RS 311.0 ↩
Nouvelle teneur selon l’annexe 1 ch. 5 de la L du 18 déc. 2020 sur la sécurité de l’information, en vigueur depuis le 1erjanv. 2023 (RO 2022 232,750;FF 2017 2765). ↩
Nouvelle teneur selon l’annexe ch. 2 de la LF du 20 mars 2015 (Entretien de l’enfant), en vigueur depuis le 1erjanv. 2017 (RO 2015 4299;FF 2014 511). ↩
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Zur Verweigerung der Mitwirkung nach Art. 166 Abs. 1 ZPO ist nur der Geheimnisträger berechtigt; der Geheimnisherr kann dieses Verweigerungsrecht nicht geltend machen. Art. 166 Abs. 1 schützt fremde, nicht eigene Geheimnisse. Als Beispiel nennt die Lehre das Bankgeheimnis: Auf dieses kann die Bank als Geheimnisträgerin, nicht jedoch der Bankkunde als Geheimnisherr verweisen.
“b ZPO, der eine Mitwirkungspflicht in Bezug auf Anwaltskorrespondenz von vornherein ausschliesst). Analoges gilt auch für Art. 166 Abs. 1 lit. c ZPO (Schutz des Amtsgeheimnisses gemäss Art. 320 StGB) und Art. 166 Abs. 1 lit. d ZPO (Schweigepflicht von Ombudspersonen, Ehe- oder Familienberatern und Mediatoren). Als "andere gesetzlich geschützte Geheimnisse", die unter Art. 166 Abs. 2 ZPO fallen, werden in der Botschaft beispielhaft Art. 35 DSG (Pflicht zur Geheim- haltung von Personendaten), Art. 321 bis StGB (Berufsgeheimnis in der Forschung am Menschen), Art. 321 ter StGB (Post- und Fernmeldegeheimnis), Art. 4 aOHG (Schweigepflicht von Mitarbeitern von Opferberatungsstellen), Art. 15 aBetmG (Schweigepflicht von Mitarbeitern gewisser Stellen im Zusammenhang mit einem gemeldeten Betäubungsmittelmissbrauch) sowie insbesondere das Bankgeheim- nis (Art. 47 BankG) genannt (Botschaft zur ZPO, BBl 2006 7221, S. 7320). Allen - 18 - diesen Tatbeständen ist gemein – gleich wie den in Art. 163 Abs. 1 und Art. 166 Abs. 1 ZPO vorgesehenen geheimnisbezogenen Verweigerungsrechten –, dass jeweils nur der Geheimnisträger, nicht aber der Geheimnisherr selbst zur Mitwir- kungsverweigerung berechtigt (und zur Geheimhaltung verpflichtet) ist. Auf das Bankgeheimnis kann sich beispielsweise nur die Bank (als Geheimnisträgerin), nicht aber der Bankkunde (als Geheimnisherr) berufen. Dieser Befund, dass mit Bezug auf sämtliche anderen in Art. 163 bzw. Art. 166 ZPO geschützten Geheimnisse jeweils nur der Geheimnisträger, nicht aber der Geheimnisherr selbst privilegiert wird, legt den Schluss nahe, dass sich auch auf das (in der Botschaft nicht explizit erwähnte) Fabrikations- und Ge- schäftsgeheimnis i.S.v. Art. 162 StGB nur berufen kann, wer als Geheimnisträger – strafbewehrt – zur Wahrung eines ihm anvertrauten fremden Geschäftsgeheim- nisses verpflichtet ist, nicht aber, wer als Geheimnisherr ein eigenes Geheimnis im eigenen Interesse bewahren möchte.”
“1 ZPO geht es letzt- lich immer nur um den Schutz fremder und nie um den Schutz eigener Geheim- nisse der im Grundsatz mitwirkungsverpflichteten Personen. Auf den Schutz des Berufsgeheimnisses gemäss Art. 321 StGB (Art. 163 Abs. 1 lit. b und Art. 166 Abs. 1 lit. b ZPO) kann sich selbstredend nur der Geheimnisträger, nicht aber der Geheimnisherr berufen. Letzterer ist zur Geheimhaltung seiner eigenen Geheim- nisse nicht verpflichtet und würde sich bei einer Geheimnisoffenbarung auch nicht gemäss Art. 321 StGB strafbar machen, unabhängig davon, ob er selbst einer der in dieser Bestimmung genannten Berufsgruppen angehört oder nicht. Beispiels- weise kann sich der Klient eines Anwalts – auch wenn es sich bei ihm ebenfalls um einen Anwalt handelt – nicht auf das Anwaltsgeheimnis berufen, um die Preisgabe von Informationen zu verhindern, die er mit seinem Anwalt geteilt hat (vorbehalten bleibt einzig Art. 160 Abs. 1 lit. b ZPO, der eine Mitwirkungspflicht in Bezug auf Anwaltskorrespondenz von vornherein ausschliesst). Analoges gilt auch für Art. 166 Abs. 1 lit. c ZPO (Schutz des Amtsgeheimnisses gemäss Art. 320 StGB) und Art. 166 Abs. 1 lit. d ZPO (Schweigepflicht von Ombudspersonen, Ehe- oder Familienberatern und Mediatoren). Als "andere gesetzlich geschützte Geheimnisse", die unter Art. 166 Abs. 2 ZPO fallen, werden in der Botschaft beispielhaft Art. 35 DSG (Pflicht zur Geheim- haltung von Personendaten), Art. 321 bis StGB (Berufsgeheimnis in der Forschung am Menschen), Art. 321 ter StGB (Post- und Fernmeldegeheimnis), Art. 4 aOHG (Schweigepflicht von Mitarbeitern von Opferberatungsstellen), Art. 15 aBetmG (Schweigepflicht von Mitarbeitern gewisser Stellen im Zusammenhang mit einem gemeldeten Betäubungsmittelmissbrauch) sowie insbesondere das Bankgeheim- nis (Art. 47 BankG) genannt (Botschaft zur ZPO, BBl 2006 7221, S. 7320). Allen - 18 - diesen Tatbeständen ist gemein – gleich wie den in Art. 163 Abs. 1 und Art. 166 Abs. 1 ZPO vorgesehenen geheimnisbezogenen Verweigerungsrechten –, dass jeweils nur der Geheimnisträger, nicht aber der Geheimnisherr selbst zur Mitwir- kungsverweigerung berechtigt (und zur Geheimhaltung verpflichtet) ist.”
Beeinträchtigt eine Mitwirkungshandlung ein nach Art. 166 ZPO geschütztes Geheimnis, hat das Gericht eine Interessenabwägung vorzunehmen. In solchen Fällen sind hohe Anforderungen an die Zulassung des Beweismittels zu stellen; das Interesse an der Wahrheitsfindung (u. a. geprägt von Verfahrensgrundsätzen und Streitwert) ist gegen das Geheimhaltungsinteresse abzuwägen; es ist jedoch möglich, dass die Wahrheitsfindung trotz Eingriffs überwiegt.
“Auch Beweismittel, bei deren Erhebung die Berufs- oder Standesregeln verletzt wur- den, können rechtswidrig sein (S UTTER-SOMM/SEILER, in: Sutter-Sommer/Seiler - 28 - [Hrsg.], Handkommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2021, Art. 152 N 18 ff. m.w.H.). Diese Norm vermittelt zwischen den Zielkonflikten der Einheit der Rechtsordnung (kein Recht durch Unrecht) und der Rechtsverwirkli- chung. Das Gericht hat eine Interessensabwägung vorzunehmen. Das Interesse an der Wahrheitsfindung hängt vom Verfahrensgrundsatz und vom Streitwert ab. Das private Parteiinteresse lässt sich am Streitwert messen. Das Schutzinteresse hängt demgegenüber vom beeinträchtigten Rechtsgut, der Intensität der Beein- trächtigung sowie allfälligen Mitwirkungspflichten und -obliegenheiten bzw. Ver- weigerungsrechten ab. Beim Rang kann als grobe Leitlinie die physische, psychi- sche und seelische Integrität über materielle Werte gestellt werden. Eine andere grobe Leitlinie stützt sich auf Art. 166 ZPO betreffend Verweigerungsrechte Dritter bei der Mitwirkung. Wenn die Beschaffungshandlung ein Geheimnis nach Art. 166 ZPO verletzt, sind hohe Anforderungen an die Zulassung zu stellen (G UYAN, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro- zessordnung, 3. Auflage, 2017, Art. 152 N 10 ff.). Es ist jedoch durchaus denkbar, dass das Interesse an der Wahrheitsfindung überwiegt, selbst wenn durch die Beschaffungshandlung in das Rechtsgut einer verweigerungsberechtigten Person eingegriffen wird (R ÜEDI, Rechtswidrig erlangte Beweismittel, Substantiieren und Beweisen, Praktische Probleme, 2013, S. 84 ff.). Die Interessensabwägung be- ruht auf gerichtlichem Ermessen. 3.2.9.6. Hinsichtlich den von der Beschwerdeführerin als zulässige Noven einge- reichten Beweismitteln zur Verwertbarkeit der act. 32/4-9, 17-18, 20, 25-26, 28-34 und 51 ist vorerst festzuhalten, dass sie ein zivilrechtliches Verfahren in der Ukra- ine betreffen. In diesem Verfahren in Sachen C._____ gegen U._____ und V._____ (ukrainische Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin) stellte C._____ als Kläger die Anträge, dass U.”
Das Bankgeheimnis und ähnliche gesetzlich geschützte Geheimnisse begründen kein absolutes Recht zur Verweigerung der Mitwirkung nach Art. 166 Abs. 2 ZPO. Bankangestellte sind grundsätzlich zur Zeugnisleistung und zur Herausgabe von Unterlagen verpflichtet, soweit nicht glaubhaft gemacht wird, dass das Schutzinteresse an der Geheimhaltung das Interesse an der Wahrheitsfindung überwiegt.
