Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besondern Voraussetzungen der nachfolgenden Artikel zutrifft, wird mit Freiheitsstrafe1nicht unter fünf Jahren bestraft.
Ausdruck gemäss Ziff. II 1 Abs. 1 des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 1999 1979). Diese Änd. wurde im ganzen zweiten Buch berücksichtigt. ↩
129 commentaries
Bei der Abgrenzung zu Art. 112 StGB ist zu prüfen, ob eine besondere Abwesenheit von Skrupeln vorliegt; diese setzt eine besonders schwere, allein aus der Tat abzuleitende Schuld voraus. Wird diese Voraussetzung nicht erfüllt, ist Art. 111 StGB anzuwenden.
“Selon l'art. 112 CP, si le délinquant a tué avec une absence particulière de scrupules, notamment si son mobile, son but ou sa façon d'agir est particulièrement odieux, il sera puni d'une peine privative de liberté à vie ou d'une peine privative de liberté de dix ans au moins. L'assassinat (art. 112 CP) est une forme qualifiée d'homicide intentionnel qui se distingue du meurtre ordinaire (art. 111 CP) par le fait que l'auteur a tué avec une absence particulière de scrupules. Cela suppose une faute spécialement lourde et déduite exclusivement de la commission de l'acte; les antécédents ou le comportement que l'auteur adopte immédiatement après les faits n'entrent en ligne de compte que dans la mesure où ils y sont étroitement liés, et permettent de caractériser la personnalité de l'auteur. Pour caractériser la faute de l'assassin, l'art. 112 CP évoque les cas où les mobiles, le but ou la façon d'agir de l'auteur sont particulièrement odieux. Le mobile est notamment particulièrement odieux lorsqu'il apparaît futile, l'auteur tuant pour se venger, sans motif sérieux, ou encore pour une broutille. La façon d'agir est particulièrement odieuse lorsqu'elle est barbare ou atroce ou lorsque l'auteur a exploité avec perfidie la confiance de la victime. L'énumération du texte légal n'est pas exhaustive. L'absence particulière de scrupules peut être admise lorsque d'autres éléments confèrent à l'acte une gravité spécifique.”
“Selon l'art. 112 CP, si le délinquant a tué avec une absence particulière de scrupules, notamment si son mobile, son but ou sa façon d'agir est particulièrement odieux, il sera puni d'une peine privative de liberté à vie ou d'une peine privative de liberté de dix ans au moins. L'assassinat (art. 112 CP) est une forme qualifiée d'homicide intentionnel qui se distingue du meurtre ordinaire (art. 111 CP) par le fait que l'auteur a tué avec une absence particulière de scrupules. Cela suppose une faute spécialement lourde et déduite exclusivement de la commission de l'acte; les antécédents ou le comportement que l'auteur adopte immédiatement après les faits n'entrent en ligne de compte que dans la mesure où ils y sont étroitement liés, et permettent de caractériser la personnalité de l'auteur (ATF 141 IV 61 consid. 4.1 p. 64). Pour caractériser la faute de l'assassin, l'art. 112 CP évoque les cas où les mobiles, le but ou la façon d'agir de l'auteur sont particulièrement odieux. Le mobile est notamment particulièrement odieux lorsqu'il apparaît futile, l'auteur tuant pour se venger, sans motif sérieux, ou encore pour une broutille. La façon d'agir est particulièrement odieuse lorsqu'elle est barbare ou atroce ou lorsque l'auteur a exploité avec perfidie la confiance de la victime. L'énumération du texte légal n'est pas exhaustive. L'absence particulière de scrupules peut être admise lorsque d'autres éléments confèrent à l'acte une gravité spécifique.”
Bei Unterlassen kann, wenn die äusseren Umstände einen Todseintritt derart nahelegen, dass der Täter den Tod als Folge in Kauf genommen hat, hiervon auf Eventualvorsatz geschlossen werden (dies genügt für den Vorsatz i.S.v. Art. 111 StGB).
“Unter den genannten Umständen lag die Möglichkeit nicht nur einer schweren Körperverletzung oder einer Lebensgefahr, sondern darüber hinaus eines Todeseintritts derart nahe, dass davon ausgegangen werden muss, der Beschuldigte hätte den Tod von †L. in Kauf genommen. Dass die beim Opfer bestehende Lebensgefahr am nächsten Morgen weder für †B. noch für die ausrückenden Polizisten erkennbar war (so die Vorinstanz auf S. 69 des angefochtenen Urteils), ist insofern irrelevant, was seitens der Anklagebehörde zu Recht kritisiert wird. Somit ist zusammenfassend festzustellen, dass aufgrund der tatsächlichen, äusseren Umstände nicht nur eine Inkaufnahme von schweren Verletzungen, sondern offensichtlich auch auf der Hand liegende tödliche Folgen und damit eine eventualvorsätzliche Tötung vorliegt. Dies hat D. durch sein Tat- wie auch Nachtatverhalten eindrücklich manifestiert. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz (vgl. S. 62, 69 des angefochtenen Urteils) nahm D. somit die massiven Verletzungsfolgen, die zum Tod von †L. führten, sehr wohl in Kauf und handelte dementsprechend eventualvorsätzlich, was zur Erfüllung des subjektiven Tatbestandes von Art. 111 StGB (vorsätzliche Tötung) genügt.”
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann die versuchte vorsätzliche Tötung die gleichzeitig durch dieselbe Handlung verursachte vollendete einfache oder schwere Körperverletzung konsumieren, sofern dieser Körperverletzung keine selbständige rechtliche Bedeutung zukommt (unechte Konkurrenz).
“Objektiver Tatbestand Nachdem der Privatkläger den Angriff schwer verletzt überlebte, der tatbe-2.1. standsmässige Erfolg der Tötungsdelikte gemäss Art. 111 StGB mithin ausblieb, kommt von vornherein nur eine versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB in Betracht, was nachfolgend zu prüfen ist. Auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz betreffend den objektiven Tatbestand kann zur Vermeidung von Wiederholungen vorab voll- umfänglich verwiesen werden (Urk. 82 S. 19; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die dem Be- schuldigten zur Last gelegten Verletzungen des Privatklägers erfüllen sodann den objektiven Tatbestand der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes besteht zwischen einer versuchten vorsätzlichen Tötung und der damit einhergehenden, durch dieselbe Handlung verursachten (einfachen oder schweren) Körperverletzung unechte Konkurrenz (M ATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl . 2019, S. 50 Rz. 123 mit Verweis auf BGE 137 IV 113). Der Vorinstanz ist insbesondere darin beizupflichten, dass der Privatkläger”
“Fazit Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten den Tatbestand der versuchten, eventualvorsätzlichen Tötung i.S.v. Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB erfüllte. Es liegen keine Rechtfertigungs- oder Schuld- ausschlussgründe vor. Der Beschuldigte ist somit in Bestätigung des vorinstanzli- chen Urteils der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. Der Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung konsumiert gemäss bundes- gerichtlicher Rechtsprechung die vollendete einfache oder schwere Körperverlet- zung, wenn der Körperverletzung wie vorliegend nebst der versuchten Tötung keine selbständige Bedeutung zukommt (vgl. BGE 137 IV 113 E. 1.4.2 und E. 1.5).”
Bei gemeinschaftlich arbeitsteiligem Vorgehen oder in Verbindung mit anderen Delikten (z. B. besonders qualifizierter Raub) ist Art. 111 StGB ergänzend zu prüfen. Mehrfach beteiligte Personen können dabei entsprechend ihrer unterschiedlichen Tatbeiträge verschieden angeklagt bzw. verantwortlich gemacht werden.
“Mord, eventualiter vorsätzliche Tötung, subeventualiter fahrlässige Tötung, subsubeventualiter schwere Körperverletzung, begangen durch D. , bzw. besonders qualifizierter Raub, eventualiter qualifizierter Raub, subeventualiter einfacher Raub, subsubeventualiter qualifizierter Diebstahl, begangen durch D. , C. und E. 2.1 Anklageschrift2.1.1. In ihrer Anklageschrift vom 26. März 2020 (act. S 1-15) warf die Staatsanwaltschaft den drei Beschuldigten – neben dem im Berufungsverfahren nicht mehr zu prüfenden Tatbestand des Unterlassens der Nothilfe (Art. 128 al. 1 StGB) sowie der Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB) und des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) – besonders qualifizierten Raub (Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 140 Ziff. 4 StGB), eventualiter qualifizierten Raub (Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 140 Ziff. 3 StGB), subeventualiter einfachen Raub (Art. 140 Ziff. 1 StGB), subsubeventualiter qualifizierten Diebstahl (Art. 139 Ziff. 1 und 3 StGB), sowie dem Beschuldigten D. zusätzlich Mord (Art. 112 StGB), eventualiter vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB), subeventualiter fahrlässige Tötung (Art. 117 StGB), subsubeventualiter schwere Körperverletzung (Art. 122 al. 1 StGB), sofern nicht durch qualifizierten Raub konsumiert, vor. So hätten die drei Beschuldigten gemeinschaftlich und arbeitsteilig resp. alleine, wissentlich und willentlich mit Gewalt gegen eine Person jemandem mehrere fremde bewegliche Sachen zur Aneignung weggenommen, um sich oder einen anderen damit unrechtmässig zu bereichern, respektive auf frischer Tat nach dem Diebstahl ertappt Gewalt gegen eine Person angewendet, und dadurch das Opfer in Lebensgefahr gebracht und ihm eine schwere Körperverletzung zugefügt. D. habe überdies besonders skrupellos einen Menschen vorsätzlich getötet, namentlich aus besonders verwerflichem Beweggrund, Zweck der Tat und Art der Ausführung, eventualiter fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht (act. S 3, 15).”
“Berufungskläger sowie Anschlussberufungskläger (betr. 3.) 1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 3 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Z1._____ gegen Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. B. Groth, Anklägerin und II. Berufungsklägerin (betr. Beschuldigter 3) sowie Anschlussberu- fungsklägerin (betr. Beschuldigter 1) betreffend mehrfach versuchte Tötung etc. und Widerruf Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 25. August 2021 (DG210007) - 2 - Anklage: Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 14. Januar 2021 (Urk. 58) ist diesem Urteil beigeheftet. Urteil der Vorinstanz: (Urk. 313 S. 143 ff.) "Es wird erkannt: 1. Das Verfahren gegen den Beschuldigten 4 (D._____) wird eingestellt. 2. a) Der Beschuldigte 1 (A._____) ist schuldig der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. b) Der Beschuldigte 2 (B._____) ist schuldig der mehrfachen versuchten schwe- ren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. c) Der Beschuldigte 3 (C._____) ist schuldig der mehrfachen versuchten schwe- ren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 3. a) Der Beschuldigte 1 (A._____) wird bestraft mit 12 Jahren Freiheitsstrafe, wo- von bis und mit heute 683 Tage durch Haft erstanden sind. b) Der Beschuldigte 2 (B._____) wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wo- von bis und mit heute 678 Tage durch Haft erstanden sind. c) Der Beschuldigte 3 (C._____) wird bestraft mit 7 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 683 Tage durch Haft erstanden sind. 4. Der bedingte Vollzug bezüglich der gegenüber dem Beschuldigten 3 (C._____) mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 2. August 2018 ausge- fällten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr.”
Bei zielgerichteter Schussabgabe auf Kopf oder Oberkörper kann die Tat nach den angeführten Entscheidungen als versuchte Tötung (Art. 111 i.V.m. Art. 22 StGB) angesehen werden, weil das Projektil bei solcher Trefflage in der Regel geeignet ist, den Tod herbeizuführen. Auch das Richten einer schussbereiten Waffe aus kürzester Distanz kann eine konkrete, unmittelbare Lebensgefahr begründen, weil sich ein Schuss etwa infolge Aufregung, unvorhergesehener Reaktion des Opfers, Intervention Dritter oder eines Waffenfehlers jederzeit lösen kann; in Verbindung mit Tötungsvorsatz und manifestierter Tatentschlossenheit kann hierin ein strafbarer Versuch liegen.
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (Art. 22 Abs. 1 StGB; BGE 140 IV 150 E. 3.4; 137 IV 113 E. 1.4.2; je mit Hinweisen). Den Tatbestand der Gefährdung des Lebens erfüllt, wer einen Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt (Art. 129 StGB). In objektiver Hinsicht ist eine konkrete, unmittelbare Lebensgefahr erforderlich. Eine solche liegt vor, wenn sich aus dem Verhalten des Täters nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit der Todesfolge ergibt (BGE 133 IV 1 E. 5.1). Im Zusammenhang mit Schusswaffen bejaht die Rechtsprechung eine unmittelbare Lebensgefahr etwa bei der Bedrohung eines Menschen mit einer geladenen und entsicherten Pistole aus kürzester Distanz. Richtet der Täter eine schussbereite Waffe auf einen Menschen, kann sich auch ohne weitere zielgerichtete Handlungen desselben - etwa zufolge Aufregung, unvorhergesehener Reaktion des Opfers, Intervention Dritter oder Defekts der Waffe - jederzeit ungewollt ein Schuss lösen.”
“durch die Schussabgabe in Richtung des Kopfes oder des Oberkörpers ohne wei- teres hätte getötet werden können. So ist es dem Zufall zuzuschreiben und auf die rasche medizinische Hilfe zurückzuführen, dass der Privatkläger keine tödli- chen Verletzungen erlitt. Das sich durch den Oberarm und Kopf bohrende Projek- til war geeignet, schwerste Verletzungen zum Beispiel am Hirn oder Blutgefässen zu verursachen, was ohne weiteres hätte zum Tod führen können (Urk. 82 S. 19). - 43 - Mit Ausnahme des letztlich glücklicherweise ausgebliebenen tatbestands-2.3. mässigen Erfolges hat der Beschuldige durch sein Handeln den objektiven Tatbe- stand von Art. 111 StGB somit erfüllt, wobei wie gesehen eine versuchte Tatbe- gehung gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB vorliegt.”
Bei der Strafzumessung können frühere Vorstrafen und Hinweise auf fehlende Resozialisierung berücksichtigt werden; ferner wird vorzeitige Haft bei der Strafberechnung bzw. Vollstreckung angerechnet.
“* * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTCO/21/2024 rendu le 27 février 2024 par le Tribunal correctionnel dans la procédure P/10667/2021. L'admet partiellement. Acquitte A______ de tentative de vol (art. 139 ch. 1 cum 22 CP). Déclare A______ coupable de lésions corporelles simples (art. 123 ch. 1 CP). Condamne A______ à une peine privative de liberté de cinq ans et quatre mois, sous déduction de la détention avant jugement et en exécution anticipée de peine. Confirme pour le surplus le jugement entrepris, dont le dispositif est le suivant en ce qui le concerne : "Déclare A______ coupable de tentative de meurtre (art. 111 CP cum 22 CP), […] d'infraction à la loi fédérale sur les armes (art. 33 al. 1 let. a cum 4 al. 1 let. c LArm), d'empêchement d'accomplir un acte officiel (art. 286 CP) et de contravention à la loi fédérale sur les stupéfiants (art. 19a ch. 1 LStup). […] Condamne A______ à une peine pécuniaire de 10 jours-amende (art. 34 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 30.-. Condamne A______ à une amende de CHF 100.- (art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution d'un jour. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Renonce à ordonner l'expulsion de Suisse de A______ (art. 66a al. 2 CP). Constate que A______ acquiesce aux conclusions civiles de C______ s'agissant du dommage matériel (art. 124 al. 3 CPP). Condamne, en tant que de besoin, A______ à payer à C______ CHF 1'362.55, avec intérêts à 5% dès le 24 mai 2021, à titre de réparation du dommage matériel (art. 41 CO). Condamne A______ à payer à C______ CHF 12'000.”
“Elle a une propension à falsifier la réalité, selon l’expert psychiatre. Elle a notamment affirmé n’avoir aucun problème avec son propriétaire, alors qu’elle a dit le contraire à son curateur et qu’elle voulait même déposer une plainte pénale contre le propriétaire. La prévenue avait beaucoup consommé au moment de l’incendie et sa conduite sous l’emprise de l’alcool est loin d’être anodine, comme le montrait ses multiples appels aux services d’urgence, l’épisode où elle s’est allongée sur un parking et celui où elle a troublé le déroulement d’une messe. La prévenue avait en outre les moyens de mettre le feu. Elle possédait un briquet et un accélérant (la vodka, qui a pu faciliter le départ du feu). Il ne subsiste aucun doute sur sa culpabilité, excepté peut-être un doute purement abstrait, qui n’est pas déterminant. L’incendie intentionnel a provoqué la mort de W.________ et il existe donc un lien de causalité entre ces deux éléments. Il convient de retenir un concours entre l’incendie intentionnel aggravé et le meurtre (art. 111 CP), ainsi qu’avec les fausses alertes. Il faut prendre en compte la gravité extrême des faits. Une personne est décédée ; le bien le plus précieux, la vie, a été touché. Les personnes ayant vécu l’incendie sont traumatisées à vie. La prévenue n’a exprimé aucun regret et elle n’a pas la volonté de s’adresser aux victimes. Elle a affiché de la froideur et du détachement, ce qui l’a même amenée à accuser la victime d’avoir mis le feu. En Suisse depuis 1994, la prévenue n’a pas exercé longtemps une activité rémunérée. Ses antécédents multiples montrent que les peines prononcées contre elle ne la dissuadent pas de commettre des infractions. La prévenue a des problèmes médicaux sérieux, y compris des difficultés sur le plan psychique. Elle fait l’objet d’une curatelle, a subi de nombreux placements à des fins d’assistance et a de nombreuses poursuites à son encontre. L’expertise psychiatrique fait état de dépendances et de troubles de la personnalité. Ceux-ci n’ont toutefois pas altéré son discernement.”
Drohungen oder die Androhung von Tötung betreffen die durch Art. 111 geschützten Rechtsgüter Leben und körperliche Integrität und können Anlass zu straf- oder freiheitsrechtlichen Massnahmen geben. Aufforderungen, zu Tötungen anzustiften, fallen — soweit sie sich auf Verbrechen beziehen — in den Anwendungsbereich entsprechender Strafnormen. Bei Todesfällen in Haft ist in der Praxis häufig die Abgrenzung zwischen vorsätzlicher Tötung (Art. 111) und fahrlässiger Tötung von zentraler Bedeutung.
“Contrairement à ce que le recourant soutient, il y a lieu de constater qu’il a bel et bien menacé de commettre un crime. On rappellera à cet égard qu’il a notamment proféré les menaces suivantes le 16 mai 2023 : « Je vais tuer la curatrice si je ne peut pas déposer plainte penale pour vole de sous au réseau. !!!! [sic] » et « Je vais m acheter un pistolet a bille et je la one shoot lors du reseau […] J espere que vous avez bien compris que j ai 32 ans et si il faut je la tue. Sa commence a m ernerver cette histoire de curatelle de merde…. Donc prenez ma plainte ou je fais un malheur. A l office des curatelles… [sic] ». Or, ce n’est pas uniquement la crainte de la commission d’éventuelles menaces qui fonde le placement de D.________ en détention provisoire, mais celle de la mise à exécution des menaces de mort qu’il avait proférées, à savoir qu’il s’en prenne physiquement et gravement à sa curatrice ou à une tierce personne et se rende coupable de lésions corporelles graves (art. 122 CP) ou de meurtre (art. 111 CP), ces infractions pouvant être considérées comme graves puisque les biens juridiques menacés sont l’intégrité corporelle et la vie. Pour le surplus, il y a lieu de considérer que les développements de l’ordonnance attaquée sur le risque de passage à l’acte sont convaincants et que l’appréciation faite par le Tribunal des mesures de contrainte est adéquate, la Chambre de céans s’y ralliant intégralement. En effet, les propos tenus par le recourant sont graves et inquiétants, surtout si on les met en perspective avec son antécédent et les troubles psychiatriques dont il semble souffrir. On rappellera à cet égard qu’il avait évoqué à plusieurs reprises l’usage d’une arme et qu’il avait acquis par le passé un pistolet à billes, qui a été saisi et détruit dans l’intervalle. En outre, il convient de relever que, contrairement à ce qu’il fait valoir, il a mis à exécution sa menace tendant à ternir l’image de H.________ en tenant des propos attentatoires à son honneur sur les réseaux sociaux. Il est ainsi à craindre qu’en cas de libération, le prévenu récidive dans ses agissements, mais surtout que sous le coup d’une forte émotion ou d’une frustration, celui-ci mette ses menaces à exécution en s’en prenant à l’intégrité physique, voire à la vie des plaignantes ou de tout intervenant qui restreindrait l’accès à ses finances.”
“vom 18. Dezember 2018 E. 3.2). Nach der hier relevanten Tatbestandsvariante muss sich die Aufforderung auf ein Verbrechen beziehen. Verbrechen sind Taten, die mit Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht sind (Art. 10 Abs. 2 StGB). Bei den Delikten der vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB und des Mordes gemäss Art. 112 StGB handelt es sich um Verbrechen i.S.v. Art. 10 Abs. 2 StGB. In der Lehre wird sodann die Auffassung vertreten, dass die Erfassung einer Aufforderung zu Delikten im Ausland durch Art. 259 aStGB problematisch sei, soweit der schweizerische Strafgesetzgeber zum Schutz von ausschliesslich im Ausland angesiedelten Rechtsgütern nicht berufen sei und die Aufforderung zu Delikten im Ausland den öffentlichen Frieden in der Schweiz in der Regel nicht zu gefährden vermöge. Die Anwendung der Norm könne grundsätzlich nur dann in Betracht kommen, wenn die Handlungen, zu denen aufgerufen werde, am vorgeschlagenen Begehungsort überhaupt strafbar seien. Eine Anwendung komme in Betracht, wenn die Schweiz sich völkerrechtlich zur strafrechtlichen Bekämpfung bestimmter Verhaltensweisen verpflichtet habe (Gerhard Fiolka, a.a.O., N 24 zu Art. 259 StGB). Subjektiv ist Vorsatz hinsichtlich der Beeinflussung, auf eine unbestimmte Zahl von Menschen einzuwirken, dass sie Verbrechen begehen, erforderlich.”
“Les recourants concluent, sous suite de frais et dépens chiffrés, au constat desdits déni et retard, ainsi qu'au constat d'une violation du principe de la célérité et de l'obligation de procéder à une enquête effective ; à ce qu'il soit ordonné au Ministère public de rendre une décision sur la qualité de partie plaignante de A______ et sur sa demande d'assistance juridique ; et à ce qu'ils soient autorisés à consulter le dossier. b. Les recourants, eu égard au rapport du service de l'assistance juridique du 13 juin 2024, ont été dispensés de verser les sûretés réclamées (art. 383 al. 1 CPP). B. Les faits pertinents suivants ressortent du dossier : a. D______, ressortissant tunisien, domicilié en France, est décédé le ______ 2022, alors qu'il était incarcéré à la prison de E______, en cellule d'isolement. Sa mort a donné lieu à l'ouverture de la présente procédure, dans le cadre de laquelle les premiers actes d'enquête ont été entrepris et une autopsie ordonnée. b. Le 16 décembre 2022, A______, demi-frère de D______, a déposé plainte contre inconnu pour meurtre (art. 111 CP), subsidiairement homicide par négligence (art. 117 CP), lésions corporelles graves (art. 122 CP), exposition (art. 127 CP), omission de prêter secours (art. 128 CP) et toute autre infraction pertinente, à la suite du décès du précité. Dans sa plainte, A______ a notamment détaillé la nature de ses relations avec son demi-frère et le soutien qu'il lui aurait apporté durant les dernières années, difficiles, de sa vie. Il s'est constitué partie plaignante au pénal et au civil. Il a par ailleurs sollicité l'assistance juridique et formulé diverses réquisitions de preuve. Cette plainte a donné lieu à l'ouverture de la P/26790/2022, jointe par la suite à la présente procédure. c. Par lettres des 9 février et 31 mars 2023, A______ s'est enquis auprès du Ministère public du sort réservé à sa plainte et de l'état d'avancement de la procédure, précisant n'avoir obtenu aucune information concernant l'ouverture d'une enquête approfondie sur les circonstances et causes du décès de son demi-frère.”
Die Rechtsprechung ordnet bei Verurteilungen nach Art. 111 StGB regelmässig eine SIS‑Ausschreibung an. Begründet wird dies in den Entscheiden mit der Schwere des Delikts (schweres Gewaltdelikt bzw. Höchststrafe über einem Jahr), gegebenenfalls mit fehlender Einsicht/Reue sowie der Einschätzung, dass vom Verurteilten eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgeht. In den Entscheidungen wird sodann die Verhältnismässigkeit der Ausschreibung unter Hinweis auf das Strafmass geprüft und bejaht.
“Erwägungen der Kammer Der Beschuldigte stammt aus Nigeria und ist folglich Drittstaatenangehöriger. Mit vorliegendem Urteil wird er für neun Jahre des Landes verwiesen. Es liegt somit eine nationale Ausschreibung vor, die auf einer Entscheidung der zuständigen Instanz beruht. Der Beschuldigte wurde mit vorliegendem Urteil unter anderem wegen versuchter vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen. Gemäss Art. 111 StGB wird dies mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Das Höchstmass der Strafe beträgt somit offensichtlich mehr als ein Jahr Freiheitsstrafe, womit die Voraussetzung von Art. 24 Ziff. 2 Bst. a i.V.m. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-Grenze erfüllt ist. Zu prüfen ist gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zusätzlich, ob vom Beschuldigten eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgeht. Der Beschuldigte beging unter anderem eine versuchte vorsätzliche Tötung sowie einen Angriff, wofür Art. 66a Abs. 1 Bst. a und b StPO die obligatorische Landesverweisung vorsehen. Wie bereits ausgeführt, stellt der Beschuldigte aufgrund seiner Delikte eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar, sodass vorliegend die Ausschreibung im SIS anzuordnen ist. Mit Blick auf das hiervor Ausgeführte zur Schwere der Delinquenz sowie angesichts des Strafmasses von sieben Jahren und zehn Monaten des Beschuldigten erscheint eine solche Ausschreibunge auch verhältnismässig.”
“C.________ C.________ ist ________ Staatsangehöriger und stammt damit aus einem Drittstaat. Er kann sich ausserdem nicht auf ein Freizügigkeitsrecht berufen. Mit vorliegendem Urteil wird er für sieben Jahre des Landes verwiesen. Es liegt somit eine nationale Ausschreibung vor, die auf einer Entscheidung der zuständigen Instanz beruht. Der Beschuldigte wurde mit vorliegendem Urteil wegen Gehilfenschaft zur versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen. Gemäss Art. 111 StGB wird dies mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Das Höchstmass der Strafe beträgt somit weit über ein Jahr Freiheitsstrafe, womit die Voraussetzung von Art. 24 Ziff. 2 Bst. a i.V.m. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-Grenze erfüllt ist. Zu prüfen ist gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zusätzlich, ob vom Beschuldigten eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgeht. C.________ wurde der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen und damit wegen einer schweren Straftat zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Im Lichte der zitierten Rechtsprechung reicht dies aus, um eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne der SIS-Verordnung-Grenze zu begründen. Darüber hinaus wurde C.________ kein bedingter Strafvollzug gewährt und es fehlt an tatsächlicher Einsicht und Reue. Eine Ausschreibung im SIS ist somit anzuordnen. Eine solche erscheint mit Blick auf das soeben Ausgeführte zur Schwere der Delinquenz des Beschuldigten – und weil es den übrigen Schengen-Staaten freisteht, dem Einreiseverbot nachzuleben (Urteil des Bundesgerichts 6B_1178/2019 vom 10.”
“Wie bereits erwähnt, beträgt der Strafrahmen der vorsätzlichen Tötung ge- mäss Art. 111 StGB fünf bis zwanzig Jahre Freiheitsstrafe. Damit liegt ein Straf- tatbestand mit einer Höchststrafe von mehr als einem Jahr vor. Nachdem der Be- schuldigte wie vorerwähnt in Kauf nahm, den Privatkläger mit dem Messerstich zu töten, liegt offensichtlich ein schweres Gewaltdelikt vor. Der Beschuldigte ging sehr aggressiv gegen den Privatkläger vor und zeigte sich im Verfahren bezüglich seines Fehlverhaltens kaum einsichtig. Damit ist der Beschuldigte im Sinne der vorgenannten Rechtsprechung als Gefahr für die öffentliche Ordnung einzuschät- zen, weshalb die Ausschreibung im SIS anzuordnen ist.”
Exzessive Gewaltanwendung gegen weitgehend wehrlose Personen — etwa Druck gegen den Hals oder schwere stumpfe bzw. scharfe Einwirkungen auf Kopf/Torso — kann den Schluss zulassen, dass der Täter den Tod billigend in Kauf genommen hat (Eventualvorsatz) und damit den subjektiven Tatbestand von Art. 111 StGB erfüllt.
“Tatbestandsmässigkeit 2.1.1.Vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB Der Beschuldigte hat den Tod der Geschädigten durch Druck mit seinem Arm ge- gen den Hals herbeigeführt. Er handelte eventualvorsätzlich. Damit ist der Tatbe- stand der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in objektiver und in subjektiver Hinsicht erfüllt. 2.1.2.Mord im Sinne von Art. 112 StGB Der qualifizierte Tatbestand des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB ist nicht an- geklagt. Es ergeben sich auch keine Anhaltspunkte aus den Akten für das Vorlie- gen qualifizierender Elemente. 2.1.3.Totschlag im Sinne von Art. 113 StGB Der privilegierte Tatbestand des Totschlags im Sinne von Art. 113 StGB ist erfüllt, wenn der Täter in einer nach den Umständen entschuldbaren heftigen Gemütsbe- wegung oder unter grosser seelischer Belastung handelt. Die Tatbestandsvaria- nte der grossen seelischen Belastung ist vorliegend nicht einschlägig. Zu prüfen ist, ob der Beschuldigte in einer entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung han- delte. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung bezieht sich die Entschuldbarkeit nicht auf die Tötung als solche, vielmehr auf die Gemütsbewegung und ist zu beachten, dass aufgrund des Strafmaximums von 10 Jahren auch Handlungen mit erhebli- chem Schuldgehalt unter den privilegierten Tatbestand fallen (BGE 108 IV 99 E.”
“Zudem ist nochmals zu betonen, dass es sich in die- sem Fall gerade nicht um einen – wie es der Beschuldigte und die Verteidigung formulieren – "normalen" tätlichen Streit zwischen den Eheleuten A._____D._____ handelte, sondern der Beschuldigte besonders heftig auf das wehrlose, bereits physisch angeschlagene Opfer eintrat. Dies stellt ein wesentli- ches Unterscheidungsmerkmal zu den früheren Vorfällen dar. Entsprechend kann gestützt auf das umfangreiche Verletzungsbild, welches das Opfer aufwies, von einer kurzen und nicht sehr intensiven tätlichen Auseinandersetzung, die zu †D._____s Tod geführt habe, gerade keine Rede sein. 3.3.Nach dem Gesagten waren die todesursächlichen inneren Verletzungen und infolgedessen †D._____s Tod zwar nicht direkt vom Beschuldigten beabsich- tigt. Mit seiner exzessiven Gewaltanwendung gegenüber seiner weitgehend wehr- - 81 - losen Ehefrau nahm er jedoch die Möglichkeit dieser Folgen billigend in Kauf. Mit- hin handelte der Beschuldigte eventualvorsätzlich, womit auch der subjektive Tat- bestand von Art. 111 StGB erfüllt ist. Dadurch scheidet die Annahme eines blos- sen Lebensgefährdungsvorsatzes oder von Fahrlässigkeit von vornherein aus. Darüber hinaus bestehen keine rechtsgenügenden Hinweise dafür und wurde im Übrigen auch von keiner Seite vorgebracht, dass der Beschuldigte sich vor oder im Moment der Tat in einer entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung befand oder unter grosser seelischer Belastung stand, welche die Anwendung des privile- gierten Totschlagstatbestands (Art. 113 StGB) rechtfertigen würden, genauso wie umgekehrt die Prüfung einer schärferen rechtlichen Qualifikation als Mord ge- mäss Art. 112 StGB nur schon deshalb ausser Betracht fällt, weil dies gegen das strafprozessuale Verschlechterungsverbot verstossen würde (Art. 391 Abs. 2 StPO). 4.Auch nach umfassender Würdigung des gesamten Untersuchungsergeb- nisses ist daher auf eventualvorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB zu erkennen. Entsprechend ist der vorinstanzliche Schuldspruch zu bestätigen. V. Strafzumessung 1.”
“Gemäss vorstehendem Beweisergebnis hat der Beschuldigte dem Opfer schwerste Kopf- und Brustkorbtraumata zugefügt, die in der Folge (haupt-)kausal zum Hirntod und dem Versterben des Opfers führten. Dadurch hat der Beschul- digte im Sinne der Anklage den objektiven Tatbestand von Art. 111 StGB erfüllt. Jedermann weiss, dass zahlreiche, äusserst hart gegen den Kopf- und den Torso geführte Schläge und Tritte zum Tod des Opfers führen können. Dies gilt auch für den Beschuldigten. In concreto kam erschwerend hinzu, dass das Opfer schwer alkoholisiert und somit sowohl in seiner Abwehrbereitschaft wie in seinem Allge- meinzustand geschwächt war, was der Beschuldigte ebenfalls wusste. Die Vo- rinstanz hat erwogen, dass dem Beschuldigten in subjektiver Hinsicht kein direk- ter Vorsatz nachgewiesen werden könne und er den Tod des Opfers lediglich in Kauf genommen, somit eventualvorsätzlich gehandelt habe (Urk. 146 S. 52). In der Anklageschrift umschreibt die Anklagebehörde sowohl direkten wie Eventual- vorsatz (Urk. 23 S. 3). Im Hauptverfahren plädierte der Vertreter der Anklagebe- hörde auf direkten Vorsatz (Urk. 94 S. 15). In der Anschlussberufungserklärung und an der Berufungsverhandlung hält die Anklagebehörde dafür, es sei auf direk- ten Vorsatz zu erkennen (Urk.”
“Der subjektive Tatbestand von Art. 111 StGB bedingt ein vorsätzliches Handeln des Täters, wobei gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB auch Eventualvorsatz ge- nügt. Vorsätzlich begeht eine Tat, wer sie mit Wissen und Willen ausführt. Der Vor- satz erfordert auf der Wissensseite ein aktuelles Wissen um die Tatumstände. Bei Delikten, die den Eintritt eines tatbestandsmässigen Erfolges erfordern, gehört zur Wissensseite des Vorsatzes eine Vorstellung über den Zusammenhang zwischen dem eigenen Handeln und dem tatbestandsmässigen Erfolg. Wie bereits die Vor- instanz zutreffend erwog (Urk. 136 S. 144), will wer einen Menschen durch Schläge mit einem harten Gegenstand, mit Tritten bzw. Stampfen auf den Kopf- und Hals- bereich des am Boden liegenden Opfers und überdies mit mehreren Einstichen bzw. Schnitten, insbesondere in den Hals derart brutal niederstreckt wie es der Be- schuldigte bei †V._____ getan hat, sein Gegenüber töten. Dass derart exzessive stumpfe und scharfe Gewalt gegen sensible Körperregionen zum Tod eines Men- schen führen können, ist allgemein bekannt und musste auch dem Beschuldigten bewusst gewesen sein.”
Fehlt ein Geständnis, kann der Vorsatz (einschliesslich dolus eventualis) bei Körperverletzungs- bzw. Tötungsvorwürfen i.S.v. Art. 111 StGB aus äusseren Indizien und Erfahrungssätzen geschlossen werden. Als relevante äusserliche Umstände kommen namentlich in Betracht: die dem Täter bekannte Gefährlichkeit bzw. die Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Erfolges, die Intensität und Weise der Handlung, die Motive sowie die konkrete Ausführungsweise der Tat. Der Rückschluss auf den inneren Willen erfolgt dabei nach der allgemeinen Regel der Indizienbeurteilung und muss sich aus den konkreten Umständen ergeben.
“In simili circostanze, tenuto dell'esistenza di questa provocazione, non vi sono ragioni per rivenire sull'accertamento della Corte cantonale, secondo cui i fatti iniziali, avvenuti presso il sottopassaggio, erano distinti da quelli successivi, avvenuti all'interno della rotonda, dopo che l'opponente aveva già preso le distanze dal gruppo, allontanandosi dallo stesso. Per il resto, il ricorrente non sostiene che, alla luce dei fatti accertati, tenuto in particolare conto dell'interruzione esistente tra i due suddetti momenti fattuali, sarebbero realizzati i presupposti di una legittima difesa esimente (art. 15 CP) o discolpante (art. 16 CP). Ne consegue che la censura deve essere respinta nella misura della sua ammissibilità. 4. 4.1. Il ricorrente contesta di avere commesso un tentato omicidio intenzionale per dolo eventuale. Nega di essere stato consapevole della pericolosità dei colpi sferrati alla testa della vittima e di avere accettato il rischio di morte della stessa. 4.2. L'art. 111 CP prevede che chiunque intenzionalmente uccide una persona è punito con una pena detentiva non inferiore a cinque anni, in quanto non ricorrano le condizioni previste negli articoli seguenti, che qualificano particolari azioni. Giusta l'art. 12 cpv. 2 CP, commette con intenzione un crimine o un delitto chi lo compie consapevolmente e volontariamente. Basta a tal fine che l'autore ritenga possibile il realizzarsi dell'atto e se ne accolli il rischio. La seconda frase dell'art. 12 cpv. 2 CP definisce la nozione di dolo eventuale, che sussiste laddove l'agente ritiene possibile che l'evento o il reato si produca e, cionondimeno, agisce, poiché prende in considerazione l'evento nel caso in cui si realizzi, lo accetta pur non desiderandolo (DTF 150 IV 10 consid. 5.7.2; 149 IV 57 consid. 2.2; 147 IV 439 consid. 7.3.1). In mancanza di confessioni, il giudice può, di regola, dedurre la volontà dell'interessato fondandosi su indizi esteriori e regole d'esperienza. Può desumere la volontà dell'autore da ciò che questi sapeva, laddove la possibilità che l'evento si produca era tale da imporsi all'autore, di modo che si possa ragionevolmente ammettere che lo abbia accettato (DTF 137 IV 1 consid.”
“En tant que règle sur le fardeau de la preuve, elle signifie, au stade du jugement, que le fardeau incombe à l'accusation et que le doute doit profiter au prévenu. Comme règle d'appréciation des preuves, la présomption d'innocence signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective. Lorsque l'appréciation des preuves et la constatation des faits sont critiquées en référence au principe in dubio pro reo, celui-ci n'a pas de portée plus large que l'interdiction de l'arbitraire (ATF 148 IV 409 consid. 2.2 ; ATF 146 IV 88 consid. 1.3.1 ; TF 6B_465/2024 du 8 janvier 2025 consid. 1.1.2). 3.2.2 3.2.2.1 Aux termes de l'art. 111 CP, se rend coupable de meurtre quiconque tue une personne intentionnellement. 3.2.2.2 Selon l'art. 12 al. 2 CP, agit intentionnellement quiconque commet un crime ou un délit avec conscience et volonté. L'auteur agit déjà intentionnellement lorsqu'il tient pour possible la réalisation de l'infraction et l'accepte pour le cas où celle-ci se produirait (dol éventuel). Le dol éventuel suppose que l'auteur tient pour possible la réalisation de l'infraction mais qu'il agit tout de même, parce qu'il accepte ce résultat pour le cas où il se produirait et s'en accommode, même s'il le juge indésirable et ne le souhaite pas (ATF 147 IV 439 consid. 7.3.1; ATF 137 IV 1 consid. 4.2.3). En l'absence d'aveux de la part de l'auteur, le juge ne peut, en règle générale, déduire la volonté interne de l'intéressé qu'en se fondant sur des indices extérieurs et des règles d'expérience. Font partie de ces circonstances l'importance, connue de l'auteur, de la réalisation du risque, la gravité de sa violation du devoir de diligence, ses mobiles et sa façon d'agir.”
“Rileva inoltre che l'imputato ha stretto il collo della moglie da tergo, ciò che gli impediva di notare eventuali segnali di svenimento o di asfissia: egli non avrebbe quindi avuto il controllo della situazione e non avrebbe potuto dosare il rischio di ucciderla, a maggior ragione ove si consideri che l'evidente differenza di costituzione fisica rispetto all'aggressore le avrebbe del tutto impedito di difendersi. Il ricorrente sostiene che la volontà omicida risulterebbe pure dalla circostanza secondo cui, una volta svenuta a terra, l'opponente avrebbe continuato a colpire con calci la vittima indifesa. Rimprovera inoltre alla CARP di avere omesso di considerare che l'imputato ha cessato l'aggressione solo perché di lì a poco il figlio sarebbe rincasato da scuola. Ritiene che, sulla base di una valutazione completa degli elementi agli atti, la CARP avrebbe dovuto riconoscere l'adempimento dell'elemento soggettivo relativo al reato di tentato omicidio intenzionale, quantomeno nella forma del dolo eventuale. 2.2. L'art. 111 CP prevede che chiunque intenzionalmente uccide una persona è punito con una pena detentiva non inferiore a cinque anni, in quanto non ricorrano le condizioni previste negli articoli seguenti, che qualificano particolari azioni. Giusta l'art. 12 cpv. 2 CP, commette con intenzione un crimine o un delitto chi lo compie consapevolmente e volontariamente. Basta a tal fine che l'autore ritenga possibile il realizzarsi dell'atto e se ne accolli il rischio. La seconda frase dell'art. 12 cpv. 2 CP definisce la nozione di dolo eventuale (DTF 133 IV 9 consid. 4), che sussiste laddove l'agente ritiene possibile che l'evento o il reato si produca e, cionondimeno, agisce, poiché prende in considerazione l'evento nel caso in cui si realizzi, lo accetta pur non desiderandolo (DTF 147 IV 439 consid. 7.3.1; 137 IV 1 consid. 4.2.3; 134 IV 26 consid. 3.2.2). In mancanza di confessioni, il giudice può, di regola, dedurre la volontà dell'interessato fondandosi su indizi esteriori e regole d'esperienza. Può desumere la volontà dell'autore da ciò che questi sapeva, laddove la possibilità che l'evento si produca era tale da imporsi all'autore, di modo che si possa ragionevolmente ammettere che lo abbia accettato (DTF 137 IV 1 consid.”
“Für die subjektiven Voraussetzungen des Tatbestands gemäss Art. 111 StGB bzw. Art. 117 StGB kann auf die zutreffenden Erwägungen im vorinstanzli- chen Urteil verwiesen werden (Urk. 180 S. 16). Die Antragsgegnerin ist nicht ge- ständig und machte dementsprechend auch keine Angaben zu ihren Beweggrün- den. In Fällen, in welchen die objektiven Umstände angesichts der allgemeinen - 26 - Lebenserfahrung das Vorliegen eines Vorsatzes nahelegen, kann jedoch bei feh- lendem Geständnis auch eine indirekte Beweisführung für eine Verurteilung ge- nügen (BGer-Urteile 6B_186/2010 vom 23. April 2010 E. 3.4. und 6S.127/2007 vom 6. Juli 2007 E .2.6.). Ausschlaggebend sind somit die äusserlichen Umstän- de der Tatbegehung bzw. Angaben hierzu aus den in den Akten befindlichen Be- weismitteln.”
Bei gemeinsamer Tatausführung können auch mehrere Beteiligte wegen versuchten Tötungsdelikts (Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 StGB) verfolgt werden; für die rechtliche Qualifikation und die Strafzumessung ist die konkrete Beteiligungsrolle und der individuelle Tatbeitrag massgeblich.
“- une plaie à bords irréguliers d'aspect contus au niveau du cuir chevelu en région pariéto-occipitale gauche, compatible avec un coup reçu à ce niveau avec un ustensile de cuisine. - des ecchymoses au niveau de la tempe gauche, du cou à droite, du dos et des membres supérieurs, et des dermabrasions au niveau des membres supérieurs et inférieur droit, trop peu spécifiques pour pouvoir se prononcer quant à leur origine précise, mais toutefois compatibles avec une chute dans les escaliers, telle que relatée par l'expertisé. E______ a présenté une hypotension artérielle et une tachycardie (sans état de choc) lors de sa prise en charge pré-hospitalière, toutefois la rapidité de prise en charge et les soins prodigués (remplissage vasculaire par solution saline) ont permis une rapide stabilisation de ses paramètres vitaux. Les lésions constatées n'ont pas concrètement mis en danger la vie de l'expertisé. e. Le 11 août 2022, le Procureur a prévenu A______ de tentative de meurtre (art. 111 CP cum 22 CP) subsidiairement de lésions corporelles graves (art. 122 CP) et d'agression (art. 134 CP), et de contravention à l’art. 19a LStup pour avoir à Genève, le 9 août 2022, vers 18h30, au numéro no. ______ de la rue 1______, [code postal] Genève, de concert avec D______, tenté de tuer E______, en lui assénant plusieurs coups de poêle et deux coups de couteau au niveau du flanc gauche lui causant des lésions, ayant nécessité une hospitalisation, en envisageant ou en acceptant pleinement que les coups portés aient une issue fatale au cas où elle se produirait. Il lui est également reproché de consommer régulièrement des stupéfiants, soit de la cocaïne. La même prévention a été retenue contre D______. f. Le même jour, E______ a été prévenu également de tentative de meurtre (art. 111 CP cum 22 CP) subsidiairement de lésions corporelles graves (art 122 CP) et d'agression (art. 134 CP), de dommages à la propriété (art. 144 CP) et de contravention à l'art. 19a LStup pour avoir, en substance, tenté de tuer A______, en lui assénant trois coups de couteau au niveau du flanc gauche et des coups de poing, lui causant des lésions ayant nécessité une opération et une hospitalisation.”
“TRIBUNAL CANTONAL 831 PE21.010468-LRC CHAMBRE DES RECOURS PENALE __________________________________________ Arrêt du 9 septembre 2021 __________________ Composition : M. Perrot, président Mmes Fonjallaz et Byrde, juges Greffière : Mme Fritsché ***** Art. 10 al. 1, 13 et 36 Cst ; 8 CEDH ; 235 al. 1 et 393 ss CPP Statuant sur le recours interjeté le 2 septembre 2021 par A.D.________ contre la décision rendue le 23 août 2021 par le Ministère public de l’arrondissement de l’Est vaudois dans la cause n° PE21.010468-LRC, la Chambre des recours pénale considère : En fait : A. a) Le 13 juin 2021, le Ministère public de l’arrondissement de l’Est vaudois a ouvert une enquête préliminaire contre A.D.________ et B.D.________ pour tentative de meurtre (art. 111 CP [Code pénal suisse du 21 décembre 1937 ; RS 311.0] ad art. 22 CP) à la suite d’une altercation, impliquant plusieurs protagonistes, survenue le même jour, vers 18 heures, sur le parking du commerce [...], dans la zone industrielle de [...], leur reprochant notamment de s’être munis d’armes et d’avoir tiré des coups de feu au moyen d’un pistolet en direction de B.________, R.________ et N.________ et de les avoir blessés. A la suite de ces évènements, la police a notamment procédé aux auditions de B.D.________, A.W.________, B.W.________, Z.________, B.________ et R.________. A.D.________ a, quant à lui, été appréhendé le 14 juin 2021 à 3h56 à [...] dans le canton de Berne alors qu’il se trouvait avec P.________ et F.________, père, respectivement frère de sa compagne. Les intéressés ont été entendus par les enquêteurs à la suite de cette interpellation. b) Par ordonnance du 16 juin 2021, le Tribunal des mesures de contrainte a ordonné la détention provisoire de A.D.________ pour une durée de trois mois, soit jusqu’au 14 septembre 2021, retenant l’existence de soupçons suffisants de commission de crime et délit graves, ainsi que d’un risque de collusion.”
Alleinige Behauptungen ohne konkrete, schlüssige Indizien genügen nicht notwendigerweise für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen vorsätzlicher Tötung gemäss Art. 111 StGB. Es bedarf hinreichender Anhaltspunkte, die einen ernsthaften Tatverdacht begründen; fehlen solche konkreten Indizien, kann das Strafverfahren unterbleiben.
“Ainsi, hormis les déclarations de la recourante, le dossier ne recèle aucun indice concret et concluant laissant à penser qu'un tiers (voisin, commerçant ou autre inconnu) aurait pénétré dans son appartement contre son gré et à son insu, afin d'y causer des dommages et un vol, tel que l'a retenu le Ministère public. Au surplus, dans la mesure où elle n’est pas propriétaire des machines à laver et à sécher dont les boîtes électriques auraient été mises hors fonction, on ne voit pas quel intérêt juridiquement protégé elle aurait à se plaindre d’une quelconque déprédation sur ceux-ci. Faute de prévention suffisante de la commission d’une quelconque infraction, une visite de son appartement par la police ne modifierait en rien ce constat. Ainsi, c'est à juste titre que le Ministère public n'est pas entré en matière sur les infractions précitées. 5. La recourante reproche ensuite au Ministère public de ne pas avoir ouvert une instruction au sujet des tentatives d'assassinat dont elle se dit victime. 5.1. L’art. 111 CP réprime le comportement de celui qui aura intentionnellement tué une personne. L’assassinat (112 CP) est une forme qualifiée d’homicide intentionnel qui se distingue du meurtre ordinaire (art. 111 CP) par le fait que l’auteur a tué avec une absence particulière de scrupules (ATF 141 IV 61 consid. 4.1.). 5.2. Aux termes de l'art. 122 CP, se rend coupable de lésions corporelles graves, celui qui, intentionnellement, aura blessé une personne de façon à mettre sa vie en danger (al. 1) ou aura fait subir à une personne toute autre atteinte grave à l'intégrité corporelle ou à la santé physique ou mentale (al. 3). 5.3. L’art. 255 CPP prévoit qu’un profil d’ADN peut être établi afin d’élucider un crime ou un délit. Tel est le cas lorsqu’il existe des soupçons suffisants laissant présumer que la personne a pu commettre l’infraction en question (Y. JEANNERET/ A. KUHN / C. PERRIER DEPEURSINGE (éds), Commentaire romand: Code de procédure pénale suisse, 2e éd., Bâle 2019, n. 15 ad art. 255). 5.4. En l'espèce, la recourante se contente d'alléguer, sans apporter une preuve corroborant cette hypothèse, qu’un tiers aurait, en décembre 2021, déstabilisé en son absence la porte gauche de son armoire à pharmacie dans le but de lui causer des blessures et de la tuer.”
Gehilfenschaft wird nach Art. 26 StGB milder bestraft; genügt der Gehilfe in Bezug auf den Taterfolg der Eventualvorsatz, kann dennoch eine Gehilfenschaft zur Tötung i.S.v. Art. 111 StGB vorliegen.
“Beschuldigter B._____ Es kann weitgehend auf die Ausführungen zum Eventualvorsatz vom Beschuldig- ten B._____ verwiesen werden (oben Ziff. V 9.). Der Beschuldigte B._____ hat mit der Mitnahme von A._____s geladenem Revolver an den Ort des vereinbarten Showdowns und dem Überlassen der Waffe am Tatort an den Beschuldigten A._____ einen wesentlichen Tatbeitrag geleistet. Ohne diesen Beitrag wäre es weder zur Tötung von M._____ noch der versuchten Tötung von D._____ durch A._____ gekommen. Dabei war der fatale Verlauf des Geschehens klar voraus- sehbar. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung genügt bei Gehilfenschaft in Bezug auf den Taterfolg des Haupttäters Eventualvorsatz (BGE 109 IV 147, Erw. 4.). Er ist deshalb der Gehilfenschaft zur Tötung im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 25 StGB sowie der Gehilfenschaft zu versuchter Tötung im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 25 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. Der subsidiäre Tatbestand der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch Waffen im Sinne von Art. 260quater StGB kommt somit gemäss Wortlaut dieser Bestimmung nicht zum Tragen, weshalb auch der entsprechende Schuldspruch - 60 - der Vorinstanz entfällt. Ein expliziter Freispruch, wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, ist nicht nötig, da es sich lediglich um eine Frage der rechtlichen Wür- digung handelt. B. Weitere Delikte (Dossiers 2 - 6) VII. Weitere Delikte des Beschuldigten A._____ Die Berufungen des Beschuldigten A._____ betreffend die Schuldsprüche für die weiteren Delikte wurden zurückgezogen (Urk. 444; Urk. 446; Prot. II S. 15). Sie sind demgegenüber im Zusammenhang mit der Strafzumessung von Bedeutung. VIII. Weitere Delikte des Beschuldigten B.”
“Strafrahmen für die Gehilfenschaft zu Tötung Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraus- setzungen für Mord oder Totschlag zutreffen, wird gestützt auf Art. 111 StGB mit Freiheitsstrafe zwischen fünf und zwanzig Jahren bestraft. Wer dazu Hilfe leistet, wird gemäss Art. 26 StGB milder bestraft.”
Tatrelevante Umstände: In der Rechtsprechung gelten bestimmte äussere Umstände – namentlich das gezielte Anlegen oder Direktrichten einer geladenen Waffe, die Verletzung in unmittelbarer Nähe lebenswichtiger Organe bei Stichverletzungen, wiederholte gezielte Tötungshandlungen sowie das nachträgliche Beseitigen von Spuren – als gewichtige Indizien für eine objektiv erhöhte Tatschwere. Solche Umstände sind bei der Gesamtabwägung zur Bestimmung der Schwere des Verschuldens und der Strafzumessung nach Art. 111 StGB zu berücksichtigen.
“2a et ATF 118 IV 142 consid. 3b). Une telle qualification doit ainsi en principe être retenue lorsqu'une arme chargée mais assurée ou non armée est dirigée par l'auteur vers la victime (ATF 117 IV 419 consid. 4c). L'implication de plusieurs auteurs est également une circonstance à prendre en considération (arrêt du Tribunal fédéral 6B_370/2018 du 2 août 2018 consid. 3.1). Cette circonstance aggravante est une circonstance réelle qui confère à l'acte une gravité objective plus grande et influe en conséquence sur le sort de tous les participants, à condition qu'ils la connaissent (arrêt du Tribunal fédéral 6B_930/2021 du 31 août 2022 consid. 3.4). La peine sera la peine privative de liberté de cinq ans au moins, si l’auteur a mis la victime en danger de mort, lui a fait subir une lésion corporelle grave, ou l’a traitée avec cruauté (art. 140 ch. 4 CP). Cette circonstance aggravante doit être interprétée restrictivement en raison de l'importance de la peine, qui correspond à la peine du meurtre (art. 111 CP). La mise en danger de mort de la victime suppose un danger concret, imminent et très élevé que la mort puisse survenir facilement, même sans la volonté de l'auteur (ATF 121 IV 67 consid. 2b). Les circonstances de fait et le comportement concret de l'auteur sont décisifs pour déterminer si la victime a couru un risque réel de lésions mortelles (ATF 117 IV 427 consid. 3b et 419 consid. 2). 2.3.1. En l'espèce, l'appelant A______ a admis sa participation au brigandage du 5 juin 2018, celle-ci ressortant pour le surplus des analyses ADN des différents prélèvements réalisés sur les lieux (cf. notamment les rapports du CURML des 10 et 17 juillet 2018 [PPs C-20 / C-81]). Il ne conteste à juste titre pas la commission de l'infraction sur le principe, sous la forme de la tentative. Avec son comparse, il a menacé, finalement frappé et ainsi mis hors d'état de résister I______, dans le but de voler un important butin, échouant à cause de l'intervention du précité. L'appelant ne conteste à raison pas non plus la circonstance aggravante prévue à l'art.”
“Objektive Tatschwere Ausmass des verschuldeten Erfolgs bzw. Gefährdung des betroffenen Rechtsguts Geschütztes Rechtsgut von Art. 111 StGB ist das Leben des Menschen (BSK StGB-Schwarzenegger/Stössel, 4. Auflage, vor Art. 111 N 1). Für den Privatkläger bestand aufgrund der körperlichen Verletzungen keine unmittelbare Lebensgefahr. Jedoch ist dies auch auf die (unmittelbare) Vornahme von medizinisch notwendigen Massnahmen zurückzuführen. In unmittelbarer Nähe der Stichverletzung befinden sich lebensnotwendige Organe (Milz, Lunge und grössere Blutgefässe), deren Verletzung zu lebensbedrohlichen Zuständen hätte führen können. Wäre der Privatkläger im dynamischen Geschehen anders getroffen worden, was der Beschuldigte – wie gezeigt – nicht hat kontrollieren können, wäre demnach mit ungleich schwerwiegenderen Verletzungen zu rechnen gewesen. Die Hautdurchtrennungen an Schulter, Oberschenkel und Rumpf (jeweils linksseitig) heilten unter nichtentstellender Narbenbildung ab (pag. 1929 f.). Der Privatkläger war, unter anderem aufgrund des erlittenen Blutverlusts vom 7. bis zum 14. Januar 2019 hospitalisiert. Zudem war er aufgrund des Ereignisses vom 7.”
“Ausgangspunkt für die Bemessung der hypothetischen Gesamtstrafe bildet der Strafrahmen der Tötung gemäss Art. 111 StGB, der eine Freiheitsstrafe von fünf bis zwanzig Jahren vorsieht. In Bezug auf die objektive Tatschwere lassen insbesondere die Hinterhältigkeit und Heimtücke des Messereinsatzes das Tatverhalten als äusserst verwerflich erscheinen. Der Berufungskläger zückte sein zuvor versteckt gehaltenes Messer nicht nur ohne jegliche Vorwarnung, sondern setzte dieses derweise gegen den Oberkörper seines Gegners ein, dass dieser das Messer gar nicht erst bemerken und darauf reagieren konnte. Erschwerend wirkt sich zudem aus, dass der Berufungskläger das Messer nicht nur einmal, sondern mindestens fünf Mal gegen das ahnungslose Opfer einsetzte. Nur leicht verschuldensmindernd fällt der Umstand aus, dass das Messer eine relativ kleine Klinge aufwies. Insgesamt wiegt sein Verschulden in objektiver Hinsicht erheblich und ist im mittleren Bereich des Strafrahmens anzusiedeln, womit sich vor Berücksichtigung des Ausbleibens der Vollendung die Festsetzung einer schuldangemessenen (Erfolgs-)Strafe von 7 Jahren Freiheitsstrafe rechtfertigen würde.”
“Une plainte pénale avait notamment été déposée à son encontre par une de ses enseignantes et certaines de ses partenaires sexuelles l’ont décrit comme un amant parfois brutal et violent. Le Ministère public retient également le comportement de l’auteur après les faits : il ne fuit pas, il arrange la scène de crime. Il a du reste dit avoir réfléchi et avoir décidé d’emporter le cadavre à son domicile. Pour le Ministère public, il n’y a plus aucun effet émotionnel après l’acte. La capacité de se déterminer de l’appelant était intacte et le fait qu’il ait éliminé toutes les traces de son crime confirme la froideur et l’absence de scrupules dont il a fait preuve. Certes, l’appelant était dans un état de choc après la mort de la victime, mais le Ministère public estime que cela n'enlève rien à l’absence de scrupules. Pour ces raisons, le Ministère public considère que le crime de l’appelant doit être qualifié d’assassinat et non de meurtre. 2.2. Celui qui aura intentionnellement tué une personne sera puni d'une peine privative de liberté de cinq ans au moins, en tant que les conditions prévues aux articles suivants ne seront pas réalisées (art. 111 CP). Si le délinquant a tué avec une absence particulière de scrupules, notamment si son mobile, son but ou sa façon d'agir est particulièrement odieux il sera puni d'une peine privative de liberté à vie ou d'une peine privative de liberté de dix ans au moins (art. 112 CP). Si le délinquant a tué alors qu'il était en proie à une émotion violente que les circonstances rendaient excusable, ou qu'il était au moment de l'acte dans un état de profond désarroi, il sera puni d'une peine privative de liberté d'un à dix ans (art. 113 CP). L'assassinat est une forme qualifiée d'homicide intentionnel qui se distingue du meurtre ordinaire par le fait que l'auteur a tué avec une absence particulière de scrupules. Cela suppose une faute spécialement lourde et déduite exclusivement de la commission de l'acte; les antécédents ou le comportement que l'auteur adopte immédiatement après les faits n'entrent en ligne de compte que dans la mesure où ils y sont étroitement liés, et permettent de caractériser la personnalité de l'auteur.”
