Verweigert eine Partei oder eine dritte Person die Mitwirkung berechtigterweise, so darf das Gericht daraus nicht auf die zu beweisende Tatsache schliessen.
3 commentaries
Die Vorinstanz hätte das Verweigerungsrecht gemäss Art. 161 ZPO erläutern müssen. Das unterbliebene Aufklären stellt nach der zitierten Entscheidung einen Verfahrensmangel dar und führte zur Aufhebung der Aufforderung zur Auskunft. Art. 162 ZPO verbietet in diesem Zusammenhang, eine berechtigte Mitwirkungsverweigerung zu Ungunsten der verweigernden Person zu würdigen.
“Art. 128 ZPO ist die gesetzliche Grundlage für die Ausfällung einer Ord- nungsbusse. Die Verhängung einer Ordnungsbusse stellt keine strafrechtliche Anklage dar. Die Verfahrensgarantien von Art. 6 Ziff. 1 EMRK gelten daher nicht (DIKE-Komm-Kaufmann, 2. Aufl., Art. 128 ZPO N 27; BSK ZPO-Gschwend, 3. Aufl., Art. 128 N 23; KUKO ZPO-Weber, 3. Aufl., Art. 128 N 11a). Für das Ver- fahren sind die Bestimmungen der ZPO anwendbar. Mit Bezug auf die Mitwir- kungspflicht und das Verweigerungsrecht bei Beweiserhebungen sind das die Art. 160 ff. ZPO, was bedeutet, dass eine ungerechtfertigte Verweigerung der Mitwirkung grundsätzlich nach Art. 164 ZPO in die Würdigung einfliesst (vgl. dazu Brunner/Henn/Kriesi, Anwaltsrecht, Kap. 7 Rz. 37 m.H. auf BGer, 2C_407/2008 vom 23. Oktober 2008, E. 3.5). Als Anwältin kann die Beschwerdeführerin nach Art. 163 Abs. 1 lit. b ZPO unter Verweis auf ihr Berufsgeheimnis die Mitwirkung verweigern. Nach Art. 162 ZPO darf dies nicht zu ihren Ungunsten gewürdigt werden. Über ihr Verweigerungs- recht müsste sie die Vorinstanz nach Art. 161 ZPO aufklären. Wie die Beschwer- deführerin zu Recht rügt, ist das nicht geschehen. Die an die Beschwerdeführerin ergangene Aufforderung zur Auskunftserteilung in Dispositiv-Ziffer 1 der ange- fochtenen Verfügung ist wegen dieses Verfahrensfehlers ohne weiteres aufzuhe- ben, ohne dass auf die übrigen Teile der Begründung des entsprechenden An- trags der Beschwerdeführerin eingegangen werden muss.”
“Art. 128 ZPO ist die gesetzliche Grundlage für die Ausfällung einer Ord- nungsbusse. Die Verhängung einer Ordnungsbusse stellt keine strafrechtliche Anklage dar. Die Verfahrensgarantien von Art. 6 Ziff. 1 EMRK gelten daher nicht (DIKE-Komm-Kaufmann, 2. Aufl., Art. 128 ZPO N 27; BSK ZPO-Gschwend, 3. Aufl., Art. 128 N 23; KUKO ZPO-Weber, 3. Aufl., Art. 128 N 11a). Für das Ver- fahren sind die Bestimmungen der ZPO anwendbar. Mit Bezug auf die Mitwir- kungspflicht und das Verweigerungsrecht bei Beweiserhebungen sind das die Art. 160 ff. ZPO, was bedeutet, dass eine ungerechtfertigte Verweigerung der Mitwirkung grundsätzlich nach Art. 164 ZPO in die Würdigung einfliesst (vgl. dazu Brunner/Henn/Kriesi, Anwaltsrecht, Kap. 7 Rz. 37 m.H. auf BGer, 2C_407/2008 vom 23. Oktober 2008, E. 3.5). Als Anwältin kann die Beschwerdeführerin nach Art. 163 Abs. 1 lit. b ZPO unter Verweis auf ihr Berufsgeheimnis die Mitwirkung verweigern. Nach Art. 162 ZPO darf dies nicht zu ihren Ungunsten gewürdigt werden. Über ihr Verweigerungs- recht müsste sie die Vorinstanz nach Art. 161 ZPO aufklären. Wie die Beschwer- deführerin zu Recht rügt, ist das nicht geschehen. Die an die Beschwerdeführerin ergangene Aufforderung zur Auskunftserteilung in Dispositiv-Ziffer 1 der ange- fochtenen Verfügung ist wegen dieses Verfahrensfehlers ohne weiteres aufzuhe- ben, ohne dass auf die übrigen Teile der Begründung des entsprechenden An- trags der Beschwerdeführerin eingegangen werden muss.”
