Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1995 1227;BBl 1991 III 1). ↩
10 commentaries
Bei bestrittenen fälligen Guthaben entscheidet grundsätzlich die zweite Gläubigerversammlung, ob die Konkursverwaltung den Prozessweg zur Eintreibung beschreitet oder das Guthaben den Gläubigern gemäss Art. 260 SchKG zur Abtretung angeboten wird.
“1 SchKG sämtliches pfändbares Vermögen, das dem Schuldner zur Zeit der Konkurseröffnung gehört, gleichviel wo es sich befindet. Auch im Ausland liegende Vermögensstücke sind ohne Rücksicht auf die Möglichkeit ihrer Einbeziehung in die inländische Konkursmasse ins Inventar einzustellen (Art. 27 Abs. 1 der Verordnung vom 13. Juli 1911 über die Geschäftsführung der Konkursämter [KOV; SR 281.32]). Gemäss Art. 222 Abs. 4 SchKG sind sodann Dritte, die Vermögensgegenstände des Schuldners verwahren oder bei denen dieser Guthaben hat, bei Straffolge im gleichen Umfang auskunfts- und herausgabepflichtig wie der Schuldner. Die Konkursverwaltung hat unbestrittene fällige Guthaben einzuziehen (Art. 243 Abs. 1 SchKG). Bei bestrittenen Guthaben – wie dies vorliegend der Fall ist – ist es (grundsätzlich) Sache der zweiten Gläubigerversammlung darüber zu entscheiden, ob der Prozessweg beschritten oder das Guthaben nach Art. 260 SchKG den Gläubigern zur Abtretung angeboten werden soll (Russenberger/Wohlgemuth, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2021, Art. 243 SchKG N. 7 mit Hinweis auf BGE 108 III 21). Im Rahmen eines solchen allfälligen Prozesses zwecks Eintreibung des von der Beschwerdeführerin behaupteten Guthabens der Konkursmasse wird allenfalls (vorfrageweise) die Frage zu entscheiden sein, ob der Einziehungsbefehl der Bundesanwaltschaft vom 24. Juni 2021 nichtig ist. Der Beschwerdeführerin fehlt es somit an einem aktuellen schutzwürdigen Interesse mit Bezug auf ihr Rechtsbegehren Ziff.”
In der angeführten Entscheidung verfügte das Konkursamt den Freihandverkauf als (wirtschaftlichen) Notverkauf im Sinne von Art. 243 Abs. 2 SchKG. Betroffen waren umfangreiche Betriebswerte (Inventar, Fahrzeuge, Kundendaten, Immaterialgüterrechte u.ä.), die rasch verwertet werden sollten.
“Am 18. Januar 2021 verfügte das Konkursamt Emmental-Oberaargau, Dienststelle Emmental-Oberaargau (nachfolgend: Konkursamt), den Freihandverkauf des Inventars, der Fahrzeuge, der Kundendaten, pendenter Aufträge, der Marketing- und Dokumentenlager, der Finanzdaten und Personaldossiers, der Markennamen und -rechte, der Patente, der übrigen Immaterialgüterrechte, des Know-hows, der EDV-Daten u.dgl.m. der Konkursitin an die D.________ AG (nachfolgend: Käuferin). Der Kaufpreis wurde auf CHF 75'000.00 festgelegt (exkl. MWST). Das Konkursamt führte den Freihandverkauf als (wirtschaftlichen) Notverkauf im Sinne von Art. 243 Abs. 2 SchKG durch (Ziff. 1 und 2 der Freihandverkaufsverfügung; Vernehmlassungsbeilage [VB] 2).”
Erscheint die Drittbestreitung einer Forderung ernsthaft, gilt die Forderung als nicht liquid; die Konkursverwaltung ist in diesem Fall nicht befugt, von Amtes wegen einzuziehen. Über das weitere Vorgehen bezüglich solcher strittigen Forderungen entscheiden die Gläubiger.
