28 commentaries
Die Durchsetzung von Art. 5 SchKG-Ansprüchen unterliegt verfahrensrechtlich dem kantonalen Recht. Die Kantone können den Zivil- oder den Verwaltungsweg vorsehen; wo ein kantonales Haftungsgesetz besteht, richtet sich die Geltendmachung nach dessen allgemeinen Verfahrensbestimmungen, soweit das Bundesrecht keine verfahrensrechtlichen Vorgaben macht.
“2 Die Staatshaftung ist für den Bereich des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts materiell abschliessend durch das Bundesrecht geregelt (vgl. unten E. 5.1). Das Bundesrecht überlässt die Ausgestaltung des Verfahrens aber dem kantonalen Recht. Die Kantone können den Zivil- oder den Verwaltungsweg vorsehen (BGE 126 III 431 E. 1b). Der Kanton Basel-Landschaft hat sich mit dem Erlass des Haftungsgesetzes für das Modell der Verwaltungsrechtspflege entschieden, was der öffentlich-rechtlichen Natur des Instituts auch besser entspricht (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 13. Januar 2016 [820 15 292] E. 1; m.w.H.). Die Geltendmachung von auf Art. 5 SchKG gestützten Staatshaftungsansprüchen richtet sich nach den allgemeinen Verfahrensbestimmungen des Haftungsgesetzes, soweit das Bundesrecht keine verfahrensrechtlichen Vorgaben macht (vgl. § 2 Abs. 1 HG). 3.2.3 Obwohl materiell von öffentlich-rechtlicher Natur, sind Entscheide in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen - und darin eingeschlossen auch Entscheide über eine Staatshaftung im Sinne von Art. 5 SchKG - gemäss Art. 72 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 beim Bundesgericht mit der Beschwerde in Zivilsachen oder - bei ungenügendem Streitwert - der subsidiären Verfassungsbeschwerde anfechtbar (Nicolas von Werdt/Andreas Güngerich, in: Seiler et al. [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl., Bern 2015, Art. 72 Rz. 17; Urteil des BGer 5A_741/2018 vom 18. Januar 2019 E. 1.2; Urteil des BGer 5A_96/2011 vom 27. Juni 2011 E. 1.1). Art. 75 Abs. 2 BGG verpflichtet die Kantone, für solche mit Beschwerde in Zivilsachen weiterziehbaren Entscheide als letzte kantonale Instanzen obere Gerichte einzusetzen. Diese entscheiden - mit hier nicht interessierenden Ausnahmen - als Rechtsmittelinstanzen. Mit dieser Bestimmung wollte der Bundesgesetzgeber das Prinzip des doppelten kantonalen Instanzenzugs ("Double Instance") gewährleisten. Die Regelung schliesst aus, dass Kantone ihre oberen Gerichte als erste und einzige Instanzen einsetzen (von Werdt/Güngerich, a.”
Öffentlich-rechtliche Anspruchsgrundlagen aus Staatshaftungsrecht, wie sie Art. 5 SchKG betrifft, können nicht adhäsionsweise im Strafverfahren geltend gemacht werden. Solche öffentlich-rechtlichen Staatshaftungsansprüche gelten nicht als Zivilansprüche im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG und berechtigen daher nicht zur Zulassung als Privatkläger im Strafverfahren.
“Es handelt sich um einen Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz in einer Strafsache, gegen welchen die Beschwerde in Strafsachen zulässig ist (Art. 78 Abs. 1, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 BGG). Als Privatkläger ist der Beschwerdeführer hierzu allerdings nur legitimiert, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung seiner Zivilansprüche auswirken kann (vgl. Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Als Zivilansprüche im Sinne dieser Bestimmung gelten solche, die ihren Grund im Zivilrecht haben und deshalb ordentlicherweise vor dem Zivilgericht durchgesetzt werden müssen. Nicht in diese Kategorie fallen Ansprüche, die sich aus öffentlichem Recht ergeben. Öffentlich-rechtliche Ansprüche, auch solche aus Staatshaftungsrecht, können nicht adhäsionsweise im Strafprozess geltend gemacht werden und zählen nicht zu den Zivilansprüchen im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG. Dem Beschwerdeführer stehen gegen den angeblich fehlbaren Mitarbeiter des Betreibungamts keine Zivilforderungen zu (vgl. Art. 5 SchKG, Art. 71 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 [KV; BSG 101.1]; siehe auch Art. 100 Abs. 1 und Art. 102 Abs. 1 des Personalgesetzes vom 16. September 2004 [PG; BSG 153.01]). Er hat folglich kein Beschwerderecht in der Sache.”
“Es handelt sich um einen Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz in einer Strafsache, gegen welchen die Beschwerde in Strafsachen zulässig ist (Art. 78 Abs. 1, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 BGG). Als Privatkläger ist der Beschwerdeführer hierzu allerdings nur legitimiert, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung seiner Zivilansprüche auswirken kann (vgl. Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Als Zivilansprüche im Sinne dieser Bestimmung gelten solche, die ihren Grund im Zivilrecht haben und deshalb ordentlicherweise vor dem Zivilgericht durchgesetzt werden müssen. Nicht in diese Kategorie fallen Ansprüche, die sich aus öffentlichem Recht ergeben. Öffentlich-rechtliche Ansprüche, auch solche aus Staatshaftungsrecht, können nicht adhäsionsweise im Strafprozess geltend gemacht werden und zählen nicht zu den Zivilansprüchen im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG. Dem Beschwerdeführer stehen gegen den angeblich fehlbaren Mitarbeiter des Betreibungamts keine Zivilforderungen zu (vgl. Art. 5 SchKG, Art. 71 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 [KV; BSG 101.1]; siehe auch Art. 100 Abs. 1 und Art. 102 Abs. 1 des Personalgesetzes vom 16. September 2004 [PG; BSG 153.01]). Er hat folglich kein Beschwerderecht in der Sache.”
“Es handelt sich um einen Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz in einer Strafsache, gegen welchen die Beschwerde in Strafsachen zulässig ist (Art. 78 Abs. 1, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 BGG). Als Privatkläger ist der Beschwerdeführer hierzu allerdings nur legitimiert, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung seiner Zivilansprüche auswirken kann (vgl. Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Als Zivilansprüche im Sinne dieser Bestimmung gelten solche, die ihren Grund im Zivilrecht haben und deshalb ordentlicherweise vor dem Zivilgericht durchgesetzt werden müssen. Nicht in diese Kategorie fallen Ansprüche, die sich aus öffentlichem Recht ergeben. Öffentlich-rechtliche Ansprüche, auch solche aus Staatshaftungsrecht, können nicht adhäsionsweise im Strafprozess geltend gemacht werden und zählen nicht zu den Zivilansprüchen im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG. Dem Beschwerdeführer stehen gegen die angeblich fehlbaren Betreibungsbeamten keine Zivilforderungen zu (vgl. Art. 5 SchKG, Art. 71 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993; siehe auch Art. 100 Abs. 1 und Art. 102 Abs. 1 des Personalgesetzes vom 16. September 2004 [PG; BSG 153.01]). Er hat folglich kein Beschwerderecht in der Sache.”
Missbräuchliches bzw. widerrechtliches Vorgehen — etwa persönliche Zahlungsaufforderungen gegenüber Amtspersonen oder der Einsatz von Betreibungen oder Strafanzeigen als Druckmittel — kann die Haftung des Kantons nach Art. 5 Abs. 1 SchKG (LP) begründen. Ob daneben strafrechtliche Verantwortlichkeit (z. B. wegen versuchter Nötigung) vorliegt, ist von den konkreten Umständen abhängig und kann eine strafrechtliche Untersuchung rechtfertigen.
“réclamé aux plaignants à titre de provision était dû à la société, dès lors qu’il y avait eu plusieurs échanges de courriers et de courriels s’agissant des provisions et que des confusions avaient eu lieu. Ce n’est au demeurant que le 9 janvier 2023 que le Président du Tribunal d’arrondissement de Lausanne a fixé la rémunération des commissaires dans le cadre du sursis concordataire provisoire. Par ailleurs, [...] a réclamé un montant de 2'180 fr. 15, alors que la somme de 2'114 fr. 45 avait été créditée en faveur de [...] le 20 janvier 2023, de sorte que ce montant n’était pas indu. Quant au montant de 11'840 fr., il était litigieux. Au demeurant, ces sommes reprennent la mise en demeure adressée le 15 septembre 2022 par l’avocat de [...], de sorte qu’il ne paraît pas invraisemblable que la poursuivante ait cru que ces montants devaient revenir à la société. Toutefois, le fait de réclamer personnellement aux commissaires ces sommes, alors que, assistée d’un avocat, [...] ne pouvait que savoir qu’ils agissaient en tant qu’agent de l’Etat et que le canton répondait de leurs actes conformément à l’art. 5 al. 1 LP, peut être constitutif d’un moyen illicite de contrainte destiné à nuire. De plus, le principe de la responsabilité de l’Etat lui a été rappelé par les recourants dans leur lettre du 22 décembre 2022. En outre, contrairement à ce que retient la décision entreprise, [...] n’a pas alors, ni semble-t-il par la suite, retiré les poursuites. Enfin, selon les recourants, elle aurait en outre, parallèlement à ces poursuites, ouvert action en responsabilité contre l’Etat, de sorte qu’elle ne pouvait ainsi ignorer que les recourants ne devaient pas personnellement les montants faisant l’objet des commandements de payer. En l’état, les explications de [...] semblent ainsi contredites par les pièces au dossier. On ne saurait dans ces circonstances et à ce stade exclure toute infraction pénale. Il y a donc lieu d’entrer en matière sur la plainte pénale déposée par les recourants le 9 février 2023 et d’ouvrir une instruction à raison des faits dénoncés. 4. En définitive, le recours doit être admis, l’ordonnance du 13 décembre 2023 annulée et le dossier de la cause renvoyé au Ministère public de l’arrondissement de l’Est vaudois pour qu’il procède dans le sens des considérants.”
“Cette condition est en particulier réalisée si l'objet de la plainte pénale est sans rapport avec la prestation demandée ou si la menace doit permettre d'obtenir un avantage indu (ATF 120 IV 17 consid. 2a/bb ; ATF 115 IV 207 consid. 2b/cc). A l'instar du dépôt d'une plainte pénale, la notification d'un commandement de payer est licite lorsqu'on est fondé à réclamer une somme. En revanche, utiliser un tel procédé comme moyen de pression est clairement abusif, donc illicite (ATF 115 III 18 consid. 3 ; TF 6B_1116/2021 du 22 juin 2022 consid. 2.1 ; TF 6B_1082/2021 du 18 mars 2022 consid. 2.1 ; TF 6B_124/2017 du 27 octobre 2017 consid. 2.1). Lorsque la victime ne se laisse pas intimider et n'adopte pas le comportement voulu par l'auteur, ce dernier est punissable de tentative de contrainte (art. 22 al. 1 CP ; ATF 129 IV 262 ; ATF 106 IV 125 consid. 2b). Pour qu'il y ait tentative de contrainte, il faut que l'auteur ait agi avec conscience et volonté, soit au moins qu'il ait accepté l'éventualité que le procédé illicite employé entrave le destinataire dans sa liberté de décision (ATF 120 IV 17 consid. 2c). 2.4 L’art. 5 al. 1 LP (Loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite ; RS 281.1) prévoit que le canton répond du dommage causé, d’une manière illicite, par les préposés, les employés, leurs auxiliaires, les membres des administrations spéciales de la faillite, les commissaires, les liquidateurs, les autorités de surveillance, les autorités judiciaires ainsi que par la force publique dans l’exécution des tâches que leur attribue la présente loi. 3. En l’espèce, on peut admettre que [...] a pu croire que le montant de 5'000 fr. réclamé aux plaignants à titre de provision était dû à la société, dès lors qu’il y avait eu plusieurs échanges de courriers et de courriels s’agissant des provisions et que des confusions avaient eu lieu. Ce n’est au demeurant que le 9 janvier 2023 que le Président du Tribunal d’arrondissement de Lausanne a fixé la rémunération des commissaires dans le cadre du sursis concordataire provisoire. Par ailleurs, [...] a réclamé un montant de 2'180 fr. 15, alors que la somme de 2'114 fr.”
Das materielle Recht der Staatshaftung nach Art. 5 SchKG ist bundesrechtlich abschliessend geregelt; die Ausgestaltung des Verfahrens richtet sich nach kantonalem Recht. Die Kantone können für die Durchsetzung der Ansprüche den zivil- oder den verwaltungsrechtlichen Weg vorsehen. Kantonale Entscheide über Art. 5 SchKG-Ansprüche sind, soweit der Beschwerdeweg nach BGG gegeben ist, mit der Beschwerde in Zivilsachen (bzw. subsidiär mit der Verfassungsbeschwerde bei ungenügendem Streitwert) an das Bundesgericht anfechtbar; Art. 75 Abs. 2 BGG verlangt dabei in den Kantonen einen doppelten Instanzenzug.
“Die Staatshaftung ist für den Bereich des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts materiell abschliessend durch das Bundesrecht geregelt (vgl. unten E. 5.1). Das Bundesrecht überlässt die Ausgestaltung des Verfahrens aber dem kantonalen Recht. Die Kantone können den Zivil- oder den Verwaltungsweg vorsehen (BGE 126 III 431 E. 1b). Der Kanton Basel-Landschaft hat sich mit dem Erlass des Haftungsgesetzes für das Modell der Verwaltungsrechtspflege entschieden, was der öffentlich-rechtlichen Natur des Instituts auch besser entspricht (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 13. Januar 2016 [820 15 292] E. 1; m.w.H.). Die Geltendmachung von auf Art. 5 SchKG gestützten Staatshaftungsansprüchen richtet sich nach den allgemeinen Verfahrensbestimmungen des Haftungsgesetzes, soweit das Bundesrecht keine verfahrensrechtlichen Vorgaben macht (vgl. § 2 Abs. 1 HG).”
