objektiven Tatgeschehens für eine Anklage wegen vorsätzlicher Tatbegehung grundsätzlich aus, wenn sich daraus die Umstände ergeben, aus denen auf einen vorhandenen Vorsatz geschlossen werden kann. Andererseits ergibt sich die für die Annahme von Fahrlässigkeit erforderliche Pflichtverletzung, auch wenn wie vorliegend in der Anklage nicht explizit erwähnt, aus der im Strassenverkehr allgemein geltenden Pflicht zur Aufmerksamkeit und der als bekannt vorausgesetzten Kenntnis der Verkehrsregeln (vgl. oben E. 3.3) und ist damit dem zur Anklage erhobenen Vorwurf einer groben Verkehrsregelverletzung inhärent. Folglich wird dem Beschwerdeführer Vorsatz und Grobfahrlässigkeit vorgeworfen (vgl. auch Urteil 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 2.4). Im Übrigen ist das Anklageprinzip nicht Selbstzweck. Aus der vorliegenden Anklageschrift geht genügend klar hervor, welcher reale Lebenssachverhalt zur Anklage erhoben und welches Verhalten dem Beschwerdeführer konkret vorgeworfen wird. Damit einhergehend werden die äusseren Umstände, anhand derer auf den subjektiven Tatbestand geschlossen werden kann, genügend beschrieben. Angesichts des Charakters des Straftatbestandes von Art. 90 Abs. 2 SVG ist es Aufgabe des Gerichts, diese Würdigung im Rahmen der Fällung des Sachentscheides - und dabei namentlich anhand der Parteivorbringen - vorzunehmen und musste der Beschwerdeführer damit rechnen, der fahrlässigen groben Verkehrsregelverletzung schuldig gesprochen zu werden (vgl. wiederum Urteil 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 und dort E. 1.6.4). Der Beschwerdeführer zeigt denn auch nicht ansatzweise auf, inwiefern ihm eine wirksame Verteidigung verunmöglicht gewesen wäre (Art. 42 Abs. 2 BGG). Dies ist auch nicht ersichtlich.”
“Contrairement à ce que semble penser le recourant, de manière générale l'art. 325 al. 2 CPP permet au ministère public de prendre des conclusions alternatives ou subsidiaires. Dans le cas d'espèce, il n'était d'ailleurs pas nécessaire de prendre de telles conclusions, puisqu'il aurait suffi pour le recourant d'inclure, lors de la rédaction de l'ordonnance pénale qui allait tenir lieu d'acte d'accusation, les éléments relatifs à l'infraction litigieuse (art. 90 al. 2 LCR) et de mentionner qu'il considérait que cette infraction était absorbée par les lésions corporelles par négligence. Quoi qu'il en soit, les conditions de l'art. 333 al. 2 CPP ne sont pas réunies. Il ne s'agit pas d'une situation où, durant les débats, il serait apparu que l'intimé aurait commis d'autres infractions (cf. ATF 148 IV 124 consid. 2.6.2; 147 IV 167 consid. 1.5.1). De toute manière, en pareil cas, le tribunal peut autoriser le ministère public à compléter l'accusation, sans que cela confère à ce dernier un droit d'exiger un tel complément. Le grief du recourant est rejeté dans la mesure de sa recevabilité.”
Konkrete Gefährdungsfolgen können die Qualifikation als grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG begründen. Dazu zählen nach Rechtsprechung auch unmittelbare, wenn auch leichte Verletzungen oder Berührungen anderer Verkehrsteilnehmer sowie Sachbeschädigungen infolge herumfliegender oder geworfener Teile, sofern dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer geschaffen oder in Kauf genommen wurde.
“Durch herumfliegende Teile wurden zwei weitere, stehende Fahrzeuge leicht beschädigt. B. Am 25. September 2020 erliess die Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell I.Rh. einen Strafbefehl gegen A.________ wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG sowie einfacher Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG. Sie bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 180.--, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, einer (Übertretungs-) Busse von Fr. 400.-- sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 1'500.--. Dagegen erhob A.________ Einsprache. Die Staatsanwaltschaft Appenzell I.Rh. hielt am Strafbefehl vom 25. September 2020 fest und überwies diesen als Anklageschrift an das Bezirksgericht Appenzell I.Rh.. C. Das Bezirksgericht Appenzell I.Rh. sprach A.________ mit Urteil vom 19. Oktober 2021 vom Vorwurf der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG frei. Es verurteilte ihn wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG und bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 180.-- unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Gegen dieses Urteil erhob A.________ Berufung. D. Mit Urteil vom 14. November 2022 stellte das Kantonsgericht des Kantons Appenzell I.Rh. die Rechtskraft des Freispruchs fest und wies die Berufung ab. Es sprach A.________ der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 180.-- unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. E. A.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, er sei vom Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung freizusprechen. Er sei wegen einfacher Verkehrsregelverletzung durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs schuldig zu sprechen sowie mit einer Busse von Fr. 250.-- zu bestrafen.”
“Das Touchieren eines auch langsam fahrenden Autos mit einem Velolenker hätte schnell zu einem ungünstigen Unfallverlauf und nicht mehr leichten Verletzungen führen können. Immerhin hat die Velofahrerin B._____ tatsächlich einen leichten Kratzer und ein Hämatom am Knöchel erlitten. Der Zeuge I._____ hat denn auch geschildert, er sei ziemlich erschrocken und froh gewesen, dass die Frau nicht umgefallen sei. Mit anderen Worten hat der Beschuldigte die Velofahrerin konkret gefährdet, ja gar leicht verletzt, wobei der Eintritt einer (erheblicheren) Verletzung nahe lag. Zudem handelt es sich bei den Vorsichtsregeln beim Überholen um wichtige Verkehrsregeln. Der Beschuldigte hat diese in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit dadurch ernstlich gefährdet. Weiter ist davon auszugehen, dass ihm der geringe Abstand bewusst war und er das Überholmanöver trotzdem durchgeführt hat im Wissen darum, dass es sehr knapp ist. Er hat demnach eine ernstliche Gefähr- dung der Velofahrerin in Kauf genommen und damit den qualifizierten Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG sowie Art. 10 Abs. 1 VRV erfüllt. - 28 -”
“La Cour tient ainsi pour établi que le prévenu a circulé à une distance inadéquate du véhicule le précédant, en lui faisant des appels de phares manifestement pour le contraindre à sa rabattre sur la voie de circulation de droite et qu'une fois cela fait, au moment de le dépasser, il s'est maintenu à sa hauteur et a sciemment lancé un objet indéterminé qui a percuté la portière avant gauche de la voiture du plaignant, l'endommageant de la sorte. Ainsi, en circulant à 100 km/h à moins d'une dizaine de mètres du véhicule le précédant, distance insuffisante, et en jetant un objet indéterminé sur un véhicule en mouvement, étant précisé que ledit objet a nécessairement fini sa course sur la chaussée, alors que la circulation était, aux dire des parties, dense, l'appelant a créé un sérieux danger pour la sécurité d'autrui, de l'intimé en particulier, ce qu'il ne pouvait ignorer et a accepté. Sous l'angle des règles de la circulation routière, il s'est ainsi rendu coupable d'infraction à l'art. 90 al. 2 LCR, en relation avec les art. 26 al. 1, 34 al. 4 LCR et 60 al. 6 OCR. Il s'est également rendu coupable de dommages à la propriété au sens de l'art. 144 al. 1 CP, tant il apparaît évident que c'est le comportement de l'appelant qui est à l'origine des dégâts constatés sur le véhicule de l'intimé, la prise en charge par son assurance du coût des réparations ayant justifié les démarches entreprises immédiatement après les faits par ce dernier, comme déjà indiqué. Au vu de la facture de garagiste produite, l'application de l'art. 172ter CP n'entre pas en considération, dès lors que le coût des réparations s'est élevé à EUR 613.20. Contrairement à ce que soutient l'appelant, les données caviardées sur ledit document n'empêchent nullement de relier les réparations aux faits de la cause. En effet, seuls l'adresse, le numéro de téléphone portable et l'adresse de messagerie électronique de l'intimé ont été masqués, manifestement dans le souci que certaines de ses données personnelles ne soient pas portées à la connaissance de l'appelant.”
Fehlende Angaben des Beschuldigten (z. B. Erinnerungslücken, Schweigen) können es erlauben, aus nachgewiesenen äusseren Umständen auf seine innere Einstellung (Vorsatz/Eventualvorsatz oder zumindest grobe Fahrlässigkeit) zu schliessen. Das Schweigen des Halters oder Fahrers kann dabei als Indiz gewertet werden, soweit die vorliegenden Beweismittel vernünftigerweise Erklärungen verlangen und der Betroffene keine plausible Erklärung vorlegt. Diese Erwägungen gelten bei der subsumierenden Beurteilung nach Art. 90 Abs. 2 SVG.
“Zweck dieser Rechtsprechung ist, der Beweisproblematik zu begegnen, die sich beim Nachweis von inneren Tatsachen ergibt, wenn der Täter selber darüber keinen Aufschluss gibt (Niggli/Maeder in: Niggli/Wiprächtiger, Basler Kommentar Strafrecht, 4. Auflage, Basel 2019 [nachfolgend: BSK StGB-Bearbeiter], N. 59 f. zu Art. 12). Der Beschuldigte gab vorliegend an, sich nicht an die Situation erinnern zu können. Er gab somit keinen Aufschluss über seine innere Einstellung im Zeitpunkt des Überholmanövers, weshalb es zulässig ist, anhand von nachgewiesenen, äusseren Begebenheiten auf die inneren Tatsachen zu schliessen. Mangels Aussagen des Beschuldigten zum Tatgeschehen läuft im Übrigen auch die Argumentation der Verteidigung ins Leere, wonach die Generalstaatsanwaltschaft in keiner Weise auf die Aussagen des Beschuldigten eingegangen sei. Der Beschuldigte hat somit eventualvorsätzlich gehandelt. Er hat die ernsthafte Gefährdung der Fahrradfahrerin E.________ erkannt, in Kauf genommen und damit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG rücksichtslos gehandelt. Der subjektive Tatbestand ist erfüllt. Somit erübrigen sich weitere Ausführungen zur Frage, ob der Strafbefehl vom 17. Juli 2019 eine allfällig grobfahrlässige Handlung genügend umschrieben hat und ob gemäss dem Antrag der Generalstaatsanwaltschaft eine Ergänzung der Anklageschrift nach Art. 333 StPO angezeigt gewesen wäre.”
“Selon la jurisprudence, la qualité de détenteur crée un indice de culpabilité suffisant appelant des explications de la part de celui-ci, la jurisprudence de la CEDH admettant que l'on puisse tirer des conclusions en défaveur de l'accusé à raison de son silence, parce qu'il existe des éléments de preuve tels qu'ils appellent raisonnablement des explications de sa part. Un simple silence peut ainsi suffire à amener le juge à considérer que le détenteur était le conducteur, sauf si ce dernier fournit un minimum d'explications plausibles, comme la preuve de sa présence à un autre endroit au moment des faits ou la démonstration que le véhicule est à disposition d'un nombre indéterminé de personnes (Jeanneret, op. cit., p. 15, Définitions n. 41 ; CAPE 24 juin 2020/255 ; CAPE 15 janvier 2014/7 ; CAPE 20 juin 2011/64). 3.2.3 Conformément à l'art. 90 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par ladite loi ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende (al. 1) ; celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire (al. 2). Pour déterminer si une violation d’une règle de la circulation doit être qualifiée de grave au sens de l’art. 90 al. 2 LCR, il faut procéder à une appréciation aussi bien objective que subjective. D’un point de vue objectif, la violation grave d’une règle de la circulation au sens de l’art. 90 al. 2 LCR suppose que l’auteur ait mis sérieusement en danger la sécurité du trafic. Il y a création d’un danger sérieux pour la sécurité d’autrui non seulement en cas de mise en danger concrète, mais déjà en cas de mise en danger abstraite accrue (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; ATF 142 IV 93 consid. 3.1 ; ATF 131 IV 133 consid. 3.2). Subjectivement, l'état de fait de l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, c'est-à-dire une faute grave et, en cas d'acte commis par négligence, à tout le moins une négligence grossière. Celle-ci doit être admise lorsque le conducteur est conscient du caractère généralement dangereux de son comportement contraire aux règles de la circulation. Mais une négligence grossière peut également exister lorsque, contrairement à ses devoirs, l'auteur ne prend absolument pas en compte le fait qu'il met en danger les autres usagers, en d'autres termes s'il se rend coupable d'une négligence inconsciente.”
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dient Art. 90 Abs. 1 SVG in erster Linie dem Schutz des öffentlichen Interesses an einem reibungslosen Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen. Individualinteressen wie Leib, Leben oder Vermögen werden dabei nach dieser Sichtweise nur mittelbar geschützt; Art. 90 Abs. 1 SVG ist demnach als abstraktes Gefährdungsdelikt zu verstehen, bei dem allein deshalb in der Regel keine unmittelbaren Geschädigten vorhanden sind.
“Im Zusammenhang mit Strafnormen, die nicht primär Individualrechtsgüter schützen, gelten nur diejenigen Personen als Geschädigte, die durch die darin umschriebenen Tatbestände in ihren Rechten beeinträchtigt werden, sofern diese Beeinträchtigung unmittelbare Folge der tat- bestandsmässigen Handlung ist (BGE 129 IV 95 E. 3.1). Werden durch Delikte, die (nur) öffentliche Interessen verletzen, private Interessen auch, aber bloss mit- telbar beeinträchtigt, so ist der Betroffene nicht Geschädigter im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO (Urteil des Bundesgerichts 6S.679/1996 vom 14. Januar 1997 E. 1a). 3. Der Beschwerdeführer liess zur Legitimation ausführen, er habe sich vor der Staatsanwaltschaft als Zivil- und Strafkläger konstituiert, weshalb er zur Anfech- tung der Einstellungsverfügung legitimiert sei (Urk. 2 Rz. 3). 3.1. Der Beschwerdegegnerin wurde einerseits eine fahrlässige Körperverletzung zum Nachteil des Beschwerdeführers und andererseits eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i. V. m. Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 17 Abs. 1 VRV vorgeworfen, wobei sich die Verfahrenseinstellung auf beide Delikte bezog (vgl. Urk. 3/1). 3.2. Während in Bezug auf das Körperverletzungsdelikt die Geschädigtenstellung des Beschwerdeführers ohne Weiteres zu bejahen ist, ist in der Lehre umstritten, - 5 - ob Art. 90 Abs. 1 SVG, neben dem allgemeinen Interesse an einem reibungslos ablaufenden, sicheren Strassenverkehr, auch Leib und Leben anderer Verkehrs- teilnehmenden unmittelbar schützt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der reibungslose Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen, das heisst ausschliesslich ein öffentliches Interesse, von Art. 90 Abs. 1 SVG unmittel- bar geschützt. Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt. Dies wird damit begründet, dass es sich bei Art. 90 Abs. 1 SVG um ein abstraktes Gefährdungsdelikt handelt, bei wel- chem es keine Geschädigten gibt, es sei denn, jemand werde als Folge der Bege- hung eines solchen Deliktes doch konkret gefährdet.”
Die in der Quelle dargestellte Praxis zeigt, dass eine strafrechtliche Verfolgung nach Art. 90 Abs. 2 SVG auch dann eingeleitet werden kann, wenn das Fahrzeug auf einen ausländischen Halter eingetragen ist, insbesondere wenn der Halter den Verstoss durch eine unterschriebene Anerkennung einräumt.
“Le recourant, qui agit en personne, déclare former "appel" contre la décision querellée. B. Les faits pertinents suivants ressortent du dossier : a. Selon le rapport de renseignements du 5 septembre 2022, le 16 avril 2022, à 2h20, un excès de vitesse de 41 km/h (marge de sécurité réduite), commis par un véhicule immatriculé en France, a été constaté au moyen d'un radar fixe, sur la route de Meyrin, en direction du carrefour du Bouchet, où la vitesse était limitée à 60 km/h. Le détenteur de la voiture a été identifié comme étant A______, ressortissant américain domicilié en France. Le 15 juin 2022, ce dernier a rempli et signé le formulaire intitulé "Reconnaissance d'infraction – procès-verbal d'audition", aux termes duquel il a reconnu être l'auteur de l'excès de vitesse en cause. Une procédure pénale a été ouverte à son encontre, référencée sous le numéro P/20415/2022. b. Par ordonnance pénale du 15 novembre 2022, le Ministère public l'a déclaré coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) et condamné à une peine pécuniaire de 90 jours-amende à CHF 30.- le jour, avec sursis pendant 3 ans, à une amende de CHF 540.-, ainsi qu'aux frais de la procédure, en CHF 260.-. c. Par lettre reçue par le Ministère public le 6 février 2023, rédigée en anglais et traduite en français, A______ y a formé opposition, expliquant ne pas avoir été en mesure de réceptionner l'ordonnance pénale avant la fin de l'année 2022, dès lors qu'il était en déplacement. Par ailleurs, ce n'était qu'après qu'une connaissance lui eut traduit le contenu de cette décision qu'il en avait compris la teneur et la gravité de ses actes. À cet égard, il ignorait que les règles en matière de circulation routière étaient aussi sévères en Suisse. Depuis les faits, il avait modifié ses habitudes de conduite et respectait les règles en vigueur. d. Par ordonnance sur opposition tardive du 13 février 2023, le Ministère public a conclu à l'irrecevabilité de l'opposition pour cause de tardiveté et a transmis la procédure au Tribunal de police afin qu'il statue sur la validité de l'ordonnance pénale et de l'opposition.”
Bei Überschreitung signalisierter Höchstgeschwindigkeit erfolgt die Abgrenzung zwischen einfacher und grober Verkehrsregelverletzung in der Praxis regelmässig schematisch anhand festgelegter Schwellenwerte (differenziert nach Strassenkategorie); es gibt feste Praxisgrenzen und Schwellen, ab denen regelmässig Art. 90 Abs. 2 (bzw. Abs. 3/4) bejaht wird.
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglenker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Verkehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG bestraft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 1), "groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 2) und "qualifiziert groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 3 i.V.m. Abs. 4). Die Abgrenzung zwischen einfachen und groben Verkehrsregelverletzungen erfolgt bei Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Rechtsprechung regelmässig schematisch anhand festgelegter Grenzwerte. Abs. 4 von Art. 90 SVG legt fest, ab welchen Grenzwerten von einem sogenannten "Raserdelikt" auszugehen ist. Es besteht die (widerlegbare) gesetzliche Vermutung, dass derjenige vorsätzlich handelt, der eine Geschwindigkeitsüberschreitung nach Art. 90 Abs. 4 SVG begeht (vgl. BGE 142 IV 137 E.11.1 f .; 143 IV 508 E. 1).”
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglenker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Verkehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG bestraft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 1), "groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 2) und "qualifiziert groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 3 i.V.m. Abs. 4). Die Abgrenzung zwischen einfachen und groben Verkehrsregelverletzungen erfolgt bei Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Rechtsprechung regelmässig schematisch anhand festgelegter Grenzwerte. Abs. 4 von Art. 90 SVG legt fest, ab welchen Grenzwerten von einem sogenannten "Raserdelikt" auszugehen ist. Es besteht die (widerlegbare) gesetzliche Vermutung, dass derjenige vorsätzlich handelt, der eine Geschwindigkeitsüberschreitung nach Art. 90 Abs. 4 SVG begeht (vgl. BGE 142 IV 137 E.11.1 f .; 143 IV 508 E. 1).”
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglenker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Verkehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG bestraft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 1), "groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 2) und "qualifiziert groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 3 i.V.m. Abs. 4). Die Abgrenzung zwischen einfachen und groben Verkehrsregelverletzungen erfolgt bei Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Rechtsprechung regelmässig schematisch anhand festgelegter Grenzwerte. Abs. 4 von Art. 90 SVG legt fest, ab welchen Grenzwerten von einem sogenannten "Raserdelikt" auszugehen ist. Es besteht die (widerlegbare) gesetzliche Vermutung, dass derjenige vorsätzlich handelt, der eine Geschwindigkeitsüberschreitung nach Art. 90 Abs. 4 SVG begeht (vgl. BGE 142 IV 137 E.11.1 f .; 143 IV 508 E. 1).”
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglenker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Verkehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG bestraft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 1), "groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 2) und "qualifiziert groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 3 i.V.m. Abs. 4). Die Abgrenzung zwischen einfachen und groben Verkehrsregelverletzungen erfolgt bei Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Rechtsprechung regelmässig schematisch anhand festgelegter Grenzwerte. Abs. 4 von Art. 90 SVG legt fest, ab welchen Grenzwerten von einem sogenannten "Raserdelikt" auszugehen ist. Es besteht die (widerlegbare) gesetzliche Vermutung, dass derjenige vorsätzlich handelt, der eine Geschwindigkeitsüberschreitung nach Art. 90 Abs. 4 SVG begeht (vgl. BGE 142 IV 137 E.11.1 f .; 143 IV 508 E. 1).”
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglenker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Verkehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG bestraft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 1), "groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 2) und "qualifiziert groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 3 i.V.m. Abs. 4). Die Abgrenzung zwischen einfachen und groben Verkehrsregelverletzungen erfolgt bei Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Rechtsprechung regelmässig schematisch anhand festgelegter Grenzwerte. Abs. 4 von Art. 90 SVG legt fest, ab welchen Grenzwerten von einem sogenannten "Raserdelikt" auszugehen ist. Es besteht die (widerlegbare) gesetzliche Vermutung, dass derjenige vorsätzlich handelt, der eine Geschwindigkeitsüberschreitung nach Art. 90 Abs. 4 SVG begeht (vgl. BGE 142 IV 137 E.11.1 f .; 143 IV 508 E. 1).”
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Wei- sungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglen- ker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Be- sonderheiten von Fahrzeug und Ladung sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Ver- kehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG be- straft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" Verkehrsregelver- letzungen (Abs. 1) und "groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 2). Gegenstand der vorliegenden Berufung bildet die Frage, ob sich der Beschuldigte der einfa- chen Verletzung der Verkehrsregeln nach Abs. 1 oder der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Abs. 2 von Art. 90 SVG schuldig gemacht hat.”
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Wei- sungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglen- ker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Be- sonderheiten von Fahrzeug und Ladung sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Ver- kehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG be- straft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" Verkehrsregelver- letzungen (Abs. 1) und "groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 2). Gegenstand der vorliegenden Berufung bildet die Frage, ob sich der Beschuldigte der einfa- chen Verletzung der Verkehrsregeln nach Abs. 1 oder der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Abs. 2 von Art. 90 SVG schuldig gemacht hat.”
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Wei- sungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglen- ker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Be- sonderheiten von Fahrzeug und Ladung sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Ver- kehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG be- straft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" Verkehrsregelver- letzungen (Abs. 1) und "groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 2). Gegenstand der vorliegenden Berufung bildet die Frage, ob sich der Beschuldigte der einfa- chen Verletzung der Verkehrsregeln nach Abs. 1 oder der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Abs. 2 von Art. 90 SVG schuldig gemacht hat.”
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Wei- sungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglen- ker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Be- sonderheiten von Fahrzeug und Ladung sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Ver- kehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG be- straft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" Verkehrsregelver- letzungen (Abs. 1) und "groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 2). Gegenstand der vorliegenden Berufung bildet die Frage, ob sich der Beschuldigte der einfa- chen Verletzung der Verkehrsregeln nach Abs. 1 oder der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Abs. 2 von Art. 90 SVG schuldig gemacht hat.”
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Wei- sungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglen- ker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Be- sonderheiten von Fahrzeug und Ladung sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Ver- kehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG be- straft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" Verkehrsregelver- letzungen (Abs. 1) und "groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 2). Gegenstand der vorliegenden Berufung bildet die Frage, ob sich der Beschuldigte der einfa- chen Verletzung der Verkehrsregeln nach Abs. 1 oder der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Abs. 2 von Art. 90 SVG schuldig gemacht hat.”
“Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten ist, wiegt auch subjektiv schwer (BGE 142 IV 93 E. 3.1 mit Hinweisen). Ist nur eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, gelangt nicht Art. 90 Abs. 2 SVG, sondern Art. 90 Abs. 1 SVG (einfache Verkehrsregelverletzung) zur Anwendung. Das Bundesgericht knüpft die Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG bei Geschwindigkeitsüberschreitungen an bestimmte Schwellenwerte. Werden diese überschritten, wird in der Regel ungeachtet der konkreten Umstände des Falles eine grobe Verkehrsregelverletzung angenommen. Differenziert wird lediglich nach der Art der Strasse, auf der die Geschwindigkeitsüberschreitung geschieht. Demnach begeht eine grobe Verkehrsregelverletzung, wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einer richtungsgetrennten Autobahn um 35 km/h oder mehr, auf einer nicht richtungsgetrennten Strasse ausserorts um 30 km/h oder mehr oder innerorts um mehr als 25 km/h überschreitet (vgl. Fiolka, Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 67 f. zu Art. 90 SVG mit weiteren Hinweisen sowie BGE 118 IV 188; 122 IV 173; 124 II 259; 128 II 131; 123 II 37; 132 II 234). Gemäss Bundesgericht ist nicht ausgeschlossen, dass Art. 90 Abs. 3 SVG auch eigenständig zur Anwendung gelangen kann, wenn eine besonders krasse Geschwindigkeitsübertretung vorliegt, ohne dass die Kennwerte von Art. 90 Abs. 4 SVG erreicht werden. In diesem Sinne gebe es keinen Grund dafür, den Lenker, der aufgrund einer besonders krassen Geschwindigkeitsüberschreitung aufgrund von Abs. 4 erfasst werde, unter dem Gesichtspunkt des Vorsatzes anders zu behandeln als denjenigen, der eine unter Berücksichtigung der Umstände besonders gefährliche Geschwindigkeitsüberschreitung oder ein waghalsiges Überholen im Sinne von Abs. 3 begehe (BGE 142 IV 137 E. 8.1, in Praxis 106/2017 Nr. 42). Eine «besonders» krasse Verkehrsregelverletzung ist nicht anzunehmen, wenn die gefahrene Geschwindigkeit unterhalb der Schwellenwerte von Art. 90 Abs. 4 SVG liegt und im betreffenden Strassenabschnitt nicht gänzlich beispiellos erscheint.”
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Wei- sungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglen- ker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Be- sonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Ver- kehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG be- straft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" Verkehrsregelver- letzungen (Abs. 1), "groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 2) und "qualifiziert groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 3 i.V.m. Abs. 4). Die Abgrenzung zwi- schen einfachen und groben Verkehrsregelverletzungen erfolgt bei Geschwindig- keitsüberschreitungen in der Rechtsprechung regelmässig schematisch anhand festgelegter Grenzwerte. Abs. 4 von Art. 90 SVG legt fest, ab welchen Grenzwer- ten von einem sogenannten "Raserdelikt" auszugehen ist. Gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG wird mit Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren bestraft, wer durch vor- sätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, namentlich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überho- len oder Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen. Sub- jektiv erfordert Art. 90 Abs. 3 SVG eine (eventual-)vorsätzliche Verkehrsregelver- letzung.”
“Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Wei- sungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglen- ker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Be- sonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG festgeschriebenen Ver- kehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt auf Art. 90 SVG be- straft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" Verkehrsregelver- letzungen (Abs. 1), "groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 2) und "qualifiziert groben" Verkehrsregelverletzungen (Abs. 3 i.V.m. Abs. 4). Die Abgrenzung zwi- schen einfachen und groben Verkehrsregelverletzungen erfolgt bei Geschwindig- keitsüberschreitungen in der Rechtsprechung regelmässig schematisch anhand festgelegter Grenzwerte. Abs. 4 von Art. 90 SVG legt fest, ab welchen Grenzwer- ten von einem sogenannten "Raserdelikt" auszugehen ist. Gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG wird mit Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren bestraft, wer durch vor- sätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, namentlich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überho- len oder Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen. Sub- jektiv erfordert Art. 90 Abs. 3 SVG eine (eventual-)vorsätzliche Verkehrsregelver- letzung.”