“________ a déposé plainte contre ce tableau, reprochant à l’Office de ne pas avoir fait le nécessaire pour encaisser les deux créances litigieuses ; que sauf dans les cas où la loi prescrit la voie judiciaire, il peut être porté plainte à l'autorité de surveillance lorsqu'une mesure de l'office est contraire à la loi ou ne paraît pas justifiée en fait (art. 17 al. 1 LP), dans les dix jours de celui où le plaignant a eu connaissance de la mesure (art. 17 al. 2 LP), délai qui a été respecté en l’espèce ; qu’il y a tout d’abord lieu de constater que le plaignant n’est pas créancier de la société faillie de sorte qu’il n’est pas lésé par la décision de l’Office de renoncer à encaisser les créances ; que le plaignant n’a ainsi pas la qualité pour déposer une plainte de sorte que celle-ci doit être déclarée irrecevable ; qu’au demeurant ce n’est pas tant le tableau de distribution, mais bien plutôt l’inventaire des actifs dans lequel les créances litigieuses sont évaluées à CHF 1.- chacune qui semble être contesté ; que dans ce cas la plainte serait tardive, donc irrecevable; que par surabondance, la Chambre relève que lorsque la contestation d’une créance par le tiers débiteur paraît sérieuse, la créance n’est pas liquide et il n’appartient pas à l’Office des faillites de procéder d’office à son encaissement (art. 243 al. 1 LP a contrario) ; qu’il appartient aux créanciers de décider sur le sort à donner à ces créances contestées (ATF 108 III 21) ; que par circulaire du 3 janvier 2023, l’Office des faillites a consulté les créanciers à ce sujet et aucun créancier ne s’est opposé à renoncer à l’encaissement de ces créances, ni n’a manifesté de volonté de se faire céder les droits de la masse contre les débiteurs du failli (art. 260 LP) de sorte que l’on ne discerne aucun manquement de l’Office ; qu’il n'est pas perçu de frais (art. 20a al. 2 ch. 5 LP), ni alloué de dépens (art. 62 al. 2 de l'ordonnance du 23 septembre 1996 sur les émoluments perçus en application de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite [OELP; RS 281.35]) ; la Chambre arrête : I. La plainte déposée le 31 janvier 2023 est irrecevable. II. Il n'est pas perçu de frais, ni alloué de dépens. III. Notification. Cet arrêt peut faire l'objet d'un recours en matière civile au Tribunal fédéral dans les dix jours qui suivent sa notification.”
Das mit der Verwaltung der Partikularmasse betraute Konkursamt bzw. die Konkursverwaltung ist befugt, die unbestrittenen, fälligen Forderungen der Masse einzuziehen; es vertritt die Masse zudem vor Gericht.
“Die ausländische Konkursmasse der A. SA ist - wie erwähnt (E. 3.2.3) und die Vorinstanz zu Recht erwogen hat - zur BGE 147 III 365 S. 372 Forderungsanmeldung nicht befugt; ebenso wenig könnte sie (mangels Prozessführungsbefugnis) Kollokationsklage im Konkurs des Drittschuldners in der Schweiz erheben (SPRECHER, in: SchKG, Daniel Hunkeler [Hrsg.], 2. Aufl. 2014, N. 12b zu Art. 250 SchKG). Hingegen ist die Prozessführungsbefugnis der Hilfskonkursmasse zur Erhebung der vorliegenden Kollokationsklage zweifellos gegeben. Zur Aktivmasse des Partikularkonkurses gehören auch die Forderungen des ausländischen Konkursschuldners gegenüber einem in der Schweiz domizilierten Drittschuldner (Art. 167 Abs. 3 IPRG; BRACONI, a.a.O., N. 7 f. zu Art. 170 IPRG). Das mit der Verwaltung der Partikularmasse betraute Konkursamt ist dazu berufen, die fälligen Forderungen einzuziehen (Art. 243 Abs. 1 SchKG; BGE 137 III 374 E. 3). Es hat allgemein die zur Erhaltung und Verwertung der Masse gehörenden Geschäfte zu besorgen; es vertritt die Masse vor Gericht (Art. 240 SchKG). Der Konkursverwaltung steht die Prozessführungsbefugnis zu (BÜRGI, in: SchKG, Daniel Hunkeler [Hrsg.], 2. Aufl. 2014, N. 7 f. zu Art. 240 SchKG), weshalb die Klägerin (Hilfskonkursmasse) befugt ist, Forderungen gegenüber dem in der Schweiz domizilierten Drittschuldner, der in Konkurs gefallen ist, einzugeben und bei Verweigerung der Zulassung die Kollokationsklage zu erheben (vgl. Urteil 5A_924/2012 vom 29. Mai 2015 Bst. A).”