“Pour déterminer si l'on se trouve en présence d'un assassinat, il faut procéder à une appréciation d'ensemble des circonstances externes (comportement, manière d'agir de l'auteur) et internes de l'acte (mobile, but, etc.). Il y a assassinat lorsqu'il résulte de l'ensemble de ces circonstances que l'auteur a fait preuve du mépris le plus complet pour la vie d'autrui. Alors que le meurtrier agit pour des motifs plus ou moins compréhensibles, généralement dans une grave situation conflictuelle, l'assassin est une personne qui agit de sang-froid, sans scrupules, qui démontre un égoïsme primaire et odieux et qui, dans le but de poursuivre ses propres intérêts, ne tient aucun compte de la vie d'autrui. Chez l'assassin, l'égoïsme l'emporte en général sur toute autre considération. Il est souvent prêt, pour satisfaire des besoins égoïstes, à sacrifier un être humain dont il n'a pas eu à souffrir. La destruction de la vie d'autrui est toujours d'une gravité extrême. Pour retenir la qualification d'assassinat, il faut cependant que la faute de l'auteur, son caractère odieux, se distingue nettement de celle d'un meurtrier au sens de l'art. 111 CP (ATF 127 IV 10 consid. 1a p. 13 s.). La responsabilité restreinte, l'émotion ou des particularités de caractère n'excluent pas la qualification d'assassinat (ATF 95 IV 162 consid. 3 p. 167 s.; ATF 82 IV 6 consid. 2 p. 9; ATF 80 IV 234 consid. 2 p. 239; Corboz, op. cit., n° 22 ad art. 112 CP). 5.3 5.3.1 On rappellera tout d’abord qu’à l’arrivée au CHUV de [...], les médecins ont mentionné une « instabilité cardio-respiratoire ou autre avec risque vital immédiat » et une « hémorragie abdominale active nécessitant une prise en charge chirurgicale en urgence par laparoscopie exploratrice » et constaté l’atteinte d’une branche de l’artère épigastrique, qu’ils ont ligaturée, pour ensuite suturer la plaie. Dans leurs conclusions, les Dr. Michaud et Dr. Jotterand, auteurs du rapport précité, ont conclu que les lésions subies par le plaignant avaient mis sa vie en danger du point de vue médico-légal. L’origine des blessures telles qu’ainsi décrites est directement imputable au prévenu et la manière dont elles ont été infligées, soit des coups de couteau, ne fait pas de doute.”
Wird ein objektiv gefährliches Mittel eingesetzt (z. B. Explosivstoff), ist die Annahme eines unmöglichen Versuchs grundsätzlich nicht tragfähig; ein derartiges Mittel rechtfertigt die Annahme eines tatsächlichen Versuchs unabhängig davon, aus welchen Gründen die Schädigung ausgeblieben ist.
“Il mezzo è impossibile quando non permette di realizzare l'infrazione in questione. Ciò è il caso quando tale impossibilità è assoluta, come per esempio un tentativo di avvelenamento mediante una sostanza che si rivela in realtà innocua. Se invece il mezzo è atto a produrre il risultato in questione, ma non con il metodo di applicazione o con il dosaggio scelto dall'autore, trattasi di un'impossibilità relativa e quindi di un tentativo a tutti gli effetti (v. Killias/Kuhn/Dongois, Précis de droit pénal général, 4a ediz. 2016, n. 516). In concreto, già solo per il fatto che in entrambi i casi è stato usato dell'esplosivo, mezzo la cui pericolosità è oggettivamente indubbia, è palese che la tesi del tentativo impossibile, a prescindere dalle ragioni per cui la detonazione non è avvenuta, è assolutamente insostenibile. Ciò constatato, rilevato come l'art. 111 comma 1 della legge penale croata (in seguito: LP-HR) punisca l'omicidio con una pena minima di dieci anni o una pena di reclusione di lunga durata (v. act. 4.9) e che secondo l'art. 111 CP, chiunque intenzionalmente uccide una persona è punito con una pena detentiva non inferiore a cinque anni, pur essendo la pena attenuata in caso di tentativo in entrambi gli Stati (v. art. 34 LP-HR e 22 CP), le condizioni di cui all'art. 2 cpv. 1 CEEstr. sono da considerarsi adempiute, per cui le censure in questo ambito vanno tutte disattese. 3. L'insorgente dichiara di avere un alibi giusta l'art. 53 AIMP. Nel gravame si afferma che “il qui imputato potrà solo nel prosieguo della procedura dar tuttavia prova del suo mancato coinvolgimento con quanto sostenuto dalle Autorità croate, in particolare il fatto che questi si trovasse all'estero nei periodi in cui gli inquirenti sostengono che avrebbe commesso il reato” (act. 1, pag. 11). 3.1 Secondo l'art. 53 AIMP, se la persona perseguita afferma di poter provare che, al momento del fatto, non si trovava nel luogo di commissione, l'Ufficio federale procede ai chiarimenti necessari (cpv. 1). Nei casi palesi, l'estradizione è negata. Negli altri casi, le prove a discarico sono comunicate allo Stato richiedente invitandolo a dichiarare entro breve termine se intende mantenere la domanda (cpv.”
Art. 112 qualifiziert eine vorsätzliche Tötung nach Art. 111, wenn der Täter besonders skrupellos handelt. Das Merkmal der «besonderen Skrupellosigkeit» wird durch eine nicht abschliessende Aufzählung konkretisiert; namentlich kommen besonders verwerfliche Beweggründe, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung in Betracht.
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Handelt der Täter besonders skrupellos, sind namentlich sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich, so macht er sich des Mordes strafbar und ist die Strafe lebenslängliche Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren (vgl. Art. 112 StGB). Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (vgl. Art. 22 Abs. 1 StGB; BGE 140 IV 150 E. 3.4; 137 IV 113 E. 1.4.2; 131 IV 100 E. 7.2.1; je mit Hinweisen). Eine vorsätzliche Tötung stellt sich als Mord dar, wenn fremdes Leben aussergewöhnlich krass missachtet wird. Die Generalklausel "besondere Skrupellosigkeit" wird durch eine nicht abschliessende Aufzählung qualifizierender Merkmale konkretisiert. Neben den Absichten und Motiven des Täters (Beweggründe, Ziel und Zweck) können auch Faktoren massgebend sein, die dem nach aussen hin in Erscheinung tretenden Tathergang zuzuordnen sind.”
“L'assassinat (art. 112 CP) est une forme qualifiée d'homicide intentionnel qui se distingue du meurtre ordinaire (art. 111 CP) par le fait que l'auteur a tué avec une absence particulière de scrupules. Cela suppose une faute spécialement lourde et déduite exclusivement de la commission de l'acte; les antécédents ou le comportement que l'auteur adopte immédiatement après les faits n'entrent en ligne de compte que dans la mesure où ils y sont étroitement liés, et permettent de caractériser la personnalité de l'auteur (ATF 141 IV 61 consid. 4.1). Pour caractériser la faute de l'assassin, l'art. 112 CP évoque les cas où les mobiles, le but ou la façon d'agir de l'auteur sont particulièrement odieux. Le mobile est notamment particulièrement odieux lorsqu'il apparaît futile, l'auteur tuant pour se venger, sans motif sérieux, ou encore pour une broutille. La façon d'agir est particulièrement odieuse lorsqu'elle est barbare ou atroce ou lorsque l'auteur a exploité avec perfidie la confiance de la victime. L'énumération du texte légal n'est pas exhaustive. L'absence particulière de scrupules peut être admise lorsque d'autres éléments confèrent à l'acte une gravité spécifique.”
“Vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB) ist als Mord zu qualifizieren, wenn der Täter besonders skrupellos handelt, namentlich sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich sind (Art. 112 StGB). Die vorsätzliche Vernichtung menschlichen Lebens wiegt immer ausserordentlich schwer. Mord unterscheidet sich durch besondere Skrupellosigkeit klar von der vorsätzlichen Tötung. Er zeichnet sich durch aussergewöhnlich krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Für die Qualifikation verweist das Gesetz in nicht abschliessender Aufzählung beispielhaft auf äussere (Ausführung) und innere Merkmale (Beweggrund, Zweck). Diese Merkmale oder Indizien müssen zum einen nicht erfüllt sein, um Mord anzunehmen, zum andern aber sollen sie vermeiden helfen, dass für die Qualifikation allein auf eine Generalklausel der besonderen Skrupellosigkeit abgestellt werden müsste (BGE 127 IV 10 E. 1a; 141 IV 61 E. 4.1; je mit Hinweisen). Besonders verwerflich handelt der Vater, der die Tochter "mit dem Tod bestraft", selbst wenn er sich in einer psychosozialen Dauerbelastung befunden haben mochte (BGE 127 IV 10 E.”
“Pour déterminer si l'on se trouve en présence d'un assassinat, il faut procéder à une appréciation d'ensemble des circonstances externes (comportement, manière d'agir de l'auteur) et internes de l'acte (mobile, but, etc.). Il y a assassinat lorsqu'il résulte de l'ensemble de ces circonstances que l'auteur a fait preuve du mépris le plus complet pour la vie d'autrui. Alors que le meurtrier agit pour des motifs plus ou moins compréhensibles, généralement dans une grave situation conflictuelle, l'assassin est une personne qui agit de sang-froid, sans scrupules, qui démontre un égoïsme primaire et odieux et qui, dans le but de poursuivre ses propres intérêts, ne tient aucun compte de la vie d'autrui. Chez l'assassin, l'égoïsme l'emporte en général sur toute autre considération. Il est souvent prêt, pour satisfaire des besoins égoïstes, à sacrifier un être humain dont il n'a pas eu à souffrir. La destruction de la vie d'autrui est toujours d'une gravité extrême. Pour retenir la qualification d'assassinat, il faut cependant que la faute de l'auteur, son caractère odieux, se distingue nettement de celle d'un meurtrier au sens de l'art. 111 CP (ATF 141 IV 61 consid. 4.1).”
“L'assassinat (art. 112 CP) est une forme qualifiée d'homicide intentionnel qui se distingue du meurtre ordinaire (art. 111 CP) par le fait que l'auteur a tué avec une absence particulière de scrupules. Cela suppose une faute spécialement lourde et déduite exclusivement de la commission de l'acte; les antécédents ou le comportement que l'auteur adopte immédiatement après les faits n'entrent en ligne de compte que dans la mesure où ils y sont étroitement liés, et permettent de caractériser la personnalité de l'auteur (ATF 141 IV 61 consid. 4.1 p. 64). Pour caractériser la faute de l'assassin, l'art. 112 CP évoque les cas où les mobiles, le but ou la façon d'agir de l'auteur sont particulièrement odieux. Le mobile est notamment particulièrement odieux lorsqu'il apparaît futile, l'auteur tuant pour se venger, sans motif sérieux, ou encore pour une broutille. La façon d'agir est particulièrement odieuse lorsqu'elle est barbare ou atroce ou lorsque l'auteur a exploité avec perfidie la confiance de la victime. L'énumération du texte légal n'est pas exhaustive. L'absence particulière de scrupules peut être admise lorsque d'autres éléments confèrent à l'acte une gravité spécifique.”
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist derjenige, der nach einem Tötungsversuch das verletzte Opfer hilflos liegen lässt, nicht zusätzlich wegen Unterlassung der Nothilfe zu bestrafen. Der im Versuch zum Ausdruck kommende Tötungswille umfasst auch den Willen zur Unterlassung der Hilfeleistung; es liegt daher keine echte Konkurrenz zwischen Art. 111 StGB und Art. 128 StGB vor. Die Unterlassung ist als mitbestrafte Nachtat der (versuchten) Tötung zu betrachten, sodass ein gesonderter Schuldspruch nach Art. 128 StGB ausscheidet. Soweit die unterlassene Hilfeleistung in die bereits wegen Art. 111 StGB verwirklichte Tat einfliesst, darf sie die Strafzumessung innerhalb des für Art. 111 StGB geltenden Strafrahmens nicht zusätzlich verschärfen (Doppelverwertungsverbot).
“S. 72, unten). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Täter, der nach Begehung eines Tötungsversuchs das dabei verletzte Opfer hilflos liegen lässt, nicht auch wegen Unterlassung der Nothilfe zu bestrafen, weil der im Versuch geäusserte Tötungswille auch den Willen zur Unterlassung der Hilfeleistung in sich einschliesst, weshalb eine echte Konkurrenz zwischen den Straftaten nach Art. 111 StGB und Art. 128 StGB ausscheidet. Die Strafe, die der Täter wegen des in die Tat umgesetzten Tötungswillens verwirkt, gilt daher auch das Imstichelassen ab (vgl. BGE 111 IV 124 E. 2b; 87 IV 7; Urteil 6B_1037/2023 vom 5. Juni 2024 E. 4.2.3, zur Publikation vorgesehen). Die Unterlassung der Nothilfe ist demnach als mitbestrafte Nachtat der versuchten Tötung zu betrachten, sodass ein Schuldspruch nach Art. 128 StGB ausscheidet. Dieselben Überlegungen greifen in Bezug auf die Strafzumessung. Wer den tatbestandsmässigen Erfolg im Sinne von Art. 111 StGB, d.h. die Tötung einer Person, will bzw. zumindest eventualvorsätzlich in Kauf nimmt und mit der Ausführung der Tat begonnen hat, ist im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zu bestrafen. Innerhalb dieses Strafrahmens darf sich die unterbliebene Verhinderung des Erfolges, d.h. die Tatsache, dass der Täter dem Opfer keine Hilfe leistete, sondern es im Stich liess, nicht zusätzlich straferhöhend auswirken (siehe MARTIN SEELMANN, Strafzumessung und Doppelverwertung, Zürich 2023, II.F.2.h S. 390). Anders zu entscheiden hiesse, das Doppelverwertungsverbot zu missachten, welches besagt, dass Umstände, die zur Anwendung eines höheren oder tieferen Strafrahmens führen, innerhalb des geänderten Strafrahmens nicht noch einmal als Straferhöhungs- oder Strafminderungsgrund berücksichtigt werden dürfen, weil dem Täter sonst der gleiche Umstand zweimal zur Last gelegt oder zugute gehalten würde (BGE 142 IV 14 E. 5.4; 141 IV 61 E. 6.1.3; je mit Hinweisen).”
Bei plötzlichen, lebensbedrohlichen und kurz dauernden Angriffen sowie bei gemeinschaftlicher Gewalt können Gerichte aus den konkreten Umständen — namentlich der Kurzfristigkeit des Geschehens, einem Adrenalineffekt und der Zurechnung von Mittäterhandlungen — auf vorsätzliches bzw. eventualvorsätzliches Handeln im Sinn von Art. 111 StGB schliessen, soweit die Tatbeteiligung und die Verantwortlichkeit für die Handlungen Dritter dies rechtfertigen.
“Aufgabenverteilung der involvierten Personen im Einzelnen konkretisierte, wich er nicht von seiner Darstellung ab, wonach der Beschwerdeführer ihn festgehalten, E.B.________ ihm die Verletzungen zugefügt und F.B.________ nach den beiden ersten Stichen seinen Söhnen zugerufen habe, sie sollten ihn töten. Soweit der Beschwerdeführer gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdegegners vorbringt, dieser habe anfänglich das Festhalten gar nicht ihm, sondern E.B.________ zugeschrieben, ist auch dies nicht stichhaltig. An besagter Stelle in der Einvernahme thematisiert der Beschwerdegegner die allererste Verletzung, bei der dem Beschwerdeführer keine Mitwirkung vorgehalten wird (vgl. vorstehend lit. B). Unbehelflich ist schliesslich auch, wenn der Beschwerdeführer einen fehlenden Detailreichtum in den Schilderungen des Beschwerdegegners rügt. Vergegenwärtigt man sich die konkreten Umstände zum Tatzeitpunkt, so überspannt dieser die Anforderungen an die Aussagequalität. E.B.________ versuchte unbestrittenermassen - der Schuldspruch im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB ist in Rechtskraft erwachsen - mit mehreren Messerstichen den Beschwerdegegner zu töten. Letzterer sah sich demnach überraschend mit einem lebensbedrohlichen Angriff konfrontiert. Es handelte sich hierbei um ein dynamisches Geschehen, das gemäss den diesbezüglich übereinstimmenden Angaben aller befragten Personen sowie den ausgewerteten Mobiltelefondaten (vgl. hierzu Urteil E. II. Ziff. 18 S. 24) von sehr kurzer Dauer war. Bei dieser Ausgangslage sind keine Ausführungen zu erwarten, die in Bezug auf den Detaillierungsgrad über die vom Beschwerdegegner gemachten Angaben hinaus gehen.”
“_____ agierten in der Überzahl gegen ein am Boden fixiertes Opfer, das den Attacken weitestgehend schutzlos ausgeliefert war. Der Beschuldigte, der selbst angab, "auf Adrenalin" gewesen und "keine Kontrolle" mehr gehabt zu haben, ausserdem nach der Alarmierung auch noch wütend geworden war, konnte in dieser Gemüts- verfassung weder seine Handlungen – und damit insbesondere auch nicht den potentiell tödlichen Unterarmwürgegriff – dosieren, noch das Risiko der Verwirkli- chung des Todes bzw. einer lebensgefährlichen Verletzung einschätzen bzw. steuern, dies umso mehr, als zu seinen eigenen Tathandlungen wie bereits dar- gelegt auch diejenigen von J._____ hinzukamen, über deren Intensität und Ziele er überhaupt keine Kontrolle hatte. Dass sich das Risiko einer lebensgefährlichen Verletzung des Privatklägers bzw. seines Todes nicht verwirklichte, ist einzig und allein einer glücklichen Fügung bzw. dem Zufall zu verdanken. Damit hat der Be- schuldigte, dem die Tathandlungen seines Mittäters gleichfalls anzurechnen sind, die Tatbestandsvoraussetzungen der eventualvorsätzlich versuchten Tötung im Sinne Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB erfüllt, wofür der Be- schuldigte angemessen zu bestrafen ist.”
Bleiben unüberwindliche Zweifel an den zur Verurteilung nach Art. 111 StGB erforderlichen tatsächlichen Voraussetzungen bestehen, hat das Gericht die für den Beschuldigten günstigste Tatsachenauffassung zugrunde zu legen. Das Gericht beurteilt die Beweise nach seiner freien Überzeugung (intime conviction) und entscheidet bei nicht auszuräumenden Zweifeln zugunsten des Angeklagten.
“Le Tribunal apprécie librement les preuves recueillies selon l'intime conviction qu'il retire de l'ensemble de la procédure (al. 2). Le tribunal se fonde sur l'état de fait le plus favorable au prévenu lorsque subsistent des doutes insurmontables quant aux éléments factuels justifiant une condamnation (al. 3). La constatation des faits est incomplète au sens de l’art. 398 al. 3 let. b CPP lorsque toutes les circonstances de fait et tous les moyens de preuve déterminants pour le jugement n'ont pas été pris en compte par le tribunal de première instance. Elle est erronée lorsque le tribunal a omis d'administrer la preuve d'un fait pertinent, a apprécié de manière erronée le résultat de l'administration d'un moyen de preuve ou a fondé sa décision sur des faits erronés, en contradiction avec les pièces, par exemple (Kistler Vianin, in : Jeanneret et al. [éd.], Commentaire romand, Code de procédure pénale suisse [ci-après : CR CPP], 2e éd., Bâle 2019, n. 19 ad art. 398 CPP et les références citées). 3.2.2 Aux termes de l'art. 111 CP (Code pénal suisse du 21 décembre 1937 ; RS 311.0), celui qui aura intentionnellement tué une personne sera puni d'une peine privative de liberté de cinq ans au moins, en tant que les conditions prévues aux articles suivant ne seront pas réalisées. Il faut que l'auteur ait eu l'intention de causer par son comportement la mort d'autrui. Le dol éventuel est toutefois suffisant. Agit intentionnellement quiconque commet un crime ou un délit avec conscience et volonté (art. 12 al. 2, 1re phr., CP). L’auteur agit déjà intentionnellement lorsqu’il tient pour possible la réalisation de l’infraction et l’accepte au cas où celle-ci se produirait (art. 12 al. 2, 2e ph., CP). On distingue communément le dessein (ou dol direct de premier degré), le dol simple (ou dol direct de deuxième degré) et le dol éventuel (Dupuis et al., Petit commentaire du Code pénal, 2e éd., Bâle 2017, n. 10 ad art. 12 CP et les réf. citées). Ces trois formes correspondent à un comportement intentionnel au sens de l’art. 12 al.”
Beweiswürdigung: Das Gericht bildet seine Überzeugung gestützt auf eine Gesamtschau der äusseren und inneren Umstände. Kurze Tatdauer, übereinstimmende oder widersprechende Videoaufzeichnungen sowie inkonsistente Unfall‑/Unfallbehauptungen können dabei als Indizien für Vorsatz bzw. für besonders verwerfliches (kaltblütiges) Handeln herangezogen werden.
“Pour déterminer si l'on se trouve en présence d'un assassinat, il faut procéder à une appréciation d'ensemble des circonstances externes (comportement, manière d'agir de l'auteur) et internes de l'acte (mobile, but, etc.). Il y a assassinat lorsqu'il résulte de l'ensemble de ces circonstances que l'auteur a fait preuve du mépris le plus complet pour la vie d'autrui. Alors que le meurtrier agit pour des motifs plus ou moins compréhensibles, généralement dans une grave situation conflictuelle, l'assassin est une personne qui agit de sang-froid, sans scrupules, qui démontre un égoïsme primaire et odieux et qui, dans le but de poursuivre ses propres intérêts, ne tient aucun compte de la vie d'autrui. Chez l'assassin, l'égoïsme l'emporte en général sur toute autre considération. Il est souvent prêt, pour satisfaire des besoins égoïstes, à sacrifier un être humain dont il n'a pas eu à souffrir. La destruction de la vie d'autrui est toujours d'une gravité extrême. Pour retenir la qualification d'assassinat, il faut cependant que la faute de l'auteur, son caractère odieux, se distingue nettement de celle d'un meurtrier au sens de l'art. 111 CP (ATF 141 IV 61 consid. 4.1). Le fait que l’auteur "accepte" la mort pour le cas où celle-ci se produirait n’exclut pas que les mobiles sous-tendant l’homicide ou la tentative d’homicide ainsi que le but de l’infraction puissent procéder d’un mépris singulièrement grossier pour la vie humaine et s’avérer être particulièrement odieux. Un assassinat peut donc également être commis par dol éventuel (ATF 112 IV 65 consid. 3b ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_232/2012 du 8 mars 2013 consid. 1.4.2, résumé in Forumpoenale 3/2014 n. 23). 2.3. En l’espèce, il est établi et n’est d’ailleurs pas contesté que l’intimé a tué la victime. Seule est litigieuse la qualification d’assassinat. Les images de la caméra de la rue 1______ démontrent qu’il s’écoule à peine plus d’une minute entre le moment où l’intimé entre sur la rue 2______ et celui où il en ressort. Ce bref laps de temps ne laisse pas de place à une altercation physique telle que celle qu’il décrit. Les témoignages recueillis contredisent également sa version puisque les témoins entendent les coups de feu à peine quelques secondes après avoir quitté la victime, respectivement croisé l’intimé, et que le seul témoin visuel ne voit aucune altercation.”
“L'intensité des charges propres à motiver un maintien en détention provisoire n'est pas la même aux divers stades de l'instruction pénale; si des soupçons, même encore peu précis, peuvent être suffisants dans les premiers temps de l'enquête, la perspective d'une condamnation doit apparaître avec une certaine vraisemblance après l'accomplissement des actes d'instruction envisageables (ATF 143 IV 316 consid. 3.2 p. 318). En d'autres termes, les soupçons doivent se renforcer plus l'instruction avance et plus l'issue du jugement au fond approche. Si des raisons plausibles de soupçonner une personne d'avoir commis une infraction suffisent au début de l'enquête, ces motifs objectifs doivent passer de plausibles à vraisemblables Il faut ainsi pour reprendre la jurisprudence relative au degré de preuve requis dans un procès, que des éléments parlent en faveur de la culpabilité du prévenu, et ce même si le juge envisage l'éventualité que tel ne soit pas le cas (ATF 140 III 610 consid. 4.1 p. 613; arrêt du Tribunal fédéral 1B_344/2017 du 20 septembre 2017 consid. 4.1). 3.2. À la lumière de ces principes, les charges sont, quoi qu’en dise le recourant, suffisantes et graves. Le Ministère public a prévenu le recourant d’incendie intentionnel (art. 221 al. 1 CP) et de meurtre (art. 111 CP). Indépendamment des indices concrets qui appuyeraient le dol éventuel d’homicide (spécifié dans l’ordonnance d’ouverture d’instruction), l’incendie intentionnel est un crime (art 10 al. 1 CP). Les indices à l’appui de la commission d’une telle infraction ne sont pas sérieusement battus en brèche par la simple affirmation du recourant selon laquelle la perspective de sa condamnation ne serait actuellement plus vraisemblable. À vrai dire, le recourant ne les discute même pas, puisqu’au passage de son mémoire où il prétend le faire (ch. 55 s.), il renvoie à des développements sur les risques de fuite, réitération et collusion. Or, les deux rapports de police mentionnés ci-dessus (let. B.c.) rendent plausibles la participation du recourant à deux sinistres, consécutifs et rapprochés. L’un, dans les caves, a entraîné la mort de deux personnes par la diffusion de fumées toxiques dans la cage d’escalier. Les explications du recourant sur sa présence, avérée, dans les couloirs de ces caves ont varié – avant d’être confronté aux images vidéo, il s’affirmait sûr « à 100 % » de n’y être pas descendu le soir considéré (pièce C-83) – ; mais il n’explique pas comment un tiers mal intentionné aurait pu le précéder ou le suivre en ces lieux, sans déclencher ni lumière ni enregistrement vidéo, alors que lui-même y a été filmé muni d’une cigarette allumée, dans un temps compatible avec l’incendie qui s’y déclenchera.”
“1.7; 6B_495/2008 vom 27. Dezember 2008 E. 1.4; 6B_411/2007 vom 2. November 2007 E. 1.3). Es hat seinem Urteil von Gesetzes wegen den Sachverhalt zugrunde zu legen, den die Vorinstanz (vorliegend in minutiöser Würdigung) festgestellt hat (oben E. 2.2). Die Vorinstanz führt aus, das Verhalten des Opfers infolge der Aufforderung des Beschwerdeführers, nur weil dieser nicht in der Bar gearbeitet habe, sei übertrieben gewesen. Es sei plausibel, dass dieses Verhalten den Beschwerdeführer wütend gemacht habe. Verschiedene Umstände sprächen aber gegen ein Affektdelikt. Der Tatablauf zeige, dass seine steuernden Funktionen und auch die Bewusstseinsfunktionen während der ganzen Tatzeit erhalten waren. Er sei nicht von einem emotionalen Erregungszustand überwältigt worden. Er habe eine Personenschützerausbildung mit den entsprechenden Kampf- und Wurftechniken absolviert. Eine "grosse seelische Belastung" sei von vornherein nicht auszumachen. Mit Recht beurteilt die Vorinstanz den Tatbestand von Art. 111 StGB als erfüllt; sie verneint zutreffend die Anwendung von Art. 113 StGB (Urteil S. 51 f.). Eine Tötungsabsicht verneint sie nach dem Zweifelsgrundsatz ("in dubio pro reo"). Indessen liege unbestrittenermassen Eventualvorsatz vor (Urteil S. 53). Es ist mit der Vorinstanz zumindest eventualvorsätzliche Tötung anzunehmen (vgl. Urteil 6B_135/2020 vom 16. Juni 2020 E. 4.2 mit Hinweisen). Ein bundesgerichtlicher Freispruch kommt entgegen dem Rechtsbegehren offenkundig nicht in Betracht, ohne dass dies einer weiteren Erörterung bedürfte. Auf das ausführliche Urteil ist zu verweisen.”
Die Abgrenzung zu Art. 112 StGB erfolgt durch das Vorliegen einer «Abwesenheit besonderer Skrupel» des Täters. Art. 112 kommt bei einer speziell schwerwiegenden, aus der Tat selbst zu erschliessenden Schuld in Betracht, namentlich wenn Motive, Zweck oder die Art der Ausführung als besonders odios zu beurteilen sind (z.B. futiles Motiv oder Rache, barbare/atroze Ausführungsweise, perfide Ausnutzung von Vertrauen, kaltblütiges/völlig gefühlloses Vorgehen).
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der Art. 112 ff. StGB zutrifft, wird gemäss Art. 111 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Handelt der Täter besonders skrupellos, sind namentlich sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich, so macht er sich des Mordes strafbar und ist die Strafe lebenslängliche Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren (Art. 112 StGB).”
“L'absence particulière de scrupules peut être admise lorsque d'autres éléments confèrent à l'acte une gravité spécifique (ATF 141 précité consid. 4.1; 117 IV 369 consid. 19b). C'est ainsi par exemple si, par la froideur dans l'exécution et la maîtrise de soi, l'auteur manifeste le plus complet mépris de la vie d'autrui (ATF 141 précité consid. 4.1 et la référence citée). Il y a assassinat lorsqu'il résulte de l'ensemble de ces circonstances que l'auteur a fait preuve du mépris le plus complet pour la vie d'autrui. Alors que le meurtrier agit pour des motifs plus ou moins compréhensibles, généralement dans une grave situation conflictuelle, l'assassin est une personne qui agit de sang-froid, sans scrupules, qui démontre un égoïsme primaire et odieux et qui, dans le but de poursuivre ses propres intérêts, ne tient aucun compte de la vie d'autrui. Pour retenir la qualification d'assassinat, il faut cependant que la faute de l'auteur, son caractère odieux, se distingue nettement de celle d'un meurtrier au sens de l'art. 111 CP (ATF 141 précité consid. 4.1; 127 IV 10 consid. 1a). Le comportement que l'auteur adopte immédiatement après les faits n'entre en ligne de compte que dans la mesure où il y est étroitement lié, et permet de caractériser la personnalité de l'auteur (ATF 141 précité consid. 4.1; 127 IV 10 consid. 1a). 4.2.4.4. Ainsi, la notion d'absence particulière de scrupules typique de l'assassinat se fonde sur une conception plus étroite que celle utilisée dans le cadre de la fixation de la peine au sens de l'art. 47 CP, où cet élément peut être appréhendé d'une manière plus large et souple. 4.2.4.5. En l'espèce, par son raisonnement, la cour cantonale n'a pas énoncé toutes les caractéristiques propres à l'assassin. Par exemple, elle n'a pas relevé que l'attitude du recourant correspondrait à la froideur dans l'exécution et la maîtrise de soi mentionnée dans la jurisprudence, ou encore, elle n'a pas considéré que le recourant aurait agi de sang-froid, mais plutôt dans l'émotion, ayant immédiatement regretté son acte après l'avoir commis, ce qui ne coïncide pas avec la personnalité de l'assassin (cf.”
“L'assassinat (art. 112 CP) est une forme qualifiée d'homicide intentionnel qui se distingue du meurtre ordinaire (art. 111 CP) par le fait que l'auteur a tué avec une absence particulière de scrupules. Cela suppose une faute spécialement lourde et déduite exclusivement de la commission de l'acte; les antécédents ou le comportement que l'auteur adopte immédiatement après les faits n'entrent en ligne de compte que dans la mesure où ils y sont étroitement liés, et permettent de caractériser la personnalité de l'auteur (ATF 141 IV 61 consid. 4.1 p. 64). Pour caractériser la faute de l'assassin, l'art. 112 CP évoque les cas où les mobiles, le but ou la façon d'agir de l'auteur sont particulièrement odieux. Le mobile est notamment particulièrement odieux lorsqu'il apparaît futile, l'auteur tuant pour se venger, sans motif sérieux, ou encore pour une broutille. La façon d'agir est particulièrement odieuse lorsqu'elle est barbare ou atroce ou lorsque l'auteur a exploité avec perfidie la confiance de la victime. L'énumération du texte légal n'est pas exhaustive. L'absence particulière de scrupules peut être admise lorsque d'autres éléments confèrent à l'acte une gravité spécifique.”
“A teneur de l'art. 112 CP, si le délinquant a tué avec une absence particulière de scrupules, notamment si son mobile, son but ou sa façon d'agir est particulièrement odieux, il sera puni d'une peine privative de liberté à vie ou d'une peine privative de liberté de dix ans au moins. L'assassinat (art. 112 CP) est une forme qualifiée d'homicide intentionnel qui se distingue du meurtre ordinaire (art. 111 CP) par le fait que l'auteur a tué avec une absence particulière de scrupules. Cela suppose une faute spécialement lourde et déduite exclusivement de la commission de l'acte; les antécédents ou le comportement que l'auteur adopte immédiatement après les faits n'entrent en ligne de compte que dans la mesure où ils y sont étroitement liés, et permettent de caractériser la personnalité de l'auteur (ATF 141 IV 61 consid. 4.1). Pour caractériser la faute de l'assassin, l'art. 112 CP évoque les cas où les mobiles, le but ou la façon d'agir de l'auteur sont particulièrement odieux. Le mobile est notamment particulièrement odieux lorsqu'il apparaît futile, l'auteur tuant pour se venger, sans motif sérieux, ou encore pour une broutille. La façon d'agir est particulièrement odieuse lorsqu'elle est barbare ou atroce ou lorsque l'auteur a exploité avec perfidie la confiance de la victime. L'énumération du texte légal n'est pas exhaustive. L'absence particulière de scrupules peut être admise lorsque d'autres éléments confèrent à l'acte une gravité spécifique.”
“Pour déterminer si l'on se trouve en présence d'un assassinat, il faut procéder à une appréciation d'ensemble des circonstances externes (comportement, manière d'agir de l'auteur) et internes de l'acte (mobile, but, etc.). Il y a assassinat lorsqu'il résulte de l'ensemble de ces circonstances que l'auteur a fait preuve du mépris le plus complet pour la vie d'autrui. Alors que le meurtrier agit pour des motifs plus ou moins compréhensibles, généralement dans une grave situation conflictuelle, l'assassin est une personne qui agit de sang-froid, sans scrupules, qui démontre un égoïsme primaire et odieux et qui, dans le but de poursuivre ses propres intérêts, ne tient aucun compte de la vie d'autrui. Chez l'assassin, l'égoïsme l'emporte en général sur toute autre considération. Il est souvent prêt, pour satisfaire des besoins égoïstes, à sacrifier un être humain dont il n'a pas eu à souffrir. La destruction de la vie d'autrui est toujours d'une gravité extrême. Pour retenir la qualification d'assassinat, il faut cependant que la faute de l'auteur, son caractère odieux, se distingue nettement de celle d'un meurtrier au sens de l'art. 111 CP.”
Subjektive Merkmale (z. B. Motive, Beweggründe, Absichten) sind beim Grundtatbestand des Art. 111 StGB bereits von Beginn an bei der Bestimmung des Schweregrads der Tat und damit der Strafzumessung zu berücksichtigen.
“Für die Bildung der Gesamtfrei- heitsstrafe ist von der versuchten vorsätzlichen Tötung als schwerstes Delikt aus- zugehen, wobei es sich aufgrund der starken Verminderung der Schuldfähigkeit des Beschuldigten und der Tatsache, dass es jeweils bei einer versuchten Tatbe- gehung geblieben ist, vorliegend ausnahmsweise rechtfertigt, den ordentlichen Strafrahmen nach unten zu öffnen. 2.1.Im Hinblick auf die verschuldensmässige Beurteilung der Haupttat (Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB) ist zu beachten, dass der mit der Tötung als solcher verbundene Unrechtsgehalt – anders als bei einer Kör- perverletzung – nicht abgestuft werden kann, sodass aus der Rechtsgutverlet- zung allein nichts für die Strafzumessung abzuleiten ist. Die objektive Tatschwere bestimmt sich damit nicht nur anhand des äusseren Tatablaufs, da eine solche aus jeglichem Kontext gelöste Betrachtung mit der tatbestandsmässigen Struktur der Tötungsdelikte nicht vereinbar ist. Vielmehr sind subjektive Merkmale wie Mo- tive, Beweggründe und Absichten auf Seiten des Täters implizit auch beim Grund- tatbestand von Art. 111 StGB massgeblich, weshalb diese bei der Festlegung des (objektiven) Schweregrads der Tat von Beginn weg zu berücksichtigen sind (Urteil Bundesgericht 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018 E. 2.6.1). 2.2.Der Beschuldigte würgte die Privatklägerin zuerst und schlug dann mit ei- nem fast 500 g schweren Kristallaschenbecher massiv auf sie ein. Darin manifes- tiert sich eine grobe Brutalität, die sich nur damit erklären lässt, dass der Beschul- digte aufgrund einer Lappalie – die Privatklägerin hatte im Anschluss an einen verbalen Streit angedeutet, dass es besser wäre, wenn sie sich eine Weile nicht mehr sehen – ausgerastet ist. Ferner kam der Angriff für die Privatklägerin überra- schend und sie war weder in der Lage, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen noch - 34 - Gegenwehr zu leisten. Namentlich hatte sie auf dem Sofa auf dem Bauch liegend keinerlei Abwehrchancen. Immerhin ist zugunsten des Beschuldigten anzuführen, dass die Tat spontan erfolgte und dass er von sich aus mit den Tathandlungen wieder aufgehört hat.”
“Für die Bildung der Gesamtfrei- heitsstrafe ist von der versuchten vorsätzlichen Tötung als schwerstes Delikt aus- zugehen, wobei es sich aufgrund der starken Verminderung der Schuldfähigkeit des Beschuldigten und der Tatsache, dass es jeweils bei einer versuchten Tatbe- gehung geblieben ist, vorliegend ausnahmsweise rechtfertigt, den ordentlichen Strafrahmen nach unten zu öffnen. 2.1.Im Hinblick auf die verschuldensmässige Beurteilung der Haupttat (Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB) ist zu beachten, dass der mit der Tötung als solcher verbundene Unrechtsgehalt – anders als bei einer Kör- perverletzung – nicht abgestuft werden kann, sodass aus der Rechtsgutverlet- zung allein nichts für die Strafzumessung abzuleiten ist. Die objektive Tatschwere bestimmt sich damit nicht nur anhand des äusseren Tatablaufs, da eine solche aus jeglichem Kontext gelöste Betrachtung mit der tatbestandsmässigen Struktur der Tötungsdelikte nicht vereinbar ist. Vielmehr sind subjektive Merkmale wie Mo- tive, Beweggründe und Absichten auf Seiten des Täters implizit auch beim Grund- tatbestand von Art. 111 StGB massgeblich, weshalb diese bei der Festlegung des (objektiven) Schweregrads der Tat von Beginn weg zu berücksichtigen sind (Urteil Bundesgericht 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018 E. 2.6.1). 2.2.Der Beschuldigte würgte die Privatklägerin zuerst und schlug dann mit ei- nem fast 500 g schweren Kristallaschenbecher massiv auf sie ein. Darin manifes- tiert sich eine grobe Brutalität, die sich nur damit erklären lässt, dass der Beschul- digte aufgrund einer Lappalie – die Privatklägerin hatte im Anschluss an einen verbalen Streit angedeutet, dass es besser wäre, wenn sie sich eine Weile nicht mehr sehen – ausgerastet ist. Ferner kam der Angriff für die Privatklägerin überra- schend und sie war weder in der Lage, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen noch - 34 - Gegenwehr zu leisten. Namentlich hatte sie auf dem Sofa auf dem Bauch liegend keinerlei Abwehrchancen. Immerhin ist zugunsten des Beschuldigten anzuführen, dass die Tat spontan erfolgte und dass er von sich aus mit den Tathandlungen wieder aufgehört hat.”
Bestehen Zweifel an der tatsächlichen oder rechtlichen Würdigung des Vorsatzes nach Art. 111 StGB, obliegt die Entscheidung darüber dem materiell zuständigen Richter oder der materiell zuständigen Richterin. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung, soweit erforderlich, durchzuführen und darf erst dann einstellen, wenn aufgrund hinreichend klarer, nach Abschluss der erforderlichen Ermittlungen feststehender Tatsachen ein Weiterzug nach aller Wahrscheinlichkeit zu einem Freispruch führen würde.
“En effet, en cas de doute s’agissant de la situation factuelle ou juridique, ce n’est pas à l’autorité d’instruction ou d’accusation mais au juge matériellement compétent qu’il appartient de se prononcer (ATF 146 IV 68 consid. 2.1, JdT 2020 IV 256 ; ATF 143 IV 241 consid. 2.2.1, JdT 2017 IV 357 ; ATF 138 IV 86 consid. 4.1.1 et les réf. citées ; TF 6B_957/2021 du 24 mars 2022 consid. 2.1). En revanche, le ministère public doit classer la procédure s’il apparaît, sur la base de faits assez clairs pour qu’il n’y ait pas lieu de s’attendre à une appréciation différente de l’autorité de jugement (ATF 143 IV 241 consid. 2.3.2), qu’un renvoi aboutirait selon toute vraisemblance à un acquittement. Pour pouvoir constater légitimement que l’instruction ne corrobore aucun soupçon justifiant une mise en accusation (art. 319 al. 1 let. a CPP), le ministère public doit avoir préalablement procédé, conformément à la maxime de l’instruction (cf. art. 6 al. 1 CPP), à toutes les mesures d’instruction pertinentes susceptibles d’établir l’existence de soupçons suffisants justifiant une mise en accusation (CREP 12 avril 2023/252 consid. 2.2 et la référence citée ; CREP 18 janvier 2023/40 consid. 2). 2.2 2.2.1 Aux termes de l’art. 111 CP (Code pénal suisse du 21 décembre 1937 ; RS 311.0), celui qui aura intentionnellement tué une personne sera puni d’une peine privative de liberté de 5 ans au moins, en tant que les conditions prévues aux articles suivants ne seront pas réalisées. Agit intentionnellement quiconque commet un crime ou un délit avec conscience et volonté (art. 12 al. 2, 1re phrase, CP). L'auteur agit déjà intentionnellement lorsqu'il tient pour possible la réalisation de l'infraction et l'accepte au cas où celle-ci se produirait (art. 12 al. 2, 2e phrase, CP). On distingue communément le dessein (ou dol direct de premier degré), le dol simple (ou dol direct de deuxième degré) et le dol éventuel (Dupuis et al. [éd.], Petit Commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle 2017, n. 10 ad art. 12 CP et les réf. citées). Ces trois formes correspondent à un comportement intentionnel au sens de l'art. 12 al. 2 CP (ibidem). 2.2.2 L'art. 117 CP réprime le comportement de celui qui, par négligence, aura causé la mort d'une personne.”
Psychische Störungen (z.B. paranoide Schizophrenie) können sich in einem Fehlen nachvollziehbarer Motive, in Ausfall hemmender Gefühlsregungen und im Handeln trotz Kenntnis des Entdeckungsrisikos ausdrücken. Liegt ein solcher Zusammenhang zwischen Krankheit und Tathandlung vor, ist die fehlende Einsichtsfähigkeit in die Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände einzubeziehen und kann dadurch dazu führen, dass im konkreten Ergebnis keine besondere Skrupellosigkeit im Sinne von Art. 112 StGB bejaht wird.
“Allerdings ist das Fehlen eines nachvollziehbaren Grundes in concreto gerade als Ausdruck der paranoiden Schizophrenie zu sehen. Gleiches gilt für die Abwesenheit der hemmenden Gefühlsregungen und das Handeln trotz des Wissens, dass die Tat auffliegen wird. Diesbezüglich hat der Gutachter klar festgehalten, dass ein Zusammenhang zwischen der Krankheit und der Tathandlung bestehe und sich der Beschuldigte aus diesem Grund nicht die geringste Mühe gebe, seine Taten zu verbergen. Soweit also die fehlende Einsichtsfähigkeit nicht von vornherein zu einer Nichtbeachtung der inneren Mordmerkmale führen sollte, wäre sie zumindest im Rahmen der Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände derart in die Abwägung einfliessen zu lassen, dass im Ergebnis nicht vom Vorliegen einer besonderen Skrupellosigkeit im Sinne des Art. 112 StGB auszugehen ist. Gemäss diesen Erwägungen ist in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten und dementsprechender Abänderung des angefochtenen Urteils festzustellen, dass dieser tatbestandsmässig und rechtswidrig eine versuchte Tötung nach Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB begangen hat.”
“Allerdings ist das Fehlen eines nachvollziehbaren Grundes in concreto gerade als Ausdruck der paranoiden Schizophrenie zu sehen. Gleiches gilt für die Abwesenheit der hemmenden Gefühlsregungen und das Handeln trotz des Wissens, dass die Tat auffliegen wird. Diesbezüglich hat der Gutachter klar festgehalten, dass ein Zusammenhang zwischen der Krankheit und der Tathandlung bestehe und sich der Beschuldigte aus diesem Grund nicht die geringste Mühe gebe, seine Taten zu verbergen. Soweit also die fehlende Einsichtsfähigkeit nicht von vornherein zu einer Nichtbeachtung der inneren Mordmerkmale führen sollte, wäre sie zumindest im Rahmen der Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände derart in die Abwägung einfliessen zu lassen, dass im Ergebnis nicht vom Vorliegen einer besonderen Skrupellosigkeit im Sinne des Art. 112 StGB auszugehen ist. Gemäss diesen Erwägungen ist in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten und dementsprechender Abänderung des angefochtenen Urteils festzustellen, dass dieser tatbestandsmässig und rechtswidrig eine versuchte Tötung nach Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB begangen hat.”
Art. 111 erfasst nach herrschender Lehre und Rechtsprechung jede Form des Verhaltens, die objektiv geeignet ist, den Tod eines anderen Menschen herbeizuführen; in Betracht kommen hierfür unterschiedliche Mittel (z. B. Schuss‑ oder Stichwaffen, Sprengstoffe, körperliche Gewalt). Die Gefährlichkeit eines Gegenstands bemisst sich nach der konkreten Art und Weise seiner Verwendung; ein an sich harmloser Gegenstand kann dann als gefährliches Instrument gelten, wenn seine konkrete Verwendung Verletzungen bewirken kann, wie die Rechtsprechung etwa am Beispiel eines spitzen Federhalters veranschaulicht.
“Comme principe présidant à l'appréciation des preuves, la présomption d'innocence est violée si le juge du fond se déclare convaincu de faits défavorables à l'accusé sur lesquels, compte tenu des éléments de preuve qui lui sont soumis, il aurait au contraire dû, objectivement, éprouver des doutes. Il ne doit pas s'agir de doutes abstraits ou théoriques, qui sont toujours possibles ; ces principes sont violés lorsque l'appréciation objective de l'ensemble des éléments de preuve laisse subsister un doute sérieux et insurmontable quant à la culpabilité de l'accusé, autrement dit lorsque le juge du fond retient un état de fait défavorable à l'accusé alors qu'il existe un doute raisonnable quant au déroulement véritable des événements (ATF 127 I 38 consid. 2a p. 41 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_784/2011 du 12 mars 2012 consid. 1.1). Le juge doit en particulier se forger une conviction aussi bien sur les premières déclarations du prévenu, respectivement d'un témoin, que sur les nouvelles, valant rétractation, et apprécier les circonstances dans lesquelles l'intéressé a modifié ses déclarations initiales (arrêts du Tribunal fédéral 6B_157/2011 du 20 septembre 2011 consid. 1.2 et 6B_626/2008 du 11 novembre 2008 consid. 2.1 et les référence citées). 2.2.1. L’art. 111 CP réprime le comportement de celui qui aura intentionnellement tué une personne. Le comportement incriminé, qui n'est pas précisément décrit par la loi, comprend toute forme d'acte susceptible d'engendrer la mort (usage d'arme à feu ou d'armes blanches, d'explosifs, de la force physique, etc. ; B. CORBOZ, Les infractions en droit suisse, vol. I, 3e éd., Berne 2010, n. 4 ad art. 111). Selon la jurisprudence, le caractère dangereux d'un objet se détermine en fonction de la façon dont il est utilisé (ATF 111 IV 123 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_590/2014 du 12 mars 2015 consid. 1.3 et les références citées). Un objet sera considéré comme dangereux lorsqu'il est conçu de manière telle qu'utilisé comme arme, il est propre à provoquer les blessures que causerait une arme employée dans les mêmes conditions (ATF 96 IV 16 consid. 3b p. 19). Ainsi, il a été admis qu'un porte-plume est un instrument dangereux si l'on frappe la victime au visage avec sa pointe mais ne l'est pas si l'on s'en sert comme d'une baguette (ATF 101 IV 285 p.”
“Selon ce principe, l'acte d'accusation définit l'objet du procès (fonction de délimitation). Une infraction ne peut faire l'objet d'un jugement que si le ministère public a déposé auprès du tribunal compétent un acte d'accusation dirigé contre une personne déterminée sur la base de faits précisément décrits. Il doit décrire les infractions qui sont imputées au prévenu de façon suffisamment précise pour lui permettre d'apprécier, sur les plans subjectif et objectif, les reproches qui lui sont faits (cf. art. 325 CPP ; ATF 143 IV 63 consid. 2.2 p. 65 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_834/2018 du 5 février 2019 consid. 1.1). Lorsque l'acte d'accusation porte sur des formes particulières de responsabilité pénale, telles que la tentative, la commission de l'acte en tant que coauteur ou encore la participation, il y a lieu d'exposer, dans la mesure du possible, en quoi le comportement de tel ou tel prévenu permet de retenir contre lui l'une de ces formes de responsabilité pénale (arrêt du Tribunal fédéral 6B_865/2018 du 14 novembre 2019 consid. 8.1). 2.2. L'art. 111 CP réprime le comportement de celui qui aura intentionnellement tué une personne. 2.2.1. Les éléments constitutifs de l'infraction sont, au plan objectif, un comportement homicide – toute forme de comportement susceptible d'engendrer la mort entrant à cet égard en ligne de compte –, la mort d'un être humain autre que l'auteur et un rapport de causalité entre ces deux éléments (M. DUPUIS / L. MOREILLON / C. PIGUET / S. BERGER / M. MAZOU / V. RODIGARI [éds], Code pénal - Petit commentaire, 2e éd., Bâle 2017, n. 3 et 7 ad art. 111). 2.2.2. Selon l'art. 12 al. 2 CP, agit intentionnellement quiconque commet un crime ou un délit avec conscience et volonté. L'auteur agit déjà intentionnellement lorsqu'il tient pour possible la réalisation de l'infraction et l'accepte au cas où celle-ci se produirait. Il y a dol éventuel lorsque l'auteur, qui ne veut pas le résultat dommageable pour lui-même, envisage le résultat de son acte comme possible et l'accepte au cas où il se produirait (ATF 137 IV 1 consid.”
Führt die Tat nicht zum Eintritt des Todes, ist zu prüfen, ob die Gesamtschau der Tatbestands- und Handlungsmerkmale den Tatbestand des versuchten vorsätzlichen Tötens nach Art. 111 i.V.m. Art. 22 StGB erfüllt. Bei Überleben des Opfers kommt daher grundsätzlich nur eine Beurteilung als (vorsätzlicher) Versuch in Betracht.
“Da die vom Privatkläger erlittenen Verletzungen glücklicherweise nicht zum Tode führten, ist vorab zu prüfen, ob das Tatvorgehen und die Tathandlungen in einer Gesamtbetrachtung den Tatbestand der versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 StGB erfüllen.”
“Rechtliche Würdigung Nach Art. 111 StGB wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen tötet. Des Tötungsversuchs nach Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB macht sich schuldig, wer mit seiner Tat be- absichtigt, einen Menschen zu töten, alle dafür notwendigen Handlungen vornimmt, der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg, der Tod, aber nicht eintritt. Ein Versuch liegt mit anderen Worten vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (BGE 140 IV 150 E. 3.4 mit Hinweisen). Da der Privatkläger die Tat überlebte, kommt von vornherein nicht eine Verurtei- lung wegen vorsätzlicher Tötung, sondern nur eine solche zum Versuch dazu in Betracht. Ein Schuldspruch wegen versuchter vorsätzlicher Tötung bedingt indes, dass das Handeln für den Privatkläger auch tödliche Folgen hätte haben können.”
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen nach Art. 112 ff. StGB zutrifft, wird gemäss Art. 111 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. In objektiver Hinsicht setzt Art. 111 StGB die Verursachung des Todes eines lebenden Menschen voraus, wobei der Täter beliebige Tatmittel einsetzen kann. Mit dem Eintritt des Todes ist das Delikt vollendet (S CHWARZENEGGER, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK Strafrecht I, 4. Aufl., Basel 2019, Art. 111 N 4 f.). Ein Schuldspruch wegen versuchter vorsätz- licher Tötung bedingt, dass das Handeln des Beschuldigten für das Opfer auch tödliche Folgen hätte haben können. Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB liegt vor, wenn der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt (unvollende- ter Versuch) oder der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder nicht eintreten kann (vollendeter Versuch). Mit anderen Worten liegt ein Versuch vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestands- merkmale verwirklicht sind (BGE 140 IV 150 E.”
Wird ein Ausländer wegen vorsätzlicher Tötung (Art. 111 StGB) bzw. wegen eines solchen Delikts im Versuchsstadium verurteilt, ist nach Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB grundsätzlich eine Landesverweisung von fünf bis fünfzehn Jahren anzuordnen. Nach der Praxis ist dies unabhängig von der Höhe der Strafe, der konkreten Tatschwere sowie von Täterschafts‑ oder Teilnahmeformen (einschliesslich Versuch). Von der obligatorischen Landesverweisung kann nur ausnahmsweise gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB abgesehen werden, wenn die kumulativen Voraussetzungen der Härtefallklausel vorliegen.
“Das Gericht verweist den Ausländer, der wegen vorsätzlicher Tötung (Art. 111 StGB) verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5-15 Jahre aus der Schweiz (Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB). Die obligatorische Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB greift grundsätzlich unabhängig von der konkreten Tatschwere (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 332 E. 3.1.3). Sie muss zudem unabhängig davon ausgesprochen werden, ob es beim Versuch geblieben ist und ob die Strafe bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausfällt (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 168 E. 1.4.1). Von der Anordnung der Landesverweisung kann nur "ausnahmsweise" unter den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1.) einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Art. 66a Abs. 2 Satz 1 StGB; sog. Härtefallklausel). Das Bundesgericht hat wiederholt dargelegt, welche Kriterien bei der Prüfung des persönlichen Härtefalls und der Interessenabwägung zu berücksichtigen sind (BGE 146 IV 105 E.”
“Rechtliche Grundlagen Gemäss Art. 66a Abs. 1 Bst. a StGB verweist das Gericht einen Ausländer, der wegen versuchter vorsätzlicher Tötung gemäss Art. 111 StGB verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für fünf bis fünfzehn Jahre aus der Schweiz. Die obligatorische Landesverweisung ist damit grundsätzlich unabhängig von der konkreten Tatschwere (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1, BGE 144 IV 332 E. 3.1.3) und muss entsprechend den allgemeinen Regeln des Strafgesetzbuches grundsätzlich bei sämtlichen Täterschafts- und Teilnahmeformen sowie unabhängig davon ausgesprochen werden, ob es beim Versuch geblieben ist und ob die Strafe bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausfällt (Urteil des Bundesgerichts 6B_1178/2019 vom 10. März 2021 E. 3.2.2; BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; BGE 144 IV 168 E.1.4.1).”
“Das Gericht verweist einen Ausländer, der wegen (versuchter) vorsätzlicher Tötung gemäss Art. 111 StGB (i.V.m. Art. 22) StGB verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5-15 Jahre aus der Schweiz (Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB). Die obligatorische Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB hängt somit grundsätzlich nicht von der konkreten Tatschwere ab (BGE 144 IV 332 E. 3.1.3). Keine Rolle spielt zudem, ob es sich um einen Versuch gehandelt hat und ob die Strafe bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausgefällt wird (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1, 144 IV 168 E. 1.4.1; zum Ganzen BGer 6B_177/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.4.1).”
“Aux termes de l'art. 66a al. 1 let. a CP, le juge expulse de Suisse l'étranger qui est condamné notamment pour meurtre (art. 111 CP), quelle que soit la quotité de la peine prononcée à son encontre, pour une durée de cinq à quinze ans. Cette disposition s'applique également en cas de tentative (ATF 146 IV 105 consid. 3.4.1; 144 IV 168 consid. 1.4). L'art. 66a al. 2 CP prévoit que le juge peut exceptionnellement renoncer à une expulsion lorsque celle-ci mettrait l'étranger dans une situation personnelle grave (première condition) et que les intérêts publics à l'expulsion ne l'emportent pas sur l'intérêt privé de l'étranger à demeurer en Suisse (seconde condition). À cet égard, il tiendra compte de la situation particulière de l'étranger qui est né ou qui a grandi en Suisse. Les conditions posées par cette disposition sont cumulatives (ATF 144 IV 332 consid. 3.3).”
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts kann auch eventualvorsätzliches Handeln zur Qualifikation einer vorsätzlichen Tötung als Mord führen. In der Lehre ist diese Frage umstritten.
“Vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB) ist als Mord zu qualifizieren, wenn der Täter «besonders skrupellos» handelt, namentlich sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich sind (Art. 112 StGB). In der Lehre ist umstritten, ob Eventualvorsatz seiner geringeren Vorwerfbarkeit wegen überhaupt eine Mordqualifikation zulässt (diese Frage eindeutig verneinend etwa Trechsel/Geth, in: Trechsel/Pieth (Hrsg.), Praxiskommentar, 4. Auflage, 2021, Art. 112 N 3; a. A. Stratenwerth/Bommer, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I: Straftaten gegen Individualinteressen, 8. Auflage, 2022, § 1 N 19), nach ständiger und zuletzt im Urteil 6B_1073/2022 vom 11. November 2022 E. 3.3 bestätigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung genügt für die Annahme eines Mordversuchs aber auch eventualvorsätzliches Handeln des Täters (BGE 112 IV 65 E. 3b; BGer 6B_832/2015 vom 25. Januar 2015 E. 1.3.1, 6B_939/2013 vom 17. Juni 2014 E. 3.1). Die gegenteilige Auffassung vermenge die Fragen der Absicht oder des Handlungsziels beim direkten Vorsatz und des Verwirklichungswillens beim Eventualvorsatz mit Fragen der Skrupellosigkeit (BGer 6B_232/2012 vom 8.”
“Nachdem der Grundtatbestand der vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB zu bejahen ist, ist zu prüfen, ob darüber hinaus so wie im Hauptpunkt angeklagt die seitens des Beschuldigten D. begangene Tat als Mord zu qualifizieren ist. Vorsätzliche Tötung gilt als Mord, wenn der Täter besonders skrupellos handelt, namentlich sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich sind (Art. 112 StGB). Für die Annahme eines Mordes genügt gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts und herrschender Lehre auch eventualvorsätzliches Handeln des Täters (BGE 112 IV 65 E. 3b; 6B_193/2021 vom 30. September E. 2.2; 6B_28/2017 vom 23. Januar 2018 E. 2.3; 6B_685/2017 vom 20. September 2017 E. 2.1, je mit Hinweisen). Eine vorsätzliche Tötung ist als Mord zu qualifizieren, wenn fremdes Leben aussergewöhnlich krass missachtet wird. Die Generalklausel "besondere Skrupellosigkeit" wird durch eine nicht abschliessende Aufzählung qualifizierender Merkmale konkretisiert. Neben den Absichten und Motiven des Täters (Beweggründe, Ziel und Zweck) können auch Faktoren massgebend sein, die dem nach aussen hin in Erscheinung tretenden Tathergang zuzuordnen sind.”