“Obwohl materiell von öffentlich-rechtlicher Natur, sind Entscheide in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen - und darin eingeschlossen auch Entscheide über eine Staatshaftung im Sinne von Art. 5 SchKG - gemäss Art. 72 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 beim Bundesgericht mit der Beschwerde in Zivilsachen oder - bei ungenügendem Streitwert - der subsidiären Verfassungsbeschwerde anfechtbar (Nicolas von Werdt/Andreas Güngerich, in: Seiler et al. [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl., Bern 2015, Art. 72 Rz. 17; Urteil des BGer 5A_741/2018 vom 18. Januar 2019 E. 1.2; Urteil des BGer 5A_96/2011 vom 27. Juni 2011 E. 1.1). Art. 75 Abs. 2 BGG verpflichtet die Kantone, für solche mit Beschwerde in Zivilsachen weiterziehbaren Entscheide als letzte kantonale Instanzen obere Gerichte einzusetzen. Diese entscheiden - mit hier nicht interessierenden Ausnahmen - als Rechtsmittelinstanzen. Mit dieser Bestimmung wollte der Bundesgesetzgeber das Prinzip des doppelten kantonalen Instanzenzugs ("Double Instance") gewährleisten. Die Regelung schliesst aus, dass Kantone ihre oberen Gerichte als erste und einzige Instanzen einsetzen (von Werdt/Güngerich, a.”
“30 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 gebotenen Unabhängigkeit zum Erlass eines Entscheides. Sie sei vielmehr eigentliche Parteivertreterin. 3.2.2 Die Staatshaftung ist für den Bereich des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts materiell abschliessend durch das Bundesrecht geregelt (vgl. unten E. 5.1). Das Bundesrecht überlässt die Ausgestaltung des Verfahrens aber dem kantonalen Recht. Die Kantone können den Zivil- oder den Verwaltungsweg vorsehen (BGE 126 III 431 E. 1b). Der Kanton Basel-Landschaft hat sich mit dem Erlass des Haftungsgesetzes für das Modell der Verwaltungsrechtspflege entschieden, was der öffentlich-rechtlichen Natur des Instituts auch besser entspricht (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 13. Januar 2016 [820 15 292] E. 1; m.w.H.). Die Geltendmachung von auf Art. 5 SchKG gestützten Staatshaftungsansprüchen richtet sich nach den allgemeinen Verfahrensbestimmungen des Haftungsgesetzes, soweit das Bundesrecht keine verfahrensrechtlichen Vorgaben macht (vgl. § 2 Abs. 1 HG). 3.2.3 Obwohl materiell von öffentlich-rechtlicher Natur, sind Entscheide in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen - und darin eingeschlossen auch Entscheide über eine Staatshaftung im Sinne von Art. 5 SchKG - gemäss Art. 72 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 beim Bundesgericht mit der Beschwerde in Zivilsachen oder - bei ungenügendem Streitwert - der subsidiären Verfassungsbeschwerde anfechtbar (Nicolas von Werdt/Andreas Güngerich, in: Seiler et al. [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl., Bern 2015, Art. 72 Rz. 17; Urteil des BGer 5A_741/2018 vom 18. Januar 2019 E. 1.2; Urteil des BGer 5A_96/2011 vom 27. Juni 2011 E. 1.1). Art. 75 Abs. 2 BGG verpflichtet die Kantone, für solche mit Beschwerde in Zivilsachen weiterziehbaren Entscheide als letzte kantonale Instanzen obere Gerichte einzusetzen.”
Art. 5 Abs. 2 SchKG bringt zusammen mit Art. 5 Abs. 1 zum Ausdruck, dass im Aussenverhältnis die Haftung für rechtswidrige Schäden, die Zwangsvollstreckungsorgane bei der Erfüllung ihrer dem SchKG zugewiesenen Aufgaben verursachen, primär und exklusiv beim Kanton liegt. Die Haftung des Gemeinwesens ist eine verschuldensunabhängige Kausalhaftung; tritt sie ein, können Schadenersatz und/oder Genugtuung gegenüber dem Gemeinwesen verlangt werden. Der Geschädigte hat demgegenüber keinen Anspruch gegen den Fehlbaren.
“Gemäss Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) haftet der Kanton für den Schaden, den die Beamten und Angestellten sowie ihre Hilfspersonen bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen das SchKG zuweist, widerrechtlich verursachen. Dabei handelt es sich um eine – ausschliesslich auf Bundesrecht beruhende und dem kantonalen Staatshaftungsrecht vorgehende – öffentlich-rechtliche, primäre und exklusive Kausalhaftung des Kantons (vgl. Art. 5 Abs. 2 SchKG; weiterführend BGE 126 III 431 E. 1b; VGE 2011/232 vom”
“August 2020 habe der Vertreter der Sicherheitsdirektion einseitig die Interessen des Beschwerdegegners vertreten und kein Wort über eine mögliche vergleichsweise Regelung der Auseinandersetzung gewechselt, ist keine - jedenfalls keine rechtsgenüglich begründete - eigenständige Rüge der Verletzung von Ausstandsbestimmungen oder sonstiger Verfahrensvorschriften im vorinstanzlichen Verfahren zu erblicken. 3.4 Das Hauptbegehren der Beschwerdeführerin um Aufhebung der angefochtenen Verfügung "wegen Ungültigkeit" ist damit abzuweisen. 4. In der Sache ist streitig, ob es die Konkursverwaltung pflichtwidrig unterlassen hat, im Konkurs der B.____ AG die paulianischen Verjährungsfristen gegenüber den kreditgebenden Banken zu unterbrechen, und deshalb der Beschwerdeführerin ein Schaden entstanden ist, weil sie als Abtretungsgläubigerin die verjährten Ansprüche nicht mehr durchsetzen und damit ihre im Kollokationsplan anerkannte Konkursforderung nicht mit dem Prozessgewinn decken konnte. 5.1 Nach Art. 5 Abs. 1 SchKG haftet der Kanton für den Schaden, den die Beamten und Angestellten, ihre Hilfspersonen, die ausseramtlichen Konkursverwaltungen, die Sachwalter, die Liquidatoren, die Aufsichts- und Gerichtsbehörden sowie die Polizei bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen dieses Gesetz zuweist, widerrechtlich verursachen. Der Geschädigte hat gegenüber dem Fehlbaren keinen Anspruch (Art. 5 Abs. 2 SchKG). Damit statuiert das Gesetz den Grundsatz der primären und exklusiven Haftung des Kantons für seine Zwangsvollstreckungsorgane und etabliert eine bundesweit einheitliche, umfassende materiell-rechtliche Haftungsordnung im Aussenverhältnis (Dominik Gasser, in: Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl., Basel 2021, Art. 5 Rz. 7; Fabiana Theus Simoni, in: Fischer/Luterbacher [Hrsg.], Haftpflichtkommentar, Zürich 2016, Art. 5 SchKG Rz. 1). Für die Staatshaftung wird vorausgesetzt, dass die Zwangsvollstreckungsorgane bei der Erfüllung der ihnen zugewiesen Aufgaben ein widerrechtliches Verhalten (Handlung oder Unterlassung) an den Tag legen, das zu einem Schaden führt, welcher in einem Kausalzusammenhang mit diesem Verhalten steht. Die Haftungsfolge - Schadenersatz und/oder Genugtuung - tritt ein, wenn diese Tatbestandselemente kumulativ erfüllt sind. Nicht vorausgesetzt ist ein Verschulden des Haftpflichtigen, denn die Haftung des Gemeinwesens ist als verschuldensunabhängige Kausalhaftung ausgestaltet.”
Glaubt die Amtsperson in gutem Glauben an das Bestehen einer Forderung (z. B. wegen Verwechslungen oder Irrtümern), kann dadurch die Widerrechtlichkeit ihres Handelns entfallen oder gemindert werden; folglich kann daraus keine oder eine geringere Haftung des Kantons nach Art. 5 Abs. 1 SchKG folgen.
“Cette condition est en particulier réalisée si l'objet de la plainte pénale est sans rapport avec la prestation demandée ou si la menace doit permettre d'obtenir un avantage indu (ATF 120 IV 17 consid. 2a/bb ; ATF 115 IV 207 consid. 2b/cc). A l'instar du dépôt d'une plainte pénale, la notification d'un commandement de payer est licite lorsqu'on est fondé à réclamer une somme. En revanche, utiliser un tel procédé comme moyen de pression est clairement abusif, donc illicite (ATF 115 III 18 consid. 3 ; TF 6B_1116/2021 du 22 juin 2022 consid. 2.1 ; TF 6B_1082/2021 du 18 mars 2022 consid. 2.1 ; TF 6B_124/2017 du 27 octobre 2017 consid. 2.1). Lorsque la victime ne se laisse pas intimider et n'adopte pas le comportement voulu par l'auteur, ce dernier est punissable de tentative de contrainte (art. 22 al. 1 CP ; ATF 129 IV 262 ; ATF 106 IV 125 consid. 2b). Pour qu'il y ait tentative de contrainte, il faut que l'auteur ait agi avec conscience et volonté, soit au moins qu'il ait accepté l'éventualité que le procédé illicite employé entrave le destinataire dans sa liberté de décision (ATF 120 IV 17 consid. 2c). 2.4 L’art. 5 al. 1 LP (Loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite ; RS 281.1) prévoit que le canton répond du dommage causé, d’une manière illicite, par les préposés, les employés, leurs auxiliaires, les membres des administrations spéciales de la faillite, les commissaires, les liquidateurs, les autorités de surveillance, les autorités judiciaires ainsi que par la force publique dans l’exécution des tâches que leur attribue la présente loi. 3. En l’espèce, on peut admettre que [...] a pu croire que le montant de 5'000 fr. réclamé aux plaignants à titre de provision était dû à la société, dès lors qu’il y avait eu plusieurs échanges de courriers et de courriels s’agissant des provisions et que des confusions avaient eu lieu. Ce n’est au demeurant que le 9 janvier 2023 que le Président du Tribunal d’arrondissement de Lausanne a fixé la rémunération des commissaires dans le cadre du sursis concordataire provisoire. Par ailleurs, [...] a réclamé un montant de 2'180 fr. 15, alors que la somme de 2'114 fr.”
“Cette condition est en particulier réalisée si l'objet de la plainte pénale est sans rapport avec la prestation demandée ou si la menace doit permettre d'obtenir un avantage indu (ATF 120 IV 17 consid. 2a/bb ; ATF 115 IV 207 consid. 2b/cc). A l'instar du dépôt d'une plainte pénale, la notification d'un commandement de payer est licite lorsqu'on est fondé à réclamer une somme. En revanche, utiliser un tel procédé comme moyen de pression est clairement abusif, donc illicite (ATF 115 III 18 consid. 3 ; TF 6B_1116/2021 du 22 juin 2022 consid. 2.1 ; TF 6B_1082/2021 du 18 mars 2022 consid. 2.1 ; TF 6B_124/2017 du 27 octobre 2017 consid. 2.1). Lorsque la victime ne se laisse pas intimider et n'adopte pas le comportement voulu par l'auteur, ce dernier est punissable de tentative de contrainte (art. 22 al. 1 CP ; ATF 129 IV 262 ; ATF 106 IV 125 consid. 2b). Pour qu'il y ait tentative de contrainte, il faut que l'auteur ait agi avec conscience et volonté, soit au moins qu'il ait accepté l'éventualité que le procédé illicite employé entrave le destinataire dans sa liberté de décision (ATF 120 IV 17 consid. 2c). 2.4 L’art. 5 al. 1 LP (Loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite ; RS 281.1) prévoit que le canton répond du dommage causé, d’une manière illicite, par les préposés, les employés, leurs auxiliaires, les membres des administrations spéciales de la faillite, les commissaires, les liquidateurs, les autorités de surveillance, les autorités judiciaires ainsi que par la force publique dans l’exécution des tâches que leur attribue la présente loi. 3. En l’espèce, on peut admettre que [...] a pu croire que le montant de 5'000 fr. réclamé aux plaignants à titre de provision était dû à la société, dès lors qu’il y avait eu plusieurs échanges de courriers et de courriels s’agissant des provisions et que des confusions avaient eu lieu. Ce n’est au demeurant que le 9 janvier 2023 que le Président du Tribunal d’arrondissement de Lausanne a fixé la rémunération des commissaires dans le cadre du sursis concordataire provisoire. Par ailleurs, [...] a réclamé un montant de 2'180 fr. 15, alors que la somme de 2'114 fr.”
Eine verspätete oder fehlerhafte Anzeige/Eintragung — etwa die nicht rechtzeitige Anmeldung einer Beschränkung des Veräusserungsrechts im Grundbuch — kann nach der dargestellten Auffassung zu einer Haftung des Kantons nach Art. 5 SchKG führen, wenn hierdurch Dritte Schaden erleiden.