“1 CO impose à l'employeur de protéger et respecter, dans les rapports de travail, la personnalité du travailleur et renvoie à la LPD, cette dernière ne s'applique pas aux procédures civiles pendantes (art. 2 al. 2 let. c LPD); les règles spéciales de la procédure assurent déjà suffisamment la protection de la personnalité (ATF 138 III 425 consid. 4.3 p. 429; arrêts du Tribunal fédéral 4A_63/2016 du 10 octobre 2016 consid. 5.2 et 5.3; 4A_63/2016 du 10 octobre 2016 consid. 5.3; 4A_188/2015 du 31 août 2015 consid. 3.1 et 3.2.2; 4A_195/2010, consid. 1.2, 2.2 et 2.3). 3.4.2 Un tiers à qui un fait a été confié en sa qualité de fonctionnaire ou de membre d'une autorité ou dont il a connaissance dans l'exercice de ses fonctions peut refuser de collaborer. Il est toutefois tenu de collaborer si l'autorité dont il relève l'y a habilité (art. 166 al. 1 let. c CPC). Les banquiers font partie des tiers titulaires d'un droit de garder le secret protégés par la loi, qui ne peuvent toutefois refuser de collaborer que s'ils rendent vraisemblable que l'intérêt à garder le secret l'emporte sur l'intérêt à la manifestation de la vérité (art. 166 al. 2 CPC). L'art. 47 al. 5 LB réserve expressément les dispositions de la législation fédérale, dont notamment l'art. 166 al. 2 CPC, sur l'obligation de renseigner l'autorité et de témoigner en justice (ATF 142 III 116 consid. 3.1.1). 3.5.1 En l'espèce, la recourante invoque essentiellement, à l'appui de son recours, le préjudice difficilement réparable causé par les mesures probatoires attaquées, soit la révélation de secrets d'affaires, que ce soit les siens ou ceux de G______ LTD, l'atteinte à la protection de la personnalité d'un ex-employé par la divulgation de données personnelles le concernant et l'atteinte aux secrets fiscal et bancaire. Les informations contenues dans les pièces dont la production a été ordonnée ainsi que dans les témoignages requis de O______ et U______, une fois portées à la connaissance de l'intimé, seront définitivement divulguées. Par la nature des choses, il ne sera pas possible de revenir en arrière et de réduire à néant la connaissance ainsi acquise par l'intimé.”
“4.1 concernant le refus d'accès par un agent de sécurité). La LLCA règle à l'art. 12 les devoirs professionnels de l'avocat. Ceux-ci doivent "exercer leur profession avec soin et diligence" (let. a). En tant que devoir professionnel, il incombe à l'avocat de défendre au mieux les intérêts de son client. Ils sont en premier lieu les défenseurs des intérêts des parties et, à ce titre, agissent unilatéralement pour leur client (cf. ATF 130 II 270 consid. 3.2.2 p. 277 s. ; 106 Ia 100 consid. 6b p. 104 s.). Dans le procès civil, il convient notamment de respecter les obligations procédurales d'exposer et de motiver les faits qui incombent au client (cf. ATF 144 III 519 consid. 5.2 p. 522 ss ; 141 III 433 consid. 2.6 p. 437 s.). Ensuite, il est important de noter qu'en procédure civile, le législateur a apporté des restrictions au détriment du secret bancaire et en faveur de la vérité matérielle. Le secret bancaire ne confère pas un droit absolu de refuser de collaborer (art. 163 al. 2 et art. 166 al. 2 CPC ; cf. également la réserve expresse de l'art. 47 al. 5 LB). Il va moins loin que le secret professionnel des ecclésiastiques, des médecins et des avocats (cf. art. 163 al. 1 let. b et art. 166 al. 1 let. b CPC). Les employés de banques sont en règle générale tenus - sous réserve de motifs particuliers de confidentialité - de témoigner et de mettre des documents à disposition (ATF 142 III 116 consid. 3.1.1 s. p. 120 s.; ainsi déjà ATF 119 IV 175 consid. 3 p. 177 s. ; 113 Ib 157 consid. 7a p. 168 s.; GÜNTER STRATENWERTH, in : Basler Kommentar, Bankengesetz, 2e éd. 2013, n. 29 ss. ad art. 47 BankG). 4.3.1. S'agissant de la contrainte ou du chantage, le Ministère public a estimé à juste titre qu’aucun élément au dossier ne soutenait la commission de ces infractions, l’intimée ayant cherché, par des activités commerciales non insolites dont les conséquences devront être évaluées par la justice civile, à maintenir sa relation d’affaires avec les recourantes. Il n’y a, parmi les prétendues manœuvres exposées, aucun blocage de compte intempestif ni exercice excessif des droits de la Banque.”
Art. 166 Abs. 1 ZPO dient dem Schutz fremder Geheimnisse; er bezweckt nicht den Schutz eigener Geheimnisse der grundsätzlich mitwirkungspflichtigen Drittperson. Auf das Berufsgeheimnis nach Art. 321 StGB kann sich nur der Geheimnisträger berufen, nicht der Geheimnisherr.
“In systematischer Hinsicht nimmt Art. 166 Abs. 2 ZPO inhaltlich unmittelbar Bezug auf Art. 166 Abs. 1 ZPO und dehnt das beschränkte Verweigerungsrecht - 17 - Dritter im Sinne eines Auffangtatbestands auf Geheimnisse aus, die in Abs. 1 nicht erwähnt, von der Rechtsordnung aber trotzdem geschützt werden. Dieses subsidiäre Verweigerungsrecht wird indessen – im Gegensatz zu den in Abs. 1 erwähnten Geheimnissen – weiter eingeschränkt und unter den Vorbehalt einer Interessenabwägung gestellt. Analoges sieht Art. 163 Abs. 2 ZPO mit Bezug auf die für Parteien geltenden Verweigerungsrechte vor. Sowohl in Art. 166 Abs. 1 ZPO als auch in Art. 163 Abs. 1 ZPO geht es letzt- lich immer nur um den Schutz fremder und nie um den Schutz eigener Geheim- nisse der im Grundsatz mitwirkungsverpflichteten Personen. Auf den Schutz des Berufsgeheimnisses gemäss Art. 321 StGB (Art. 163 Abs. 1 lit. b und Art. 166 Abs. 1 lit. b ZPO) kann sich selbstredend nur der Geheimnisträger, nicht aber der Geheimnisherr berufen. Letzterer ist zur Geheimhaltung seiner eigenen Geheim- nisse nicht verpflichtet und würde sich bei einer Geheimnisoffenbarung auch nicht gemäss Art. 321 StGB strafbar machen, unabhängig davon, ob er selbst einer der in dieser Bestimmung genannten Berufsgruppen angehört oder nicht. Beispiels- weise kann sich der Klient eines Anwalts – auch wenn es sich bei ihm ebenfalls um einen Anwalt handelt – nicht auf das Anwaltsgeheimnis berufen, um die Preisgabe von Informationen zu verhindern, die er mit seinem Anwalt geteilt hat (vorbehalten bleibt einzig Art. 160 Abs. 1 lit. b ZPO, der eine Mitwirkungspflicht in Bezug auf Anwaltskorrespondenz von vornherein ausschliesst).”
“In systematischer Hinsicht nimmt Art. 166 Abs. 2 ZPO inhaltlich unmittelbar Bezug auf Art. 166 Abs. 1 ZPO und dehnt das beschränkte Verweigerungsrecht - 17 - Dritter im Sinne eines Auffangtatbestands auf Geheimnisse aus, die in Abs. 1 nicht erwähnt, von der Rechtsordnung aber trotzdem geschützt werden. Dieses subsidiäre Verweigerungsrecht wird indessen – im Gegensatz zu den in Abs. 1 erwähnten Geheimnissen – weiter eingeschränkt und unter den Vorbehalt einer Interessenabwägung gestellt. Analoges sieht Art. 163 Abs. 2 ZPO mit Bezug auf die für Parteien geltenden Verweigerungsrechte vor. Sowohl in Art. 166 Abs. 1 ZPO als auch in Art. 163 Abs. 1 ZPO geht es letzt- lich immer nur um den Schutz fremder und nie um den Schutz eigener Geheim- nisse der im Grundsatz mitwirkungsverpflichteten Personen. Auf den Schutz des Berufsgeheimnisses gemäss Art. 321 StGB (Art. 163 Abs. 1 lit. b und Art. 166 Abs. 1 lit. b ZPO) kann sich selbstredend nur der Geheimnisträger, nicht aber der Geheimnisherr berufen. Letzterer ist zur Geheimhaltung seiner eigenen Geheim- nisse nicht verpflichtet und würde sich bei einer Geheimnisoffenbarung auch nicht gemäss Art. 321 StGB strafbar machen, unabhängig davon, ob er selbst einer der in dieser Bestimmung genannten Berufsgruppen angehört oder nicht. Beispiels- weise kann sich der Klient eines Anwalts – auch wenn es sich bei ihm ebenfalls um einen Anwalt handelt – nicht auf das Anwaltsgeheimnis berufen, um die Preisgabe von Informationen zu verhindern, die er mit seinem Anwalt geteilt hat (vorbehalten bleibt einzig Art. 160 Abs. 1 lit. b ZPO, der eine Mitwirkungspflicht in Bezug auf Anwaltskorrespondenz von vornherein ausschliesst). Analoges gilt auch für Art. 166 Abs. 1 lit. c ZPO (Schutz des Amtsgeheimnisses gemäss Art. 320 StGB) und Art. 166 Abs. 1 lit. d ZPO (Schweigepflicht von Ombudspersonen, Ehe- oder Familienberatern und Mediatoren). Als "andere gesetzlich geschützte Geheimnisse", die unter Art.”
“In systematischer Hinsicht nimmt Art. 166 Abs. 2 ZPO inhaltlich unmittelbar Bezug auf Art. 166 Abs. 1 ZPO und dehnt das beschränkte Verweigerungsrecht - 17 - Dritter im Sinne eines Auffangtatbestands auf Geheimnisse aus, die in Abs. 1 nicht erwähnt, von der Rechtsordnung aber trotzdem geschützt werden. Dieses subsidiäre Verweigerungsrecht wird indessen – im Gegensatz zu den in Abs. 1 erwähnten Geheimnissen – weiter eingeschränkt und unter den Vorbehalt einer Interessenabwägung gestellt. Analoges sieht Art. 163 Abs. 2 ZPO mit Bezug auf die für Parteien geltenden Verweigerungsrechte vor. Sowohl in Art. 166 Abs. 1 ZPO als auch in Art. 163 Abs. 1 ZPO geht es letzt- lich immer nur um den Schutz fremder und nie um den Schutz eigener Geheim- nisse der im Grundsatz mitwirkungsverpflichteten Personen. Auf den Schutz des Berufsgeheimnisses gemäss Art. 321 StGB (Art. 163 Abs. 1 lit. b und Art. 166 Abs. 1 lit. b ZPO) kann sich selbstredend nur der Geheimnisträger, nicht aber der Geheimnisherr berufen. Letzterer ist zur Geheimhaltung seiner eigenen Geheim- nisse nicht verpflichtet und würde sich bei einer Geheimnisoffenbarung auch nicht gemäss Art.”
Dritte können die Mitwirkung nach Art. 166 Abs. 1 ZPO aus den in den Buchstaben a–e genannten Gründen verweigern. Bei unbegründetem Verweigerungsrecht drohen die in Art. 167 ZPO genannten Sanktionen (u. a. Bussgeld, strafrechtliche Massnahmen, Einsatz der staatlichen Gewalt).