Auch wenn die Voraussetzungen des Assassinats (besondere «absence particulière de scrupules») nicht erfüllt sind, können Kaltblütigkeit oder zynisches Verhalten als belastende Umstände bei der Strafzumessung innerhalb von Art. 111 berücksichtigt werden.
“concernant spécifiquement un cas où, comme en l'espèce, l'infraction de tentative de meurtre se rapprochait de celle de tentative d'assassinat). Dans cette configuration particulière, alors même que l'on admet que le recourant n'a pas fait preuve d'une absence particulière de scrupules au sens de l'art. 112 CP, son comportement témoigne d'un cynisme qui doit être pris en considération, comme l'a fait la cour cantonale, en tant qu'élément à charge, pour fixer, dans les limites légales de l'art. 111 CP, la peine adéquate (ATF 121 précité consid. 2d) aa); TRECHSEL/SEELMANN, in Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4e éd., 2021, n° 19 ad art. 47 CP).”
“L'absence particulière de scrupules peut être admise lorsque d'autres éléments confèrent à l'acte une gravité spécifique (ATF 141 précité consid. 4.1; 117 IV 369 consid. 19b). C'est ainsi par exemple si, par la froideur dans l'exécution et la maîtrise de soi, l'auteur manifeste le plus complet mépris de la vie d'autrui (ATF 141 précité consid. 4.1 et la référence citée). Il y a assassinat lorsqu'il résulte de l'ensemble de ces circonstances que l'auteur a fait preuve du mépris le plus complet pour la vie d'autrui. Alors que le meurtrier agit pour des motifs plus ou moins compréhensibles, généralement dans une grave situation conflictuelle, l'assassin est une personne qui agit de sang-froid, sans scrupules, qui démontre un égoïsme primaire et odieux et qui, dans le but de poursuivre ses propres intérêts, ne tient aucun compte de la vie d'autrui. Pour retenir la qualification d'assassinat, il faut cependant que la faute de l'auteur, son caractère odieux, se distingue nettement de celle d'un meurtrier au sens de l'art. 111 CP (ATF 141 précité consid. 4.1; 127 IV 10 consid. 1a). Le comportement que l'auteur adopte immédiatement après les faits n'entre en ligne de compte que dans la mesure où il y est étroitement lié, et permet de caractériser la personnalité de l'auteur (ATF 141 précité consid. 4.1; 127 IV 10 consid. 1a). 4.2.4.4. Ainsi, la notion d'absence particulière de scrupules typique de l'assassinat se fonde sur une conception plus étroite que celle utilisée dans le cadre de la fixation de la peine au sens de l'art. 47 CP, où cet élément peut être appréhendé d'une manière plus large et souple. 4.2.4.5. En l'espèce, par son raisonnement, la cour cantonale n'a pas énoncé toutes les caractéristiques propres à l'assassin. Par exemple, elle n'a pas relevé que l'attitude du recourant correspondrait à la froideur dans l'exécution et la maîtrise de soi mentionnée dans la jurisprudence, ou encore, elle n'a pas considéré que le recourant aurait agi de sang-froid, mais plutôt dans l'émotion, ayant immédiatement regretté son acte après l'avoir commis, ce qui ne coïncide pas avec la personnalité de l'assassin (cf.”
Konkrete Drohungen, die sich auf die Tötung einer bestimmten Person beziehen, können – wenn konkrete, objektive Anhaltspunkte für ein damit verbundenes Gefährdungsrisiko vorliegen (z. B. wiederholte Morddrohungen, Vorbereitungshandlungen wie das Mitführen einer Waffe oder das Aufsuchen des potenziellen Opfers) – als ernstzunehmender Hinweis auf eine Wiederholungsgefahr gewertet werden. In solchen Fällen können vorsorgliche Zwangsmassnahmen, bis hin zur Haft, gerechtfertigt sein.
“025085 concernant des actes de violences et menaces contre son épouse et leurs deux filles, et que, d’autre part, durant cette procédure, il avait été mis formellement en garde par le procureur contre toute récidive. Au vu de ce qui précède, le pronostic doit être qualifié de défavorable et c’est à juste titre que le Tribunal des mesures de contrainte a estimé que le risque de réitération demeurait concret. Les déclarations du recourant lors de ses auditions, sur lesquelles il fonde son recours, sont en contradiction avec ses actes et ne sont pas à même d’écarter ce risque. 3.3.2 En invoquant, pour écarter le risque de passage à l’acte, que l’infraction de menaces est un délit et non un crime, le recourant reprend encore un argument que la Chambre de céans a déjà écarté dans ses deux précédents arrêts. Le recourant feint de méconnaître le sens de la disposition de l’art. 221 al. 2 CPP et la jurisprudence y relative. « L’acte » dont il est question dans le cadre de cette disposition n’est pas la menace en tant que telle, mais celui que l’auteur menace de mettre à exécution, en l’espèce la grave atteinte à l’intégrité physique (art. 122 CP), voire la mort (art. 111 CP), de S.________. Ces infractions, passibles d’une peine privative de liberté d’un à dix ans, respectivement de cinq ans au moins, constituent des crimes. Contrairement à ce qu’affirme le recourant dans une argumentation qui a déjà été écartée, le dossier comprend de nombreux éléments concrets à même de fonder un risque objectif de passage à l’acte. Ainsi, au matin du 14 août 2023, il a envoyé plusieurs messages de menaces de mort à son épouse, envoyé également des messages faisant allusion à la mort de son épouse à sa fille B.________ et rejeté plus de 40 appels de sa sœur entre 6h54 et 7h00, laquelle lui avait écrit un message faisant allusion à un passage à l’acte. Surtout, il s’est muni d’un couteau de cuisine pour se rendre à la gare dans laquelle son épouse prenait le train pour se rendre au travail. Là, il l’a attendue, avant d’être interpellé par la police. Au vu de ces éléments, le risque de passage à l’acte est objectivement fondé et bien réel. C’est donc également à juste titre que le Tribunal des mesures de contrainte a considéré que le risque de passage à l’acte était sérieux.”
Formelle Novelle vom 1. Juli 2023: Die Änderung betraf lediglich die Formulierung von Art. 111 StGB (Bestimmung zum Mord) und brachte keine materielle Neuregelung.
“La modification du Code pénal relatif à l’harmonisation des peines entrée en vigueur le 1er juillet 2023 n’a apporté que des modifications formelles à la disposition réprimant le meurtre (art. 111 CP).”
Vor der Geburt begangene Tötungs- oder Schädigungshandlungen sind dahingehend zu prüfen, ob das geschützte Rechtsgut zum Tatzeitpunkt noch Embryo oder Fötus oder bereits im strafrechtlichen Sinn lebendig war. Der strafrechtliche Schutz des Embryos ist fragmentarisch und beschränkt auf dessen vorsätzliche Zerstörung; Verhaltensweisen, die gegenüber einem Embryo vom Strafrecht toleriert werden, können nicht allein wegen eines späteren Statuswechsels als Tötung nach Art. 111 StGB gewertet werden. In der Praxis führt dies dazu, dass Schäden am Ungeborenen (Embryo/Fötus) oft unter dem Gesichtspunkt von Körperverletzungsdelikten gegenüber der Mutter beurteilt werden (vgl. angeführte Rechtsprechung).
“Il est ainsi retenu, toujours par la doctrine majoritaire et en concordance avec la jurisprudence, que les actes commis antérieurement à la naissance au préjudice de l'embryon ou du fœtus, de même que les omissions coupables d'un garant, qui conduisent à la mort après le début de la naissance (ou à des lésions corporelles) doivent être examinés selon que l'objet de l'atteinte était, au moment de la commission de l'acte, encore un embryon ou déjà une vie réalisée au sens du droit pénal. La protection du premier est fragmentaire et limitée à sa destruction intentionnelle, de sorte qu'un comportement que le droit pénal tolère à l'égard d'un embryon ne peut pas être déclaré ultérieurement comme pénalement relevant lorsque le statut vital change. Ainsi, la situation où le fœtus vit peu de temps après avoir été séparé du corps de sa mère relève de l'interruption de grossesse. Il en va de même si des comportements lèsent le fœtus, mais que la mort n'intervient que bien plus tard après la naissance (irradiation, médicaments, consommation de drogue) : seule est envisageable l'application des art. 118 et suivants CP (Schwarzenegger/Stössel, Basler Kommentar - Strafrecht I, 4ème éd. 2018, n. 31 ad Intro. à l'art. 111 CP). Le Tribunal fédéral a ainsi retenu que le fait de frapper une femme enceinte dans le bas-ventre, occasionnant la perte de l'enfant, était constitutif de lésions corporelles commises au préjudice de celle-ci, mais non de l'enfant (arrêt du Tribunal fédéral 6P.4/2004 du 27 avril 2004 consid. 5). L'art. 122 CP énonce : "Est puni d'une peine privative de liberté d'un à dix ans quiconque, intentionnellement : blesse une personne de façon à mettre sa vie en danger (let. a); mutile le corps d'une personne, un de ses membres ou un de ses organes importants ou rend ce membre ou cet organe impropre à sa fonction, cause à une personne une incapacité de travail, une infirmité ou une maladie mentale permanentes, ou défigure une personne d'une façon grave et permanente (let. b); fait subir à une personne toute autre atteinte grave à l'intégrité corporelle ou à la santé physique ou mentale (let. c)." L'objet de la protection fournie par cette norme est l'intégrité corporelle de l'être humain. Cette protection s'étend, à l'instar de ce qui a déjà relevé plus haut, de la naissance à la mort (Roth / Berkenmeier, Basler Kommentar - Strafrecht I, 4ème éd.”
Abgrenzung zu Art. 112 StGB: Die Unterscheidung erfolgt aufgrund einer Gesamtwürdigung äusserer Umstände und innerer Gesinnungsmerkmale (Beweggrund, Zweck, Art der Ausführung). Art. 112 verlangt ein besonderes Fehlen von Skrupeln (z.B. kaltblütiges, primär egoistisches, besonders verwerfliches Verhalten); Motive, Zielrichtung und Ausführungsweise können die besondere Verwerflichkeit begründen. Fehlt diese besondere Skrupellosigkeit, spricht dies für die Qualifikation nach Art. 111 StGB.
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der Art. 112 ff. StGB zutrifft, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Handelt der Täter besonders skrupellos, sind namentlich sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich, so macht er sich des Mordes strafbar und ist die Strafe lebenslängliche Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren (Art. 112 StGB). Eine vorsätzliche Tötung ist als Mord zu qualifizieren, wenn fremdes Leben aussergewöhnlich krass missachtet wird. Die Generalklausel "besondere Skrupellosigkeit" wird durch eine nicht abschliessende Aufzählung qualifizierender Merkmale konkretisiert. Neben den Absichten und Motiven des Täters (Beweggründe, Ziel und Zweck) können auch Faktoren massgebend sein, die dem nach aussen hin in Erscheinung tretenden Tathergang zuzuordnen sind. Indessen lässt sich auch die Art der Ausführung nicht losgelöst von inneren Faktoren beurteilen, muss sie doch ebenfalls Ausdruck einer besonders skrupellosen Haltung des Täters sein. Art. 112 StGB erfasst den skrupellosen, gemütskalten, krass und primitiv egoistischen Täter ohne soziale Regungen, der sich zur Verfolgung seiner Interessen rücksichtslos über das Leben anderer Menschen hinwegsetzt.”
“Pour déterminer si l'on se trouve en présence d'un assassinat, il faut procéder à une appréciation d'ensemble des circonstances externes (comportement, manière d'agir de l'auteur) et internes de l'acte (mobile, but, etc.). Il y a assassinat lorsqu'il résulte de l'ensemble de ces circonstances que l'auteur a fait preuve du mépris le plus complet pour la vie d'autrui. Alors que le meurtrier agit pour des motifs plus ou moins compréhensibles, généralement dans une grave situation conflictuelle, l'assassin est une personne qui agit de sang-froid, sans scrupules, qui démontre un égoïsme primaire et odieux et qui, dans le but de poursuivre ses propres intérêts, ne tient aucun compte de la vie d'autrui. Chez l'assassin, l'égoïsme l'emporte en général sur toute autre considération. Il est souvent prêt, pour satisfaire des besoins égoïstes, à sacrifier un être humain dont il n'a pas eu à souffrir. La destruction de la vie d'autrui est toujours d'une gravité extrême. Pour retenir la qualification d'assassinat, il faut cependant que la faute de l'auteur, son caractère odieux, se distingue nettement de celle d'un meurtrier au sens de l'art. 111 CP ( ibidem, v. également arrêt 6B_1126/2023 du 24 janvier 2024 consid. 9.1).”
“L'assassinat (art. 112 CP) est une forme qualifiée d'homicide intentionnel qui se distingue du meurtre ordinaire (art. 111 CP) par le fait que l'auteur a tué avec une absence particulière de scrupules. Cela suppose une faute spécialement lourde et déduite exclusivement de la commission de l'acte; les antécédents ou le comportement que l'auteur adopte immédiatement après les faits n'entrent en ligne de compte que dans la mesure où ils y sont étroitement liés, et permettent de caractériser la personnalité de l'auteur (ATF 141 IV 61 consid. 4.1). Pour caractériser la faute de l'assassin, l'art. 112 CP évoque les cas où les mobiles, le but ou la façon d'agir de l'auteur sont particulièrement odieux. Le mobile est notamment particulièrement odieux lorsqu'il apparaît futile, l'auteur tuant pour se venger, sans motif sérieux, ou encore pour une broutille. La façon d'agir est particulièrement odieuse lorsqu'elle est barbare ou atroce ou lorsque l'auteur a exploité avec perfidie la confiance de la victime. L'énumération du texte légal n'est pas exhaustive. L'absence particulière de scrupules peut être admise lorsque d'autres éléments confèrent à l'acte une gravité spécifique.”
Art. 111 StGB wurde durch das Bundesgesetz zur Harmonisierung der Strafrahmen (in Kraft seit 1. Juli 2023) nicht geändert; die Mindeststrafe bleibt eine Freiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren.
“Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist das schwerste Delikt, vorliegend somit die (versuchte) vorsätzliche Tötung. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Art. 111 StGB durch das per 1. Juli 2023 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der Strafrahmen keine Änderung er- fahren hat. Das Gesetz sieht dafür weiterhin eine Freiheitstrafe von nicht unter fünf Jahren vor (Art. 111 StGB). Die Höchststrafe beträgt 20 Jahre (Art. 40 Abs. 2 StGB).”
“Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist das schwerste Delikt, vorliegend somit die (versuchte) vorsätzliche Tötung. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Art. 111 StGB durch das per 1. Juli 2023 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der Strafrahmen keine Änderung er- fahren hat. Das Gesetz sieht dafür weiterhin eine Freiheitstrafe von nicht unter fünf Jahren vor (Art. 111 StGB). Die Höchststrafe beträgt 20 Jahre (Art. 40 Abs. 2 StGB).”
Verminderte Schuldfähigkeit ist ein Strafmilderungsgrund; sie allein führt grundsätzlich nicht zur Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens von Art. 111 StGB. In Ausnahmefällen — namentlich beim Zusammentreffen mit weiteren strafreduzierenden Faktoren (z.B. der versuchten Tat oder einer starken Verminderung der Schuldfähigkeit) — kann ausnahmsweise das ordentliche Mindestmass von fünf Jahren nach unten geöffnet werden.
“Strafrahmen und Strafart Der Beschuldigte wurde von der Vorinstanz wegen versuchter vorsätzlicher Tötung rechtskräftig schuldig erklärt. Die Strafdrohung für vorsätzliche Tötung beträgt Freiheitsstrafe von fünf bis 20 Jahren (Art. 111 i.V.m. Art. 40 Abs. 2 StGB), wobei die Strafe infolge Versuchs zu mildern ist (Art. 22 Abs. 1 StGB). Der Strafrahmen von Art. 111 StGB blieb im Rahmen der Harmonisierung der Strafrahmen (AS 2023 259), in Kraft getreten per 1. Juli 2023, unverändert. Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Der ordentliche Strafrahmen wird durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert. Der ordentliche Rahmen kann aber verlassen werden, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall als zu hart bzw. zu milde erscheint. Die Frage einer Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens kann sich stellen, wenn verschuldens- bzw. strafreduzierende Faktoren zusammentreffen, die einen objektiv an sich leichten Tatvorwurf weiter relativieren, sodass eine Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens dem Rechtsempfinden widerspräche (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Der Versuch und die verminderte Schuldfähigkeit stellen Strafmilderungsgründe dar, die es ermöglichen, den Strafrahmen nach unten zu verlassen.”
“Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Der ordentliche Strafrahmen wird durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert. Der ordentliche Rahmen kann aber verlassen werden, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall als zu hart bzw. zu milde erscheint. Die Frage einer Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens kann sich stellen, wenn verschuldens- bzw. strafreduzierende Faktoren zusammentreffen, die einen objektiv an sich leichten Tatvorwurf weiter relativieren, sodass eine Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens dem Rechtsempfinden widerspräche (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Der Versuch und die verminderte Schuldfähigkeit stellen Strafmilderungsgründe dar, die es ermöglichen, den Strafrahmen nach unten zu verlassen. Wie die nachfolgenden Erwägungen zu den Tat- und Täterkomponenten zeigen, liegen jedoch keine aussergewöhnlichen Umstände vor, welche die gemäss Art. 111 StGB angedrohte Mindeststrafe von fünf Jahren Freiheitsstrafe im konkreten Fall als zu hart erscheinen liessen.”
“Der ordentliche Strafrahmen für eine vorsätzliche Tötung beträgt fünf bis zwanzig Jahre (Art. 111 StGB). Aufgrund des Zusammentreffens der schweren Verminderung der Schuldfähigkeit des Beschuldigten und der versuchten Tatbe- gehung, liegen jedoch besondere Umstände im Sinne von BGE 136 IV 55 vor, die ein Unterschreiten dieses ordentlichen Strafrahmens rechtfertigen. Es ist in An- - 43 - wendung von Art. 48a StGB folglich von einem gegen unten offenen und bis zwanzig Jahren Freiheitsstrafe reichenden Strafrahmen auszugehen.”
“Gemäss Art. 111 StGB wird eine vorsätzlich begangene Tötung mit einer Freiheitsstrafe von fünf bis zwanzig Jahren bestraft. Folglich führt auch ein ver- gleichsweise leichtwiegendes Tötungsdelikt regelmässig zu einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren. Das gilt auch für ein im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangenes Delikt, führt die verminderte Schuldfähigkeit alleine doch grundsätzlich nicht dazu, den ordentlichen Strafrahmen zu unterschreiten. Dazu bedarf es weiterer Umstände, die das Verschulden als besonders leicht er- scheinen lassen (BGE 136 IV 55 E. 5.5 und 5.8). Darauf verweist auch das Bun- desgericht in seinem Rückweisungsentscheid, in dem es die Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens (nur) unter Hinweis auf das Zusammentreffen des ge- mäss aufgehobenem Entscheid leichten bis sehr leichten Verschuldens zufolge verminderter Schuldfähigkeit mit dem strafreduzierenden Faktor des Versuchs anmahnt (Urk. 182 E. 2.3.2). - 49 -”
Bei schwieriger Beweislage — etwa aufgrund gutachterlicher Feststellungen — kann der nachzuweisende Vorsatz bzw. Eventualvorsatz für eine vorsätzliche Tötung nach Art. 111 StGB schwer zu belegen sein; in einem solchen Fall kann dies zur Entlastung des Beschuldigten bis hin zum Freispruch wegen Mangels an nachweisbarem Vorsatz führen.
“Rechtliche Würdigung Mangels erstellbarer Sachverhalte ist der Beschuldigte hinsichtlich Anklagesach- verhaltskomplex A (Delikte zum Nachteil von †C._____) vom Vorwurf der vollen- deten vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB), der vorsätzlich versuchten Tötung (Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB) sowie der mehrfachen vor- sätzlichen (einfachen) Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 3 StGB) freizusprechen. Lediglich der Vollständigkeit halber ist in diesem Zusam- menhang anzumerken, dass sich aufgrund der gutachterlichen Feststellungen von Prof. Dr. med. I._____ vorliegend selbst bei erstellbarem Sachverhalt der ankla- gebehauptete Vorsatz bzw. Eventualvorsatz wohl kaum nachweisen liesse, wäre aufgrund grundsätzlich glaubhafter Aussagen des Beschuldigten doch primär von der Haupt- oder allenfalls von der Deliktsnebenvariante 1 auszugehen. Fahrlässigkeitsdelikte wurden – trotz den unter Ziff.”
Weicht ein Unfallvorbringen von dem von der Vorinstanz verbindlich festgestellten Sachverhalt ab, ist darauf nicht einzugehen; der Vorwurf der vorsätzlichen Tötung bleibt in diesem Fall anhand der verbindlich festgestellten Tatsachen bestehen.
“Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz habe Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB verletzt, indem sie von einer versuchten vorsätzlichen Tötung ausgegangen sei. Seine Vorbringen in diesem Zusammenhang beruhen auf der Hypothese eines Unfalls und weichen damit von dem von der Vorinstanz willkürfrei festgestellten und für das Bundesgericht verbindlichen Sachverhalt (Art. 105 BGG) ab. Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers ist nicht einzugehen. Der Schuldspruch des Beschwerdeführers ist zu bestätigen und auf seine Anträge hinsichtlich der nur im Falle eines Freispruchs zu erfolgenden Aufhebung der Freiheitsstrafe, der Landesverweisung und der Ausschreibung im SIS ist bei diesem Ergebnis nicht einzugehen.”
Das Kantonsgericht BL hat im vorliegenden Entscheid bei dringendem Tatverdacht der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB) die Bejahung des besonderen Haftgrundes der qualifizierten Wiederholungsgefahr festgestellt und die vorläufige Verlängerung der Untersuchungshaft (sechs Monate) als verhältnismässig bestätigt.
“Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der dringende Tatverdacht bezüglich des Straftatbestandes der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB), eventualiter des Mordes (Art. 112 StGB), vorliegt, der besondere Haftgrund der qualifizierten Wiederholungsgefahr zu bejahen ist und die (zeitliche wie auch materielle) Verhältnismässigkeit hinsichtlich der vorläufig für die Dauer von sechs Monaten, d.h. bis zum 12. Juni 2025, verlängerten Untersuchungshaft gewahrt wird, womit die Beschwerde des Beschuldigten vom 23. Dezember 2024 in Bestätigung des angefochtenen Entscheids des Zwangsmassnahmengerichts vom 16. Dezember 2024 als unbegründet abzuweisen ist.”
“Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der dringende Tatverdacht bezüglich des Straftatbestandes der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB), eventualiter des Mordes (Art. 112 StGB), vorliegt, der besondere Haftgrund der qualifizierten Wiederholungsgefahr zu bejahen ist und die (zeitliche wie auch materielle) Verhältnismässigkeit hinsichtlich der vorläufig für die Dauer von sechs Monaten, d.h. bis zum 12. Juni 2025, verlängerten Untersuchungshaft gewahrt wird, womit die Beschwerde des Beschuldigten vom 23. Dezember 2024 in Bestätigung des angefochtenen Entscheids des Zwangsmassnahmengerichts vom 16. Dezember 2024 als unbegründet abzuweisen ist.”
Bei Verurteilung in Zusammenhang mit Art. 111 StGB kann ein zuvor gewährter bedingter Vollzug widerrufen werden; zudem kann vollzugsbegleitend eine ambulante Behandlung nach Art. 63 StGB angeordnet werden.
“ff. [...]" 2.Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. Es wird erkannt: 1.Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Ver- bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 2.Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 919 Tage durch Haft und vorzeitigen Straf- und Massnahmevollzug er- standen sind. 3.Die Anordnung des bedingten Vollzuges der mit Strafbefehl der Staatsanwalt- schaft See / Oberland vom 26. April 2018 ausgefällten Strafe von 60 Tages- sätzen zu CHF 30.– wird widerrufen. - 33 - 4.Es wird vollzugsbegleitend eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB (Suchtbehandlung Medikamente) angeordnet. 5.Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 1 (B._____) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 1 (B._____) auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.”
Bei der Prüfung der Fluchtgefahr kann die Anklage wegen (versuchter) vorsätzlicher Tötung (Art. 111 StGB) ein erhebliches Fluchtrisiko begründen; eine geringe Verwurzelung in der Schweiz oder feste Verbindungen ins Ausland verstärken dieses Risiko.
“Certes, ses parents et son frère se trouvent en Suisse, mais son parcours de vie indique qu’il a l’habitude d’avoir des contacts distendus avec ses proches, puisque son père vit depuis une dizaine d’années en Suisse et qu’ils ne se voyaient que lorsqu’il venait au Kosovo. S’agissant de son fils qu’il n’a semble-t-il pas reconnu, puisqu’il n’est pas inscrit comme son père à l’état civil, on ne saurait considérer qu’il peut à lui seul constituer une attache suffisante avec la Suisse. En effet, A.R.________ a manifestement des liens forts avec le Kosovo, dans lequel il a vécu ses 17 premières années, alors qu’il n’est âgé que de 22 ans. Le fait qu’il y ait acquis une propriété, qu’il y retourne régulièrement pour voir sa famille sont des indices laissant craindre qu’il pourrait retourner dans son pays d’origine en cas de libération. Les attaches du recourant avec la Suisse doivent de surcroît être mises en balance avec la gravité des actes qui lui sont reprochés et la peine privative importante qu'il encourt en cas de condamnation. En effet, s'il devait notamment être reconnu coupable du chef d'accusation de tentative de meurtre, il serait exposé à une lourde peine (art. 111 CP : peine privative de cinq ans au moins) et risquerait l’expulsion (art. 66a CP). En l'occurrence, même si l’intention homicide n’était pas retenue, la gravité et la violence de l'acte commis par l'intéressé permettent, quelle que soit la qualification juridique, d'envisager une peine importante. La tentation de se soustraire à une longue peine de prison ne peut dès lors être écartée et l'on peut douter qu’un travail et la présence en Suisse de quelques membres de sa famille suffisent à le retenir. Quant aux autres arguments invoqués par le recourant, en particulier le fait qu’il se soit rendu spontanément à la police, ils sont clairement insuffisants pour admettre l'invraisemblance du risque de fuite, eu égard aux circonstances du cas d'espèce. En effet, il est tout à fait possible que A.R.________ ait pensé dans un premier temps pouvoir se prévaloir de l’état de nécessité et bénéficier d’un verdict favorable et qu’il se soit rendu compte, après avoir été confronté à certains éléments de l’enquête, que ses déclarations étaient remises en question.”
“Die Rüge erweist sich als unbegründet: Zwar ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - auch seine seltenen Besuche bei Verwandten im Sudan nicht auf namhafte Beziehungen ins Ausland schliessen lassen. Darüber hinaus ist der angefochtene Entscheid jedoch nicht zu beanstanden. So hält die Vorinstanz zu Recht fest, dass sich die Verhältnisse seit dem Urteil 1B_378/2022 nicht massgebend verändert haben. Insbesondere erscheint die Wohnsituation des Beschwerdeführers nach wie vor unklar. Zudem hat sich auch die Schwere der ihm drohenden Reststrafe in der Zwischenzeit nicht entscheidend verringert, wird ihm doch unter anderem versuchte vorsätzliche Tötung vorgeworfen (vgl. Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 StGB). Alleine der Umstand, dass das Sachgericht die Freilassung des Beschwerdeführers befürwortet, ändert nichts an dieser Beurteilung. Die Vorinstanz hat somit mit der Bejahung von Fluchtgefahr kein Bundesrecht verletzt.”
“Art. 111 StGB droht für vorsätzliche Tötung eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren an. Die Beschwerdeführerin muss somit mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Entsprechend besteht ein erheblicher Fluchtanreiz. Die Beschwerdeführerin ist 28 Jahre alt und deutsche Staatsangehörige. Sie wuchs in ihrem Heimatland auf und kam 2015 in die Schweiz. Sie folgte ihrem Vater und ihrer Mutter, die bereits früher in die Schweiz gezogen waren. Vorher lebte sie alleine in Deutschland. Dass ihr dies Schwierigkeiten bereitet hätte, macht sie nicht geltend. Zwar hat sie zu den Eltern, vor allem zur mitbeschuldigten Mutter, der die Staatsanwaltschaft Gehilfenschaft zu vorsätzlicher Tötung vorwirft, ein nahes Verhältnis; ebenso zum Bruder, der auch in der Schweiz wohnt. Ihr übriges Beziehungsumfeld besteht jedoch ausschliesslich aus Personen in Deutschland (staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 11. August 2020, Antwort auf Frage 120). Freunde in der Schweiz hat sie nicht. Ebenso wenig gehört sie hier einem Verein an.”
“S’agissant de son fils, le recourant ne prétend pas qu’il l’a reconnu (il n’est pas inscrit comme son père à l’état civil), et il ne vit pas avec la mère de celui-ci. Dans ces conditions, on ne saurait considérer qu’il peut à lui seul constituer une attache suffisante avec la Suisse. En revanche, K.J.________ a manifestement des liens forts avec le Kosovo, dans lequel il a vécu ses 17 premières années. Le fait qu’il y ait acquis une propriété et qu’il y retourne régulièrement pour voir sa famille sont des indices laissant craindre qu’il pourrait retourner dans son pays d’origine en cas de libération. Il a également des liens avec la Croatie, pays dans lequel il a vécu de 18 à 21 ans, avant de venir en Suisse au début de l’année 2022. Les attaches ténues du recourant avec la Suisse doivent de surcroît être mises en balance avec la gravité des actes qui lui sont reprochés et la peine privative importante qu'il encourt en cas de condamnation. En effet, s'il devait notamment être reconnu coupable du chef d'accusation de tentative de meurtre, il serait exposé à une lourde peine (cf. art. 111 CP : peine privative de cinq ans au moins) et risquerait l’expulsion (cf. art. 66a CP). En l'occurrence, même si l’intention homicide n’était pas retenue, la gravité et la violence de l'acte commis par le recourant permettent, quelle que soit la qualification juridique, d'envisager une peine importante. La tentation de se soustraire à une longue peine de prison ne peut dès lors qu’être retenue, et ce même si le recourant a déjà passé 393 jours en détention provisoire. Quant à l’argument selon lequel le recourant s’est rendu spontanément à la police, il est insuffisant pour conclure à l’inexistence ou à l’invraisemblance du risque de fuite, eu égard aux éléments qui viennent d’être exposés. A cette date, même s’il envisageait d’être détenu provisoirement, il n’avait pas nécessairement saisi que ce serait pour une durée conséquente. Le recourant avait du reste déjà invoqué précédemment cet argument, et la Chambre de céans l’avait déjà rejeté dans les arrêts précités, auxquels il suffit de renvoyer.”
Bei einem dringenden Tatverdacht wegen vorsätzlicher Tötung (Art. 111 StGB) können noch ausstehende forensische Abklärungen und weitere Ermittlungshandlungen (z. B. Obduktion, Auswertung von Mobiltelefonen/Laptops, weitere Einvernahmen) die Verhältnismässigkeitsprüfung der Untersuchungshaft beeinflussen. In den zitierten Entscheiden wurden Verlängerungen um drei Monate unter diesen Umständen als verhältnismässig erachtet.
“Nach Gesagtem ist nicht nur unverändert das Vorliegen eines dringenden Tatverdachts bezüglich des Straftatbestandes der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB), eventualiter des Mordes (Art. 112 StGB), zu bejahen, vielmehr hat sich dieser angesichts der bisherigen Ermittlungsergebnisse ganz erheblich erhärtet.”
“In Anbetracht des im Raum stehenden Vorwurfs der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB; «Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren») droht noch keine Überhaft. Die Anordnung von Untersuchungshaft für die Dauer von drei Monaten erscheint zudem angesichts der noch anstehenden Ermittlungshandlungen (weitere Einvernahmen des Beschwerdeführers, Einvernahmen von Personen aus dem Umfeld des Opfers und des Beschwerdeführers, Auswertung des sichergestellten Mobiltelefons und Laptops des Opfers, Vollendung der Analysen des IRM Bern) als verhältnismässig. Das Zwangsmassnahmengericht wies zu Recht darauf hin, dass es nicht aussergewöhnlich ist, dass der Obduktionsbericht nach zwei Monaten noch nicht vorliegt, zumal dessen seriöse Erstellung eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Es sind keine Anhaltspunkte auszumachen, dass dem in Haftsachen besonders zu beachtenden Beschleunigungsgebot nicht ausreichend Rechnung getragen würde.”
“Der Beschwerdeführer wurde am 9. Januar 2021 festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Die vom Zwangsmassnahmengericht ausgesprochene Verlängerung der Untersuchungshaft um drei Monate, d.h. bis am 8. Januar 2022 führt zu einer Haftdauer von 12 Monaten. In Anbetracht des im Raum stehenden Vorwurfs der versuchten Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB; Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe) sowie der versuchten vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB; Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahren für vollendetes Delikt), evtl. des versuchten Mordes (Art. 112 StGB; Freiheitsstrafe nicht unter 10 Jahren für vollendetes Delikt) droht noch keine Überhaft. Das Zwangsmassnahmengericht hält zutreffend fest, dass die noch vorzunehmenden Schritte bis zum Abschluss der Untersuchung, insbesondere die Durchführung der Schlusseinvernahmen mit dem Opfer und dem Beschwerdeführer sowie die Erstellung der Anklageschrift unter Berücksichtigung der Ansetzung einer Frist zum Stellen von Beweisanträgen gemäss Art. 318 StPO, einen Zeitbedarf bedeuten, der mit der Verlängerung um 3 Monate im Einklang steht. Die Verlängerung der Untersuchungshaft um drei Monate erweist sich demnach als verhältnismässig.”
Fehlt ein Geständnis, darf das Gericht den (Eventual-)Vorsatz aus äusserlich feststellbaren Indizien erschliessen. Relevante Umstände sind namentlich die dem Täter bekannte Grösse des Risikos (Eintrittswahrscheinlichkeit), die Schwere der Verletzung der Sorgfaltspflicht, die Beweggründe sowie die Art der Tathandlung (z. B. Dynamik der Handlung, Videoaufnahmen).
“Den Tatbestand der vorsätzlichen Tötung erfüllt, wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der Art. 112 ff. StGB zutrifft (Art. 111 StGB). Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt (Art. 12 Abs. 2 Satz 1 StGB). Vorsätzlich handelt bereits, wer die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt bzw. sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein. Dass der Täter den Erfolg billigt, ist nicht erforderlich (sog. Eventualvorsatz; vgl. Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB; BGE 143 V 285 E. 4.2.2; 137 IV 1 E. 4.2.3; 133 IV 9 E. 4.1 und 133 IV 222 E. 5.3; BGer 6B_915/2021 vom 26. Januar 2021 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinne in Kauf genommen hat, muss das Gericht bei Fehlen eines Geständnisses des Beschuldigten aufgrund der Umstände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 135 IV 12 E.”
“65) mit drei schwung- vollen Messerstichen in den Rücken/Oberkörper auf ihn einstach, wodurch die eingeklagten Verletzungen entstanden, die gemäss Gutachten zur körperlichen Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin vom 6. Dezember 2021 unmittelbar lebensgefährlich waren, mithin geeignet, den Tod des Privatklägers 1 zu bewirken, was namentlich für die Stichverletzung am Rücken rechts gilt, die zu einer Durchtrennung des Lungenfells führte (Urk. D1/12/9 S. 6). Der Beschuldigte hat damit alles unternommen, damit der tatbestandsmässige Erfolg eintreten kann. Dass er nicht eintrat, ist allein dem Zufall zu verdanken. Die Argumentation der Verteidigung, wonach die Stichbewegungen auf den Videoaufnahmen zwar wie "massive Ausholbewegungen" und "nach einer Tötungsabsicht aussehen" würden, die Verletzungen aber nur auf die dünne Oberbekleidung des Privatklägers zurück- zuführen seien, leuchtet nicht ein; die Videoaufnahmen zeigen eindeutig kraftvoll ausgeführte Stichbewegungen. In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB bzw. des Tötungsversuchs im Sinne von Art. 111 StGB in Ver- bindung Art. 22 Abs. 1 StGB vorsätzliches, das heisst gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB wissentliches und willentliches Handeln in Bezug auf sämtliche objektive Tatbe- standselemente. Der Täter muss in der Absicht handeln, einen Menschen zu töten, wobei Eventualvorsatz genügt. Eventualvorsatz liegt vor, wenn der Täter den Ein- tritt des Erfolgs für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er ihn in Kauf nimmt, mag er ihm auch unerwünscht sein (vgl. dazu statt Weiterer BGE 133 IV 1 E. 4.1, m.w.H.). Nach der Rechtsprechung darf das Gericht vom Wissen des Täters auf - 14 - den Willen schliessen, wenn sich dem Täter die Verwirklichung der Gefahr als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, ver- nünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolges ausgelegt werden kann (vgl. dazu statt Weiterer BGE 130 IV 58 E. 8.4, m.w.H.). Beim Nachweis des Vorsatzes kann sich das Gericht - soweit der Täter nicht geständig ist - regelmässig nur auf äusser- lich feststellbare Indizien und Erfahrungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere Einstellung des Täters erlauben.”
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der Art. 112 ff. StGB zutrifft, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Bleibt es beim Versuch, kann das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB). Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt (Art. 12 Abs. 2 Satz 1 StGB). Vorsätzlich handelt bereits, wer die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt bzw. sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (sog. Eventualvorsatz; vgl. Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB; BGE 147 IV 439 E. 7.3.1; 143 V 285 E. 4.2.2; 137 IV 1 E. 4.2.3; je mit Hinweisen). Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen hat, muss das Gericht bei Fehlen eines Geständnisses aufgrund der Umstände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, seine Beweggründe und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 147 IV 439 E.”
Psychiatrische Begutachtungen dienen der Abklärung der psychischen Verantwortlichkeit in Verfahren wegen (versuchten) Tötungsdelikten und können Grundlage für Verfahrens- und Zuständigkeitsentscheidungen sein, etwa für weitere forensische Abklärungen nach neuen Straftaten oder für die Frage einer Verweisung zwischen Jugend- und Erwachsenenverfahren.
“TRIBUNAL CANTONAL 909 PE23.022481-CMI CHAMBRE DES RECOURS PENALE __________________________________________ Arrêt du 23 décembre 2024 __________________ Composition : M. KRIEGER, président Mmes Byrde et Courbat, juges Greffier : M. Cornuz ***** Art. 29 al. 2 Cst. ; 19, 20, 22 al. 1 ad art. 111, 56 CP ; 182, 183, 184 CPP Statuant sur le recours interjeté le 2 décembre 2024 par X.________ contre le mandat d’expertise psychiatrique délivré le 19 novembre 2024 par le Ministère public de l’arrondissement du Nord vaudois dans la cause n° PE24.022481-CMI, la Chambre des recours pénale considère : En fait : A. a) Le Ministère public de l’arrondissement du Nord vaudois (ci-après le Ministère public) instruit une enquête préliminaire à l’encontre de X.________ pour tentative de meurtre (art. 22 al. 1 CP ad art. 111 CP [Code pénal suisse du 21 décembre 1937 ; RS 311.0]), infraction à la loi fédérale sur les armes (LArm du 20 juin 1997 ; RS 514.54) et séjour illégal (art. 115 al. 1 let. b LEI [loi fédérale sur les étrangers et l’intégration du 16 décembre 2005 ; RS 142.20]). Les faits incriminés sont les suivants : A [...], Rue [...], le 19 novembre 2023 vers 01h15, une altercation a éclaté entre B.________, M.________ et X.________, ressortissant [...] sans statut en Suisse né le [...] 1993, vraisemblablement pour des futilités mêlant injures et menaces. Au cours de cette altercation, M.________ aurait sorti un couteau et aurait posé la lame de celui-ci contre le cou de B.________, qui aurait repoussé l’intéressé. Ce mouvement lui aurait causé une entaille d’une dizaine de centimètres au cou. X.________ aurait pour sa part également exhibé un couteau, de type « papillon », arme interdite. M.________ et X.________ auraient ensuite roué de coups de poing et de pied B.________, qui serait tombé à terre.”
“1 et 112 CP) pour avoir, dans la nuit du 6 au 7 janvier 2017, donné de nombreux coups à E______ et F______, respectivement avoir accepté que G______, H______, I______ et J______ fassent de même. A______ est également prévenu de rixe (art. 134 CP), dommages à la propriété (art. 144 CP), vols (art. 139 CP), ainsi que d'infractions à la loi sur la circulation routière et à la loi sur les armes. b. Dans cette procédure, une expertise psychiatrique a été réalisée par le Dr D______ le 30 novembre 2017. Le rapport de l'expert a été communiqué aux parties plaignantes le 30 novembre 2017, caviardé en ce qui concerne la situation personnelle du prévenu mineur (anamnèse familiale, évolution depuis son arrestation, entretiens avec des tiers, mesures de protection préconisées). c. Le ______ 2018, A______ est devenu majeur. d. Le 16 janvier 2019, le JMin a communiqué la P/13257/2017 au Ministère public des mineurs, considérant que son instruction était terminée. e. Le 19 janvier 2019, le Ministère public a ouvert une nouvelle procédure P/1______/2019 à l'encontre de A______, dans laquelle celui-ci est prévenu de meurtre (art. 111 CP), lésions corporelles simples aggravées (art. 123 CP) et menaces de mort (art. 180 CP) pour avoir, le 19 janvier 2019, blessé K______ d'un coup de couteau, tué avec ce même couteau L______ et menacé de mort M______ et N______. f. La détention provisoire de A______ ordonnée dans le cadre de cette procédure est toujours en cours. g. En date du 20 mars 2019, le Ministère public des mineurs a retourné la P/13257/2017 au JMin pour complément d'instruction en ce qui concerne la situation personnelle de A______, notamment par le biais d'une nouvelle expertise psychiatrique, au vu des faits nouveaux survenus dans l'intervalle. h. Le 21 mars 2019, A______ a sollicité du Ministère public son dessaisissement en faveur du Tribunal des mineurs, ce qui lui a été refusé. A______ a recouru auprès du Procureur général. i. Par ordonnance du 11 avril 2019, le JMin s'est dessaisi de la procédure P/13257/2017 en faveur de la juridiction des adultes, vu la procédure instruite par le Ministère public pour des faits commis alors que A______ était majeur et la gravité particulière de ceux-ci.”
Tatbestand: Art. 111 erfordert vorsätzliches Handeln. Vorsatz bedeutet, dass der Täter mit Wissen um die Tatumstände und mit Willen handelt; auch Eventualvorsatz genügt. Die Frage des tatbestandsmässigen Vorsatzes ist von der Frage der Schuldfähigkeit zu trennen: Selbst der völlig Schuldunfähige kann einen tatbestandsmässigen Vorsatz bilden.
“L'appel est recevable pour avoir été interjeté et motivé selon la forme et dans les délais prescrits (art. 398 et 399 CPP). La Chambre limite son examen aux violations décrites dans l'acte d'appel (art. 404 al. 1 CPP), sauf en cas de décisions illégales ou inéquitables (art. 404 al. 2 CPP). 2. 2.1. L'art. 111 CP réprime le comportement de celui qui aura intentionnellement tué une personne. Sur le plan subjectif, l'auteur doit avoir l'intention de causer par son comportement la mort d'autrui. Le dessein de commettre une infraction est donné si l'auteur agit en vue de parvenir à un but qui se confond avec la perpétration du délit ou qui la présuppose. Pour admettre le dessein, il est nécessaire et suffisant d'établir que l'auteur a consciemment agi en vue de réaliser l'état de fait incriminé (cf. P. GRAVEN, L'infraction pénale punissable, 2e éd., Berne 1995, p. 200 n. 152). 2.2. L'assassinat (art. 112 CP) est une forme qualifiée d'homicide intentionnel, qui se distingue du meurtre ordinaire (art. 111 CP) par le fait que l'auteur a tué avec une absence particulière de scrupules. Cette dernière suppose une faute spécialement lourde et déduite exclusivement de la commission de l'acte. Les antécédents ou le comportement que l'auteur adopte immédiatement après les faits n'entrent en ligne de compte que dans la mesure où ils y sont étroitement liés, et permettent de caractériser la personnalité de l'auteur (ATF 141 IV 61 consid. 4.1). Pour caractériser l'absence particulière de scrupules, l'art. 112 CP évoque le cas où les mobiles, le but ou la façon d'agir de l'auteur sont particulièrement odieux, mais cet énoncé n'est pas exhaustif. L'auteur est animé par des mobiles particulièrement odieux lorsqu'ils apparaissent futiles, notamment lorsqu'il tue pour se venger, pour obtenir une rémunération ou pour voler sa victime, ou encore sans motif apparent, voire pour une broutille. Son but – qui se recoupe en grande partie avec le mobile – est particulièrement odieux notamment lorsqu'il agit pour éliminer un témoin gênant ou une personne qui l'entrave dans la commission d'une infraction.”
“Der subjektive Tatbestand von Art. 111 StGB bedingt ein vorsätzliches Handeln des Täters, wobei gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB auch Eventualvorsatz ge- nügt. Vorsätzlich begeht eine Tat, wer sie mit Wissen und Willen ausführt. Der Vor- satz erfordert auf der Wissensseite ein aktuelles Wissen um die Tatumstände. Bei Delikten, die den Eintritt eines tatbestandsmässigen Erfolges erfordern, gehört zur Wissensseite des Vorsatzes eine Vorstellung über den Zusammenhang zwischen dem eigenen Handeln und dem tatbestandsmässigen Erfolg. Wie bereits die Vor- instanz zutreffend erwog (Urk. 136 S. 144), will wer einen Menschen durch Schläge mit einem harten Gegenstand, mit Tritten bzw. Stampfen auf den Kopf- und Hals- bereich des am Boden liegenden Opfers und überdies mit mehreren Einstichen bzw. Schnitten, insbesondere in den Hals derart brutal niederstreckt wie es der Be- schuldigte bei †V._____ getan hat, sein Gegenüber töten. Dass derart exzessive stumpfe und scharfe Gewalt gegen sensible Körperregionen zum Tod eines Men- schen führen können, ist allgemein bekannt und musste auch dem Beschuldigten bewusst gewesen sein.”
“Nach Art. 111 StGB macht sich strafbar, wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzung von Art. 112-117 StGB vor- liegt. Die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft wie auch der Vorinstanz ist zutreffend (Urk. 64 S. 26 und Urk. D1/25/5). Der Antragsgegner hat mit einem Messer mit 15 cm langer Klinge mehrfach und mit heftiger Wucht auf den Ober- körper des Geschädigten eingestochen, woraufhin dieser an seinen Verletzungen erlegen ist. Dem ist beizufügen, dass die Frage, ob der Antragsgegner mit Wissen und Willen im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB gehandelt hat, von der Frage der Schuldfähigkeit zu unterscheiden ist. Selbst der völlig Schuldunfähige kann näm- lich einen tatbestandsmässigen Vorsatz bilden und in diesem Sinne wissentlich und willentlich handeln (BGE 115 IV 223 E. 1.). Vorliegend hat der Antragsgegner direktvorsätzlich gehandelt.”
Für Art. 111 StGB ist zunächst die natürliche Kausalität (conditio sine qua non) zwischen Verhalten und Tod zu prüfen. Liegt diese vor, prüft die Rechtsprechung zudem die adäquate Kausalität nach Erfahrungssätzen und wissenschaftlichen Regeln. In der Lehre wird teilweise vertreten, die Prüfung der adäquaten Kausalität komme nur bei Fahrlässigkeitsdelikten in Betracht.
“L'art. 111 CP punit d'une peine privative de liberté de cinq ans au moins celui qui aura intentionnellement tué une personne. Le comportement de l'auteur doit être la cause de la mort de la victime. Un comportement est la cause naturelle d'un résultat s'il en constitue l'une des conditions sine qua non, c'est-à-dire si, sans lui, le résultat ne se serait pas produit ou du moins pas de la même manière; il n'est pas nécessaire que l'événement considéré soit la cause unique ou immédiate du résultat (ATF 139 V 176 consid. 8.4.1 p. 189 s.; 138 IV 57 consid. 4.1.3 p. 61). Lorsque la causalité naturelle est établie, il faut encore rechercher si le comportement incriminé est la cause adéquate du résultat. Tel est le cas lorsque, d'après le cours ordinaire des choses et l'expérience de la vie, le comportement était propre à entraîner un résultat du genre de celui qui s'est produit (ATF 138 IV 57 consid. 4.1.3 p. 61 et les arrêts cités). Il n'y aura rupture du lien de causalité adéquate, l'enchaînement des faits perdant alors sa portée juridique, que si une autre cause concomitante, par exemple une force naturelle, le comportement de la victime ou d'un tiers, constitue une circonstance tout à fait exceptionnelle ou apparaît si extraordinaire que l'on ne pouvait pas s'y attendre.”
“36-38) ne reposent pas sur les éléments du dossier. En effet, contrairement à ce qui est soutenu par l’appelant, elles ne correspondent pas aux éléments de preuve figurant au dossier mais à la version non retenue selon laquelle il ne serait pas l’auteur du coup mortel. Ainsi, l’appelant ne se défendait pas lorsqu’il a infligé les coups de couteau à la victime. 8. 8.1 L’appelant soutient qu’on peut douter du lien de causalité entre le coup porté à gauche et le décès de la victime, dès lors qu’il serait notoire qu’il faut impérativement éviter d’enlever le couteau d’une plaie. 8.2 8.2.1 L'art. 111 CP punit d'une peine privative de liberté de cinq ans au moins celui qui aura intentionnellement tué une personne. Le comportement de l’auteur doit apparaître comme la cause naturelle et adéquate du décès, étant précisé que l’examen de la causalité adéquate ne doit intervenir que lorsque l’infraction est commise par négligence (cf. Dupuis et al. [édit.], Petit commentaire du Code pénal, 2e éd., Bâle 2017, nn. 11 et 13 ad art. 111 CP). Une action est l'une des causes naturelles d'un résultat dommageable si, dans l'enchaînement des événements tels qu'il se sont produits, cette action a été, au regard de règles d'expérience ou de lois scientifiques, une condition sine qua non de la survenance de ce résultat – soit si, en la retranchant intellectuellement des événements qui se sont produits en réalité, et sans rien ajouter à ceux-ci, on arrive à la conclusion, sur la base des règles d'expérience et des lois scientifiques reconnues, que le résultat dommageable ne se serait très vraisemblablement pas produit. La série des événements à prendre en considération pour cette opération intellectuelle commence par l'action reprochée à l'auteur, finit par le dommage et ne comprend rien d'autre que les événements qui ont relié ces deux extrémités de la chaîne d'après les règles d'expérience et les lois scientifiques (ATF 133 IV 158 consid. 6.1 et les réf. citées ; TF 6B_1132/2017 du 3 octobre 2018 consid. 1.7). 8.2.2 Selon l'art.”
Bei der Wahl der Strafart hat das Gericht gemäss aktueller Rechtsprechung zunächst die Art der Strafe zu bestimmen und die Geldstrafe als mildere Sanktion gegenüber der Freiheitsstrafe zu berücksichtigen. Für den Strafrahmen von Art. 111 StGB kommt die Verhängung einer Geldstrafe nach den angeführten Entscheiden indes nicht in Betracht.
“Strafrahmen und Strafart Vorliegend ist für drei Delikte eine Strafe auszufällen, für die im Gesetz folgende Strafen vorgesehen sind: - (versuchte) vorsätzliche Tötung gemäss Art. 111 StGB: Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren - Angriff gemäss Art. 134 StGB: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe - Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe Die für die Übertretungen ausgefällte Übertretungsbusse ist rechtskräftig, weshalb eine diesbezügliche Strafzumessung entfällt. Stehen wie vorliegend verschiedenartige Sanktionen zur Verfügung, wählt das Gericht gemäss der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zuerst die Art der Strafe und setzt erst danach das Strafmass fest (BGE 147 IV 241 E. 3.2; BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1421/2021 vom 25. Mai 2022 E. 4.3.2). Ob im zu beurteilenden Einzelfall eine Geld- oder Freiheitsstrafe auszusprechen ist, beurteilt sich gemäss Art. 47 StGB nach dem Ausmass des Einzeltatverschuldens (BGE 144 IV 217 E. 3.3.1), wobei die Geldstrafe gegenüber der Freiheitsstrafe als mildere Sanktion gilt (BGE 144 IV 27 E.”
“Die Vorderrichter gingen zurecht von der mehrfach versuchten Anstiftung zu mehrfacher vorsätzlicher Tötung als schwerstes Delikt aus und haben deren Strafrahmen korrekt mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bis 20 Jahre abge- steckt (Art. 111 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 2 StGB; Art. 40 Abs. 2 StGB; Urk. 97 S. 55). Bei diesem Strafrahmen fällt die Ausfällung einer Geldstrafe ausser Be- tracht.”
Die bei vorsätzlicher Tötung drohende Mindestfreiheitsstrafe von fünf Jahren (Art. 111 StGB) kann einen erheblichen Fluchtanreiz begründen und ist als Indiz für Fluchtgefahr zu berücksichtigen.
“Diese konkreten Verhältnisse können als Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden. Weitere Angaben zu seinem sozialen bzw. familiären Umfeld, welche eine starke Verwurzelung in der Schweiz erkennen liessen, hat der Beschwerdeführer keine gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Weiter ist auch sein Einwand unbehelflich, dass Spanien Schweizer Staatsbürger für Straftaten die in der Schweiz begangen worden seien, ohne weiteres ausliefere. Auch bei einer befürchteten Ausreise in ein Land, das die beschuldigte Person grundsätzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen könnte, fällt die Annahme von Fluchtgefahr nicht ohne weiteres dahin (vgl. BGE 145 IV 503 E. 2.2 mit Hinweisen). Schliesslich kommt hinzu, dass der einschlägig vorbestrafte Beschwerdeführer angesichts der ihm vorgeworfenen grossen Anzahl an teilweise (sehr) schweren Delikten bei einer möglichen Verurteilung mit einer empfindlichen Strafe rechnen muss. Die Strafandrohung bei der ihm unter anderem vorgeworfenen mehrfachen (versuchten) vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB lautet auf eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren, bei einer Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB reicht der Strafrahmen von einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Folglich ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz erwog, die Schwere der drohenden Strafe spreche ebenfalls für eine erhebliche Gefahr, der Beschwerdeführer könnte fliehen. Die Bejahung der Fluchtgefahr durch die Vorinstanz hält nach dem Gesagten vor Bundesrecht stand. Besteht somit nebst dem allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts mit Fluchtgefahr einer der besonderen Haftgründe, sind die Voraussetzungen für die Verlängerung der Untersuchungshaft erfüllt. Es kann offen bleiben, ob auch noch Kollusions- bzw. Wiederholungsgefahr besteht.”
“Art. 111 StGB droht für vorsätzliche Tötung eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren an. Die Beschwerdeführerin muss somit mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Entsprechend besteht ein erheblicher Fluchtanreiz. Die Beschwerdeführerin ist 28 Jahre alt und deutsche Staatsangehörige. Sie wuchs in ihrem Heimatland auf und kam 2015 in die Schweiz. Sie folgte ihrem Vater und ihrer Mutter, die bereits früher in die Schweiz gezogen waren. Vorher lebte sie alleine in Deutschland. Dass ihr dies Schwierigkeiten bereitet hätte, macht sie nicht geltend. Zwar hat sie zu den Eltern, vor allem zur mitbeschuldigten Mutter, der die Staatsanwaltschaft Gehilfenschaft zu vorsätzlicher Tötung vorwirft, ein nahes Verhältnis; ebenso zum Bruder, der auch in der Schweiz wohnt. Ihr übriges Beziehungsumfeld besteht jedoch ausschliesslich aus Personen in Deutschland (staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 11. August 2020, Antwort auf Frage 120). Freunde in der Schweiz hat sie nicht. Ebenso wenig gehört sie hier einem Verein an.”
“S’agissant de son fils, le recourant ne prétend pas qu’il l’a reconnu (il n’est pas inscrit comme son père à l’état civil), et il ne vit pas avec la mère de celui-ci. Dans ces conditions, on ne saurait considérer qu’il peut à lui seul constituer une attache suffisante avec la Suisse. En revanche, K.J.________ a manifestement des liens forts avec le Kosovo, dans lequel il a vécu ses 17 premières années. Le fait qu’il y ait acquis une propriété et qu’il y retourne régulièrement pour voir sa famille sont des indices laissant craindre qu’il pourrait retourner dans son pays d’origine en cas de libération. Il a également des liens avec la Croatie, pays dans lequel il a vécu de 18 à 21 ans, avant de venir en Suisse au début de l’année 2022. Les attaches ténues du recourant avec la Suisse doivent de surcroît être mises en balance avec la gravité des actes qui lui sont reprochés et la peine privative importante qu'il encourt en cas de condamnation. En effet, s'il devait notamment être reconnu coupable du chef d'accusation de tentative de meurtre, il serait exposé à une lourde peine (cf. art. 111 CP : peine privative de cinq ans au moins) et risquerait l’expulsion (cf. art. 66a CP). En l'occurrence, même si l’intention homicide n’était pas retenue, la gravité et la violence de l'acte commis par le recourant permettent, quelle que soit la qualification juridique, d'envisager une peine importante. La tentation de se soustraire à une longue peine de prison ne peut dès lors qu’être retenue, et ce même si le recourant a déjà passé 393 jours en détention provisoire. Quant à l’argument selon lequel le recourant s’est rendu spontanément à la police, il est insuffisant pour conclure à l’inexistence ou à l’invraisemblance du risque de fuite, eu égard aux éléments qui viennent d’être exposés. A cette date, même s’il envisageait d’être détenu provisoirement, il n’avait pas nécessairement saisi que ce serait pour une durée conséquente. Le recourant avait du reste déjà invoqué précédemment cet argument, et la Chambre de céans l’avait déjà rejeté dans les arrêts précités, auxquels il suffit de renvoyer.”
“Certes, ses parents et son frère se trouvent en Suisse, mais son parcours de vie indique qu’il a l’habitude d’avoir des contacts distendus avec ses proches, puisque son père vit depuis une dizaine d’années en Suisse et qu’ils ne se voyaient que lorsqu’il venait au Kosovo. S’agissant de son fils qu’il n’a semble-t-il pas reconnu, puisqu’il n’est pas inscrit comme son père à l’état civil, on ne saurait considérer qu’il peut à lui seul constituer une attache suffisante avec la Suisse. En effet, A.R.________ a manifestement des liens forts avec le Kosovo, dans lequel il a vécu ses 17 premières années, alors qu’il n’est âgé que de 22 ans. Le fait qu’il y ait acquis une propriété, qu’il y retourne régulièrement pour voir sa famille sont des indices laissant craindre qu’il pourrait retourner dans son pays d’origine en cas de libération. Les attaches du recourant avec la Suisse doivent de surcroît être mises en balance avec la gravité des actes qui lui sont reprochés et la peine privative importante qu'il encourt en cas de condamnation. En effet, s'il devait notamment être reconnu coupable du chef d'accusation de tentative de meurtre, il serait exposé à une lourde peine (art. 111 CP : peine privative de cinq ans au moins) et risquerait l’expulsion (art. 66a CP). En l'occurrence, même si l’intention homicide n’était pas retenue, la gravité et la violence de l'acte commis par l'intéressé permettent, quelle que soit la qualification juridique, d'envisager une peine importante. La tentation de se soustraire à une longue peine de prison ne peut dès lors être écartée et l'on peut douter qu’un travail et la présence en Suisse de quelques membres de sa famille suffisent à le retenir. Quant aux autres arguments invoqués par le recourant, en particulier le fait qu’il se soit rendu spontanément à la police, ils sont clairement insuffisants pour admettre l'invraisemblance du risque de fuite, eu égard aux circonstances du cas d'espèce. En effet, il est tout à fait possible que A.R.________ ait pensé dans un premier temps pouvoir se prévaloir de l’état de nécessité et bénéficier d’un verdict favorable et qu’il se soit rendu compte, après avoir été confronté à certains éléments de l’enquête, que ses déclarations étaient remises en question.”