“En revanche, la restriction du droit d'aliéner a des effets envers les tiers de bonne foi dès l'annotation au registre foncier. Ainsi, une restriction au droit d'aliéner annoncée tardivement, se répercutant sur la protection des prétentions des créanciers poursuivants, peut avoir de lourdes conséquences, par exemple si le débiteur a cédé, après saisie, l'immeuble à un tiers de bonne foi. En effet, l'annotation de la restriction du droit d'aliéner au registre foncier étant un droit réel servant à la conservation des droits et obligations existants, le moment de l'annotation au registre foncier joue un rôle essentiel. L'acquéreur doit être protégé dans son acquisition en vertu du principe de publicité du registre foncier, si au moment de l'annonce de l'inscription au registre foncier du transfert de propriété, il ne pouvait pas connaître les prétentions des créanciers poursuivants selon l'état du registre foncier (art. 973 CC). Dans ce cas, si un intéressé subit un dommage – à cause d'un avis non effectué à temps ou de manière incorrecte – cela peut constituer un chef de responsabilité (art. 5 LP). En revanche, lorsqu'à ce même moment, l'annotation de la restriction du droit d'aliéner figure au registre foncier, celle-ci n'ayant pas l'effet d'un blocage, les dispositions subséquentes du débiteur sur l'immeuble subsistent sous l'angle du droit civil, mais n'ont aucun effet sur la réalisation forcée à venir. En conséquence, un immeuble aliéné par le débiteur après l'annotation au registre foncier de la restriction du droit d'aliéner, peut néanmoins être réalisé dans le cadre de l'exécution forcée, même si l'objet saisi a un nouveau propriétaire (ATF 130 III 669 consid. 5). Les titulaires de droits inscrits subséquemment n'ont aucune influence sur la réalisation forcée et ne sont pas impliqués dans la procédure en qualité de co-poursuivi. Leurs droits peuvent être radiés du registre foncier après l'exécution de la réalisation (art. 976 CC). Les titulaires de droits devant être radiés ne perçoivent une part du produit de la réalisation que si ce produit est excédentaire (Zopfi, Commentaire ORFI, 2012, n.”
Nach Art. 5 Abs. 2 SchKG hat die geschädigte Person keinen Anspruch gegenüber dem Fehlbaren.
“Der angefochtene Beschluss bestätigt, dass das von der Beschwerdeführerin angestossene Strafverfahren einzustellen ist. Er schliesst damit das Verfahren ab. Es handelt sich um den Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz in einer Strafsache, gegen den die Beschwerde in Strafsachen zulässig ist (Art. 78 Abs. 1, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 BGG). Die Beschwerdeführerin, die als Privatklägerin am kantonalen Verfahren beteiligt gewesen war, ist befugt, sie zu erheben, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung allfälliger Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. a und lit. b Ziff. 5 BGG; BGE 141 IV 1 E. 1.1 S. 4 f. mit Hinweisen). Das ist hier nicht der Fall. Falls die Beschwerdeführerin Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche geltend machen wollte, stünden ihr von vornherein nur öffentlich-rechtliche Haftungsansprüche zu (vgl. Art. 5 Abs. 1 SchKG; siehe auch Personalgesetz des Kantons Bern vom 16. September 2004). Der oder die Geschädigte hat gegenüber dem Fehlbaren keinen Anspruch (Art. 5 Abs. 2 SchKG). Folglich ist die Beschwerdeführerin zum vorliegenden Rechtsmittel in der Sache nicht legitimiert.”
“Der angefochtene Beschluss bestätigt, dass das von der Beschwerdeführerin angestossene Strafverfahren einzustellen ist. Er schliesst damit das Verfahren ab. Es handelt sich um den Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz in einer Strafsache, gegen den die Beschwerde in Strafsachen zulässig ist (Art. 78 Abs. 1, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 BGG). Die Beschwerdeführerin, die als Privatklägerin am kantonalen Verfahren beteiligt gewesen war, ist befugt, sie zu erheben, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung allfälliger Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. a und lit. b Ziff. 5 BGG; BGE 141 IV 1 E. 1.1 S. 4 f. mit Hinweisen). Das ist hier nicht der Fall. Falls die Beschwerdeführerin Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche geltend machen wollte, stünden ihr von vornherein nur öffentlich-rechtliche Haftungsansprüche zu (vgl. Art. 5 Abs. 1 SchKG; siehe auch Personalgesetz des Kantons Bern vom 16. September 2004). Der oder die Geschädigte hat gegenüber dem Fehlbaren keinen Anspruch (Art. 5 Abs. 2 SchKG). Folglich ist die Beschwerdeführerin zum vorliegenden Rechtsmittel in der Sache nicht legitimiert.”
“Der angefochtene Beschluss bestätigt, dass das von der Beschwerdeführerin angestossene Strafverfahren einzustellen ist. Er schliesst damit das Verfahren ab. Es handelt sich um den Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz in einer Strafsache, gegen den die Beschwerde in Strafsachen zulässig ist (Art. 78 Abs. 1, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 BGG). Die Beschwerdeführerin, die als Privatklägerin am kantonalen Verfahren beteiligt gewesen war, ist befugt, sie zu erheben, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung allfälliger Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. a und lit. b Ziff. 5 BGG; BGE 141 IV 1 E. 1.1 S. 4 f. mit Hinweisen). Das ist hier nicht der Fall. Falls die Beschwerdeführerin Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche geltend machen wollte, stünden ihr von vornherein nur öffentlich-rechtliche Haftungsansprüche zu (vgl. Art. 5 Abs. 1 SchKG; siehe auch Personalgesetz des Kantons Bern vom 16. September 2004). Der oder die Geschädigte hat gegenüber dem Fehlbaren keinen Anspruch (Art. 5 Abs. 2 SchKG). Folglich ist die Beschwerdeführerin zum vorliegenden Rechtsmittel in der Sache nicht legitimiert.”
Lässt das Betreibungsamt die zur Erhaltung gepfändeter oder sequestrierter Rechte gebotenen Massnahmen unterlassen und entsteht hierdurch ein Vermögensschaden der Gläubiger, haftet der Kanton hierfür nach Art. 5 SchKG.
“Conformément à l'art. 100 LP, l'office doit pourvoir à la conservation des biens saisis et à l'encaissement des créances échues. Cette disposition s'applique en cas de séquestre, par renvoi de l'art. 275 LP (cf. ATF 41 III 129 consid. 3 in fine; arrêt 5A_25/2014 du 28 novembre 2014 consid. 6.2). L'office bénéficie en la matière d'un large pouvoir d'appréciation; il doit cependant veiller au respect des grands principes de l'exécution forcée, en particulier celui visant à concilier les intérêts du débiteur et du créancier (OCHSNER, LES MESURES DE SÛRETÉ À L'ÉGARD DES ACTIFS SAISIS OU SÉQUESTRÉS (ART. 98 À 105 LP), SJ 2019 II p. 147 ss, 148). Si des droits saisis ou séquestrés viennent à être perdus parce que l'office a omis de prendre les mesures que l'on était en droit d'exiger de lui, il répond vis-à-vis des créanciers du dommage qui peut en résulter sur la base de l'art. 5 LP (SCHLEGEL/ZOPFI, in SK-Kommentar, SchKG, 4ème éd. 2017, n° 1 ad art. 100 LP; SIEVI, in Basler Kommentar, SchKG I, 3ème éd. 2021, n° 9 ad art. 100 LP; ZOPFI, in Kurzkommentar, SchKG, 2ème éd. 2014, n° 1 ad art. 100 LP; cf. aussi OCHSNER, op. cit., p. 173). La conservation des droits saisis ou séquestrés implique par exemple que l'office produise dans la faillite d'un tiers, présente au paiement les effets de change, entame ou poursuive des actions judiciaires, dépose des actes de poursuite en particulier pour interrompre une prescription, etc. (OCHSNER, op. cit., loc. cit. et la référence; SIEVI, op. cit., n° 5 ss ad art. 100 LP; DE GOTTRAU, in Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, n° 4 ss ad art. 100 LP; GILLIÉRON, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, Art. 89-158, vol. II, 2000, n° 11 ad art. 100 LP). Dès l'exécution de la saisie ou du séquestre, l'encaissement des créances saisies ou séquestrées qui sont échues et incontestées devra intervenir d'office, sans que les créanciers soient tenus d'en faire la demande (cf.”
Art. 5 Abs. 1 SchKG begründet nach der herrschenden Auslegung die primäre und exklusive Haftung des Kantons für widerrechtliches Verhalten (Handlung oder Unterlassung) der den Zwangsvollstreckungsaufgaben zugeordneten Organe in der Erfüllung ihrer Aufgaben. Für die Staatshaftung ist ferner erforderlich, dass durch dieses widerrechtliche Verhalten ein Schaden entsteht, der in einem Kausalzusammenhang mit dem Verhalten steht. Gemäss Art. 5 Abs. 2 SchKG besteht der Anspruch des Geschädigten nicht gegen die fehlbare Person, sondern gegen den Kanton.
“August 2020 habe der Vertreter der Sicherheitsdirektion einseitig die Interessen des Beschwerdegegners vertreten und kein Wort über eine mögliche vergleichsweise Regelung der Auseinandersetzung gewechselt, ist keine - jedenfalls keine rechtsgenüglich begründete - eigenständige Rüge der Verletzung von Ausstandsbestimmungen oder sonstiger Verfahrensvorschriften im vorinstanzlichen Verfahren zu erblicken. 3.4 Das Hauptbegehren der Beschwerdeführerin um Aufhebung der angefochtenen Verfügung "wegen Ungültigkeit" ist damit abzuweisen. 4. In der Sache ist streitig, ob es die Konkursverwaltung pflichtwidrig unterlassen hat, im Konkurs der B.____ AG die paulianischen Verjährungsfristen gegenüber den kreditgebenden Banken zu unterbrechen, und deshalb der Beschwerdeführerin ein Schaden entstanden ist, weil sie als Abtretungsgläubigerin die verjährten Ansprüche nicht mehr durchsetzen und damit ihre im Kollokationsplan anerkannte Konkursforderung nicht mit dem Prozessgewinn decken konnte. 5.1 Nach Art. 5 Abs. 1 SchKG haftet der Kanton für den Schaden, den die Beamten und Angestellten, ihre Hilfspersonen, die ausseramtlichen Konkursverwaltungen, die Sachwalter, die Liquidatoren, die Aufsichts- und Gerichtsbehörden sowie die Polizei bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen dieses Gesetz zuweist, widerrechtlich verursachen. Der Geschädigte hat gegenüber dem Fehlbaren keinen Anspruch (Art. 5 Abs. 2 SchKG). Damit statuiert das Gesetz den Grundsatz der primären und exklusiven Haftung des Kantons für seine Zwangsvollstreckungsorgane und etabliert eine bundesweit einheitliche, umfassende materiell-rechtliche Haftungsordnung im Aussenverhältnis (Dominik Gasser, in: Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl., Basel 2021, Art. 5 Rz. 7; Fabiana Theus Simoni, in: Fischer/Luterbacher [Hrsg.], Haftpflichtkommentar, Zürich 2016, Art. 5 SchKG Rz. 1). Für die Staatshaftung wird vorausgesetzt, dass die Zwangsvollstreckungsorgane bei der Erfüllung der ihnen zugewiesen Aufgaben ein widerrechtliches Verhalten (Handlung oder Unterlassung) an den Tag legen, das zu einem Schaden führt, welcher in einem Kausalzusammenhang mit diesem Verhalten steht.”
Haftungsansprüche nach Art. 5 SchKG sind nicht im Aufsichts- und Beschwerdeverfahren nach Art. 17 ff. SchKG zu prüfen. Solche Ansprüche sind auf dem Klageweg von Gerichtsbehörden zu beurteilen und gegen den Kanton (nicht gegen ein Betreibungsamt) zu richten. Mangels Zuständigkeit und Passivlegitimation ist im Beschwerdeverfahren auf entsprechende Rügen nicht einzutreten.
“Mit dem Vorwurf des unfachmännischen Wegfahrens des Traktors wird kein Verfahrensfehler geltend gemacht, sondern letztlich ein Haftungsanspruch ge- genüber dem Kanton im Sinne von Art. 5 SchKG. Die Haftung des Kantons für Schäden, welche im Rahmen von Betreibungs- und Konkursverfahren durch die Beamten und Angestellten von Betreibungs- und Konkursbeamten verursacht werden, ist jedoch nicht im Beschwerdeverfahren nach Art. 17 ff. SchKG von der Aufsichtsbehörde, sondern auf dem Klageweg und von Gerichtsbehörden zu beur- teilen. Ferner ist die Klage gegen den Kanton und nicht gegen ein Betreibungsamt zu richten (vgl. Art. 5 SchKG; Art. 11 EGzSchKG). Mangels Zuständigkeit und mangels Passivlegitimation ist daher auf diese Rüge nicht einzutreten.”
“Mit dem Vorwurf des unfachmännischen Wegfahrens des Traktors wird kein Verfahrensfehler geltend gemacht, sondern letztlich ein Haftungsanspruch ge- genüber dem Kanton im Sinne von Art. 5 SchKG. Die Haftung des Kantons für Schäden, welche im Rahmen von Betreibungs- und Konkursverfahren durch die Beamten und Angestellten von Betreibungs- und Konkursbeamten verursacht werden, ist jedoch nicht im Beschwerdeverfahren nach Art. 17 ff. SchKG von der Aufsichtsbehörde, sondern auf dem Klageweg und von Gerichtsbehörden zu beur- teilen. Ferner ist die Klage gegen den Kanton und nicht gegen ein Betreibungsamt zu richten (vgl. Art. 5 SchKG; Art. 11 EGzSchKG). Mangels Zuständigkeit und mangels Passivlegitimation ist daher auf diese Rüge nicht einzutreten.”
“Mit dem Vorwurf des unfachmännischen Wegfahrens des Traktors wird kein Verfahrensfehler geltend gemacht, sondern letztlich ein Haftungsanspruch ge- genüber dem Kanton im Sinne von Art. 5 SchKG. Die Haftung des Kantons für Schäden, welche im Rahmen von Betreibungs- und Konkursverfahren durch die Beamten und Angestellten von Betreibungs- und Konkursbeamten verursacht werden, ist jedoch nicht im Beschwerdeverfahren nach Art. 17 ff. SchKG von der Aufsichtsbehörde, sondern auf dem Klageweg und von Gerichtsbehörden zu beur- teilen. Ferner ist die Klage gegen den Kanton und nicht gegen ein Betreibungsamt zu richten (vgl. Art. 5 SchKG; Art. 11 EGzSchKG). Mangels Zuständigkeit und mangels Passivlegitimation ist daher auf diese Rüge nicht einzutreten.”