In den angeführten Entscheiden wird Art. 90 Abs. 2 SVG wiederholt mit Geldstrafen (Tagessätzen) verbunden; der Vollzug wird dabei in mehreren Fällen bedingt auferlegt (Sursis). Das konkrete Strafmass und die Dauer der Probezeit variieren je nach Einzelfall.
“L'appelant supportera dès lors 90% des frais de la procédure d'appel, en CHF 1'066.50, y compris un émolument de jugement de CHF 1'000.- (art. 428 al. 1 CPP). 4.3. Il ne se justifie pas de modifier la répartition des frais de la procédure préliminaire et de première instance telle que fixée par le premier juge. Ils seront ainsi laissés entièrement à la charge de l'appelant à hauteur de CHF 1'400.-, y compris l'émolument de jugement complémentaire de CHF 600.- (art. 426 al. 1 CPP). 5. Les conclusions en indemnisation de l'appelant seront entièrement rejetées compte tenu de l'issue de son appel (art. 429 al. 1 let. a CPP). * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit les appels formés par A______ et le Ministère public contre le jugement JTDP/1302/2023 rendu le 11 octobre 2023 par le Tribunal de police dans la procédure P/1237/2021. Rejette l'appel de A______. Admet partiellement l'appel du Ministère public. Annule ce jugement. Et statuant à nouveau : Déclare A______ coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR). Condamne A______ à une peine pécuniaire de 50 jours-amende (art. 34 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 150.-. Met A______ au bénéfice du sursis et fixe la durée du délai d'épreuve à deux ans (art. 42 et 44 CP). Avertit A______ que s'il devait commettre de nouvelles infractions durant le délai d'épreuve, le sursis pourrait être révoqué et la peine suspendue exécutée, cela sans préjudice d'une nouvelle peine (art. 44 al. 3 CP). Condamne A______ aux frais de la procédure préliminaire et de première instance, qui s'élèvent, après réduction, à CHF 1'400.-, y compris un émolument de jugement complémentaire de CHF 600.- (art. 426 al. 1 CPP). Arrête les frais de la procédure d'appel à CHF 1'185.-. Met 90% de ces frais, soit CHF 1'066.50, à la charge de A______ et laisse le solde à la charge de l'État. Rejette les conclusions en indemnisation de A______ (art. 429 al. 1 let. a CPP). Notifie le présent arrêt aux parties. Le communique, pour information, au Tribunal de police.”
“Ainsi, l'indemnité accordée à l'intimée pour ses frais de défense encourus lors de la procédure préliminaire et de première instance sera réduite de 10% et arrêtée à CHF 10'177.65, TVA comprise. * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTDP/1451/2023 rendu le 13 novembre 2023 par le Tribunal de police dans la procédure P/20430/2019. L'admet partiellement. Annule ce jugement. Et statuant à nouveau : Classe la procédure du chef d'abus de confiance portant sur un élément patrimonial de peu d'importance (art. 138 ch. 1 CP cum art. 172ter CP et art. 329 al. 5 CPP), ainsi que s'agissant des faits [de] "U______" (art. 329 al. 5 CPP). Acquitte A______ d'infraction à l'art. 23 cum art. 3 al. 1 let. b et 4 let. a LCD. Déclare A______ coupable de violations du secret de fabrication ou du secret commercial (art. 162 CP), d'infractions à l'art. 23 al. 1 cum art. 3 al. 1 let. a LCD et de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR). Condamne A______ à une peine pécuniaire de 150 jours-amende (art. 34 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 30.-. Renonce à révoquer le sursis octroyé le 21 mars 2019 par le Ministère public du canton de Fribourg, mais adresse un avertissement à A______ et prolonge le délai d'épreuve d'un an (art. 46 al. 2 CP). * * * Prend acte de ce que le Tribunal de police a arrêté les frais de première instance à CHF 5'073.-, lesquels comprennent un émolument de jugement complémentaire en CHF 1'800.-, et condamne A______ aux 90% de ces frais, soit CHF 4'565.70, et laisse le solde à charge de l'État. Arrête les frais de la procédure d'appel à CHF 2'855.-, y compris un émolument d'arrêt de CHF 2'500.-. Met deux-tiers de ces frais, soit CHF 1'903.35 à la charge de A______ et laisse le solde à celle de l'État. Condamne A______ à verser à B______ SÀRL CHF 10'177.65, à titre de juste indemnité pour les dépenses obligatoires occasionnées par la procédure préliminaire et de première instance, et CHF 1'765.”
“), Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiber i.V. Fabian Leimgruber Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle, Rheinstrasse 12, Postfach, 4410 Liestal, Anklagebehörde gegen A. , vertreten durch Advokat Peter Nedwed, Steinenvorstadt 73, Postfach, 4002 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Grobe Verletzung der Verkehrsregeln (Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 11. August 2022) A. Mit Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 11. August 2022 wurde A. in teilweiser Bestätigung des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 7. April 2020 der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 100.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 800.-- (bzw. im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von acht Tagen) verurteilt; dies in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art. 33 SVG und Art. 6 Abs. 1 VRV), Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 StGB, Art. 44 StGB sowie Art. 106 StGB. Sodann wurde der Beschuldigte dazu verpflichtet, in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 2'554.--, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 1'554.-- und der Gerichtsgebühr von CHF 1'000.--, zu tragen. Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums vom 11. August 2022 meldete der Beschuldigte, vertreten durch Advokat Peter Nedwed, mit Schreiben vom 12. August 2022 die Berufung an und brachte sodann in der Berufungserklärung vom 16. Dezember 2022 folgende Rechtsbegehren vor: Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und es sei der Berufungskläger vollumfänglich freizusprechen (Ziff. 1); dies unter o/e-Kostenfolge für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren zu Lasten des Staates (Ziff.”
“– festzusetzen. 2.4.Die Entschädigungsfrage folgt den gleichen Regeln wie der Kostenent- scheid. Es gilt der Grundsatz, dass bei Auferlegung der Kosten keine Entschädi- gung oder Genugtuung auszurichten ist (BGE 147 IV 47 E. 4.1; 145 IV 268 E. 1.2; 144 IV 207 E. 1.8.2; 137 IV 352 E. 2.4.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1290/2021 vom 31. März 2022 E. 5.1). Ausgangsgemäss verbleibt kein Raum für die bean- tragte Zusprechung einer Entschädigung (Urk. 45 Rz. 77) an den Beschuldigten. Es wird beschlossen: 1.Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil, Einzelgericht in Zivil- und Strafsachen, vom 7. Februar 2024 bezüglich der Dispositivzif- fern 2 (Freisprüche), 6 (Entscheid betreffend Zivilbegehren der Privatkläge- rin) und 7 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 2.Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. - 37 - Es wird erkannt: 1.Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, Art. 35 Abs. 3 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV. 2.Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 100.– und einer Busse von Fr. 2'000.–. 3.Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. 4.Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen. 5.Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 8) wird bestätigt. 6.Dem erbetenen Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird für die Un- tersuchung und das vorinstanzliche Verfahren eine reduzierte Prozessent- schädigung von Fr. 3'000.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichts- kasse zugesprochen. 7.Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–. 8.Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 9.Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten die Staatsanwaltschaft See/Oberland sowie in vollständiger Ausfertigung an die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten die Staatsanwaltschaft See/Oberland - 38 - und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw.”
Die Verwaltungsbehörde ist in der rechtlichen Würdigung von Sachverhalt und Schuld (Verschulden, Gefährdung) grundsätzlich nicht an die Rechtsqualifikation des Strafrichters gebunden und kann bei gleicher Tatsachengrundlage zu einer strengeren Qualifikation oder zu einer härteren administrativen Massnahme gelangen. Gleichwohl soll sie widersprüchliche Entscheide, soweit möglich, vermeiden und sich bei übereinstimmender, tragfähiger Beweislage der vertretbaren Ermessensausübung des Strafrichters anschliessen. Dies gilt für die Anwendung von Art. 90 Abs. 1 SVG.
“), en particulier pour obtenir l'audition du juge pénal afin qu'il motive son jugement, alors qu'il est réputé y avoir renoncé. Pour le reste, s'agissant des questions de droit, le juge administratif n'est en principe pas lié par le jugement pénal (cf. arrêts 1C_512/2017 du 28 février 2018 consid. 3.4; 1C_146/2015 du 7 septembre 2015 consid. 2.2; 1C_181/2014 du 8 octobre 2014 consid. 2.2). Cette indépendance se manifeste d'autant plus lorsque, comme en l'espèce, on ignore les motifs ayant conduit à la décision pénale, respectivement si l'appréciation de la culpabilité effectuée par le juge pénal était objectivement soutenable (cf. arrêts 1C_26/2018 du 15 janvier 2018 consid. 2.4; 1C_746/2013 du 12 décembre 2013 consid. 3.4; 1C_424/2012 du 15 janvier 2013 consid. 4.4), faute pour le recourant d'en avoir requis la motivation. On ne peut, dans ces conditions, mécaniquement exclure le prononcé d'une mesure administrative pour infraction grave selon l'art. 16c al. 1 let. a LCR du seul fait de l'existence d'une condamnation pénale pour infraction simple selon l'art. 90 al. 1 LCR (cf. arrêts 1C_252/2016 du 15 novembre 2016 consid. 4.4; 1C_72/2016 du 11 mai 2016 consid. 2.1). Dans ces circonstances, et au regard de la gravité des faits pour lesquels le recourant a été dénoncé (cf. infra consid. 4.2), faits sur lesquels - on l'a vu - le Tribunal cantonal pouvait se fonder sans arbitraire, on ne saurait lui reprocher d'avoir procédé à sa propre appréciation de la situation, en particulier s'agissant de la qualification de la faute et de la mise en danger. Pour ces motifs également, l'autorité précédente pouvait considérer de manière pleinement soutenable qu'il n'était pas nécessaire de procéder à l'audition du juge pénal. Le grief du recourant est dès lors infondé et doit être rejeté.”
“L'autorité administrative n'est par contre pas liée par la qualification juridique donnée par le juge pénal si ce dernier s'est uniquement basé sur le dossier. Elle peut dans cette hypothèse apprécier plus sévèrement les fautes commises (cf. ATF 120 Ib 312 consid. 4b; 119 Ib 158 consid. 3c; arrêt TC FR 603 2019 70 du 19 août 2019 consid. 2.1). 2.2. Dans le cas particulier, la décision attaquée a été prononcée avant que l'ordonnance pénale n'ait été rendue. Cela étant et dès lors que le Tribunal cantonal dispose du même pouvoir d'examen en fait et en droit que la CMA (art. 77 CPJA), il est habilité à se fonder sur les constatations de fait du jugement pénal entré en force entre temps (cf. arrêt TF 1C_611/2018 du 18 avril 2019 consid. 2.3). Or, en l'espèce, par ordonnance pénale du 3 décembre 2021, la recourante a été condamnée pour avoir circulé à une vitesse inadaptée sur une chaussée mouillée et avoir perdu la maîtrise de son véhicule. Cela étant, alors que le juge pénal a reconnu la recourante coupable de violation simple des règles de la circulation routière, au sens de l’art. 90 al. 1 LCR, la CMA a qualifié l'infraction commise de grave. Il convient d'examiner si, en retenant pour les mêmes faits une qualification juridique plus sévère que celle donnée par le juge pénal, la CMA a violé le droit, ou commis un excès ou un abus de son vaste pouvoir d'appréciation. 3. 3.1. Selon l’art. 31 al. 1 LCR, le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule, de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence. En outre, selon l’art. 32 LCR, la vitesse doit toujours être adaptée aux circonstances, notamment aux particularités du véhicule et du chargement, ainsi qu’aux conditions de la route, de la circulation et de la visibilité. Le conducteur doit ainsi porter à la route et au trafic toute l’attention possible, le degré de cette attention devant être apprécié au regard de toutes les circonstances, telles que la densité du trafic, la configuration des lieux, l’heure, la visibilité et les sources de danger prévisibles. L’attention requise du conducteur implique que celui-ci soit en mesure de parer rapidement aux dangers qui menacent la vie, l’intégrité corporelle ou les biens matériels d’autrui (cf.”
“En l’espèce, par ordonnance pénale du 4 février 2021, le recourant a été reconnu coupable de circulation à une vitesse inadaptée sur une chaussée mouillée et de perte de maîtrise de son véhicule. Non contestée, cette ordonnance est entrée en force. Pour sa part, la CMA a attendu l'issue de la procédure pénale avant de rendre sa décision du 18 février 2021 et elle s'est fondée sur le même état de fait que celui retenu par l'autorité pénale. Partant, le recourant ne peut plus contester dans le cadre de la procédure administrative les faits établis au terme de la procédure pénale. Du reste, dans le cadre de son recours, il n'a fait valoir aucun élément nouveau qu'il n'eût pu invoquer devant le juge pénal. Il faut dès lors tenir pour établi qu'il a circulé sur une autoroute détrempée à une vitesse inadaptée et qu'il a perdu la maîtrise de son véhicule. Cela étant, alors que le juge pénal a reconnu le recourant coupable de violation simple des règles de la circulation routière, au sens de l’art. 90 al. 1 LCR, la CMA a qualifié de grave l'infraction commise. Il convient d'examiner si, en retenant pour les mêmes faits une qualification juridique plus sévère que celle donnée par le juge pénal, la CMA n'a pas violé le droit, ni commis un excès ou un abus de son vaste pouvoir d'appréciation. 3. 3.1. Selon l’art. 31 al. 1 LCR, le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule, de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence. En outre, selon l’art. 32 LCR, la vitesse doit toujours être adaptée aux circonstances, notamment aux particularités du véhicule et du chargement, ainsi qu’aux conditions de la route, de la circulation et de la visibilité. Le conducteur doit ainsi porter à la route et au trafic toute l’attention possible, le degré de cette attention devant être apprécié au regard de toutes les circonstances, telles que la densité du trafic, la configuration des lieux, l’heure, la visibilité et les sources de danger prévisibles. L’attention requise du conducteur implique que celui-ci soit en mesure de parer rapidement aux dangers qui menacent la vie, l’intégrité corporelle ou les biens matériels d’autrui (cf.”
“Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass die Verwaltungsbehörde grundsätzlich an die tatsächlichen Feststellungen im Strafverfahren gebunden sei, während in rechtlicher Hinsicht ein Strafurteil die Verwaltungsbehörde grundsätzlich nicht zu binden vermöge. Allerdings gebiete der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung in jedem Fall, widersprüchliche Entscheide im Rahmen des Möglichen zu vermeiden, weshalb sich die Verwaltungsbehörde einer vertretbaren Ermessensausübung des Strafrichters grundsätzlich anzuschliessen habe, auch wenn sie selber das Verschulden anders beurteile. Mit Strafbefehl vom 29. Juni 2023 sei der Beschwerdeführer der einfachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen worden. Administrativrechtlich entspreche dies einer leichten oder mittelschweren Widerhandlung gemäss Art. 16a resp. Art. 16b SVG. Dabei habe sich die Staatsanwaltschaft auf dieselben Akten gestützt, wie sie auch der Vorinstanz vorgelegen hätten. Es seien somit weder zusätzliche, im Strafverfahren nicht vorhandene Beweismittel noch neue ersichtlich, welche ein Abweichen von den Feststellungen im Strafverfahren rechtfertigen würden. Weiter sei die Staatsanwaltschaft in ihrem Strafbefehl der Praxis des Bundesgerichts gefolgt, weshalb sich vorliegend die Verwaltungsbehörde der vertretbaren Ermessensausübung der Strafbehörde anzuschliessen habe. Bei dieser Ausgangslage könne administrativrechtlich höchstens von einem mittelschweren Verschulden gesprochen werden. Dies ergebe sich auch aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer als Berufschauffeur täglich im Strassenverkehr unterwegs sei und dadurch über eine sichere und verantwortungsbewusste Fahrweise inklusive gute Kenntnisse der Ladungssicherheit verfüge.”
“Strafrechtlich wurde der Rekurrent wegen einfacher Verletzung von Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Abs. 1 SVG verurteilt. Die einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG umfasst administrativrechtlich die leichte und die mittelschwere Widerhandlung gemäss Art. 16a und 16b SVG. Das straf- und das administrativrechtliche Sanktionssystem sind insoweit nicht deckungsgleich. Von der strafrechtlichen Sanktion kann deshalb nicht immer und ohne Weiteres auf die anzuordnende Verwaltungsmassnahme geschlossen werden (vgl. Entscheid der VRK IV-2013/48 vom 29. August 2013 E. 2c, im Internet abrufbar unter: www.sg.ch/recht/gerichte und dort unter Rechtsprechung; BGer 1C_259/2011 vom 27. September 2011 E. 3.4 und 1C_282/2011 vom 27. September 2011 E. 2.4). Vom Strafurteil geht hinsichtlich der Rechtsanwendung keine Bindungswirkung aus, auch wenn die Behörden vom gleichen Sachverhalt ausgehen. Insbesondere sind die Würdigung des Verschuldens und der Gefährdung für die verwaltungsrechtliche Beurteilung des Falls nicht verbindlich. In der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts ist die Verwaltungsbehörde somit frei, ausser die rechtliche Qualifikation hängt stark von der Würdigung von Tatsachen ab, die der Strafrichter besser kennt, etwa, weil er den Beschuldigten persönlich einvernommen hat (Ph.”
“Au demeurant, dans le cas d'espèce, les fautes commises le 17 avril 2024 ont été à l'origine d'une mise en danger concrète de la circulation; le recourant ayant perdu la maîtrise de son véhicule avant de heurter la glissière de sécurité et de s'immobiliser sur une voie de circulation de l'autoroute. De plus, la perte de maîtrise d'un véhicule sur une autoroute détrempée crée toujours un danger sérieux, en particulier pour les véhicules qui suivent, dont le danger de collision est susceptible d'avoir de graves conséquences pour les occupants. En l'espèce, le seul fait qu'il n'y ait pas eu de blessés ou d'autres véhicules impliqués relève du pur cas fortuit, qui ne saurait profiter à l'intéressé. Dès lors que tant la faute que la mise en danger qui a résulté des évènements du 17 avril 2024 peuvent être qualifiées de graves, force est de constater que l'autorité intimée n'a pas commis d'excès ou d'abus de son pouvoir d'appréciation en retenant que le recourant avait commis une infraction grave aux règles de la circulation routière. Elle était légitimée, dans ces conditions, à se distancer de l'appréciation de l'autorité pénale, qui a reconnu le recourant coupable de violation simple des règles de la circulation routière, au sens de l'art. 90 al. 1 LCR. En effet, l'appréciation pénale s'appuie uniquement sur le rapport de police du 21 avril 2024, le Préfet n'ayant ni entendu le recourant ni procédé à de plus amples mesures probatoires. Elle ne repose donc pas étroitement sur des faits que le Préfet connaissait de manière plus approfondie que l'autorité administrative. L'autorité intimée, qui disposait du même dossier, était dès lors libre de procéder à sa propre appréciation juridique des faits pertinents. Enfin, eu égard à l'évènement du 15 avril 2024, la Cour relève que, contrairement à ce qu'allègue implicitement le recourant, on ne saurait admettre une faute particulièrement légère au motif que ce dernier étant principalement astigmate, son cerveau corrigerait les défauts de sa vision et sa conduite sans lunettes n'aurait donc créé aucun danger. Il n'y a en effet pas lieu de faire des distinctions, du point de vue du degré de la faute, en fonction de l'importance du trouble visuel du conducteur. Ainsi, dès lors que le recourant ne portait pas de correcteurs optiques, ses facultés visuelles ne correspondaient pas aux exigences médicales définies pour assurer la sécurité du trafic et un tel comportement entraîne une mise en danger de la sécurité des autres usagers de la route pour le moins légère, comme l'a retenu à juste titre l'autorité intimée.”
Bei konkreter Gefährdung mehrerer Personen (z. B. Unfallfolgen, Tunnel, mögliche Kettenreaktion) wirkt sich die Gefährdungslage strafschärfend aus.
“61-80 ; D. 10 et 14), il est évident que les conséquences de cet accident auraient pu être totalement dramatiques. Quant au résultat de l’infraction qualifiée aux règles de la circulation routière, on ajoutera que si le conducteur de la première voiture qui arrivait en face ou si le chauffeur du camion dépassé n’avaient pas fait preuve d’une grande réactivité (D. 8 ; D. 17), un suraccident se serait vraisemblablement produit. De même, s’agissant d’un accident survenu dans un tunnel, le risque d’incendie dans un tel cas n’est pas non plus à négliger, de même que ses conséquences. Ainsi, la mise en danger concrète a concerné – outre le chien de la prévenue, à qui l’accident a coûté la vie (D. 7 ; D. 33 l. 120-127) – à tout le moins quatre personnes, quoi qu’en dise la défense qui se méprend probablement sur la portée de la jurisprudence en matière de concours en cas d’infraction à la LCR (Philippe Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2e éd. 2014, no 46 ad art. 90 LCR). En outre, la prévenue a elle-même été blessée (D. 166 ; D. 312 l. 37-44 ; D. 558). A ce sujet, et contrairement à ce qu’a avancé la défense, ses blessures ne constituent pas un motif suffisant pour diminuer la peine, étant précisé que la prévenue - à la différence d’une de ses victimes - ne semble plus avoir de séquelles en lien avec la collision qu’elle a provoquée.”
Unaufmerksamkeit oder Fahrlässigkeit bei Park‑ oder Rangiermanövern (z. B. mit angehängter Caravane) kann als Verletzung von Art. 90 Abs. 1 SVG geahndet werden. Je nach Umständen — konkrete Gefährdung, verursachter Schaden, Vorstrafen bzw. Verhalten gegenüber der Polizei — kann die Tat als geringfügig oder als mittelschwer eingestuft werden, was sich auf die Sanktion auswirkt.
“En l'occurrence, il y a lieu de constater que le recourant a commis plusieurs infractions aux règles de la circulation routière. D'une part, il a d'abord fait preuve d'inattention et perdu la maîtrise de son véhicule, provoquant un accident et des dommages matériels à un panneau de signalisation. Ce faisant, il a pris le risque de mettre en danger la sécurité d'autrui. Il est notoire que les aires de stationnement, même de nuit sur une aire d'autoroute, sont fréquentées par un trafic piéton régulier entre les véhicules stationnés et les aires de repos. Le recourant n'a pas fait preuve de la prudence requise, particulièrement lors d'une manœuvre de stationnement avec une caravane attelée qui exige une attention accrue. Il peut ainsi s'estimer heureux de ne pas avoir blessé un autre usager de la route en raison de son manque d'attention. Cette faute, à l'origine d'une mise en danger abstraite, ne peut être qualifiée de légère. Elle doit être considérée comme moyennement grave. Cette qualification n'entre pas en contradiction avec celle retenue par le Juge pénal qui a fait application de l'art. 90 al. 1 LCR, puisque celui-ci sanctionne tant l'infraction légère que l'infraction moyennement grave (cf. arrêt TF 1C_813/2013 du 9 janvier 2014 consid. 3.4). D'autre part, en quittant les lieux de l'accident sans prévenir la police, le recourant s'est dérobé intentionnellement à un alcootest ou à un autre examen préliminaire dont il ne pouvait ignorer qu'il serait ordonné, dans la mesure où la police procède quasiment systématiquement à un alcootest après un accident, l'art. 55 LCR ne subordonnant par ailleurs pas cette mesure à la présence d'indices particuliers. Or, selon le texte de l'art. 16c al. 1 let. d LCR, il s'agit-là toujours d'une infraction grave. C'est dès lors à juste titre que l'autorité intimée ne s'est pas éloignée de cette qualification. 6. 6.1. A teneur de l'art. 16c al. 2 let. a LCR, après une infraction grave, le permis d'élève conducteur ou le permis de conduire est retiré pour trois mois au minimum. Par ailleurs, selon l'art. 16c al. 2 let. c LCR, après une infraction grave, le permis d'élève conducteur ou le permis de conduire est retiré pour douze mois au minimum si, au cours des cinq années précédentes, le permis a été retiré une fois en raison d'une infraction grave ou à deux reprises en raison d'infractions moyennement graves.”
“________ continua à réfuter nos constatations et essuya cette marque avec un mouchoir malgré le fait que nous lui avons ordonné de ne rien toucher. » 4.3.2 Les policiers ont constaté que le pare-chocs avant de la voiture de l’appelant et le pare-chocs arrière de la voiture d’A.________ se touchaient, ce que confirmait la trace de frottement d’environ 3 cm observée sur le pare-chocs arrière de la voiture d’A.________. Il n’existe aucune raison de douter des déclarations des policiers assermentés, d’autant que les photographies au dossier montrent clairement que les deux pare-chocs se touchent. Au surplus, l’appelant n'expose aucun élément qui permettrait de douter de la crédibilité des agents de police. Il n’y a donc aucune constatation arbitraire des faits par le premier juge. Il en découle que, par son comportement, l’appelant a contrevenu à son obligation de demeurer maître de son véhicule, violant de la sorte les règles de la circulation énoncées aux art. 31 al. 1 LCR et 3 al. 1 OCR, dispositions sanctionnées par l’art. 90 al. 1 LCR. 5. 5.1 L'appelant ne critique pas la quotité de l'amende infligée. Celle-ci sera néanmoins revue d'office. 5.2 Aux termes de l'art. 106 al. 3 CP (Code pénal suisse du 21 décembre 1937 ; RS 311.0), le juge fixe l'amende et la peine privative de liberté de substitution en tenant compte de la situation de l'auteur afin que la peine corresponde à la faute commise. 5.3 Le premier juge a retenu, à charge, que le prévenu n’avait fait preuve d’aucune prise de conscience, tant le jour des faits en présence de la police que par la suite dans les nombreux courriers qu’il avait fait parvenir au préfet du district d’Aigle et à son attention ; à décharge, il a retenu que le dommage causé était peu important, que l’inattention était survenue au cours d’une manœuvre de stationnement et que le prévenu n’avait pas d’antécédent en matière d’infractions à la LCR. Cette appréciation est adéquate et peut être approuvée par adoption de motifs (art. 82 al. 4 CPP). L'amende de 200 fr., convertible en 2 jours de peine privative de liberté en cas de non-paiement fautif, doit ainsi être confirmée.”
Subjektive Rücksichtslosigkeit setzt ein schweres Verschulden (grobe Fahrlässigkeit bzw. rücksichtsloses Verhalten) voraus. Sie ist gegeben, wenn der Täter sich der Gefahr seines Verhaltens bewusst ist; aus einer rein objektiv schweren Verkehrsregelverletzung darf jedoch nicht ohne Weiteres auf subjektive Rücksichtslosigkeit geschlossen werden. Bei (eventual-)Vorsatz hinsichtlich der Regelverletzung ist zudem zu prüfen, ob der Täter auch die Gefährdung Dritter in Kauf genommen hat oder hierzu nur fahrlässig handelte (sog. «doppelter Vorsatz»).
“Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_505/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 1.1.1). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen. Die Annahme von Rücksichtslosigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist jedoch restriktiv zu handhaben, weshalb nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen werden darf. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten ist, wiegt auch subjektiv schwer (BGE 142 IV 93 E. 3.1; zum Ganzen bisherigen Abschnitt Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Bei einer (eventual-)vorsätzlichen Missachtung der Verkehrsregeln stellt sich im Falle einer Anklage wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zudem die Frage des Vorsatzes in Bezug auf die Gefährdung Dritter, nämlich ob der Täter eine erhöhte abstrakte Gefahr, eine darüber hinausgehende konkrete Gefährdung oder gar eine Verletzung Dritter, das heisst eines Unfalls, in Kauf genommen hat oder ob diesbezüglich (bewusste) Fahrlässigkeit vorliegt. Der subjektive Tatbestand ist daher nicht bloss bezüglich der Verletzung der Verkehrsregeln, sondern auch hinsichtlich der damit einhergehenden Folgen bzw. der Risikoverwirklichung zu prüfen, wobei sich ein Eventualvorsatz sowohl auf die Inkaufnahme einer erhöhten abstrakten Gefahr als auch einer darüber hinausgehenden konkreten Gefahr oder gar einer Verletzung Dritter beziehen kann. Es wird in dieser Hinsicht von einem sogenannten «doppelten Vorsatz» gesprochen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.3 mit Hinweisen). Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern ein ausreichender Abstand einzuhalten, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren.”