Nach der Lehre/Entscheidung liegt der Unterschied vor allem im Zeitpunkt der Verwertung: Im summarischen Verfahren soll die Verwertung rasch, d.h. unmittelbar nach Ablauf der Eingabefrist nach Art. 232 Abs. 3 Ziff. 2 SchKG erfolgen. Im ordentlichen Konkurs ist die Verwertung – mit gewissen Ausnahmen – erst nach Durchführung der zweiten Gläubigerversammlung vorgesehen.
“Diese gesetzliche Konzeption schlägt durch auf den Zeitpunkt, ab wel- chem Verwertungshandlungen durchzuführen sind: im ordentlichen Konkursver- fahren – mit gewissen Ausnahmen – nach Durchführung der zweiten Gläubiger- versammlung (Art. 243 Abs. 3 SchKG), im summarischen Konkursverfahren nach Ablauf der Eingabefrist nach Art. 232 Abs. 3 Ziff. 2 SchKG, wobei die Verwertung im letzteren Fall rasch, das heisst sofort nach Ablauf der Eingabefrist, erfolgen soll (vgl. BSK SchKG II-L USTENBERGER/SCHENKER, 3. Aufl., Basel, 2021, Art. 231 N 33).”
Bei grenzüberschreitenden Konkursen obliegt in der Regel der Verwaltung der Konkursmasse das Einziehen von Forderungen; dies folgt aus der Auslegung von Art. 243 SchKG in Verbindung mit Art. 170 LDIP. Kommt die ausländische (ancillare) Verwaltung zur Renunziation (Verzicht), können Gläubiger, die sich eingeschrieben und die Forderung erworben haben, bzw. nachfolgend ersatzweise andere Stellen das Inkasso übernehmen. Nur wenn auch diese darauf verzichten, könnte der ausländische Konkursverwalter direkt für das Inkasso eintreten. Vor einem direkten Vorgehen einer ausländischen Masse ist in der Regel dem Anerkennen des ausländischen Konkursdekrets Rechnung zu tragen.
“Da quanto appena esposto consegue che nella fattispecie il curatore del fallimento della PI 1 non era legittimato a chiedere il noto sequestro. La riscossione del credito contro RI 1 compete in principio all’amministrazione del fallimento ancillare svizzera (art. 243 LEF per il rinvio dell’art. 170 cpv. 1 LDIP) o, in caso di sua rinuncia, ai creditori che eventualmente vi si saranno insinuati e ne avranno ottenuto la cessione (art. 260 LEF). Solo ove anche questi ultimi vi rinunciassero, il curatore italiano potrebbe agire direttamente per l’incasso del credito. Va inoltre riservata l’ipotesi in cui non sono stati insinuati crediti secondo l’art. 172 cpv. 1 LDIP e l’amministrazione straniera del fallimento ha istato per la rinuncia alla liquidazione del fallimento ancillare, ciò che comporterebbe la facoltà per quest’ultima d’incassare personalmente il credito in questione (art. 174a cpv. 1 e 4 LDIP). Ma anche in tale evenienza la massa fallimentare estera non può prescindere dal richiedere dapprima il riconoscimento del decreto di fallimento estero (Walther, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht des Jahres 2017, in: ZBJV 155/2019, pag. 373)”
Liquide (fällige, unbestrittene) Forderungen sind von der Konkursverwaltung gemäss Art. 243 Abs. 1 SchKG zwingend selbst einzuziehen. Illiquide Rechtsansprüche können im Rahmen des Konkursverfahrens nach Art. 260 SchKG einzelnen Gläubigern zur Selbstdurchsetzung abgetreten werden; die Konkursverwaltung hat ihnen hierzu Gelegenheit zu geben.
