12 commentaries
Bei der Vernehmung mehrerer Personen ist stets die getrennte Vernehmung zu gewährleisten, wobei das Teilnahmerecht der Angeklagten grundsätzlich auch für die Einvernahme von Mitangeklagten gilt.
“1 CPP consacre le principe général de l’administration des preuves durant l’instruction et la procédure principale en présence des parties, et prévoit que ces dernières ont le droit d’assister à l’administration des preuves par le ministère public et les tribunaux et de poser des questions aux comparants. Avant l'ouverture d'une instruction, le droit de participer à l'administration des preuves ne s'applique en principe pas (art. 147 al. 1 CPP a contrario), et ce y compris en cas d'investigations policières diligentées à titre de complément d'enquête requis par le ministère public en vertu de l'art. 309 al. 2 CPP. Le droit de participer et de collaborer aux actes de procédure découle du droit d’être entendu (art. 107 al. 1er let. b CPP). Il convient en outre de distinguer l’audition en mode contradictoire de plusieurs personnes (art. 146 al. 2 CPP) du droit de participer à l’audition d’un seul comparant et de pouvoir lui poser des questions complémentaires (art. 147 al. 1 CPP en comparaison avec l’art. 146 al. 1 CPP). Le droit des personnes accusées de participer à l'administration des preuves vaut en principe aussi pour l’audition des coaccusés. L’administration des preuves ne sert pas uniquement à respecter le droit d’être entendu des parties, mais surtout à la recherche de la vérité dans le cadre de la procédure pénale. D’une part, la loi prévoit des exceptions à l’administration des preuves en présence des parties (cf. les art. 101 al. 1, 108, 146 al. 4 et 149 al. 2 let. b CPP en comparaison avec l’art. 107 al. 1 let. b CPP). D’autre part, une violation de l’art. 147 al. 1 CPP n’interdit pas l’exploitation des preuves à la charge de toutes les parties, mais seulement à la charge de celle qui n’était pas présente lors de l’administration des preuves (art. 147 al. 4 CPP; ATF 139 IV 25 consid. 4.2 et 5 et les références citées et arrêt TF 6B_1385/2019 du 27 février 2020 consid. 1.1). Lors de l’interprétation du CPP, une cohérence doit être garantie entre les dispositions concernant la consultation du dossier et celles relatives à la participation à l’administration des preuves, leur contenu présentant un lien de connexité.”
Die konfrontative Einvernahme darf die Rechte der Opfer nach Art. 117 StPO nicht einschränken.
“Dies ist nicht Aufgabe des Zwangsmassnahmengerichts. Dieses hätte nur einzuschreiten, wenn die Verletzung von Verfahrensvorschriften dazu führen würde, dass der dringende Tatverdacht zu verneinen wäre. Dass dem vorliegend nicht so ist, hat der vom Ausstandsgesuch betroffene Richter zutreffend festgestellt. Tatsache ist, dass im Rahmen der Befragung von B____ vom 9. August 2024, bei welchem die Verteidigung (direkt) und der Gesuchsteller (via Videozuschaltung) teilgenommen haben und der Verteidiger immerhin 23 Ergänzungsfragen stellen konnte, einerseits gemäss den Regeln der Strafprozessordnung vorgegangen wurde und B____ andererseits ihre Anschuldigung, die sexuellen Handlungen seien gegen ihren Willen erfolgt, nicht zurückgenommen hat. An dieser Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass die Befragung vom 9. August 2024 bis zur Beendigung und inklusive eines kurzen Unterbruchs über fünf Stunden gedauert hat. Von einer grundlosen Beendigung ist folglich nicht auszugehen, zumal auch im Rahmen einer «konfrontativen Einvernahme» gemäss Art. 146 Abs. 2 StPO die besonderen Opferrechte i.S.v. Art. 117 StPO explizit vorbehalten bleiben.”
Art. 146 StPO wird in der Praxis überwiegend als Ordnungsvorschrift verstanden; eine Verletzung zieht nicht automatisch die Unverwertbarkeit der Beweismittel nach sich.