“Le Tribunal a considéré que les informations requises étaient utiles pour établir l'éventuel revenu perçu de son activité professionnelle par A______ dès la fin immédiate des rapports de travail et partant pour se prononcer sur les prétentions de celle-ci fondées sur son licenciement immédiat prétendument injustifié. Ces informations étaient également utiles pour établir les faits allégués par B______ SA à savoir la violation de son contrat de travail par A______, en ce que celle-ci aurait détourné à son profit la clientèle de son employeur, et le dommage qui en serait résulté pour B______ SA. b. Par courrier recommandé du 12 février 2021, dont copie a été envoyée aux parties, le Tribunal a communiqué à H______ SA le ch. 2 du dispositif de l'ordonnance, en l'invitant à s'exécuter dans le délai imparti et en la rendant attentive qu'à teneur de l'art. 160 al. 1 CPC, les tiers étaient tenus de collaborer à l'administration des preuves et en particulier avaient les obligations prévues sous lettres a à c de cette disposition. Néanmoins, selon l'art. 166 al. 1 CPC, tout tiers pouvait refuser de collaborer pour les motifs prévus aux lettres a à e. En cas de refus injustifié de collaborer, le tiers s'exposait aux sanctions prévues à l'art. 167 al. 1 let. a à d CPC, à savoir notamment à une amende de 1'000 fr. au plus, aux sanctions prévues à l'art. 292 CP et à la mise en oeuvre de la force publique. F. a. Par acte expédié le 26 février 2021 à la Cour de justice, A______ forme recours contre l'ordonnance précitée, en sollicitant l'annulation de celle-ci, ainsi que, en tant que de besoin, celle de la lettre adressée le 12 février 2021 à H______ SA. Elle conclut, principalement, à ce que la Cour dise qu'elle ne doit pas communiquer au Tribunal les revenus qu'elle a perçus au-delà du 30 septembre 2017 et qu'elle ne doit pas communiquer les noms de clients, ou tout autre information de tiers, ayant hypothétiquement conclu une relation d'affaires avec elle en 2017 et 2018, dise que H______ SA ne doit pas communiquer les noms de clients, ou tout autre information de tiers, ayant hypothétiquement conclu une relation d'affaires avec elle en 2017 et 2018 et rejette toutes les demandes de B______ SA visant à faire ordonner à A______ ou à tout tiers de remettre au Tribunal des listes de noms d'anciens clients de B______ SA ou toutes autres informations en lien avec des clients.”
Nach der zitierten Entscheidung ist Art. 166 ZPO in Disziplinarverfahren analog anwendbar. Vorinstanzen müssen dieses Verweigerungsrecht beachten und dürfen nicht durch hoheitliche Anordnungen oder Aufforderungen zur Mitwirkung die Herausgabe geschützter Informationen erzwingen bzw. zur Verletzung von Berufsgeheimnissen anstiften.
“Der Einbezug der Beschwerdeführerin sei unverhältnismässig und erfolge ohne zwin- genden Grund, da die verlangten Informationen, soweit überhaupt notwendig, al- lein von ihren Klienten beschafft werden könnten (act. 2 S. 11 Rz. 26 ff.). Die Beschwerdeführerin sei im Disziplinarverfahren nicht zur Mitwirkung verpflich- tet. Es gelte der strafprozessuale Nemo-tenetur-Grundsatz. Die Mitwirkungspflicht nach Art. 160 ff. ZPO betreffe nur die Mitwirkungspflicht von Parteien bei der Be- weiserhebung im Rahmen eines Zivilprozesses, allerdings nicht in einem Diszipl i- narverfahren nach Art. 128 ZPO. Die Vorinstanz selbst habe nicht einmal behaup- tet, sie stütze ihr Vorgehen auf die Mitwirkungspflichten der Parteien nach Art. 160 ff. ZPO und sie habe die Beschwerdeführerin insbesondere nicht auf ihre Verweigerungsrechte hingewiesen, sondern stattdessen versucht, sie auf dem - 10 - Weg einer hoheitlichen Anordnung zur Verletzung des Anwaltsgeheimnisses an- zustiften. Die Verweigerungsrechte nach Art. 163 Abs. 1 lit. a ZPO und Art. 165 und Art. 166 ZPO seien jedoch analog anwendbar. Die Vorinstanz habe diese Verfahrensgrundsätze und Beweisvorschriften der ZPO verletzt (act. 2 S. 12 f. Rz. 31 ff.).”
Nach herrschender Auffassung fällt das in Art. 162 StGB geschützte Fabrikations‑ und Geschäftsgeheimnis unter den Schutz von Art. 166 Abs. 2 ZPO. Strittig ist indessen, ob Art. 166 Abs. 2 ZPO nur den Geheimnisträger privilegiert (also ein anvertrautes fremdes Geheimnis schützt) oder ob sich auch der Geheimnisherr selbst auf ein entsprechendes Verweigerungsrecht für eigene Geschäftsgeheimnisse berufen kann.
“Abs. 1 schützt unter anderem die Trägerinnen und Träger des Berufs- (Art. 321 StGB) und des Amtsgeheimnisses (Art. 320 StGB) und gewährt ihnen – mit gewissen Ausnahmen – ein Mitwirkungsverweigerungsrecht im Umfang des zu wahrenden Geheimnisses. Abs. 2 dehnt diesen Schutz auf andere – in Abs. 1 nicht genannte – gesetzlich geschützte Geheimnisse aus, gewährt den Trägerinnen und Trägern solcher Geheimnisse aber nur unter der zusätzlichen Voraussetzung ein Mitwir- kungsverweigerungsrecht, dass ein Geheimhaltungsinteresse glaubhaft gemacht wird, welches das Interesse an der Wahrheitsfindung überwiegt. Nach allgemei- ner Auffassung fällt das in Art. 162 StGB geschützte Fabrikations- und Ge- schäftsgeheimnis unter die Bestimmung von Art. 166 Abs. 2 ZPO (vgl. etwa H IGI, in: Brunner et al [Hrsg.], ZPO-Komm., 2. Aufl. 2016, Art. 166 N 32; vgl. für die analoge Bestimmung in Art. 163 Abs. 2 ZPO zudem BGer, 4A_63/2016 vom 10. Oktober 2016, E. 5.2.1). Strittig ist demgegenüber die Frage, ob Art. 166 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 162 StGB nur den Geheimnisträger privilegiert, also nur ein die- sem anvertrautes fremdes Geheimnis schützt, oder ob sich auch der Geheimnis- herr selbst auf ein entsprechendes Verweigerungsrecht berufen kann, d.h. auch eigene Geschäftsgeheimnisse des grundsätzlich editionsverpflichteten Dritten ge- schützt werden.”
“Art. 166 ZPO gewährt Dritten in bestimmten Fällen ein sachlich beschränk- tes Recht zur Verweigerung der Mitwirkung bei der Beweiserhebung. Abs. 1 schützt unter anderem die Trägerinnen und Träger des Berufs- (Art. 321 StGB) und des Amtsgeheimnisses (Art. 320 StGB) und gewährt ihnen – mit gewissen Ausnahmen – ein Mitwirkungsverweigerungsrecht im Umfang des zu wahrenden Geheimnisses. Abs. 2 dehnt diesen Schutz auf andere – in Abs. 1 nicht genannte – gesetzlich geschützte Geheimnisse aus, gewährt den Trägerinnen und Trägern solcher Geheimnisse aber nur unter der zusätzlichen Voraussetzung ein Mitwir- kungsverweigerungsrecht, dass ein Geheimhaltungsinteresse glaubhaft gemacht wird, welches das Interesse an der Wahrheitsfindung überwiegt. Nach allgemei- ner Auffassung fällt das in Art. 162 StGB geschützte Fabrikations- und Ge- schäftsgeheimnis unter die Bestimmung von Art. 166 Abs. 2 ZPO (vgl. etwa H IGI, in: Brunner et al [Hrsg.], ZPO-Komm., 2. Aufl. 2016, Art. 166 N 32; vgl. für die analoge Bestimmung in Art. 163 Abs. 2 ZPO zudem BGer, 4A_63/2016 vom 10. Oktober 2016, E. 5.2.1). Strittig ist demgegenüber die Frage, ob Art. 166 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 162 StGB nur den Geheimnisträger privilegiert, also nur ein die- sem anvertrautes fremdes Geheimnis schützt, oder ob sich auch der Geheimnis- herr selbst auf ein entsprechendes Verweigerungsrecht berufen kann, d.h. auch eigene Geschäftsgeheimnisse des grundsätzlich editionsverpflichteten Dritten ge- schützt werden.”
Organe und Angestellte einer Bank, die dem Bankgeheimnis unterliegen, fallen unter Art. 166 Abs. 2 ZPO. Sie können in einem Zivilverfahren die Mitwirkung verweigern, wenn sie glaubhaft machen, dass das Geheimhaltungsinteresse das Interesse an der Wahrheitsfindung überwiegt; dadurch kann der Zugang zu bestimmten bankinternen Unterlagen in einem Zivilprozess verwehrt sein.
“Le recourant prétend que, n'étant ni créancier ni investisseur de la banque B.________ SA, il pourrait se voir opposer le secret bancaire lors d'une procédure civile indépendante, ce qui l'empêcherait de prouver que la banque a violé ses droits "par la production de moyens de preuves idoine", et que, partant, "être partie à la procédure par-devant la FINMA constitue son seul moyen de pouvoir connaître, a fortiori démontrer, l'existence d'une violation d'une norme de protection à son encontre". Les organes et employés d'une banque, qui doivent respecter le secret bancaire prévue à l'art. 47 LB, sont effectivement visés par l'art. 166 al. 2 CPC qui prévoit un droit de refuser de collaborer dans une procédure civile à certaines conditions (Message du 28 juin 2006 relatif au code de procédure civile suisse [ci-après: Message CPC], FF 2006 6841, spéc. p. 6929). Selon cette disposition, réservée par l'art. 47 al. 5 LB, les employés en question peuvent refuser de collaborer s'ils rendent vraisemblable que l'intérêt à garder le secret l'emporte sur l'intérêt à la manifestation de la vérité (Message CPC, ibidem; ATF 142 III 116 consid. 3.1.1). Il est ainsi envisageable que le recourant n'ait pas accès à certaines pièces qui pourraient l'intéresser dans le cadre d'une éventuelle procédure civile qu'il intenterait à l'encontre de la banque (cf. ATF 142 III 116 consid. 3.1.2). On ne voit toutefois pas en quoi ce risque devrait lui conférer la qualité de partie dans une procédure administrative d'"enforcement". La qualité de partie dans une procédure de surveillance et l'accès à des données couvertes par le secret bancaire sont deux questions distinctes.”
“Le recourant prétend que, n'étant ni créancier ni investisseur de la banque B.________ SA, il pourrait se voir opposer le secret bancaire lors d'une procédure civile indépendante, ce qui l'empêcherait de prouver que la banque a violé ses droits "par la production de moyens de preuves idoine", et que, partant, "être partie à la procédure par-devant la FINMA constitue son seul moyen de pouvoir connaître, a fortiori démontrer, l'existence d'une violation d'une norme de protection à son encontre". Les organes et employés d'une banque, qui doivent respecter le secret bancaire prévue à l'art. 47 LB, sont effectivement visés par l'art. 166 al. 2 CPC qui prévoit un droit de refuser de collaborer dans une procédure civile à certaines conditions (Message du 28 juin 2006 relatif au code de procédure civile suisse [ci-après: Message CPC], FF 2006 6841, spéc. p. 6929). Selon cette disposition, réservée par l'art. 47 al. 5 LB, les employés en question peuvent refuser de collaborer s'ils rendent vraisemblable que l'intérêt à garder le secret l'emporte sur l'intérêt à la manifestation de la vérité (Message CPC, ibidem; ATF 142 III 116 consid. 3.1.1). Il est ainsi envisageable que le recourant n'ait pas accès à certaines pièces qui pourraient l'intéresser dans le cadre d'une éventuelle procédure civile qu'il intenterait à l'encontre de la banque (cf. ATF 142 III 116 consid. 3.1.2). On ne voit toutefois pas en quoi ce risque devrait lui conférer la qualité de partie dans une procédure administrative d'"enforcement". La qualité de partie dans une procédure de surveillance et l'accès à des données couvertes par le secret bancaire sont deux questions distinctes.”