“Dass die Haft unverhältnismässig wäre, wird vom Beschwerdeführer nicht vorgebracht. Ungeachtet dessen hat die Beschwerdekammer die Haft unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit zu prüfen: Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 25. Dezember 2020 in Untersuchungshaft. Die vom Zwangsmassnahmengericht ausgesprochene Verlängerung der Untersuchungshaft um weitere drei Monate führt zu einer Haftdauer von insgesamt zwölf Monaten. In Anbetracht der im Raum stehenden Vorwürfe droht bei dieser Haftdauer noch keine Überhaft, wird doch eine vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren bestraft. Die Akten lassen weiter keine Verletzung des Beschleunigungsgebots erkennen, welche eine Haftentlassung zur Folge haben müsste. Ersatzmassnahmen, welche geeignet wären, die bestehenden Haftgründe zu bannen, sind nicht erkennbar. Eine Ausweis- und Schriftensperre vermöchte weder ein Verlassen des Schweizer Territoriums (Urteil des Bundesgerichts 1B_181/2013 vom 4. Juni 2013 E. 3.3.2, auch zum Folgenden) noch ein Untertauchen innerhalb der Schweiz zu verhindern. Gleiches würde für eine allfällige (regelmässige) Meldepflicht gelten. Und auch eine Eingrenzung auf ein bestimmtes Gebiet (inkl. Überwachung mittels Electronic Monitoring) böte nicht die gleiche Sicherheit wie die Haftbelassung. Abgesehen davon sind auch bezüglich Wiederholungsgefahr keine geeigneten Ersatzmassnahmen erkennbar. Im Hinblick auf die ausstehenden Berichte (insbesondere auch die Beantwortung der Ergänzungsfragen durch den forensisch-psychiatrischen Gutachter) und die ausstehenden Schlusseinvernahmen und die anschliessende Fristansetzung gemäss Art.”
“En outre, à son arrivée sur place, la police n'a trouvé que quelques personnes, et ce sont davantage les dépositions qu'elle a ensuite recueillies auprès d'elles qui évoquent la constitution d'un attroupement, mais non d'une bagarre, par suite des faits eux-mêmes. On chercherait en vain dans ces constatations et témoignages l'indice que le vol et l'agression auraient mis aux prises d'autres personnes que le recourant, son comparse et leur victime. Par ailleurs, sous l'angle des charges pesant sur le recourant, il importe peu de savoir quel sort judiciaire sera réservé au comparse présumé. 3. Pour le surplus, le recourant ne conteste aucun des risques qui appuient son maintien en détention. À juste titre. Il présente un risque de fuite patent (art. 221 al. 1 let. a CPP), puisqu'il n'a aucun lien autre que délictueux avec le territoire helvétique. Les mesures de substitution qu'il propose ne se rapportent pas à ce risque. 4. Sous l'angle du principe de la proportionnalité (art. 197 al. 1 et 212 al. 3 CPP), le grief fondé sur la durée de la détention, compte tenu de la détention extraditionnelle, est infondé. La tentative de meurtre est passible d'une peine privative de liberté de cinq ans au minimum (art. 111 CP) et entre en concours avec le vol ou le brigandage, ce qui pourrait conduire à une aggravation de la peine (art. 49 CP), si le recourant était reconnu coupable de toutes ces préventions (auxquelles s'ajouterait encore l'entrée illégale sur le territoire, qui ne semble pas contestée). 5. Le recourant plaide au bénéfice d'une défense d'office. 5.1. Selon la jurisprudence, le mandat de défense d'office conféré à l'avocat du prévenu pour la procédure principale ne s'étend pas aux procédures de recours contre les décisions prises par la direction de la procédure en matière de détention avant jugement, dans la mesure où l'exigence des chances de succès de telles démarches peut être opposée au détenu dans ce cadre, même si cette question ne peut être examinée qu'avec une certaine retenue. La désignation d'un conseil d'office pour la procédure pénale principale n'est pas un blanc-seing pour introduire des recours aux frais de l'État, notamment contre des décisions de détention provisoire (arrêt du Tribunal fédéral 1B_516/2020 précité consid.”
Bei gemeinsamer Tatausführung kommen sowohl Mittäterschaft als auch Teilnahme (Gehilfenschaft) in Betracht. Für die Einordnung als Mittäterschaft ist nicht die eigenhändige Ausführung, sondern das Vorliegen konkreter Tatherrschaft in der jeweiligen Beteiligungsrolle entscheidend. Zudem sind bei mehreren Beteiligten tatsachenabhängige Umstände (z. B. die Teilnahme mehrerer Täter) bei der Beurteilung der Strafbarkeit und des Strafmasses nur ins Gewicht fallend, soweit diese Umstände den Beteiligten bekannt sind.
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der übrigen StGB-Artikel zutrifft, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Die Höchstdauer der Freiheitsstrafe beträgt 20 Jahre (Art. 40 Abs. 2 Satz 1 StGB). Mittäterschaft setzt nicht zwangsläufig voraus, dass die beschuldigte Person die vorsätzliche Tötung eigenhändig verübt; massgeblich ist, ob ihr in seiner konkreten Beteiligungsrolle die Tatherrschaft zukommt (BGE 133 IV 76 E. 2.7; 130 IV 58 E. 9.2.1). Art. 264a StGB regelt die Tatbestände der Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Nach Absatz 1 dieser Bestimmung wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft, wer im Rahmen eines ausgedehnten oder systematischen Angriffs gegen die Zivilbevölkerung namentlich einen Menschen vorsätzlich tötet (lit. a; vorsätzliche Tötung) oder einem unter seinem Gewahrsam oder seiner Kontrolle stehenden Menschen grosse Leiden oder eine schwere Schädigung des Körpers oder der physischen oder psychischen Gesundheit zufügt (lit. f; Folter). Die Höchstdauer der Freiheitsstrafe beträgt 20 Jahre (Art. 40 Abs. 2 Satz 1 StGB). In besonders schweren Fällen, namentlich wenn die Tat viele Menschen betrifft oder der Täter grausam handelt, kann auf lebenslängliche Freiheitsstrafe erkannt werden (Art.”
“2a et ATF 118 IV 142 consid. 3b). Une telle qualification doit ainsi en principe être retenue lorsqu'une arme chargée mais assurée ou non armée est dirigée par l'auteur vers la victime (ATF 117 IV 419 consid. 4c). L'implication de plusieurs auteurs est également une circonstance à prendre en considération (arrêt du Tribunal fédéral 6B_370/2018 du 2 août 2018 consid. 3.1). Cette circonstance aggravante est une circonstance réelle qui confère à l'acte une gravité objective plus grande et influe en conséquence sur le sort de tous les participants, à condition qu'ils la connaissent (arrêt du Tribunal fédéral 6B_930/2021 du 31 août 2022 consid. 3.4). La peine sera la peine privative de liberté de cinq ans au moins, si l’auteur a mis la victime en danger de mort, lui a fait subir une lésion corporelle grave, ou l’a traitée avec cruauté (art. 140 ch. 4 CP). Cette circonstance aggravante doit être interprétée restrictivement en raison de l'importance de la peine, qui correspond à la peine du meurtre (art. 111 CP). La mise en danger de mort de la victime suppose un danger concret, imminent et très élevé que la mort puisse survenir facilement, même sans la volonté de l'auteur (ATF 121 IV 67 consid. 2b). Les circonstances de fait et le comportement concret de l'auteur sont décisifs pour déterminer si la victime a couru un risque réel de lésions mortelles (ATF 117 IV 427 consid. 3b et 419 consid. 2). 2.3.1. En l'espèce, l'appelant A______ a admis sa participation au brigandage du 5 juin 2018, celle-ci ressortant pour le surplus des analyses ADN des différents prélèvements réalisés sur les lieux (cf. notamment les rapports du CURML des 10 et 17 juillet 2018 [PPs C-20 / C-81]). Il ne conteste à juste titre pas la commission de l'infraction sur le principe, sous la forme de la tentative. Avec son comparse, il a menacé, finalement frappé et ainsi mis hors d'état de résister I______, dans le but de voler un important butin, échouant à cause de l'intervention du précité. L'appelant ne conteste à raison pas non plus la circonstance aggravante prévue à l'art.”
“tentatives de meurtre (art. 22 CP cum art. 111 CP), év. tentative d'assassinat (art. 22 CP cum art. 112 CP) et mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP), év. tentative de meurtre (art. 22 cum art. 111 CP) et mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP), év. mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP), év. lésions corporelles graves (art. 122 CP), év. tentative de lésions corporelles graves (art. 22 CP cum art. 122 CP), év. lésions corporelles simples au moyen d'une arme (art. 123 al. 2 CP), év. tentative de lésions corporelles simples au moyen d'une arme (art. 22 cum art. 123 al. 2 CP), Eventuellement en qualité de complice : Complicité de tentatives d'assassinat (art. 22 et 25 CP cum art. 112 CP), év. complicité de tentatives de meurtre (art. 22 et 25 CP cum art. 111 CP), év. complicité de tentative d'assassinat (art. 22 et 25 CP cum art. 112 CP) et complicité de mise en danger de la vie d'autrui (art. 25 CP cum art. 129 CP), év. complicité de tentative de meurtre (art. 22 et 25 cum art. 111 CP) et complicité de mise en danger de la vie d'autrui (art. 25 CP cum art. 129 CP), év. complicité de mise en danger de la vie d'autrui (art. 25 CP cum art. 129 CP), év. complicité de lésions corporelles graves (art. 25 CP cum art. 122 CP), év. complicité de tentative de lésions corporelles graves (art. 22 et 25 CP cum art. 122 CP), év. complicité de lésions corporelles simples au moyen d'une arme (art. 25 CP cum art. 123 al. 2 CP), év. complicité de tentative de lésions corporelles simples au moyen d'une arme (art. 22 et 25 CP cum art. 123 al. 2 CP), infractions commises au préjudice de C.________, E.________, G.________ et I.________ dans les circonstances de temps, de lieu et de fait suivantes, en qualité de co-auteur, év. en qualité de complice : Alors que plusieurs altercations s'étaient déjà produites durant l'année 2020 et jusqu'au 27 février 2021 entre, d'une part, un groupe composé notamment de K.________, de L.________, A.________ et de M.________ et, d'autre part, un autre groupe composé notamment des plaignants, de N.”
Eventualvorsatz (dolus eventualis) genügt für die Tatbestandsvorsätzlichkeit des Art. 111 StGB und damit auch für die Qualifikation als versuchter Mord. Voraussetzung ist, dass der Täter die Möglichkeit des tödlichen Erfolgs für möglich gehalten und dessen Inkaufnahme (d.h. das Sich‑Einlassen auf das Risiko) gezeigt hat.
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der Art. 112 ff. StGB zutrifft, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Für die Erfüllung des Tatbestands von Art. 111 StGB genügt Eventualvorsatz (Urteile 6B_1246/2019 vom 8. September 2020 E. 2.3.3; 6B_675/2018 vom 26. Oktober 2018 E. 2.3.1; je mit Hinweisen).”
“3 CPP, concerne tant le fardeau de la preuve que l'appréciation des preuves au sens large (ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.1). En tant que règle sur le fardeau de la preuve, la présomption d'innocence signifie, au stade du jugement, que ce fardeau incombe à l'accusation et que le doute doit profiter au prévenu (arrêts du Tribunal fédéral 6B_519/2018 du 29 août 2018 consid. 3.1 ; 6B_377/2018 du 22 août 2018 consid. 1.1). Comme règle d'appréciation des preuves, la présomption d'innocence signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective (ATF 138 V 74 consid. 7 ; ATF 127 I 38 consid. 2a; ATF 124 IV 86 consid. 2a). 2.2.1. L'art. 111 CP réprime le comportement de celui qui aura intentionnellement tué une personne. Le dol éventuel suffit (ATF 137 IV 1 consid. 4.2.3 ; 133 IV 9 consid. 4.1 ; 131 IV 1 consid. 2.2 ; 130 IV 58 consid. 8.2). 2.2.2. Le juge peut atténuer la peine si l'exécution d'un crime ou d'un délit n'est pas poursuivi jusqu'à son terme ou que le résultat nécessaire à la consommation de l'infraction ne se produit pas ou ne pouvait pas se produire (art. 22 al. 1 CP). 2.2.3. Il y a ainsi tentative lorsque l'auteur a réalisé tous les éléments subjectifs de l'infraction et manifesté sa décision de la commettre, alors que les éléments objectifs font, en tout ou en partie, défaut (ATF 140 IV 150 consid. 3.4). La tentative de meurtre est retenue lorsque l'auteur, agissant intentionnellement, commence l'exécution de cette infraction, manifestant ainsi sa décision de la commettre, sans que le résultat ne se produise. L'équivalence des deux formes de dol – direct et éventuel – s'applique à la tentative de meurtre (ATF 122 IV 246 consid.”
“Il y a tout d’abord lieu de rappeler la jurisprudence du Tribunal fédéral concernant le dol éventuel (arrêt du Tribunal fédéral 6B_355/2011 du 23 septembre 2011 consid. 4.2.1), étant rappelé que celui-ci est suffisant pour le meurtre (José Hurtado Pozo/Federico Illànez, in Commentaire romand, Code pénal II, 2017, no 23 ad art. 111 CP) : Il y a dol éventuel lorsque l'auteur envisage le résultat dommageable, mais agit néanmoins, même s'il ne le souhaite pas, parce qu'il s'en accommode pour le cas où il se produirait. La délimitation entre le dol éventuel et la négligence consciente peut se révéler délicate. L'une et l'autre forme de l'intention supposent en effet que l'auteur connaisse la possibilité ou le risque que l'état de fait punissable se réalise. Sur le plan de la volonté, il n'y a que négligence lorsque l'auteur, par une imprévoyance coupable, agit en supputant que le résultat qu'il considère comme possible ne surviendra pas (ATF 134 IV 26 consid. 3.2.2 et 3.2.4, p. 28 s.). Faute d'aveux, le juge ne peut, en règle générale, déduire la volonté interne de l'intéressé qu'en se fondant sur des indices extérieurs et des règles d'expérience. Il peut déduire la volonté de l'auteur de ce que ce dernier savait lorsque l'éventualité que le risque se réalise devait s'imposer à l'auteur de telle sorte que l'on doit raisonnablement admettre qu'il s'en est accommodé.”
“En tant que règle relative au fardeau de la preuve, la présomption d'innocence signifie que toute personne prévenue d'une infraction pénale doit être présumée innocente jusqu'à ce que sa culpabilité soit légalement établie et, partant, qu'il appartient à l'accusation de prouver la culpabilité de l’intéressé (ATF 127 I 38 consid. 2a ; TF 6B_831/2009 du 25 mars 2010 consid. 2.2.1). Comme règle d'appréciation des preuves, le principe in dubio pro reo est violé si le juge du fond se déclare convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective. Dans cette mesure, la présomption d'innocence se confond avec l'interdiction générale de l'arbitraire, prohibant une appréciation reposant sur des preuves inadéquates ou sans pertinence (ATF 138 V 74 consid. 7 ; ATF 124 IV 86 consid. 2a ; ATF 120 la 31 consid. 2). 3.2.2 Aux termes de l'art. 111 CP, se rend coupable de meurtre quiconque tue une personne intentionnellement. 3.2.3 Selon l'art. 12 al. 2 CP, agit intentionnellement quiconque commet un crime ou un délit avec conscience et volonté. L’auteur agit déjà intentionnellement lorsqu’il tient pour possible la réalisation de l’infraction et l’accepte au cas où celle-ci se produirait. On distingue communément le dessein (ou dol direct de premier degré), le dol simple (ou dol direct de deuxième degré) et le dol éventuel. Ces trois formes correspondent à un comportement intentionnel au sens de l'art. 12 al. 2 CP (Dupuis et al. [éd.], Petit Commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle 2017, n. 10 ad art. 12 CP et les références citées). Il y a dol éventuel lorsque l'auteur tient pour possible la réalisation de l'infraction et l'accepte au cas où celle-ci se produirait, même s'il ne le souhaite pas (ATF 137 IV 1 consid. 4.2.3, JdT 2011 IV 238 ; ATF 135 IV 152 consid.”
Bei der Strafzumessung nach Art. 111 StGB ist die objektive Tatschwere nicht aus der blossen Vernichtung des höchsten Rechtsguts ableitbar. Sie bemisst sich vielmehr anhand des Tathergangs und der Tatumstände. Subjektive Merkmale wie Motive, Beweggründe und Absichten des Täters sind dabei – obwohl subjektiv — implizit bereits beim Grundtatbestand zu berücksichtigen.
“Die Vorinstanz geht zutreffend davon aus, dass die Rechtsgutverletzung als solche unergiebig ist, wenn es um die Strafzumessung bei Tötungsdelikten geht. Denn die "Vernichtung des höchsten Rechtsguts" begründet erst den Tatbestand des Art. 111 StGB. Der mit der Tötung als solcher verbundene Unrechtsgehalt kann aber - anders als etwa bei einer Körperverletzung - nicht abgestuft werden. Insoweit ist aus der Rechtsgutverletzung allein nichts für die Strafzumessung abzuleiten (vgl. dazu Urteil 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018 E. 2.6.1). Vielmehr bestimmt sich die objektive Tatschwere, wie die Vorinstanz richtig annimmt, anhand des Tathergangs und der Tatumstände. Dabei sind auch beim hier einschlägigen Grundtatbestand des Art. 111 StGB subjektive Merkmale wie Motive, Beweggründe und Absichten des Täters implizit massgebend, wenn es um die Festlegung des (objektiven) Schweregrads geht. Dieser bestimmt sich mit andern Worten anhand aller Tatkomponenten, welche dem gesetzlichen Tatbestandsmerkmal zuzuordnen sind.”
“Solche bereits für die rechtliche Würdigung relevanten subjektiven Merkmale sind nach der Konzeption der Tötungstatbestände deshalb von Beginn weg – trotz ih- rer an sich subjektiven Qualität also ausnahmsweise bereits unter dem Titel der objektiven Tatschwere – zu berücksichtigen (BGer, 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018, E. 2.6.1; OGer ZH, SB190588 vom 8. September 2020, E. IV.4.1). Darin liegt im Übrigen kein Verstoss gegen das Doppelverwertungsverbot. Umstände, welche bei einem Schuldspruch wegen Totschlags (Art. 113 StGB) oder Mordes (Art. 112 StGB) für die privilegierte bzw. qualifizierte Tatbestandsva- riante und den damit einhergehenden veränderten Strafrahmen begründend ge- wesen sind, dürfen zwar nicht zusätzlich verschuldens- bzw. straferhöhend oder -mindernd veranschlagt werden. Innerhalb des durch den qualifizierten oder privi- legierten Tatbestand gesetzten Strafrahmens spiegelt sich das konkrete Ausmass der betreffenden Faktoren aber in der – quantifizierenden – Strafzumessung wider (BGer, 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018, E. 2.6.1). Solche Faktoren, die für oder gegen eine Privilegierung bzw. Qualifikation sprechen, können sodann umso mehr berücksichtigt werden, wenn, wie hier, ein Schuldspruch wegen des Grund- tatbestands (Art. 111 StGB) erfolgt. Da die entsprechenden Umstände in einem solchen Fall letztlich nicht bereits zu einer Veränderung des Strafrahmens geführt - 50 - haben, sind sie in der Strafzumessung ohne Beschränkung – nicht nur mit Blick auf ihr Ausmass –zu berücksichtigen.”
“Septem- ber 2020, E. IV.4.1). Die objektive Tatschwere bestimmt sich damit zunächst an- hand des äusseren Tathergangs und der Tatumstände, inklusive der unmittelba- ren Vorbereitungshandlungen sowie des unmittelbaren Nachtatverhaltens. Eine - 49 - Bewertung des objektiven Tatverschuldens rein anhand der äusseren, aus jegli- chem Kontext gelösten Geschehnisse – gleichsam aus der Sicht eines unwissen- den Beobachters – wäre indessen mit der tatbeständlichen Struktur der Tötungs- delikte nicht vereinbar. Bei Totschlag (Art. 113 StGB) und bei Mord (Art. 112 StGB) kennzeichnen gerade auch subjektive Elemente (eine entschuldbare hefti- ge Gemütsbewegung oder eine grosse seelische Belastung bzw. eine besondere Skrupellosigkeit) den privilegierten bzw. den qualifizierten Tatbestand. Subjektive Merkmale wie Motive, Beweggründe und Absichten des Täters sind deshalb im- plizit auch beim hier einschlägigen Grundtatbestand des Art. 111 StGB massge- blich, wenn es um die Festlegung des objektiven Schweregrades geht. Dieser be- stimmt sich mit anderen Worten anhand aller Tatkomponenten, welche einem ge- setzlichen Tatbestandsmerkmal – namentlich mit Blick auf eine mögliche Privile- gierung (Art. 113 StGB) oder Qualifikation (Art. 112 StGB) – zuzuordnen sind. Solche bereits für die rechtliche Würdigung relevanten subjektiven Merkmale sind nach der Konzeption der Tötungstatbestände deshalb von Beginn weg – trotz ih- rer an sich subjektiven Qualität also ausnahmsweise bereits unter dem Titel der objektiven Tatschwere – zu berücksichtigen (BGer, 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018, E. 2.6.1; OGer ZH, SB190588 vom 8. September 2020, E. IV.4.1). Darin liegt im Übrigen kein Verstoss gegen das Doppelverwertungsverbot. Umstände, welche bei einem Schuldspruch wegen Totschlags (Art. 113 StGB) oder Mordes (Art. 112 StGB) für die privilegierte bzw. qualifizierte Tatbestandsva- riante und den damit einhergehenden veränderten Strafrahmen begründend ge- wesen sind, dürfen zwar nicht zusätzlich verschuldens- bzw.”
“Einsatzstrafe: Versuchte Tötung Zur objektiven Tatschwere bei Tötungen ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu berücksichtigen, dass Art. 111 StGB das Leben eines Menschen schützt, mithin das höchste aller Rechtsgüter. Der mit der Tötung als solcher verbundene Unrechtsgehalt kann jedoch, anders als bei einer Körperverletzung, nicht abgestuft werden, sodass aus der Rechtsgutverletzung allein nichts für die Strafzumessung abzuleiten ist. Die objektive Tatschwere - 16 - bestimmt sich damit vielmehr anhand des Tathergangs und der Tatumstände. Die objektive Tatschwere ist nicht nur anhand des äusseren Tatablaufes und der unmittelbaren Vorbereitungshandlungen zu bewerten, da eine solche aus jeglichem Kontext gelöste Betrachtung mit der tatbeständlichen Struktur der Tötungsdelikte nicht vereinbar ist. Subjektive Merkmale wie Motive, Beweggründe und Absichten des Beschuldigten sind implizit auch beim Grundtatbestand (Art. 111 StGB) massgeblich, wenn es um die Festlegung des (objektiven) Schweregrades geht.”
“Ergänzend ist festzuhalten, - 25 - dass zur objektiven Tatschwere bei Tötungen gemäss bundesgerichtlicher Recht- sprechung zu berücksichtigen ist, dass Art. 111 StGB das Leben eines Menschen schützt, mithin das höchste aller Rechtsgüter. Der mit der Tötung als solcher verbundene Unrechtsgehalt kann jedoch, anders als bei einer Körperverletzung, nicht abgestuft werden, sodass aus der Rechtsgutverletzung allein nichts für die Strafzumessung abzuleiten ist. Die objektive Tatschwere bestimmt sich damit vielmehr anhand des Tathergangs und der Tatumstände. Die objektive Tatschwe- re ist nicht nur anhand des äusseren Tatablaufes und der unmittelbaren Vorberei- tungshandlungen zu bewerten, da eine solche aus jeglichem Kontext gelöste Be- trachtung mit der tatbeständlichen Struktur der Tötungsdelikte nicht vereinbar ist. Subjektive Merkmale wie Motive, Beweggründe und Absichten des Beschuldigten sind implizit auch beim Grundtatbestand (Art. 111 StGB) massgeblich, wenn es um die Festlegung des (objektiven) Schweregrades geht. Dieser bestimmt sich anhand aller Tatkomponenten, die einem gesetzlichen Tatbestandsmerkmal zu- zuordnen sind. Entsprechend sind subjektive Merkmale nach der Konzeption der Tötungstatbestände bei der Strafzumessung von Beginn weg zu berücksichtigen (BGer Urteil 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018, E. 2.6.1).”
Auch ein glimpflich ausgegangenes Geschehen kann unter die Voraussetzungen von Art. 111 StGB fallen, wenn nach den rechtsmedizinischen Befunden ein nur geringfügig anders verlaufener Verletzungsweg den Tod hätte herbeiführen können und das Ausbleiben des Todes einzig glücklicher Fügung zuzuschreiben ist.
“cm im Brustbereich eine nicht lebensgefährliche Verletzung zugefügt worden. Das Bundesgericht hielt die Voraussetzungen von Art. 111 StGB für erfüllt, da aufgrund der rechts- - 16 - medizinischen Ergebnisse bereits ein geringfügig abweichender bzw. geringfügig tieferer Stichkanal zum Tod des Opfers hätte führen können und der glimpflich Ausgang damit einzig glücklicher Fügung zuzuschreiben war. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass sich ein direkter Tötungsvorsatz nicht beweisen lässt. Hinreichende objektive Umstände, aufgrund derer sich ein solcher Schluss zwingend aufdrängen würde, liegen nicht vor. Hierbei ist insbe- sondere im Auge zu behalten, dass es sich einerseits um eine nicht von langer Hand geplante Spontantat handelte und andererseits zu Gunsten des Beschuldig- ten davon auszugehen ist, dass er wohl noch vehementer auf sein Opfer eingewirkt hätte, hätte er in direkter Tötungsabsicht gehandelt. Auch die vergleichsweise zitierten Fälle, die das Bundesgericht zu beurteilen hatte, legen keinen anderen Schluss nahe.”
Nachträgliche Ankündigungen: Werden vor der Tat ausdrücklich Tötungsabsichten geäussert und geht der Täter sodann unmittelbar derart vor (z. B. dem Opfer nachfolgen und tödlich mit einem Messer attackieren), kann dies nach den angeführten Erwägungen als Indiz für Vorsatz im Sinne von Art. 111 StGB gewertet werden.
“Subjektiver Sachverhalt Was ein Täter wusste, wollte oder in Kauf nahm, betrifft sog. innere Tatsachen und ist damit zwar eine Tatfrage. Da sich diese inneren Tatsachen bei ungeständigen Tätern regelmässig nur gestützt auf äusserlich feststellbare Indizien und Erfahrungsregeln ermitteln lassen, die Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere Einstellung des Täters erlauben (Urteil des Bundesgerichtes 6S.133/2007 vom 11. August 2008 E. 2.4), und die Beurteilung, ob im Lichte dieser äusseren Umstände der Schluss auf Vorsatz bzw. Eventualvorsatz begründet ist, eine Rechtsfrage darstellt, ist das Bestehen eines Vorsatzes bzw. Eventualvorsatzes nachfolgend im Rahmen der rechtlichen - 12 - Würdigung zu beurteilen (vgl. BGE 133 IV 1 E. 4.1; BGE 130 IV 58 E. 8.5; BGE 125 IV 242 E. 3c, je m.H.) III. Rechtliche Würdigung Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zur Tötung i.S.v. Art. 111 StGB sowie die theoretischen Grundlagen zum Vorsatz sowie zum Versuch unter Hinweis auf Lehre und Rechtsprechung sorgfältig erörtert und grundsätzlich zutreffend gewürdigt (Urk. 77 S. 19 ff.). Auf diese Erwägungen kann zwecks der Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Erwägungen verstehen sich als Hervorhebungen und Präzisierungen: Vorab ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zwar vom Privatkläger gewürgt worden war, diese Auseinandersetzung jedoch spätestens vorbei war, als der Privatkläger die Küche verliess. Offenkundig unzufrieden mit dem Ausgang dieser Auseinandersetzung und verärgert über die Schmach holte der Beschuldigte ein Messer aus der Schublade und sagte dabei, dass er den Privatkläger umbringen werde. Wenn er daraufhin dem Privatkläger mit dem Messer folgte, sich auf ihn stürzte und ihn dabei in den Hals stach, ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass er die zuvor explizit geäusserte Absicht in die Tat umsetzen wollte.”
Bei unklarer Tötungsabsicht kann eine weniger schwere Deliktsqualifikation (z. B. versuchte schwere Körperverletzung) in Betracht gezogen werden. Die Annahme einer versuchten vorsätzlichen Tötung setzt das Vorliegen sowohl des objektiven als auch des subjektiven Tatbestands voraus.
“Au vu de ce qui précède, dans le doute, il y a lieu de retenir l’infraction de tentative de menaces, au lieu de menaces. 5. Appels de A.____ et E.____ concernant l’infraction de tentative de meurtre 5.1 A.____ conteste la qualification juridique retenue de tentative de meurtre. Il soutient qu'il n'a pas de propension à la violence, que l'arme n'a pas été achetée spécialement pour les faits litigieux mais à titre défensif, qu'il était venu avec son fils pour discuter, à deux, alors que la famille [...] était là au complet, qu'il n'a pas visé des zones du corps contenant des organes vitaux, que les projectiles se dispersaient, qu'il était à une certaine distance de ses victimes. Il fait encore valoir que ce n'est pas parce qu’il a proféré des menaces de mort et qu’il a tiré qu’il a eu l’intention de tuer, ou même qu’il acceptait une telle conséquence. Au sujet de l’arme, il relève qu’elle n’a pas de dangerosité létale intrinsèque. Il estime qu'il devrait être reconnu coupable de tentative de lésions corporelles graves. 5.2 Selon l'art. 111 CP, celui qui aura intentionnellement tué une personne sera puni d'une peine privative de liberté de cinq ans au moins, en tant que les conditions prévues aux articles 112 et suivants ne seront pas réalisées. Les éléments constitutifs de l’infraction sont au nombre de quatre, à savoir un comportement homicide, la mort d’un être humain autre que l’auteur, un rapport de causalité entre ces deux éléments et, sur le plan subjectif, l’intention (Dupuis et al. [éd.], op. cit., n. 3 ad art. 111 CP). Selon l'art. 12 al. 2 CP, agit intentionnellement quiconque commet un crime ou un délit avec conscience et volonté. L'auteur agit par dol éventuel lorsqu'il tient pour possible la réalisation de l'infraction et l'accepte pour le cas où celle-ci se produirait (art. 12 al. 2, 2e phrase, CP ; ATF 133 IV 9 consid. 4.1 ; ATF 131 IV 1 consid. 2.2 ; ATF 130 IV 58 consid. 8.2). L'auteur agit par dessein lorsqu'il prévoit les conséquences de son acte et cherche précisément à les produire ; pour admettre le dessein, il est nécessaire et suffisant d'établir que l'auteur a consciemment agi en vue de réaliser l'état de fait incriminé (Graven, L'infraction pénale punissable, 2e éd.”
Bleibt der Todeserfolg aus, ist vorrangig zu prüfen, ob Tatbestand und Tathandlungen den Tatbestand der versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 StGB erfüllen.
Versuch: Für die versuchte vorsätzliche Tötung nach Art. 111 genügt das subjektive Vorstellungsbild des Täters; auch Eventualvorsatz (dolus eventualis) ist ausreichend. Es ist nicht erforderlich, dass bereits eine konkrete Lebensgefahr eingetreten oder die verletzte Person tatsächlich verletzt worden ist, sofern die subjektive Bedingung der Tat erfüllt ist.
“Les cas de "parole contre parole", dans lesquels les déclarations de la victime en tant que principal élément à charge et les déclarations contradictoires de la personne accusée s'opposent, ne doivent pas nécessairement, sur la base du principe in dubio pro reo, conduire à un acquittement (ATF 137 IV 122 consid. 3.3). 2.1.2. Le juge du fait dispose d'un large pouvoir dans l'appréciation des preuves (ATF 120 Ia 31 consid. 4b). Confronté à des versions contradictoires, il forge sa conviction sur la base d'un ensemble d'éléments ou d'indices convergents. L'appréciation des preuves doit être examinée dans son ensemble et l'état de fait déduit du rapprochement de divers éléments ou indices. Un ou plusieurs arguments corroboratifs peuvent demeurer fragiles si la solution retenue peut être justifiée de façon soutenable par un ou plusieurs arguments de nature à emporter la conviction (arrêts du Tribunal fédéral 6B_623/2012 du 6 février 2013 consid. 2.1 ; 6B_642/2012 du 22 janvier 2013 consid. 1.1). Rien ne s'oppose à ce que le juge ne retienne qu'une partie des déclarations d'un témoin globalement crédible (ATF 120 Ia 31 consid. 3 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_637/2012 du 21 janvier 2013 consid. 5.4). 2.1.3. L'art. 111 CP réprime le comportement de quiconque tue intentionnellement une personne. Il y a tentative lorsque l'auteur a réalisé tous les éléments subjectifs de l'infraction et manifesté sa décision de la commettre, alors que les éléments objectifs font, en tout ou en partie, défaut (ATF 140 IV 150 consid. 3.4). Il y a donc tentative de meurtre, lorsque l'auteur, agissant intentionnellement, commence l'exécution de cette infraction, manifestant ainsi sa décision de la commettre, sans que le résultat ne se produise. L'équivalence des deux formes de dol – direct et éventuel – s'applique à la tentative de meurtre (ATF 122 IV 246 consid. 3a ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_1177/2018 du 9 janvier 2019 consid. 1.1.3). Il n'est ainsi pas nécessaire que l'auteur ait souhaité la mort de la victime, ni que la vie de celle-ci ait été concrètement mise en danger, ni même qu'elle ait été blessée pour qu'une tentative d'homicide soit retenue dans la mesure où la condition subjective de l'infraction est remplie (arrêt du Tribunal fédéral 6B_246/2012 du 10 juillet 2012 consid.”
“Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid das notwendige Theoreti- sche zum Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB angeführt (Urk. 97 S. 69 ff.). Der Beschuldigte hat den objektiven Tatbestand nicht vollends erfüllt, da der Geschädigte die ihm durch den Beschuldigten zugefügten Stichverletzungen überlebt hat. Hingegen wären die insgesamt zehn mit grosser Kraft gegen Kopf und Oberkörper des Geschädigten geführten Messerstiche ohne Weiteres geeignet gewesen, den Geschädigten zu töten und dieser wäre auch fraglos verstorben, wenn er nicht umgehend notfallärztlich behandelt worden wä- re.”
Trifft dieselbe Gefährdung sowohl auf eine (versuchte) vorsätzliche Tötung nach Art. 111 StGB als auch auf Gefährdungsdelikte zum Schutz des Lebens zu, hat die (versuchte) vorsätzliche Tötung Vorrang, sofern dasselbe Angriffsobjekt betroffen ist.
“111 StGB wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der nachfolgenden Artikel zutrifft. Geschütztes Rechtsgut ist das Leben eines Menschen, Angriffsobjekt ist ein anderer lebender Mensch. Als Tathandlung genügt jede Art der Verursachung des Todes eines lebenden Menschen, wobei der Täter beliebige Tatmittel einsetzen kann. Der Erfolg kann durch physische oder psychische Einwirkung auf das Opfer bewirkt werden. Auf Seiten des subjektiven Tatbestandes erforderlich ist der Vorsatz im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB, der sich einzig auf die Herbeiführung des Todes beziehen muss. Eventualvorsatz genügt gemäss der expliziten Regelung von Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB. Die (versuchte) vorsätzliche Tötung geht der Gefährdung des Lebens vor, wenn das gleiche Angriffsobjekt betroffen ist (Christian Schwarzenegger/ Jasmine Stössel, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 1 ff. vor Art. 111 StGB sowie N 4 ff. zu Art. 111 StGB, mit Hinweisen).”
“111 StGB wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der nachfolgenden Artikel zutrifft. Geschütztes Rechtsgut ist das Leben eines Menschen, Angriffsobjekt ist ein anderer lebender Mensch. Als Tathandlung genügt jede Art der Verursachung des Todes eines lebenden Menschen, wobei der Täter beliebige Tatmittel einsetzen kann. Der Erfolg kann durch physische oder psychische Einwirkung auf das Opfer bewirkt werden. Auf Seiten des subjektiven Tatbestandes erforderlich ist der Vorsatz im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB, der sich einzig auf die Herbeiführung des Todes beziehen muss. Eventualvorsatz genügt gemäss der expliziten Regelung von Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB. Die (versuchte) vorsätzliche Tötung geht der Gefährdung des Lebens vor, wenn das gleiche Angriffsobjekt betroffen ist (Christian Schwarzenegger/ Jasmine Stössel, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 1 ff. vor Art. 111 StGB sowie N 4 ff. zu Art. 111 StGB, mit Hinweisen).”
Bei der Prüfung der Entschuldbarkeit der Gemütsbewegung sprechen Umstände wie fortgesetztes Dominanz‑ oder Racheverhalten, ein eskalierendes oder geplantes Vorgehen sowie entwürdigendes Verhalten nach der Tat gegen die Annahme einer nach den Umständen entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung. Diese Gesichtspunkte können folglich gegen die Anwendung des privilegierten Totschlags (Art. 113) und für die Qualifikation als vorsätzliche Tötung nach Art. 111 StGB sprechen.
“Selbst unter Berücksichtigung dieses Hintergrundes ist die Gemütsbewegung, die den Beschuldigten dazu führte, die Geschädigte in den Würgegriff zu nehmen, je- doch nicht als entschuldbar zu bewerten, gilt es doch zu beachten, dass es dem Beschuldigten gelungen war, der Geschädigten das Handy wegzunehmen, ihr Vorhaben ihn zu filmen zu unterbinden und sie in Schranken zu weisen, indem er sie, als sie das Handy wieder zurückholen wollte, in den Armschlüssel nehmen konnte. Dass er danach derart "austickte" und sich in eine noch stärkere Wut hin- einsteigerte, dass er sie nach dem Armschlüssel auch noch in den Würgegriff nahm, entspricht nicht mehr der Gemütsbewegung einer Durchschnittsperson in einer vergleichbaren Situation. Dies spricht schon für sich allein gegen eine Beja- hung der Entschuldbarkeit der Gemütsbewegung im Zeitpunkt der Tötungshand- lung. Hinzukommt, dass auch das Verhalten des Beschuldigten nach dem Todes- - 42 - eintritt gegen ein Handeln aus blosser Kränkung und Wut spricht. Dass er kurz nach dem Todeseintritt die Würde der Verstorbenen auf grobe Weise missach- tete, deutet darauf hin, dass auch bei der unmittelbar vorausgehenden Tötung Dominanzstreben und Rache eine Rolle spielten, was ebenfalls gegen eine Ent- schuldbarkeit der Gemütsbewegung spricht. Damit kommt der privilegierte Tatbestand des Totschlags nicht zur Anwendung. Der Beschuldigte hat den Tatbestand der (eventual)vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in objektiver und in subjektiver Hinsicht erfüllt.”
“Tatbestandsmässigkeit 2.1.1.Vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB Der Beschuldigte hat den Tod der Geschädigten durch Druck mit seinem Arm ge- gen den Hals herbeigeführt. Er handelte eventualvorsätzlich. Damit ist der Tatbe- stand der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in objektiver und in subjektiver Hinsicht erfüllt. 2.1.2.Mord im Sinne von Art. 112 StGB Der qualifizierte Tatbestand des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB ist nicht an- geklagt. Es ergeben sich auch keine Anhaltspunkte aus den Akten für das Vorlie- gen qualifizierender Elemente. 2.1.3.Totschlag im Sinne von Art. 113 StGB Der privilegierte Tatbestand des Totschlags im Sinne von Art. 113 StGB ist erfüllt, wenn der Täter in einer nach den Umständen entschuldbaren heftigen Gemütsbe- wegung oder unter grosser seelischer Belastung handelt. Die Tatbestandsvaria- nte der grossen seelischen Belastung ist vorliegend nicht einschlägig. Zu prüfen ist, ob der Beschuldigte in einer entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung han- delte. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung bezieht sich die Entschuldbarkeit nicht auf die Tötung als solche, vielmehr auf die Gemütsbewegung und ist zu beachten, dass aufgrund des Strafmaximums von 10 Jahren auch Handlungen mit erhebli- chem Schuldgehalt unter den privilegierten Tatbestand fallen (BGE 108 IV 99 E.”
Art. 111 StGB kann neben anderen tatbestandlichen Anklagen festgestellt werden (vgl. Fallpraxis, z. B. Art. 111 cum 22). Bei kumulativer oder konkurrenter Verurteilung mit weiteren Delikten kann dies zu einer Erhöhung der Gesamtstrafe führen (in der Praxis wird auf die Konkurrenzregelung verwiesen, vgl. Art. 49; siehe dazu die zitierte Rechtsprechung).
“En particulier, la veste ______ et la paire de basket ______ figurant respectivement sous chiffres chiffre 1 de l'inventaire n° 28231620200911 et 5 de l'inventaire n° 31087820210601 seront confisquées et détruites, vu leur lien avec les faits. 8. Au vu du verdict condamnatoire, les frais de la procédure s'élevant à CHF 48'675.45, seront mis à la charge des prévenus à raison de 75% pour X______ (art. 426 al. 1 CPP). 9. Le défenseur d'office du prévenu recevra une indemnité conformément à la motivation figurant dans les décisions d'indemnisation en question (art. 135 al. 1 et art. 16 al. 1 et 2 du Règlement sur l'assistance juridique et l'indemnisation des conseils juridiques et défenseurs d'office en matière civile, administrative et pénale du 28 juillet 2010 [RAJ; RS E 2 05.04]). 10. Il en va de même du conseil juridique du plaignant B______, lequel se verra allouer une indemnité sur la base de l'art. 138 CPP. PAR CES MOTIFS, LE TRIBUNAL CORRECTIONNEL statuant contradictoirement : Déclare X______ coupable de tentative de meurtre (art. 111 CP cum 22 CP), d'agression (art. 134 CP), de tentative de vol (art. 139 ch. 1 CP cum 22 CP), d'infraction à la loi fédérale sur les armes (art. 33 al. 1 let. a cum 4 al. 1 let. c LArm), d'empêchement d'accomplir un acte officiel (art. 286 CP) et de contravention à la loi fédérale sur les stupéfiants (art. 19a ch. 1 LStup). Condamne X______ à une peine privative de liberté de 7 ans, sous déduction de 1023 jours de détention avant jugement, dont 393 jours en exécution anticipée de peine (art. 40 CP). Condamne X______ à une peine pécuniaire de 10 jours-amende (art. 34 CP). Fixe le montant du jour-amende à CHF 30.-. Condamne X______ à une amende de CHF 100.- (art. 106 CP). Prononce une peine privative de liberté de substitution d'un jour. Dit que la peine privative de liberté de substitution sera mise à exécution si, de manière fautive, l'amende n'est pas payée. Renonce à ordonner l'expulsion de Suisse de X______ (art. 66a al. 2 CP). Déclare Y______ coupable de rixe (art. 133 CP), d'infraction à la loi fédérale sur les armes (art.”
“En outre, à son arrivée sur place, la police n'a trouvé que quelques personnes, et ce sont davantage les dépositions qu'elle a ensuite recueillies auprès d'elles qui évoquent la constitution d'un attroupement, mais non d'une bagarre, par suite des faits eux-mêmes. On chercherait en vain dans ces constatations et témoignages l'indice que le vol et l'agression auraient mis aux prises d'autres personnes que le recourant, son comparse et leur victime. Par ailleurs, sous l'angle des charges pesant sur le recourant, il importe peu de savoir quel sort judiciaire sera réservé au comparse présumé. 3. Pour le surplus, le recourant ne conteste aucun des risques qui appuient son maintien en détention. À juste titre. Il présente un risque de fuite patent (art. 221 al. 1 let. a CPP), puisqu'il n'a aucun lien autre que délictueux avec le territoire helvétique. Les mesures de substitution qu'il propose ne se rapportent pas à ce risque. 4. Sous l'angle du principe de la proportionnalité (art. 197 al. 1 et 212 al. 3 CPP), le grief fondé sur la durée de la détention, compte tenu de la détention extraditionnelle, est infondé. La tentative de meurtre est passible d'une peine privative de liberté de cinq ans au minimum (art. 111 CP) et entre en concours avec le vol ou le brigandage, ce qui pourrait conduire à une aggravation de la peine (art. 49 CP), si le recourant était reconnu coupable de toutes ces préventions (auxquelles s'ajouterait encore l'entrée illégale sur le territoire, qui ne semble pas contestée). 5. Le recourant plaide au bénéfice d'une défense d'office. 5.1. Selon la jurisprudence, le mandat de défense d'office conféré à l'avocat du prévenu pour la procédure principale ne s'étend pas aux procédures de recours contre les décisions prises par la direction de la procédure en matière de détention avant jugement, dans la mesure où l'exigence des chances de succès de telles démarches peut être opposée au détenu dans ce cadre, même si cette question ne peut être examinée qu'avec une certaine retenue. La désignation d'un conseil d'office pour la procédure pénale principale n'est pas un blanc-seing pour introduire des recours aux frais de l'État, notamment contre des décisions de détention provisoire (arrêt du Tribunal fédéral 1B_516/2020 précité consid.”
Bei einer Anstiftung im Zusammenhang mit Art. 111 StGB (Art. 24 StGB) muss der Tatentschluss des Ausführenden auf dem motivierenden Verhalten des Anstifters beruhen; dies ist Gegenstand der rechtlichen Würdigung.
“Insgesamt bestehen daher keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte das von ihm in der Garage aufbewahrte und am 12. April 2019 von der Polizei si- chergestellte Kokain, nicht zuletzt auch aufgrund der Menge von 29,7 Gramm und - 34 - dessen Wert und Verpackung in einem einzigen Knistersack nicht zum Eigenkon- sum besass, zumal er laut seinen eigenen Aussagen im Frühjahr 2019 gar kein solches mehr konsumierte. Wäre dieses Kokain zum Eigenkonsum bestimmt ge- wesen, liesse sich dies auch nicht damit in Einklang bringen, dass der Beschul- digte geltend machte, diese Drogen seien ihm untergeschoben worden. Der An- klagesachverhalt (Urk. 27 S. 5, Ziff. 1.) erweist sich somit in Übereinstimmung mit der vorinstanzlichen Beweiswürdigung (Urk. 97 S. 32–36) als vollumfänglich er- stellt. Zur Frage der qualifizierten Tatbegehung wird nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung noch näher einzugehen sein. IV. Rechtliche Würdigung 1. Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten als mehrfach versuchte Anstiftung zu mehrfacher Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 2 StGB und als Verbrechen gegen das Betäu- bungsmittelgesetzes im Sinne von dessen Art. 19 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 BetmG (Urk. 27 S. 8). Die Vorderrichter haben den Beschuldigten in diesem Sinne schuldig gesprochen (Urk. 97 S. 82). Der Beschuldigte liess mit seiner Berufungserklärung einen Freispruch von beiden Tatvorwürfen beantragen (Urk. 107 S. 2 f.). Die Staatsanwaltschaft beschränkte ihre Anschlussberufung auf die Strafzumessung und die Dauer der Landesverweisung (Urk. 113 S. 1). 2. Gemäss Art. 24 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer jemanden vorsätzlich zum von ihm verübten Verbrechen oder Vergehen bestimmt hat, und zwar nach der Strafandrohung, welche auf den Täter Anwendung findet. Wer jemanden zu ei- nem Verbrechen zu bestimmen versucht, wird wegen Versuchs dieses Verbre- chens bestraft (Art. 24 Abs. 2 StGB). 2.1. Der Tatentschluss des Täters muss auf das motivierende Verhalten des Anstifters zurückzuführen sein. Nicht erforderlich ist, dass beim Anzustiftenden Widerstände überwunden werden müssen.”
Die aufgrund einer drohenden Verurteilung wegen Tötung zu erwartende anschliessende Ausweisung kann ein erhebliches Fluchtmotiv begründen und ist bei der Beurteilung von Haft- und Fluchtgefahr zu berücksichtigen.
“Au moment de l'accident, il logeait chez sa sœur depuis environ trois mois et avait deux "petits" emplois non déclarés. Par le passé, il est venu en Suisse comme saisonnier dans l'agriculture, à raison de neuf mois par année, retournant entre-temps en Pologne. Durant l'épidémie de Covid-19, il a passé selon ses dires deux ans en Pologne et y a travaillé en usine. Son père y vit encore. Sa sœur a indiqué que c'était leur père qui avait exigé que son frère revienne en Suisse pour trouver un emploi plus rémunérateur, ce qu'il a fait en se rendant dans le canton de Neuchâtel où il s'est occupé de chevaux et a obtenu un permis B en août 2022. Dans ces circonstances, quand bien même le recourant est titulaire d'un permis de séjour valable jusqu' au 9 août 2027, que sa sœur est disposée à l'héberger à nouveau à sa sortie de prison, et qu'il dit regretter les conséquences de son comportement, le risque de fuite est patent, considérant la peine et l'expulsion obligatoire (art. 66a CP) auxquelles il s'expose en cas de condamnation pour meurtre (art. 111 CP), ce qui ne saurait être exclu à ce stade de l'instruction. Le recourant ayant manifestement conservé de fortes attaches en Pologne, il y a lieu de craindre qu'il y retourne et ne se présente pas pour les futurs actes d'instruction, ainsi qu'à l'audience de jugement, ce d'autant que la Pologne n'extrade pas ses ressortissants. Dans ces conditions, peu importe que le recourant considère qu'il serait à son désavantage d'exécuter sa peine dans son pays d'origine plutôt qu'en Suisse. Aucune des mesures de substitution, au sens de l'art. 237 al. 1 CPP, n'est à même de pallier cet important risque de fuite, tels le dépôt des documents d'identité polonais du recourant, une interdiction de quitter la Suisse, une obligation de résidence chez sa sœur et une obligation de se présenter régulièrement à un poste de police, puisque dites mesures ne seraient pas aptes à empêcher sa fuite par voie terrestre, mais permettraient seulement de la constater a posteriori. 4. Le recourant conteste un risque de réitération.”
Nach der Rechtsprechung besteht zwischen einer versuchten vorsätzlichen Tötung und der durch dieselbe Handlung verursachten (einfachen oder schweren) Körperverletzung unechte Konkurrenz; beide Tatbestände sind im Einzelfall getrennt zu prüfen.
“Objektiver Tatbestand Nachdem der Privatkläger den Angriff schwer verletzt überlebte, der tatbe-2.1. standsmässige Erfolg der Tötungsdelikte gemäss Art. 111 StGB mithin ausblieb, kommt von vornherein nur eine versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB in Betracht, was nachfolgend zu prüfen ist. Auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz betreffend den objektiven Tatbestand kann zur Vermeidung von Wiederholungen vorab voll- umfänglich verwiesen werden (Urk. 82 S. 19; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die dem Be- schuldigten zur Last gelegten Verletzungen des Privatklägers erfüllen sodann den objektiven Tatbestand der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes besteht zwischen einer versuchten vorsätzlichen Tötung und der damit einhergehenden, durch dieselbe Handlung verursachten (einfachen oder schweren) Körperverletzung unechte Konkurrenz (M ATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl . 2019, S. 50 Rz. 123 mit Verweis auf BGE 137 IV 113). Der Vorinstanz ist insbesondere darin beizupflichten, dass der Privatkläger”
Konkrete Umstände können bereits den Anfang der Ausführung und damit einen Versuch der vorsätzlichen Tötung nach Art. 111 StGB begründen. Als Beispiele, die die Rechtsprechung als geeignet ansieht, gelten u. a. das Aufrichten bzw. Anlegen einer schussbereiten Waffe, Messerstiche in den Oberkörper bzw. Bauch, wiederholte Tritte gegen eine wehrlose am Boden liegende Person sowie das Abgeben von Schüssen in Richtung von Personen bzw. Menschenansammlungen. Ob im Einzelfall der Versuch vorliegt, richtet sich nach der Gesamtwürdigung und der konkreten Gefährlichkeit der Handlung.
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (Art. 22 Abs. 1 StGB; BGE 140 IV 150 E. 3.4; 137 IV 113 E. 1.4.2; je mit Hinweisen). Den Tatbestand der Gefährdung des Lebens erfüllt, wer einen Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt (Art. 129 StGB). In objektiver Hinsicht ist eine konkrete, unmittelbare Lebensgefahr erforderlich. Eine solche liegt vor, wenn sich aus dem Verhalten des Täters nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit der Todesfolge ergibt (BGE 133 IV 1 E. 5.1). Im Zusammenhang mit Schusswaffen bejaht die Rechtsprechung eine unmittelbare Lebensgefahr etwa bei der Bedrohung eines Menschen mit einer geladenen und entsicherten Pistole aus kürzester Distanz. Richtet der Täter eine schussbereite Waffe auf einen Menschen, kann sich auch ohne weitere zielgerichtete Handlungen desselben - etwa zufolge Aufregung, unvorhergesehener Reaktion des Opfers, Intervention Dritter oder Defekts der Waffe - jederzeit ungewollt ein Schuss lösen.”
“Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten in rechtlicher Hinsicht als versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. Sie verweist auf die Bundesgerichtsrechtsprechung, wonach Messerstiche in den Oberkörper, u.a. in den Bauch, regelmässig als versuchte Tötung qualifiziert werden, da insbesondere bei einem unkontrollierten Messer- stich in den Bauch in einer dynamischen und aggressiven Auseinandersetzung generell ein hohes Risiko einer tödlichen Verletzung schafft (Urk. 69 S. 33; BGer 6B_991/2015 und 6B_998/2015 vom 24. Mai 2016, E. 3.4; 6B_927/2019 vom 20. November 2019, E. 3.2). Gemäss Gutachten der körperlichen Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM) vom 15. März 2019 sei der Stich durch die Bauchhaut, die Bauchmuskeln, das Bauchfell bis in die Leber verlaufen und habe die Leber verletzt. Es sei im Rahmen der Spitalbehand- lung zwar nicht zu Zeichen eines kreislaufrelevanten Blutverlustes gekommen und es habe keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer konkreten Lebensgefahr ge- geben. Allerdings sei die Eindringtiefe eines scharfen Gegenstandes, sobald der Hautwiderstand einmal überwunden sei, von einem Angreifer kaum vorherseh- und/oder steuerbar, insbesondere in einem dynamischen Geschehen, in welchem nicht abschätzbar sei, wo genau ein Stich auftreffen werde.”
“cm klaffende und bis zur Bauchmuskulatur vorgedrungene Hautdurchtrennung bzw. Stichverletzung erlitt. Als der Privatkläger 1 am Boden lag, trat der Beschuldigte mit den Füssen mehrfach gegen dessen Kopf, Rücken und Bauch, worauf der Privatkläger 1 kurzzeitig das Bewusstsein verlor. Neben der Stichverletzung erlitt der Privatkläger dadurch unter anderem eine Kopfkontusion und ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma. Aufgrund seiner Stichverletzung musste er sich eine Notoperation unterziehen und war fünf Tage hospitalisiert, befand sich allerdings zu keinem Zeitpunkt in akuter Lebensgefahr. Der zur Erfüllung des objektiven Tatbestandes von Art. 111 StGB erforderliche Tod eines Menschen ist glücklicherweise ausgeblieben. Zu prüfen bleibt, ob sich der Beschuldigte der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gemacht hat. Diesbezüglich ist in sachverhaltsmässiger Hinsicht erstellt, dass der Beschuldigte in der Wohnung den Schnitzer behändigte, damit die Wohnung verliess, mit dem Schnitzer in der Hand direkt auf den Privatkläger 1 zurannte und versuchte, ihn mit Stichbewegungen zu treffen, was ihm nach mehreren Abwehrversuchen des Privatklägers 1 auch gelang. Der Privatkläger 1 blieb dabei passiv und beschränkte sich auf Abwehrhandlungen, obwohl der Beschuldigte wollte, dass er sich wehrte und ihn auch mehrmals lautstark dazu aufforderte. Selbst als der Privatkläger 1 aufgrund des Messerstichs zu Boden ging und wehrlos und schwer verletzt am Boden lag, hörte der Beschuldigte nicht auf und trat mehrmals mit den Füssen gegen dessen Kopf, Rücken und Bauch. Erst nachdem ihn die neben ihm stehenden Frauen mehrmals laut dazu aufgefordert hatten aufzuhören, liess der Beschuldigte schliesslich vom Privatkläger 1 ab.”
“Die Eindringtiefe werde auf ca. 15 cm beziffert. Im Verlauf seien ein grosser Nerv sowie mehrere Blutgefässe und die Muskulatur durch- trennt worden (Urk. 9/3 S. 1). Die Nervendurchtrennung habe konsekutiv zu der klinisch diagnostizierten Lähmung der linken Hand und der Finger geführt (Urk. 9/4 S. 5). Zwar erlitt der Privatkläger durch die Tathandlungen des Beschuldigten keine lebensgefährlichen Verletzungen, dennoch waren diese grundsätzlich ge- eignet, den Tod des Privatklägers zu bewirken, da Stiche/Schnitte mit einem spit- zen oder scharfen Gegenstand gegen den Ober- und/oder Unterarm aufgrund der engen räumlichen Beziehung zu lebenswichtigen Strukturen (grössere Blutadern) zu schwerwiegenden bzw. tödlichen Verletzungen oder Komplikationen führen können. Gemäss Gutachten des IRM hätte im vorliegenden Fall die Eröffnung ei- nes grösseren arteriellen Blutgefässes mit Blutverlust durchaus zu einem todes- ursächlichen Verbluten führen können (Urk. 9/4 S. 5). Damit ist der objektive Tat- bestand von Art. 111 StGB – bis auf den ausgebliebenen Erfolg – erfüllt. Obwohl der Taterfolg vorliegend nicht eingetreten ist, stellt sich die Frage, ob der Be- schuldigte diesen Erfolg in subjektiver Hinsicht zumindest in Kauf genommen hat.”