“Verwertbarkeit Der Beschuldigte beanstandet, dass er von der Staatsanwaltschaft nie allein be- fragt worden sei, sondern direkt zu einer Konfrontationseinvernahme vorgeladen worden sei. Er sieht darin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (act. H.3 S. 2 f.). Entgegen der Ansicht des Beschuldigten beinhaltet Art. 146 StPO kein Recht auf eine Einzeleinvernahme durch die Staatsanwaltschaft. Art. 146 Abs. 1 StPO sieht zwar vor, dass Personen grundsätzlich getrennt einvernommen werden. Sinn und Zweck dieser Bestimmung ist die ungestörte Wahrheitsfindung, insbesondere die Verhinderung von gegenseitigen Beeinflussungen bzw. Kollusion (BGE 139 IV 25 E. 4.1). Inwiefern die Wahrheitsfindung vorliegend vereitelt sein sollte, weil der Beschuldigte nicht zur Einzelbefragung vorgeladen wurde, erschliesst sich nicht. Bei Art. 146 Abs. 1 StPO handelt es sich gemäss herrschender Lehre um eine reine Ordnungsvorschrift (bei der vom Verteidiger zitierten Lehrmeinung handelt es sich um eine Mindermeinung). Die Verletzung einer solchen bei der Beweiser- hebung führt nicht zur Unverwertbarkeit des Beweises (Art. 141 Abs. 3 StPO). Weiter gibt Art. 146 Abs. 2 StPO der Strafbehörde explizit die Möglichkeit, ver- schiedene Personen einander gegenüberzustellen, d.h. gleichzeitig mehrere Per- sonen zu befragen. Wenn die Staatsanwaltschaft davon Gebrauch macht, kann von vornherein keine rechtswidrige Fallführung vorliegen.”
Die konfrontative Gegenüberstellung (Art. 146 Abs. 2 StPO) kann durchgeführt werden; die gleichzeitige Konfrontation ist nicht per se rechtswidrig und ihre Verwertbarkeit bleibt auch bei unterlassenen Einzeleinvernahmen grundsätzlich erhalten.
“Verwertbarkeit Der Beschuldigte beanstandet, dass er von der Staatsanwaltschaft nie allein be- fragt worden sei, sondern direkt zu einer Konfrontationseinvernahme vorgeladen worden sei. Er sieht darin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (act. H.3 S. 2 f.). Entgegen der Ansicht des Beschuldigten beinhaltet Art. 146 StPO kein Recht auf eine Einzeleinvernahme durch die Staatsanwaltschaft. Art. 146 Abs. 1 StPO sieht zwar vor, dass Personen grundsätzlich getrennt einvernommen werden. Sinn und Zweck dieser Bestimmung ist die ungestörte Wahrheitsfindung, insbesondere die Verhinderung von gegenseitigen Beeinflussungen bzw. Kollusion (BGE 139 IV 25 E. 4.1). Inwiefern die Wahrheitsfindung vorliegend vereitelt sein sollte, weil der Beschuldigte nicht zur Einzelbefragung vorgeladen wurde, erschliesst sich nicht. Bei Art. 146 Abs. 1 StPO handelt es sich gemäss herrschender Lehre um eine reine Ordnungsvorschrift (bei der vom Verteidiger zitierten Lehrmeinung handelt es sich um eine Mindermeinung). Die Verletzung einer solchen bei der Beweiser- hebung führt nicht zur Unverwertbarkeit des Beweises (Art. 141 Abs. 3 StPO). Weiter gibt Art. 146 Abs. 2 StPO der Strafbehörde explizit die Möglichkeit, ver- schiedene Personen einander gegenüberzustellen, d.h. gleichzeitig mehrere Per- sonen zu befragen. Wenn die Staatsanwaltschaft davon Gebrauch macht, kann von vornherein keine rechtswidrige Fallführung vorliegen. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs gibt dem Beschuldigten das Recht, sich zu äussern. Darauf hat der Beschuldigte verzichtet, indem er nicht an der Konfronteinvernahme teilnahm und auch keinen Antrag auf Wiederholung stellte. Hinzu kommt, dass der Be- schuldigte und der Privatkläger von der Polizei separat einvernommen worden sind. Der Staatsanwaltschaft kann im Ergebnis kein Verfahrensfehler vorgeworfen werden.”