“Abtretung von Rechtsansprüchen nach Art. 260 SchKG Im Rahmen eines Konkursverfahrens soll durch die Abtretung von illiquiden Rechtsansprüchen jedem Gläubiger deren Geltendmachung ermöglicht werden. Will die Konkursverwaltung einen Rechtsanspruch nicht im Namen und auf Rech- nung der Gläubigergesamtheit durchsetzen, so hat sie jedem einzelnen Gläubiger Gelegenheit zu geben, die Abtretung dieser Ansprüche im Sinne von Art. 260 SchKG zur Selbstdurchsetzung zu verlangen. Liquide Ansprüche sind dagegen von der Konkursverwaltung gemäss Art. 243 Abs. 1 SchKG zwingend selber ein- zuziehen. Der Abtretungsgläubiger erwirbt das Recht, den abgetretenen Anspruch im eigenen Namen, auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko geltend zu ma- chen und aus dem Ergebnis seiner Bemühungen, namentlich einem allfälligen Prozessgewinn, vorab befriedigt zu werden (E VA BACHOFNER, in: SPÜH- LER /TENCHIO/INFANGER [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilprozessordnung, 3. Aufl., 2017, Art. 260 N 72). Der Abtretungsgegner kann dem Abtretungsgläubiger alle Einreden und Einwendungen entgegenhalten, die ihm gegenüber der Konkurs- masse bzw. dem Gemeinschuldner zustünden (BGE 111 II 81 E. 3a; 106 II 145 E. 3c). Persönliche Einreden gegen den Kläger sind dagegen ausgeschlossen. Zu- dem ist es nicht Sache des erkennenden Gerichts, sondern der SchKG- Aufsichtsbehörde, die Abtretungsverfügung der Konkursverwaltung auf ihre Rechtmässigkeit zu überprüfen. Es hat bloss festzustellen, dass sich die Legitima- tion des Klägers aus der Abtretungsverfügung ergibt (BGE 145 III 101 E.”
“Abtretung von Rechtsansprüchen nach Art. 260 SchKG Im Rahmen eines Konkursverfahrens soll durch die Abtretung von illiquiden Rechtsansprüchen jedem Gläubiger deren Geltendmachung ermöglicht werden. Will die Konkursverwaltung einen Rechtsanspruch nicht im Namen und auf Rech- nung der Gläubigergesamtheit durchsetzen, so hat sie jedem einzelnen Gläubiger Gelegenheit zu geben, die Abtretung dieser Ansprüche im Sinne von Art. 260 SchKG zur Selbstdurchsetzung zu verlangen. Liquide Ansprüche sind dagegen von der Konkursverwaltung gemäss Art. 243 Abs. 1 SchKG zwingend selber ein- zuziehen. Der Abtretungsgläubiger erwirbt das Recht, den abgetretenen Anspruch im eigenen Namen, auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko geltend zu ma- chen und aus dem Ergebnis seiner Bemühungen, namentlich einem allfälligen Prozessgewinn, vorab befriedigt zu werden (E VA BACHOFNER, in: SPÜH- LER /TENCHIO/INFANGER [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilprozessordnung, 3. Aufl., 2017, Art. 260 N 72). Der Abtretungsgegner kann dem Abtretungsgläubiger alle Einreden und Einwendungen entgegenhalten, die ihm gegenüber der Konkurs- masse bzw. dem Gemeinschuldner zustünden (BGE 111 II 81 E. 3a; 106 II 145 E. 3c). Persönliche Einreden gegen den Kläger sind dagegen ausgeschlossen. Zu- dem ist es nicht Sache des erkennenden Gerichts, sondern der SchKG- Aufsichtsbehörde, die Abtretungsverfügung der Konkursverwaltung auf ihre Rechtmässigkeit zu überprüfen. Es hat bloss festzustellen, dass sich die Legitima- tion des Klägers aus der Abtretungsverfügung ergibt (BGE 145 III 101 E.”
Die zehntägige Beschwerdefrist nach Art. 17 Abs. 2 SchKG beginnt beim Notverkauf nach Art. 243 Abs. 2 SchKG — da dieser als Freihandverkauf gilt — mit dem Zeitpunkt, in dem die Beschwerdeführerin vom Abschluss Kenntnis erlangt hat und der Anfechtungsgrund für sie erkennbar geworden ist. «Erkennbar geworden» umfasst auch den Fall, dass sie den Anfechtungsgrund hätte erkennen können.