“PS/26/2023 ACPR/242/2023 du 04.04.2023 ( RECUSE ) , REJETE Descripteurs : RÉCUSATION;CUMUL(QUANTITÉ) Normes : CPP.59; CPP.58; CPP.101.al1 république et canton de Genève POUVOIR JUDICIAIRE PS/26/2023 ACPR/242/2023 COUR DE JUSTICE Chambre pénale de recours Arrêt du mardi 4 avril 2023 Entre A______, actuellement détenu à la prison de B______, comparant par Me Yaël HAYAT, avocate, Hayat & Meier, place du Bourg-de-Four 24, case postale 3504, 1211 Genève 3, requérant, et C______, Procureure, p.a. Ministère public, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, citée. EN FAIT : A. Par acte expédié le 21 février 2022 au Ministère public, qui l'a transmis à la Chambre de céans, A______ sollicite la récusation de la Procureure C______, en charge de l'instruction de la procédure P/1______/2022. B. Les faits pertinents suivants ressortent du dossier : a. A______ est prévenu, dans la procédure susvisée, de tentative de meurtre (art. 111 CP cum 22 CP), mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP) et pour infraction à l'art. 33 al. 1 let. a LArm, pour avoir, à Genève, le 22 mai 2022, aux environs de 00h20, dans l'Établissement "D______", sis rue 2______ no. ______, à l'occasion d'une altercation survenue entre deux bandes de motards, soit la bande "E______", d'une part, dont il est membre, et la bande "F______", d'autre part, tenté de tuer un ou plusieurs individus membres de la bande des "F______", en tirant un ou plusieurs coups de feu dans sa/leur direction. Ce faisant, il aurait également, sans scrupule, mis en danger de mort imminent les personnes qui se trouvaient alors dans l'établissement, étant à cet égard précisé que la ou les balles tirées auraient pu atteindre d'autres personnes que celles initialement visées, notamment en raison d'une balle perdue ou du risque de rebondissement des balles. Il aurait en outre porté et utilisé ce soir-là un pistolet G______/3______ [marque, modèle], qu'il détenait sans droit depuis son acquisition à une date indéterminée, en 2014 ou 2015.”
Kumulierung: In der Praxis können neben Art. 111 StGB weitere Delikte daneben geprüft und verhängt werden; in der angeführten Entscheidung wurden Art. 111 StGB und Art. 262 StGB (Störung des Totenfriedens) kumulativ festgestellt. Verwahrung: Im genannten Einzelfall wurde trotz schwerer Gewaltanwendung und sexueller Misshandlung der Leiche von einer Anordnung der Verwahrung abgesehen.
“in Zürich im Rahmen ei- nes verbalen Streites in den Würgegriff genommen und durch diesen Angriff ge- gen den Hals des Opfers dessen durch Sauerstoffmangel bedingten Hirntod her- beigeführt. Dabei habe er gewusst, dass er das Opfer durch die massive Gewalt gegen den Hals töten werde. Eventualiter wird ihm vorgeworfen, er habe gewusst, dass er das Opfer durch den Angriff in extrem grosse Lebensgefahr bringe, ihm schwerste, lebensbedrohliche Verletzungen zufüge oder zufügen könne und habe den Todeseintritt in Kauf genommen. Nach der Tötung des Opfers habe der Be- schuldigte die Leiche ganz (ev. bis auf den Slip) ausgezogen, mit einem Schwamm vom Urin gereinigt, die Leiche auf sein Bett gezogen und überall, auch im Anal- und Vaginalbereich, angefasst und vaginal bis zum Samenerguss pene- triert, habe die Leiche gereinigt, ihr einen Slip angezogen, vor dem Bett auf den Boden gelegt, in die linke Hand den Griff eines Springseils gelegt und das Spring- seil über den Leichnam gelegt. - 17 - Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 11. Mai 2022 wurde der Beschuldigte der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB sowie der Stö- rung des Totenfriedens im Sinne von Art. 262 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 13 ½ Jahren bestraft. Von der Anordnung einer Verwahrung wurde abgesehen. Es wurde über die Verwendung beschlagnahmter Gegenstände und Asservate entschieden. Ferner wurde über die Zivilforderungen der Privatklägerinnen befunden. Vorstehend (E I. 1.) wurde bereits erwähnt, dass alle Parteien gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 11. Mai 2022 Berufung erhoben haben. Am 1. September 2023 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit des Beschuldigten, seiner Verteidigerin, des Staatsanwaltes und des Rechtsver- treters der Privatklägerinnen statt (Prot. S. 24 ff.). Im Anschluss an die Berufungsverhandlung fasste das Gericht gleichentags den Beschluss, ein Ergänzungsgutachten betreffend den Beschuldigten bei Prof. Dr. med. L._____ einzuholen (Prot. S. 59, Urk. 373). Das Ergänzungsgutachten wurde am 15. Januar 2024 erstattet (Urk. 409).”
“in Zürich im Rahmen ei- nes verbalen Streites in den Würgegriff genommen und durch diesen Angriff ge- gen den Hals des Opfers dessen durch Sauerstoffmangel bedingten Hirntod her- beigeführt. Dabei habe er gewusst, dass er das Opfer durch die massive Gewalt gegen den Hals töten werde. Eventualiter wird ihm vorgeworfen, er habe gewusst, dass er das Opfer durch den Angriff in extrem grosse Lebensgefahr bringe, ihm schwerste, lebensbedrohliche Verletzungen zufüge oder zufügen könne und habe den Todeseintritt in Kauf genommen. Nach der Tötung des Opfers habe der Be- schuldigte die Leiche ganz (ev. bis auf den Slip) ausgezogen, mit einem Schwamm vom Urin gereinigt, die Leiche auf sein Bett gezogen und überall, auch im Anal- und Vaginalbereich, angefasst und vaginal bis zum Samenerguss pene- triert, habe die Leiche gereinigt, ihr einen Slip angezogen, vor dem Bett auf den Boden gelegt, in die linke Hand den Griff eines Springseils gelegt und das Spring- seil über den Leichnam gelegt. - 17 - Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 11. Mai 2022 wurde der Beschuldigte der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB sowie der Stö- rung des Totenfriedens im Sinne von Art. 262 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 13 ½ Jahren bestraft. Von der Anordnung einer Verwahrung wurde abgesehen. Es wurde über die Verwendung beschlagnahmter Gegenstände und Asservate entschieden. Ferner wurde über die Zivilforderungen der Privatklägerinnen befunden. Vorstehend (E I. 1.) wurde bereits erwähnt, dass alle Parteien gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 11. Mai 2022 Berufung erhoben haben. Am 1. September 2023 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit des Beschuldigten, seiner Verteidigerin, des Staatsanwaltes und des Rechtsver- treters der Privatklägerinnen statt (Prot. S. 24 ff.). Im Anschluss an die Berufungsverhandlung fasste das Gericht gleichentags den Beschluss, ein Ergänzungsgutachten betreffend den Beschuldigten bei Prof. Dr. med. L._____ einzuholen (Prot. S. 59, Urk. 373). Das Ergänzungsgutachten wurde am 15. Januar 2024 erstattet (Urk. 409).”
Liegt eine schwere und überdauernde psychische Störung vor und nennt das Gutachten zahlreiche Risikofaktoren, kann die Vorinstanz eine ungünstige Prognose für einen gleichartigen qualifizierten Rückfall – namentlich eine unmittelbare und ernsthafte Gefahr einer massiven Verletzung oder Tötung – bejahen. Die zitierte Entscheidung hält unter solchen Umständen eine entsprechende negative Prognose im Hinblick auf ein schweres Gewaltverbrechen für vertretbar.
“Soweit er sich überhaupt mit den Erwägungen im angefochtenen Entscheid zur Risikoeinschätzung befasst und nicht einfach früher erwähnte Argumente wiederholt, legt er keine Willkür dar, wenn er vorbringt, die unbestrittenen Auffälligkeiten respektive Hinweise auf eine Krankheit würden nicht zwangsläufig auf eine Gefährlichkeit "verweisen" und ohne Diagnose und ohne frühere Gewaltexzesse könne ein Rückfallrisiko nicht begründet werden. Die Vorinstanz legt jedenfalls nachvollziehbar dar, der Beschwerdeführer habe eine schwere und überdauernde psychische Störung, welche im Zusammenhang damit stehe, dass er aus völlig nichtigem Anlass auf seinen Bruder eingestochen und diesen dabei nicht unerheblich verletzt habe. Von der Gutachterin würden zahlreiche Risikofaktoren für das Vorliegen einer Rückfallgefahr im Hinblick auf erneute Gewaltdelikte genannt, weshalb von einer negativen Prognose für einen entsprechenden qualifizierten Rückfall, d.h. einer unmittelbaren und ernsthaften Gefahr einer massiven Verletzung oder Tötung - namentlich seines Bruders - auszugehen sei. Die Vorinstanz verletzt nicht Bundesrecht, wenn sie unter diesen Umständen eine ungünstige Prognose für ein gleichartiges, schweres Verbrechen bejaht, zumal die schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren und die vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft wird. Gestützt auf das Vorabgutachten der medizinischen Expertin ist eine genügend hohe Eintretenswahrscheinlichkeit für ein schweres Gewaltverbrechen anzunehmen; etwas anderes macht der Beschwerdeführer auch nicht näher geltend.”
Die mit Art. 111 StGB verbundene Mindeststrafe von fünf Jahren kann einen erheblichen Fluchtanreiz begründen. Liegen enge Bindungen primär im Ausland vor, ist die Prüfung von Untersuchungshaft besonders zu erwägen, da die zu erwartende empfindliche Strafe das Fluchtrisiko verstärken kann.
“Art. 111 StGB droht für vorsätzliche Tötung eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren an. Die Beschwerdeführerin muss somit mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Entsprechend besteht ein erheblicher Fluchtanreiz. Die Beschwerdeführerin ist 28 Jahre alt und deutsche Staatsangehörige. Sie wuchs in ihrem Heimatland auf und kam 2015 in die Schweiz. Sie folgte ihrem Vater und ihrer Mutter, die bereits früher in die Schweiz gezogen waren. Vorher lebte sie alleine in Deutschland. Dass ihr dies Schwierigkeiten bereitet hätte, macht sie nicht geltend. Zwar hat sie zu den Eltern, vor allem zur mitbeschuldigten Mutter, der die Staatsanwaltschaft Gehilfenschaft zu vorsätzlicher Tötung vorwirft, ein nahes Verhältnis; ebenso zum Bruder, der auch in der Schweiz wohnt. Ihr übriges Beziehungsumfeld besteht jedoch ausschliesslich aus Personen in Deutschland (staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 11. August 2020, Antwort auf Frage 120). Freunde in der Schweiz hat sie nicht. Ebenso wenig gehört sie hier einem Verein an.”
“2 CPP (Moreillon/Parein-Reymond, Petit commentaire, Code de procédure pénale, 2e éd., Bâle 2016, n. 12 ad art. 237 CPP) – sont un succédané à la détention provisoire, le tribunal doit les prononcer à la place de la détention provisoire ou pour des motifs de sûreté si elles permettent d'empêcher la concrétisation du risque (ATF 142 IV 367 consid. 2.1, SJ 2017 I 233 ; ATF 133 I 270 consid. 2.2 ; Coquoz, Commentaire romand, Code de procédure pénale suisse, 2e éd., Bâle 2019, n. 2 ad art. 237 CPP). 5.3 En l'espèce, il n'existe aucune mesure de substitution efficace pour parer au risque de collusion retenu. En effet, une interdiction de périmètre ou de contact ne permettrait pas d'éviter une interférence du prévenu dans l'enquête, dès lors que l'autorité ne serait avisée que par la suite du comportement interdit. 6. La prolongation de la détention provisoire du recourant a été prononcée jusqu’au 8 février 2022. A cette date, elle aura duré cinq mois. Compte tenu de la gravité des infractions reprochées, dont le meurtre (art. 111 CP) et l'omission de prêter secours (art. 128 CP) – la première infraction étant à elle seule punissable d’une peine privative de liberté de cinq ans au moins –, et du délai nécessaire à la mise en œuvre des opérations d'enquête restantes, le principe de proportionnalité (art. 212 al. 3 CPP) est encore largement respecté. 7. Il résulte de ce qui précède que le recours, manifestement mal fondé, doit être rejeté sans échange d'écritures (art. 390 al. 2 CPP) et l'ordonnance entreprise confirmée. Les frais de la procédure de recours, constitués en l'espèce de l'émolument d'arrêt, par 1'320 fr. (art. 20 al. 1 TFIP [tarif des frais de procédure et indemnités en matière pénale du 28 septembre 2010 ; BLV 312.03.1]), et des frais imputables à la défense d'office, fixés à 540 fr. (trois heures d'activité nécessaire d’avocat au tarif horaire de 180 fr. (art. 2 al. 1 let. a et 3 al. 2 RAJ [règlement sur l'assistance judiciaire en matière civile du 7 décembre 2010 ; BLV 211.02.3] par renvoi de l'art. 26b TFIP), auxquels s'ajoutent 2 % pour les débours (art.”
Bei der Bestimmung der Einsatzstrafe ist nach Art. 111 StGB so vorzugehen, als wäre die Tötung vollendet worden. Bei versuchter vorsätzlicher Tötung wird die Strafe regelmässig gemildert; in den zitierten Entscheidungen erfolgte die Milderung in einem Fall um zwei Jahre.
“Wie von der Vorinstanz korrekt dargelegt, ist für die vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB von einem Strafrahmen von 5 bis 20 Jahren Freiheits- strafe auszugehen und die hypothetische Einsatzstrafe so festzulegen, als wäre die Tötung vollendet worden (Urk. 313 S. 99 und 101).”
“Herabzusetzen ist die Strafe sodann, weil der Taterfolg nicht eingetreten ist (Strafmilderung zufolge Versuchs, Art. 22 Abs. 1 StGB). Einerseits wurde das Opfer durch die Tat schwer verletzt und erlitt eine sich daraus ergebende Lungenentzündung nach Schädel-Hirn-Trauma (sog. Aspirationspneumonie; vgl. IRM-Gutachten, Akten S. 835). Andererseits hat das Opfer das Spital entgegen dem Rat seiner Ärzte vorzeitig verlassen, was auf eine gewisse Besserung zurückschliessen lässt. Allerdings hat der Psychiater des Opfers seit der Kopfverletzung Gedächtnisschwierigkeiten und eine vermehrte Angst festgestellt, die Wohnung zu verlassen (Bericht, Akten S. 860). Da die vergleichsweise günstigen Folgen seines gefährlichen Tuns nicht vom Handeln des Berufungsklägers abhängen, darf sich das Ausbleiben des Todes und grober Langzeitschäden nicht allzu stark zu seinen Gunsten auswirken. Gemessen an den denkbaren Fällen vorsätzlicher und eventualvorsätzlicher Tötungen bewegt sich die vorliegende Handlung im mittleren Bereich. Das Gesetz sieht für vorsätzliche Tötung gemäss Art. 111 StGB Freiheitsstrafe von fünf bis zwanzig Jahren vor. Für eine in dieser Art und Weise begangene vollendete Tötung ist eine Einsatzstrafe nicht unter 10 Jahren angemessen, welche zufolge Versuchs um 2 Jahre zu mildern ist. Die Einsatzstrafe für die versuchte Tötung beträgt daher 8 Jahre.”
Bei der Abgrenzung von Mittäterschaft und Gehilfenschaft ist zu berücksichtigen, dass der Mordtatbestand (Art. 111 StGB) auch strafzumessungsrelevante Wirkung entfaltet und mit einer besonders hohen Höchststrafe verbunden ist. Diese Tatsache ist bei der Auslegung des Tatbestands und insbesondere bei heiklen Grenzfällen zwischen Mittäterschaft und Gehilfenschaft mit zu berücksichtigen. Bei der Würdigung tatbezogener Vor‑ und Nachtatserklärungen ist dabei grössere Zurückhaltung geboten.
“Nicht anders verhielte es sich, wäre in tatsächlicher Hinsicht auf den von der Beschwerdeführerin vertretenen Zeitpunkt (oben E. 2) abzustellen. Die Tötung erfolgte durch F.F.________, nachdem er mit dem gefesselten Opfer an seinen Wohnort gefahren war, d.h. ohne Mitwirkung, Beteiligung oder Anwesenheit des Beschwerdegegners. Das Verhalten vor der Tat verdient Berücksichtigung, soweit es in direktem Zusammenhang mit der Tat steht, was ebenso grundsätzlich für das Verhalten nach der Tat gilt, wobei allerdings grössere Zurückhaltung geboten ist (TRECHSEL/GETH, a.a.O., N. 23 f. zu Art. 112 StGB). Die für eine Mordqualifikation konstitutiven Elemente sind jene der Tat selber, während Vorleben und Verhalten nach der Tat nur heranzuziehen sind, soweit sie tatbezogen sind und ein Bild der Täterpersönlichkeit geben (BGE 127 IV 10 E. 1a; 141 IV 61 E. 4.1). Insoweit der Mordtatbestand (auch) eine Strafzumessungsregel darstellt (vgl. SCHWARZENEGGER/STÖSSEL, in: Basler Kommentar, a.a.O., N. 69 Vor Art. 111 StGB), muss diese Tatsache im Blick auf die angedrohte Höchststrafe im Sinne der Auslegung des Tatbestands nach dem Strafmass bei der in Grenzfällen heiklen normativen Abgrenzung von Mittäterschaft und Gehilfenschaft mitberücksichtigt werden.”
“Indem die Beschwerdeführerin geltend macht, die Vorinstanz hätte das Deponieren des Telefons stärker und das Mitziehen des Anhängers als wesentlichen Tatbeitrag gewichten und unter Berücksichtigung des Nachtatverhaltens eine "Herrschaft über den Tatablauf" der Beschwerdegegnerin und damit Mittäterschaft annehmen müssen, beruft sie sich auf die Tatherrschaftslehre. Das Verhalten vor der Tat verdient Berücksichtigung, soweit es in direktem Zusammenhang mit der Tat steht, was ebenso grundsätzlich für das Verhalten nach der Tat gilt, wobei allerdings grössere Zurückhaltung geboten ist (TRECHSEL/GETH, a.a.O., N. 23 f. zu Art. 112 StGB). Die für eine Mordqualifikation konstitutiven Elemente sind jene der Tat selber, während Vorleben und Verhalten nach der Tat nur heranzuziehen sind, soweit sie tatbezogen sind und ein Bild der Täterpersönlichkeit geben (BGE 127 IV 10 E. 1a; 141 IV 61 E. 4.1). Insoweit der Mordtatbestand (auch) eine Strafzumessungsregel darstellt (vgl. SCHWARZENEGGER/STÖSSEL, in: Basler Kommentar, a.a.O., N. 69 Vor Art. 111 StGB), muss diese Tatsache im Blick auf die angedrohte Höchststrafe im Sinne der Auslegung des Tatbestands nach dem Strafmass bei der in Grenzfällen heiklen normativen Abgrenzung von Mittäterschaft und Gehilfenschaft mitberücksichtigt werden.”
Abgrenzung zu Art. 129 StGB und zur bewussten Fahrlässigkeit: Für Art. 111 StGB ist erforderlich, dass der Täter den Tod in Kauf nimmt (Eventualvorsatz/Inkaufnahme). Blosses Bewusstsein einer Lebensgefahr oder das Schaffen einer unmittelbaren Todesgefahr genügt nicht automatisch; in solchen Fällen kommt Art. 129 StGB in Betracht, sofern der Täter die tödliche Folge nicht in Kauf genommen hat. Der dol éventuel allein wird in der Rechtsprechung nicht ohne Weiteres als Tötungsvorsatz gewertet.
“L'auteur doit avoir agi intentionnellement. Il doit avoir conscience du danger de mort imminent pour autrui et adopter volontairement un comportement qui le crée. En revanche, il ne veut pas, même à titre éventuel, la réalisation du risque, sans quoi il s'agirait d'une tentative d'homicide. Le dol éventuel ne suffit pas (ATF 107 IV 163 consid. 3 ; TF 6B_115/2023 précité consid. 1.1.1 ; TF 6B_859/2022 précité consid. 2.1 ; TF 6B_386/2022 précité consid. 2.1). Il conviendra ainsi d'appliquer l'art. 129 CP si l'auteur adopte volontairement un comportement qui crée un danger de mort imminent pour autrui, mais refuse, même à titre éventuel, l'issue fatale. Tel sera notamment le cas lorsque l'auteur peut compter que la réalisation du danger ne se produira pas en raison d'un comportement adéquat de sa part, d'une réaction appropriée de la victime ou de l'intervention d'un tiers (TF 6B_1326/2022 du 29 novembre 2023 consid. 2.1.1 et les réf. citées). 3.2.4 La tentative de meurtre (art. 22 al. 1 CP ad art. 111 CP) se distingue de la mise en danger de la vie d'autrui par le contenu de l'intention de l'auteur. Si l'auteur adopte volontairement un comportement qui crée un danger de mort imminent pour autrui, mais refuse, même à titre éventuel, la réalisation de ce risque, il conviendra d'appliquer l'art. 129 CP. L'acceptation de la réalisation du risque conduit, en revanche, à admettre un homicide intentionnel ou une tentative d'homicide intentionnel (ATF 107 IV 163 consid. 3 ; TF 6B_1117/2016 du 18 juillet 2017 ; TF 6B_876/2015 du 2 mai 2016 consid. 2.1, non publié in ATF 142 IV 245). 3.3 En l’espèce, il est reproché au prévenu deux actes distincts mais rapprochés dans le temps, à savoir, d’abord, d’avoir posé le couteau contre le cou de la plaignante et, ensuite, de le lui avoir planté dans le ventre, ces deux actes constituant, selon le Tribunal correctionnel, autant d’infractions séparées. Certes, la tentative (délibérée) de meurtre implique la mise en danger de la vie de la victime, précisément puisque l’auteur veut en réalité la supprimer ; c’est du reste un raisonnement du même ordre qui conduit à nier le concours d’infractions entre les lésions corporelles graves et la mise en danger de la vie d’autrui (ATF 91 IV 193, JdT 1966 IV 34).”
“In ihrer Berufung erhebt die Staatsanwaltschaft keine Einwände gegen die Sub- sumtion der Sexualstraftat. Wie vor Vorinstanz (Urk. 23 S. 5; Urk. 45 S. 6 f.) bean- - 23 - tragt sie aber eine Qualifikation der Gewalttat als versuchte Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. 85 S. 2; Urk. 123 S. 1). Demgegenüber verlangt die Verteidigung, dass der Beschuldigte nur wegen Ver- übung einer Tat in selbstverschuldeter Schuldunfähigkeit gemäss Art. 263 Abs. 2 StGB schuldig gesprochen wird. Im Eventualstandpunkt akzeptiert sie eine Verur- teilung wegen versuchter schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. In jedem Fall habe zudem ein Freispruch hinsichtlich des Sexualdelikts zu erfolgen (Urk. 126 S. 1). 2.1.Die Vorinstanz kommt hinsichtlich des gewaltsamen Übergriffs zum Schluss, dass der Beschuldigte lediglich mit Bezug auf den Tatbestand der schweren Körperverletzung (Art. 122 StGB), nicht aber auf denjenigen der vor- sätzlichen Tötung (Art. 111 StGB) eventualvorsätzlich gehandelt hat (vgl. Urk. 81 S. 51 ff.). Dieser sog. Eventualvorsatz liegt gemäss ständiger Rechtsprechung dann vor, wenn der Täter sich mit dem Eintritt der Tatbestandsverwirklichung ab- findet, mag sie ihm auch unerwünscht sein (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1; 137 IV 1 E. 4.2.3). Allerdings kann aus dem Wissen des Täters um die Möglichkeit der Tat- bestandsverwirklichung nicht unbesehen auf deren Inkaufnahme geschlossen werden. Sicheres Wissen um die unmittelbare Lebensgefahr, also um die Mög- lichkeit des Todes, ist nicht identisch mit sicherem Wissen um die Tatbestands- verwirklichung und kann sowohl mit (eventuellem) Tötungsvorsatz als auch mit bewusster Fahrlässigkeit bezüglich der Todesfolge einhergehen (BGE 133 IV 1 E. 4.1 m.w.H.). Entsprechend diesen Erwägungen hält das Bundesgericht in Be- zug auf die voluntative Vorsatzkomponente bei Tötungsdelikten fest, dass ein auf unmittelbare Lebensgefahr gerichteter Gefährdungsvorsatz zu unterscheiden ist von einem Eventualvorsatz auf Tötung.”
“Indessen hängt die rechtliche Würdigung im Weiteren davon ab, ob der Beschuldigte lediglich die Schaffung der soeben beschriebenen Lebensgefahr oder ob er darüber hinaus auch den Tod der Privatklägerin 4 in Kauf nahm. Im ersten Fall wäre der Tatbestand der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB in Betracht zu ziehen, im zweiten Fall käme dagegen – wie von der Anklage und der Vorinstanz vertreten – eine eventualvorsätzlich versuchte Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zum Tragen.”
Die Anklageschrift enthält die Umschreibung einer versuchten eventualvorsätzlichen Tötung nach Art. 111 StGB; die Staatsanwaltschaft hat vor der Vorinstanz auf die Stellung eines entsprechenden Antrags verzichtet.
“8 (Entschädigung amtliche Verteidigung), Ziff. 9 (einzig die Kostenfestsetzung betreffend die Entschädigung der amtlichen Ver- teidigung) und Ziff. 10 und 11 (Kostenauflage und Nachforderungsvorbehalt) an (Urk. 65 S. 4; Prot. II S. 5). Das vorinstanzliche Urteil ist demnach betreffend Dispositiv-Ziff. 5 (Herausgabe Mobiltelefon), Ziff. 6 (Abweisung Schadenersatz) und Ziff. 9 (Kostenfestsetzung, mit Ausnahme der Entschädigung der amtlichen Verteidigung) nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen, was es vorab mit Beschluss festzustellen gilt. In den übrigen Punkten steht das vorinstanzliche Urteil – unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbots bzw. des Verbots der reformatio in peius i.S.v. Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO – zur Disposition. 4.Anklagevorwurf der versuchten Tötung Die Vorinstanz wies zu Recht darauf hin, dass die Anklageschrift im subjektiven Teil auch die Umschreibung einer versuchten eventualvorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB enthält (Urk. 62 S. 5). Die Staatsanwaltschaft verzichtete vor Vorinstanz auf die Stellung eines entsprechenden Antrags (Prot. I S. 4 f.). Wie noch im Rahmen der”
Mehrere gezielte und kräftige Treffer, insbesondere gegen Kopf oder Brust, sowie wiederholte heftige Stiche oder Schläge können aus der Sicht der Rechtsprechung die Einsicht begründen, dass der Täter mit tödlichem Erfolg gerechnet oder ihn zumindest in Kauf genommen hat; solche Tatausführungen rechtfertigen folglich häufig die Annahme des vorsätzlichen Tötungsvorsatzes oder der versuchten vorsätzlichen Tötung nach Art. 111 StGB (vgl. die genannten Entscheidungen zur Beweiswürdigung und zur Eignung der Tatumittel).
“En tant que règle sur le fardeau de la preuve, la présomption d'innocence signifie, au stade du jugement, que ce fardeau incombe à l'accusation et que le doute doit profiter au prévenu. Comme règle d'appréciation des preuves, elle signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective (ATF 146 IV 88 consid. 1.3.1 ; 145 IV 154 consid. 1.1). 3.3. Le juge du fait dispose d'un large pouvoir dans l'appréciation des preuves (ATF 120 Ia 31 consid. 4b). Confronté à des versions contradictoires, il forge sa conviction sur la base d'un ensemble d'éléments ou d'indices convergents (arrêts du Tribunal fédéral 6B_623/2012 du 6 février 2013 consid. 2.1 et 6B_642/2012 du 22 janvier 2013 consid. 1.1). 3.4. L'art. 111 CP réprime le comportement de celui qui aura intentionnellement tué une personne, en tant que les conditions prévues aux articles 112 à 117 CP ne seront pas réalisées. Il y a tentative de meurtre (art. 22 cum 111 CP), lorsque l'auteur, agissant intentionnellement, commence l'exécution de cette infraction, manifestant ainsi sa décision de la commettre, sans que le résultat ne se produise (arrêts du Tribunal fédéral 6B_1142/2020 et 6B_1155/2020 consid. 3.1.2 et 6B_157/2017 du 25 octobre 2017 consid. 3.1). Celui qui porte un coup de couteau dans la région des épaules et du buste lors d'une altercation dynamique doit s'attendre à causer des blessures graves. L'issue fatale d'un coup de couteau porté dans la région thoracique doit être qualifiée d'élevée et est notoire (arrêt du Tribunal fédéral 6B_230/2012 du 18 septembre 2012). 3.5. L'art. 122 aCP, dans sa teneur jusqu'au 30 juin 2023, punit celui qui, intentionnellement, aura blessé une personne de façon à mettre sa vie en danger (al. 1), aura mutilé le corps d'une personne, un de ses membres ou un de ses organes importants ou causé à une personne une incapacité de travail, une infirmité ou une maladie mentale permanentes, aura défiguré une personne de façon grave et permanente (al.”
“Versuchte vorsätzliche Tötung Die Vorinstanz hat richtige Ausführungen zu den rechtlichen Grundlagen der ein- geklagten versuchten (eventual-)vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB gemacht (Urk. 97 S. 14-16 E. III.1.), darauf ist zu verweisen. Anschliessend hat sie mit ebenfalls zutreffender Begründung die objek- - 13 - tive und subjektive Tatbestandsmässigkeit im Sinne der zitierten Bestimmungen bejaht (a.a.O., S. 21-23 E. III.5.1.), auch darauf ist zu verweisen. Die nachfol- genden Erwägungen sind deshalb teilweise ergänzende und rekapitulierende. Zur objektiven Tatbestandsmässigkeit ist zu sagen, dass der Beschuldigte dem vor ihm flüchtenden Privatkläger 1 nachrannte, diesen, als er am Boden ausgerutscht war und dort lag, mit der linken Hand im Bereich des Nackens und der rechten Schulter packte, sich über ihn beugte und mit seinem spitzen Klappmesser "Europlast" (Gesamtlänge: ca. 19 cm; Klingenlänge samt Flaschenöffner: ca. 8 cm; effektive Messerklingenlänge: ca. 6 cm; vgl. Urk. D1/3/10 S. 65) mit drei schwung- vollen Messerstichen in den Rücken/Oberkörper auf ihn einstach, wodurch die eingeklagten Verletzungen entstanden, die gemäss Gutachten zur körperlichen Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin vom 6.”
“Mit den gewaltsam ausgeführten Schlägen verursachte sie insgesamt 19 einzelne Kopfverletzungen, darunter massive Schädelverletzungen wie Schädelbrüche an den Kopfseiten, dem Hinterkopf, Brüche der Schädelbasis und des Gesichtsschädels sowie grossflächige Blutungen unter die weiche Hirnhaut, eine kleine Quetschung am rechten Schläfenhirnlappen und eine kleine Einblutung im linken Scheitelhirnlappen. Weiter schlug die Beschuldigte mit dem Baseballschläger auch gegen den Rumpf und die Extremitäten des Opfers, was bei diesem zu Hautunterblutungen, Quetschungen des Unterhautfettgewebes sowie zum Bruch des rechten Mittelhandknochens führte. Anschliessend liess die Beschuldigte das Opfer tödlich verletzt in der Wohnung zurück. Dieses verstarb letztlich an einer Kombination aus Gasembolie, Fettembolie, Blutverlust und Hirnblutungen infolge der schweren stumpfen Gewalteinwirkungen gegen den Kopf. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, es bedürfe keiner besonderen Kenntnisse, um zu erkennen, dass mehrfache, gezielte und heftige Schläge mit einem Baseballschläger gegen den Kopf eines Menschen dessen Tod zur Folge haben (pag. 4851, S. 43 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung). Mit der Vorinstanz geht die Kammer folglich von einer wissentlichen und willentlichen Handlung der Beschuldigten aus. Die Beschuldigte tötete das Opfer mithin vorsätzlich, womit der Tatbestand von Art. 111 StGB zweifellos erfüllt ist. In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob eine besondere Skrupellosigkeit im Sinne von Art. 112 StGB gegeben ist. In Einklang mit der Vorinstanz (pag. 4851, S. 43 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung) ist zunächst festzuhalten, dass die Beziehung zwischen der Beschuldigten und dem Opfer insbesondere vor der Tat deutlich belastet war und die Beschuldigte – im Gegensatz zum Opfer – nach wie vor einen starken Kinderwunsch hegte. Obwohl diese Umstände mutmasslich zu einer grossen Verletztheit und zu Gefühlen von Zurückweisung bei der Beschuldigten geführt haben dürften, bleibt das konkrete Tatmotiv letztlich unklar. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend ausführte, kann die Mordqualifikation jedoch auch bei unklarem Motiv bejaht werden, wenn etwa die Tatausführung und das Nachtatverhalten eine besondere Skrupellosigkeit erkennen lassen (BGE 144 IV 345 E. 2.4.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_748/2016 vom 22. August 2016 E. 6.2.3). Somit ist nachfolgend auf die Art der Tatausführung und das Nachtatverhalten einzugehen.”
“Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid das notwendige Theoreti- sche zum Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB angeführt (Urk. 97 S. 69 ff.). Der Beschuldigte hat den objektiven Tatbestand nicht vollends erfüllt, da der Geschädigte die ihm durch den Beschuldigten zugefügten Stichverletzungen überlebt hat. Hingegen wären die insgesamt zehn mit grosser Kraft gegen Kopf und Oberkörper des Geschädigten geführten Messerstiche ohne Weiteres geeignet gewesen, den Geschädigten zu töten und dieser wäre auch fraglos verstorben, wenn er nicht umgehend notfallärztlich behandelt worden wä- re.”
Art. 111 StGB erfasst die vorsätzliche Tötung. Bei der Tatbestandsprüfung ist zunächst zu klären, ob die Voraussetzungen der vorsätzlichen Tötung nach Art. 111 StGB erfüllt sind. Erst danach kann gegebenenfalls geprüft werden, ob eine qualifizierende Einordnung (z. B. Mord nach Art. 112 StGB) vorliegt.
“Theoretische Ausführungen Für die theoretischen Ausführungen zum Grundtatbestand der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB) und zum Tatbestand des Mordes (Art. 112 StGB) kann vorab auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 4849 ff., S. 41 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung). Ergänzend und teilweise wiederholend ist auf Folgendes hinzuweisen: Der Tatbestand des Mordes nach Art. 112 StGB setzt zunächst die vorsätzliche Verursachung des Todes eines Menschen im Sinne von Art. 111 StGB voraus (Schwarzenegger, in: Basler Kommentar Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 2 zu Art. 112 StGB; Trechsel/Geth, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N. 3 zu Art. 112 StGB). Mord als qualifizierte vorsätzliche Tötung zeichnet sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung durch eine aussergewöhnlich krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Das Gesetz will den skrupellosen, gemütskalten, krass und primitiv egoistischen Täter erfassen, der ohne soziale Regungen sei und sich daher zur Verfolgung seiner eigenen Interessen rücksichtslos über das Leben anderer Menschen hinwegsetzt (vgl.”
“Mord im Sinne von Art. 112 StGB erfordert als qualifizierter Tatbestand zu- nächst eine vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB, die überdies mit be- sonderer Skrupellosigkeit begangen worden ist, namentlich wenn sich der Beweg- grund des Täters, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung als besonders ver- werflich erweisen.”
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, erfüllt den Grundtatbestand der vorsätzlichen Tötung von Art. 111 StGB. Handelt der Täter jedoch besonders skrupellos, indem namentlich sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich sind, macht er sich nach Art. 112 StGB des qualifizierten Mordtatbestands schuldig. Richtigerweise ist daher zunächst abzu- - 25 - klären, ob die Tatbestandsmerkmale einer vorsätzlichen Tötung erfüllt sind, bevor dazu übergegangen wird, sich mit der Mordqualifikation auseinanderzusetzen.”
Bei der Abgrenzung des Grundtatbestands der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB) von qualifizierten Tatbeständen wie dem Mord sind die im Gesetz beispielhaft genannten äusseren Ausführungsformen und inneren Merkmale (Beweggrund, Zweck) als Indizien für eine Qualifikation heranzuziehen.
“Theoretische Ausführungen Für die theoretischen Ausführungen zum Grundtatbestand der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB) und zum Tatbestand des Mordes (Art. 112 StGB) kann vorab auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 4849 ff., S. 41 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung). Ergänzend und teilweise wiederholend ist auf Folgendes hinzuweisen: Der Tatbestand des Mordes nach Art. 112 StGB setzt zunächst die vorsätzliche Verursachung des Todes eines Menschen im Sinne von Art. 111 StGB voraus (Schwarzenegger, in: Basler Kommentar Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 2 zu Art. 112 StGB; Trechsel/Geth, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N. 3 zu Art. 112 StGB). Mord als qualifizierte vorsätzliche Tötung zeichnet sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung durch eine aussergewöhnlich krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Das Gesetz will den skrupellosen, gemütskalten, krass und primitiv egoistischen Täter erfassen, der ohne soziale Regungen sei und sich daher zur Verfolgung seiner eigenen Interessen rücksichtslos über das Leben anderer Menschen hinwegsetzt (vgl. statt vieler BGE 120 IV 265 E. 3a mit Hinweisen). Für die Qualifikation verweist das Gesetz in nicht abschliessender Aufzählung beispielhaft auf äussere (Ausführung) und innere Merkmale (Beweggrund, Zweck). Diese Merkmale oder Indizien müssen zum einen nicht erfüllt sein, um Mord anzunehmen, zum andern aber sollen sie vermeiden helfen, dass für die Qualifikation allein auf eine Generalklausel der besonderen Skrupellosigkeit abgestellt werden müsste (vgl.”
Bei Schussabgaben in Richtung von Personen in einem belebten Lokal kann nach den dargelegten Umständen angenommen werden, dass auch Unbeteiligte durch Streuschüsse oder Rückprall (Rebound) gefährdet werden. Solche Umstände wurden im Entscheid als Begründung für die Qualifikation als versuchtes Tötungsdelikt (Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 StGB) sowie für die Prüfung der Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB) und einer Waffenrechtsverletzung (Art. 33 Abs. 1 lit. a LArm) herangezogen.
“PS/26/2023 ACPR/242/2023 du 04.04.2023 ( RECUSE ) , REJETE Descripteurs : RÉCUSATION;CUMUL(QUANTITÉ) Normes : CPP.59; CPP.58; CPP.101.al1 république et canton de Genève POUVOIR JUDICIAIRE PS/26/2023 ACPR/242/2023 COUR DE JUSTICE Chambre pénale de recours Arrêt du mardi 4 avril 2023 Entre A______, actuellement détenu à la prison de B______, comparant par Me Yaël HAYAT, avocate, Hayat & Meier, place du Bourg-de-Four 24, case postale 3504, 1211 Genève 3, requérant, et C______, Procureure, p.a. Ministère public, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, citée. EN FAIT : A. Par acte expédié le 21 février 2022 au Ministère public, qui l'a transmis à la Chambre de céans, A______ sollicite la récusation de la Procureure C______, en charge de l'instruction de la procédure P/1______/2022. B. Les faits pertinents suivants ressortent du dossier : a. A______ est prévenu, dans la procédure susvisée, de tentative de meurtre (art. 111 CP cum 22 CP), mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP) et pour infraction à l'art. 33 al. 1 let. a LArm, pour avoir, à Genève, le 22 mai 2022, aux environs de 00h20, dans l'Établissement "D______", sis rue 2______ no. ______, à l'occasion d'une altercation survenue entre deux bandes de motards, soit la bande "E______", d'une part, dont il est membre, et la bande "F______", d'autre part, tenté de tuer un ou plusieurs individus membres de la bande des "F______", en tirant un ou plusieurs coups de feu dans sa/leur direction. Ce faisant, il aurait également, sans scrupule, mis en danger de mort imminent les personnes qui se trouvaient alors dans l'établissement, étant à cet égard précisé que la ou les balles tirées auraient pu atteindre d'autres personnes que celles initialement visées, notamment en raison d'une balle perdue ou du risque de rebondissement des balles. Il aurait en outre porté et utilisé ce soir-là un pistolet G______/3______ [marque, modèle], qu'il détenait sans droit depuis son acquisition à une date indéterminée, en 2014 ou 2015.”
Fehlt die (auch bedingte) Tötungsabsicht, kommt statt einer Qualifikation nach Art. 111 StGB in Betracht, die Tat als versuchte Tötung oder als fahrlässige Tötung bzw. unter einem anderen Straftatbestand (z. B. Art. 129) zu prüfen. Bedingter Vorsatz (dolus eventualis) kann die subjektive Tatseite des Tötungsdelikts und damit auch der versuchten Tötung erfüllen.
“1 ; 6B_859/2022 du 6 mars 2023 consid. 2.1 ; 6B_386/2022 du 20 décembre 2022 consid. 2.1 ; 6B_418/2021 du 7 avril 2022 consid. 5.1). L'art. 129 CP trouve ainsi application si l'auteur adopte volontairement un comportement qui crée un danger de mort imminent pour autrui, mais refuse, même à titre éventuel, l'issue fatale, soit notamment lorsqu'il escompte que la réalisation du danger ne se produira pas en raison d'un comportement adéquat de sa part, d'une réaction appropriée de la victime ou de l'intervention d'un tiers ; autrement dit, il ne doit donc pas exister de volonté (dol direct) ou d'acceptation (dol éventuel) relativement à la réalisation du risque de mort, sans quoi le comportement reproché constitue une tentative d'infraction de lésion, à savoir le meurtre (arrêts du Tribunal fédéral 6B_637/2023 du 18 octobre 2023 consid 1.1.2 ; 6B_115/2023 du 5 septembre 2023 consid. 1.1.1 ; 6B_859/2022 du 6 mars 2023 consid. 2.1 ; 6B_386/2022 du 20 décembre 2022 consid. 2.1). 4.1.2. Selon l'art. 111 CP, se rend coupable de meurtre quiconque tue intentionnellement une personne. Selon l'art. 22 al. 1 CP, le juge peut atténuer la peine si l'exécution d'une infraction n'est pas poursuivie jusqu'à son terme ou que le résultat nécessaire à la consommation de l'infraction ne se produit pas ou ne pouvait pas se produire. Les éléments constitutifs objectifs de l'infraction de meurtre sont l'existence d'un comportement de l'auteur (1) qui est la cause (2) de la mort de la victime (3) (AARP/236/2023 du 5 juillet 2023 consid. 3.2.1 ; AARP/179/2023 du 26 mai 2023 consid. 3.1). Lorsque le décès de la victime est intentionnel, il suffit qu'il existe entre le comportement de l'auteur et la mort de la victime un lien de causalité naturelle (ATF 143 IV 330 consid. 2.5 ; AARP/236/2023 du 5 juillet 2023 consid. 3.2.3). Tel est le cas s'il en constitue une des conditions sine qua non (ATF 142 IV 237 consid 1.5.1 ; 135 IV 56 consid. 2.1 ; 133 IV 158 consid. 2.1). Pour déterminer si un comportement négligent doit être qualifié de dol éventuel et, en conséquence, être puni comme une infraction intentionnelle, il faut déterminer si l'auteur s'est accommodé de la survenance d'un fait qui n'est pas soumis à son contrôle direct, comme en particulier d'un résultat ; en l'absence d'aveux convaincants, il faut se fonder sur les circonstances extérieures du cas d'espèce et en particulier sur l'importance de la probabilité que survienne le résultat en cause dans le cas d'un comportement négligent du type de celui commis par l'auteur (1), de la gravité de la violation par celui-ci de son devoir de prudence (2), ainsi que de son ou ses mobile(s) (3) et de la manière dont l'acte a été commis (4) (ATF 147 IV 439 consid.”
“Les cas de "parole contre parole", dans lesquels les déclarations de la victime en tant que principal élément à charge et les déclarations contradictoires de la personne accusée s'opposent, ne doivent pas nécessairement, sur la base du principe in dubio pro reo, conduire à un acquittement (ATF 137 IV 122 consid. 3.3). 2.1.2. Le juge du fait dispose d'un large pouvoir dans l'appréciation des preuves (ATF 120 Ia 31 consid. 4b). Confronté à des versions contradictoires, il forge sa conviction sur la base d'un ensemble d'éléments ou d'indices convergents. L'appréciation des preuves doit être examinée dans son ensemble et l'état de fait déduit du rapprochement de divers éléments ou indices. Un ou plusieurs arguments corroboratifs peuvent demeurer fragiles si la solution retenue peut être justifiée de façon soutenable par un ou plusieurs arguments de nature à emporter la conviction (arrêts du Tribunal fédéral 6B_623/2012 du 6 février 2013 consid. 2.1 ; 6B_642/2012 du 22 janvier 2013 consid. 1.1). Rien ne s'oppose à ce que le juge ne retienne qu'une partie des déclarations d'un témoin globalement crédible (ATF 120 Ia 31 consid. 3 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_637/2012 du 21 janvier 2013 consid. 5.4). 2.1.3. L'art. 111 CP réprime le comportement de quiconque tue intentionnellement une personne. Il y a tentative lorsque l'auteur a réalisé tous les éléments subjectifs de l'infraction et manifesté sa décision de la commettre, alors que les éléments objectifs font, en tout ou en partie, défaut (ATF 140 IV 150 consid. 3.4). Il y a donc tentative de meurtre, lorsque l'auteur, agissant intentionnellement, commence l'exécution de cette infraction, manifestant ainsi sa décision de la commettre, sans que le résultat ne se produise. L'équivalence des deux formes de dol – direct et éventuel – s'applique à la tentative de meurtre (ATF 122 IV 246 consid. 3a ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_1177/2018 du 9 janvier 2019 consid. 1.1.3). Il n'est ainsi pas nécessaire que l'auteur ait souhaité la mort de la victime, ni que la vie de celle-ci ait été concrètement mise en danger, ni même qu'elle ait été blessée pour qu'une tentative d'homicide soit retenue dans la mesure où la condition subjective de l'infraction est remplie (arrêt du Tribunal fédéral 6B_246/2012 du 10 juillet 2012 consid.”
“________, sont parfaitement crédibles et la Cour d'appel pénale tient pour établis les faits retenus au ch. 4 de l'acte d'accusation. Il convient dès lors de rejeter l’appel sur ce point et de confirmer la condamnation de l’appelant pour viol. 5. L'appelant conteste sa condamnation pour tentative de meurtre pour les faits décrits au chiffre 5 de l’acte d’accusation (cf. ch. 2.4 supra). Il affirme que les déclarations de la sœur de l'intimée, trois mois après les faits et alors que celle-ci avait assisté à l'interrogatoire de sa sœur, n'étaient pas probantes, car elle avait disposé du temps nécessaire pour préparer son audition sur la base du procès-verbal de la plaignante. Elle était en outre restée dans la voiture avec les enfants et n'avait pas pu voir la scène. L’appelant se prévaut également du diagnostic posé, à savoir un traumatisme crânio-cérébral simple, qui infirme la version de l'intimée. Il conteste avoir violemment et à deux reprises frappé la tête de son épouse contre le sol. Enfin, quoiqu'il ait fait, il n'avait pas eu la volonté de tuer. 5.1 5.1.1 Aux termes de l'art. 111 CP, celui qui aura intentionnellement tué une personne sera puni d'une peine privative de liberté de cinq ans au moins, en tant que les conditions prévues aux articles suivant ne seront pas réalisées. Cette infraction étant intentionnelle, il faut que l'auteur ait eu l'intention de causer par son comportement la mort d'autrui. Le dol éventuel est toutefois suffisant (Dupuis et al. [éd.], Petit commentaire, Code pénal, 2e éd., Bâle 2017, n. 18 ad art. 111 CP et les auteurs cités). Selon la jurisprudence, il y a tentative (art. 22 al. 1 CP) lorsque l'auteur a réalisé tous les éléments subjectifs de l'infraction et manifesté sa décision de la commettre, alors que les éléments objectifs font, en tout ou en partie, défaut (ATF 137 IV 113 consid. 1.4.2; ATF 131 IV 100 consid. 7.2.1). Il y a donc tentative de meurtre, lorsque l'auteur, agissant intentionnellement, commence l'exécution de cette infraction, manifestant ainsi sa décision de la commettre, sans que le résultat ne se produise. 5.1.2 Agit intentionnellement quiconque commet un crime ou un délit avec conscience et volonté (art.”
“L'appréciation des preuves est l'acte par lequel le juge du fond évalue librement la valeur de persuasion des moyens de preuve à disposition et pondère ces différents moyens de preuve afin de parvenir à une conclusion sur la réalisation ou non des éléments de fait pertinents pour l'application du droit pénal matériel. Elle est dite libre, car le juge peut par exemple attribuer plus de crédit à un témoin, même prévenu dans la même affaire, dont la déclaration va dans un sens, qu'à plusieurs témoins soutenant la thèse inverse. Le juge peut fonder une condamnation sur un faisceau d'indices ; en cas de versions contradictoires, il doit déterminer laquelle est la plus crédible. En d'autres termes, ce n'est ni le genre ni le nombre des preuves qui est déterminant, mais leur force de persuasion (Verniory, in : Jeanneret/Kuhn/Perrier Depeursinge [éd.], Commentaire romand, Code de procédure pénale suisse [ci-après : CR CPP], 2e éd., Bâle 2019, n. 34 ad art. 10 CPP ; Kistler Vianin, in CR CPP, op. cit., nn. 19 ss ad art. 398 CPP). 3.3.2.2 Aux termes de l'art. 111 CP, celui qui aura intentionnellement tué une personne sera puni d'une peine privative de liberté de cinq ans au moins, en tant que les conditions prévues aux articles suivants ne seront pas réalisées. Il y a tentative (art. 22 al. 1 CP) lorsque l'auteur a réalisé tous les éléments subjectifs de l'infraction et manifesté sa décision de la commettre, alors que les éléments objectifs font, en tout ou en partie, défaut (ATF 140 IV 150 consid. 3.4, JdT 2015 IV 114). Il y a donc tentative de meurtre lorsque l'auteur, agissant intentionnellement, commence l'exécution de cette infraction, manifestant ainsi sa décision de la commettre, sans que le résultat se produise (TF 6B_157/2017 du 25 octobre 2017 consid. 3.1). La jurisprudence a affirmé à plusieurs reprises que l'équivalence des deux formes de dol – direct et éventuel – s'appliquait également à la tentative (ATF 122 IV 246 consid. 3a ; ATF 120 IV 17 consid. 2c ; TF 6B_924/2017 du 14 mars 2018 consid. 1.1.3). Agit intentionnellement quiconque commet un crime ou un délit avec conscience et volonté (art.”
In der Rechtsprechung wird beim dringenden Tatverdacht der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB) regelmässig die Anordnung und die Verlängerung von Untersuchungshaft als verhältnismässig erachtet. Verlängerungen um drei Monate bzw. Haftdauern von mehreren Monaten werden dabei in den entschiedenen Fällen nicht als Überhaft gewertet.
“Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der dringende Tatverdacht bezüglich des Straftatbestandes der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB), eventualiter des Mordes (Art. 112 StGB), vorliegt, die besonderen Haftgründe der qualifizierten Wiederholungsgefahr, der Fluchtgefahr sowie der Kollusionsgefahr zu bejahen sind und die (zeitliche wie auch materielle) Verhältnismässigkeit hinsichtlich der vorläufig für die Dauer von drei Monaten, d.h. bis zum 12. Dezember 2024, verlängerten Untersuchungshaft gewahrt wird, womit die Beschwerde des Beschuldigten vom 23. September 2024 in Bestätigung des angefochtenen Entscheids des Zwangsmassnahmengerichts vom 10. September 2024 als unbegründet abzuweisen ist.”
“Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 22. Dezember 2022 in Untersuchungshaft. Die vom Zwangsmassnahmengericht ausgesprochene Verlängerung der Untersuchungshaft um drei Monate bis am 21. Mai 2022 führt zu einer Haftdauer von insgesamt fünf Monaten. In Anbetracht des im Raum stehenden Vorwurfs der vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB, wobei gemäss Staatsanwaltschaft auch der Tatbestand des Mordes gemäss Art. 112 StGB in Frage kommen könnte, wird bei dieser Haftdauer zu Recht keine Überhaft gerügt. Auch dass das Beschleunigungsgebot in Haftsachen verletzt worden wäre, wird zu Recht nicht geltend gemacht.”
“In Anbetracht des im Raum stehenden Vorwurfs der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB; «Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren») droht noch keine Überhaft. Die Anordnung von Untersuchungshaft für die Dauer von drei Monaten erscheint zudem angesichts der noch anstehenden Ermittlungshandlungen (weitere Einvernahmen des Beschwerdeführers, Einvernahmen von Personen aus dem Umfeld des Opfers und des Beschwerdeführers, Auswertung des sichergestellten Mobiltelefons und Laptops des Opfers, Vollendung der Analysen des IRM Bern) als verhältnismässig. Das Zwangsmassnahmengericht wies zu Recht darauf hin, dass es nicht aussergewöhnlich ist, dass der Obduktionsbericht nach zwei Monaten noch nicht vorliegt, zumal dessen seriöse Erstellung eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Es sind keine Anhaltspunkte auszumachen, dass dem in Haftsachen besonders zu beachtenden Beschleunigungsgebot nicht ausreichend Rechnung getragen würde.”
“Der Beschwerdeführer wurde am 9. Januar 2021 festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Die vom Zwangsmassnahmengericht ausgesprochene Verlängerung der Untersuchungshaft um drei Monate, d.h. bis am 8. Januar 2022 führt zu einer Haftdauer von 12 Monaten. In Anbetracht des im Raum stehenden Vorwurfs der versuchten Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB; Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe) sowie der versuchten vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB; Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahren für vollendetes Delikt), evtl. des versuchten Mordes (Art. 112 StGB; Freiheitsstrafe nicht unter 10 Jahren für vollendetes Delikt) droht noch keine Überhaft. Das Zwangsmassnahmengericht hält zutreffend fest, dass die noch vorzunehmenden Schritte bis zum Abschluss der Untersuchung, insbesondere die Durchführung der Schlusseinvernahmen mit dem Opfer und dem Beschwerdeführer sowie die Erstellung der Anklageschrift unter Berücksichtigung der Ansetzung einer Frist zum Stellen von Beweisanträgen gemäss Art. 318 StPO, einen Zeitbedarf bedeuten, der mit der Verlängerung um 3 Monate im Einklang steht. Die Verlängerung der Untersuchungshaft um drei Monate erweist sich demnach als verhältnismässig.”
“Die angeordnete Haft muss verhältnismässig sein (vgl. Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 BV, Art. 197 Abs. 1 lit. c und d sowie Art. 212 Abs. 2 lit. c StPO). Angesichts der Schwere des Tatvorwurfs der versuchten Tötung muss der Beschwerdeführer mit einer längeren Freiheitsstrafe rechnen (vgl. Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 111 StGB). Ihm droht noch keine Überhaft, nachdem er sich im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids rund 8 Monate in Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft befunden hatte. Inwiefern die Wiederholungsgefahr mit der Anordnung von Ersatzmassnahmen wirksam gebannt werden könnte, ist zudem nicht ersichtlich. Die Verhältnismässigkeit der angeordneten Sicherheitshaft wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht in Frage gestellt.”
“2 CPP (Moreillon/Parein-Reymond, Petit commentaire, Code de procédure pénale, 2e éd., Bâle 2016, n. 12 ad art. 237 CPP) – sont un succédané à la détention provisoire, le tribunal doit les prononcer à la place de la détention provisoire ou pour des motifs de sûreté si elles permettent d'empêcher la concrétisation du risque (ATF 142 IV 367 consid. 2.1, SJ 2017 I 233 ; ATF 133 I 270 consid. 2.2 ; Coquoz, Commentaire romand, Code de procédure pénale suisse, 2e éd., Bâle 2019, n. 2 ad art. 237 CPP). 5.3 En l'espèce, il n'existe aucune mesure de substitution efficace pour parer au risque de collusion retenu. En effet, une interdiction de périmètre ou de contact ne permettrait pas d'éviter une interférence du prévenu dans l'enquête, dès lors que l'autorité ne serait avisée que par la suite du comportement interdit. 6. La prolongation de la détention provisoire du recourant a été prononcée jusqu’au 8 février 2022. A cette date, elle aura duré cinq mois. Compte tenu de la gravité des infractions reprochées, dont le meurtre (art. 111 CP) et l'omission de prêter secours (art. 128 CP) – la première infraction étant à elle seule punissable d’une peine privative de liberté de cinq ans au moins –, et du délai nécessaire à la mise en œuvre des opérations d'enquête restantes, le principe de proportionnalité (art. 212 al. 3 CPP) est encore largement respecté. 7. Il résulte de ce qui précède que le recours, manifestement mal fondé, doit être rejeté sans échange d'écritures (art. 390 al. 2 CPP) et l'ordonnance entreprise confirmée. Les frais de la procédure de recours, constitués en l'espèce de l'émolument d'arrêt, par 1'320 fr. (art. 20 al. 1 TFIP [tarif des frais de procédure et indemnités en matière pénale du 28 septembre 2010 ; BLV 312.03.1]), et des frais imputables à la défense d'office, fixés à 540 fr. (trois heures d'activité nécessaire d’avocat au tarif horaire de 180 fr. (art. 2 al. 1 let. a et 3 al. 2 RAJ [règlement sur l'assistance judiciaire en matière civile du 7 décembre 2010 ; BLV 211.02.3] par renvoi de l'art. 26b TFIP), auxquels s'ajoutent 2 % pour les débours (art.”
Fehlen privilegierter Gesinnungsmerkmale, wird der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung nach Art. 111 StGB angenommen. In den zitierten Entscheidungen sind mehrfach versuchte vorsätzliche Tötungen unter Art. 111 (jeweils in Verbindung mit Art. 22 StGB bei Versuch) gerichtlich festgestellt und zur Verurteilung geführt. Entsprechender Tatvorsatz ist dabei massgeblich.
“Anhaltspunkte dafür, dass ein qualifizierender Tatbestand erfüllt wäre, weil privilegierte Gesinnungsmerkmale vorliegen, bestehen keine. Entsprechend liegt der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB vor.”
“Es bleibt somit festzuhalten, dass sich der Beschuldigte der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat. V. Strafzumessung”
“Rechtfertigungsgründe sind dementsprechend in casu bei keinem Beschul- digten gegeben. Ebenso wenig sind vorliegend im Übrigen Schuldausschluss- gründe ersichtlich, nachdem die Alkoholisierung der Beschuldigten nie einen Grad, welcher über eine Schuldunfähigkeit diskutieren liesse, erreichte (vgl. hinten Ziff. V./2.2.1.b und Ziff. V./2.3.1.b). - 52 - 3.Fazit Die Beschuldigten A._____ und B._____ sind demnach auch in zweiter In- stanz jeweils der mehrfachen versuchten (eventual-)vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. V. Strafe 1.Einleitung 1.1.Die Anklägerin hat im Rahmen der vorinstanzlichen Hauptverhandlung eine Bestrafung des Beschuldigten A._____ mit einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren ge- fordert, während sie für den Beschuldigten B._____ eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren beantragte (vgl. DG210046/47, Prot. I S. 7). Die Vorinstanz verhängte in der Folge gestützt auf ihre Schuldsprüche Freiheitsstrafen von 14 ½ Jahren gegen den Beschuldigten A._____ und 13 Jahren gegen den Beschuldigten B._____ (vgl. Urk. 104 S. 123; Urk. 119/115 S. 121). Die Beschuldigten wenden sich mit ihrer Berufung auch gegen diese verhängten Sanktionen, wobei sie (eventualiter) aus- drücklich eine deutlich mildere Bestrafung beantragen (vgl. Urk. 119/121 S. 2; Urk. 146 S. 2; Urk. 144 S. 1; Prot. II S. 10 f.). Mithin ist auch die vorinstanzliche Strafzumessung nochmals einer sorgfältigen Prüfung im Lichte der gesetzlichen Grundlagen und der dazu ergangenen bundegerichtlichen Praxis zu unterziehen.”
Bei der Strafzumessung nach Art. 111 StGB sind subjektive Merkmale — namentlich Motive, Beweggründe und Absichten des Täters — von Beginn an in die Beurteilung der Tat- und Strafschwere einzubeziehen.