Sachverhalt aus der Praxis: Anwältinnen und Anwälte mussten die Identität ihrer Mandantinnen und Mandanten nicht offenlegen, soweit Art. 166 ZPO (Verweigerungsrecht) einschlägig sein könnte. Die zitierte Entscheidung hält jedoch fest, dass sich Anwältinnen und Anwälte in der konkreten Lage weigern mussten, nicht identifizierbare Mandantinnen und Mandanten zu vertreten; wer dennoch die Identität verschweigt und ohne Vertretungsmacht handelt, kann als falsus procurator angesehen werden und haftungs- sowie kostenrechtliche Konsequenzen treffen.
“Faute pour les mandants des recourants de pouvoir être identifiés, l'autorité précédente n'était pas en mesure de vérifier leur pouvoir de représentation. On rappellera que si la personne du représenté doit être déterminable même si elle n'est pas encore nommée, le représentant doit compléter ultérieurement sa déclaration en nommant le représenté dont la collaboration à l'exécution est nécessaire, faute de quoi sa responsabilité est engagée (Chappuis, Commentaire romand, Code des obligations I, 3e éd., Bâle 2021, n. 15 ad art. 32 CO). Or, les recourants ont sciemment refusé de décliner l'identité de leurs mandants malgré l'injonction de la présidente. Dans ces conditions, les recourants ont agi sans droit, comme falsi procuratores. Peu importe à cet égard que la présidente ait apparemment retenu que les recourants avaient la qualité pour représenter leurs clients dès lors que la Chambre de céans revoit librement les questions de droit soulevées par la partie recourante et peut substituer ses propres motifs à ceux de l'autorité précédente. L'argument des recourants, selon lequel, en vertu de l'art. 166 CPC, ils auraient été légitimés à refuser de fournir l'identité de leurs mandants faute de quoi ils seraient allés à l'encontre des instructions de ceux-ci et auraient engagé leur responsabilité, ne leur est d'aucun secours. En effet, les recourants se devaient, en leur qualité d'avocats, de refuser de représenter des clients non identifiables. Les recourants ayant agi en qualité de falsi procuratores et conformément aux principes rappelés ci-dessus (cf. supra consid. 4.2.1), les frais judiciaires et les dépens de la procédure pouvaient être mis à leur charge en application de l'art. 106 al. 1 CPC, la partie non identifiable qu'ils représentaient prétendument ayant succombé à celle-ci. Cette solution se justifie d'autant plus que, comme l'a à juste titre relevé l'autorité précédente, il s'agit de permettre aux intimés – requérants aux mesures provisionnelles ayant obtenu gain de cause en raison d'une occupation illicite de leurs parcelles par des tiers non identifiés ou identifiables – d'avoir affaire à des personnes déterminées en vue de se faire dédommager des frais de procédure.”
Bei ärztlichen Auskünften kann es sich ergeben, dass die betreffenden Ärzte im zivilrechtlichen Verfahren als Zeugen zur Mitwirkung verpflichtet sind und in diesem Rahmen ein Gesuch um Entbindung von der Schweigepflicht zu stellen haben. Die Frage der Rechtserheblichkeit der ärztlichen Angaben ist vom zuständigen Zivilgericht zu prüfen.
“Auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren verzichtete sein Rechtsvertreter gänzlich auf eine Stellungnahme (vgl. act. G 14). Es ist somit davon auszugehen, dass das Interesse des Beschwerdegegners 8 an der Bekanntgabe von Informationen aus der Krankengeschichte seines Vaters im Wesentlichen erbrechtlicher Natur ist. Die Hintergründe bzw. die Antwort auf die Frage, ob - und wenn ja inwiefern - die von den Ärzten zu liefernden Informationen für die Klärung erbrechtlicher Fragen von wesentlicher Bedeutung sind, blieben indes offen. Nach der oben angeführten Rechtsprechung wäre es bei der geschilderten Ausgangslage naheliegend, dass der Beschwerdegegner 8 bzw. dessen Rechtsvertreter eine Zeugeneinvernahme der Ärzte des verstorbenen Vaters im Rahmen des zivilrechtlichen Erbstreits beantragt hätte. Diese wiederum wären dann als Zeugen grundsätzlich zur Mitwirkung verpflichtet (vgl. Art. 160 Abs. 1 lit. a ZPO) und müssten in diesem Rahmen ein Gesuch um Entbindung von der Geheimhaltungspflicht einreichen (vgl. BGer 2C_1035/2016 a.a.O., E. 4.2.3 m.H. auf Art. 166 Abs. 1 lit. b ZPO; BGer 2C_215/2015 vom 16. Juni 2016 E. 3 [in BGE 142 II 256 nicht publizierte Erwägung]). Hierbei wäre es Sache des zuständigen Zivilgerichts, die Rechtserheblichkeit der ärztlichen Aussagen bzw. deren Relevanz für das Verfahren (vgl. Art. 150 Abs. 1 ZPO) zu klären. Zum Einwand der Vorinstanz, dass konkret die vorstehend angeführte Rechtsprechung nicht einschlägig sei, da die betreffenden Ärzte selber (und nicht andere Personen) Gesuchsteller für die Entbindung von der Schweigepflicht seien und eine Zeugenaussage vor einem Gericht nicht Verfahrensgegenstand sei (act. G 11), ist folgendes festzuhalten: Der Umstand, dass die Ärzte beim GD ein Entbindungsgesuch stellten, war insofern Folge des vorangehenden Verfahrens, als dem ärztlichen Entbindungsgesuch das Gesuch des Beschwerdegegners 8 um ärztliche Auskunft und Akteneinsicht zeitlich vorausgegangen war und entsprechend sachlicher Anlass für das spätere ärztliche Entbindungsgesuch gebildet hatte. Aus diesem Ablauf lässt sich für die Beantwortung der Frage, ob die Entbindung vom Berufsgeheimnis zu erteilen ist oder nicht, kein qualitativer Unterschied zum Sachverhalt gemäss BGer 2C_1035/2016 ableiten, wo die Gesuchsteller (Privatpersonen) direkt beim zuständigen Amt ein Gesuch um Entbindung von Ärzten von der diese treffenden Schweigepflicht eingereicht hatten.”
Auch wenn die Fragen nicht unmittelbar Gesundheitsangaben betreffen, kann zur Beantwortung eine Entbindung vom Berufsgeheimnis erforderlich sein. Nach der Praxis ist es mit Art. 166 Abs. 2 ZPO vereinbar, die Mitwirkung zu verweigern; in dem entschiedenen Fall wurde es nicht als unzulässiger Widerspruch angesehen, dass die betroffene Person zugleich die Aufhebung einer bereits erteilten Entbindung anstrebte.
“Entscheid Verwaltungsgericht, 13.06.2024 Entbindung vom Berufsgeheimnis, Art. 45 Abs. 1 VRP, Art. 5 Abs. 3 BV, Art. 321 StGB. Art. 166 Abs. 1 lit. b und Art. 166 Abs. 2 ZPO Der Beschwerdeführer wurde vom zuständigen Kreisgericht zur rechtshilfeweisen Be-fragung als Zeuge in einer vor einem deutschen Landgericht hängigen Erbfolgestreitig-keit betreffend eine seiner Patientin, die verstorben und deren letzter Wohnsitz zu klären war, vorgeladen und aufgefordert, für die Befreiung vom Berufsgeheimnis zu sorgen. In der Folge gab der Gesundheitsrat seinem Gesuch statt. Das Verwaltungsgericht tritt auf seine Beschwerde, mit welcher er die Entbindung aufheben lassen will, ein. Unter den konkreten Umständen verhält er sich nicht in unzulässiger Weise widersprüchlich, wenn er im Ergebnis die Abweisung seines Entbindungsgesuchs anstrebt. Die Antworten auf die ihm gestellten Fragen zum letzten Wohnsitz seiner Patientin beschlagen zwar nicht unmittelbar Details zum Gesundheitszustand der ehemaligen Patientin, jedoch ist er nur aufgrund des früheren Arzt-Patientinnen-Verhältnisses in der Lage, die Fragen zu be-antworten. Die Beantwortung der Fragen setzt damit eine Entbindung vom Berufsge-heimnis voraus.”
Greift die Beweiserhebung in ein nach Art. 166 ZPO geschütztes Geheimnis ein, sind hohe Anforderungen an die Zulassung der betreffenden, allenfalls rechtswidrig erlangten Beweismittel zu stellen.
“Erfasst werden Bestimmungen aus der gesamten Rechtsordnung. Auch Beweismittel, bei deren Erhebung die Berufs- oder Standesregeln verletzt wur- den, können rechtswidrig sein (S UTTER-SOMM/SEILER, in: Sutter-Sommer/Seiler - 28 - [Hrsg.], Handkommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2021, Art. 152 N 18 ff. m.w.H.). Diese Norm vermittelt zwischen den Zielkonflikten der Einheit der Rechtsordnung (kein Recht durch Unrecht) und der Rechtsverwirkli- chung. Das Gericht hat eine Interessensabwägung vorzunehmen. Das Interesse an der Wahrheitsfindung hängt vom Verfahrensgrundsatz und vom Streitwert ab. Das private Parteiinteresse lässt sich am Streitwert messen. Das Schutzinteresse hängt demgegenüber vom beeinträchtigten Rechtsgut, der Intensität der Beein- trächtigung sowie allfälligen Mitwirkungspflichten und -obliegenheiten bzw. Ver- weigerungsrechten ab. Beim Rang kann als grobe Leitlinie die physische, psychi- sche und seelische Integrität über materielle Werte gestellt werden. Eine andere grobe Leitlinie stützt sich auf Art. 166 ZPO betreffend Verweigerungsrechte Dritter bei der Mitwirkung. Wenn die Beschaffungshandlung ein Geheimnis nach Art. 166 ZPO verletzt, sind hohe Anforderungen an die Zulassung zu stellen (G UYAN, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro- zessordnung, 3. Auflage, 2017, Art. 152 N 10 ff.). Es ist jedoch durchaus denkbar, dass das Interesse an der Wahrheitsfindung überwiegt, selbst wenn durch die Beschaffungshandlung in das Rechtsgut einer verweigerungsberechtigten Person eingegriffen wird (R ÜEDI, Rechtswidrig erlangte Beweismittel, Substantiieren und Beweisen, Praktische Probleme, 2013, S. 84 ff.). Die Interessensabwägung be- ruht auf gerichtlichem Ermessen. 3.2.9.6. Hinsichtlich den von der Beschwerdeführerin als zulässige Noven einge- reichten Beweismitteln zur Verwertbarkeit der act. 32/4-9, 17-18, 20, 25-26, 28-34 und 51 ist vorerst festzuhalten, dass sie ein zivilrechtliches Verfahren in der Ukra- ine betreffen. In diesem Verfahren in Sachen C.”