“Gegen den Abschluss eines Freihandverkaufs kann gemäss Art. 132a Abs. 1 SchKG Beschwerde erhoben werden. Auch beim Notverkauf im Sinne von Art. 243 Abs. 2 SchKG handelt es sich um einen Freihandverkauf (Lorandi, Der Freihandverkauf im schweizerischen Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, 1994, S. 8 Fn. 41). Die zehntägige Beschwerdefrist von Art. 17 Abs. 2 SchKG beginnt beim Freihandverkauf, wenn die Beschwerdeführerin von dessen Abschluss Kenntnis erhalten hat und der Anfechtungsgrund für sie erkennbar geworden ist (Art. 132a Abs. 2 SchKG). «Erkennbar geworden» ist der Anfechtungsgrund, wenn die Beschwerdeführerin ihn kennt oder hätte kennen können. Für diese weite Auslegung sprechen die französische und die italienische Fassung des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes. Dort ist die Rede von «pouvait connaître le motif de la contestation» bzw. von «poteva conoscere i motivi d’impugnazione». Beide Sprachen belegen, dass die Beschwerdefrist bereits zu laufen beginnt, wenn der Anfechtungsgrund «hätte erkennbar sein können». Das entspricht auch dem Verständnis, das die Lehre von Art. 132a Abs. 2 SchKG hat (Gilliéron, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, 2000, N 56 zu Art.”
Zur Verwaltung der Konkursmasse gehört die Eintreibung fälliger Guthaben. Als Guthaben gelten nach der zitierten Literatur auch paulianische Anfechtungsansprüche. Die Konkursverwaltung hat diesbezüglich rechtzeitig die notwendigen Massnahmen zu treffen, um den Untergang solcher Forderungen zu verhindern.
“Der Geschädigte muss einzig (aber immerhin) einen schadensverursachenden, objektiv vermeidbaren Betriebsfehler auf Seiten der Vollstreckungsorgane nachweisen, um die Haftung des Kantons auszulösen (Gasser, a.a.O., Art. 5 Rz. 8; Sancho Alejandro Morales, Die Schadenersatzklagen im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, Zürich 2020, Rz. 100 f.). 5.2 Die Konkursverwaltung hat alle zur Erhaltung und Verwertung der Masse gehörenden Geschäfte zu besorgen; sie vertritt die Masse vor Gericht (Art. 240 SchKG). Als ausführendes Organ im Konkursverfahren obliegt ihr die Durchführung des Konkurses im Einzelnen. Sie hat alle zur Erhaltung und Verwertung der Masse gehörenden Geschäfte sorgfältig zu besorgen. Oberste Richtlinie bei der Verwaltung der Konkursmasse ist stets, den Gläubigern ein möglichst gutes Verwertungsergebnis zu verschaffen (Marc Russenberger/Marc Wohlgemuth, in: Basler Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, a.a.O., Art. 240 Rz. 7). Zur Verwaltung der Konkursmasse gehört die Eintreibung fälliger Guthaben der Masse (Art. 243 Abs. 1 SchKG). Als Guthaben gelten auch paulianische Anfechtungsansprüche (vgl. Art. 200 SchKG). Die Konkursverwaltung hat hierzu rechtzeitig Massnahmen zu treffen, die den Untergang von Forderungen verhindern (Birgit Hänzi, Die Konkursverwaltung nach schweizerischem Recht, Zürich 1979, S. 163 f.; Russenberger/Wohlgemuth, a.a.O., Art. 243 Rz. 5). 5.3 Mit der paulianischen Anfechtung sollen Vermögenswerte, die aus vollstreckungsrechtlicher Sicht unrechtmässig entäussert worden sind, in die Zwangsvollstreckung zurückgeführt werden (vgl. Art. 281 Abs. 1 SchKG). Die Anfechtung der Rechtshandlungen ist auf dem zivilrechtlichen Klageweg gegen die begünstigten Personen durchzusetzen (Art. 290 SchKG). Der Anfechtungsbeklagte muss die Zwangsverwertung des anfechtbar erworbenen Vermögensgegenstands dulden oder gegebenenfalls eine Rückzahlung leisten (vgl. Art. 291 Abs. 1 SchKG; BGE 141 III 527 E. 2.2). Nach der für das vorliegende Verfahren massgebenden Rechtslage verjährte das Anfechtungsrecht nach Ablauf von zwei Jahren seit der Konkurseröffnung (aArt.”