Erweist sich die Verweigerung der Mitwirkung als nicht berechtigt, darf das Gericht dies bei der Beweiswürdigung zulasten der verweigernden Partei berücksichtigen; eine solche Berücksichtigung ist in der Rechtsprechung als mögliche Folge einer unbegründeten Verweigerung anerkannt (vgl. Art. 164 ZPO bzw. die in den Quellen angeführten Ausführungen).
“45 : 12), soit environ 7'649 fr 90 net. Force est ainsi d’admettre que le revenu de l’appelant n’a pas diminué en 2023. 4. 4.1 L’appelant soutient ensuite que l’intimée n’aurait pas produit les pièces établissant son revenu, de sorte qu’il conviendrait de retenir qu’elle disposait désormais d’un revenu plus élevé que le revenu hypothétique retenu par le jugement de divorce. Il soutient que sa pension devrait être supprimée depuis le 14 novembre 2022. 4.2 4.2.1 Selon l’art. 160 CPC, les parties et les tiers sont tenus de collaborer à l’administration des preuves. Ils ont en particulier l’obligation de faire une déposition conforme à la vérité en qualité de partie ou de témoin (a) et de produire les titres requis (b). Le tribunal rend les parties et les tiers attentifs à leur obligation de collaborer, à leur droit de refuser de collaborer et aux conséquences du défaut (art. 161 al. 1 CPC). Le tribunal ne peut inférer d’un refus légitime de collaborer d’une partie ou d’un tiers que le fait allégué est prouvé (art. 162 CPC). Si une partie refuse de collaborer sans motif valable au sens de l’art. 163 CPC, le tribunal en tient compte lors de l’appréciation des preuves (art. 164 CPC). Quant à l’art. 170 CC (Code civil suisse du 10 décembre 1907 ; RS 210), il prévoit que chaque époux peut demander à son conjoint qu’il le renseigne sur ses revenus, ses biens et ses dettes (al. 1) et que le juge peut astreindre le conjoint du requérant ou des tiers à fournir les renseignements utiles et à produire les pièces nécessaires (al. 2). Ce devoir peut être imposé par le juge, pour autant que cette démarche soit nécessaire pour adjuger ou faire valoir des prétentions. Lors de l'appréciation des preuves, le juge peut se prononcer sur le résultat de la collaboration de la partie et tirer les conséquences d'un refus de collaborer à l'administration de la preuve. Sans mener au renversement du fardeau de la preuve, le refus de renseigner ou le manque de collaboration peut avoir pour conséquence de convaincre le tribunal de la fausseté complète ou partielle des allégations de l'époux qui refuse de collaborer, par conséquent de l'amener à croire les indications de l'autre époux, sans qu'il soit, au demeurant, question d'un quelconque renversement du fardeau de la preuve (ATF 118 II 27 consid.”
Bei berechtigter Verweigerung der Mitwirkung darf das Gericht daraus keinen Rückschluss auf die zu beweisende Tatsache ziehen; es darf also nicht annehmen, die behauptete Tatsache sei dadurch als bewiesen anzusehen oder zugunsten des Beweiswerts gegen die verweigernde Person umgedeutet.
“L’art. 160 CPC stabilisce un obbligo generale delle parti e dei terzi a cooperare all’assunzione delle prove nel processo civile. Per l’art. 161 CPC il giudice deve informare le parti e i terzi sull’obbligo di cooperazione, sul diritto di rifiutarsi di cooperare e sulle conseguenze in caso di mancata cooperazione (cpv. 1). Inoltre, giusta l’art. 162 CPC, dal legittimo rifiuto di cooperare di una parte o di un terzo il giudice non può evincere nulla quanto al fatto da provare.”
Nutzen Sie die aktuelle Seite als Kontext für Recherche, Zusammenfassungen, Vergleiche und Entwürfe.