“1 LCR, la vitesse doit toujours être adaptée aux circonstances, notamment aux particularités du véhicule et du chargement, ainsi qu'aux conditions de la route, de la circulation et de la visibilité. Aux termes de l'art. 34 al. 4 LCR, le conducteur observera une distance suffisante envers tous les usagers de la route, notamment pour croiser, dépasser et circuler de front ou lorsque des véhicules se suivent. Le conducteur qui veut modifier sa direction de marche, par exemple pour obliquer, dépasser, se mettre en ordre de présélection ou passer d’une voie à l’autre, est tenu d’avoir égard aux usagers de la route qui viennent en sens inverse ainsi qu’aux véhicules qui le suivent (art. 34 al. 3 LCR). Selon l'art. 39 al. 1 LCR, avant de changer de direction, le conducteur manifestera à temps son intention au moyen des indicateurs de direction ou en faisant de la main des signes intelligibles. Cette règle vaut notamment pour obliquer (lit. a). À teneur de l'art. 73 al. 6 let. a de l'ordonnance sur la signalisation routière (OSR), il est interdit aux véhicules de franchir les lignes de sécurité et les doubles lignes de sécurité ou d'empiéter sur elles. 2.2.3. À teneur de l'art. 90 al. 2 LCR, est considérée comme grave la violation grossière d'une règle fondamentale, qui crée un sérieux danger pour la vie d'autrui, même de manière abstraite. Sur le plan de la faute, l'infraction suppose un comportement sans scrupule ou gravement contraire aux règles de la circulation. Cette condition est toujours réalisée si l'auteur est conscient du danger que représente sa manière de conduire, mais peut aussi l'être s'il ne tient absolument pas compte du fait qu'il met autrui en danger. Dans cette dernière hypothèse, l'existence d'une négligence grossière ne doit toutefois être admise qu'avec retenue (ATF 131 IV 133 consid. 3.2). Une règle de circulation est gravement violée lorsqu'elle apparaît comme une règle fondamentale. Selon le Tribunal fédéral, il n'est pas possible d'établir abstraitement une liste de règles objectivement fondamentales ; il faut procéder à un examen de la règle violée au regard des circonstances objectives de la violation, afin de déterminer le caractère fondamental ou non de la règle considérée ; la violation doit excéder celles que l'on rencontre habituellement.”
“Für die vorsätzliche Begehung genügt, wenn der Täter die allgemeine Ge- fährlichkeit seines Verhaltens erkennt und dennoch handelt. Je schwerer die Ver- kehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen. Der Beschul- digte handelte in subjektiver Hinsicht ohne Zweifel vorsätzlich. Seine Fahrt über 100 bis 150 Meter bei diesem ungenügenden Abstand zeugt von einem rück- sichtslosen Verkehrsverhalten mit dem einzigen Motiv, (vermeintlich) schneller vo- ranzukommen und dafür zu drängeln unter krasser Inkaufnahme einer Gefähr- dung der Verkehrssicherheit. Damit ist der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG auch in subjektiver Hinsicht erfüllt.”
“Der Beschuldigte schuf für den Rollerfahrer die konkrete Gefahr eines Sturzes mit entsprechenden Verletzungsfolgen. Der objektive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung ist demnach erfüllt. Der Beschuldigte missachtete den gebotenen Abstand zum Rollerfahrer wissentlich und willentlich sowie in rücksichtsloser Weise. Er agierte ohne Not, d.h. weder verkehrs- noch fahrzeugbedingt, sondern vielmehr aus Verärgerung über ein vorangegangenes Überholmanöver des Rollerfahrers mit L-Schild. Er schloss bewusst viel zu dicht auf den vor ihm fahrenden Rollerfahrer auf, weil er jenen schikanieren und seine Macht demonstrieren wollte. Schliesslich touchierte er den Roller mutwillig. Dem Beschuldigten musste die allgemeine Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst sein, womit der Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung auch in subjektiver Hinsicht erfüllt ist. Der Beschuldigte hat sich der groben Verkehrsregelverletzung durch Nichtwahren eines ausreichenden Abstands beim Hintereinanderfahren nach Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig gemacht.”
“90 al. 2 LCR (Mizel, Les nouvelles dispositions légales sur le retrait du permis de conduire, in RDAF 2004, p. 395). Le Tribunal fédéral tient ces notions pour identiques à tous les égards (ATF 126 II 358 consid. 1b et les références citées); il estime que, pour être punissable sous l'angle de l'art. 90 al. 2 LCR, le comportement du conducteur doit être particulièrement blâmable, soit, en d'autres termes, relever d'une négligence grossière. L'auteur doit avoir violé, par son comportement ou par une simple absence passagère, un devoir de prudence élémentaire qui lui était imposé de manière évidente par les circonstances. La création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui au sens de la disposition précitée est déjà donnée en cas de mise en danger abstraite accrue. Le critère déterminant pour admettre que l'on est en présence d'un danger abstrait sérieux ou accru réside dans l'imminence du danger (ATF 122 II 228 consid. 3b / JdT 1996 I 700 et les références citées). Subjectivement, l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, découlant à tout le moins d'une négligence grossière (ATF 118 IV 84 consid. 2a). 4.2. Dans le cas d'espèce, le recourant circulait au volant d'un véhicule puissant qu'il conduisait pour la première fois, alors qu'il était en état d'ébriété et que de nombreuses personnes se trouvaient à proximité, notamment sur des skateboards. Il a alors accéléré fortement sur une distance d'environ 90 mètres, ce qui a causé la perte de maîtrise du véhicule, laquelle a eu pour conséquence un dérapage incontrôlé sur 32 mètres se terminant dans un champ adjacent. Au vu de ce qui précède, le recourant a sérieusement mis en danger la sécurité des personnes se trouvant à proximité ou en a, à tout le moins, pris le risque, l'absence de blessés ou d'autres véhicules impliqués dans l'accident relevant du cas fortuit, ce qui ne saurait lui profiter. En outre, il a agi de manière grossièrement négligente, comme l'a d'ailleurs relevé le juge pénal, en accélérant volontairement de la sorte, alors qu'il conduisait ce véhicule puissant pour la première fois, qui plus est sous l'influence de l'alcool.”
Sind Parkfelder deutlich abgegrenzt, muss innerhalb ihrer Grenzen geparkt werden. Das Übermalen, Schwärzen oder sonstige Verändern von Markierungen begründet nicht automatisch eine Entlastung des Fahrers; Aussagen der Behörden/Beweisfotos, die zeigen, dass eine markierte Stelle etwa schwarz gemacht wurde, können die Behauptung des Fahrers, auf einem anderen (z.B. blauen) Platz gestanden zu haben, widerlegen. Solche Verstösse sind nach Art. 90 Abs. 1 SVG (LCR) mit Busse zu bestrafen.
“Le libre pouvoir de cognition dont elle dispose en droit confère à l'autorité cantonale la possibilité, si cela s'avère nécessaire pour juger du bien-fondé ou non de l'application d'une disposition légale, d'apprécier des faits que le premier juge a omis d'examiner, lorsque ceux-ci se révèlent être pertinents (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1247/2013 du 13 mars 2014 consid. 1.3). 2. 2.1.1. Selon l'art. 79 al. 1bis et 1ter OSR, les cases de stationnement sont délimitées par des lignes continues. A la place des lignes continues, on peut utiliser un marquage partiel. Les marques sont bleues pour les cases situées dans la "zone bleue". Les cases de stationnement blanches ou bleues peuvent également être indiquées par un revêtement particulier qui se distingue nettement de la chaussée. Là où sont délimitées des cases de stationnement, les véhicules doivent stationner uniquement dans les limites de ces cases. Les cases de stationnement ne doivent être utilisées que par les véhicules des catégories pour lesquelles elles ont été dimensionnées. Il s'agit de violations simples des règles de la circulation routière, la sanction encourue étant dès lors l'amende (art. 90 al. 1 LCR). 2.1.2. En l'espèce, il est établi, à teneur des photographies versées à la procédure par le Service des contraventions, que le véhicule de l'appelant était stationné sur une place de parking portant le numéro 6______, dont le marquage avait préalablement été noirci. L'appelant ne saurait par conséquent être suivi lorsqu'il affirme s'être parqué sur une place bleue. Quant à la photographie produite par l'intéressé, elle ne lui est d'aucun secours, puisqu'elle n'est pas datée et qu'on ne peut y observer que la place numéro 5______. L'appelant sera par conséquent reconnu coupable d'infraction à l'art. 90 al. 1 LCR et le jugement querellé confirmé sur ce point. 2.2.1. Selon l'art. 27 al. 1 LCR, chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu'aux ordres de la police. Conformément à l'art. 48 al. 6 OSR, le signal "Parcage contre paiement" désigne les endroits où les voitures automobiles ne peuvent être garées que contre paiement d'une taxe et selon les prescriptions figurant sur les parcomètres.”
“Là où sont délimitées des cases de stationnement, les véhicules doivent stationner uniquement dans les limites de ces cases. Les cases de stationnement ne doivent être utilisées que par les véhicules des catégories pour lesquelles elles ont été dimensionnées. Il s'agit de violations simples des règles de la circulation routière, la sanction encourue étant dès lors l'amende (art. 90 al. 1 LCR). 2.1.2. En l'espèce, il est établi, à teneur des photographies versées à la procédure par le Service des contraventions, que le véhicule de l'appelant était stationné sur une place de parking portant le numéro 6______, dont le marquage avait préalablement été noirci. L'appelant ne saurait par conséquent être suivi lorsqu'il affirme s'être parqué sur une place bleue. Quant à la photographie produite par l'intéressé, elle ne lui est d'aucun secours, puisqu'elle n'est pas datée et qu'on ne peut y observer que la place numéro 5______. L'appelant sera par conséquent reconnu coupable d'infraction à l'art. 90 al. 1 LCR et le jugement querellé confirmé sur ce point. 2.2.1. Selon l'art. 27 al. 1 LCR, chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu'aux ordres de la police. Conformément à l'art. 48 al. 6 OSR, le signal "Parcage contre paiement" désigne les endroits où les voitures automobiles ne peuvent être garées que contre paiement d'une taxe et selon les prescriptions figurant sur les parcomètres. Il s'agit de violations simples des règles de la circulation routière, la sanction encourue étant dès lors l'amende (art. 90 al. 1 LCR). 2.2.2. En l'espèce, il est établi, à teneur de la procédure et, en particulier, d'une photographie produite par le Service des contraventions, qu'un panneau indiquant l'obligation de payer le parking "tous les jours de 8h à 19h" se trouvait bien dans la zone de parcage concernée, ce que l'appelant ne conteste au demeurant pas. Les arguments formulés par l'appelant, tendant à dire qu'une telle obligation de paiement n'existerait pas le dimanche ou bien encore que l'agent l'ayant amendé devait être au bénéfice d'une autorisation spéciale pour pouvoir travailler un jour férié, ne reposent sur aucun fondement et n'emportent dès lors pas conviction.”
“En l'espèce, il est établi, à teneur des photographies versées à la procédure par le Service des contraventions, que le véhicule de l'appelant était stationné sur une place de parking portant le numéro 6______, dont le marquage avait préalablement été noirci. L'appelant ne saurait par conséquent être suivi lorsqu'il affirme s'être parqué sur une place bleue. Quant à la photographie produite par l'intéressé, elle ne lui est d'aucun secours, puisqu'elle n'est pas datée et qu'on ne peut y observer que la place numéro 5______. L'appelant sera par conséquent reconnu coupable d'infraction à l'art. 90 al. 1 LCR et le jugement querellé confirmé sur ce point. 2.2.1. Selon l'art. 27 al. 1 LCR, chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu'aux ordres de la police. Conformément à l'art. 48 al. 6 OSR, le signal "Parcage contre paiement" désigne les endroits où les voitures automobiles ne peuvent être garées que contre paiement d'une taxe et selon les prescriptions figurant sur les parcomètres. Il s'agit de violations simples des règles de la circulation routière, la sanction encourue étant dès lors l'amende (art. 90 al. 1 LCR). 2.2.2. En l'espèce, il est établi, à teneur de la procédure et, en particulier, d'une photographie produite par le Service des contraventions, qu'un panneau indiquant l'obligation de payer le parking "tous les jours de 8h à 19h" se trouvait bien dans la zone de parcage concernée, ce que l'appelant ne conteste au demeurant pas. Les arguments formulés par l'appelant, tendant à dire qu'une telle obligation de paiement n'existerait pas le dimanche ou bien encore que l'agent l'ayant amendé devait être au bénéfice d'une autorisation spéciale pour pouvoir travailler un jour férié, ne reposent sur aucun fondement et n'emportent dès lors pas conviction. En effet, une telle obligation de paiement ressort très clairement du panneau précité, dont la validité ne saurait être remise en cause, ce d'autant que le régime payant dudit parking a été confirmé a posteriori par la police municipale. En outre, il est notoire que les agents de la police municipale sont autorisés à patrouiller le dimanche.”
Werden mehrere Teilakte als natürliche Handlungseinheit gewertet, können sie als einheitliche strafbare Handlung behandelt werden; es ist dann nicht zwingend, jede einzelne Teilhandlung separat als eigenständige Tat nach Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren.
“Dieses Gefühl der Aufgabe der Kontrolle war gemeinsamer Zweck der Fahrten. Der Beschuldigte wollte sich bewusst leichtsinnig einer Gefahr aussetzen und sich durch den damit verbundenen Adrenalinrausch von den komplexen und beengen- den Gefühlen befreien, die ihn zu diesem Zeitpunkt offensichtlich plagten (Tren- nung von Freundin, Ungewissheit über neuen Partner). Dies zeigt, dass die ange- klagten Fahrten alle von demselben Tatentschluss getragen waren. Die Pause zwischen der Fahrt Richtung D. sowie derjenigen Richtung C. . (und über den Kreisel) ändert nichts daran, dass die Fahrten als Teilstücke eines ein- heitlichen Ganzen erscheinen. Die von der Staatsanwaltschaft ausgeschiedenen Streckenabschnitte bzw. Fahrten sind somit als natürliche Handlungseinheit zu werten. Aus diesem Grund ist der Beschuldigte nicht der mehrfachen Verletzung von Art. 90 Abs. 3 SVG schuldig zu sprechen. Auch fällt bei Annahme einer natür- lichen Handlungseinheit in der vorliegenden Konstellation echte Konkurrenz zu Art. 90 Abs. 2 SVG ausser Betracht; dessen Unrechtsgehalt wird von Art. 90 Abs. 3 SVG miterfasst. Der Beschuldigte ist somit der einfachen qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 sowie Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 lit. b und lit. c SVG schuldig zu sprechen.”
“L’ordonnance pénale du 11 octobre 2018 fait grief au prévenu d’avoir violé de manière qualifiée (art. 90 al. 2 de la loi sur la circulation routière [LCR ; RS 741.01]) les règles de la circulation routière, notamment les obligations prévues par les art. 34 al. 3 et 35 al. 2 LCR. Notamment à raison du défaut de mention de l’art. 49 al. 1 CP, il faut retenir que les faits reprochés au prévenu constituaient du point de vue du ministère public une seule et même infraction aux règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 2 LCR. C’est manifestement également ainsi que l’a envisagé la juge de première instance qui n’a examiné cette infraction qu’en lien avec la question du respect ou non de la signalisation lumineuse. Au surplus, cette question n’a pas été abordée par les parties en procédure d’appel. Dans ces conditions, la prévention d’infraction qualifiée aux règles de la circulation routière au sens de l’art. 90 al. 2 LCR ne sera examinée qu’en lien avec le non-respect de la signalisation lumineuse (ch. 14 ci-dessous) sans qu’une libération ne soit nécessaire par rapport aux questions du dépassement et de l’éventuelle gêne occasionnée aux véhicules venant en sens inverse.”
Art. 90 Abs. 1 SVG schützt unmittelbar überwiegend öffentliche Verkehrsinteressen (insbesondere den reibungslosen Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen). Individualinteressen wie Leib und Leben oder Eigentum/Vermögen werden durch Art. 90 Abs. 1 SVG regelmässig nur mittelbar geschützt. Bei bloss abstrakten Gefährdungsdelikten nach Art. 90 Abs. 1 SVG besteht deshalb im Regelfall keine unmittelbare Geschädigtenstellung (z. B. bei reinem Sachschaden). Ergibt sich hingegen eine konkrete Körperverletzung, so begründet die betroffene Person die Geschädigtenstellung nicht aus dem SVG, sondern gestützt auf Art. 125 StGB.
“Werden durch Delikte, die (nur) öffentliche Interessen verletzen, private Interessen auch, aber bloss mit- telbar beeinträchtigt, so ist der Betroffene nicht Geschädigter im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO (Urteil des Bundesgerichts 6S.679/1996 vom 14. Januar 1997 E. 1a). 3. Der Beschwerdeführer liess zur Legitimation ausführen, er habe sich vor der Staatsanwaltschaft als Zivil- und Strafkläger konstituiert, weshalb er zur Anfech- tung der Einstellungsverfügung legitimiert sei (Urk. 2 Rz. 3). 3.1. Der Beschwerdegegnerin wurde einerseits eine fahrlässige Körperverletzung zum Nachteil des Beschwerdeführers und andererseits eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i. V. m. Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 17 Abs. 1 VRV vorgeworfen, wobei sich die Verfahrenseinstellung auf beide Delikte bezog (vgl. Urk. 3/1). 3.2. Während in Bezug auf das Körperverletzungsdelikt die Geschädigtenstellung des Beschwerdeführers ohne Weiteres zu bejahen ist, ist in der Lehre umstritten, - 5 - ob Art. 90 Abs. 1 SVG, neben dem allgemeinen Interesse an einem reibungslos ablaufenden, sicheren Strassenverkehr, auch Leib und Leben anderer Verkehrs- teilnehmenden unmittelbar schützt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der reibungslose Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen, das heisst ausschliesslich ein öffentliches Interesse, von Art. 90 Abs. 1 SVG unmittel- bar geschützt. Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt. Dies wird damit begründet, dass es sich bei Art. 90 Abs. 1 SVG um ein abstraktes Gefährdungsdelikt handelt, bei wel- chem es keine Geschädigten gibt, es sei denn, jemand werde als Folge der Bege- hung eines solchen Deliktes doch konkret gefährdet. Deshalb ist dem Kollisions- beteiligten, der lediglich einen Sachschaden erlitten hat und sofern das Verhalten des Beschuldigten nicht nach Art. 144 StGB strafbar ist, die Geschädigtenstellung und damit auch die Beschwerdelegitimation abzusprechen (BGE 138 IV 358 E.”
“Der Beschwerdegegnerin wurde einerseits eine fahrlässige Körperverletzung zum Nachteil des Beschwerdeführers und andererseits eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i. V. m. Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 17 Abs. 1 VRV vorgeworfen, wobei sich die Verfahrenseinstellung auf beide Delikte bezog (vgl. Urk. 3/1). 3.2. Während in Bezug auf das Körperverletzungsdelikt die Geschädigtenstellung des Beschwerdeführers ohne Weiteres zu bejahen ist, ist in der Lehre umstritten, - 5 - ob Art. 90 Abs. 1 SVG, neben dem allgemeinen Interesse an einem reibungslos ablaufenden, sicheren Strassenverkehr, auch Leib und Leben anderer Verkehrs- teilnehmenden unmittelbar schützt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der reibungslose Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen, das heisst ausschliesslich ein öffentliches Interesse, von Art. 90 Abs. 1 SVG unmittel- bar geschützt. Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt. Dies wird damit begründet, dass es sich bei Art. 90 Abs. 1 SVG um ein abstraktes Gefährdungsdelikt handelt, bei wel- chem es keine Geschädigten gibt, es sei denn, jemand werde als Folge der Bege- hung eines solchen Deliktes doch konkret gefährdet. Deshalb ist dem Kollisions- beteiligten, der lediglich einen Sachschaden erlitten hat und sofern das Verhalten des Beschuldigten nicht nach Art. 144 StGB strafbar ist, die Geschädigtenstellung und damit auch die Beschwerdelegitimation abzusprechen (BGE 138 IV 358 E. 3.1 ff., insb. E. 4.1). Hat die betroffene Person eine Körperverletzung erlitten, ergibt sich die Geschädigtenstellung (lediglich) aus Art. 125 StGB (MAZZUCCHELLI/ POSTIZZI, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 88 zu Art. 115 StPO). 3.3. Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführer als Geschädigter des behaup- teten Körperverletzungsdelikts, jedoch nicht der behaupteten Verkehrsregelverlet- zung zu sehen, weshalb seine Konstituierung als Privatklägerschaft und damit auch die Beschwerdelegitimation gegen die Einstellungsverfügung sich nur auf die fahrlässige einfache Körperverletzung beziehen kann.”
“Soweit er die Aufhebung der Einstellung des Strafverfahrens wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung verlangt, ist er als geschädigte Person und konstituierter Straf- und Zivilkläger von der Einstellung unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert. Insoweit ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten. Von Art. 90 Abs. 1 SVG ist der reibungslose Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen, d. h. ausschliesslich ein öffentliches Interesse unmittelbar geschützt. Individualinteressen wie Leib und Leben oder das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt. Bei bloss abstrakten Gefährdungsdelikten – wie Art. 90 Abs. 1 SVG – gibt es keine Geschädigten im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO. Hat ein Kollisionsbeteiligter eine Körperverletzung erlitten, so ergibt sich die Geschädigtenstellung nicht aus den strafrechtlichen Bestimmungen des SVG, sondern aus Art. 125 StGB (vgl. BGE 141 IV 454 E. 2.3.2, 138 IV 258 E. 3.1.2; Mazzucchelli/Postizzi, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 88 zu Art. 115 StPO; Lieber, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 3b zu Art. 115 StPO; Riklin, in: Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 3 zu Art. 115 StPO; Boll, in: Handkommentar Strassenverkehrsrecht, 2022, N. 2131 zu Art. 90 SVG). Soweit der Beschwerdeführer auch die Aufhebung der Einstellung des Strafverfahrens wegen Widerhandlung gegen Art. 90 Abs. 1 SVG verlangt, ist hierauf mangels unmittelbarer Geschädigtenstellung des Beschwerdeführers und damit mangels Beschwerdelegitimation nicht einzutreten.”
Art. 90 Abs. 1 SVG stellt eine Übertretung dar, die mit einer Busse geahndet wird. Der Bussenrahmen reicht bis CHF 10'000 (vgl. Art. 106 Abs. 1 StGB). Bei Rechtsmitteln ist das Verbot der Verschlechterung (reformatio in peius) zu beachten.
“Für die einfache Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz ist eine Busse bis CHF 10'000.00 vorgesehen (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). Die Vorinstanz orientierte sich für die Höhe der von ihr ausgesprochenen Übertretungsbusse von CHF”
“Strafrahmen und Strafart Für die einfache Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz ist eine Busse bis CHF 10'000.00 vorgesehen (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). Aufgrund des geltenden Verschlechterungsverbots ist es der Kammer nicht erlaubt, die Strafe zu Ungunsten des Beschuldigten abzuändern. Die Vorinstanz hat diesen zu einer Übertretungsbusse von CHF”
“En vertu de l’art. 90 al. 1 LCR, seule une amende peut être prononcée contre le prévenu, dont le cadre légal de va jusqu’à CHF 10'000.00 (art. 106 al. 1 CP). Il doit toutefois être rappelé que la Cour est liée dans ce contexte par le principe de l’interdiction de la reformatio in peius.”
“Einfache Verkehrsregelverletzungen nach Art. 90 Abs. 1 SVG sind Übertretungen, die mit Busse bestraft werden. Die Busse ist nach Art. 106 StGB in Verbindung mit Art. 102 Abs. 1 SVG zu bemessen. Der Bussenrahmen für eine Übertretung nach Art. 90 Abs. 1 SVG reicht bis zu CHF 10'000. (Art. 106 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG). Da die Bestimmungen des Ersten Teils des Strafgesetzbuches grundsätzlich auch für Übertretungen gelten (Art. 104 StGB), ist der Deliktsmehrheit in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB strafschärfend Rechnung zu tragen. Hierfür ist in einem ersten Schritt die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb des Strafrahmes festzusetzen, welche in einem zweiten Schritt unter Einbezug der anderen Straftat in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen ist (vgl. Ackermann, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 4. Auflage 2019, Art. 49 N 113 ff.). Bei der Bemessung der einzelnen Bussen kann auf die Bussenliste gemäss der Ordnungsbussenverordnung (OBV, SR 314.11) und auf die Strafmassrichtlinien der Staatsanwaltschaft als Richtschnur abgestellt werden.”
Bei Flucht nach einer Straftat sprechen die erheblichen Fahrzeugschäden, die Beschädigung der Leitplanke sowie die Rekonstruktion (Vierteldrehung und anschliessender Aufprall) für eine grobe und gefährliche Verlust der Fahrzeugbeherrschung; das Gericht zieht daraus zudem Rückschlüsse auf hohe Geschwindigkeit. Nach diesen Anknüpfungstatsachen hat die Verlust der Beherrschung ein ernstliches Gefährdungsrisiko für die Sicherheit Dritter geschaffen, sodass die Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 2 SVG als erfüllt angesehen wurden.
“Dans ces conditions, les éléments constitutifs des crimes de tentative de brigandage qualifié et de brigandage qualifié en tant qu’affilié à une bande au sens de l’art. 140 ch. 3 al. 2 aCP, ainsi que de vol en bande au sens de l’art. 139 ch. 3 al. 2 aCP sont réalisés. La circonstance aggravante étant donnée pour ce seul motif déjà, c’est en vain – et du reste à l’encontre des faits – que l’appelant fait plaider qu’il n’aurait pas fait preuve d’une violence physique particulière . 6. 6.1 Pour ce qui est du chef de prévention de violation grave des règles de la circulation routière (cas n° 6 de l’acte d’accusation), reconnu, l’appelant conteste avoir perdu la maitrise du véhicule « en raison d’une vitesse excessive et avoir par sa façon de conduire créé un danger sérieux pour la sécurité d’autrui » (déclaration d’appel, p. 2 in fine). 6.2 D’après l’art. 31 al. 1 LCR, le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence. Selon l’art. 90 al. 2 LCR, celui qui, par une violation grave d’une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d’autrui ou en prend le risque est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire. 6.3 A l’audience d’appel, le prévenu a fait valoir que ni sa vitesse lors des faits, ni l’origine de la perte de maîtrise n’avaient été déterminées. Ce moyen est infirmé par les faits. En effet, l’appelant fuyait alors les lieux du brigandage commis avec [...] (cas n° 5 de l’acte d’accusation) et le véhicule utilisé à cette fin a été retrouvé, fortement endommagé, alors que la glissière de sécurité sise à proximité immédiate présentait également des dégâts. La reconstitution des faits a établi que la voiture avait effectué un quart de tour sur la gauche et heurté la glissière du côté droit, avant de s’immobiliser. Les dommages à la glissière de sécurité sont consécutifs à ce choc. De par ses conséquences, un tel accident ne peut découler que d’une perte de maitrise, qui plus est grossière et dangereuse.”