“Das Bundesgericht hatte sich in BGE 139 IV 25 zudem mit der Frage einer möglichen Beschränkung des nach Art. 147 Abs. 1 StPO gewährten Teilnahme- und Fragerechts bei mehreren Mitbeschuldigten und der in diesem Zusammenhang von Strafverfolgungsbehörden und einem Teil der Lehre geäusserten Kritik, die ge- setzliche Regelung von Art. 147 StPO könne in Kollektivfällen zu Effizienzverlusten der Strafuntersuchung und zu gewissen prozessualen Ungleichbehandlungen von Mitbeschuldigten führen, zu befassen. Es stellte klar, dass das Teilnahme- und Fra- gerecht nach Art. 147 Abs. 1 StPO von der Gegenüberstellung im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StPO als Ausnahme vom Grundsatz der getrennten Einvernahmen zu unterscheiden ist. Die beschuldigte Person kann als Partei im gegen sie geführ- ten Strafverfahren gestützt auf Art. 147 Abs. 1 StPO grundsätzlich an sämtlichen Beweiserhebungen teilnehmen. Das Teilnahme- und Fragerecht gilt auch für Ein- vernahmen von im gleichen Verfahren mitbeschuldigten Personen und wird nicht - 12 - durch Art. 146 StPO betreffend getrennte Einvernahmen und Gegenüberstellung eingeschränkt. Das Bundesgericht hat die im Leitentscheid 139 IV 25 aufgestellten Grundsätze mehrmals bestätigt (BGE 143 IV 457 E. 1.6.1, 397 E. 3.3.2; 141 IV 220 E. 4.3; 140 IV 172 E. 1.2.1).”
Das Teilnahme- und Fragerecht erstreckt sich auch auf Mitbeschuldigte/Coangeklagte (Mitwirkung, Teilnahme- und Fragerecht) und schränkt die in Art. 146 Abs. 2 vorgesehene Gegenüberstellung nicht ein; Mitbeschuldigte können in der gegenseitigen Runde unmittelbar ergänzende/Ergänzungsfragen stellen.
“On ne saurait cependant interpréter sa conclusion en constatation d’une violation du principe de célérité comme constituant un tel recours puisque, outre le fait qu’il ne ressort nulle part du mémoire du recourant que telle était bien sa volonté (ni dans la page de titre, ni dans les préliminaires, ni dans les conclusions), il n’a surtout pas clairement déterminé l’acte qu’il reproche au Ministère public de ne pas avoir entrepris, ni conclu à ce que cet acte omis soit exécuté dans un certain délai. Même si le recourant avait interjeté formellement un recours pour retard injustifié, celui-ci aurait ainsi été irrecevable pour ces raisons. De surcroît, même s’il ressort de la motivation du recours que le recourant se plaint de l’absence de mise en œuvre, encore aujourd’hui, d’une audition de confrontation entre le recourant, C.________ et B.________, la Chambre relève que, puisque les parties n’ont pas de droit à ce qu’une telle audience soit mise en œuvre – la question relevant du pouvoir d’appréciation du magistrat (cf. art. 146 al. 2 CPP et BSK CPP-Häring, 3e éd. 2023, art. 146 n. 3 et 14 et les références citées) –, on ne saurait valablement reprocher au Ministère public de ne pas l’avoir organisée. Finalement, en tant que le recourant voit une violation du principe de célérité dans le fait que les procédures suisse et française menées contre lui n’ont pas été jointes, on renvoie aux considérations ci-après (cf. infra consid. 2). 1.4. La Chambre, qui dispose d’une entière cognition (art. 393 al. 2 CPP), statue sans débats (art. 397 al. 1 CPP). Les novas sont recevables (ATF 141 IV 396 consid. 4.4.). 2. Dans un premier temps, le recourant conteste la décision en tant qu’elle prononce implicitement, selon lui, une disjonction, voire un refus de jonction, des procédures pénales suisse et française menées à son encontre. Il requiert la jonction de ces deux procédures. 2.1. Dans la décision attaquée, le Ministère public a considéré ce qui suit à ce sujet (cf. décision attaquée p. 1 s.) : « Deuxièmement, contrairement à ce que vous alléguez, deux procédures séparées et distinctes sont bien menées en parallèle : l’une par le Ministère public fribourgeois et l’autre la Juge d’instruction du Tribunal Judiciaire de L.”