“Mit dem Vorwurf des unfachmännischen Wegfahrens des Traktors wird kein Verfahrensfehler geltend gemacht, sondern letztlich ein Haftungsanspruch ge- genüber dem Kanton im Sinne von Art. 5 SchKG. Die Haftung des Kantons für Schäden, welche im Rahmen von Betreibungs- und Konkursverfahren durch die Beamten und Angestellten von Betreibungs- und Konkursbeamten verursacht werden, ist jedoch nicht im Beschwerdeverfahren nach Art. 17 ff. SchKG von der Aufsichtsbehörde, sondern auf dem Klageweg und von Gerichtsbehörden zu beur- teilen. Ferner ist die Klage gegen den Kanton und nicht gegen ein Betreibungsamt zu richten (vgl. Art. 5 SchKG; Art. 11 EGzSchKG). Mangels Zuständigkeit und mangels Passivlegitimation ist daher auf diese Rüge nicht einzutreten.”
Bei der Staatshaftung nach Art. 5 SchKG gelten die auf die allgemeine Deliktshaftung (Art. 41 ff. OR) entwickelten Grundsätze sinngemäss. Die Voraussetzungen Schaden, Widerrechtlichkeit und Kausalzusammenhang sind kumulativ nachzuweisen. Für die den Haftungsvoraussetzungen zugrunde liegenden Tatfragen trägt grundsätzlich der Geschädigte die objektive Beweislast.
“E. 3; Dominik Gasser, in Basler Kommentar, 3. Aufl. 2021, Art. 5 SchKG N. 7 f.). Betreffend Schaden, Widerrechtlichkeit und Kausalzusammenhang gelten bei der Staatshaftung gemäss Art. 5 SchKG die im Rahmen der allgemeinen Deliktshaftung nach Art. 41 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) entwickelten Grundsätze analog (BGE 80 III 41 E. 3; Dominik Gasser, a.a.O., Art. 5 N. 6). Die Haftungsvoraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein, wobei die objektive Beweislast für Tatfragen, die den genannten Haftungsvoraussetzungen zugrunde liegen, grundsätzlich die Geschädigten tragen (BGE 133 III 121 E. 3.1; BVR 2011 S. 97 E. 4.2.2).”
“E. 3; Dominik Gasser, in Basler Kommentar, 3. Aufl. 2021, Art. 5 SchKG N. 7 f.). Betreffend Schaden, Widerrechtlichkeit und Kausalzusammenhang gelten bei der Staatshaftung gemäss Art. 5 SchKG die im Rahmen der allgemeinen Deliktshaftung nach Art. 41 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) entwickelten Grundsätze analog (BGE 80 III 41 E. 3; Dominik Gasser, a.a.O., Art. 5 N. 6). Die Haftungsvoraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein, wobei die objektive Beweislast für Tatfragen, die den genannten Haftungsvoraussetzungen zugrunde liegen, grundsätzlich die Geschädigten tragen (BGE 133 III 121 E. 3.1; BVR 2011 S. 97 E. 4.2.2).”
Verzögerungen oder Untätigkeit des Betreibungsamts können nach Art. 5 SchKG die Haftung des Kantons begründen, soweit dem Geschädigten daraus ein Vermögensschaden entsteht. Dies setzt eine konkrete Verantwortlichkeit des Amtes für den eingetretenen Schaden voraus. Die Entscheide erwähnen zudem, dass solche Haftungsfragen auch im Zusammenhang mit Verzögerungen während der COVID‑19‑Massnahmen geprüft worden sind.
“17 LP et, partant, ne peuvent pas faire l'objet d'une plainte. Quant aux conclusions subsidiaires tendant à la constatation de l'irrecevabilité des réquisitions de vente elles-mêmes, elles sont dépourvues de toute motivation. La plainte sera dès lors déclarée irrecevable. 1.3 En tout état, même si la voie de la plainte devait être ouverte contre les avis de réquisition de vente querellés, l'avis tardif d'une réquisition de vente n'est ni nul ni annulable dès lors que l'art. 120 LP, qui prescrit que l'Office doit informer le débiteur de la réquisition dans les trois jours, est un délai d'ordre (arrêt du Tribunal fédéral 5A_359/2016 du 7 septembre 2016 consid. 8.2), dont le non-respect n'affecte pas la validité de l'acte administratif à accomplir (Frey/Staible, op. cit., n. 9 ad art. 120 LP et les références citées). Le seul dépassement du délai ne constitue pas non plus un motif de contestation de la réalisation subséquente. Le retard ou l'inaction de l'Office peut, cas échéant, engager la responsabilité du canton (art. 5 LP) si le débiteur subit un dommage de ce fait, et aussi, en cas de faute, la responsabilité disciplinaire de l'employé affecté à cette tâche (art. 14 al. 2 LP) (DCSO/242/2021 du 17 juin 2021 consid. 2.1.1; Gilliéron, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, 2000, n. 13 ad art. 120 LP et n. 1 ad art. 122 LP; Bettschart, Commentaire romand, 2005, n° 8 ad art. 120 LP ; Frey/Staible, op. cit., n. 9 ad art. 120 LP). 2. La procédure de plainte est en principe gratuite (art. 20a al. 2 ch. 5 LP et art. 61 al. 2 let. a OELP) et il ne peut être alloué aucun dépens dans cette procédure (62 al. 2 OELP). * * * * * PAR CES MOTIFS, La Chambre de surveillance : Déclare irrecevable la plainte formée le 31 janvier 2022 par A______ contre les avis de réquisition de vente des 17 janvier 2022 dans les poursuites n° 1______ et 2______. Siégeant : Monsieur Patrick CHENAUX, président; Madame Natalie OPPATJA et Monsieur Denis KELLER, juges assesseurs; Madame Christel HENZELIN, greffière.”
“116 LP, le créancier peut requérir la vente des biens saisis un mois au plus tôt et un an au plus tard après la saisie, s'il s'agit de biens meubles, y compris les créances (al. 1). L'Office informe le débiteur de la réquisition de réaliser dans les trois jours (art. 120 LP). Les biens meubles, y compris les créances, sont réalisés par l'Office des poursuites dix jours au plus tôt et deux mois au plus tard à compter de la réception de la réquisition de vente (art. 122 al. 1 LP). Selon l'art. 123 al. 1 LP, si le débiteur rend vraisemblable qu'il peut acquitter sa dette par acomptes et s'il s'engage à verser à l'office des acomptes réguliers et appropriés, le préposé peut renvoyer la réalisation de douze mois au plus, une fois le premier versement effectué. Le délai maximal dans lequel la réalisation doit intervenir est certes un délai d'ordre. Sa violation n'affecte pas la validité de la réquisition de vente, mais un retard injustifié ou une inaction de l'Office est susceptible d'engager la responsabilité du canton (art. 5 LP). 2.1.2 Dans le contexte de la pandémie de Coronavirus, le Conseil fédéral a pris diverses mesures notamment dans les domaines de la justice et des poursuites. Il a ainsi ordonné la suspension des poursuites au sens de l'art. 62 LP pour la période du 19 mars au 4 avril 2020, laquelle a été suivie par les féries des poursuites ordinaires. Les poursuites ont ainsi été suspendues du 19 mars au 19 avril 2020 (Ordonnance sur la suspension des poursuites au sens de l'art. 62 LP du 18 mars 2020). Le Conseil fédéral a prévu à l'art. 9 de l'Ordonnance COVID-19 justice et droit procédural du 16 avril 2020 (RS 272.81), la possibilité pour les Offices des poursuites et des faillites d'organiser des enchères en ligne pour les biens mobiliers, et ce compte tenu de l'interdiction des manifestations publiques selon l'Ordonnance 2 COVID-19 dans sa teneur du 19 mars 2020. A compter du 6 juin 2020, les manifestations privées et publiques réunissant jusqu'à 300 personnes ont été à nouveau autorisées. A Genève, les manifestations publiques de plus de cinq personnes ont été de nouveau interdites à compter du 2 novembre 2020.”
Eine ungebührliche Verzögerung oder Untätigkeit des Vollziehungsamts bei der Verwertung kann die Haftung des Kantons nach Art. 5 SchKG begründen. Bei der Prüfung sind die einschlägigen Fristen für Versteigerung/Verwertung sowie besondere Umstände (z. B. Pandemie bedingte Massnahmen) zu berücksichtigen.
“116 LP, le créancier peut requérir la vente des biens saisis un mois au plus tôt et un an au plus tard après la saisie, s'il s'agit de biens meubles, y compris les créances (al. 1). L'Office informe le débiteur de la réquisition de réaliser dans les trois jours (art. 120 LP). Les biens meubles, y compris les créances, sont réalisés par l'Office des poursuites dix jours au plus tôt et deux mois au plus tard à compter de la réception de la réquisition de vente (art. 122 al. 1 LP). Selon l'art. 123 al. 1 LP, si le débiteur rend vraisemblable qu'il peut acquitter sa dette par acomptes et s'il s'engage à verser à l'office des acomptes réguliers et appropriés, le préposé peut renvoyer la réalisation de douze mois au plus, une fois le premier versement effectué. Le délai maximal dans lequel la réalisation doit intervenir est certes un délai d'ordre. Sa violation n'affecte pas la validité de la réquisition de vente, mais un retard injustifié ou une inaction de l'Office est susceptible d'engager la responsabilité du canton (art. 5 LP). 2.1.2 Dans le contexte de la pandémie de Coronavirus, le Conseil fédéral a pris diverses mesures notamment dans les domaines de la justice et des poursuites. Il a ainsi ordonné la suspension des poursuites au sens de l'art. 62 LP pour la période du 19 mars au 4 avril 2020, laquelle a été suivie par les féries des poursuites ordinaires. Les poursuites ont ainsi été suspendues du 19 mars au 19 avril 2020 (Ordonnance sur la suspension des poursuites au sens de l'art. 62 LP du 18 mars 2020). Le Conseil fédéral a prévu à l'art. 9 de l'Ordonnance COVID-19 justice et droit procédural du 16 avril 2020 (RS 272.81), la possibilité pour les Offices des poursuites et des faillites d'organiser des enchères en ligne pour les biens mobiliers, et ce compte tenu de l'interdiction des manifestations publiques selon l'Ordonnance 2 COVID-19 dans sa teneur du 19 mars 2020. A compter du 6 juin 2020, les manifestations privées et publiques réunissant jusqu'à 300 personnes ont été à nouveau autorisées. A Genève, les manifestations publiques de plus de cinq personnes ont été de nouveau interdites à compter du 2 novembre 2020.”
Art. 5 Abs. 1 SchKG begründet die primäre und ausschliessliche Staatshaftung des Kantons für widerrechtliches Verhalten der in der Vorschrift genannten Zwangsvollstreckungsorgane bei der Erfüllung der ihnen zugewiesenen Aufgaben. Für eine Haftung des Kantons verlangt die Rechtsprechung bzw. Literatur, dass ein widerrechtliches Handeln oder Unterlassen der Organe vorliegt, das zu einem Schaden geführt hat und in einem Kausalzusammenhang mit diesem Verhalten steht. Gemäss der zitierten Stelle hat der Geschädigte gegenüber dem Fehlbaren keinen Anspruch (vgl. Art. 5 Abs. 2 SchKG).
“August 2020 habe der Vertreter der Sicherheitsdirektion einseitig die Interessen des Beschwerdegegners vertreten und kein Wort über eine mögliche vergleichsweise Regelung der Auseinandersetzung gewechselt, ist keine - jedenfalls keine rechtsgenüglich begründete - eigenständige Rüge der Verletzung von Ausstandsbestimmungen oder sonstiger Verfahrensvorschriften im vorinstanzlichen Verfahren zu erblicken. 3.4 Das Hauptbegehren der Beschwerdeführerin um Aufhebung der angefochtenen Verfügung "wegen Ungültigkeit" ist damit abzuweisen. 4. In der Sache ist streitig, ob es die Konkursverwaltung pflichtwidrig unterlassen hat, im Konkurs der B.____ AG die paulianischen Verjährungsfristen gegenüber den kreditgebenden Banken zu unterbrechen, und deshalb der Beschwerdeführerin ein Schaden entstanden ist, weil sie als Abtretungsgläubigerin die verjährten Ansprüche nicht mehr durchsetzen und damit ihre im Kollokationsplan anerkannte Konkursforderung nicht mit dem Prozessgewinn decken konnte. 5.1 Nach Art. 5 Abs. 1 SchKG haftet der Kanton für den Schaden, den die Beamten und Angestellten, ihre Hilfspersonen, die ausseramtlichen Konkursverwaltungen, die Sachwalter, die Liquidatoren, die Aufsichts- und Gerichtsbehörden sowie die Polizei bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen dieses Gesetz zuweist, widerrechtlich verursachen. Der Geschädigte hat gegenüber dem Fehlbaren keinen Anspruch (Art. 5 Abs. 2 SchKG). Damit statuiert das Gesetz den Grundsatz der primären und exklusiven Haftung des Kantons für seine Zwangsvollstreckungsorgane und etabliert eine bundesweit einheitliche, umfassende materiell-rechtliche Haftungsordnung im Aussenverhältnis (Dominik Gasser, in: Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl., Basel 2021, Art. 5 Rz. 7; Fabiana Theus Simoni, in: Fischer/Luterbacher [Hrsg.], Haftpflichtkommentar, Zürich 2016, Art. 5 SchKG Rz. 1). Für die Staatshaftung wird vorausgesetzt, dass die Zwangsvollstreckungsorgane bei der Erfüllung der ihnen zugewiesen Aufgaben ein widerrechtliches Verhalten (Handlung oder Unterlassung) an den Tag legen, das zu einem Schaden führt, welcher in einem Kausalzusammenhang mit diesem Verhalten steht.”