“] (cas n° 5 de l’acte d’accusation) et le véhicule utilisé à cette fin a été retrouvé, fortement endommagé, alors que la glissière de sécurité sise à proximité immédiate présentait également des dégâts. La reconstitution des faits a établi que la voiture avait effectué un quart de tour sur la gauche et heurté la glissière du côté droit, avant de s’immobiliser. Les dommages à la glissière de sécurité sont consécutifs à ce choc. De par ses conséquences, un tel accident ne peut découler que d’une perte de maitrise, qui plus est grossière et dangereuse. De surcroît, l’ampleur des dommages commande de considérer la vitesse du véhicule comme élevée. En occasionnant un empiètement sur l’autre voie de circulation, cette perte de maitrise a créé un sérieux danger pour la sécurité d’autrui au sens légal indépendamment même de la vitesse du véhicule. Au vu de ces éléments d’appréciation, c’est en vain que le prévenu a fait plaider que l’origine de la perte de maîtrise n’est pas déterminée. Les éléments constitutifs de la violation grave d’une règle de la circulation selon l’art. 90 al. 2 LCR sont donc réunis. 7. 7.1 Pour le reste, l’appelant ne conteste les qualifications juridiques et la peine qu’en relation avec sa libération des faits incriminés qu’il demande en vain, comme vu ci-dessus. Cela étant, le Ministère public conteste la quotité de la peine prononcée en première instance, qui serait trop clémente au regard de l’activité criminelle « intense et frénétique » (jugement, consid. 9.2, p. 44) à laquelle le prévenu s’est livré sur une période d’à peine plus d’un mois et des autres éléments retenus à charge, ce en l’absence de toute circonstance atténuante. 7.2 7.2.1 L'art. 47 CP prévoit que le juge fixe la peine d'après la culpabilité de l'auteur. Il prend en considération les antécédents et la situation personnelle de ce dernier ainsi que l'effet de la peine sur son avenir (al. 1). La culpabilité est déterminée par la gravité de la lésion ou de la mise en danger du bien juridique concerné, par le caractère répréhensible de l'acte, par les motivations et les buts de l'auteur et par la mesure dans laquelle celui-ci aurait pu éviter la mise en danger ou la lésion, compte tenu de sa situation personnelle et des circonstances extérieures (al.”
“] (cas n° 5 de l’acte d’accusation) et le véhicule utilisé à cette fin a été retrouvé, fortement endommagé, alors que la glissière de sécurité sise à proximité immédiate présentait également des dégâts. La reconstitution des faits a établi que la voiture avait effectué un quart de tour sur la gauche et heurté la glissière du côté droit, avant de s’immobiliser. Les dommages à la glissière de sécurité sont consécutifs à ce choc. De par ses conséquences, un tel accident ne peut découler que d’une perte de maitrise, qui plus est grossière et dangereuse. De surcroît, l’ampleur des dommages commande de considérer la vitesse du véhicule comme élevée. En occasionnant un empiètement sur l’autre voie de circulation, cette perte de maitrise a créé un sérieux danger pour la sécurité d’autrui au sens légal indépendamment même de la vitesse du véhicule. Au vu de ces éléments d’appréciation, c’est en vain que le prévenu a fait plaider que l’origine de la perte de maîtrise n’est pas déterminée. Les éléments constitutifs de la violation grave d’une règle de la circulation selon l’art. 90 al. 2 LCR sont donc réunis. 7. 7.1 Pour le reste, l’appelant ne conteste les qualifications juridiques et la peine qu’en relation avec sa libération des faits incriminés qu’il demande en vain, comme vu ci-dessus. Cela étant, le Ministère public conteste la quotité de la peine prononcée en première instance, qui serait trop clémente au regard de l’activité criminelle « intense et frénétique » (jugement, consid. 9.2, p. 44) à laquelle le prévenu s’est livré sur une période d’à peine plus d’un mois et des autres éléments retenus à charge, ce en l’absence de toute circonstance atténuante. 7.2 7.2.1 L'art. 47 CP prévoit que le juge fixe la peine d'après la culpabilité de l'auteur. Il prend en considération les antécédents et la situation personnelle de ce dernier ainsi que l'effet de la peine sur son avenir (al. 1). La culpabilité est déterminée par la gravité de la lésion ou de la mise en danger du bien juridique concerné, par le caractère répréhensible de l'acte, par les motivations et les buts de l'auteur et par la mesure dans laquelle celui-ci aurait pu éviter la mise en danger ou la lésion, compte tenu de sa situation personnelle et des circonstances extérieures (al.”
Wiederholte Verurteilungen wegen Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG / einschlägige LCR-Delikte) stellen in der Rechtsprechung einen strafschärfenden Umstand dar. Solche Vorstrafen werden bei der Strafzumessung und bei Vollzugsentscheidungen (z. B. Wahl der Vollzugsform, Verlängerung von Probezeiten) berücksichtigt.
“Actuellement et depuis mars 2023, il travaille en qualité d'agent d'entretien chez R______. Il perçoit un salaire mensuel brut de CHF 4'500.- ainsi que des allocations familiales, lesquelles sont reversées à son ex-épouse. S'agissant de ses charges, il paie difficilement sa prime d'assurance-maladie fixée à CHF 240.-, il parvient à s'acquitter des pensions alimentaires dont il est débiteur et est prélevé à la source s'agissant de ses impôts dont il ignore le montant. Sans fortune, il a des dettes à hauteur de CHF 2'300.-, sous forme de poursuites. A teneur de l'extrait de son casier judiciaire suisse, en l'état au 28 mai 2024, X______ a été condamné: - le 7 juillet 2020, par le Ministère public du canton de Genève, à une peine pécuniaire de 80 jours-amende à CHF 60.-, assortie du sursis et d'un délai d'épreuve de 3 ans, ainsi qu'à des amendes de CHF 900.- et CHF 140.-, pour omission de porter les permis ou les autorisations au sens de la LCR (art. 99 al. 1 let. b LCR), violation des règles de la circulation au sens de la LCR (art. 90 al. 1 LCR), recel (art. 160 ch. 1 al. 1 CP), conduite d'un véhicule automobile sans le permis de conduire requis au sens de la LCR (art. 95 al. 1 let. a LCR) et comportement frauduleux à l'égard des autorités au sens de la LEI (art. 118 al. 1 LEI), étant précisé que le délai d'épreuve précité a été prolongé d'une année par décision du 25 juin 2022; - le 25 juin 2022, par le Ministère public du canton de Genève, à une peine pécuniaire de 60 jours-amende à CHF 50.-, pour conduite d'un véhicule automobile sans le permis de conduire requis (art. 95 al. 1 let. a LCR). En France, selon ses explications, il a fait l'objet de "petites condamnations", lorsqu'il était jeune, notamment pour détention de stupéfiants. Il n'a pas été condamné en relation avec un trafic, en 2020, portant sur 2.6 kilos de cannabis, avec un certain M______. Il se trouvait dans la même voiture que cet individu, qui avait reconnu être le détenteur des stupéfiants et avait été condamné. EN DROIT Classement 1.1.1. L'art.”
“Les experts relèvent toutefois que les résultats obtenus, soit 220 μg/l de benzoylecgonine dans le sang, ainsi que > 10'000 μg/l benzoylecgonine et 160 μg/l de THC-COOH dans l’urine, étaient des « indicateurs d’une consommation non récente de cannabis et de cocaïne, pouvant remonter à plusieurs heures, voire jours, avant l’événement ». F. Lors de son audition, intervenue le jour des faits à 17h37, A.________ a expliqué qu’il circulait « au volant du véhicule de livraison *** blanc, BE [111], sur la RC [route cantonale] tendant de X.________ à V.________ ». Il a admis avoir, à une reprise, « touché [s]on téléphone portable pour répondre à un téléphone et mettre le bluetooth ». Il indique cependant que « cela a dû prendre 2 secondes ». Le prévenu a aussi reconnu avoir « touché l’autoradio quelques fois » et, finalement, « avoir fait des écarts sur la gauche et franchi la ligne ». G. Le casier judiciaire de A.________ fait état de cinq précédentes condamnations, soit : - une condamnation du 12 février 2016 pour usage abusif de permis ou de plaques de contrôle (art. 97 al. 1 let. a LCR) ainsi que pour violation des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) ; - une condamnation du 29 août 2018 pour conduite d’un véhicule automobile en état d’ébriété avec un taux d’alcool qualifié dans le sang ou dans l’haleine (0.54 mg/l ; art. 91 al. 2 let. a LCR) ; - une condamnation du 18 mars 2019 pour dommages à la propriété (art. 144 al. 1 CP), ainsi que pour violation de domicile (art. 186 CP) ; - une condamnation du 16 mars 2020 pour conduite d’un véhicule automobile en état d’ébriété (art. 91 al. 1 let. a LCR), pour contravention à la loi sur les stupéfiants (art. 19a LStup), ainsi que pour conduite d’un véhicule automobile en étant dans l’incapacité de conduire (art. 91 al. 2 let. b LCR) ; - une condamnation du 11 juin 2021 pour inobservations des prescriptions de service par négligence au sens du Code pénal militaire (art. 72 al. 2 CPM). H. Le 30 juin 2023, le ministère public a rendu simultanément une ordonnance pénale et une décision de non-entrée en matière. Il a reconnu le prévenu coupable d’une violation grave des règles de la circulation routière (art.”
“Täterkomponenten Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse und den Werdegang des Be- schuldigten korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (act. E.1, Sachverhalt A). Daraus ergibt sich für die Strafzumessung nichts Relevantes. Die Vorstrafe des Beschuldigten ist leicht straferhöhend zu gewichten (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 17. Juni 2019 wegen fahrlässigen Verge- hens gegen das Gewässerschutzgesetz gemäss Art. 70 Abs. 1 lit. a GSchG i.V.m. Art. 70 Abs. 2 GSchG sowie Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 52 Abs. 1 VRV i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG; StA act.”
“À teneur de l'extrait du casier judiciaire suisse, A______ a été condamné à six autres reprises: - le 28 octobre 2013 pour conduite d'un véhicule malgré le refus, le retrait ou l'interdiction de l'usage du permis (art. 95 al. 1 let. b LCR); - le 16 janvier 2015 pour vol d'usage d'un véhicule automobile (art. 94 al. 1 let. a LCR), conduite d'un véhicule malgré le refus, le retrait ou l'interdiction de l'usage du permis (art. 95 al. 1 let. b LCR) et contravention à la LStup; - le 27 mars 2015 pour vol d'usage d'un véhicule automobile (art. 94 al. 1 let. a LCR) et conduite d'un véhicule malgré le refus, le retrait ou l'interdiction de l'usage du permis (art. 95 al. 1 let. b LCR); - le 14 août 2015 pour vol d'usage d'un véhicule automobile (art. 94 al. 1 let. a LCR) et conduite d'un véhicule malgré le refus, le retrait ou l'interdiction de l'usage du permis (art. 95 al. 1 let. b LCR); - le 18 novembre 2016 pour vol (art. 139 CP) et contravention à la LStup; - le 20 novembre 2020 pour violation des règles sur la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et conduite d'un véhicule malgré le refus, le retrait ou l'interdiction de l'usage du permis (art. 95 al. 1 let. b LCR), infractions commises le 3 octobre précédent; C. Dans la décision querellée, le SAPEM a autorisé l'exécution de la peine sous la forme de la semi-détention. Le casier judiciaire de A______ faisait mention de six antécédents, principalement en matière de LCR. Le risque de commission de nouvelles infractions pouvait toutefois être considéré comme contenu dans le cadre de la semi-détention. A______ était convoqué le 3 novembre 2022 à l'établissement ouvert de B______ pour y exécuter sa peine. D. a. Dans son recours, A______ expose tout d'abord avoir demandé l'exécution de sa peine sous la forme de la surveillance électronique. Rien ne justifiait dès lors que le SAPEM se prononce en faveur de la semi-détention, ce d'autant plus que ce mode d'exécution lui serait préjudiciable ainsi qu'à sa famille. En effet, il était père de cinq enfants dont trois avaient des "problèmes" de développement.”
“Aus den persönlichen Verhältnissen und dem Werdegang lassen sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten. b. Vorstrafen/Delinquenz während der Probezeit und Untersuchung Der Beschuldigte weist folgende Vorstrafen auf: - Am 24. März 2014 wurde der Beschuldigte von der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg wegen Angriffs (Art. 134 StGB) mit einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagen bei einer Probezeit von 2 Jahren und einer Busse von Fr. 700.− bestraft. - Am 27. August 2015 wurde der Beschuldigte von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt wegen Vergehens gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 WG) mit einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen bei einer Probezeit von 2 Jahren und einer Busse von Fr. 300.− bestraft. Die Probezeit wurde am 10. Februar 2017 um 1 Jahr verlängert. - Am 2. Dezember 2015 wurde der Beschuldigte von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung (Art. 125 Abs. 2 StGB), fahrlässiger einfacher Körperverletzung (Art. 125 Abs. 1 StGB) und Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG) mit einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen bei einer Probezeit von 2 Jahren und einer Busse von Fr. 300.− verurteilt. Die Probezeit wurde am 10. Februar 2017 um 1 Jahr verlängert. - Am 10. Februar 2017 wurde der Beschuldigte von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz mit einer bedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen (unter Anrechnung von einem Tag Untersuchungshaft) bei einer Probezeit von 3 Jahren und einer Busse von Fr. 250.− verurteilt. Zulasten des Beschuldigten ist zu berücksichtigen, dass er bereits vielfach (teilweise einschlägig) vorbestraft ist und dabei wiederholt eine hohe Rückfallgeschwindigkeit bei der Verübung von Straftaten gezeigt hat. Insbesondere ist hervorzuheben, dass der Beschuldigte mit der ersten hier abzuurteilenden Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz nur gerade 4 Monate nach seiner Verurteilung wegen einer gleichen Straftat begann und damit eine erstaunliche Rückfallgeschwindigkeit an den Tag legte.”
Vorstrafen wegen einfacher Verkehrsregelverletzungen nach Art. 90 Abs. 1 SVG (inkl. nicht angefochtener Ordnungsbussen, soweit diese rechtskräftig geworden sind) können bei der Strafzumessung als strafrelevante Vorbelastung berücksichtigt werden und werden in der Praxis regelmässig leicht bis allenfalls mässig straferhöhend gewichtet.
“________ a été impliqué dans un accident de la circulation à Montreux, lors d'une manoeuvre de dépassement d'une trottinette électrique. Selon le rapport de police du 11 décembre 2021, il a heurté la conductrice de la trottinette avec le rétroviseur droit de son véhicule, entraînant la chute de celle-ci, qui a été blessée au front et qui a subi des hématomes à l'oeil gauche, au côté gauche de la mâchoire ainsi qu'aux deux genoux. B. Par ordonnance pénale du 19 janvier 2022, le Préfet du district de la Riviera-Pays d'Enhaut a retenu que A.________ avait circulé au volant d'un véhicule avec inattention et avait causé un accident suite à un dépassement sans égard au véhicule dépassé, violant les art. 35 al. 3 de la loi fédérale sur la circulation routière (LCR; RS 741.01) ainsi que les art. 3 al. 1 et 10 al. 2 de l'ordonnance sur les règles de la circulation routière (ORC; RS 741.11). Il l'a condamné à une amende de 400 fr. pour violation simple des règles de la circulation routière au sens de l'art. 90 al. 1 LCR. Cette ordonnance n'a pas été contestée et est entrée en force. C. Le 19 juillet 2022, le Service des automobiles et de la navigation du canton de Vaud a informé A.________ qu'il envisageait de prononcer une mesure de retrait du permis de conduire à son encontre en raison de l'infraction commise le 16 novembre 2021, à Montreux. Invité à se déterminer, A.________ a nié avoir heurté la conductrice de la trottinette avec son rétroviseur en la dépassant, imputant la perte d'équilibre de celle-ci au revêtement de la route, qui présentait des aspérités, et au manque de concentration de l'intéressée, qui téléphonait en roulant. Il contestait également le rapport de police en tant qu'il mettait en doute la vitesse de 10 km/h qu'il avait annoncée. La présence d'une tache de sang au milieu de la voie de circulation démontrait qu'il avait laissé suffisamment de place à la conductrice de la trottinette lors de son dépassement. Les déclarations de la lésée ne le désignaient au surplus pas comme responsable de l'accident.”
“Täterkomponenten Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse und den Werdegang des Be- schuldigten korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (act. E.1, Sachverhalt A). Daraus ergibt sich für die Strafzumessung nichts Relevantes. Die Vorstrafe des Beschuldigten ist leicht straferhöhend zu gewichten (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 17. Juni 2019 wegen fahrlässigen Verge- hens gegen das Gewässerschutzgesetz gemäss Art. 70 Abs. 1 lit. a GSchG i.V.m. Art. 70 Abs. 2 GSchG sowie Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 52 Abs. 1 VRV i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG; StA act.”
“1987 sei er in die Schweiz gekommen und 1995 habe er geheiratet. 2004 sei er in der Schweiz ein- gebürgert worden. Er habe zwei Kinder, die beide arbeiten. Die Ehe sei inzwi- schen geschieden. Seit er im Gefängnis sei, habe er keinen Kontakt mehr mit sei- ner Freundin, nur noch mit der Familie. Ab 2004 habe er ein eigenes ...-geschäft gehabt, welches er wegen seines Gefängnisaufenthaltes habe auflösen müssen. Er habe kein Vermögen mehr, aber ca. Fr. 30'000.– bis Fr. 40'000.– Schulden (Prot. II, S. 8 ff.). Zu Recht erkannte die Vorinstanz, dass die persönlichen Ver- hältnisse als strafzumessungsneutral zu werten sind. Allerdings wirken sich die zwei Vorstrafen (vgl. Urk. 142) des Beschuldigten straferhöhend aus. Der Be- schuldigte wurde einerseits mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Bezirks March vom 2. Februar 2015 wegen Nichteinhaltens des Abstands und Über- schreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn der groben Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG und der einfachen Verkehrsre- gelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen. Andererseits wurde er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 20. September 2017 der mehrfachen Drohung gegen den Ehegatten während der Ehe i.S.v. - 57 - Art. 180 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 lit. a StGB, des Vergehens gegen das Waffengesetz i.S.v. Art. 33 Abs. 1 WG und der Tätlichkeiten i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen, nachdem er seiner damaligen Ehefrau mit der flachen Hand ins Ge- sicht geschlagen, diese sowie deren Freund u.a. mit dem Tod bedroht und in sei- nem Geschäftsfahrzeug ohne Berechtigung eine Schlagrute aufbewahrt hatte. Diese Vorstrafen sind sowohl in ihrer Qualität als auch in ihrer Intensität nicht mit der hier zu beurteilenden Tat vergleichbar. Es rechtfertigt sich deshalb, diese nur leicht straferhöhend zu berücksichtigen.”
Art. 90 Abs. 1 SVG kommt bei ungenügendem Abstand zur Anwendung; dies wird i.d.R. durch Art. 34 Abs. 4 SVG konkretisiert und durch Art. 12 VRV weiter ausgestaltet. Die Beurteilung, ob ein Abstand ungenügend ist, richtet sich nach den konkreten Umständen (z. B. Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse); die Rechtsprechung nennt Mindeststandards (z. B. die Zwei-Sekunden-Regel) als Orientierung. Bei Verurteilungen ist das Dispositiv so zu fassen, dass die konkret verletzte Vorschrift ersichtlich ist.
“Gemäss Art. 81 Abs. 4 lit. a StPO enthält das Dispositiv die Bezeichnung der angewendeten Gesetzesbestimmungen. Die erste Instanz sprach den Beschwerdeführer "der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG, begangen am 11. Oktober 2021) " schuldig. Welche Verkehrsregel konkret verletzt wurde, wird im Urteilsdispositiv nicht aufgeführt. Folglich genügt dieses den Anforderungen von Art. 408 in Verbindung mit Art. 81 Abs. 4 lit. a StPO nicht. Es ergibt sich jedoch aus den Erwägungen in Verbindung mit den dort aufgeführten Gesetzesbestimmungen von Art. 34 SVG und Art. 12 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11), dass der Schuldspruch wegen ungenügenden Abstands erfolgte (erstinstanzliches Urteil S. 7 Ziff. 12 und S. 8 Ziff. 13.2), so dass das Urteil diesbezüglich klar ist. Dasselbe trifft auf das vorinstanzliche Urteil zu, dessen Dispositiv-Ziffer 1 wie folgt lautet: "Die Berufung wird abgewiesen und der Entscheid des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland vom 17. November 2022 wird bestätigt." Den Erwägungen zufolge legt die Vorinstanz dem Schuldspruch die Verletzung von Art. 31 Abs. 1 SVG zugrunde und spricht damit den Beschwerdeführer wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art.”
“Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective. Lorsque l'appréciation des preuves et la constatation des faits sont critiquées en référence au principe in dubio pro reo, celui-ci n'a pas de portée plus large que l'interdiction de l'arbitraire, prohibant une appréciation reposant sur des preuves inadéquates ou sans pertinence (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.3 ; ATF 143 IV 500 consid. 1.1 ; ATF 138 V 74 consid. 7). 4. 4.1 L'art. 34 al. 4 LCR prévoit que le conducteur doit observer une distance suffisante notamment lorsque des véhicules se suivent. Cette disposition est concrétisée à l'art. 12 al. 1 de l'ordonnance sur les règles de la circulation routière (OCR ; RS 741.11), selon lequel, lorsque des véhicules se suivent, le conducteur se tiendra à une distance suffisante du véhicule qui le précède, afin de pouvoir s'arrêter à temps en cas de freinage inattendu. L'irrespect d'une distance suffisante constitue une violation simple (art. 90 al. 1 LCR), le cas échéant grave (art. 90 al. 2 LCR) des règles de la circulation. Ce qu'il faut entendre par « distance suffisante » au sens de l'art. 34 al. 4 LCR dépend des circonstances concrètes, notamment des conditions de la route, de la circulation et de la visibilité, de même que de l'état des véhicules impliqués. Le sens de cette règle de circulation est avant tout de permettre au conducteur, même en cas de freinage inopiné du véhicule qui précède, de s'arrêter derrière lui. La jurisprudence n'a développé aucun principe général en ce qui concerne la distance à partir de laquelle une violation simple des règles de la circulation, au sens de l'art. 90 al. 1 LCR, doit être retenue dans tous les cas, même en présence de conditions favorables. Elle a toutefois admis que la règle des deux secondes ou du « demi-compteur » (correspondant à un intervalle de 1,8 seconde) étaient des standards minima habituellement reconnus (ATF 131 IV 133 consid. 3.1 p. 135 ; ATF 104 IV 192 consid.”
Bei Beinahe-Kollisionen oder Manövern, die andere zu Vollbremsungen oder Ausweichen zwingen, liegt in den zitierten Entscheiden regelmässig eine erhöhte abstrakte oder konkrete Gefahr vor; dies kann die Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllen.
“Demgegenüber erweist sich die Aussage des Beschuldigten als widersprüchlich. Es bestehen keine ernst zu nehmenden Zweifel daran, dass sich der Überholvorgang so abgespielt hat, wie er von B.________ in seiner Anzeige vom 9. März 2021 geschildert und von der Vorinstanz angenommen wurde. Als Schlussfolgerung kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte ein riskantes Überholmanöver eingeleitet hat, das ihn vor der Vollendung aufgrund des entgegenkommenden Personenwagens zwang, wieder rechts einzuscheren, womit er den erforderlichen Sicherheitsabstand gegenüber dem E-Bike-Fahrer B.________ bei weitem nicht mehr einhielt und diesen einer konkreten und erheblichen Gefährdung ausgesetzt hat. Ein folgenschwerer Unfall konnte nur knapp vermieden werden. Damit hat der Berufungsführer gegen die Art. 34 Abs. 3 und 4 sowie Art. 35 Abs. 3 SVG verstossen und eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen. Er ist zurecht wegen einer groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG verurteilt worden.”
“Dabei hat er mit dem Manöver begonnen, als der Fahrer des BMWs bereits dicht hinter ihm auf der linken Spur gefahren ist. Als Folge musste der BWM bremsen, um eine Kollision mit A.________ zu verhindern. Hätte der BMW nicht mehr rechtzeitig bremsen können, wäre es zu einer Kollision gekommen. Demzufolge hat A.________ beim Wechsel des Fahrstreifens keine Rücksicht auf den BWM genommen und durch dieses Manöver den Verkehr gefährdet. Mithin hat er mit seinem Verhalten Artikel 34 Abs. 3 und Art. 44 Abs. 1 SVG sowie Art. 10 Abs. 1 VRV verletzt und somit eine Verkehrsregelverletzung begangen. Vorliegend hat eine Kollision zwischen A.________ und dem BMW einzig aus dem Grund vermieden werden können, weil der BMW nach dem Wechsel des Fahrstreifens von A.________ auf die linke Spur, gebremst hat. Da es beinahe zu einer Kollision der beiden Fahrzeuge gekommen wäre, liegt eine abstrakte Gefährdung eindeutig vor. Der Fahrstreifenwechsel von A.________ war gefährlich. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ist somit erfüllt. Zu ergänzen ist, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt, als der BMW-Fahrer im Zuge seines Überholmanövers auf die”
“Hingegen musste dem Beschuldigten, zumal als erfahrenem Fahrzeugführer, in der vorliegenden Situation bewusst sein, dass der Lenker des weissen Audi durch sein Rechtsüberholmanöver überrascht und zu Fehlreaktionen verleitet werden könnte. Dies bereits aufgrund des Rechtsüberholens durch ein zügiges Ausscheren nach rechts und Wiedereinbiegen nach links, aber auch deshalb, weil der Beschuldigte sein Fahrzeug innerhalb der eigenen Spur nach links gelenkt und damit einen Spurwechsel nach links angedeutet hatte, bevor er einen Spurwechsel nach rechts durchführte. Im Hinblick auf die Schaffung einer erhöhten abstrakten Gefahr ist dem Beschuldigten deshalb bewusst fahrlässiges Handeln vorzuwerfen. Zumal auch keine besonderen Gegenindizien ersichtlich sind, welche sein Verhalten in milderem Licht erscheinen lassen könnten, sondern nach dem Gesagten vielmehr belastende Indizien vorhanden sind, welche sein Verhalten zusätzlich als rücksichtslos erscheinen lassen, ist vorliegend von grobfahrlässigem Verhalten des Beschuldigten auszugehen, womit der Straftatbestand des Art. 90 Abs. 2 SVG auch in subjektiver Hinsicht erfüllt ist. Der Beschuldigte hat sich somit auch hinsichtlich des Vorwurfs des zweiten Rechtsüberholens der groben Verkehrsregelverletzung strafbar gemacht.”
“Zu Beginn dieser Aufnahme sei zu erkennen, dass gedrängter Verkehr herrsche. Dieser werde durch drei, auf der mittleren Spur vorausfahrende Lastwagen verursacht, welche der Beschuldigte mit seinem Personenwagen korrekterweise links überhole. Nach Überholen der Lastwagen herrsche kein dichter Verkehr mehr. Es seien nur wenige Fahrzeuge auf den Fahrbahnen zu sehen, welche ihre Fahrt fliessend fortsetzen könnten. Folglich sei von einem normalen Verkehrsaufkommen auszugehen. Nachdem der Beschuldigte die Lastwagen überholt habe, habe er beim Ende der 120-er Zone und zu Beginn der 100-er Zone von der zweiten auf die erste Überholspur gewechselt und sei dabei an zwei Fahrzeugen rechts vorbeigefahren. Die links von ihm fahrenden Fahrzeuge hätten hierbei ihre Geschwindigkeit an die örtlich zulässige Geschwindigkeit von 100 km/h angepasst, während der Beschuldigte bei gleichbleibender Geschwindigkeit rechts an diesen vorbeigefahren sei. Dadurch habe sich der Beschuldigte der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG (Strassenverkehrsgesetz, SR 741.01) strafbar gemacht.”
Das Halten oder Manipulieren eines Telefons kann — auch schon bei einmaligem Telefonieren ohne Freisprechanlage oder bei Einhandbedienung — eine Übertretung nach Art. 90 Abs. 1 SVG darstellen. Massgeblich sind dabei Dauer und die damit verbundene Erschwerung der Fahrzeugführung (z.B. Änderung der Körperhaltung oder Blickabwenden); eine einfache Unterhaltung ohne Halten des Geräts verletzt die Regelung nicht zwingend.
“Schliesslich telefonierte die Beschuldigte einmalig ohne Freisprechanlage am Steuer eines Personenwagens, was eine erhöhte Unfallgefahr infolge man- gelnder Aufmerksamkeit nach sich zog und eine Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG darstellt. Unter Ein- bezug der persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten sowie des Asperations- prinzips ist die Einsatzstrafe dafür um weitere Fr. 100.– zu erhöhen.”