“Les preuves administrées en violation de cette disposition ne sont pas exploitables à la charge de la partie qui n'était pas présente (al. 4). L’art. 147 al. 1 CPP consacre le principe général de l’administration des preuves durant l’instruction et la procédure principale en présence des parties, et prévoit que ces dernières ont le droit d’assister à l’administration des preuves par le ministère public et les tribunaux et de poser des questions aux comparants. Avant l'ouverture d'une instruction, le droit de participer à l'administration des preuves ne s'applique en principe pas (art. 147 al. 1 CPP a contrario), et ce y compris en cas d'investigations policières diligentées à titre de complément d'enquête requis par le ministère public en vertu de l'art. 309 al. 2 CPP. Le droit de participer et de collaborer aux actes de procédure découle du droit d’être entendu (art. 107 al. 1er let. b CPP). Il convient en outre de distinguer l’audition en mode contradictoire de plusieurs personnes (art. 146 al. 2 CPP) du droit de participer à l’audition d’un seul comparant et de pouvoir lui poser des questions complémentaires (art. 147 al. 1 CPP en comparaison avec l’art. 146 al. 1 CPP). Le droit des personnes accusées de participer à l'administration des preuves vaut en principe aussi pour l’audition des coaccusés. L’administration des preuves ne sert pas uniquement à respecter le droit d’être entendu des parties, mais surtout à la recherche de la vérité dans le cadre de la procédure pénale. D’une part, la loi prévoit des exceptions à l’administration des preuves en présence des parties (cf. les art. 101 al. 1, 108, 146 al. 4 et 149 al. 2 let. b CPP en comparaison avec l’art. 107 al. 1 let. b CPP). D’autre part, une violation de l’art. 147 al. 1 CPP n’interdit pas l’exploitation des preuves à la charge de toutes les parties, mais seulement à la charge de celle qui n’était pas présente lors de l’administration des preuves (art. 147 al. 4 CPP; ATF 139 IV 25 consid. 4.2 et 5 et les références citées et arrêt TF 6B_1385/2019 du 27 février 2020 consid.”
“Das Bundesgericht hatte sich in BGE 139 IV 25 zudem mit der Frage einer möglichen Beschränkung des nach Art. 147 Abs. 1 StPO gewährten Teilnahme- und Fragerechts bei mehreren Mitbeschuldigten und der in diesem Zusammenhang von Strafverfolgungsbehörden und einem Teil der Lehre geäusserten Kritik, die ge- setzliche Regelung von Art. 147 StPO könne in Kollektivfällen zu Effizienzverlusten der Strafuntersuchung und zu gewissen prozessualen Ungleichbehandlungen von Mitbeschuldigten führen, zu befassen. Es stellte klar, dass das Teilnahme- und Fra- gerecht nach Art. 147 Abs. 1 StPO von der Gegenüberstellung im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StPO als Ausnahme vom Grundsatz der getrennten Einvernahmen zu unterscheiden ist. Die beschuldigte Person kann als Partei im gegen sie geführ- ten Strafverfahren gestützt auf Art. 147 Abs. 1 StPO grundsätzlich an sämtlichen Beweiserhebungen teilnehmen. Das Teilnahme- und Fragerecht gilt auch für Ein- vernahmen von im gleichen Verfahren mitbeschuldigten Personen und wird nicht - 12 - durch Art. 146 StPO betreffend getrennte Einvernahmen und Gegenüberstellung eingeschränkt. Das Bundesgericht hat die im Leitentscheid 139 IV 25 aufgestellten Grundsätze mehrmals bestätigt (BGE 143 IV 457 E. 1.6.1, 397 E. 3.3.2; 141 IV 220 E. 4.3; 140 IV 172 E. 1.2.1).”
Bei geplanten Konfrontationen kann der Zugang zu den Dossiers bis zur tatsächlichen Gegenüberstellung verweigert bzw. verzögert werden; besonders bei mehrtägigen, kantonsübergreifenden Ermittlungen rechtfertigt eine bevorstehende Konfrontation oft einen verzögerten Aktenzugang.