Im konkreten Verfahren rief die Dritte Art. 166 Abs. 2 ZPO mit Verweis auf Art. 162 StGB als Mitwirkungsverweigerungsgrund auf. Sie bezeichnete einzelne Unterlagen als durch Geschäftsgeheimnis geschützt und berief sich damit auf eine Einschränkung der Editionspflicht. Gleichzeitig machte sie subsidiär geltend, bestimmte Urkunden könnten auch von der Gegenpartei eingereicht bzw. von den Beklagten verlangt werden.
“Ferner schränkte sie die Editions- pflicht der Beschwerdegegnerin auf die "sich ausserhalb der deaktivierten Daten- - 6 - bank befindlichen und zumindest teilweise bereits gesammelten Unterlagen ge- mäss Dispositiv-Ziffer 1 der Verfügung vom 27. August 2020" ein. Den Antrag der Beschwerdegegnerin, es sei die Beschwerdeführerin zur Leistung eines Kosten- vorschusses zu verpflichten, wies die Vorinstanz ab, hielt aber fest, die I._____ habe Anspruch auf eine angemessene Entschädigung, und die Beschwerdeführe- rin sei gestützt auf Art. 14 Abs. 2 und Art. 26 des Haager Übereinkommens über die Beweisaufnahme im Ausland in Zivil- oder Handelssachen vom 18. März 1970 (HBewÜ 70; SR 0.274.132) im Grundsatz kostenpflichtig. 5. Mit Eingabe vom 26. Januar 2021 (act. 44) edierte die Beschwerdegegne- rin verschiedene Unterlagen (act. 45/1-218), berief sich mit Bezug auf zahlreiche Dokumente indessen auf ein Mitwirkungsverweigerungsrecht gemäss Art. 160 Abs. 1 lit. b ZPO (Anwaltskorrespondenz) bzw. Art. 166 Abs. 2 ZPO (Geschäfts- geheimnis gemäss Art. 162 StGB) und machte zudem geltend, gewisse Urkunden seien von der Editionspflicht gar nicht erfasst bzw. könnten auch von der Be- schwerdeführerin selbst eingereicht bzw. von den Beklagten herausverlangt wer- den, weshalb ihre Editionspflicht diesbezüglich entfalle (Subsidiaritätsprinzip). Mit Eingabe vom 23. März 2021 (act. 56) beantragte die Beschwerdegegnerin ferner, es sei ihr gestützt auf Art. 160 Abs. 3 ZPO eine Aufwandentschädigung in der Höhe von USD 145'642.– (Honorar der amerikanischen Anwaltskanzlei AC._____) und Fr. 58'606.75 (Honorar der schweizerischen Rechtsvertretung) zuzusprechen. 6. Mit Eingabe vom 16. März 2021 (act. 54) bestritt die Beschwerdeführerin die von der I._____ angerufenen Verweigerungsgründe und beantragte, es sei die I._____ zu verpflichten, die bereits eingereichten Unterlagen vollständig und un- geschwärzt herauszugeben, soweit diese nicht dem Anwaltsgeheimnis unterstün- den. Insbesondere seien die Tonaufnahmen des Meetings Nr.”
“Mit Eingabe vom 26. Januar 2021 (act. 44) edierte die Beschwerdegegne- rin verschiedene Unterlagen (act. 45/1-218), berief sich mit Bezug auf zahlreiche Dokumente indessen auf ein Mitwirkungsverweigerungsrecht gemäss Art. 160 Abs. 1 lit. b ZPO (Anwaltskorrespondenz) bzw. Art. 166 Abs. 2 ZPO (Geschäfts- geheimnis gemäss Art. 162 StGB) und machte zudem geltend, gewisse Urkunden seien von der Editionspflicht gar nicht erfasst bzw. könnten auch von der Be- schwerdeführerin selbst eingereicht bzw. von den Beklagten herausverlangt wer- den, weshalb ihre Editionspflicht diesbezüglich entfalle (Subsidiaritätsprinzip). Mit Eingabe vom 23. März 2021 (act. 56) beantragte die Beschwerdegegnerin ferner, es sei ihr gestützt auf Art. 160 Abs. 3 ZPO eine Aufwandentschädigung in der Höhe von USD 145'642.– (Honorar der amerikanischen Anwaltskanzlei AC._____) und Fr. 58'606.75 (Honorar der schweizerischen Rechtsvertretung) zuzusprechen.”
Art. 166 Abs. 2 ZPO bildet ein subsidiäres Auffangverweigerungsrecht: Er erweitert das in Abs. 1 Geregelte auf sonstige, von der Rechtsordnung geschützte Geheimnisse. Im Unterschied zu Abs. 1 ist dieses Recht weiter eingeschränkt und unterliegt einer Interessenabwägung. Auf das Berufsgeheimnis kann sich nur der Geheimnisträger (z. B. der Arzt), nicht aber der Geheimnisherr berufen. In der Praxis bedeutet dies, dass Auskünfte, die nur aufgrund eines früheren Arzt‑Patienten‑Verhältnisses erteilt werden können, einer Entbindung vom Berufsgeheimnis bedürfen.
“In systematischer Hinsicht nimmt Art. 166 Abs. 2 ZPO inhaltlich unmittelbar Bezug auf Art. 166 Abs. 1 ZPO und dehnt das beschränkte Verweigerungsrecht - 17 - Dritter im Sinne eines Auffangtatbestands auf Geheimnisse aus, die in Abs. 1 nicht erwähnt, von der Rechtsordnung aber trotzdem geschützt werden. Dieses subsidiäre Verweigerungsrecht wird indessen – im Gegensatz zu den in Abs. 1 erwähnten Geheimnissen – weiter eingeschränkt und unter den Vorbehalt einer Interessenabwägung gestellt. Analoges sieht Art. 163 Abs. 2 ZPO mit Bezug auf die für Parteien geltenden Verweigerungsrechte vor. Sowohl in Art. 166 Abs. 1 ZPO als auch in Art. 163 Abs. 1 ZPO geht es letzt- lich immer nur um den Schutz fremder und nie um den Schutz eigener Geheim- nisse der im Grundsatz mitwirkungsverpflichteten Personen. Auf den Schutz des Berufsgeheimnisses gemäss Art. 321 StGB (Art. 163 Abs. 1 lit. b und Art. 166 Abs. 1 lit. b ZPO) kann sich selbstredend nur der Geheimnisträger, nicht aber der Geheimnisherr berufen. Letzterer ist zur Geheimhaltung seiner eigenen Geheim- nisse nicht verpflichtet und würde sich bei einer Geheimnisoffenbarung auch nicht gemäss Art.”
“Entscheid Verwaltungsgericht, 13.06.2024 Entbindung vom Berufsgeheimnis, Art. 45 Abs. 1 VRP, Art. 5 Abs. 3 BV, Art. 321 StGB. Art. 166 Abs. 1 lit. b und Art. 166 Abs. 2 ZPO Der Beschwerdeführer wurde vom zuständigen Kreisgericht zur rechtshilfeweisen Be-fragung als Zeuge in einer vor einem deutschen Landgericht hängigen Erbfolgestreitig-keit betreffend eine seiner Patientin, die verstorben und deren letzter Wohnsitz zu klären war, vorgeladen und aufgefordert, für die Befreiung vom Berufsgeheimnis zu sorgen. In der Folge gab der Gesundheitsrat seinem Gesuch statt. Das Verwaltungsgericht tritt auf seine Beschwerde, mit welcher er die Entbindung aufheben lassen will, ein. Unter den konkreten Umständen verhält er sich nicht in unzulässiger Weise widersprüchlich, wenn er im Ergebnis die Abweisung seines Entbindungsgesuchs anstrebt. Die Antworten auf die ihm gestellten Fragen zum letzten Wohnsitz seiner Patientin beschlagen zwar nicht unmittelbar Details zum Gesundheitszustand der ehemaligen Patientin, jedoch ist er nur aufgrund des früheren Arzt-Patientinnen-Verhältnisses in der Lage, die Fragen zu be-antworten. Die Beantwortung der Fragen setzt damit eine Entbindung vom Berufsge-heimnis voraus.”
Nach Art. 166 Abs. 1 ZPO kann ein Dritter die Mitwirkung aus den dort genannten Gründen verweigern. Art. 160 ZPO regelt insoweit die allgemeine Mitwirkungspflicht Dritter bei der Beweisführung. Gemäss der in der Entscheidung zitierten Rechtslage kann bei unberechtigter Verweigerung die Mitwirkung durch Ordnungs- und Zwangsmassnahmen durchgesetzt werden; die in Art. 167 Abs. 1 lit. a–d ZPO vorgesehenen Sanktionen kommen unter anderem in Betracht, namentlich eine Busse (bis 1'000 Fr.), strafrechtliche Folgen nach Art. 292 StGB und die Einschaltung der öffentlichen Gewalt.
“Le Tribunal a considéré que les informations requises étaient utiles pour établir l'éventuel revenu perçu de son activité professionnelle par A______ dès la fin immédiate des rapports de travail et partant pour se prononcer sur les prétentions de celle-ci fondées sur son licenciement immédiat prétendument injustifié. Ces informations étaient également utiles pour établir les faits allégués par B______ SA à savoir la violation de son contrat de travail par A______, en ce que celle-ci aurait détourné à son profit la clientèle de son employeur, et le dommage qui en serait résulté pour B______ SA. b. Par courrier recommandé du 12 février 2021, dont copie a été envoyée aux parties, le Tribunal a communiqué à H______ SA le ch. 2 du dispositif de l'ordonnance, en l'invitant à s'exécuter dans le délai imparti et en la rendant attentive qu'à teneur de l'art. 160 al. 1 CPC, les tiers étaient tenus de collaborer à l'administration des preuves et en particulier avaient les obligations prévues sous lettres a à c de cette disposition. Néanmoins, selon l'art. 166 al. 1 CPC, tout tiers pouvait refuser de collaborer pour les motifs prévus aux lettres a à e. En cas de refus injustifié de collaborer, le tiers s'exposait aux sanctions prévues à l'art. 167 al. 1 let. a à d CPC, à savoir notamment à une amende de 1'000 fr. au plus, aux sanctions prévues à l'art. 292 CP et à la mise en oeuvre de la force publique. F. a. Par acte expédié le 26 février 2021 à la Cour de justice, A______ forme recours contre l'ordonnance précitée, en sollicitant l'annulation de celle-ci, ainsi que, en tant que de besoin, celle de la lettre adressée le 12 février 2021 à H______ SA. Elle conclut, principalement, à ce que la Cour dise qu'elle ne doit pas communiquer au Tribunal les revenus qu'elle a perçus au-delà du 30 septembre 2017 et qu'elle ne doit pas communiquer les noms de clients, ou tout autre information de tiers, ayant hypothétiquement conclu une relation d'affaires avec elle en 2017 et 2018, dise que H______ SA ne doit pas communiquer les noms de clients, ou tout autre information de tiers, ayant hypothétiquement conclu une relation d'affaires avec elle en 2017 et 2018 et rejette toutes les demandes de B______ SA visant à faire ordonner à A______ ou à tout tiers de remettre au Tribunal des listes de noms d'anciens clients de B______ SA ou toutes autres informations en lien avec des clients.”