“Il y a arbitraire lorsque l’autorité ne prend pas en compte, sans aucune raison sérieuse, un élément de preuve propre à modifier la décision, lorsqu’elle se trompe manifestement sur son sens et sa portée, ou encore lorsque, en se fondant sur les éléments recueillis, elle en tire des constatations insoutenables (Kistler Vianin, op. cit., n. 28 ad art. 398 CPP). 3.3 Le conducteur devra rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence (art. 31 al. 1 LCR). Selon l’art. 3 al. 1 OCR (Ordonnance fédérale sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11), le conducteur vouera son attention à la route et à la circulation. Il évitera toute occupation qui rendrait plus difficile la conduite du véhicule. Il veillera en outre à ce que son attention ne soit notamment distraite ni par un appareil reproducteur de son ni par un quelconque système d’information ou de communication. La violation simple de cette règle de circulation est punie de l’amende (art. 90 al. 1 LCR ; cf. TF 6B_965/2011 du 17 mai 2011 consid. 2.1). Le fait de tenir une conversation téléphonique en conduisant ne viole pas encore l’art. 3 al. 1 OCR puisque cela n’exige pas plus de concentration qu’une conversation avec les occupants d’un véhicule. En revanche, le fait de tenir un téléphone ou de le manipuler peut constituer une occupation rendant plus difficile la conduite du véhicule ou distrayant son chauffeur (art. 3 al. 1, 2e et 3e phrases OCR). Le conducteur doit en effet tenir le volant avec une main au moins et doit faire en sorte que l’autre, si elle n’est pas sur le volant, soit disponible à tout instant pour d’autres actions nécessaires, comme par exemple pour actionner l’avertisseur, le clignotant, le levier de vitesse ou l’essuie-glace (TF 6B_1183/2014 du 27 octobre 2015 consid. 1.3 ; ATF 120 IV 63 consid. 2d, JdT 1994 I 697). Lorsque le conducteur manipule un objet d’une main tout en actionnant le véhicule de l’autre, cette occupation rend plus difficile la conduite du véhicule si elle dure plus d’un court instant et si elle oblige le conducteur à modifier la position de son corps ou à détourner son regard du trafic (TF 6B_1183/2014 du 27 octobre 2015 consid.”
Art. 90 Abs. 1 ist eine allgemeine, abstrakte Strafnorm und die blosse Bezugnahme auf diese Bestimmung in Anklage oder Urteil ist im Regelfall nicht ausreichend. Die Anklage sowie die Urteilsgründe müssen entweder die konkret verletzten Verkehrsregeln bezeichnen oder die Tat so konkret schildern, dass daraus eindeutig hervorgeht, welche spezifische Vorschrift der Verkehrssicherung verletzt worden sein soll. Fehlt eine solche Konkretisierung, ist die Maxime der Anklage verletzt; indessen genügt die Angabe von Art. 90 Abs. 1, wenn die beschriebenen Tatsachen klar ersichtlich machen, welche konkrete Regel verletzt wurde.
“325 CPP, l'acte d'accusation désigne : (a) le lieu et la date de son établissement, (b) le ministère public qui en est l'auteur, (c) le tribunal auquel il s'adresse, (d) les noms du prévenu et de son défenseur, (e) le nom du lésé, (f) le plus brièvement possible, mais avec précision, les actes reprochés au prévenu, le lieu, la date et l’heure de leur commission ainsi que leurs conséquences et le mode de procéder de l'auteur, (g) les infractions réalisées et les dispositions légales applicables de l'avis du ministère public. En d'autres termes, l'acte d'accusation doit contenir les faits qui, de l'avis du ministère public, correspondent à tous les éléments constitutifs de l'infraction reprochée au prévenu. L'acte d'accusation définit l'objet du procès et sert également à informer le prévenu (fonction de délimitation et d'information). Des imprécisions relatives au lieu ou à la date sont sans portée, dans la mesure où le prévenu ne peut pas avoir de doute sur le comportement qui lui est reproché (ATF 147 IV 505 précité, ibid.). 3.2.2 Aux termes de l'art. 90 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende (al. 1). Celui qui, par une violation grave d’une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d’autrui ou en prend le risque est puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire (al. 2). L’art. 90 al. 1 LCR constitue une disposition de caractère général et abstrait, de sorte que la seule mention d’une violation de règles de circulation selon cette disposition, sans autre précision, est insuffisante (ATF 126 I 19 consid. 2e ; TF 6P.136/2003 du 24 novembre 2003 ; JdT 1981 III 155). L’acte d’accusation a pour fonction de présenter et de fixer l’objet du procès et de garantir les droits de la défense, de telle façon que le prévenu soit mis en état de les faire valoir concrètement ou de pouvoir se défendre efficacement. L’accusation doit ainsi désigner la personne poursuivie et les infractions qui lui sont reprochées de façon suffisamment précise pour lui permettre d’apprécier objectivement et subjectivement quels reproches lui sont faits (Moreillon/Parein-Reymond, Petit Commentaire du Code de procédure pénale, 2e éd., Bâle 2016, n. 4 ad art. 9 CPP et les réf.). Même si l’acte d’accusation ne mentionne que l’art. 90 al. 1 LCR, il n’y a pas de violation de la maxime d’accusation lorsque les faits décrits permettent de comprendre la règle de la circulation routière qui a été violée (CAPE 23 mars 2023/203 consid.”
“2 et 3; arrêt du Tribunal fédéral 6B_1047/2008 du 20 mars 2009 consid. 4.1; arrêt du Tribunal fédéral 6B_861/2009 du 18 février 2010 consid. 3.1; arrêt du Tribunal fédéral du 27 octobre 2017 6B_1015/2016 consid. 5.3). 1.1.7. L'art. 186 CP dispose que quiconque, d’une manière illicite et contre la volonté de l’ayant droit, pénètre dans une maison, dans une habitation, dans un local fermé faisant partie d’une maison, dans un espace, cour ou jardin clos et attenant à une maison, ou dans un chantier, ou y demeure au mépris de l’injonction de sortir à lui adressée par un ayant droit est, sur plainte, puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire. 1.1.8. Aux termes de l'art. 144 al. 1 CP, quiconque, sans droit, endommage, détruit ou met hors d’usage une chose appartenant à autrui ou frappée d’un droit d’usage ou d’usufruit au bénéfice d’autrui, est, sur plainte, puni d’une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d’une peine pécuniaire. 1.1.9. A teneur de l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. Cette disposition constitue la base légale pour réprimer les violations des règles de la circulation. Etant générale et abstraite, elle doit être complétée par l'indication de la ou des règles concrètes de circulation qui ont été violées (ATF 100 IV 71 consid. 1). En effet, elle n'a pas de portée propre, dès lors qu'elle se contente d'ériger en contravention toute infraction simple à cette loi. Le jugement doit donc énoncer, dans ses motifs, les règles de la circulation qui ont été violées (Y. JEANNERET, Les dispositions pénales de la Loi sur la circulation routière – LCR, Berne 2007, N 15 ad art. 90 LCR). Chacun se conformera aux signaux et aux marques ainsi qu'aux ordres de la police. Les signaux et les marques priment les règles générales; les ordres de la police ont le pas sur les règles générales, les signaux et les marques (art.”
“325 CPP, l'acte d'accusation désigne : (a) le lieu et la date de son établissement ; (b) le Ministère public qui en est l'auteur ; (c) le tribunal auquel il s'adresse ; (d) les noms du prévenu et de son défenseur ; (e) le nom du lésé ; (f) le plus brièvement possible, mais avec précision, les actes reprochés au prévenu, le lieu, la date et l'heure de leur commission ainsi que leurs conséquences et le mode de procéder de l'auteur ; (g) les infractions réalisées et les dispositions légales applicables de l'avis du Ministère public. En d'autres termes, l'acte d'accusation doit contenir les faits qui, de l'avis du Ministère public, correspondent à tous les éléments constitutifs de l'infraction reprochée au prévenu. L'acte d'accusation définit l'objet du procès et sert également à informer le prévenu (fonction de délimitation et d'information) (ATF 147 IV 505 précité, ibid., et les références citées). Des imprécisions relatives au lieu ou à la date sont sans portée, dans la mesure où le prévenu ne peut pas avoir de doute sur le comportement qui lui est reproché (ATF 147 IV 505 précité, ibid., et les références citées). Ainsi, les actes reprochés doivent être concrètement décrits afin que l'intéressé puisse se défendre (CAPE 8 février 2022/106). 3.1.2.2 Conformément à l’art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la loi ou par les dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. 3.1.3 Il est vrai que l’art. 90 al. 1 LCR constitue une disposition de caractère général et abstrait, et certes, selon la jurisprudence, la seule mention d’une violation de règles de circulation selon cette disposition, sans autre précision, est insuffisante (ATF 126 I 19 consid. 2e ; TF 6P.136/2003 du 24 novembre 2003 ; VD, JdT 1981 III 155). Toutefois, à l’instar du premier juge, il convient de nier toute violation de la maxime d’accusation en l’espèce. On rappellera que le but de celle-ci est de garantir au prévenu un acte d’accusation contenant les infractions qui lui sont imputées de façon suffisamment précise pour lui permettre d’apprécier objectivement et subjectivement ce qui lui est reproché et comment son comportement se définit pénalement, autrement dit, de lui garantir de pouvoir se défendre efficacement (Moreillon/Parein-Reymond, Petit Commentaire du Code de procédure pénale, 2e éd.”
“Il faut encore que cet acte revête une importance telle qu'il s'impose comme la cause la plus probable et la plus immédiate de l'événement considéré, reléguant à l'arrière-plan tous les autres facteurs qui ont contribué à amener celui-ci, notamment le comportement de l'auteur (ATF 143 III 242 consid. 3.7 ; 134 IV 255 consid. 4.2.3 et 4.4.2 et les références citées ; arrêts du Tribunal fédéral 6B_987/2018 du 27 décembre 2018 consid. 1.3.1 ; 6B_735/2018 du 15 novembre 2018 consid. 3.1.1). 2.2.4. Lorsque des prescriptions légales ou administratives ont été édictées dans un but de prévention des accidents, ou lorsque des règles analogues émanant d'associations spécialisées sont généralement reconnues, leur violation fait présumer la violation du devoir général de prudence (ATF 143 IV 138 consid. 2.1 ; 135 IV 56 consid. 2.1 ; 134 IV 255 consid. 4.2.3). S'agissant d'un accident de la route, il convient de se référer aux règles de la circulation routière (ATF 122 IV 133 consid. 2a). 2.3.1. Selon l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la LCR ou par des dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. Cette disposition étant abstraite et générale, elle doit être complétée par l'indication de la ou des règles concrètes de la circulation qui ont été violées (ATF 100 IV 71 consid. 1). En effet, elle n'a pas de portée propre, dès lors qu'elle se contente d'ériger en contravention toute infraction simple à cette loi. Le jugement doit donc énoncer, dans ses motifs, les règles de la circulation qui ont été violées (Y. JEANNERET, Les dispositions pénales de la loi sur la circulation routière - LCR, Berne 2007, n. 15 ad art. 90 LCR). 2.3.2. Au sens de l'art. 26 al. 1 LCR, chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. Le principe de la confiance peut en principe être invoqué par le conducteur qui, roulant sur un axe principal, entend obliquer à gauche vers un axe secondaire.”
Die Qualifikation als «grob» beruht sowohl auf objektiven als auch auf subjektiven Kriterien: objektiv auf einer schwerwiegenden Verkehrsregelverletzung, subjektiv auf rücksichtsloser oder sonst schwerwiegender verkehrswidriger Gesinnung (bei Fahrlässigkeit grobe Fahrlässigkeit). Je gravierender die objektive Überschreitung ist, desto eher wird Rücksichtslosigkeit bejaht; die Rechtsprechung nennt zudem feste Geschwindigkeitsschwellen, ab denen Art. 90 Abs. 2 SVG regelmässig erfüllt ist. Konkrete Gegenindizien können jedoch die Annahme der subjektiven oder objektiven Voraussetzungen ausschliessen.
“Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit (BGE 131 IV 133 E. 3.2; BGer 6B_520/2015 vom 24. November 2015 E. 1.3; je mit Hinweisen). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGer 6B_571/2012 vom 8. April 2013 E. 3.4; 6B_361/2011 vom 5. September 2011 E. 3.1; je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind die objektiven und grundsätzlich auch die subjektiven Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 2 SVG ungeachtet der konkreten Umstände erfüllt, wenn die Höchstgeschwindigkeit um die folgenden Werte und mehr überschritten wird: auf Autobahnen um 35 km/h, auf nicht richtungsgetrennten Autostrassen sowie Autobahnausfahrten um 30 km/h, innerorts, sofern 50 km/h oder 60 km/h signalisiert sind, um 25 km/h. Bislang hat sich das Bundesgericht noch nicht zur Frage geäussert, bei welcher Geschwindigkeitsüberschreitung Art. 90 Abs. 2 SVG ungeachtet der konkreten Umstände erfüllt ist, wenn eine Strasse ausserorts mit 80 km/h signalisiert ist (Hans Giger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 9. Auflage, Zürich 2022, N 27 zu Art. 32 SVG; BGer 6S.99/2004 vom 25. August 2004 E. 2.3 f.; BGE 123 II 106; 123 II 37).”
“2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Nach Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei zu befolgen. Gestützt auf Art. 32 Abs. 2 SVG beschränkt der Bundesrat die Geschwindigkeit der Motorfahrzeuge auf allen Strassen. In Anwendung von Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV beträgt die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge unter günstigen Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen ausserhalb von Ortschaften (ausgenommen auf Autostrassen und Autobahnen) 80 km/h. Praxisgemäss (vgl. zum Ganzen BGE 142 IV 93 E. 3) setzt in objektiver Hinsicht die Annahme einer schweren Widerhandlung bzw. einer groben Verkehrsregelverletzung voraus, dass die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet worden ist. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung des Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 131 IV 133 E. 3.2; BGer 6B_520/2015 vom 24. November 2015 E. 1.3; je mit Hinweisen). Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit (BGE 131 IV 133 E. 3.2; BGer 6B_520/2015 vom 24. November 2015 E. 1.3; je mit Hinweisen). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGer 6B_571/2012 vom 8. April 2013 E. 3.4; 6B_361/2011 vom 5. September 2011 E. 3.1; je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind die objektiven und grundsätzlich auch die subjektiven Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 2 SVG ungeachtet der konkreten Umstände erfüllt, wenn die Höchstgeschwindigkeit um die folgenden Werte und mehr überschritten wird: auf Autobahnen um 35 km/h, auf nicht richtungsgetrennten Autostrassen sowie Autobahnausfahrten um 30 km/h, innerorts, sofern 50 km/h oder 60 km/h signalisiert sind, um 25 km/h.”
“Selon une jurisprudence constante du Tribunal fédéral, tout excès de vitesse remplit les conditions objectives et subjectives de l’art. 90 al. 2 LCR, et ce nonobstant les circonstances particulières du cas, dès lors que le dépassement atteint au moins 35 km/h sur les autoroutes, 30 km/h sur routes en dehors des localités ou 25 km/h sur les routes en localités (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_772/2010 du 9 décembre 2010 consid. 2.4 ; ATF 132 II 234 consid. 3 ; ATF 128 II 131 consid. 2a). Cette dernière valeur limite est aussi valable pour les tronçons limités à 60 km/h en localités. Le schématisme de la jurisprudence ne dispense pas les autorités appliquant le droit de prendre en considération les circonstances exceptionnelles concrètes du cas d’espèce qui permettraient d’exclure l’une des conditions d’application de l’art. 90 al. 2 LCR (Philippe Weissenberger, in: Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2011, n° 53 ad art. 90 LCR ; voir aussi Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, n° 68 ad art. 90 LCR). Dans son arrêt 6B_772/2010 du 9 décembre 2010, le Tribunal fédéral a précisé que si le dépassement de vitesse n’est que légèrement inférieur aux valeurs limites pour lesquelles la jurisprudence a admis qu’une mise en danger sérieuse des autres usagers de la route est régulièrement réalisée, il convient alors d’examiner également les circonstances concrètes du cas pour décider si c’est l’art. 90 al. 1 LCR ou 90 al. 2 LCR qui est applicable.”
Fehlt beim Überholen genügend Raum zum sicheren Überholen, kann darin eine Verletzung von Art. 44 Abs. 1 SVG (in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 VRV) gesehen werden, die nach Art. 90 Abs. 1 SVG mit Busse geahndet werden kann.
“Gemäss Art. 44 Abs. 1 SVG und Art. 10 Abs. 1 VRV darf der Fahrzeug- führer seinen Fahrstreifen nur verlassen, wenn er dadurch den übrigen Verkehr nicht gefährdet, und er muss vorsichtig ausschwenken, wenn er überholen will. Überdies ist das Fahren in parallelen Kolonnen bei dichtem Verkehr gestattet, wenn die rechte Fahrbahnhälfte dafür genügend Raum bietet (Art. 8 Abs. 2 VRV). Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte das vor ihm fahrende Fahr- zeug von C._____ überholt, obwohl sich dieses bereits teilweise auf der linken Spur befunden hat bzw. dabei war, einen Spurwechsel vorzunehmen. Entspre- chend war für das hinter dem Fahrzeug von C._____ fahrende Fahrzeug des Beschuldigten nicht ausreichend Platz, um über den linken Fahrstreifen zu über- holen. Er hat damit die Verkehrsregel von Art. 44 Abs. 1 SVG und Art. 10 Abs. 1 VRV verletzt. Er ist entsprechend im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen, wonach mit Busse bestraft wird, wer Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes verletzt.”
Bei Flucht vor Polizeikontrolle kann eine schnelle, ungeordnete Fahrweise in dicht frequentierten Bereichen (etwa unmittelbar vor Eingängen zu stark besuchten Einrichtungen) unter den konkreten Umständen als grobe und besonders gefährdende Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden. Dies gilt insbesondere, wenn dadurch eine ernstliche Wahrscheinlichkeit einer Gefährdung von Fussgängern besteht.
“À cela s'ajoute qu'il circulait vite et de manière désordonnée, alors que la circulation était dense, ce qu'il a admis, et qu'il est passé, dans ces conditions, devant l'entrée de la piscine de Lancy, lieu particulièrement fréquenté à cette heure, avant de perdre la maîtrise de son véhicule, circonstances qui ne font qu'aggraver la situation. Il existait ainsi une probabilité sérieuse de causer une atteinte à la santé de piétons. En tenant un tel comportement dans l'unique but de se soustraire à un contrôle, l'appelant ne peut qu'avoir agi sans scrupules. Les barèmes du Service des contraventions cités ne lui sont d'aucun secours dès lors qu'il importe de tenir compte de toutes les circonstances du cas d'espèce, celles-ci ayant une influence considérable pour trancher du cas grave, sans préjudice de ce que ces barèmes ne s'imposent pas au juge. Partant, à l'instar du TCO, il doit être retenu que l'appelant a commis une violation grave des règles de la circulation routière, conformément à l'art. 90 al. 2 LCR. 3.2.2. Vu la législation en vigueur et le courriel de la BASPE, force est de constater que les munitions retrouvées dans le véhicule, soit les quatre cartouches de gaz pour pistolet soft air et les billes de plombs, ne constituent pas des munitions prohibées. L'appelant sera donc acquitté de violation à la LArm pour la détention de ces objets (art. 33 al. 1 let. a LArm). Chefs d'accusation 1.2., 1.5., 1.7.b. et 1.8. – faits survenus le 18 et 19 décembre 2018 4. 4.1.1. Les voies de fait, réprimées par l'art. 126 CP, se définissent comme des atteintes physiques qui excèdent ce qui est socialement toléré et qui ne causent ni lésions corporelles, ni dommage à la santé. Ont notamment été qualifiés de voies de fait : une gifle, un coup de poing ou de pied, de fortes bourrades avec les mains ou les coudes (arrêts du Tribunal fédéral 6B_693/2017 du 24 août 2017 consid. 2.1 ; 6B_1009/2014 du 2 avril 2015 consid. 4.2). 4.1.2. Selon l'art. 144 al. 1 CP, se rend coupable de dommages à la propriété celui qui aura endommagé, détruit ou mis hors d'usage une chose appartenant à autrui.”
“À cela s'ajoute qu'il circulait vite et de manière désordonnée, alors que la circulation était dense, ce qu'il a admis, et qu'il est passé, dans ces conditions, devant l'entrée de la piscine de Lancy, lieu particulièrement fréquenté à cette heure, avant de perdre la maîtrise de son véhicule, circonstances qui ne font qu'aggraver la situation. Il existait ainsi une probabilité sérieuse de causer une atteinte à la santé de piétons. En tenant un tel comportement dans l'unique but de se soustraire à un contrôle, l'appelant ne peut qu'avoir agi sans scrupules. Les barèmes du Service des contraventions cités ne lui sont d'aucun secours dès lors qu'il importe de tenir compte de toutes les circonstances du cas d'espèce, celles-ci ayant une influence considérable pour trancher du cas grave, sans préjudice de ce que ces barèmes ne s'imposent pas au juge. Partant, à l'instar du TCO, il doit être retenu que l'appelant a commis une violation grave des règles de la circulation routière, conformément à l'art. 90 al. 2 LCR. 3.2.2. Vu la législation en vigueur et le courriel de la BASPE, force est de constater que les munitions retrouvées dans le véhicule, soit les quatre cartouches de gaz pour pistolet soft air et les billes de plombs, ne constituent pas des munitions prohibées. L'appelant sera donc acquitté de violation à la LArm pour la détention de ces objets (art. 33 al. 1 let. a LArm). Chefs d'accusation 1.2., 1.5., 1.7.b. et 1.8. – faits survenus le 18 et 19 décembre 2018 4. 4.1.1. Les voies de fait, réprimées par l'art. 126 CP, se définissent comme des atteintes physiques qui excèdent ce qui est socialement toléré et qui ne causent ni lésions corporelles, ni dommage à la santé. Ont notamment été qualifiés de voies de fait : une gifle, un coup de poing ou de pied, de fortes bourrades avec les mains ou les coudes (arrêts du Tribunal fédéral 6B_693/2017 du 24 août 2017 consid. 2.1 ; 6B_1009/2014 du 2 avril 2015 consid. 4.2). 4.1.2. Selon l'art. 144 al. 1 CP, se rend coupable de dommages à la propriété celui qui aura endommagé, détruit ou mis hors d'usage une chose appartenant à autrui.”
Ist eine Lichtsignalanlage für den Fahrzeuglenker einsehbar, ist ein sofortiges Anhalten angezeigt; dies gilt auch dann, wenn dadurch ein Halten auf dem Fussgängerstreifen in Kauf genommen wird, weil dies für die Fussgängersicherheit vorzuziehen sein kann. Weiter ergibt sich, dass bei stockendem Verkehr nicht in die Kreuzung eingefahren werden darf, ohne sich vorher zu vergewissern, sie während der Grünphase durchfahren zu können. Verstoss gegen ein sichtbares Lichtsignal begründet eine Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG (vgl. angeführte Rechtsprechung).
“Der Beschwerdeführer, der die erste Induktionsschleife bei Rot überfuhr, wobei die Lichtsignalanlage für ihn einsehbar war, hätte zwingend sofort anhalten müssen, um der Gefahr einer Kollision mit allfälligen von links oder rechts kommenden Fahrzeugen auf dem Kreuzungsgebiet zu begegnen. Dabei wäre ein Anhalten auf dem Fussgängerstreifen in Kauf zu nehmen gewesen, zumal es für die Sicherheit der Fussgänger immer noch besser ist, wenn sie um ein stehendes Fahrzeug herumgehen müssen, als wenn dieses den Fussgängerstreifen befährt, während die Ampel für Fussgänger allenfalls schon Grün anzeigt. Im Übrigen hätte der Beschwerdeführer ein Anhalten auf dem Fussgängerstreifen vermeiden können; denn selbst wenn er den Haltebalken überfahren hätte, als die Ampel Grün angezeigt hat (was gemäss vorinstanzlicher Feststellung höchst unwahrscheinlich sei), hätte er bei stockendem Verkehr nicht in die Kreuzung hineinfahren dürfen, ohne sich zuvor zu vergewissern, dass er diese während der Grünphase wird durchfahren können. Entsprechend verletzt die Vorinstanz nicht Bundesrecht, wenn sie den Beschwerdeführer der einfachen Verkehrsregelverletzung, begangen durch Nichtbeachten eines Lichtsignals i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 SSV, schuldig erklärt. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Demnach erkennt das Bundesgericht:”
“Der Beschwerdeführer, der die erste Induktionsschleife bei Rot überfuhr, wobei die Lichtsignalanlage für ihn einsehbar war, hätte zwingend sofort anhalten müssen, um der Gefahr einer Kollision mit allfälligen von links oder rechts kommenden Fahrzeugen auf dem Kreuzungsgebiet zu begegnen. Dabei wäre ein Anhalten auf dem Fussgängerstreifen in Kauf zu nehmen gewesen, zumal es für die Sicherheit der Fussgänger immer noch besser ist, wenn sie um ein stehendes Fahrzeug herumgehen müssen, als wenn dieses den Fussgängerstreifen befährt, während die Ampel für Fussgänger allenfalls schon Grün anzeigt. Im Übrigen hätte der Beschwerdeführer ein Anhalten auf dem Fussgängerstreifen vermeiden können; denn selbst wenn er den Haltebalken überfahren hätte, als die Ampel Grün angezeigt hat (was gemäss vorinstanzlicher Feststellung höchst unwahrscheinlich sei), hätte er bei stockendem Verkehr nicht in die Kreuzung hineinfahren dürfen, ohne sich zuvor zu vergewissern, dass er diese während der Grünphase wird durchfahren können. Entsprechend verletzt die Vorinstanz nicht Bundesrecht, wenn sie den Beschwerdeführer der einfachen Verkehrsregelverletzung, begangen durch Nichtbeachten eines Lichtsignals i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 SSV, schuldig erklärt. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Demnach erkennt das Bundesgericht:”
Das blosse Telefonieren beim Führen eines Fahrzeugs verletzt nicht notwendigerweise Art. 90 Abs. 2 SVG. Liegt jedoch durch die Benutzung des Telefons eine tatsächliche Störung der Aufmerksamkeit vor, kann dies eine schwere Widerhandlung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG begründen.
“Lorsque le prévenu fait des déclarations contradictoires, il ne peut en outre invoquer la présomption d’innocence pour contester les conclusions défavorables que le juge a, le cas échéant, tiré de ses déclarations (arrêt du TF du 30.06.2016 [6B_914/2015] cons. 1.2). 4.4 Le principe de l’appréciation libre des preuves interdit d’attribuer d’entrée de cause une force probante accrue à certains moyens de preuves, comme des rapports de police (arrêts du TF du 17.05.2018 [6B_55/2018] cons. 1.1 ; du 04.08.2006 [1P.283/2006] cons. 2.3 ; du 22.08.2016 [6B_146/2016] cons. 4.1). On ne saurait toutefois dénier d’emblée toute force probante à un tel document. Celui-ci est en effet, par sa nature, destiné et propre à servir de moyen de preuve, dans la mesure où le policier y reproduit des faits qu’il a constatés et où il est fréquent que l’on se fonde, dans les procédures judiciaires, sur les constatations ainsi transcrites (cf. arrêt du TF du 05.05.2011 [6B_750/2010] cons. 2.2 et arrêt du 22.08.2016 précité). 5. a) Si, devant la Cour pénale, l’appelant conteste toujours sa condamnation pour violation grave d’une règle de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), il admet, par l’intermédiaire de son mandataire au moment des plaidoiries, avoir transgressé non seulement l’article 27 al. 1 LCR, mais aussi l’article 31 al. 1 LCR. b) Il n’y a dès lors pas lieu d’examiner de manière approfondie l’application de cette dernière règle qui prévoit, à son alinéa 1, que le conducteur doit rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence (cf. aussi l’art. 3 al. 1 OCR qui précise que le conducteur vouera son attention à la route et à la circulation, qu’il évitera toute occupation qui rendrait plus difficile la conduite du véhicule, qu’il veillera en outre à ce que son attention ne soit distraite, notamment, ni par un appareil reproducteur de son ni par un quelconque système d'information ou de communication). c) Brièvement, on relèvera que si le fait de tenir une conversation téléphonique tout en conduisant ne contrevient pas nécessairement aux articles 31 al. 1 LCR et 3 al. 1 OCR, la disposition légale est violée lorsque, par l’usage d’un téléphone (ou d’un autre appareil de communication et d’information comme un GPS), l’attention du conducteur est effectivement troublée ; l’infraction réalise alors au moins une mise en danger abstraite de la circulation sanctionnée par l’article 90 al.”