“Mit ihrer Berufung beantragt die Staatsanwalt- schaft eine Erhöhung des Strafmasses auf 16 Jahre (vgl. Urk. 163; Urk. 209; Urk. 279). Aus Sicht der Verteidigung lasse sich hingegen auch für den Fall eines Schuldspruchs betreffend vorsätzliche Tötung eine Sanktion von über 5 Jahren für den Beschuldigten nicht begründen (Urk. 131). 2.Die Vorinstanz hat die allgemeinen Regeln der Strafzumessung ausführ- lich und zutreffend dargelegt, weshalb diese nicht mehr wiederholt zu werden brauchen (vgl. Urk. 160 S. 69 ff.). Allerdings hat sie übersehen, dass vorliegend das alte, bis zum 31. Dezember 2017 geltende Sanktionenrecht zur Anwendung gelangt, auch wenn dies für die Beurteilung im vorliegenden Fall im Ergebnis - 82 - keine weiteren Folgen hat. Gestützt auf Art. 111 StGB beträgt der massgebliche Strafrahmen Freiheitsstrafe von nicht unter 5 Jahren bis 20 Jahre. 3.1.Im Hinblick auf die Beurteilung der Tatkomponente hat die Vorinstanz so- dann in Nachachtung der einschlägigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung richtig erkannt, dass der Tatbestand von Art. 111 StGB das Leben eines Menschen schützt, mithin das höchste aller Rechtsgüter. Der mit der Tötung als solcher verbundene Unrechtsgehalt kann jedoch – anders als bei einer Körperver- letzung – nicht abgestuft werden, sodass aus der Rechtsgutverletzung allein nichts für die Strafzumessung abzuleiten ist. Die objektive Tatschwere bestimmt sich damit nicht nur anhand des äusseren Tatablaufs, da eine solche aus jegli- chem Kontext gelöste Betrachtung mit der tatbestandsmässigen Struktur der Tö- tungsdelikte nicht vereinbar ist. Vielmehr sind subjektive Merkmale wie Motive, Beweggründe und Absichten auf Seiten des Täters implizit auch beim Grundtat- bestand von Art. 111 StGB massgeblich, weshalb diese bei der Festlegung des (objektiven) Schweregrads der Tat von Beginn weg zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018 E. 2.6.1). 3.2.Es ist offensichtlich, dass der Tatbegehung durch den Beschuldigten ein hochemotionales Geschehen zugrunde liegt. Dies geht bereits aus der Vorge- schichte hervor, nach welcher der Beschuldigte und †D.”
Bei unklaren Todesumständen kann trotz möglicher alternativer Todesursachen unter den gegebenen Umständen und mit Blick auf Schwere der Vorwürfe und die Untersuchungslage weiterhin ein dringender Tatverdacht der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB) bestehen.
“September 2021 vorliegen sollten. Es ist nicht ersichtlich, dass zwischen dem Abend des 30. Juli 2021 und dem Morgen des 1. August 2021 ausser dem Beschwerdeführer und C.________ noch andere Personen in der Wohnung waren. Die Aussagen des Beschwerdeführers sind zögerlich bzw. nicht sehr glaubhaft; so will er seine Frau offenbar den ganzen Tag des 31. Juli 2021 nicht wach gesehen haben; seinen Alkoholkonsum (gerade am 31. Juli 2021) sowie seine mutmasslichen Schläge gegenüber seiner Frau spielt er herunter, indem er teilweise erklärt, sich nur verteidigt zu haben, dann aber zugibt, sie geschlagen zu haben, wenn auch nur mit einem Tuch. Auch wenn nach wie vor möglich ist, dass C.________ nicht an Schlägen, sondern an selbst verursachten Stürzen oder an Erbrochenem gestorben ist, besteht unter den gegebenen Umständen und mit Blick auf die Schwere der Vorwürfe und die bisherige Dauer und Schwierigkeit der Untersuchung gegenüber dem Beschwerdeführer nach wie vor der dringende Tatverdacht der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB), evtl. des Totschlags (Art. 113 StGB), sowie der einfachen Körperverletzung (Ehegatte während der Ehe oder bis zu einem Jahr nach der Scheidung, Art. 123 Ziff. 2 i.f. StGB), evtl. der Nötigung (Art. 181 StGB, Vorfälle vom 11. Dezember 2020), zulasten von C.________.”
In kantonalen Entscheiden wurde Art. 111 StGB unter anderem im Zusammenhang mit einer Drogenfahrt angewendet, bei der eine Person zu Tode kam. Solche Entscheidungen werfen konkrete Verfahrens- und Sachverhaltsfragen auf, etwa zur Qualifikation des Vorsatzes (hier: eventualvorsatz) im Kontext von Fahrunfällen unter Einfluss von Betäubungsmitteln.
“Sachverhalt A. A. fuhr am 2017 etwa um 5.30 Uhr mit einer erhöhten THC- Konzentration im Blut aufgrund eines am Vorabend gerauchten Joints mit seinem Personenwagen über E. und F. via Autobahn nach G. und von dort auf der Kantonsstrasse retour in Richtung E. . Nach dem Kreisel H. startete er ein Überholmanöver, indem er zunächst den direkt vor ihm fahrenden Personenwagen überholte und danach, ohne Unterbrechung, zum Überholen des übernächsten Personenwagens ansetzte. Im Rahmen dieses zwei- ten Überholvorgangs kollidierte er um etwa 6.00 Uhr auf der Höhe des Hofs frontal mit dem korrekt entgegenkommenden, von J. gelenkten Mo- torroller, den er zu spät erkannt hatte. Hinter dem Motorroller folgte in einigem Ab- stand ein Personenwagen. J. verstarb noch auf der Unfallstelle. B. Am 2. April 2019 sprach das Regionalgericht Imboden A. der eventu- alvorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB, der qualifiziert groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 und 2 SVG sowie Art. 35 Abs. 2 und 3 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 3 SVG, des Fahrens in fahrunfähigem Zu- stand gemäss Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a VRV in Ver- bindung mit Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG und der mehrfachen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig. Dafür bestrafte es A. mit einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 90.00, bedingt ausgesprochen bei einer Probezeit von drei Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 300.00. Von einer Landesverweisung sah das Regionalgericht ab. Im Übrigen auferlegte es A. die Kosten des Verfahrens in der Höhe von CHF 37'792.05. B., C. und D. Zo- gen ihre Zivilklagen zurück, weshalb das Regionalgericht diese vom Geschäfts- verzeichnis abschrieb. C. Gegen dieses Urteil erhob A. Berufung. Mit Urteil vom 28. Oktober 2021 (Referenz SK1 19 44) stellte das Kantonsgericht von Graubünden die Rechtskraft des erstinstanzlichen Urteils betreffend den Schuldspruch wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes, das Absehen von der An- ordnung einer Landesverweisung und das Abschreiben der Zivilklagen fest.”
Bei einem (entschuldbaren) Notwehrexzess oder infolge erheblicher Aufregung/Bestürzung kann ein vermindertes Verschulden strafmildernd berücksichtigt werden. Bundesgerichtliche Feststellungen hierzu sind in späteren Verfahren verbindlich.
“Allerdings sei das Notwehr- recht erheblich überschritten worden (a.a.O. S. 13 E. 3.4). In der Gesamtbetrach- tung aller relevanten Umstände habe sich der Beschuldigte nicht in einem entschuldbaren Notwehrexzess befunden. Die Kammer verletze Bundesrecht, in- dem sie Art. 16 Abs. 2 StGB anwende. Das aufgrund der Aufregung und Bestür- zung über den Putativangriff einhergehende geringere Verschulden des Beschul- digten werde von der Kammer strafmildernd zu berücksichtigen sein (a.a.O. S. 14 E. 3.4). Diese bundesgerichtlichen Feststellungen sind im Berufungsverfahren bindend. Auch wenn das Bundesgericht das Urteil der Kammer vom 8. Oktober 2020 vollständig aufgehoben hat, geht aus den bundesgerichtlichen Erwägungen klar hervor, dass sich die Aufhebung auf den genannten Teilaspekt beschränkt. - 13 - Der Beschuldigte ist entsprechend, unter Hinweis auf die vom Bundesgericht nicht beanstandete rechtliche Würdigung, der versuchten (eventual-)vorsätzlichen Tö- tung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen (vgl. Urk. 91 S. 25 E. III.2.8. und 3.1.).”
Die drohende, bei Art. 111 StGB gesetzlich vorgesehene Mindeststrafe kann als Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden und damit eine Verlängerung der Untersuchungshaft mitbegründet sein; dies setzt jedoch voraus, dass konkrete Anhaltspunkte für Flucht- oder Wiederholungsgefahr vorliegen.
“Diese konkreten Verhältnisse können als Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden. Weitere Angaben zu seinem sozialen bzw. familiären Umfeld, welche eine starke Verwurzelung in der Schweiz erkennen liessen, hat der Beschwerdeführer keine gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Weiter ist auch sein Einwand unbehelflich, dass Spanien Schweizer Staatsbürger für Straftaten die in der Schweiz begangen worden seien, ohne weiteres ausliefere. Auch bei einer befürchteten Ausreise in ein Land, das die beschuldigte Person grundsätzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen könnte, fällt die Annahme von Fluchtgefahr nicht ohne weiteres dahin (vgl. BGE 145 IV 503 E. 2.2 mit Hinweisen). Schliesslich kommt hinzu, dass der einschlägig vorbestrafte Beschwerdeführer angesichts der ihm vorgeworfenen grossen Anzahl an teilweise (sehr) schweren Delikten bei einer möglichen Verurteilung mit einer empfindlichen Strafe rechnen muss. Die Strafandrohung bei der ihm unter anderem vorgeworfenen mehrfachen (versuchten) vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB lautet auf eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren, bei einer Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB reicht der Strafrahmen von einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Folglich ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz erwog, die Schwere der drohenden Strafe spreche ebenfalls für eine erhebliche Gefahr, der Beschwerdeführer könnte fliehen. Die Bejahung der Fluchtgefahr durch die Vorinstanz hält nach dem Gesagten vor Bundesrecht stand. Besteht somit nebst dem allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts mit Fluchtgefahr einer der besonderen Haftgründe, sind die Voraussetzungen für die Verlängerung der Untersuchungshaft erfüllt. Es kann offen bleiben, ob auch noch Kollusions- bzw. Wiederholungsgefahr besteht.”
“Der Beschwerdeführer wurde am 9. Januar 2021 festgenommen und befindet sich somit seit bald 13 Monaten in Untersuchungshaft. Ihm werden versuchte Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB; Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe) sowie versuchte vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB; Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren für vollendetes Delikt), evtl. versuchter Mord (Art. 112 StGB; Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren für vollendetes Delikt) vorgeworfen. Damit droht ihm nach wie vor eine empfindliche Freiheitsstrafe. Die bisherige Haftdauer stellt damit offensichtlich noch keine Überhaft dar. Indessen rechtfertigt sich eine Verlängerung der Haft um drei Monate aus anderen Überlegungen nicht: Die Voruntersuchung steht kurz vor dem Abschluss. Die Staatsanwaltschaft hat am 14. Januar 2022 die Mitteilung gemäss Art. 318 StPO versandt. Damit ist noch die Redaktion der Anklageschrift ausstehend. Hierfür erscheint eine Verlängerung der Haftdauer um drei Monate nicht geboten. Die Beschwerdekammer kann sich den Ausführungen des Zwangsmassnahmengerichts, wonach sich vorliegend eine Verlängerung um drei Monate ausnahmsweise rechtfertige, da zu erwarten sei, dass der Beschwerdeführer entsprechende Beweisanträge im Zusammenhang mit dem forensisch-psychiatrischen Gutachten stellen könnte, nicht anschliessen.”
“Dass die Haft unverhältnismässig wäre, wird vom Beschwerdeführer nicht vorgebracht. Ungeachtet dessen hat die Beschwerdekammer die Haft unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit zu prüfen: Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 25. Dezember 2020 in Untersuchungshaft. Die vom Zwangsmassnahmengericht ausgesprochene Verlängerung der Untersuchungshaft um weitere drei Monate führt zu einer Haftdauer von insgesamt zwölf Monaten. In Anbetracht der im Raum stehenden Vorwürfe droht bei dieser Haftdauer noch keine Überhaft, wird doch eine vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren bestraft. Die Akten lassen weiter keine Verletzung des Beschleunigungsgebots erkennen, welche eine Haftentlassung zur Folge haben müsste. Ersatzmassnahmen, welche geeignet wären, die bestehenden Haftgründe zu bannen, sind nicht erkennbar. Eine Ausweis- und Schriftensperre vermöchte weder ein Verlassen des Schweizer Territoriums (Urteil des Bundesgerichts 1B_181/2013 vom 4. Juni 2013 E. 3.3.2, auch zum Folgenden) noch ein Untertauchen innerhalb der Schweiz zu verhindern. Gleiches würde für eine allfällige (regelmässige) Meldepflicht gelten. Und auch eine Eingrenzung auf ein bestimmtes Gebiet (inkl. Überwachung mittels Electronic Monitoring) böte nicht die gleiche Sicherheit wie die Haftbelassung. Abgesehen davon sind auch bezüglich Wiederholungsgefahr keine geeigneten Ersatzmassnahmen erkennbar. Im Hinblick auf die ausstehenden Berichte (insbesondere auch die Beantwortung der Ergänzungsfragen durch den forensisch-psychiatrischen Gutachter) und die ausstehenden Schlusseinvernahmen und die anschliessende Fristansetzung gemäss Art.”
Psychische Einwirkung kann als Tatmittel zur Herbeiführung des Todes genügen. Mit dem Eintritt des Todes ist die vorsätzliche Tötung vollendet.
“111 StGB wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der nachfolgenden Artikel zutrifft. Geschütztes Rechtsgut ist das Leben eines Menschen, Angriffsobjekt ist ein anderer lebender Mensch. Als Tathandlung genügt jede Art der Verursachung des Todes eines lebenden Menschen, wobei der Täter beliebige Tatmittel einsetzen kann. Der Erfolg kann durch physische oder psychische Einwirkung auf das Opfer bewirkt werden. Auf Seiten des subjektiven Tatbestandes erforderlich ist der Vorsatz im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB, der sich einzig auf die Herbeiführung des Todes beziehen muss. Eventualvorsatz genügt gemäss der expliziten Regelung von Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB. Die (versuchte) vorsätzliche Tötung geht der Gefährdung des Lebens vor, wenn das gleiche Angriffsobjekt betroffen ist (Christian Schwarzenegger/ Jasmine Stössel, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 1 ff. vor Art. 111 StGB sowie N 4 ff. zu Art. 111 StGB, mit Hinweisen).”
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen nach Art. 112 ff. StGB zutrifft, wird gemäss Art. 111 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. In objektiver Hinsicht setzt Art. 111 StGB die Verursachung des Todes eines lebenden Menschen voraus, wobei der Täter beliebige Tatmittel einsetzen kann. Mit dem Eintritt des Todes ist das Delikt vollendet (S CHWARZENEGGER, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK Strafrecht I, 4. Aufl., Basel 2019, Art. 111 N 4 f.). Ein Schuldspruch wegen versuchter vorsätz- licher Tötung bedingt, dass das Handeln des Beschuldigten für das Opfer auch tödliche Folgen hätte haben können. Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB liegt vor, wenn der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt (unvollende- ter Versuch) oder der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder nicht eintreten kann (vollendeter Versuch). Mit anderen Worten liegt ein Versuch vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestands- merkmale verwirklicht sind (BGE 140 IV 150 E.”
Bei versuchten Tötungsdelikten wird in der Praxis häufig subsidiär auf andere, schwerere oder leichtere Tatbestände abgestellt (z. B. versuchter Mord/Assassinat oder subsidiär Körperverletzungsdelikte), wie aus den in den Quellen geschilderten Anklagekonstellationen hervorgeht. Soweit sich das Tatgeschehen dem Assassinat nähert, kann ein besonders zynisches oder kaltes Verhalten bei der Strafzumessung als erschwerender Umstand berücksichtigt werden.
“2025 sur JTCO/20/2024 ( PENAL ) , REJETE Recours TF déposé le 06.03.2025, 6B_231/2025 Normes : CP.111; CP.123; LStup.19a RÉPUBLIQUE ET CANTON DE GENÈVE POUVOIR JUDICIAIRE P/1065/2023 AARP/30/2025 COUR DE JUSTICE Chambre pénale d'appel et de révision Arrêt du 28 janvier 2025 Entre A______, actuellement en exécution anticipée de peine à l'Établissement fermé La Brenaz, chemin de Favra 10, 1241 Puplinge, comparant par Me B______, avocate, appelant, contre le jugement JTCO/20/2024 rendu le 15 février 2024 par le Tribunal correctionnel, et C______, partie plaignante, comparant par Me D______, avocat, E______, partie plaignante, comparant par Me F______, avocat, LE MINISTÈRE PUBLIC de la République et canton de Genève, route de Chancy 6B, case postale 3565, 1211 Genève 3, intimés. EN FAIT : A. a. En temps utile, A______ appelle du jugement JTCO/20/2024 du 15 février 2024, par lequel le Tribunal correctionnel (TCO) l'a reconnu coupable de tentative de meurtre (art. 22 al. 1 du Code pénale suisse [CP] cum art. 111 CP), de lésions corporelles simples (art. 123 ch.1 et 2 al. 4 CP) et d'infraction à l'art. 19a ch. 1 de la Loi fédérale sur les stupéfiants (LStup). Pour ces infractions, il a été condamné à une peine privative de liberté de cinq ans, sous déduction de la détention avant jugement, y compris en exécution anticipée de peine, ainsi qu'à une amende de CHF 100.-, avec une peine privative de liberté de substitution d'un jour. Le TCO a en outre prononcé son expulsion du territoire suisse pour une durée de sept ans, mesure dont le signalement a été ordonné dans le système d'information Schengen. Tout en constatant que A______ acquiesçait, sur le principe, aux conclusions civiles, il l'a condamné à verser à C______ CHF 10'000.- avec intérêts à 5 % dès le 15 janvier 2023 et à E______ CHF 1'000.- avec intérêts à 5 % dès le 1er juin 2021, à titre de réparation de leur tort moral respectif. Le TCO a prononcé les confiscations d'usage et a condamné A______ aux frais de la procédure en CHF 16'623.10 (émolument de jugement de CHF 1'500.”
“La recourante est, selon les faits retenus, fortement soupçonnée d'avoir, le soir du 10 septembre 2023, donné au concierge de l'immeuble où elle résidait un coup de couteau dans l'abdomen lui perforant l'estomac (sans toutefois engager son pronostic vital) et donc d'avoir commis des actes constitutifs de tentative de meurtre (art. 22 al. 1 CP en relation avec l'art. 111 CP), subsidiairement lésions corporelles graves (art. 122 CP) et plus subsidiairement lésions corporelles simples au moyen d'un objet dangereux (art. 123 ch. 2 CP). Il s'agit notamment de crimes, respectivement de délits graves prétendument perpétrés contre l'intégrité corporelle d'autrui (cf., sur ce point, ATF 143 IV 9 consid. 2.7). Ainsi, il y a en l'occurrence lieu de retenir que la recourante est fortement soupçonnée d'avoir à tout le moins gravement porté atteinte à l'intégrité physique d'autrui en commettant un crime ou un délit grave au sens de l'art. 221 al. 1 bis let. a CPP.”
“2 LAQEI) Appel partiel du 31 juillet 2023 contre le jugement de la Cour des affaires pénales du Tribunal pénal fédéral SK.2022.35 du 10 janvier 2023 Renonciation à déposer une déclaration d'appel dans le cadre de la procédure CA.2023.14 Constatation de l'entrée en force partielle du jugement SK.2022.35 (art. 438 CPP) Non-entrée en matière (art. 403 al. 3 CPP) Faits : A. Historique de l'affaire et jugement de première instance A.1 Le 14 juin 2022, le Ministère public de la Confédération (ci-après : MPC) a transmis à la Cour des affaires pénales du Tribunal pénal fédéral (ci-après : Cour des affaires pénales) un acte d'accusation dirigé contre Omer (ci-après : le prévenu ; MPC 03-00-0017 ss). A.2 Par décision SK.2022.23 du 15 juillet 2022, la Cour des affaires pénales a suspendu la procédure et a renvoyé la cause au MPC pour complément d'instruction dans le sens de ses considérants (MPC 03-00-0032 ss). A.3 En date du 25 août 2022, le MPC a déposé un second acte d'accusation à l'encontre du prévenu afin que celui-ci soit déclaré coupable d'assassinat (art. 112 CP ; subsidiairement de meurtre [art. 111 CP]), tentative de meurtre (art. 111 CP en relation avec l'art. 22 CP ; subsidiairement de lésions corporelles au moyen d'un objet dangereux [art. 123 ch. 1 et 2 CP]), lésions corporelles simples (art. 123 CP), représentation de la violence (art. 135 CP), menaces (art. 180 CP), tentative d'incendie intentionnel (art. 221 CP en relation avec l'art. 22 CP), tentative d'explosion (art. 223 CP en relation avec l'art. 22 CP), violence ou menace contre les autorités et les fonctionnaires (art. 285 CP), ainsi que de contravention à la Loi fédérale sur les stupéfiants (LStup ; RS 812.121 ; art. 19a ch. 1 LStup) et de violation de l'art. 2 de la Loi fédérale interdisant les groupes « Al‑Qaïda » et « État islamique » et les organisations apparentées (LAQEI ; RS 122 ; TPF 28.100.001 ss). A.4 Par courrier envoyé le 24 novembre 2022, la Cour des affaires pénales a informé les parties qu'elle se réservait le droit de s'écarter de l'appréciation juridique du MPC au ch. 1.6 de l'acte d'accusation en examinant ces faits également sous l'angle de la tentative d'assassinat (TPF 28.”
“concernant spécifiquement un cas où, comme en l'espèce, l'infraction de tentative de meurtre se rapprochait de celle de tentative d'assassinat). Dans cette configuration particulière, alors même que l'on admet que le recourant n'a pas fait preuve d'une absence particulière de scrupules au sens de l'art. 112 CP, son comportement témoigne d'un cynisme qui doit être pris en considération, comme l'a fait la cour cantonale, en tant qu'élément à charge, pour fixer, dans les limites légales de l'art. 111 CP, la peine adéquate (ATF 121 précité consid. 2d) aa); TRECHSEL/SEELMANN, in Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4e éd., 2021, n° 19 ad art. 47 CP).”
Bei einem überraschenden, kurz andauernden lebensbedrohlichen Angriff können an den Detaillierungsgrad der Angaben des Opfers geringere Anforderungen gestellt werden. Mangels abweichender Umstände ist ein fehlender Detailreichtum der Schilderungen in solchen dynamischen Situationen unbeachtlich.
“Aufgabenverteilung der involvierten Personen im Einzelnen konkretisierte, wich er nicht von seiner Darstellung ab, wonach der Beschwerdeführer ihn festgehalten, E.B.________ ihm die Verletzungen zugefügt und F.B.________ nach den beiden ersten Stichen seinen Söhnen zugerufen habe, sie sollten ihn töten. Soweit der Beschwerdeführer gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdegegners vorbringt, dieser habe anfänglich das Festhalten gar nicht ihm, sondern E.B.________ zugeschrieben, ist auch dies nicht stichhaltig. An besagter Stelle in der Einvernahme thematisiert der Beschwerdegegner die allererste Verletzung, bei der dem Beschwerdeführer keine Mitwirkung vorgehalten wird (vgl. vorstehend lit. B). Unbehelflich ist schliesslich auch, wenn der Beschwerdeführer einen fehlenden Detailreichtum in den Schilderungen des Beschwerdegegners rügt. Vergegenwärtigt man sich die konkreten Umstände zum Tatzeitpunkt, so überspannt dieser die Anforderungen an die Aussagequalität. E.B.________ versuchte unbestrittenermassen - der Schuldspruch im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB ist in Rechtskraft erwachsen - mit mehreren Messerstichen den Beschwerdegegner zu töten. Letzterer sah sich demnach überraschend mit einem lebensbedrohlichen Angriff konfrontiert. Es handelte sich hierbei um ein dynamisches Geschehen, das gemäss den diesbezüglich übereinstimmenden Angaben aller befragten Personen sowie den ausgewerteten Mobiltelefondaten (vgl. hierzu Urteil E. II. Ziff. 18 S. 24) von sehr kurzer Dauer war. Bei dieser Ausgangslage sind keine Ausführungen zu erwarten, die in Bezug auf den Detaillierungsgrad über die vom Beschwerdegegner gemachten Angaben hinaus gehen.”
Mit dem Eintritt des Todes ist das Delikt nach Art. 111 StGB objektiv vollendet. Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale (hier: der Erfolg Tod) eingetreten sind.
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen nach Art. 112 ff. StGB zutrifft, wird gemäss Art. 111 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. In objektiver Hinsicht setzt Art. 111 StGB die Verursachung des Todes eines lebenden Menschen voraus, wobei der Täter beliebige Tatmittel einsetzen kann. Mit dem Eintritt des Todes ist das Delikt vollendet (S CHWARZENEGGER, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK Strafrecht I, 4. Aufl., Basel 2019, Art. 111 N 4 f.). Ein Schuldspruch wegen versuchter vorsätz- licher Tötung bedingt, dass das Handeln des Beschuldigten für das Opfer auch tödliche Folgen hätte haben können. Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB liegt vor, wenn der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt (unvollende- ter Versuch) oder der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder nicht eintreten kann (vollendeter Versuch). Mit anderen Worten liegt ein Versuch vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestands- merkmale verwirklicht sind (BGE 140 IV 150 E.”
Konkrete Umstände — etwa die Begehung der Tat gegenüber einem anvertrauten Kleinkind, wiederholte bzw. langanhaltende Misshandlung oder das Ausnutzen körperlicher Überlegenheit — sind verschuldenssteigernd nach Art. 111 StGB und können zu hohen Einsatzstrafen führen.
“Ausgangspunkt für die Bemessung der Strafe bildet der Strafrahmen der Tötung gemäss Art. 111 StGB, der eine Freiheitsstrafe von fünf bis zwanzig Jahren vorsieht, wobei das Gericht aufgrund der unvollendeten Tat weder an die Mindeststrafe gebunden ist (Niggli/Maeder, a.a.O., Art. 22 StGB N 27). Zur objektiven Tatschwere ist zu erwägen, dass der Berufungskläger besonders rücksichtslos und angesichts seiner aufeinanderfolgenden Tathandlungen (Messereinsatz, Würgegriff, Wurf und Verfolgung des Opfers) relativ hartnäckig vorging. Dabei nützte er beim Würgegriff seine körperliche Überlegenheit bzw. die Wehrlosigkeit des Opfers aus und setzte gerade auch beim anschliessenden Wurf des Opfers auf die Fahrräder erhebliche Kraft und volle Wucht ein. Erschwerend wirkt sich aus, dass das Opfer den Berufungskläger schon während der Beziehung, aber auch nach der Trennung in jeglichen Lebensbelangen stets unterstützt hatte und dass dieser somit gegen einen ihm besonders wohlgesinnten Menschen handelte, der im Übrigen unmittelbar vor der Tat noch verzweifelt versucht hatte, ihn zu beruhigen und deeskalierend auf ihn einzuwirken.”
“Für die Vorinstanz fällt beim Tötungsdelikt erheblich verschuldenserhöhend ins Gewicht, dass die Tat gegenüber einem Kleinkind begangen wurde, das unter der Fürsorge des Beschwerdeführers stand und sich nicht habe wehren können. Leicht verschuldenserhöhend gewichtet sie, dass dem Todeseintritt eine Phase des Leidens voran ging. Leicht verschuldensmindernd wirke sich aus, dass er die Todesfolge nicht direkt angestrebt, sondern sie nur (aber immerhin) in Kauf genommen habe. Daraus, dass er sich nach der Tat bestürzt gezeigt habe, könne er nichts weiter ableiten: Wäre dem nicht so gewesen, läge ein Indiz für direkten Vorsatz vor (Urteil S. 60). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Erwägungen Art. 47 ff. StGB verletzen sollten. Es tangiert das Doppelverwertungsverbot nicht, dass einerseits der subjektive Sachverhalt als Eventualvorsatz qualifiziert (Art. 12 Abs. 2 StGB) und andererseits das Ausmass oder die Intensität des kriminellen Vorgehens verschuldenserhöhend gewichtet wird (Art. 47 Abs. 2 StGB), dass und wie die Tat (Art. 111 StGB) gegenüber einem anvertrauten Kleinkind begangen wurde.”
“Der Beschwerdeführer hält fest, unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren sei die Einsatzstrafe von 12 Jahren massiv zu hoch. Sie überschreite das gemäss Art. 47 StGB zustehende Ermessen. Es sei von 7,5 Jahren auszugehen (Beschwerde S. 50). Der Beschwerdeführer hatte im Zeitpunkt der Tatbegehung lediglich die Aufgabe, für wenige Minuten alleine auf das Kind aufzupassen (Urteil S. 60). Die Vorinstanz hält fest, falls der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen sei, das Kind zu beruhigen, hätte er es absetzen oder die Partnerin rufen können. Stattdessen habe er in der Gewalt ein Mittel gesucht, um das Kind zum Gehorsam zu bringen bzw. um es ruhig zu stellen. Je leichter es für den Beschwerdeführer aber gewesen wäre, die körperliche Unversehrtheit des Kindes zu respektieren, desto schwerer wiege die Entscheidung gegen sie (mit Hinweis auf BGE 117 IV 112 E. 1 S. 114). Sie geht insgesamt von einem mittelschweren bis schweren Tatverschulden aus und setzt die Einsatzstrafe für das Tötungsdelikt auf 12 Jahre fest (Urteil S. 61). Art. 111 StGB droht eine Freiheitsstrafe von mindestens 5 Jahren bis zu 20 Jahren an (Art. 111 i.V.m. Art. 40 Abs. 2 StGB). Die Vorinstanz hatte eine monatelange krasse Misshandlung des im Tatzeitpunkt der letalen Körperverletzung seiner Fürsorge anvertrauten fast 2 ½ jährigen Sohnes der Partnerin verschuldensmässig zu beurteilen. Die Berücksichtigung aller relevanten Faktoren rechtfertigt die hohe Einsatzstrafe. Eine wahrhaft unhaltbare ("vraiment insoutenable"; oben E. 5.1) Ausübung des ihr bundesrechtlich zuzugestehenden Strafzumessungsermessens ist der Vorinstanz nicht vorzuwerfen. Die ausgesprochene Strafe erscheint nicht als übertrieben hart ("exagérément sévère") im Sinne der Rechtsprechung, sodass ein Ermessensmissbrauch zu verneinen ist (BGE 144 IV 313 E. 1.2 S. 319; 127 IV 101 E. 2c S.104). So war der Täter einer krassen Kindesmisshandlung wegen versuchter Tötung und mehrfach qualifizierter einfacher Körperverletzung zu 11 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden, wobei das Bundesgericht die Vorinstanz anwies, die Tat als Mord einzustufen (Urteil 6B_232/2012 vom 8.”
Wegen der hohen Strafdrohung (die Mindeststrafe entspricht jener von Art. 111 StGB) ist die einschlägige Voraussetzung einer "Mise en danger de mort" restriktiv auszulegen: es muss ein konkretes, imminentes und sehr hohes Risiko bestehen, dass der Tod leicht eintreten kann.
“Parmi les circonstances qui peuvent dénoter que l'auteur est particulièrement dangereux, la jurisprudence cite une exécution froide, une préparation professionnelle et la brutalité dans l'action (ATF 116 IV 312 consid. 2e p. 317) ou encore le fait de menacer la victime avec une arme (ATF 120 IV 113 consid. 1c p. 117 ; TF 6S.203/2005 du 6 septembre 2005 consid. 3.1 ; TF 6S.109/2001 du 17 avril 2001 consid. 1c). Enfin, le dernier stade d'aggravation est réalisé si l'auteur a mis la victime en danger de mort, lui a fait subir une lésion corporelle grave, ou l'a traitée avec cruauté (art. 140 ch. 4 CP). L’art. 140 ch. 4 CP prévoit une peine privative de liberté de cinq ans au moins, si l’auteur a mis la victime en danger de mort, lui a fait subir une lésion corporelle grave ou l’a traitée avec cruauté. La circonstance aggravante de la mise en danger de mort prévenue à l’art. 140 ch. 4 CP doit être interprétée restrictivement en raison de l’importance de la peine, qui est une peine privative de liberté de cinq ans au moins et qui correspond ainsi à la sanction du meurtre (art. 111 CP). Selon la jurisprudence, la mise en danger de mort de la victime suppose un danger concret, imminent et très élevé que la mort puisse survenir facilement, même sans la volonté de l’auteur (ATF 121 IV 67 consid. 2b ; TF 6B_288/2018 du 22 août 2018 consid. 2.1 ; TF 6B_28/2016 du 10 octobre 2016 consid. 4.2). Les circonstances de fait et le comportement concret de l’auteur sont décisifs pour déterminer si la victime a couru un risque réel de lésions mortelles (cf. ATF 117 IV 427 consid. 3b/aa). Le fait de positionner une lame acérée à proximité immédiate de la gorge d’une victime, ou directement sur celle-ci, de telle sorte qu’il en résulte un danger qu’une échauffourée ou un mouvement minime, par exemple un mouvement réflexe involontaire, de la victime ou de l’auteur entraîne une lésion mortelle constitue, selon la jurisprudence, objectivement une mise en danger de sa vie au sens de l’art. 140 ch. 4 CP (ATF 117 IV 427 précité consid. 3b/aa ; TF 6B_257/2021 du 22 décembre 2021 consid. 2 ; TF 6B_288/2018 précité consid.”
“Aux termes de l'art. 140 ch. 1 CP, celui qui aura commis un vol en usant de violence à l'égard d'une personne, en la menaçant d'un danger imminent pour la vie ou l'intégrité corporelle ou en la mettant hors d'état de résister sera puni d'une peine privative de liberté de six mois à dix ans. Les ch. 2 à 4 de l'art. 140 CP envisagent les formes qualifiées de brigandage. L'art. 140 ch. 4 CP prévoit une peine privative de liberté de cinq ans au moins, si l'auteur a mis la victime en danger de mort, lui a fait subir une lésion corporelle grave ou l'a traitée avec cruauté. La circonstance aggravante de la mise en danger de mort prévue à l'art. 140 ch. 4 CP doit être interprétée restrictivement en raison de l'importance de la peine, qui est une peine privative de liberté de cinq ans au moins et qui correspond ainsi à la sanction du meurtre (art. 111 CP). Selon la jurisprudence, la mise en danger de mort de la victime suppose un danger concret, imminent et très élevé que la mort puisse survenir facilement, même sans la volonté de l'auteur (ATF 121 IV 67 consid. 2b; arrêts 6B_288/2018 du 22 août 2018 consid. 2.1; 6B_28/2016 du 10 octobre 2016 consid. 4.2). Les circonstances de fait et le comportement concret de l'auteur sont décisifs pour déterminer si la victime a couru un risque réel de lésions mortelles (cf. ATF 117 IV 427 consid. 3b/aa). Le fait de positionner une lame acérée à proximité immédiate de la gorge d'une victime, ou directement sur celle-ci, de telle sorte qu'il en résulte un danger qu'une échauffourée ou un mouvement minime, par exemple un mouvement réflexe involontaire, de la victime ou de l'auteur entraîne une lésion mortelle constitue, selon la jurisprudence, objectivement une mise en danger de sa vie au sens de l'art. 140 ch. 4 CP (ATF 117 IV 427 consid. 3b/aa; arrêts 6B_288/2018 précité consid. 2.1; 6B_28/2016 précité consid.”
“3 CP devrait être retenue est celle où l'auteur menace la victime d'une arme chargée, assurée ou non, et crée ainsi un danger de mort concret, sans pour autant qu'il y ait matière à parler de danger de mort imminent au sens de l'article 140 ch. 4 CP (ATF 120 IV 113 consid. 1c = JdT 1996 IV 64; 117 IV 419 consid. 4b = JdT 1993 IV 140 ; arrêts du Tribunal fédéral 6B_758/2009 du 6 novembre 2009 consid. 2.1 ; M. DUPUIS / L. MOREILLON / C. PIGUET / S. BERGER / M. MAZOU / V. RODIGARI (éds), Code pénal - Petit commentaire, 2e éd., Bâle 2017, n. 26 ad art. 140 et les références citées). 3.1.4. L'art. 140 ch. 4 CP prévoit une peine privative de liberté de cinq ans au moins, si l'auteur a mis la victime en danger de mort, lui a fait subir une lésion corporelle grave ou l'a traitée avec cruauté. La circonstance aggravante de la mise en danger de mort prévue à l'art. 140 ch. 4 CP doit être interprétée restrictivement en raison de l'importance de la peine, qui correspond ainsi à la sanction du meurtre (art. 111 CP). Selon la jurisprudence, la mise en danger de mort de la victime suppose un danger concret, imminent et très élevé que la mort puisse survenir facilement, même sans la volonté de l'auteur (ATF 121 IV 67 consid. 2b ; arrêts du Tribunal fédéral 6B_288/2018 du 22 août 2018 consid. 2.1 ; 6B_28/2016 du 10 octobre 2016 consid. 4.2). Les circonstances de fait et le comportement concret de l'auteur sont décisifs pour déterminer si la victime a couru un risque réel de lésions mortelles. Le fait de positionner une lame acérée à proximité immédiate de la gorge d'une victime, ou directement sur celle-ci, de telle sorte qu'il en résulte un danger qu'une échauffourée ou un mouvement minime, par exemple un mouvement réflexe involontaire, de la victime ou de l'auteur entraîne une lésion mortelle constitue, selon la jurisprudence, objectivement une mise en danger de sa vie au sens de l'art. 140 ch. 4 CP (ATF 117 IV 427 consid. 3b/aa ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_257/2021 du 22 décembre 2021 consid. 2.”
Wegen des Mindeststrafrahmens von mindestens fünf Jahren erfüllt eine Verurteilung wegen vorsätzlicher (bzw. versuchter vorsätzlicher) Tötung nach Art. 111 StGB das formale Kriterium der SIS‑Verordnung, wonach das Höchstmass der Strafe mehr als ein Jahr betragen muss. In den zitierten Entscheidungen wurde bei Drittstaatsangehörigen auf dieser Grundlage eine nationale Ausschreibung im SIS geprüft bzw. angeordnet.
“Subsumtion Der Beschuldigte ist syrischer Staatsangehöriger und stammt damit aus einem Drittstaat. Mit vorliegendem Urteil wird er für 7 Jahre des Landes verwiesen. Es liegt somit eine nationale Ausschreibung vor, die auf einer Entscheidung der zuständigen Instanz beruht. Der Beschuldigte wurde insbesondere wegen versuchter vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen. Gemäss Art. 111 StGB wird die vorsätzliche Tötung mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Das Höchstmass der Strafe beträgt somit mehr als ein Jahr Freiheitsstrafe, womit die Voraussetzungen gemäss Art. 24 Ziff. 2 Bst. a i.V.m. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-Grenze erfüllt ist. Der Beschuldigte verletzte durch seinen Angriff mit einem Messer auf das Zufallsopfer das höchste Rechtsgut der Schweizerischen Rechtsordnung, womit – nicht zuletzt im Lichte der nicht allzu hohen Anforderungen an diese – eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit vorliegt. Mit Blick auf das hiervor zur Schwere der Delinquenz Ausgeführte sowie angesichts des Strafmasses von 3 Jahren und 6 Monaten erscheint eine Ausschreibung im SIS auch verhältnismässig. VII. Zivilpunkt Mit dem Berufungsrückzug des ehemaligen Straf- und Zivilkläger ist der gesamte Zivilpunkt in Rechtskraft erwachsen (vgl. E. 6. hiervor). Für die diesbezüglichen Ausführungen kann demnach auf die erstinstanzliche Urteilsbegründung verwiesen werden (S.”
“Erwägungen der Kammer Der Beschuldigte ist Staatsangehöriger von J.________(Land) und verfügt über keine Aufenthaltsbewilligung eines Mitgliedstaates der EU oder EFTA. Er ist damit ein Drittstaatsangehöriger i.S.v. Art. 3 Ziff. 4 SIS-Verordnung-Grenze. Der Beschuldigte wurde wegen versuchter vorsätzlicher Tötung rechtskräftig schuldig gesprochen. Vorsätzliche Tötung ist gemäss Art. 111 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bedroht. Das Höchstmass der Strafe beträgt damit klar mehr als ein Jahr Freiheitsstrafe, womit die Voraussetzung von Art. 24 Ziff. 2 Bst. a i.V.m. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-Grenze erfüllt ist. Der Beschuldigte wird zudem mit vorliegendem Urteil für”
“Erwägungen der Kammer Der Beschuldigte stammt aus Nigeria und ist folglich Drittstaatenangehöriger. Mit vorliegendem Urteil wird er für neun Jahre des Landes verwiesen. Es liegt somit eine nationale Ausschreibung vor, die auf einer Entscheidung der zuständigen Instanz beruht. Der Beschuldigte wurde mit vorliegendem Urteil unter anderem wegen versuchter vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen. Gemäss Art. 111 StGB wird dies mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Das Höchstmass der Strafe beträgt somit offensichtlich mehr als ein Jahr Freiheitsstrafe, womit die Voraussetzung von Art. 24 Ziff. 2 Bst. a i.V.m. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-Grenze erfüllt ist. Zu prüfen ist gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zusätzlich, ob vom Beschuldigten eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgeht. Der Beschuldigte beging unter anderem eine versuchte vorsätzliche Tötung sowie einen Angriff, wofür Art. 66a Abs. 1 Bst. a und b StPO die obligatorische Landesverweisung vorsehen. Wie bereits ausgeführt, stellt der Beschuldigte aufgrund seiner Delikte eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar, sodass vorliegend die Ausschreibung im SIS anzuordnen ist. Mit Blick auf das hiervor Ausgeführte zur Schwere der Delinquenz sowie angesichts des Strafmasses von sieben Jahren und zehn Monaten des Beschuldigten erscheint eine solche Ausschreibunge auch verhältnismässig.”
“E.________ E.________ ist ________ Staatsangehöriger und stammt damit aus einem Drittstaat. Er kann sich ausserdem nicht auf ein Freizügigkeitsrecht berufen. Mit vorliegendem Urteil wird er für zehn Jahre des Landes verwiesen. Es liegt somit eine nationale Ausschreibung vor, die auf einer Entscheidung der zuständigen Instanz beruht. Der Beschuldigte wurde mit vorliegendem Urteil wegen versuchter vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen. Gemäss Art. 111 StGB wird dies mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Das Höchstmass der Strafe beträgt somit weit über ein Jahr Freiheitsstrafe, womit die Voraussetzung von Art. 24 Ziff. 2 Bst. a i.V.m. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-Grenze erfüllt ist. Zu prüfen ist gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zusätzlich, ob vom Beschuldigten eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgeht. E.________ wurde der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen und damit wegen einer schweren Straftat zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Im Lichte der zitierten Rechtsprechung reicht dies aus, um eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne der SIS-Verordnung-Grenze zu begründen. Darüber hinaus wurde E.________ kein bedingter Strafvollzug gewährt und es fehlt an tatsächlicher Einsicht und Reue. Eine Ausschreibung im SIS ist somit anzuordnen. Eine solche erscheint mit Blick auf das soeben Ausgeführte zur Schwere der Delinquenz des Beschuldigten – und weil es den übrigen Schengen-Staaten freisteht, dem Einreiseverbot nachzuleben (Urteil des Bundesgerichts 6B_1178/2019 vom 10.”
“C.________ C.________ ist ________ Staatsangehöriger und stammt damit aus einem Drittstaat. Er kann sich ausserdem nicht auf ein Freizügigkeitsrecht berufen. Mit vorliegendem Urteil wird er für sieben Jahre des Landes verwiesen. Es liegt somit eine nationale Ausschreibung vor, die auf einer Entscheidung der zuständigen Instanz beruht. Der Beschuldigte wurde mit vorliegendem Urteil wegen Gehilfenschaft zur versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen. Gemäss Art. 111 StGB wird dies mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Das Höchstmass der Strafe beträgt somit weit über ein Jahr Freiheitsstrafe, womit die Voraussetzung von Art. 24 Ziff. 2 Bst. a i.V.m. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-Grenze erfüllt ist. Zu prüfen ist gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zusätzlich, ob vom Beschuldigten eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgeht. C.________ wurde der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen und damit wegen einer schweren Straftat zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Im Lichte der zitierten Rechtsprechung reicht dies aus, um eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne der SIS-Verordnung-Grenze zu begründen. Darüber hinaus wurde C.________ kein bedingter Strafvollzug gewährt und es fehlt an tatsächlicher Einsicht und Reue. Eine Ausschreibung im SIS ist somit anzuordnen. Eine solche erscheint mit Blick auf das soeben Ausgeführte zur Schwere der Delinquenz des Beschuldigten – und weil es den übrigen Schengen-Staaten freisteht, dem Einreiseverbot nachzuleben (Urteil des Bundesgerichts 6B_1178/2019 vom 10.”
Art. 111 stellt einen Auffangtatbestand dar: er ist durch das Fehlen der speziellen Voraussetzungen der Art. 112–117 gekennzeichnet. Objektiv setzt Art. 111 die Verursachung des Todes eines lebenden Menschen voraus; als Tathandlung genügt jede Art der Todesherbeiführung, wobei der Täter beliebige Tatmittel einsetzen kann. Das Delikt ist mit dem Eintritt des Todes als Erfolgsdelikt vollendet.
“Objektiver Tatbestand der vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB Gemäss Art. 111 StGB wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der Art. 112 bis Art. 117 StGB zutrifft. Art. 111 StGB ist demnach charakterisiert durch das Fehlen von spezifischen Tatbestandsmerkmalen und setzt lediglich die vorsätzliche Verursachung des Todes eines Menschen voraus (Trechsel/Geth, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar StGB, 4. Auflage, Art. 111 N 1). Als Tathandlung gilt jede Art der Verursachung des Todes eines lebenden Menschen, wobei der Täter beliebige Tatmittel einsetzen kann. Mit dem Eintritt des Todes ist die vorsätzliche Tötung als Erfolgsdelikt vollendet (BSK StGB-Schwarzenegger, 4. Auflage, Art. 111 N 4 f.).”
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen nach Art. 112 ff. StGB zutrifft, wird gemäss Art. 111 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. In objektiver Hinsicht setzt Art. 111 StGB die Verursachung des Todes eines lebenden Menschen voraus, wobei der Täter beliebige Tatmittel einsetzen kann. Mit dem Eintritt des Todes ist das Delikt vollendet (S CHWARZENEGGER, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK Strafrecht I, 4. Aufl., Basel 2019, Art. 111 N 4 f.). Ein Schuldspruch wegen versuchter vorsätz- licher Tötung bedingt, dass das Handeln des Beschuldigten für das Opfer auch tödliche Folgen hätte haben können. Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB liegt vor, wenn der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt (unvollende- ter Versuch) oder der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder nicht eintreten kann (vollendeter Versuch). Mit anderen Worten liegt ein Versuch vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestands- merkmale verwirklicht sind (BGE 140 IV 150 E.”
Der Versuch (Art. 22 Abs. 1 StGB) ist bei Art. 111 StGB strafmildernd zu berücksichtigen. Eine Unterschreitung der angedrohten Mindeststrafe von fünf Jahren ist jedoch nur möglich, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die im konkreten Fall angedrohte Strafe als zu hart bzw. unangemessen erscheint. Als zulässige aussergewöhnliche Umstände werden in der Praxis etwa achtenswerte Beweggründe und schwere Bedrängnis genannt; sonst sind Milderungsgründe grundsätzlich im Rahmen des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen.
“En effet, si une peine inférieure un minimum prévu par l’art. 111 CP pourrait théoriquement être prononcée en raison du degré de réalisation limité à la tentative, à défaut de circonstances exceptionnelles faisant apparaître la peine encourue pour les actes considérés comme trop sévère ou trop clémente dans le cas concret, il n’y a pas lieu de s’écarter du cadre légal de base de l’infraction la plus grave (ATF 136 IV 55 consid. 5.8).”
“Der Beschuldigte fordert mit seiner Berufung, er sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung aus, dass bei der von der Staatsanwaltschaft beantragten Freiheitsstrafe zu wenig be- rücksichtigt werde, dass dem Beschuldigten nur eine versuchte und nicht eine voll- endete Tötung vorgeworfen werde. Sodann sei der Privatkläger B._____ nur leicht verletzt worden und die Wunde habe problemlos genäht werden können. Ferner habe sich der Beschuldigte mehrmals beim Privatkläger B._____ entschuldigt und überdies in schwerer Bedrängnis und unter dem Eindruck einer schweren Drohung sowie eines massiven Angriffs auf ihn gehandelt, weshalb das Gericht die Strafe erheblich mildern müsse (Urk. 148 S. 20 f.). 4.Bei der Bestimmung des ordentlichen Strafrahmens ist vom gesetzlich vorge- sehenen Strafrahmen auszugehen. Aufgrund der im Berufungsverfahren korrigier- ten rechtlichen Würdigung als versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB ist eine Freiheitsstrafe nicht unter - 33 - fünf Jahren auszufällen. Die Höchststrafe beträgt 20 Jahre Freiheitsstrafe (Art. 40 Abs. 2 StGB). 5.Strafschärfungsgründe im Sinne von Art. 49 StGB liegen nicht vor. Der Ver- such gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB stellt einen Strafmilderungsgrund dar. Gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 48a Abs. 1 StGB ist das Gericht diesfalls nicht an die angedrohte Mindeststrafe gebunden. Jedoch ist der ordentliche Straf- rahmen nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Vorliegend sind keine aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich, die ein Abwei- chen vom ordentlichen Strafrahmen rechtfertigen würden. Der vorliegend relevante Strafmilderungsgrund des Versuchs ist deshalb als Strafminderungsgrund bei der Strafzumessung zu berücksichtigen.”
“Zur Täterkomponente sind die persönlichen Verhältnisse des Täters, das Vorleben und die Vorstrafen, das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, die Strafempfindlichkeit sowie weitere strafmindernde und straferhöhende Aspekte zu zählen. Gemäss Art. 111 StGB wird die vorsätzliche Tötung eines Menschen, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der Art. 112 ff. StGB zutrifft, mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Da es vorliegend beim Versuch geblieben ist, ist das Gericht grundsätzlich nicht an die angedrohte Mindeststrafe und Strafart gebunden (Art. 22 i.V.m. Art. 48a StGB). Vorliegend sind betreffend A.________ sowie E.________ jedoch keine aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich, die es gebieten würden, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen, weshalb die Strafe innerhalb des ordentlichen Rahmens festzusetzen ist (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_853/2014 vom 9. Februar 2015 E. 4.2). Als Strafart kommt damit einzig eine Freiheitsstrafe in Frage. Gleiches gilt für C.________ trotz Gehilfenschaft, auch wenn der Strafrahmen von Art. 111 StGB verlassen wird.”
“Strafart und Strafrahmen Der Beschuldigte hat sich vorliegend der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung sowie der groben Verkehrsregelverletzung schuldig gemacht. Weil sich die Handlung des Beschuldigten in einem Willensentschluss und einem einzelnen Ausführungsakt erschöpft, ist hinsichtlich der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung zum Nachteil von sechs Personen von einer Handlungseinheit und nicht von einer Mehrfachbegehung auszugehen (vgl. Ackermann, Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Aufl. 2019, N. 24 zu Art. 49 StGB). Eine vorsätzliche Tötung wird gemäss Art. 111 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren und bis zu 20 Jahren bestraft. Als Strafmilderungsgrund ist die versuchte Tatbegehung (Art. 22 Abs. 1 StGB) zu berücksichtigen. Mildert das Gericht die Strafe, so ist es nicht an die angedrohte Mindeststrafe gebunden und kann auch auf eine andere als die angedrohte Strafart erkennen, wobei es an das gesetzliche Höchst- und Mindestmass der Strafart gebunden ist (Art. 48a StGB). Als zusätzliche aussergewöhnliche Umstände sind vorliegend zudem die achtenswerten Beweggründe (Art. 48 Bst. a Ziff. 1 StGB) sowie die schwere Bedrängnis (Art. 48 Bst. a Ziff. 2 StGB) zu berücksichtigen. Aufgrund der konkreten Tatumstände rechtfertigt sich vorliegend ein Unterschreiten der angedrohten Mindeststrafe (Art. 48a Abs. 1 StGB; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1363/2019 vom 19. November 2020 E. 2.3.2.). Eine grobe Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG kann mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren sanktioniert werden. Der konkrete Strafrahmen beträgt somit drei Tagessätze Geldstrafe bis drei Jahre Freiheitsstrafe.”
“Der ordentliche Strafrahmen für eine vorsätzliche Tötung beträgt Freiheits- strafe von fünf bis zwanzig Jahre (Art. 111 StGB, Art. 40 Abs. 2 StGB), wobei das Gericht vorliegend an die angedrohte Mindeststrafe nicht gebunden ist, da die technischen Strafmilderungsgründe des Notwehrexzesses im Sinne von Art. 16 - 14 - Abs. 1 StGB und des Versuchs im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB vorliegen. Die Frage einer Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens kann sich stellen, wenn verschuldens- bzw. strafreduzierende Faktoren zusammentreffen, die einen objektiv an sich leichten Tatvorwurf weiter relativieren, so dass eine Strafe inner- halb des ordentlichen Rahmens dem Rechtsempfinden widerspräche(vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8, Urteil des Bundesgerichts 6B_1363/2019 vom 19. November 2020 E. 2.3.2.). Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, ist vorliegend aufgrund des Zusammentreffens der genannten Strafmilderungsgründe und des Tatverschul- dens die Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens angezeigt.”
“Strafrahmen und Strafzumessungsregeln Der ordentliche Strafrahmen für eine vorsätzliche Tötung beträgt Freiheitsstrafe von fünf bis zwanzig Jahren (vgl. Art. 111 StGB), wobei das Gericht vorliegend an die angedrohte Mindeststrafe grundsätzlich nicht gebunden ist, da der Strafmilde- rungsgrund des Versuchs im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB vorliegt (Art. 48a StGB). Der ordentliche Strafrahmen ist in einem solchen Fall jedoch nur zu erwei- tern, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angeordnete Strafe im konkreten Fall zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 ff., 63; BGer 6B_611/2010 vom 26. April 2011 E. 4; BGer 6B_475/2011 vom 30. Januar 2012 E. 1.4.4). Andernfalls sind Strafmilderungsgründe strafmindernd im Rahmen des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen (BGE 116 IV 300 ff.; BGE 116 IV 11 ff.). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass keine aussergewöhnlichen Umstände erkennbar sind, die eine Erweiterung des Strafrahmens erforderlich machen würden, weshalb der Versuch im Rahmen der Strafzumessung strafmin- dernd zu berücksichtigen sein wird.”
Bei Art. 111 StGB wird in der Praxis eine mehrfache Tatbegehung berücksichtigt, wenn sich die Tatbestandsverwirklichung gegenüber mehreren Opfern ergibt. Zudem kommt bei Anstiftung zur (versuchten) Tötung der Anstifter nach Art. 24 StGB in Betracht, wenn der Tatentschluss des Gemässigten auf dem motivierenden Verhalten des Anstifters beruht.
“Dass die Beschuldigten im Rahmen ihres Tatvorgehens beide die Schwelle des Versuchsstadiums bereits klar überschritten hatten, ist schliesslich ohne Wei- teres anzunehmen und bedarf aufgrund des diesbezüglich klaren Falles keiner wei- teren Erörterung. Insgesamt haben mithin beide Beschuldigten die Tatbestands- voraussetzungen der eventualvorsätzlich versuchten Tötung im Sinne Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB jeweils gegenüber beiden Privatklägern erfüllt, woraus sich sowohl für den Beschuldigten A._____ als auch für den Be- schuldigten B._____ eine mehrfache Tatbegehung ergibt. 2.3.Rechtfertigungsgrund”
“Insgesamt bestehen daher keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte das von ihm in der Garage aufbewahrte und am 12. April 2019 von der Polizei si- chergestellte Kokain, nicht zuletzt auch aufgrund der Menge von 29,7 Gramm und - 34 - dessen Wert und Verpackung in einem einzigen Knistersack nicht zum Eigenkon- sum besass, zumal er laut seinen eigenen Aussagen im Frühjahr 2019 gar kein solches mehr konsumierte. Wäre dieses Kokain zum Eigenkonsum bestimmt ge- wesen, liesse sich dies auch nicht damit in Einklang bringen, dass der Beschul- digte geltend machte, diese Drogen seien ihm untergeschoben worden. Der An- klagesachverhalt (Urk. 27 S. 5, Ziff. 1.) erweist sich somit in Übereinstimmung mit der vorinstanzlichen Beweiswürdigung (Urk. 97 S. 32–36) als vollumfänglich er- stellt. Zur Frage der qualifizierten Tatbegehung wird nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung noch näher einzugehen sein. IV. Rechtliche Würdigung 1. Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten als mehrfach versuchte Anstiftung zu mehrfacher Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 2 StGB und als Verbrechen gegen das Betäu- bungsmittelgesetzes im Sinne von dessen Art. 19 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 BetmG (Urk. 27 S. 8). Die Vorderrichter haben den Beschuldigten in diesem Sinne schuldig gesprochen (Urk. 97 S. 82). Der Beschuldigte liess mit seiner Berufungserklärung einen Freispruch von beiden Tatvorwürfen beantragen (Urk. 107 S. 2 f.). Die Staatsanwaltschaft beschränkte ihre Anschlussberufung auf die Strafzumessung und die Dauer der Landesverweisung (Urk. 113 S. 1). 2. Gemäss Art. 24 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer jemanden vorsätzlich zum von ihm verübten Verbrechen oder Vergehen bestimmt hat, und zwar nach der Strafandrohung, welche auf den Täter Anwendung findet. Wer jemanden zu ei- nem Verbrechen zu bestimmen versucht, wird wegen Versuchs dieses Verbre- chens bestraft (Art. 24 Abs. 2 StGB). 2.1. Der Tatentschluss des Täters muss auf das motivierende Verhalten des Anstifters zurückzuführen sein. Nicht erforderlich ist, dass beim Anzustiftenden Widerstände überwunden werden müssen.”
Beim Einsatz objektiv gefährlicher Mittel (z. B. Explosivstoffe) ist die Annahme eines unmöglichen Versuchs nur schwer zu halten; der Gebrauch solcher Mittel spricht grundsätzlich gegen eine absolute Unmöglichkeit des Tatmittels, weil Unmöglichkeit im Sinne der einschlägigen Literatur eine absolute Ungeeignetheit des Mittels voraussetzt.