“En effet, même s’il est vrai que de nombreux actes d’enquête ont déjà été effectués, l’instruction pénale porte sur de multiples cambriolages qui auraient été commis dans plusieurs cantons, dans lesquels le recourant nie toute implication. Il n’est ainsi pas exclu que l’audition de confrontation envisagée par le Ministère public rende nécessaire l’administration d’autres moyens de preuve, ou que d’autres cambriolages à imputer au recourant et à ses coprévenus soient découverts ultérieurement. La Chambre relève par ailleurs que le Ministère public a indiqué qu’une procédure de fixation de for serait prochainement mise en œuvre (si elle ne l’a pas déjà été); on peine ainsi à imaginer que l’instruction pénale soit sur le point d’être close. Le recourant se trompe également lorsqu’il soutient que la mise en place d’une audition de confrontation représente en règle générale l’une des dernières mesures d’instruction à mettre en place. Il suffit à ce sujet de relever que cette argumentation n’a aucun ancrage légal (cf. not. art. 146 CPP) et que le recourant ne prétend pas le contraire, puisqu’il ne cite aucune disposition légale ni aucune jurisprudence allant dans son sens. En outre, le fait que les coprévenus du recourant ont été entendus par la Police pour la deuxième fois les 20 et 21 août 2024 ne change rien au risque de collusion existant, le recourant n’ayant précisément pas encore été confronté à leurs déclarations. Finalement, on relèvera que l’accès au dossier a également été requis par les coprévenus du recourant et refusé. Le Ministère public a ainsi à juste titre refusé l’accès au dossier au recourant jusqu’à la mise en œuvre de l’audition de confrontation entre lui et ses coprévenus, étant précisé que l’autorité intimée a garanti un tel accès après cette audition. Cette audition revêtant une importance sans doute décisive, elle suffit à justifier un refus de consultation du dossier, sans que l’autorité intimée n’ait besoin d’exposer d’autres moyens de preuve à effectuer. Rien n’indique en outre que le Ministère public ait tardé ou tarde encore à organiser une telle audition, ce que le recourant ne prétend d’ailleurs pas en soi, afin d’éviter un accès au dossier.”
Fotokonfrontationen müssen formell nach Art. 146 StPO durchgeführt werden; andernfalls kann die Identifikation allenfalls nicht verwertbar sein. Zudem besteht nach Eröffnung der Untersuchung für die bestellte Verteidigung und für unverteidigte Beschuldigte ein Teilnahme- und Fragerecht bei Fotokonfrontationen.
“Gemäss Abs. 2 von Art. 146 StPO, welcher unter dem Titel "Einvernahmen mehrerer Personen und Gegenüberstellungen" steht, können die Strafbehörden Personen einander gegenüberstellen. Bei der Foto (wahl) konfrontation handelt es sich um einen Unterfall einer Identifizierungsgegenüberstellung, welche wiederum eine Sonderform von Einvernahme und Augenschein darstellt. Dabei werden dem Zeugen Fotos von Personen vorgelegt, und dieser soll sich dazu äussern, ob er den mutmasslichen Täter auf einem der Fotos wiedererkennt. Der gesamte Vorgang ist zu protokollieren und die zur Identifikation unterbreiteten Fotos sind zu den Akten zu nehmen. Da es sich um eine Beweisabnahme handelt, ist nach eröffneter Untersuchung der bereits bestellten Verteidigung ein Teilnahmerecht an der Foto (wahl) konfrontation einzuräumen. Gleiches muss zumindest auch für die (noch) unverteidigte beschuldigte Person gelten, will diese ihr Teilnahmerecht - einschliesslich Fragerecht - wahrnehmen und ausüben, geht es beim Teilnahmerecht doch gerade darum, theoretisch durch "mitwirkende Teilnahme" Einfluss auf die Beweiserhebung und schliesslich auch auf das Ergebnis nehmen zu können.”
“August 2020, am Tag seiner Auslieferung aus Österreich, bestellt worden, obwohl den Strafverfolgungsbehörden sein Aufenthaltsort (Haft in Österreich) spätestens am 22. Januar 2019 bekannt gewesen sei. Spätestens bei der zweiten Einvernahme des Beschwerdegegners am 28. Mai 2019, bei der auch eine Fotokonfrontation durchgeführt und der Beschwerdegegner gefragt worden sei, wer ihn geschlagen und gestochen habe, hätte er (der Beschwerdeführer) notwendig verteidigt sein müssen, und ihm hätten seine Teilnahmerechte gewährt werden müssen. Die Durchführung der Einvernahme des Beschwerdegegners vom 28. Mai 2019 ohne Bestellung und Beizug einer Verteidigung verletze Art. 130 sowie Art. 146 Abs. 2 i.V.m. Art. 147 StPO und sei nicht verwertbar. Obwohl er die entsprechende Verwertungsproblematik der Vorinstanz als Vorfrage unterbreitet habe, habe diese darüber nicht im Vorfeld des Beweisverfahrens entschieden und schliesslich die Fotokonfrontation vom 28. Mai 2019 und die persönliche Gegenüberstellung vom 27. April 2021 relevant in die Beweiswürdigung einfliessen lassen. Ferner entspreche die Fotokonfrontation nicht den formellen Vorgaben von Art. 146 StPO, womit die Identifikation fehlerhaft durchgeführt worden sei.”