“Nach Art. 5 Abs. 1 SchKG haftet der Kanton für den Schaden, den die Beamten und Angestellten, ihre Hilfspersonen, die ausseramtlichen Konkursverwaltungen, die Sachwalter, die Liquidatoren, die Aufsichts- und Gerichtsbehörden sowie die Polizei bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen dieses Gesetz zuweist, widerrechtlich verursachen. Der Geschädigte hat gegenüber dem Fehlbaren keinen Anspruch (Art. 5 Abs. 2 SchKG). Damit statuiert das Gesetz den Grundsatz der primären und exklusiven Haftung des Kantons für seine Zwangsvollstreckungsorgane und etabliert eine bundesweit einheitliche, umfassende materiell-rechtliche Haftungsordnung im Aussenverhältnis (Dominik Gasser, in: Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl., Basel 2021, Art. 5 Rz. 7; Fabiana Theus Simoni, in: Fischer/Luterbacher [Hrsg.], Haftpflichtkommentar, Zürich 2016, Art. 5 SchKG Rz. 1). Für die Staatshaftung wird vorausgesetzt, dass die Zwangsvollstreckungsorgane bei der Erfüllung der ihnen zugewiesen Aufgaben ein widerrechtliches Verhalten (Handlung oder Unterlassung) an den Tag legen, das zu einem Schaden führt, welcher in einem Kausalzusammenhang mit diesem Verhalten steht.”
Wer Schadenersatz- oder Genugtuungsansprüche geltend macht, hat nach der zitierten Rechtsprechung von vornherein nur öffentlich-rechtliche Haftungsansprüche gegen den Kanton (Art. 5 Abs. 1 SchKG); ein Anspruch gegenüber dem Fehlbaren besteht nicht (Art. 5 Abs. 2 SchKG). Dies kann die Legitimation zur Erhebung bestimmter Rechtsmittel beeinflussen.
“Der angefochtene Beschluss bestätigt, dass das von der Beschwerdeführerin angestossene Strafverfahren einzustellen ist. Er schliesst damit das Verfahren ab. Es handelt sich um den Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz in einer Strafsache, gegen den die Beschwerde in Strafsachen zulässig ist (Art. 78 Abs. 1, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 BGG). Die Beschwerdeführerin, die als Privatklägerin am kantonalen Verfahren beteiligt gewesen war, ist befugt, sie zu erheben, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung allfälliger Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. a und lit. b Ziff. 5 BGG; BGE 141 IV 1 E. 1.1 S. 4 f. mit Hinweisen). Das ist hier nicht der Fall. Falls die Beschwerdeführerin Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche geltend machen wollte, stünden ihr von vornherein nur öffentlich-rechtliche Haftungsansprüche zu (vgl. Art. 5 Abs. 1 SchKG; siehe auch Personalgesetz des Kantons Bern vom 16. September 2004). Der oder die Geschädigte hat gegenüber dem Fehlbaren keinen Anspruch (Art. 5 Abs. 2 SchKG). Folglich ist die Beschwerdeführerin zum vorliegenden Rechtsmittel in der Sache nicht legitimiert.”
Art. 5 SchKG begründet eine verschuldensunabhängige (kausale) Haftung des Kantons für widerrechtlich verursachte Schäden der in Abs. 1 genannten Vollstreckungsorgane. Gegen den unmittelbar Handelnden besteht kein Anspruch (Abs. 2). Für die Haftung genügt nach der Rechtsprechung und Lehre der Nachweis, dass die Vollstreckungsorgane bei der Erfüllung ihrer Aufgaben einen schadensverursachenden, objektiv vermeidbaren Betriebsfehler begangen haben; darauf stützt sich die Haftung des Gemeinwesens für Schadenersatz und gegebenenfalls Genugtuung.
“____ AG die paulianischen Verjährungsfristen gegenüber den kreditgebenden Banken zu unterbrechen, und deshalb der Beschwerdeführerin ein Schaden entstanden ist, weil sie als Abtretungsgläubigerin die verjährten Ansprüche nicht mehr durchsetzen und damit ihre im Kollokationsplan anerkannte Konkursforderung nicht mit dem Prozessgewinn decken konnte. 5.1 Nach Art. 5 Abs. 1 SchKG haftet der Kanton für den Schaden, den die Beamten und Angestellten, ihre Hilfspersonen, die ausseramtlichen Konkursverwaltungen, die Sachwalter, die Liquidatoren, die Aufsichts- und Gerichtsbehörden sowie die Polizei bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen dieses Gesetz zuweist, widerrechtlich verursachen. Der Geschädigte hat gegenüber dem Fehlbaren keinen Anspruch (Art. 5 Abs. 2 SchKG). Damit statuiert das Gesetz den Grundsatz der primären und exklusiven Haftung des Kantons für seine Zwangsvollstreckungsorgane und etabliert eine bundesweit einheitliche, umfassende materiell-rechtliche Haftungsordnung im Aussenverhältnis (Dominik Gasser, in: Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl., Basel 2021, Art. 5 Rz. 7; Fabiana Theus Simoni, in: Fischer/Luterbacher [Hrsg.], Haftpflichtkommentar, Zürich 2016, Art. 5 SchKG Rz. 1). Für die Staatshaftung wird vorausgesetzt, dass die Zwangsvollstreckungsorgane bei der Erfüllung der ihnen zugewiesen Aufgaben ein widerrechtliches Verhalten (Handlung oder Unterlassung) an den Tag legen, das zu einem Schaden führt, welcher in einem Kausalzusammenhang mit diesem Verhalten steht. Die Haftungsfolge - Schadenersatz und/oder Genugtuung - tritt ein, wenn diese Tatbestandselemente kumulativ erfüllt sind. Nicht vorausgesetzt ist ein Verschulden des Haftpflichtigen, denn die Haftung des Gemeinwesens ist als verschuldensunabhängige Kausalhaftung ausgestaltet. Der Geschädigte muss einzig (aber immerhin) einen schadensverursachenden, objektiv vermeidbaren Betriebsfehler auf Seiten der Vollstreckungsorgane nachweisen, um die Haftung des Kantons auszulösen (Gasser, a.a.O., Art. 5 Rz. 8; Sancho Alejandro Morales, Die Schadenersatzklagen im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, Zürich 2020, Rz. 100 f.). 5.2 Die Konkursverwaltung hat alle zur Erhaltung und Verwertung der Masse gehörenden Geschäfte zu besorgen; sie vertritt die Masse vor Gericht (Art.”
“Nach Art. 5 Abs. 1 SchKG haftet der Kanton für den Schaden, den die Beamten und Angestellten, ihre Hilfspersonen, die ausseramtlichen Konkursverwaltungen, die Sachwalter, die Liquidatoren, die Aufsichts- und Gerichtsbehörden sowie die Polizei bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen dieses Gesetz zuweist, widerrechtlich verursachen. Der Geschädigte hat gegenüber dem Fehlbaren keinen Anspruch (Art. 5 Abs. 2 SchKG). Damit statuiert das Gesetz den Grundsatz der primären und exklusiven Haftung des Kantons für seine Zwangsvollstreckungsorgane und etabliert eine bundesweit einheitliche, umfassende materiell-rechtliche Haftungsordnung im Aussenverhältnis (Dominik Gasser, in: Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl., Basel 2021, Art. 5 Rz. 7; Fabiana Theus Simoni, in: Fischer/Luterbacher [Hrsg.], Haftpflichtkommentar, Zürich 2016, Art. 5 SchKG Rz. 1). Für die Staatshaftung wird vorausgesetzt, dass die Zwangsvollstreckungsorgane bei der Erfüllung der ihnen zugewiesen Aufgaben ein widerrechtliches Verhalten (Handlung oder Unterlassung) an den Tag legen, das zu einem Schaden führt, welcher in einem Kausalzusammenhang mit diesem Verhalten steht. Die Haftungsfolge - Schadenersatz und/oder Genugtuung - tritt ein, wenn diese Tatbestandselemente kumulativ erfüllt sind. Nicht vorausgesetzt ist ein Verschulden des Haftpflichtigen, denn die Haftung des Gemeinwesens ist als verschuldensunabhängige Kausalhaftung ausgestaltet. Der Geschädigte muss einzig (aber immerhin) einen schadensverursachenden, objektiv vermeidbaren Betriebsfehler auf Seiten der Vollstreckungsorgane nachweisen, um die Haftung des Kantons auszulösen (Gasser, a.a.O., Art. 5 Rz. 8; Sancho Alejandro Morales, Die Schadenersatzklagen im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, Zürich 2020, Rz. 100 f.).”
Sind inventarisierte Gegenstände verschwunden oder in ihrer weiteren Verwertung nicht mehr bestimmbar, können geschädigte Gläubiger ihre Ansprüche gegebenenfalls durch eine Verantwortlichkeitsklage nach Art. 5 SchKG geltend machen.
“Par voie de conséquence, il n'est pas non plus possible d'examiner si la décision de l'Office de déclarer insaisissables les objets inventoriés sous ces rubriques était ou non conforme à la loi. Les violations des règles légales constatées ci-dessus devraient en principe conduire à l'annulation des décisions d'estimation et d'insaisissabilité rendues par l'Office, celui-ci devant alors répéter ces opérations. Dans le cas d'espèce toutefois, une telle répétition n'est pas possible, d'une part du fait que les objets inventoriés et estimés ne sont pas déterminés avec précision et d'autre part car leur situation actuelle, pour autant qu'ils n'aient pas disparu par suite de leur utilisation, n'est pas connue avec certitude. La Chambre de céans renoncera donc à prononcer l'annulation des mesures contestées et rejettera dans cette mesure la plainte. Potentiellement lésés par la disparition du produit de réalisation des actifs concernés, les créanciers dans la faillite conservent la possibilité de faire valoir leurs droits éventuels par la voie de l'action en responsabilité prévue par l'art. 5 LP. 4. 4.1.1 Après la prise d'inventaire des biens du failli (art. 221 LP), l'Office des faillites examine si ceux-ci suffisent à couvrir les frais d'une éventuelle liquidation sommaire au sens de l'art. 231 LP (Vouilloz, op. cit., n. 1 ad art. 230 LP). Selon l'art. 39 al. 1 OAOF, au moment où il examine si le produit des biens inventoriés suffit à couvrir les frais d'une liquidation ordinaire, l'Office doit prendre en considération que seul le surplus éventuel de la réalisation des biens remis en gage servira à couvrir les frais généraux de la faillite (cf. art. 262 LP). Si l'Office estime que ce surplus éventuel, ajouté au produit des biens de l'actif non remis en gage, ne suffira pas à couvrir les frais prévus, il doit proposer au juge de la faillite la liquidation sommaire (art. 231 al. 1 ch. 1 LP) ou la suspension de la faillite (art. 230 LP; cf. Vouilloz, op. cit., n. 8 ad art. 231 LP). Après que le mode de liquidation de la faillite a été déterminé et que l’ouverture de la faillite a été publiée (art.”
Kantonale Polizei und kommunale Organe treten bei Zustellungen und bei der Durchführung einzelner vorgesehener Zwangsmassnahmen als Auxiliaire der Betreibungsorgane auf. Wird dabei eine rechtswidrige Zwangsmassnahme im Rahmen der den Betreibungsbehörden zugewiesenen Aufgaben ausgeführt, kann dies die Haftung des Kantons nach Art. 5 Abs. 1 SchKG auslösen.
“Le chef du département est l'autorité compétente pour lever le secret de fonction (al. 6). 2.4.1. D'après l'art. 64 de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite (LP), les actes de poursuite sont notifiés au débiteur dans sa demeure ou à l'endroit où il exerce habituellement sa profession. S'il est absent, l'acte peut être remis à une personne adulte de son ménage ou à un employé (al. 1). Lorsqu'aucune des personnes mentionnées ne peut être atteinte, l'acte est remis notamment à un agent de la police, à charge de le notifier (art. 64 al. 2 LP). 2.4.2. Les offices cantonaux peuvent requérir l'intervention de la police cantonale pour la mise en œuvre d'un moyen de contrainte dans les cas prévus par la législation fédérale (art. 14A al. 1 de la loi genevoise d'application de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite [LaLP]). Dans l'exécution de leur mission, la police cantonale et les fonctionnaires communaux agissent en qualité d'auxiliaires des offices cantonaux, au sens de l'art. 5 al. 1 LP (art. 14A al. 3 LaLP). Les offices cantonaux et l'autorité de surveillance peuvent contraindre le débiteur ou le failli à se présenter devant eux lorsqu'ils estiment sa présence nécessaire. Ils peuvent le menacer de la peine prévue à l'art. 292 CP (art. 18 al. 1 LaLP). Si le débiteur ou le failli n'obtempère pas malgré une mise en demeure, les offices cantonaux et l'autorité de surveillance peuvent requérir l'assistance de la force publique pour le contraindre à se présenter (art. 18 al. 2 LaLP). 2.4.3. La directive de l'OP relative aux mandats de conduite (DIR_04-02_V1.3), prise en application de l'art. 18 LaLP, contient notamment les points suivants : "Définitions, acronymes et abréviations Avis vert : avis déposé après un passage infructueux du notificateur au domicile du poursuivi l'invitant à contacter l'Office. Avis jaune : avis déposé après un passage infructueux du notificateur au domicile du poursuivi l'informant que s'il ne contacte pas immédiatement l'Office, un mandat de conduite sera lancé à son encontre.”
Bei Fehlern des Postboten als Hilfsperson im Sinne von Art. 5 Abs. 1 SchKG kommt eine Haftung des Kantons nur in Betracht, wenn der Hilfsperson widerrechtliches Handeln vorgeworfen werden kann. Öffentliche Urkunden und Register bringen vollen Beweis, solange ihre Unrichtigkeit nicht nachgewiesen ist; im vorliegenden Entscheid hat die Schweizerische Post die inhaltliche Unrichtigkeit der Betreibungsurkunde nachgewiesen, weshalb die Zustellung des Zahlungsbefehls als nichtig angesehen wurde.