Bringen Trägerinnen/Träger gesetzlich geschützter Geheimnisse glaubhaft vor, dass durch die Offenlegung ein schwer oder nicht mehr behebbarer Nachteil eintreten würde (z.B. durch die endgültige Weitergabe von Geschäfts-, Bank‑, Steuergeheimnissen oder personenbezogenen Daten), kann daraus die Zulässigkeit eines sofortigen Rechtsmittels (Eilverfahren / unmittelbarer Rekurs) folgen.
“c LPD); les règles spéciales de la procédure assurent déjà suffisamment la protection de la personnalité (ATF 138 III 425 consid. 4.3 p. 429; arrêts du Tribunal fédéral 4A_63/2016 du 10 octobre 2016 consid. 5.2 et 5.3; 4A_63/2016 du 10 octobre 2016 consid. 5.3; 4A_188/2015 du 31 août 2015 consid. 3.1 et 3.2.2; 4A_195/2010, consid. 1.2, 2.2 et 2.3). 3.4.2 Un tiers à qui un fait a été confié en sa qualité de fonctionnaire ou de membre d'une autorité ou dont il a connaissance dans l'exercice de ses fonctions peut refuser de collaborer. Il est toutefois tenu de collaborer si l'autorité dont il relève l'y a habilité (art. 166 al. 1 let. c CPC). Les banquiers font partie des tiers titulaires d'un droit de garder le secret protégés par la loi, qui ne peuvent toutefois refuser de collaborer que s'ils rendent vraisemblable que l'intérêt à garder le secret l'emporte sur l'intérêt à la manifestation de la vérité (art. 166 al. 2 CPC). L'art. 47 al. 5 LB réserve expressément les dispositions de la législation fédérale, dont notamment l'art. 166 al. 2 CPC, sur l'obligation de renseigner l'autorité et de témoigner en justice (ATF 142 III 116 consid. 3.1.1). 3.5.1 En l'espèce, la recourante invoque essentiellement, à l'appui de son recours, le préjudice difficilement réparable causé par les mesures probatoires attaquées, soit la révélation de secrets d'affaires, que ce soit les siens ou ceux de G______ LTD, l'atteinte à la protection de la personnalité d'un ex-employé par la divulgation de données personnelles le concernant et l'atteinte aux secrets fiscal et bancaire. Les informations contenues dans les pièces dont la production a été ordonnée ainsi que dans les témoignages requis de O______ et U______, une fois portées à la connaissance de l'intimé, seront définitivement divulguées. Par la nature des choses, il ne sera pas possible de revenir en arrière et de réduire à néant la connaissance ainsi acquise par l'intimé. En ce sens, le préjudice invoqué est difficilement réparable et, partant, le recours immédiat est ouvert. 3.5.2 Sur le fond, la recourante soutient en substance que le préjudice difficilement réparable invoqué est réalisé par l'ordonnance entreprise qui consacre la violation de la protection en matière de secrets d'affaires, de secret fiscal, de secret bancaire, la violation de la protection des droits de la personnalité du travailleur et la violation de l'interdiction l'administration de preuve ad explorandum.”
“c LPD); les règles spéciales de la procédure assurent déjà suffisamment la protection de la personnalité (ATF 138 III 425 consid. 4.3 p. 429; arrêts du Tribunal fédéral 4A_63/2016 du 10 octobre 2016 consid. 5.2 et 5.3; 4A_63/2016 du 10 octobre 2016 consid. 5.3; 4A_188/2015 du 31 août 2015 consid. 3.1 et 3.2.2; 4A_195/2010, consid. 1.2, 2.2 et 2.3). 3.4.2 Un tiers à qui un fait a été confié en sa qualité de fonctionnaire ou de membre d'une autorité ou dont il a connaissance dans l'exercice de ses fonctions peut refuser de collaborer. Il est toutefois tenu de collaborer si l'autorité dont il relève l'y a habilité (art. 166 al. 1 let. c CPC). Les banquiers font partie des tiers titulaires d'un droit de garder le secret protégés par la loi, qui ne peuvent toutefois refuser de collaborer que s'ils rendent vraisemblable que l'intérêt à garder le secret l'emporte sur l'intérêt à la manifestation de la vérité (art. 166 al. 2 CPC). L'art. 47 al. 5 LB réserve expressément les dispositions de la législation fédérale, dont notamment l'art. 166 al. 2 CPC, sur l'obligation de renseigner l'autorité et de témoigner en justice (ATF 142 III 116 consid. 3.1.1). 3.5.1 En l'espèce, la recourante invoque essentiellement, à l'appui de son recours, le préjudice difficilement réparable causé par les mesures probatoires attaquées, soit la révélation de secrets d'affaires, que ce soit les siens ou ceux de G______ LTD, l'atteinte à la protection de la personnalité d'un ex-employé par la divulgation de données personnelles le concernant et l'atteinte aux secrets fiscal et bancaire. Les informations contenues dans les pièces dont la production a été ordonnée ainsi que dans les témoignages requis de O______ et U______, une fois portées à la connaissance de l'intimé, seront définitivement divulguées. Par la nature des choses, il ne sera pas possible de revenir en arrière et de réduire à néant la connaissance ainsi acquise par l'intimé. En ce sens, le préjudice invoqué est difficilement réparable et, partant, le recours immédiat est ouvert. 3.5.2 Sur le fond, la recourante soutient en substance que le préjudice difficilement réparable invoqué est réalisé par l'ordonnance entreprise qui consacre la violation de la protection en matière de secrets d'affaires, de secret fiscal, de secret bancaire, la violation de la protection des droits de la personnalité du travailleur et la violation de l'interdiction l'administration de preuve ad explorandum.”
Die gegen eine inländische Entscheidung über ein Ersuchen um internationale Rechtshilfe erfasste Person kann gegen eine Entscheidung, die die Amtshandlung zulässt oder ablehnt, wegen Verletzung ihres Rechts, die Mitwirkung zu verweigern (Art. 166 Abs. 2 ZPO in Verbindung mit Art. 11 CLaH70), Rechtsmittel erheben. Die Entscheidung gilt als Vollstreckungsentscheidung; das Rechtsmittel ist schriftlich und begründet einzureichen und unterliegt der Frist von 10 Tagen sowie dem summarischen Verfahren gemäss den einschlägigen Bestimmungen des ZPO.
“En l'espèce, la mesure sollicitée tend, dans le cadre d'une procédure civile américaine, à l'audition en qualité de témoins des deux recourants, qui sont domiciliés dans le canton de Genève, de sorte que la procédure d'entraide s'examine à la lumière du Code de procédure civile suisse. 2. 2.1 La décision admettant ou rejetant la demande d'entraide judiciaire internationale est une décision d'exécution au sens des art. 335 ss CPC, qui peut faire l'objet d'un recours limité au droit sans autre condition en vertu de l'art. 319 let. a CPC, en relation avec l'art. 309 let. a CPC; il s'agit de fait d'une décision finale au sens de l'art. 319 let. a CPC, car elle met fin à la procédure suisse d'entraide judiciaire (ATF 142 III 116 consid. 3.4.1 et les références citées). Les parties au procès au fond pendant à l'étranger ont la qualité pour recourir. Elles ne peuvent toutefois pas faire valoir des droits qu'elles devaient invoquer dans le procès au fond à l'étranger (ATF 142 III 116 consid. 3.4.2). La personne visée par la commission rogatoire peut également recourir pour violation des dispositions de la CLaH70, en particulier de son droit de refuser de collaborer protégé par l'art. 11 al. 1 let. a CLaH70 en relation avec l'art. 166 al. 2 CPC, mais non pour faire valoir les droits propres des parties au procès au fond à l'étranger (ATF 142 III 116 consid. 3.4.2; arrêts du Tribunal fédéral 5P_423/2006 du 12 février 2007 consid. 3; 5A_171/2009 du 15 octobre 2009 consid. 1.4). Le recours, écrit et motivé, doit être introduit auprès de l'instance de recours (art. 321 al. 1 CPC) dans le délai de 10 jours (art. 321 al. 2 CPC), la procédure sommaire étant applicable (arrêt 142 III 116 consid. 3.3.2 et 3.4.2). 2.2 Interjeté dans les délai et formes prescrits et devant la juridiction compétente (art. 120 al. 1 let. a LOJ), par des tiers visés par la commission rogatoire le recours est recevable (cf. consid. 4 infra pour la recevabilité du recours liée à la capacité de postuler de l'avocat). 3. Devant la Cour, les parties ont produit des pièces nouvelles. 3.1 En matière de recours, les conclusions, allégations de faits et les preuves nouvelles sont irrecevables, sauf dispositions spéciales de la loi (art. 326 CPC, applicable en matière d'entraide civile fondée sur la CLaH70 : ACJC/243/2018 du 20 février 2018 consid.”
“En l'espèce, la mesure sollicitée tend, dans le cadre d'une procédure civile américaine, à l'audition en qualité de témoins des deux recourants, qui sont domiciliés dans le canton de Genève, de sorte que la procédure d'entraide s'examine à la lumière du Code de procédure civile suisse. 2. 2.1 La décision admettant ou rejetant la demande d'entraide judiciaire internationale est une décision d'exécution au sens des art. 335 ss CPC, qui peut faire l'objet d'un recours limité au droit sans autre condition en vertu de l'art. 319 let. a CPC, en relation avec l'art. 309 let. a CPC; il s'agit de fait d'une décision finale au sens de l'art. 319 let. a CPC, car elle met fin à la procédure suisse d'entraide judiciaire (ATF 142 III 116 consid. 3.4.1 et les références citées). Les parties au procès au fond pendant à l'étranger ont la qualité pour recourir. Elles ne peuvent toutefois pas faire valoir des droits qu'elles devaient invoquer dans le procès au fond à l'étranger (ATF 142 III 116 consid. 3.4.2). La personne visée par la commission rogatoire peut également recourir pour violation des dispositions de la CLaH70, en particulier de son droit de refuser de collaborer protégé par l'art. 11 al. 1 let. a CLaH70 en relation avec l'art. 166 al. 2 CPC, mais non pour faire valoir les droits propres des parties au procès au fond à l'étranger (ATF 142 III 116 consid. 3.4.2; arrêts du Tribunal fédéral 5P_423/2006 du 12 février 2007 consid. 3; 5A_171/2009 du 15 octobre 2009 consid. 1.4). Le recours, écrit et motivé, doit être introduit auprès de l'instance de recours (art. 321 al. 1 CPC) dans le délai de 10 jours (art. 321 al. 2 CPC), la procédure sommaire étant applicable (arrêt 142 III 116 consid. 3.3.2 et 3.4.2). 2.2 Interjeté dans les délai et formes prescrits et devant la juridiction compétente (art. 120 al. 1 let. a LOJ), par des tiers visés par la commission rogatoire le recours est recevable (cf. consid. 4 infra pour la recevabilité du recours liée à la capacité de postuler de l'avocat). 3. Devant la Cour, les parties ont produit des pièces nouvelles. 3.1 En matière de recours, les conclusions, allégations de faits et les preuves nouvelles sont irrecevables, sauf dispositions spéciales de la loi (art. 326 CPC, applicable en matière d'entraide civile fondée sur la CLaH70 : ACJC/243/2018 du 20 février 2018 consid.”