Art. 146 Abs. 1 StPO gilt überwiegend als reine Ordnungsvorschrift; eine Verletzung führt nicht automatisch zur Unverwertbarkeit von Beweismitteln, sodass die Beweise grundsätzlich verwertbar bleiben (Verletzungen sind regelmäßig rein formell).
“Verwertbarkeit Der Beschuldigte beanstandet, dass er von der Staatsanwaltschaft nie allein be- fragt worden sei, sondern direkt zu einer Konfrontationseinvernahme vorgeladen worden sei. Er sieht darin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (act. H.3 S. 2 f.). Entgegen der Ansicht des Beschuldigten beinhaltet Art. 146 StPO kein Recht auf eine Einzeleinvernahme durch die Staatsanwaltschaft. Art. 146 Abs. 1 StPO sieht zwar vor, dass Personen grundsätzlich getrennt einvernommen werden. Sinn und Zweck dieser Bestimmung ist die ungestörte Wahrheitsfindung, insbesondere die Verhinderung von gegenseitigen Beeinflussungen bzw. Kollusion (BGE 139 IV 25 E. 4.1). Inwiefern die Wahrheitsfindung vorliegend vereitelt sein sollte, weil der Beschuldigte nicht zur Einzelbefragung vorgeladen wurde, erschliesst sich nicht. Bei Art. 146 Abs. 1 StPO handelt es sich gemäss herrschender Lehre um eine reine Ordnungsvorschrift (bei der vom Verteidiger zitierten Lehrmeinung handelt es sich um eine Mindermeinung). Die Verletzung einer solchen bei der Beweiser- hebung führt nicht zur Unverwertbarkeit des Beweises (Art. 141 Abs. 3 StPO). Weiter gibt Art. 146 Abs. 2 StPO der Strafbehörde explizit die Möglichkeit, ver- schiedene Personen einander gegenüberzustellen, d.h. gleichzeitig mehrere Per- sonen zu befragen. Wenn die Staatsanwaltschaft davon Gebrauch macht, kann von vornherein keine rechtswidrige Fallführung vorliegen. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs gibt dem Beschuldigten das Recht, sich zu äussern. Darauf hat der Beschuldigte verzichtet, indem er nicht an der Konfronteinvernahme teilnahm und auch keinen Antrag auf Wiederholung stellte. Hinzu kommt, dass der Be- schuldigte und der Privatkläger von der Polizei separat einvernommen worden sind. Der Staatsanwaltschaft kann im Ergebnis kein Verfahrensfehler vorgeworfen werden.”
Getrennte Einvernahmen können auch mittels audiovisueller Übertragung erfolgen; dies ist zulässig insbesondere bei Risiken für den Opferschutz, sodass der Beschuldigte getrennt teilnehmen und die Aussage unmittelbar verfolgen kann, um Teilnahme- und Schutzinteressen zu wahren.