“Das Betreibungsamt erwog in der angefochtenen Verfügung zusammenfassend, bei der Zustellbescheinigung sei seitens des Postboten ein Fehler begangen und folglich Art. 72 Abs. 2 SchKG nicht entsprochen worden. Da der Postbote als Hilfsperson im Sinne von Art. 5 Abs. 1 SchKG agiere, berichtige das Betreibungsamt den fehlerhaften Eintrag von Amtes wegen gemäss Art. 8 Abs. 3 SchKG. Öffentliche Register und Urkunden erbrächten für die durch sie bezeugten Tatsachen vollen Beweis, solange nicht die Unrichtigkeit ihres Inhalts nachgewiesen sei. Vorliegend sei durch die Schweizerische Post nachgewiesen, dass die Betreibungsurkunde inhaltlich falsch sei und infolgedessen die Zustellung des Zahlungsbefehls als nichtig zu betrachten sei. Gewiss sehe Art. 64 Abs. 1 SchKG vor, dass eine Betreibungsurkunde auch an eine im gleichen Haushalt lebende erwachsene Person zugestellt werden könne (sogenannte Ersatzzustellung). Dies sei vorliegend durch die Zustellung an die Ehefrau des Schuldners geschehen. Jedoch ändere dies nichts an der Tatsache, dass die Protokollierung auf dem Zahlungsbefehl fehlerhaft sei. Dadurch sei die Rechtssicherheit nicht gewährleistet. Aus der Abwägung aller bekannten Fakten und der Berücksichtigung, dass jeder Gläubiger ohne nähere Dokumentation jederzeit jemanden betreiben könne, wogegen der (behauptete) Schuldner durch eine einfache Erklärung im Sinne von Art.”
“Das Betreibungsamt erwog in der angefochtenen Verfügung zusammenfassend, bei der Zustellbescheinigung sei seitens des Postboten ein Fehler begangen und folglich Art. 72 Abs. 2 SchKG nicht entsprochen worden. Da der Postbote als Hilfsperson im Sinne von Art. 5 Abs. 1 SchKG agiere, berichtige das Betreibungsamt den fehlerhaften Eintrag von Amtes wegen gemäss Art. 8 Abs. 3 SchKG. Öffentliche Register und Urkunden erbrächten für die durch sie bezeugten Tatsachen vollen Beweis, solange nicht die Unrichtigkeit ihres Inhalts nachgewiesen sei. Vorliegend sei durch die Schweizerische Post nachgewiesen, dass die Betreibungsurkunde inhaltlich falsch sei und infolgedessen die Zustellung des Zahlungsbefehls als nichtig zu betrachten sei. Gewiss sehe Art. 64 Abs. 1 SchKG vor, dass eine Betreibungsurkunde auch an eine im gleichen Haushalt lebende erwachsene Person zugestellt werden könne (sogenannte Ersatzzustellung). Dies sei vorliegend durch die Zustellung an die Ehefrau des Schuldners geschehen. Jedoch ändere dies nichts an der Tatsache, dass die Protokollierung auf dem Zahlungsbefehl fehlerhaft sei. Dadurch sei die Rechtssicherheit nicht gewährleistet. Aus der Abwägung aller bekannten Fakten und der Berücksichtigung, dass jeder Gläubiger ohne nähere Dokumentation jederzeit jemanden betreiben könne, wogegen der (behauptete) Schuldner durch eine einfache Erklärung im Sinne von Art.”
“Das Betreibungsamt erwog in der angefochtenen Verfügung zusammenfassend, bei der Zustellbescheinigung sei seitens des Postboten ein Fehler begangen und folglich Art. 72 Abs. 2 SchKG nicht entsprochen worden. Da der Postbote als Hilfsperson im Sinne von Art. 5 Abs. 1 SchKG agiere, berichtige das Betreibungsamt den fehlerhaften Eintrag von Amtes wegen gemäss Art. 8 Abs. 3 SchKG. Öffentliche Register und Urkunden erbrächten für die durch sie bezeugten Tatsachen vollen Beweis, solange nicht die Unrichtigkeit ihres Inhalts nachgewiesen sei. Vorliegend sei durch die Schweizerische Post nachgewiesen, dass die Betreibungsurkunde inhaltlich falsch sei und infolgedessen die Zustellung des Zahlungsbefehls als nichtig zu betrachten sei. Gewiss sehe Art. 64 Abs. 1 SchKG vor, dass eine Betreibungsurkunde auch an eine im gleichen Haushalt lebende erwachsene Person zugestellt werden könne (sogenannte Ersatzzustellung). Dies sei vorliegend durch die Zustellung an die Ehefrau des Schuldners geschehen. Jedoch ändere dies nichts an der Tatsache, dass die Protokollierung auf dem Zahlungsbefehl fehlerhaft sei. Dadurch sei die Rechtssicherheit nicht gewährleistet. Aus der Abwägung aller bekannten Fakten und der Berücksichtigung, dass jeder Gläubiger ohne nähere Dokumentation jederzeit jemanden betreiben könne, wogegen der (behauptete) Schuldner durch eine einfache Erklärung im Sinne von Art.”
Im Kanton Bern sind Verantwortlichkeitsbegehren nach Art. 5 SchKG nicht Gegenstand der Aufsichtsbeschwerde; über solche Schadenersatzgesuche entscheidet die Direktion für Inneres und Justiz (DIJ).
“100.2022.345U HAT/AEN/SRE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Verwaltungsrechtliche Abteilung Urteil vom 16. August 2024 Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Abteilungspräsidentin Verwaltungsrichter Häberli Gerichtsschreiberin Aellen 1. A.________ 2. B.________ beide wohnhaft … Beschwerdeführende gegen Kanton Bern handelnd durch die Direktion für Inneres und Justiz, Münstergasse 2, Postfach, 3000 Bern 8 Beschwerdegegner betreffend Staatshaftung; Schadenersatz aus Art. 5 SchKG (Verfügung der Direktion für Inneres und Justiz des Kantons Bern vom 11. Oktober 2022; 2022.DIJ.1578) Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.08.2024, Nr. 100.2022.345U, Seite 1 Prozessgeschichte: A. A.________ und B.________ gelangten am 20. Februar 2022 mit einem Staatshaftungsbegehren an den Kanton Bern. Sie machten geltend, eine übermässige Pfändung durch das Betreibungsamt Bern-Mittelland habe zum Verlust ihrer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung geführt. Der Kanton habe sie hierfür entweder mit einer «lebenslänglichen Kostengutsprache» zu entschädigen oder «im Rahmen eines […] bestehenden Gruppenvertrags mit einer Krankenversicherung [ihre] Versicherungsdeckung» wiederherzustellen. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2022 ist die Direktion für Inneres und Justiz des Kantons Bern (DIJ) auf das Gesuch um Ausrichtung von Schadenersatz nicht eingetreten; die DIJ hat zudem festgehalten, dass sie das Gesuch abweisen würde, wenn darauf einzutreten wäre.”
“Der Beschwerdeführer beantragt sodann, das Betreibungsamt sei anzuweisen, gegenüber der Schweizerischen Post Schadenersatz bezüglich der verlorenen Einschreibesendung Nr. ________ geltend zu machen. Auf diesen Antrag ist nicht einzutreten. Die Beurteilung oder Vorbereitung von allfälligen Schadenersatzansprüchen oder einer Entschädigung nach Art. 5 SchKG obliegt nicht der Aufsichtsbehörde. Über solche Begehren hat im Kanton Bern die Direktion für Inneres und Justiz (DIJ) zu entscheiden (Art. 8 EGSchKG i.V.m. Art. 104 des Personalgesetzes [PG; BSG 153.01]). Die betreibungsrechtliche Beschwerde ist nicht dazu da, die Durchführung anderer Verfahren, namentlich Verantwortlichkeitsprozesse nach Art. 5 SchKG, vorzubereiten oder zu erleichtern (BGE 138 III 265 E. 3.2). Aus diesem Grund ist auf das Rechtsbegehren nicht einzutreten.”
“Mit seinen Vorbringen nimmt der Beschwerdeführer keinen Bezug auf die Begründung des angefochtenen Entscheides. Insbesondere blendet er aus, dass er keinen bundesrechtlichen Anspruch auf disziplinarische Massregelung von Angestellten des Betreibungsamtes hat (BGE 91 III 41 E. 6) und ihm in disziplinarrechtlichen Angelegenheiten als Anzeiger keine Parteistellung zukommt (EMMEL, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 12a zu Art. 14, mit Hinw.). Soweit er zudem den Kanton Bern für die Tätigkeit des Betreibungsamtes haftbar machen will (Art. 5 SchKG), sprengt sein Ansinnen den Gegenstand der vorliegenden Beschwerde, welche sich gegen einen Entscheid der Aufsichtsbehörde gemäss Art. 17 SchKG richtet (BGE 110 III 87 E. 1b). Die in diesem Zusammenhang verlangte Umtriebsentschädigung von Fr. 300.-- wird als weitere Forderung bereits im Betreibungsbegehren aufgeführt. Sie war weder vom Betreibungsamt noch von der kantonalen Aufsichtsbehörde auf ihre Berechtigung hin zu überprüfen. Somit bildet sie nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, welches sich einzig auf die Höhe des Kostenvorschusses für die Einleitung einer Betreibung erstreckt. Auf die diesbezüglichen Vorbringen ist nicht einzugehen.”
Für eine Haftung nach Art. 5 SchKG muss dargelegt werden, dass durch das amtliche Handeln ein widerrechtlicher Schaden entstanden ist. Blosse Behauptungen genügen nicht; es ist die konkrete Rechtsverletzung zu begründen.
“Angefochten ist eine Kostenvorschussverfügung in einer Registersache betreffend das Grundbuch und damit eine Zwischenverfügung. Abgesehen davon, dass keine Darlegung der Anfechtungsvoraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG erfolgt, wird auch nicht ansatzweise dargetan, inwiefern mit der Kostenvorschussverfügung Recht verletzt worden sein könnte, denn Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG bezieht sich auf das Beschwerdeverfahren vor der Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibung und Konkurs und ist vorliegend nicht einschlägig. Die weiteren Ausführungen (es handle sich um gefälschte Steuerforderungen, weshalb das Betreibungsamt den fehlerhaften Eintrag gemäss Art. 8 SchKG von Amtes wegen löschen müsse; aufgrund von Art. 5 SchKG hafte der Kanton für den monströsen Schaden und es stehe ihr auch Genugtuung”
Die Haftung nach Art. 5 SchKG ist subsidiär gegenüber dem Primärrechtsschutz. Vor Einleitung einer Verantwortlichkeitsklage sind die im SchKG vorgesehenen Anfechtungs- und Rechtsmittel zu nutzen; wird das vorgesehene Rechtsmittelangebot nicht ausgeschöpft, kann dies die Überprüfbarkeit der beanstandeten Handlung im Staatshaftungsprozess ausschliessen (Einmaligkeit/Vorrang des Primärrechtsschutzes).
“Grundsätzliches zur Staatshaftung Der Kanton haftet für den Schaden, den die Beamten und Angestellten, ihre Hilfs- personen, die ausseramtlichen Konkursverwaltungen, die Sachwalter, die Liquida- toren, die Aufsichts- und Gerichtsbehörden sowie die Polizei bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen das SchKG zuweist, widerrechtlich verursachen (Art. 5 Abs. 1 SchKG). Die Haftung nach Art. 5 SchKG ist subsidiär zum Rechtsschutz, welcher durch die verschiedenen Anfechtungsverfahren des SchKG, aber auch durch die Rechtsmittel gewährleistet wird (BGer 5A_96/2011 vom 27. Juni 2011 E. 3.3.1; BSK SchKG II-GASSER, 3. Aufl. 2021, Art. 5 N 14; KuKo SchKG-LEVANTE, 2. Aufl. 2014, Art. 5 N 8). Da die Staatshaftung subsidiär zum Primärrechtsschutz ist, wären Überlegungen zur Einmaligkeit des Rechtsschutzes grundsätzlich der Prüfung der Haftungsvoraussetzungen vorzuziehen. Dem Aufbau des angefochte- nen Urteils und der Berufungsschrift entsprechend, wird nachfolgend in umge- kehrter Reihenfolge zunächst auf die Widerrechtlichkeit als Haftungsvorausset- zung und danach erst auf den Ausschlussgrund des Primärrechtsschutzes einge- gangen. 6.Widerrechtlichkeit 6.1.Im Staatshaftungsrecht wird auf die privatrechtlichen Haftungsgrundsätze zurückgegriffen. Entsprechend wird die Widerrechtlichkeit im Sinne von Art. 5 SchKG bejaht, wenn ein absolutes Recht des Geschädigten verletzt ist oder wenn – bei einem blossen Vermögensschaden – eine Schutznorm verletzt wurde, die - 9 - Schäden von der Art des eingetretenen verhüten soll (BSK SchKG II-GASSER, a.a.O., Art. 5 N 40). 6.2.Der Kläger vertritt die Auffassung, es genüge eine blosse Gesetzeswidrig- keit oder ein Ermessensmissbrauch. Der Betreibungsbeamte sei kein Organ der Rechtsprechung, bei dem die Literatur die Haftung auf krasse Fehler beschränke. Die Literatur bezeichne deshalb etwa die falsche Rechtsauskunft oder das Unter- lassen der Verwertung nach Wegfall eines (gesetzlichen) Hindernisses als haf- tungsbegründend (act. 34 Rz. 6). Gemäss Art. 144 Abs. 1 und 4 SchKG sei der Betreibungsbeamte verpflichtet, in der Betreibung auf Pfändung die Verteilung vorzunehmen, sobald alle Vermögenswerte verwertet sind. Eine Verwertung habe sich in casu erübrigt, weil die aus der strafrechtlichen Beschlagnahme überwiese- nen Vermögenswerte aus Geld bestanden hätten.”