Die Vorinstanz hat zu Unrecht pauschal angenommen, die Partei könne sich zur Wahrung eigener Geschäftsgeheimnisse auf ein Mitwirkungsverweigerungsrecht nach Art. 166 Abs. 2 ZPO berufen.
“Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Unrecht davon aus- gegangen ist, die I._____ könne sich zur Wahrung ihrer eigenen Geschäftsge- heimnisse auf ein Mitwirkungsverweigerungsrecht i.S.v. Art. 166 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 162 StGB berufen. Vor diesem Hintergrund braucht unter dem Titel von Art. 166 Abs. 2 ZPO nicht geprüft zu werden, ob das Geheimhaltungsinteresse der I._____ das Interesse der Klägerin an der Wahrheitsfindung überwiegt.”
Dritte können die Mitwirkung verweigern, wenn durch ihre Aussagen sie selbst oder eine nach Art. 165 ZPO nahestehende Person dem Risiko ausgesetzt würden, straf- oder zivilrechtlich belangt zu werden. Das Recht dient dem Selbst- und Angehörigenschutz.
“In applicazione dell’art. 166 CPC il terzo può rifiutarsi di cooperare all’accertamento di fatti che potessero esporre lui stesso oppure una persona a lui vicina ai sensi dell’art. 165 CPC al rischio di essere sottoposto a un procedimento penale o di dover rispondere civilmente (cpv. 1 lett. a).”
Auch bei anderen Beweismitteln (etwa Tonaufnahmen, Abschriften, Protokolle) kann nach Art. 166 Abs. 2 ZPO die Mitwirkung verweigert werden, wenn das Geheimhaltungs‑ oder Persönlichkeitsinteresse glaubhaft macht, dass es das Interesse an der Wahrheitsfindung überwiegt.
“Novem- ber 2020 [act. 35]). Die Rechtmässigkeit dieser Anordnung wurde als solche nicht in Frage gestellt. Strittig ist bloss, (i) ob und inwieweit der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 166 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 162 StGB bzw. gestützt auf ihr Persönlichkeits- recht ein Mitwirkungsverweigerungsrecht zusteht, (ii) inwieweit die Tonaufnah- men, Abschriften und Protokolle der beiden hier fraglichen Sitzungen überhaupt unter die von der Vorinstanz angeordnete – im Grundsatz unbestrittene – Editi- onspflicht fallen und (iii) in welcher Form diese Beweismittel gegebenenfalls her- auszugeben sind, i.e. im Original als Audiodatei oder bloss als Transkript. Darauf ist im Folgenden einzugehen.”
Patentanwältinnen und Patentanwälte verfügen nicht über das volle (rechts-)anwaltliche Zeugnisverweigerungsrecht. Nach Art. 166 Abs. 1 ZPO können sie sich im Zivilverfahren nur dann der Mitwirkung entziehen, wenn sie ein glaubhaftgemachtes, überwiegendes Geheimhaltungsinteresse darlegen.
“Insbesondere verfügen Patentanwältinnen und Patentanwälte nicht über das (rechts-)anwaltliche Privileg, selbst nach erfolgter Entbindung vom Berufsgeheimnis nicht zur Preisgabe von Anvertrautem verpflichtet zu sein (vgl. Art. 13 Abs. 1 Satz 2 BGFA). Diesem Unterschied liegt gemäss Materialien zum PAG ein bewusster Entscheid des Gesetzgebers zugrunde, die Rechtsstellung der Patentanwältinnen und Patentanwälte in Bezug auf den Geheimnisschutz nicht vollständig an diejenige der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte anzugleichen (Votum Janiak, AB 2008 S 734). Dies kommt in verschiedenen Verfahrenserlassen auf Bundesebene zum Ausdruck, namentlich in der ZPO, der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO; SR 312.0) und dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021). So steht Patentanwältinnen und -anwälten, welche durch ihre Klientschaft oder das EJPD vom Berufsgeheimnis entbunden worden sind, im Zivil- und Strafverfahren nur bei Glaubhaftmachung eines überwiegenden Geheimhaltungsinteresses, und im Verwaltungsverfahren auf Bundesebene überhaupt kein Zeugnisverweigerungsrecht mehr zu (vgl. Art. 160 lit. a in Verbindung mit Art. 166 Abs. 1 lit. b ZPO; Art. 171 Abs. 2 lit. b und Abs. 3 StPO; Art. 16 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 42 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP; SR 273]; Tobias Bremi, Kommentar PatGG, Vorbemerkungen zum”
“Insbesondere verfügen Patentanwältinnen und Patentanwälte nicht über das (rechts-)anwaltliche Privileg, selbst nach erfolgter Entbindung vom Berufsgeheimnis nicht zur Preisgabe von Anvertrautem verpflichtet zu sein (vgl. Art. 13 Abs. 1 Satz 2 BGFA). Diesem Unterschied liegt gemäss Materialien zum PAG ein bewusster Entscheid des Gesetzgebers zugrunde, die Rechtsstellung der Patentanwältinnen und Patentanwälte in Bezug auf den Geheimnisschutz nicht vollständig an diejenige der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte anzugleichen (Votum Janiak, AB 2008 S 734). Dies kommt in verschiedenen Verfahrenserlassen auf Bundesebene zum Ausdruck, namentlich in der ZPO, der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO; SR 312.0) und dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021). So steht Patentanwältinnen und -anwälten, welche durch ihre Klientschaft oder das EJPD vom Berufsgeheimnis entbunden worden sind, im Zivil- und Strafverfahren nur bei Glaubhaftmachung eines überwiegenden Geheimhaltungsinteresses, und im Verwaltungsverfahren auf Bundesebene überhaupt kein Zeugnisverweigerungsrecht mehr zu (vgl. Art. 160 lit. a in Verbindung mit Art. 166 Abs. 1 lit. b ZPO; Art. 171 Abs. 2 lit. b und Abs. 3 StPO; Art. 16 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 42 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP; SR 273]; Tobias Bremi, Kommentar PatGG, Vorbemerkungen zum”
Ein Dritter hat nach Art. 166 Abs. 2 ZPO nicht von vornherein ein automatisches Verweigerungsrecht zugunsten eigener Geschäftsgeheimnisse. Vielmehr sieht die Rechtsprechung vor, dass das mit der Beweisabnahme befasste Gericht zum Schutz berechtigter Geheimhaltungsinteressen geeignete, einzelfallbezogene und verhältnismässige Schutzmassnahmen anordnet (z. B. Beschränkung der Akteneinsicht, Teilabdeckung von Urkunden, Einschränkung der Öffentlichkeit) — auf Antrag und in gewissen Fällen auch von Amtes wegen — damit das Geheimhaltungsinteresse gewahrt wird, ohne die Wahrheitsfindung unverhältnismässig zu beeinträchtigen.
“Gemäss Art. 9 Abs. 1 HBewÜ 70 richtet sich die durchzuführende Be- weisabnahme grundsätzlich nach der lex fori der ersuchten Behörde, hier also - 15 - nach Art. 160 ff. ZPO (vgl. auch Art. 10 HBewÜ 70 betreffend die zulässigen Zwangsmassnahmen). Gemäss Art. 11 lit. a HBewÜ 70 ist das Rechtshilfeersu- chen insoweit abzuweisen, als sich die von der Beweisabnahme betroffene Per- son – hier die I._____ als Dritte – nach dem Recht des ersuchten Staates (Art. 165 f. ZPO) auf ein Verweigerungsrecht berufen kann. Die I._____ stützt sich in ihrem Hauptstandpunkt auf Art. 166 Abs. 2 ZPO und macht geltend, die her- ausverlangten Beweismittel würden ihre gemäss Art. 162 StGB geschützten Ge- schäftsgeheimnisse tangieren.”
“Im Ergebnis kann somit festgehalten werden, dass einem Dritten, der sich auf eigene Geschäftsgeheimnisse beruft, von vornherein kein Verweigerungsrecht i.S.v. Art. 166 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 162 StGB zusteht. Zum Schutz berechtigter eigener Interessen des Mitwirkungsverpflichteten, insbesondere zur Wahrung eigener Geschäftsgeheimnisse, schreibt Art. 156 ZPO dem mit der Beweisab- nahme befassten Gericht vielmehr vor, auf Antrag – in gewissen Fällen unter Um- ständen auch von Amtes wegen (vgl. L EU, in: Brunner et al [Hrsg.], ZPO-Komm., 2. Aufl. 2016, Art. 156 N 1, 14, 22) – geeignete, auf den Einzelfall zugeschnittene Schutzmassnahmen zu ergreifen. Zu denken ist etwa an eine Beschränkung des Akteneinsichtsrechts oder der (Partei-)Öffentlichkeit sowie an eine Teilabdeckung von Urkunden. Die Schutzmassnahmen müssen geeignet sein, die berechtigten - 20 - Geheimhaltungsinteressen des Geheimnisherrn zu wahren, sich aber auf das Er- forderliche beschränken und überdies verhältnismässig sein, d.h. in einem ange- messenen Verhältnis zum Interesse an der Wahrheitsfindung stehen (vgl. Bot- schaft zur ZPO, BBl 2006 7221, S. 7314). Diese Regelung erweist sich durchaus als sachgerecht, einerseits weil sie letztlich einen einzelfallgerechten Ausgleich zwischen dem Geheimhaltungs- und dem Wahrheitsinteresse erlaubt, anderer- seits weil eine Gefährdung des Geschäftsgeheimnisses in aller Regel nicht bereits dadurch entsteht, dass Gerichtspersonen – selbst dem Amtsgeheimnis i.”
In der Lehre ist umstritten, ob Art. 166 Abs. 2 ZPO auf fremde Geheimnisse beschränkt ist oder auch eigene Geheimnisse schützt; in der Literatur werden beide Auffassungen vertreten (für eine Beschränkung: Täuber, Hopf, BSK ZPO‑Schmid; für eine Ausdehnung: Higi, Berni, Meier).