“Lorsque le prévenu fait des déclarations contradictoires, il ne peut en outre invoquer la présomption d’innocence pour contester les conclusions défavorables que le juge a, le cas échéant, tiré de ses déclarations (arrêt du TF du 30.06.2016 [6B_914/2015] cons. 1.2). 4.4 Le principe de l’appréciation libre des preuves interdit d’attribuer d’entrée de cause une force probante accrue à certains moyens de preuves, comme des rapports de police (arrêts du TF du 17.05.2018 [6B_55/2018] cons. 1.1 ; du 04.08.2006 [1P.283/2006] cons. 2.3 ; du 22.08.2016 [6B_146/2016] cons. 4.1). On ne saurait toutefois dénier d’emblée toute force probante à un tel document. Celui-ci est en effet, par sa nature, destiné et propre à servir de moyen de preuve, dans la mesure où le policier y reproduit des faits qu’il a constatés et où il est fréquent que l’on se fonde, dans les procédures judiciaires, sur les constatations ainsi transcrites (cf. arrêt du TF du 05.05.2011 [6B_750/2010] cons. 2.2 et arrêt du 22.08.2016 précité). 5. a) Si, devant la Cour pénale, l’appelant conteste toujours sa condamnation pour violation grave d’une règle de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR), il admet, par l’intermédiaire de son mandataire au moment des plaidoiries, avoir transgressé non seulement l’article 27 al. 1 LCR, mais aussi l’article 31 al. 1 LCR. b) Il n’y a dès lors pas lieu d’examiner de manière approfondie l’application de cette dernière règle qui prévoit, à son alinéa 1, que le conducteur doit rester constamment maître de son véhicule de façon à pouvoir se conformer aux devoirs de la prudence (cf. aussi l’art. 3 al. 1 OCR qui précise que le conducteur vouera son attention à la route et à la circulation, qu’il évitera toute occupation qui rendrait plus difficile la conduite du véhicule, qu’il veillera en outre à ce que son attention ne soit distraite, notamment, ni par un appareil reproducteur de son ni par un quelconque système d'information ou de communication). c) Brièvement, on relèvera que si le fait de tenir une conversation téléphonique tout en conduisant ne contrevient pas nécessairement aux articles 31 al. 1 LCR et 3 al. 1 OCR, la disposition légale est violée lorsque, par l’usage d’un téléphone (ou d’un autre appareil de communication et d’information comme un GPS), l’attention du conducteur est effectivement troublée ; l’infraction réalise alors au moins une mise en danger abstraite de la circulation sanctionnée par l’article 90 al.”
Überholen bzw. sonstige Fahrmanöver, die in deutlicher Unterschreitung der erforderlichen Sichtweite ausgeführt werden, werden in der Rechtsprechung regelmässig als grobe Verletzung der Verkehrsregeln gewertet und begründen eine erhöhte abstrakte Gefahr. Für die Annahme von Art. 90 Abs. 2 SVG ist dabei insbesondere die Imminenz der Gefahr entscheidend.
“Der Beschuldigte leitete sein Überholmanöver in deutlicher Unterschreitung der gesetzlich geforderten Sichtweite und damit ohne die Gewissheit ein, sein Manöver rechtzeitig zum Abschluss bringen zu können. Ein verantwortungsbe- wusster Fahrer hätte in dieser Situation kein Überholmanöver gestartet. Die erhöh- te abstrakte Gefährdung von potentiell entgegenkommenden Fahrzeuglenkern zog der Beschuldigte in pflichtwidriger Weise gar nicht in Betracht. Jedem Automobilis- ten ist die Regel geläufig, wonach mit dem Wiedereinbiegen so lange zuzuwarten ist, bis der Überholende den Überholten im Rückspiegel erblicken kann (BGE 99 IV 279 E. 2.b). Dem Beschuldigten musste diese Regel als erfahrener Automobilist ebenfalls bekannt sein. Trotzdem schwenkte er in Missachtung be- sagter Regel und einzig hoffend, es komme nicht zu einer Kollision (vgl. act. H.3, Frage 16), vorher ein und touchierte dabei das Fahrzeug des Überholten. Mit sei- nem Verhalten setzte er sich rücksichtslos über die Verkehrsregeln hinweg und schuf eine hohe abstrakte Unfallgefahr. Es liegt grobe Fahrlässigkeit vor, womit der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG auch in subjektiver Hinsicht erfüllt ist.”
“a LCR correspond en principe à la définition de l'infraction réprimée sur le plan pénal par l'art. 90 al. 2 LCR (MIZEL, Les nouvelles dispositions légales sur le retrait du permis de conduire, in RDAF 2004, p. 395). Le Tribunal fédéral tient ces notions pour identiques à tous les égards (ATF 120 Ib 285); il estime que, pour être punissable sous l'angle de l'art. 90 al. 2 LCR, le comportement du conducteur doit être particulièrement blâmable, soit, en d'autres termes, relever d'une négligence grossière. L'auteur doit avoir violé, par son comportement ou par une simple absence passagère, un devoir de prudence élémentaire qui lui était imposé de manière évidente par les circonstances. La création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui au sens de la disposition précitée est déjà donnée en cas de mise en danger abstraite accrue. Le critère déterminant pour admettre que l'on est en présence d'un danger abstrait sérieux ou accru réside dans l'imminence du danger (ATF 122 II 228 consid. 3b / JdT 1996 I 700 avec les références). Subjectivement, l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, découlant à tout le moins d'une négligence grossière (ATF 118 IV 84 consid. 2a). 4.2. Dans le cas d'espèce, la CMA a qualifié de grave l'infraction commise par la recourante. Son appréciation échappe à toute critique. Les règles concernant les dépassements ont pour but de minimiser les risques qui leur sont liés. Elles sont donc des dispositions importantes pour assurer la sécurité routière (cf. arrêt TC FR 603 2021 62 du 9 juin 2021 consid. 4.2. et les références citées). En l'occurrence, la manœuvre de dépassement a été effectuée délibérément dans une situation où la recourante ne disposait pas d'une vision sur une distance assez longue pour voir si un véhicule arrivait en sens inverse; elle ne pouvait ainsi pas être sûre qu'elle ne gênerait pas les autres usagers de la route, d'autant plus que la colonne qu'elle entendait dépasser était composée de quatre véhicules, dont un camion. Preuve en est qu'un véhicule est arrivé en sens inverse, obligeant la recourante à se rabattre brusquement sur la voie de circulation de droite pour éviter une collision frontale, ce qui a contraint du même coup le véhicule dépassé à effectuer un freinage d'urgence pour éviter à son tour la collision.”
“Unmittelbar nachdem der Beschwerdeführer zum Überholen angesetzt habe, sei es zur Frontalkollision gekommen (act. II 35). In rechtlicher Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass Überholen nur gestattet ist, wenn es nicht überhaupt verboten ist, der nötige Raum übersichtlich und frei ist und andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert oder gefährdet werden. Gemäss konstanter Rechtsprechung muss nicht nur die für den Überholvorgang benötigte Strecke übersichtlich und frei sein, sondern zusätzlich jene, die ein entgegenkommendes Fahrzeug bis zu jenem Punkt zurücklegt, wo der Überholende die linke Strassenseite freigegeben haben wird. Der Überholende muss von Anfang an die Gewissheit haben, sein Überholmanöver sicher und ohne Gefährdung Dritter abschliessen zu können (Entscheid des BGer vom 2. März 2020, 8C_707/2019, E. 6.3 mit Hinweisen). Mit Blick auf die Angaben der Kantonspolizei L.________ zum Unfallhergang steht ausser Frage, dass der Beschwerdeführer den objektiven Straftatbestand einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG (früher: Art. 90 Ziff. 2 SVG) erfüllte. Die Voraussetzungen zum Überholen waren offensichtlich nicht gegeben, da keine freie Sicht für ein gefahrloses Überholmanöver bestand (act. II 35). Aufgrund der fehlenden freien Sicht (unübersichtliche Stelle mit Kurve und der Anhängerzug) hätte dem Beschwerdeführer die allgemeine Gefährlichkeit seines Verhaltens bewusst sein müssen. Er setzte zum Überholen an, ohne dass er die Gewissheit hatte, dies gefahrlos für sich und die anderen Verkehrsteilnehmer beenden zu können. Der entgegenkommende Fahrzeugführer habe eine Vollbremsung eingeleitet und versucht, nach rechts auszuweichen, trotzdem habe er eine Frontalkollision nicht verhindern können (act. II 35). Damit ist auch der subjektive Tatbestand nach Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die angedrohte Rentenkürzung sei nicht zulässig, da die Strafverfolgungsbehörden des Kantons N.________ auf den Antrag nicht eingetreten seien und der Sachverhalt längst beurteilt wäre (Beschwerde S.”
Fehlende oder mangelhafte Fahrzeugbeleuchtung sowie eine unzulässige Positionierung des Kontrollschilds können als verwertbare Entdeckungen gelten und begründen eine Ahndung nach Art. 90 Abs. 1 SVG (LCR).
“Ainsi, c'est à juste titre que le TP a considéré que les prises de vue recueillies par le témoin étaient exploitables au sens de l'art. 141 al. 2 CPP appliqué par analogie. 2.8.3. Par ailleurs, l'absence d'éclairage du véhicule de l'appelant et le positionnement de la plaque d'immatriculation derrière le pare-brise constituent des découvertes fortuites pleinement exploitables (art. 243 CPP par analogie), conformément à la jurisprudence rappelée ci-dessus. 3. 3.1. Est puni celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral (art. 90 al. 1 LCR). À teneur de l'art. 41 al. 1 LCR, les véhicules automobiles en marche doivent être éclairés en permanence. 3.2. L'art. 90 al. 3 LCR définit et réprime les infractions particulièrement graves aux règles de la circulation routière, dites "délit de chauffard", consacrant une troisième catégorie d'infraction aux règles de la circulation routière sous la forme d'un crime (cf. art. 90 al. 1 LCR constituant une contravention et l'art. 90 al. 2 LCR un délit). L'art. 90 al. 3 LCR punit celui qui, par une violation intentionnelle des règles fondamentales de la circulation, accepte de courir un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort, que ce soit en commettant des excès de vitesse particulièrement importants, en effectuant des dépassements téméraires ou en participant à des courses de vitesse illicites avec des véhicules automobiles. À teneur de l'art. 90 al. 4 LCR, l'al. 3 est toujours applicable lorsque la vitesse maximale autorisée a été dépassée d'au moins 50 km/h, là où la limite était fixée à 50 km/h (let. b). L'Ordonnance de l’OFROU concernant l’ordonnance sur le contrôle de la circulation routière (OOCCR-OFROU) ne prévoit pas de déduction de marge de sécurité en cas de vitesse calculée sur la base d'images vidéo. 3.2.1. L'art. 90 al. 3 LCR contient deux conditions objectives, la violation d'une règle fondamentale de la circulation routière et la création d'un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort.”
Nach konstanter Rechtsprechung gelten bei Geschwindigkeitsüberschreitungen verbindliche Orientierungsschwellen für die Bejahung einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG: innerorts ab 25 km/h, ausserorts bzw. auf nicht richtungsgetrennten Autostrassen ab 30 km/h und auf Autobahnen ab 35 km/h. Diese Werte dienen der Gleichbehandlung und erfüllen die objektiven (und in der Regel auch die subjektiven) Voraussetzungen des Tatbestands grundsätzlich ohne Rücksicht auf die konkreten Umstände. Gleichwohl entbindet das schematische Vorgehen die Behörde nicht von der gebotenen Prüfung des Einzelfalls; besondere Umstände können erfordern, von der Regel abzuweichen.
“Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird bestraft, wer durch grobe Verletzung der Ver- kehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Diese Voraussetzungen sind grundsätzlich gegeben, wenn der/die Lenker:in die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hat: (1) auf der Auto- bahn um 35 km/h, (2) auf einer nicht richtungsgetrennten Autostrasse um 30 km/h, und (3) innerorts um 25 km/h (vgl. BGE 143 IV 508 E. 1.3; BGE 123 II 106).”
“Tout conducteur doit entre autres se conformer aux signaux (art. 27 LCR ; art. 50 de l'ordonnance sur la signalisation routière du 5 septembre 1979 ; OSR - RS 741.21) et respecter les limitations de vitesse (art. 32 LCR ; art. 16 et 22 OSR). 6. Commet une infraction grave, la personne qui, en violant gravement les règles de la circulation, met sérieusement en danger la sécurité d'autrui ou en prend le risque (art. 16c al. 1 let. a LCR). Après une infraction grave, le permis de conduire est retiré pour trois mois au minimum (art. 16c al. 2 let. a LCR). Les circonstances doivent être prises en considération pour fixer la durée du retrait du permis de conduire, notamment l'atteinte à la sécurité routière, la gravité de la faute, les antécédents en tant que conducteur ainsi que la nécessité professionnelle de conduire un véhicule automobile (art. 16 al. 3 phr. 1 LCR). Conformément à la jurisprudence, l'infraction grave de l'art. 16c LCR correspond à la violation grave d'une règle de la circulation routière de l'art. 90 al. 2 LCR (ATF 132 II 234 consid. 3 ; arrêt du Tribunal fédéral 1C_402/2015 du 10 février 2016 consid. 2.1). 7. Dans le domaine des excès de vitesse, la jurisprudence, afin d'assurer l'égalité de traitement, a été amenée à fixer des règles précises. Ainsi, le cas est objectivement grave, c'est-à-dire sans égard aux circonstances concrètes, en cas de dépassement de la vitesse autorisée de 25 km/h ou plus à l'intérieur des localités, de 30 km/h ou plus hors des localités et sur les semi-autoroutes dont les chaussées, dans les deux directions, ne sont pas séparées et de 35 km/h ou plus sur les autoroutes (ATF 132 II 234 consid. 3.1 ; 124 II 259 consid. 2b). Cette jurisprudence ne dispense toutefois pas l'autorité de tout examen des circonstances du cas concret ; d'une part, l'importance de la mise en danger et celle de la faute doivent être appréciées, afin de déterminer quelle doit être la durée du retrait ; d'autre part, il y a lieu de rechercher si des circonstances particulières ne justifient pas de considérer néanmoins le cas comme plus grave ou, inversement, comme moins grave.”
“Eine schwere Widerhandlung begeht, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Die schwere Widerhandlung entspricht gemäss konstanter Rechtsprechung der groben Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG (BGE 132 II 234, 238 E. 3.2; BGr, 28. März 2007, 6A.86/2006, mit weiteren Hinweisen). 3.3 Nach Art. 32 Abs. 1 SVG ist die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Art. 27 Abs. 1 SVG verpflichtet den Fahrzeuglenker zur Beachtung von Signalen und Markierungen. Laut Art. 32 Abs. 2 SVG hat der Bundesrat die Geschwindigkeit auf allen Strassen durch Höchstgeschwindigkeitsvorschriften zu begrenzen. Gemäss Art. 4a Abs. 1 lit. a der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 beträgt die allgemeine Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften 50 km/h. 3.4 Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG bzw. Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG ist bereits beim Vorliegen einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Die erhöhte abstrakte Gefahr setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung voraus (BGE 131 IV 133, 136 E. 3.2). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist unabhängig von den konkreten Umständen objektiv eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG bzw. eine schwere Verkehrsgefährdung im Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG zu bejahen, wenn die Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 35 km/h, ausserorts um 30 km/h und innerorts um 25 km/h überschritten worden ist (BGr, 26. Oktober 2011, 1C_335/2011, E. 2.2). Das Bundesgericht hat diese Limiten mehrfach bestätigt (mit ausführlicher Begründung im Urteil 1C_83/2008 vom 16. Oktober 2008). Insbesondere hat es darauf hingewiesen, dass angesichts der Häufigkeit von Geschwindigkeitsüberschreitungen ein gewisser Schematismus unabdingbar sei. Der Gesetzgeber habe anlässlich der Revision des Strassenverkehrsgesetzes vom 14.”
“À teneur de l'art. 90 al. 2 LCR, celui qui, par une violation grave d'une règle de la circulation, crée un sérieux danger pour la sécurité d'autrui ou en prend le risque est puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Dans le domaine des excès de vitesse, la jurisprudence a été amenée à fixer des règles précises afin d'assurer l'égalité de traitement. Ainsi, les éléments objectifs - et en principe subjectifs - du cas grave au sens de l'art. 90 al. 2 LCR sont réalisés, sans égard aux circonstances concrètes, en cas de dépassement de la vitesse autorisée de 25 km/h ou plus à l'intérieur des localités, de 30 km/h ou plus hors des localités et sur les semi-autoroutes dont les chaussées, dans les deux directions, ne sont pas séparées et de 35 km/h ou plus sur les autoroutes (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 p. 512 et les arrêts cités; arrêt 6B_734/2023 du 20 octobre 2023 consid. 4.1.1).”
“Selon une jurisprudence constante du Tribunal fédéral, tout excès de vitesse remplit les conditions objectives et subjectives de l’art. 90 al. 2 LCR, et ce nonobstant les circonstances particulières du cas, dès lors que le dépassement atteint au moins 35 km/h sur les autoroutes, 30 km/h sur routes en dehors des localités ou 25 km/h sur les routes en localités (ATF 143 IV 508 consid. 1.3 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_772/2010 du 9 décembre 2010 consid. 2.4 ; ATF 132 II 234 consid. 3 ; ATF 128 II 131 consid. 2a). Cette dernière valeur limite est aussi valable pour les tronçons limités à 60 km/h en localités. Le schématisme de la jurisprudence ne dispense pas les autorités appliquant le droit de prendre en considération les circonstances exceptionnelles concrètes du cas d’espèce qui permettraient d’exclure l’une des conditions d’application de l’art. 90 al. 2 LCR (Philippe Weissenberger, in: Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2011, n° 53 ad art. 90 LCR ; voir aussi Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, n° 68 ad art. 90 LCR). Dans son arrêt 6B_772/2010 du 9 décembre 2010, le Tribunal fédéral a précisé que si le dépassement de vitesse n’est que légèrement inférieur aux valeurs limites pour lesquelles la jurisprudence a admis qu’une mise en danger sérieuse des autres usagers de la route est régulièrement réalisée, il convient alors d’examiner également les circonstances concrètes du cas pour décider si c’est l’art. 90 al. 1 LCR ou 90 al. 2 LCR qui est applicable.”
Gleichzeitige Verletzung mehrerer Verkehrsregeln während einer Fahrt begründet innerhalb von Art. 90 SVG häufig echte Idealkonkurrenz.
“Auch wenn dem Beschuldigten zuzugestehen ist, dass er sich bis zu einem gewissen Grad wohl in einer Stresssituation befand, entschied er sich wissentlich und willentlich für das Ausweichmanöver mit Weiterfahrt auf dem Pannenstreifen und handelte damit vorsätzlich. Auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG ist demnach erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe liegen wiederum keine vor. Insbesondere kann sich der Beschuldigte, auch was das Fahren auf dem Pannenstreifen angeht, nicht auf Notstand bzw. Putativnotstand berufen (vgl. pag. 278) und er ist der einfachen Verkehrsregelverletzung schuldig zu erklären. Konkurrenzen Der Beschuldigte hat mit seinem Manöver mehrere Verkehrsregeln gleichzeitig verletzt und dabei sowohl eine grobe als auch eine einfache Verkehrsregelverletzung begangen. Dies genügt zur Annahme von Idealkonkurrenz, da Art. 90 SVG eine Vielzahl von Tatbeständen mit Strafe bedroht. Werden auf einer Fahrt also mehrere Verkehrsregeln verletzt, besteht innerhalb von Art. 90 SVG grundsätzlich echte Konkurrenz zwischen den einzelnen Tatbeständen (vgl. BGE 91 IV 91 E. 2; Weissenberger, a.a.O., N 41 f. zu Art. 90). IV. Strafzumessung Theoretische Grundlagen Das Gericht misst die Strafe nach dem objektiven und subjektiven Verschulden des Täters zu (Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 47 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 StGB; BGE 142 IV 137 E. 9.1; 141 IV 61 E. 6.1.1). Das Verschulden bestimmt sich nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit er nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB; vgl. dazu BGE 149 IV 217 E. 1.1). Nach der Festlegung des Tatverschuldens für sämtliche Delikte sind die Täterkomponenten zu prüfen (BGer 6B_1293/2020 vom 31. März 2022 E. 1.4; 6B_265/2017 vom 9. Februar 2018 E. 4.3; je mit Hinweisen). Zu berücksichtigen sind dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters, die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters sowie dessen Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren (Art.”
“Dass der Beschuldigte sich mit seinem Fahrzeug nicht vollständig, das heisst nicht mit allen vier Rädern, auf dem Pannenstreifen befand, ändert an dieser rechtlichen Einordnung nichts. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG ist erfüllt. Auch wenn dem Beschuldigten zuzugestehen ist, dass er sich bis zu einem gewissen Grad wohl in einer Stresssituation befand, entschied er sich wissentlich und willentlich für das Ausweichmanöver mit Weiterfahrt auf dem Pannenstreifen und handelte damit vorsätzlich. Auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG ist demnach erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe liegen wiederum keine vor. Insbesondere kann sich der Beschuldigte, auch was das Fahren auf dem Pannenstreifen angeht, nicht auf Notstand bzw. Putativnotstand berufen (vgl. pag. 278) und er ist der einfachen Verkehrsregelverletzung schuldig zu erklären. Konkurrenzen Der Beschuldigte hat mit seinem Manöver mehrere Verkehrsregeln gleichzeitig verletzt und dabei sowohl eine grobe als auch eine einfache Verkehrsregelverletzung begangen. Dies genügt zur Annahme von Idealkonkurrenz, da Art. 90 SVG eine Vielzahl von Tatbeständen mit Strafe bedroht. Werden auf einer Fahrt also mehrere Verkehrsregeln verletzt, besteht innerhalb von Art. 90 SVG grundsätzlich echte Konkurrenz zwischen den einzelnen Tatbeständen (vgl. BGE 91 IV 91 E. 2; Weissenberger, a.a.O., N 41 f. zu Art. 90). IV. Strafzumessung Theoretische Grundlagen Das Gericht misst die Strafe nach dem objektiven und subjektiven Verschulden des Täters zu (Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 47 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 StGB; BGE 142 IV 137 E. 9.1; 141 IV 61 E. 6.1.1). Das Verschulden bestimmt sich nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit er nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB; vgl. dazu BGE 149 IV 217 E. 1.1). Nach der Festlegung des Tatverschuldens für sämtliche Delikte sind die Täterkomponenten zu prüfen (BGer 6B_1293/2020 vom 31.”
“Auch wenn dem Beschuldigten zuzugestehen ist, dass er sich bis zu einem gewissen Grad wohl in einer Stresssituation befand, entschied er sich wissentlich und willentlich für das Ausweichmanöver mit Weiterfahrt auf dem Pannenstreifen und handelte damit vorsätzlich. Auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG ist demnach erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe liegen wiederum keine vor. Insbesondere kann sich der Beschuldigte, auch was das Fahren auf dem Pannenstreifen angeht, nicht auf Notstand bzw. Putativnotstand berufen (vgl. pag. 278) und er ist der einfachen Verkehrsregelverletzung schuldig zu erklären. Konkurrenzen Der Beschuldigte hat mit seinem Manöver mehrere Verkehrsregeln gleichzeitig verletzt und dabei sowohl eine grobe als auch eine einfache Verkehrsregelverletzung begangen. Dies genügt zur Annahme von Idealkonkurrenz, da Art. 90 SVG eine Vielzahl von Tatbeständen mit Strafe bedroht. Werden auf einer Fahrt also mehrere Verkehrsregeln verletzt, besteht innerhalb von Art. 90 SVG grundsätzlich echte Konkurrenz zwischen den einzelnen Tatbeständen (vgl. BGE 91 IV 91 E. 2; Weissenberger, a.a.O., N 41 f. zu Art. 90). IV. Strafzumessung Theoretische Grundlagen Das Gericht misst die Strafe nach dem objektiven und subjektiven Verschulden des Täters zu (Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 47 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 StGB; BGE 142 IV 137 E. 9.1; 141 IV 61 E. 6.1.1). Das Verschulden bestimmt sich nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit er nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB; vgl. dazu BGE 149 IV 217 E. 1.1). Nach der Festlegung des Tatverschuldens für sämtliche Delikte sind die Täterkomponenten zu prüfen (BGer 6B_1293/2020 vom 31. März 2022 E. 1.4; 6B_265/2017 vom 9. Februar 2018 E. 4.3; je mit Hinweisen). Zu berücksichtigen sind dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters, die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters sowie dessen Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren (Art.”
“Auch wenn dem Beschuldigten zuzugestehen ist, dass er sich bis zu einem gewissen Grad wohl in einer Stresssituation befand, entschied er sich wissentlich und willentlich für das Ausweichmanöver mit Weiterfahrt auf dem Pannenstreifen und handelte damit vorsätzlich. Auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG ist demnach erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe liegen wiederum keine vor. Insbesondere kann sich der Beschuldigte, auch was das Fahren auf dem Pannenstreifen angeht, nicht auf Notstand bzw. Putativnotstand berufen (vgl. pag. 278) und er ist der einfachen Verkehrsregelverletzung schuldig zu erklären. Konkurrenzen Der Beschuldigte hat mit seinem Manöver mehrere Verkehrsregeln gleichzeitig verletzt und dabei sowohl eine grobe als auch eine einfache Verkehrsregelverletzung begangen. Dies genügt zur Annahme von Idealkonkurrenz, da Art. 90 SVG eine Vielzahl von Tatbeständen mit Strafe bedroht. Werden auf einer Fahrt also mehrere Verkehrsregeln verletzt, besteht innerhalb von Art. 90 SVG grundsätzlich echte Konkurrenz zwischen den einzelnen Tatbeständen (vgl. BGE 91 IV 91 E. 2; Weissenberger, a.a.O., N 41 f. zu Art. 90). IV. Strafzumessung Theoretische Grundlagen Das Gericht misst die Strafe nach dem objektiven und subjektiven Verschulden des Täters zu (Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 47 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 StGB; BGE 142 IV 137 E. 9.1; 141 IV 61 E. 6.1.1). Das Verschulden bestimmt sich nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit er nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB; vgl. dazu BGE 149 IV 217 E. 1.1). Nach der Festlegung des Tatverschuldens für sämtliche Delikte sind die Täterkomponenten zu prüfen (BGer 6B_1293/2020 vom 31. März 2022 E. 1.4; 6B_265/2017 vom 9. Februar 2018 E. 4.3; je mit Hinweisen). Zu berücksichtigen sind dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters, die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters sowie dessen Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren (Art.”