“Die Konkursverwaltung hat alle zur Erhaltung und Verwertung der Masse gehörenden Geschäfte zu besorgen; sie vertritt die Masse vor Gericht (Art. 240 SchKG). Als ausführendes Organ im Konkursverfahren obliegt ihr die Durchführung des Konkurses im Einzelnen. Sie hat alle zur Erhaltung und Verwertung der Masse gehörenden Geschäfte sorgfältig zu besorgen. Oberste Richtlinie bei der Verwaltung der Konkursmasse ist stets, den Gläubigern ein möglichst gutes Verwertungsergebnis zu verschaffen (Marc Russenberger/Marc Wohlgemuth, in: Basler Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, a.a.O., Art. 240 Rz. 7). Zur Verwaltung der Konkursmasse gehört die Eintreibung fälliger Guthaben der Masse (Art. 243 Abs. 1 SchKG). Als Guthaben gelten auch paulianische Anfechtungsansprüche (vgl. Art. 200 SchKG). Die Konkursverwaltung hat hierzu rechtzeitig Massnahmen zu treffen, die den Untergang von Forderungen verhindern (Birgit Hänzi, Die Konkursverwaltung nach schweizerischem Recht, Zürich 1979, S. 163 f.; Russenberger/Wohlgemuth, a.a.O., Art. 243 Rz. 5).”
Bei der Frage, ob eine schnelle Wertverminderung vorliegt, ist vorrangig das Interesse der Masse — insbesondere das bestmögliche Gesamtdésintressement der Gläubiger — leitend. Die Konkursverwaltung verfügt insoweit über einen Beurteilungsermessen für Zweckmässigkeitsüberlegungen; dieses Ermessen ist jedoch durch verfahrensrechtliche Schranken begrenzt.
“C'est l'intérêt de la masse, c'est-à-dire l'intérêt des créanciers à obtenir le meilleur désintéressement possible, qui doit guider l'administration de la faillite dans tous ses choix, tant pour la gestion que pour la réalisation des actifs de la masse, dans les limites fixées par la loi (DCSO/600/2004 du 16 décembre 2004 consid. 3.a; JEANDIN/FISCHER, op. cit., n. 4 ad art. 240 LP). Cette norme directrice de l'action de l'administration se trouve exprimée notamment à l'art. 240 LP, aux termes duquel l'administration "est chargée des intérêts de la masse", à l'art. 231 al. 3 ch. 2 LP, selon lequel l'office des faillites procède à la réalisation des biens du failli "au mieux des intérêts des créanciers" à l'expiration du délai de production en procédure sommaire, ainsi qu'à l'art. 256 al. 1 LP, qui laisse les créanciers choisir le mode des enchères publiques ou de la vente de gré à gré selon ce qu'ils "jugent préférable". Elle vaut plus largement pour l'application des dispositions conférant à l'administration de la masse un pouvoir d'appréciation, comme pour la continuation d'un commerce ou l'ouverture d'un magasin du failli (art. 223 al. 1, art. 238 al. 1 LP), ou une latitude d'interprétation, par exemple de la notion de biens sujets à dépréciation rapide (art. 243 al. 2 LP) (DCSO/600/2004 précitée consid. 3.b et les références citées). Quant aux limites que la loi assigne au pouvoir d'appréciation de l'administration, elles résultent déjà de règles de procédure visant à sauvegarder les intérêts de personnes déterminées. Ces dernières sont d'ailleurs souvent des créanciers (comme les créanciers gagistes, dont l'assentiment est en principe requis pour des réalisations de gré à gré d'objets gagés, selon l'art. 256 al. 2 LP, ou chacun des créanciers pris individuellement, qui doivent avoir l'occasion de formuler une offre supérieure en cas de vente de gré à gré de biens de valeur élevée ou d'immeubles, d'après l'art. 256 al. 3 LP), mais il peut s'agir aussi du failli ou de tiers, comme des enchérisseurs (DCSO/600/2004 précitée consid. 3.c). D'autres limites à l'action de l'administration tiennent de façon plus diffuse à la vocation légale qui lui échoit de liquider la faillite, soit de mener avec diligence la réalisation forcée de tous les biens du failli pour le meilleur désintéressement possible de tous ses créanciers et, s'agissant de personnes morales, de concrétiser l'effet de dissolution que la faillite produit à leur égard (art.”
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