“Diese Frage wurde in der Rechtsprechung bisher, soweit ersichtlich, nicht entschieden. In der Literatur werden beide Auffassungen vertreten (für eine Be- schränkung von Art. 163/166 Abs. 2 ZPO auf fremde Geheimnisse: S TÄUBER, Der - 16 - Schutz von Geschäftsgeheimnissen im Zivilprozess, 2011, S. 138 ff.; H OPF, Ak- tienrechtliches Einsichtsrecht und prozessuale Mitwirkungspflichten, Der Schwei- zer Treuhänder 9/12, S. 678; BSK ZPO-SCHMID, Art. 163 N 8; für eine Ausdeh- nung auf eigene Geheimnisse: HIGI, in: Brunner et al [Hrsg.], ZPO-Komm., 2. Aufl. 2016, Art. 166 N 32; BERNI, in: Baker & McKenzie [Hrsg.], ZPO-Komm., 2010, Art. 166 N 16; vgl. in diesem Sinne wohl auch MEIER, Schweizerisches Zivilpro- zessrecht, 2010, S. 304, der in Art. 166 Abs. 2 ZPO einen Auffangtatbestand sieht, der "allen Personen ein Mitwirkungsverweigerungsrecht gewährt, welche über ein Geheimnis verfügen, das höher zu werten ist als die prozessuale Wahr- heitsfindung").”
Die Drittperson muss unter dem Gesichtspunkt der Glaubhaftmachung (vraisemblance) darlegen, dass eine der in Art. 166 ZPO genannten Verweigerungsgründe – etwa eine Vertraulichkeitsverpflichtung – vorliegt; blosse Behauptungen ohne hinreichende Anhaltspunkte genügen nicht. Soweit die Rechtslage von einer Interessenabwägung abhängt, sind auch die hierfür relevanten Umstände glaubhaft zu machen.
“a CPC prévoit que le tiers peut refuser de collaborer à l’établissement de faits qui risquerait notamment de l’exposer à une poursuite pénale ou d’engager sa responsabilité civile ou celle de ses proches. Le tiers appelé à collaborer peut être amené à porter certains faits et pièces à la connaissance du tribunal et des parties. Dans certaines situations, la mise au grand jour de ces éléments peut conduire le tiers à se trouver en porte-à-faux, que ce soit à l’égard de lui-même, de ses proches ou d’autres tiers : conflit de conscience ou de loyauté, violation de l’obligation de confidentialité à laquelle il est tenu vis-à-vis d’autres tiers ou encore commission d’une infraction pénale, tels sont les éléments que le législateur prend en considération pour admettre un droit de refus de collaborer. Les circonstances énumérées à l’art. 166 al. 1 CPC suffisent à elles seules pour habiliter le tiers à se prévaloir d’un refus de collaborer, sans que ce dernier n’ait à invoquer d’autres considérations (Jeandin, op. cit., n. 5 ad art. 166 CPC). Il incombe au tiers qui se prévaut d’un cas de refus de collaborer d’établir – sous l’angle de la vraisemblance – qu’il se trouve placé dans l’une ou l’autre des situations l’habilitant à se prévaloir d’un refus de collaborer prévues à l’art. 166 CPC. Lorsque la loi soumet par ailleurs l’opposabilité d’un devoir de confidentialité au résultat d’une pesée d’intérêts, le tiers devra également rendre vraisemblable les éléments à prendre en considération en vue d’une telle pesée (Jeandin, op. cit., n. 3 ad art. 166 CPC). 3.3 En l’espèce, il appartenait à la recourante d’établir sous l’angle de la vraisemblance qu’elle était liée par une clause de confidentialité. Or cette dernière, malgré les demandes du premier juge, n’a produit aucun document en ce sens et n’a au demeurant jamais spécifié que cette clause aurait été uniquement orale. Elle a en outre attendu le dernier jour du délai accordé par le premier juge pour envoyer un courrier à T.________ et [...] SA leur demandant de la délier de la prétendue clause de confidentialité.”
“Dans certaines situations, la mise au grand jour de ces éléments peut conduire le tiers à se trouver en porte-à-faux, que ce soit à l’égard de lui-même, de ses proches ou d’autres tiers : conflit de conscience ou de loyauté, violation de l’obligation de confidentialité à laquelle il est tenu vis-à-vis d’autres tiers ou encore commission d’une infraction pénale, tels sont les éléments que le législateur prend en considération pour admettre un droit de refus de collaborer. Les circonstances énumérées à l’art. 166 al. 1 CPC suffisent à elles seules pour habiliter le tiers à se prévaloir d’un refus de collaborer, sans que ce dernier n’ait à invoquer d’autres considérations (Jeandin, op. cit., n. 5 ad art. 166 CPC). Il incombe au tiers qui se prévaut d’un cas de refus de collaborer d’établir – sous l’angle de la vraisemblance – qu’il se trouve placé dans l’une ou l’autre des situations l’habilitant à se prévaloir d’un refus de collaborer prévues à l’art. 166 CPC. Lorsque la loi soumet par ailleurs l’opposabilité d’un devoir de confidentialité au résultat d’une pesée d’intérêts, le tiers devra également rendre vraisemblable les éléments à prendre en considération en vue d’une telle pesée (Jeandin, op. cit., n. 3 ad art. 166 CPC). 3.3 En l’espèce, il appartenait à la recourante d’établir sous l’angle de la vraisemblance qu’elle était liée par une clause de confidentialité. Or cette dernière, malgré les demandes du premier juge, n’a produit aucun document en ce sens et n’a au demeurant jamais spécifié que cette clause aurait été uniquement orale. Elle a en outre attendu le dernier jour du délai accordé par le premier juge pour envoyer un courrier à T.________ et [...] SA leur demandant de la délier de la prétendue clause de confidentialité. Si T.________ a confirmé son accord à la levée de cette clause, l’autre partie ne semble pas avoir répondu audit courrier. En n’établissant pas l’existence de cette clause ou sa teneur sous l’angle de la vraisemblance, la recourante n’a pas démontré se trouver dans une situation qui lui permettrait de se prévaloir d’un refus justifié de collaborer. Son grief doit être rejeté. Pour le surplus, il incombe à la recourante de se soumettre à une décision de justice et les mesures prononcées par le premier juge, qui ne sont pas contestées en tant que telles, sont conformes au droit.”
“Le tiers appelé à collaborer peut être amené à porter certains faits et pièces à la connaissance du tribunal et des parties. Dans certaines situations, la mise au grand jour de ces éléments peut conduire le tiers à se trouver en porte-à-faux, que ce soit à l’égard de lui-même, de ses proches ou d’autres tiers : conflit de conscience ou de loyauté, violation de l’obligation de confidentialité à laquelle il est tenu vis-à-vis d’autres tiers ou encore commission d’une infraction pénale, tels sont les éléments que le législateur prend en considération pour admettre un droit de refus de collaborer. Les circonstances énumérées à l’art. 166 al. 1 CPC suffisent à elles seules pour habiliter le tiers à se prévaloir d’un refus de collaborer, sans que ce dernier n’ait à invoquer d’autres considérations (Jeandin, op. cit., n. 5 ad art. 166 CPC). Il incombe au tiers qui se prévaut d’un cas de refus de collaborer d’établir – sous l’angle de la vraisemblance – qu’il se trouve placé dans l’une ou l’autre des situations l’habilitant à se prévaloir d’un refus de collaborer prévues à l’art. 166 CPC. Lorsque la loi soumet par ailleurs l’opposabilité d’un devoir de confidentialité au résultat d’une pesée d’intérêts, le tiers devra également rendre vraisemblable les éléments à prendre en considération en vue d’une telle pesée (Jeandin, op. cit., n. 3 ad art. 166 CPC). 3.3 En l’espèce, il appartenait à la recourante d’établir sous l’angle de la vraisemblance qu’elle était liée par une clause de confidentialité. Or cette dernière, malgré les demandes du premier juge, n’a produit aucun document en ce sens et n’a au demeurant jamais spécifié que cette clause aurait été uniquement orale. Elle a en outre attendu le dernier jour du délai accordé par le premier juge pour envoyer un courrier à T.________ et [...] SA leur demandant de la délier de la prétendue clause de confidentialité. Si T.________ a confirmé son accord à la levée de cette clause, l’autre partie ne semble pas avoir répondu audit courrier. En n’établissant pas l’existence de cette clause ou sa teneur sous l’angle de la vraisemblance, la recourante n’a pas démontré se trouver dans une situation qui lui permettrait de se prévaloir d’un refus justifié de collaborer.”
Art. 166 ZPO bezweckt nicht vorrangig den Schutz der geheimen Information selbst, sondern dient dazu, Drittpersonen Gewissens- und Interessenkonflikte zu ersparen und die Vertrauensbeziehung zwischen Geheimnisherr und Geheimnisträger zu schützen.
“Das beschränkte Verweigerungsrecht gemäss Art. 166 ZPO "dient dazu, einer Drittperson Gewissens- und Interessenkonflikte zu ersparen" (Botschaft zur ZPO, BBl 2006 7221, S. 7318). Mit Bezug auf Verweigerungstatbestände, die im Zusammenhang mit gesetzlich geschützten Geheimnissen stehen, bedeutet dies, dass letztlich nicht die geheime Information als solche geschützt wird, sondern verhindert werden soll, dass ein Mitwirkungsverpflichteter in einen Widerstreit zwischen prozessualer Mitwirkungspflicht und gesetzlicher Geheimhaltungspflicht gerät (S TÄUBER, a.a.O., S. 140). Die ratio legis der in Art. 163 und Art. 166 ZPO vorgesehenen geheimnisbezogenen Verweigerungstatbestände besteht also nicht darin, Geheimnisse als solche zu bewahren, sondern diese Bestimmungen zielen darauf ab, die Vertrauensbeziehung zwischen dem Geheimnisherrn und dem Ge- heimnisträger – bzw. in einem grösseren Kontext bestimmte Institutionen beson- deren Vertrauens oder öffentlichen Interesses, wie etwa die anwaltliche Ver- schwiegenheit (vgl. Botschaft zur ZPO, BBl 2006 7221, S. 7318) – zu schützen. Aus einer teleologischen Auslegung folgt somit, dass Art. 163 und Art. 166 ZPO jeweils nur die Träger fremder Geheimnisse privilegieren, während sich der Geheimnisherr zum Schutz seines eigenen Geheimnisses nicht auf die dort ver- ankerten Verweigerungsrechte berufen kann. Dieses sich am Sinn und Zweck orientierende Auslegungsergebnis deckt sich mit dem Wortlaut der Norm sowie mit systematischen und historischen Gesichtspunkten.”
Eine Drittperson konnte sich in der entschiedenen Sache nicht auf das Zeugnisverweigerungsrecht gemäss Art. 166 Abs. 1 lit. a ZPO berufen; sie war aufgrund einer Beweiszuordnung zu den in den erstinstanzlichen Rechtsschriften des Klägers dargestellten Tatsachen zu befragen.