“Darüber hinaus gelte im Staatshaftungsrecht der allgemeine Rechtsgrund- satz, dass die Rechtmässigkeit formell rechtskräftiger Verfügungen, Entscheidun- - 8 - gen und Urteil nicht mehr in einem Verantwortlichkeitsverfahren überprüft werden könne. Der Kläger habe weder gegen die Verfügung des Betreibungsbeamten vom 23. Oktober 2020 noch gegen die Verfügung vom 3. Dezember 2021 (Zuwar- ten mit Verteilung bis zur rechtskräftigen Erledigung des Kollokationsprozesses) Beschwerde nach Art. 17 SchKG erhoben. Da der Kläger die ihm für die Anfech- tung der angeblich schädigenden Verfügungen offenstehenden Rechtsmittel nicht genutzt habe, könne nach dem Grundsatz der Einmaligkeit des Rechtsschutzes im Rahmen eines Staatshaftungsprozesses nicht mehr überprüft werden, ob die Handlung des Betreibungsbeamten rechtmässig gewesen sei (act. 36 S. 5 ff.). 5.Grundsätzliches zur Staatshaftung Der Kanton haftet für den Schaden, den die Beamten und Angestellten, ihre Hilfs- personen, die ausseramtlichen Konkursverwaltungen, die Sachwalter, die Liquida- toren, die Aufsichts- und Gerichtsbehörden sowie die Polizei bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen das SchKG zuweist, widerrechtlich verursachen (Art. 5 Abs. 1 SchKG). Die Haftung nach Art. 5 SchKG ist subsidiär zum Rechtsschutz, welcher durch die verschiedenen Anfechtungsverfahren des SchKG, aber auch durch die Rechtsmittel gewährleistet wird (BGer 5A_96/2011 vom 27. Juni 2011 E. 3.3.1; BSK SchKG II-GASSER, 3. Aufl. 2021, Art. 5 N 14; KuKo SchKG-LEVANTE, 2. Aufl. 2014, Art. 5 N 8). Da die Staatshaftung subsidiär zum Primärrechtsschutz ist, wären Überlegungen zur Einmaligkeit des Rechtsschutzes grundsätzlich der Prüfung der Haftungsvoraussetzungen vorzuziehen. Dem Aufbau des angefochte- nen Urteils und der Berufungsschrift entsprechend, wird nachfolgend in umge- kehrter Reihenfolge zunächst auf die Widerrechtlichkeit als Haftungsvorausset- zung und danach erst auf den Ausschlussgrund des Primärrechtsschutzes einge- gangen. 6.Widerrechtlichkeit 6.1.Im Staatshaftungsrecht wird auf die privatrechtlichen Haftungsgrundsätze zurückgegriffen. Entsprechend wird die Widerrechtlichkeit im Sinne von Art. 5 SchKG bejaht, wenn ein absolutes Recht des Geschädigten verletzt ist oder wenn – bei einem blossen Vermögensschaden – eine Schutznorm verletzt wurde, die - 9 - Schäden von der Art des eingetretenen verhüten soll (BSK SchKG II-GASSER, a.”
“Oktober 2020 erfahren, dass es an einer Unterde- ckung und damit an den Voraussetzungen für eine Kollokationsklage fehle. Ge- mäss Art. 44 OR rechtfertige eine Einwilligung des Verletzten die Schädigung nicht, sondern erlaube dem Gericht bloss, sie bei den Rechtsfolgen zu berück- sichtigen. Von einer Entschädigung könne nur im Falle eines den Kausalzusam- menhang unterbrechenden Selbstverschuldens abgesehen werden. Der Betrei- - 12 - bungsbeamte habe sich beim Verzicht auf sofortige Verteilung nicht auf das Schreiben vom 7. Oktober 2020, sondernd explizit auf das Begehren der Hilfskon- kursmasse vom 16. Juli 2020 gestützt. Der Rechtsgrundsatz der Einmaligkeit des Rechtsschutzes sei somit nicht erfüllt (act. 34 Rz. 10 ff.). 7.2.Es trifft zu, dass sich der von der Vorinstanz zitierte Bundesgerichtsent- scheid BGE 119 Ib 208 mit dem Verantwortlichkeitsgesetz des Bundes befasst. Das Bundesgericht äusserte sich jedoch in BGer 5A_96/2011 vom 27. Juni 2011 ausdrücklich zum Vorrang des Primärrechtsschutzes im Zusammenhang mit einer Haftung nach Art. 5 SchKG und hielt Folgendes fest: Um seiner Schadensminde- rungspflicht nachzukommen, muss der Geschädigte insbesondere alle Möglich- keiten nutzen, die ihm das SchKG bietet, um rechtswidrige Verfügungen und Massnahmen sowie ungerechtfertigte Unterlassungen und Verzögerungen in Frage zu stellen. Die Verantwortlichkeitsklage nach Art. 5 SchKG ist somit subsi- diär zu den im SchKG vorgesehenen Rechtsmitteln, einschliesslich der kantona- len und eidgenössischen Rechtsmittel (aus dem Französischen übersetzt). 7.3.Damit hat das Bundesgericht den Vorrang des Primärrechtsschutzes aus- drücklich auch im Zusammenhang mit der Haftung nach Art. 5 SchKG bestätigt. Die Ausführungen des Klägers zum Charakter von Schadensminderungs- und Herabsetzungsgründen gehen deshalb an der Sache vorbei. Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass sich der Kläger weder gegen die Verfügung des Be- treibungsamtes vom 23. Oktober 2020 (act. 3/9) noch gegen diejenige vom”
“Der Rechtsgrundsatz der Einmaligkeit des Rechtsschutzes sei somit nicht erfüllt (act. 34 Rz. 10 ff.). 7.2.Es trifft zu, dass sich der von der Vorinstanz zitierte Bundesgerichtsent- scheid BGE 119 Ib 208 mit dem Verantwortlichkeitsgesetz des Bundes befasst. Das Bundesgericht äusserte sich jedoch in BGer 5A_96/2011 vom 27. Juni 2011 ausdrücklich zum Vorrang des Primärrechtsschutzes im Zusammenhang mit einer Haftung nach Art. 5 SchKG und hielt Folgendes fest: Um seiner Schadensminde- rungspflicht nachzukommen, muss der Geschädigte insbesondere alle Möglich- keiten nutzen, die ihm das SchKG bietet, um rechtswidrige Verfügungen und Massnahmen sowie ungerechtfertigte Unterlassungen und Verzögerungen in Frage zu stellen. Die Verantwortlichkeitsklage nach Art. 5 SchKG ist somit subsi- diär zu den im SchKG vorgesehenen Rechtsmitteln, einschliesslich der kantona- len und eidgenössischen Rechtsmittel (aus dem Französischen übersetzt). 7.3.Damit hat das Bundesgericht den Vorrang des Primärrechtsschutzes aus- drücklich auch im Zusammenhang mit der Haftung nach Art. 5 SchKG bestätigt. Die Ausführungen des Klägers zum Charakter von Schadensminderungs- und Herabsetzungsgründen gehen deshalb an der Sache vorbei. Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass sich der Kläger weder gegen die Verfügung des Be- treibungsamtes vom 23. Oktober 2020 (act. 3/9) noch gegen diejenige vom”
Dem Vollzugsbeamten ist unter erheblichem Zeitdruck ein nicht unerhebliches Ermessen bei der Wahl von Sicherungsmassnahmen einzuräumen. Gleichwohl kann nach Art. 5 SchKG Staatshaftung eintreten, wenn objektiv gebotene Sicherungsmassnahmen unterbleiben und dadurch ein Schaden entsteht.
“E. 5.5.2 m.w.H.). Der Betreibungsbeamte steht mithin unter erhebli- chem Zeitdruck und muss innert kürzester Zeit entscheiden, welche mit Arrestbe- schlag belegten Gegenstände wie gesichert werden müssen. Dabei hat er auf- grund der ihm zum Vollzugszeitpunkt zur Verfügung stehenden Kenntnisse und Informationen die unterschiedlichen Interessen gegeneinander abzuwägen. Un- terbleiben objektiv gebotene Sicherungsmassnahmen und erleidet die Gläubigerin einen Schaden, droht eine Staatshaftung (Art. 5 SchKG). Es ist ihm mithin im Rahmen des Vollzuges ein nicht unerhebliches Ermessen über die zu ergreifen- den Sicherungsmassnahmen zuzugestehen. Selbstredend bleibt es ihm im weite- ren Gang möglich, aufgrund neuer Erkenntnisse oder veränderter Umstände die bisherigen Anordnungen in "Revision" zu ziehen und adäquatere Massnahmen anzuordnen. Konkret könnte vorliegend beispielsweise die Programmierung der Torentriegelung geprüft werden, sodass sich das Eingangstor nicht mehr ohne Weiteres öffnen liesse. Aufgrund der sich darstellenden Situation ist jedoch fest- zuhalten, dass die Sicherungsmassnahmen notwendig und verhältnismässig wa- ren bzw. sind.”
“E. 5.5.2 m.w.H.). Der Betreibungsbeamte steht mithin unter erhebli- chem Zeitdruck und muss innert kürzester Zeit entscheiden, welche mit Arrestbe- schlag belegten Gegenstände wie gesichert werden müssen. Dabei hat er auf- grund der ihm zum Vollzugszeitpunkt zur Verfügung stehenden Kenntnisse und Informationen die unterschiedlichen Interessen gegeneinander abzuwägen. Un- terbleiben objektiv gebotene Sicherungsmassnahmen und erleidet die Gläubigerin einen Schaden, droht eine Staatshaftung (Art. 5 SchKG). Es ist ihm mithin im Rahmen des Vollzuges ein nicht unerhebliches Ermessen über die zu ergreifen- den Sicherungsmassnahmen zuzugestehen. Selbstredend bleibt es ihm im weite- ren Gang möglich, aufgrund neuer Erkenntnisse oder veränderter Umstände die bisherigen Anordnungen in "Revision" zu ziehen und adäquatere Massnahmen anzuordnen. Konkret könnte vorliegend beispielsweise die Programmierung der Torentriegelung geprüft werden, sodass sich das Eingangstor nicht mehr ohne Weiteres öffnen liesse. Aufgrund der sich darstellenden Situation ist jedoch fest- zuhalten, dass die Sicherungsmassnahmen notwendig und verhältnismässig wa- ren bzw. sind.”
Bei Delegation an Dritte ist darauf zu achten, dass dieser über die erforderlichen fachlichen Qualifikationen und eine organisationsmässige Leistungsfähigkeit zur Ausführung der Aufgabe verfügt sowie die erforderliche Unparteilichkeit gegenüber den Verfahrensparteien aufweist (keine Interessenkonflikte, keine finanziellen Vereinbarungen mit Parteien). Der Dritte gilt als Hilfsperson, für deren Handeln oder Unterlassen der Kanton verantwortlich ist.
“Le tiers à qui est confiée la gérance légale doit présenter des qualifications professionnelles en la matière et dont l’organisation lui permet d’assumer la tâche qui lui est confiée. Cette exigence n’est pas exprimée dans l’ORFI, mais découle de la responsabilité encourue du fait de la délégation. Par ailleurs, le tiers doit présenter des garanties d’impartialité à l’égard des parties à la procédure. Il ne doit pas exister de conflit d’intérêts entre le tiers et le débiteur ou les créanciers. Par exemple, le tiers ne doit pas être partie à la procédure en sa qualité de débiteur d’une cédule immobilière grevant l’immeuble. Il ne doit pas non plus exister d’accord financier entre les parties à la procédure et le tiers; dans ce contexte, le tiers ne peut pas être locataire de l’immeuble dont la gérance lui est confiée, ou ne peut se prétendre créancier du propriétaire de l’immeuble (cf. Defago Gaudin, L'immeuble dans la LP : indisponibilité et gérance légale, 2006, p. 180, n° 675 ss et références citées). Les art. 16 al. 3, respectivement 94 al. 2 ORFI, énoncent que le gérant légal qui délègue cette tâche à un tiers engage sa responsabilité. Conformément à l’art. 5 LP, cette responsabilité incombe au canton. Cette responsabilité peut être évoquée à un double titre. En premier lieu, elle influence le choix du tiers délégataire. En effet, elle constitue l’obligation pour le gérant légal de confier la tâche à une personne présentant les qualifications et les qualités d’indépendance requises. En second lieu, elle rappelle en tant que de besoin que le tiers délégataire est un auxiliaire dont le canton répond des actes. En deuxième lieu, le tiers engage, par son activité, voire son inaction, la responsabilité du canton (cf. Defago Gaudin, op. cit. p. 184, n° 691 s. et références citées). 2.2.3. En l’espèce, l’Office des faillites de la Broye et du Nord Vaudois a donné pour instruction à l’OFAIL de résilier le mandat de gérance légale conclu avec F.________ SA car il souhaitait que l’OFAIL se charge uniquement de l’encaissement des loyers et que B.________ soit chargé de veiller au bon entretien de l’immeuble et de gérer les éventuels dégâts pouvant survenir sur celui-ci.”