“Dass der Beschuldigte sich mit seinem Fahrzeug nicht vollständig, das heisst nicht mit allen vier Rädern, auf dem Pannenstreifen befand, ändert an dieser rechtlichen Einordnung nichts. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG ist erfüllt. Auch wenn dem Beschuldigten zuzugestehen ist, dass er sich bis zu einem gewissen Grad wohl in einer Stresssituation befand, entschied er sich wissentlich und willentlich für das Ausweichmanöver mit Weiterfahrt auf dem Pannenstreifen und handelte damit vorsätzlich. Auch der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 1 SVG ist demnach erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe liegen wiederum keine vor. Insbesondere kann sich der Beschuldigte, auch was das Fahren auf dem Pannenstreifen angeht, nicht auf Notstand bzw. Putativnotstand berufen (vgl. pag. 278) und er ist der einfachen Verkehrsregelverletzung schuldig zu erklären. Konkurrenzen Der Beschuldigte hat mit seinem Manöver mehrere Verkehrsregeln gleichzeitig verletzt und dabei sowohl eine grobe als auch eine einfache Verkehrsregelverletzung begangen. Dies genügt zur Annahme von Idealkonkurrenz, da Art. 90 SVG eine Vielzahl von Tatbeständen mit Strafe bedroht. Werden auf einer Fahrt also mehrere Verkehrsregeln verletzt, besteht innerhalb von Art. 90 SVG grundsätzlich echte Konkurrenz zwischen den einzelnen Tatbeständen (vgl. BGE 91 IV 91 E. 2; Weissenberger, a.a.O., N 41 f. zu Art. 90). IV. Strafzumessung Theoretische Grundlagen Das Gericht misst die Strafe nach dem objektiven und subjektiven Verschulden des Täters zu (Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 47 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 StGB; BGE 142 IV 137 E. 9.1; 141 IV 61 E. 6.1.1). Das Verschulden bestimmt sich nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit er nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB; vgl. dazu BGE 149 IV 217 E. 1.1). Nach der Festlegung des Tatverschuldens für sämtliche Delikte sind die Täterkomponenten zu prüfen (BGer 6B_1293/2020 vom 31.”
Art. 90 Abs. 2 SVG setzt zwei objektive, kumulative Elemente voraus: erstens eine objektiv grobe Verletzung einer wesentlichen Verkehrsregel und zweitens das Hervorrufen oder in Kauf nehmen einer ernstlichen Gefahr für Dritte. Beide Merkmale müssen im Anklagevorwurf bzw. im Urteil in nachvollziehbarer Weise dargestellt werden.
“Die Staatsanwaltschaft rügt, dass der Beschuldigte nicht für eine fahr- lässige, sondern für eine (zumindest eventual-)vorsätzliche Begehung einer gro- ben Verkehrsregelverletzung zu bestrafen sei. Art. 90 Abs. 1 SVG bestraft denjenigen mit Busse, der die Verkehrsregeln nach dem Strassenverkehrsgesetz oder nach den Vollziehungsvorschriften des Bun- desrates verletzt. Art. 90 Abs. 2 SVG sieht hingegen eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe für jemanden vor, welcher durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Eine Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 SVG erfüllt also dann die qualifizierten Tatbestandsmerkmale von Abs. 2, wenn sie «grob» ist und der Täter zudem «eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt». Ist nur eine der beiden Voraussetzungen erfüllt, z.B. indem eine leichte Verletzung der Verkehrsregeln eine gravierende Gefahrensituation bewirkt, so gelangt nicht Art. 90 Abs. 2 SVG zur Anwendung, sondern vielmehr Abs. 1 der Bestimmung. Sowohl die einfache als auch die grobe Verletzung der Verkehrsregeln kann fahrlässig begangen werden (Art. 100 Ziff. 1 SVG).”
“Certes, généralement les lésions corporelles par négligence (art. 125 al. 1 CP) absorbent la sanction prévue par l'art. 90 LCR, si aucune autre personne n'a été mise en danger (cf. ATF 96 IV 39 consid. 2; arrêts 6B_794/2014 du 9 février 2015 consid. 5.2; 6S.239/1991 du 24 octobre 1991 consid. 3a). Cela étant, il faut relever l'absence totale de mention de l'art. 90 al. 2 LCR dans l'ordonnance pénale valant acte d'accusation (cf. ordonnance attaquée, p. 2-5). L'acte d'accusation ne mentionne pas non plus d'éventuels concours (cf. ATF 120 IV 348 consid. 3c; arrêts 6B_797/2020 du 31 janvier 2022 consid. 3.3; 6B_638/2019 du 17 octobre 2019 consid. 1.4.2; 6B_633/2015 du 12 janvier 2016 consid. 1.3.2). Contrairement à ce qu'affirme le recourant, l'accusation ne décrit pas tous les éléments constitutifs de l'infraction de violation grave des règles de la circulation routière. En effet, l'art. 90 al. 2 LCR suppose la réalisation de deux éléments constitutifs objectifs cumulatifs, d'une part, l'auteur doit enfreindre de manière objectivement grave une règle fondamentale de la circulation et, d'autre part, il doit créer un danger sérieux pour autrui (cf. ATF 143 IV 508 consid. 1.3; 131 IV 133 consid. 3.2; YVAN JEANNERET, Les dispositions pénales de la LCR, 2007, n° 19 ad art. 90 LCR). En l'espèce, si la mise en danger de la sécurité est incontestable puisqu'elle s'est concrétisée par les lésions corporelles subies par l'enfant, l'acte d'accusation n'évoque que globalement une violation du devoir de prudence (art. 26 LCR), en particulier envers les enfants (art. 26 al. 2 LCR), et mentionne l'art. 32 al. 1 LCR, sans toutefois expliquer en quoi la violation de ces règles par l'intimé sortirait du cadre de celle que l'on rencontre habituellement. Il n'y a donc aucun élément relatif à la qualification de la gravité de la violation des règles de la circulation routière. De même, l'ordonnance pénale valant acte d'accusation ne semble pas suffisante sous l'angle subjectif.”
Wird das Verfahren teilweise eingestellt, erlangt der Schuldspruch nach Art. 90 Abs. 1 SVG für die nicht angefochtenen Delikte Rechtskraft. Mit Eintritt der Rechtskraft ist dieser Schuldspruch nicht mehr anfechtbar.
“Oktober 2023 wurde dem Beschuldigten, dem Privat- kläger und der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, zur Frage einer allfälligen Tei- leinstellung des Verfahrens Stellung zu nehmen und sich zu den Kosten- und Ent- schädigungsfolgen einer allfälligen Einstellung sowie zur Bussenhöhe für das un- angefochten gebliebene Strassenverkehrsdelikt zu äussern (Urk. 53). Die Staats- anwaltschaft verzichtete auf eine Stellungnahme (Urk. 57), wohingegen der Be- schuldigte und der Privatkläger mit Eingaben vom 19. Oktober 2023 ihre Stellung- nahmen einreichten (Urk. 55 f.). Mit Präsidialverfügung vom 2. November 2023 wurden die Stellungnahmen des Beschuldigten und des Privatklägers samt Hono- rarnoten der jeweiligen Gegenseite und der Staatsanwaltschaft zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt (Urk. 62). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Ein- gabe vom 13. November 2023 auf Stellungnahme (Urk. 64), während sich der Be- schuldigte und der Privatkläger innert Frist nicht vernehmen liessen (vgl. Urk. 63/2-3). II. Teilrechtskraft In Bezug auf den Schuldspruch wegen vorsätzlicher Verletzung der Ver- kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 37 Abs. 2 SVG und die Kostenfestsetzung wurde das vorinstanzliche Urteil nicht an- gefochten (Urk. 49 S. 4, Urk. 55 S. 2 f. und Urk. 52). Dahingegen gelten sowohl der Strafpunkt als auch die Kostenauflage aufgrund des Antrages des Beschuldig- ten auf Teileinstellung als mitangefochten. Damit ist vorab mittels Beschluss fest- zustellen, dass der erstinstanzliche Entscheid bezüglich Dispositivziffer 1 Alinea 3 - 6 - (Schuldspruch Strassenverkehrsdelikt) sowie Dispositivziffer 5 (Kostenfestset- zung) in Rechtskraft erwachsen ist. III. Teileinstellung”
“Der Schuldspruch wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG (Art. 48 Abs. 7 SVV) in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG ist man- gels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen. Der Anklagevorwurf der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 3 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG ist hingegen im Rahmen der erläuterten Kognition zu überprüfen (vgl. Art. 404 Abs. 1 StPO).”
Verbotenes Rechtsüberholen kann — sofern keine konkrete Gefährdung oder keine sonstigen erschwerenden Umstände vorliegen — als einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG zu qualifizieren sein.
“Weiterhin verboten bleibe zwar das Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen, jedoch könne dieses gemäss der neuen Regelung auch als einfache Verletzung der Verkehrsregeln mit einer Ordnungsbusse von Fr. 250.-- geahndet werden. Mit der Einführung dieses Ordnungsbussentatbestandes solle zum Ausdruck gebracht werden, dass nicht alle Fälle von Rechtsüberholen als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG respektive als schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c SVG zu qualifizieren seien und somit nicht zwingend zu einem Führerausweisentzug führen müssten. Im vorliegenden Fall habe der Beschwerdegegner bei einwandfreien Strassen- und Sichtverhältnissen und normalem Verkehrsaufkommen mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit mehrere Fahrzeuge rechts überholt. Dass ein ruhiger Verkehrsfluss geherrscht habe, zeige sich auch auf den Videoaufnahmen. Sein Verhalten stelle sowohl nach alter als auch nach neuer Rechtslage ein unerlaubtes Rechtsüberholen dar, was zumindest einen Schuldspruch nach Art. 90 Abs. 1 SVG nach sich ziehe. Nach altem Recht und der diesbezüglichen Rechtsprechung wäre ein solches Verhalten grundsätzlich als grobe Verkehrsregelverletzung zu qualifizieren gewesen. Unter Anwendung des neuen Rechts sei dies nur der Fall, wenn konkret eine erhöhte abstrakte Gefährdung oder gar eine Verletzung nahe liege. Im vorliegenden Fall ergebe sich aus den Angaben der Zeugen nicht, dass es infolge des Rechtsüberholens durch den Beschwerdegegner zu gefährlichen Situationen gekommen wäre. Nach neuer Rechtslage sei das Rechtsüberholen im konkreten Fall somit nur als einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG zu beurteilen. Damit erweise sich das neue, am 1. Januar 2021 in Kraft getretene Recht (Art. 36 Abs. 5 lit. a und c VRV) als milder als die zur Tatzeit geltende Regelung. Die Gesetzesänderung habe explizit bezweckt, das Rechtsüberholen in gewissen Konstellationen weniger schwer zu bestrafen. Der Beschwerdegegner sei deshalb gemäss der neueren, für ihn milderen Bestimmung zu verurteilen und er sei bloss der einfachen Verkehrsregelverletzung nach Art.”
“Strafbarkeit Nach Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Die Vorinstanz bestätigte die Einschätzung der Staatsanwaltschaft, wonach der Beschuldigte mit seinem Fahrverhalten eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln begangen habe (act. E.1 E. 4.3 ff.). Da dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden kann, ein derart knappes Ein- biegemanöver durchgeführt zu haben, dass der Lenker des Sattelschleppers hatte abbremsen müssen, kann dem Beschuldigten nicht vorgeworfen werden, durch sein Manöver eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen zu haben. Damit mangelt es an der objektiven Voraussetzung zur Erfüllung des Tatbestandes der groben Verkehrsregelverletzung. Dem Be- schuldigten kann einzig eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG angelastet werden. Dafür ist er zu bestrafen (Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 36 Abs. 4 SVG, Art. 36 Abs. 4 VRV und Art. 14 Abs. 1 VRV).”
“Zusammenfassend vermag sich der Beschuldigte daher auf keinen der in Art. 36 Abs. 5 lit. a-d VRV normierten Ausnahmetatbestände zu stützen, weshalb das Rechtsüberholen verboten war. Der Beschuldigte hat sich demnach nicht nur des Befahrens des Pannenstreifens, sondern auch des verbotenen Rechtsüberho- lens strafbar gemacht. Mit der Vorinstanz liegt dabei aber nur eine einfache und keine grobe Verletzung der Verkehrsregeln vor. Eine konkrete Gefährdung für die Sicherheit anderer hat der Beschuldigte nicht geschaffen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass er nicht etwa fliessenden Verkehr überholt hat und seine Geschwindigkeit mit 15 km/h verhältnismässig langsam war. 4.Der Beschuldigte ist demnach in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1, Art. 35 Abs. 1, Art. 43 Abs. 3 SVG sowie Art. 8 Abs. 3 und Art. 36 Abs. 3 und 5 VRV schuldig zu sprechen. IV. Strafzumessung 1.Das Befahren des Pannenstreifens sowie das Rechtsüberholen werden gemäss Ziff.”
“Das zur Bejahung des subjektiven Tatbestandes erforderliche Kriterium der Rücksichtslosigkeit sei restriktiv anzuwenden und im vorliegenden Fall zu verneinen. Die Vorinstanz behaupte ohne jegliche Begründung, dass keine besonderen Umstände vorlägen, die die Geschwindigkeitsüberschreitung in einem milderen Licht erscheinen lassen würden. Hierbei unterlasse sie es aber, alle dargelegten Umstände einer umfassenden Gesamtwürdigung zu unterziehen. Sie schliesse vorschnell von einer objektiv auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung. Die Vorinstanz erfülle ihre Begründungspflicht nicht und behaupte einfach, dass das Verhalten des Beschwerdeführers im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als rücksichtslos erscheine. Die Geschwindigkeitsüberschreitung sollte aus den genannten Gründen jedoch nicht isoliert, sondern vor dem Hintergrund dieser speziellen Umstände gewürdigt werden. Die Vorinstanz habe deshalb das Recht (Art. 90 Abs. 2 SVG) falsch angewandt. Für die richtige Rechtsanwendung von Art. 90 Abs. 1 SVG spreche einerseits, dass keinerlei weiteren Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz vorlägen und der Beschwerdeführer zu keiner Zeit eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer dargestellt habe. Es handle sich um ein einmaliges, isoliertes Verkehrsvergehen. Die Fahrweise des Beschwerdeführers sei weder bewusst rücksichtslos, skrupellos noch grob fahrlässig. Die vorliegende Geschwindigkeitsüberschreitung, ohne weitere riskante Manöver und ohne Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer spreche aufgrund der fehlenden Rücksichtslosigkeit für eine einfache Verletzung der Verkehrsregeln.”
Anwohnerparkkarten entbinden von der Pflicht zum Anbringen einer Parkscheibe nur, wenn die Karte tatsächlich gut sichtbar (ganze bedruckte Fläche) hinterlegt ist. Die Signalisationsverordnung (SSV) ist als Vollziehungsvorschrift im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG zu beachten. Kantone und Gemeinden dürfen den gesteigerten Gemeingebrauch besonders regeln und hierfür Gebühren bzw. Benützungs- oder Lenkungsabgaben erheben.
“Infolgedessen wäre der Beschuldigte verpflichtet gewesen, wie jede andere Person, die nicht im Besitz einer Anwohnerparkkarte ist, den Vorschriften entsprechend eine Parkscheibe anzubringen, was er indes nicht tat. Daraus, dass der Beschuldigte über eine gültige Anwohnerparkkarte verfügte und sich diese im Fahrzeug befand, kann der Vorinstanz folgend nichts zu seinen Gunsten abgeleitet werden. Die Anwohnerparkkarte kann selbstredend erst dann von der Pflicht zum Anbringen einer Parkscheibe entbinden, wenn sie auch gut sichtbar (ganze bedruckte Fläche) hinterlegt wird, was alleine in der Verantwortung der Inhaberin oder des Inhabers der Anwohnerparkkarte liegt und worauf im Beiblatt beim Ausstellen der Anwohnerparkkarte in aller Deutlichkeit hingewiesen wird (pag. 43). Das vorinstanzliche Urteil ist folglich auch in rechtlicher Hinsicht korrekt ausgefallen. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz wurde denn auch von der Verteidigung nicht beanstandet (pag. 110 ff.). Der Schuldspruch der Vorinstanz ist damit zu bestätigen und der Beschuldigte ist der einfachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 48a Abs. 4 SSV schuldig zu erklären. IV. Strafzumessung Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Für die einfache Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz ist eine Busse bis CHF 10'000.00 vorgesehen (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). Die Vorinstanz orientierte sich für die Höhe der von ihr ausgesprochenen Übertretungsbusse von CHF”
“der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 89 f.): Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer Verkehrsregeln dieses Gesetztes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Art. 90 Abs. 1 setzt die Verletzung einer beliebigen Verkehrsregel des Strassenverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats voraus. Unter diese Bestimmung fallen sämtliche Verkehrsregelverletzungen, soweit diese keinen qualifizierten Tatbestand erfüllen. Erfasst werden sodann vorsätzliche sowie auch fahrlässige Handlungen (BSK SVG-FIOLKA, Art. 90 Abs. 1 N 29 f.). […] Das Signal «Parkieren mit Parkscheibe» kennzeichnet Parkplätze, auf denen beim Parkieren eine Parkscheibe nach Anhang 3 Ziff. 1 verwendet werden muss. Diese muss gemäss Abs. 4 gut sichtbar hinter der Frontscheibe am Fahrzeug angebracht werden. Grundsätzlich gilt, dass Signale, Markierungen sowie Weisungen der Polizei zu befolgen sind (Art. 27 Abs. 1 SVG). Zudem gilt die Signalisationsverordnung (SSV) als Vollziehungsvorschrift i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG. Des Weiteren sind die Kantone und Gemeinden befugt, das Parkieren besonders zu regeln (BSK-SVG, N 70 zu Art. 3). Die Verkehrsregeln des SVG erfassen den rollenden und ruhenden Verkehr nur insoweit, als es sich um Verkehr handelt, der sich im Rahmen der Zweckbestimmung der Strassen hält und mithin als Gemeingebrauch erscheint. Das Parkieren während der ganzen Nacht oder während der halb oder ganztägigen Arbeitszeit stellt dagegen einen gesteigerten Gemeingebrauch dar, weshalb dessen Regelung in die alleinige Kompetenz der Kantone fällt. Aus diesem Grunde sind die Kantone befugt, nicht nur Kontrollgebühren, sondern eben auch Benützungs- oder Lenkungsabgaben zu erheben. Gemäss Art. 65 der kantonalen Strassenverkehrsverordnung sind die Gemeinden befugt über den gesteigerten Gemeingebrauch von öffentlichen Strassen und Plätzen Polizeivorschriften zu erlassen. Art. 66 dieser Verordnung regelt, dass solche Verrichtungen, für welche die öffentliche Strasse über den Gemeingebrauch hinausgehend in Anspruch genommen wird, nur mit Bewilligung gestattet ist.”
“Infolgedessen wäre der Beschuldigte verpflichtet gewesen, wie jede andere Person, die nicht im Besitz einer Anwohnerparkkarte ist, den Vorschriften entsprechend eine Parkscheibe anzubringen, was er indes nicht tat. Daraus, dass der Beschuldigte über eine gültige Anwohnerparkkarte verfügte und sich diese im Fahrzeug befand, kann der Vorinstanz folgend nichts zu seinen Gunsten abgeleitet werden. Die Anwohnerparkkarte kann selbstredend erst dann von der Pflicht zum Anbringen einer Parkscheibe entbinden, wenn sie auch gut sichtbar (ganze bedruckte Fläche) hinterlegt wird, was alleine in der Verantwortung der Inhaberin oder des Inhabers der Anwohnerparkkarte liegt und worauf im Beiblatt beim Ausstellen der Anwohnerparkkarte in aller Deutlichkeit hingewiesen wird (pag. 43). Das vorinstanzliche Urteil ist folglich auch in rechtlicher Hinsicht korrekt ausgefallen. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz wurde denn auch von der Verteidigung nicht beanstandet (pag. 110 ff.). Der Schuldspruch der Vorinstanz ist damit zu bestätigen und der Beschuldigte ist der einfachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 48a Abs. 4 SSV schuldig zu erklären. IV. Strafzumessung Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Für die einfache Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz ist eine Busse bis CHF 10'000.00 vorgesehen (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). Die Vorinstanz orientierte sich für die Höhe der von ihr ausgesprochenen Übertretungsbusse von CHF”
Nach der Rechtsprechung besteht ein Vertrauensprinzip: Wer sich verkehrskonform verhält, darf grundsätzlich davon ausgehen, dass andere sich ebenfalls regelkonform verhalten, soweit nicht besondere Umstände Anlass geben, an diesem Vertrauen zu zweifeln. Dieses Prinzip steht in Zusammenhang mit der Pflicht, andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden und ist für die Anwendung von Art. 90 Abs. 1 relevant.
“Dès lors, l'inscription dans le rapport de police de la déclaration de l'appelant, conducteur du motocycle impliqué dans la collision, correspondait parfaitement aux tâches d'investigations policières. Les obligations procédurales découlant des interrogatoires formels, telles que la tenue d'un procès-verbal ou l'obligation de débats contradictoires ne sont, en l'espèce, pas applicables. Il n'était partant pas nécessaire d'informer préalablement l'appelant de ses droits. À teneur des images de vidéosurveillance, ni le visage de l'appelant ni la plaque d'immatriculation de son véhicule ne sont visibles et identifiables. Lesdites images n'ont en outre pas servi à la police à des fins d'identification. Dès lors qu'il ne s'agit pas de données personnelles, il ne peut y avoir de traitement illicite. Au regard de ce qui précède, la vidéosurveillance de [l'immeuble D______] sera déclarée exploitable et, partant, sera prise en compte par la CPAR. Il n'y a pas lieu de remettre en question la validité des preuves survenue dans le cadre de la rédaction du rapport d'accident daté du 2 avril 2018. 3. 3.1.1. Selon l'art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la LCR ou par des dispositions d'exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l'amende. Chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies (art. 26 ch. 1 LCR). Une prudence particulière s'impose s'il apparaît qu'un usager de la route va se comporter de manière incorrecte (art. 26 ch. 2 LCR). Le principe de la confiance est déduit de l'art. 26 al. 1 LCR (ATF 120 IV 252 consid. 2d/aa p. 254). Ce principe permet à l'usager, qui se comporte réglementairement, d'attendre des autres usagers, aussi longtemps que des circonstances particulières ne doivent pas l'en dissuader, qu'ils se comportent également de manière conforme aux règles de la circulation, c'est-à-dire ne le gênent pas ni ne le mettent en danger (ATF 125 IV 83 consid. 2b p. 87 ; ATF 118 IV 277 consid. 4a p. 280 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_959/2016 du 6 juillet 2017 consid.”
In den vorliegenden Entscheiden wurde Fahren ohne erforderliche Fahrerlaubnis zusammen mit einer Anklage oder Verurteilung wegen Art. 90 Abs. 2 SVG behandelt. Ebenfalls kommt in den Quellen eine jüngere Person (Jahrgang 2005) als Betroffener von Verfahren wegen Art. 90 Abs. 2 SVG vor.
“Il est reproché à A______, né le ______ 2001, d'avoir, au guidon d'un motocycle pour lequel il ne disposait pas du permis de conduire de la catégorie requise, remonté une file de véhicules à l'arrêt et heurté le flanc droit d'une voiture, engagée sur la route, conduite par C______, causant de la sorte un accident avec des dégâts matériels, lors duquel lui-même et son passager ont été légèrement blessés. b.a. Entendu par la police, hors présence d'un avocat, A______ a admis avoir conduit le motocycle sans avoir le permis requis. Concernant l'accident, il avait démarré au feu vert avant C______ pour aller tout droit mais ce dernier était venu le percuter sur le flanc droit au moment de tourner. b.b. C______ a déclaré qu'au moment de démarrer, il n'y avait personne à sa hauteur. Lors du passage du feu au vert, il avait signalé son intention d'obliquer à droite, vérifié son angle mort et commencé son virage lorsque le scooter conduit par A______ était venu s'encastrer dans sa portière avant droite. c. Lors de l'audience par-devant le Ministère public le 1er février 2024, A______ a, derechef, renoncé à être assisté d'un avocat et confirmé ses précédentes déclarations. Pour lui, C______ était responsable de l'accident. d. Par ordonnance pénale du même jour, le Ministère public a déclaré A______ coupable de violation grave des règles de la circulation routière (art. 90 al. 2 LCR) et de conduite sans permis de conduire (art. 95 al. 1 let. a LCR), l'a condamné à une peine privative de liberté de soixante jours et a renoncé à révoquer le sursis accordé le 31 mai 2021 par le Tribunal de police, en prolongeant le délai d'épreuve d'un an. e. Dans un courrier reçu par le Ministère public le 9 suivant, A______ a formé opposition à cette ordonnance. Il ne contestait pas les faits reprochés mais sa condamnation car, étant étudiant à la Haute école D______, une telle sanction mettrait fin à son bachelor. f. Par ordonnance du 5 mars 2024, le Tribunal de police a – à la suite du maintien, par le Ministère public, de son ordonnance pénale – renvoyé le dossier au Ministère public pour complément d'instruction. A______ devait être confronté à C______. g. Le 7 mars 2024, Me B______ a informé le Ministère public avoir été constitué à la défense des intérêts de A______. h. Le 22 suivant, A______ a adressé au Ministère public une demande de désignation de défenseur d'office. Il ressort du formulaire ad hoc rempli et signé par A______ qu'il vit avec sa mère et ses deux sœurs.”
“Par acte déposé le 5 août 2024, A______ recourt contre l'ordonnance du 26 juillet 2024, notifiée le 30 suivant, par laquelle le Tribunal des mesures de contrainte (ci-après : TMC) a prolongé sa détention provisoire jusqu'au 30 septembre 2024. Le recourant conclut à l'annulation de l'ordonnance précitée et à sa mise en liberté immédiate, moyennant l'obligation de vivre chez son père, l'interdiction de conduire un véhicule à moteur, ainsi que l'obligation faite à son père (sic) de s'occuper de lui "jour et nuit", de lui faire suivre ses traitements auprès de ses médecins traitant jusqu'à la mise en place des mesures préconisées par l'expertise psychiatrique, et de "ne pas [lui] permettre de disposer des clés d'un véhicule à moteur". B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : a. A______, ressortissant kosovar né en ______ 2005, est prévenu de tentative de meurtre (art. 22 al. 1 CP cum 111 CP), mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP), violence ou menaces contre les autorités ou les fonctionnaires (art. 285 al. 1 CP), violation grave des règles de la circulation (art. 90 al. 2 LCR), violation intentionnelle des règles fondamentales de la circulation (art. 90 al. 3 et 4 LCR), conduite sans autorisation (art. 95 al. 1 let. a LCR) et dommages à la propriété (art. 144 al. 1 et 3 CP). Il lui est reproché d'avoir, à Genève, le 31 janvier 2024 peu après minuit : circulé, sans être titulaire du permis de conduire, au volant d'un véhicule de marque D______/1______ [appartenant à son père], du quai 2______ jusqu'à la route 3______ en commettant de nombreuses violations simples des règles de la circulation (non-respect de signaux ou de marques, circulation sans feux de croisement) ; pris la fuite à la vue d'un véhicule de police venant l'interpeller, en commettant plusieurs excès de vitesse particulièrement importants (un d'environ 75 km/h par rapport à la vitesse limitée à 50 km/h, dix-neuf autres dont quatre de plus de 45 km/h sur des tronçons limités à 50 km/h, un dépassement d'environ 40 km/h sur un tronçon avec vitesse limitée à 30 km/h); pris la fuite à proximité d'un barrage de police au niveau de l'avenue 4______ ; forcé un barrage de police à l'avenue 5______ et heurté à sept reprises des véhicules de police et un gendarme, le blessant ; sur la route 3______, perdu la maîtrise de son véhicule et violemment percuté des véhicules de police qui l'encerclaient ; blessé six gendarmes et endommagé au moins sept véhicules de police ; empêché de la sorte, par la violence, les forces de l'ordre de l'interpeller.”
Gerichtspraxis verwendet zur Abgrenzung häufig schematisierende Schwellen (z. B. deutliche Geschwindigkeitsüberschreitungen, Schikanestopp, Überschreiten einer Sicherheitslinie). Diese Praxis dient der Praktikabilität, wird aber nicht abstrakt angewendet: aussergewöhnliche örtliche Umstände (z. B. Baustelle, kürzlich eingeführte Temporeduktion oder konkrete Strassenverhältnisse) können zur Folge haben, dass ein Verhalten trotz Überschreitung typischer Schwellen nur als einfache Verkehrsregelverletzung gewertet wird.