“Teilgehalt des allgemeinen Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Eine belastende Zeugenaussage ist grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschuldigte wenigstens einmal während des Verfahrens angemes- sene und hinreichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu stellen (BGE 140 IV 172 E. 1.3; BGE 133 I 33 E. 3.1; BGE 131 I 476 E. 2.2; je mit Hinweisen). Damit die Verteidigungsrechte gewahrt sind, muss der Beschuldigte namentlich in der Lage sein, die Glaubhaf- tigkeit einer Aussage prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und infrage stellen zu können (BGE 148 I 295 E. 2.1; BGE 133 I 33 - 9 - E. 3.1; BGE 131 I 476 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichts 7B_179/2022 vom 24. Oktober 2023 E. 2.3.2; 7B_186/2022 vom 14. August 2023 E. 2.1; 6B_172/2023 vom 24. Mai 2023 E. 2.3; 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 E. 4.2.2; je mit Hinweisen; SCHLEIMINGER/SCHAFFNER, a.a.O., N 4 zu Art. 147 StPO). Der Grundsatz der getrennten Einvernahme nach Art. 146 Abs. 1 StPO steht dabei in keinem Widerspruch zum Teilnahme- und Mitwirkungsrecht ge- mäss Art. 147 StPO. Er bestimmt lediglich, dass die Befragten "nicht gemeinsam (d. h. gleichzeitig oder wechselseitig) befragt werden, sondern nacheinander" (BGE 139 IV 25 E. 4.1). Die Parteien sind grundsätzlich als Teilnehmende zu den getrennten Einzeleinvernahmen zuzulassen (SCHLEIMINGER/SCHAFFNER, a.a.O., N 14 zu Art. 147 StPO). 3.4.Vorliegend beantragte die Privatklägerin als Opfer der untersuchten Straf- taten, es sei eine physische Begegnung bzw. Gegenüberstellung mit dem Be- schuldigten zu vermeiden (Urk. 13/3; Art. 152 Abs. 3 Satz 1 StPO). Dem An- spruch des Beschuldigten auf Teilnahme an Beweisabnahmen betreffend die Pri- vatklägerin war folglich auf andere Weise Rechnung zu tragen (Art. 152 Abs. 3 Satz 2 StPO). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme der Privatklä- gerin vom 3. Januar 2022 geschah dies mittels audiovisueller Übertragung (vgl. Urk. 7/2 S. 4). Der Beschuldigte hatte folglich die Möglichkeit, der Befragung der Privatklägerin aus einem anderen Raum zu folgen und ihre Aussagen unmittelbar wahrzunehmen.”
Die Durchführung von Konfrontationsanhörungen liegt im pflichtgemässen Ermessen der Strafbehörde; die Entscheidung über die Einbestellung trifft die Untersuchungsperson.
“On ne saurait cependant interpréter sa conclusion en constatation d’une violation du principe de célérité comme constituant un tel recours puisque, outre le fait qu’il ne ressort nulle part du mémoire du recourant que telle était bien sa volonté (ni dans la page de titre, ni dans les préliminaires, ni dans les conclusions), il n’a surtout pas clairement déterminé l’acte qu’il reproche au Ministère public de ne pas avoir entrepris, ni conclu à ce que cet acte omis soit exécuté dans un certain délai. Même si le recourant avait interjeté formellement un recours pour retard injustifié, celui-ci aurait ainsi été irrecevable pour ces raisons. De surcroît, même s’il ressort de la motivation du recours que le recourant se plaint de l’absence de mise en œuvre, encore aujourd’hui, d’une audition de confrontation entre le recourant, C.________ et B.________, la Chambre relève que, puisque les parties n’ont pas de droit à ce qu’une telle audience soit mise en œuvre – la question relevant du pouvoir d’appréciation du magistrat (cf. art. 146 al. 2 CPP et BSK CPP-Häring, 3e éd. 2023, art. 146 n. 3 et 14 et les références citées) –, on ne saurait valablement reprocher au Ministère public de ne pas l’avoir organisée. Finalement, en tant que le recourant voit une violation du principe de célérité dans le fait que les procédures suisse et française menées contre lui n’ont pas été jointes, on renvoie aux considérations ci-après (cf. infra consid. 2). 1.4. La Chambre, qui dispose d’une entière cognition (art. 393 al. 2 CPP), statue sans débats (art. 397 al. 1 CPP). Les novas sont recevables (ATF 141 IV 396 consid. 4.4.). 2. Dans un premier temps, le recourant conteste la décision en tant qu’elle prononce implicitement, selon lui, une disjonction, voire un refus de jonction, des procédures pénales suisse et française menées à son encontre. Il requiert la jonction de ces deux procédures. 2.1. Dans la décision attaquée, le Ministère public a considéré ce qui suit à ce sujet (cf. décision attaquée p. 1 s.) : « Deuxièmement, contrairement à ce que vous alléguez, deux procédures séparées et distinctes sont bien menées en parallèle : l’une par le Ministère public fribourgeois et l’autre la Juge d’instruction du Tribunal Judiciaire de L.”