“Il mezzo è impossibile quando non permette di realizzare l'infrazione in questione. Ciò è il caso quando tale impossibilità è assoluta, come per esempio un tentativo di avvelenamento mediante una sostanza che si rivela in realtà innocua. Se invece il mezzo è atto a produrre il risultato in questione, ma non con il metodo di applicazione o con il dosaggio scelto dall'autore, trattasi di un'impossibilità relativa e quindi di un tentativo a tutti gli effetti (v. Killias/Kuhn/Dongois, Précis de droit pénal général, 4a ediz. 2016, n. 516). In concreto, già solo per il fatto che in entrambi i casi è stato usato dell'esplosivo, mezzo la cui pericolosità è oggettivamente indubbia, è palese che la tesi del tentativo impossibile, a prescindere dalle ragioni per cui la detonazione non è avvenuta, è assolutamente insostenibile. Ciò constatato, rilevato come l'art. 111 comma 1 della legge penale croata (in seguito: LP-HR) punisca l'omicidio con una pena minima di dieci anni o una pena di reclusione di lunga durata (v. act. 4.9) e che secondo l'art. 111 CP, chiunque intenzionalmente uccide una persona è punito con una pena detentiva non inferiore a cinque anni, pur essendo la pena attenuata in caso di tentativo in entrambi gli Stati (v. art. 34 LP-HR e 22 CP), le condizioni di cui all'art. 2 cpv. 1 CEEstr. sono da considerarsi adempiute, per cui le censure in questo ambito vanno tutte disattese. 3. L'insorgente dichiara di avere un alibi giusta l'art. 53 AIMP. Nel gravame si afferma che “il qui imputato potrà solo nel prosieguo della procedura dar tuttavia prova del suo mancato coinvolgimento con quanto sostenuto dalle Autorità croate, in particolare il fatto che questi si trovasse all'estero nei periodi in cui gli inquirenti sostengono che avrebbe commesso il reato” (act. 1, pag. 11). 3.1 Secondo l'art. 53 AIMP, se la persona perseguita afferma di poter provare che, al momento del fatto, non si trovava nel luogo di commissione, l'Ufficio federale procede ai chiarimenti necessari (cpv. 1). Nei casi palesi, l'estradizione è negata. Negli altri casi, le prove a discarico sono comunicate allo Stato richiedente invitandolo a dichiarare entro breve termine se intende mantenere la domanda (cpv.”
Frühere Verurteilungen wegen ähnlicher Gewaltdelikte (z. B. versuchte vorsätzliche Tötung) sowie frühere Gewalttaten gegen Angehörige können bei der Strafzumessung nach Art. 111 StGB als Vorbelastungen berücksichtigt werden.
“Erwägungen der Kammer Der Beschuldigte ist Staatsangehöriger von J.________(Land) und verfügt über keine Aufenthaltsbewilligung eines Mitgliedstaates der EU oder EFTA. Er ist damit ein Drittstaatsangehöriger i.S.v. Art. 3 Ziff. 4 SIS-Verordnung-Grenze. Der Beschuldigte wurde wegen versuchter vorsätzlicher Tötung rechtskräftig schuldig gesprochen. Vorsätzliche Tötung ist gemäss Art. 111 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bedroht. Das Höchstmass der Strafe beträgt damit klar mehr als ein Jahr Freiheitsstrafe, womit die Voraussetzung von Art. 24 Ziff. 2 Bst. a i.V.m. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-Grenze erfüllt ist. Der Beschuldigte wird zudem mit vorliegendem Urteil für”
“133 république et canton de Genève POUVOIR JUDICIAIRE P/1065/2023 ACPR/275/2024 COUR DE JUSTICE Chambre pénale de recours Arrêt du lundi 22 avril 2024 Entre A______, actuellement détenu à la prison de B______, ______, agissant en personne, recourant, contre l'ordonnance de refus de remplacement du défenseur rendue le 11 mars 2024 par la direction de la procédure du Tribunal correctionnel, et LE TRIBUNAL CORRECTIONNEL, rue des Chaudronniers 9, 1204 Genève, case postale 3715, 1211 Genève 3, intimé. EN FAIT : A. Par acte reçu le 15 mars 2024, A______ recourt contre l'ordonnance du 11 précédent, notifiée le jour-même, par laquelle la direction de la procédure du Tribunal correctionnel a refusé de relever son défenseur d'office, Me C______. Le recourant, sans prendre de conclusions formelles, déclare recourir contre ladite ordonnance. B. Les faits pertinents suivants ressortent du dossier : a.a. A______ a été arrêté le 15 janvier 2023 et prévenu le 17 suivant de tentative de meurtre (art. 111 CP cum art. 22 CP), subsidiairement de tentative de lésions corporelles graves (art. 122 CP cum art. 22 CP), et d'infraction à l'art. 19a LStup. Il lui est reproché d'avoir, à Genève, le jour de son arrestation, asséné à D______, qui était au sol, des coups de pied au ventre et sur le dos en lui disant "je vais te tuer, je vais te finir", puis, à tout le moins un coup de couteau au côté droit de l'abdomen, avec l'intention de le tuer, lui causant des lésions ayant nécessité son hospitalisation d'urgence et une laparoscopie. a.b. Par ordonnance du 5 avril 2023, le Ministère public a joint à la présente cause la procédure P/13763/2022 dans laquelle A______ est prévenu de lésions corporelles simples pour être soupçonné d'avoir frappé son épouse à plusieurs reprises, entre le 15 mai 2020 et le 23 juillet 2021, lui causant des blessures. b. Lors de ses auditions par la police les 18 mai 2023 et 15 janvier 2023, le prénommé, de nationalité marocaine, a déclaré être de langue maternelle française, ne pas avoir besoin d'un interprète, et a répondu aux questions des policiers.”
Bei Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung (Art. 111 StGB) kann eine Ausweisung angeordnet und der entsprechende Ausweisungsentscheid in das Schengen‑Informationssystem (SIS) eingetragen werden. Die Eintragung setzt eine nationale Entscheidung voraus und ist im Einzelfall auf ihre Verhältnismässigkeit zu prüfen.
“Subsumtion Der Beschuldigte ist syrischer Staatsangehöriger und stammt damit aus einem Drittstaat. Mit vorliegendem Urteil wird er für 7 Jahre des Landes verwiesen. Es liegt somit eine nationale Ausschreibung vor, die auf einer Entscheidung der zuständigen Instanz beruht. Der Beschuldigte wurde insbesondere wegen versuchter vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen. Gemäss Art. 111 StGB wird die vorsätzliche Tötung mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Das Höchstmass der Strafe beträgt somit mehr als ein Jahr Freiheitsstrafe, womit die Voraussetzungen gemäss Art. 24 Ziff. 2 Bst. a i.V.m. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-Grenze erfüllt ist. Der Beschuldigte verletzte durch seinen Angriff mit einem Messer auf das Zufallsopfer das höchste Rechtsgut der Schweizerischen Rechtsordnung, womit – nicht zuletzt im Lichte der nicht allzu hohen Anforderungen an diese – eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit vorliegt. Mit Blick auf das hiervor zur Schwere der Delinquenz Ausgeführte sowie angesichts des Strafmasses von 3 Jahren und 6 Monaten erscheint eine Ausschreibung im SIS auch verhältnismässig. VII. Zivilpunkt Mit dem Berufungsrückzug des ehemaligen Straf- und Zivilkläger ist der gesamte Zivilpunkt in Rechtskraft erwachsen (vgl. E. 6. hiervor). Für die diesbezüglichen Ausführungen kann demnach auf die erstinstanzliche Urteilsbegründung verwiesen werden (S.”
“Vu ses antécédents, dont plusieurs spécifiques, une peine pécuniaire ferme est justifiée et sanctionnera l'empêchement d'accomplir un acte officiel et le séjour illégal, infractions entrant en concours. L'infraction objectivement la plus grave, le séjour illégal, mérite une peine pécuniaire de 75 jours-amende, laquelle sera aggravée de 15 jours-amende pour tenir compte de la violation de l'art. 286 CP (peine hypothétique : 20 jours). La quotité du jour-amende est adéquate vu la situation financière de l'appelant et sera confirmée. L'appelant a dit entreprendre le jugement dans son intégralité, mais n'a pas pris de conclusion concernant la contravention à la LStup; l'amende, dont la quotité est du reste adéquate, sera confirmée. L'absence de révocation du sursis octroyé par le MP le 16 mai 2020 est acquise à l'appelant (art. 391 al. 2 CPP). 5. 5.1. Conformément à l'art. 66a al. 1 let. a CP, applicable aux infractions commises à partir du 1er octobre 2016, le juge expulse un étranger du territoire suisse pour une durée de cinq à quinze ans notamment s'il est reconnu coupable de meurtre (art. 111 CP). L'expulsion obligatoire doit également être prononcée lorsque l'acte délictueux est resté au stade de la tentative (ATF 144 IV 168 consid. 1.4.1 p. 171 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_612/2018 du 22 août 2018 consid. 2.4). L'art. 66a al. 2 CP prévoit que le juge peut exceptionnellement renoncer à une expulsion lorsque celle-ci mettrait l'étranger dans une situation personnelle grave (première condition) et que les intérêts publics à l'expulsion ne l'emportent pas sur l'intérêt privé de l'étranger à demeurer en Suisse (deuxième condition). Les conditions posées par cette disposition sont cumulatives (ATF 144 IV 332 consid. 3.3 p. 339). L'inscription de l'expulsion dans le système d'information Schengen (SIS) était jusqu'au 11 mai 2021 régie par le chapitre IV du règlement SIS II (règlement CE n° 1987/2006) relatif aux signalements de ressortissants de pays tiers aux fins de non-admission ou d'interdiction de séjour. La Suisse a repris le 11 mai 2021 le nouveau règlement (UE) 2018/1861 sur l'établissement, le fonctionnement et l'utilisation du SIS dans le domaine des vérifications aux frontières (RS 0.”
“La peine privative de liberté de quatre ans et sept mois fixée par les premiers juges, non contestée en soi au-delà des déqualifications et de l'acquittement plaidés, ne prête pas le flanc à la critique. Elle correspond à une peine de quatre ans pour l'infraction objectivement la plus grave, la tentative de meurtre, augmentée de huit mois (peine hypothétique de 12 mois) pour la tentative de lésions corporelles graves, de cinq mois (peine hypothétique de huit mois) pour la violation du devoir d’assistance et d’éducation, réduite dans une proportion de 10 % de sa quotité totale, pour tenir compte de la responsabilité très légèrement restreinte du prévenu. Elle sera, partant, confirmée. 3.2. Le traitement ambulatoire (art. 63 CP) prononcé par le TCO, non contesté, et conforme aux conclusions des experts, dont il n'y a pas lieu de s'écarter, est également confirmé. Il est renvoyé au point 4.2 du jugement de première instance (art. 82 al. 4 CPP) à ce propos. 4. 4.1.1. En vertu de l'art. 66a al. 1 let. a et b CP, le juge expulse de Suisse pour une durée de cinq à quinze ans l'étranger qui est condamné pour infraction à l'art. 111 CP, respectivement à l’art. 122 CP. L'art. 66a al. 2 CP prévoit que le juge peut exceptionnellement renoncer à une expulsion lorsque celle-ci mettrait l'étranger dans une situation personnelle grave (première condition) et que les intérêts publics à l'expulsion ne l'emportent pas sur l'intérêt privé de l'étranger à demeurer en Suisse (deuxième condition). À cet égard, il tiendra compte de la situation particulière de l'étranger qui est né ou qui a grandi en Suisse. Les conditions posées par cette disposition sont cumulatives (ATF 144 IV 332 consid. 3.3). 4.1.2. Selon l'art. 20 de l'ordonnance sur la partie nationale du Système d'information Schengen (N-SIS) et sur le bureau SIRENE (Ordonnance N-SIS), les ressortissants d'Etats tiers ne peuvent être signalés aux fins de non-admission ou d'interdiction de séjour que sur la base d'une décision prononcée par une autorité administrative ou judiciaire. L'inscription dans le SIS des signalements aux fins d'expulsion pénale est requise par le juge ayant ordonné cette mesure.”
“Vu l'issue de la procédure, il n'y a pas lieu de revenir sur la répartition des frais de première instance. 8. Considéré globalement, l'état de frais produit par Me C______, conseil juridique gratuit de D______, satisfait les exigences légales et jurisprudentielles régissant l'assistance judiciaire gratuite en matière pénale. Il convient de le compléter de la durée des débats d'appel. Sa rémunération sera partant arrêtée à CHF 2'304.80 correspondant à huit heures et 30 minutes d'activité au tarif de CHF 200.-/heure (CHF 1'700.-) plus la majoration forfaitaire de 20% (CHF 340.-), la vacation au Palais de justice à CHF 100.- et l'équivalent de la TVA au taux de 7.7% en CHF 164.80. PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTCO/117/2021 rendu le 19 octobre 2021 par le Tribunal correctionnel dans la procédure P/16296/2020. Le rejette. Annule néanmoins ce jugement. Et statuant à nouveau : Déclare A______ coupable de tentative de meurtre (art. 22 al. 1 CP cum art. 111 CP), de tentative de lésions corporelles graves (art. 22 al. 1 CP cum art. 122 CP) et de violation du devoir d'assistance et d'éducation (art. 219 al. 1 CP). Condamne A______ à une peine privative de liberté de quatre ans et sept mois, sous déduction de la détention subie avant jugement. Ordonne que A______ soit soumis à un traitement ambulatoire. Ordonne la transmission du présent jugement, du procès-verbal de l'audience de jugement, du rapport d'expertise psychiatrique du 10 mars 2021 au Service de l'application des peines et mesures. Ordonne l'expulsion de Suisse de A______ pour une durée de cinq ans. Dit que l'exécution de la peine prime celle de l'expulsion. Ordonne le signalement de l'expulsion dans le système d'information Schengen (SIS). Ordonne le maintien en détention pour des motifs de sûreté de A______. Constate que A______ acquiesce aux conclusions civiles dans leur principe. Condamne A______ à payer à D______ CHF 12'000.-, avec intérêts à 5% dès le 6 septembre 2020, à titre de réparation du tort moral.”
Art. 111 StGB wurde durch das per 1. Juli 2023 in Kraft getretene Bundesgesetz zur Harmonisierung der Strafrahmen nicht geändert; die Mindestfreiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren blieb bestehen.
“Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist das schwerste Delikt, vorliegend somit die (versuchte) vorsätzliche Tötung. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Art. 111 StGB durch das per 1. Juli 2023 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der Strafrahmen keine Änderung er- fahren hat. Das Gesetz sieht dafür weiterhin eine Freiheitstrafe von nicht unter fünf Jahren vor (Art. 111 StGB). Die Höchststrafe beträgt 20 Jahre (Art. 40 Abs. 2 StGB).”
“Das neue Recht beschränkt die Geldstrafe von ehemals 360 auf 180 Tagessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB) und reduziert die grundsätzliche Mindestdauer der Freiheitsstrafe von sechs Monate auf drei Tage (Art. 40 StGB). Die hier zur Diskussion stehende Strafzumessung betrifft Delikte, welche allesamt vor dem 1. Januar 2018 begangen wurden, die Beurteilung erfolgt aber nachher. Bei einer konkreten Prüfung – wobei auf die nachfolgende Begründung verwiesen wird – fällt sowohl nach altem wie auch nach neuem Recht – für den Schuldspruch wegen grober Verkehrsregelverletzung eine Geldstrafe im Bereich von unter 180 Tagessätzen und für den Schuldspruch wegen versuchter eventualvorsätzlicher Tötung eine Freiheitsstrafe von über sechs Monaten in Betracht. Da das neue Recht auch sonst nicht zu einer milderen Sanktion führen würde, ist das zur Tatbegehung geltende Recht, das StGB in seiner bis zum 31. Dezember 2017 geltenden Fassung (aStGB; nachfolgend StGB), anzuwenden. Der Strafrahmen für die vorsätzliche Tötung gemäss Art. 111 StGB blieb in der aktuell geltenden Fassung unverändert.”
Die für die qualifizierende Gefährdungstatbestände geforderte Auslegung ist restriktiv, da die damit verbundene Strafdrohung derjenigen des Mordes (Art. 111 StGB) entspricht. Erforderlich ist ein konkretes, imminentes und sehr hohes Risiko des Todes.
“3 CP devrait être retenue est celle où l'auteur menace la victime d'une arme chargée, assurée ou non, et crée ainsi un danger de mort concret, sans pour autant qu'il y ait matière à parler de danger de mort imminent au sens de l'article 140 ch. 4 CP (ATF 120 IV 113 consid. 1c = JdT 1996 IV 64; 117 IV 419 consid. 4b = JdT 1993 IV 140 ; arrêts du Tribunal fédéral 6B_758/2009 du 6 novembre 2009 consid. 2.1 ; M. DUPUIS / L. MOREILLON / C. PIGUET / S. BERGER / M. MAZOU / V. RODIGARI (éds), Code pénal - Petit commentaire, 2e éd., Bâle 2017, n. 26 ad art. 140 et les références citées). 3.1.4. L'art. 140 ch. 4 CP prévoit une peine privative de liberté de cinq ans au moins, si l'auteur a mis la victime en danger de mort, lui a fait subir une lésion corporelle grave ou l'a traitée avec cruauté. La circonstance aggravante de la mise en danger de mort prévue à l'art. 140 ch. 4 CP doit être interprétée restrictivement en raison de l'importance de la peine, qui correspond ainsi à la sanction du meurtre (art. 111 CP). Selon la jurisprudence, la mise en danger de mort de la victime suppose un danger concret, imminent et très élevé que la mort puisse survenir facilement, même sans la volonté de l'auteur (ATF 121 IV 67 consid. 2b ; arrêts du Tribunal fédéral 6B_288/2018 du 22 août 2018 consid. 2.1 ; 6B_28/2016 du 10 octobre 2016 consid. 4.2). Les circonstances de fait et le comportement concret de l'auteur sont décisifs pour déterminer si la victime a couru un risque réel de lésions mortelles. Le fait de positionner une lame acérée à proximité immédiate de la gorge d'une victime, ou directement sur celle-ci, de telle sorte qu'il en résulte un danger qu'une échauffourée ou un mouvement minime, par exemple un mouvement réflexe involontaire, de la victime ou de l'auteur entraîne une lésion mortelle constitue, selon la jurisprudence, objectivement une mise en danger de sa vie au sens de l'art. 140 ch. 4 CP (ATF 117 IV 427 consid. 3b/aa ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_257/2021 du 22 décembre 2021 consid. 2.”
Art. 111 erfasst die vorsätzliche Tötung als Grundtatbestand, wenn keine der besonderen Voraussetzungen der Artikel 112–117 vorliegt. Er setzt lediglich die vorsätzliche Verursachung des Todes eines Menschen voraus; die Tat gilt mit dem Eintritt des Todes als vollendet und kann mit beliebigen Tatmitteln begangen werden.
“Objektiver Tatbestand der vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB Gemäss Art. 111 StGB wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der Art. 112 bis Art. 117 StGB zutrifft. Art. 111 StGB ist demnach charakterisiert durch das Fehlen von spezifischen Tatbestandsmerkmalen und setzt lediglich die vorsätzliche Verursachung des Todes eines Menschen voraus (Trechsel/Geth, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar StGB, 4. Auflage, Art. 111 N 1). Als Tathandlung gilt jede Art der Verursachung des Todes eines lebenden Menschen, wobei der Täter beliebige Tatmittel einsetzen kann. Mit dem Eintritt des Todes ist die vorsätzliche Tötung als Erfolgsdelikt vollendet (BSK StGB-Schwarzenegger, 4. Auflage, Art. 111 N 4 f.).”
Art. 112 setzt eine vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 voraus. Art. 112 ist als qualifizierter Tatbestand des vorausgehenden Art. 111 ausgestaltet und verlangt darüber hinaus besondere Skrupellosigkeit.
“Mord im Sinne von Art. 112 StGB erfordert als qualifizierter Tatbestand zu- nächst eine vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB, die überdies mit be- sonderer Skrupellosigkeit begangen worden ist, namentlich wenn sich der Beweg- grund des Täters, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung als besonders ver- werflich erweisen.”
Für die Anwendung von Art. 111 StGB bestimmt sich die Gefährlichkeit eines Gegenstandes nach seiner konkreten Gebrauchswiese. Ein Objekt ist dann als gefährlicher Gegenstand im Sinne der Rechtsprechung zu qualifizieren, wenn es — in der konkreten Einsatzart — dazu geeignet ist, die Verletzungen herbeizuführen, die auch durch den Einsatz einer Waffe verursacht würden (vgl. etwa das Beispiel des Porte‑plume, das bei Verwendung mit der Spitze als gefährlich angesehen wurde).
“Comme principe présidant à l'appréciation des preuves, la présomption d'innocence est violée si le juge du fond se déclare convaincu de faits défavorables à l'accusé sur lesquels, compte tenu des éléments de preuve qui lui sont soumis, il aurait au contraire dû, objectivement, éprouver des doutes. Il ne doit pas s'agir de doutes abstraits ou théoriques, qui sont toujours possibles ; ces principes sont violés lorsque l'appréciation objective de l'ensemble des éléments de preuve laisse subsister un doute sérieux et insurmontable quant à la culpabilité de l'accusé, autrement dit lorsque le juge du fond retient un état de fait défavorable à l'accusé alors qu'il existe un doute raisonnable quant au déroulement véritable des événements (ATF 127 I 38 consid. 2a p. 41 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_784/2011 du 12 mars 2012 consid. 1.1). Le juge doit en particulier se forger une conviction aussi bien sur les premières déclarations du prévenu, respectivement d'un témoin, que sur les nouvelles, valant rétractation, et apprécier les circonstances dans lesquelles l'intéressé a modifié ses déclarations initiales (arrêts du Tribunal fédéral 6B_157/2011 du 20 septembre 2011 consid. 1.2 et 6B_626/2008 du 11 novembre 2008 consid. 2.1 et les référence citées). 2.2.1. L’art. 111 CP réprime le comportement de celui qui aura intentionnellement tué une personne. Le comportement incriminé, qui n'est pas précisément décrit par la loi, comprend toute forme d'acte susceptible d'engendrer la mort (usage d'arme à feu ou d'armes blanches, d'explosifs, de la force physique, etc. ; B. CORBOZ, Les infractions en droit suisse, vol. I, 3e éd., Berne 2010, n. 4 ad art. 111). Selon la jurisprudence, le caractère dangereux d'un objet se détermine en fonction de la façon dont il est utilisé (ATF 111 IV 123 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_590/2014 du 12 mars 2015 consid. 1.3 et les références citées). Un objet sera considéré comme dangereux lorsqu'il est conçu de manière telle qu'utilisé comme arme, il est propre à provoquer les blessures que causerait une arme employée dans les mêmes conditions (ATF 96 IV 16 consid. 3b p. 19). Ainsi, il a été admis qu'un porte-plume est un instrument dangereux si l'on frappe la victime au visage avec sa pointe mais ne l'est pas si l'on s'en sert comme d'une baguette (ATF 101 IV 285 p.”
Fehlende belastete Vorgeschichte, ein eher lang hingezogenes, komplexes und mehrzeitiges Tatgeschehen sowie ausgeprägte Sicherungstendenzen und Tatnachverhalten (z.B. Selbstreinigung, Sichtschutz am Tatort, „Tarnung“ mit sauberen Kleidern und Gepäck, Reinigung der Kleider zu Hause, Vorkehrungen zur Tatortreinigung) sprechen aus gutachterlicher Sicht gegen eine Privilegierung als Affekttat und sind bei der Abgrenzung zu Art. 113 StGB bzw. bei der Würdigung nach Art. 111 StGB zu berücksichtigen.
“Der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB ist mithin erfüllt. Der Vollständigkeit halber ist ferner festzuhalten, dass der Beschuldigte den privilegierten Tatbestand des Totschlages im Sinne von Art. 113 StGB nicht erfüllt hat. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwie- sen werden, wonach Hinweise auf eine entschuldbare heftige Gemütsbewegung oder ein Handeln unter grosser seelischer Belastung beim Beschuldigten nicht er- sichtlich sind (Urk. 136 S. 145 f.). Dabei sind aus gutachterlicher Sicht insbeson- dere die fehlende belastete Vorgeschichte zwischen dem Beschuldigten und †V._____, das bereits erwähnte, eher lang hingezogene Tatgeschehen mit unter- schiedlichen, eher komplexen und mehrzeitigen Handlungsabläufen (vgl. vorne E. III. C. 3.3.3.) sowie die bereits ausführlich erläuterten Sicherungstendenzen, die der Beschuldigte bereits unmittelbar nach der Tat und auch in den Stunden danach an den Tag legte (Selbstreinigung, Sichtschutz mit Schranktüre am Tatort, "Tar- nung" mit sauberen Kleidern und Gepäck als Hotelgast, Reinigung der Kleider zu Hause, Vorkehrungen zur Tatortreinigung), die hauptsächlichen Elemente, die aus psychiatrischer Sicht gegen eine Affekttat sprechen (Urk.”
“Der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB ist mithin erfüllt. Der Vollständigkeit halber ist ferner festzuhalten, dass der Beschuldigte den privilegierten Tatbestand des Totschlages im Sinne von Art. 113 StGB nicht erfüllt hat. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwie- sen werden, wonach Hinweise auf eine entschuldbare heftige Gemütsbewegung oder ein Handeln unter grosser seelischer Belastung beim Beschuldigten nicht er- sichtlich sind (Urk. 136 S. 145 f.). Dabei sind aus gutachterlicher Sicht insbeson- dere die fehlende belastete Vorgeschichte zwischen dem Beschuldigten und †V._____, das bereits erwähnte, eher lang hingezogene Tatgeschehen mit unter- schiedlichen, eher komplexen und mehrzeitigen Handlungsabläufen (vgl. vorne E. III. C. 3.3.3.) sowie die bereits ausführlich erläuterten Sicherungstendenzen, die der Beschuldigte bereits unmittelbar nach der Tat und auch in den Stunden danach an den Tag legte (Selbstreinigung, Sichtschutz mit Schranktüre am Tatort, "Tar- nung" mit sauberen Kleidern und Gepäck als Hotelgast, Reinigung der Kleider zu Hause, Vorkehrungen zur Tatortreinigung), die hauptsächlichen Elemente, die aus psychiatrischer Sicht gegen eine Affekttat sprechen (Urk.”
Bei Vorwürfen nach Art. 111 StGB sind vorab verbüsste Untersuchungshafttage bei der späteren Strafzumessung anzurechnen. Im Rahmen von Haftprüfungen ist der prognostische Charakter der Prüfung zu beachten; es ist auf den zu diesem Zeitpunkt erwartbaren Strafrahmen abzustellen, ohne dass damit die letztliche schuldangemessene Strafe bereits feststeht.
“Vu l'issue de la procédure, il n'y a pas lieu de revenir sur la répartition des frais de première instance. 8. Considéré globalement, l'état de frais produit par Me C______, conseil juridique gratuit de D______, satisfait les exigences légales et jurisprudentielles régissant l'assistance judiciaire gratuite en matière pénale. Il convient de le compléter de la durée des débats d'appel. Sa rémunération sera partant arrêtée à CHF 2'304.80 correspondant à huit heures et 30 minutes d'activité au tarif de CHF 200.-/heure (CHF 1'700.-) plus la majoration forfaitaire de 20% (CHF 340.-), la vacation au Palais de justice à CHF 100.- et l'équivalent de la TVA au taux de 7.7% en CHF 164.80. PAR CES MOTIFS, LA COUR : Reçoit l'appel formé par A______ contre le jugement JTCO/117/2021 rendu le 19 octobre 2021 par le Tribunal correctionnel dans la procédure P/16296/2020. Le rejette. Annule néanmoins ce jugement. Et statuant à nouveau : Déclare A______ coupable de tentative de meurtre (art. 22 al. 1 CP cum art. 111 CP), de tentative de lésions corporelles graves (art. 22 al. 1 CP cum art. 122 CP) et de violation du devoir d'assistance et d'éducation (art. 219 al. 1 CP). Condamne A______ à une peine privative de liberté de quatre ans et sept mois, sous déduction de la détention subie avant jugement. Ordonne que A______ soit soumis à un traitement ambulatoire. Ordonne la transmission du présent jugement, du procès-verbal de l'audience de jugement, du rapport d'expertise psychiatrique du 10 mars 2021 au Service de l'application des peines et mesures. Ordonne l'expulsion de Suisse de A______ pour une durée de cinq ans. Dit que l'exécution de la peine prime celle de l'expulsion. Ordonne le signalement de l'expulsion dans le système d'information Schengen (SIS). Ordonne le maintien en détention pour des motifs de sûreté de A______. Constate que A______ acquiesce aux conclusions civiles dans leur principe. Condamne A______ à payer à D______ CHF 12'000.-, avec intérêts à 5% dès le 6 septembre 2020, à titre de réparation du tort moral.”
“Dem Beschwerdeführer wird unter anderem eine vorsätzliche Tötung sowie eine versuchte vorsätzliche Tötung zur Last gelegt, die gemäss Art. 111 StGB mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft werden. Dabei handelt es sich abstrakt um eines der schwersten Delikte des Strafgesetzbuches. Zwar ist möglich, wie der Beschwerdeführer vorbringt, dass sich das Sachgericht im Falle einer Anklage auch damit auseinanderzusetzen hätte, ob er B.________ in (Putativ-) Notwehr getötet hat. Daraus kann er im Haftprüfungsverfahren allerdings nichts für sich ableiten. Soweit der Beschwerdeführer einwendet, es sei nicht erstellt, dass ihm selbst bei einem Schuldspruch tatsächlich eine empfindliche Sanktion drohe, übersieht er den prognostischen Charakter der haftrichterlichen Prüfung und dass erst das Sachgericht bei einer Verurteilung die schuldangemessene Strafe zu bestimmen hat. Anders verhält es sich nur, wenn ausnahmsweise schon im Haftprüfungsverfahren klar ist, dass weder eine Strafe noch eine freiheitsentziehende Massnahme in Frage kommt, wovon zu diesem Zeitpunkt trotz des noch ausstehenden Gutachtens nicht auszugehen ist. Ferner bestreitet der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht mehr, dass ein dringender Tatverdacht auf eine vorsätzliche Tötung besteht.”
“Der Beschwerdeführer wurde am 9. Januar 2021 festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Die vom Zwangsmassnahmengericht ausgesprochene Verlängerung der Untersuchungshaft um drei Monate, d.h. bis am 8. Juli 2021 führt zu einer Haftdauer von 6 Monaten. In Anbetracht des im Raum stehenden Vorwurfs der versuchten Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB; Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe) sowie der versuchten vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB; Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahren für vollendetes Delikt), evtl. des versuchten Mordes (Art. 112 StGB; Freiheitsstrafe nicht unter 10 Jahren für vollendetes Delikt) droht noch keine Überhaft. Gemäss den Ausführungen der Staatsanwaltschaft gilt es, die Ausarbeitung des forensisch-psychiatrischen Gutachtens abzuwarten, welches per September 2021 angekündigt wurde. Anschliessend werden das Verfahren der Beurteilung zugeführt und allfällige Beweisanträge geprüft, was erfahrungsgemäss einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Verlängerung der Untersuchungshaft um drei Monate erweist sich demnach bzw. auch mit Blick auf die Einholung einer Vorabstellungnahme zur Frage der Wiederholungs- bzw. Ausführungsgefahr als verhältnismässig.”
Bei vorsätzlicher Tötung im Sinne von Art. 111 StGB kann die Privilegierung des Totschlags nach Art. 113 StGB zur Anwendung kommen, wenn der Täter in einer nach den Umständen entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung oder unter grosser seelischer Belastung handelt. Die heftige Gemütsbewegung ist typischerweise plötzlich auftretend und überwältigend; die Variante der grossen seelischen Belastung erfasst chronisch oder langsam anwachsenden psychischen Druck.
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, erfüllt den Grundtatbestand von Art. 111 StGB (vorsätzliche Tötung). Handelt der Täter in einer nach den Umständen entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung oder unter grosser seelischer Belastung, kommt der privilegierte Tatbestand von Art. 113 StGB (Totschlag) zur Anwendung. Die heftige Gemütsbewegung stellt einen besonderen psychologischen Zustand dar, der nicht pathologisch begründet ist. Er ist dadurch gekennzeichnet, dass der Täter von einer starken Gefühlserregung erfasst wird, die in einem gewissen Grad seine Fähigkeit einschränkt, die Situation einzuschätzen oder sich zu beherrschen. Typisch ist, dass der Täter mehr oder weniger unverzüglich auf ein Gefühl reagiert, das ihn plötzlich überwältigt. Beispiele solcher Gefühle sind Jähzorn, Wut, Eifersucht, Verzweiflung, Angst oder Bestürzung. Durch die Variante der grossen seelischen Belastung berücksichtigt die Bestimmung auch andere Situationen, in denen die zu einer Tötung führende Gemütslage in vergleichbarer Weise als entschuldbar angesehen werden kann. Erfasst werden chronische seelische Zustände, ein psychischer Druck, der während eines langen Zeitraums kontinuierlich anwächst und zu einem langen Leidensprozess bis zur völligen Verzweiflung führt.”
“Tatbestandsmässigkeit 2.1.1.Vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB Der Beschuldigte hat den Tod der Geschädigten durch Druck mit seinem Arm ge- gen den Hals herbeigeführt. Er handelte eventualvorsätzlich. Damit ist der Tatbe- stand der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in objektiver und in subjektiver Hinsicht erfüllt. 2.1.2.Mord im Sinne von Art. 112 StGB Der qualifizierte Tatbestand des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB ist nicht an- geklagt. Es ergeben sich auch keine Anhaltspunkte aus den Akten für das Vorlie- gen qualifizierender Elemente. 2.1.3.Totschlag im Sinne von Art. 113 StGB Der privilegierte Tatbestand des Totschlags im Sinne von Art. 113 StGB ist erfüllt, wenn der Täter in einer nach den Umständen entschuldbaren heftigen Gemütsbe- wegung oder unter grosser seelischer Belastung handelt. Die Tatbestandsvaria- nte der grossen seelischen Belastung ist vorliegend nicht einschlägig. Zu prüfen ist, ob der Beschuldigte in einer entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung han- delte. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung bezieht sich die Entschuldbarkeit nicht auf die Tötung als solche, vielmehr auf die Gemütsbewegung und ist zu beachten, dass aufgrund des Strafmaximums von 10 Jahren auch Handlungen mit erhebli- chem Schuldgehalt unter den privilegierten Tatbestand fallen (BGE 108 IV 99 E.”
“Damit sei der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt. Der qualifizierte Tatbestand des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB sei weder angeklagt noch ergäben sich Anhaltspunkte aus den Akten für das Vorliegen qualifizierender Elemente. Der privilegierte Tatbestand des Totschlags im Sinne von Art. 113 StGB sei erfüllt, wenn der Täter in einer nach den Umständen entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung oder unter grosser seelischer Belastung handelt. Die Tatbestandsvariante der grossen seelischen Belastung sei vorliegend nicht einschlägig. Zu prüfen sei, ob der Beschwerdeführer in einer entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung gehandelt habe. Nach Würdigung der konkreten Umstände gelangt die Vorinstanz zum Schluss, dass der privilegierte Tatbestand des Totschlags nicht zur Anwendung gelangt. Sie hält fest, dass weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vorliegen, und spricht den Beschwerdeführer der (eventual) vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB schuldig (Urteil S. 39 ff.).”
Bei schwerer paranoider Schizophrenie kann nach den vorliegenden Entscheiden die Verantwortungsunfähigkeit im Sinne von Art. 19 StGB festgestellt werden; in einem Fall führte dies zur Anordnung des Internements (Art. 111 StGB: Tötung) und in einem anderen Fall wurde bei nicht selbstverschuldeter Schuldunfähigkeit statt Freiheitsstrafe eine stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 StGB angeordnet.
“Par acte expédié le 20 avril 2023, A______ recourt contre la décision du 6 avril 2023, communiquée sous pli simple, par laquelle le Service de l'application des peines et mesures (ci-après : SAPEM) a ordonné l'exécution de sa mesure thérapeutique institutionnelle en milieu fermé. Le recourant conclut, sous suite de frais et dépens, préalablement, à l'octroi d'une défense d'office pour l'instance de recours et, principalement, à l'annulation de la décision querellée et, cela fait, au maintien de l'exécution de la mesure au sens de l'art. 59 CP en milieu ouvert et à ce que son transfert en milieu ouvert soit ordonné immédiatement, subsidiairement dès que possible, et, plus subsidiairement, à ce qu'une hospitalisation de décharge soit ordonnée, à lever dès que le corps médical l'estimera opportun. B. Les faits pertinents suivants ressortent du dossier : a. A______, ressortissant suisse né le ______ 1974, a fait l'objet d'une ordonnance de non-lieu rendue le 26 mars 2004 par la Chambre d'accusation, qui l'a déclaré irresponsable du chef de meurtre (art. 111 CP) et a ordonné son internement. Il lui était reproché d'avoir, le 20 août 2003, alors qu'il rentrait chez lui, étranglé D______, une amie rencontrée dans le hall de son immeuble, avant de lui asséner des coups de couteau au cou, provoquant son décès. b. Plusieurs rapports d'expertise psychiatrique concernant A______ ont été établis les premières années de son incarcération. b.a. Le 8 décembre 2003, le Dr E______ a diagnostiqué une schizophrénie paranoïde continue, des troubles mentaux et des troubles du comportement liés à l'utilisation de cannabis ainsi qu'un syndrome de dépendance à cette substance, des troubles mentaux et des troubles du comportement liés à l'utilisation de cocaïne ainsi qu'un syndrome de dépendance à cette substance, et une personnalité dyssociale. L'intéressé avait alors un historique de 33 hospitalisations en milieu psychiatrique, qui avaient pour motifs des décompensations psychotiques aiguës à la suite d'abus de drogues diverses (cannabis, LSD, champignons hallucinogènes), dont la consommation était alors considérée comme une forme d'auto-médication d'un trouble schizophrénique en évolution.”
“Abteilung, vom 31. März 2022 wur- de entsprechend dem eingangs ausgeführten Dispositiv festgestellt, dass der Be- schuldigte den Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB im Zustand der nicht selbst- verschuldeten Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB erfüllt hat. So- dann wurde eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet. Ferner wurden die Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche des Privatklägers geregelt und die Kosten- und Entschädigungsfolgen festgesetzt (Urk. 53 bzw. 57 S. 34 ff.).”
Bei Anstiftung zu (mehrfacher) Tötung ist Art. 24 StGB in Verbindung mit Art. 111 StGB anzuwenden; die Versuchsanstiftung ist nach Art. 24 Abs. 2 StGB ebenfalls erfasst. Der Tatentschluss des Angestifteten muss auf dem motivierenden Verhalten des Anstifters beruhen; es ist nicht erforderlich, dass dabei Widerstände des Angestifteten überwunden werden.
“Insgesamt bestehen daher keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte das von ihm in der Garage aufbewahrte und am 12. April 2019 von der Polizei si- chergestellte Kokain, nicht zuletzt auch aufgrund der Menge von 29,7 Gramm und - 34 - dessen Wert und Verpackung in einem einzigen Knistersack nicht zum Eigenkon- sum besass, zumal er laut seinen eigenen Aussagen im Frühjahr 2019 gar kein solches mehr konsumierte. Wäre dieses Kokain zum Eigenkonsum bestimmt ge- wesen, liesse sich dies auch nicht damit in Einklang bringen, dass der Beschul- digte geltend machte, diese Drogen seien ihm untergeschoben worden. Der An- klagesachverhalt (Urk. 27 S. 5, Ziff. 1.) erweist sich somit in Übereinstimmung mit der vorinstanzlichen Beweiswürdigung (Urk. 97 S. 32–36) als vollumfänglich er- stellt. Zur Frage der qualifizierten Tatbegehung wird nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung noch näher einzugehen sein. IV. Rechtliche Würdigung 1. Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten als mehrfach versuchte Anstiftung zu mehrfacher Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 2 StGB und als Verbrechen gegen das Betäu- bungsmittelgesetzes im Sinne von dessen Art. 19 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 BetmG (Urk. 27 S. 8). Die Vorderrichter haben den Beschuldigten in diesem Sinne schuldig gesprochen (Urk. 97 S. 82). Der Beschuldigte liess mit seiner Berufungserklärung einen Freispruch von beiden Tatvorwürfen beantragen (Urk. 107 S. 2 f.). Die Staatsanwaltschaft beschränkte ihre Anschlussberufung auf die Strafzumessung und die Dauer der Landesverweisung (Urk. 113 S. 1). 2. Gemäss Art. 24 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer jemanden vorsätzlich zum von ihm verübten Verbrechen oder Vergehen bestimmt hat, und zwar nach der Strafandrohung, welche auf den Täter Anwendung findet. Wer jemanden zu ei- nem Verbrechen zu bestimmen versucht, wird wegen Versuchs dieses Verbre- chens bestraft (Art. 24 Abs. 2 StGB). 2.1. Der Tatentschluss des Täters muss auf das motivierende Verhalten des Anstifters zurückzuführen sein. Nicht erforderlich ist, dass beim Anzustiftenden Widerstände überwunden werden müssen.”
Bei der Bestimmung der Tatschwere nach Art. 111 StGB sind subjektive Tätermerkmale (z. B. Motive, Beweggründe, Absichten) von Beginn an zu berücksichtigen; sie beeinflussen die Einstufung des Grundtatbestands und die Strafzumessung.
“Dezember 2017 geltende Sanktionenrecht zur Anwendung gelangt, auch wenn dies für die Beurteilung im vorliegenden Fall im Ergebnis - 82 - keine weiteren Folgen hat. Gestützt auf Art. 111 StGB beträgt der massgebliche Strafrahmen Freiheitsstrafe von nicht unter 5 Jahren bis 20 Jahre. 3.1.Im Hinblick auf die Beurteilung der Tatkomponente hat die Vorinstanz so- dann in Nachachtung der einschlägigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung richtig erkannt, dass der Tatbestand von Art. 111 StGB das Leben eines Menschen schützt, mithin das höchste aller Rechtsgüter. Der mit der Tötung als solcher verbundene Unrechtsgehalt kann jedoch – anders als bei einer Körperver- letzung – nicht abgestuft werden, sodass aus der Rechtsgutverletzung allein nichts für die Strafzumessung abzuleiten ist. Die objektive Tatschwere bestimmt sich damit nicht nur anhand des äusseren Tatablaufs, da eine solche aus jegli- chem Kontext gelöste Betrachtung mit der tatbestandsmässigen Struktur der Tö- tungsdelikte nicht vereinbar ist. Vielmehr sind subjektive Merkmale wie Motive, Beweggründe und Absichten auf Seiten des Täters implizit auch beim Grundtat- bestand von Art. 111 StGB massgeblich, weshalb diese bei der Festlegung des (objektiven) Schweregrads der Tat von Beginn weg zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018 E. 2.6.1). 3.2.Es ist offensichtlich, dass der Tatbegehung durch den Beschuldigten ein hochemotionales Geschehen zugrunde liegt. Dies geht bereits aus der Vorge- schichte hervor, nach welcher der Beschuldigte und †D._____ seit Jahren eine hochgradig konfliktträchtige Ehe führten. Zudem bestand auf Seiten des Opfers eine nachweislich ausgeprägte Alkoholproblematik, welche beim Beschuldigten, aber sicher auch bei C._____ (Privatkläger 2), dem gemeinsamen Kind der Ehe- leute A._____D._____, zu einem authentischen Leidensdruck führte. Daneben entwickelte sich allerdings beim Beschuldigten gleichzeitig eine Haltung, die von Wut, Abwertung und einseitiger Schuldzuweisung gegenüber seiner Ehefrau ge- kennzeichnet war, was im Rahmen der gewaltbeladenen Beziehung wiederholt zu tätlichen Übergriffen auf †D._____ mit zum Teil massiven Verletzungsfolgen für diese führte.”
Stichverletzungen im Bereich der Schultern und des Brustkorbs (Thorax/oberer Rumpf) bergen ein erhöhtes Risiko schwerer bis tödlicher Verletungen. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei einem solchen Angriff, auch in dynamischen Auseinandersetzungen und selbst bei relativ kurzen Klingen (z. B. Taschenmesser), mit der Möglichkeit eines tödlichen Ausgangs zu rechnen; der Täter muss daher in der Regel mit schweren, gegebenenfalls tödlichen Folgen rechnen.
“En tant que règle sur le fardeau de la preuve, la présomption d'innocence signifie, au stade du jugement, que ce fardeau incombe à l'accusation et que le doute doit profiter au prévenu. Comme règle d'appréciation des preuves, elle signifie que le juge ne doit pas se déclarer convaincu de l'existence d'un fait défavorable à l'accusé si, d'un point de vue objectif, il existe des doutes quant à l'existence de ce fait. Il importe peu qu'il subsiste des doutes seulement abstraits et théoriques, qui sont toujours possibles, une certitude absolue ne pouvant être exigée. Il doit s'agir de doutes sérieux et irréductibles, c'est-à-dire de doutes qui s'imposent à l'esprit en fonction de la situation objective (ATF 146 IV 88 consid. 1.3.1 ; 145 IV 154 consid. 1.1). 3.3. Le juge du fait dispose d'un large pouvoir dans l'appréciation des preuves (ATF 120 Ia 31 consid. 4b). Confronté à des versions contradictoires, il forge sa conviction sur la base d'un ensemble d'éléments ou d'indices convergents (arrêts du Tribunal fédéral 6B_623/2012 du 6 février 2013 consid. 2.1 et 6B_642/2012 du 22 janvier 2013 consid. 1.1). 3.4. L'art. 111 CP réprime le comportement de celui qui aura intentionnellement tué une personne, en tant que les conditions prévues aux articles 112 à 117 CP ne seront pas réalisées. Il y a tentative de meurtre (art. 22 cum 111 CP), lorsque l'auteur, agissant intentionnellement, commence l'exécution de cette infraction, manifestant ainsi sa décision de la commettre, sans que le résultat ne se produise (arrêts du Tribunal fédéral 6B_1142/2020 et 6B_1155/2020 consid. 3.1.2 et 6B_157/2017 du 25 octobre 2017 consid. 3.1). Celui qui porte un coup de couteau dans la région des épaules et du buste lors d'une altercation dynamique doit s'attendre à causer des blessures graves. L'issue fatale d'un coup de couteau porté dans la région thoracique doit être qualifiée d'élevée et est notoire (arrêt du Tribunal fédéral 6B_230/2012 du 18 septembre 2012). 3.5. L'art. 122 aCP, dans sa teneur jusqu'au 30 juin 2023, punit celui qui, intentionnellement, aura blessé une personne de façon à mettre sa vie en danger (al. 1), aura mutilé le corps d'une personne, un de ses membres ou un de ses organes importants ou causé à une personne une incapacité de travail, une infirmité ou une maladie mentale permanentes, aura défiguré une personne de façon grave et permanente (al.”
“Objektive Tatschwere Ausmass des verschuldeten Erfolgs bzw. Gefährdung des betroffenen Rechtsguts Geschütztes Rechtsgut von Art. 111 StGB ist das Leben des Menschen (BSK StGB-Schwarzenegger/Stössel, 4. Auflage, vor Art. 111 N 1). Für den Privatkläger bestand aufgrund der körperlichen Verletzungen keine unmittelbare Lebensgefahr. Jedoch ist dies auch auf die (unmittelbare) Vornahme von medizinisch notwendigen Massnahmen zurückzuführen. In unmittelbarer Nähe der Stichverletzung befinden sich lebensnotwendige Organe (Milz, Lunge und grössere Blutgefässe), deren Verletzung zu lebensbedrohlichen Zuständen hätte führen können. Wäre der Privatkläger im dynamischen Geschehen anders getroffen worden, was der Beschuldigte – wie gezeigt – nicht hat kontrollieren können, wäre demnach mit ungleich schwerwiegenderen Verletzungen zu rechnen gewesen. Die Hautdurchtrennungen an Schulter, Oberschenkel und Rumpf (jeweils linksseitig) heilten unter nichtentstellender Narbenbildung ab (pag. 1929 f.). Der Privatkläger war, unter anderem aufgrund des erlittenen Blutverlusts vom 7. bis zum 14. Januar 2019 hospitalisiert. Zudem war er aufgrund des Ereignisses vom 7.”
“Il souligne que dès sa première audition, il a déclaré qu’il avait été chercher un couteau pour se défendre et qu’il ne voulait pas tuer la partie plaignante. Il allègue qu’il n’avait en outre pas conscience de la dangerosité de son acte. Il relève qu’il n’a suivi une scolarité que jusqu’à l’âge de 10 ans de sorte qu’il ne disposait pas de toutes les facultés nécessaires pour se rendre compte de la dangerosité de son acte. Il considère que rien au dossier ne permet de retenir un acte volontaire et déterminé. Il allègue qu’au contraire, le laps de temps qui s’est écoulé entre le moment de la première et de la seconde altercation avec l’intimé ainsi que son contact avec ses fils lui ont permis d’atténuer sa colère et son stress et de réfréner son impulsivité. Il allègue également que s’il avait eu l’intention de tuer, il ne se serait pas muni d’un couteau suisse mais d’un couteau de cuisine, beaucoup plus grand. 6.2. Le Tribunal a exposé de manière exhaustive l’énoncé de fait légal et la jurisprudence relative à l’infraction réprimée par l’art. 111 CP en lien avec l’art. 22 al. 1 CP (cf. jugement attaqué, p. 24 à 26). On peut dès lors y renvoyer (art. 82 al. 4 CPP). La Cour les complète toutefois comme suit : Selon la jurisprudence, celui qui porte un coup de couteau dans la région des épaules et du buste lors d'une altercation dynamique doit s'attendre à causer des blessures graves; l'issue fatale d'un coup de couteau porté dans la région thoracique doit être qualifiée d'élevée et est notoire (arrêts TF 6B_1142/2020 du 12 mai 2021 consid. 3.2. et la référence citée et 6B_712/2021 du 16 février 2022 consid. 1.6.). Il en va de même de coups de couteau portés dans l'estomac ou l'abdomen de manière incontrôlée lors d'une altercation dynamique. Cela s'applique même aux blessures avec une lame de couteau assez courte, comme par exemple un couteau de poche « Victorinox » (arrêts TF 6B_475/2012 du 27 novembre 2012 consid. 4.2 et la référence citée et 6B_239/2009 du 13 juillet 2009 consid. 1 et 2.4.). En outre, il ne faut pas être une personne particulièrement intelligente pour se rendre compte que des blessures accidentelles au couteau dans la poitrine et l'abdomen d'une personne peuvent entraîner la mort.”
Bei der Bemessung der Strafe innerhalb des gesetzlich vorgesehenen Rahmens von 5–20 Jahren bemisst sich das Strafmass nach dem Grad des Verschuldens. Hierzu gehört unter anderem der Vergleich der konkreten Tat mit theoretisch denkbaren, leichteren und schwereren Tatvarianten, die alle im gesetzlichen Strafrahmen Platz haben müssen.
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen für Mord oder Totschlag zutreffen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Die Höchstdauer der Freiheitsstrafe ist gemäss Art. 40 Abs. 2 StGB 20 Jahre. Demzufolge ist für den Beschuldigten A._____ für das Tötungsdelikt eine Freiheitsstrafe im Bereich von 5 - 20 Jahren festzulegen. Innerhalb dieses Rahmen bemisst sich die Strafe nach dem Grad des Verschuldens. Dazu dient unter anderem ein Vergleich der konkreten Tat mit theoretisch denkbaren, leichteren und schwereren Varianten, welche alle im ge- setzlichen Strafrahmen Platz haben müssen. - 61 -”
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen für Mord oder Totschlag zutreffen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Die Höchstdauer der Freiheitsstrafe ist gemäss Art. 40 Abs. 2 StGB 20 Jahre. Demzufolge ist für den Beschuldigten A._____ für das Tötungsdelikt eine Freiheitsstrafe im Bereich von 5 - 20 Jahren festzulegen. Innerhalb dieses Rahmen bemisst sich die Strafe nach dem Grad des Verschuldens. Dazu dient unter anderem ein Vergleich der konkreten Tat mit theoretisch denkbaren, leichteren und schwereren Varianten, welche alle im ge- setzlichen Strafrahmen Platz haben müssen. - 61 -”
Messerstiche in den Hals oder in den Oberkörper sowie mehrfache bzw. kraftvoll ausgeführte Stiche in lebenswichtige Bereiche begründen wegen des hohen Risikos des Todes regelmässig die Annahme von Eventualvorsatz. Entsprechend kann auf vorsätzliche Tötung i. S. v. Art. 111 StGB bzw. auf einen Tötungsvorsatz beim Versuch (§ 22 i. V. m. Art. 111) geschlossen werden, sofern die übrigen Umstände dies nicht ausschliessen.
“Die Kritik des Beschwerdeführers erweist sich auch insoweit als begründet, als er rügt, die Vorinstanz gehe zu Unrecht von eventualvorsätzlichem Handeln mit Blick auf eine (versuchte) vorsätzliche Tötung i.S.v. Art. 111 StGB aus. Der Vorinstanz ist insoweit beizupflichten, als gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei Messerstichen in den Hals und Schnittverletzungen am Hals das Risiko der Tatbestandsverwirklichung, das heisst des Todes des Opfers, insbesondere bei einer langen Messerklinge als hoch einzustufen ist (vgl. Urteile 6B_935/2017 vom 9. Februar 2018 E. 1.3 mit Hinweisen; 6B_234/2016 vom 5. August 2016 E. 3.3; 6B_480/2011 vom 17. August 2011 E. 1.4; 6B_635/2009 vom 19. November 2009 E. 3.3). Auch Stiche mit einem Messer in den Oberkörper oder den Bauchbereich eines Opfers können ohne Weiteres tödliche Verletzungen bewirken und es darf bei derartigen Verletzungen darauf geschlossen werden, dass der Täter den Tod des Opfers in Kauf genommen hat (vgl. Urteile 7B_280/2022 vom 6. Dezember 2023 E. 2.1.2; 6B_645/2023 vom 27. September 2023 E. 2.4; 6B_798/2020 vom 16. September 2020 E. 3.2.2; 6B_369/2016 vom 29. Juli 2016 E. 4.4 f.; je mit Hinweisen). Dieser Rechtsprechung liegen indes jeweils Fallkonstellationen zugrunde, in denen die Beschaffenheit des Messers bzw.”
“Focalisant sa critique du jugement attaqué sur la question de l'établissement des faits, le recourant ne conteste pas la qualification juridique retenue par la cour cantonale, à savoir la tentative de meurtre (art. 22 ad art. 111 CP). À cet égard, elle a relevé, sur le plan objectif, que trois des quatre coups portés à l'intimé l'avaient été à des endroits où se trouvaient des organes vitaux, ce qui avait eu pour conséquence d'engager son pronostic vital. Elle a en outre retenu que, sur le plan subjectif, le recourant s'était à tout le moins accommodé de ce que les coups portés étaient susceptibles d'engendrer la mort. En ce sens, la motivation cantonale s'avère conforme à la jurisprudence topique en la matière (cf. arrêts 6B_1006/2023 du 16 février 2024 consid. 1.3.3; 6B_38/2021 du 14 février 2022 consid. 2.4 et les arrêts cités) et il peut y être renvoyé, en tant que de besoin.”
“65) mit drei schwung- vollen Messerstichen in den Rücken/Oberkörper auf ihn einstach, wodurch die eingeklagten Verletzungen entstanden, die gemäss Gutachten zur körperlichen Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin vom 6. Dezember 2021 unmittelbar lebensgefährlich waren, mithin geeignet, den Tod des Privatklägers 1 zu bewirken, was namentlich für die Stichverletzung am Rücken rechts gilt, die zu einer Durchtrennung des Lungenfells führte (Urk. D1/12/9 S. 6). Der Beschuldigte hat damit alles unternommen, damit der tatbestandsmässige Erfolg eintreten kann. Dass er nicht eintrat, ist allein dem Zufall zu verdanken. Die Argumentation der Verteidigung, wonach die Stichbewegungen auf den Videoaufnahmen zwar wie "massive Ausholbewegungen" und "nach einer Tötungsabsicht aussehen" würden, die Verletzungen aber nur auf die dünne Oberbekleidung des Privatklägers zurück- zuführen seien, leuchtet nicht ein; die Videoaufnahmen zeigen eindeutig kraftvoll ausgeführte Stichbewegungen. In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB bzw. des Tötungsversuchs im Sinne von Art. 111 StGB in Ver- bindung Art. 22 Abs. 1 StGB vorsätzliches, das heisst gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB wissentliches und willentliches Handeln in Bezug auf sämtliche objektive Tatbe- standselemente. Der Täter muss in der Absicht handeln, einen Menschen zu töten, wobei Eventualvorsatz genügt. Eventualvorsatz liegt vor, wenn der Täter den Ein- tritt des Erfolgs für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er ihn in Kauf nimmt, mag er ihm auch unerwünscht sein (vgl. dazu statt Weiterer BGE 133 IV 1 E. 4.1, m.w.H.). Nach der Rechtsprechung darf das Gericht vom Wissen des Täters auf - 14 - den Willen schliessen, wenn sich dem Täter die Verwirklichung der Gefahr als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, ver- nünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolges ausgelegt werden kann (vgl. dazu statt Weiterer BGE 130 IV 58 E. 8.4, m.w.H.). Beim Nachweis des Vorsatzes kann sich das Gericht - soweit der Täter nicht geständig ist - regelmässig nur auf äusser- lich feststellbare Indizien und Erfahrungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere Einstellung des Täters erlauben.”
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen nach Art. 112-116 StGB zutrifft, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Gemäss Art. 12 Abs. 2 erster Satz StGB begeht ein Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer den Eintritt des Erfolgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt bzw. sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (Art. 12 Abs. 2 zweiter Satz StGB; vgl. BGE 143 V 285 E. 4.2.2; 138 V 75 E. 8.2; 133 IV 1 E. 4.1 und 9 E. 4.1; je mit Hinweisen). Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinne in Kauf genommen hat, muss das Gericht bei Fehlen eines Geständnisses des Beschuldigten aufgrund der Umstände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Rechtsgutsverletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 135 IV 12 E.”
Bei vorsätzlicher Tötung (Art. 111 StGB) liegt der Strafrahmen gemäss Art. 40 Abs. 2 StGB bei 5–20 Jahren. Der Bundesgerichtshof hat ausgeführt, dass bei einer Schuld von mittlerer Schwere die Freiheitsstrafe üblicherweise im Bereich von etwa 10–15 Jahren liegt; bei hoher Schuld kann die Strafe bis an die obere Grenze (bis zu 20 Jahren) reichen. Die konkrete Bemessung richtet sich nach dem Grad des Verschuldens.
“Selon l'art. 111 CP, celui qui aura intentionnellement tué une personne sera puni d'une peine privative de liberté de 5 ans au moins, en tant que les conditions prévues aux art. 112 à 117 CP ne sont pas réalisées. La peine pour un meurtre s'étend ainsi de 5 à 20 ans (art. 40 al. 2 en corrélation avec l'art. 111 CP). Le Tribunal fédéral a déjà jugé, dans le cadre de la fixation de la peine en lien avec une infraction de meurtre, que, si la culpabilité de l'auteur est de gravité moyenne, la peine privative de liberté se situe généralement entre 10 et 15 ans (cf. arrêt 6B_200/2013 du 26 septembre 2013 consid. 12.4 in fine). Il faut ainsi considérer que, si la culpabilité de l'auteur est de gravité élevée, la peine peut aller jusqu'à 20 ans. Dans cette analyse, il ne doit pas résulter de discordance choquante entre la peine et sa motivation (cf. ATF 121 IV 49 consid. 2a), étant rappelé que plus la peine est élevée, plus la motivation doit être complète (art. 50 CP; ATF 144 IV 313 consid. 1.2; arrêts 6B_566/2022 du 18 février 2023 consid.”
“Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen für Mord oder Totschlag zutreffen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Die Höchstdauer der Freiheitsstrafe ist gemäss Art. 40 Abs. 2 StGB 20 Jahre. Demzufolge ist für den Beschuldigten A._____ für das Tötungsdelikt eine Freiheitsstrafe im Bereich von 5 - 20 Jahren festzulegen. Innerhalb dieses Rahmen bemisst sich die Strafe nach dem Grad des Verschuldens. Dazu dient unter anderem ein Vergleich der konkreten Tat mit theoretisch denkbaren, leichteren und schwereren Varianten, welche alle im ge- setzlichen Strafrahmen Platz haben müssen. - 61 -”
Sind der Tötungsvorsatz feststeht oder die erstinstanzliche Subsumtion nicht bestritten, kann die Rechts- und Sachverhaltswürdigung der Vorinstanz übernommen werden, sofern diese willkürfrei ist und hinreichend begründet wurde. In den zitierten Fällen hat die Berufungsinstanz auf die ausführliche erstinstanzliche Begründung verwiesen bzw. die dort vorgenommene rechtliche Subsumtion nach Akzeptanz des erstinstanzlichen Urteils nicht mehr in Zweifel gezogen.