“Selon le Tribunal fédéral, il n'est pas possible d'établir abstraitement une liste de règles objectivement fondamentales ; il faut procéder à un examen de la règle violée au regard des circonstances objectives de la violation, afin de déterminer le caractère fondamental ou non de la règle considérée ; la violation doit excéder celles que l'on rencontre habituellement. Le fait que la violation d'une règle soit fréquemment à l'origine d'accidents peut faire naître une sorte de présomption, certes réfragable, selon les circonstances, du caractère fondamental de la règle ; tel est les cas, par exemple, des règles relatives à la vitesse (Y. JEANNERET/ A. KUHN/ C. MIZEL/ O. RISKE/ B. RUSCONI/ A. BUSSY, Code suisse de la circulation routière commenté, 5ème éd., Bâle 2024, n. 4.4 ad 90 LCR). Le franchissement d'une ligne de sécurité constitue en principe également une violation grave des règles de la circulation routière (ATF 136 II 447 consid. 3.3 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_1427/2017 du 25 avril 2018 consid. 2.1.2). 2.2.4.1. L'art. 90 al. 3 LCR définit et réprime les infractions particulièrement graves aux règles de la circulation routière, dites "délit de chauffard", consacrant une troisième catégorie d'infraction aux règles de la circulation routière sous la forme d'un crime (l'art. 90 al. 1 LCR constituant une contravention et l'art. 90 al. 2 LCR un délit). L'art. 90 al. 3 LCR punit celui qui, par une violation intentionnelle des règles fondamentales de la circulation, accepte de courir un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort, que ce soit en commettant des excès de vitesse particulièrement importants, en effectuant des dépassements téméraires ou en participant à des courses de vitesse illicites avec des véhicules automobiles. À teneur de l'art. 90 al. 4 LCR, l'al. 3 est toujours applicable lorsque la vitesse maximale autorisée a été dépassée d'au moins 80 km/h, là où la limite était fixée à plus de 80 km/h (let. d). 2.2.4.2. L'art. 90 al. 3 LCR contient deux conditions objectives, la violation d'une règle fondamentale de la circulation routière et la création d'un grand risque d'accident pouvant entraîner de graves blessures ou la mort. La notion de violation d'une règle fondamentale de la circulation apparaît identique à celle de violation grave d'une règle de circulation au sens de l'art.”
“Objektive und subjektive Tatkomponenten (Tatverschulden) Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, geben die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten in der Version gültig per 1. Januar 2021 (nachfolgend: VBRS-Richtlinien) Anhaltspunkte für die angemessene Strafhöhe bei einem sog. Referenzsachverhalt. Allerdings stützt sich die Vorinstanz bei der konkreten Strafzumessung nicht auf den einschlägigen Referenzsachverhalt. So ist zwar richtig, dass die VBRS-Richtlinien für Widerhandlungen auf Autobahnen und Autostrassen für brüskes Abstoppen ohne Not bei nachfolgendem Fahrzeug (Schikanestopp) grundsätzlich eine Strafe ab 12 Strafeinheiten empfehlen (vgl. Punkt 1.VIII.3.5, S. 23 der VBRS-Richtlinien). Vorliegend handelt es sich bei der betroffenen Strasse indes weder um eine Autobahn noch um eine Autostrasse. So ereignete sich der zu beurteilende Vorfall auf einer Nebenstrasse ausserorts. Die VBRS-Richtlinien sehen für den vorliegend zu beurteilenden Fall keinen besonderen Referenzsachverhalt vor. Für grobe Verkehrsverletzungen nach Art. 90 Abs. 2 SVG empfehlen die VBRS-Richtlinien im Allgemeinen, diese in der Regel mit einer Strafe ab 12 Strafeinheiten zu sanktionieren (vgl. Punkt 1.I.2., S. 7 der VBRS-Richtlinien). Im Übrigen sahen bereits die VBRS-Richtlinien, welche per 1. Januar 2020 gültig waren, diese Sanktionierung vor. Betreffend die vorliegende objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte durch das unbegründete und brüske Bremsen auf der Nebenstrasse ausserorts nicht nur sich selbst und seine Ehefrau gefährdete, sondern auch den Geschädigten und dessen Ehefrau. Die Gefahr, welche vom Beschuldigten ausging, darf nicht sowohl bei der Qualifizierung seines Verhaltens als grobe Verkehrsregelverletzung als auch beim objektiven Tatverschulden zu seinen Lasten gewertet werden. Allerdings ist innerhalb des Strafrahmens zu gewichten, wie schwer der Verstoss gegen die Verkehrsregeln wiegt. Hierbei ist insbesondere den Strassen- und Verkehrsverhältnissen Beachtung zu schenken. Der Tatbestand der groben Verkehrsverletzung durch brüskes Abbremsen (Schikanestopp) erfasst beispielsweise auch Konstellationen auf Autobahnen bei dichtem Verkehr bei Schnee.”
“38 Abs. 2 lit. a aVZV, welcher jedoch mit der Änderung vom 28. März 2007 mit Wirkung per 1. Januar 2008 aufgehoben wurde. Die Praxis beruht auf der Überlegung, mit bestimmten Strassen seien typische Gefahren verbunden. Zunächst wendete das Bundesgericht die Schwellenwerte nur auf Strassen inner- und ausserorts an, später dehnte es sie auf Autobahnen aus und trug dabei der anlagebedingten Gefahr Rechnung. Eine weitere Unterteilung zwischen Autostrassen, auf denen die allgemeine Höchstgeschwindigkeit 100 km/h beträgt, und anderen Strassen ausserhalb von Ortschaften, auf denen die allgemeine Höchstgeschwindigkeit 80 km/h beträgt, nahm das Bundesgericht nicht vor. dd) Das Bemühen um eine rechtsgleiche Praxis auf der einen Seite und die Würdigung der konkreten Umstände auf der anderen Seite stehen in einem Spannungsverhältnis. In der Literatur wurde die Rechtsprechung des Bundesgerichts denn auch als schematisch kritisiert. Die Problematik ist jedoch bereits im Gesetz selbst angelegt. Die von Art. 90 Abs. 2 SVG verlangte Gefährdung lässt sich begrifflich nicht verlässlich graduieren. Im Rechtsalltag muss daher zur Konkretisierung des Tatbestands auf eine Kasuistik zurückgegriffen werden. Daraus erklärt sich die Tendenz zur Regelbildung und Schematisierung, was zwar der Praktikabilität dient, aber nicht immer zu befriedigenden Lösungen führt. ee) Das Spannungsverhältnis zwischen Rechtsgleichheit und Praktikabilität entschärft die bundesgerichtliche Praxis bis zu einem gewissen Punkt, indem sie den Anwendungsbereich der schematisierenden Rechtsprechung einschränkt. Diese kommt nicht zur Anwendung bei aussergewöhnlichen Umständen. Beispielsweise erkannte das Bundesgericht auf eine einfache Verkehrsregelverletzung bei einem Autofahrer, der eine vorübergehende Geschwindigkeitsherabsetzung von 120 km/h auf 80 km/h bei einer Baustelle nicht realisierte sowie bei einem Automobilisten, der eine erst vor kurzem umgesetzte Temporeduktion im Rahmen eines Verkehrsberuhigungskonzepts ignorierte. Hier wie da befasste sich das Bundesgericht auch mit den konkreten örtlichen Gegebenheiten und der geschaffenen Gefahr.”
Die Teilnahme an nicht bewilligten Demonstrationen befreit nicht von der Pflicht, die Verkehrsregeln einzuhalten; auch einfache Teilnehmende können für Verstösse nach Art. 90 Abs. 1 SVG bestraft werden (bei Sachverhalten, in denen die Handlung als nicht autorisiert bzw. als störend für den Verkehr festgestellt wurde). Fahrlässiges Verhalten genügt hierfür in den entschiedenen Fällen.
“1 Invoquant une violation du droit ainsi qu'une constatation incomplète et erronée des faits, l'appelant conteste sa condamnation pour infraction simple des règles de la circulation routière. Il soutient que le jugement serait erroné en ce sens que ce ne serait pas lui qui aurait stoppé le véhicule, précisant qu’il était descendu par la droite, puis s’était déplacé à gauche, voulant apporter son aide, compte tenu de l’accident. Il aurait ensuite posé son pied à terre, puis serait tombé. 9.2 Aux termes de l'art. 26 al. 1 LCR, chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. Selon l'art. 34 al. 1 LCR, les véhicules tiendront leur droite et circuleront, si la route est large, sur la moitié droite de celle-ci. Ils longeront le plus possible le bord droit de la chaussée, en particulier s'ils roulent lentement ou circulent sur un tronçon dépourvu de visibilité. Selon l’art. 90 al. 1 LCR, celui qui viole les règles de la circulation prévues par la présente loi ou par les dispositions d’exécution émanant du Conseil fédéral est puni de l’amende. 9.3 Le premier juge a retenu que F.________ avait circulé à contre-sens pour rejoindre plusieurs autres cyclistes qui entouraient un véhicule automobile afin de l’empêcher de continuer sa route, qu'il ne pouvait justifier sa trajectoire au motif que les règles applicables dans le cadre d'un rassemblement de la Critical mass permettaient d'adopter une telle conduite et que F.________ soutenait à tort qu'il n'y avait pas de circulation dans le sens inverse, au motif que celle-ci aurait été stoppée sous le pont Bessières. L'appelant invoque une violation du droit ainsi qu'une constatation incomplète et erronée des faits. Il ne se plaint toutefois pas d'arbitraire et n'explique pas en quoi les faits retenus à son encontre seraient manifestement inexacts. Cela étant, on peut souligner que la manifestation n'était pas autorisée et qu'aucune voie n'avait été fermée à la circulation, la police ne pouvant savoir quel allait être l'itinéraire des cyclistes.”
“Ainsi, quoi qu'en dise l’appelant, la sécurité et l’ordre publics sont des motifs pouvant justifier des restrictions de police à la liberté de réunion et de manifestation, et ce même dans le cadre de manifestations pacifiques, comme en l’espèce, étant rappelé que la tolérance de la manifestation en question a été largement respectée dans la présente cause, la police n’étant intervenue qu’après plusieurs heures d’occupation et vaines incitations à partir sous peine de sanctions. Par ailleurs, il va de soi que le droit de manifester aurait parfaitement pu être exercé dans le cadre de manifestations autorisées. Ainsi, l’application de l’art 14 CP doit être rejetée. Pour les mêmes motifs exposés ci-avant (cf. consid. 5.3 supra), le fait justificatif de l’état de nécessité licite (art. 17 CP) doit également être écarté. Il résulte de ce qui précède que c'est à juste titre que le premier juge a retenu que X.________ s’était rendu coupable d’entrave aux services d’intérêt général (art. 239 ch. 1 CP) et de violation simple des règles de la circulation (art. 90 al. 1 LCR [loi fédérale sur la circulation routière du 19 décembre 1958 ; RS 741.01]) pour avoir utilisé indûment la chaussée en tant que piéton (en violation des art. 49 al. 1 LCR et 46 al. 2 OCR [ordonnance sur les règles de la circulation routière du 13 novembre 1962 ; RS 741.11]), l’intéressé s’étant couché sur la route afin de simuler un état létal (Dead-in), et d’empêchement d’accomplir un acte officiel (art. 286 CP), pour n’avoir pas obtempéré aux ordres de quitter les lieux. Le prénommé doit en revanche être libéré de la contravention à la loi sur les contraventions (LContr ; BLV 312.11) en relation avec l’art. 41 RGP, dès lors qu’il n’est pas retenu, sur la base des faits incriminés, qu’il était parmi les organisateurs de la manifestation litigieuse, ou qu’il était directement impliqué dans le mouvement...] [...], lequel est à l’origine de l’action du 20 septembre 2019. Partant, on doit considérer qu’en tant que « simple participant », il ne pouvait être exigé de lui qu’il sollicite une autorisation préalable pour se joindre à la manifestation organisée en amont par le collectif précité (cf.”
“Ainsi, le blocage comme tel d’un axe routier avec disposition d’obstacles, à un endroit empêchant tout contournement direct, comme un pont, puis immobilisation des manifestants sur la chaussée en adoptant des positions et des prises (« tortue » et « sit-in ») compliquant leur évacuation exprimait clairement que ce comportement collectif n’avait pas été approuvé par l’autorité compétente. Enfin, les interventions, sommations d’évacuation et avis de dénonciation de la police démontraient à l’évidence le caractère illicite du regroupement. L’appelante savait donc que l’action de blocage n’était pas autorisée, outre le fait qu’en demeurant assise, elle excédait le seuil de tolérance, ayant entendu les premières injonctions de la police adressées de façon générale aux manifestants. L’intention de bloquer le trafic, et donc également les services d’intérêt général, est ainsi établie. En définitive, l’infraction de l’art. 239 CP est réalisée, tant objectivement que subjectivement, et l’appel doit être rejeté sur ce point. 7. 7.1 En ce qui concerne la contravention de l’art. 90 al. 1 LCR pour avoir transgressé l’art. 26 al. 1 LCR, l’appelante prétend, à nouveau, qu’ignorant la non-autorisation de la manifestation, elle n’avait pas l’intention de gêner le trafic. 7.2 L'art. 26 al. 1 LCR prescrit que chacun doit se comporter, dans la circulation, de manière à ne pas gêner ni mettre en danger ceux qui utilisent la route conformément aux règles établies. 7.3 D’une part, comme on l’a vu ci-dessus, l’appelante savait que la manifestation n’était pas autorisée et l’a démontré lorsqu’elle a pris part au sit-in et, d’autre part, sur le plan subjectif, la contravention peut aussi être commise par négligence, en application de l’art. 100 al. 1 première phrase LCR. Ainsi, même un manifestant par hypothèse de bonne foi expérimentant le déroulement de la manifestation devait en réaliser l’illicéité et pouvait la vérifier, ne serait-ce qu’en questionnant un organisateur ou un policier. Le grief doit être rejeté, de sorte que l’appelante doit être condamnée pour violation simple des règles de la circulation routière.”
Die Rechtsprechung nennt Richtwerte als Anhaltspunkte für objektiv schwere Geschwindigkeitsüberschreitungen: in der Regel ≥25 km/h innerorts, ≥30 km/h ausserorts (bzw. auf nicht getrennten Halbautobahnen) und ≥35 km/h auf Autobahnen. Ob ein Überschreiten nach Art. 90 Abs. 1 SVG als schwer einzustufen ist, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab.
“- de son compte de carte de crédit et remis la majeure partie de cette somme à des tiers, action constitutive de l'acte de disposition dommageable typique des infractions de manipulation du type de l'escroquerie. Dans la mesure où il s'agissait en réalité de crédits au compte visant à compenser les débits qui devenaient survenir à brève échéance, il s'est en toute logique retrouvé débiteur envers la banque émettrice de la somme correspondante et des intérêts y relatifs. Cet argent n'était donc pas issu d'une infraction commise à l'encontre de tiers, de sorte que l'élément constitutif d'infraction préalable fait défaut. En réalité, le complexe de fait objet de la présente cause est potentiellement constitutif d'une escroquerie (à l'encontre de l'appelant), voire d'un abus de cartes-chèques et de cartes de crédit (au détriment de C______, émetteur du crédit). Il s'ensuit que l'appelant doit être acquitté du chef de blanchiment d'argent et le jugement du TP réformé en ce sens. L'appel est bien-fondé sur ce point. 4. 4.1. Selon l'art. 90 al. 1 LCR, quiconque viole les règles de la circulation prévues par la LCR ou par ses dispositions d'exécution se rend coupable de violation des règles de la circulation. Si cette transgression est grave et qu'elle est de nature à créer un sérieux danger pour la sécurité d'autrui, elle est constitutive d'une violation grave des règles de la circulation au sens de l'art. 90 al. 2 LCR. Sur le plan objectif, il existe une violation grave si une règle de la circulation routière est gravement enfreinte (1) et que cette entorse mène à un danger concret ou abstrait élevé (2) ; ce dernier élément dépend de l'ensemble des circonstances du cas d'espèce, avec comme ligne directrice la proximité de la survenance d'un danger concret ou d'une lésion (ATF 142 IV 93 consid. 3.1 ; 131 IV 133 consid. 3.2 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_85/2023 du 8 novembre 2023). Dans le domaine des excès de vitesse, la jurisprudence a fixé des lignes directrices précises afin d'assurer une égalité de traitement : sous réserve de circonstances exceptionnelles, un cas est objectivement grave en cas de dépassement de la vitesse autorisée de 25 km/h ou plus à l'intérieur d'une localité, de 30 km/h ou plus hors d'une localité et sur une semi-autoroute dont les chaussées bidirectionnelles ne sont pas séparées et de 35 km/h ou plus sur une autoroute (ATF 143 IV 508 consid.”
Das Überschreiten einer Sicherheitslinie beim Überholen wird in der Rechtsprechung regelmässig als objektiv schwere und besonders gefährdende Verletzung der Verkehrsregeln angesehen und kann als Indiz für eine grobe Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG gewertet werden. Die abschliessende Beurteilung, ob eine grobe Verletzung vorliegt, ist von den konkreten Umständen (z.B. Geschwindigkeit, Sicht- und Begegnungsverhältnisse) abhängig.
“Verkehrsregeln Durch das Überfahren der Sicherheitslinie am 29. Juli 2020 und am 17. Oktober 2020 hat der Beschuldigte die Verkehrsregeln von Art. 27 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 2 SVG verletzt. Diese besagen, dass Signale und Markierungen zu befolgen sind und dass auf Strassen mit Sicherheitslinien immer rechts dieser Linien zu fahren ist. Durch das Befahren der Einspurstrecke zum Zweck des Überholens hat der Beschuldigte gegen Art. 13 VRV verstossen, wonach das Wechseln auf andere Fahrstreifen zum Überholen auf Einspurstrecken untersagt ist. Zu prüfen ist, ob der Beschuldigte mit seinem Fahrverhalten die Verkehrsregeln jeweils in grober Weise verletzt hat (Art. 90 Abs. 2 SVG).”
“Was die mehrfache grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG betrifft, liegen folgende unbestrittene Tatumstände vor: Der Beschwerdeführer überschritt mit dem Motorrad oder Personenwagen die jeweils zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts um mindestens 33 km/h, 36 km/h und 44 km/h sowie ausserorts um mindestens 36 km/h, 45 km/h, 46 km/h, 50 km/h und 53 km/h. In drei Fällen überschritt er die zulässige Höchstgeschwindigkeit während eines Überholmanövers. Dabei überholte er einen Personenwagen, drei Personenwagen bzw. zwei Personenwagen und zwei Motorräder. In zwei der drei Überholmanöver überfuhr er eine durchgezogene Sicherheitslinie bzw. eine Sperrfläche. Einmal überholte er die Fahrzeuge sogar, obwohl ihm zu Beginn zwei Personenwagen entgegenkamen. Zwar beging er die Geschwindigkeitsüberschreitungen bei trockenen Strassenverhältnissen und die Sichtverhältnisse waren grösstenteils uneingeschränkt. Bei den Fahrten in Dunkelheit hätte er allerdings Velofahrer oder Fussgänger ohne Licht oder reflektierende Kleidung kaum rechtzeitig erblickt. Der Beschwerdeführer beging die Taten ohne ersichtlichen oder nachvollziehbaren Grund.”
“a LCR correspond en principe à la définition de l'infraction réprimée sur le plan pénal par l'art. 90 al. 2 LCR (Mizel, Les nouvelles dispositions légales sur le retrait du permis de conduire, in RDAF 2004, p. 395). Le Tribunal fédéral tient ces notions pour identiques à tous les égards (ATF 120 Ib 285); il estime que, pour être punissable sous l'angle de l'art. 90 al. 2 LCR, le comportement du conducteur doit être particulièrement blâmable, soit, en d'autres termes, relever d'une négligence grossière. L'auteur doit avoir violé, par son comportement ou par une simple absence passagère, un devoir de prudence élémentaire qui lui était imposé de manière évidente par les circonstances. La création d'un danger sérieux pour la sécurité d'autrui au sens de la disposition précitée est déjà donnée en cas de mise en danger abstraite accrue. Le critère déterminant pour admettre que l'on est en présence d'un danger abstrait sérieux ou accru réside dans l'imminence du danger (ATF 122 II 228 consid. 3b / JdT 1996 I 700 avec les références). Subjectivement, l'art. 90 al. 2 LCR exige un comportement sans scrupules ou gravement contraire aux règles de la circulation, découlant à tout le moins d'une négligence grossière (ATF 118 IV 84 consid. 2a). 4.2. Dans le cas d'espèce, la CMA a qualifié de grave l'infraction commise par le recourant. Son appréciation échappe à toute critique. Les règles concernant les dépassements ont pour but de minimiser les risques qui leur sont liés. Elles sont donc des dispositions importantes pour assurer la sécurité routière (cf. arrêt TF 6S.128/2004 du 15 juin 2004 consid. 2; ATF 129 IV 155 consid. 3.2.1; 121 IV 235 consid. 1b-1c). De plus, il y a lieu de souligner que la manœuvre consistant à franchir une ligne de sécurité représente, du point de vue objectif, une violation grave des règles de la circulation routière en raison du danger notoirement important qu’elle comporte pour la sécurité du trafic et, en particulier, des usagers de la route circulant en sens inverse (cf. ATF 136 II 447 consid. 3.3). En l’occurrence, la manœuvre de dépassement doit être qualifiée de téméraire.”
Praxisbeispiele zu Bussen: In den Entscheiden wurden bei moderaten bis erheblichen innerörtlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen Bussen in der Grössenordnung von etwa CHF 400 (z. B. 24 km/h zuviel) bis CHF 1'000 (z. B. 25 km/h zuviel) verhängt. Bei sehr geringen Übertretungen wurden in der Praxis auch sehr niedrige Bussen (z. B. ca. CHF 40 für 1 km/h) ausgesprochen.
“________ est né le [...] 1973 à Sorengo/TI. Marié, il a deux enfants. Il est employé dans les matières premières auprès de [...], laquelle le rémunère d’un salaire annuel fixe de 330'000 fr., plus un bonus variant de zéro à un million de francs, selon sa performance. Seul propriétaire de son bien immobilier, ses charges de logement pour la famille se montent à 5'000 fr. par mois. Il estime sa fortune à quelque 800'000 francs. 2. Il est reproché à X.________ d’avoir circulé au volant du véhicule VD-[...] à Crans, route Suisse 20, direction de marche Lausanne, district de Nyon, le 1er juillet 2021 à 19 heures 11, en dépassant la vitesse maximale autorisée (60 km/h) de 24 km/h. Par ordonnance pénale du 10 janvier 2022, le Préfet du district de Nyon avait condamné X.________ à une amende de 400 fr., convertible en une peine privative de liberté de 4 jours en cas de non-paiement fautif, ainsi qu’aux frais de procédure par 60 fr., pour violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR). X.________ ayant fait opposition à cette ordonnance le 19 janvier 2022 et le Préfet l’ayant maintenue, le Ministère public a transmis au Tribunal de police de l’arrondissement de la Côte le dossier comme objet de sa compétence, conformément à l’article 356 alinéa 1 CPP. En droit : 1. 1.1 Interjeté dans les formes et délais légaux (art. 385 al. 1 et 399 CPP [Code de procédure pénale suisse du 5 octobre 2007 ; RS 312.0]) par un prévenu ayant qualité pour recourir (art. 382 al. 1 CPP) contre le jugement d’un tribunal de première instance qui a clos la procédure (art. 398 al. 1 CPP), l'appel de X.________ est recevable. 1.2 Le jugement et l’appel ne portant que sur une contravention, la procédure écrite est applicable (art. 406 al. 1 let. c CPP) et la cause ressort de la compétence d’un juge unique (art. 14 al. 3 LVCPP [Loi d'introduction du Code de procédure pénale suisse du 19 mai 2009 ; BLV 312.01]). 2. Aux termes de l’article 398 al. 4 CPP, lorsque seules des contraventions ont fait l’objet de la procédure de première instance, l’appel ne peut être formé que pour le grief que le jugement est juridiquement erroné ou que l’état de fait a été établi de manière manifestement inexacte ou en violation du droit.”
“Du 3 décembre 2018 au 30 mars 2019, il a omis de restituer au Service des automobiles et de la navigation du canton de Vaud (SAN), nonobstant une sommation de sa part, le permis de circulation et les plaques de contrôle dun véhicule, qui lui avaient été retirés par décision du 19 novembre 2018 pour défaut de paiement de l'assurance responsabilité civile. Le 17 mars 2019, au passage frontière de Bardonnex, lors de son entrée en Suisse, il a circulé au volant du même véhicule automobile, sans le permis de circulation et sans les plaques de contrôle requis et alors qu'il n'était pas couvert par l'assurance-responsabilité civile prescrite, ce qu'il savait ou aurait dû savoir s'il avait prêté toute l'attention commandée par les circonstances. a.c.b. Selon trois ordonnances pénales du 20 novembre 2019, il est encore reproché à A______ davoir, à Genève, dépassé à trois reprises (soit les 24 août 2018, 28 août 2018 et 2 septembre 2018), la vitesse autorisée à l'intérieur d'une localité, hors des localités ou sur autoroute, de 3 à 8 km/h, alors qu'il circulait avec un motocycle. b.a. A______ forme également appel contre le jugement JTDP/1040/2021 du 17 août 2021 dans la procédure P/1______/2020, par lequel le TP la reconnu coupable de violation simple des règles de la circulation routière (art. 90 al. 1 LCR) et la condamné à une amende de CHF 160.- (peine privative de liberté de substitution de deux jours) ainsi quaux frais de la procédure. b.b. A______ entreprend intégralement ce jugement et conclut à son acquittement, avec suite de frais et dépens. b.c. Selon une ordonnance pénale du 22 juillet 2020, il est reproché à A______ davoir, le 18 février 2020, à E______, dépassé au guidon dun motocycle, la vitesse autorisée de 1 km/h (après déduction de la marge de sécurité), à lintérieur dune localité. Selon une ordonnance pénale du 23 octobre 2020, il lui est également reproché davoir, le 21 août 2020, à F______, stationné avec un motocycle à un endroit où une interdiction de sarrêter était signalée jusquà 60 minutes. B. Les faits pertinents suivants ressortent de la procédure : Des faits relatifs à la P/1______/2020 a.a. Le 19 mai 2020, le Service des contraventions de Genève (SDC) a adressé une amende dordre dun montant de CHF 40.- à A______, mentionnant que le motocycle immatriculé 2______ (F) avait dépassé, à E______, le 18 février 2020, la vitesse autorisée de 1 km/h.”
“Zu bestrafen ist der Berufungskläger demzufolge mit einer Busse (Art. 90 Abs. 1 SVG). Das objektive Verschulden wiegt im Rahmen des nicht qualifizierten Tatbestands von Art. 90 Abs. 1 SVG eher hoch. Es bleibt dabei, dass die Geschwindigkeitsüberschreitung um 25 km/h innerorts (75 km/h statt 50 km/h) objektiv als gravierend zu bezeichnen ist. Dass der Berufungskläger laut eigener Aussage als Aussendienstmitarbeiter aus beruflichen Gründen viel mit dem Auto unterwegs ist, vermag den Tatvorwurf weder zu erschweren etwa im Sinne, dass er als geübter Lenker Geschwindigkeitslimiten auch in anspruchsvolleren Streckensituationen fehlerfrei erkennen müsste noch zu mindern. Wer viel unterwegs ist, ist im Strassenverkehr keinem milderen Mass an Sorgfalt unterworfen. Die guten finanziellen Verhältnisse des Berufungsklägers haben sich nach seinen Angaben in der Berufungsverhandlung gegenüber dem Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils durch eine Steigerung des Erwerbseinkommens noch verbessert (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 2). In Abwägung aller Umstände und mit Hinblick auf die Gerichtspraxis zu den Geldbussen bei Geschwindigkeitsübertretungen ist die verschuldensangemessene Busse auf CHF 1'000.”