“Le tiers à qui est confiée la gérance légale doit présenter des qualifications professionnelles en la matière et dont l’organisation lui permet d’assumer la tâche qui lui est confiée. Cette exigence n’est pas exprimée dans l’ORFI, mais découle de la responsabilité encourue du fait de la délégation. Par ailleurs, le tiers doit présenter des garanties d’impartialité à l’égard des parties à la procédure. Il ne doit pas exister de conflit d’intérêts entre le tiers et le débiteur ou les créanciers. Par exemple, le tiers ne doit pas être partie à la procédure en sa qualité de débiteur d’une cédule immobilière grevant l’immeuble. Il ne doit pas non plus exister d’accord financier entre les parties à la procédure et le tiers; dans ce contexte, le tiers ne peut pas être locataire de l’immeuble dont la gérance lui est confiée, ou ne peut se prétendre créancier du propriétaire de l’immeuble (cf. Defago Gaudin, L'immeuble dans la LP : indisponibilité et gérance légale, 2006, p. 180, n° 675 ss et références citées). Les art. 16 al. 3, respectivement 94 al. 2 ORFI, énoncent que le gérant légal qui délègue cette tâche à un tiers engage sa responsabilité. Conformément à l’art. 5 LP, cette responsabilité incombe au canton. Cette responsabilité peut être évoquée à un double titre. En premier lieu, elle influence le choix du tiers délégataire. En effet, elle constitue l’obligation pour le gérant légal de confier la tâche à une personne présentant les qualifications et les qualités d’indépendance requises. En second lieu, elle rappelle en tant que de besoin que le tiers délégataire est un auxiliaire dont le canton répond des actes. En deuxième lieu, le tiers engage, par son activité, voire son inaction, la responsabilité du canton (cf. Defago Gaudin, op. cit. p. 184, n° 691 s. et références citées). 2.2.3. En l’espèce, l’Office des faillites de la Broye et du Nord Vaudois a donné pour instruction à l’OFAIL de résilier le mandat de gérance légale conclu avec F.________ SA car il souhaitait que l’OFAIL se charge uniquement de l’encaissement des loyers et que B.________ soit chargé de veiller au bon entretien de l’immeuble et de gérer les éventuels dégâts pouvant survenir sur celui-ci.”
Sind Konkurs- oder Kollokationsprozesskosten bei Einstellung mangels Aktiven ungedeckt, ist deren Deckung aus der Masse grundsätzlich nicht vorgesehen. Die in der Entscheidung zitierten Hinweise lassen jedoch offen, dass der betroffene Gläubiger unter Umständen Staatshaftung nach Art. 5 SchKG geltend machen kann; die Begründetheit einer solchen Haftung wurde im zugrundeliegenden Verfahren nicht entschieden.
“Aufl. 2021, Art. 250 N 79a). Sie fallen unter die vorab zu deckenden Kosten gemäss Art. 262 Abs. 1 SchKG. Das gilt auch, wenn das Kon- kursverfahren mangels Aktiven gemäss Art. 230 SchKG eingestellt wird, also wenn sich nach Eröffnung des Konkurses herausstellt, dass die Konkursmasse voraussichtlich nicht ausreicht, um die Kosten eines summarischen Konkursver- fahrens zu decken (F RANCO LORANDI, Die überschuldete Insolvenzmasse, AJP 2015 S. 923 ff., S. 923). Bestehen im Zeitpunkt der Einstellung des Verfahrens bereits ungedeckt gebliebene Kosten, ist deren Übernahme durch den Staat grundsätzlich nicht vorgesehen, denn den Massagläubigern haftet nur das Mas- savermögen (BSK SchKG I-S TAEHELIN/STOJILJKOVIĆ, 3. Aufl. 2021, Art. 262 N 31; vgl. auch F RANCO LORANDI, Die überschuldete Insolvenzmasse, AJP 2015 S. 923 ff., S. 925 f., S. 927 und S. 929). Zu Recht verweist die Beschwerdeführe- rin aber diesfalls auf eine mögliche Staatshaftung gegenüber dem unbefriedigten Gläubiger gemäss Art. 5 SchKG (vgl. CR LP-JEANDIN/CASONATO, Art. 262 N 9). Ob eine solche Staatshaftung im vorliegenden Fall begründet ist, ist nicht Gegen- stand des Verfahrens, weshalb auch nicht weiter darauf einzugehen ist. Jeden- falls besteht aber grundsätzlich die Möglichkeit, dass die Beschwerdeführerin für ihre im Kollokationsprozess entstandenen Kosten durch den Staat entschädigt - 8 - werden könnte, weshalb entgegen der Ansicht der Vorinstanz von Bedeutung ist, ob der Beschwerdeführerin die ihr zustehenden Prozesskosten unter dem Titel der Deckung der Verfahrenskosten oder der Aushändigung des Verwertungserlö- ses zukommen, weshalb von einem schützenswerten Interesse der Beschwerde- führerin an der vorliegenden Beschwerde auszugehen und auf diese einzutreten ist.”
“Aufl. 2021, Art. 250 N 79a). Sie fallen unter die vorab zu deckenden Kosten gemäss Art. 262 Abs. 1 SchKG. Das gilt auch, wenn das Kon- kursverfahren mangels Aktiven gemäss Art. 230 SchKG eingestellt wird, also wenn sich nach Eröffnung des Konkurses herausstellt, dass die Konkursmasse voraussichtlich nicht ausreicht, um die Kosten eines summarischen Konkursver- fahrens zu decken (F RANCO LORANDI, Die überschuldete Insolvenzmasse, AJP 2015 S. 923 ff., S. 923). Bestehen im Zeitpunkt der Einstellung des Verfahrens bereits ungedeckt gebliebene Kosten, ist deren Übernahme durch den Staat grundsätzlich nicht vorgesehen, denn den Massagläubigern haftet nur das Mas- savermögen (BSK SchKG I-S TAEHELIN/STOJILJKOVIĆ, 3. Aufl. 2021, Art. 262 N 31; vgl. auch F RANCO LORANDI, Die überschuldete Insolvenzmasse, AJP 2015 S. 923 ff., S. 925 f., S. 927 und S. 929). Zu Recht verweist die Beschwerdeführe- rin aber diesfalls auf eine mögliche Staatshaftung gegenüber dem unbefriedigten Gläubiger gemäss Art. 5 SchKG (vgl. CR LP-JEANDIN/CASONATO, Art. 262 N 9). Ob eine solche Staatshaftung im vorliegenden Fall begründet ist, ist nicht Gegen- stand des Verfahrens, weshalb auch nicht weiter darauf einzugehen ist. Jeden- falls besteht aber grundsätzlich die Möglichkeit, dass die Beschwerdeführerin für ihre im Kollokationsprozess entstandenen Kosten durch den Staat entschädigt - 8 - werden könnte, weshalb entgegen der Ansicht der Vorinstanz von Bedeutung ist, ob der Beschwerdeführerin die ihr zustehenden Prozesskosten unter dem Titel der Deckung der Verfahrenskosten oder der Aushändigung des Verwertungserlö- ses zukommen, weshalb von einem schützenswerten Interesse der Beschwerde- führerin an der vorliegenden Beschwerde auszugehen und auf diese einzutreten ist.”
Unterlassene oder mangelhafte Abklärungen zur Echtheit von eingereichten Belegen (z. B. fehlende Originale oder fehlende Zustimmung Dritter) konnten unter den in der Rechtsprechung beschriebenen Umständen eine Staatshaftung nach Art. 5 Abs. 1 SchKG begründen, sofern Kausalität und Schaden gegeben sind.
“Dass die dem Betreibungsamt zugesandten Unterlagen alle mit einer elektronischen Unterschrift versehen gewesen wären, behauptet der Beschwerdeführer nicht und ist auch nicht ersichtlich. Selbst wenn das Gesetz Glaubhaftmachung genügen lässt, muss sich der Betreibungsbeamte über die Echtheit der ihm unterbreiteten Belege Gewissheit verschaffen, was er in erster Linie tun kann, wenn ihm Originale und original unterzeichnete bzw. mit einer zugelassenen elektronischen Unterschrift versehene Dokumente zur Verfügung stehen. Es bestand also Abklärungsbedarf. Ferner lauteten die angeblich am 2. Dezember 2022 dem Betreibungsamt eingereichten, aber nur als Beilage zur kantonalen Beschwerde in den Akten liegenden Bankauszüge nicht allein auf den Namen von E.________, sondern auch auf seine Ehefrau, was von Amtes wegen festgestellt werden kann (Art. 105 Abs. 2 BGG). Von dieser lag dem Betreibungsamt keine Zustimmungserklärung vor, weshalb auch diesbezüglich weitere Abklärungen erforderlich gewesen wären. Die Nichtbeachtung dieser elementarsten Sorgfaltspflichten hätte eine Staatshaftung (Art. 5 Abs. 1 SchKG) nach sich ziehen können. Unter den gegebenen Verhältnissen war der Betreibungsbeamte von vornherein nicht in der Lage, das Gesuch des Beschwerdeführers so rechtzeitig vor dem Steigerungstermin nach den Regeln der Kunst zu prüfen, dass er die Höhe und die Verfalltermine der Abschlagszahlungen festlegen konnte und dem Beschwerdeführer Zeit blieb, dem Betreibungsamt vor der ordentlich angekündigten öffentlichen Versteigerung die erste Abzahlungsrate und die Kosten zu überweisen. Insofern hat der Betreibungsbeamte die Lage zutreffend eingeschätzt. Anstatt von vornherein nicht auf das Abzahlungsgesuch einzugehen, was ihm unter den gegebenen Zeitverhältnissen nicht hätte vorgeworfen werden können, hat er dem Beschwerdeführer in seiner E-Mail vom 2. Dezember 2022,”
“Dass die dem Betreibungsamt zugesandten Unterlagen alle mit einer elektronischen Unterschrift versehen gewesen wären, behauptet der Beschwerdeführer nicht und ist auch nicht ersichtlich. Selbst wenn das Gesetz Glaubhaftmachung genügen lässt, muss sich der Betreibungsbeamte über die Echtheit der ihm unterbreiteten Belege Gewissheit verschaffen, was er in erster Linie tun kann, wenn ihm Originale und original unterzeichnete bzw. mit einer zugelassenen elektronischen Unterschrift versehene Dokumente zur Verfügung stehen. Es bestand also Abklärungsbedarf. Ferner lauteten die angeblich am 2. Dezember 2022 dem Betreibungsamt eingereichten, aber nur als Beilage zur kantonalen Beschwerde in den Akten liegenden Bankauszüge nicht allein auf den Namen von E.________, sondern auch auf seine Ehefrau, was von Amtes wegen festgestellt werden kann (Art. 105 Abs. 2 BGG). Von dieser lag dem Betreibungsamt keine Zustimmungserklärung vor, weshalb auch diesbezüglich weitere Abklärungen erforderlich gewesen wären. Die Nichtbeachtung dieser elementarsten Sorgfaltspflichten hätte eine Staatshaftung (Art. 5 Abs. 1 SchKG) nach sich ziehen können. Unter den gegebenen Verhältnissen war der Betreibungsbeamte von vornherein nicht in der Lage, das Gesuch des Beschwerdeführers so rechtzeitig vor dem Steigerungstermin nach den Regeln der Kunst zu prüfen, dass er die Höhe und die Verfalltermine der Abschlagszahlungen festlegen konnte und dem Beschwerdeführer Zeit blieb, dem Betreibungsamt vor der ordentlich angekündigten öffentlichen Versteigerung die erste Abzahlungsrate und die Kosten zu überweisen. Insofern hat der Betreibungsbeamte die Lage zutreffend eingeschätzt. Anstatt von vornherein nicht auf das Abzahlungsgesuch einzugehen, was ihm unter den gegebenen Zeitverhältnissen nicht hätte vorgeworfen werden können, hat er dem Beschwerdeführer in seiner E-Mail vom 2. Dezember 2022,”
Art. 5 Abs. 2 SchKG ist Ausdruck der bundesrechtlich geregelten primären und exklusiven Kausalhaftung des Kantons für die Zwangsvollstreckungsorgane; die Rechtsprechung und die Lehre bestätigen, dass die Haftung des Gemeinwesens für widerrechtliche Schäden der Organe des SchKG vorrangig und ausschliesslich geregelt ist.
“Gemäss Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) haftet der Kanton für den Schaden, den die Beamten und Angestellten sowie ihre Hilfspersonen bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen das SchKG zuweist, widerrechtlich verursachen. Dabei handelt es sich um eine – ausschliesslich auf Bundesrecht beruhende und dem kantonalen Staatshaftungsrecht vorgehende – öffentlich-rechtliche, primäre und exklusive Kausalhaftung des Kantons (vgl. Art. 5 Abs. 2 SchKG; weiterführend BGE 126 III 431 E. 1b; VGE 2011/232 vom”
“Nach Art. 5 Abs. 1 SchKG haftet der Kanton für den Schaden, den die Beamten und Angestellten, ihre Hilfspersonen, die ausseramtlichen Konkursverwaltungen, die Sachwalter, die Liquidatoren, die Aufsichts- und Gerichtsbehörden sowie die Polizei bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen dieses Gesetz zuweist, widerrechtlich verursachen. Der Geschädigte hat gegenüber dem Fehlbaren keinen Anspruch (Art. 5 Abs. 2 SchKG). Damit statuiert das Gesetz den Grundsatz der primären und exklusiven Haftung des Kantons für seine Zwangsvollstreckungsorgane und etabliert eine bundesweit einheitliche, umfassende materiell-rechtliche Haftungsordnung im Aussenverhältnis (Dominik Gasser, in: Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl., Basel 2021, Art. 5 Rz. 7; Fabiana Theus Simoni, in: Fischer/Luterbacher [Hrsg.], Haftpflichtkommentar, Zürich 2016, Art. 5 SchKG Rz. 1). Für die Staatshaftung wird vorausgesetzt, dass die Zwangsvollstreckungsorgane bei der Erfüllung der ihnen zugewiesen Aufgaben ein widerrechtliches Verhalten (Handlung oder Unterlassung) an den Tag legen, das zu einem Schaden führt, welcher in einem Kausalzusammenhang mit diesem Verhalten steht. Die Haftungsfolge - Schadenersatz und/oder Genugtuung - tritt ein, wenn diese Tatbestandselemente kumulativ erfüllt sind. Nicht vorausgesetzt ist ein Verschulden des Haftpflichtigen, denn die Haftung des Gemeinwesens ist als verschuldensunabhängige Kausalhaftung ausgestaltet.”
Nutzen Sie die aktuelle Seite als Kontext für Recherche, Zusammenfassungen, Vergleiche und Entwürfe.