“Bei dieser Sachlage bestehen somit keine rechtserheblichen Zwei- fel daran, dass der Beschuldigte bei seinem Vorgehen die Herbeiführung tödlicher Verletzungen bei †D._____ in Kauf nahm. Auch insofern ist der Sachverhalt ge- mäss angepasster Anklageschrift demzufolge erstellt. - 77 - IV. Rechtliche Würdigung 1.Die Vorinstanz hat den Beschuldigten anklagegemäss der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB schuldig gesprochen (Urk. 160). Demgegen- über beantragt die Verteidigung aus sachverhaltsmässigen Gründen einen Frei- spruch vom Anklagevorwurf und hält im Übrigen dafür, dass sowohl eine Verurtei- lung des Beschuldigten wegen schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB als auch ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung nach Art. 117 StGB ausscheide, da es dafür an der nötigen Umschreibung im Anklagevorhalt fehle (Urk. 131; Prot. II S. 112 ff., S. 158 ff. S. 166). 2.Im angefochtenen Entscheid werden zunächst die gesetzlichen Voraus- setzungen für eine Strafbarkeit wegen vorsätzlicher Tötung korrekt aufgeführt (Urk. 160 S. 61 ff.). Mit der Vorinstanz ist ferner anzunehmen, dass der objektive Tatbestand von Art. 111 StGB durch den gewaltsamen Tod von †D._____ durch fremde Hand fraglos erfüllt ist (Urk. 160 S. 63). Auf die entsprechenden Erwägun- gen kann deshalb vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).”
“Grundtatbestand der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB) Für die theoretischen Ausführungen zum Grundtatbestand nach Art. 111 StGB (vorsätzliche Tötung) kann vorab auf die umfassenden und korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1802 f., S. 71 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Nachdem der Beschuldigte das erstinstanzliche Urteil akzeptiert hat, ist auch die durch die Vorinstanz vorgenommene rechtliche Subsumtion der Tat unter den Grundtatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung unbestritten (vgl. pag. 1805, S. 74 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Zu prüfen ist nachfolgend, ob die Tat den qualifizierten Tatbestand des versuchten Mordes erfüllt.”
Fehlende Einsicht oder krankheitsbedingtes Verhalten (z.B. bei paranoider Schizophrenie) kann als Ausdruck der Krankheit zu werten und in die Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände einzubeziehen sein; dies kann dazu führen, dass im Ergebnis nicht von einer besonderen Skrupellosigkeit i.S.v. Art. 112 StGB ausgegangen wird.
“Allerdings ist das Fehlen eines nachvollziehbaren Grundes in concreto gerade als Ausdruck der paranoiden Schizophrenie zu sehen. Gleiches gilt für die Abwesenheit der hemmenden Gefühlsregungen und das Handeln trotz des Wissens, dass die Tat auffliegen wird. Diesbezüglich hat der Gutachter klar festgehalten, dass ein Zusammenhang zwischen der Krankheit und der Tathandlung bestehe und sich der Beschuldigte aus diesem Grund nicht die geringste Mühe gebe, seine Taten zu verbergen. Soweit also die fehlende Einsichtsfähigkeit nicht von vornherein zu einer Nichtbeachtung der inneren Mordmerkmale führen sollte, wäre sie zumindest im Rahmen der Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände derart in die Abwägung einfliessen zu lassen, dass im Ergebnis nicht vom Vorliegen einer besonderen Skrupellosigkeit im Sinne des Art. 112 StGB auszugehen ist. Gemäss diesen Erwägungen ist in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten und dementsprechender Abänderung des angefochtenen Urteils festzustellen, dass dieser tatbestandsmässig und rechtswidrig eine versuchte Tötung nach Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB begangen hat.”
Strafbare Vorbereitungshandlungen können vorliegen, wenn der Täter planmässig konkrete technische oder organisatorische Vorkehrungen trifft, deren Art und Umfang zeigen, dass er sich anschickt, eine vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB) auszuführen. Die Vorkehrungen müssen konkret und so weit gediehen sein, dass vernünftigerweise angenommen werden kann, der Täter stehe psychologisch an der Schwelle zur Tatausführung (Art. 260bis Abs. 1 StGB). Führt der Täter die Vorbereitung aus eigenem Antrieb nicht zu Ende, bleibt er straflos (Art. 260bis Abs. 2 StGB).
“Strafbare Vorbereitungshandlungen begeht u.a., wer planmässig konkrete technische oder organisatorische Vorkehrungen trifft, deren Art und Umfang zeigen, dass er sich anschickt, eine vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB) auszuführen (Art. 260bis Abs. 1 lit. a StGB). Führt der Täter aus eigenem Antrieb die Vorbereitungshandlung nicht zu Ende, so bleibt er straflos (Art. 260bis Abs. 2 StGB). Art. 260bis Abs. 1 StGB lässt wahlweise technische oder organisatorische Vorkehrungen genügen (BGE 111 IV 155 E. 2b; Urteile 6B_188/2022 vom 17. August 2022 E. 5.1.2; 6B_1159/2018 vom 18. September 2019 E. 3.3.2, nicht publ. in: BGE 145 IV 424). Das Gesetz verlangt nicht, dass die Vorkehren auf ein nach Ort, Zeit und Begehungsweise bereits hinreichend konkretisiertes Delikt Bezug haben müssen, um als strafbare Vorbereitungshandlungen zu gelten. Diese müssen "lediglich" planmässig und konkret sein, d.h. es müssen mehrere überlegt ausgeführte technische oder organisatorische Handlungen vorliegen, denen im Rahmen eines deliktischen Vorhabens eine bestimmte Vorbereitungsfunktion zukommt. Ausserdem müssen sie nach Art und Umfang so weit gediehen sein, dass vernünftigerweise angenommen werden kann, der Täter werde seine damit manifestierte Deliktsabsicht ohne weiteres in Richtung auf eine Ausführung der Tat weiterverfolgen; das heisst, er muss zumindest psychologisch an der Schwelle der Tatausführung angelangt sein, was aber nicht voraussetzt, dass er auch materiell im Begriff ist, zur Ausführung der Tat anzusetzen (vgl.”
“Strafbare Vorbereitungshandlungen begeht, wer planmässig konkrete technische oder organisatorische Vorkehrungen trifft, deren Art und Umfang zeigen, dass er sich anschickt, eine der in Art. 260 bis Abs. 1 StGB erwähnten strafbaren Handlungen wie eine vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB) oder einen Mord (Art. 112 StGB) auszuführen (Art. 260 bis Abs. 1 lit. a und b StGB). Führt der Täter aus eigenem Antrieb die Vorbereitungshandlung nicht zu Ende, so bleibt er straflos (Art. 260 bis Abs. 2 StGB).”
Bei einer Tat, die mit einer Mindeststrafe von fünf Jahren bedroht ist (vgl. Art. 111 StGB), kommt die Prüfung des möglichen Rückfallrisikos nach Art. 221 Abs. 1bis StPO in Betracht und ist entsprechend vorzunehmen.
“En l'espèce, l'autorité précédente a tout d'abord indiqué que dans la mesure où la recourante ne figurait pas au casier judiciaire et n'avait donc jamais été condamnée pour tentative de meurtre (art. 22 al. 1 CP en relation avec l'art. 111 CP), lésions corporelles graves (art. 122 CP) et lésions corporelles simples au moyen d'un objet dangereux (art. 123 ch. 2 CP), soit les infractions pour lesquelles une enquête pénale avait été ouverte contre elle depuis le 11 septembre 2023, il convenait d'examiner à l'aune de l'art. 221 al. 1 bis CPP, et non de l'art. 221 al. 1 let. c CPP, l'éventuel risque de récidive qu'elle présentait. À tout le moins deux des infractions précitées dont la recourante était fortement soupçonnée de s'être rendue coupable, au vu des faits qui lui étaient reprochés, pouvaient être constitutives d'un crime (cf. art. 10 al. 1 et 2 CP) parce que passibles respectivement d'une peine privative de liberté de cinq ans au moins (cf. art. 111 CP) et d'une peine privative de liberté de dix ans au plus (cf. art. 122 CP); les crimes redoutés étaient très graves dès lors qu'ils concernaient la vie et l'intégrité corporelle. Il en résultait que les deux premières conditions posées par l'art. 221 al. 1 bis CPP étaient remplies.”
Kontextbezogene Indizien, etwa Irreführung über notwendige medizinische Behandlung, können für die Beweiswürdigung bei Tötungsdelikten relevant sein.
“Faits: A. A.a. Le 14 décembre 2023, le Ministère public de la République et canton de Genève (ci-après: le Ministère public) a ouvert une instruction pénale, conduite par le procureur Pierre Bayenet (ci-après: le procureur), contre A.________ (ci-après: le prévenu) pour meurtre (art. 111 CP), subsidiairement mise en danger de la vie d'autrui (art. 129 CP). En substance, il est reproché au prévenu d'avoir, du 30 juillet au 4 août 2023, lors d'une "session spirituelle de guérison" qu'il animait à Genève, convaincu B.________ qu'elle était guérie du diabète par la puissance divine et qu'elle pouvait cesser tout traitement et tout régime alimentaire particulier. Après avoir cessé de s'injecter de l'insuline et de suivre le régime alimentaire indiqué et après avoir arraché son capteur de glycémie, la prénommée est décédée d'une décompensation diabétique dans la nuit du 7 au 8 août 2023. A.b. Interpellé par la police belge, le prévenu a été extradé à la demande des autorités suisses. Il est arrivé à Genève le 3 août 2024. A.c. Le 5 août 2024, le procureur a tenu une audience d'instruction. Au cours de celle-ci, il a posé diverses questions au prévenu, notamment au sujet d'extraits d'une vidéo qui ont été visionnés à cette occasion. À la fin de l'audience, le procureur a informé le prévenu qu'il entendait proposer sa détention provisoire au Tribunal des mesures de contrainte (ci-après: le TMC), ce qu'il a fait le jour même.”
Im entschiedenen Fall (SB200027) wurde die versuchte vorsätzliche Tötung nach Art. 111 StGB ausdrücklich "in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB" angeklagt.
“_____, Beschuldigter, Erstberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter bis 26. Februar 2020 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X1._____ erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X3._____ erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ gegen Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Wyss Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin sowie 1. B._____, Privatkläger, Zweitberufungskläger und Anschlussberufungskläger 2. C._____ AG, andere Verfahrensbeteiligte 1 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, - 2 - betreffend versuchte vorsätzliche Tötung etc. und Widerruf Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 9. Juli 2019 (DG190019) - 3 - Anklage: Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 21. März 2019 (Urk. 25/4) ist diesem Urteil beigeheftet. Urteil der Vorinstanz: 1. Der Beschuldigte ist schuldig der / des: − versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Ver- bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB − Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG − mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Zeitraum vom 10. Juni 2016 bis 15. Mai 2017) 2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Jahren Freiheitsstrafe (wovon 785 Tage durch Haft und vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind) sowie ei- ner Busse von Fr. 1'000.–. 3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 4. Es wird eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB während des Vollzugs der Freiheitsstrafe angeordnet. 5. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 23. August 2016 unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren gewährte bedingte Vollzug für eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 110.– wird widerrufen und es wir der Vollzug dieser Geldstrafe angeordnet. 6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 29.”
Bei Zweifeln zwischen Gefährdungsvorsatz und Eventualvorsatz ist zu prüfen, ob der Täter darauf vertrauen durfte, dass der Tod ausbleibt. Entscheidend ist, ob er davon ausgehen konnte, die drohende Gefahr durch sein eigenes Verhalten oder durch eine Reaktion der gefährdeten Person abwenden zu können; andernfalls spricht mehr für Eventualvorsatz bzw. Tötungsvorsatz. (vgl. Quellen.)
“Die Abgrenzung des Gefährdungsvorsatzes im Sinne von Art. 129 StGB vom Eventualvorsatz bezüglich eines Tötungsdelikts birgt gewisse Schwierigkei- ten (so auch BSK StGB I-SCHWARZENEGGER, Art. 111 StGB N 14). Gemäss Lehre und Rechtsprechung unterscheidet sich der Gefährdungsvorsatz vom Eventual- vorsatz auf Tötung in erster Linie dadurch, dass der Täter darauf vertrauen darf, der Tod des Opfers werde nicht eintreten. Dies setzt voraus, dass er annehmen kann, die drohende Gefahr könne durch sein eigenes Verhalten (z.B. gezielter Schuss am Opfer vorbei) oder durch eine Reaktion der gefährdeten Person (etwa mit einem Sprung zur Seite vor dem heranfahrenden Auto) abgewendet werden (BSK StGB I-MAEDER, Art. 129 StGB N 46). So wird zum einen die Auffassung vertreten, dass umso eher auf ein eventualvorsätzliches Tötungsdelikt resp. auf den Versuch dazu zu erkennen ist, je mehr die Vermeidung der Todesfolge dem Zufall überlassen bleibt (DONATSCH, Strafrecht III, 11. Aufl., Zürich 2018, S. 82 f.). Zum anderen wird betont, dass nicht sogleich auf Tötungsvorsatz geschlossen werden kann, wenn unmittelbare Lebensgefahr vorliegt. Vielmehr müssen zusätz- liche Umstände hinzutreten, die für die Annahme sprechen, der Täter habe nicht nur eine unmittelbare Lebensgefahr, sondern darüber hinaus ein Todesrisiko in Kauf genommen.”
“Il peut y avoir concours entre l'infraction d'omission de prêter secours et celle de lésions corporelles intentionnelles (Dupuis et al. [éd.], op. cit., n. 19 ad art. 128 CP). Si l’intention homicide, y compris sous la forme du dol éventuel, ne peut être établie avec suffisamment de certitude, mais que le comportement de l’auteur a objectivement et concrètement mis en danger la vie d’autrui, l’art. 129 CP est applicable (ATF 133 IV 1 consid. 5, JdT 2007 I 566). La délicate distinction entre tentative de meurtre par dol éventuel et mise en danger de la vie d’autrui devrait dépendre avant tout de la maîtrise qu’exerce l’auteur sur le danger qui lui est imputable. En d’autres termes, il s’agit de déterminer si l’auteur peut valablement considérer que le comportement adopté n’impliquera pas la lésion du bien juridique ou si, au contraire, il y a lieu de retenir qu’il s’accommode d’une telle éventualité, faute d’être à même d’exercer une véritable emprise sur le déroulement des événements (ATF 115 IV 8 consid. 1d ; Dupuis et al. [éd.], op. cit., n. 37 ad art. 111 CP). 5.3.4 L'art. 129 CP punit d'une peine privative de liberté de cinq ans au plus ou d'une peine pécuniaire celui qui, sans scrupules, aura mis autrui en danger de mort imminent. Cette infraction suppose la réunion de trois éléments, à savoir la mise d'autrui dans un danger de mort imminent, la conscience de ce fait et l'absence de scrupules. Le danger au sens de l'art. 129 CP suppose un risque concret de lésion, c'est-à-dire un état de fait dans lequel existe, d'après le cours ordinaire des choses, la probabilité ou un certain degré de possibilité que le bien juridique soit lésé, sans toutefois qu'un degré de probabilité supérieur à 50% soit exigé (ATF 121 IV 67 consid. 2b ; TF 6B_144/2019 du 17 mai 2019 consid. 3.1). Il doit en outre s'agir d'un danger de mort, et non pas seulement d'un danger pour la santé ou l'intégrité corporelle (ATF 133 IV 1 consid. 5.1 ; TF 6B_144/2019 précité consid. 3.1). Enfin, il faut que le danger soit imminent. La notion d'imminence n'est pas aisée à définir.”
Verminderte Schuldfähigkeit ist ein strafmildernder Umstand, der bei der Strafzumessung zu berücksichtigen ist. Üblicherweise bleibt die Milderung innerhalb des ordentlichen Strafrahmens von Art. 111 StGB. Allein die verminderte Schuldfähigkeit rechtfertigt nicht grundsätzlich ein Unterschreiten des gesetzlichen Mindeststrafenrahmens; dafür sind zusätzlich besondere bzw. aussergewöhnliche Umstände erforderlich. Liegen solche Umstände vor (z. B. in Verbindung mit Versuch oder einer schweren Verminderung der Schuldfähigkeit), kann nach der Rechtsprechung und unter Umständen gestützt auf Art. 48a StGB ein gegen unten offener Strafrahmen in Betracht gezogen werden.
“Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Der ordentliche Strafrahmen wird durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert. Der ordentliche Rahmen kann aber verlassen werden, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall als zu hart bzw. zu milde erscheint. Die Frage einer Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens kann sich stellen, wenn verschuldens- bzw. strafreduzierende Faktoren zusammentreffen, die einen objektiv an sich leichten Tatvorwurf weiter relativieren, sodass eine Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens dem Rechtsempfinden widerspräche (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Der Versuch und die verminderte Schuldfähigkeit stellen Strafmilderungsgründe dar, die es ermöglichen, den Strafrahmen nach unten zu verlassen. Wie die nachfolgenden Erwägungen zu den Tat- und Täterkomponenten zeigen, liegen jedoch keine aussergewöhnlichen Umstände vor, welche die gemäss Art. 111 StGB angedrohte Mindeststrafe von fünf Jahren Freiheitsstrafe im konkreten Fall als zu hart erscheinen liessen.”
“Der ordentliche Strafrahmen für eine vorsätzliche Tötung beträgt fünf bis zwanzig Jahre (Art. 111 StGB). Aufgrund des Zusammentreffens der schweren Verminderung der Schuldfähigkeit des Beschuldigten und der versuchten Tatbe- gehung, liegen jedoch besondere Umstände im Sinne von BGE 136 IV 55 vor, die ein Unterschreiten dieses ordentlichen Strafrahmens rechtfertigen. Es ist in An- - 43 - wendung von Art. 48a StGB folglich von einem gegen unten offenen und bis zwanzig Jahren Freiheitsstrafe reichenden Strafrahmen auszugehen.”
“Unbegründet ist die Kritik des Beschwerdeführers, die Vorinstanz hätte bei der Strafzumessung auch die Ergebnisse der Privatgutachten berücksichtigen müssen. Dass und weshalb darauf nicht abgestellt werden kann, wurde bereits erläutert (oben E. 1.5.4). Im Übrigen kritisiert der Beschwerdeführer jedoch zu Recht, die vorinstanzliche Strafzumessung sei hinsichtlich der Anwendung von Art. 19 Abs. 2 StGB nicht nachvollziehbar. Die Vorinstanz orientiert sich für die Strafzumessung zu Unrecht am ordentlichen unteren Strafrahmen von Art. 111 StGB von fünf Jahren Freiheitsentzug, dies obschon sie infolge der schweren bzw. schwerstgradigen Verminderung der Schuldfähigkeit lediglich von einem sehr leichten bis leichten Tatverschulden ausgeht und zusätzlich zur verminderten Schuldfähigkeit auch der Strafmilderungsgrund des Versuchs im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB zur Anwendung gelangt. Damit liegen grundsätzlich besondere Umstände im Sinne von BGE 136 IV 55 vor, die ein Unterschreiten des ordentlichen Strafrahmens rechtfertigen. Nach der erwähnten Rechtsprechung ist der ordentliche Strafrahmen auch bei Vorliegen eines Strafschärfungs- bzw. Strafmilderungsgrundes nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint. Die verminderte Schuldfähigkeit allein führt deshalb grundsätzlich nicht zu einer Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens. Dazu bedarf es weiterer ins Gewicht fallender Umstände, die das Verschulden als besonders leicht erscheinen lassen.”
“Der Strafrahmen für die vorsätzliche Tötung beträgt 5 bis 20 Jahre Frei- heitsstrafe (Art. 111 StGB, Art. 40 Abs. 2 StGB). Der Umstand, dass es beim Ver- such blieb, wird im Rahmen des ordentlichen Strafrahmens strafmindernd zu ge- wichten sein. Zusätzlich sind aufgrund der Notwehrsituation die Strafmilderungs- - 67 - gründe der verminderten Schuldfähigkeit gemäss psychiatrischem Gutachten so- wie gemäss Art. 16 Abs. 1 StGB zu berücksichtigen. Nachdem ein deutlicher Notwehrexzess vorliegt und von einer leichten Verminderung der Schuldfähigkeit auszugehen ist, besteht kein Anlass, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen, sondern diesen Umständen wird ebenfalls innerhalb des ordentlichen Strafrah- mens angemessen strafmindernd Rechnung zu tragen sein. Es ist somit zwin- gend eine Freiheitsstrafe auszufällen. Mit der Vorinstanz ist es sodann als ange- messen einzustufen, für die einfache Körperverletzung von C._____ ebenfalls ei- ne Freiheitsstrafe festzusetzen, zumal der qualifizierte Tatbestand erfüllt ist und die beiden Delikte im gleichen Zusammenhang verübt wurden. Entsprechend wird die Einsatzstrafe für die versuchte vorsätzliche Tötung angemessen zu erhöhen sein (Urk.”
“Die Vorinstanz ging vom Strafrahmen von Art. 111 StGB (Freiheitsstrafe von 5 bis 20 Jahren) aus und bestimmte zunächst die objektive und subjektive Tatschwere, letztere unter Berücksichtigung einer schwer verminderten Schuldfähigkeit (Art. 19 Abs. 2 StGB). Die hypothetische Einsatzstrafe von 7 ½ Jahren reduzierte sie sodann unter Einbezug der Täterkomponente auf 7 Jahre.”
Bei der Abgrenzung von Art. 111 zu Art. 122 StGB ist auf die vom Täter erkennbare Nähe der Todesgefahr bzw. des Todeseintritts abzustellen. Bei Messerangriffen sind insbesondere das dem Täter bekannte Risiko der Tatbestandsverwirklichung und die Art der Stiche (z. B. Tiefe, Zielregionen, Mehrfach- oder unkontrollierte Stiche) massgebliche Umstände.
“Jedenfalls weist aber die Tiefe der den Opfern zugefügten Messerstiche auf eingesetzte (Klapp-)Messer mit einer Klingenlänge von rund 10 cm hin, was per se ein beträchtliches Gefahrenpotential des Tatwerkzeuges begründet, welches auch den beiden Beschuldigten ohne Wei- teres bewusst gewesen sein muss. Wenn die beiden Beschuldigten dazu noch un- kontrolliert und mehrfach in besonders sensible Körperregionen ihrer Opfer sta- chen, konnten sie definitiv nicht von einem glimpflichen Verlauf ihrer Aktion ausge- hen, sondern mussten vielmehr ernsthaft mit schweren Folgen für Leib und Leben bis hin zum Tod ihrer Kontrahenten rechnen. 4.Fazit Der Sachverhalt der Anklage ist nach dem Gesagten mit den vorerwähnten Einschränkungen bzw. Präzisierungen sowohl in objektiver als auch in subjektiver - 43 - Hinsicht erstellt und in dieser Form der nachfolgenden rechtlichen Würdigung zu Grunde zu legen. IV. Rechtliche Würdigung 1.Einleitung 1.1.Die Vorinstanz hat sich zu den rechtlichen Voraussetzungen der den Be- schuldigten jeweils in Mittäterschaft vorgeworfenen versuchten vorsätzlichen Tö- tungen im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB kurz geäussert (vgl. Urk. 104 S. 59 f.; Urk. 119/115 S. 58 f.). Darauf kann vorweg verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend ist festzuhalten, dass bei gefährlichen gewalttä- tigen Angriffen, welche nicht zum Ableben der Opfer führen, nebst dem eingeklag- ten Tatbestand der versuchten Tötung grundsätzlich auch eine (vollendete oder versuchte) schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Betracht fällt, wobei die entsprechende Abgrenzung unter anderem aufgrund der vom Täter wahrnehmbaren Nähe der Todesgefahr bzw. des Todeseintrittes zu bestimmen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_1250/2013 vom 14. April 2015 E. 3.2; vgl. auch BJM 1997 S. 37 ff.). 1.2.Im Zusammenhang mit Messerangriffen geht die bundesgerichtliche Praxis differenziert vor und beurteilt jede Tat nach den Umständen des konkreten Einzel- falles, wobei insbesondere die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tat- bestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweg- gründe und die Art der Tathandlung eine Rolle spielen.”
“Gemäss Art. 111 StGB erfüllt den Tatbestand der vorsätzlichen Tötung, wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der nachfolgenden Strafbestimmungen, insbesondere für Mord oder Totschlag, vorliegt. Nach Art. 122 StGB wird hingegen wegen schwerer Körperverletzung bestraft, wer einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Abs. 1), - 13 - wer den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt o- der ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Men- schen arg und bleibend entstellt (Abs. 2) oder wer eine andere schwere Schädi- gung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Men- schen verursacht (Abs. 3). Als andere schwere Körper- oder Gesundheitsschädi- gungen im Sinne der Generalklausel von Art. 122 Abs. 3 StGB kommen Beein- trächtigungen in Frage, die mit den in Art.”
Ein glücklicher Ausgang (Rettung oder rasche medizinische Versorgung) schliesst eine vorsätzliche Tötung nicht aus. Auch wenn die festgestellten Verletzungen nicht lebensgefährlich waren, können bereits geringfügig abweichende oder tiefere Stichkanäle zum Tod geführt haben; dies rechtfertigt die Annahme der versuchten vorsätzlichen Tötung bzw. der Voraussetzungen von Art. 111 StGB.
“cm im Brustbereich eine nicht lebensgefährliche Verletzung zugefügt worden. Das Bundesgericht hielt die Voraussetzungen von Art. 111 StGB für erfüllt, da aufgrund der rechts- - 16 - medizinischen Ergebnisse bereits ein geringfügig abweichender bzw. geringfügig tieferer Stichkanal zum Tod des Opfers hätte führen können und der glimpflich Ausgang damit einzig glücklicher Fügung zuzuschreiben war. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass sich ein direkter Tötungsvorsatz nicht beweisen lässt. Hinreichende objektive Umstände, aufgrund derer sich ein solcher Schluss zwingend aufdrängen würde, liegen nicht vor. Hierbei ist insbe- sondere im Auge zu behalten, dass es sich einerseits um eine nicht von langer Hand geplante Spontantat handelte und andererseits zu Gunsten des Beschuldig- ten davon auszugehen ist, dass er wohl noch vehementer auf sein Opfer eingewirkt hätte, hätte er in direkter Tötungsabsicht gehandelt. Auch die vergleichsweise zitierten Fälle, die das Bundesgericht zu beurteilen hatte, legen keinen anderen Schluss nahe.”
“Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid das notwendige Theoreti- sche zum Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB angeführt (Urk. 97 S. 69 ff.). Der Beschuldigte hat den objektiven Tatbestand nicht vollends erfüllt, da der Geschädigte die ihm durch den Beschuldigten zugefügten Stichverletzungen überlebt hat. Hingegen wären die insgesamt zehn mit grosser Kraft gegen Kopf und Oberkörper des Geschädigten geführten Messerstiche ohne Weiteres geeignet gewesen, den Geschädigten zu töten und dieser wäre auch fraglos verstorben, wenn er nicht umgehend notfallärztlich behandelt worden wä- re.”
“- une plaie à bords irréguliers d'aspect contus au niveau du cuir chevelu en région pariéto-occipitale gauche, compatible avec un coup reçu à ce niveau avec un ustensile de cuisine. - des ecchymoses au niveau de la tempe gauche, du cou à droite, du dos et des membres supérieurs, et des dermabrasions au niveau des membres supérieurs et inférieur droit, trop peu spécifiques pour pouvoir se prononcer quant à leur origine précise, mais toutefois compatibles avec une chute dans les escaliers, telle que relatée par l'expertisé. E______ a présenté une hypotension artérielle et une tachycardie (sans état de choc) lors de sa prise en charge pré-hospitalière, toutefois la rapidité de prise en charge et les soins prodigués (remplissage vasculaire par solution saline) ont permis une rapide stabilisation de ses paramètres vitaux. Les lésions constatées n'ont pas concrètement mis en danger la vie de l'expertisé. e. Le 11 août 2022, le Procureur a prévenu A______ de tentative de meurtre (art. 111 CP cum 22 CP) subsidiairement de lésions corporelles graves (art. 122 CP) et d'agression (art. 134 CP), et de contravention à l’art. 19a LStup pour avoir à Genève, le 9 août 2022, vers 18h30, au numéro no. ______ de la rue 1______, [code postal] Genève, de concert avec D______, tenté de tuer E______, en lui assénant plusieurs coups de poêle et deux coups de couteau au niveau du flanc gauche lui causant des lésions, ayant nécessité une hospitalisation, en envisageant ou en acceptant pleinement que les coups portés aient une issue fatale au cas où elle se produirait. Il lui est également reproché de consommer régulièrement des stupéfiants, soit de la cocaïne. La même prévention a été retenue contre D______. f. Le même jour, E______ a été prévenu également de tentative de meurtre (art. 111 CP cum 22 CP) subsidiairement de lésions corporelles graves (art 122 CP) et d'agression (art. 134 CP), de dommages à la propriété (art. 144 CP) et de contravention à l'art. 19a LStup pour avoir, en substance, tenté de tuer A______, en lui assénant trois coups de couteau au niveau du flanc gauche et des coups de poing, lui causant des lésions ayant nécessité une opération et une hospitalisation.”
Für die Haftprüfung genügt bei Art. 111 StGB das Vorliegen konkreter Verdachtsmomente, die mit erheblicher Wahrscheinlichkeit das Merkmal der vorsätzlichen Tötung begründen können. Laufende Ermittlungsergebnisse können einen solchen dringenden Tatverdacht erheblich erhärten.
“Dieser ist, wie auch die vom Beschuldigten behaupteten Abwehrhandlungen, wie bereits vorgängig festgestellt, durch keinen einzigen objektivierten Hinweis belegt. Abgesehen davon, dass die Würgebzw. Drosselungshandlungen per se ausgeprägt sein müssen, damit überhaupt Stauungsblutungen entstehen, widerspricht auch die gutachterlich festgestellte, teils kräftig unterblutete Strang- bzw. Drosselmarke offensichtlich seiner Behauptung, das Opfer nicht massiv gewürgt zu haben. Als Fazit hat die Beschwerdeinstanz es als höchst schleierhaft bezeichnet, inwiefern der Beschuldigte die gutachterlichen Stellungnahmen zu seinen Gunsten verstanden haben will. Im Ergebnis hat das Kantonsgericht erkannt, dass die vom Haftrichter vorzunehmende Einschätzung aller bekannter und relevanter Faktoren zum derzeitigen Zeitpunkt klarerweise auf das Vorliegen eines vorsätzlichen Tötungsdelikts hinweist, womit nicht nur unverändert das Bestehen eines dringenden Tatverdachts bezüglich des Straftatbestandes der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB), eventualiter des Mordes (Art. 112 StGB), zu bejahen, sondern zusätzlich festzustellen gewesen ist, dass sich dieser Tatverdacht angesichts der bisherigen Ermittlungsergebnisse im Verlaufe des Untersuchungsverfahrens ganz erheblich erhärtet hat. Dieser kantonsgerichtliche Beschluss vom 5. November 2024 ist vom Beschuldigten nicht angefochten und damit implizit anerkannt worden.”
“Im Haftprüfungsverfahren gelten somit andere Beweismassstäbe und der fragliche Grundsatz ist bei der dortigen Prüfung des Tatverdachts entgegen dem Verständnis des Beschwerdeführers nicht anwendbar. Im vorliegenden Fall existieren, wie bereits mehrfach dargelegt, weitaus genügend konkrete Verdachtsmomente, wonach das untersuchte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale der vorsätzlichen Tötung bzw. des Mordes erfüllen könnte und der Beschwerdeführer als Tatbeteiligter dasteht. Insofern erübrigen sich Ausführungen zu den angeblich "eklatanten" Widersprüchen des IRM betreffend das gegen den Beschwerdeführer zum Einsatz gekommene Messer bzw. die damit verursachten Wundränder. Vielmehr ist das Kantonsgericht überzeugt, dass sich der Beschuldigte nicht gegen einen unvermittelten Messerangriff seitens des Opfers hat wehren müssen. Im Ergebnis ist somit nochmals in aller Deutlichkeit festzuhalten, dass das Vorliegen eines dringenden Tatverdachts bezüglich des Straftatbestandes der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB), eventualiter des Mordes (Art. 112 StGB), zu bejahen ist, wobei sich dieser Tatverdacht angesichts der bisherigen Ermittlungsergebnisse ganz erheblich erhärtet hat.”
Bei Fällen sexueller Asphyxie können Dauer und Intensität der Einwirkung – etwa ein mindestens drei- bis vierminütiger, ununterbrochener Druck auf Mund und Nase – als Indiz dafür gewertet werden, dass der Täter vorsätzlich gehandelt hat und damit den Tatbestand des Art. 111 StGB erfüllen kann.
“Au cours de ses agissements, son épouse tentant de se défendre pour sauver sa vie, A______ a été blessé au doigt, de sorte à lui causer une amputation subtotale de l'extrémité distale du cinquième doigt de la main droite avec une luxation de l'ongle et une fracture de la phalange distale. Dans ses efforts désespérés pour respirer, juste avant son décès, K______ a inhalé une plume qui a pénétré dans sa bronche souche gauche. e.a.b. Par le même acte d'accusation, les faits suivants étaient également reprochés à A______, lesquels ne sont désormais plus contestés en appel (supra, let. A.b.) : À Genève, le 11 octobre 2017 à 14h55, sur la route de Lausanne, à la hauteur du Vengeron, en direction de Genève, A______ a circulé au volant de son véhicule automobile de marque et type L______/2______, immatriculé SO 3______, à la vitesse de 91 km/h (marge de sécurité déduite), alors que la vitesse maximale autorisée à cet endroit est de 60 km/h, soit un dépassement de la vitesse de 31 km/h. e.b. Invité par la CPAR à envisager cette possibilité au vu des révélations du prévenu communiquées le 31 janvier 2023 (infra, let. C.a), le MP a, le 1er mars 2023, au cours des débats d'appel, déposé un acte d'accusation subsidiaire des chefs de meurtre au sens de l'art. 111 CP (infra let. e.b.a) ou d'homicide par négligence selon l'art. 117 CP (infra let. e.b.b) et d'omission de prêter secours d'après l'art. 128 CP (infra let. e.b.c), reprochant à A______ ce qui suit : e.b.a. Dans la nuit du ______ au ______ février 2016, dans l’appartement sis no. ______ chemin 1______, à J______, A______ a tué son épouse, K______, en lui obstruant le nez et la bouche, causant ainsi sa mort par suffocation. Au cours d'une relation sexuelle faisant intervenir la pratique de l'asphyxie érotique, il a appuyé avec force sur le bas du visage de K______, avec sa main et un objet souple contenant des plumes, lui obstruant le nez et la bouche, de manière à bloquer sa respiration. Il a maintenu la pression pendant au moins trois à quatre minutes sans discontinuer, appuyant fortement sur le visage de son épouse, malgré ses réactions et ses efforts désespérés pour aspirer de l'air induits par la sensation de mort imminente que causait à son organisme le manque d'oxygène, de sorte à causer son décès par asphyxie par obstruction bucco-nasale.”
Bei Vorliegen von Schuldfähigkeit ist ein Schuldspruch nach Art. 111 StGB möglich; dies gilt auch für versuchte Tötung (vgl. Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB). Psychische Störungen können zwar relevant sein, führen aber nicht per se zum Wegfall der strafrechtlichen Verantwortlichkeit, wenn das Erkenntnis- oder Steuerungsvermögen nicht beeinträchtigt ist.
“_____ zwecks erneuter Beurteilung der Schuldfä- higkeit nicht auf, zumal die Verteidigung selbst bezweifelt, dass die beantragten weiteren Beweisabnahmen die gewünschte Klarheit schaffen könnten, und na- mentlich von sich aus vorbringt, dass ohne Informationen über die tatsächlichen Vorgänge im Kopf des Beschuldigten auch ein neues Gutachten nicht viel mehr als ein Blick in die Kristallkugel sei (vgl. Urk. 126 S. 10). Zugleich ist damit klar, dass die Strafbestimmung von Art. 263 Abs. 2 StGB betreffend Verübung einer Tat in selbstverschuldeter Schuldunfähigkeit, auf die sich die Verteidigung beruft, nicht zum Tragen kommt. 2.6.Schlussfolgernd ergibt sich, dass der Beschuldigte sich der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gemacht hat, wohingegen eine Verurteilung wegen versuchter schwerer Körperverletzung, wie dies im vorinstanzlichen Urteil erwo- gen und im Eventualstandpunkt von der Verteidigung verlangt wird, ausser Be- tracht fällt. Demzufolge hat neu ein Schuldspruch nach Art. 111 StGB in Verbin- dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zu erfolgen. 3.1.Hinsichtlich des versuchten Sexualdelikts hat die Vorinstanz die rechtli- chen Voraussetzungen für eine Strafbarkeit nach Art. 191 StGB (Schändung) kor- rekt aufgeführt (Urk. 81 S. 57 f., S. 59). Nach Massgabe der vorstehenden Erwä- gungen zum Sachverhalt lag die Privatklägerin nach dem erlittenen Übergriff, bei dem sie mehrmals gewürgt worden ist und mehrere Schläge mit einem massiven Kristallaschenbecher gegen den Kopf versetzt erhalten hat, voller Blut und völlig erschöpft auf dem Sofa. Wie die kurze Zeit später eingetroffenen Rettungssanitä- ter sowie die Notfallärztin konstatierten, war die Privatklägerin zwar ansprechbar, ihr Bewusstseinszustand war aber bereits getrübt resp. nicht mehr komplett orien- tiert (Urk. 5/7 S. 4; Urk. 5/8 S. 4; Urk. 5/9 S. 6). Ihren glaubhaften Schilderungen zufolge war sie ferner beim Vorfall zwar noch in der Lage, eine verbale Warnung an die Adresse des Beschuldigten zu richten, wonach es einschneidende Konse- quenzen für ihn habe, wenn er nun auch noch gegen ihren Willen Sex mit ihr ha- ben würde.”
“Elle a une propension à falsifier la réalité, selon l’expert psychiatre. Elle a notamment affirmé n’avoir aucun problème avec son propriétaire, alors qu’elle a dit le contraire à son curateur et qu’elle voulait même déposer une plainte pénale contre le propriétaire. La prévenue avait beaucoup consommé au moment de l’incendie et sa conduite sous l’emprise de l’alcool est loin d’être anodine, comme le montrait ses multiples appels aux services d’urgence, l’épisode où elle s’est allongée sur un parking et celui où elle a troublé le déroulement d’une messe. La prévenue avait en outre les moyens de mettre le feu. Elle possédait un briquet et un accélérant (la vodka, qui a pu faciliter le départ du feu). Il ne subsiste aucun doute sur sa culpabilité, excepté peut-être un doute purement abstrait, qui n’est pas déterminant. L’incendie intentionnel a provoqué la mort de W.________ et il existe donc un lien de causalité entre ces deux éléments. Il convient de retenir un concours entre l’incendie intentionnel aggravé et le meurtre (art. 111 CP), ainsi qu’avec les fausses alertes. Il faut prendre en compte la gravité extrême des faits. Une personne est décédée ; le bien le plus précieux, la vie, a été touché. Les personnes ayant vécu l’incendie sont traumatisées à vie. La prévenue n’a exprimé aucun regret et elle n’a pas la volonté de s’adresser aux victimes. Elle a affiché de la froideur et du détachement, ce qui l’a même amenée à accuser la victime d’avoir mis le feu. En Suisse depuis 1994, la prévenue n’a pas exercé longtemps une activité rémunérée. Ses antécédents multiples montrent que les peines prononcées contre elle ne la dissuadent pas de commettre des infractions. La prévenue a des problèmes médicaux sérieux, y compris des difficultés sur le plan psychique. Elle fait l’objet d’une curatelle, a subi de nombreux placements à des fins d’assistance et a de nombreuses poursuites à son encontre. L’expertise psychiatrique fait état de dépendances et de troubles de la personnalité. Ceux-ci n’ont toutefois pas altéré son discernement.”
Verminderte Schuldfähigkeit ist bei Art. 111 StGB im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen; sie führt jedoch nicht automatisch dazu, den ordentlichen Strafrahmen (Mindeststrafe von fünf Jahren) zu unterschreiten. Für eine Unterschreitung bedarf es zusätzlicher strafmildernder Umstände, die das Verschulden als besonders leicht erscheinen lassen.
“Der vorinstanzliche Schuldspruch ist entsprechend zu bestätigen und der Beschuldigte 1 der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. Rechtsfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen keine vor. Eine allfällige verminderte Schuldfähigkeit ist im Rahmen der Strafzumessung zu thematisieren (vgl. Ziff. VII.2.2.2. nachstehend). - 26 -”
“Gemäss Art. 111 StGB wird eine vorsätzlich begangene Tötung mit einer Freiheitsstrafe von fünf bis zwanzig Jahren bestraft. Folglich führt auch ein ver- gleichsweise leichtwiegendes Tötungsdelikt regelmässig zu einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren. Das gilt auch für ein im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangenes Delikt, führt die verminderte Schuldfähigkeit alleine doch grundsätzlich nicht dazu, den ordentlichen Strafrahmen zu unterschreiten. Dazu bedarf es weiterer Umstände, die das Verschulden als besonders leicht er- scheinen lassen (BGE 136 IV 55 E. 5.5 und 5.8). Darauf verweist auch das Bun- desgericht in seinem Rückweisungsentscheid, in dem es die Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens (nur) unter Hinweis auf das Zusammentreffen des ge- mäss aufgehobenem Entscheid leichten bis sehr leichten Verschuldens zufolge verminderter Schuldfähigkeit mit dem strafreduzierenden Faktor des Versuchs anmahnt (Urk. 182 E. 2.3.2). - 49 -”
Bei dringendem Verdacht auf vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB) haben Gerichte wiederholt ausgeführt, dass die mit dem Tatbestand verbundene erhebliche Strafdrohung einen konkreten Anreiz zu Kollusionshandlungen begründen kann. In den entschiedenen Fällen wurden deshalb Ersatzmassnahmen nicht als offenbar gleich wirksam erachtet; unter diesen Voraussetzungen kann Untersuchungshaft verhältnismässig sein, um das Kollusionsrisiko zu bannen.
“Die dem Beschwerdeführer von der Staatsanwaltschaft vorgeworfene (versuchte) vorsätzliche Tötung wird gemäss Art. 111 StGB mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft, wobei das Gericht die Strafe bei Versuch mildern kann (Art. 22 StGB). Es handelt sich dementsprechend um ein Verbrechen. Dasselbe gilt auch für die (versuchte) schwere Körperverletzung, welche gemäss Art. 122 StGB mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft wird. Dem Beschwerdeführer droht gestützt darauf eine empfindliche Strafe. Diese stellt grundsätzlich einen erheblichen Anreiz für Kollusionshandlungen dar. Solche wären nach den Ausführungen der Vorinstanz bei der Freilassung des Beschwerdeführers konkret zu befürchten. Sie erwog, er sei versucht, auf die anlässlich des Vorfalls vom 13. Januar 2023 ebenfalls anwesenden und mutmasslich Beteiligten C.________, D.________ und E.________ Einfluss zu nehmen. Bei diesen handelt es sich um Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren, die mit dem Beschwerdeführer kollegial verbunden waren bzw. sind. Sie gaben sodann zumindest sinngemäss zu Protokoll, sie würden sich vor dem Beschwerdeführer fürchten und hätten den Vorfall nicht melden wollen, da der Beschwerdeführer "trotzdem" ein Kollege sei.”
“Das Bundesgericht bejahte die Kollusionsgefahr im Urteil 1B_196/2021 vom 11. Mai 2021 aus folgenden Gründen: Für vorsätzliche Tötung droht Art. 111 StGB Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren an. Da die Beschwerdeführerin das Opfer nach dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft durch zahlreiche Schläge mit einem Baseballschläger getötet haben soll, kommt der qualifizierte Tatbestand des Mordes gemäss Art. 112 StGB wegen besonders verwerflicher Art der Ausführung in Betracht. Für Mord droht das Gesetz lebenslängliche Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren an. Die Beschwerdeführerin muss somit mit einer langen Freiheitsstrafe rechnen. Entsprechend besteht für sie ein erheblicher Anreiz für Kollusionshandlungen. Verschiedene Befragte bezeichnen die Beschwerdeführerin als impulsiv und gewalttätig. Wie ihr früherer Lebenspartner zu Protokoll gab, habe sie in London zwei Männer zusammengeschlagen, weshalb sie die dortige Polizei festgenommen habe. Sie habe ihm zuhause ca. 4-5 Mal ins Gesicht und ihn danach erneut geschlagen. Unter ihrem Kopfkissen habe sie ein grosses Messer gehabt. Ein anderer Mann gab an, die Beschwerdeführerin habe eine Frau geschlagen.”
“Verhältnismässigkeit Zu Recht wird die Verhältnismässigkeit der angeordneten dreimonatigen Untersuchungshaft von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt. Mit Blick auf die Strafandrohung einer vorsätzlichen Tötung (Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren, Art. 111 StGB) besteht das Risiko einer Überhaft klarerweise nicht. Ersatzmassnahmen gemäss Art. 237 StPO, welche das Risiko von Kollusionshandlungen gleich wirksam bannen könnten, sind keine ersichtlich. Die Haftanordnung ist demnach mit dem Verhältnismässigkeitsprinzip vereinbar.”
“Le recourant ne peut rien tirer, à cet égard, d'autorisations de lui rendre visite en détention, qui auraient été délivrées à ses père et mère. Le parloir à la prison de B______ peut être surveillé et, dès lors, garantir, mieux qu'une libération assortie d'interdictions de contacts, que ses proches et familiers ne s'entretiendront pas avec lui de la procédure en cours. On ne voit pas quelles (autres) mesure de substitution pallieraient efficacement une connivence indésirable, à ce sujet. Celles que propose le recourant n'ont pas trait au risque de collusion. Les mêmes motifs, fussent-ils moins impérieux, prévaudraient avec le témoin qui a reçu l'appel téléphonique du prévenu, le 17 décembre 2019, et avec celui qui a contacté le 117 entre la fin du repas commun et la mort de la victime. 4. Le risque de collusion dispense d'examiner si les dangers de fuite et de réitération ne s'y ajouteraient pas. 5. Les charges à l'appui d'un homicide intentionnel - passible au minimum de cinq ans de privation de liberté dans l'infraction de base (art. 111 CP) - étant suffisantes et non discutées dans le recours, la détention provisoire subie à ce jour et la durée de la prolongation litigieuse ne sont pas disproportionnées par rapport à la peine concrètement encourue par le recourant s'il devait être déclaré coupable. 6. Le recours s'avère par conséquent infondé et doit être rejeté. 7. Le recourant, qui n'a pas gain de cause, assumera les frais de la procédure de recours, fixés en totalité à CHF 900.- (art. 428 al. 1 CPP et 13 al. 1 du Règlement fixant le tarif des frais en matière pénale, RTFMP; E 4 10.03). * * * * * PAR CES MOTIFS, LA COUR : Rejette le recours. Met à la charge du recourant les frais de la procédure, fixés en totalité à CHF 900.-. Notifie le présent arrêt ce jour, en copie, au recourant (soit, pour lui, son défenseur), au Ministère public et au Tribunal des mesures de contrainte. Siégeant : Madame Corinne CHAPPUIS BUGNON, présidente; Monsieur Christian COQUOZ et Madame Alix FRANCOTTE CONUS, juges; Monsieur Xavier VALDES, greffier.”
“Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Beschwerdeführer nach wie vor einer vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB dringend verdächtigt werde, was dieser vor Bundesgericht nicht mehr bestreitet. Er rügt aber eine unrichtige Anwendung von Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO, weil die Vorinstanz zu Unrecht bejaht habe, dass von ihm Kollusionsgefahr ausgehe.”
Bei öffentlichen Aufforderungen, die sich auf Verbrechen beziehen, ist auch bei Tötungsdelikten nach Art. 111 StGB subjektiver Vorsatz erforderlich bezüglich der Beeinflussung einer unbestimmten Zahl von Personen. Die Frage der Anwendbarkeit der einschlägigen Normen auf im Ausland angesiedelte Taten ist problematisch und hängt unter anderem davon ab, ob die aufgerufenen Handlungen am vorgeschlagenen Begehungsort strafbar sind oder die Schweiz völkerrechtlich zur Strafverfolgung verpflichtet ist.
“vom 18. Dezember 2018 E. 3.2). Nach der hier relevanten Tatbestandsvariante muss sich die Aufforderung auf ein Verbrechen beziehen. Verbrechen sind Taten, die mit Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht sind (Art. 10 Abs. 2 StGB). Bei den Delikten der vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB und des Mordes gemäss Art. 112 StGB handelt es sich um Verbrechen i.S.v. Art. 10 Abs. 2 StGB. In der Lehre wird sodann die Auffassung vertreten, dass die Erfassung einer Aufforderung zu Delikten im Ausland durch Art. 259 aStGB problematisch sei, soweit der schweizerische Strafgesetzgeber zum Schutz von ausschliesslich im Ausland angesiedelten Rechtsgütern nicht berufen sei und die Aufforderung zu Delikten im Ausland den öffentlichen Frieden in der Schweiz in der Regel nicht zu gefährden vermöge. Die Anwendung der Norm könne grundsätzlich nur dann in Betracht kommen, wenn die Handlungen, zu denen aufgerufen werde, am vorgeschlagenen Begehungsort überhaupt strafbar seien. Eine Anwendung komme in Betracht, wenn die Schweiz sich völkerrechtlich zur strafrechtlichen Bekämpfung bestimmter Verhaltensweisen verpflichtet habe (Gerhard Fiolka, a.a.O., N 24 zu Art. 259 StGB). Subjektiv ist Vorsatz hinsichtlich der Beeinflussung, auf eine unbestimmte Zahl von Menschen einzuwirken, dass sie Verbrechen begehen, erforderlich.”
Auch bei intoxikationsbedingtem oder objektiv unnachvollziehbarem Handeln kommt, sofern keine besonderen Rechtfertigungs‑ oder Entschuldigungsgründe vorliegen, nur das Grunddelikt der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB) in Betracht. Für Art. 111 genügt Eventualvorsatz.
“Vorbemerkung Die Vorinstanz führte aus, dass vorliegend aufgrund des erstellten Sachverhalts die besonderen Voraussetzungen weder des privilegierten Spezialtatbestandes des Art. 113 StGB (Totschlag) noch die qualifizierte Norm von Art. 112 StGB (Mord) erfüllt sind (Urk. 82 S. 17 f.). Dem ist beizupflichten, selbst wenn wie dar- - 42 - gelegt zu Gunsten des Beschuldigten davon ausgegangen werden muss, dass er aus einer intoxikationsbedingten panischen Reaktion heraus auf den Privatkläger geschossen hatte, ändert dies doch nichts daran, dass er ohne jeglichen äusse- ren Anlass wie Streit oder Kränkung und damit bei objektiver Bewertung aus der Warte eines Durchschnittsmenschen der Rechtsgemeinschaft und nach den zum Tatzeitpunkt vorliegenden äusseren Umständen in keiner Weise nachvollziehbar oder entschuldbar agierte. In Frage kommt somit nur das Grunddelikt der vorsätz- lichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB, welche die vorsätzliche Verursachung des Todes eines Menschen voraussetzt, wobei Eventualvorsatz genügt.”
Bei dringendem Tatverdacht wegen vorsätzlicher Tötung können die besonderen Haftgründe der qualifizierten Wiederholungsgefahr sowie der Flucht- und der Kollusionsgefahr eine Verlängerung der Untersuchungshaft begründen; die zeitliche und materielle Verhältnismässigkeit ist jeweils zu prüfen.
“Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der dringende Tatverdacht bezüglich des Straftatbestandes der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB), eventualiter des Mordes (Art. 112 StGB), vorliegt, die besonderen Haftgründe der qualifizierten Wiederholungsgefahr, der Fluchtgefahr sowie der Kollusionsgefahr zu bejahen sind und die (zeitliche wie auch materielle) Verhältnismässigkeit hinsichtlich der vorläufig für die Dauer von drei Monaten, d.h. bis zum 12. Dezember 2024, verlängerten Untersuchungshaft gewahrt wird, womit die Beschwerde des Beschuldigten vom 23. September 2024 in Bestätigung des angefochtenen Entscheids des Zwangsmassnahmengerichts vom 10. September 2024 als unbegründet abzuweisen ist.”
“Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der dringende Tatverdacht bezüglich des Straftatbestandes der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB), eventualiter des Mordes (Art. 112 StGB), vorliegt, die besonderen Haftgründe der qualifizierten Wiederholungsgefahr, der Fluchtgefahr sowie der Kollusionsgefahr zu bejahen sind und die (zeitliche wie auch materielle) Verhältnismässigkeit hinsichtlich der vorläufig für die Dauer von drei Monaten, d.h. bis zum 12. Dezember 2024, verlängerten Untersuchungshaft gewahrt wird, womit die Beschwerde des Beschuldigten vom 23. September 2024 in Bestätigung des angefochtenen Entscheids des Zwangsmassnahmengerichts vom 10. September 2024 als unbegründet abzuweisen ist.”
Subjektive Umstände, die für eine Privilegierung (Art. 113) oder Qualifikation (Art. 112) sprechen würden, dürfen bei einem Schuldspruch nach Art. 111 StGB in die Bemessung der objektiven Tatschwere einbezogen werden. Dies verletzt nach der Rechtsprechung nicht das Doppelverwertungsverbot. Werden diese Umstände nicht bereits zu einer Änderung des Strafrahmens geführt (weil beim Grundtatbestand geblieben wurde), können sie in der Strafzumessung – auch mit Blick auf ihr konkretes Ausmass – unbegrenzt berücksichtigt werden.
“Solche bereits für die rechtliche Würdigung relevanten subjektiven Merkmale sind nach der Konzeption der Tötungstatbestände deshalb von Beginn weg – trotz ih- rer an sich subjektiven Qualität also ausnahmsweise bereits unter dem Titel der objektiven Tatschwere – zu berücksichtigen (BGer, 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018, E. 2.6.1; OGer ZH, SB190588 vom 8. September 2020, E. IV.4.1). Darin liegt im Übrigen kein Verstoss gegen das Doppelverwertungsverbot. Umstände, welche bei einem Schuldspruch wegen Totschlags (Art. 113 StGB) oder Mordes (Art. 112 StGB) für die privilegierte bzw. qualifizierte Tatbestandsva- riante und den damit einhergehenden veränderten Strafrahmen begründend ge- wesen sind, dürfen zwar nicht zusätzlich verschuldens- bzw. straferhöhend oder -mindernd veranschlagt werden. Innerhalb des durch den qualifizierten oder privi- legierten Tatbestand gesetzten Strafrahmens spiegelt sich das konkrete Ausmass der betreffenden Faktoren aber in der – quantifizierenden – Strafzumessung wider (BGer, 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018, E. 2.6.1). Solche Faktoren, die für oder gegen eine Privilegierung bzw. Qualifikation sprechen, können sodann umso mehr berücksichtigt werden, wenn, wie hier, ein Schuldspruch wegen des Grund- tatbestands (Art. 111 StGB) erfolgt. Da die entsprechenden Umstände in einem solchen Fall letztlich nicht bereits zu einer Veränderung des Strafrahmens geführt - 50 - haben, sind sie in der Strafzumessung ohne Beschränkung – nicht nur mit Blick auf ihr Ausmass –zu berücksichtigen.”
“Septem- ber 2020, E. IV.4.1). Die objektive Tatschwere bestimmt sich damit zunächst an- hand des äusseren Tathergangs und der Tatumstände, inklusive der unmittelba- ren Vorbereitungshandlungen sowie des unmittelbaren Nachtatverhaltens. Eine - 49 - Bewertung des objektiven Tatverschuldens rein anhand der äusseren, aus jegli- chem Kontext gelösten Geschehnisse – gleichsam aus der Sicht eines unwissen- den Beobachters – wäre indessen mit der tatbeständlichen Struktur der Tötungs- delikte nicht vereinbar. Bei Totschlag (Art. 113 StGB) und bei Mord (Art. 112 StGB) kennzeichnen gerade auch subjektive Elemente (eine entschuldbare hefti- ge Gemütsbewegung oder eine grosse seelische Belastung bzw. eine besondere Skrupellosigkeit) den privilegierten bzw. den qualifizierten Tatbestand. Subjektive Merkmale wie Motive, Beweggründe und Absichten des Täters sind deshalb im- plizit auch beim hier einschlägigen Grundtatbestand des Art. 111 StGB massge- blich, wenn es um die Festlegung des objektiven Schweregrades geht. Dieser be- stimmt sich mit anderen Worten anhand aller Tatkomponenten, welche einem ge- setzlichen Tatbestandsmerkmal – namentlich mit Blick auf eine mögliche Privile- gierung (Art. 113 StGB) oder Qualifikation (Art. 112 StGB) – zuzuordnen sind. Solche bereits für die rechtliche Würdigung relevanten subjektiven Merkmale sind nach der Konzeption der Tötungstatbestände deshalb von Beginn weg – trotz ih- rer an sich subjektiven Qualität also ausnahmsweise bereits unter dem Titel der objektiven Tatschwere – zu berücksichtigen (BGer, 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018, E. 2.6.1; OGer ZH, SB190588 vom 8. September 2020, E. IV.4.1). Darin liegt im Übrigen kein Verstoss gegen das Doppelverwertungsverbot. Umstände, welche bei einem Schuldspruch wegen Totschlags (Art. 113 StGB) oder Mordes (Art. 112 StGB) für die privilegierte bzw. qualifizierte Tatbestandsva- riante und den damit einhergehenden veränderten Strafrahmen begründend ge- wesen sind, dürfen zwar nicht zusätzlich verschuldens- bzw.”
Das Verlassen des Tatorts kann als vollendeter Versuch (§ 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 111 StGB) gewertet werden, wenn der Täter nach seinem konkreten Tatplan alle von ihm für den Erfolg als notwendig erachteten Handlungen beendet hat.
“Ein vollendeter Versuch liegt vor, wenn die strafbare Tätigkeit aus Sicht des Täters zu Ende geführt wird, der tatbestandsmässige Erfolg aber nicht eintritt - 15 - (Art. 22 Abs. 1 StGB). Die Abgrenzung des vollendeten vom unvollendeten Ver- such ist dabei auf der Grundlage des konkreten Tatplans vorzunehmen, wobei danach zu fragen ist, ob der Täter alle Voraussetzungen geschaffen hat, die nach seinem Plan zum Eintritt des Erfolges hätten führen sollen (Urteil 6S.46/2005 vom 2. Februar 2006, E. 10.4.2.). Nachdem aber der Beschuldigte den Privatkläger quer über den Hals schnitt und vom Tatort floh, bevor die umstehenden Drittpersonen intervenierten, ist davon auszugehen, dass mit dem Schnitt gegen den Hals des Privatklägers die eigentliche Tathandlung aus seiner Sicht zu Ende war und er somit alles Notwendige dafür getan hatte, dass der Taterfolg eintreten konnte. Der Beschuldigte hat damit den Tatbestand der (vollendet) versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB erfüllt, was auch die Verteidigung in ihrem Eventualstandpunkt nicht in Abrede stellt (Urk. 98 S. 5).”
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