Das Teilnahme‑ und Fragerecht nach Art. 147 StPO bleibt trotz der Regelung in Art. 146 StPO bei Einvernahmen erhalten und wird durch Art. 146 StPO nicht eingeschränkt.
“Das Bundesgericht hatte sich in BGE 139 IV 25 zudem mit der Frage einer möglichen Beschränkung des nach Art. 147 Abs. 1 StPO gewährten Teilnahme- und Fragerechts bei mehreren Mitbeschuldigten und der in diesem Zusammenhang von Strafverfolgungsbehörden und einem Teil der Lehre geäusserten Kritik, die ge- setzliche Regelung von Art. 147 StPO könne in Kollektivfällen zu Effizienzverlusten der Strafuntersuchung und zu gewissen prozessualen Ungleichbehandlungen von Mitbeschuldigten führen, zu befassen. Es stellte klar, dass das Teilnahme- und Fra- gerecht nach Art. 147 Abs. 1 StPO von der Gegenüberstellung im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StPO als Ausnahme vom Grundsatz der getrennten Einvernahmen zu unterscheiden ist. Die beschuldigte Person kann als Partei im gegen sie geführ- ten Strafverfahren gestützt auf Art. 147 Abs. 1 StPO grundsätzlich an sämtlichen Beweiserhebungen teilnehmen. Das Teilnahme- und Fragerecht gilt auch für Ein- vernahmen von im gleichen Verfahren mitbeschuldigten Personen und wird nicht - 12 - durch Art. 146 StPO betreffend getrennte Einvernahmen und Gegenüberstellung eingeschränkt. Das Bundesgericht hat die im Leitentscheid 139 IV 25 aufgestellten Grundsätze mehrmals bestätigt (BGE 143 IV 457 E. 1.6.1, 397 E. 3.3.2; 141 IV 220 E. 4.3; 140 IV 172 E. 1.2.1).”
Bei Nichtteilnahme des Beschuldigten ist sein Verzicht auf Gehör bezüglich gegenüberstellender Einvernahmen praktisch relevant.
“Verwertbarkeit Der Beschuldigte beanstandet, dass er von der Staatsanwaltschaft nie allein be- fragt worden sei, sondern direkt zu einer Konfrontationseinvernahme vorgeladen worden sei. Er sieht darin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (act. H.3 S. 2 f.). Entgegen der Ansicht des Beschuldigten beinhaltet Art. 146 StPO kein Recht auf eine Einzeleinvernahme durch die Staatsanwaltschaft. Art. 146 Abs. 1 StPO sieht zwar vor, dass Personen grundsätzlich getrennt einvernommen werden. Sinn und Zweck dieser Bestimmung ist die ungestörte Wahrheitsfindung, insbesondere die Verhinderung von gegenseitigen Beeinflussungen bzw. Kollusion (BGE 139 IV 25 E. 4.1). Inwiefern die Wahrheitsfindung vorliegend vereitelt sein sollte, weil der Beschuldigte nicht zur Einzelbefragung vorgeladen wurde, erschliesst sich nicht. Bei Art. 146 Abs. 1 StPO handelt es sich gemäss herrschender Lehre um eine reine Ordnungsvorschrift (bei der vom Verteidiger zitierten Lehrmeinung handelt es sich um eine Mindermeinung). Die Verletzung einer solchen bei der Beweiser- hebung führt nicht zur Unverwertbarkeit des Beweises (Art. 141 Abs. 3 StPO). Weiter gibt Art. 146 Abs. 2 StPO der Strafbehörde explizit die Möglichkeit, ver- schiedene Personen einander gegenüberzustellen, d.h. gleichzeitig mehrere Per- sonen zu befragen. Wenn die Staatsanwaltschaft davon Gebrauch macht, kann von vornherein keine rechtswidrige Fallführung vorliegen. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs gibt dem Beschuldigten das Recht, sich zu äussern. Darauf hat der Beschuldigte verzichtet, indem er nicht an der Konfronteinvernahme teilnahm und auch keinen Antrag auf Wiederholung stellte. Hinzu kommt, dass der Be- schuldigte und der Privatkläger von der Polizei separat einvernommen worden sind. Der Staatsanwaltschaft kann im Ergebnis kein Verfahrensfehler vorgeworfen werden.”
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